Attack! Imperial Floral Assault Troop: Sakura Taisen

Mir war dann nach dem Durchspielen des fünften Teiles irgendwie doch danach, mal den älteren Sakura Wars einen Versuch zu geben. Also rein in die Schuhe des guten Ogami und anflirten der sechs Tokyoter Mädels im ersten Teil war angesagt. Getroffen in der PSP-Version, einfach weil und außerdem kommt die direkt mit dem Nachfolger, sollte ich dort einsteigen wollen. Gestaltet sich halt nur das Problem, dass die ersten vier Teile keine englischen Patches haben, aber dazu später mehr.

Grundsätzlich ist Sakura Wars ja gar nicht so unähnlich der japanischen Antwort auf die westlichen FMV-Adventures, die mit dem enormen Platz auf dem neuen CD-Medium einen Aufschwung erhielten. Nur, da es sich um Japan handelt, ging die Sache mehr in die Richtung interaktiver Anime und mit Animationen und Sprachausgabe aufgehübschten Visual Novels und Dating Sims. Sakura Wars geht dabei eindeutig stärker in Richtung Visual Novel.

Die schrägen anfänglichen (und ein späterer) Bösewichter

Denn ja, es gibt insgesamt sechs von der Persönlichkeit sehr unterschiedliche Mädels, denen man Frage und Antwort stehen wird, und auf deren Gebung basierend am Ende sich eine der holden Weiblichkeiten einem zu Füßen legt. Aber Sakura Wars hat eben schon eine stark ausgearbeitete Haupthandlung, und ist sogar weitestgehend linear. Es gibt keine Variation der Story beispielsweise, sondern die geht immer über die gleichen Stationen zum gleichen Resultat. Außerdem nimmt sich jedes Kapitel mal einem der Mädels vor, und es gibt auch hier nur ein paar kleine Variationen in wenigen Szenen, je nachdem, welche der Damen einen gerade am meisten mag. Die Multiple-Choice-Antworten haben tatsächlich hauptsächlich nur eine Auswirkung darauf, mit wem man am Ende dasteht, der Verlauf vor dem Charakter-spezifischen Epilog bleibt weitestgehend unangetastet.

In besagter Handlung übernehmen wir die Rolle des frisch von der Japanischen Navy abgeordneten Ichiro Ogami in seiner reinweißen Uniform, der nun der Imperial Flower Assault Troop unterstellt ist. Nur muss er zu seinem Entsetzen schnell feststellen, dass jene nur aus ein paar Mädchen besteht, und die Blumentruppe ein Theater-Ensemble sind, er deren neuer Ticketverkäufer ist. Doch natürlich ist dies nur ein Deckmantel und all dies eine merkwürdige Art von Test, weil er in jener Truppe mehr als ein Soldat sein muss oder wie auch immer. Jedenfalls sobald er sich bewiesen hat, werden ihm die Steampunk-Mechs gezeigt, welche die Mädels bei einem Einsatz gegen die Teito angreifende Feinde steuern, die das Tokugawa-Shogunat wieder an der Macht sehen wollen. Ogami selbst als neuer Kommandant in seinem eigenen Mech inbegriffen.

Auf der Jagd nach Mädels…

So zumindest die Ausgangslage, die locker ein angenehmes Spiel von 8 oder so Kapiteln abgeben hätte können. Hier ist Sakura Wars nämlich etwas seltsam strukturiert. Die erste Gruppe an Schurken besteht aus 4 Generalen mit einem Oberhaupt, und einer Armee an eigener Mechs. In den ersten 7 Kapiteln des Spieles werden einem nun nach und nach nicht nur die Mädels vorgestellt, sondern auch die vier Generale und dann deren Oberhaupt besiegt. Die haben wie gesagt die klare Motivation die Öffnung und Westernisierung Japans aufzuhalten. So weit, so gut. Doch danach ist das Spiel nicht rum, sondern der wahre Obermotz taucht auf. Das wäre kein Problem, wenn Aoi Satan einfach eröffnen würde, dass er nur so tat, als wäre er einer der vier Generale, aber eigentlich die Fäden gezogen hat.

Was stattdessen geschieht ist, dass er mit einem neuen Trupp an 3 Generalen, die ihm unterstellt sind, auftaucht. Und nun mit Alien-Dämonen, die unter Tokyo versiegelt wurden, angreift. Inklusive dramatischer Hintergrundgeschichte von dem unsere Truppe anführenden Yoneda, wie er vor Jahren ohne Mechs gegen jene Dämonen gekämpft hat, wobei sich Sakuras Vater opfern musste, um sie zu versiegeln. Und die neuen Gegner sind sogar so stark, dass die Truppe neue Mechs bekommt. Am Ende wird es dann so richtig verrückt, wenn Beraterin Ayame zum Erzengel Michael wird, Aoi Satan eigentlich der gefallene Lucifer ist. All das irgendwie schnell draufgeklatscht in Kapitel 8-10 durchgehechelt.

Gefunden! Schnell eine Antwort rausschießen, bevor sie flieht.

Das ist wie gesagt etwas seltsam strukturiert, denn essenziell hätten dies zwei komplett eigenständige und zu vollen Einzelspielen ausgearbeitete Storylines sein können. Es fühlt sich etwas so an, als hätte hier jemand die Scripts von zwei Anime-Staffel in eines zusammengezogen. Vielleicht hatte man ja die Befürchtung, die ursprüngliche Storyline würde nicht reichen. Oder war sich des Erfolges des Spiele so unsicher, dass man gleich beide Ideen erzählt bekommen wollte. Aber etwas organischer wäre es schon gewesen, wenn man die Sache mit Aoi Satan sich entweder für ein Sequel aufgehoben hätte, oder stärker zusammengekürzt wirklich als Finale auf die Geschehnisse mit den ersten Schurken gesetzt hätte.

Zwischen den Einsätzen werden natürlich gewohnt diverse Textboxen navigiert. Manchmal auch das ganze Theater an sich. Wobei es hier nur darum geht den SD-Ogami in die einzelnen Räume auf den drei Stockwerken zu navigieren, bis man eines der Mädels für einen kleinen Flirt auftreibt, oder die nächste Hanldungsszene getriggert bekommt. Eine Welt außerhalb des Theaters gibt es noch nicht, zumindest nicht zur freien Erkundung.

( ͡° ͜ʖ ͡°),

In jenen Flirts findet übrigens bereits das bewährte LIPS-System seine Anwendung. Sprich Sakura Wars gibt einem nicht die Zeit, erst mal im Japanisch-Deutsch-Wörterbuch eine halbe Stunde nachzuschauen, was die drei Antworten nach der Lieblingsfarbe von Ogami nun bedeuten, um dann hoffentlich die richtige zu geben. Stattdessen läuft ein Timer, an dessen Ende Ogami im Zweifelsfall einfach gar nichts sagt, sondern der holden Dame schlicht ganz unhöflich starrend ins Gesicht schweigt. Manchmal ist Schweigen zwar auch hier Gold, doch meist ist es besser, eine der Antworten zu geben. Wobei Affinität sowohl steigen wie auch fallen kann, basierend auf jener. Die anderen LIPS-Sachen, die man eventuell aus dem zuerst, da als einzig lokalisiertes, Sakura Wars V kennt, gibt es im ersten Teil allerdings noch nicht. Lediglich manchmal wild auf einem Mädel rumtatschen darf man, um über ihren Brustumfang zu philosophieren, oder sie doch direkt anzusprechen.

Pro Kapitel kommt es wie gewohnt auch zu einem oder zwei SRPG-Kämpfen, wobei die gewohnt eine untergeordnete Rolle einnehmen. Nicht nur, weil mehr der ca. 2 Stunden des Kapitels in den VN-Gesprächen und der Story zugebracht wird. Sondern auch, weil sie eben sehr simpel gehalten sind. Es gibt keine Ausrüstung, keine Promotions, keine Skills, noch nicht mal EXP und Level Ups. Die Statuswerte werden erneut nur etwas gepusht, wenn das besagte Mädel eine gute Beziehung über die richtigen Antworten im VN-Part zu Ogami aufgebaut hat. Wobei über die Beschütz-Funktion, mit der 8x pro Kampf ein Mädel von Ogami flankiert wird und von Angriffen keinen Schaden nimmt, die Affinität auch steigert.

Selbst ein Minigame pro Waifu gibt es, damit man nicht ob des ganzen Textes einschläft.

Im ersten Teil gibt es noch nicht mal Formationen, die eine etwas taktische Note geben, oder das Aufbrauchen von Aktionspunkten. Stattdessen darf jeder Charakter pro Runde zwei Aktionen ausführen, allerdings jeweils nur eine pro Kategorie. Also entweder Angreifen oder das Special benutzen. Entweder in Defensivstellung gehen, einen Charakter heilen (2x pro Charakter pro Kampf möglich) oder die SP für das Special regenerieren. Und natürlich über das Kampffeld laufen. Mehr können die Charaktere, abgesehen von Ogamis Schutz-Funktion, nicht machen.

Wobei das Spiel allerdings erneut nicht allzu schwer ist. Zwei Heilaktionen pro Charakter plus manchmal sogar Heilfelder auf dem Kampffeld (welche die Gegner nie schlau genug sind für sich zu nutzen) machen es schwer zu sterben, und dann ist das Special von Iris auch noch ein AOE-Heal von beträchtlichem Ausmaß. Die Bosse der ersten Kapitel lassen sich locker damit erledigen, in dem jeder Charakter einfach sein starkes Special drauf bretzelt. Selbst später im Spiel sind die noch extrem überpowert, gerade wenn dann noch Ogami mit seiner Auserwählten ein besonders gutes bekommt. Das ist für mich schon eher ein Vor- statt Nachteil, denn für komplexere oder herausfordernden SRPGs habe ich historisch betrachtet gar nicht das Durchhaltevermögen.

Motivations-Übersicht Pre-Battle was Stat+ angeht.

Etwas schneller könnten sie dafür allerdings gehen. Dadurch, dass es sowieso nicht so viel zu tun gibt, ist so ein Kampf schon schneller rum, als in einem komplexeren SRPG, aber das wenige ist schon in der Ausführung langsam. Immerhin können Animationen von Specials übersprungen und die Bewegung auf dem Kampffeld beschleunigt werden, was schon mal hilft. Allerdings wäre es hier schön gewesen, wenn sich dies einfach global einstellen lassen würde, statt es manuell bei jedem Charakter bei jedem Move selbst per Knopfdruck machen zu müssen.

Die Präsentation des Ganzen ist dabei schon sehr schnieke. Man merkt die Intention schon stark, denn ein Großteil der Dialoge ist mit Sprachausgabe versehen und es kommt auch regelmäßig zu kurzen Anime-Sequenzen. Allerdings hat man die bei Sega scheinbar nicht allzu gut präserviert. Die PSP-Version kam 2006 zum 10-jährigen Jubiläum raus, die Anime-FMVs sind allerdings extrem ausgewaschen und schauen drein, als hätte man eine Anime-VHS aus den 80ern erneut ausgegraben. Auch die Hintergründe in den VN-Gesprächen sind ziemlich grobkörnig, lediglich die Charakterportraits sind super scharf aufgelöst und sattfarbig.

Und einer der sporadischen Kämpfe, damit man ob des ganzen Textes nicht einschläft.

Um aber noch mal auf das Problem der Übersetzung zurückzukommen. Keines der vier Ogami-Teile hat einen Patch, wer also kein Japanisch oder Russisch kann, ist zunächst einmal aufgeschmissen. Aber das bedeutet nicht, dass es keinerlei Übersetzungen gibt. Denn für alle Teile lassen sich Übersetzungs-Textdokumente in Englisch finden. Normalerweise würde ich ja nicht auf die Idee kommen, so eines mir in den Schoß zu legen, während ich ein textlastiges Spiel zocke. Aber bei Sakura Wars ist das tatsächlich etwas anders.

Denn hier kommt dem Spiel zugute, dass es nicht nur hauptsächlich ein VN ist, sondern auch noch ein sehr lineares, welches nicht wirklich viele Variabeln kennt. Denn so lässt sich einfach in einem Fenster jenes Dokument öffnen, daneben das Fenster mit dem Emulator ziehen, und schon hat man den Ingame-Text und dessen englische Übersetzung zum Abgleich direkt nebeneinander. Wegen der Linearität muss nicht groß nach alternativen Szenen rumgesucht werden. Und da die SPRG-Kämpfe so einfach und immer alle Gegner oder der Boss zu besiegen sind, braucht es hier auch kein großes Verständnis außerhalb der grundlegenden Menübefehle. So hatte ich dann doch ein erstaunlich unkompliziertes und angenehmes Spielerlebnis durch die nette Anime-Story, die mich alle Mädels hat kennenlernen lassen, so dass ich letztendlich mit dem Gewinn von einer Waifu zufrieden war:

Ich Langweiler nehm die Standardwahl.

Sakura Shinguchi: Das Poster Child der Serie wird uns direkt in der ersten Cutscene präsentiert, wenn sie passend zur Kirschblüte im Park ankommt, um dort wie die coole Schwertkämpfern, die sie ist, erst mal einen Gegner zu zerlegen. Sie ist diejenige, die Ogami bei seiner Ankunft in Tokyo abholt, die beiden gleich ordentlich miteinander schäkern, und auch allgemein nicht nur die meiste Screentime bekommt, sondern das Spiel eindeutig in Ogamis Arme stößt. Fand ich dann nur richtig, letztendlich meinen Ogami mit ihr enden zu lassen. Sie ist etwas hitzköpfig, und auch manchmal etwas trottelig, wird deswegen von Sumire gerne als Bauerntölpel und Landei aufgezogen. Die streiten sich eh gern mal, jedoch arbeitet Sakura sehr hart daran, in den Bühnenshows eine gute Figur abzugeben.

Mündigkeitsalter in Frankreich ist 15 btw.

Iris Chateaubriand: Die französische Loli, immer in Begleitung ihres Teddybären Jean-Paul. Ein wenig spitzbübisch, ein wenig verwöhnt, eben voll die kleine Prinzessin des Teams. Zunächst steuert sie keinen Mech, wird dann aber später mit einem bestückt zum Healbot, nachdem sie ihre psychische Energie in den Griff bekommt. Hin und wieder ist sie allerdings ziemlich eifersüchtig auf die anderen Mädchen, weil die schon erwachsen sind, und weil sie von ihrem Onii-chan Ogami nicht wie ein Kind gesehen werden. An ihrem zehnten Geburtstag, der erwartungsgemäß schrecklich schief geht, hat sie sogar ein kleines Date mit ihm.

Sumire in ihrem Element.

Sumire Kanzaki: Die Tochter aus der Verbindung eines reichen Vaters mit einem Filmstar ist die Diva der Truppe. Sie versucht immer Klasse und Stil zu beweisen, was aber nicht wirklich hinhaut, weil sie dafür ein zu loses Mundwerk hat. Auch ihre tief sitzende Kleidung erregt Ogami zunächst, den sie zunächst konsequent mit falschen Namen anredet und entweder ignoriert oder schlecht behandelt. Allerdings ist sie allen gegenüber sehr hochnäsig, die Rampensau versteht beispielsweise auch nicht, warum Maria vor Ogami der Kopf der Truppe war, statt ihr die Position zu geben. Der Geltungsdrang kommt vielleicht, zusammen mit ihrer Arachnophobie, daher, dass sie als Kind viel von ihren High-Society-Eltern alleingelassen wurde.

