All I Want for Christmas Is You: Doukyuusei 2

Willkommen zurück im Land der pornigen Dating Sims mit Elfs Doukyuusei 2. Wobei ich diesmal, da es einfacher zu finden war, zur PS1-Version gegriffen habe. Auf Konsolen wird der 18+ Inhalt natürlich wie gewohnt entfernt und somit war meine Dating-Erfahrung im Gegensatz zum Vorgänger aktuell safe for work.

Wo das Spiel diesmal sogar stärker vertreten war als noch der erste Teil, der hauptsächlich auf die unterschiedlichen japanischen Heim-PCs portiert wurde. Das wurde das 1995 auf dem PC98 zuerst herausgebrachte Doukyuusei 2 natürlich auch. Aber daneben gab es Konsolenports auf das PC-FX, den Saturn und diesmal auch dem SNES und der PlayStation. Anime und Spinoffs gab es ebenfalls. In Japan war die Reihe also ganz beliebt.

Vom Gameplay her hat sich so gut wie nichts getan. Auch wenn man das zunächst nicht direkt merkt. Denn Doukyuusei 2 startet mit einem Prolog. Und der ist im Prinzip komplett Visual Novel. Die freie Bewegung in der Stadt wie im Hauptspiel gibt es hier noch nicht. Wir befinden uns allerdings nicht wie vier Jahre später bei Tokimeki Memorial 2 in der Kindheit des Protagonisten, um der Welt ein bisschen mehr Lebensrealität zu geben. Stattdessen sind dies die paar Tage vorm Beginn der Ferien, die uns hauptsächlich bereits alle Mitschülerinnen präsentiert. Doukyuusei bedeutet immerhin Klassenkameraden.

Der Prolog ist nach dem ersten Spielen dankenswerterweise überspringbar. Von nun an kann immer gleich mit dem Hauptspiel angefangen werden. Das erstreckt sich gewohnt über die knapp 2 Wochen der Schulferien, im hiesigen Fall haben wir es allerdings mit den Winterferien im letzten Jahr der High School zu tun. Nicht, dass dies wirklich einen großen Unterschied macht. Jeden einzelnen Tag dürfen wir den Protagonisten also durch die zwei Stadtviertel bugsieren. Jegliches Interagieren mit einem Gebäude oder einer Person lässt dabei die Zeit vorangehen. Bestenfalls wird häufig genug in eine der 16 gewinnbaren Damen gerannt, um sich mit ihr anzufreunden, die richtigen Antworten zu geben, auf Dates zu gehen, und sie dann am Ende der Ferien zu gewinnen.

Das Spiel kennt dabei noch ein paar jokige Nebencharaktere. Und allgemein gibt es wesentlich mehr mögliche Treffen mit den Mädels und Frauen, als für das Gewinnen ihres Herzens wichtig ist. Dadurch wirkt die Stadt tasächlich ganz gut belebt. Komplett austauschbar sind die Events allerdings nicht. Es ist vielmehr so, dass es viele unwichtige und ein paar wenige nötige gibt, die auf jeden Fall erlebt werden müssen, damit die holde Weiblichkeit am Ende die Liebeserklärung erwiedert. Wenigstens gibt es zu Doukyuusei 2 zahlreiche Guides aufzufinden. Wobei darauf geachtet werden muss, dass die meisten auf den 18+ Varianten basieren. Da die Sexszenen in der PS1 Fassung fehlen, ist auch die Gewinnstrategie nun teilweise gegen Ende abgeändert.

Nett ist definitiv, dass im Bonusbereich alle CGs mit einem Mädel freigeschaltet sind, sobald man sie gewonnen hat. Üblicher bei Dating Sims und Visual Novels ist ja, dass dort nur das erscheint, was auch selbst gesehen wurde. So ist es einfacher, alles zu bekommen, statt dem einen raren Event, dass partout nicht triggert, hinterherzurennen. Wer alles mit jeder Dame sehen will muss übrigens nicht 16 Durchläufe hinter sich bringen. An einem Tag gibt es viele Time Slots, so dass durchaus alle relevanten Szenen von mehreren Frauen abgegrast werden können und dann gegen Spielende gespeichert und jener Speicherstand mehrmals geladen werden kann, um mehreren Charakteren, deren Win Conditions man erfüllt, hintereinander die Liebe zu gestehen. Immerhin war das hier im Ursprung ein Hentai Game, von daher will Doukyuusei 2 zwar schon, dass man für den Erfolg arbeiten muss, aber doch letztendlich nicht zu lange auf ihn zu warten hat.

So weit bin ich nicht gegangen, sondern habe drei Trophäen mit nach Hause genommen. Die erste davon war Mirei. Keine Klassenkammeradin, denn in den Doukyuuseis gibt es trotz des Namens auch immer einige attraktive Frauen aus der Arbeitswelt. Hier wäre das die junge Lehrerin, die mit dem Schüler anbandelt. Danach ging ich Yui hinterher, so ein wenig das Hauptmädel, in dessen Richtung man geschubst wird. Und die nicht-blutverwandte Schwester, mit der man aufgewachsen ist, die aber Gefühle für einen entwickelt hat. Als nächstes wäre das Sakurako, das ans Krankenbett gefesselte Mädel, welches irgendwann verschwindet, aber glücklicherweise nicht verstorben sondern mysteriös komplett geheilt ist. Minori ist das nerdige Girl mit Brille und Zöpfen, die heimlich ein totales Babe ist, wenn sie sich umstyled. Und zum Schluss gab es noch Kozue, ein Schusselchen, das gern auf den Hintern fällt.

Wie man sieht geht das Spiel schon in gewisse Stereotypen. Wobei zu den Mädels, oder zumindest einigen davon, schon etwas mehr Hintergrund gehört, als nur jener kurz umrissene Archetyp. Da Doukyuusei 2 allerdings einen wesentlich größeren Cast auf wesentlich kürzere Spielzeit bringt, als das bei zahmen Dating Sims der Fall ist, ist natürlich auch klar, dass die Charakterisierung auch etwas kurzangebundener ist. Aber realistisch gesehen lernt man die Damen ja auch nur über 2 Wochen hinweg kennen und nicht 3 Jahre, da kann man nicht so viel herausfinden. Das Elf-Charakterdesign ist immerhin so attraktiv wie eh und jeh und schafft es alle Mädchen schon alleine optisch gut voneinander abzusetzen.

The Silent Bells Keep Ringing On: 21 Years of Tokimeki Memorial 2

Tokimeki Memorial war der Breakout Hit in Konamis Bibliothek der ersten Hälfte der 90er und wurde zur Hauptinfluenz des knospenden Dating Sim Genres. Es mag nicht das erste Spiel des Genres gewesen sein (Doukyuusei gab es bereits 2 Jahre früher), aber war das, welches ihm seinen enormen Schub in der japanischen Spielelandschaft des Jahrzehnts gab und damit auch das Spiel, nach dem sich fast alle anderen richteten. Eben auch weil es so viel Geld einspielte. Über Ports, Spinoffs, Minispielesammlungen und Merchandising war Tokimeki Memorial zu einer goldenen Kuh Konamis geworden. Da musste das erst fünf Jahre später nachgelegte Tokimeki Memorial 2 natürlich ordentlich nachlegen, und zeigen, dass die Reihe trotz aller zwischenzeitlicher Nachahmer immer noch Anrecht auf den Thron hatte.

Auf den ersten Blick mag es allerdings ein ganz gewöhnliches Sequel sein, dass genau das gleiche Erlebnis wie sein Vorgänger darbietet, nur mit neuem Cast an Charakteren. Und halt von allem etwas mehr. Wobei auf den wirklich allerersten Blick einem eigentlich schon klar sein sollte, dass in Tokimeki Memorial 2 wesentlich mehr drin steckt. Das Spiel kommt nämlich auf 5 CDs und ist damit PS1-Spitzenreiter was deren Zahl angeht. Dabei gibt es optional noch 3 Bonus Discs zur Spielerweiterung…

Wöchentliches Entscheidungsmenü im eigenen Raum, dessen Dekor sich je nach Statusaufbesserung verändert

Jedoch hat sich tatsächlich am grundlegenden Spiel erst Mal wenig geändert. Wir schlüpfen in die Rolle eines virtuellen Teenager-Jungens, der gerade die japanische High School beginnt. Stecken für die nächsten 3 Jahre, die diese andauert, in dessen Schuhen. Treffen während Schul- und Freizeit auf potentiell bis zu ein Dutzend verschiedener Mädchen, die wir dazu bewegen können, sich in uns zu verlieben. In dem für Sonntage Dates ausgehandelt und während ihnen die richtigen Entscheidungen ausgewählt werden. Und in dem im Terminplan der Wochentage den Aktionen nachgegangen wird, welche die Statuswerte erhöhen, die sie bevorzugen. Nach drei Jahren kommt dann entweder die weibliche Liebeserklärung… oder halt nicht, und das Spiel endet. Alles ziemlich zuckrig süß und clean und natürlich wieder unter eine Legende der ewigen Liebe stehend.

Diesmal geht es darum, dass eine Liebesbekundung während des Leutens der Schulglocken bedeuet, dass das Paar ewiglich zusammen bleiben wird. Nur das die Schulglocken nie Leuten, da sie nicht funktionsfähig sind. Bis sie es dann nach 3 Jahren mysteriöserweise natürlich doch tun, genau dann, wenn die ausgesuchte Holde fragt, ob man Ja Nein Vielleicht mit ihr gehen will. Ist das etwas kitschig? Na klar ist es das. Bei Tokimeki Memorial geht es aber nicht darum, einen tatsächlich realistischen Alltag eines Schülers nachzuspielen. Es geht um ein verklärtes Idealbild dessen in einer sich häufig nicht so ernst nehmenden aber durchaus auch aufrichtigen Art einer spielbaren Anime-Romcom. Der eigene Charakter ist ein in alle Richtungen formbarer Teig, der zu einem Supermensch in jeglichem Bereich werden kann, in den die nötige Zeit investiert wird, statt durch angeborene Begabungen/Unfähigkeiten eingeschränkt zu werden. Der sich jedes süße Mädel schnappen kann, das dem Auge gefällig ist. Die selbstvesrtändlich auch in Anime-übliche Stereotypen fallen. Von der immer fröhlichen Kindheitsfreundin, zum überdrehten Rabauken, der idealen älteren Schwesterfigur, reichen Tsundere… mit der hohen Anzahl an weiblichen Figuren ist für jeden was dabei sozusagen. Wobei ihre Persönlichkeit schon etwas ausgefeilter als schlicht der Stereotyp an sich ist, es meist eine gewisse Backstory zu ihr auf der Route des jeweiligen Mädchens zu finden gibt.

Alle den Spielverlauf auflockernden Minispiele, wie die RPG-Kämpfe, sind jetzt in 3D! Wow!

Ich habe jetzt allerdings gelogen, als ich meinte, erstmal sähe das Gameplay zum Vorgänger gleich aus. Denn Tokimeki Memorial 2 beginnt gar nicht mit der High School. Es beginnt 6 Jahre früher. CD1 enthält einen Prolog, bei dem man als Kind seine letzte Woche in der Stadt durchspielt, bevor die Familie weg zieht. Um dann zur High School wieder hierher zu siedeln. Dieser Prolog ist interessant, weil er sich im Prinzip wie Doukyuusei spielt: Man darf sich frei durch die Stadt bewegen, statt im Visual Novel Style des Rests des Spieles zu sein. Die Zeit vergeht dabei beständig und je nachdem, mit welchem Ort zu welchem Tag zu welcher Zeit interagiert wird, kann es zu mehreren Szenen kommen. Hauptsächlich mit den jungen Versionen der später gewinnbaren Mädels. Das hat ein paar wenige Auswirkungen auf das Hauptspiel. Leicht veränderte Anfangsstatuswerte und ein paar der Mädchen haben zusätzliche Events, sollte man andere in ihrer Kindheit gesehen haben. Wirklich wichtige Auswirkungen hat der Prolog allerdings nicht und kann nach dem ersten Spielen auch immer übersprungen werden. Warum ist er also da? Um die nicht-reale Anime-Welt des Spieles dennoch etwas wirklicher wirken zu lassen. Um die Charaktere etwas dimensionaler erscheinen zu lassen. Weil es im Endeffekt in den TokiMemos darum geht, Beziehungen aufzubauen, und man damit hier schon in der Kindheit beginnt und nicht wie ein frisch gebackener Lebkuchenmann erst zur High School vom Himmel gefallen ist. Man hat eine Geschichte und Erinnerungen gelebt.

Tatsächlich geschehen aber viele von den Erweiterungen, die TokiMemo 2 mit sich bringt, hauptsächlich im Hintergrund und sind wenig bis gar nicht beim Spielen an sich zu merken. Sondern schlichtweg dazu da, um den Ablauf dynamischer zu gestalten. Wobei eine Sache schon stark merklich ist. Jene, die aus aus dem Spiel ein 8-Disc-Ding machen kann. Tokimeki Memorial 2 ist das erste Spiel, das Konamis patentiertes EVS-System hat, welches man in allen folgenden wiederfinden wird. Dies bedeutet, dass zu Beginn des Spieles der eigene Name phonetisch angegeben werden kann, woraufhin das Spiel dann für die gewinnbaren Mädchen während des komplett vertonten Dialogs auch die Aussprache des Spielernamens synthetisiert. Der eigene Charakter kann also direkt angesprochen werden. Zugegeben ist das im hiesigen Spiel allerdings noch etwas arg umständlich. Es nimmt nämlich so viel Speicher weg, dass das Hauptrelease an sich dies nur für die beiden Kindheitsfreundinnen Hikari und Kasumi hinbekommt. Wer auch von den anderen 11 angesprochen werden wollte, musste sich ein TokiMemo-Fanzine kaufen, dessen erste drei Ausgaben jeweils eine Disc mit den Daten für weitere bereithielt. Zusätzlich nehmen erstellte EVS-Daten eine komplette Memory Card ein. Es kann also eh immer nur das Sprachsampel von einer Lady auf einmal aktiv sein. Ich find es ehrlich gesagt hier noch mehr Arbeit als es das wert ist. Ein innovatives System ist es aber auf jeden Fall.

