Pirates of the Caribbean: Salazar’s Revenge

Dafür, dass ich sonst so gut wie nie ins Kino komme, standen in letzter Zeit dann ja doch ein paar Besuche an. Darunter auch einer der Flop-Kinostarts der Saison, nein nicht Baywatch, sondern der fünfte Fluch der Karibik. Bei dem wir tatsächlich auch in einem fast leeren Saal saßen. Wobei ich natürlich wieder das zweifelhafte Glück hatte zwei der aufgedrehteren Trullas der Hand voll anderer Kinobesucher direkt hinter mir sitzen zu haben.

Jedenfalls wird der alteingesessene Cast der Franchise mittlerweile doch langsam alt, und dies auch sehr sichtbar, so dass ein neues Paar an attraktiven, jungen Schauspielern her muss, die ins Zentrum rücken können. Die aus dem vorigen Film kann man eher nicht nehmen, denn die mochte eh keiner. Also geht es diesmal um den Sohn von Will Turner und What’s-Her-Face, der seinen Vater über den mächtigen Dreizack des Poseidon von seinem an den Fliegenden Holländer gebundenen Fluch befreien will. Gleichzeitig gibt es die junge Carina, eine gelehrte Astrologin, die als Hexe hingerichtet werden soll, und deren einziges Vermächtnis ihres Vaters ein Buch ist, welches über das Deuten der richtigen Sternkonstellationen den Weg zum Dreizack eröffnen soll.

Dahin braucht man allerdings ein Schiff, und über viel wirres hin und her landen die beiden bei Jack Sparrow. Hinter dem der untote Salazar her ist, nachdem Jack ihn in CG-verjüngten Jahren eins ausgewischt und weggesperrt hat. Der wahre heimliche Star der Franchise, Barbossa ist natürlich auch dabei, als Helfer von Salazar, der eigentlich selbst an den Dreizack will.

Um ganz ehrlich zu sein habe ich die Antipathie gegenüber der fortlaufenden Franchise nie komplett verstehen können. Ja, da gibt es ein Gefälle nach dem zweiten Film, die Anfänge sind einfach wesentlich frischer und witziger als der Rest. Aber auch ab dem dritten Film blieb viel vom Kerngut der Reihe intakt, und den viel gehassten vierten Eintrag fand ich – gerade auch wegen seiner übersichtlicheren Spielzeit – auch nicht viel schlechter. Wobei ich mich nicht an viele Einzelheiten erinnern könnte, abgesehen davon, dass es um Meerjungfrauen ging und Penelope Cruz mitgespielt hat. Aber um bei der Wahrheit zu bleiben erinnere ich mich allgemein nicht an viele Einzelheiten irgendeines der vier Vorgänger, die fließen alle so ein wenig zusammen für mich.

Fluch der Karibik war halt immer schon hin zum dämlichen Spektakel, mit maximal zweckdienlicher Handlung dahinter. Große Action, viel kaputt, exzentrische Charaktere, coole Musik, halt Blockbuster-Popcon-Kino zum zurücklehnen und sich beschallen lassen. Manche Filme sind etwas zu lang. Bei manchen sitzt der Witz besser. Bei anderen sind die Charaktere neben Sparrow und Barbossa langweiliger. Aber insgesamt finde ich die Filme alle als kurzweilige Unterhaltung brauchbar.

Und das trifft für mich auch auf den fünften Eintrag zu. In einem halben Jahr werdet ihr mich nicht mehr fragen brauchen, was überhaupt im Film geschehen ist. Aber das bedeutet nicht, dass ich die knapp über 2 Stunden (der kürzeste Film bisher) nicht durchgehend unterhalten war. Jacks Manierismen sind nicht ganz so anstrengend wie im Vorgänger, und die Romanze zwischen der hübschen Carina und dem noch viel hübscheren Turner stark nebensächlich, statt zu nerven wie im Vorgänger. Der Witz, Charme und die Frische der ersten beiden Teile geht auch hier hingegen etwas ab, und die Struktur des Filmes ist etwas merkwürdig – es dauert sehr lang, bis die Truppe endlich zusammen auf hoher See landet, dafür geht es dann ziemlich schnell und das Finale ist fast überstürzt. Aber unterm Strich würde ich ihn auch nicht schlechter als den dritten Eintrag ansehen.

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Beauty and the Beast (2017)

Hey Leute, ich war mal wieder im Kino. Geschieht eher nicht so häufig, ich bin da eher der Gemütlich-von-zu-Hause-Schauer, aber gemeinsame Kinobesuche sind gute Ausreden, um Leute wieder zu treffen, die man ne Weile nicht gesehen hat. Irgendwie braucht man da ja doch immer eine für, statt sich einfach so spontan treffen zu können.

Getroffen hat es wenig überraschend Disneys neue Live-Action-Version von Die Schöne und das Biest. Und es war… durchaus immer noch ein guter Film… aber auch irgendwie echt merkwürdig. Die Sache ist die, der 1991er Animationsfilm ist schon ein ziemlicher Teil meiner Kindheit gewesen, ich hab den damals schon im Kino gesehen und dann später auf VHS ewig durchgeleiert. Sicherlich, in den letzten 20 Jahren gab es nur den einen Rewatch zu den Disney Sundays, aber dennoch braucht es nicht viel, um eine Erinnerungen an das Original zu triggern.

Und das ist das, was ich die neue Version hindurch etwas befremdlich fand. Denn ein Großteil des Filmes ist nahezu identisch zum Original, bis hin zum Wortlaut. Halt jetzt mit echten Menschen und CG statt gezeichnet, aber das tolle Original ist immer noch zum Großteil erhalten, und deswegen kann der Film gar nicht wirklich schlecht sein. Aber dann, ja dann ändert der Film doch viele Kleinigkeiten, setzt hier eine neue Szene ein, verlängert jene um einen Dialog, fügt jenem Song einen neuen Refrain hinzu.

