Falling for the Criminal: Nicole

Als nächstes Dating Sim hat es nun doch unsere Freunde bei Winterwolves erneut getroffen, die ja im Indie-Bereich ordentlich an Visual Novels und Dating Sims zu bieten haben, auch wenn ich die alle eher im Durchschnitt einordnen würde. Aber ich glaube das Thema, dass ich sehr einfach zu befriedigen bin, hatten wir bereits.

Nicole (Otome Version) dreht sich um die Titel-gebende Nicole, die gerade frisch ans College gekommen ist. Zunächst recht gut eingestellt, da der Campus hübsch ist und sie sich auch sofort mit ihrer Zimmergenossin versteht, wirft ein kurzer Gang in die lokalen News allerdings bereits einen Schatten voraus. Im Laufe des letzten Jahres sind 3 Mädchen, die auf das College gehen, entführt worden. Alle nach 3 Tagen allerdings unverletzt aber mit Amnesie wieder aufgetaucht. Nicole scheint das nicht weiter groß zu jucken, stattdessen scrollt sie lieber gleich weiter und geht Internet-Shoppen.

So ein wenig unbedarft ist die Gute ja schon.

Wobei sie uns direkt im inneren Monolog versichert, dass sie ein schlauer Brainiac ist, aber deswegen kann man ja trotzdem stylish sein, auch wenn auf ihrer High School dadurch immer alle überrascht waren, zwecks Vorurteil das hübsche Mädchen nicht auch schlau sein können. Wow, Humble Brag much? Tatsächlich ist es so, dass mein größtes Problem in Nicole Nicole selbst war. Scheinbar wollte man ihr etwas mehr Persönlichkeit abgeben, als Protagonisten in diesen Spielen normalerweise mitbringen. Aber Mensch, wenn ich deren nicht immer mal wieder absolut nervig fand.

Wenn sie in der Cafeteria essen geht beispielsweise, versichert sie uns sofort im inneren Monolog, dass sie das eigentlich total selten macht, statt hier ständig abzuhängen. Sie ist gern die Erste in den Vorlesungen, weil man sich dann so gut alle anderen, die nachträglich kommen, anschauen und beurteilen kann. Wenn sie uns erzählt, dass sie das Blog von einem Kerl mag, der viel über Technik schreibt, wird sofort eingeschoben, dass sie mit dem Thema selbstverständlich nicht viel am Hut hat, den Schreibstil nur so mag. Natürlich hat sie selbst ein super beliebtes Life-Blog. Es kam mir teilweise wirklich so vor, als wäre jede zweite Szene mit ihr eine Ausrede, um entweder anzugeben, oder zu versichern, dass sie das, was sie unter ihrer Würde sieht, eigentlich unter normalen Umständen ja nie machen würde. Was für eine selbstverliebte Kuh.

Show don’t tell?

Natürlich wird Nicole dann später auch selbst vom Entführer kontaktiert, um zum vierten Opfer zu werden. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das nicht einfach als Karma abtun sollte. Allerdings ist es so, dass sie mir später im Spielverlauf dann aber auch gar nicht mehr so viel auf den Keks ging. Ein wenig immer noch, aber irgendwann bekommen auch die Kerle immer mal verbal die Oberhand und erwischen Nicole auf dem falschen Fuß. Sie ist natürlich dennoch sau dämlich, weil sie nicht die Polizei kontaktiert, sondern der Sache selbst nachzugehen versucht. Und da Nicole nur an sich selbst denken kann, überrascht es sie tatsächlich auch, wenn ihr jeweiliger gewonnener Freund dies total egoistisch und blöde von ihr findet, nicht den Behörden und ihm zu sagen, was Sache ist. Abgesehen natürlich von demjenigen, welcher der Übeltäter ist. Aber hey, wenn man in Sweet Fuse einen Terroristen daten kann, warum in Nicole (Otome) nicht auch einen Entführer?

Spielerisch ist alles so ziemlich beim Alten. Das Spiel startet Anfang September und läuft bis Ende Dezember, jeder Tag ist in 7 Zeitslots unterteilt. Und man darf nun immer schön klicken, zu welcher Lokalität man gehen und welche der dort angebotenen Aktionen man für Statusupgrades machen will. Wobei die unterschiedlich viele der Slots einnehmen, und an Wochentagen der Vormittag natürlich mit Vorlesungen gefüllt ist. Wie immer gibt es sogar einen praktischen Überblick am Ende eines Tages, wie sich die Statuswerte und Charakteraffinitäten geändert haben. Und Cutscenes mit den Kerlen, in denen Multiple-Choice-Antworten gegeben werden, triggern automatisch, man muss also nicht am richtigen Tag am richtigen Ort sein, sondern nur die Affinität hoch genug haben, in dem man genug richtige Antworten gegeben hat.

Statusveränderungsübersicht.

Das Spiel kennt dabei 7 Statuswerte. Wobei Energy und Morale so ziemlich das Gleiche tun, nämlich ausbalancieren, dass man hin und wieder auch mal rasten muss, statt immer nur an den anderen arbeiten zu können. Die anderen 4 Statuswerte sind jeweils für einen der Charaktere benötigt, den Rest kann und sollte man weitestgehend ignorieren. Denn wer sich nicht fast von Anfang an ganz speziell auf einen Charakter eingeschossen hat, wird in Probleme geraten, wirklich noch jemanden zu gewinnen, da auch alle nötigen Szenen mit ihnen bis zum Spielende gesehen werden müssen. Bleibt noch ein weiterer Statusbalken, nämlich Clues, welches damit zusammenhängt, ob man am Ende das Mysterium um die verschwundenen Mädchen gelüftet bekommt, oder nicht. Um einen Charakter zu gewinnen ist das theoretisch nicht benötigt, sie bei 100% Zuneigung und den von ihnen gewünschten Wert auf 999 zu haben, plus alle Szenen mit ihnen zu sehen, und man bekommt deren Normal End vorgespielt. Wer allerdings dies um das True End des Charakters erweitert sehen will, muss auch Clues auf 999 und alle zugehörigen Mystery-Szenen gesehen haben.

Um hiermit zu helfen, werden im Oktober Jobs freigeschaltet, um Geld zu verdienen und den an ihnen hängenden Status schneller leveln zu können. Und Ende Oktober darf das angesammelte Geld dann per Online-Shopping wieder ausgegeben werden. Wobei es hier auch nötig ist sich die Zuneigung der Kerle zu erkaufen. Über die ursprünglich und in jedem Durchgang erneut gesehenen Szenen, wodurch der Anfang immer sehr Textlastig ist, man aber dafür auch einen guten Überblick über die Liebesprospekte hat, kommt man nämlich nur bis 30% Affinität mit ihnen, um weitere zu triggern muss dann anschließend mit Geschenken nachgeholfen werden.

In wessen Herz möchte Frau sich einkaufen?

Gut gefallen hat mir übrigens auch das sehr hübsche Charakterdesign des Spieles. Und diesmal gibt es sogar mehr als nur 1 CG, sondern neben dem aus dem normalen Ende noch 2 weitere im True End. Wobei merkwürdigerweise andere weibliche Charaktere eher nicht so pralle aussehen. Was deswegen auch seltsam ist, da seit Ewigkeiten ein Nicole (Yuri Version) angekündigt ist, in dem man eben andere Mädels statt Jungs daten können soll. Wenn daraus überhaupt noch mal was wird. Auch der sehr auf melancholisch stehende Piano-Klänge gehende Soundtrack war ganz nett, die SFX eher nervig, gerade das ständige Vogelgezwitscher im Park.

Ganz einfach ist Nicole übrigens nicht, obwohl es wieder verschiedene Schwierigkeitsgrade zur Auswahl gibt. Es ist tatsächlich nicht unbedingt schwer, alle Statuswerte bis zum Ende auf Maximum zu haben, die man für den jeweiligen Charakter braucht. Aber man kann sich doch verkalkulieren, wenn es darum geht, auch noch alle Mystery- und Romantik-Szenen zu sehen, bevor die Zeit abgelaufen ist. Ich habe letztendlich das True End von allen vier Charakteren gesehen, musste aber bei zwei von denen von vorn beginnen, da beim ersten Versuch noch ein Standardende über den Bildschirm lief:

Rechts der DILF ist Teds Vater btw.

Jeff war der Erste, den ich angetroffen habe, nachdem Nicole prompt auf dem neuen Campus verlustig geht, und er ihr den Weg weist. Immer gestriegelt angezogen, gepflegtes Äußeres, super freundlich und charmant, ist der Pharmazie-Student auch intellektuell ein Überflieger. Also der perfekte Kerl, da muss doch was Dunkles dahinter stecken. Und bei seinen Studienfächern, und da er seinem Professor im Labor aushilft, würde Jeff doch sicherlich auch wissen, welche Drogen man verabreichen muss, um jemanden zu kidnappen und anschließend die Erinnerung zu vernebeln.

Tja, seine Nettigkeit ist dann auch nur Fassade, die er sich aufgebaut hat, als seine Großeltern in erziehen mussten, und er seither allen alles recht machen will. Darunter ist ein wenig freundlicher und arroganter Typ, der Nicole zu seiner eingeschworenen Assistentin macht. Denn der Kerl hält sich für einen Alchemisten und braucht diverse Zutaten, um einen Beliebtheitstrank zu brauen. Über die Arbeit mit ihm verguckt er sich natürlich in Nicole und wird netter, und Nicole ist dann auch so nett auf ihn zu warten, bis er aus dem Gefängnis entlassen wird. Weil Jeff natürlich der Entführer ist, der seinen nicht sonderlich erfolgreichen Trank an den Mädels ausprobiert hatte.

Ich mag den Zeichenstil, aber schon alleine 3 Charaktere sehen sich eigentlich zu ähnlich.

Ted trifft man im ersten Kriminologie-Unterricht an, wenn man ihm den Rucksack ins Gesicht haut und er später die rausgefallenen Stifte Nicole hinterher trägt. Soll angeblich einen niedlichen Akzent haben, wobei wir später herausfinden, dass damit ein Südstaatenakzent gemeint ist, und das mal alles andere ist. Jedenfalls ist er der etwas verklemmte Typ, der seinen Job im Laden des Vaters echt ernst nimmt, und leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Und Nicole behandelt ihn sofort wie eine Zirkusattraktion, die zu ihrem eigenen Vergnügen existiert.

Wir finden dann heraus, dass sein Vater Polizist ist und die Mutter vor Jahren verstarb, deswegen der von ihr geleitete Laden verkauft werden musste. Sie sind hierher gezogen und nun will er sich über den neuen Laden beweisen, der aber nicht so gut läuft. Es sei denn sein DILF von Vater steht hinterm Tresen (kein gewinnbarer Charakter, leider). Mit einer Aktion soll dann auch mehr Aufmerksamkeit auf den Laden gelenkt werden, doch letztendlich stampft sein Vater ihn doch ein, weil er nicht weiter will, dass Ted sich unnötig für den aufopfert.

Wer drauf steht…

Kurt ist der Jock-Charakter des Spiels, den man versehentlich in der Umkleidekabine erwischt. Nicole wird sich übrigens seine ganze Route über wie eine 12-Jährige verhalten, der es total unangenehm ist, wann immer sie ihn ohne Shirt sieht, als wäre ein Kerl mit nacktem Oberkörper wahnsinnig was Besonderes. Trotz reichem Vater ist er über ein Sportstipendium hier, und auch nicht wirklich eine helle Leuchte, weswegen seine aktuellen Noten das Stipendium zum Wackeln bringen, bis Nicole zu seiner Nachhilfelehrerin wird.

Denn über den Unterricht werden nicht nur seine Noten besser, sondern auch seine Attitüde. Weniger dumme Sprüche, mehr ehrliche Gespräche. Dass man ihn auf dem ersten Date nicht küssen will, als wäre man eine schüchterne 12-Jährige macht die Situation allerdings angespannt, zusammen mit einer Verletzung, wegen der er das Jahr Football aussetzen muss. Weil er meint für sonst nichts gut zu sein, dem wir natürlich wiedersprechen. Und am Ende kann er zwar wieder spielen, hat aber auch nun neue Ziele und ändert seinen Studiengang in Sportmedizin.

Autsch.

Darren trifft man ursprünglich als Voix, den besagten Blogger, den Nicole so interessant findet, obwohl sie sofort beteuert, dass sie für die wenig mädchenhaften Themen eigentlich nichts übrig hat. Hey, Nicole ist doch kein Nerd, sondern nur eine missverstandene schöne Intelligenzbombe, auf die alle neidisch sind. Das arme Mädchen, schweres Schicksal. Wenn sich dann herausstellt, dass er an das gleiche College geht, und dahinter der schüchterne Darren steckt, der so ganz anders ist, interessiert Nicole das natürlich nur noch mehr.