Kindheitserinnerungen schaffen via frei begehbarem Prolog

Neu ist zudem, dass die Charaktere nun eigene Vorlieben mitbringen. Also nicht nur Zielführend was die richtigen Antworten auf Dates oder die richtigen Statuswerte am potentiellen Traummann angeht. Nein das Spiel rollt im Hintergrund jetzt deren eigene Stautsverbesserungen, die sich monatlich anpassen. Sogar Beziehungen pflegen sie untereinandern, was zur Folge hat, dass einen Charakter vor den Kopf zu stoßen andere mehr oder weniger beeinflusst. Gewohnt entwickeln nämlich vernachlässigte oder bei einer Verabredung im Regen stehen gelassene Damen mit der Zeit eine Bombe, die bei weiterer Ignoranz explodiert und die Zuneigung aller Charaktere schadet. Hier sind die Auswirkungen aber wie gesagt dynamisch davon abhängig, wie gut deren Beziehung zueinander ist.

Die beiden männlichen Best Buds sind übrigens auch präsentere Charaktere als der beste Freund im ersten Spiel. Weiterhin kann natürlich angerufen werden, damit die Creeps einem aktuelle Infos über die Mädels geben. Aber man trifft sie jetzt in der Schule häufiger, unternimmt hin und wieder was miteinander. Und sie bringen eigene Vorlieben mit, was sogar dazu führt, dass sie versuchen, einige der Mitschülerinnen für sich zu gewinnen. Das kann sogar zu einem RPG-Battle um die Zuneigung der Holden am Ende des Spieles führen, sollte es die gleiche sein, mit der man selbst anbandelt! Aber sie sind eigentlich schon gute Bros, erzählen einem rechtzeigit, auf wen sie stehen, und es gibt sogar ein Forever Not-Alone Ende, wenn man selbst und die beiden niemanden für sich gewinnen können und eine gemeinsame Bromance Karaoke-Feier startet.

Ewig alleine zu Dritt

Wie gewohnt öffnen und schließen Dating-Spots über den Jahresverlauf immer mal wieder. Nun kommt es aber auch auf das Wetter an. Bei Regen geht es besser nicht zu einer Outdoor-Location. Wenn das Wetter nicht mitspielt oder ein Mädel, welches man einlädt, an dem vorgeschlagenen Tag schon was vor hat, machen die nun allerdings auch gern mal den Vorschlag eines Ausweichdates. Wird man gut gemocht, gibt es nach der Verabredung eventuell noch ein zusätzliches Essengehen. Sie fragen von sich aus eventuell nach der Schule, ob zusammen nach Hause gegangen wird. Initiiert man dies selbst, lässt einen das Spiel nun sogar verschiedene Namens-Suffixe wählen, die mehr oder weniger gut ankommen, ganz basierend auf der generellen Persönlichkeit und der aktuellen Zuneigung der Dame zu einem. Die Ending-Credits erzählen sogar zu jedem in diesem Durchgang angetroffenen Charakter, was er oder sie nach der Schule gemacht hat. So als kleinen Ausblick in deren Leben danach. Wodurch erneut die Welt belebter und die Charaktere dimensionaler wirken, statt das wie im ersten Teil es einem manchmal so vorkommt, als existierten Charaktere nur dann, wenn der Spielercharakter mit ihnen interagiert.

Im Endeffekt hat Tokimeki Memorial 2 also selbstverständlich das Rad nicht neu erfunden. Das wäre auch Unfug gewesen. Stattdessen hat es sich auf den Kernaspekt von Dating Sims berufen, nämlich Beziehung zu bilden und zu pflegen, und das in vielen Details ausgebaut und wesentlich dynamischer gemacht, damit es umso besser mit dem Spieler resoniert. Ich jedenfalls empfand keine Minute, die ich zum All Clear gebraucht habe, als Verschwendung. Zudem ist das Morgen vor genau 21 Jahren erschienene Spiel ein schönes finales Hurrah fürs Genre, das zusehends Relevanz ans Romance Visual Novel verlor. Happy Birthday TokiMemo 2!

Hikari ist das Poster Girl des zweiten Spieles. Dementsprechend auch wieder die Nachbarin und Kindheitsfreundin des Protagonisten. Im Kindheitsteil fragt sie jeden Morgen, ob man mit ihr spielen will und weint bittere Tränen am Tag des Abschieds. Schicksalsgebunden rennt man am ersten Tag der High School auch prompt in sie hinein. Sollte man sie gewinnen, überreicht man ihr übrigens ein Ring, der ein Callback zum Feuerwerksfest in der Kindheit ist, zu dem sie ihn gern gehabt hätte, für dieen das Ersparte aber nicht reichte. Niedlich.

Hikari ist echt einfach zu gewinnen, denn als Kindheitsfreundin mag sie den Protagonisten bereits, ihre Affinität ist einfach weiter zu steigern. Als Statuswerte sind nur 100 in den drei Wissenswerten und in der Sportlichkeit nötig. Hikari selbst ist im Leichtathletikclub. Außerdem gut befreundet mit der rüden Kotoko. Als Geschenke eignen sich vor allem die Glasfiguren. Ein besonderes Ereignis findet im letzten Winter statt, wenn sie einen Skiausflug zusammen bucht und man in der Hütte alleine miteinander eingeschneit wird. Alles schrecklich romantisch und so, besonders wenn man ihr vorher die Glasohrringe gekauft hat, die nun überreicht werden. Sonst gibt es nicht viel zu ihr zu sagen, sie ist ein wenig der freundliche und fast immer freudige Standardcharakter, dessen Route einem keine Probleme bereiten wird.

Ganz kann sich das Spiel allerdings die Kindheitsfreundin mit überhöhten Erwartungen nicht verkneifen. Es gibt nämlich mit Kasumi schlichtweg eine Zweite. Sie ist ein paar Jahre älter und passt ein wenig auf den Protagonisten und Hikari in der Kindheitsphase auf. Später erscheint sie dann halb durch die High-School-Phase zunächst als Lehramtspraktikantin und ist dann für das finale Jahr offiziell als Klassenlehrerin eingesetzt. Natürlich stehen alle auf die junge, attraktive Lehrerin, die neu an die Schule gekommen ist.

Kasumi macht recht viel Arbeit. So will sie theoretisch alle Statuswerte bei 150 haben, wobei wenn TokiMemo 2 teilweise auch weniger denn ideale Werte zulassen kann. Das ist gar nicht mal so sehr das Problem, immerhin hat man ja schon alleine die halbe Spielzeit, um sich auf deren Erhöhung zu konzentrieren, bis Kasumi überhaupt auftaucht. Das größere Problem ist ihre Affinität hochzupushen. Ich habe Dates gespammt und dennoch hat sie mich ein Jahr lang gehasst, bis die Zuneigung auf das letzte halbe dann plötzlich grundlos in die Höhe schnellte. Dates mit ihr beinhalten beispielsweise, dass sie einen mit nach Hause fährt, wodurch man auch heraufindet, dass sie eine unsichere Fahrerin ist. Ihre ansonst perfekte und adrette Erscheinung wird auch beim Clubausflug, wenn man in der Band ist, zerstört, da sie dort als ungekämmter Morgenmuffel auftaucht. Während des letzten Schulfestes muss man eventuell auch zusammen mit ihr für die Märchenvorstellung als Prinz und Prinzessin einspringen.

Ein dritter Charakter, den man auf jeden Fall in jedem Durchgang antreffen wird, ist Kotoko. Denn sie ist die beste Freundin von Hikari und wird einem von ihr deswegen früh vorgestellt. Kotoko ist allerdings nicht gerade begeistert vom Hauptcharakter. Oder von den meisten Dingen im Leben, wirklich. Die unterkühlte Art bedeutet aber nicht, dass sie sich nicht auch kümmert. Gerade um Hikari. Wenn Kotoko eine Date-Einladung ablehnt, schlägt sie beispielsweise gern mal vor, dass man doch stattdessen Hikari einladen soll. Oder beschwert sich, wenn man beim Doppeldate im Vergnügungspark nur mit ihr statt Hikari abgehangen hat. Gibt dann sogar zwei Enden für Kotoko, je nachdem, ob man auch die End-Voraussetzungen für Hikari erfüllt oder nicht. Einfacher ist Kotoko natürlich zu gewinnen, wenn Hikari nicht auch in einen verliebt ist.

Kotoko ist sehr traditionell eingestellt und gehört dem Teezeremonie-Club an. Der gleichzeitig gut dafür herhält, dass sie nicht allzu viel Energie in Dinge stecken will. Zu Neujahr und Sommerfeuerwerk kommt sie natürlich entsprechend formell in Yukata oder Kimono daher und im Winter trägt sie sogar einen Dotera über ihrer Schuluniform und macht es sich unterm Kotatsu gemütlich. Date-Folow-Ups sind grundsätzlich zu traditionell asiatischem Essen. Zu Weihnachten kann man ihr sogar einen neuen Dotera schenken, den sie dann gegen Spielende auch statt ihren vorigen tragen wird. Es ist auf jeden Fall schon ein Ereignis, wenn sie nach ewig neutralem Gesichtsausdruck endlich errötend auf einen zu regieren beginnt.

Kommen wir zu Kaori, welche laut Beliebtheitswahl der zweitbeliebteste Charakter im Spiel nach Hikari und vor Kasumi ist. Man trifft das traurig dreinblickende und schüchtern antwortende Mädchen auf dem Schuldach an, wenn die sportliche Leistung stimmt beziehungsweise man dem Volleyball-Club beigetreten ist. In dem war sie früher auch, ist aber nach einem schicksalshaften Ereignis ausgetreten. Seitdem traut sie anderen nicht, ist depressiv und kapselt sich ab. Hat aber immerhin mit die besten Noten an der Schule vorzuweisen. Hat für den Spieler natürlich den Nachteil, dass Kaori häufiger Date-Einladungen ablehnt.

Bei Kaori spielt übrigens das Gameplay gut in den Narrativ ein. Egal wie sehr sie einen mag, ihr Gesichtsausdruck wird die ersten zwei Jahre lang immer traurig sein, was sie natürlich schwer zu lesen macht. Zu Beginn des dritten Jahres gibt es ein Event, bei dem sie sich einem emotional öffnet. Unterstützt man sie hier, ändert sich ihr Portrait endlich basierend auf ihrem Affinitätslevel. Sie nach zwei Jahren endlich lächeln und erröten zu sehen vermittelt wirklich sehr gut einen kolossalen Durchbruch in der Beziehung zu ihr. Wer das Event übrigens nicht triggert oder eine nachteilige Antwort gibt, kann Kaori nicht gewinnen, weil sie aus dem Spiel spurlos verschwindet. Im dritten Jahr gibt es dann auch Events, die zeigen, dass sie wieder offner wird. Beispielsweise bei der Teilnahme an einer Runde Beachvolleyball oder das sie zum Schulfest im Maid-Cafe aushilft.

Mei ist ein Charakter, auf den man auf jeden Fall stoßen wird. Zu Beginn des zweiten Schuljahres startet sie nämlich ihre Schulzeit an der gleichen Schule. Eingeflogen mit einem Helikopter und immer von einem Butler begleitet, der keine Skrupel davor hat, eine Pistole zu zücken. Mei ist die neueste Erbin des Ijuin-Haushaltes. Im Gegensatz zu Rei aus dem ersten Teil muss sie sich allerdings nicht als Junge verkleiden. Die Tradition hat die Familie wohl in den letzten fünf Jahren aufgegeben. Natürlich ist Mei ein ziemlich verwöhntes und arrogantes Balg, aber auch die Tsundere des Spieles, die auf Grund von Unsicherheiten aufbraust.

Wenn man im Wissenschaftsclub ist, darf man zudem zusehen, wie sie jenen sofort in einen Computerclub umkrempelt. Inklusive Cosplay ihrerseits. Allgemein sind ihre Date-Outfits oft ziemlich abenteuerlich. Interessant ist auch, dass sollte man im Club bleiben, ein Shmup programmiert wird. Statt wie im Erstling einfach Twinbee zu nutzen, scheint das hier tatsächlich eine Kration exklusiv für Tokimeki Memorial 2 zu sein. Mei ist zudem der Charakter, der einem beim Shopping-Center endlich den Trödelladen zugänglich macht. Auch mit ihr nach der Schule nach Hause zu gehen oder nach einem Date noch etwas zu essen geht erst, wenn sie es bewusst initiiert hat. Die traditionellen Weihnachtsfeste des Ijuin-Haushaltes gibt es auch, sobald sie aufgetaucht ist, eventuell sogar mit romantischer Erweiterung eines Einzeldates mit ihr.