Viel davon kommt wohl aus dem Stage Musical, was im Nachhinein durchaus bei vielen Änderungen auch Sinn macht. Beispielsweise ist die kurze Geschichtsstunde zu Beginn über den arroganten Prinzen, der die hässliche Bettlerin vergrault hat, und deswegen von der kostümierten Zauberin in ein Biest verwandelt wurde, nun eine komplett geschauspielerte Szene statt in Buntglasfenstern erzählt. Zudem ist besagte Zauberin, die man im Original außerhalb jener Fenster gar nie zu sehen bekam, ein echter Charakter, die gegen Ende für das Zurückverwandeln in einen Prinzen erneut auftreten darf. Irgendwie komisch, dass sie scheinbar nichts besseres zu tun hat, außer Jahr ein Jahr aus als Bettlerin verkleidet in den Slums des Dorfes zu hausen, darauf wartend ob jemand die Liebe des Biestes erwidern wird, wenn man mal drüber nachdenkt. Aber in einer Stage-Show würde es natürlich Sinn machen, dass der Beginn weniger stilisiert ist und das Augenmerk gegen Ende auf einen „neuen“ Charakter gelenkt wird, während man dem Prinzen-Schauspieler das Biest-Kostüm abnimmt.

Auch gibt es neue Songs, die man sofort daran merkt, dass sie aus dem Nichts kommen, wesentlich weniger gut sind, und auch so schnell wieder verklingen, dass man sich über ihre Inklusion sowieso wundern muss. Abgesehen vom langen Evermore gegen Filmende, wenn das Biest einen auf Phantom der Oper machen darf. Aber erneut, für ein Stage Musical hat es dann wahrscheinlich tatsächlich ein paar Songs mehr gebraucht.

Und jeder hat jetzt eine Hintergrundgeschichte, die es nicht benötigte. Gaston und Lefou waren zusammen im Krieg. Belles Mutter, über die wir im Original nie etwas herausgefunden haben, starb an der Pest. Auch die Mutter vom Prinzen ist früh gestorben und sein tyrannischer Vater hat ihn zu dem Arschloch gemacht, welches aus ihm zu Filmbeginn wurde. Jenes übrigens erzählt in einem jener „Blinzle und du hast es verpasst“-Songs, die nie wieder im Film relevant werden. Man sollte meinen wenn sowohl Belle als auch der Prinz den Verlust der Mutter in Kindheitstagen gemein haben, würde das mal zu einem Bindungsmoment zwischen den beiden. Aber nö, die meiste Zeit vergisst der Film jegliche neue Szene, die er einfügt – weil eben der Rest des Filmes fast 1:1 das Zeichentrick-Original in Live Action ist, wo es jene Szenen nicht gab.

Irgendwo kamen mir einfach all die neuen Kleinigkeiten deplatziert und unnötig vor. Muss Gaston Belles Vater wirklich den Wölfen zum Fraß vorwerfen, bevor er ihn in die Irrenanstalt abschieben will, damit er fies genug ist? Braucht es wirklich so einer halbherzigen Begründung für den schlechten Charakter des Prinzen, war die Annahme als verwöhnter Adeliger aufzuwachsen kann eben zu ein herrschsüchtigen Ego führen nicht genug? Muss der Film wirklich ganz modern Meta auf die etwas offensichtlicheren Löcher im Original hinweisen, die man dort gar nicht wirklich groß wahrgenommen hat, weil über sie hinweggegangen war und man eben ein Cartoon-Märchen vor sich hatte, in dem hier und dort ein frecher kleiner Satz direkt darauf stößt, statt die Ungereimtheit aus dem Weg zu räumen? War der Kinderfilm wirklich so subtil in seiner Botschaft, dass Belle gegen Ende Gaston das wahre Monster im Vergleich zum Biest nennt, so dass das Remake an zwei weiteren Stellen den Lynchmob als die wahren Ungeheuer bezeichnen muss? War es wirklich nötig Slapstick-Sidekick Lefou nicht-wirklich-heimlich nach Gaston lüstern zu lassen, und ihn dabei noch slapstickier und aufstöhnenswert unwitzig durch den Film schwuchteln zu lassen?

Ich mein, es gibt sicherlich auch die eine oder andere gute Addition. Belle und das Biest bekommen hier etwas mehr, über das sie sich nahe kommen können, statt sofort nachdem er sie von den Wölfen rettet und sie ihm die Wunden leckt total ineinander verschossen zu sein. Er mag Bücher nun genauso sehr wie sie beispielsweise. Das Zauberbuch, mit dem er überall und in jede Zeit reisen kann, um seinem öden Schloss zu entfliehen, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Allgemein wäre es allerdings wirklich interessant zu wissen, ob ich jene neuen Kleinigkeiten wirklich nur so deplatziert und aufgesetzt wahrnahm, weil ich das Original zu gut kenne, dadurch automatisch mein Gehirn sofort „eh… ich weiß nicht…“ ging. Was sicherlich auch Mitschuld des Filmes wäre, denn wenn man zu 90% das Original fast verbatim neu dreht, fallen die wenigen Änderungen dann eben doch extrem auf. Mit wem ich im Kino war fand den Film nämlich super und durchgehend stimmig, von daher liegt es doch mehr an mir. Allerdings haben die Weiber im Saal (übrigens erwartungsgemäß keine Kinder dabei, sondern hauptsächlich erwachsene Mädels) auch fast alle irgendwie an den merkwürdigsten Stellen gelacht und fanden Lefou den Reißer schlechthin, von daher waren die neuen Sachen vielleicht einfach nur nicht kongruent mit meinem persönlichen Geschmack laufen, ich nicht das Zielpublikum.

Und wie eingangs geschrieben ist der Film eben viel zu nahe am Original, um schlecht zu sein, ich fand ihn letztendlich immer noch gut. Die Nods zu Cocteaus 1946er-Film in Form der Handkandelaber oder dem näher am ursprünglichen Märchen gehalten Biest-Look waren nett. Der Film ist mit einem souverän schauspielernden All-Star-Cast von Ewan McGregor, Ian McKellen und Emma Thompson als verwandelter Hofstaat, über Kevin Kline als Belles Vater hin zu Emma Watson, Luke Evans und Dan Stevens für das Haupt-Trio besetzt. Die Effekte stimmen. Die alten Songs sind immer noch toll. Die Magie ist immer noch in vielen Szenen zu spüren. Vor allem geil, dass das zurückverwandelte Biest immer noch irgendwie merkwürdig aussieht. Es liegt also nicht daran, dass der Prinz im Original komisch gezeichnet war, denn Dan Stevens ist eigentlich ein hübscher Bursche – aber nachdem man so lange in das Gesicht eines Biestes geschaut hat, ist es scheinbar einfach seltsam, ihn plötzlich als Menschen zu sehen. Viele der neuen Dinge hätte es nicht gebraucht, aber wenn man nicht ich ist, scheinen die scheinbar auch nicht wirklich so aufzufallen. Sehenswert also durchaus ein „ja“, besser als das Original auf jeden Fall ein „nein“.