Zunächst wollte ich ja Maria erobern…

Maria Tachibana: Die Platinumblonde, coole Amazone, die gern Dostojewski liest, ist natürlich russischer Abstammung. Auf Grund ihrer Statur und ihrer Professionalität spielt sie hauptsächlich die männlichen Rollen in den Stücken. Sie ist die verschlossenste von allen, die sich Ogami eher wenig öffnet, über die man nicht viel herausfindet oder in den Gesprächen nachfragen kann. Allerdings war sie wohl ein Teil der russischen Revolution und hat im Kampf ihren Bruder-gleichen Kommandanten verloren. Beinahe wäre sie anschließend ein Auftragskiller geworden, hätte Ayame sie nicht für die Bühnentruppe rekrutiert.

Zähl die stereotypen Merkmale, die in diesem Bild versteckt sind.

Kohran Li: Vom Namen und ihrem Outift her sollte klar sein, dass sie von chinesischer Herkunft ist. Überraschend spricht sie allerdings im japanischen Kansai-Dialekt, was daran liegt, dass sie von einem anderen Zweig des Militärs dort zu unserer Truppe abkommandiert wird. Diesen Dialekt bekommen in japanischen Medien hauptsächlich die Comedy-Charaktere, und Kohran erfüllt dann auch das Klischee der schusseligen Erfinderin, der gerne mal etwas unter der Nase weg explodiert. Sie ist allerdings sogar diejenige, welche die Koubu-Mechs gebaut hat, die wir in den Kampf steuern.

Wo die Liebe hinfällt…

Kanna Kirichima: Die älteste und stärkste – starker noch als Ogami – in der Theatergruppe kommt erst in Kapitel 3 aus ihrem Training zurück ins Theater. Denn sie ist der Nachfolger ihres Vaters, einem Karate-Meister, aus Okinawa. Von daher wird sie gerade von Sumire gerne wegen ihrer bulligen Statur, ihres vielen Essens, und der angeblich damit einhergehenden wenigen Intelligenz angefeindet. Überraschend mag sie es allerdings wirklich sehr, auf der Bühne zu stehen, wobei auch sie hauptsächlich die männlichen Rollen spielen darf. Für Ogami ist sie jedoch eindeutig ein guter Kumpel, weswegen ich schon zumindest ein wenig kurios bin, wie sich ein Ende mit ihre gestalten würde.

Gibt keine guten Gruppenshots der Support-Oneesans.

Der Rest:
Neben den sechs Mädels, mit denen Ogami tatsächlich enden kann, gibt es natürlich auch bereits im ersten Sakura Wars ein paar Support-Vaginas für die Einsätze. Tsubaki arbeitet im Shop des Theaters und verkauft einem die Bromides der Mädchen, Yuri macht die Büroarbeit, Kasumi ist so ein wenig die Leiterin der ganzen Hintergrundaktivität. Alle drei sind diejenigen, die das Flaggschiff der Truppe, von dem aus die Mechs auf die Kampffelder abgelassen werden, unter Yoneda steuern.

Ayame hat da ein wenig eine Sonderrolle, denn sie gibt einem die Infos während der Missionseinsätze. Außerdem war sie ein Teil der Gruppe, die vor fünf Jahren die Dämonen unter Tokyo versiegelt hat. Nicht zu vergessen, dass Aoi Satan am Ende den wiedergeborenen Erzengel Michael in ihr erweckt.

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The Academy of Hope and the High School Students of Despair

Bisher ist Danganronpa ja irgendwo so ein Stück an mir vorbeigegangen. Und ich muss gestehen, dass mein Grund dafür ein extrem oberflächlicher war: Ich finde das YuGiOh-esque Charakterdesign sowas von hässlich, so dass ich mir das nicht 20 Stunden ansehen müssen wollte. Aber irgendwann ist jeder Schatten mal übersprungen, und es ging hinein in die Akademie der Hoffnung.

Danganronpa ist so ein wenig Battle Royale meets Ace Attorney, wobei von letzterem auch die Struktur stark daherkommt. Denn insgesamt ist das hier schon ziemlich nah an einem Visual Novel, in 6 Kapiteln unterteilt wird viel gequatscht und erklärt und gelesen, doch dazwischen werden auch Tatorte untersucht und Gerichtsverhandlungen bespielt. Es ist dann also doch nicht nur lesen und hin und wieder mal eine Antwort wählen.

Battle Royale kommt wie folgt hinzu. Im Japan der Zukunft gibt es eine ganz besondere Akademie, die enormes Prestige innehat, da dort nur die besten Schüler aufgenommen werden. Und damit es nicht zu lauter langweilig-gleichen Charakteren kommt, sind hiermit nicht die Besten in einem jeweiligen Schulfach gemeint, sondern die Besten in einem jeweiligen Hobby oder Profession. Man wird also nicht nur auf das Super Duper Genie und den Super Duber Sportler treffen, sondern auch auf die Super Duper Nachwuchsschriftstellerin, das Super Duper Idol, den Super Duper Raudi, das Super Duper Model und selbst den Super Duper Otaku.

Naegi ist weniger super, sondern einfach ein totaler Durchschnitts-Kerl, der nur über das zweifelhafte Glück eines Lotteriegewinnes an die Akademie gehen darf. Nur fällt er sofort nach deren Betreten in Ohnmacht und beim Aufwachen trifft er eben nicht nur auf die 14 anderen Besonders-Schüler, die mit ihm den nächsten Jahrgang ausmachen sollen, sondern erfährt auch, warum jenes Glück eher ein Unglück war.

Denn alle Auswege aus dem Gebäude sind strickt versperrt, während der schwarz-weiße Teddy Monokuma ihnen auf seine gleichermaßen süße wie freche Art die Situation erklärt: Sie müssen für den Rest ihres Lebens in der Schule miteinander leben. Wollen sie das nicht, gibt es nur die Möglichkeit seinen Abschluss zu machen. Doch wie macht man einen Abschluss? In dem man einen der anderen 14 Schüler umbringt und damit davon kommt. Denn jedes Mal, wenn eine Leiche aufgefunden wird, geht es nach einer kurzen Zeit der Investigation in eine Klassensitzung, an deren Ende alle abstimmen, wer der Täter ist. Kommt der wahre Täter heraus, wird er umgebracht, wenn nicht darf er die Schule verlassen und alle, die falsch gewählt haben, werden umgebracht. Wer eine der Schulregeln bricht, wie beispielsweise verschlossene Räume aufzubrechen, oder Monokuma anzugreifen, wird auch ins Jenseits befördert. Eine Win-Win-Situation sieht anders aus.

Klingt spannend? Ist es auch. Meistenst zumindest. Wie gesagt gibt es nebenbei auch ein paar Gameplay-Mechaniken, die erfüllt werden. Beispielsweise ist es in den Gesprächen nicht nur so, dass man passiv durch sie durch klickt, sondern über Re:Act können besondere Worte herausgepickt werden, um weitere Informationen zu diesem Thema zu bekommen. Außerdem finden die Schüler in Danganronpa selbst in jener Extremsituation die Zeit, zwischendurch ihre Free Time zu haben, an denen man sich aussuchen kann, mit wem man nun eben jene verbringen will. Inklusive Geschenke und richtige Antworten geben, was nicht zu einem Date-Ende führt, sondern lediglich dazu, dass sie einem individuelle Skills von sich beibringen.

Die werden wichtig in den Verhandlungen. Non-Stop-Debate genannt wird ein Thema eingeworfen, auf das aufbauend jetzt Reihum jeder seinen Senf dazu gibt. Kommt es dazu, dass Naegi einer jener Aussagen wiedersprechen kann, weil er anderweitige Beweismittel hat, kann er die gerade durchs Bild fliegende Aussage zerschießen. Es muss also getimed und auch gezielt werden, wann man welcher Sache etwas entgegenhält. Desweiteren muss Naegi den ganzen Fall gegen Ende via richtig zusammengefügter Manga-Panels rekapitulieren, und um jemanden in die Enge zu treiben im Machine-Gun-Battle a la Rhythm-Game dessen Redeschwall besänftigen. Und die Skills geben einem hier eventuell mehr Zeit oder Überzeugungskraft etc. Danganronpa hält sich also schon frisch und den Spieler aktiv, wodurch die gut 3-4 Stunden pro Kapitel nicht zur reinen langweiligen Lesearbeit ausarten.

Wobei die Story, die sich hauptsächlich um Mysterien aufbaut, ehrlich gesagt nicht immer so mysteriös ist, wie sie sein sollte und auch zu sein denkt. Denn überraschend viele Punkte in ihr sind extrem vorhersehbar. Wenn sich das zuckersüße Idol zu Beginn von Kapitel 1 plötzlich an den Normie ranschmeißt, ist ziemlich schnell klar, dass sie ihm einen von ihr geplanten Mord anhängen will. Wenn sie dann diejenige ist, die tot aufgefunden wird, bringt einen das auch nicht davon ab, da es ein offensichtlicher Doppel-Twist ist, wenn sie dies zwar plante, aber von ihrem eigenen Opfer umgebracht wurde. Und genau so gestaltet es sich dann. Auch zu Beginn von Kapitel 2 wird erst mal drei Sätze lang darauf rumgeritten, dass Jungs und Mädchen jeweils nur die ihnen zugehörigen Umkleidekabine betreten können, während ein Mädel wiederholt abschlägt mit den anderen Baden zu gehen, so dass deren Geheimnis auch sofort klar ist.

Interessanterweise wird die Handlung dennoch nicht langweilig, weil dann doch genug dabei ist, durchaus auch in den Einzelheiten, was unerwartet kommt oder zumindest nicht ganz genau so läuft, wie man sich das dachte. Und vor allem ist das Spiel einfach so over the top, so extrem in allen Dingen, die geschehen, wie die Charaktere reagieren etc., dass die chaotische Achterbahnfahrt an sich einfach viel zu gut unterhält, als dass der eine oder andere frühzeitig herausgefundene Punkt wirklich zum Nachteil gereichen wird. Hierbei sind vor allem Monokuma und der wahre Übeltäter hinter ihm herausstechend, die selbst aus den anderen bereits Extrem-Charakteren mit ihrer schrägen und vor allem durch und durch unterhaltsamen Art und Weise herausstechen. Dazu wird die 4th Wall auch gern mal gebrochen.

Und hier hilft dann doch das Design, welches mich so lange abgeschreckt hat. Denn Danganronpa hat absolut seinen eigenen Stil. Die Welt ist zwar 3D-begehbar, die darin platzierten Charaktere und Gegenstände werden allerdings als 2D-Artwork wie in einem Popup-Buch hineingestellt. Dazu eben das extrem überzeichnete Charakterdesign, welches bewusst unattraktiv ist, weil alle bewusst extreme Expressionen parat halten müssen, und schon passt das Gesamtbild eben einfach.

Tatsächlich war ich also mit Danganronpa letztendlich absolut zufrieden und schon vom Spiel irgendwie begeistert. Denn der treffsichere und eigene Stil, die unterhaltsamen Charaktere, und die extreme Geschichte sind einfach packend und man will wissen, wie es weiter geht. Selbst dann, wenn man eigentlich schon weiß, was geschehen wird, da man wissen will, wie genau das schon wieder in das Chaos hineinspielen wird.

Warriors of the Shinsengumi

Wie bereits erwähnt hält Hakuouki so einige Releases parat, auch wenn gerade die im Westen erschienenen – aller unterschiedlicher Untertitel zum Trotz – häufig einfach nur das gleiche Spiel auf neuer Plattform darstellen. Doch die Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, und bereits die zweite westliche Veröffentlichung Hakuoki: Warriors of the Shinsengumi hält eine neue Spielerfahrung bereit. Ist nämlich ein Musou-Style Hack and Slash.

Musou ist der japanische Titel von TecmoKoeis Warriors-Franchise. Die lang und profitabel nicht nur in Dynasty Warriors, Samurai Warriors und Warriors Orochi lebt, sondern auch Spinoffs zu Franchises wie Gundam, Fist of the North Star, Legend of Zelda oder Dragon Quest aufzuwarten weiß. Was nicht von Omega Force entwickelt ist, ist kein Teil jener Franchise, aber das bedeutet ja nicht, dass Idea Factory es nicht zumindest so klingen lassen kann. Immerhin ist nicht nur der englische Titel Warriors of the Shinsengumi, sondern bereits das japanische Pendant Bakumatsu Musouroku gewesen.

Wir hatten auch bereits darüber gesprochen, dass Idea Factory nicht gerade dafür bekannt ist besonders gute Spiele zu produzieren, eben mit der großen Ausnahme ihrer Visual Novels. Nun, da wir hier kein weiteres Visual Novel wie den Vorgängern vor uns haben, haben die ihrem Otomate-Studio Unterstützung zukommen lassen. Und zwar in Form von ZeroDiv, die für so schnelle Action-Granaten bekannt sind wie… Class of Heroes und Mind=0

Wenig überraschend ist das Endresultat auch kein besonders gutes Spiele. Ja, irgendwie erinnerte es mich eher an einen Low-Budget-Klon. Wüsste ich es nicht besser, ich würde geradezu tippen der japanische Titel sei Simple 2500 Portable Vol.278 THE Musou gewesen. Aber das war er nicht, Idea Factory und Aksys wollten auf ihren jeweiligen Märkten schon den Vollpreis hierfür sehen, und das ist es wirklich absolut nicht wert.

Beispielsweise gibt es bereits bei der Optik einen starken Rückschritt. Noch nicht mal extrem in den 3D-Modellen und Landschaften der Missionen, die für die Plattform brauchbar wenn auch nicht zahlreich sind, sondern was die Präsentation der Handlung angeht. Denn Warriors of the Shinsengumi lässt einen entweder die Handlung von Demon of the Fleeting Blossom durchspielen, oder besser gesagt die Cliffnotes-Variante davon, sondern auch eine genauso schnell durchgehechelte alternative Variante. Und um es sich hier kostengünstig zu machen, werden einfach Clips und Standbilder aus der ziemlich hässlichen Anime-Adaption verwendet, statt das hochwertigere Artwork des Visual Novels zu verwenden.

Zunächst mag es auch so aussehen, als wäre hier eine ganz brauchbare Anzahl an Content geboten. Immerhin können alle 5 im Original gewinnbaren Charaktere gespielt werden, jeder hat zwei Story-Varianten, und dann spielen sich die darin enthaltenen Einzelmissionen auch noch für den Free Play frei, in dem jeder Charakter spielbar wird. Es gibt sogar drei freispielbare Nebencharaktere, die ohne Story auskommen. Shinpachi bekommt endlich ein wenig Rampenlicht spendiert!

Schnell fällt aber eben auf, dass die Handlung so abgehackt erzählt wird, dass man sich bald angewöhnen wird den kurzen Austausch an Text zu Beginn und Ende einer Story-Mission zu überspringen. Verloren ist dadurch nichts. Nur merkt man dann, dass jene Missionseinsätze alle gleich sind. Nicht nur gibt es nur drei oder vier verschiedene Gegnerarten im ganzen Spiel, sondern auch maximal ein Dutzend Arenen, die es zu durchkämpfen gilt. Wenn so eine Story eines Charakters mit gerade mal 6-8 Kapiteln von je 5-10 Minuten Spielzeit gut in einer Stunde beendet sein kann, man aber schon in der Alternativvariante die gleichen Stages ohne jegliche neue Gegner nur in anderer Reihenfolge präsentiert bekommt… da vergeht einem die Lust schnell. Genauso sehen natürlich die 5x2x6 Stages im Free Play zunächst viel aus, bis einem klar wird, dass sich hier auch einfach zehn Mal der gleiche Rotz wiederholt, den man schon im Story-Modus unsäglich leid geworden ist.

