Anime Quickies: Man with a Chainsaw, Spy with a Family, and a Witch that flies

ava-2749Und schon sind wir bei den nächsten Quickies angekommen im Medienkonsum. Statt um Videospiele geht es Heute allerdings zum Ausgleich um Anime. Davon hab ich nämlich auch im letzten halben Jahr oder so ein paar geschaut, die unabhängig ihrer Qualität nicht unbedingt vieler Worte gebrauchen.

Flying Witch

Bei Flying Witch handelt es sich um ein fast normales Slice of Life. Makoto zieht in ihrer Funktion ihr Handwerk zu lernen zu ihren Verwandten aufs Land. Hier wird sie in der Familie und auch Dorfgemeinschaft herzlich aufgenommen. Es vergehen Tage, in denen Felder beackert werden, oder ein Ausflug in die Landschaft gemacht wird, oder regionale kulinarische Spezialitäten verköstigt werden. Das einzig besondere ist, dass Makotos Handwerk eben das Hexenwerk ist.

In einigen Episoden treffen wir also auch auf übernatürliche Wesen, wie dem Bringer des Frühlings. Oder finden für Kaffee und Kuchen das verwunschene Bead and Breakfast einer anderen Hexe. Bauen eventuell neben dem Gemüse auch noch eine Mandragora für Zauberformeln an. Doch alles bleibt sehr Low Key und auf das einfache Leben beschränkt, die übernatürliche Komponente ist überraschend stark zurückgefahren. Macht nicht zwangsläufig spektakuläre, aber doch sehr angenehm zu schauende 12 Folgen aus.

The Girl From The Other Side

Basierend auf einem 11-bändigen Manga bekommen wir hier einen meditativen einstündigen Film geboten. In einem sehr monochromen bis gedeckten Stil, mit “tanzenden” Outlines, die sehr an ein Märchen-Bilderbuch erinnern. Eine Geschichte zwischen dem in Schwarz gehaltenem Menschenbiest von “Außen”, wo die Verfluchten leben, der nur als Lehrer bezeichnet wird. Und einem in Weiß gehaltenen kleinen Mädchen von “Innen”, wo die Menschen leben, die er am Waldrand findet und bei sich leben lässt.

Die Handlung besteht nun hauptsächlich aus deren Leben miteinander, der sich bildenden Freundschaft. Aber auch den ständigen Agitationen, die jene ausgesetzt ist. Sowohl von anderen “Äußeren”, wie aber auch von Menschen von “Innen”. Alles sehr warmherzig aber auch tragisch. Und vor allem ein sehr offenes Mood Piece, welches man audiovisuell auf sich wirken lassen und zu seinen eigenen Schlüssen kommen kann. Jeder kann sich selbst sehen in jenem selbsterfüllenden “Fluch”, der neben Depressionen ein Standin für jedes anderweitige eigene Problem oder ausgrenzenden Eigenschaft bedeuten kann. Genau so, wie die Handlung genausogut als generelle Meditation gegenüber Vorurteile und den Druck der Gesellschaft sich jenen zu konformieren, gesehen werden kann. Tragisch schön und offen für die eigenen Befindlichkeiten.

Chainsaw Man

Denji ist ein Teenager und ein armes Waisenkind, der sich mit allerlei Jobs durchschlagen muss. Wie auch mit Hilfe des kleinen Teufelchens Pochita gegen Teufel kämpfen. Bis er hintergangen wird und umkommt, doch dank eines Pakts mit Pochita als Chainsaw Man wieder aufwacht: Ein Halbteufel, der mit Kettensägen kämpft. Die Regierung stellt ihn vor die Wahl: Entweder exterminiert werden wie ein Teufel, oder in einer dafür eingerichteten Organisation gegen andere Teufel kämpfen.

Chainsaw Man ist ein Shonen Jump Hit-Manga, der letztes Jahr in eine langersehnte und weit gehypte Anime-Adaption von 12 Folgen gefasst wurde. Was interessant ist, ich hätte eher auf einen 24-Folgen-Run getippt. Jedenfalls war ich am Anfang etwas neutral der Serie gegenüber, sie kommt nämlich wie eine generische Shonen-Serie daher, mit allen nötigen Klischees, nur mit der Gewalt ein wenig hochgeschraubt. Doch über die 12 Folgen ist mir die Serie etwas nähergekommen. Denn nach den ersten Folgen, welche die Grundlagen des World Buildings und involvierten Charaktere legen, finden sich doch mehr und mehr auch ruhige Momente ein, die meine Highlights der Season waren. Wenn Charaktere in typische Shonen-Action-Setups gestoßen werden, aber dann anschließend eben auch gezeigt wird, was deren Aftermath ist, wie die Charaktere die Ereignisse verarbeiten. Fand die Serie dann doch recht gut, sobald ich mit ihr warm geworden war.

Jujutsu Kaisen 0

Bevor Gege Akutami seine Hit-Serie Jujutsu Kaisen begannt, zeichnete er bereits einen ähnlichen Manga, der zu dessen Blueprint werden sollte. Retroaktiv wurde dieser als Jujutsu Kaisen 0 und damit offizielles Prequel erneut herausgebracht. Und in der Wartezeit auf die zweite Staffel der Serie auch als ein Kinofilm animiert. Als Hauptcharakter haben wir Yuta, der vom sehr starken Geist einer Kindheitsfreundin besessen ist, die seine ihn quälenden Mitschüler umbringt. Gojo kommt vorbei und rettet Yuta vor seinem Aus, in dem er ihn Teil der Schulklasse zur Bekämpfung von Flüchen macht.

Da der Film nach der Serie animiert ist, hat er natürlich den Vorteil, die Ereignisse noch stärker in das narrativ einzuarbeiten, als der vorher gezeichnette Manga das tat. Dennoch lässt sich häufig sehen, was der Prototyp wofür war. Yuta beispielsweise kommt daher wie ein Progo-Megumi. In der Serie war er übrigens noch nicht zu sehen, sondern lediglich kurz erwähnt worden. Jedenfalls haben wir es hier eben einfach mit mehr Jujutsu Kaisen zu tun. Auf großer Leinwand. Jede Menge coole Action bekommen wir geboten. Einiges an sympathischen Charakteren. Es waren gut unterhaltende 105 Minuten. Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass es eventuell doch etwas kurzangebunden war. Manchmal fühlt sich der Film so an, als würde man die ersten und letzten paar Folgen einer vollen Season schauen, im Mittelteilt fehlt einem etwas.

Spy x Family

Auch kürzlich zu Ende gegangen ist die erste Staffel von Spy x Family, welche in zwei Parts von 12 und 13 folgen mit kurzer Pause zwischen ihnen ausgestrahlt wurde. Hier haben wir es mit einem Spion zu tun, der einem Politiker nahekommen muss. Als Plan wird ausgetüftelt dies über dessen Sohn zu machen, der auf eine Privatschule geht. Also werden sowohl eine Frau wie ein Kind gesucht, mit denen er vorgeben kann, eine Familie zu sein. Natürlich dürfen die nichts davon wissen, dass er ein Spion ist. Dafür weiß er allerdings auch nicht, dass er sich als Frau ausgerechnet eine Killerin und als Tochter eine Gedankenleserin herausgesucht hat.

Und so beginnt der nicht alltägliche Alltag dieser ungleichen Familie voller Geheimnisse. Was in der Serie allerdings als ziemlich fluffige Wohlfühl-Comedy dargestellt ist. Die Charaktere sind einfach unglaublich herzig und sympathisch und wollen tatsächlich ihr Bestes geben, nicht nur für die Mission, sondern füreinander als Familie. Sie wachsen zusammen und wollen nur Gutes füreinander. Und gleichzeitig gibt es natürlich viel Situationskomödie zwischen dem wohligen Familienleben und ihren doch brutalen “echten” Berufen und diese voreinander geheimzuhalten. Highlight ist sowieso das kleine Mädchen, die als Psi-Begabte als einzige die Geheimnisse aller lesen kann, jene aber in ihrem kindlichen Hirn als super spannend hält, und die regelmäßig witzige Fratzen schneidet. Spy x Family war eines meiner Highlights an Wohlfühlserien im letzten Jahr. Absolute Sehempfehlung.

Finding Family: Erased & Kotaro Lives Alone

ava-2742Nachdem wir zuletzt zwei Spiele über den Verlust von Familie behandelt haben, kommt es nun zum Gewinn einer solchen in Form zweier Anime. Ganz undramatisch läuft es dennoch nicht ab, denn beide Serien haben häusliche Gewalt und Kindesvernachlässigung zum Thema. Es geht darum, eine Familie auch außerhalb der Blutsverwandtschaft finden zu können. Handlungen darüber, dass Blut nicht immer dicker als Wasser ist, und dass man eben nicht schreckliche Familienangehörige tolerieren muss, nur, weil sie Familie sind, räsonieren mit mir immer recht gut.

Beide Serien erfreuten sich übrigens guter Beliebtheit. Das Original ist jeweils ein Manga, welcher sowohl in eine Live Action Serie wie eine Anime-Staffel umgesetzt wurde. Eines der Projekte hat sogar eine Buch-Adaption zu bieten.