Tatsächlich versteckt sich der spritzige Voix auch unter der Schale des zunächst fremdelnden Darren, der erst mal auftauen muss. Darren ist sich dabei durchaus bewusst, dass sein IRL-Selbst eher eine Enttäuschung ist, wenn man ihn vom Internet kennt. Was Nicole nicht komplett abstreiten aber auch nicht komplett bestätigen kann, weil das nur der erste Eindruck ist. Nachdem Nicole ihm auf Anfrage von guter Horror-Literatur ausgerechnet Internet-Creepypastas vorschlägt, und über Darrens enge Freundschaft zu Kurt unwitzige Schwulenwitze reist, hatte ich Nicole auf Darrens Route endgültig aufgegeben. Irgendwie meidet er sie dann auch, weil er zu nah an der Sonne flog, und sie doch nie auf ihn stehen würde, aber am Ende klärt sich das alles auf und gut ist.

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Loving Wife or Dirty Whore: Eleanor

Hallo, mein Name ist [aus Gründen der Privatssphäre zensiert] und ich habe ein Problem. Ich bin süchtig danach, zuzuschauen, wie sich Statuswerte erhöhen. So sehr, dass ich bereitwillig jedes Dating Sim spielen würde. Egal wie billig gemacht oder schmutzig von der Materie. Ja selbst wenn die schmutzige Materie wieder der Natur meiner Sexualität gestaltet ist, so dass sie mir gar nichts bringt. Ich glaube, ich muss mich langsam wieder in saubere Gefilde vorarbeiten, vielleicht über Tears to Tiara nach Sakura Wars 2?

Aber soweit sind wir noch nicht, sondern bei Eleanor: Loving Wife or Dirty Whore. Einem in Flash für den Browser gemachten Porn-Game, wenn es der Titel nicht schon verrät. Davon gibt es reichlich, denn dank diverser 3D-Model-Software ist es einfach, ein paar wenig bis moderat attraktive Charaktere in eine nichtssagende Lokalität zu schmeißen und rammeln zu lassen. In der Regel in kurzen Visual Novels gemacht, damit man über wenige richtig zu gebende Antworten in den verschiedenen Stellungen landen kann, und weil das viel einfacher zu programmieren ist. Aber so einfach macht es sich Eleanor gegenüber den meisten anderen Spielen aus gleichem Hause dann doch nicht, sondern ist tatsächlich ein vollwertiges wenn auch abgespecktes Dating Sim.

Ein wenig selbstironisch ist das Spiel schon.

Das Setup der Angelegenheit ist wie folgt. Eleanor ist eine Ehefrau, jedoch alles was sie an ihrem Ehemann Drake liebt ist sein Geld. Oder besser gesagt jenes auszugeben, was dazu geführt hat, dass der gute Drake irgendwann feststellen muss, dass alle Konten, auf die seine Eleanor zugriff hat, leer geräumt sind. Wobei es etwas hart ist zu verstehen, wofür sie das alles ausgegeben hat, denn anschließend wieder zu Barem machen kann man gerade mal 5 Kleider. Aber gut, mit zigtausenden von Dollar weniger in der Ehe, kommt Drake zum Entschluss, dass es eine Ehefrau weniger auch tun könnte. Also nicht in dem Sinne, dass er versucht sie umzubringen, sondern Eleanor mit der Scheidung droht. Es sei denn die beweist ihm ihre Gutmütigkeit der Ehe doch noch eine Chance zu geben. In dem sie sich wieder hinein kauft. Wenn Eleanor es schafft in 50 Tagen mit 2000$ an Anzahlung um die Ecke zu kommen, und auch ausreichend herzlich Drake gegenüber war, nimmt er sie doch wieder zurück.

Es gibt also im Spiel sowohl ein Zeitlimit wie auch ein bis dahin zu erreichendes Ziel, sowohl in Geld als auch in Zuneigung Drakes gegenüber Eleanor. Um jene zu gewinnen bleiben Eleanor täglich diverse Aktionen, wie ihm beispielsweise ein Essen zu kochen, mit ihm zusammen TV zu schauen, und sobald eine gewisse Schwelle überschritten ist, ihm das Hirn rauszuvögeln. Geld verdient sich, zumindest sobald sie die 5 Kleider im Schrank verkauft hat, von denen sie sich zu trennen bereit ist, nur in dem sie einen der vier Jobs der Stadt annimmt. Und hier zählen weitere Statuswerte wie Style, ihr Management, ihre Sexappeal etc. hinein, denn nur mit den richtigen Stats wird sie engagiert, und nur mit noch besseren wird sie befördert. Zusätzlich hat natürlich auch Eleanor Stamina zu balancieren, in Form von Hunger, der mit jeder Aktion, die nicht essen beinhaltet, steigt. Und letztendlich muss ihre Moral auch immer wieder aufgepeppt werden, damit sie überhaupt die Motivation für andere Aktionen hat.

Bei der Haltung ist es nur eine Frage der Zeit zum Hexenschuss.

Doch dann gibt es noch einen weiteren Statuswert, der im Titel des Spieles verankert ist: Treue. Wir starten in der Mitte bei 50 und diverse Aktionen verringern oder erhöhen diesen Wert. Bis bei 100 Eleanor zur liebenden Frau und bei 0 zur dreckigen Hure wird. Manche Dinge sind selbsterklärend, sich um Drake oder den Haushalt zu kümmern gibt beispielsweise Punkte gen gute Ehefrau, mit anderen Leuten zu schlafen ist hingegen nuttig. Manche Dinge sind fragwürdiger. Wenn Eleanor für sich im Büro masturbiert, um ein wenig Dampf abzulassen, gibt das Huren-Punkte statt neutral zu sein. Aber so richtig witzig ist es, mit Drake zu schlafen. Beziehungsweise was man dort mit ihm macht. Denn ihn einfach ranzulassen macht einen zur guten Frau, sich von ihm die Muschi lecken zu lassen hingegen zur Hure. Irgendjemand fand das bestimmt logisch, ich fand es urkomisch.

Allgemein muss ich sagen, fand ich das Spiel recht amüsant gehalten. Viel Text ist natürlich nicht drin, hauptsächlich klickt man sich stupide durch die immer gleichen Aktionen, um die richtigen Statuswerte zu verbessern, sich beim richtigen Charakter einzuschmeicheln, oder das Bankkonto zu füllen. Selbst besagte Gespräche mit den Charakteren sind nicht so sehr Dialoge, als das man einfach nur Icons anklickt, die für sie interessante Themen repräsentieren, um die Zuneigung zu erhöhen, während die Konversation komplett Wortlos und für den Spieler unsichtbar telepathisch abläuft. Aber die ein oder zwei Sätze, welche die meisten Aktionen begleiten, sowie die drei oder vier, die dann doch mal bei einem Event-Gespräch zustande kommen, sind selten ernst gemeint, nie ernst zu nehmen, und durchaus humorig.

Reden ist Silber, Icons klicken ist Gold.

Ich meine selbst Eleanor als Charakter konnte ich gegen Ende etwas leiden, obwohl das Setup sie so extrem schlecht porträtiert. Ist sie zu Beginn auch. Jedoch hat sie einen sehr starken Charakter und ein ziemlich loses Mundwerk, plus viele sarkastische Gedankengänge, durch die ich mich schon für sie erwärmen konnte. Je nach einem der 8 erreichbaren Enden kann sie durchaus auch wesentlich netter sein, und wann immer sie jemandem etwas auswischt, freut man sich fast für sie, weil der jeweilig andere noch mieser vom Charakter her ist. Abgesehen davon mag ich sehr, dass sie das ganze Spiel über komplett in Kontrolle bleibt, statt zum Sexpüppchen zu verkommen, da tatsächlich alles in der Hand des Spielers liegt. Sie muss sich nicht durch die halbe Nachbarschaft schlafen, wenn ihr (bzw. dem Spieler) nicht danach ist. Sie kann zur netten und treuen Hausfrau werden. Sie kann ihrer wilden Sexualität freien Lauf lassen. Egal was sie auch macht, um Geld zu verdienen, es ist immer ihre freie Entscheidung.

Ich glaube wenn man nicht will, muss man das ganze Spiel über gar keinen Sex haben. Geld lässt sich auch auf andere Art und Weise gewinnen, und die Zuneigung von Drake kann auch über Gespräche und andere Aktionen erhöht werden. Das ist schon ziemlich interessant, wenn man mal bedenkt, dass der Stimulus der Libido des Spielers schon das Hauptziel des Spieles ist. Hat man sich jedoch dafür entschieden, sich doch Stimulieren zu lassen dann… eh, ich weiß ja nicht. Ich bin sicherlich auch nicht das Zielpublikum in jener Hinsicht, aber so ein paar 3D-Modelle in abgehakten Wenig-Frame-Animationen aneinander reiben zu lassen. Ich will hier niemanden werten, aber ich halte das schon schwerlich für sonderlich sexy, was einem das Spiel so zu zeigen hat.

She works hard for her money…

Weitere Probleme, die dadurch kommen, dass wir es hier mit einem Flash-Browsergame zu tun haben, ist das es kein traditionelles Speichersystem gibt. Stattdessen funktioniert das Spiel komplett über eine Autospeicher-Funktion, die von selbst beim Übergang in einen nächsten Tag zwischenspeichert. Bricht man das Spiel ab ist man somit mit einem schnellen Klick auf Continue wieder zurück. Das bedeutet aber auch, dass man nie zu Entscheidungen zurückgehen kann, die vor dem aktuellen Tag geschehen sind. Und das es keine weiteren Speichermöglichkeiten gibt. Wer was anderes ausprobieren oder ein weiteres Ende bekommen will, selbst wenn der einzige spielerische Unterschied ist am letzten Tag eine einzelne Entscheidung zu ändern, muss komplett von vorn beginnen.

Damit einher geht, das sollte man den Tag abbrechen und auf Continue neu einsteigen, man auf der Übersichtskarte der Stadt beginnt, statt wie gewohnt im Schlafzimmer zu erwachen. Jegliche Szene, die also direkt nach dem Aufwachen getriggert würde, wie beispielsweise mit Drake einen Kurzurlaub zu machen, geht einem verloren. Und dennoch habe ich einen Großteil der optionalen Events mir erspielt und alle 8 Enden gewonnen. Ich glaube ich bin echt viel zu einfach zu befriedigen, gibt mir ein wenig Stat-Raising-Gameplay und ich bin am süchteln. Zumal man wie gesagt bei Eleanor wenig Text und viele repetitive Klicks hat, was dem Spiel so gesehen für mich zugutekam, da sich so leicht auf Autopilot durchhecheln lässt, während man nebenbei einen Stream schaut.

Eigentlich isser echt ein guter Fang.

Drake ist eigentlich ein sehr guter, wenn auch nicht ganz so schlauer, Ehemann. Ich hab keine Ahnung, warum Eleanor zu Beginn so wenig von ihm hält, sie ist nämlich wirklich nicht gerade mit einem Schwein verheiratet. Drake ist ein Silberfuchs, der immer noch körperlich gut in Schuss ist, sein volles Haupthaar mit sich trägt, und sogar die Option seine Frau oral zu befriedigen früher offen hat, als sich einen Blowjob geben zu lassen oder Penetration zu wollen. Ich find es ja auch ganz niedlich, dass Eleanor zunächst beim Schlafengehen allein im Bett ist (er nimmt die Couch), aber bei etwas mehr Zuneigung die beiden dann doch wieder nebeneinander schlafen, noch bevor er sie ranlässt.

Was nicht bedeutet, dass er keine abenteuerliche Seite haben kann. Wenn man beispielsweise den Garten auf Vordermann bringt und den Bikini kauft, ist eine optionale Szene es dort mit ihm zu treiben, wohlwissend das der Nachbar spannt, für den leicht exhibitionistischen Kink. Oder im Urlaub auf Gras einen Dreier zu schieben. Es gibt übrigens zwei Enden mit ihm. Zahlt man ihm sein Geld zurück und hat genug Zuneigung, plus ist mehr auf der Seite der liebenden Hausfrau im Treuemeter, kauft er Eleanor ein neues Auto und sie machen zweite Flitterwochen. Tendiert sie allerdings mehr zur Hure bekommt er eine Beförderung, wodurch er viel auf Dienstreise ist, während der sich Eleanor die Zeit mit Sexpartys vertreibt. Aber hey, die sind immerhin umsonst statt das Konto zu leeren.

Dennoch gibt es attraktivere Fänge.

Sven ist der arische Schwede, der den Fashion Store leitet, eine von vier Jobmöglichkeiten für Eleanor. Da er Eleanor wenig gut behandelt, ziemlich selbstverliebt ist, und viel zu gut aussieht, hält sie ihn dann auch sofort für schwul. Womit sie leben kann, wenn schon jemand sie verbal disst, dann wenigstens eine Queen. Zu meiner persönlichen Freude wird das Model in spe allerdings nicht nur mit der Zeit freundlicher, sondern ist durchaus eine Option für Eleanor, wenn man es schafft auf die dritte Stufe befördert zu werden.