Immerhin bieten die 5 verschiedenen Charakter schon unterschiedliche Kampfstile an, da alle unterschiedlich schnell und stark sind, sowie ihre Waffen verschieden handhaben. Dafür fehlt es prompt an Variation innerhalb eines Charakters. Man kann springen, wird es aber kaum mal nutzen. Eine Kombination aus schwachen Attacken. Eine starke Attacke. Und ist der Spezialmeter voll, eine Spezialattacken-Kombination. Und damit hört es auf. Zwar leveln die Charaktere mit der Zeit auf, dies offeriert allerdings keine neuen Moves, sondern verlängert lediglich ihre Lebensleiste. Um Stärke und Geschwindigkeit zu erhöhen, müssen hingegen Gegenstände ausgerüstet werden, die aus den von Gegnern hinterlassenen Items synthetisiert werden. Nicht, dass sie wirklich einen allzu großen Unterschied machen würden.

Ich meine, die Warriors-esquen Spiele haben von Natur aus den Ruf weg, repetitiv zu sein, weil eben viel die gleichen Gegnerhorden in mehr oder weniger austauschbaren Arealen umgenietet werden. Aber so wenig Abwechslung und Auswahl, wie Warriors of the Shinsengumi zu bieten hat, macht das Spiel zu solch einem Gähner, dass spitzfindige Naturen glatt eine Parodie des Subgenres vermuten könnten.

7 Persons, 7 Hours, 7 Games: Sweet Fuse

Keiji Inafune ist der Kerl, der bei Capcom hinter so Serien wie Mega Man und Dead Rising steckte, dann lautstark über japanisches Game Developement lästerte, und letztendlich seine eigene Firma aufgemacht hat, um den Komplettausfall Mighty No.9 zu kickstarten. Aber noch vor diesem Spiel, noch vor Comcepts Mitarbeit an Soul Sacrifice, noch vor deren Beitrag zu Level 5s Guild02, tat sich das Unternehmen mit Idea Factory zusammen, um unter deren Otomate-Label ein Otome Visual Novel auf die PSP zu zaubern.

Nun ist Keiji Inafune etwas dafür verschrien eine leicht selbstverliebte Diva zu sein. Und tatsächlich ist er selbst ein Charakter im Spiel. Immerhin keiner der gewinnbaren Kerle, denn wer würde schon wirklich ihn haben wollen, sondern ein Nebencharakter in Form des Onkels der Hauptakteurin. Aber eben nicht irgendein Onkel, sondern eine Legende der Videospiel-Geschichte, der gerade seine persönliche physische Version von Nintendoland eröffnet hat: Einen Vergnügungspark, dessen Bereiche nach Spielegenre kategorisiert sind. Und auch wenn er aus dem Großteil des Spieles verschwinden wird, so steht Onkel Keiji seiner Nichte Dre Ary doch immer per SMS mit nützlichen Rat und Tat beiseite, weil er einfach so eine allwissende Stütze ist.

Ganz wie Mighty No.9, eh? Ehhhh?

Is ja auch egal. Jedenfalls machen Parks natürlich immer einen Belastungs-Probelauf, um zu sehen, ob auch alles unter einer größeren Anzahl an Besuchern funktioniert, weswegen die Mitarbeiter und ihre Familien über ein Wochenende eingeladen wurden. Als Nichte von Keiji Inafune muss man ihn halt nicht nur anhimmeln, sondern manchmal fällt auch was Gutes bei ab, weswegen Dre Ary natürlich voll begeistert hierzu eingeladen ist. Obwohl, so begeister ist sie auch wieder nicht, weil es ja nur Angestellte sind, nichts ahnend, dass hier mindestens fünf attraktive Typen dabei sein werden. Rennt dabei durchaus schon direkt vor ihrer Haustüre in einen hübschen Kerl, was ein gutes Omen sein sollte, dies aber nicht ist.

Denn kaum sind alle zur Eröffnungsrede von Keiji Godlike Inafune zusammengekommen, geht eine Bombe hoch und ein nicht besonders attraktiv gestaltetes, Zigarre-rauchendes, Schweins-Maskottchen betritt die Bühne. So sein Plan: Über die nächsten 7 Tage hinweg müssen 7 von ihm Auserwählte an 7 Prüfungen in den jeweils 7 Bereichen des Parks teilnehmen. Versagen sie, fliegt die Attraktion in die Luft. Versagen sie zu häufig, fliegt der ganze Park in die Luft. Verstoßen sie gegen die auferlegten Regeln oder fliehen aus dem Park, fliegen die Geiseln in die Luft. Zu denen auch Keiji Inafune gehört, dessen Verlust die Welt nicht ertragen könnte. Rein aus Spaß fragt Count Hogstein sogar mal in die Runde, ob jemand sich freiwillig auf das tödliche Spiel einlässt, nicht erwartend das Inafunes Nichte sich tatsächlich als Tribut anbietet. Dass Count Hogstein sich übrigens wild darüber auslässt, was für Idioten doch alle sind, da sie Inafunes Park-Idee ausgeholfen haben, weil wer würde dem Kerl schon freiwillig Geld geben, ist natürlich umso witziger in einer Welt nach Mighty No.9. Außerdem steht ein Vergnügungspark vielleicht eh nicht unter den besten Sternen, wenn man in dessen Zentrum Barad-dûr errichtet.

Objection!

Sweet Fuse strukturiert sich dabei ähnlich Hakuouki, denn auch hier gibt es zunächst einmal 3 Kapitel, die einer generellen Route entsprechen, und je nachdem, wie viele Punkte man mit den Kerlen gesammelt hat, geht es anschließend für Kapitel 4 bis 7 auf deren spezifische Route. Gehabt ist wie bei Visual Novels generell hauptsächlich die Wahl der richtigen Multiple Choice Antworten wichtig. Dies ist jedoch nicht das einzige Element in Sweet Fuse. An gewissen Stellen muss Dre Ary auch ein wenig die grauen Zellen anschmeißen und das richtige Schlüsselwort, welches ihr eine hilfreiche Lösungsidee für die aktuelle Situation gibt, aus dem gesprochenen Text filtern. Außerdem spiegelt sich das Bomben-Thema nicht nur in Geschichte, Titel und dämlicher Frisur des Mädels wieder, sondern auch in ihrem Temperament. An vorgegebenen Stellen regt sie sich nämlich hochgradig innerlich auf, und es ist dem Spieler überlassen zu entscheiden, ob sie sich wieder abregt, oder tatsächlich denjenigen, auf den sie sauer ist, in Grund und Boden schreit. Mit herrlicher Reaktion derer.

Da kommen wir auch schon zu einer der Stärken des Spieles: Der Humor. Trotz der gefährlichen Situation, in der sich die sieben Versuchskaninchen befinden, die auch meist sehr spannend erzählt sind, nimmt sich Sweet Fuse nicht immer komplett bei allem ernst. Hier spielt vielleicht auch Inafunes Unmut mit Spielen aus seinem Heimatland herein, aber gerade auch über übliche Otome-Klischees wird sich gern lustig gemacht. Wenn einer der Kerle beispielsweise zu Dre Ary sagt, sie als Mädchen solle die Finger von der harten Arbeit bei den Puzzeln in den Spielen lassen. Das wird in solchen Geschichten immer als super romantisch und „er kümmert sich um mich“ dargestellt, ist aber genau genommen schon eine ziemlich herablassende Art, wenn man es genau betrachte. Sweet Fuses Inkarnation von Dre Ary hingegen hat die Option den Typen als Sexistenschwein zu beleidigen.

Die Reaktionen sind das Highlight des Spieles.

Allgemein hat mir die Handlung und deren Voranschreiten im Spiel sehr zugesagt. Ähnlich Hakuouki gehört Sweet Fusse nicht zu jenen Visual Novels, deren Schreiber zu sehr in ihre eigenen Worte verliebt sind, sondern hält sich schon – zumindest vergleichsweise – etwas kürzer. Und dennoch ist es gleichermaßen spannend wie witzig und das Zusammenwachsen der Charaktere untereinander sympathisch umgesetzt. Dabei hilft auch, dass man zumindest an den ersten paar Tagen in der Free Time mit einem beliebigen Kerl noch etwas zusätzlich abhängen kann, statt nur dann, wenn man um aller Leben zu spielen hat.

Ein weiterer Star des Spieles ist übrigens die Musik, die wirklich diesmal durchgängig mit ihrer Qualität hervorsticht. Meist rückt die bei Visual Novels ja eher in den Hintergrund. Was allerdings das Charakterdesign angeht, so muss ich sagen, dass ich etwas mehr Zeit brauchte, um mich daran zu gewöhnen. Wobei ich dann letztendlich dennoch mir 4 von 7 Stechern angelacht hatte, bis herausgefunden war, was Count Hogstein gegen Vergnügungsparks hat und warum alle Spieler eine Verbindung zu einem Unfall von vor 12 Jahren haben:

Ein Anderer wäre Batman geworden.

Subaru Shidou ist ein Polizist, der auf Grund von Secruity bei der Eröffnung dabei war. Durch seinen Beruf ist er natürlich der ruhige und bedachte Typ, der erst analysiert und nachdenkt, bevor er handelt. War er allerdings nicht immer, denn sein dunkles Geheimnis ist, dass er als hitzköpfiger Frischling seinen Kollegen umgebracht bekommen hat. Und das, obwohl er doch seinem Vater so sehr in den Beruf nacheiferte. Das ist auch, was Subaru mit dem Verkehrsunfall verbindet: Sein Vater war der zuständige Ermittler.

Irgendwie bringt er auch eine Faszination für runde Sachen mit, und da man nicht genug Oberweiter hat, fixiert er halt auf den merkwürdigen Haarschnitt der MC. Er ist zudem der etwas übertrieben beschützende, da er wegen seiner Vergangenheit und weil er die aktuelle Situation nicht abwenden konnte, lieber nicht sieht, dass sich jemand anderes in Gefahr begeben muss. Seine Route zuerst zu spielen fand ich übrigens sehr gut, denn er war der einzige Typ, bei dem man tatsächlich an allen 7 Spielen teilnimmt, statt zwischenzeitlich von etwas anderem abgelenkt zu werden.

Scharfe Knarre = männlich?

Ayumu Shirabe ist ein freiberuflicher Journalist, der auf der Suche nach einem neuen Aufhänger an der Eröffnungszeremonie teilgenommen hat, nichts ahnend, wie explosiv die Sache sich wirklich gestalten wird. Vom Archetyp her ist er dann ebenfalls eher der besonnene Typ, der mit Hintergrundwissen aus vielen verschiedenen Bereichen auffahren kann. Zwei Dinge binden ihn an den Verkehrsunfall: Sein Mentor kam in ihm ums Leben und Shirabe hat einen Bericht darüber geschrieben, in dem er die Verbliebenen interviewte.

Außerdem hat er ein Kind, vielleicht kaut er auch deswegen ständig an einem Poky rum, statt einer Zigarette. Allerdings lebt die kleine Mai eigentlich bei ihrer Großmutter und die beiden verstehen sich eher nicht so gut, kurioserweise taucht sie aber im Vergnügungspark im Spukhospital auf. Auf seiner Route, und nur hier, wird Mai zudem an Tag 4 gekidnappt und man verbringt den Rest auf der Suche nach ihr und anschließend krank im Bett. Besonders kurios an Shirabe ist aber natürlich sein Alter, denn mit Mitte 30 ist er gut 10 Jahre über dem, was man in solchen Spielen eigentlich als Bachelor einbindet.

Nenn mich Simon Belmont!

Ryuusei Mitarashi mag vielleicht aussehen wie ein Yakuza, ist allerdings tatsächlich ein Escort, und laut seinen eigenen Angaben sogar die Nummer 1 seines Clubs. Das kann man ihm vielleicht so auch direkt glauben, denn ein guter Lügner ist der emotionale Hitzkopf nicht unbedingt, wie man daran sieht, dass er nicht wirklich gut verbergen kann, dass er total auf Vergnügungsparks abfährt und nur dem coolen Image wegen anderweitig tut. Da passt auch rein, dass er eigentlich eher Süßes den bitteren Sachen bevorzugt, wozu es in Japan wohl so ein ungeschriebenes Gesetz gibt, dass dies unmännlich ist.

Er handelt halt eher, bevor er denkt, und löst Probleme eher mit vollem Körpereinsatz, wird dadurch auch mehrmalig über den Spielverlauf hinweg verletzt. Auf seiner Route geht man dann zusammen irgendwann statt zu den Spielen lieber auf die Suche nach dem verschwundenen Mitspieler Urabe, sowie kümmert sich um Ryuuseis Fieber wenn er zusammenbricht. Sein Link zum Unfall sind die darin umgekommenen Eltern, zumal sein Vater der Mentor von Shirabe war.

Buhu, ich armer Schönling hab ne halb verblasste Narbe am Arm. Mimimi.

Makoto Mikami ist der Geheimcharakter des Spieles, dem Dre Ary erst ab dem zweiten Durchgang direkt zu Beginn auf dem Weg in den Park über den Weg läuft. Und dann eventuell nie wieder trifft, wenn sie ihm dort bereits die falsche Antwort gibt. Nach der richtigen wird er die ersten paar Tage über nur nebenbei angetroffen, bis das Spiel das eh schon Offensichtliche anspricht.

Die Sache ist die, wenn man die Route eines anderen Charakters wählt, entkommt Count Hogstein immer. Das Spiel wird gewonnen, der Park und die Geiseln sind gerettet. Nur wer hinter dem Schweinskostüm steckte und warum genau das perverse Spiel um Leben und Tod führte, wird nicht herausgefunden. Zudem erwähnt Mai, nachdem sie gekidnappt war, dass Hogstein pink ist und nach Limonen duftet. Makoto trägt einen pinken Jumpsuit und duftet fruchtig.

Jedenfalls ist seine Familie beim Unfall gestorben und er hat es sich zum Lebensauftrag gemacht, alle Beteiligten und ihre Familien leiden zu lassen. Dre Ary merkt allerdings sehr schnell an, dass es dazu keinem so ausgetüftelten Spieles benötigt. Eigentlich läuft jenes auch nur, damit er sich selbst ein Bild davon machen kann, ob die Spieler unrettbar sind. Denn er hatte den 7. Platz im Team, für den sie sich meldete, für sich selbst vorgesehen gehabt.

Witziger wäre ja gewesen, 5x „…“ zu tippen.

Der Rest:
Towa Wakasa ist ein Mitglied der Boy Group Junior Jr Boys und ziemlich baff, wenn ihn zu Beginn des Spieles keiner der anderen sechs wiedererkennt. Ich hab es eher nicht so mit verzogenen Heulsusen. Ach ja, er ist der einzige Überlebende des Unfalls.

Kouta Meoshi ist der nerdige Hikikomori, der aussieht, als käme er direkt aus GeGeGe no Kitaro, weswegen er sofort rausgefallen ist. Und was hat es mit dem Zwangsjacken-Outfit auf sich? Jedenfalls ist er ein Augenzeuge beim Unfall gewesen.

Kimimaro Urabe ist der einzige der älteren Fraktion, für den ich mich nicht interessierte, weil ich das Wahrsager-Outfit einfach unsäglich abturnend fand. Urabe ist als Maulwurf ins Spiel eingeschleust worden, erwacht aber zu einem Gewissen und muss dann ernsthaft spielen. Sein Vater ist der CEO des Architektenbüros, welches damals zur Verschleierung den Unfall auslöste.

Ach ja, zudem trifft man ab dem dritten Durchgang ganz zu Beginn der Eröffnungsfeier noch auf den neuen Kerl Dasoku. Man sollte sich davon nicht verwirren lassen, denn er ist kein weiterer Geheimcharakter, sondern nur ein Easter Egg. Erkennt man evtl. schon daran, dass sein Artwork ganz wie Keiji Inafunes doch deutlich vom restlichen heraussticht: Er ist der real existierende Sänger des Endings und hat so einen kleinen Ingame Cameo.