Academy Weekend – Big Hero 6

ava-1971Und wieder Mal ist Oscar-Wochenende, Mensch wie schnell die Zeit vergeht. Auch dieses Jahr schaue ich mir drei Filme an, die letztes Jahr gewonnen haben, weils eine gute Ausrede ist was zu schauen, was ich nicht oder so schnell sonst nicht geschaut hätte. Den Anfang macht Big Hero 6 von Disney, der von den drei am wenigsten gewonnen hat, was aber ganz normal ist, da Animationsfilme eben nur in Best Animated Feature gewinnen können, höchstens noch einen zweiten in Best Orignal Song.

Und oh shit bin ich froh die Ausrede gehabt zu haben, den Film nicht weiter vor mir herzuschieben, denn Big Hero 6 macht fast das Jahr 2012 wett, als das meh-ige Brave es irgendwie schaffte den Oscar vom fantastischen ParaNorman zu stehlen!

Der Film spielt in einem San Francisco, welches komplett von Chinatown assimiliert ist, sprich alles hat ganz modern einen asiatischen Einschlag bekommen. Hier lebt der 14-jährige Hiro mit seinem großen Bruder und der Tante, die die Jungs nach dem Tod der Eltern aufgenommen hat. Hiro ist ein Genie, aber altersbedingt natürlich viel zu möchtegern-cool und gelangweilt um daraus was zu machen, sondern lässt selbstgebaute Roboter lieber in illegalen Wettstreits kämpfen. Bis sein tatsächlich cooler Bruder Tadashi ihm sein Unilabor zeigt, in dem er mit Mitstudenten interessante Experimente tätigt, statt der langweilige Nerd zu sein, den Hiro erwartete, darunter seine neueste Errungenschaft, den Krankenpflege-Roboter mit der knuddeligen Marshmallow-Optik Baymax.

Es kommt wie es kommen muss, und kaum hat sich Hiro darauf eingeschossen auch auf die Uni zu müssen und aus seinem Leben was zu machen, mit ganz viel Unterstützung von Tadashi und Co., stirbt Tadashi bei einem Unfall. Und Baymax sieht es in seiner Programmierung liegend, den trauernden Teenager zu heilen. Als Hiro dann aber entdeckt, dass der Brand in dem Tadashi ums Leben kam eventuell gar kein Unglück war, hat er mit der Suche nach dem Übeltäter sowieso wieder ein neues Ziel vor Augen, für das er auch bereitwillig in der Programmierung von Baymax rumpfuscht.

Big Hero 6 ist vorhersehbar. Das kann man echt nicht leugnen. Es ist sofort klar was mit Tadashi passieren wird. Wer der Rote Hering und wer der wahre „überraschende“ Bösewicht sein wird. Es ist klar, was Hiro mit Baymax machen, wie sich deren Beziehung gestalten, und welche Moral gelernt werden muss. Die Freunde und werdende Superhelden-Team um Hiro sind die üblichen Archetypen, mit einem Stoner, einer Hyperaktiven, einem Trottel und Miss Cool. Big Hero 6 hält keine wirklichen Überraschungen bereit, wenn man dem Zielpublikumsalter bereits etwas entwachsen ist.

Und das ist ziemlich egal wenn das Produkt Astro Boy meets Totoro dabei so rund und herzig ist. Baymax ist natürlich der wahre Star des Filmes, mit seinen sympathischen Voice Samples und knuddeligen Art kann man den Helferbot einfach nicht nicht lieb haben. Aber wie gesagt sind auch Tadashis Freunde und die Tante sehr sympathische Gesellen. Die Dynamik in der Charakterkonstellation stimmt einfach.

Allgemein könnte dies hier gut ein Film von Studio Ghibli oder Pixar in ihren jeweils bessern Zeiten gewesen sein. Wir haben sowohl viele herzige wie traurige Charaktermomente, dazu aber auch viel extrem schwungvolle Action und ein absolut stilsicheres Design. Und eben ein wenig Tiefgang, letztendlich ist es selbstredend die Haupt-Charakter-Arc von Hiro über den Verlust des verstorbenen Tadashi hinweg zu kommen, statt wie der Antagonist sich von der daraus resultierenden Wut zerfressen und bestimmen zu lassen. Ich fand den Film ja von Anfang an echt launig und charmant, aber die finale halbe Stunde hat mich dann zusätzlich noch positiver als eh schon zurückgelassen.

Ich fand Big Hero 6 mal so richtig geil. Ein absolut runder Film voller witziger Dialoge, dynamischer Action, buntem Design, aber eben auch mit Charakteren und ernsten Momenten und einer Message. Das ist Familienunterhaltung, wie sie sein muss. Weiter so Disney, ihr seid ja doch wieder zu was gut.

bighero

Disney Sunday – Frankenweenie

ava-1575So, das 1984er Frankenweenie ist ein netter kleiner Halbstünder, gedreht in schwarz/weiß (nicht das Burton-Filme sonderlich viel farbenfroher sind, normalerweise) und auch im sonstigen Design aussehend wie ein altmodischer Horrorfilm, in dem der junge Victor seinen toten Hund wiederbelebt ganz a la Frankenstein. Fast dreißig Jahre später hat Burton den Film dann für Disney erneut gedreht, diesmal aber in abendfüllender Laufzeit und als Stop Motion Animation.

Der Rest ist aber überraschend weitestgehend gleich. Grundhandlung ist immer noch, dass Victor seinen Hund verliert, vom Wissenschaftslehrer auf die Wunder der Elektrizität aufmerksam gemacht wird, und dann im nächsten Gewitter seinen Hund zum Leben erweckt. Zuerst hält er es geheim, dann wird es doch rausgefunden, die Eltern sind überraschend unterstützend, die restliche Kleinstadt bildet einen Lynchmob. Doch am Ende müssen alle einsehen, dass der untote Hund ein tolles Kerlchen ist und er bekommt sogar seine Frankensteins Bride.

Ganz füllt das natürlich keine 80 Minuten, wobei in dieser Version hauptsächlich eben tatsächlich nur Füllmaterial hinzugefügt wird. Mehr Charaktere mit mehr schrägen Manierismen. Mehr Buton-sche Kritik an kleingeistige Bewohner von Kleinstädten. Ein Love Interest für Victor an sich. Die einzig wirkliche Addition zur Haupthandlung bleibt eigentlich, dass andere Kids in Victors Klasse sein Geheimnis herausfinden, und um den kommenden Wissenschaftswettbewerb zu gewinnen die eigenen Haustiere erwecken, mit eher suboptimalen Ergebnis aber ordentlich Wumms für einen Klimax.