Miho ist ganz gegenteilig ein sehr schüchterner Charakter. Mit dieser leicht affektierten Prinzessinen-Stimme, die wohlerzogene Mädels in Anime haben, und die mir nicht immer liegt. Außerdem scheint sie etwas kindisch zu sein, steht sie doch total auf das Maskottchen Kero-Chan, Wahrsagerei und Märchen. Wogegen es ja nichts einzuwenden gibt. Schon merkwürdiger ist, warum sie ihre Haare auf der Brust zusammenbindet… abenteuerlicher Style. Übrigens war sie das Mädchen, bei dem die Zuneigung für mich am schnellsten hochging. Mit ihr im Drama Club sein, den gespammt, und nach etwas über einem halben Jahr war sie schon auf Maximum. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Programmierer einem was Gutes wollen, da man unwissentlich eventuell nicht viele Dates mit Miho hat.

Auf diesen geht die Kunst-affine Miho natürlich immer gern ins Museum. Wirft auf einem Date sogar fast ein Kunstwerk um und ist echt ganz durch den Wind deswegen. Landet sie fürs letzte Schuljahr in der gleichen Klasse, bietet es sich zudem an, den Wahrsagerladen fürs Schulfest zu machen, damit sie sich dort voll und ganz ausleben kann. Dass sie als Geburtstagsgeschenk vor allem auf das Frosch-Plüschtier und die Tarot-Karten steht, versteht sich von selbst. Das Froschmaskottchen findet sich sogar in einigen ihrer Outfits wieder, wobei sie zwischenzeitlich allerdings scheinbar von ihrer modischeren Schwester beratend auch Outifts ohne wählt. Aus einem bestimmten Grund kann ihre Persönlichkeit bei Dates zudem leicht fluktuieren.

Das hat einen ganz bestimmten Grund. Erwähnen wir doch direkt mal einen der Geheimcharaktere des Spieles: Maho. Mihos Zwillingsschwester ist dabei eigentlich von der Persönlichkeit her das genaue Gegenteil. Sie ist eher aufbrausend und vorlaut, weiß genau was sie will, und hat ein Faible für Fashion. Das merkt man zunächst nur nicht unbedingt, weil sie sich wie Miho kleidet und zu verhalten versucht. Einfach nur, um sich einen Spaß mit einem zu erlauben. Vom Gameplay her hat das die Auswirkung, dass sie einfach hin und wieder statt Miho zu einem Date auftaucht. Wobei gewisse Spots es wahrscheinlich machen, dass es die eine oder andere ist: Miho taucht beispielsweise eher beim Museum auf, Maho eher beim Karaoke.

Tatäschlich funktioniert Maho grundsätzlich wie ein ganz reguläres Mädchen. Es müssen Statuswerte trainiert werden (Aussehen und generelles Wissen) und ihre Affinität steigen. Die wird nur nicht angezeigt. Und man muss halt Miho einladen, und hoffen Maho taucht auf, um ein Date mit ihr zu haben. Netterweise lässt sie die Scharade irgendwann fallen und es ist einfacher zu sehen, mit wem man es zu tun hat. Als weitere Komplikation muss Miho einem für das nötige Event am letzten Geburtstag der beiden auch mögen, aber nicht zu sehr, so dass ihr Ende nicht das von Maho überschreibt. Takumi darf Miho auch nicht daten, sonst ist sie für das Event nicht verfügbar. Ganz interessant ist übrigens, dass Maho an die Schule vom ersten Tokimeki Memorial geht. Deswegen ist ihr Liebesgeständnis auch unter dessen legendären Baum statt bei den Schulglocken.

Akane taucht auf, wenn man den Wissens- oder Naturwissenschaftswert erhöht, weil sie um Nachhilfe bittet. Denn sie hat nicht sonderlich viel Zeit sich auf die Schule zu konzentrieren. Akane gehört auch keinem Club an, sie geht nämlich stattdessen Teilzeitarbeit nach, um ihre umfangreiche Familie über Wasser zu halten, die alle wesentlich fauler als sie sind. Und Kampfsport betreiben. Weswegen neben moderat hohen Werten in den beiden Wissenswerten vor allem auch ein hoher Mut-Wert für ihr Ende verlangt wird.

Zu trainieren ist auch aus einem ganz anderen Grund wichtig: Auf Akanes Route kommt es zu mehreren Bosskämpfen. Raudis und ihre zwei Bosse können ja bei jedem Mädel zufällig dazwischenfunken. Bei Akane kommt es aber direkt zu Herausforderungen von insgesamt fünf Bossen. Wie sich herausstellt sind das nämlich alle ihre Geschwister, die Proben wollen, ob man Akane überhaupt wert ist. Es ist also wichtig selbst Statuswerte zu trainieren, auf die Akane eigentlich keinen Wert legt, die aber Einfluss auf die RPG-Kämpfe haben. Eine weitere kleine Schwierigkeit ist, dass durch ihren Teilzeitjob Akane häufiger Dates ablehnt, besonders wenn sie einen noch nicht so sehr mag. Das revidiert sich allerdings nach und nach.

Die im Baseball-Club angesiedelte Kaedeko kann man nur schwer nicht treffen. Zumindest solange man in irgendeinem Club ist. Denn ihr Auftreten, neben dem Beitreten zum Baseball-Club, ist ein hoher Mut-Wert, der durch fast alle Club-Teilnahmen trainiert wird. Ganz so lange nerven wird sie aber nicht, da man ab Mitte 2000 keine Dates mehr mit ihr eingehen kann. Denn sie transferiert an eine andere Schule. Daher ist es allerdings wichtig, zumindest wenn man sie gewinnen will, ihre Affinität möglichst schnell zu erhöhen. Denn sie kann nur gewonnen werden, wenn beim Sommerfeuerwerk 2000 ein Abschiedsevent mit ihr geschieht.

Ab da an ist man also in einer Distanzbeziehung, kann sie weiterhin für Unterhaltungen anrufen, aber nicht mehr auf Dates einladen. Die meisten Events drehen sich von daher darum, sie mehr oder weniger zufällig zu treffen. Geht der Schulausflug nach Hokkaido ist beispielsweise ihre Klasse auch gerade dort. Nimmt man an den Baseball-Meisterschaften bei, trift man sie dort an, weil sie an ihrer neuen Schule auch den Baseball-Club managed. Zum letzten Weihnachten versucht sie zur Ijuin-Feier zu kommen, schafft es aber erst danach, so dass sie fast sofort, nachdem sie einen gesehen hat, wieder die Rückfahrt antreten muss. Und ihre Liebe durch die Zugscheibe tonlos gesteht. Awww.

Eine der belebtesten und überdrehtesten Charaktere ist Miyuki. Sie ist im Tennis-Club angesidelt, kann aber auch durch einen hohen Aussehenswert angetroffen werden. In einer Szene, wo sich von einem Auto angefahren wird, was sich über den Spielverlauf zum Running Gag entwickelt. Denn ganz allgemein ist sie ein Unglücksrabe. Der Großteil ihrer Events wird also daraus bestehen, dass ihr irgendwas zustößt oder sie in ihrem Eifer etwas kaputtmacht. Beispielsweise bei der Weihnachtsfeier den Baum fast umzuwerfen. Das ganze ist wie gesagt allerdings humorig dargestellt, nicht wirklich gefährlich, und ihre Erkennungsmelodie entsprechend quirky.

Ich persönlich bin nicht der größte Fan von ihrem Design, um ehrlich zu sein. Denn sie ist sehr schrill und laut und sobald sie einen mag, reißt sie die Augen auf, als wäre sie die Overly Attached Girlfriend. Auch ihr Kleidungsstil ist auf ihre Persönlichkeit abgestimmt und radiiert die Inkarnation von Chaos. Tatsächlich kann man ihr auf der Weihnachtsfeier gegen Spielende als Geschenk erwachsenere Kleidung überreichen. Was nach einer ziemlich unhöflichen Aktion klingt, aber von ihr dankend angenommen und von da ab in der Freizeit getragen wird. Ihr Geburtstag ist übrigens am 1. Januar, fällt also genu auf den ersten Schreinbesuch zum Neujahr.

Die letzte im Bunde der Hauptattraktionen von Tokimeki Memorial 2 ist Homura, welche die Main Girls damit auf ingsesamt 10 bringt. Homura ist der Wildfang des Spieles. Und gleichzeitig die Vorsitzende des Schülerrats. Als sie nämlich direkt am ersten Tag an der Schule zu spät war, wurde sie vom Rektor dazu verdonnert, um ihr einen Disziplinsgedanken zu erwecken. Tatsächlich nimmt Homura ihre Rolle als solche ernst, ist außerhalb von ihr allerdings gern weiter am Faulenzen und bringt zu den Tests die schlechtesten Noten zustande. Hilft nicht, dass sie zwar gut mit dem Rektor befreundet ist, der aber auch gern einfach rumchillt und mit ihr Süßkartoffeln grillt oder ähnliches.

Mit Mei verbindet sie eine gewisse Rivalität, wobei das allerdings für mich nie in einem Stand-Off endete wie es bei zwei ähnlichen Charakteren in Tokimeki Memorial Pocket der Fall ist. Dates hat sie natürlich gern im eher aktiven und lauten Umfeld wie die Spielhalle oder dem Rummel. Später versucht sie sich sogar ein wenig Damenhafter zu verhalten, wobei wir ihr ziemlich schnell klarmachen, dass wenn wir das wollten, wir nicht mit ihr ausgegangen wären. Bekundete Zuneigung bringt sie schnell aus dem Tritt, inklusive ihre eigene gestammelte Liebesbekundung bei der Abschlussrede vor versammelter Aula der Schule.

Bleiben noch zwei Geheimcharaktere, von denen die erste Sumire ist. Sie ist eine Schaustellerin im Zirkus ihres Vaters, der durch das Land reist. Dadurch hat sie neben ihrem Äffchen so gut wie keine Freunde. Auch ist der Zirkus immer wieder in Geldnot. Sumire ist der Star, wegen dem überhaupt noch Zuschauer kommen. All das macht sie allerdings einsam, was ihr Vater auch weiß, weswegen er die Dates mit ihr unterstütz, damit sie zumindest kurzzeitig eine normale Jugend leben kann.

Um sie zu treffen muss zur richtigen Zeit im Februar 2000 ein Workout gestartet werden. Man rennt dann auf dem Weg in sie. Dann noch in 2000 und 2001 jeweils, wenn der Zirkus in der Stadt ist, dort mit einem Mädchen ein Date haben, und anschließend für Sumire sitzen lassen. Ist all dies geschafft fehlt noch ein erneutes Workout im Februar 2002, und sie wird ihre Liebe bekunden. Soweit keines der Hauptmädels auch gewonnen ist, da die wie gewohnt die Geheimcharaktere überschreiben.

Maeka bringt die Mädels-Riege dann auf die Unglückszahl 13. Bereits in der Kindheitsphase kann man sie antreffen. Wenn man versehentlich in den Fluss fällt, fischt Maeka einen heraus. Im Hauptspiel an sich kann sie nur angetroffen werden, in dem beim Teleshopping das aktuell angepriesene Angebot bestellt wird. Maeka bringt es dann vorbei, weil sie dort als Auslieferin arbeitet. Ansonsten wird sie allerdings mit einer gewissen Zufallschance auch während Dates mit anderer Mädels auftauchen, wenn sie am Strand im Sommer oder in der Shopping Mall zu Weihnachten Sachen verkauft.

Sie ist eine ziemlich lebenslustige Dame, die zudem ihren Sex-Appeal sehr wohl für ihre Verkaufsstrategie einzusetzen weiß. Gewonnen wird sie, in dem beim Teleshopping alle Angebote angenommen werden. Alle 3 Monate gibt es ein neues Magazin mit neuem Sale. Ihr Ende triggert dennoch nur mit 50% Wahrscheinlichkeit. Und sieht zunächst wie das Forever Alone Ende aus, wo man einsam die Nacht durchzockt. Nur das es plötzlich an der Türe klingelt und Maeka davorsteht, um ihre Liebe zu gestehen.

Einnert ihr euch noch daran, dass beim ersten Spiel, wenn der Sport und Fashion Stat hoch genug sind, der Ijuin-Butler einem einen Antrag zu machen versucht, allerdings unterbrochen wird und aufgibt? Dieses Fake Out wiederholt auch der zweite Teil mit Meis Angestellten Sakunoshin, der sogar mit einem Strauß Rosen antritt. Und nun in der stereotyp-affektierten Stimme redet, die schwule Witzfiguren in japanischen Medien immer draufhaben, obwohl er vorher nie so geredet hat.

Da Sequels aber immer eins draufgeben müssen, hat Tokimeki Memorial 2 sogar noch ein zweites Gay Fake Out. Takumi, der androgyne der beiden besten Freunde des Protagonists, kann ebenfalls am Ende auftauchen. In weiblicher Schuluniform und mit erröteten Wangen, um seine Liebe zu gestehen. Und dann wacht der Protagonist auf, es war nämlich nur ein Alptraum. Hashtag No Homo. Ich hab echt mittlerweile Respekt vor True Love, welches ansonsten ein ziemlich durchschnittliches Dating Sim ist, da es bei seiner ähnlichen Szene die Eier hat sie einen annehmen zu lassen und dann damit einverstanden ist statt es als großen Witz abzuhandeln.