Love Sucks: Demon of the Fleeting Blossom

Idea Factory ist nicht unbedingt dafür bekannt die besten Spiele zu produzieren, wenn man deren Reputation mal milde formulieren will. Es sei denn, man wendet sich an die Spielerinnen der Einträge in deren Otomate-Label, denn die für Mädels erstellen Visual Novels erfreuen sich ziemlicher Beliebtheit und eines für die Firma ungewohnt positiven Rufs.

Eines der beliebtesten und gewinnträchtigsten davon ist Hakuouki. Nicht nur wurde das PS2-Original mit mehreren Anime und Mangas gesegnet, sondern zählt die Franchise an sich in Japan dutzende Spiele. Allerdings ist die Handlung des Spieles ziemlich final, weswegen vieles davon Nebengeschichten und Fandisks sind, oder eben mehr oder minder erweiterten Portierungen des Originals. Stichwort West-Release: Aksys hat 5 Hakuouki-Titel in den Westen gebracht. Davon sind 4 das gleiche Spiel. Sowohl Demon of the Fleeting Blossom auf PSP, Memories of the Shinsengumi auf 3DS, als auch Stories of the Shinsengumi auf der PS3 sind Ports des PS2-Originals, nur das die PS3-Version auch noch die Nebengeschichten eines ursprünglichen Einzelreleases mit beinhaltet. Und das frisch rausgekommene Kyoto Winds für die PSVita? Jap, das Original mit neuen Nebenhandlungen und Husbandos. Dafür aber nur der Kyoto-Teil der Handlung, also nur das halbe Original.

Der Nachname ist leider schon vorgegeben, also der übliche Name komplett vorn.

Okay, jedenfalls ist Hakuouki ein Visual Novel mit Romantik-Optionen, kein Dating Sim. Nur mal so einsteigend. Visual Novels drehen sich halt wesentlich stärker um eine mehr oder weniger packende Haupthandlung, ihr jeweiliges Ende ist fast komplett durch das Geben der richtigen Multiple-Choice-Antworten diktiert. Außer viel Text lesen ist in der Regel nichts zu tun, einen Charakter eventuell auch romantisch gewinnen zu können eher eine Nebensache zur Handlung denn integraler Punkt. Außerdem sind sie entsprechend mehr wie klassische Geschichten strukturiert. Ein Dating Sim hingegen fokussiert sich tatsächlich hauptsächlich auf den Dating-Aspekt, eine Haupthandlung gibt es eventuell gar nicht oder sie ist der Hintergrund, das Augenmerk liegt stark auf dem Gewinnen des jeweiligen Charakters. Außerdem verbringt man neben dem Lesen von Text keine unerhebliche Zeit in einem Gameplay – traditionell Statusaufbesserungen – welches neben den richtigen Antworten auch zum Angraben der Charaktere wichtig wird. Außerdem sind Dating Sims meist mehr wie ein Tages-/Wochenplaner strukturiert. Sprich die Social Links in einem Persona 3 sind typisches Dating-Sim-Gameplay, das Gewinnen einer Waifu in Sakura Wars V hingegen eher Romance Visual Novel.

Dahingehend sollte es auch nicht überraschen, dass Hakuouki doch eine sehr starke und fast komplexe, besonders dank der für ein westliches Publikum durchaus vielen und exotischen Namen auf kurze Zeit präsentiert, Handlung zu bieten hat, der auf jedem Charakter-Pfad in Variation gefolgt wird.

Ein freundlicher Empfang schaut anders aus.

Die als Junge verkleidete Hauptakteurin Dre Ary ist neu in Kyoto und eigentlich nur hergekommen, weil ihr Vater, der in seiner Profession als Doktor durchaus immer mal wieder Ausflüge hierher gemacht hat, nicht wieder aufgetaucht ist. Prompt wird das Mädel nachts von irgendwelchen Monstern überfallen, allerdings auch von ein paar hübschen jungen Kerlen gerettet. Die sie entführen und sich darüber unterhalten, ob sie Dre Ary umbringen müssen, damit ihr Geheimnis eben eines bleiben kann. Denn sie gehören der Shinsengumi an, einem sehr beliebten Thema japanischer Geschichten, die in dieser Ära angesiedelt sind.

Die Shinsengumi sind nämlich eine Truppe, die zwar vom Shogun angeheuert werden, jedoch gehören sie nicht zu den traditionellen, edlen Samurai, sind von daher gesehen so ein wenig eine Söldnertruppe, auf den herabgesehen wird, und der mehr im Geheimen arbeiten muss. Hakuouki verkompliziert das ganze damit, dass die Shinsengumi zusätzlich ein spezielles Elixier, das Wasser des Lebens, bekommen haben, welches Leute sozusagen in Vampire verwandelt. Wer es nimmt kann nun mit besonders übermenschlichen Kräften kämpfen, währenddessen deren Augen rot und Haare silbern werden, jedoch stellt sich ihr Metabolismus darauf um hauptsächlich nachts zu funktionieren und sich von Blut ernähren zu wollen. Umso mehr Blut getrunken wird, umso mehr werden sie zu unkontrollierbaren Monstern, nämlich jene die Dre Ary angegriffen haben.

Allgemeines Desinteresse der Hauptfigur gegenüber…

Jedenfalls, nachdem alle herausgefunden haben, dass Dre eigentlich ein Mädchen ist und da sie ebenfalls nach ihrem Vater suchen, der nämlich mit der Verabreichung des Elixiers zu tun hatte, wird Dre schlicht bei den Shinsengumi aufgenommen. Das Spiel spannt nun tatsächlich fast 10 Jahre, in denen die verschiedenen politischen Mächte Japans auf- und untergehen, gegeneinander kämpfen, die Shinsengumi an Wichtigkeit und Ansehen gewinnt und wieder fast ausgelöscht wird, und Dre Ary zusätzlich etwas über ihre Herkunft, die Machenschaften ihres Vaters, und einen neben den Menschen lebenden Dämonenklan, der großes Interesse an ihr bekundet, herausfinden darf. Nur sichtbar altern tut niemand. Es geschieht also schon sehr viel in den 6 bis 9 Kapiteln, die die Route eines der sechs gewinnbaren Charaktere ausmachen. Das ganze praktischerweise mit einer sich ständig erweiternden Enzyklopädie-Option, die selbst solche Begrifflichkeiten wie Ronin und Kodachi katalogisiert, damit man mitkommen kann.

Dabei sind die ersten 3 wesentlich längeren Kapitel sozusagen das Grundgerüst, welches bei jedem Charakter abgesehen von Kleinigkeiten gleich bleibt. Je nachdem, welche Antworten in ihnen gegeben werden, gibt es im Hintergrund einen Pluspunkt für einen der Charaktere, oder aber auch gar keine. Welcher Charakter am Ende von Kapitel 3 nun am meisten Zuneigung zu Dre Ary empfindet ist jener, auf dessen Charakter-Route es ab Kapitel 4 geht. Auch hier müssen weiterhin die richtigen Antworten ausgewählt werden, auch wenn man keinen anderen Charakter mehr für einen gewinnen kann, denn zu niedrige Affinität oder zu hohe Korruption können ein vorzeitiges Game Over bedeuten.

Kirschblütten fürs Affinitäts-Up. Und der Hauptcharakter in einem Satz summiert.

Der Hauptcharakter an sich ist allerdings mal wieder etwas arg schwach. Sie hat mich doch tatsächlich mehr an einen Self Insert erinnert, der für ein Dating Sim typischer wäre, statt wie bei Visual Novels üblich doch etwas vordefinierter zu sein. Das Mädel ist offen und ehrlich gesagt das komplette Spiel über absolut nutzlos und schafft es in dem Jahrzehnt, welches sie bei den Shinsengumi als Kerl verkleidet verbringt, nicht mal selbst mit dem Schwert umzugehen, sondern bleibt deren Laufbursche. Außer dem Kerl ihres Herzens zur richtigen Zeit Mut zuzusprechen, muss von ihr wirklich nicht viel erwartet werden. Auch etwas merkwürdig ist, wie schnell die Zeit vergeht. Gerade in den ersten drei Kapiteln vergehen mehrere Jahre, in denen die Charakter zusammenwachsen und irgendwie zieht das nicht ganz, weil doch alles etwas zu schnell geschieht.

Aber abgesehen davon bietet Hakuouki schon eine interessante und packende Handlung im feudalen Japan, gewürzt mit einem kleinen Part Vampirromantik (die Kerle bekommen später sogar neue westlich designte Kostüme, die sie wie welche aussehen lassen). Und durch die Wiederholung der ersten drei Kapitel kommen einem die Charaktere doch langsam etwas näher als noch auf der überhasteten ersten Route. Also ich war gut unterhalten, und hab mir auch abgesehen von zwei Charakteren alle angelacht gehabt:

Und so werden Kinder gemacht.

Toshizo Hijikata ist der… Anführer der Shinsengumi kann man nicht sagen, denn Kondou ist der offizielle Kopf der Organisation, aber so ein wenig der Oberkommandant ist er schon, hat er doch gerade in den Kampfeinsätzen meistens das Sagen. Durch seine sehr strickt und kalte Art wird er zwar zum einen gern als Dämon bezeichnet, aber die lustiger eingestellten Kerle wie Saito oder Harada nennen ihn auch gerne eine Glucke, weil wer sich schon sehr viele Sorgen um seine Truppen macht und gern über-vorsorglich wird. Und später, wenn Kondou hingerichtet ist, wird er eh tatsächlich der offizielle Anführer der Shinsengumi, der es auch bereit ist sein Leben für die Organisation zu geben.

Kondou ist einer seiner längsten und ältesten Freunde. Nachdem Hijikatas Eltern verstorben und er von seiner Schwester großgezogen wurde, hat er mit Kondou ein Doji eröffnet, welches später in die Shinsengumi führte. Beide sind nicht von edler Geburt oder Ansehen, aber gerade deswegen ist es auch deren größter Traum aus den Shinsengumi irgendwann echte respektable Samurai zu machen.

Wie gesagt ist er dazu bereit dafür viel zu opfern, beispielsweise seine Menschlichkeit, wenn er das Elixier trinkt, um neue Kräfte zu gewinnen. Was auf seiner Route auch zu einer finalen Auseinandersetzung mit Kazama führt, der Dämone, der Dre Ary zur Frau haben will. Und in jenem Kampf unter den Kirschblüten bekommt Hijikata den Titel des Spieles von Kazama verliehen: Hakuouki – Dämon der fallenden Kirschblüte.

Wenigsten wird man nicht von einem Unbekannten von hinten erstochen!

Hajime Saito ist ein Kerl von eher zierlicher Statur, der allerdings auch am schnellsten durch Dre Arys Verkleidung schaut. Denn er ist der sehr ruhige und ausgeglichene Typ, der nur das allernötigste sagt und sich lieber zurückhält, immer seine Befehle genau befolgt ohne groß einen eigenen Willen zu präsentieren. Und trotz jener stillen und erneut eher Gefühlsarmen Art, schert er sich natürlich viel um seine Mitstreiter, weswegen er eben immer versucht das zu tun, was am besten für die Shinsengumi ist, nicht was er persönlich für das Beste hält. Letztendlich ist er derjenige, der bereit dazu ist, viele undankbare Aufträge von Hijikata zu übernehmen, wie beispielsweise als Maulwurf zu fungieren, wenn ein Teil der Shinsengumi zu einer Splittergruppe abgetrennt wird.

Das liegt auch an seiner Geschichte. Denn er ist Linkshänder, allerdings versucht laut allen Schwertkunst-Lehren jeder ihm das auszutreiben, und stattdessen mit seiner Rechten zu kämpfen. Da er dies aber nie einsah, wurde er immer unterschätzt. Es führte sogar zu einem Duell mit einem Samurai, den er erschlug und deswegen wegen Mordes verbannt wurde. Bis er von Kondou und Hijikata in deren Dojo aufgenommen wurde, die als Erste nichts an seiner Kampfweise ändern wollten.

Und da er mittlerweile von Hijikata auch als Dres offizieller Bodyguard eingesetzt wird, macht er natürlich auch alles, was er für nötig ersieht, um sie zu schützen. Wie beispielsweise das Elixier zu nehmen, nachdem Kazama sie zu entführen versucht, und er ihm als Mensch nicht gewachsen ist.

Sprüche, mit denen man(n) jede Frau für sich gewinnt.

Souji Okita ist hingegen alles andere als ein ruhiger Geselle, sondern schon einer der vorlauten. Zum einen witzelt er gern rum, allerdings weniger als ein üblicher Clown, sondern mehr als ein leicht gemeiner Sarkasmus. Sobald man dies allerdings entgegen seiner Erwartungen mit Nettigkeit erwidert, ist er üblicherweise nach kurzem perplex sein auch freundlicher eingestellt. Damit drohen, dass er einen umbringt tut er allerdings weiterhin gern. Sprich er ist irgendwie die Tsundere des Spieles.

Allerdings fängt er sich schon ziemlich früh im Spiel Tuberkulose sein, was auf den meisten Routen dazu führt, dass er scheinbar Jahre am Stück vor sich hin hustet, und dann mehr oder minder komplett aus der Geschichte verschwindet. Ähnlich wie der Charakter von Kaoru, Dres Doppelgänger, der zwar auf jeder Route kurz auftaucht, aber bei fast allen anderen erneut komplett vom Rand der Welt fällt. Aber nicht auf Okitas Route. Denn Kaoru ist der sadistische Bruder von Dre, der ihr möglichst viel Kummer bereiten will, unter anderem auch damit, dass er Okita das Elixier verabreicht.

Dafür dreht sich Okitas Route irgendwann nicht mehr um die Shinsengumi oder Kazama, da Okita nach Kondous Tod die Truppe verlässt, und Kazama nach einem von Kaorus üblen Streichen auch das Interesse an Dre verliert. Stattdessen gibt es hier eben eine letzte Auseinandersetzung zwischen Kaoru und Okita, damit zwischen ihm und Dre keine Bedrohung mehr stehen kann.

Kazama, ein Mann mit Chearleadern.

Chikage Kazama ist eigentlich der Bösewicht des Spieles. Er und seine zwei Dämonenkollegen tauchen irgendwann auf, erklären Dre das auch sie eine der wenigen reinrassigen Mitglieder eines Dämonenklans ist, und will sie ehelichen, um die Linie weiter zu stärken. Wenn allerdings keiner der fünf Shinsengumi-Generale einen am Ende von Kapitel 3 genug Affinität entgegenbringt, landet man ab Kapitel 4 stattdessen auf Kazamas Route.

Tatsächlich bringt Kazama der Shinsengumi mit weiteren Spielverlauf schon Respekt entgegen, weil die Generale eben echt ehrliche Recken sind, und nicht so hintertückisch, wie er das von Menschen gewohnt ist. Abgesehen vom Kidnappen von Dre kämpfte er auch nur gegen die Shinsengumi, weil ein dem Shogun entgegengesetzter Klan seiner Dämonenfamilie Obdach gewährte, und er dementsprechend eine Schuld zurückzuzahlen hatte.

Jedenfalls vertraut er sich Dre und sie sich ihm auf seiner Route etwas genauer an, dann hilft er ihr noch gegen ihren hier verrückten Vater, der eigentlich nur der Adoptiv-Vater ist und wirre Experimente mit Dre veranstalten will. Und nachdem beide dem Untergang der Shinsengumi beigewohnt haben, können sie sich dran machen, reinrassige Dämonen zu zeugen.

Das Mr. Beefcake keine Option ist, ist ein wahres Verbrechen.

Der Rest:
Es gibt zwei weitere Generale der Shinengumi, die man gewinnen kann, die mir aber nicht so lagen. Zum einen ist das deren jüngstes und verspieltestes Mitglied Heisuke Toudu, der durchaus in der westlichen Kleidung ganz niedlich ausschaut (allerdings sehen die alle in der besser aus), mir aber eindeutig zu jung war. Dann gibt es noch den großen und dürren Playboy-Charakter Heisuke Toudou, der mir ehrlich gesagt zu hässlich war, auch wenn man bei ihm ebenfalls eine deutliche Verbesserung in der westlichen Kleidung hat.

