Monster Hunter Isekai

Es ist die Zeit des Monsterhuntings bei mir angebrochen. Mit Monster Hunter Rise ist vor einem Monat erst der neueste Ableger erschienen und vor wenigen Tagen dessen erstes Free Title Update. Die Blogeinträge zum allersten Monster Hunter sind noch nicht lang her. Und nebenbei spiele ich hier und dort langsam durch Monster Hunter Portable 3rd. Fehlt eigentlich nur noch eines zu meinem Glück: Monster Hunter interpretiert von Paul W. Anderson.

Wie ist es nur soweit gekommen? Eigentlich ganz einfach sogar. Anderson hat tatsächlich ein Faible für Videospiele. Das ausgerechnet er Mortal Kombat und Resident Evil auf die Leinwände brachte stammt nicht von irgendwo. Als er Monster Hunter für ich entdeckte, arbeitete er dann auch daraufhin, sich die Filmrechte an der Franchise zu sichern. Die durch Monster Hunter World einen enormen internationalen Boom erlebte, immerhin handelt es sich hierbei um Capcoms bestverkauftes Spiel aller Zeiten und ein Großteil davon geht auf westliche Abverkäufe. Da war natürlich die Zeit gekommen daraus auch ein Kinofilm zu machen, und die Rechte für jene Umsetzung hatte eben Anderson nun schon. Zudem war die Zusammenarbeit zwischen ihm und Capcom schon bei den Resident Evil Filmen profitabel gewesen, die zwar einen schlechten Ruf haben, aber zu den Videospiel-Adaptionen gehören, die am meisten eingespielt haben. Zum Entsetzen der ganzen Fangemeinde durfte also erneut Paul W. Anderson an die Verfilmung eines Prestige-Videospiels von Capcom ans Steuer.

Wo Anderson dahintersteckt, ist seine Ehefrau Milla Jovovich nicht weit. Und so dauert es auch beim Monster Hunter Film nicht lang, bis wir Jovovich und ihrem Militär-Truppe zusehen, die nach einem Team vermisster Soldaten suchen. Ein übernatürlicher Sturm braut sich zusammen und plötzlich finden die sich in der Neuen Welt wieder, mitten im Territorium eines aufgebrachten Diablos. Angrenzend an einen Superbau an Nerscylla. Es dauert nicht lang, bis wir die Nebencharaktere los sind, und Milla stattdessen mit dem Jäger ein bisschen Buddy Comedy machen darf. Es wird sich erst gekloppt, dann gemocht, und in Zusammenarbeit schaffen es die beiden dann sogar aus dem Gefahrengebiet in eine nahe Oase.

Wo sie auf die Freunde vom Jäger, den Admiral und eine Truppe Fünfer, treffen. Neuer Schlachtplan: Rathalos, den Wächter der Turmruinen der Alten Zivilisation besiegen, um jene Relikte daran zu hindern, den die beide Welten destabilisierenden Sturm unkontrolliert Portale zwischen ihnen heraufbeschwören zu lassen.

Mit der Frage, ob der Film gut ist, müssen wir uns glaube ich gar nicht erst befassen. Dass er unter die traditionelle Definition von „gut“ fallen würde, hat wohl niemand erwartet. Und auch wenn es etwas übertrieben ist, Andersons Filme als das schlimmste, was Menschen je gemacht haben, zu behandeln, wenn sie sich im Zweifelsfalle auch ziemlich unproblematisch ignorieren lassen, so kommt jene Haltung jeglicher Erwartungslosigkeit nicht von irgendwo. Nein, die Frage ist schon eher, ob der Film unterhaltsam ist. Denn einige Resident Evils sind durchaus ganz dumm-spaßige Action-Knaller, während andere eher ermüdend langweilen.

Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Beziehungsweise muss die Antwort sowohl Ja wie auch Nein lauten. Monster Hunter ist einer jener Filme, bei denen eigentlich zu viel zu schnell hintereinander passiert, als dass man sich langweilen könnte, bei denen all das aber doch so substanzlos an einem vorbeihechtet, ohne hängenzubleiben, dass man es aber dennoch irgendwie tut.

Das liegt auch zum Teil an der komischen Aufteilung des Filmes. Milla und Jäger gestrandet zwischen Diablos und Nerscyllas scheint geradezu ewig anzudauern. Und erneut, es geschieht eigentlich ständig was. Die beiden kloppen sich, die beiden versöhnen sich, es muss sich gegenseitig aus den Klauen besagter Monster gerettet werden. Ein Schlachtplan entwickeln, ausführen und wenn was schief geht im Flug angepasst werden. Wenn die beiden auf den Admiral und Co. treffen, ist es schon so spät, dass der Film ins Finale einziehen muss. Das Problem dabei ist: Nur der Admiral spricht Millas Sprache, alle anderen reden in Monster-Hunter-isch. Bei all den anderen kreativen Freiheiten, die sich der Film gerade was die Monster angeht, nimmt, ist es merkwürdig, dass ausgerechnet hier auf Authenzität gesetzt wird. Es funktioniert einfach nicht, beziehungsweise nur mit viel feinfühligem Können, den Hauptbulk des Filmes von der Dynamik zweier Charakter tragen lassen zu wollen, die kein Wort voneinander verstehen. Und Monster Hunter schafft das freilich nicht.

Ein paar Dinge mochte ich allerdings schon partiell hier und dort. So sehr die dämliche Phrasendrescherei der Militärfutzis untereinander nervt, so gibt es doch ein paar ganz gute Szenen, wenn sie in der ihnen unbekannten Welt landen. Die gut darstellen, was für ein Schock und Horror es sein muss, plötzlich von unbekannten Monstern gejagt zu werden. Besonders der Teil im Nerscylla-Bau ist ganz atmosphärisch und hat grenzwertig was von einem Horror-Film. Auch gibt es einen oder zwei Witze, die ganz humorig sind. Wenn Jovovich beispielsweise zum Jäger eine ihrer „Let’s go and do this!“ Militärphrasen raushaut und der sie nur fragend ansieht, weil er sie ja nicht versteht, und Jovovich leicht belämmert nicht so recht mit der Situation umzugehen weiß.

Was hingegen ziemlich in den Sand gesetzt wurde, sind viele der Designs. Die beiden Handler sehen Ok aus, und auch der Jäger geht klar. Ron Perlman als Admiral sollte man für die optische Idealbesetzung halten, man tut dem Kerl aber echt keinen Gefalen mit dem Kostüm. Jovovichs Ausrüstung sieht auch ziemlich dämlich aus. Und der Katzenchef ist ein Graus. Allgemein ist optisch viel ziemlich lahmer Standard, nicht nur im Kostümdesign, sondern auch in der Kampfchoreo oder dem Szenenframing.

Monster Hunter ist also tatsächlich ein Film, an dem man einfach so vorbeigehen kann. Zumal er auch noch offen endet.

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