Kaze no Notam

Kaze no Notam ist von Artdink. Die muss man nicht kennen, auch wenn sie sich seit 1986 eisern im japanischen Spielegeschäft halten konnten. A-Train ist so ziemlich deren bekannteste Serie, von der man zumindest schon mal gehört haben kann. Allgemein ist deren Repertoire hautpsächlich mit komplexen Simulationen und experimentellen Spielen bestückt, die oft schlicht auch in Japan blieben.

Aquanaut’s Holiday ist beispielsweise von Artdink. Ein sehr frühes PlayStation-Spiel, welches einem keinerlei Ziele und nichts Konkretes zu tun gibt, sondern dazu animiert, schlicht aus der Spaß an der Freude durch das Unterwasserpanorama zu tauchen. Bei 1995er PS1-Optik seien hier ein paar Gänsefüßchen um das Wort Panorama zu denken.

Man sollte meinen das zwei Jahre später herausgekommene Kaze no Notam wäre das gleiche nur in der Luft. Mit einem Ballon durch die wahlweise drei Gebiete gleiten. Eines ist eine Wald-und-Wiesen-Landschaft mit einem altertümlichen Städtchen auf einem Hügel. Eines ist eine moderne Stadtlandschaft, die besonders in der Nacht mit den Lichtern gut aussieht. Die dritte Option ist eine Wüste mit einer verstecken Cyberstadt oder prähistorischem Wald. Es gibt also auch hier so einige Landmarken über das Gebiet verstreut, die zum Entdecken anregen. Sich einfach durchs Gebiet gleiten lassen und zu beobachten, was im rudimentären und kurzsichtigen 3D so unter einem auftaucht, ist doch sicherlich, wofür das Spiel gemacht ist.

Was jenes Gefühl verstärkt, ist die Tatsache, dass der Spieler so gut wie keine Kontrolle über den Ballon hat. Die einzige Option ist den Brenner zu befeuern, beziehungsweise dies nicht zu tun, um in eine der fünf Höhen auf- oder abzusteigen. Die haben nämlich jeweils unterschiedlich starke Winde in unterschiedliche Richtungen. Welche sich permanent ändern. Als Spieler ist man also sprichwörtlich absolut davon abhängig, aus welcher Richtung der Wind weht. Dafür sind die Gebiete in Kaze no Notam allerdings auch nicht allzu groß, interessante Dinge wesentlich näher aneinander, und kann jederzeit während des Spieles eine Übersichtskarte aufgerufen werden, die zumindest ungefähr veranschaulicht, wo es was zu sehen geben könnte. Dort gezielt hinsteuern ist halt nicht immer auch gegeben, wenn die Winde nicht mitmachen bis der Sprit für den Brenner leer ist. Aber bei einem Spiel, bei dem es nur darum geht, sich treiben zu lassen und das Panorama anzusehen, ist der Wegfall direkter Steuerung sicherlich halb so wild und dazu da, um zu erneuten Ballontouren anzuregen. Um was Neues zu entdecken, in eine Richtung, wo man bisher noch nicht hin geweht wurde. Immerhin kann auch Wetter und Tageszeit eingestellt werden, um bereits Gesehenes wortwörtlich in neuem Licht erstrahlen zu lassen.

In der ganzen Logik gibt es nur ein Problem: Kaze no Notam ermöglicht kein zielloses Treiben. Im Gegensatz zu Aquanaut’s Holiday ist jeglicher Ausflug mit einem Ballon an eine Zielsetzung gebunden. Es gibt keinen „Free Float“-Modus, um einfach nur so die Landschaft anzuschauen.

Insgesamt gibt es drei mögliche Zielsetzungen im Spiel. Eines dreht sich darum, gezielt auf einem Punkt im Gebiet zu landen. Bei einem anderen muss ein möglichst großes Dreieck durch die Flugbahn simuliert werden. Und im letzten sind Tierballons abzuschießen. Notams Hauptmodus, dessen Beendigung die Credits aufruft, besteht aus einem Dutzend „Runden“, die jeweils eines jener drei Ziele in einem der drei Gebiete offerieren. Aber auch der „Trial“-Modus lässt einen nicht einfach frei durch die Gegend fliegen, sondern überlässt es schlicht dem Spieler manuell einzustellen, welche der drei Ziele in welchem Gebiet nachgegangen werden soll, um sie für den „Runden“-Modus zu üben.

Ich glaube es ist unnötig zu sagen, wie schwer sich die Kombination aus beiden Dingen gestalten kann. Wenn die Flugbahn vom Wind abhängig ist, kann es einfach ungalublich frustirieren, ein Dreieck via Flugbahn formen oder auf genau einem Punkt der Map landen zu müssen. Das stressst und nervt. Und hält einen eben dadurch genau davon ab sich zurückzulehen und den Ballon einfach Ballon sein lassen, während die Landschaft betrachtet wird. Konzept und Gameplay sind einfach nicht rund. Da muss man gar nicht erst ins Spiel bringen, dass die Landschaft erneut oftmals nicht viel von „Panorama“ auf sich hat mit seinen rudimentären 3D-Strukturen und kaum vorhandender Drawing Distance. Ein interessantes aber gescheitertes Experiment.

Love at First Bite: Imadoki no Vampire -Bloody Bride-

Konamis Tokimeki Memorial war zwar nicht das erste Dating Sim, aber der Vertreter, der das Genre zumindest in Japan Massentauglich machte. 1994 auf dem PC Enigne erschienen und 1995 auf die weiter verbreitete PlayStation gehievt, hatte das Spiel bis 1996 über eine Millionen Einheiten verkauft. Konami verbrachte die Jahre, bis 1999 endlich der zweite Teil erschien, mit dem Portieren des Originals auf alles, worauf es möglich war, sowie der Großoffensive an Spinoffs und Merchandising zu ihm. Andere Spieleherrsteller wollten aber auch was ab vom Kuchen und versuchten gerade in den Mid-zu-Spät-90ern die Lücke mit eigenen Kreationen zu füllen. Der mit 1996 recht frühe Beitrag von Atlus ins Genre nennt sich Imadoki no Vampire: Bloody Bride. Ein Spiel, welches geraume Zeit eine englische Fantranslation hat, die ich auch in meiner Dating-Sim-Sucht von 2016/17 herunterlud, aber von der Kante fiel, bis ich es aktuell doch endlich aufgegriffen habe.

Teilweise war der Grund dafür, dass es sich hierbei auch um ein RPG handelt. Im Nachhinein ist es aber so, dass Bloody Bride tatsächlich zuerst einmal ein Dating Sim ist und die RPG-Elemente hintenanstehen. Es soll das Spiel denke ich mal interessanter machen und die Monotonie ausgleichen, ähnlich wie das die Minispiele in Tokimeki Memorial machen. Bleibt natürlich fragwürdig, ob Leute, die soziale Statuswerte zu grinden zu langweilig finden, es wirklich als Abwechslung ansehen, nebenbei auch RPG-Level grinden zu dürfen.

Die Kämpfe sind recht simpel

Das Setup ist wie folgt: Phaid gehört zum Vampir-Clan des Dämonenreiches. Und da ist es Tradition, sozusagen das Coming of Age Ritual, dass man sich eine Braut sucht. Die benötigt aber eine besondere Platinum Aura, die einmalige Mächte bereitstellt, so dass man an der Herrschaft des Dämonenreiches bleibt, statt von einem anderen Klan abgelöst zu werden. Cheaten ist allerdings nicht erlaubt, die holde Weiblichkeit muss sich schon freiwillig zur Geliebten machen, statt das einfach irgendwelche vampirischen Magietricks angewendet werden dürfen. Und was ist die naheliegendstes Art und Weise, um sich eine Braut zu suchen? Natürlich in dem man vorgibt ein japanische Junge zu sein und drei Jahre auf die High School zu gehen, um dort auf Brautschau zu gehen. Versteht sich doch von selbst.

Was beim Spiel auf jeden Fall ins Auge sticht, ist, dass es mehr Wert auf einen narrativen Rahmen legt. Es ist eben nicht einfach nur „Wie jeder Junge möchtest doch auch du am Ende der Schulzeit mit einem Diplom im einen und einem Mädchen im anderen Arm dastehen können“ ohne großartig eine Handlung zu bieten. Stattdessen sind die individuellen Interaktionen mit den Mädchen häufig die Hauptattraktion bei Dating Sims. Imadoki no Vampire hat aber eben eine Storyline drumherum aufgebaut, und wird auch über die drei Jahre hinweg wesentlich mehr Szenen als andere Spiele des Genres einwerfen. Wo man dort mal ein Schulfest oder einen Schultrip mitmacht, und ansonsten eben die Dates mit dem Charakter begeht, auf den man sich eingeschossen hat, sind die nicht-Mädchen-spezifischen Szenen hier stärker vertreten. Auch wirken sie wesentlich eigenständiger, da sich hier nicht nur alle Mädels kennen (sie gehen in die gleiche Klasse), sondern an vielen der Feste und anderen Ereignisse nehmen auch alle teil. Ein wenig Quality Time für die Auserwählt kann sich natürlich immer zur Seite gelegt werden. Aber ich fand es sehr schön, dass man über einen Spielverlauf hinweg alle ein wenig kennenlernt, statt nur Interaktionen mit derjenigen zu haben, auf die sich beschränkt wird.

Imadoki no Vamipre: Xtreme Beach Volleyball

Zudem kommt es auch immer mal wieder zu Attacken von Monstern, um zum einen zu sehen, ob man genug gelevelt hat, und um die Gefahr im Hintergrund im Gedächtnis zu erhalten. Immerhin wird am Ende ein altes Böses wiedererweckt, welches besiegt werden muss, bevor man sich seine Braut raussuchen kann. Klar ist das keine sonderlich herausragende oder komplizierte Handlung, auch bei Bloody Bride ist die Hauptattracktion das Abhängen mit den Bräuten in Spe, aber immerhin gibt es dem Spiel einen gewissen Rahmen und Fokus. Erinnerte mich fast ein wenig an Sakura Wars, welches ebenfalls eine feste Handlung abläuft und einem alle Pilotinnen näherbringt.

Spielerisch trennt sich Imadoki no Vampire auf zwei Tageszeiten auf. Am Tage können Anrufe getätigt werden, um jemanden auf ein Date einzuladen. Oder ein bereits geplantes Date begangen werden. Und es können wie geplant die diversen Statuswerte wie Intelligenz, Sportlichkeit, Aussehen etc. trainiert werden, damit man am Ende auch dem Typ entspricht, den das Mädchen der Träume haben will, statt mit einer eigenständigen Persönlichkeit abblitzen zu müssen. Auch nachts kann man auf Dates gehen, aber keine planen. Neben den Statuswerten fürs Dating Sim aufzubessern kann nun aber auch gelevelt werden. Ganz traditionell in dem man die nächtlichen Straßen nach Monstern abgrast, die sich in Random Encountern stellen. Genug EXP verdient, und das Level steigt. Optional ist dieser Teil wie erwähnt allerdings nicht, weil es in der Storyline ein paar vorgegebene Kämpfe gibt, für die Phaid rechtzeitig stark genug sein muss. Auch auf den nächtlichen Straßen der Stadt kann übrigens in Sidegirls gerannt werden – mehrere Mädchen, die keine Platinum Aura haben, also nicht gewonnen werden, die Phaid aber anflirten und bei Erfolg das Blut trinken darf. Man sollte meinen das wäre ob seines Vampirstatuses ein wichtiges Gampelay-Element, aber soweit ich mitbekommen habe, ist das Bluttrinken optional und gibt einem eben einfach eine leicht sexy angehauchte Szene des Mädchens.

Sexier wird’s nicht

Dass man diese Nebencharaktere auch teils einfach auf beste Vampirart mit einem Glamour belegen und sozusagen in die bereitwillige Blutabgabe gehirnwaschen kann, ist natürlich im Nachhinein ein wenig creepy. Genau wie die Tatsache, dass Phaid seine Familiars ausschicken kann, um den Mädels nachzuspionieren. Die kommen teils mit Tipps zurück, übernehmen also sozusagen die Rolle des Charakters, der ein Logbuch über Mitschülerinnern hält (was an sich ja auch creepy ist). Doch macht man es oft, und mag ein Mädel einen genug, kommen sie auch mit heimlich gemachten Photos der Angebeteten zurück. Sollte man vielleicht ebenfalls nicht ganz zu stark über die Implikation von nachdenken. Allgemein würde ich übrigens sagen, dass das Spiel etwas sexier ist als die ziemlich reinweißen Vertreter wie Tokimeki Memorial oder Sakura Wars. Trotzdem nichts, was einen 12-Jährigen wirklich vom Hocker reißen würde, als Konsolenspiel ist es natürlich schon handzahm. Und immer noch Meilen von beispielsweise einem Agarest War entfernt.

Ein weiterer Grund, warum ich das Spiel damals zur Seite gelegt hatte, war, dass ich nirgendwo eine Spielhilfe fand. Es ist meist ziemlich fruchtlos einfach so drauflos spielen zu wollen, und schon sehr zum Vorteil, wenn man überhaupt weiß, was für Statuswerte anzupeilen sind, um mit der Trophy Wife zu enden. Mittlerweile habe ich da was auftreiben können. Und die Statuswerte schienen mir schon sehr tough zu sein. Nicht nur müssen jene, die hoch sein sollen, schon sehr stark trainiert werden, sondern scheinbar wollen die Mädels auch diverse unterhalb eines gewissen Wertes haben. Bloody Bride macht es einem aber sehr schwer Werte wieder zu senken. Am Ende hatte ich dann tatsächlich angeblich nicht die richtigen Statuswerte erreicht, um Anna gewinnen zu können. Mit mir gekommen ist sie dennoch nicht. Von daher sind jene Angaben anscheinend nicht ganz glaubwürdig gewesen und ich kann nicht ganz sagen, wie schwer die Gewinnchancen wirklich sind.