Gern gewonnen hätte ich allerdings drei Charaktere, die man nicht haben darf. Beispielsweise Shinpachi Nagakura, der Witzbold mit den meisten Muskeln im Team, der gern als Comic Relief und absoluter Kumpeltyp für alle herhalten darf. Er ist ein General, er ist in allen wichtigen Szenen dabei, ja es gibt von der Art, wie das Spiel ihn präsentiert, eigentlich kein Indiz dafür, dass er kein gewinnbarer Charakter ist. Ist er allerdings nicht. Wobei… er geht zwar gern mit den anderen in den Bordellen trinken, sie machen sich aber lustig das er nicht so an den Frauen interessiert ist, und er ist am meisten von allen darauf erpicht, sein Aussehen astrein zu halten, von daher hat meine persönliche Head Canon einfach gesagt, dass er deswegen nicht von Dre angemacht werden kann, weil er schwul ist und als Bottom Bitch der Shinsengumi herhält :3

Den Anführer der Shinsengumi, Isami Kondou, fand ich ja persönlich auch ganz attraktiv. Auch wenn er als einziger leider keine westlichen Klamotten bekommt. Allerdings ist von seiner Präsentation im Spiel her eigentlich klar, dass er nur ein Nebencharakter sein wird, von daher hat es mich nicht so überrascht. Außerdem ist er locker schon 30 Jahre alt, und damit für ein Dating Sim eindeutig im fortgeschrittenen Alter angesiedelt, bei dem Japaner gar nicht wirklich darauf kommen könnten, dass eine Spielerin ihn für sich gewonnen wollen würde. Auch Szuzumu Yamazaki, der immer mal wieder bei einer Mission aushilft, ist sowohl von seiner Rolle im Spiel wie von seinem schlichteren Charakterdesign (dennoch niedlich) klar ein Nebenscharakter und bekommt nur deswegen einen Sprecher und Artwork spendiert, damit man ein Gesicht zu einem tragischen Opfer später hat.

Hatsune Miku: Project DIVA

Kommen wir mal wieder zu einem jener Spiele, die ich in der Theorie eigentlich ganz toll finde, bei der mir aber meine komplette Unfähigkeit fürs Spielprinzip, gekoppelt mit meiner notorischen Ungeduld, mir in den Weg kommt es wirklich genießen zu können. Ganz ähnlich bei Beat the Beat: Rhythm Paradise handelt es sich nämlich auch hier wieder um ein Rhythm Game, und zwar Segas ersten Eintrag in deren in Japan ziemlich lukrativen Project Diva: Hatsune Miku.

Ich mein, Japan ver-niedlich-mädchend gern alles, woran sie ihre Griffel bekommen können, weswegen sie auch einem Sound-Modul, bzw. gleich mehreren davon, via dieser Vocaloids eine Persona verabreicht haben. Hatsune Miku war halt die erste und ist die beliebteste, und da bietet sich auf dem Phänomen basierend doch geradezu eine entsprechende Versoftung an. Zwischen künstlich-quietschig-verstellen Stimmchen von echten J-Idols für zuckersüß-klebrige Songs, oder einem von Computer entsprechend nachgeahmten Stimmband ist letztendlich eh kein großer Unterschied.

Project Diva ist dabei weniger Minispiel-Sammlung zu entsprechen rhythmischen Tastenkombinationen, sondern hat einen stärkeren Arcade-Hauch. Hier werden die Songs im Prinzip wie eigene kleine Musikvideos aufgezogen, die Miku präsentieren, und dabei die verschiedenen Tastenkombinationen eingeblendet. Nur dass es hier dann am Ende auch einen aufgedröselten Score gibt, der einem genau sagt, wie häufig man Cool, Save, Terrible etc. beim entsprechenden rechtzeitigen oder eben nicht so rechtzeitigen Drücken der Buttons war. Wobei, während des Songs an sich gibt es schon einen Meter, der bei zu späten oder gar keinem Drücken beständig fällt, nur bei wirklich passgenauem Beat steigt, und wenn der total absackt, dann wird das Musikvideo sofort gekappt und man muss von vorn beginnen. Wer eine zu schlechte Figur macht, wird also gar nicht bis zum Ende durchgelassen. Und auch dann nur der nächste Song freigeschaltet, wenn genug Score erreicht und nicht zu viele schlechte Eingaben geleistet sind. Wobei von Anfang an mehrere Songs zur Verfügung stehen, man kann also auf einen anderen ausweichen, wenn es partout mit dem aktuellen nicht klappen will.

Ein wenig Drumherum gibt es natürlich auch, welches freigeschaltet werden kann. Zu Beginn gibt es beispielsweise die Songs wahlweise auf Easy oder Normal, Hard kommt erst anschließend dazu. Auch kann das Musikvideo des Songs komplett ohne nötige Eingaben angeschaut werden. Neue Kostüme oder andere Vocaloids stehen zur Verfügung, und ein Raum zum Abhängen kann dekoriert werden.

Ich finde die ganze Präsentation ehrlich gesagt sehr süß und launig. Natürlich sind die Songs etwas arg piepsig und so, aber das ist halt J-Pop, darauf muss man schon stehen können. Klingt häufig wie die Reyvateils aus Ar tonelico für mich. Die Videos sind jedenfalls echt nett anzusehen, und es macht schon Laune im Beat zu bleiben und demotiviert richtig, wenn die Vocals bei einem Fehldruck ausfallen. Bei vielen guten Tastendrücken das Kombo hochgehen sehen. Die Production Values und Grundmotivation sind schon gegeben.

Aber ich persönlich bin halt miserabel darin, wirklich einen Beat zu halten und brauche deswegen selbst auf Easy schon für einige Songs, besonders solche wie Requiem for a Phantasma mit seinen schnellen Inputs, mehrere Versuche, um vorbei gelassen zu werden. Und wie gesagt bin ich nicht unbedingt so geduldig, wirklich einen Song ein halbes Dutzend Mal erneut zu beginnen, wenn ich drei Mal hintereinander daneben gehauen habe, will ich nicht mehr. Und Project Diva ist kein Fun-Partygame wie Nintendos Rhythm Heaven/Paradise, die einen irgendwann einfach mal genug gefailte Stücke überspringen lassen. Project Diva lässt einen für den Sieg arbeiten, und wenn der nicht drin ist, hat man halt Pech gehabt, gibt es eben keine neuen Songs. Ich habe auch mal den allerersten, einfachst kategorisierten, Song auf Normal versuchen wollen, um zu sehen, wie sich dieser Modus gestaltet. Statt ein paar wenige Tasten auf dem Bildschirm zu haben, flogen mir bereits bei jenem ein gutes Dutzend Buttons gleichzeitig entgegen. Project Diva zieht die Handschuhe also ziemlich schnell aus, und verabreicht einem mit jenen dann eine ordentliche Duell-einläutende Backpfeife.

Von daher, tolles Spiel, aber leider nichts für mich.

Nayuta no Kiseki: Endless Trails

Bei The Legend of Heroes irgendwann mal einen Überblick zu bekommen, wird genauso schlimm sein, wie sich als Uninitiierter eine Übersicht über die MegaTen-Serie holen zu wollen. Die ersten beiden Teile sind noch Dragon Slayer zugehörig. Dann wird es seine eigene Serie. Und mit dem sechsten Teil, Sora no Kiseki/Trails in the Sky, beginnt sozusagen die Trails/Kiseki-Ära, da alle folgenden Spiele einen Untertitel mit dem Wort beinhalten. Allerdings nicht alle zwangsläufig zusammenhängen und es auch vorher schon Trilogien gebend. Und dann kommt jetzt auch noch Nayuta no Kiseki auf der PSP dazu, welches The Legend of Heroes komplett streicht und nur noch ein Kiseki ist.

Wobei das vielleicht auch daran liegt, dass Nayuta no Kiseki eben kein extrem wortreiches klassisches RPG ist wie die anderen Kisekis, sondern sich stattdessen im Subgenre des Action-RPGs niederlässt. Wer viel World Building oder Charakterinteraktionen oder ein Gruppen-basiertes Kampfsystem am besten noch in Runden untereilt erwartet, ist ziemlich fehl in Nayuta no Kiseki. Wobei man sich natürlich fragen darf, warum das Spiel dann überhaupt ein Kiseki ist, statt zu der X-Y-Z Linie von Falcoms Action-RPGs zu gehören: Xanadu, Ys oder Zwei!!. Angeblich erinnert das Spiel sogar einige mehr an ein Zwei!!, wobei die Teams dahinter auch fast gleich sind. Allerdings ist Kiseki natürlich Falcoms Haupt-Einnahmequelle seit einigen Jahren, während der Rest so nebenbei immer mal wieder nur auftauchen darf, von daher kommt der Kiseki-Titel vielleicht auch einfach zustande, weil man sich darunter wesentlich bessere Einnahmen als unter einem Zwei!! 3 vorstellen darf.

Wobei weniger wortreich als ein normales Kiseki muss ja immer noch nicht viel heißen, immerhin passen in deren Scripte mehrere Bibeln rein. Denn Nayuta no Kiseki schwafelt einen dann doch noch mehr zu als beispielsweise ein Xanadu Next oder eines der Ys. Und es ist Kapitel-basierend, das ist schon mal sehr Legend of Heroes. Grundsätzlich geht es darum, dass unser Hauptcharakter mit seinem BFF über die Sommerferien zurück zum tropischen Inseldorf seiner Heimat am Ende der Welt zurückkehrt. Wobei er nicht wirklich glaubt, dass die Welt wirklich endet. Wird er ja vielleicht herausfinden, wenn plötzlich aus dem Nichts eine Menschenscheue Elfe auftaucht, ihr hinterher in eine andere verlassene Welt gefolgt wird, die man dann von bösen Monstern befreit, die Bekanntschaft mit einem mysteriösen Mädchen macht, und die Welt nach einem vorhersehbaren BFF-Twist vorm Big Bad retten darf. Alles ziemlich bekannt und wenig überraschend daherkommende Kost in Nayuta no Kiseki, aber charmant genug umgesetzt, um nicht wirklich zu langweilen, zumal das Spiel dann gerade noch seine doch häufigen Cutscenes an der Wortzahl gemessen knapp unter der Schmerzgrenze zu halten weiß.

Wichtig ist jedenfalls natürlich, dass das Monster-Schnetzeln bei Laune hält, und das tut es definitiv. Es gibt vier nach Jahreszeiten unterteilte Welten, die jeweils aus mehreren kurz-knackigen Stages bestehen, bis es am Ende zu einem Setpiece-Boss geht, bei dem man ganz a la Shoot the Core einen gewissen offensichtlichen Schwachpunkt attackieren muss. Ist eine Welt beendet, kann man allerdings zusätzlich noch deren Jahreszeit ändern, um erneut durch ein nun leicht verändertes Level zu gehen. Aus der rutschigen Eiswelt im Winter wird im Sommer beispielsweise eine Höhle voller Wasserpassagen. Im Sommer zugewachsene Nebenwege sind im verdorrten Herbst freigeschaltet etc. Und an den Schwachpunkt eines Bosses zu kommen kann auch ein wenig Puzzeln bereithalten, wenn sich an in gewissen Phasen des Kampfes hervorkommenden Haken langehangelt oder die Wand erklommen werden muss. Es wird also schon gut Abwechslung geboten, zumal es nach den vier Jahreszeiten-Welten natürlich noch lang nicht rum ist, sondern weitere Stages freigeschaltet werden.

Zusätzlich kann man im Dorf auch noch Quests annehmen, deren Absolvierung häufig in den Stages zu finden ist. Und ein Museum lässt sich ganz Animal Crossing mit Exponaten füllen. Neue Gerichte aus den gefundenen Zutaten kochen, deren Verspeisen sogar ganz Zwei!! einen EXP-Bonus gibt. Und jedes Stage wartet sozusagen mit optionalen Challenges auf, normalerweise fix drei Kristalle zerstören (die als Geld doppeln), eine Schatztruhe öffnen, plus einer individualisierten Challenge wie X Gegner töten, unter Y Minuten durch kommen oder maximal Z mal in einen Abgrund fallen. Jedes davon gibt einen Stern auf der Stempelkarte, die gegen bessere Skills ausgetauscht werden. Es ist also nicht nur alles zum Selbstzweck der Spielzeitverlängerung da, sondern gibt dem Spieler schon diverse nützliche Belohnungen.

Das Spiel sieht dabei echt gut aus, mit seinem Hang zu hellen und pastelligen Farben, Cel-Shading bei den Charakteren und vor allem ganz vielen funkelnden Lichteffekten überall. Und die Musik ist einfach Bombe. Gerade in den Legend of Heroes find ich liegen ja eher – natürlich mit Ausnahmen – die langweiligeren OSTs von Falcom, aber Nayuta no Kiseki ist ja auch kein Legend of Heroes, und bietet deswegen super geile rockige Mucke a la Ys, die perfekt zur launigen Action passt.

Abschließend ist zu sagen, dass diejenigen, die ewig den anderen Haupt-Trails-Teilen hinterher heulen, weil deren Lokalisation eher ungewiss ist und die übersprungenen PSP-Teile so gut wie keine Chance mehr haben, fehlgeleitet sind. Die wirkliche Schandtat ist nämlich, dass Spinoff Nayuta no Kiseki nie in den Westen gekommen ist. Hier liefert Falcom nämlich deren bestes und spaßigstes Action-RPG überhaupt ab, und dabei liegt dort die Messlatte echt hoch. Aber wofür gibt es Fantranslations, nich?

Life ends with marriage: Back to Nature for Girls

ava-2130In meiner Jahreswechsel-üblichen Stimmung auf ein Harvest Moon habe ich mal wieder einen der Klassiker rausgekramt. Ich weiß noch, dass es einer der Teile war, der mich zur Serie zurückgebracht hat. Nachdem sich sowohl das Original fürs SNES und den ersten Ableger für den GameBoy gemocht habe, war ich anschließend wieder etwas rausgefallen, bis ich mir Jahre später doch mal Back to Nature und GBC2 gegönnt habe und wieder voll in die Serie eingestiegen bin.

Allerdings habe ich nicht ganz das erste Release von Back to Nature gespielt. Der Teil ist ja im Prinzip in 5 Versionen erschienen: Das ursprüngliche Back to Nature, dann Japan-exklusiv ein Release als for Girls mit weiblichem Hauptcharakter (die erste for Girls Variante eines Harvest Moons überhaupt), dann später mit kleinen Änderungen auf dem GBA als Friends of Mineral Town, und gleiches mit for Girls als More Friends of Mineral Town. Und dann zu Beginn der PSP, als man noch haufenweise PSX-Spiele einfach auf UMD gepresst und zum Vollpreis verkauft hat, statt sie ins PSN zu stellen, kam Harvest Moon Boy & Girl raus, welches eben ein Release von Back to Nature und dessen for Girls auf einer Disc war.

Wenigtens die Liebe der Tiere gewinnt sich einfach.

Wenigstens die Liebe der Tiere gewinnt sich einfach.