Dann lädt er sie nämlich auf ein nettes Essen ein, mit von ihm gespendetem Glamour-Outfit, meint gar nicht verstehen zu können, warum ihn immer alle für schwul halten, und anschließend geht es aufs Zimmer. Gibt man ihm hier direkt einen Blowjob, hat man es übrigens mit ihm vermasselt, weil zu herabwürdigend oder was weiß ich. Lässt man ihn den Sex initiieren, geht das besser aus. Er geht eine Weile auf Dienstreise nach Europa, während man den Laden für ihn managet, und nach seiner Rückkehr nimmt er Eleanor mit nach New York, wo er ein weiteres Geschäft eröffnet, und sie zu seiner Geschäftspartnerin und Gesicht des Unternehmens macht.

Eleanor: Immer voll in Kontrolle.

Auch mit Flake kann man ein Ende gewinnen, und auch er ist der Boss eines der Etablissements, in denen Eleanor Geld verdienen kann. Der einzig schwarze Charakter des Spieles ist der Zuhälter, der den Strip Club der Stadt leitet. Wer für ihn arbeiten will braucht nicht nur die richtigen Statuswerte und ein sexy Outfit, sondern muss ihm auch einen Blowjob geben. Anschließend ist schnell ein Vorschuss von 500$ verdient, wenn man seinen Vorschlag annimmt, vaginalen Verkehr mit ihm zu haben, plus 100 weitere Flocken, wenn er bei Kommen nicht rausziehen muss.

Eleanor wird also zur Stripperin Princess Lusty Lick, und kann hierüber sogar das Event starten an einem Porno teilzunehmen. Was aber nicht für Flakes Ende wichtig ist. Wichtig ist allerdings auch hier bis Stufe 3 der Karriere zu kommen, durch deren neue Option man sich richtig in „Privattänzen“ prosituieren kann. Jedenfalls gerät Flake mit der Polizei in Probleme und muss die Stadt verlassen, bietet jedoch seiner besten Zuchtstute an mit ihm zu kommen. Romantik pur.

Und wenn das Bier erst versehentlich das Shirt durchnässt.

Besagter Porno, sollte man sich denn hingeben schnell weitere 500$ gewinnen zu wollen, nennt sich übrigens Four Cocks Three Holes: The Journey, was ich für sehr fehlleitend halte, denn die anschließende Szene beinhaltet Eleanor mit zwei Kerlen. Da kann jemand eindeutig nicht zählen. Ich meine drei Löcher sind an Eleanor ja schon, aber was für Mutanten sind die Kerle, um auf vier Schwänze zu kommen? Anschließend hat man sogar die Option professionelles Porn Starlett zu werden. Jedenfalls, wenn man den Porno dreht, und an einem vorherigen Tag das Cheerleader-Outfit anhatte, als man Drake und dessen Kumpel an einem Football-Abend Snacks gebracht hat, und mit dem Kumpel im Bad einen Quickie hatte, taucht Greg auf.

Der ist ehemaliger Trauzeuge von Drake, der einen mit seinem Wissen erpresst. Wenn man mit ihm schläft, nimmt er witzigerweise an, Drake würde einen zu all diesen Dingen zwingen, um Geld zu verdienen, und nimmt einen mit in eine offene Beziehung. Woraufhin Eleanor prompt sein Konto leerräumt, ihn verlässt, und als Laura Golddigger an die 100 Gang-Bang-Pornos dreht. Lehnt man den Sex mit Greg ab kommt es zu einem anderen Ende, denn er erzählt Drake alles, der einen rauswirft, Eleanor sich allerdings an einen reichen Kunden des Strip-Schuppens hängt und weiterhin gut lebt.

Eleanor macht das nicht zum ersten Mal.

Das letzte Ende, welches an einem Kerl hängt, ist das mit Kevin. Kevin ist der Boss im Bürojob, und damit auch der von Drake. Die beiden verstehen sich gut, weswegen Drake ihm gebeichtet hat, in was für einer Situation man sich befindet, und dass er einen beim verzweifelten Versuch Geld zu verdienen doch helfen soll. Das fette Schwein nutzt das prompt aus, um Eleanor reichlich anzumachen, und jegliche Beförderung im Büro hängt an gegebenen Blowjobs. Eleanors neuer Name ist von dannen Fuckslut.

Schafft man es hier auch zum Höhepunkt der Karriereleiter, so will Kevin das man sein ganz persönliches und immer bereites Fuckslut wird, zumindest bis man zu alt und unattraktiv dafür ist. Man kann zustimmen, was aber kein eigenes Ende los tritt. Man kann ablehnen und genug Affinität vorausgesetzt auch die Büroangestellte Paige dazu bringen, einem dabei zu helfen, Kevin in den Arsch zu treten. So oder so sagt er Drake seine Version der Geschichte, der sich von Eleanor scheiden lässt, wobei sie sich auch hier einen neuen reicheren Kerl angelt.

Ein sich durch die Stadt hurendes Flittchen zu rollenspielen ist ja eigentlich genau, wie ich Sims zu spielen pflege.

Der Rest:
Bleibt noch ein Ende offen, welches an keinen Charakter gebunden ist. Genau genommen ist es daran gebunden, überhaupt nichts zu machen, denn es initiiert nur, wenn man Drake nicht zurück gewinnt, aber auch nicht die Weichen für das mit jemand anderem stellt. Drake lässt sich scheiden, Eleanor flieht aus der Stadt, jedoch kauft sie sich eine Farm (mit dem Scheidungsgeld nehme ich mal an) und lebt ein simples jedoch zufriedenes Leben als Landwirtin. Wie nett.

Eleanor hat allerdings noch weitere Möglichkeiten, ihrem Mann untreu zu werden, ohne in ein anderes Ende zu gelangen. Irgendwann taucht Tony auf, mit dem sie drei Jahre in der High School zusammen war, bis er sie dabei erwischt hat, wie sie am Abend des Abschlussballes mit seinem Vater für gute Noten schlief, nur um den dann mit dem Nachbarn zu betrügen. Seither konnte er nicht mehr mit einer Frau schlafen (praktischerweise ist er bisexuell), ob ein letzter Mitleidfick ihn heilen werden kann?

Auch aus der High School kennt Eleanor Johnny High-Tucker, den sie immer als Gay-Fucker getauft gehänselt hat. Jetzt ist er Anwalt bei der Firma des Bürojobs. Er lässt sich allerdings durchaus dazu überreden, einen eher aggressiv-rauen Dreier mit Eleanor und seiner Frau zu haben, wenn die zustimmt.

Der gerade volljährig gewordene Nachbarsjunge James kommt ebenfalls eines Tages vorbei, um sich auf einen Europatripp zu verabschieden, allerdings fragend, ob Eleanor ihn nicht eine Fantasie erfüllt, die er seit Beginn seiner Pubertät mit sich rumträgt.

Letztendlich kann Eleanor auch noch die Kollegin im Büro Paige zu einer flotten Bescherung überreden. Fast etwas schade, dass es im Spiel nicht ein volles Ende gibt, in dem die beiden ihrer lesbischen Liebe nachgehen. Das wäre doch mal ne Abwechslung gewesen. Eventuell gebunden an das Kevin-Ende.

Attack! Imperial Floral Assault Troop: Sakura Taisen

Mir war dann nach dem Durchspielen des fünften Teiles irgendwie doch danach, mal den älteren Sakura Wars einen Versuch zu geben. Also rein in die Schuhe des guten Ogami und anflirten der sechs Tokyoter Mädels im ersten Teil war angesagt. Getroffen in der PSP-Version, einfach weil und außerdem kommt die direkt mit dem Nachfolger, sollte ich dort einsteigen wollen. Gestaltet sich halt nur das Problem, dass die ersten vier Teile keine englischen Patches haben, aber dazu später mehr.

Grundsätzlich ist Sakura Wars ja gar nicht so unähnlich der japanischen Antwort auf die westlichen FMV-Adventures, die mit dem enormen Platz auf dem neuen CD-Medium einen Aufschwung erhielten. Nur, da es sich um Japan handelt, ging die Sache mehr in die Richtung interaktiver Anime und mit Animationen und Sprachausgabe aufgehübschten Visual Novels und Dating Sims. Sakura Wars geht dabei eindeutig stärker in Richtung Visual Novel.

Die schrägen anfänglichen (und ein späterer) Bösewichter

Denn ja, es gibt insgesamt sechs von der Persönlichkeit sehr unterschiedliche Mädels, denen man Frage und Antwort stehen wird, und auf deren Gebung basierend am Ende sich eine der holden Weiblichkeiten einem zu Füßen legt. Aber Sakura Wars hat eben schon eine stark ausgearbeitete Haupthandlung, und ist sogar weitestgehend linear. Es gibt keine Variation der Story beispielsweise, sondern die geht immer über die gleichen Stationen zum gleichen Resultat. Außerdem nimmt sich jedes Kapitel mal einem der Mädels vor, und es gibt auch hier nur ein paar kleine Variationen in wenigen Szenen, je nachdem, welche der Damen einen gerade am meisten mag. Die Multiple-Choice-Antworten haben tatsächlich hauptsächlich nur eine Auswirkung darauf, mit wem man am Ende dasteht, der Verlauf vor dem Charakter-spezifischen Epilog bleibt weitestgehend unangetastet.

In besagter Handlung übernehmen wir die Rolle des frisch von der Japanischen Navy abgeordneten Ichiro Ogami in seiner reinweißen Uniform, der nun der Imperial Flower Assault Troop unterstellt ist. Nur muss er zu seinem Entsetzen schnell feststellen, dass jene nur aus ein paar Mädchen besteht, und die Blumentruppe ein Theater-Ensemble sind, er deren neuer Ticketverkäufer ist. Doch natürlich ist dies nur ein Deckmantel und all dies eine merkwürdige Art von Test, weil er in jener Truppe mehr als ein Soldat sein muss oder wie auch immer. Jedenfalls sobald er sich bewiesen hat, werden ihm die Steampunk-Mechs gezeigt, welche die Mädels bei einem Einsatz gegen die Teito angreifende Feinde steuern, die das Tokugawa-Shogunat wieder an der Macht sehen wollen. Ogami selbst als neuer Kommandant in seinem eigenen Mech inbegriffen.

Auf der Jagd nach Mädels…

So zumindest die Ausgangslage, die locker ein angenehmes Spiel von 8 oder so Kapiteln abgeben hätte können. Hier ist Sakura Wars nämlich etwas seltsam strukturiert. Die erste Gruppe an Schurken besteht aus 4 Generalen mit einem Oberhaupt, und einer Armee an eigener Mechs. In den ersten 7 Kapiteln des Spieles werden einem nun nach und nach nicht nur die Mädels vorgestellt, sondern auch die vier Generale und dann deren Oberhaupt besiegt. Die haben wie gesagt die klare Motivation die Öffnung und Westernisierung Japans aufzuhalten. So weit, so gut. Doch danach ist das Spiel nicht rum, sondern der wahre Obermotz taucht auf. Das wäre kein Problem, wenn Aoi Satan einfach eröffnen würde, dass er nur so tat, als wäre er einer der vier Generale, aber eigentlich die Fäden gezogen hat.

Was stattdessen geschieht ist, dass er mit einem neuen Trupp an 3 Generalen, die ihm unterstellt sind, auftaucht. Und nun mit Alien-Dämonen, die unter Tokyo versiegelt wurden, angreift. Inklusive dramatischer Hintergrundgeschichte von dem unsere Truppe anführenden Yoneda, wie er vor Jahren ohne Mechs gegen jene Dämonen gekämpft hat, wobei sich Sakuras Vater opfern musste, um sie zu versiegeln. Und die neuen Gegner sind sogar so stark, dass die Truppe neue Mechs bekommt. Am Ende wird es dann so richtig verrückt, wenn Beraterin Ayame zum Erzengel Michael wird, Aoi Satan eigentlich der gefallene Lucifer ist. All das irgendwie schnell draufgeklatscht in Kapitel 8-10 durchgehechelt.

Gefunden! Schnell eine Antwort rausschießen, bevor sie flieht.

Das ist wie gesagt etwas seltsam strukturiert, denn essenziell hätten dies zwei komplett eigenständige und zu vollen Einzelspielen ausgearbeitete Storylines sein können. Es fühlt sich etwas so an, als hätte hier jemand die Scripts von zwei Anime-Staffel in eines zusammengezogen. Vielleicht hatte man ja die Befürchtung, die ursprüngliche Storyline würde nicht reichen. Oder war sich des Erfolges des Spiele so unsicher, dass man gleich beide Ideen erzählt bekommen wollte. Aber etwas organischer wäre es schon gewesen, wenn man die Sache mit Aoi Satan sich entweder für ein Sequel aufgehoben hätte, oder stärker zusammengekürzt wirklich als Finale auf die Geschehnisse mit den ersten Schurken gesetzt hätte.