Imadoki no Vampire Girl’s Side, when?

Die Kämpfe werden auf jeden Fall auch schnell recht schwer. Zumindest zeitweise. Das Spiel wechsel regelmäßig die Gegner in einem Gebiet aus, um sie dem Level von Phaid anzupassen, damit er noch halbwegs brauchbare EXP bekommt. Nach einer Weile hört das auf, aber als ich zunächst bei den stärksten Varianten angekommen war, fand ich das Spiel schon ganz schön schwer, bevor sich nach ein paar weiteren Leveln das Blatt wieder wendete. Interessanterweise sind die Storygegner aber alle einfacher gewesen, als die sich anpassenden Random Encounter. Von daher muss man es mit dem Leven wahrscheinlich gar nicht so übertreiben. Weiß man als Spieler halt zu Beginn auch nicht.

Meinen ersten Durchgang durch das Spiel habe ich, von der kleinen Panik gegen Ende das ich die Statuswertschwellen nicht mehr schaffe abgsehen, schon genossen. Es tut einfach gut nach der Zeit wieder in ein richtiges Dating Sim abzutauchen. Einfach die Statuswerte fliegen sehen und ein wenig mit netten Charakteren sprechen. Einen großen Wiederspielwert hat es für mich aber dennoch nicht. Dafür ist das Spiel durch seine RPG-Elemente einfach etwas zu lang. Und durch die vielen Events mit allen Charakteren fühle ich mich auch so, als hätte ich die fünf Mädchen ausreichend kennenglernt und muss nicht noch deren individuelle Route ablaufen, um mehr über sie herauszufinden. War ja tatäschlich bei Sakura Wars auch nicht anders für mich. Ist also kein Anzeichen für ein Qualitäts-Manko.

Noch gefühlt keine 2 Sekunden vor der neuen Schule angekommen, rennen wir übrigens in das erste Zile, Seira. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn nicht nur gibt es einen Anrempel-Vorfall, bei dem wir den elektrischen Schock der Platinum Aura spüren, sondern sie rennt auch gleich verschüchtert weg. Sie ist mehr das zurückhaltende und religiöse Mädchen, lebt sogar in einer Kirche, die merkwürdigerweise auf dem Schulgelände zu stehen scheint. Oder vielleicht auch nur direkt daneben. Sollte man meinen, dass dies nicht die optimale Beziehung für einen Vampir aus dem Dämonenreich ist. Sie ist allgemein sehr hilfreich, bringt einem zum Beispiel nach der Weihnachtsfeier, an der man nicht teilnehmen kann, Kuchen vorbei. Oder hilft einem verlorengegangenen Mädchen beim Sportfest seine Mutter zu finden. Auch die Valentinsschokolade zu übergeben wirft sie so aus dem Ruder, dass sie direkt flieht und sie hat Schiss bei der Mutprobe auf dem Schultripp. Später taut sie dann aber doch etwas auf und lässt sich sogar mal auf einen Spaß oder zwei ein. Ihr Ziel nach dem Schulabschluss ist übrigens auf eine Krankenpflegerschule zu gehen.

Etwas später stellt sich die eher aufdringliche Erika einem mitten auf dem Schulhof entgegen, stellt ihren Wissenschafts-Klub vor, bei dem sie übernatürlich Phänomene wie Vampire studiert bekommen will, und führt zum nächsten Platinum Aura Schock. Wenn beigetreten wird, muss Phaid aber schnell feststellen, dass Erika das einzige verbliebene Klubmitglied ist, weil keiner mit ihrer übereifrigen Art zurechtgekommen ist. Die unter anderem beinhaltet, an ihren Mitgliedern rumzuexperimentieren, was sie auch an Phaid bei jeder sich liefernden Gelegenheit versucht. Dafür kommt sie gern auch mit eigenen Erfindungen vorbei, um einem bei Schulchallenges wie dem Sportfest auszuhelfen. Nichts scheint sie abzuschrecken, selbst wenn die Geistergeschichten ihren Umlauf machen, führt das nur dazu, dass sie allein zum Investigieren aufbricht. Scheint so, als wäre sie auch aus einer reichen Familie stammend, aber wie bei fast allen Charakteren findet man eher wenig spezifisch über die Familienverhältnisse aus. Netterweise beinhaltet ihr Alltagsoutfit einen Hut, auf dem dick ihr Name steht, was sicherlich hilft, wenn man mehrere Mädels gleichzeitig datet, und nicht versehentlich den falschen Namen benutzen will. Nach der Schule möchte sie eine Mystery-Detektei öffnen.

Ich wollte tatsächlich zunächst Erika anpeilen, bis mir dann später im Jahr beim ersten Sportfest mit Anna das dritte und letzte Mädchen mit einer Platinum Aura in die Arme lief. Oder besser gesagt sprichwörtlich in die Arme gefallen ist. Bei der Suche nach Desinfektionsmitteln auf der Krankenstation schneit die leicht kränkliche Dame mit typischer Anime-Anämie herein, die ja bekanntlich nicht wirklich das Leben eines Charakters beeinträchtigen und nur sporadisch rausgeholt wird, um dramatisch in die Arme des Geliebten zusammenzubrechen. Sie kommt aus einer britischen Familie, hat dort sogar als Kind gelebt, bei ihr zu Hause treffen wir aber mal wieder keine Eltern, sondern nur ihren Hund und Katze als Mitbewohner an. Außerdem ist sie im Kunst-Klub, weil sie eben gerne malt. Auf dem Ski-Ausflug der Klasse baut sie sogar einen süßen kleinen Schneehasen. Und bringt vollen Einsatz in die Beziehung, sie lässt nämlich beispielsweise die Weihnachtsfeier komplett ausfallen, um stattdessen Phaid zu besuchen. Nach dem Schulabschluss möchte sie dann in England Kunst studieren.

Natürlich wären nur drei mögliche Lieben bis in alle Ewigkeit etwas wenig für ein Dating Sim. Und mit Menschen sowieso nicht für die Ewigkeit. Und deswgen stelle einem Imadoki no Vampire auch noch dämonisches Begleitpersonal. Lilicca kommt spät im ersten Jahr hinzu, nachdem man einen Traum hatte, in der Phaid sie bereits heiratet. Sagt zunächst zur Klasse, dass sie aus England kommt, und deswegen japanische Gepflogenheiten nicht verstehen wird. Etwas später eröffnet sie Phaid dann aber, was der Spieler von Anfang an wusste: Sie ist auch aus dem Dämonenreich. Genau genommen kommt sie vom Traumdämonen-Klan und ist seit ihrer Kindheit in Phaid verschossen. Dämonen haben zwar keine Platinum Aura, doch sie behauptet, dass es reicht, das Blut eines Mädchens mit einer zu trinken, um deren Macht zu erlangen, und danach kann man heiraten, wen man will. Tatsächlich bringt die Storyline rüber, dass ihre Mutter Lilith sie eigentlich ausgeschickt hat, um einen zu hintergehen. Sie ist aber scheinbar ehrlich, wenn es um die Liebe zu Phaid geht, und hilft ihm und den anderen Mädels sogar regelmäßig aus. Besonders charmant ist natürlich auch, dass sie während des Sommerausfluges Boys Love Manga für sich entdeckt und sofort ziemlich hart und tief in den Kaninchenbau fällt.

Karen ist die fünfte und letzte im Bunde der gewinnbaren Charakterriege. Sie taucht irgendwann nachts auf den Straßen früh im zweiten Jahr auf, wo sie Phaid gnadenlos anbaggert. Kurz darauf, wenn das neue Schuljahr beginnt, stellt sie sich dann als die neue Mitschülerin vor. Karen ist recht verschlagen und forsch, macht gerne Witze, flirtet wild durch die Gegend, und forciert Begegnungen mit Phaid. Denn sie ist auch eine Dämonin, diesmal vom Medusa-Klan, die von Liliccas Mutter als Plan B ausgesendet wurde. Das führt auch zu so einigen Spannungen zwischen den beiden. Letztendlich ist sie sogar ein Doppelagent, arbeitet sie eigentlich für Gilgamesh, der das alte Böse wiedererwecken will. Natürlich ist Karen nur dazu gezwungen, allerdings muss ich zugeben, dass man über die beiden Dämoninnen, und ganz speziell Karen, am Wenigsten herausfindet, wenn man normal durchs Spiel geht, ohne sie spezifisch romantisieren zu wollen. Von daher habe ich nie herausgefunden, was da der Deal so ganz genau ist. Allerdings wäre ich an Lilicca und Karen ehrlich gesagt eh nicht sonderlich interessiert gewesen.

Der Rest:
Wie bereits gesagt, gibt es noch ein paar Nebenmädchen, die man auf der Straße anflirtern und bei Erfolg das Blut trinken kann. Richtige Charaktere sind die natürlich nicht, immerhin verschwinden sie nach dem ersten Umtrunk auch schon wieder aus der Telefonliste. Sehr unterschiedliche Stereotypen decken sie aber schon ab. Wir haben die Berechnende, die erst mit einem ausgeht, nachdem drei teure Geschenke gemacht werden. Ein Vampir-Fangirl, dass einen bereitwillig die Halzschlagader hinhält. Eine Schlägerin, die einen nachts anpöbelt aber dann vom Mut, sie anzuflirten, begeistert ist. Und ein zu junges Mädchen, welches das Spiel einen dann doch lieber nicht anzapfen, sondern friedlich gehen lässt.

Ein weiterer in den Events sehr aktiver Charakter ist Jinguji. Der übernimmt die übliche Rolle des männlichen Schulidols, der gut in der Schule ist, aus reichem Hause kommt, mit Tonnen an Valentinsschokolade nach Hause geht, und regelmäßig zu Festen in seiner Villa oder Ausflügen aufs Land einlädt. Und natürlich Phaid eigentlich nicht sonderlich leiden kann. Sein Alter Ego ist sogar Reo der Vampirjäger, der sich am Ende jeden Jahres zum Kampf stellt. Zu Spielende ist er aber auf der Seite von Phaid, gemeinsam das Böse bekämpfend und so. Und wer keines der fünf Mädels für sich gewinnen kann, bekommt sogar ein Ende mit ihm. Kein romantisches natürlich, aber der neugefundene Bro lässt einen sein Blut zum Ersatz einer richtigen Braut trinken. Führt aber dazu, dass man die Vampirkräfte verliert und in Japan bleiben muss, statt übers Dämonenreich herrschen zu können. Die beiden Brüder von Phaid und seinen Buttler kann man gegen Ende auch als Liebesbekundungs-Kandidaten wählen, was aber natürlich als Witz abgetan wird und den Spieler zurück in die Liste der Mädels wirft.

Aquanaut’s Holiday: Memories of Summer 1996

Artdinks Aquanaut’s Holiday hat bisher drei Teile mit sich gebracht. 1995 kurz nach dem Release der Playstation den ersten, der sogar in den Westen kam, weil im akuten Spielemangel zum Beginn einer neuen Konsolenlebensgeschichte gern auch exotischere Perlen gepickt werden. Gegen Ende der gleichen Konsolengeneration der Nachfolger Aquanaut’s Holiday 2, verbleibend in Japan, und auf der PS3 Aquanaut’s Holiday: Hidden Memories, welches kurzzeitig ähnlich Demon’s Souls unter Importeuren als Geheimtipp gehandelt wurde, weil es eine englischsprachige Asia-Version gibt, die ziemlich rar geworden ist.

Jedoch gibt es noch ein weiteres Release, das direkt im Jahr nach dem ersten Teil in Japan erschien, und sich Aquanaut’s Holiday: Memories of Summer 1996 nennt. Ich habe bereits bei meinem Eintrag zum Erstling spekuliert, dass es sich hierbei nur um ein Re-Release-Remix dessen handelt, soweit das spärliche Bildmaterial mir zu verstehen gab. Von Abzu wieder auf solche Spiele angefixt, aber nicht gerade viele übriglassend, die mir nicht bekannt wären, habe ich diese Theorie nun auf die Probe gestellt.

Die Antwort ist: Ja. Die Theorie hat sich als richtig bestätigt.

Es gibt also erneut so gut wie keinen Text im Spiel, und der einzige in Japanisch ist eigentlich der des Speichermenüs und der Credit Sequence. Das Hauptmenü mit seinen vier Punkten ist weiterhin in Englisch. Und während des unveränderten normalen Spielverlaufs gibt es eh keinen Text oder Sprachausgabe. Dementsprechend ist auch Memories of Summer 1996 ziemlich Zielloses sich Unterwasser treiben lassen, und einfach damit zufrieden zu sein, was man so alles sieht. Mit ein wenig Entdeckerdrang, denn irgendwie ist es halt schon immer ganz cool, wenn man plötzlich auf eine Spezies trifft, die man in den fünf vorigen Tauchgängen nicht gesehen hat. Ganz zu schweigen von den sporadischen Landmarken, die von einer Miniatur der Chinesischen Mauer zu einem Schiffswrack bis hin zu einem gigantischen Quastenflosser reichen.