Jedenfalls war es diese PSP-Version geworden. Fragt mich nicht, warum ich nicht die verbesserte Variante auf dem GBA genommen habe. Vielleicht wollte ich alle PSP-Harvest-Moons durch haben. Vielleicht war es etwas unverdiente Nostalgie zu Back to Nature. Da einfach nur 1:1 das Original auf eine UMD geschmissen wurde, kommt das Spiel nämlich mit allen dessen Problemen. Der suboptimale Kamerawinkel, die etwas schlecht gesetzten Hitboxen. Der sehr limitierte Rucksack und die strickt nach Reihenfolge ablaufenden Farm-Upgrades. Als jemand, der mit 5 Hühnern und 4 Kühen + 1 Schaaf ausgekommen ist, hätte ich beispielsweise gern die beiden Stallausbauten übersprungen und direkt das Haus erweitert. Ich mein, man hat gegen Ende des ersten Jahres eh bereits mehr Geld, als man ausgeben kann, und im Winter auch nicht viel mehr zu tun, als das nötige Holz zu hacken, aber trotzdem. Zumal man Upgrades der Werkzeuge überspringen darf. Dann kommt der halbherzige Port auch noch mit neuen Glitches daher, wie das die FPS in der Stadt ordentlich in die Knie gehen, oder das die Affinität des Pferdes wesentlich langsamer levelt (mir wurde das erste tatsächlich wieder weggenommen, weil ich bei 7 von 10 Herzen war, man aber 8 braucht).

Um dann aber doch die Version zu spielen, die ich noch nicht kenne, ging es auf die for Girls Seite. Und auch, weil ich eigentlich ein sehr kurzes Spiel haben wollte, und bekanntlich bei der ersten Variante für Mädchen das Spiel noch mit der Heirat endet. Japaner gehen davon aus, dass Frauen nach der Heirat ihren Job aufgeben, da lässt einen auch das erste solche Harvest Moon anschließend nicht weiterspielen. Immerhin hatte ich damit gerechnet so das Spiel noch im ersten Jahr oder kurz nach dessen Ende beenden zu können.

Das erste männliche(?) Wesen mag mich aber schon mal nicht sonderlich.

Das erste männliche(?) Wesen mag mich aber schon mal nicht sonderlich.

Tja so einfach war die Angelegenheit dann doch nicht. Genau genommen geht meine Erinnerung dahingehend, dass ich meist schon im ersten Herbst verheiratet war, auf Friends of Mineral Town zurück. Vielleicht dauert das bei Back to Nature allgemein länger/ist schwerer. Oder es ist bei for Girls etwas mehr Aufwand, damit das Spiel eben doch nicht ganz so schnell rum ist. Wenn man es so sehen will ist Harvest Moon: Back to Nature for Girls, da die Endingsequenz durch das Verehelichen eines der Kerle kommt, dies somit das Spielziel darstellt, ein wenig ein Dating Sim. Nur das es im Gameplay keine Statusaufbesserungen sondern die gewohnte Farmarbeit gibt.

Ist aber auch egal, meine auserkorene Jagdtrophäe war zumindest Gray. Ich finde immer den ersten paar Girls-Varianten sieht man noch an, dass die nicht unbedingt von Anfang an eingeplant waren, somit nicht so darauf geachtet wurde, dass die männliche Bevölkerung der Dörfer attraktiv genug ist. Gray war sozusagen das kleinste Übel, und ich hab was für Rotschöpfe, meist nehme ich bei der Jungs-Version nämlich Ann in Visier. Leider scheine ich mein Dating-Sim-Mojo verloren zu haben. Nachdem ich im letzten Jahr so viele solche Spiele gezockt habe, und auch immer alle Kerle die ich wollte gewonnen habe, machen ausgerechnet die beiden einfachsten Vertreter mir Probleme. Immerhin machte mir schon das zuletzt gespielte Princess Debut einen Strich durch die Rechnung und ich musste mit dem Trostpreis-Kerl enden. Und ähnlich ging es auch bei Harvest Moon Girl.

"Will you marry me" would be a start, asshole.

„Will you marry me“ would be a start, asshole.

Das Herz von Gray schön durch tägliche Bestechungen und Stalking aufzuwerten, war natürlich absolut nicht das Problem, einfach täglich ein paar Erze vorbeibringen und mit ihm auf die Feste gehen. Problematisch hingegen waren die Herzevents zu triggern. So in die ersten beiden Szenen mit ihm bin ich noch automatisch reingelaufen. Und habe dann eine Weile trotz Herzverfärbungen nichts mehr gesehen. Also griff ich auf einen FAQ zurück. Der mir bescheinigte, dass ich schon sehr früh hätte in der Mine auf Gray stoßen und ihm ein Silbererz überreichen müssen. Jedoch tauchte Gray das ganze Spiel über nicht bei mir in der Mine auf. Es hilft natürlich nicht, dass die Guides zum Spiel, weil das PSX-Original nur in Japan erschien und sich keiner um das PSP-Release scherte, ziemlich mager sind. Und gern mal widersprüchlich. Die Szene gibt es bei einem blauen Herz. Bei einem violetten Herz. Im Frühling. Im Herbst. Es muss regnen. Nein es soll sonnig sein. Vormittags, nein doch nachmittags. Ich hatte Gray am Ende bei einem roten Herzen, aber was ich auch wann immer tat, ich bekam die Szene nicht.

Wer weiß woran es lag. Vielleicht gibt es einen obskuren weiteren Trigger, der gelegt werden muss, damit er dort überhaupt erst auftaucht, den keiner realisiert. Oder da die meisten ihn noch im ersten Frühling zu finden scheinen, war ich eventuell zu spät dran. Oder er tauchte tatsächlich in der Mine auf, aber außerhalb meiner Sicht, und ich bin eine Treppe weiter, ohne ihn dort zu sehen, noch bevor ich wusste, dass ich für die nächste Szene hier auf ihn achten muss. Ich weiß nämlich nicht, ob ignorierte Szenen für immer verloren sind.

It's better than nothing

It’s better than nothing

Jedenfalls stürzte ich mich dann auf den nächstbesten Lückenbüßer. Ich hatte ja die anderen Kerle alle total ignoriert, aber Cliff war wohl sehr bedürftig, und dennoch irgendwie bereits kurz nach Gray auf einem gelben Herzen, als die der anderen noch lange grün waren. Und seine Szenen waren alle einfach zu bekommen und tauchten für mich auch alle auf – zunächst hatte ich Panik, weil ich ihn zum ersten Starry-Night-Festival nicht besuchen gegangen bin, aber die Szene konnte auch noch später in einer normalen Nacht getriggert werden. Im Winter des zweiten Jahres war er dann auch bei einem roten Herzen, und ich hatte meinen Trostpreis in der Tasche. Ich habe sozusagen einen auf Mighty No.9 gemacht – Cliff ist besser als gar nichts. Selbst in die eine oder andere Szene mit dem Doktor bin ich bis dahin zufällig geraten, nur Gray war zickig. Aber des Ansehens einer Doktorsfrau wegen noch länger warten, und mich auf dessen Herz versteifen, wollte ich dann auch nicht, sondern einfach nur noch unter die Haube. Ich mein ein guter Fang war ich auf jeden Fall. Das Spiel ist ja so einfach, ich hatte schon im ersten Jahr alles ausgebaut und am Ende ohne viel anzubauen oder die Ställe voller Tiere zu haben dennoch über eine halbe Mille. So kam der Schluss immer noch bevor mich die Jahreszeiten-BGMs in ihrer Dauerschleife in den Wahnsinn treiben konnten.

Adventure Week #17: Corpse Party

ava-2076Corpse Party ist eine RPG Maker Erfolgsgeschichte. Kennt man den RPG Maker heutzutage noch? Ich mein existieren tut das Ding noch, aber interessiert sich noch jemand dafür? Um die Jahrtausendwende herum hingegen war RPG Maker total beliebt, das frühe Internet durchflutet von schlechten Fanspielen. Ein paar wenige waren allerdings nicht übel, und ein paar wenige sogar sehr erfolgreich, gerade Japan sah so einige Underground-Hits, die ironischerweise so gut wie alle keine RPGs waren.

Corpse Party war ein solches Spiel, das 1996 auf PC98 herausgekommen genug Wellen schlug, um es später auf Windows neu zu interpretieren. Wo das Original noch relativ kurz und vor allem selbst für RPG Maker hässlich war, eine dürftige Story bot, aber spielerisch interessant seine fünf Charakter auf zwei individuell spielbare Teams aufteilte, sogar einige Charaktere sterben konnten ohne das Spiel vorzeitig zu beenden, ging Corpse Party: Blood Covered noch mal bei Null los. Gleiches Setting, ähnliche Hintergrundgeschichte, aber jetzt mit 9 Charakteren, mit der Handlung stark ausgebaut und zentraler, und in fünf Kapiteln erzählt, die das Spiel ordentlich verlängerten, sowie Augen-freundlicherer SNES-Grafik. Jene Version war es dann, die es auf PSP, 3DS und iOS brachte, 2 Sequels, 2 Spinoffs, und Adaptionen zu Manga, Anime und sogar einen Live Action Film schaffte.

Alles beginnt nachts in der Schule, ein paar Freunde sind noch dort und erzählen sich Geistergeschichten. Zur Sprache kommt auch das Gerücht, dass man ewig Freunde bleibt, wenn man eine Papierfigur zerreißt, sich dabei auf den Geist von Sachiko beruft, und den Schnipsel nicht verliert. Führt in diesem Fall dazu, dass es zu einem Stromausfall kommt, ein Erdbeben die Schule erschüttert, und die Truppe plötzlich lediglich in Zweiergruppen in einer Grundschule erwachen. Und zwar nicht in irgendeiner, sondern der aus der Sachiko-Legende, in der angeblich ein Wahnsinniger vier Kinder brutal umgebracht hat.

Was nun folgt sind zunächst vier Kapitel, die jeweils ungefähr eine Stunde lang sind, und in der ein neues Duo an Charakteren durch die zerfallene, von Geistern heimgesuchte, Schule gelotst wird. Dabei hoffentlich die entsprechenden Gegenstände und Events findend, die dazu führen, dass man das Ende erreicht und das nächste Kapitel freigeschaltet wird, statt in einem vorzeiten Ende zu sterben. Kapitel 5 bringt dann nach der großen aber vorhersehbaren Offenbaren am Ende von Kapitel 4 alle Überlebenden zusammen, auf das sie eine Möglichkeit finden, wie der Geist von Sachiko beruhigt und ein Weg aus dem Alptraum gefunden werden kann. Hier sogar mit den verschiedenen spielbaren Gruppen wie im Original.

Corpse Party ist dabei tatsächlich zentral auf seine Handlung bedacht. Das Gameplay besteht hauptsächlich daraus durch ein paar Gänge der Schule zu geistern, bis man ein nötiges Event gesehen oder einen Gegenstand gefunden hat, der einen neuen Gang öffnet, selten dabei wahnsinnig viel Ahnung habend, wo man jetzt genug wofür hin soll, abgesehen davon, dass alle anderen Wege entweder verschlossen sind oder zu einem vorzeitigen Ende führen. Hier und dort wird man auch mal von einem Geist gejagt. Aber den Großteil der Spielzeit macht tatsächlich aus, den Konversationen der Charaktere zu folgen. Wie sie mit dieser Extremsituation fertig werden oder eben auch nicht, da die Fassade nämlich verständlicherweise zusehends zu bröckeln beginnt. Und natürlich langsam aber beständig und später in langen Textblöcken die Hintergrundgeschichte zum Geschehen an den Tag zu befördern.

Das Spiel erlaubt sich einige Schnitzer, die sicherlich auf seine Ursprünge zurückzuführen sind, aber im Remake des Remake wirklich nicht mehr sein müssten. Beispielsweise kann man abgesehen vom Opening eines jeden Kapitels keine andere Szene überspringen oder auch nur vorspulen. Visual Novels, die ebenfalls darauf ausgelegt sind, gewisse Parts wieder und wieder zu spielen, haben aus gutem Grund seit 20 Jahren eine fast forward Option für bekannten Text. Corpse Party will das man die Kapitel mehrmals spielt, eben um zu sehen, wie es alternativ hätte ausgehen können. Ganz zu schweigen davon, dies eh machen zu müssen, wenn man wegen einem obskuren Trigger irgendwann zu Beginn des Kapitels eben nicht die Möglichkeit auf das Ende mehr hatte, welches das nächste Kapitel freischaltet. Da ist es eher nervig, dass man die extrem textreichen aber schon bekannten Cutscenes erneut durchklicken muss. Zumal letztendlich nur wenige alternative Enden wirklich eine coole Bereicherung darstellen, viele sind ein glorifiziertes Game Over.

Auch nicht gebraucht hätte ich den Anime-Romcom-Einschlag. Dass Corpse Party so Anime aussieht, damit habe ich kein Problem. Dass sich die Synchronsprecher auch mehr wie Anime-Stereotypen anhören, statt eine realistischere Performance zu geben, geht auch noch. Aber das Spiel hat ein paar Momente im Script, bei denen ich nur die Augen verdrehen konnte. Wenn eines der Mädels mitten im Überlebenskampf ein anderes, das in der Truppe mit ihrem Schwarm ist, ermahnt jenem bloß nicht zu nahe zu kommen. Wenn eine ganze deplatzierte Kurzgeschichte daraus besteht, dass ein kleines Mädchen unbedingt aufs Klo muss, aber kein passendes findet, und sich vehement weigert einfach in eine Flurecke des zerstören Gebäudes zu pissen. Darin resultierend, dass wenn ein Antagonist sie in den Bauch boxt, sie sich einnässt, und des Spiel uns anschließend mehrmals drauf aufmerksam machen muss, dass sie nun keine Unterwäsche mehr trägt, weil sie den nassen Lappen ausgezogen hat. Wenn die schockenden Todes-CGs einiger Mädels sicher gehen, dass man dennoch unter ihren Rock schauen kann. Es kommt zu zwei Instanzen, in denen ein Kerl versehentlich einem Mädel an die Brust fasst. Bin ich hier in einer schlechten Light Novel Romcom, oder ist das hier ein Horror-Spiel? Es sind definitiv die Ausnahmen, aber jedes Mal ist das tonal so absolut deplatziert, so full on retard Anime, dass Corpse Party seine ansonsten echt gut aufgebaute Atmosphäre mit einem Schlag kaputt gemacht hat.

Ist echt schade, denn ansonsten ist das Spiel echt stimmig. Clock Tower auf dem SNES hat mir bereits bewiesen, dass auch 16bit 2D-Grafik durchaus unheimlich sein kann, und auch wenn ich Corpse Party nie ganz so freakig fand, so bereitet es doch ein sehr atmosphärisches Spielgeschehen, was bei einem Horror-Spiel ach das A und O ist. Die Grafik ist gerade detailliert genug, als dass das erste Auffinden eines Skeletts oder einer Blutverschmierten Wand doch Eindruck hinterlässt. Die Texte sind gut geschrieben, bieten zusätzliche grausame Details, und schaffen es häufig, weitestgehend realistisches Verhalten von Leuten in einer solch aussichtslosen Extremsituation widerzuspiegeln. Dazu noch echt glasklarer Sound, mit unheimlichen Hintergrundgeräuschen und packender Musik. Bei allem kruden Schluckauf hier und dort ist Corpse Party dennoch ein Spiel, welches sein Ziel vor Augen behält, und unter Strich ein gutes Horror-Feeling bereitet.

Atmosphäre ist und bleibt einfach der wichtigste Aspekt in einem Horror-Spiel. Eben der Aspekt, den Corpse Party wirklich gut hinbekommt. Und das Gameplay ist immerhin keine Katastrophe, sondern schlichtweg hier und dort etwas ungeschliffen, letztendlich ist Corpse Party gerade für die ersten vier Kapitel eh nahe einem Visual Novel, das einem hier und dort mal einen Gang runterlaufen lässt. Von daher sind die Nervfaktoren der Erfahrung wegen zu verschmerzen, ich hoffe nur das die Sequels doch etwas Feinschliff bekommen haben.