Besonders sympathisch ist dabei das Ding erneut für Fans von klassischen Horrorfilmen. Das Design der Kleinstadt irgendwo in den 30ern, sowie das Ding erneut monochrom zu drehen. Und dazu unglaublich viele bildliche Referenzen zu den Klassikern, nicht nur die offensichtlichen zu Frankenstein, Godzilla, dem Wolfman etc. durch die Wiederbelebten Tiere. Nein auch einfach nur das die Eltern in einer Szene einen alten Dracula-Film schauen, oder wenn drei der andren Kids die Treppe besteigen dies an den berühmten Schattenriss aus Nosferatu erinnert. Frankenweenie ist voll mit kleinen Gimmicks für Genre-Fans.

Aber auch für alle anderen ist Frankenweenie ein Film, den man nur schwerlich nicht mögen kann. Trotz mehr Charakteren und mehr Komplikationen am Ende ist es nämlich immer noch essentiell die Geschichte eines seltsamen Jungens und seines treuen Hundes, deren Liebe über das Grab hinaus geht.

disney59

Disney Sunday – James and the Giant Peach

ava-1570Der zweite und bereits letzte Film von Disney in Zusammenarbeit mit Skellington Productions ist eine Adaption von James and the Giant Peach, ein Buch von Roald Dhal, zu dem Burton später in Charlie and the Chocolate Factory zurückkerhen sollte. Erneut ist Burton allerdings nur Producer, Henry Selick übernimmt wie bei Nightmare before Christmas den Platz im Regiestuhl.

So… James ist ein kleiner Junge, der ein traumhaftes Leben mit seinen Eltern führt, kaum erwartend könnend, dass sie wie versprochen nach New York gehen und sich das Empire State Building anschauen – damals noch das höchste Gebäude der Welt. Bis ein Nashorn aus den Wolken kommt und die Eltern umbringt. OK.

Nun lebt er mit den beiden teuflischen Tanten, die ihn alle Arbeit erledigen lassen, bis ein Fremder ihm magische Würmer gibt, die James versehentlich sofort im Vorgarten verschüttet. Das Wirken jener Magie ist allerdings angeblich unergründlich… wie Gott? Zumindest führt es dazu, dass der tote Baum wieder einen Pfirsich trägt, der dann zu Hausgröße heranwächst, die darin befindlichen Insekten (plus Spinne) die Sprache lehrt und auf Menschengröße wachsen lässt, sowie James in eine Stop-Motion-Figur verwandelt. Auf jenem Pfirsich geht es nun zu Wasser wie Luft gen Amerika.

Ähm… ich bekomme so das Gefühl, dass die Kindergeschichten von Roald Dhal weniger auf einen logischen Aufbau setzen, und mehr einfach eine magische Reise wiedergeben, in der alles geschehen kann, ohne dass dahinter allzu viel Sinn sein muss. Ich mein, ein Nashorn in den Wolken killt die Eltern? Und als wir es quasi schon wieder vergessen haben, taucht es aus dem Nichts am Ende des Filmes wieder auf, aber James schreit ihm ein generisches „Ich hab keine Angst mehr“ entgegen, und es ist wieder weg? Steht das symbolisch für etwas? Aber wir sehen es ja, und seine Eltern sind ja tot, und die Tanten sprechen auch davon das es ein Nashorn war. Warum verwandelt sich James, wenn er dann auf der Reise doch nichts macht, was er als normaler Junge eh machen könnte? Scheiß drauf, im Film hier reisen wir in einem von Möwen gezogenen Riesenpfirsich von England nach Amerika. Magic did it, end of story.

Oh, und um es gleich mal zu adressieren: James and the Giant Peach ist keine reine Stop-Motion, wie ich das anfänglich dachte. Nein, die anfänglichen und finalen 15-20 Minuten (also ein Drittel bis die Hälfte der Laufzeit) ist Live Action. In Tim-Burton-Land, wo die immer etwas schräg stehende Welt wie ein Papp-Bühnenbild ausschaut, auf dem sich die kruden Menschen bewegen. Stop-Motion ist nur die Reise im Pfirsich an sich, und jene gefällt mir optisch wesentlich besser.

Dennoch konnte der Film mich nicht ganz für sich gewinnen. Sicherlich mag er imaginativ sein und ist bestimmt eine nette kleine Fabel für Kinder, aber irgendwie konnte ich die Langeweile nicht immer abschütteln. Das Setup und Finale in Live Action waren mir zu lang, und auch auf der Reise ist erstaunlich wenig los, ein kurzer Fight gegen einen Metallhai und ein Exkurs zu Geisterpiraten mal abgesehen. Außerdem ist der Darsteller von James ein miserabler Schauspieler und Sänger.

disney58

Disney Sunday – The Nightmare before Christmas

ava-1563Dachtet die Disney Sonntage wären rum, hmm? Allerdings ist mir danach mal wieder Nightmare before Christmas zu schauen, also gehen sie in eine kurze Bonusrunde der Stopmotion-Animationsfilme von Burton/Skellington Productions. Interessant hierbei ist, dass Burton seine Animationskarriere bei Disney begann, nach dem allerdings sein zweiter für die Firma produzierter Kurzfilm (das 1984er Frankenweenie, der als Bonus auf der Nightmare before Christmas DVD zu finden ist) als nicht Kinderfreundlich genug eingestuft wurde, feuerte ihn die Firma wieder. Ist schon interessant, dass er nicht mal ganz zehn Jahre später für sie dann diesen Film hier produzieren sollte, sogar musste, denn Disney hielt immer noch die Rechte am Titel, den Burton ursprünglich vor dem Rausschmiss machen wollte – und den Disney erneut für zu unheimlich für Kinder hielt und deswegen lieber unter dem Touchstone Label veröffentlichte.

Es gibt also für jeden Feiertag eine eigene Stadt, in der die Bewohner 364 Tage des Jahres auf das große Ereignis hinarbeiten, wenn sie in unsere Welt gehen und Stimmung verbreiten. Tim Burtons Film ist natürlich angesiedelt in Halloween Town, in der Jack Skellington, der Kürbis-König, Jahr ein und Jahr aus den gruseligsten 31. Oktober auf die Welt los lässt. Nur hat er nun ein Burnout, will sich neuen Herausforderungen stellen, und als er in das thematisch komplett andere Christmas Town gerät, hat er seine neue Bestimmung gefunden: Santa Claus kidnappen und den Feiertag übernehmen!