Mit irgendwas interagieren kann man immer noch nicht. Es wird nie geklärt, wozu die unterseeischen Gegenstände da sind. Es werden keine Fische in eine Enzyklopädie eingetragen. Ja die Karte im HQ markiert nicht mal irgendwelche besonderen Lokalitäten, dies muss wenn dann schon der Spieler selbst über die Bojen machen, an die jederzeit wieder gestartet werden kann, statt immer vom HQ aus tauchen gehen zu müssen. All das lässt Aquanaut’s Holiday erneut etwas wie ein unterseeisches Diorama von Aliens wirken, die einfach ein paar Gebäude-Highlights der Erde mit vielen bunten Fischen, die es wie den Zitronenfarbenen Mondfisch teilweise gar nicht gibt, in ein großes Becken geworfen haben.

Ein Ende gibt es schon, welches sich wieder über das künstliche Riff ergibt. Je mehr der doch beachtlichen Karte erkundet wurde, umso mehr Blöcke können hier aufeinandergestapelt werden, um das Riff zu bauen. Je nach Konstellation und Farbenvielfalt lockt dies Fische an. Ist der Balken, der ihre Anzahl repräsentiert, gefüllt, gibt es Credits.

Wie viel jetzt allerdings wirklich anders ist, zwischen dem Release in 1996 und 1995 ist von der Natur des Spiels aus allerdings echt schlecht zu sagen. Immerhin ist das Meer hier nicht wie in Aquanaut’s Holiday 2 in klar abgesteckte, distinkte Bereiche unterteilt. Stattdessen ist das alles ein gigantisches Areal, das genausogut zufallsgeneriert sein könnte, so identisch sieht alles aus, so wenig Anhaltspunkte hat man, so schnell vergisst man, wo man schon war und wo noch nicht. Das macht natürlich zum einen etwas den Aha-Effekt aus, wenn man dann doch mal wieder eine Landmarke entdeckt, oder in ein Gebiet kommt, wo plötzlich Tiefsee-Spezies oder weiße Hammerhaie zu finden sind, die einem bisher noch unbekannt waren. Aber genauso unwahrscheinlich ist es, dass man wirklich alles kartographiert hat geschweige denn einem wirklich die Lust dazu stehen würde. Soweit ich das vage sagen kann, hatte ich schon das Gefühl, dass 1996 belebter war. Es gab mehr und unterschiedliche Unterwasserpflanzen und mehr Fischspezies, sowie bei den schon bekannten, die teilweise an anderen Stellen waren, auch neue Landmarken für mich zu entdecken.

Interessant als Kuriosum war es allemal. Zumal ich doch überrascht war, wie viele verschiedene Tiere ich letztendlich doch exemplarisch entdecken konnte, und wie viele davon doch distinktiv als ihre realen Spiegelbilder zu identifizieren waren. Einen Walhai gab es allerdings nicht. Buh. Und man merkt auch schnell, dass die unterseeische Artenvielfalt halt dadurch kommen, dass wenig Animation in den pixeligen Fischen steckt und die Umgebung halt absolut barebones wirken kann.

Adventure Week #18: Necronomicon

Necronomicon: Dawning of Darkness, auch bekannt als The Gateway to Beyond, ist ein weitestgehend vergessenes Lovecraft-inspiriertes Adventure Game von um die Jahrtausendwende. Und eines, welches scheinbar vergessen bleiben will, und sich lieber nicht von jemandem spielen ließe, wie ich mittlerweile vermute… ein verfluchtes Spiel? Dun dun dun.

Aber mal ernsthaft, als ich über das Spiel stolperte dachte ich mir, es wäre sicher mal einen schnellen Durchgang wert. Und die PC-Version ist ja neu auf Steam etc. verwertet worden, also kann es trotz Obskurität nicht wirklich schwer zu bekommen sein. Nur um dann direkt zu lesen, dass die PC-Version voller Bugs ist, durch die das Spiel teilweise nicht beendet werden kann oder wichtige FMVs nicht abspielen, selbst im Re-Release. So viel also zur PC-Version, aber halt, es wurde ja auch auf die PlayStation portiert, welche diese Probleme wohl nicht hat, und die PSX ist einfach emuliert. Nur finden sich Images der CDs eher schwer, und die welche ich dann letztendlich hatte, funktionierten eben nicht mit dem Emulator. Ansonsten konnte ich die PSX-Version nur als Eboot-File fürs Spielen auf der PSP finden, und PPSSPP spielt keine Eboots ab. Dankenswerterweise hab ich dann rausgefunden, dass das Programm, welches PSX-Images in eine Eboot fasst, auch die Images wieder aus einer Eboot rausziehen kann. Also zurückkonvertiert, nur damit der Emulator rumzickte, sobald das Spiel von CD1 auf CD2 wechseln wollte, weil es jene zunächst nicht erkannt hat. Ich glaube ich habe mehr Zeit darin investiert, eine Version des Spieles zu ergattern, welches ich letztendlich auch Problemlos spielen konnte, als es dauert durch das Spiel an sich zu spielen.

Ich würde nämlich mal locker flockig behaupten, auch wenn ich es mangels nachschauen und da das Spieles keine Daten zur Spielzeit herausgibt nicht genau sagen kann, man vielleicht eine bis zwei Stunden pro CD verbringt, das Spiel also ordentlich in unter fünf Spielstunden beendet ist. Auch davon abhängig, wie schnell man gefunden hat, was nun als nächstes zu tun ist, was das Spiel nämlich nicht immer wirklich transparent behandelt. Und gerade auf der PlayStation kommt es bekannt bei jedem Bildschirmwechsel zu einer kurzen Ladezeit und zu einer überraschend langen, wann immer das Menü aufgerufen wird, um einen Gegenstand einzusetzen, aufgesammelte Dokumente erneut nach Hints zu durchlesen, oder zum Warpen einer außerhalb der Stadt befindlichen Lokalität die Karte angewählt wird.

Jedenfalls spielen wir einen naiven blonden Jüngling, dessen Freund ihm einen ziemlich verrückten Besuch abstattet, Also tun wir, was ein Protagonist in einem Adventure gern macht, und durchschnüffeln alle möglichen privaten Angelegenheiten, bis wir den armen Kerl über die Interaktion mit einem Doktor sogar in die Irrenanstalt eingewiesen haben. Um ihn allerdings gegen den heranschleichenden Wahnsinn zu retten, untersuchen wir die Geschichte des kleinen Städtchens und eines seiner früheren Einwohner, der den Geist von unserem Freund zu übernehmen droht, und dessen Versuch die Old Ones zu beschwören. In dem wir ohne großartige Reaktion einfach mal so via magischem Rituale einen Toten wiedererwecken und genauso ruckartig beschließen unser Freund kann nicht gerettet werden, und ihn ebenfalls ohne anschließende Reaktion erschießen. Ich weiß ja, dass Adventure-Game-Charaktere gern mal leicht psychopathisch daher kommen, wenn man mal genau darüber nachdenkt, was sie weswegen genau so alles treiben, aber das hier ist schon hart. Je nachdem, ob das letzte Puzzle innerhalb des Timers erledigt wird, oder nicht, kommt es entweder zum Öffnen des Tores der Old Ones im Bad End, oder genauso abrupt im Good End zu einer FMV, in der uns der Hauptcharakter versichert alles sei gut und er selbst wisse gar nicht, wie er aus dem finalen Areal entkommen ist. Irgendwie unbefriedigend.

Genau wie das Gameplay an sich, bei dem man sich von einem arg pixeligen vorgerenderten Bildschirm zum nächsten klickt, in der Hoffnung irgendwo eine neue Interaktionsmöglichkeit zu finden, oder eines der passablen FMVs zu triggern. Einige Charaktere und gefundene Schriftstücke geben zwar Hints, aber häufiger mal ist echt nicht klar, was oder wo etwas gemacht werden muss, stattdessen muss einfach jede Lokalität aufgesucht werden, bis halt irgendwo was neues gefunden wird. Das Ganze übrigens noch dazu in fast vollständiger Stille, weil es im Spiel nur leichte Ambient-Geräusche im Hintergrund gibt.

Ich kann also nicht wirklich sagen, dass der Akt, um das Spiel endlich gespielt zu bekommen, mir letztendlich vom Spielerlebnis an sich zurückgezahlt worden wäre. Das ganze Ding ist ehrlich gesagt eher langweilig bis nervig denn irgendwas sonst gewesen.

Replaying Final Fantasy VII: A Cyberpunk Fantasy

ava-2117Reden wir doch mal über Final Fantasy VII. Der erste in Europa releaste Teil der Serie (sofern man Mystic Quest Legend ausklammert). Der Teil, der mit VI und zu geringerem Teil X konstant die Top-Listen der Favoriten sowohl Serien-intern als auch JRPG-übergreifend anführen darf. Der erste Teil mit einem International-Rerelease in Japan (sofern man Final Fantasy IV Easy Type nicht zählt). Der zu seinem 10-jährigen Jubiläum auserkoren wurde, der Beliebtheits-Top-Kandidat für eine ganze Multimedia-Compilation zu sein, die bis zum diesjährigen 20-järhigen Jubiläum anhalten sollte, aber ob minderer Qualität und Unmut bei den Fans bei weitem nicht annähernd so lange andauerte. Der Teil, der nicht nur demnächst im Episoden-Format ein Remake erhalten soll, sondern tatsächlich komplett von Grund auf in einer modernen Cutting-Edge-Engine bekommt. Der Teil, der sowohl der Serie wie den JRPGs eine bis heute nicht wieder erreichte Hochzeit bescherte. Zu sagen Final Fantasy VII ist ein besonderer Teil ist dezent untertrieben.

Es war übrigens nicht ganz mein erstes Final Fantasy. Das war tatsächlich Final Fantasy VIII. Welches mich noch auf seiner brauchbaren ersten Disc befindlich so anfixte, dass ich sofort auch den damals eh als billige Platinum-Version erhältlichen Vorgänger einkaufte. Den ich dafür aber wesentlich früher durch hatte, weil die Qualität nicht nach der ersten CD einen freien Fall hinlegt. Das Ding jetzt nach all den Jahren zum 30. Serien-Jubiläum und eigenem bereits 20. erneut zu zocken, war schon eine sehr interessante Erfahrung.

Denn Final Fantasy VII ist in seiner Gesamtheit schon sehr… speziell. Immerhin muss man dabei sagen, dass Square bis Ende 1996 noch fast exklusiv auf dem SNES unterwegs war. Das früh in 1997 erschienene Final Fantasy VII ist nicht nur deren erster Serien-Eintrag in 3D, nicht nur deren erstes PlayStation-RPG, sondern nach Tobal No.1 auch erst deren zweites Spiel auf einer 32bit-Plattform. Und das merkt man Final Fantasy VII schon stark an. Nicht nur weil es, obwohl damals natürlich der absolute Augenöffner gewesen, doch sehr primitiv anzuschauen ist. Nicht nur, weil man manchmal nicht so ganz zu wissen scheint, was man mit der dritten Dimension jetzt genau anfangen soll. Nein, sondern schlichtweg auch, weil sich Final Fantasy VII was das Pacing, Staging, den Stil und die Atmosphäre angeht, so anfühlt, als wäre es irgendwo zwischen den Generationen gefangen. Es ist bereits 3D, und versucht dies auch auszunutzen, aber es gestaltet sich doch in einigen Aspekten noch wie die vorgegangenen 2D-Spiele mit ihren Sprites, nicht wie die folgenden in der neuen Dimension komplett angekommen RPGs sich spielen werden.

Dabei ist Final Fantasy VII streng genommen, wie so einige PSX-Spiele, gar nicht komplett 3D. Immerhin besteht die Welt um die Charaktermodelle, zumindest außerhalb von Kämpfen und FMVs, noch aus vorgerenderten Hintergründen, und das ist so gesehen flache Pixelart. Ein Hoch hierbei übrigens dafür, dass sich mit Select jederzeit die Ausgänge mit roten Pfeilen, Erklimmbares mit grünen, und der eigene Charakter mit einer zeigenden Hand markieren lässt, denn so wirklich immer gut erkennbar, wo man raus oder hoch kann oder wo der Charakter ganz im Hintergrund evtl. sogar noch hinter irgendeinem Vordergrund-Objekt stehend ist, ist nicht wirklich immer leicht.

Aber ja, natürlich will Final Fantasy VII das Möglichste aus der neuen Dimension, in der es sich bewegt, herausholen. Und damit ist nicht nur Tifas Charakterdesign gemeint. In den Kämpfen hat der Bildschirm beispielsweise eine extreme Aversion dagegen, mehr als 2 Sekunden am Stück still zu stehen, sondern fährt mit mehr Kamerafahrten und –winkeln auf, als manchmal der Übersichtlichkeit wirklich gut wäre. Auch in der Außenwelt gibt es diverse kreative und cineastische Kamerawinkel, um den Blick auf besonders beeindruckende Szenerien zu lenken, die es so selbst in den reinen Sprite-Teilen nicht gab, weil sich 3D-Modelle so viel einfacher drehen, in der Größe verändern, und aus diversen Perspektiven zeigen lassen.