Erased beginnt mit Satoru, der ein ganz normaler Kerl von fast 30 ist, mit einer kleinen Ausnahme. Er hat eine Fähigkeit, die er „Revival“ nennt: Wenn er Zeuge von besonders tragischen Ereignissen wird, wird er wenige Minuten in die Vergangenheit katapultiert. Für ihn ein eindeutiges Zeichen, dass er auserkoren ist jene dann zu verhindern. Anerkennung bekommt er dafür natürlich nicht, denn für alle anderen ist die Tragödie nie geschehen.

Eines Tages kommen er und seine Mutter auf eine Mordserie aus Satorus Jugend zu sprechen. Als er noch in die Grundschule ging, wurden einige Mädchen entführt und getötet. Das scheint das Hirn seiner Mutter, eine Ex-Reporterin, auf die Sprünge zu bringen, die nach all den Jahren eine Theorie zu entwickelt, wer der Mörder war. Noch bevor sie Satoru allerdings das mitteilen kann, wird sie in ihrer Wohnung umgebracht. Satoru findet nicht nur ihre frisch ausblutende Leiche vor, sondern wird auch direkt von der herbeigerufenen Polizei überrascht und für den Mörder gehalten. Das ist ein großer Schock. Allemal groß genug für ein Revival. Doch überraschend findet sich Satoru nicht fünf Minuten vor dem Tod der Mutter wieder, sondern im Körper seines 10-jährigen Ichs wenige Tage, bevor die Mordserie an den Kindern beginnt.

Die Mission ist also klar: Satoru versucht diese Morde zu vereiteln. Allen voran, indem er das erste Opfer unter die Lupe nimmt: Kayo. Die ging wie alle Opfer zwar an seine Schule, unternahm aber nie wirklich viel mit ihren Klassenkameraden und war stattdessen oft alleine. Natürlich ein ideales Ziel für einen Kidnapper. Was Satoru nun über die Zeit allerdings herausfindet ist, dass ihre Mutter sie schwer misshandelt. Eine Freundschaft und Beschützerinstinkte bauen sich auf. Und auch Satoru selbst kann nun, mit dem Denkvermögen eines Erwachsenen, wesentlich besser die Dinge wahrnehmen, die seine alleinerziehende Mutter für ihn tut.

Insgesamt ist die Serie also zweigeteilt. Der oberflächliche Handlungsstrang ist natürlich die Mordserie und wie sie vereitelt werden kann. Herausfinden, wer dahintersteckt. Wobei ich ehrlich gesagt das schon ab der zweiten Episode gerochen hatte, weil ein Charakter einfach die perfekte Möglichkeit hatte, sich sowohl Wissen über die Kinder und deren Tagesablauf anzueignen, wie deren Vertrauen zu gewinnen, um sie mit ihm gehen zu lassen. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass jener Aspekt komplett flach fiel für mich. Zum einen konnte ich mir ja nicht sicher sein, und zum anderen gibt es halt dann dennoch immer noch die Frage, wie eine Gruppe Kindheitsfreunde einen Mörder aufhalten können.

Der andere Aspekt ist eben der von Freundschaft und Familie. In den Müttern von Satoru und Kayo finden wir zwei sehr unterschiedliche Enden der Elternschaft. Kayo in die Freundesgruppe von Satoru aufgenommen zu sehen und auch Hilfe seiner Mutter zu bekommen, zu sehen wie sie daran erblüht und wächst, ist wirklich sehr charmant umgesetzt. Aber auch die Probleme, die sich stellen, ihr überhaupt helfen zu können oder ihr klar zu machen, das was mir ihr passiert ist nicht richtig ist, werden aufgezeigt. Man fiebert mit den Kindern mit und will sie alle glücklich aus der Sache rausgehen sehen.

Von daher nicht nur ein guter Krimi, sondern auch eine gute emotionale Resonanz, die einem Erased über seine 12 Episoden auftischt. Auch wenn das Ende etwas plötzlich wirkt, aber ich finde die Reise dahin war eh der wesentlich wertvollere Part an der Geschichte.

Die andere Serie ist Kotaro Lives Alone. In jener geht es um den 4-jährigen Kotaro, der ganz alleine in einen neuen Apartment-Komplex zieht. Und um die Freundschaften, die er mit den erwachsenen Mietern der anderen Einheiten nach und nach aufbaut. Das alles ist hier wesentlich episodischer und weniger dramatisch dargestellt, die 10 Episoden noch mal in kleinere Einzelgeschichten unterteilt. Eben ein Slice of Life mit einem etwas seines Alters untypischen Hauptcharakters.

Denn natürlich gibt es einen Grund, warum Kotaro alleine lebt. Wir finden nach und nach heraus, dass seien Eltern ihn vernachlässigt haben. Häufig schon schlichtweg durch das Verhalten, was Kotaro an den Tag legt. Die Serie ist oftmals ziemlich humorig aufgezogen, scheut sich aber auch nicht davor zurück, einem den Lacher im Halse stecken zu lassen. Vieles vom etwas seltsamen Verhalten Kotatros beispielsweise startet als kleiner „Ist der nicht ein schräges Kind?“-Witz, nur um dann zu offenbaren, dass dies eine durch Trauma verursachte Verhaltensweise ist. Sein Nachbar wundert sich zum Beispiel über die Eigenschaft, dass für Kotaro Taschentücher von guter Qualität wichtig sind. Er kauft immer die teuersten, gerät mit dem Verkäufer sogar in lange Gespräche über die besten Marken, hat als Einzugspräsent den anderen Bewohnern Taschentücher überreicht. Super schräg, dass ein 4-Jährige sich so sehr für Taschentücher begeistern kann, nicht? Später am Abend schaut der Nachbar fern und in einer Talkshow berichtet ein Gast, dass seine Eltern so gut wie nie zu Hause waren und auch vergasen, ihm Essen bereitzustellen. Im Hunger aß er selbst Taschentücher, und erwähnt das die teuren mit Aroma richtig angenehm süß schmecken.

Was ich dabei besonders interessant fand, ist, wie lapidar die Serie das oft hinstellt. Ganz realistisch und ohne extra groß blumige Inszenierung. Wenn Kotaro aus mit Pappkrone aus dem Kindergarten kommt, und die Nachbarn überrascht sind, da dies bedeutet das er Geburtstag hat und ihnen nichts davon sagte, antwortet Kotaro schlichtweg „Ach so, mir war nicht klar, dass mein Geburtstag wichtig ist“. Weil für ihn als Kind ist die Behandlung, die er von seinen Eltern genossen hat, ganz normal. Anstatt das Publikum groß mit Tränen und Musik manipulieren zu wollen, vertraut die Serie darauf, dass wir auch ohne dies mit und für ihn fühlen können. Das macht die Situation umso realer.

Definitiv eine weitere Highlight-Serie für mich. Bei der man mal mit Kotaro lachen und mal für ihn fühlen will. Und all den Bekanntschaften, die er schließt und die ihm unaufdringlich zu helfen versuchen. Die eine neue kleine Familie für ihn werden.

Meals & Music: What Did You Eat Yesterday & Given Redux

ava-2737Jetzt wird es wieder etwas queer hier. Mit zwei Boys Love Franchises, die schon früher mal besprochen waren, von denen ich nun aber jeweils einen Film und ein Special sehen konnte, die auf jene vorig besprochene Serie aufbauen. Beide basierend auf einem Manga, aber die eine Umsetzung in Anime, die andere hingegen in Realitätsverfilmung.

Wir beginnen mit What Did You Eat Yesterday? Davon habe ich in 2020 die 12-teilige TV-Serie von 2019 gesehen. Und fand das Slice of Life eines älteren und bereits lang etablierten Schwulen-Paares, zentriert um Häusliches und Kochen, sehr angenehm wohlfühlig. Mittlerweile wurde das erweitert, wenn auch nicht um eine weitere TV-Staffel, wahrscheinlich auch weil die Hauptdarsteller relativ gut gebucht sind und von daher eher mal zum Filmen eines Filmes statt einer längeren Staffel zu haben sind.

In 2020, das Jahr folgend auf die TV-Serie, erfolgte beispielsweise ein Neujahresspecial, welches in 75 Minuten im Prinzip einen TV-Film darstellt. Und in 2021 kam dann der „richtige“ Film raus, welcher volle 120 Minuten füllt. Das Special folgt unseren Charakteren dabei mehr oder minder über ein Jahr hinweg, mit immer mal wieder eingeblendetem aktuellen Datum, und hat drei Handlungen hintereinander gereiht. Die erste und letzte jeweils über das Hauptpaar Shiro und Kenji, der Mittelteil um das Nebencharakter-Paar Wataru und Daisaku. Ein bisschen also, als würde man drei weitere Episoden der Serie als Bonus bekommen, nur alle auf einmal. Der Film ist da schon etwas stringenter von seinem Verlauf her, wobei die Natur der Sache Slice of Life im Prinzip dennoch verschiedene Lebensepisoden der Reihe an bekannten Charakteren auftischt, nur alles hier direkt ineinander verwoben ohne den episodischen Charakter.