Irgendwo darin ist dann noch nebenbei ein Love Interest und ein Bösewicht, der im Finale besiegt werden muss, eingebaut, doch hauptsächlich geht es wesentlich mehr um Jacks streben nach Abwechslung und die daraus resultierende Erkenntnis, dass er seinen alten Job eigentlich doch mag – und die Halloweener ein im wahrsten Sinne des Wortes schreckliches Weihnachten produzieren, da sie eben den Geist eines ganz anderen Feiertages so geprägt hat.

Nightmare before Christmas ist natürlich der feuchte Traum für einen Tim Burton, da man in Animation so viele schräge Sachen machen kann, wie er in seinen Live Actions nie ganz realisieren konnte, besonders vor den Zeiten, als CG großflächig eingesetzt werden konnte. Auch wenn er letztendlich beim Film nur die Produzenten-Rolle hatte, da er bereits woanders mit Regiearbeiten voll eingebunden war, könnte der Film natürlich dennoch nicht Burton-iger sein. Sicherlich sind mittlerweile, nach dem dutzendsten Film von ihm, die Leute seinen Style etwas leid geworden, oder sagen dies zumindest, denn ich glaub eher, dass dies damit zusammenhängt, dass Burtons letzter wirklich guter Film 9 Jahre her ist, und bei den minderwertigeren das ganze „been here, done that“ stärker auffällt.

Überraschend ist allerdings nicht mal alles in Nightmare before Christmas schräg und düster und schwarz-weiß-gestreift. Die Weihnachtsstadt ist passend farbenfroh und fröhlich mit niedlichen Einwohnern, und selbst in Halloween Town hat die Gesangseinlage von Oogie Boogie einen starken Mississippi-Voodoo-Einschlag, a la Bösewicht in Princess and the Frog, mit viel Neonfarben.

Doch der Großteil des Filmes gibt uns natürlich die düsteren Gestalten des zentralen Halloween Towns. Voller Anspielungen an Horrofilmen oder allgemein Ikonen, mit Vampiren, Wolfmännern, Lagunenmonstern, Hexen, Skelettbäumen etc. pp. Es ist einfach eine Freude, dem fröhlich-diabolischen Treiben der Einwohner in der Stadt zuzusehen, die gut und gerne die Kulisse fürs Kabinett des Dr. Kaligari sein könnte. Ein wenig wie beim Zuschauen der Addams Familiy, wirklich, denn eigentlich sind alle recht gut gelaunt und herzig, haben halt nur einen Fetisch für Mord und Totschlag und andere Horror-Dinge – was ja an sich auch kein Problem ist, da sie alle untote Monster sind, schaden sie sich gegenseitig nicht dauerhaft.

Da kann ich es sogar verzeihen, dass das Finale genau genommen etwas aufgesetzt wirkt. Sally mag Jacks Traum nach mehr teilen, doch so wirklich viel den Film über miteinander sprechen tun sie genau genommen gar nicht, noch hört Jack häufig überhaupt richtig zu in seiner Weihnachts-Obsession. Von daher kommt seine „ups nur noch eine Minute bis zu den Credits“ Liebeserkenntnis etwas plötzlich. Genau wie Oogie Boogie kaum Screentime bekommt, aber dann eben doch als Bösewicht für ein großes Finale hinhalten muss, weil ein Film eben ein solches braucht – statt einfach damit zu enden, dass Jack Weihnachten vermasselt und dann Santa Claus dazu bringt, den Feiertag doch noch zu retten. Das wirkt ehrlich gesagt ein wenig, als wäre beides in der ursprünglichen Idee nicht drin gewesen und dann schnell eingefügt, weil es mehr in die konventionelle Filmstruktur gebracht werden muss.

Aber für mich ist Nightmare before Christmas sowieso mehr ein Film des Styles over Substance, bei dem es mir mehr darum geht die charmant-schräge Welt und den Manierismen der Horrorgestalten zuzuschauen, und zusammen mit den unglaublich Ohrwurmigen Songs bin ich somit voll für die ~70 Minuten des Filmes unterhalten, leichtes Schwanken in der Storystruktur hin oder her.

disney57

Disney Sunday – Frozen

ava-1556Ich stelle jetzt mal eine wagemutige Behauptung auf, die sich in den kommenden Jahren noch bestätigen muss: Disney und Pixar können nicht gleichzeitig gute Filme machen, sondern wiegen sich immer gegenseitig auf. Als Disneys Renaissance ihrem Ende entgegen ging, und sie anfingen schlechte Filme zu machen, wurden die Pixar-Filme erst so richtig gut. Jetzt steht Disney mit Tangled und Frozen gut und gerne vor einer zweiten Renaissance (was sich auch noch in den kommenden Filmen bewahrheiten muss), während die letzten Pixar-Filme Monster University, Brave und Cars 2 waren, die wohl kaum jemand zu deren besseren Output zählen würde. Just saying, you heard it here first!

Frozen basiert auf Die Schneekönigin, aber ungefähr so stark, wie Tangled auf Rapunzel basierte: Quasi gar nicht. Es hört schon so ziemlich danach auf, dass es eine Frau mit Winterzauberkräften und ein vereistes Herz gibt. Die da wären unsere beiden Prinzessinnen Elsa und Anna. Elsa ist die (sprichwörtlich) coolste Schwester, die man nur haben kann, immerhin kann sie mit ihren Kräften aus dem Nichts Schneemänner und Eislaufbahnen zaubern. Dummerweise verletzt sich beim Übermut Anna und muss von den Trollen gerettet werden, woraufhin die Eltern der beiden das Schloss vor der Öffentlichkeit und damit ihre Töchter vor der Außenwelt verschließen, damit Elsa erst die Kontrolle über ihre Fähigkeiten lernen kann. Ihr wisst schon, Jahre lang von allem und jedem abgeschottet in ihren dunklen Raum eingeschlossen – das Zeug, aus dem Batman-Bösewichte entstehen.

Wie das mit den Eltern von Disney-Protagonisten, besonders in ihren „Prinzessinnenmärchen“ so ist, begehen die Eltern natürlich zwischenzeitlich den Fehler zu sterben, und es ist etwas unklar, wer sich um die beiden Teenager oder die Landesgeschäfte gekümmert hat, doch nun ist Elsa jedenfalls 18 und die Krönungszeremonie als neue Herrscherin des Landes steht an, was beide ziemlich aufgeregt macht, da die quirlige Anna endlich das abgeschottete Leben los wird, Elsa weil sie ihre Kräfte immer noch nicht ganz kontrollieren kann und als „Hexe“ aufliegen könnte.