Zwischen den Einsätzen werden natürlich gewohnt diverse Textboxen navigiert. Manchmal auch das ganze Theater an sich. Wobei es hier nur darum geht den SD-Ogami in die einzelnen Räume auf den drei Stockwerken zu navigieren, bis man eines der Mädels für einen kleinen Flirt auftreibt, oder die nächste Hanldungsszene getriggert bekommt. Eine Welt außerhalb des Theaters gibt es noch nicht, zumindest nicht zur freien Erkundung.

( ͡° ͜ʖ ͡°),

In jenen Flirts findet übrigens bereits das bewährte LIPS-System seine Anwendung. Sprich Sakura Wars gibt einem nicht die Zeit, erst mal im Japanisch-Deutsch-Wörterbuch eine halbe Stunde nachzuschauen, was die drei Antworten nach der Lieblingsfarbe von Ogami nun bedeuten, um dann hoffentlich die richtige zu geben. Stattdessen läuft ein Timer, an dessen Ende Ogami im Zweifelsfall einfach gar nichts sagt, sondern der holden Dame schlicht ganz unhöflich starrend ins Gesicht schweigt. Manchmal ist Schweigen zwar auch hier Gold, doch meist ist es besser, eine der Antworten zu geben. Wobei Affinität sowohl steigen wie auch fallen kann, basierend auf jener. Die anderen LIPS-Sachen, die man eventuell aus dem zuerst, da als einzig lokalisiertes, Sakura Wars V kennt, gibt es im ersten Teil allerdings noch nicht. Lediglich manchmal wild auf einem Mädel rumtatschen darf man, um über ihren Brustumfang zu philosophieren, oder sie doch direkt anzusprechen.

Pro Kapitel kommt es wie gewohnt auch zu einem oder zwei SRPG-Kämpfen, wobei die gewohnt eine untergeordnete Rolle einnehmen. Nicht nur, weil mehr der ca. 2 Stunden des Kapitels in den VN-Gesprächen und der Story zugebracht wird. Sondern auch, weil sie eben sehr simpel gehalten sind. Es gibt keine Ausrüstung, keine Promotions, keine Skills, noch nicht mal EXP und Level Ups. Die Statuswerte werden erneut nur etwas gepusht, wenn das besagte Mädel eine gute Beziehung über die richtigen Antworten im VN-Part zu Ogami aufgebaut hat. Wobei über die Beschütz-Funktion, mit der 8x pro Kampf ein Mädel von Ogami flankiert wird und von Angriffen keinen Schaden nimmt, die Affinität auch steigert.

Selbst ein Minigame pro Waifu gibt es, damit man nicht ob des ganzen Textes einschläft.

Im ersten Teil gibt es noch nicht mal Formationen, die eine etwas taktische Note geben, oder das Aufbrauchen von Aktionspunkten. Stattdessen darf jeder Charakter pro Runde zwei Aktionen ausführen, allerdings jeweils nur eine pro Kategorie. Also entweder Angreifen oder das Special benutzen. Entweder in Defensivstellung gehen, einen Charakter heilen (2x pro Charakter pro Kampf möglich) oder die SP für das Special regenerieren. Und natürlich über das Kampffeld laufen. Mehr können die Charaktere, abgesehen von Ogamis Schutz-Funktion, nicht machen.

Wobei das Spiel allerdings erneut nicht allzu schwer ist. Zwei Heilaktionen pro Charakter plus manchmal sogar Heilfelder auf dem Kampffeld (welche die Gegner nie schlau genug sind für sich zu nutzen) machen es schwer zu sterben, und dann ist das Special von Iris auch noch ein AOE-Heal von beträchtlichem Ausmaß. Die Bosse der ersten Kapitel lassen sich locker damit erledigen, in dem jeder Charakter einfach sein starkes Special drauf bretzelt. Selbst später im Spiel sind die noch extrem überpowert, gerade wenn dann noch Ogami mit seiner Auserwählten ein besonders gutes bekommt. Das ist für mich schon eher ein Vor- statt Nachteil, denn für komplexere oder herausfordernden SRPGs habe ich historisch betrachtet gar nicht das Durchhaltevermögen.

Motivations-Übersicht Pre-Battle was Stat+ angeht.

Etwas schneller könnten sie dafür allerdings gehen. Dadurch, dass es sowieso nicht so viel zu tun gibt, ist so ein Kampf schon schneller rum, als in einem komplexeren SRPG, aber das wenige ist schon in der Ausführung langsam. Immerhin können Animationen von Specials übersprungen und die Bewegung auf dem Kampffeld beschleunigt werden, was schon mal hilft. Allerdings wäre es hier schön gewesen, wenn sich dies einfach global einstellen lassen würde, statt es manuell bei jedem Charakter bei jedem Move selbst per Knopfdruck machen zu müssen.

Die Präsentation des Ganzen ist dabei schon sehr schnieke. Man merkt die Intention schon stark, denn ein Großteil der Dialoge ist mit Sprachausgabe versehen und es kommt auch regelmäßig zu kurzen Anime-Sequenzen. Allerdings hat man die bei Sega scheinbar nicht allzu gut präserviert. Die PSP-Version kam 2006 zum 10-jährigen Jubiläum raus, die Anime-FMVs sind allerdings extrem ausgewaschen und schauen drein, als hätte man eine Anime-VHS aus den 80ern erneut ausgegraben. Auch die Hintergründe in den VN-Gesprächen sind ziemlich grobkörnig, lediglich die Charakterportraits sind super scharf aufgelöst und sattfarbig.

Und einer der sporadischen Kämpfe, damit man ob des ganzen Textes nicht einschläft.

Um aber noch mal auf das Problem der Übersetzung zurückzukommen. Keines der vier Ogami-Teile hat einen Patch, wer also kein Japanisch oder Russisch kann, ist zunächst einmal aufgeschmissen. Aber das bedeutet nicht, dass es keinerlei Übersetzungen gibt. Denn für alle Teile lassen sich Übersetzungs-Textdokumente in Englisch finden. Normalerweise würde ich ja nicht auf die Idee kommen, so eines mir in den Schoß zu legen, während ich ein textlastiges Spiel zocke. Aber bei Sakura Wars ist das tatsächlich etwas anders.

Denn hier kommt dem Spiel zugute, dass es nicht nur hauptsächlich ein VN ist, sondern auch noch ein sehr lineares, welches nicht wirklich viele Variabeln kennt. Denn so lässt sich einfach in einem Fenster jenes Dokument öffnen, daneben das Fenster mit dem Emulator ziehen, und schon hat man den Ingame-Text und dessen englische Übersetzung zum Abgleich direkt nebeneinander. Wegen der Linearität muss nicht groß nach alternativen Szenen rumgesucht werden. Und da die SPRG-Kämpfe so einfach und immer alle Gegner oder der Boss zu besiegen sind, braucht es hier auch kein großes Verständnis außerhalb der grundlegenden Menübefehle. So hatte ich dann doch ein erstaunlich unkompliziertes und angenehmes Spielerlebnis durch die nette Anime-Story, die mich alle Mädels hat kennenlernen lassen, so dass ich letztendlich mit dem Gewinn von einer Waifu zufrieden war:

Ich Langweiler nehm die Standardwahl.

Sakura Shinguchi: Das Poster Child der Serie wird uns direkt in der ersten Cutscene präsentiert, wenn sie passend zur Kirschblüte im Park ankommt, um dort wie die coole Schwertkämpfern, die sie ist, erst mal einen Gegner zu zerlegen. Sie ist diejenige, die Ogami bei seiner Ankunft in Tokyo abholt, die beiden gleich ordentlich miteinander schäkern, und auch allgemein nicht nur die meiste Screentime bekommt, sondern das Spiel eindeutig in Ogamis Arme stößt. Fand ich dann nur richtig, letztendlich meinen Ogami mit ihr enden zu lassen. Sie ist etwas hitzköpfig, und auch manchmal etwas trottelig, wird deswegen von Sumire gerne als Bauerntölpel und Landei aufgezogen. Die streiten sich eh gern mal, jedoch arbeitet Sakura sehr hart daran, in den Bühnenshows eine gute Figur abzugeben.

Mündigkeitsalter in Frankreich ist 15 btw.

Iris Chateaubriand: Die französische Loli, immer in Begleitung ihres Teddybären Jean-Paul. Ein wenig spitzbübisch, ein wenig verwöhnt, eben voll die kleine Prinzessin des Teams. Zunächst steuert sie keinen Mech, wird dann aber später mit einem bestückt zum Healbot, nachdem sie ihre psychische Energie in den Griff bekommt. Hin und wieder ist sie allerdings ziemlich eifersüchtig auf die anderen Mädchen, weil die schon erwachsen sind, und weil sie von ihrem Onii-chan Ogami nicht wie ein Kind gesehen werden. An ihrem zehnten Geburtstag, der erwartungsgemäß schrecklich schief geht, hat sie sogar ein kleines Date mit ihm.

Sumire in ihrem Element.

Sumire Kanzaki: Die Tochter aus der Verbindung eines reichen Vaters mit einem Filmstar ist die Diva der Truppe. Sie versucht immer Klasse und Stil zu beweisen, was aber nicht wirklich hinhaut, weil sie dafür ein zu loses Mundwerk hat. Auch ihre tief sitzende Kleidung erregt Ogami zunächst, den sie zunächst konsequent mit falschen Namen anredet und entweder ignoriert oder schlecht behandelt. Allerdings ist sie allen gegenüber sehr hochnäsig, die Rampensau versteht beispielsweise auch nicht, warum Maria vor Ogami der Kopf der Truppe war, statt ihr die Position zu geben. Der Geltungsdrang kommt vielleicht, zusammen mit ihrer Arachnophobie, daher, dass sie als Kind viel von ihren High-Society-Eltern alleingelassen wurde.

Zunächst wollte ich ja Maria erobern…

Maria Tachibana: Die Platinumblonde, coole Amazone, die gern Dostojewski liest, ist natürlich russischer Abstammung. Auf Grund ihrer Statur und ihrer Professionalität spielt sie hauptsächlich die männlichen Rollen in den Stücken. Sie ist die verschlossenste von allen, die sich Ogami eher wenig öffnet, über die man nicht viel herausfindet oder in den Gesprächen nachfragen kann. Allerdings war sie wohl ein Teil der russischen Revolution und hat im Kampf ihren Bruder-gleichen Kommandanten verloren. Beinahe wäre sie anschließend ein Auftragskiller geworden, hätte Ayame sie nicht für die Bühnentruppe rekrutiert.

Zähl die stereotypen Merkmale, die in diesem Bild versteckt sind.

Kohran Li: Vom Namen und ihrem Outift her sollte klar sein, dass sie von chinesischer Herkunft ist. Überraschend spricht sie allerdings im japanischen Kansai-Dialekt, was daran liegt, dass sie von einem anderen Zweig des Militärs dort zu unserer Truppe abkommandiert wird. Diesen Dialekt bekommen in japanischen Medien hauptsächlich die Comedy-Charaktere, und Kohran erfüllt dann auch das Klischee der schusseligen Erfinderin, der gerne mal etwas unter der Nase weg explodiert. Sie ist allerdings sogar diejenige, welche die Koubu-Mechs gebaut hat, die wir in den Kampf steuern.

Wo die Liebe hinfällt…

Kanna Kirichima: Die älteste und stärkste – starker noch als Ogami – in der Theatergruppe kommt erst in Kapitel 3 aus ihrem Training zurück ins Theater. Denn sie ist der Nachfolger ihres Vaters, einem Karate-Meister, aus Okinawa. Von daher wird sie gerade von Sumire gerne wegen ihrer bulligen Statur, ihres vielen Essens, und der angeblich damit einhergehenden wenigen Intelligenz angefeindet. Überraschend mag sie es allerdings wirklich sehr, auf der Bühne zu stehen, wobei auch sie hauptsächlich die männlichen Rollen spielen darf. Für Ogami ist sie jedoch eindeutig ein guter Kumpel, weswegen ich schon zumindest ein wenig kurios bin, wie sich ein Ende mit ihre gestalten würde.

Gibt keine guten Gruppenshots der Support-Oneesans.

Der Rest:
Neben den sechs Mädels, mit denen Ogami tatsächlich enden kann, gibt es natürlich auch bereits im ersten Sakura Wars ein paar Support-Vaginas für die Einsätze. Tsubaki arbeitet im Shop des Theaters und verkauft einem die Bromides der Mädchen, Yuri macht die Büroarbeit, Kasumi ist so ein wenig die Leiterin der ganzen Hintergrundaktivität. Alle drei sind diejenigen, die das Flaggschiff der Truppe, von dem aus die Mechs auf die Kampffelder abgelassen werden, unter Yoneda steuern.