Dabei bieten beide im Prinzip natürlich mehr vom Gleichen an. Relativ bodenständige Alltagsangelegenheiten des japanischen Paares im mittleren Alters, die halt zufällig schwul sind. Einer davon ein etwas unterkühlter Anwalt, der andere ein klischeehafterer Friseur, also ist auch ein wenig komödiantische Reibung da, wenn es um jene Unterschiede geht. Beispielsweise startet der Film damit, dass Kenji von Shiro auf einem romantischen Urlaub ausgeführt wird. Was seinem Charakter eher weniger entspricht, wie gesagt ist er emotional eher unterkühlt und schaut zudem eigentlich sparsam auf jeden Yen. Was Kenji sogar dazu bringt, zu denken, Shiro mag eventuell tödlich erkrankt sein, bis jener das Missverständnis aufklären kann. Ok, das klingt jetzt eventuell nicht wie ein guter Witz, aber die Situation ist schon sehr amüsant, da uns ja klar ist, dass es nichts lebensgefährliches sein wird und Kenji übertreibt.

Aber es gibt auch ein paar ernstere Momente im Leben der beiden zu sehen. Der wahre Grund für den Urlaub ist beispielsweise, weil Shiro seinem Partner beibringen will, dass seine Eltern ihn doch nicht mehr zu Neujahr sehen wollen. Und das, nachdem Shiro ihn in der letzten TV-Folge endlich mit zu ihnen nahm und alles gut lief. Doch seine Mutter hatte wohl anschließend einen Zusammenbruch. Eine Sache der Problematik, dass die Eltern eigentlich vom Kopf her mit der gleichgeschlechtlichen Beziehung einverstanden sind und Unterstützung zeigen wollen, aber dann doch unterschwellig was nicht funktioniert. Und damit ist eine Krux des Filmes der, dass Shiro nicht so recht weiß, ob er weiterhin bei den Eltern zu Neujahr auftauchen und Kenji alleine lassen will oder es lieber mit ihm und ohne die Eltern verbringt.

Kommt natürlich dennoch alles zu einem netten Schluss für unser alterndes Pärchen, welches stärker denn je aus dem Film hervorgeht.

Auch Given hat einen Film spendiert bekommen. Da schrieb ich ja, dass ich es bei der 11-teiligen TV-Serie gut fand, dass sie ebenfalls bodenständig ist. In ihr ist das Drama etwas höher gewesen als What Did You Eat Yesterday, immerhin geht es hier auch um das Gefühlsleben von Teenagern. Aber dennoch fand ich gut, dass es die meisten Boys Love Klischees, zumindest die dicksten, umgeht und eine relativ wohlige erste Liebe präsentiert. Dieses Zusammenkommen von Mafuyu und Ritsuka ist wohl die erste Story-Arc des weitläufigeren Mangas, der von einem Pärchen zum nächsten wechselt.

Das etablierte Paar ist also hier Nebencharakter, stattdessen geht es um Haruki und Akihiko, die mit den beiden in einer Band sind. Haruki hat eindeutig Gefühle für Akihiko, gehintet wurde das ja schon in der Serie. Akihiko ist allerdings in einer ziemlich destruktiven On-Off Beziehung mit seinem Kindheitsfreund und Mitbewohner Ugetsu. Und hurt auch so gern mal bisexuell durch die Gegend, wann immer es ihm emotional mal wieder schlecht geht. Während Haruki dem zusehen oder ihm sogar helfen muss.

Ich mag den Film nicht. Ich mochte die beiden Charaktere, um die es geht, in der Serie sehr. Sie sind etwas älter, gehen bereits auf die Uni, und wirkten sehr charmant und witzig in ihrer damals noch platonischen Freundschaft. Gerade Akihiko war sehr erwachsen und aufgeschlossen. Von daher fand habe ich mich drauf gefreut, dass der Film darum gehen würde, wie diese beiden zueinander finden. Und ein Finger an der Affenhand verzerrte sich. Denn deren Beziehung ist genau das Gegenteil davon, wie Mafuyu und Ritsuka zusammengefunden haben. Es ist alles High Drama, alles super klischeehaft, und einfach insgesamt auch eine sehr toxische Beziehung. Akihiko macht Haruki Hoffnungen, geht doch wieder zurück zu Ugetsu. Es wird wild mit Fremden geschlafen, um dem jeweils anderen eines auszuwischen. Ja Akhikio versucht sogar den Verkehr mit Haruki zu forcieren. Welcher wiederum den ganzen Film über den Fußabtreter spielt und insgesamt sind einfach alle Charaktere hundsmiserabel für die ersten 50 Minuten bis es ins Finale geht und plötzlich die große Liebe sein soll. Vielleicht ist das alles hier in nur 60 Minuten statt einer ganzen Staffel komprimiert auch etwas viel auf einmal, aber dann wiederum würde mehr Spielzeit auch nichts daran ändern, dass die Beziehung nur aus roten Fahnen besteht.

Ne sorry, das war nichts für mich. Anschließend mochte ich die Charaktere gleich viel weniger. Zum Glück gibt es auch hier ein kurzes Special. Eines, was sich um das ehemalige Paar Mafuyu und Ritsuka dreht. Und was mochte ich das so viel mehr. Einfach schön eine Beziehung zu sehen, die stabil läuft und bei der beide miteinander Dinge bereden, anstatt vom Schlechtesten auszugehen, keinerlei Kommunikation zu betreiben, bis Missverständnisse sich aufblasen, und sich ständig in Selbstmitleid zu suhlen. Da können sich die beiden älteren Kerle echt ein Stück von den beiden Teens abschneiden, wenn es darum geht eine gesunde Beziehung zu führen. Endlich war meine Wohlfühl-Serie zurück, wenn auch nur für 25 Minuten.

Twilight of the Dark Master & Bio Hunter

ava-2717Als Einleitung darf diesmal wieder ein Schwank aus meiner Jugend herhalten. Damals zu goldenen Zeiten von Anime in Deutschland, als der Boom in der ersten Dekade der 2000er so richtig durchstartete, tauchten so einige Firmen auf den Anime-DVD-Markt auf. An eine kleine davon erinnere ich mich unerfindlicherweise immer mal wieder, allerdings nur durch deren publizierten Werke, nicht mehr deren Namen.

Warum das so war liegt glaube ich daran, dass selbst damals schon deren Line-up unglaublich altbacken erschien. Soweit ich weiß brachten die nur eine Hand voll 90er-Jahre Horror OVAs raus und das wars. Produziert von Studio Madhouse, also schon einem hoch-profilierten Studio, aber dennoch irgendwo ziemlich B- und C-Riege an Anime, die keiner so richtig kennt. Die man eben in den 90ern irgendwo unter all den anderen hartgesottenen OVAs wie Baoh oder MD Geist und Co. gefunden hätte, zu denen Mitte 2000 aber das Publikum so nicht mehr großflächig da war. Hatte immer ein wenig den Eindruck, dass da jemand ein super billig zu habendes Anime-Packet eingekauft hatte.

Aha! Ich habe mal kurz nachgeschaut. VLC Communications hieß die Firma. Und die haben auch Vampire Hunter D: Bloodlust herausgebracht. Wohl deren einzig großes Release. Ich wäre tatsächlich nicht überrascht, wenn die anderen Anime schlicht im Kauf-Packet mit drin waren. Das gibt es manchmal, dass ein Studio eine begehrte Lizenz nur ins Ausland abgibt, wenn es im Packet mit weniger Hitverdächtigem Material erstanden wird. Zwie habe ich jetzt mal nachgeholt, weil sie mir eben unbegründet immer mal wieder durch den Kopf schwirren: Twilight of the Dark Master und Bio Hunter.

twilightmaster

Twilight of the Dark Master spielt in einem dystopischen Tokyo der Zukunft. Shizuka hat ein romantisches Date mit ihrem Verlobten, als jener sich plötzlich in ein Monster verwandelt, sie angreift, und dann flieht. Das lässt die junge Frau nicht los, und sie sucht verzweifelt nach jemandem, der jenes Monster für sie jagt. Und findet letztendlich auch jemanden: Den andersweltlich-femininen und unterkühlten Shijo. Jener hat magische Fähigkeiten und es scheint sein Job, Dämonenverbrechen aufzudecken.

Nach einem Streifen durch das Rotlichtbezirk der Stadt findet jener allerdings heraus, dass dahinter eine große Pharmafirma steckt, die Drogen herstellt, welche zur Mosnterverwandlung führen. Und noch weiter dahinter steckt ein alter Dämon, der mit Shijo noch ein Wörtchen zu reden hat.

Die OVA ist gerade mal 45 Minuten lang und basiert auf einem einbändigen Manga. Ich hätte wirklich gedacht, dass der Manga wesentlich länger ist. Denn der Film schreit geradezu danach, dass hier eine komplexe Welt voller Plotlines in total kurzer Zeit abgerissen ist. Es ist erstaunlich schwer zu folgen, warum was gerade geschieht. Einfach, weil alles so schnell geht und Charaktere und Szenen die Hälfte der Zeit über aus dem Nichts zu kommen scheinen. Eine Cyberpunk-Zukunft, die nie erklärt wird. Drogen, die Leute in Monster verwandeln. Altertümliche Magier und Schutzgottheiten. Eine Legende über eine gespaltene Gottheit. Irgendwo dazwischen noch das menschliche Drama von Shizuka. Es ist ein wenig viel.