Nur dann sieht auch irgendwie wieder alles aus, als wäre es aus Legos gebaut. In den Kämpfen realistisch proportionierte größere Charaktermodelle zu nehmen, allerdings außerhalb von ihnen die super deformten Popeye-Figuren zu wählen, erinnert doch stark an die 2D-Generation, wo die Kampfsprites größer und detaillierter als ihre Oberwelt-Pendanten waren. Nur sieht das in einem 3D-Teil irgendwie gleich viel merkwürdiger aus. Auch weil selbst die krude Version der 3D-Modelle immer noch zu so viel mehr und subtileren Animationen fähig sind – sich dann aber auch wieder mal so übertrieben chargierend wie die vorangegangenen Sprites verhalten. Besonders merkwürdig wird das in dem FMVs, die mal Render der Charaktere in realistischem Design nutzen, dann wieder die Lego-Figuren verwenden, als hätte man mit einem Stil angefangen, wäre auf den anderen gewechselt, und hätte keine Zeit mehr gehabt die schon erschaffenen zu ändern. Aber eben nicht nur die Nicht-Kampf-Modelle der Charaktere sehen aus wie Lego-Figuren, auch die vorgerenderten Hintergründe sind vom Detailgrad und den Proportionen häufig zu sehr wie Lego-Dioramen aussehend.

Aber Mensch der Prolog und im Prinzip verlängertes Tutorial in Midgard, eh? Das Spiel könnte nicht mehr sagen wollen, dass man jetzt in einer ganz anderen Generation an Final Fantasy angelangt ist, als in seinen ersten 4 Stunden, bevor plötzlich die Weltkarte eröffnet und man richtig auf das Spiel losgelassen wird. In einer futuristisch-heruntergekommenen Stadt a la Blade Runner, ein Unterton von vergangener Glorie und heruntergewirtschafteter Welt, die so auch in den anderen Gebieten des Planeten zu finden sein wird. Aber eben nirgendwo so zentriert ist wie in der von dem Megagebäude der ShinRa dominierten Stadt, mit ihren Slums unter den Plattformen der normalen Bevölkerung, angetrieben durch die bedrohlich leuchtenden Reaktoren der Mako-Energie. Es gibt keine bösen Imperien mehr, sondern böse Megakonzerne. Es geht nicht mehr um einen Schurken, der die Welt mit Supermächten zerstören will, sondern wir tun das mit unsrem umweltzerstörenden Fortschritt selbst. Die Wiederstandbewegung AVALANCHE, in der begonnen wird, ist eine Terrorgruppe. Statt Fantasy gibt es Metall, Graffiti, Hubschrauber, Genexperimente und desweiteren. Ein Midgard und eine Eröffnung wie in Final Fantasy VII gibt es so in keinem anderen Teil der Serie.

Es gibt auch kaum so ein einfaches Final Fantasy. Sicherlich lassen sich die Systeme vieler Einträge in der Reihe leicht brechen, und ab VI ist sowieso keiner mehr wirklich schwer (und streitbar war Final Fantasy sowieso immer schon einen Tacken leichter als so manche Konkurrenz), doch beim Materia-System braucht man nicht mal sonderlich viel Durchblick, um brechende Kombinationen zu finden. Im Prinzip sind die Charaktere in VII so austauschbar wie in kaum einem anderen Teil. Selbst in VI hatten sie ein Stück weit ihre eigenen Skills zu bieten. Hier in VII sind alle Skills an die Materia gebunden, die beliebig zwischen Charakteren hin und her getauscht werden kann und unabhängig vom Charakterlevel aufsteigt, um bessere Skills freizuschalten, sie zu verstärken, oder sich beim Max-Rank sogar zu duplizieren. Kontrastierend beispielsweise mit den Espern aus VI, bei denen die Skills auf die Charaktere übergingen.

Ich hab die letzten 3 Bosse alle umgenietet, bevor sie wirklich was machen konnten. Wenn man durch noch nicht mal maximierte HP-/MP-Plus Materia jeden Charakter bei 8.000 HP und 900 MP hat. Wenn Restore mit All gekoppelt dazu führt, dass selbst ein einfaches Standard-Cure auf die ganze Gruppe geht und jedem 1.000 HP wieder heilt. Wenn die beiden Angriffscharaktere mit Slash-All und 2x-Cut ihre 5.000+ Schaden auf ganze Gruppe respektive doppelt pro Runde machen. Wenn Haste+All dazu führt, dass sich der ATB-Balken sofort wieder füllt. Wenn Bahamuth Zero+Quadripple Magic dazu führt, dass der Summon 20.000 Schaden verursacht. Und wenn man Knights of the Roud hat, welches selbst 60.000+ Schaden hinlangt. Wenn Gegner dank gutem Equip nur wenige hundert Punkte Schaden bei der Gruppe verursachen – zumindest solange sie keine fiesen Zauber wirken, da der MDef-Wert im PSX-Original verbugged und damit unwirksam ist. Final Fantasy VII wird sehr schnell ziemlich einfach, ohne das System dabei so exzessiv studieren zu müssen wie beispielsweise in Final Fantasy VIII.

Dafür lässt sich natürlich viel geschmeidiger und flux der Story folgen, ohne dazwischen große Hänger zu haben. Vielleicht mal abgesehen davon 5 Stunden an der launigen Chocobo-Zucht zu verlieren. Und eben weil Final Fantasy VII so modern ist, braucht es hier auch mehr, um glaubhaft zu sein. In einem reinen Fantasy-Setting, wo ein Rebellen-Trupp auszieht, um das böse Imperium zu besiegen, damit die Welt vor ominösem Bösen gerettet wird, schluckt man das auch einfach mal so. Ein Megakonzern wie ShinRa böse um des Bösen willen sein zu lassen wäre da eine andere Sache. Oder AVALANCHE unreflektiert als die Guten darzustellen, weil sie wollen die Welt retten, obwohl in ihren Bombenanschlägen Menschen sterben. Aber so unreflektiert bleibt Final Fantasy VII eben nicht. Gegen Ende des Spieles kann Barrett zugeben, dass das Ziel nicht alle Mittel heiligt. Cid darf einwerfen, dass Wissenschaft und Fortschritt auch ihre positiven Seiten haben. Und ja, letztendlich werden wir die Welt vor einem Schurken retten müssen, aber das ist fast mehr Nebensache, dem Spiel geht es wirklich mehr um die darin involvierten Charaktere. Und das, obwohl die Ending-Sequenz überraschend kurz und offen gehalten ist, und mit ihrem Epilog zeigt, dass der Planet auch ganz gut ohne die unwichtige Dreingabe mit Namen Menschheit weiter existieren kann.

Aber gerade deswegen finde ich es sehr spannend, wie sich Final Fantasy VII im kommenden Remake bewähren wird. Natürlich können so einige Szenen wesentlich besser und dramatischer inszeniert werden. Nicht nur Aeris Tod, sondern die eigentlich noch viel wichtigere Szenen-Abfolge wenn Cloud im Lifestream steckt, wo so ziemlich alle Plotpunkte und sein ganzes Dasein zusammenlaufen. Die Szenen mit Sephiroth und dessen Existenzkrise in Nibelheim. Wenn beim Endkampf nach einem bisher orchestralen Soundtrack plötzlich One Winged Angel mit Chor zu plärren beginnt. Eben auch weil es schön wäre, das doch sehr seriöse Final Fantasy VII in entsprechend besserer und realistischerer Grafik zu sehen – wobei mir hier die Engine aus Crisis Core auch voll gereicht hätte.

Final Fantasy VII ist eben nicht immer nur super ernst und seriöses business, auch wenn das die Verzerrung der Charaktere in den letzten 20 Jahren, gerade eben auch durch die Compilation, einen eventuell glauben machen will. Final Fantasy VII kann manchmal auch etwas merkwürdig und blöd sein, irgendwie quirky und durcheinander, und genau das kommt eben dadurch, dass Final Fantasy VII in einer Design-Mentalität zwischen 2D und 3D Final Fantasy steckt. Final Fantasy VII mag an Stellen echt beeindruckend, wirklich Story-technisch Tiefgang bieten, doch einen Teil des Charmes macht eben aus, dass nicht alles perfekt ist, es seine schrägen Eigenheiten hat.

Und ich war richtiggehend überrascht, was für ein launiges Team man doch im Spiel hat, mit dem man gern Zeit verbringt. Eben weil alles in den letzten zwei Dekaden sie so spröde wiedergegeben hat. Eine Tifa in Final Fantasy VII ist ein Mädchen mit Träumen und Hoffnungen, nicht nur zwei Titten und Fisticuffs. Ein Cloud ist kein immer attraktiv-traurig dreinschauender Superheld. Nein, ein Cloud in Final Fantasy VII kann auch mal einen Witz machen. Ein Cloud in Final Fantasy VII macht beim Crossdressing mit. Ein Cloud in Final Fantasy VII tut nur so als wäre er so toll, weil er beim Erreichen seiner Träume versagt, und sich die Identität eines cooleren Kerles geklaut hat. Selbst der optionale Nebencharakter Vincent, der kaum zusätzlichen Text bekommt, ist nicht konstant der Emo-Angst-Vampire, der er später werden sollte, sondern hat hier und dort ernstgemeint unterstützende Worte fürs Team. Sephiroth hat einen Mutterkomplex und leidet unter eigenen Minderwertigkeitskomplexen, statt der starke schöne Antagonist und wenig mehr zu sein. Eine Aeris in Final Fantasy VII kann ganz schön scharfzüngig sein und weiß sich durchzusetzen, statt sie nur als ruhig-leise sprechenden Engel zu präsentieren.

Genau hier wird sich zeigen müssen, wie viel von Final Fantasy VII wirklich noch im Remake stecken wird. Einige Dinge sind sicherlich eben nicht replizierbar. Einige Verbesserungen eventuell sogar wünschenswert. Aber ob man die Handlung und noch viel mehr die Charaktere wirklich unangetastet lassen wird, ob man den Mut hat ihre Fehler und Eigenheiten zu belassen, statt sie konform zu ihrer degradierten Compilation-Version einzubinden… das wird so richtig interessant werden.

Aber jene Version steht eben noch in den Sternen. Hier und Heute gespielt war das 20 Jahre alte Original. Und das ist tatsächlich immer noch ein ziemlich fantastisches Erlebnis. Vielleicht nicht ganz so gut wie Final Fantasy VI für mich insgesamt, da es eben nicht ganz so rund und feingeschliffen ausgearbeitet ist wie so manch anderer Teil. Aber genau das macht eben auch zu guten Teilen den besonderen Charme und die Besonderheit des siebten Teiles aus.

Adventure Week #17: Echo Night 2

ava-2075Und ein weiterer Nachfolger zu einem im letzten Jahr gehabten Spiel. Echo Night 2: The Lord of Nightmares kam im Gegensatz zum ersten Echo Night und dem dritten und letzten Echo Night: Beyond jedoch nie in den Westen. Dafür hat sich allerdings im letzten Jahr eine Fantranslation gefunden, um es mir dennoch verständlich zu machen.

Wirklich ganz so viel verändert hat sich im Sequel allerdings nicht. Diesmal ist uns unsere Freundin Christine abhanden gekommen, und wir folgen ihr in eine verlassene Spukvilla, um herauszufinden, was sie dort verloren hat. Allerdings finden wir schnell heraus, dass das Haus gar nicht so verlassen ist. Eigentlich läuft uns direkt nach dem Erwachen dort schon ein NPC über den Weg, der aber genauso prompt vom ersten Aggro-Geist umgebracht und zu einem von ihnen gemacht wird. Allerdings gibt es tatsächlich nicht nur Geister im Gemäuer anzutreffen, sondern noch drei menschliche Gesichter. Nämlich den Hausherren, seinen zurückgebliebenen Gärtner, und eine mysteriöse Frau, die versucht die Fäden im Hintergrund zu manipulieren.

Zwei Drittel der gut 5 Stunden Spielzeit bleiben wir in der Villa auf der Suche nach unserem Mädel gefangen, machen nur im Mittelteil mal einen kleinen Abstecher in eine Ausgrabungsstätte in der Nähe, bevor wir zum Finale im Glockenturm wieder zurückkehren werden. Gewohnt suchen wir das Haus dabei nicht nur nach Gegenständen ab, die uns tiefer in seine verschlossenen Räume und Gänge führen, und die Hauptgeschichte des Spieles vorantreiben, sondern treffen auch auf gut 30 Geister, denen wir den Übergang in die Nachwelt bescheren können. Und teilweise auch müssen, da sie uns im Weg sind oder mit einem nötigen Gegenstand belohnen.

Diese Geister sind einfach von den Aggros zu unterscheiden, weil sie schlicht als schwarze Silhouette existieren und… uns schlichtweg nicht angreifen. Stattdessen geben sie uns ein kleines Flashback zur tragischen Geschichte, die sie zu Geistern werden lies, und nachdem wir ihnen ein Memoire übergeben haben, verziehen sie sich. Um das Spiel nicht komplett zu einem reinen Spaziergang zwischen Punkt A und B als glorifizierter Item-Postbote verkommen zu lassen, gibt es erneut die aggresiven Geister, die einen hinterher jagen, wenn man zu lange Zeit in einem dunklen Raum verbringt. Das Licht einschalten macht das jeweilige Gebiet allerdings bereits komplett ungefährlich, und auch sie können über einen Gegenstand von ihrer irdischen Last befreit werden, auf das sie uns nie wieder beim Puzzeln nerven. Wobei Echo Night 2 hier ein wenig mehr Abwechslung hereinbringt. Beispielsweise gibt es einen Geist, den man nur durch ein Klingeln hört, je schneller es ist, umso näher kam er einem. Der Gärtner darf ebenfalls mal auf Jagdtour gehen, und lässt sich natürlich nicht von Licht abschrecken, da er kein Geist ist. Dazu kommen Räume, in denen die Lichter nicht funktionieren, und die mit Kerzen oder einer tragbaren Lichtquelle erhellt werden müssen – sofern man jene hat, ansonsten heißt es sich in ihnen zu beeilen, denn die Geister sind Insta-Kills.