Was letztendlich im Trubel auch geschieht, ausgelöst von Anna, die sich auf den ersten Blick und über eine Gesangseinalge unsterblich in Prinz Hans verliebt hat, weswegen die beiden sofort heiraten wollen, weil der halbe Tag, den sie sich bisher kennen nicht angetraut verbracht zu haben bereits zu viel war – was wiederum Elsa etwas aufregt. Sie flieht also in die Berge, hat ihren Motvationssong, während sich Anna mit Waldschrat Kristoff auf macht, ihr zu folgen, um sich zu entschuldigen, die Schwester nach Hause zu bringen, und nebenbei den ewigen Winter zu beenden, den Elsas Ausraster so ein klein wenig ausgelöst hat.

Mir hat Frozen außerordentlich gut gefallen, und ich habe hier wirklich kaum etwas zu meckern. Der Film ist unglaublich charmant und witzig. Sicherlich, Anna ist die typische Quirky Heroine, die in modernen Animationsfilmen sein muss, etwas tollpatschig, etwas schräg, etwas vorlaut, aber voller Energie und mit dem Herz am rechten Fleck. Wir kennen das ja, aber es wirkt hier durchaus, da die Synchronsprecherin und die rasante Animation ihr wirklich extrem viel Charme geben. Und es gibt einfach so viel zum Schmunzeln im Film, da er stellenweise tatsächlich ein klein wenig Disney-Selbstparodie ist. Die meisten Songs – der allseits bekannten Supernummer „Let it go“ mal ausgenommen – sind beispielsweise alles andere als Ernstnehmbar, so wie das Treffen von Anna und Hans und ihre sofortige Liebe wie in großer Scherz dargestellt ist, anschließend von diversen Charakteren hinterfragt wird, und gegen Ende sogar in einen Plottwist eingebaut ist.

Selbt den Comic Relief konnte ich nicht nicht mögen. Das Rentier ist echt toll in Zusammenarbeit mit Kristoff. Als der Schneemann auftauchte war ich sofort gegen die Idee, da er eindeutig nichts im Film zu suchen hat, außer Zeit zu füllen und sich gut auf Merchandise zu machen – aber er war wirklich witzig und mir sympathisch und im Gegensatz zu den Wasserspeiern in Hunchback wirkte er halt in einem eh schon immer wieder scherzenden Film nicht deplaziert. Die Gesangseinlage der Trolle war ein wenig mehr Lückenfüller-esque, aber immerhin bekommen die auch kurz was im Plot zu tun.

Nein, wenn es wirklich einen kleine Makel im Film für mich gibt, dann ist es das er nicht ganz genug Anna und Elsa bringt. Für einen Film, der letztendlich mehr um Familienzusammenhalt denn „Prinzessin findet ihren Prinz“ sich drehen will, gibt es erstaunlich wenig Szenen zwischen den Schwestern. Nachdem Elsa flieht und bevor das Finale anbricht, haben die beiden nur eine kurze Interaktion miteinander, was im Nachhinein, gerade wo der „Akt wahrer Liebe“ vorhersehbarerweise nichts mit dem „Prinzen“ sondern familiärer Liebe zu tun hat, doch etwas wenig wirkte. Vielleicht hätten einfach ein paar Flashbacks in die Kindheit eingestreut werden sollen, oder nachdem Anna die Trolle besucht jene sich an die wahren Ereignisse wieder erinnern lassen sollen. Etwas in der Art. So niedlich und spaßig Anna und Kristoff zusammen sind, ein wenig mehr Elsa und Anna hat mir einfach gefehlt. Vielleicht sogar einfach ein wenig mehr Elsa allgemein, immerhin ist sie als diejenige, deren Macht ihre Liebsten in Gefahr bringen könnte, deren „Freiheit“ auch absolute Isolation bedeutet, genau genommen der interessantere Charakter der beiden Mädels. Beides kleine Probleme, die mir eh erst aufgefallen sind, als der Film rum war, weil ich während der Laufzeit zu gut vom Rest unterhalten war.

Aber so wie er steht ist Frozen immer noch ziemlich geil, die Partikeleffekte von Schnee und Eis und dem Lichtspiel auf jenen wunderschön, der nie komplett abebbende Humor wirklich spaßig aber nicht dick aufgetragen oder ablenkend, die Charaktere alle sympathisch – es ist einfach eine wirklich rasanter, frischer und charmante Fabel. Weiter so Disney.

disney56

Disney Sunday – Planes

ava-1551In 2013 hatte Disney gleich zwei Kinofilme am Laufen, da Planes eine gewisse Anomalie darstellt. Die Sache ist die, Disney hatte schon immer die Option Spinoffs zu Pixar-Filmen zu machen, und nun gehören die beiden ja eh zusammen. Und so sehr die Cars-Filme allgemein bekannt deren schlechtestes Output darstellen, so beliebt sind sie mit kleinen Kindern, und so verkaufsträchtig kann man Merchandise zu den grinsenden Spielzeugautos an den Mann bringen. Also hat Disney die Franchise um Flugzeuge erweitert, zunächst nur als billige Direct-to-DVD Produktion gedacht, wurde es dann jedoch kurzfristig auf ein Kinorelease verlegt.

Und wirklich, World of Cars: Planes ist mitnichten schlechter oder besser, als Pixars von Beginn an als Kinoreleases geplante Filme, von denen dieser hier abstammt. Auch dieser hier hat, ähnlich dem Erstling, eine absolut lasche Standardhandlung: Ein legendäres Rennen startet auch dieses Jahr, und unser Protagonist träumt davon, jenes zu gewinnen. Jedoch ist er lediglich ein Streuflugzeug, gebaut für den langsamen, bodennahen Flug über die Felder des Hinterlandes. Das hält ihn allerdings nicht auf dennoch beim Zulassungsrennen mitzumachen, zu aller Überraschung fliegt er auch super schnell, kommt allerdings auf Platz 6, nur die ersten fünf schaffen es jedoch ins Hauptrennen.