Aber was sieht das Ding gut aus. Twilight of the Dark Master ist 90er-Jahre Madhouse in ihren feinsten Zügen. Alles ist super durchanimiert. Und die Optik und Atmosphäre sind bestechend. Von den gigantischen nächtlichen Stadtlandschaften. Hin zu in Nebel und Reklamelichtern gehaltenen Szenerien. Stylische Antagonisten in traditioneller chinesischer Kleidung. Der gender-nonconforming Shijo mit seiner blassen Optik im tiefschwarzen Mantel. Wenn der Film als irgendwas funktioniert, dann als stylisches Moodpiece, dem man gern zusieht, auch nachdem abgeschaltet wurde, warum narrativ irgendwas geschieht.

biohunter

Auch in der Welt von Bio Hunter verwandeln sich Leute plötzlich in Monster, allerdings liegt es hier an einem mysteriösen Virus. Komada und Koshigaya sind zwei Biologen an der Universität, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, jene Monster zu jagen. Da Komada selbst infiziert ist, kann er sich nämlich in eines verwandeln, um die Seiten im Kampf auszugleichen. Eines Nachts treffen sie auf eine Hilfe-suchende Frau, die in die aktuelle Mordserie, welche die beiden investigieren, verwickelt zu sein scheint.

Auch das 60-minütige Bio Hunter basiert auf einem einbändigen Manga. Und wirkt erneut so, als wäre das Ursprungsmaterial wesentlich länger. Die OVA kommt ein bisschen wie der Pilotfilm zu einer Serie daher. Sozusagen der erste Fall unserer beiden Bio Hunter, bevor es dann in die Monster des Tages Episoden geht. Denn der Film endet nach einem Kampf gegen den aktuellen Hauptgegner etwas abrupt einfach. Bis dahin wirkt er außerdem erneut etwas gehetzt darin, möglichst viel Material unterzubringen. Der Handlung ist wesentlich einfacher zu folgen als Twilight of the Dark Master, aber die Szenen rauschen doch etwas plötzlich ineinander. Wobei überraschend viel Platz für trockene Exposition eingeräumt wird, bevor es dann wieder in ein ziemlich blutiges Monsterspektakel geht.

Während die Animationen erneut gewohnt gut sind, greift Bio Hunter allerdings auf eine eher bodenständige Optik zurück. Die Welt ist die unsere (nur mit einer Monsterepidemie) und auch das Charakterdesign ist realistisch gehalten. Dadurch wird der generische Splatterfilm dann aber eben nichtmal visuell über seine Maßen gehoben. Er bleibt ziemlich meh.

Anime Quickies: Boys Love in a Band and Yakuza at Home

ava-2697Willkommen zurück oh Freunde der japanischen Zeichentrickkunst. Auch Heute haben wir wieder eine Reihe an Anime auf einmal zu bieten. Allerdings nicht mehrere Einträge in der selben Franchise, sondern fünf eigenständige Serien, zu denen es sich anbietet, sie in relativen Blurbs zu halten.

Beastars Season 2

Die erste Staffel lies ja noch offen, wer der Mörder an der Schule der antropomorphen Tiere ist. In der zweiten Staffel findet das Legosi sogar relativ früh heraus. Und es entwickelt sich ein Psychospielchen zwischen den beiden, da Legosi ihn nicht so einfach auffliegen lassen kann. Währenddessen struggelt Louis damit, von einer Lichtgestalt zum Anführer einer Gang im Schatten der Gesellschaft gewechselt zu sein.

Die Serie ist weiterhin spannend und packend wie eh und jeh. Erneut wird viel das heikle Gleichgewicht im Zusammenleben von Herbivoren und Carnivoren behandelt. Im Gegensatz zur ersten Staffel ist diesmal allerdings die Sexualität kein so zentrales Thema, sondern es geht wesentlich stärker um Freundschaften. Weswegen Haru auch eine eher kleine Rolle hat und stattdessen die Dualität zwischen Legosi und Louis ins Zentrum rückt, die weiterhin gegensätzliche Seiten einer Medaille darstellen.

Jujutsu Kaisen

Yuji ist ein athletischer aber etwas fauler Schüler, der in die okulte Parallelwelt gezogen wird, als er versehentlich ein magisches Artifakt schluckt. Denn der mumifizierte Finger Sukunas nimmt von ihm Besitz. Yuji wird kurzerhand an eine Magieschule umgesiedelt, damit er mit seinen neuen Kräften bei der Dämonenbekämpfung helfen und gleichzeitig unter Aufsicht der Exorzisten bleiben kann.

Jujutus Kaisen ist genau genommen eine recht typische Mainstream-Shonen-Serie mit den üblichen Story-Beats und Charakter-Stereotypen. Davon habe ich schon lange keine mehr gesehen, weil die immer endlos waren. Netterweise sind Anime mittlerweile allerdings kurzweiliger und selbst jene Mainstream-Serien kommen in überschaubaren Staffeln heraus. Das führt zu einem wesentlich besseren Pacing und weniger Füller. Und tatsächlich hat mir Jujutsu Kaisen sehr gut gefallen. Die Serie geht sehr zügig voran (noch vor 15 Jahren hätte man aus den Story-Arcs der ersten Staffel locker drei gemacht), die Charaktere sind sympathisch und vor allem ist die Action wirklich gut animiert und mitreißend.

Dragon Goes House-Hunting

Letty ist ein roter Drache, welche eigentlich zu den mächtigsten Kreaturen in der Fantasy-Welt gehören. Doch Letty selbst ist ziemlich nutzlos und wird letztendlich von seinem Klan rausgeworfen. Also muss er eine neue Bleibe finden. Netterweise trifft er auf Diaria, der ehemalige Dark Lord, der nun Immobilienmakler ist.

Erwartungsgemäß ist Dragon Goes House-Hunting eine ziemlich niedliche kleine Comedy-Serie. Es wird auf der Suche nach der richtigen Unterkunft für Letty auf die üblichen Fantasy-Tropes angespielt und sich über sie lustig gemacht. Alles allerdings ziemlich wholesome, denn Letty ist ein echt netter Typ und Diaria ihm sehr wohlgewollt. Keine besonders mitreißende Must-Have-Serie, aber eine nette fluffige Unterhaltung für zwischendurch.

Given

Ritsuka ist ein musikalischen Wunderkind in einer kleinen Indieband, der ein wenig die Lust an der Musik zu verlieren scheint. Bis er auf Mafuyu trifft, der unbedingt mehr über Musik lernen will und den Ritsuka in die Band aufzunehmen versucht. Wobei sein Interesse an ihm irgendwann romantischen Untertöne annimmt.

Given ist eine sehr nette Coming of Age Boys Love Story. Es geht hauptsächlich auf die Dynamik der vier Jungs der Band ein auf ihren Weg zu ihrem ersten Live Auftritt. Und um die erste Liebe, zumindest die von Ritsuka. Mafuyu hat dabei einen gewissen dunklen Schatten in seiner Vergangenheit, der aufgearbeitet gehört, aber netterweise ist Ausnahmsweise die Homosexualität an sich kein großer Deal. Die wird von allen ziemlich schnell akzeptiert, selbst Ritsukas erste Panik ist mehr „Oh Gott ich bin zum ersten mal verliebt, was mach ich nur“ und nicht „Oh Gott darf ich überhaupt einen anderen Mann lieben“. Insgesamt also auch eine sehr charmant entspannte Serie über die erste Liebe und die Leidenschaft zur Musik.

The Way of the Househusband

Tatsu war mal der berüchtigte „Immortal Dragon“ in Yakuza-Kreisen. Mittlerweile ist Tatsu-Chan aber mit der Büroangestellten Miku verheiratet und hütet das Haus für sie.

Hierbei handelt es sich um eine weitere charmante Komödie, bei der natürlich die meisten Gags auf die Juxtaposition zwischen Tatsus Yakuza-Manierismen und seinem stinknormalen Hausmann-Alltag liegt. Wenn er es lebensbedrohlich wichtig nimmt, es rechtzeitig zum Supermarkt-Sale zu schaffen, oder die Flecken aus der Wäsche zu prügeln. Die Original Net Animation ist dabei allerdings etwas billig gemacht. Es wurden eindeutig einfach die einzelnen Panels des Manga eingescannt, koloriert und dann bestenfalls rudimentär wenn überhaupt animiert. Das schnelle Vorangehen (jede Episode besteht aus mehreren Geschichten) und Voice Acting haucht dem allerdings ganz gut Leben ein und rettet das Comedic Timing bedeutend. Ich fands sehr unterhaltsam.

Project A-Ko times Five

ava-2695Project A-Ko ist ein weiterer der großen Klassiker der 80er. Als ich Ende der 90er meinen Einstieg hatte, gab es noch reichlich Seiten, welche die Komödie hoch lobten. Zumindest jene, welche englische Importe kannten, denn ein Deutschland-Release gab es nicht. Was eventuell auch erklärt, warum schon bereits kurz danach, als die deutschen Releases an Quantität stetig zunahmen, A-Ko schnell an Relevanz und Visibilität verlor. Kurz gesagt ist es ein weiteres jener Anime, welches in den Jahren nach Release jeder kannte, und das dann abrupt aus dem Zeitgeist verschwand.

Eine zusätzliche interessante Sache ist zudem, dass Project A-Ko als eine Episode in der Anthologie an erotischen OVAs Cream Lemon startete. Bekam dann allerdings doch ein gehöriges Upgrade und wurde als 80-minütiger eigenständiger Kinofilm realisiert. Es war sogar ein Double Feature zusammen mit Ami Final Chapter, dem Kinofilm-Ende einer der bekanntesten Cream Lemon Handlungen. Vom Porn ist im finalen Project A-Ko übrigens nichts übrig, höchsten ein oder zwei Szenen mit rausgeholter Titte erinnert noch leicht an den Ursprung.