Ayame hat da ein wenig eine Sonderrolle, denn sie gibt einem die Infos während der Missionseinsätze. Außerdem war sie ein Teil der Gruppe, die vor fünf Jahren die Dämonen unter Tokyo versiegelt hat. Nicht zu vergessen, dass Aoi Satan am Ende den wiedergeborenen Erzengel Michael in ihr erweckt.

Love Blooming on the Battlefield: Sakura Wars

Mit dem Aufkommen des CD-Mediums Mitte der 90er und dessen vielem Speicherplatz ging ein Ruck durch die Videospielhersteller. Während der Westen sich auf die FMV-Adventures stürzte, weil nun ganze Filme möglich waren, hatte Japan gar nicht mal so eine andere Idee, waren jetzt ganze Anime in Spieleform möglich. Nur das deren Adventure Games schon immer mehr gen Visual Novel gingen. Konami hatte zudem richtigen Erfolg 1994 mit Tokimeki Memorial gefunden, welches als Hauptverkaufsargument seine niedlichen Anime-Mädels hatte, die im Dating Sim gewonnen werden konnten, voll vertont und mit Animationen versehen. So sehr sogar, dass über die zu Ikonen werdenden Waifus eine ganze Brigade an Merchandising und Spinoffs verkauft werden konnte.

Sega frisch mit ihrem Saturn rausgekommen, aber auch schon beim Mega Drive mit dessen CD-Erweiterung die ersten Anime-esque Spiele habend, hatten eine ähnlich Idee für eine mögliche neue Killer-Franchise. Was wäre, wenn man zwar die zu Stars geworden Mädels wie in Tokimeki Memorial nimmt, die gedatet und am Ende gewonnen werden können. Aber dazu dann auch noch einen stärkeren Main Plot ins Visual Novel einbaut, sich also nicht nur auf die reine Anziehungskraft der weiblichen Charaktere beschränkt wird, sondern eben Drumherum tatsächlich eine spielbare Anime-Serie in diversen Episoden erzählt wird? Und da mit Mädchen reden alleine vielleicht doch auf Dauer für Konsolenspieler zu langweilig werden kann, mischt man doch gleich noch ein wenig SRPG-Kämpfe hinein, damit die Spieler nicht einschlafen.

Welcome to New York

Geboren war Sakura Wars, eines der in Japan bestverkauften Spiele für den Saturn mit dort über einer halben Millionen Einheiten. Sofortiger Hit, sofortig die Mädels zu ebensolchen Stars wie die aus TokiMemo machend. Und sofort hart daran arbeitend dies auszubauen. Mit Spinoff-Spielen wie Collums mit den Figuren; mit diversen Anime, die ebenfalls eher Nebengeschichten und den Alltag der Waifus behandeln, statt wirklich die Spiele nachzuerzählen; sogar eine komplette Bühnenshow lief ewig lang, und ein Cafe gab es auch eine gute Dekade über. Dazu zwei vollwertige Sequels, und ein abgespecktes Schlusskapitel in Sakura Wars 4, als die Produktion von Segas eigenen Konsolen eingestellt wurde. Auch jene jeweils mindestens 300.000 Mal verkauft.

Doch dann kommen eher die Zwielichtjahre der Franchise. Segas hatte große Pläne Sakura Wars fortzuführen, welches bisher Japanern vorbehalten blieb, auch ohne an die eigene Konsole gebunden zu sein. Remakes der vier Spiele für die PS2, weitere Spinoffs, weiteres Merchandising, weitere Anime, einen neuen Teil mit komplett frischem Cast. Und all das im Sakura Taisen World Project, weil jene Dinge bei ausreichend japanischen Verkaufszahlen auch in den Westen kommen sollten. Daraus wurde nichts. Das komplett überarbeitete Remake von Sakura Wars: In Hot Blood blieb hinter den Verkaufserwartungen zurück, weswegen der Rest schlicht geportet wurde. Das erste Sakura Taisen Monogatari Spinoff war auch nicht erfolgreich genug, um den geplanten nächsten Teil zu realisieren. Sakura Wars V hätte es retten sollen, mit einem Episode 0 Prequel und einem Anime Sequel in Planung. Und verkaufte sich so schlecht wie kein anderer Teil.

Hero Babble 101

Dementsprechend war auch das Schicksal für Releases außerhalb des Landes der aufgehenden Sonne ziemlich besiegelt. Sicher, die Anime sind immer mal wieder rüber lizenziert worden, auch wenn das bei Nebengeschichten dort unbekannter Spiele nicht immer viel Sinne machte. Aber eine Spiele-Franchise, der man außerhalb Japans schon immer wenig Erfolg zugetraut hatte, und deren Stunde auch dort scheinbar geschlagen hatte? Nein, da überlegte es sich Sega doch wieder anders. Wobei kurioserweise die PC-Ports aller vier Spiele in Russland aufschlugen.

Doch dann kam, was keiner kommen sah. Nippon Ichi brachte das Spiel nach Nordamerika und Europa. In 2010, während das japanische Release von Sakura Wars: So Long, My Love bereits 2005 stattfand. Wer auch immer dachte ein fünf Jahre altes Spiel, und der fünfte Eintrag in einer in Japans bereits eingegangenen Serie, würde sich gut verkaufen. Da die Zeiten der PS2 gezählt waren, wurde sogar extra eine Wii-Version erstellt, die es in Japan nicht gibt (und nur jene nach Europa gebracht). Zu Überraschung von absolut niemandem floppte das Spiel hier ebenfalls kolossal.

Welche Variante von Hero Babble möchtest du geben?

Aber aller zu einem traurigem Ende geführten Geschichtsstunde beiseite kommen wir doch endlich zum Spiel an sich, immerhin bedeutet ein fehlender kommerzieller Erfolg nicht, dass es dem Spiel an sich an Qualitäten fehlt, nur dass es keine Nachfolger geben wird. Immerhin habe ich kürzlich – passend zur Jahreszeit mit ihren aufkeimenden Kirschblüten – das Spiel erstanden und ausgiebig durchgespielt.

Die Handlung geht wie folgt. Die Welt von Sakura Wars ist eine Steampunk-Variante unserer Vor-Zweiter-Weltkriegs-Zeit, in dem Mädels tagsüber als Schauspielerinnen auf der Bühne stehen, was aber nur ein Deckmantel für eine heimliche Kampftruppe ist, die in Dampf-Mechas gegen die Schurken der Woche kämpfen. So auch in New York, wo eine neue Truppe aufgebaut wird, die allerdings von der etablierten Japanischen Unterstützung angefordert haben. Denkend dies würde bedeuten, dass Hauptcharakter von den ersten vier Teilen Oogami geschickt würde, wie das schon in Sakura Wars 3 in Paris der Fall war.

Heroine Babble 101

Hat allerdings keiner mit gerechnet gehabt, dass dies hier ein frischer Teil für neue Spieler sein soll, und deswegen jegliche Auftritte von bekannten Charakteren höchstens auf die ersten zehn Minuten beschränkt bleiben muss. Statt Oogami wird nämlich sein frisch ausgebildeter Neffe Shinjiro Taiga geschickt. Ein Großteil des ersten Kapitels besteht dann tatsächlich auch daraus, dass sich Shin den anderen gegenüber beweisen muss, um gekoppelt mit dem passenden Ausfall von bisheriger Anführerin Ratchet auf den Posten des Oberhaupts der Mecha-Kampftruppe gesetzt zu werden, statt nur das Mädchen für alles im Theater zu bleiben.

Genau genommen ist Sakura Wars: So Long, My Love ziemlich wie ein Visual Novel aufgebaut. Die Mädels sind wichtig, natürlich, aber wie gesagt ist das Hauptaugenmerk gar nicht so sehr lediglich die Romanze zu einem anderen Charakter aufzubauen, sondern es gibt eine durchgehende Anime-Handlung. Die Waifus sind dennoch ziemlich wichtig, allerdings findet man auch hier nicht nur wie sonst üblich hauptsächlich nur über diejenige etwas heraus, auf deren Route man sich gerade befindet, sondern Kapitel 2 bis 6 fokussieren jeweils stark auf eines der fünf gewinnbaren Mädels, Shinjiro muss ihr jeweils über ein Problem hinweg helfen, ein Monster des Tages wird mit gebündelter Kraft von Freundschaft und Liebe in den Farb-koordinierten Mechs und Uniform besiegt, und im nächsten Kapitel geht es um ein neues Mädel. Kapitel 7 ist dann das Finalisieren der True-Waifu-Entscheidung für den Durchgang und lässt das eigentliche Big Bad des wiedererweckten Nobunaga auftauchen, und Kapitel 8 ist dann schon das sehr Kampf-belastete Finale gegen ihn.

Mädel bespaßen via QTE

Bis dahin ist allerdings eindeutig klar, dass Sakura Wars wenig SRPG und Hauptsächlich Visual Novel ist. Es vergehen fast zwei Stunden, bis man seinen ersten Kampf sehen wird. Und eigentlich ist jedes der ersten sieben von acht Kapiteln so strukturiert, dass für 3/4 mit den Charakteren in Textboxen und gelegentlichen Anime-Szenen gesprochen wird, um je nach Wortwahl ihnen näher zu kommen oder sie zu verärgern. Und nur so die letzte halbe bis Dreiviertelstunde macht das mehrstufige Kampfgeschehen des Kapitels aus.

Zudem sind jene SRPG-Kämpfe stark abgespeckt. Sakura Wars kennt keinerlei Ausrüstung, kein Geld, und auch keine Erfahrungspunkte die zu Level Ups führen könnten. Stattdessen hängen die Statuswerte stark an den VN-Gesprächen. Je mehr positive Antworten Shin den Mädels gibt, umso stärker ihre Affinität, welches im Menü auch jeweils schön transparent via eines Verbindungs-Sterns angezeigt wird. Ist die Affinität zwischen zwei Charakteren besonders hoch, macht deren Joint-Attack umso mehr Schaden. Ist eine Kämpferin gerade gut motiviert, weil in den Szenen vorm Kampf gut geantwortet wurde, bekommt sie eine gewisse Anzahl an Status-Plus draufgezogen, durch die man es im nächsten Kampfgeschehen einfacher hat.

Da hat jemand nicht sonderlich gute Bindungen zu seinem Harem.

Deswegen ist es natürlich auch nicht nötig irgendwelche Rando-Gegner zu besiegen, sondern kann sich durchaus auch nur um die Gewinnbringenden Targets der Mission gekümmert werden. Besonders die Bosse, und besonders die zur Luft sind da sehr darauf basiert den Schwachpunkt herauszufinden und auszuknocken. Wobei das Kampfsystem in So Long, My Love zwar rundenbasiert ist, jedoch etwas Flexibilität dadurch aufweist, dass jeder Mech eine gewisse Anzahl an aufbrauchbaren Punkten pro Runde hat. Je weiter gegangen wird, umso mehr werden verbraucht. Defensiv-Haltung oder die SP für die Spezialattacken zu regenerieren verbrauchen je nach ausgewähltem Strategem mehr oder weniger viel davon. Es ist also schon etwas strategisch angehaucht sich zu überlegen, ob man jetzt nicht so weit läuft, dafür aber noch eine 5er-Kombo machen kann, oder eine Spezialattacke raushauen kann, weil genug Punkte zur SP-Regenerierung bleiben, so dass sich die nächste Runde evtl. wieder geheilt werden kann etc. Wobei die Kämpfe insgesamt eher einfach und wie gesagt sehr sporadisch gehalten sind, klar nicht das Hauptaugenmerk des Spieles ausmachen. Lediglich Kapitel 8 hat eine hohe Rate an ihnen zu bieten, und eigentlich auch die einzig wirklich fordernden.

Aber nicht nur haben die Affinitäts-Plus aus dem VN-Part einen Einfluss auf die Statuswerte in den Kämpfen, sondern auch umgedreht. Shin kann jeden Kampf ein Mädel aussuchen, welches mehrere Runden über beschützt wird und keinen Schaden nimmt, oder eines der Girls an seine Seite rufen, oder eben mit ihnen zusammen Joint Attacks vollführen. All dies führt dazu, dass das Mädchen ihn anschließend mehr mag, eben auch wenn es darum geht, wer als letztes als One True Waifu ausgewählt werden kann. Von daher ist Sakura Wars schon ein Dating Sim, denn das Gameplay hat einen Einfluss darauf, wen man gewinnen kann.