Approaching Love for the 3rd Time: The Final Girl’s Side

ava-2039Es ist soweit, obwohl ich nur aus Kuriosum Tokimeki Memorial Girl’s Side 1st Love Plus gespielt habe, nie erwartend, dass es mir wirklich liegen würde (keine Ahnung warum nicht, ich mag ähnliche Konzepte verbaut in Harvest Moon und Persona), sitze ich nun knappe 2 Monate später hier, und habe beide Sequels gespielt, plus noch ein oder zwei nicht TokiMemos, nicht zu vergessen die GBC-Version des Originals mal angeschaut.

Bei Tokimeki Memorial Girl’s Side 3rd Story handelt es sich übrigens um den letzten Eintrag in der ganzen Franchise. Nachdem die Girl’s Side Spiele portiert auf den DS scheinbar gut Absatzzahlen gebracht haben, immerhin dort 2007 (1st Love), 2008 (2nd Season) und 2009 (1st Love Plus) herausgekommen, ging Konami dazu über auch mal wieder neue Spiele zu entwickeln. Mit Tokimeki Memorial 4 auf der PSP sah die Hauptserie in 2009 das erste neue Release seit 8 Jahren, und 2010 folgte dann auf dem DS mit Girl’s Side 3rd Story nach 4 Jahren das erste komplett neue Spiel der Otome-Subserie. Und seither nix mehr, abgesehen von einem Port auf die PSP als Tokimeki Memorial Girl’s Side Premium 3rd Story.

2 Boys 1... Flashback

2 Boys 1… Flashback

Jenes ist auch das Release, welches ich gespielt habe, weil Fanübersetzt und am umfangreichsten. Der Sprung von DS auf PSP bringt natürlich ein paar kleinere Änderungen mit sich. Nicht unerheblich bei einem Dating Sim, bei dem man die niedlichen Jagdtrophäen toll finden soll, beispielsweise eine bessere Optik. Zum einen ist das Bild nun klarer und weniger pixelig, außerdem gibt es in den CGs jetzt nicht mehr diesen blöden Umbruch, wo (beim in Buchformat gehaltenen DS) die Doppelbildschirme ihre Trennung hatten. Wobei man es aus irgendeinem Grunde immer noch für nötig befand, auch bei der PSP das Ding hochkant stellen zu können, per Select kann jederzeit in jenen Modus gewechselt werden, ist aber ziemlich unsinnig, weil die Hintergründe aufpixeln und man nur noch die Hälfte des Geschehens in klaustrophobischer Nahaufnahme sieht. Ich glaube kaum, dass irgendwer so spielt, zumal schwerer an alle Knöpfe zu kommen ist.

Denn die PSP hat ja keinen Touchscreen, über den die DS-Versionen gespielt wurden. Was dazu führt, dass sich das Skinship-System geändert hat (und Mini-Games wie der Dreibeinlauf viel einfacher sind). Es kann halt nicht mehr wild auf den Kerlen bei den Dates rumgetatscht werden, um sie einen schneller lieben oder hassen zu lassen, je nachdem ob man ihren G-Punkt erwischt oder nicht. Premium 3rd Story schließt es allerdings nicht komplett aus, sondern macht daraus das Approach-System. Auf und nach Dates taucht immer mal wieder die jene indizierende Blüte am Bildschirmrand auf, jetzt mit dem Analogstick auf sie zugegangen, und man fängt halt an, ihnen auf die Pelle zu rücken. Je nachdem, ob man deren Personal Bubble noch respektiert, oder sich schnell an ihren Hüften festklammert, kann man verschiedene Dinge tun, von lächeln über anfassen bis hin zum necken oder klammern. Das bringt universell positive Effekte mit sich, allerdings muss man darauf achten, dass man den Kerlen nicht zu schnell zu nahe kommt, sonst blocken sie ab und man hat seine Chance vertan. Sobald sie einen genug mögen, gibt es weiterhin das Heavy Petting auf dem Weg nach Hause, wobei auch hier nun die 7 möglichen Aktionen in richtiger Reihenfolge gemacht werden müssen, um ihre Libido anzustacheln. Insgesamt ist Approaching komplexer als Touchscreening, aber sobald man sich reingefriemelt hat auch nicht so unsagbar schwer.

Das Gesicht der absoluten Liebe

Das Gesicht der absoluten Liebe

Und erneut auch nicht hundert Pro nötig darin gut zu sein, nur um das Herz eines der Schönlinge zu erobern, denn erneut ist das Spiel ein Stück einfacher gemacht worden. Wie üblich reicht es die Kerle circa ein Mal im Monat Gassi zu führen, um sie zu gewinnen, und sobald sie einen genug mögen, kommen sie eh von sich aus alle zwei oder drei Wochen angehechelt. Muss man also einen Sonntag weniger daran verschwenden, sie von sich aus auf ein Date einzuladen, sondern kann relaxen oder einkaufen, während weiterhin von Montag bis Samstag eine der diversen Aktionen ausgeführt wird, die zum Statusup- und dowgrades führt, je nachdem, was man macht, welche Teilzeitarbeit man hat, in welchem Club man ist, oder mit welcher Freundin abgehangen wird. Bomben gibt es jetzt gar nicht mehr. Oder nicht mehr genau wie früher. Etwas realistischer können sich diesmal nämlich nur Kerle vernachlässigt fühlen, an denen man auch schon mal irgendein Interesse gezeigt hat. Nur weil man den Trigger gelegt hat, durch den man einen der Kerle zufällig trifft, wird jener noch nicht eifersüchtig, wenn er anschließend von einer Fremden links liegen gelassen wird, man muss vorher schon auf Dates gewesen sein, damit sie einen bomben können. Außerdem gibt es den Rival-Mode nicht mehr, die beiden Freundinnen haben kein eigenes Love Interest, den sie einem wegschnappen können.

Dafür ist das 3P und PvP neu. Im Prinzip konnte man ja immer so viele Kerle nebenher daten, wie man wollte. Jedoch ging das Spiel immer davon aus, dass man demjenigen, den man letztendlich gewonnen hat, total treu und total in ihn verliebt ist. Lediglich ein Friendzone-Ende konnte in den DS-Versionen der beiden Vorgänger noch kommen, wenn einen wirklich zwei Kerle total geliebt haben, und man sich dann am Ende für den jeweils anderen entschieden hat. In 3rd Story hingegen kann man tatsächlich mit zwei Kerlen gleichzeitig ausgehen, die davon auch wissen, und letztendlich mit beiden zusammen romantisch enden, wobei es wichtig ist sie über den Spielverlauf gut ausbalanciert zu haben. Außerdem geht nicht jeder mit jedem, sondern die 6 Main Guys sind in 3 spezifische Doppel-Teams unterteilt. Beispielsweise natürlich die beiden Sakurai-Brüder, die in das übliche Kindheitsversprechen zu Beginn des Spieles einfließen, und bei denen man so oder so viele Doppelszenen zu sehen bekommt, weil die kaum was alleine machen, sprich ziemlich stark darauf ausgelegt sind, dass neue 3P-System zu versuchen. Und immerhin macht das Spiel bei ihnen diesmal keinen großen Deal darum, dass sie die beiden Jungs aus dem Flashback sind, sondern beim ersten erneuten Treffen in der High School sagen sie es einem direkt.

Angel Lvl.4, was auch immer das bringen mag

Angel Lvl.4, was auch immer das bringen mag

Was ist sonst noch neu? Die Kerle sind keinen Pappaufsteller mehr, sondern nun 3D-Modelle per Cel-Shading, was überraschend gut aussieht, man sich allerdings erst mal dran gewöhnen muss, dass sie in den Gesprächen nun leicht animiert sind, statt so starr, wie man das von Dating Sims und Visual Novels gewöhnt ist. Außerdem gibt es ein Angel-/Demon-System, je nachdem was man für Antworten gibt, kann man mehr in die eine oder andere Richtung geraten, was auch immer das wirklich macht, ich war irgendwie eh immer Angel.

Rose Queen ist auch neu. Auf dem Kulturfest im dritten Jahr wird das populärste Mädchen der Schule gewählt. Im Prinzip eine Auszeichnung für die Overachiever im Spiel, die sich mit allen Charakteren gut stellen, hohes Fashion Level erreichen, und universell alle Statuswerte sehr hoch trainiert haben. Ich hab mich nie um Rose Queen gekümmert. Auch das Fashion Level ist neu. Die Klamotten, die man anzieht, führen immer noch zu verschiedenen Outfit-Typen wie Sexy oder Pur oder Sporty etc, nur können sie jetzt mehreren davon zugehörig sein, und wenn man sie mischt neue Typen rauskommen. Die Jungs haben übrigens immer noch Präferenzen, wenn man allerdings immer den gleichen Typ anhat, mögen sie den irgendwann auch automatisch, man muss sich also nicht mehr komplett zu deren Vorlieben verbiegen.

Vivid und Natural machen Sporty

Vivid und Active machen Sporty

Sonst noch was? Eh, es ist ganz nett das einen die Kerle häufiger mal bei der Arbeit besuchen oder zu Hause anrufen, auch wenn sie nicht direkt ein Date wollen. Niedlich auch, dass man ein Foto des Freundes im Zimmer aufstellt (wobei bei mir glaub ich was geglitched ist, da ich jeden Durchlauf das von meiner ersten Eroberung drin stehen hatte, statt das es zum jeweils aktuellen Ziel wechselt). Oh ja, wir sind übrigens wieder an der Schule von 1st Love, Finale ist also wieder die Kapelle, und wir treffen Lehrer Himuro und den Schulleiter erneut (beide diesmal allerdings nicht gewinnbar, obwohl sie den alten Pedo-Schulleiter endlich mal etwas attraktiv umdesignt haben). Im Menü gibt es übrigens noch die Boy’s Life Option, die etwas wie Tomodahi Life für noch Ärmere 3D Chibis der Jungs in ihren Räumen zeigt, wie sie so ziemlich nichts wesentliches tun. Zumindest als ich mal reingeschaut habe, waren 2 am Lesen, die anderen 4 alle am Essen, keiner am masturbieren oder sich umziehen, von daher relativ nutzlos.

Diesmal gibt es wie erwähnt nur 6 Mains, die ganz normal über Dates und Statuswerte gewonnen werden können, dafür aber ganze 5 Geheimcharaktere, bei denen man die nötigen Event Trigger legen muss (und die wie gewohnt von den Mains sofort überschrieben werden, falls einer davon sich in die Liebe mit einem Stockholmed). Gewonnen habe ich diesmal sogar mal alle 6 Hauptcharaktere, wobei dem besonders hilfreich war, dass dort diesmal keine Shotas dabei sind, sondern jene unter den Geheimcharakteren versteckt wurden, von denen ich 2 erobert hatte:

Der Moment, wenn man heimlich einen Kuss stiehlt, ist gekommen

Der Moment, wenn man heimlich einen Kuss stiehlt, ist gekommen

Mein Erster, den das Spiel mir dann im Zimmer gerahmt für alle Ewigkeit präsentiert hatte, war Konno Tamao, der Intelligenz-Archetyp des Spieles. Er ist der bebrillte Schülerratsvorstand, und wird angetroffen, in dem der Int-Status hoch genug ist (Intelligenz/Social sind die beiden, die für sein Ende benötigt werden), oder besagtem Club beitritt. Aber genau genommen ist er mehr die Art Kerl, der zu perfekt ist, um nicht heimlich ein Serienmörder zu sein. Es ist einer der größeren Typen im Spiel, zieht sich immer gut an, ist gepflegt, wird bei einem Date sogar als Aushilfsmodel gecastet (mit strubbeligem Haar und ohne Brille ist er noch heißer). Er schreibt gute Noten, ist nicht schlecht in den sportlichen Aktivitäten. Trotz Schülerratsvorsitz und damit einhergehendem Achten auf die Regeln, ist er sehr sozial, versteht sich mit allen anderen, und versucht die Regeln immer möglichst zu biegen, um anderen das Leben einfacher zu machen.

Der Kerl hilft sogar einer alten Dame in einer Szene über die Straße, hilft beim Feuerwerksfest einem verlorengegangenem Kind, und verbringt sein Weihnachten damit, den Santa Clause für Kinder im Krankenhaus zu spielen. Teilzeitarbeit als populärer Aushilfslehrer, mag Hunde, vergrault aufdringliche Kerle vor den Dates… es gibt eigentlich keinen einzigen Fehler an Konno-Senpai. Das macht ihn tatsächlich zum perfekten Freund, den man sich im realen Leben nur wünschen könnte, aber doch manchmal etwas langweilig im Spiel. Lediglich eine kleine Substory gibt es, wenn er verspricht aber es dann doch nicht schafft, eine Band für Kulturfest einzuladen – nur damit sie dann beim Weihnachtsfest doch auftreten. Übrigens ist er ein Jahr über einem, sprich das dritte Jahr dann schon Uni-Student, wer also das Bühnenstück-CG mit ihm sehen will, muss daran schon im zweiten Jahr teilnehmen, und er ist natürlich nicht bei Klassen-spezifischen Events wie dem Klassenausflug dabei.

Jetzt sei nicht so prüde

Jetzt sei nicht so prüde

Auch Shitara Seiji ist ein Jahr älter, sprich nach dem zweiten Schuljahr geht er bereits ab, und ist ebenfalls nicht in Klassen-spezifischen Ereignissen involviert. Der blasse Schönling mit dem silberblauen Haar und rötlichen Augen, die an Evangelions Lieblingsalbino erinnern, sieht wie der Charakter aus, der an Style gebunden ist, allerdings ist der begabte Pianospieler der Kunst-Kerl. Als zweiten Status benötigt er noch Charme, denn etwas antisozial ist er schon und hat es nicht so mit Menschenmengen. Außerdem ist er der leicht arrogant-narzisstische Reiche mit eigenem Chauffeur. Entsprechend ist er etwas verwöhnt, und ziemlich einfach zu umschmeicheln, auch wenn er zunächst eher ablehnend wirkt, im Prinzip also der Tsundere des Spieles ist.

Seine Substory hat ein wenig damit zu tun, dass er zwar echt gut Klavier spielen kann, aber dies nicht gern vor anderen tut, früher mal auf einem Wettbewerb jemand besseren angetroffen hat, was aus irgendeinem Grund sofort sein Selbstbewusstsein zerstört hat, weswegen er nie wieder öffentlich zu spielen bereit war. Bis jetzt zumindest, versteht sich. Natürlich ist er auch einfach aus dem Konzept zu bringen, und dann entsprechend niedlich, wobei einige seiner Outfits irgendwie zu groß an ihm wirken, wie beispielsweise sein Weihnachtsanzug. Oh, und er hat Angst vor Löwenzahn. Fragt nicht.

Aizawa hat leider fast keine CGs zu biegen

Aizawa hat leider fast keine CGs zu bieten

Dritter im Bunde und erster Geheimcharakter war Schriftsteller Aizawa Shugo, heh unbewusst bin ich also zunächst allen älteren Charakteren hinterher gestiegen. Er ist ein wenig faul und lotterig, trinkt viel Kaffee, hat eine Schreibblockade, und ist deutlich älter als die anderen Charaktere, ich würde mal so um die 30 schätzen, aber das kann auch nur Wunschdenken sein, um ihn für mich noch passender zu machen. Angetroffen wird er nicht vor Oktober des 2. Jahres, wenn man sein Buch kaufen kann, und dann auf ihn Inkognito trifft. Später bei einem Autogrammtermin bekommt man dann mit, dass er er ist, und darf als Ausrede herhalten, warum er nicht am nächsten Buch arbeiten kann, da er sich um seine Nichte kümmern muss.