Die superstarke A-Ko, mit ihrem Groupie und bester Kindheitsfreundin C-Ko im Schlepptau, kommt regelmäßig zu spät zur Schule. Wo die reiche B-Ko bereits auf sie wartet, welche nicht nur seit dem Kindergarten eine Rivalität mit A-Ko pflegt (an die sich jene nicht mal mehr erinnert), sondern auch eine Obsession mit C-Ko entwickelt hat. Hier sei erwähnt das ziemlich viele Cream Lemon Episoden Lesbenspiele beinhalten. Nun besteht der Großteil des Filme aus den ständigen Streitereien und Kämpfen zwischen A-Ko und B-Ko. Bis dann aufs Finale doch ein wenig Handlung hereinkommt. Wenn Aliens auftauchen, die ihre verlorengegangene Prinzessin zurückholen wollen: C-Ko.

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Das Script des ersten Projekt A-Ko ist ziemlich dünn und wie gesagt hauptsächlich auf der eindimensionalen Dynamik der drei Ko-Mädels beschränkt. Der Film ist absoluter Slapstick-Nonsens. A-Ko hat übermenschliche Kräfte, die nie erklärt werden. B-Ko eine Bande an überdrehten Schergen und baut ständig neue Mechs und Power Suits für die Auseinandersetzungen. C-Ko verhält sich wie eine 5-Jährige und schreit und heult ständig. Es gibt unglaublich viele visuelle Anspielungen an Anime aus der Zeit, die zumeist in Vergessenheit geraten sein werden. Wie viel davon Sinn macht sei eh mal dahingestellt. Der Gag bei einer von B-Kos Handlangern ist beispielsweise, dass sie ebenfalls eine 16-Jährige Schülerin sein soll, allerdings wie ein muskulöser Kerl gebaut ist, trotzdem ihre Piepsstimme behält. Ihr Design und Kampf Moves sind dabei direkt Fist of the North Star entnommen. Der Anführer der Aliens ist an Captain Harlock angelehnt und der ganze Gag ist das sie ohne Alkohol nicht funktionstüchtig ist.

Ich muss sagen, dass ich die Energie des Filmes absolut mochte. Er steht nie still, ständig geschieht etwas, und alles ist für die Mitt-80er richtig gut animiert. Mir wurde nie langweilig beim Schauen. Aber gelacht habe ich auch nicht. Ich glaube ich bin mittlerweile über diesen extremen Slapstick- und Referenzen-Humor ohne wirkliche Pointe, der nur auf Randomness und Überdrehtheit setzt, einfach hinweg. Früher war das mal meins. Das 2001er Puni Puni Poemie schlägt beispielsweise genau in die gleiche Kerbe wie Project A-Ko und damals fand ich die OVA zum Wegschmeißen komisch. Von daher will ich jenen Humor nicht unbedingt schlechtreden, aber drüber lachen kann ich zwanzig Jahre später nicht mehr.

Die Popularität des Erstlings führte zu drei direkten Follow-Up Filmen, die allerdings eine wesentlich geringere Laufzeit von 40-55 Minuten aufweisen. Die wurden immer im Westen als OVAs vermarktet und liegen deswegen hauptsächlich im 4:3-Format vor, allerdings sind sie angeblich in Japan in die Kinos gekommen. Würde mich nicht wundern, denn die Animationsqualität ist gleichbleibend hoch. Und es ist dort nicht ungewöhnlich, dass ein Anime-Kinofilm nur 30-60 Minuten aufweist – die werden dann eben in Features mit anderen kürzeren Filmen gezeigt.

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Project A-ko 2: Plot of the Daitokuji Financial Group started damit, dass das crashgelandete Alien-Schiff zu einer Vergnügungsinsel umgebaut wurde. Während die Mädels ihre Sommerferien im Pool etc. verbringen, wollen sowohl B-Kos raffgieriger CEO-Vater wie auch einige weltweite Regierungen die Alien-Technologie für sich gewinnen. Project A-ko 3: Cinderella Rhapsody hingegen findet in den nächsten Frühlingsferien statt. A-Ko und B-Ko vergucken sich beide in den Schönling Kei. Der wiederum nur Augen für C-Ko hat, welche ihn hasst. Anscheinend war der Lehrerin-Charakter relativ beliebt, denn in Project A-ko: FINAL hat sie eine zentralere Rolle. Sie soll sowohl Kei heiraten, was A-Ko und B-Ko natürlich verhindern wollen, als ist auch möglicherweise die zentrale Figur eine Welt-endenden Legende. Was sich als roter Hering herausstellt und nur Screentime füllt.

Wer das erste Project A-Ko mochte, dem werden auch die drei jährlich erschienenen Nachfolger gefallen. Denn die Serie bleibt sich treu. Die Charaktere sind der gleiche Archetyp – was leider bedeutet, dass C-Ko nie aufhören wird nervtötend zu kreischen. Sie sind eine Aneinanderreihung schräger Ereignisse voller Unsinns-Humor. Der narrative Faden scheint etwas stringenter in ihnen, was aber mehr an der kürzeren Laufzeit liegt, statt daran, dass die Handlung wesentlich wichtiger geworden wäre. Aber die Energie bleibt hoch und unterhaltsam, eben wegen der Kürze noch mehr als vorher.

Den vierten Film FINAL zu nennen stellte sich bereits im Jahr darauf als Täuschung heraus, als A-Ko the Versus erschien, im Westen eher als Project A-Ko: Uncivil Wars bekannt. Diesmal sogar tatsächlich eine OVA, was man an der wesentlich niedrigeren Animationsqualität auch sehen kann. Tatsächlich handelt es sich hierbei allerdings um die längste A-Ko Geschichte, denn die zwei 50-minütigen Folgen haben eine durchgängige Handlung.

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Im hiesigen alternativen Universum sind A-Ko und B-Ko befreundet und jagen zusammen Monster in der Wüste. C-Ko hat man zu einem 10-jährigen Kleinkind gemacht, was wesentlich besser zu ihren nervigen Manierismen passt. Sie ist zudem Tochter eines reichen CEO und wird von Piraten für Lösegeld gekidnappt. Fällt jenen aber aus den Händen und in jene von A-Ko und C-Ko. Was entsprechend viel Gerangel mit sich bringt. Bis Aliens auftauchen, die C-Ko haben wollen, um ihre Anführerin wiederzuerwecken, welche das Universum beenden und eine neue Utopie erschaffen soll.

A-Ko the Versus hat sich immer noch den Humor zum Teil beibehalten. Es gibt immer noch übertriebene Funny Faces und jede Menge hin und her zwischen den Charakteren. Diesmal allerdings auch eine definitiv wichtige Sci-Fi-Handlung, in welche das eingebettet ist. Das Problem dabei ist allerdings, dass dadurch A-Ko the Versus irgendwie den Charme der Vorgänger einbüßt. Es kommt einfach daher wie jede generische SciFi-Story mit ein wenig eingestreuten Humor. Ich kann verstehen, warum danach keine weiteren A-Ko Projekte gemacht wurden, denn sicherlich hat the Versus die A-Ko-Fans ziemlich kalt gelassen.

Violet Evergarden

ava-2674Violet Evergarden ist ein Anime, welches auf einem Light Novel basiert. Das hat mittlerweile eine ziemlich schlechte Reputation an sich, dank unglaublich vieler schlecht geschriebener Wish Fullfilment Isekais, die in den letzten Jahren die Anime-Seasons vollgemüllt haben. Doch wir müssen uns hier mal daran erinnern, dass die nicht grundsätzlich schlecht sein müssen. Das hoch profilierte Studio Kyoto Animation, welches für Violet Evergarden verantwortlich zeichnet, hat uns immerhin bereits vor geraumer Zeit ein sehr gutes Anime basierend auf Light Novels geschenkt gehabt: The Melancholy of Suzumiya Haruhi.

Genau genommen ist die Bindung hier sogar noch stärker. Denn Violet Evergarden das Light Novel ist von niemand anderem als Kyoto Animations dafür vorgesehenen Subdivision herausgebracht worden, bevor man es sozusagen dann im eigenen Hause zu einem Anime verarbeitete. Das Light Novel ist zudem ziemlich knackig prägnant gehalten, spannt es doch lediglich vier Bände, von denen die ersten beiden die Hauptgeschichte sind.

Die Geschichte dreht sich um die Titelgebende Violet Evergarden, wobei beide Namen dem Mädchen nachträglich gegeben wurden. Das in sich gekehrte Mädchen wurde vom Militär aufgegriffen und als Killermaschine entdeckt. Anschließend an Gilbert gegeben, der als ihr neuer Vorgesetzter sie als Kriegswerkzeug einsetzen sollte. Gilbert war der erste Mensch, der ihr Zuneigung und Fürsorge entgegenbrachte und dem Mädchen den Namen Violet gab. Auf einem dramatischen Militäreinsatz gegen Ende des Krieges verlor Violet ihre Arme und Gilbert, an dem sie wie an nichts anderem hing, starb vor ihren Augen. Er hinterließ Violet mit den Worten „Ich liebe dich“, die das emotional zurückliegende Mädchen nicht versteht.