SRPG-Kämpfe light zu Land…

Jene Entscheidung trifft sich übrigens knapp vor dem Ende von Kapitel 7. An einem gewissen Punkt überlässt das Spiel dem Spieler die Entscheidung welches Mädchen man als Hauptpartner für die finalen Schlachten auswählen will. Zur Wahl stehen allerdings nur die drei mit der höchsten Affinität gegenüber Shinjiro. Es gibt direkt vor der Szene einen Save Point. Aber wenn man jenen aufhebt, kann somit schon Mal recht komfortabel das Ende mit den drei aktuell Höchstrangigen gesehen werden. Und wer noch einen älteren Save im Kapitel hat, kann sogar die drei Tops relativ einfach manipulieren. Kurz davor können die Mädels auf Dates eingeladen aber nur eines wahrgenommen werden. Mit wem man geht bekommt besonders viel Affinität, wenn man jemanden einlädt und sitzen lässt, gibt es gut Downlevel. Dann kommt noch ein SRPG-Kampf bei dem man Mädels für noch weniger Affinität sterben lassen kann und noch ein paar VN-Szenen mit Multichoice Antworten. Es ist von dort aus also ziemlich einfach noch mal Girls etwas zurückzustutzen oder zu puschen.

Um sie alle zu gewinnen muss allerdings sowieso doppelt durch das Spiel gegangen werden, da der sechste Geheimcharakter nur dann anwählbar ist. Von daher geht es auch locker pro Durchgang jeweils drei Mädels auszuwählen. Ein zweiter Durchgang geht übrigens viel schneller, da die Affinität der Mädchen untereinander übernommen wird, ihre Attacken also schon besser sind und die Kämpfe somit schneller rum gehen. Außerdem kann nun bekannter Text bereits vorgespult und Cutscenes übersprungen werden. Und wenn der Rang von Shinjiro am Ende hoch genug ist, wird der Supernova-Move freigeschaltet, ein Screen-Clearing-Supermove, der die vielen Kämpfe des finalen Kapitels wieder trivialisiert. Beim ersten Durchgang beispielsweise war ich mit durchaus bereits fluxen 18 Stunden durch das Spiel durch, der Punkt wenn man eine der drei Tops auswählt war bei 15 Stunden. Im zweiten Durchgang ging dies jeweils doppelt so schnell.

…und noch abgespeckter in der Luft.

Aber den Hauptteil macht ja bekanntlich das Visual Novel aus. Hier versucht das Spiel sich etwas frisch zu halten, in dem eben nicht nur durch endlose Textboxen, die automatisch aneinander gereiht sind, geklickt wird. Sondern es gibt auch zwischendurch immer die sogenannte Free Time. Während dieser darf der Spieler sich selbst durch die Gebiete von Manhattan bewegen um diverse Etablissements zu betreten. Natürlich auch letztendlich, um möglichst eines der Mädels dort zu treffen und wieder VN-Style Antworten auszuwählen. Nur eben auf eigene Zeit, denn mit jedem Gang vergehen fünf Minuten der endlichen Free Time.

Wird dann mit ihnen gesprochen, kommt das sogenannte LIPS-System zum Tragen. Denn Sakura Wars wirft einem nicht einfach Multiple-Choice entgegen und gut ist. Nein die Antwortgebung in den Spielen ist ebenfalls stark getimt und es muss rasch die hoffentlich beste ausgewählt werden, eventuell sogar einfach der Timer auslaufen. Dies ist allerdings nicht die einzige Form, die LIPS einnehmen können. Manchmal kommen sie auch als Button-Eingaben via QTE daher, laufen unter beschleunigter Zeit, geben einem frei die Mädels via Wiimote zu betatschen, die Kraft hinter der Aussage zu variieren, oder hat mehrere in Kombination schnell hintereinander zu bieten. Deswegen auch die limitierten fixen Save Points alle halbe Stunde oder weiter auseinander, statt wie normalerweise bei VN immer manuell speichern zu können, denn Sakura Wars will das der Spieler eher mit seinen Entscheidungen lebt, damit eben jenes LIPS-System nicht ausgehebelt wird, in dem ständig einfach neu geladen werden kann.

Flashy Charakter-Cutin in den Kämpfen.

Die Wii-Version ist dabei nicht unbedingt die beste wenn es um die Technik geht. Und das nicht nur, weil es ein direkter Port eines 5 Jahre alten Spieles einer schwächeren Konsole ist. Denn grundsätzlich sieht Sakura Wars gut aus für das, was es sein will. Die Anime-Szenen sind hochwertig, die Hintergründe und Pappausteller in den VN-Gesprächen sind scharf, und die 3D-Modelle für Free Time und Kämpfe sind nicht überragend aber komplett akzeptabel. Jedoch gibt es an den seltsamsten Momenten Slow Down in der Wii-Version. Und natürlich läuft das Spiel nur auf 4:3. Obwohl der Classic Controller supportet wird, der durchaus auch eine gute Wahl ist, muss für das Tatsch-Mich-An-LIPS noch mit der Wiimote gezeigt werden und sind die Button-Anzeigen im Spiel auf Nunchuck+Wiimote verbleibend. Zudem sind die Sounds, gerade die Jingle wenn man eine gute oder schlechte Antwort gegeben hat, unglaublich niedriger Qualität. Die BGM ist zudem häufig nicht überragend, wenn auch von klarer Soundausgabe, von Ausnahmen wie Warriors of the Earth (Opening), Kiss Me Sweet (Ending) und einem leider nur in einem Kampf in Kapitel 8 stattfindenden Track. Die Wii-Version kommt zudem ausschließlich in englischer Sprachausgabe daher, die für NIS-Verhältnisse durchaus gut ist, allerdings klare Ausfälle in Diana und Shinjiro hat, zudem vielen Charakteren stark gewöhnungsbedürftige Akzente gibt. Und in den Anime-Szenen so leise ist, dass sie kaum hörbar sind. Voice Acting in den VN-Momenten kann allerdings auch ausgeschaltet werden.

Wobei ich schon irgendwie etwas mehr Anime im Spiel erwartet hätte. Also das Spiel an sich ist super Anime, wie in als Verb genutzt, denn sowohl die Sprachausgabe wie die vielen Portraits der Charaktere sind super Anime. Genauso wie die Geschichte, die Charakter-Stereotypen, und der hehre Glaube an Liebe, Freundschaft und Gerechtigkeit, die den Tag retten können. All das ist voll Anime. Ich hätte nur irgendwie erwartet, dass das Spiel wesentlich mehr Anime-Cutscenes offeriert. Sie in viel mehr von den wichtigen Charaktermomenten und Plotpunkten Verwendung finden. Man die Chance beim Schopfe packt und viele kleine Ausschnitte aus den Bühnenstücken richtig durchanimiert präsentiert – immerhin sind die japanischen Sprecherinnen eigene kleine Stars, singen ihre Charaktere in den echten Live Action Bühnen-Aufführungen, wurde beim Rentengang der Sprecherin von Sumire eine komplette eigene Abschieds-OVA produziert. Aber auch wenn es natürlich einige Anime-Szenen gibt, darunter auch das jeweilige Ende eines der Mädels, so bin ich doch im Nachhinein überrascht, wie vergleichsweise sich das Spiel damit zurückgehalten hat.

Ah, wir nutzen also Superman-Logik was das Verbergen der wahren Identität angeht.

Ich kann dahingehend auch irgendwo sehen, warum Sakura Wars V Japan nicht im Sturm genommen und die Franchise revitalisiert hat, oder zumindest zwei Vermutungen dazu aufstellen. Zum einen scheint das hier so ein wenig das Apollo Justice der Franchise zu sein: Ein gutes Spiel, aber im Schatten der besseren Vorgänger stehend, mit netten neuen Charakteren, die allerdings alle nicht an die Fan-Favoriten aus den vorigen Spielen heranreichen. Und zum Anderen ist die Serie irgendwie in den 90ern stecken geblieben, denn wirklich groß was geändert hat sich an Präsentation und Stil nicht. Und das obwohl es mittlerweile eben echte Versuche gibt Spiele tatsächlich wie komplette spielbare Anime aussehen zu lassen. Und Waifus neben einem RPG oder ähnlich anderem Genre zu gewinnen ist sowieso nicht mehr wirklich eine Seltenheit im japanischen Genre-Mix und Sakura Wars ganz wie das ebenfalls eingegangene ehemals super erfolgreiche Tokimeki Memorial einfach unglaublich handzahm, während Idea Factory und Co. mehr und mehr Fanservice in ihren Anime-Mädels-RPGs bieten. Und das in wesentlich billiger zu produzierenden Produkten, die einfach auch nicht die Umsatzzahlen eines ambitionierten Sakura Wars liefern müssen. Sakura Wars hat sich sicherlich einfach etwas zu sehr auf dem ausgeruht, was zwischen 1996 bis 2001 noch interessant und neu war, während die Geschichte weitergezogen ist.

Das soll aber nicht heißen, dass Sakura Wars: So Long, My Love nicht ziemlich gefällig ist. Denn der Cast zwischen launig-verquerem Boss Sunnyside mit seinen diversen Spitznahmen für Shin, dessen Hero-Babble und Gutmenschtum, die fünf doch alle überraschend sympathischen Mädels, und selbst der Ensemble-Cast durmherum, sind mir alle mit der Zeit ans Herz gewachsen. Die SRPG-Kämpfe vielleicht nie komplett, aber im Nachhinein waren sie – abgesehen vom ersten Durchgang von Kapitel 8 – auch nicht störend und haben wahrscheinlich tatsächlich unterbewusst zur Auflockerung verholfen. Ich meine, wenn ich schon doppelt durchs Spiel gegangen bin, die 18 Original-Spielstunden fast verdoppelt habe, und das um alle 6 Enden aller Protagonistinnen mit Porn-Starlett-Namen (Little Lip Theater klingt auch ganz schön nach Bordell) inklusive Gemeincharakter zu sehen, obwohl der Spielverlauf zwischen ihnen zu 99% identisch ist und nur hier und dort sich eine kleine Szene ändert… dann muss mir das Spiel definitiv gefallen haben.

Business-Suit mit Shorts? Ich weiß ja nicht…

Subaru Kujō ist die Japanerin, die den Slot des androgynen Charakters einnehmen darf, deren Geschlecht zunächst eine unbekannte Größe ist. Und das auch ein wenig bleibt, denn Subaru macht es ziemlich deutlich, dass sie halt einfach Subaru ist, und sich selbst eher Geschlechts-neutral sieht, auch wenn das Spiel irgendwann der Einfachheit halber dennoch anfängt, weibliche Pronomen zu verwenden, weil Englisch im Gegensatz zu Japanisch einfach etwas merkwürdig und gestelzt klingt, wenn man einen einzelnen Menschen mit neutralen bezeichnet. Tatsächlich ist die Ending-Cutscene mit ihr auch irgendwie niedlich deswegen, da Shinjiro sie in einen Laden mitnimmt, und ein Outfit aussuchen soll, sich aber nicht entscheiden kann, ob er nun eine niedliche Subaru in einem Kleid oder eine coole Subaru in einem Anzug sehen will.

Subaru ist der emotional eher distanzierte und coole Charakter, das von den Seitenlinien wertende Wunderkind, der viele Dinge einfach fallen, und die in einer geräumigen 1st-Class-Suite im Hotel in Midtown gegenüber dem Central Park logiert. Tatsächlich sind die besten Antworten in vielen ihrer LIPS – gerade zu Spielbeginn – einfach mal die Klappe zu halten und auf das Time Out zu warten.

Kapitel 5 dreht sich um sie, wenn sie plötzlich aus Angst nicht immer perfekt sein zu können und anderen zu nahe gekommen zu sein, wieder ordentlich die restliche Truppe von sich stößt und ziemlich fies wird. Bis die anderen vom Bösewicht des Tages versteinert werden und Subarus coole Fassade zerspringt, da sie sich durch Shins Gutmütigkeit aufgetaut eben doch um die Mitstreiter schert und an Freundschaft glaubt. Aus irgendwelchen Gründen sind in jenem Kapitel auch alle plötzlich total davon eingenommen Subarus Geschlecht herauszufinden, auch wenn das wirklich nicht das Problem darstellt.

In Namen des Gesetztes wird sie dich bestrafen!

Cheiron Archer ist die große schwarze Amazone im feschen Anzug, die als Anwältin arbeitet, aber durch ihr Aufwachsen in Harlem eine wilde Seite mit sich bringt. Schauspielerin, Mech-Kämpfer und Anwältin… wie viele Stunden hat ein Tag in der Welt von Sakura Wars? Sie ist ziemlich eingenommen von Gesetz und Regeln, was gekoppelt mit ihrem aufbrausenden Wesen auch direkt dazu führt, dass sie Shin beim ersten Treffen zu Sunnyside zerrt, weil sie ihn für 13 hält und sich über die Kinderarbeit beschweren will, bevor Shinjiro auch nur genug Luft holen kann, um aufzuklärend das er ein klein geratener 19-Jähriger ist. Allgemein neckt sie Shin recht gern, strippt ihn sogar, wenn er damit angibt, durchaus auch Muskeln zu haben, um dies zu überprüfen.