Ein paar Mal treffen, ein wenig bei ihm zu Hause aushelfen, und wenn er anfängt für eine Minderjährige zu Stockholmen, begeht er die moralisch richtige Entscheidung die Verbindung mit einem zu kappen. Wenn der Intelligenz-Status hoch genug ist, kann allerdings später ein Wiedertreffen angeleiert werden, und er ergibt sich seinem Schicksal. Wie sich herausstellt war seine Romantrilogie von Anfang an durchplant, basierend auf einer früheren Beziehung allerdings mit Bad End, und da die Bücher plötzlich bei Teenagern so beliebt wurden, konnte er das so nicht stehen lassen, aber kam auch auf kein besseres Ende. Erst durch seine neu erwachte Liebe zu einem hat er das Manuskript umschreiben können. Er nimmt einen übrigens in die gleiche Bar mit, in der Lehrer Himuro mit einem im ersten Spiel war, und wird dort genauso aufgezogen.

Treffen am Phallussymbol des zweiten Spieles

Treffen am Phallussymbol des zweiten Spieles

Der gleichzeitig angegangene Geheimcharakter Hasumi Tatsuya ist übrigens der neue Exklsuivcharakter für den PSP-Port. Ihn trifft man sogar noch etwas später erst an, denn im Januar des 2. Jahres (Schuljahr in Japan geht von März bis März, sprich im Spiel ist Oktober von Jahr 2 vor Januar Jahr 2). Und zwar in dem man ins Cafe Alucard geht und genug Charme aufweist, wird man von einem Kerl mit schrecklichen Haarschnitt, der quasi sein gesamtes Gesicht verdeckt, angestottert. Die Woche darauf trifft man auf einen wesentlich heißeren Kerl, der sich aber auch etwas schräg verhält, weniger creepy und mehr aufdringlich.

Wie sich herausstellt ist es natürlich ein und derselbe Kerl, nur dass er zwischenzeitlich als Model gecastet und entsprechen aufgebrezelt wurde. Er versucht zwar cool und aggressiv die Sache mit einem anzugehen, lässt sich aber dennoch leicht entmutigen, weswegen man selbst stark die Initiative ergreifen muss. Indem man im Prinzip zur richtigen Zeit zum Cafe Alucard geht und die richtigen Entscheidungen trifft, um ein späteres Missverständis aus dem Weg zu räumen (wie Aizawa macht auch er erst mal mit einem Schluss, bevor man ihn gewinnt, diesmal aus wesentlich dämlicheren Romcom-Gründen). Aber am Ende hat man sich dafür ein Model und Schauspieler geangelt, auf den jeder neidisch sein kann.

Schnell, schluck das Würstchen im Ganzen :D

Schnell, schluck das Würstchen im Ganzen :D

Fujiyama Arashi trägt seinen Namen nicht ganz zu unrecht, denn er ist der Muskelberg, der Sportcharakter des Spieles. Fitness und Sozial sind die Werte, die er an einem trainiert sehen möchte, was super einfach zu bekommen ist, besonders wenn man in einem vorherigen Durchlauf bereits Max-Fashion hatte und das Stirnband im Gepäck hat, mit dem die Fitness noch schneller hoch geht. Arashi gehört dem Judo-Club an, den er selbst gegründet hat, weswegen man jenen auch nicht auf Anhieb in der Liste auswählen kann, sondern erst nach dem Treffen mit Arashi die Option bekommt, ihm beizutreten. Zu treffen ist er zudem über den Teilzeitjob beim Schwimmbad, da er als Rettungsschwimmer/Bademeister dort arbeitet, was schon recht heiß ist (leider hält sich Girl’s Side 3 ein wenig mit dem Fanservice zurück, statt einen auf Free! zu machen und erst Mal heiße Kerle in Badehosen spalier stehen zu lassen).

Allem zum Trotz hatte ich zunächst die Befürchtung, dass er etwas langweilig sein könnte. Sein Design mit den braun-orangenen Haaren, der gebräunten Haut, den braun-grauen Augen popt nicht gerade, besonders wenn sein relativ zurückhaltender Kleidungsstil dann auch keine Farbe reinbringt, sondern er ein ebenfalls gedecktfarbiges Top trägt. Und er ist dann auch derjenige, der zwar im Sport gut ist, und ständig zur Energieauffrischung isst, jedoch schlechte Noten schreibt, sowie in den meisten Situationen sehr ernst bleibt. Doch ein wenig aufgelockert wird dies dadurch, dass er kein Problem damit hat, aus seiner Comfort Zone zu kommen. Er mag die Delfinshow im Aquarium, oder das Konzert in der Eventhalle, probiert gern Neues aus, hat einen Sinn für Kaligraphie. Seine Eltern waren wohl nicht so von seinem Judo-Sport begeistert, weswegen sie ihn spezifisch auf eine Schule ohne einen solchen Club geschickt haben, deswegen hat er vor ihnen verheimlicht selbst einen gegründet.

Yukata-CG beim Feuerwerk :3

Yukata-CG beim Feuerwerk :3

Kommen wir zu den Sakurai-Brüdern, den beiden Poster Children des Spieles, wobei Ruka noch ein wenig zentraler behandelt wird als Kouichi. Dennoch ähneln die Brüder sich in vieler Hinsicht sehr. Die beiden sind zu recht bekannten Raudis herangewachsen, mit denen man sich besser nicht anlegt, und denen bereits ein gewisser Ruf vorauseilt. Beide gehen einem Teilzeitjob nach, Ruka im Blumengeschäft, Kouichi an der Tankstelle. Beide teilen sich ein Motorrad und wohnen in einem verlassenen Diner, nachdem sie von zu Hause abgehauen sind. Wobei nie direkt gesagt wird, dass sie sich direkt nicht mit ihren Eltern verstehen würden, Kouichi überredet Ruka scheinbar auch zumindest zu Feiertagen vorbeizuschauen. Beide necken einander sehr gerne, können genauso gut austeilen wie einstecken, wobei Ruka definitiv der verspieltere Kerl ist, während Kouchi etwas ernster und schwarzhumoriger daher kommt.

Später finden wir dann heraus, dass sie nicht wirklich verwandt sind, weil Ruka adoptiert wurde. Wie gesagt, scheinbar sind die Eltern durchaus nette Leute, und dies sollte alles kein Problem sein, von daher weiß ich nicht ganz so genau, was dazu geführt hat, dass Ruka abgehauen ist. Kouichi ist ihm gefolgt, weil er als der ältere und stärkere Bruder ihn sowieso immer beschützt hat. Und schon dreht mein Boys Love Radar mit mir durch und ich will eine Story haben, in der die beiden eine heiße Nicht-wirklich-Inzest-Beziehung miteinander beginnen. Ich mein, so stark wie das Spiel die Brüder als 3P-Option pusht, seh ich zumindest einen Teufelsdreier in deren Zukunft. Aber noch Mal ein wenig zu den Unterschieden der beiden.

Bad Boy Hotness

Bad Boy Hotness

Ruka ist der Schönling der beiden, mit femininen Zügen, langen blonden Haaren, und Porzelanhaut. Macht ihn auch bei den Schulkameraden und besonders der weiblichen Schülerschaft beliebter, weil er eben auch der kumpeligere ist, der immer lächelt, und immer aufgedreht und zu Späßen bereit ist. Außerdem scheint er echt gut in Mathe zu sein, wie eine Cutscene mit Himuro einem zeigt, wobei er allerdings in den Examen ganz wie Kouichi eher im Mittelfeld auftaucht (jedoch in Mathe definitiv die besten Punkte hat). Lässt sich gern auf verrückte Mutproben ein, um an Geld und Essen zu kommen – immerhin leben die Brüder auf sich alleine und haben deswegen wenig Haushaltsgeld. Übrigens braucht es diesmal keine hohen Statuswerte in allen Bereichen, um das Idol des Spieles zu gewinnen, sondern da es in den Sakurai-Brüdern gleich zwei gibt, werden sie aufgeteilt, im Falle von Ruka sind Intelligenz, Fintess, Style und Sozial wichtig. Dann gibt es eine dramatische Szene, bei der er durch einen Unfall im Krankenhaus landet, und man besucht ihn, und anschließend kauft er ein kleines Häuschen für sich und einen selbst, das er renoviert, während er plant doch noch zur Uni zu gehen.

Kouichi hingegen ist das ehrfurchtgebietende Gegenstück zu Ruka, da körperlich beeindruckender, mit einem fast ständig grimmigen Gesichtsausdruck, und selbst einer Frisur, die ihn wie einen Yakuza erscheinen lässt. Darunter versteckt sich natürlich ein echt netter Kerl, mit trockenem Sinn für Humor, der sich ständig Sorgen um Ruka macht und ihm helfen will, da er immer der schwächere junge Bruder war, bis beide zu Raudis aufgewachsen sind. Und er ist tatsächlich derjenige, der die Primeln bei der Kapelle gießt, zu denen man als Kind das Versprechen in der Backstory gegeben hat. Die Dynamik zwischen den beiden Brüdern ist echt niedlich, und die Szene, wenn Kouichi den schlafenden Ruka mit Make-Up aufbrezelt herrlich. Übrigens ist Kouichi selbst nicht ganz unstylisch, bevorzugt den Vintage-American-Style für sich. Für ihn sind die Werte Kunst, Fitness, Sozial und Charme wichtig, die man ziemlich alle durch den Tennis-Club trainieren kann. Witzigerweise führt es dazu, dass man der totale Loser in den Examen ist, während die 4 Stats für Ruka inen zur Nr.1 gemacht haben. Er lässt sich dann in seiner Überfürsorge für Ruka verhaften, wird aber wieder freigelassen, und gesteht sich ganz selbsüchtig ein Monopol auf einen selbst ein. Da er davon träumt die Welt zu sehen, kauft er auch ein Auto statt wie Ruka eine Wohnung.

Eh, immerhin ist die Weihnachstbeleuchtung hübsch

Eh, immerhin ist die Weihnachstbeleuchtung hübsch

Niina Junpei ist der Charakter, den ich mir Artworks anschauend ganz unten in die Liste gesetzt hatte, nachdem ich ihn dann im noch weniger attraktiven Cel-Shading-Modell gesehen habe, ganz von der Liste gestrichen habe, um ihn dann, weil ich eh schon alle anderen Mains hatte und nur ihn übergangen hätte, doch wieder rauf gesetzt hatte. Von seinem Design bin ich immer noch nicht überzeugt, der ironischerweise an Intelligenz und Style gebundene Charakter ist definitiv der wenigst attraktive. Ich mag seine Frisur nicht, aber auch sein Farbschema ist wie bei Fujiyama etwas fragwürdig, da auch er Haare in Brauntönen hat, gebräunte Haut offeriert, plus auch gräuliche Augenfarbe hat. Seine Klamotten sind dafür bunter und ausgefallener, und wie das bei den Style-Charakteren so ist, die Hälfte davon scheußlich.

Junpei ist Junpei in Persona 3 nicht unähnlich. Auch er ist ein aufgedrehter und etwas kindischer Kerl, der allerdings um einen herum versucht etwas ernster und cooler zu wirken, bis er dann später irgendwann zu sich selbst findet und einen authentischeren Mittelweg einschlägt. Übrigens ist er ein Jahr jünger, man trifft ihn also erst zu Beginn des 2. Jahres, höchstens mit genug Style im Vorjahr schon mal bei einem Einkauf. Weiß natürlich viel über Oberflächlichkeiten wie Mode und Haarprodukte, sowie vergöttert das Idol des ersten Spieles, Model Hazuki Kei. Ist aber eigentlich schon recht niedlich und charmant, wenn man ihn genauer kennen lernt, sofern man seine abgedrehteren Anwandlungen ertragen kann, sowie dass er einen Onee-san nennt.

Hey hey hey, personal space!

Hey hey hey, personal space!

Der Rest:
Bleiben noch drei Geheimcharaktere, die ich nicht gewonnen habe. Zum einen ist das Oosaka Chikara, der Lehrer des Spieles. Er ist 24, sieht aber aus wie 12, und ich steh nicht auf die Shotas. Das ist dann auch schon sein Hauptimmick: Sein Aussehen wie ein Kleinkind reibt sich daran, dass er erwachsen ist, und zusätzlich spricht er Phrasen, die eh eher auf einen Lehrer 40+ statt jungen 24 passen würde. Gewonnen wird er durch die richtigen Event-Trigger, zu denen auch das Gewinnen der Rose Queen gehört. Von daher ist er wohl theoretisch gesehen wirklich der am Schwersten zu bekommende Charakter.

Taira Kenta ist ein ziemlich durchschnittlich aussehender Kerl, der sogar in die gleiche Klasse wie Dre Ary geht, aber dennoch zu langweilig und schüchtern ist, um ein Hauptcharakter zu werden. Ihn gewinnt man in der DS-Version, in dem man Wo ist Waldo mit ihm spielt. Sprich in einigen Event-Hintergründen wurde er untergebracht, und man musste ihn per Touchscreen berühren. Gibt es so in der PSP-Version nicht mehr, stattdessen wird an jenen Punkten der Quadrat-Knopf gedrückt, um sich umzusehen. Witzigerweise ziehen seine Kumpels ihn ständig damit auf, dass er einen anflirten würde, obwohl er genau deswegen gar nicht so weit kommt.

Bliebe noch Kasuga Taiyou übrig, der andere Shot des Spieles. Er ist zwei Jahre jünger, und eigentlich echt süß, aber wirklich nichts, womit ich eine Romanze anfangen will. Ihn bekommt man, indem man dem Baseball-Club beitritt. Im zweiten Jahr bekommt er ein Match von einem mit, und kommt dann ab dem dritten Jahr an die gleiche High School.

Wann genau fangen wir an, das Küssen aneinander zu üben?

Wann genau fangen wir an, das Küssen aneinander zu üben?

Und dann haben wir natürlich noch die Freundinnen, von denen es diesmal nur zwei im Spiel gibt, und die diesmal sogar Freundinnen bleiben, weil sie keinerlei Interesse an irgendeinem von den Kerlen zeigen, die man über den Spielverlauf gewinnen kann: Karen und Miyo.

Karen ist die erwachsener wirkende der beiden, aber obwohl das zutrifft dennoch auch relativ aufgedreht an ihren irren Tagen. Muss wohl in der Familie liegen, denn Karen ist die Hanatsubaki des Spieles, gehört also der Familie der Modeschöpfer an, die schon in den vorigen zwei Spielen die schrägen Nebencharaktere gegeben haben. Sie leitet den General Store, mimt den Prinz in Cinderella, wenn man beim Schauspiel keinen Freund hat (die beiden springen allgemein für alle Events ein, für die man noch keinen Kerl hat – Geburtstagsgeschenke gibt es sogar auch wenn man einen Freund dafür an Land ziehen konnte). Veräppelt gern den Schulleiter, gibt einem den Spitznamen Bambi, lässt sich nicht mal von den Sakurais einschüchtern, und hat leichte Probleme damit, dass sie von allen so übertrieben speziell behandelt wird. Außerdem ist sie es, die wenn man vom Einkaufen wiederkommt, das Outfit evaluiert, und einen entsprechend das Fashion Level steigern lässt. Sonntags/Feiertags angerufen, erfährt man über sie auch, welchen Kleidungsstil die Kerle bevorzugen.

Miyo hingegen angerufen übernimmt den üblichen Posten den ganzen Rest der Infos über die Charaktere bereitzuhalten, sowie das Tokimeki Panel zu haben, auf dem gezeigt wird, wie sehr oder wenig die Charaktere einen momentan leiden können. Ist klein und niedlich, hasst es als Kind verwechselt zu werden, wird aber durch ihre Fähigkeiten des Wahrsagens ebenfalls von den anderen auf der Schule vertraut. Sie arbeitet beim Bäcker, gehört zudem dem Kunstclub an, und hat einen eher trockenen Sinn für Humor im Vergleich zur aufgedrehten Karen. In Cinderella übernimmt sie die Rolle der Hexe.