Der Krieg ist also nun zu Ende. Violet meint damit, ihren Zweck verloren zu haben. Doch sie wird in einer Postgesellschaft aufgenommen, in der sie arbeiten soll. Dort entdeckt sie die Memory Dolls: Weibliche Angestellte, die für andere Briefe verfassen. Und das nicht nur im Diktat, sondern teils auch empathisch dabei deren wahren Gefühle zu Papier bringen müssend. Die militärisch-effiziente Violet könnte nicht weiter davon entfernt sein, für diesen Posten geeignet zu sein. Dennoch bittet sie darum, eine Memory Doll werden zu dürfen, um die Gefühle anderer verstehen zu lernen und dadurch eventuell auch irgendwann zu verstehen, was die letzten Worte Gilberts bedeuteten.

In dreizehn Episoden, die tatsächlich weitestgehend episodisch sind, erleben wir nun also das Wachstum von Violet. Aber auch der Welt um sie herum, die ja gerade erst aus dem Krieg erwacht ist. Dadurch, dass sie die Gefühle anderer auf sich zulassen muss, um sie in Briefen wiederzugeben, taut auch Violet selbst auf. Wir bekommen sowohl die Geschichte derer Personen präsentiert, für die der Brief verfasst wird, als auch die Geschichte von Violet weitergesponnen. Wie sie lernt zu fühlen. Wie ihr Bewusstsein dazu erwacht, was sie im Krieg gemacht hat. Wie sie dies schmerzhaft zu verarbeiten versucht. Und natürlich immer Gilbert über ihr schwebend, als derjenige, der ihr den Anstoß dazu gegeben hat, den sie nicht loszulassen bereit ist.

Ein paar holprige Dinge muss man dabei außer Acht lassen können. Zumindest im Anime wird beispielsweise nie geklärt, warum jeder außer Gilbert das blonde Mädchen sofort als Kampf- und Killermaschine sah. Als reine Aufziehpuppe, die man für die eigenen Zwecke benutzen kann, die aber nichts fühlt. Warum man ein junges Mädchen überhaupt im Militär aufnehmen würde. Aus der Richtung wird nie Klärung kommen, man muss das als gegeben hinnehmen. Außerdem gibt es in der Erzählstruktur einen ziemlichen Sprung zwischen der vierten und fünften Episode. Nachdem sich der Beginn stark damit beschäftigt hat, dass Violet ein Defizit an Empathie mitbringt und deswegen enorme Probleme als Memory Doll hat, ist sie in der nächsten Episode plötzlich eine hochbegehrte Doll, welche sogar vom Adel persönlich mit Namen angefragt wird.

Es gibt tatsächlich eine vierzehnte Episode, eine OVA, die später in der Heimkinoauswertung hinzugegeben wurde, welche zwischen jenen zwei Episoden spielt. So ganz mag jene den enormen Sprung in Violets Reputation zwar nicht überbrücken, doch zumindest ein wenig Besserung ergibt sich dadurch. Umso merkwürdiger, dass jene Geschichte nicht in der TV-Ausstrahlung enthalten war.

Wer jene zwei Lücken großzügig übersehen kann, bekommt mit Violet Evergarden allerdings eine unglaublich gefühlvolle und ruhige wenn dennoch emotional sehr dramatische Serie geboten. Eine über einen Charakter, der via der Geschichten und Emotionen anderer zu sich selbst zu finden sucht. Sozusagen durch einen beständigen Therapieprozess geht. Teils mit liebevollen, teils mit schmerzhaften Schicksalen in Verbindung gerät. Und das alles natürlich typisch Kyoto Animation auch mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und animiert. Ein wirklich gefühlvolles Kleinod von einer Serie.

Ich mein das Land, in dem dies alles spielt trägt den deutschen Namen „Leidenschaftlich“. Das sollte eigentlich schon ziemlich klar sagen, dass man es hier mit einem emotional sehr hochspielendem Drama zu tun bekommt.

Und dann gibt es da ja noch die beiden Filme. Zunächst erschien Violet Evergarden: Eternity and the Auto Memory Doll, welches teils auf dem dritten Sidestory-Band basiert. Der Film dreht sich um das Schicksal zweier Geschwister, die voneinander getrennt wurden, und über Briefe wieder zueinanderfinden. Dabei ist die Geschichte zweigeteilt. In der ersten Hälfte macht Violet die Bekanntschaft der älteren Schwester an einem Internat. In der zweiten Hälfte bekommt Mitarbeiter Benedict einen neuen Lehrling, welcher sich als die jüngere Schwester herausstellt. Der Film ist fast etwas leichtfüßiger als die Serie, wahrscheinlich weil der Plot wesentlich mehr Zeit als eine TV-Episode zur Entfaltung hat. Dennoch fließen so einige Tränen, besonders am Ende des Filmes.

Das Finale der Reihe, schlicht Violet Evergarden: The Movie genannt, ist dann im Prinzip wie die Aneinanderreihung neuer Finalepisoden für die Serie. Zunächst einmal bekommt Violet es wieder mit einem Einzelschicksal zu tun, denn ein totkranker Junge beauftragt sie, die letzten Wünsche an seine Familie niederzuschreiben. Doch dann werden Violets Wunden um Gilbert neu aufgerissen, nachdem es am Ende von Episode 13 fast so aussah, als wäre sie über dessen Verlust hinweg. Denn er lebt doch noch, aus Schuld dem gegenüber, was er im Krieg getan hat, allerdings nun unter neuem Namen auf einer abgelegenen Insel. Ich war ehrlich gesagt zunächst nicht so sicher, ob es mir gefällt, dass er doch noch am Leben ist. Und ob das nicht den ganzen Sinn der bisherigen Erzählung um Violet verwässert. Doch ich würde lügen, wenn ich am Ende nicht doch mitgefiebert hätte, ob Violet es endlich schafft glücklich zu werden.

Genau damit steht oder fällt nämlich letztendlich, wie sehr einem Violet Evergarden gefallen wird. Man muss abschalten und sich tatsächlich auf einer emotionalen Ebene mit den Geschichten mittreiben lassen können. Sich von den Schicksalen in der Serie berühren lassen. Sich vielleicht sogar ein wenig Katharsis beim Mitheulen verschaffen. Mich hat die Serie tatsächlich wesentlich mehr bewegt und berührt, als ich das erwartet hätte.

I want to connect, or watching Sarazanmai

ava-2669Bei Sarazanmai handelt es sich um die neueste Show von Kunihiko Ikuhara, der uns bereits Serien wie Revolutionary Girl Utena, Mawaru Penguindrum or Love Bullett Yurikuma Arashi beschert hat. Wobei die Serie bereits 2019 gelaufen ist, aber wie das im Leben nun Mal so ist, finden sich gewisse Dinge immer wieder gerade so unter der aktuellen Priorität. Dabei mag ich ja Ikuhara-Shows. Immer die Einfachsten sind sie aber auch wieder nicht.

Kappa. Nein, nicht der Buchstabe im griechischen Alphabet. Das japanische Mythologie-Wesen, welches in Spielen und Anime gern gesehen ist. Und Kappa sind auch wichtig für Sarazanmai. Die humanoid-froschig dargestellten Wesen sind dabei hauptsächlich für ihre Liebe für Gurken bekannt. Aber die mal freundlich mal tödlich gesonnenen Trickster haben auch viel arschiges. So besagt ihre Mythologie, dass sie Menschen das Organ Shirikodama, dessen Funktion je nach Legende variiert, aussaugen, oder das Kappa durch ein anfurzen vertrieben werden können. Bleibt bei mir. Das ist wichtige Information für Sarazanmai.

Denn die Serie dreht sich um die drei Jungs Kazuki, Toi und Enta, die über ein Missgeschick an den Kappa-Prinz geraten, welcher das Trio selbst in Kappas verwandelt. Um ihre menschliche Form zurückzubekommen, müssen sie einem zum Monster des Tages mutierten Menschen sein Shirikodama entziehen. Um sowohl die Bedrohung durch jenen zu eliminieren, als auch dem Kappa-Prinz jenes zu füttern. Dafür bekommen sie dann einen Teller Hoffnung. Fünf davon gesammelt, und ein Wunsch kann erfüllt werden.

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Das Problem dabei? Um das Shirikodama zu entziehen, müssen die drei Jungs auf einer Wellenlänge sein. Es benötigt, dass sie sich einander komplett öffnen. Und in jenem Prozess wird eines ihrer wohlgehüteten Geheimnisse mit den anderen geteilt. Unangenehm, aber etwas, was alle drei auf sich nehmen, um ihren geheimsten Wunsch erfüllt bekommen zu sehen.

Somit ist der Einsatz als Kappas ein ständiges hin und her zwischen dem Trio. Zum einen müssen sie sich näher kommen, allerdings auch befürchten, ihre dunklen Geheimnisse könnten die anderen beiden wieder abstoßen. Sie tun dies, um ihren Wunsch erfüllt zu bekommen, aber da jeder einen geheimen Wunsch mit sich trägt, bedeutet das auch, dass sie am Ende in Wettstreit miteinander stehen werden, welchen sie wirklich erfüllt bekommen können.