Durch das Aufwachsen in Harlem war sie Teil einer Gang, hat jene sogar angeführt um den Stadtteil vor äußeren Einflüssen zu schützen. Bis ein Freund von ihr verhaftet und ins Gefängnis geworfen wurde, und sie feststellen musste, dass sie dagegen machtlos ist. Deswegen ist sie Anwältin geworden, um vor Gericht und mit dem Gesetz auf ihrer Seite für Leute einstehen zu können. Nur das sie mittlerweile das Gesetz über die Menschen stellt, und in Kapitel 2 deswegen fast Harlem verrät, bis man sie an das Wesentliche erinnert, weswegen sie überhaupt den Job angenommen hat. Shin hat sogar einen Ace-Attorney-esquen Scheinprozess gegen sie.

Ach ja, wenn sie das Haar im wahrsten Sinne des Sprichworte herablässt, ist sie schon ganz sexy. Dann noch ein tief geschnittenes Kleid dazu oder die Lederkluft zum Motorradfahren. Guter Fang. Auf so einen Motorradtrip in den Sonnenuntergang nimmt sie Shin auch im Ending mit, irgendwie wirkt er da wie immer wie ihr kleiner Adoptiv-Bruder.

Das Pferd ist der smarte Part in der Comedy-WG.

Gemini Sunrise hat nicht nur den Pornigsten Namen im Cast, sondern ist auch das US-Cowgirl aus Texas mit dem Katana und dicken Südstaaten-Akzent, die das Poster Child von Sakura Wars V ausmacht. Sprich sie ist die zentralste auf dem Artwork, zu der es auch wesentlich mehr davon gibt. Und sie war der Protagonist des Prequels Sakura Wars V: Episode 0, welches ihre Reise von Texas nach New York erzählt hat. Dorthin ist sie nicht nur, um zu einer Schauspielerin zu werden, aus dem bisher herzlich wenig geworden zu sein scheint, weil sie nämlich bei Shinjiros Eintreffen quasi nur die Putzfrau des Theaters ist. Nein, ihre Katana-Schwertkunst und Obsession mit allen Dingen Japan kommt daher, dass sie von einem Samurai in Texas unterrichtet wurde (dem es mehr um ihre weiblichen Vorzüge ging), und einer von Nobunagas Untergebenen derjenige ist, der den Kerl umgebracht hat, um an eine wichtige Schriftrolle zu kommen. Gemini hat also auch Wunderpferd Larry gesattelt, der nun in einer WG mit ihr lebt, weil sie Rache geschworen hat. Wobei sie bis Kapitel 6 warten muss, damit sich das Spiel um sie dreht.

Allerdings ist sie ziemlich trottelig und hat ein erbärmliches Selbstwertgefühlt, fühlt sich nicht richtig zugehörig, weswegen sie beide Träume eigentlich aufgegeben hat. Wäre sie nicht ein Zwilling gewesen, oder so ähnlich, denn letztendlich ist aus ihrer Schwester nichts geworden außer ein verkrüppeltes zweites Herz in Geminis Körper, und eine gespaltene Persönlichkeit in ihrem Kopf, die weiterhin nach Rache sucht und sich eine Maske aufsetzt, um unerkannt Schurken zu jagen. Shin hilft ihr natürlich in Einklang zu kommen und einzusehen, dass der Kampf für Gerechtigkeit wichtig ist, der Sinn nach Rache ein negatives Gefühl ist. Sie verschont letztendlich sogar den Mörder ihres Meisters, was sich als dämlich rausstellt, weil der prompt Nobunaga wiedererweckt und man sich sonst die finalen Kämpfe hätte sparen können.

Ihr Outfit für die Abschlussparty gefällt mir übrigens viel besser als der Cowgirl-Stereotyp, der als ihr normales Outift herhalten muss. Und in der End-Szene gehen sie und Shin dann zusammen auf ein Picknick im Central Park, wobei beide etwas zu schüchtern sind, um den ersten Move zu machen, sodass Wunderpferd Larry nachhelfen muss.

Ethnische Abstammung in einem Outfit kondensiert.

Rosita Aries ist der Loli-Charakter des Spieles, die zum Glück nie wirklich als ernsthaftes Love Interest dargestellt wird, sondern eher als verspielte jüngere Schwester daher kommt. Selbst das Ende mit ihr ist ganz zahm nur ein Spielausflug zum Wettessen und Vergnügungspark, die Ausdrucksweise in einigen Szenen für sie ist allerdings nicht entsprechend abgeschwächt worden. Wobei dann wiederum ich ehrlich gesagt zwischen Shin und vielen Mädels keine große romantische Chemie entdecke, abgesehen von Subaru und Gemini vielleicht kommt der Rest nämlich eher wie die coole ältere Schwester rüber denn eine Romanze.

Wir treffen sie in Kapitel 3, wenn sie mit ihrer goldenen und silbernen Pistole sowie einem mexikanischen Akzent und Poncho und Sidekick-Wiesel ausgestattet ein paar Bankräuber stellt. Denn sie ist eine direkt von Sunnyside herbeorderte Kopfgeldjägerin, die sofort in einem Mech Platz nehmen darf. Wie sich herausstellt ist ihre Mutter früh gestorben und sie war mit ihrem Vater so was wie Wanderschausteller – ihre Treffsicherheit mit den Knarren kommt nur daher, dass er ihr nix zu Essen gegeben hat, wenn sie bei den Schieß-Vorführungen danebenlag. Er ist vielleicht nicht der beste Vater gewesen, aber letztendlich doch dabei umgekommen Rosita zu retten. Deswegen hat sie auch einen kleinen Hau weg immer alles richtig zu machen, und wenn sie den Schurken des Tages verfehlt und Shin um sie zu retten verletzt wird, verschwindet sie plötzlich. Alle machen sich wahnsinnige Sorgen, bis Shinjiro mal auf die Idee kommt, in ihrem Unterschlupf nach ihr zu suchen, wo sie in einer Existenzkriese vor sich hin eiert. Ein wenig Zuspruch, und alles ist wieder gut.

Ich war ja echt etwas überrascht, dass ich selbst den Loli-Charakter letztendlich echt gut fand, weil sie einfach viel zu cool und ihre lapidaren Kinderaugen-Gründe, die sie Nobunaga am Ende entgegenwirft, zu geil sind, um sie nicht zu mögen.

Wer schläft, schweigt. Gut so.

Diana Caprice hingegen ist der eine Charakter unter den sechs, mit der ich echt nicht viel anfangen konnte. Nur noch zusätzlich dadurch geholfen, dass sie die schlechteste und schrillste Stimme mitbringt, und immer in einem so luftig-abgespacten Ton palavert. Was sicherlich ihrem Stereotyp geschuldet ist, denn die ist der kränkliche Charakter mit dem Herz aus Gold, die sich nicht beschwert und immer Zuspruch parat hält, auch den Healbot im Kämpfertrupp darstellt. Zudem hängt sie gern im Central Park ab (wir finden später heraus, dass sie die Nichte von Sunnyside ist und zunächst in seinem Anwesen dort wohnt), wo sie Kinder und Vögel bespasst.

Aber sie ist krank, sitzt sogar im Rollstuhl, wobei es sich um eine magische Krankheit handelt, die durch ihren Überschuss an Pneuma (magische Energie, die die Mädels zum Mech-Steuern nutzen) hervorgerufen wird. Was bedeutet, dass sie sobald sie das mit Unterstützung aller in Kapitel 4 in den Griff bekommt, direkt aus dem Rollstuhl ohne große Probleme aufstehen und mitkämpfen darf. Nachdem sie damit genervt hat, dass sie ja mit dem Leben aufgegeben hat und man sie in Ruhe lassen soll, sie als Vegetarierin und gut zu Vögeln seiende total abdreht wenn wes Grillhähnchen gibt, und einen verletzten Vogel fast hätte verrecken lassen weil sie via Selbstprojektion meint der hätte eh mit allem abgeschlossen.

Ach ja, und anscheinend ist sie Ärztin, wie das Spiel etwas später einwirft, als hätte ich das schon von früher wissen müssen. Erklärt den weißen Labormantel in ihrem Outift, wenn sie sich nicht gerade wie jemand aus den noch gar nicht angebrochenen 70ern anzieht. Und letztendlich ist sie wohl doch noch nicht ganz gesund gewesen, denn erst im Ende mit ihr tollen sie und Shin über eine Wiese, weil die finale Operation geglückt und sie nun wirklich Beschwerdefrei ist.

Also perfekt geschnitten sind die Anzüge der Mädels schon.

Ratchet Altair gehört nicht zu den fünf Hauptmädels, die in der Affinitäts-Übersicht zueinander oder in der Beliebtheits-Rangordnung auftaucht. Denn der Charakter, der seinen ersten Auftritt bereits vier Jahre vorher im Sakura Wars Kinofilm hatte, ist der Geheimcharakter. Sie kann erst gewonnen werden, wenn das Spiel einmalig durchgespielt und komplett von vorn begonnen wird, wobei ihre Zuneigung zu Shinjiro weiterhin verdeckt bleibt.

Irgendwann erzählt sie mal, dass sie und Subaru zusammen zu einer Kampfeinheit gehört haben, die in Europa aufgebaut werden sollte, dies aber nicht geklappt hat. Leni und Orihime scheinen laut dem dazu gezeigten CG die anderen beiden Mitglieder gewesen zu sein, von daher erklärt Sakura Wars 2 vielleicht mehr. Oder der Kinofilm halt. Mittlerweile ist sie diejenige, die den Trupp in New York anführt. Allerdings führt ihr schwindendes Pneuma dazu, dass sie sich im ersten Kampfeinsatz des Spieles verletzt und von Shin gerettet wird, was sukzessive dazu führt, dass er den Posten als vorläufiger Kommandeur bekommt, und ihr ein Kampfverbot auferlegt wird. Tatsächlich wird sie nie wieder eine Einheit in den SRPG-Parts sein, abgesehen von einem ganz kurzen Intermezzo im finalen Kapitel, und auch nur wenn man sich auf ihrer Ending-Route befindet.

Ratchet ist ziemlich erwachsen und edel, shopt deswegen auch gern teuer auf der 5th Avenue, und kommt mehr wie die Mutterfigur oder große Schwester der Truppe daher. Diejenige, vor der alle Respekt haben, die sich immer kümmert, aber der man auch nicht alles erzählt. In der Endszene sitzen sie und Shin mit einem süßen Hund bei einem Glas Champagner am Steg einer Seehütte, wobei die beiden nicht mehr wie große Schwester und kleiner Bruder aussehen könnten

Die Sideshow-Charaktere

Der Rest:
Cherry Cocker und Anri Yoshino sind die beiden Mädels, die sich um die Shops im Theater kümmern und bei den Einsätzen die Regenbogen-Abteilung ausmachen, sprich den Lagebereicht-Support aus der Kommandozentrale für die Mech-Kämpfertruppe bilden. Cherry ist die großbusige Blondine, die sich gern nach vorn beugt, einen Stripper-Akzent hat wenn man das so nennen kann, gern und viel flirtet, und natürlich dahinter ein gebrochenes Herz wegen eines Kerles verbirgt. Sie verkauft Erfrischungen an der Bar und gibt Shin jedes Kapitel den Auftrag ein Foto von einer bestimmten Lokalität zu machen, für die sie ein privates Foto eines der Mädels rausrückt.

Anri hingegen ist die kleine Tsundere, die Shin zunächst piesackt, letztendlich aber auch seinem Langweiler-Nettigkeit-Charme erliegen muss. Sie ist Halb-Japanerin mit Eltern die in Seattle einen Sushi-Laden haben, möchte selbst aber lieber Kleidung entwerfen. Momentan jedoch bemannt sie den Geschenke-Laden, bei dem Shin jedes Kapitel einen Headshot von einem der Mädels des Kämpferteams kaufen kann (zumindest der Star Division der New York Combat Revue, ein anderer Charakter ist dafür zuständig die von der Tokyoter und Pariser Truppe aus den Vorgängern an den Spieler zu bringen).

Beide Charaktere können nicht gewonnen werden, allerdings haben auch sie einen verborgenen Affinitätsmeter gegenüber Shinjiro, und wenn der am Ende hoch genug ist, gibt es je ein nettes CG mit ihnen. Außerdem ist dies u. A. nötig, um im zweiten Durchgang die Supernova-Attacke freizuschalten.

Peppermint ist eine weitere nette Dame, die in Kapitel 5 kurz das Rampenlicht der Bühne betreten darf. Und zwar verliert Shinjiro eine Auseinandersetzung mit Subaru und ist dazu verdammt, bei einem der Bühnenstücke mitzumachen. Da dies allerdings eine reine Frauen-Revue ist, muss er sich als Mädel verkleiden und nimmt den Drag-Namen Peppermint an. Alle sind ehrlich etwas überrascht, wie niedlich er ausschaut, Gemini ist sogar neidisch dass selbst der Kerl der Truppe attraktiver als sie ist, und genau genommen ist das ein echt launiger Moment statt wie man erwarten könnte ein ziemliches „Oh Japan!“-Augenrollen zu verursachen.