Allerdings scheidet einer aus, Dusty ist nun also doch im Rennen um die Welt dabei, bekommt ein Upgrade von der Mechanikerin, die ihm zunächst nichts zugetraut hat, moralische Unterstützung vom besten Freund, der als einziger dumm genug war, an seinen Traum zu glauben, und sogar eine Trainingsmontage vom legendären Militärflieger, der ihm ebenfalls zunächst abriet.

Ich denk man kann sich denken, wie das weiter abgeht. Dusty fliegt um die Welt, wird als Underdoug zu Everbody’s Darling, ein wenig Verrat hier, neue Freundschaften dort, ein nicht fair fliegender Schurke am Ende. Und seine Höhenangst bekommt er genauso überwunden, wie der alte Militärflieger sein Kriegstrauma. Ach ja, der hat eins, was etwas seltsam war. Ich mein, dass irgendwann raus kommt, das jener nicht der Held ist, den er vorzugeben schien, war ja klar. Aber in der letzten halben Stunde des ziemlich ereignislos-seichten Filmes voller kunterbunter Farben plötzlich einen WWII-Flashback zu haben, in dem sein ganzes Platon abgeschossen wurde, wirkte schon irgendwie wie aus einem völlig anderen Film.

Also wie bereits erwähnt: Planes vom Disney Toon Studio tut sich qualitativ absolut nichts zu Cars von Pixar. Was sicherlich keine Auszeichnung ist, bedeutet es doch das auch dieser Film hier maßgeblich langweilig ist, wenn auch ultimativ harmlos, da er einem nicht mal genug Ansatzpunkte gibt, um sich drüber aufzuregen. El Chupacabra ist ganz witzig, und die Szenerien, die durchflogen werden sind farbenfroh und hübsch anzusehen, aber auch Planes wird wirklich niemanden über dem zehnten Lebensjahr davon abhalten, nicht schlichtweg dabei wegzudösen. Hilft natürlich nicht, dass ich als Kind der 80er/90er mit „Wenn du fest genug daran glaubst, kannst du alles erreichen“-Underdog-Geschichten zum Erbrechen zugeworfen wurde, so dass ich mein Leben lang genug von jenen haben werde.

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Disney Sunday – Wreck-it Ralph

ava-1545Wreck-it Ralph bedient sich zwei Dingen, die sehr modern sind. Das erste davon wäre die Sympathie für Außenseiter. Hübsche Gutmenschen sind uns mittlerweile zu langweilig, ein missverstandener Antiheld hingegen bekommt von uns direkt Brownie Points. Und die andere Sache ist Nostalgie. Sicher, die „früher war alles besser“-Einstellung gab es schon immer, doch keine Generation fing damit so jung und extrem an, wie unsere Heutige. Leute in ihren 20ern erinnern sich schon zurück an die besseren Zeiten, als sie Kinder ohne Verpflichtung waren, und statt moderner Mist im Kinderprogramm nostalgischer Mist lief, den sie mochten. Und Videospiele natürlich, endlich ist diese Form des Unterhaltungsmediums alt genug, um snobistisch Retro sein zu dürfen, alles Moderne als CoD-AAA-Müll abzutun, und auf die eigene Kindheit mit 8/16/32/64bit zurückzuschauen.

Eben genau dort setzt Wreck-it Ralph an. In einem Spielautomaten mit Namen Fix-it Felix Jr., der seit 30 Jahren in der mittlerweile aussterbenden Arcade verbracht hat. Nur das Ralph als Bösewicht seines Spieles von den freundlichen NPCs missachtet wird, immer nur der helfende Felix die Medaille bekommt, Ralph einsam auf seiner Müllhalde verbringen muss, und nach Spielhallen-Schluss in einer Therapiegruppe missverstandener Bösewichte verbringt, deren nettes Motto „I am bad and that is good, I will never be good and that’s not bad, there’s no one I’d rather be than me“ ist – Disneys typischer Aufruf zur Selbstakzeptanz.

Dieser Teil ist sicherlich ganz cool, mit all den Referenzen zu alten Spielefranchises, egal ob jene überhaupt je einen Arcade-Automaten hatten, oder nicht. Wir sehen offensichtliche Typen wie Bowser, Dr. Robotnik, Sonic und Pac-Man, aber auch vergessene Hits wie Q*bert oder Tapper. Das dies natürlich nicht anhält, hätte aber jedermann bewusst sein müssen. Retro-Nostalgie für Leute in den 20ern und 30ern ist ganz niedlich als Aufhänger, aber Disneys Zielpublikum sind natürlich wesentlich jüngere Kinder, die so sehr sie Block-Graphik-Spiele wie Minecraft oder 2D-Sidescroller wie New Super Mario Bros. lieben, dennoch herzlich wenig mit Namen anfangen können, die vor 15 Jahren zuletzt fielen.

Also macht sich Ralph auf seine Reise selbst eine Medaille zu bekommen, damit er endlich im Apartmenthaus mit allen anderen in Fix-it-Felix leben darf. Und jene findet er ziemlich schnell im neuen Rail-Shooter Hero Duty. Nur dass er anschließend eine Bruchlandung im Fun Racer Sugar Crush hinlegt, ein Alien aus dem FPS im Schlepptau. Dort freundet er sich mit der wahren Identifikationsfigur fürs Zielpublikum an: Die niedliche Vanellope von Schweetz, die leider ein Glitch-Charakter ist und deswegen von allen anderen gemobbt wird und nicht an den Rennen teilnehmen darf. Da Ralph sich mit dem Außenseitertum identifizieren kann, und die kleine eh seine Medaille geklaut hat, beginnt er ihr dabei zu helfen die Siegerin des nächsten Rennens zu werden, damit sie in den Roster der spielbaren Charaktere aufgenommen wird.

Bis hier hin, was so ungefähr die 1-Stunden-Marke ist, war mir Wreck-it Ralph sehr gefällig. Wie gesagt habe ich mich vom Trailer nie fehlleiten lassen, zu erwarten, dies wäre ein Nostalgie-Trip für die etwas älteren unter uns, und somit nicht bemängelt, als das kreative Setting der ersten Vierteilstunde in eine relativ Handelsübliche Story um missverstandene Außenseiter, Selbstakzeptanz und innere Stärke, und hilfreiche Freundschaft abrutschte. Ich mein, der Seitenhieb auf FPSes war nett, das Land von Sugar Rush ist kunterbunt und mit seinen Wortspielen niedlich, die schlagfertige Vanellope süß, sowie das Weib aus dem Shooter unterhaltsam, und das Felix sich tatsächlich auf den Weg macht Freund Ralph zu suchen nett.