Und am Ende des Tages sehen wir eine kleine Szene mit den beiden Polizisten Mabu und Reo, die für die Kappa-Feinde der Otter arbeiten, welche obsessiven Menschen die Energie entziehen, wodurch jene zum Monster des Tages werden. Immer vorher fragend: „Begierde oder Liebe?“

Sarazanmai ist eine Show, die eigentlich keiner Tiefenanalyse benötigt. Was nicht bedeutet, dass sie unter den ganzen Arsch-bezogenen Witzen und Wortspielen nicht etwas auszusagen hat. Das hat sie durchaus. Und das packt sie auch gern in Symbolik. Aber am Ende des Tages ist Sarazanmai wohl die Serie Ikuharas, die am transparentesten damit ist, was sie sagen will. Es benötig wenig hinterfragen des Geschehenen oder der Symbolik, denn alles wird eigentlich früher oder später, und das meist früher, auch direkt angesprochen.

Denn wenig überraschend geht es letztendlich um das intrinsische menschliche Bedürfnis danach, mit anderen Bindungen einzugehen. Auf die verschiedenste Art und Weise. Beispielsweise familiär. Kazuki ist adoptiert und hat somit immer im Hinterkopf die Befürchtung, dass er nicht wirklich zu seiner Familie gehört. Oder romantische Bindungen. Enta ist Kazukis langjähriger Kindheitsfreund und sein größtes Geheimnis ist, dass er in ihn verliebt ist. Oder auch freundschaftlich, im Bemühen der drei Jungs als Gruppe zu funktionieren und einander auszuhelfen. Sarazanmai scheut dabei nicht davor zurück, zu zeigen, dass Bindungen einzugehen eben auch anstrengend und unheimlich sein kann. Auf jedem Stück miteinander zu hinterfragen, wie sehr man sich einander öffnen kann, welche Dinge man lieber für sich behält. Die tiefsten Bindungen sind jene, wo man sich alles einander sagen kann, aber auf den Weg dahin kann man sich auch gegenseitig verletzen und findet eventuell heraus, das jene Person nicht mit einem bis zu jenem Endstadium zu gehen bereit ist.

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Liebe ist natürlich der stärkste Begriff für eine starke Bindung, sei sie nun romantisch gemeint oder nicht. Deswegen können die „Bösewichter“ der Otter auch nichts mit jenen anfangen, bei denen sich die Motivation als Liebe herausstellt. Stattdessen benötigen sie jene, bei denen die Gefühle in Begierde umgekippt sind. Die meisten Menschen, die zum Monster des Tages werden, haben einen gewissen Kink, der dazu geführt hat, dass sie sich nicht anderen öffnen können. Jenes Verlangen ist dann solange gewachsen, bis sie abgeschottet von der „normalen“ Gesellschaft zum einfachen auszunutzenden Opfer wurden. Es ist einfach sich obsessiv auf eine Person zu versteifen oder an der Ablehnung zugrunde zu gehen. Aber das ist nicht der Weg zum Glück. In seiner eigenen abgeschotteten Welt zurückzubleiben ein Fehler.

Interessant ist übrigens, dass Ikuhara wie üblich zwar eine gewisse Queerness einbaut, jene aber nie wirklich wichtig ist. Dass Enta in Kazuki verliebt ist wird von Kazuki akzeptiert, aber nicht erwidert. Und Enta kann damit leben, dass dies eine platonische Beziehung bleiben wird. Das erste Geheimnis, welches wir herausfinden, ist, dass Kazuki ein Crossdresser ist. Aber genauso schnell finden wir heraus, dass er dies tut, weil er vorgibt, das Idol seines kleinen Bruders zu sein. Kazuki selbst findet persönlich nichts daran.

Sarazanmai ist einfach gute Ikuhara-Unterhaltung. Bunt, mit viel Drive, so witzig wie es ernst ist. Immer darauf konzentriert, dass das teils widersprüchlich menschliche Gefühlsleben seiner Charaktere für einen nachvollziehbar wie interessant bleibt.

JoJo: Phantom Blood & Battle Tendency

ava-2663Jojo’s Bizarre Adventure ist ein ziemlich großes Ding. Der Manga startete in 1987, ist demnach seit über 30 Jahren am Laufen, und hat gerade letztes Jahr seine achte Story Arc zu Ende gebracht, bereits über 100 Volumes zählend. Mir persönlich sagten Hirohiko Arakis Werke bisher nichts, mit einer Ausnahme, und zwar die Anime-Adatption von Baoh, welches ziemlicher Trash war.

Aber ich meine ganz so einfach war an JoJo auch nicht heranzukommen. Obwohl der Manga ein Megahit in Japan war, besonders mit dem beginn der dritten Story Arc und ihren Stands, so hat eine westliche Publikation lange auf sich warten lassen. Ein englisches Release erfolgte erst in den 2010er Jahren und in Deutschland gibt es den Manga erst seit letztem Jahr. Auch Anime-Adaptionen hatten sich ziemlich rar gemacht. So gibt es eine OVA-Serie aus den 90ern, die aber nur die dritte Story-Arc abhandelt. Einem Kinofilm der ersten Story wurde vom Zeichner die Publikation verwehrt, womit er zu Lost Media gehört. Erst 2012 wurde sich drangesetzt die Reihe von Anfang an in einer TV-Serie durch zu erzählen. 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Mangas und an das junge Studio David Production gehend.

Ich bin jetzt durch, zumindest mit der allersten Staffel. Welche allerdings bereits die ersten beiden Story Arcs abhandelt, da Phantom Blood mit 5 Bänden und Battle Tendency mit 7 Bänden zusammen genommen selbst noch kürzer sind, als alle darauffolgenden. Wer sich über die Zahlen wundert, muss erneut in Betracht ziehen, wie spät die westlichen Veröffentlichungen erst erfolgten, so dass deren Anzahl geringer ist, weil sie auf gebündelten Re-Releases basieren.

26 Folgen also für ganze zwei Story Arcs, und das auch nicht mehr oder weniger mittig getrennt, sondern nur 9 Folgen für Phantom Blood, während Battle Tendency der Löwenanteil zugestanden bekommt. Das macht schon ein wenig den Eindruck, als wären die die beiden Handlungen nur umgesetzt worden, um die Serie komplett zu haben, und man möglichst schnell zu den richtig beliebten Geschichten der dritten Story Arc und danach kommen kann. Dem Eindruck wird auch nicht widersprochen, wenn die Folgen dann endlich gesichtet sind.

Phantom Blood hat absolut ein miserables Pacing. In der ersten Episode trifft ein junger Jonathan Joestar auf seinen Adoptivbruder Dio, der sofort unbeschreiblich schrecklich zu ihm ist, seinen Hund umbringt, seiner Liebe den ersten Kuss stielt, und sich beim Vater dennoch zum Liebling gebiert. Und dann fängt die zweite Episode plötzlich Jahre später an, Jonathan und Dio sehen aus wie 25-jährige Bodybuilder, sind aber im letzten Jahr ihrer High School, und können sich plötzlich gut leiden? Beziehungsweise tun sie zumindest so, bis dann Dio den Vater des Erbes wegen umbringen will, aufgehalten wird, und mit einer Steinmaske zum Vampir wird, den Jonathan sich zum Ziel setzt aufzuhalten. All das geschieht super schnell und abgehakt mit fast keinem Build Up.

Dio wird von allen als Supergenie bezeichnet, obwohl seine Ränkeschmiede super offensichtlich sind und er auch die Hälfte der Zeit verkackt. Eine Sache, die sich eh durch sie Serie zieht, dass nicht sonderlich intelligente Charaktere als solche von noch dümmeren Charakteren hochgehyped werden. Allgemein verkommen viele Nebencharaktere dazu, nichts tuend an der Seite zu stehen, und einem als Zuschauer lautstark entgegenzubrüllen, was genau jetzt geschieht und warum, obwohl wir das offensichtlich sehen, weil sie das Publikum für genauso dämlich zu halten scheinen, wie die Charaktere in der Serie.

Aber hey, Phantom Blood ist ja immerhin super kurzgehalten und auch die am wenigsten beliebte Story Arc, es kann ja noch besser werden.

Battle Tendency dreht sich um Jonathans Enkel Joseph Joestar, der gegen drei wiedererweckte Supervampire kämpfen muss, welche die Steinmasken ursprünglich entworfen haben. In bester Shonen-Kampf-Serien-Manier mit ordentlich Trainingsmontage bei Lehrerein Lisa Lisa und mit einem Kerl an der Seite, der vom Rivalen zum Freund wird.

Und ehrlich gesagt viel besser wird es nicht. Das Pacing ist nicht mehr ganz so hakelig, da man nun mehr Episoden zur Verfügung hat. Aber der Rest der Serie konnte mich dennoch nicht überzeugen. Weiterhin sind alle Charaktere lautstark und nervtötend am Rumschreien, um das eh schon Gesehene noch mal dem Zuschauer klarzumachen. Jojo ist ein super Beispiel wie man „show, don’t tell“ nicht macht. Speedwagon verkommt absolut zum Nicht-Charakter, der nur an der Seitenlinie rumschreit statt je was zu machen. Und Joseph ist einfach nicht sonderlich sympathisch.

Alle Charaktere werden als so edel und nobel und intelligent, oder als absolut böses Superwesen porträtiert, aber das erneut mehr in Worten als in Bildern. Es gibt allgemein absolut kein Build Up für plötzlich super dramatisch eskalierende Sachen. Wenn Charaktere sterben, dann ist da keine Emotion dahinter, egal wie lauthals alle anderen Rumheulen.