Als besonders gut stellt sich dabei erneut die Atmosphäre des Spieles raus. Super erschreckend ist die krude PlayStation-Grafik vielleicht immer noch nicht, gerade weil es erneut etwas zu viele Lichtquellen gibt, um sich wirklich häufig in Gefahr zu fühlen. Doch Egoperspektive zusammen mit dem fast konstanten Fehlen von Hintergrundmusik, stattdessen dem Lauschen auf die Umgebungsgeräusche, wie dann doch mal einem auftauchenden Geist oder schlicht das Setzen des Hauses, da kann man sich doch ziemlich gut ins Geschehen versetzen. Ganz FromSoftware gibt es übrigens zwar endlich Gesichter bei den NPCs, geredet wird allerdings erneut telepathisch ohne Mundbewegung.

Mir hat Echo Night 2 als kleiner Happen echt gut gefallen. Irgendwie fand ich das Setting im Haus besser als das Schiff im Vorgänger. Zudem wirkte das Areal und Spiel, obwohl sie sich von der Spielzeit gar nicht so viel tun, insgesamt sowohl erweitert wie besser zusammenhängend. Hier und dort gibt es mal ein kleines Problem damit, dass man woran hängen bleibt, oder sich nicht durch zwei Möbel durch bewegen kann, die eigentlich weit genug auseinander erscheinen. Ansonsten ist das Gameplay allerdings simpel wie passend, Echo Night 2 geht es erneut mehr um Atmosphäre und dem Erzählen der Vignetten. Die diesmal ebenfalls übrigens wesentlich mehr Kontext zur Haupthandlung zu haben schienen. Irgendwie wirkte The Lord of Nightmares einfach insgesamt wesentlich runder auf mich.

Story of the Tamamayu

ava-1992Weiter geht es im Jahr von Pokemon, und zwar mit Jade Cocoon! End der 90er war immerhin der Monstersammel-Hype in vollem Gange, und jeder wollte einen Stück des Kuchens haben. Atlus modelte in ihren Megami Tenseis die Devil Children, Enix gab Dragon Quest sein Dragon Quest Monsters, Konami versuchte sich mit Azure Dreams, Tecmo bescherte uns Monster Rancher, und Bandai modelte deren Tamagotchi-Klon Digimon zu einem Pokemon-Klon um.

Auch Genki wollte 1998 mitmischen, und brachte Jade Cocoon auf die PlayStation, welches sogar weltweit lokalisiert wurde, für uns sogar mit deutsche Synchro ausgestattet, da es in die wenige Jahre nach Final Fantasy VII fiel, als man noch dachte, sowas würde sich bei JRPGs rechnen, und bevor man eines besseren belehrt wurde. Ich mein, eine gewisse Beliebtheit hat das Spiel immerhin erreicht, die PlayStation 2 sah ja auch ein Sequel, ist aber glaub ich eher so ein Kultfavorit hier, statt wirklich super bekannt. Ich hab es übrigens kurz nach Release gespielt, und konnte mich ehrlich gesagt nicht mehr an viel erinnern, nur an das Charakterdesign a la Studio Ghibli (im Gegensatz zu Ni no Kuni war es keine offizielle Mitarbeit, sondern nur einer deren Charakterdesigner von Genki verpflichtet worden), und das man beim Fusionieren der Monster ordentliche Missgeburten herausbekommen konnte.

Ach ja und an die kurze Spielzeit. Die sich jetzt beim Replay sogar als noch kürzer herausstellte wie gedacht, man kann Jade Cocoon nämlich ordentlich in 8-10 Stunden bereits beendet haben. Fand ich eigentlich ganz gut so, denn das schnörkellose Gameplay und doch eher limitierte Setting geben nicht unbedingt viel mehr her. Und es ist einfach mal schön ein JRPG zu haben, welches weiß, wann es keine längere Spielzeit mehr unterstützen kann, statt wie viel häufiger 50 Stunden an einem Ding zu sitzen, das besser nur die halbe Spielzeit gehabt hätte.

Wenn ich es genau betrachte hat Jade Cocoon sogar eher die Struktur eines Dungeon Crawlers. Denn es gibt nur eine Stadt mit wenigen Etablissements, und von diesem zentralen HQ aus geht es in die vier verschiedenen Wälder. Die sind allerdings realtiv kurz, mit nur wenigen Bildschirmen, und netterweise sieht man die Gegner auch jederzeit herumlaufen, kann ihnen also in der Theorie auch mal ausweichen, wenn auch die Praxis der eng gesteckten Wege auf den vorgerenderten Bildschirmen dies nicht ganz so häufig zulässt. Ein Boss am Ende und ab geht es in das nächste Einsatzgebiet, nachdem man kurz in der Stadt vorbeigeschaut hat, um den neuesten Tratsch der NPCs zu hören, und seine Pokemon zu stärken.

Warum das alles Wälder sein müssen, das erklärt sich auch durch sein Setting. Jade Cocoon erinnert mich da etwas an Nausicaä, und das liegt nicht nur am Charakterdesign und dem coolen Anime-Opening mit den Rieseninsekten. Denn auch hier spielt die Geschichte in einem abgeschiedenen Dorf, das eben von bedrohlichen Wäldern umgeben ist. Nur gibt es hier dazu eine Legende, darüber wie Gott die Naturgeister schuf und jene dann gegen seinen Willen die Menschheit. Und dann kam der Sündenfall, als die beiden sich miteinander mischten und all der bekannte Kram, der immerhin für ein JRPG dann dennoch nicht zu ausgelutscht ist. Jedenfalls leben die Menschen nun unter konstanter Bedrohung der in den umgebenden Wäldern lebenden Monster. Jedoch gibt es die Kokonmeister, die sie mit ihren Melodien fangen und zum Kampf gegen die wilden Monster führen können. Nur da sie sich in jene verbotenen Wälder begeben und mit den Monstern hantieren, sind sie trotz ihrer Beschützerrolle alles andere als hoch angesehen, und die Frauen aus dem Minderheitenstamm, mit denen sie verheiratet werden, da nur jene unter physischen Schmerzen die Kokons reinigen können, schon mal gar nicht. Jade Cocoon ist keine wirklich fröhliche Geschichte in einem bunten Japano-Setting. Und wie gesagt, für ein Spiel von 10 Stunden reicht jene Legende als cooles Grundsetting aus, sowie wären längere und mehr Wälder durchstreifen zu müssen (auch so schon muss man im Spiel die existenten Wälder doppelt begehen) eher langweilig geworden. True Fans dürfen sich anschließend eh am Eternal Corridor versuchen, der so lang gespielt werden darf, bis einem Jade Cocoon wirklich zum Halse raushängt.

Aber natürlich besonders wichtig ist, wie im Spiel die Monster funktionieren. Die können wie gesagt durch die Melodien von Hauptcharakter Levant gezähmt und dann in den Kokons gefangen werden. Maßgeblich ist hier wie in Pokemon wie sehr sie geschwächt wurden, ganz anders als in Pokemon aber auch der Levelunterschied zwischen ihnen und Levant. Natürlich ist Levant kein Kämpfer, er kann es zwar theoretisch auch tun, was jedoch meist ein schneller Weg ins Game Over ist und deswegen lieber die Monster kämpfen sollten, doch je mehr Monster Levant einfängt, um so höher steigt sein Level und damit die Wahrscheinlichkeit höherlevelige Monster fangen zu können. Monster an sich unterliegen den üblichen 4 Naturelementen, die in einem Kreis gegeneinander super effektiv sind. Wobei jedoch nur ein Monster auf Levants Seite gleichzeitig kämpfen kann und nur 3 im aktuellen jederzeit austauschbaren Team sind. Das lässt natürlich nur Platz für 3 der 4 Elemente, und hier kommt das Kombinieren der Monster hinzu.

Zwei Monster zusammengeworfen ergibt einen Hybrid der beiden. Auch optisch wirft es die Körperformen der beiden zusammen, was häufiger eher zu einem Eldritch Horror führt oder einem Ergebnis, dem man ansehen kann, dass es so nicht weiterleben will, statt einem knuffigen oder coolen Taschenmonster. Wem die Optik egal ist, der schaut lieber auf das Wertewachstum. Denn Defensive und Schnelligkeit sowie Physische und Magische Angriffskraft stehen in einem Tauziehen miteinander, und das Ergebnismonster macht eigentlich nur Sinn, wenn es sich da in jeweils eine Richtung spezialisiert, statt den Mittelweg zu suchen und somit bei allen Statuswerten kaum zu wachsen. Allerdings ist dies auch eine gute Möglichkeit, um Elemente miteinander zu mischen, wobei das je nachdem, wie viele im Vieh stecken, natürlich die individuellen schwächt. Ich fand es zumindest recht brauchbar zwei reine Elemente mitzuhaben, und dann auf dem dritten Slot ein Digimon zu setzen, das die verbliebenen beiden abdeckt, so das ich jeden Gegner kontern konnte. Immer alles fangen und halbwegs brauchbar miteinander mutieren lassen, und das Spiel ist auch nicht sonderlich schwer, sondern recht zügig ohne Grinding zu schaffen.

Mir hat Jade Cocoon: Die Tamamayu-Legende jedenfalls erneut gut Laune bereitet. Es ist vielleicht keiner der großen Klassiker, aber schon ein etwas übersehenes Kleinod auf dem System. Mit einem ganz interessanten Setting, schneller und unkomplizierter Spielweise, und ein wenig Monsterzucht-Fieber macht es das zu einem netten Happen für Zwischendurch. Da gab es wesentlich schlimmeres im Fahrtwasser von Pokemon.

Adventure Week #16: Echo Night

ava-1925Im Falle von Echo Night haben wir es mit einem Spiel von From Software zu tun, welche mittlerweile dank ihrer Souls-Franchise echt gut fahren, vorher aber eher Spiele hervorbrachten, die irgendwo zwischen „keine Sau interessiert sich für“ zu „moderatem Underground-Hit“ befanden. King’s Field beispielsweise, der inoffizielle First Person Vorgänger zu den Souls, aber eben auch Echo Night, welche es immerhin auch auf 3 Spiele brachte.

Auch hier spielen wir einen Sohn, der dem Mysterium seines Vaters folgt. Genau genommen ist der mit seiner Hütte verbrannt und die Polizei bringt uns hin, um die seltsamen Umstände des Brandes zu untersuchen. Irgendwie zieht uns das dann auf die letzte Reise des vor Jahrzehnten verschwundenen Luxusdampfers Orpheus, dessen Besatzung und Passagiere nun aus Geistern bestehen. Hinter allem steckt ein magischer Stein, der unglaubliche Macht mit sich bringt, den Träger aber auch korrumpiert, und wie er die Geschichte einer gewissen Familie in die Tragödie stürzte, bis er bei unserem Vater angelangte.

All das mehr oder minder durch Flashbacks im Flashback. Während wir von der Hütte nämlich auf den Luxusdampfer gebeamt wurden, versetzen uns dort die Geister in einen Rückblick eines wichtigen Ereignisses ihres Lebens, damit sie damit abschließen und in die Nachwelt eingehen können. Zumindest die nur als schwarze Silhouette sichtbaren NPC-Geister, mit denen wir reden können, dürfen wir so befreien. Ein paar wenige gibt es nämlich auch, ein kleines Mädchen in Rot, eine erwachsene Frau, und einen mittelalterlichen König, die uns aktiv angreifen und jagen, damit aus Echo Night ein wenig mehr wird, als nur den nächsten NPC-Geist aufzuspüren, seinen Vignette anzuschauen, und irgendwo vielleicht einen Gegenstand aufzusammeln, der mehr vom Schiff freischaltet.

Kämpfen können wir trotz der sporadisch erscheinenden Gegner übrigens nicht. Sondern ganz wie in Hell Night oder den frühen Clock Towers müssen jene umpuzzelt werden. Schlichtweg das Licht beispielsweise einzuschalten ermöglicht es, dass sie in jenem Raum oder Gang schon mal nicht mehr erscheinen können. Außerdem gibt es eigentlich immer einen Gegenstand, der sie komplett von der hiesigen Welt befreit, also erlösen wir sie letztendlich doch irgendwie.

Da das ganze Ding in First Person gespielt wird, sowie nur sehr selten Musik eingespielt ist, sondern meist nur die Umgebungsgeräusche zur Sounduntermalung herhalten, ist das Spiel schon ziemlich atmosphärisch. Nicht wirklich unheimlich, so weit würde ich nicht gehen, dafür gibt es zu selten wirklich einen Gegner, und jagen bis auf den letzten jene einen nie lang genug, aber ganz cool kommt Echo Night schon rüber. Die einzelnen Vignetten hätten vielleicht ein wenig besser ausgearbeitet werden können, denn die Geister, deren Story nicht direkt mit dem roten Stein zu tun hat, kommen doch recht kurz. Aber war insgesamt doch recht ansprechend gemacht.

Übrigens gibt es auch vier verschiedene Enden zu erspielen. Je nachdem, ob man beim finalen, sehr großzügig gesetzten, Countdown rechtzeitig oder eben doch nicht das Schiff verlassen bekommt. Sowie dann zwei weitere, wenn man allen 26 Geistern geholfen und ihre Astral Spheres zum blinden Mann gebracht hat, je nachdem ob man sein Angebot annimmt oder nicht.