Für die nächsten 20 Minuten verlor mich der Film dann aber ehrlich gesagt etwas, weil er mir einfach zu tropy wird. Natürlich gibt es ein Missverständnis zwischen Ralph und Vanellope, durch den die Freundschaft bricht. Natürlich gewinnt er sie dennoch wieder. Natürlich ist Ralph am Ende der Held statt der Bösewicht. Natürlich zaubert der Film dann doch einen Antagonisten aus dem Hut, statt einfach mal auf einen zu verzichten, der gegen Ende sogar zu einem großen Monster mutiert, das besiegt gehört. Natürlich ist Vanellope nicht wirklich ein Glitch. Das alles ist so schematisch und so gehabt, dass ich zwischenzeitlich tatsächlich etwas enttäuscht hat. Das Finale ist dann wieder so herzig, dass es mich zurückgewinnen konnte, aber diese 15-20 Minuten dazwischen war ich doch etwas „meh“ eingestellt. Ich weiß nicht, zumindest auf ein paar Klischees hätten wir doch verzichten können, die Handlung etwas atypischer aufbereiten könne, oder nicht?

Das ist etwas schade, denn ansonsten hat mir der kunterbunte, rasant-witzige Film vollen Unterhaltungswert geliefert, wenn da der kleine Durchhänger nicht gewesen wäre, ich hätte ihn prompt unter einen der besten Disneys stellen können.

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Disney Sunday – Mars Needs Moms

ava-1539Mars Needs Moms ist nach A Christmas Carol der zweite und bereits letzte Film, der in Zusammenarbeit von Disney und den ImageMovers entstanden ist. Was wohl maßgeblich daran liegt, dass der Film eine Box-Office-Bombe war, und zwar die größte in Disney-Historie, sowie eine der größten in amerikanischer Filmgeschichte überhaupt. Oder salopp gesagt: Keine Sau wollte ihn sehen.

Die Handlung ist schnell erzählt: Milo und seine Mom haben eine kleine Auseinandersetzung über das Essen von Brokkoli, was Milo zum Kurzschlusssatz führt, sein Leben wäre besser ohne sie. Karma is a bitch, und so wird seine Mutter prompt von Marsianern entführt. Warum? Weil der Mars eben Mütter braucht. Genau genommen ist es eine weibliche Militärgesellschaft, ein futuristischer Polizeistaat komplett aus Frauen sozusagen, die keine Mütterlichkeit haben, und deswegen alle 25 Jahre eine Erdenfrau klauen, um ihre Kindermädchen-Roboter mit deren Persönlichkeit zu programmieren, damit sie den Mars-Nachwuchs großziehen.

Der Film besteht nun also daraus, wie Milo versucht, seine Mutter zu retten. Dabei trifft er kurz auf die behaarten Hippie-Marsmänner, die in der Müllhalde unter der blankpoliert-grauen Stadt der Frauen leben, auf den seine Mutter beim letzten Mal verlorenen und nun hier festsitzenden Manchild Gribble, sowie die von schlechten 70er-Jahre Comedies begeisterten Marsfrau Ki.

Mars Needs Moms ist nicht der schlechteste Film mit dem Disney-Logo aller Zeiten, der große Reinfall an den Kinokassen war definitiv Desinteresse mehr denn fehlende Qualität. Zumindest gibt es schlechtere Filme, die mehr Kasse gemacht haben. Einer der bessern Filme mit dem Disney-Logo ist er freilich auch nicht, von daher kann ich diese „who cares“-Einstellung dem Film gegenüber durchaus verstehen.

Ich habe grundsätzlich kein Problem mit dem recht einfachen und geradlinigen Plot, zumal er mit viel rasanter Kamerafahrt und Action durchaus nicht langweilig wird. Als Erwachsener finde ich natürlich das Fehlen der genaueren Beleuchtung des Marsvolkes ein wenig schade. Mars Needs Moms hat als zentrales Thema nämlich nicht nur „was wären wir ohne Mütter“, sondern ein Stück weg schlicht „was wird aus Männern, wenn es keine Frauen gibt?“. Nicht nur durch Gribble, der ohne Mutter aufwachsen musste, sondern auch eben die Marsgesellschaft an sich, die ohne Gefühle herangezüchtet wird, während die Männer ohne die Frauen den ganzen Tag nur wie eine Hippie-Commune dumpfen Spaß haben. Als Kinderfilm geht Mars Needs Moms da natürlich nicht genauer drauf ein und charakterisiert da etwas überspitzt-oberflächlich. Im Prinzip basiert das hier auf dem Klischee, dass Männer ihren Spaß haben, bis Frauen um die Ecke kommen und ihn ruinieren, weil sie sie dazu zwingen erwachsen zu werden. Nein, was mir da hingegen schon etwas mehr fehlt, ist die Herzlichkeit der Sache. Für eine Story, in der ein kleiner Junge bis zum Mars geht und alle möglichen Gefahren strotzt, um seine geliebte Mutter zu retten, wirkt mir der Film trotz allem die meiste Zeit über eher Emotionskalt. Ich mein, Ki mit ihrem Hippie-Slang ist ganz sympathisch, und es gibt zwei halbwegs bewegende Szenen – Gribbles Backstory und wenn Milos Mom fast stirbt – aber der Rest bewegt nicht wirklich.

Über die Motion-Capture-Technik müssen wir natürlich erneut ebenfalls reden. Hier fand ich es zum Großteil ganz in Ordnung. Die meisten Charaktere sind eh Aliens, es gibt nur drei Menschen zu sehen. Gribble und Milos Mutter finde ich nicht sonderlich Uncanny Valley… aber dann ausgerechnet Milo. Disney hat ja immer gern bekannte Namen auf den Postern, und so kam man auf die Idee, Seth Green das Motion Capture für Milo machen zu lassen. Denkt mal drüber nach. Die casten einen 40-jährigen Mann, dazu noch mit einem sehr distinguierten Gesicht, um einen 10-jährigen Jungen zu spielen. Milos Gesicht ist einfach super creepy. Mal ernsthaft, gab es zu der Zeit absolut keinen halbwegs bekannten 10-13 Jahre alten Darsteller auf dem Disney Channel, den man hätte für Milo nutzen können?

Was bleibt ist ein Durchschnittsfilm, dessen Kenntnis das eigenen Leben weder bereichert noch verschlechtert. Ein witziger Charakter und zwei gute Szenen sind immerhin mehr, als Dinosaur, Cars oder The Rescuers Down Under zu bieten haben.

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