Und gut aussehen tut die ganze Angelegenheit auch noch nicht mal. Dabei ist Araki dafür bekannt, dass seine Zeichnungen super stylisch sind. Ein wenig sieht man das Aushängeschild noch. Araki ist dafür bekannt europäischen Glamour und High Fashion zu mögen. Das merkt man daran, wenn der finale Showdown gegen ACDC plötzlich in Sankt Moritz stattfindet. Das sieht man daran, dass seine muskulösen Kerle ständig posieren wie in High Fashion Shoots und der Kleidungsstil sehr heraussticht. Und natürlich sind die meisten Charaktere nach Bands und Songs benannt. Aber all das kommt in der Serie nicht wirklich visuell besonders herüber. Die Openings sind super stylisch und gut durchanimiert, und in den eigentlichen Episoden sieht man davon nichts mehr. Hin und wieder werden Sound Words auf den Bildschirm gekleistert, und wenn doch mal ein Charakter introspektiv nachdenkt statt alles laut herauszuschreien, wird die Szenen manchmal im Regenbogen eingefärbt. Aber die meiste Zeit ist weder der Zeichenstil sonderlich konsistent, noch die Animationen besonders flüssig, noch die Cinematographie besonders interessant.

Ich hoffe ein wenig, dass sich all dies bessern wird. Wie gesagt ist die nächste Story Arc jene, die so richtig populär wurde. Von daher hoffe ich einfach, dass die Handlung interessanter wird. Und das mit einer kompletten Staffel für die Story Arc auch mehr Zeit ist, Dinge sacken und sich aufbauen zu lassen, statt aus dem Nichts zu eskalieren. Und das David Production endlich ein Budget bekommt, so dass die Serie auch visuell mehr zu den Openings stilistisch aufzieht statt so nüchtern daherzukommen.

Denn ein wenig mögen wollte ich JoJo schon. Der Stilbruch zwischen dem maskulinen Shonen Anime und der High Fashion Optik versprach interessant zu sein. Und extrem melodramatisch voller strunzdummer Charaktere zu sein kann auch seinen Charme haben. JoJo bringt alles dazu mit, eine unterhaltsame Soap Opera zu sein. Doch der Funke wollte in der ersten Staffel noch nicht dauerhaft für mich überspringen.

Godzilla vs Kong & Singular Point

ava-2659Und schon widmen wir uns wieder einem Altbekannten, der uns im letzten Jahr sogar gleich zweimalig besucht hat. Denn sowohl das amerikanische MonsterVerse ging mit Godzilla vs Kong in die nächste Runde, als auch mit Singular Point ein neues Anime in die Startlöcher gestellt wurde.

Godzilla vs Kong baut dabei natürlich sowohl auf die beiden vorigen Godzilla-Filme auf, die seit dem 2014er Reboot erschienen sind, wie auch auf Kong: Skull Island. In der hiesigen Kontinuität sind die Kaiju also bekannte Größen, die jederzeit auftauchen können, weswegen die Organisation Monarch sie zu erforschen hofft. Das tun sie aktuell beispielsweise mit Kong, der unter einem Dom gefangen ist, der ihm vorgaukeln soll, weiterhin auf Skull Island zu sein. Was nicht so ganz gelingen will, aber die Gehörlose Adoptivtochter der Hauptforscherin im Projekt kann ihn immer wieder beruhigen, denn die beiden verständigen sich über Zeichensprache.

Derweil ist die Firma Apex daran interessiert, in das Erdinnere einzudringen, da man von der Theorie der hohlen Erde überzeugt ist, und dort ein Ökosystem mit enormer Energiequelle vermutet, welche die Menschheit in eine neue Zukunft leiten kann. Da es sich um den ehemaligen Lebensraum der Superbestien handelt, soll Kong sie dorthin führen.

Aber auch mit Godzilla muss gerechnet werden, welcher von den Energiequellen und Anwesenheit Kongs angezogen wird, da es ja bekanntlich nur einen unter den Kaiju geben kann, und die sich zum ständigen Kampf zueinander gezogen fühlen. Am Ende darf sogar noch Mecha Godzilla mitmischen, der dank der Energie aus einem der Ghidora-Schädel zum Leben erweckt wird.

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Es ist schon etwas merkwürdig den Film in 2021 zu schauen. Denn er geht hart auf Verschwörungstheorien ein. Nun ist es nicht ungewöhnlich in solchen Filmen, dass es die kleine Widerstandbewegung gibt, welche die wahren Machenschaften aufzudecken weiß. Oder das genau der eine Wissenschaftler, auf den niemand gehört hat, Recht hatte. Mittlerweile sind aber eben auch so viele verschrobene Verschwörungstheoretiker in der Realität sehr laut geworden, welches es etwas schwer macht, auf jene Underdog-Geschichten zu bauen.

Das ist nämlich auch im Prinzip, was nun die Lücken zwischen den Monsterkämpfen füllt. Die Godzilla-Filme waren ja noch nie sonderlich herausragend darin, den Zuschauer für die menschliche Komponente zu interessieren, auch wenn deren Perspektive die Filme eigentlich erden soll. Und ich meine damit nicht nur den Reboot, sondern die komplette Franchise, erinnere an der hiesigen Stelle daran, dass ich im Vorläufer zum hiesigen Blog mich durch alle japanischen Filme und einige Spinoffs geschaut habe. Godzilla vs Kong setzt dann auch darauf, dass man sich automatisch auf diverse Archetypen einlassen kann und bietet abgesehen von der Bindung des tauben Mädchens zu Kong wenig Charakterisierung.

Im Gegensatz zum 2014er-Film, dem der menschliche Blickwinkel auf die Katastrophe allerdings wichtig war, und das mit absoluten Pappaufstellern als Hauptcharaktere vermasselt hat, geht es Godzilla vs Kong aber auch wesentlich mehr um die Monster. Darum, sie cool in Szene zu setzen und sie sich regelmäßig brachial kloppen zu lassen. Ja am Ende dürfen die beiden sogar ihre Differenzen beiseite legen und kooperativ den Mecha Godzilla ausschalten. Genug Spektakel und Action ist also da.

Und als solches reines Popkorn-Kino unterhält der Film auch gut. Kein Hirn aber dafür viel Action. Uns wurden zwei Kaiju und ordentlich Haudrauf versprochen, und das bekommen wir auch geliefert. Nicht mehr und nicht weniger.

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Das 13 Episoden Anime Godzilla: Singular Point will da schon intelligenter sein. Setup ist das Jahr 2030, bei dem wir zwei verschiedenen Charakteren folgen, die zwangsläufig über das gleiche Phänomen zusammengebracht werden. Arbeiter Yun soll eine mysteriöse Energie-Fluktuation in einer verlassenen Villa untersuchen. Verursacht wird das durch einen Apparat, der plötzlich angefangen hat, einen alten Song zu spielen. Physikstudentin Mei derweil soll den Arbeitern der Misakioku-Organisation dabei helfen, plötzlich aufgetretene unbekannte Signale zu identifizieren. Auch hier steckt jenes altertümliche Lied dahinter. Was beide noch nicht wissen ist, dass im aufgegebenen Keller von Misakioku ein Godzilla-Schädel liegt, der plötzlich seine Aktivität wieder aufgenommen hat. Das weltweit aufkommende Phänomen von rotem Staub und wiedererweckten prähistorischen Kaiju lenkt davon natürlich auch gewaltig ab.

Der Elefant im Raum ist zunächst schonmal, dass die Serie zwar Godzilla im Namen trägt, das titelgebende Monster in voller Pracht aber erst gegen Ende zu sehen sein wird. Stattdessen fallen erst Mal diverse Kaiju, viele davon Neuinterpretationen alter Bekannter aus der Franchise, über die Erde her. Selbst ein im charmanten Retrocharme designter Jet Jaguar darf seinen Auftritt in Singular Point haben. Wer damit zufrieden ist, generell viel Kaiju-Action zu Gesicht zu bekommen, und nicht unbedingt Godzilla vermisst, bekommt schon sein Fett weg.

Wer allerdings nur Action sehen will, dem wird die Handlung immer wieder dazwischen funken. So interessant das Mysterium darum, warum die Kaiju plötzlich auftauchen, auch ist, so sehr verliert sich Singular Point nämlich auch gerne in langen Gesprächen über theoretische Physik und damit einhergehende parallele Zeitlinien etc. pp. Das lässt die Serie durchaus erstmal smarter erscheinen als viele andere Godzilla-Produktionen, am Ende kommt aber auch die Frage auf, ob all dies zur Erklärung wirklich nötig war. Das Hirn schalte schon gern mal auf Durchzug, wenn wieder ein mehrere Minuten langer Textnachrichten-Austausch zwischen Yun und Mei beginnt, bei dem man eh nur die Hälfte des Techno-Babbles versteht.

Man kann also sagen, dass Singular Point fast ins entgegengesetzte Extrem so vieler anderer Godzilla-Projekte verfällt. Es mag es zwar schaffen neben der Monster-Action auch tatsächlich ein interessantes Mysterium um deren Erscheinen aufzubauen, schlägt dabei aber immer mal wieder über die Stränge, dies wissenschaftlich fundieren zu wollen. Macht die Serie dahingehend manchmal etwas anstrengender als nötig, aber unterm Schnitt bleibt sie absolut schauenswert. Besonders für alteingesessene Fans, die was damit anfangen können, wenn plötzlich Manda oder Kumonga aus der Showa-Ära auftauchen.