GameBoy Obscurities: Sakura Taisen

Sakura Wars ist in Japan schon ein gewissen Phänomen gewesen. Und letztendlich nur dort, da die Serie nie in den Westen geschwappt ist. Oder zumindest nicht bis zum fünften Hauptteil, fünf Jahre nach dessen Resease, und nachdem die Reihe in Japan bereits vorüber war. Wobei, genau genommen ist schon etwas Sakura Wars in Form diverser Anime herübergekommen gewesen. Ähnlich Tokimeki Memorial ist es nämlich so, dass die das CD-Medium für schnieke Anime-Optik, Sprachausgabe und niedlichen Waifus zu daten ausgelegte Franchise unglaublich viel sich über besagte Mädels verkaufendes Merchandise hervorbrachte. Spinoff-Spiele, Anime, Manga, CDs, Bühnenshows, sogar ein Sakura Cafe gab es.

Und ähnlich Tokimeki Memorial Pocket scheute sich Sega nicht, auch Nintendos beliebten Handheld (in 2000 hatten die bereits keine eigene Hosentaschen-Konkurrenz mehr im Angebot) zu bestücken, obwohl jener eigentlich weniger geeignet ist, ein spielbares Anime umzusetzen. Denn Sakura Taisen GB ist tatsächlich überraschend kein Minigame-Spinoff oder ähnliches, sondern gewohnt ein Dating Sim mit RPG-Kämpfen. Wenn auch gerade der RPG-Teil zurückgeschraubt ist, obwohl man beim Handheld eher meinen würde, der anderen Komponente wäre dies geschehen.

Wir spielen hier übrigens nicht Serien-Supercasanova Ogami, sondern man ist man selbst, vorausgesetzt man ist männlich zumindest. Für 31 Tage darf man hier als Aushilfe sich in das Leben der Bühnenshow-/Kämpfertruppe an Mädels einmischen. Obwohl das Spiel 2000 erschienen ist übrigens nur in die Truppe aus dem ersten Sakura Wars, die beiden Neuankömmlinge des zwei Jahre vorher erschienenen Sakura Wars 2 sind noch nicht mit dabei.

Das GB-Spiel ist übrigens mehr wie ein Dating Sim strukturiert als die großen Konsolenschwestern, die eher in Richtung Visual Novel gehen. Denn hier gibt es keine Unterteilung in Kapitel, sondern tatsächlich strickt nach den Tagen. Statt nur im Theater eines der Mädels zu stalken, um ihr ein Gespräch aufzuzwingen, gibt es dazwischen auch Trainings-Sessions, um diverse Statuswerte zu erhöhen. Wobei gewohnt das Herz der holden Weiblichkeit rein übers Palavern geschieht. Das LIPS-System existiert auch hier, was bedeutet das sich die Damen nicht ewig dumm anstarren lassen, während verzweifelt im Japanisch-Wörterbuch nach den schweren Kanji gesucht wird, sondern ganz wie später bei Telltale Games ist die Antwortauswahl getimed, irgendwann macht man einen auf Squall und sagt automatisch gar nichts. Was manchmal nicht die falsche Antwort ist. Im GB-Teil kommt noch zusätzlich erschwerend hinzu, dass die Aneinanderreihung der Antwortmöglichkeiten zufallsgeneriert ist.

Die Statuswerte, die sich über das Trainieren mit den Mädels erhöhen, und bei denen gewohnt immer mal wieder für mehr Stamina gerastet werden muss, scheinen nur für die Kämpfe zu gelten. Die funktionieren auch per LIPS, nämlich in dem auf das was der Gegner gemacht wird auf eine gewisse Art gekontert werden muss, damit man selbst Schaden austeilt und möglichst wenig einsacken muss. SRPG-Kämpfe sind das hier also nicht, sondern ein statisches Bild in dem der Schlagabtausch über Menüoptionen läuft. Auch kämpft man allein, die Mädels mischen sich nicht ein. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob die Kämpfe überhaupt gewonnen werden müssen, um das Spiel nicht zu verlieren. Vielleicht der eine Unikat-Kampf gegen Ende des Spieles, der Rest ist eigentlich nur weiteres Training.

Ob sich nun eines der Mädels erweicht und einen nach der großen Verabschiedung zum Spielende bis zum Bahnhof folgt, um dort noch mal privater Tschüss zu sagen, hängt komplett davon ab ihr die richtigen Antworten zu geben, was gewohnt über Ding-Geräusche einfach herauszufinden ist. Solange das Mädel auch angetroffen wird, denn bei der Übersicht des Theaters markiert ein ! nur, dass dort jemand ist, aber nicht wer aus der Truppe das sein soll. Am Ende gibt es sogar Punkte, um sich eine Galerie der Waifus kaufen zu können.

Dabei kommt das Anime-Feeling durchaus auch auf dem kleinen Bildschirm ein Stück weit auf. Natürlich sind die Farben und Details eingeschränkt, doch die Charakterportraits mit animierten Augen und Mündern gehen durchaus in Ordnung. Die Standbilder für besondere Momente sind nicht ganz so toll geraten, aber das es sie überhaupt gibt, ist auch schon was wert. Geki! Teikoku Kagekidan hört sich eh immer toll an, selbst in blechernem MIDI. Und das Spiel hält einen immerhin nicht ewig auf, nach wenigen Stunden ist der Monat eines Durchgangs hinter einem. Von daher um mal auf die Schnelle ein paar der Sakura-Wars-Girls zu gewinnen, ist das Spiel durchaus brauchbar. Umso mehr, wenn einem die sporadischen SRPG-Kämpfe in den Hauptteilen eh schon zu viel waren, denn RPG gibt es in Sakura Taisen GB sogar noch weniger.

Experimental College Phase: Roommates

Nächstes Dating Sim, zurück zu unseren Indie-Leuten bei WinterWolves. Roommates ist gleich zu Beginn etwas speziell: Es lässt einen zwischen einem weiblichen und männlichen Main Character entscheiden. Normalerweise sind Dating Sims und Romance Visual Novels ja strickt nach Boy x Girl oder Girl x Boy getrennt, oder eventuell auch noch Boy x Boy für die Mädels. Jedenfalls gibt es immer ein Geschlecht für den MC, und nur ein zu jagendes Geschlecht. Selbst Geschlechts-neutral wirkende Charaktere wie Rei in Tokimeki Memorial oder Subaru in Sakura Wars V stellen sich letztendlich wie der Rest des Casts als vom MC-Kerl zu erlegende Mädels heraus.

Wie gesagt nicht so bei Roommates, bei dem sich der Spieler direkt aussuchen darf, ob er oder sie lieber den rebellischen Möchtegern-Rocker Max oder den scheuen Bücherwurm Anne durch deren erstes College-Semester führen will. Wie so häufig bei WinterWolves steht die Romantik nicht mal zwangsläufig im Vordergrund, sondern sich mit den fünf Mitbewohnern des Hauses anzufreunden, auf Partys zu gehen, sexy Flaschendrehen zu spielen, sich hoffnungslos Betrinken, oder einander beim Lernen zu helfen. Freundschaften knüpfen wird also mal wieder groß geschrieben. Passend gibt es am Ende dann nicht nur einen Abriss dahingehend, wen man als Partner gewonnen hat, sondern auch was zum Rest, sofern man halbwegs ordentlich befreundet war. Und auch wie gut die beiden MCs mit ihren Wünschen vorangekommen sind. Das Mauerblümchen Anne beispielsweise will den Neustart im College damit nutzen, endlich aus sich raus zu gehen und mehr Freunde zu gewinnen. Max hingegen will sich halbwegs durchs College schummeln und dabei seine Band bekannter machen. Je nachdem wie viel man mit Leuten abgehangen oder studiert hat, gibt es dazu am Ende dann auch noch ein Wort oder zwei, was Noten und sozialen Stand der beiden angeht.

Manchmal muss halt das kleinere zweier Übel gewählt werden.

Wir sind hier übrigens zurück dabei, die ganze Woche im Voraus zu planen. Via drei Slots pro Tag, wobei der erste an Wochentagen für Vorlesungen verplant ist, was allerdings auch ganz Student auf den Morgen verschlafen geändert werden kann. Der Slot mittags kann mit verschiedenen Jobs und der Abend mit verschiedenen Outdoor-/Indoor-Aktivitäten verbracht werden. Jobs bringen Geld, abendliches Ausgehen frisst es wieder. Und je nachdem, welchem Job und welchem Hobby man nachgeht, erhöht sich einer von sechs Statuswerten: Organisation, Rationalität, Kreativität, Spontanität, Reflektieren und Aktivität.

Jeder Charakter möchte zwei jener Statuswerte gelevelt sehen. Obendrauf gibt es noch die Noten, die zu deren Gewinnung unwichtig sind, sondern nur am Ende ändern, wie gut derjenige bisher im College gefahren ist. Und Energie, die natürlich benötigt wird um überhaupt was zu machen, und via einen Slot lang auszuruhen regeneriert wird. Ist ein Statuswert hoch genug, schaltet sich auch automatisch eine verbesserte Variante des Jobs frei.

Die Noten schauen noch nicht so pralle aus

Die beiden präferierten Werte auf akzeptablen Höhen anzukarren reicht allerdings noch nicht aus, um einen Charaktere auch in der Kiste zu haben. Nein die Affinität muss ebenfalls auf 100 schießen. Hier macht Roommates nämlich einiges besser als Always Remember Me, in dem es regelmäßig innerhalb einer Woche zu Events kommt, an denen mehrere Charaktere beteiligt sind. Die kann man überspringen, wenn man die Energie für sie nicht verbrauchen will, doch ist der auserkorene Charakter involviert, ist es ratsam teilzunehmen, um ihnen per Multiple-Choice-Antwort nach dem Maul zu reden, so dass sie einen mehr mögen. Es gibt wirklich viele dieser kurzen Events, um dem Spieler die Charaktere und die entstehenden Freundschaften untereinander näher zu bringen.

Allgemein ist das Spiel mal wieder eher beschwingt und leichtherzig geschrieben. Charaktere streiten auch mal, aber insgesamt können sich schon alle irgendwo leiden und kommen miteinander aus. Ein wenig Humor, kein großes Drama. Und wenn es romantisch wird auch ganz WinterWolves manchmal etwas typischerweise arg kitschig, aber darüber kommt man schon hinweg. Außerdem etwas untypisch sexy für ein solches Spiel. Die Frühlingsferien gen Spielende sind sozusagen der Punkt, bei dem man seine Trophäe im Visier haben muss, denn hier wird die Beziehung finalisiert, was auch zu einer Erhöhung der nötigen Werte führt (das Spiel zeigt netterweise im Charaktermenü, wer welche Nummer in welchem Stat haben will, um überhaupt interessiert zu sein). Außerdem kommt es zum ersten Sex. Via der ersten von nur zwei CG-Szenen pro Charakter, in der das Knutschen schnell in recht langes und ausführlich beschriebenes Vorspiel übergeht. Bevor die Sache wirklich Adults Only wird blendet das Spiel ab und sagt „30 Minuten später“ und die beiden kuscheln. Aber irgendwo macht das die Szenen nur umso merkwürdiger. Sie sind etwas zu lang und ausgiebig beschrieben, damit das Spiel komplett clean wäre, aber echte Nacktheit oder gar Sex gibt es dann doch wieder nicht zu sehen/beschrieben. Also entweder ganz oder gar nicht, WinterWolves.

Die ganze Truppe im Streitgespräche vereint

Das Charakterdesign ist diesmal übrigens so ein wenig mittelmäßig würde ich sagen. Es ist ansehnlicher als Summer in Fairbrook, aber immer noch ein wenig Amateurhaft dreinschauend. Und je nach Charakter ein mehr oder weniger gutes Händchen für attraktive Designs beweisend. Die CGs hingegen sehen mal wieder aus, als wären sie von einem ganz anderen Künstler als die Gesprächs-Pappausfteller fabriziert, und erneut nicht gerade vom talentierteren der beiden.

Nach 21 Wochen ist dann eventuell oder auch nicht einer der Charaktere gewonnen. Und auch hier zeigt Roommates ein paar von Dating Sims ungewohnte Besonderheiten. Nicht nur kann man entweder einen männlichen oder weiblichen MC spielen, der jeweils andere zieht trotzdem ein und ist jeweils ein gewinnbarer Charakter. Zudem gibt es ein pansexuelles Mädel und einen bisexuellen Kerl, die von beiden erobert werden dürfen. College-Zeiten halt, da findet man eben nicht nur Freunde und arbeitet hart an der nötigen Bildung für einen guten Job, sondern experimentiert auch sexuell gern rum:

Anatomisch korrekt ist der Fuß nicht gezeichnet

Wenn es schon BxB-Aktion gibt, bin ich natürlich voll dabei, und somit war meine erste Eroberung als Max der indische Schokoladen-Kaffee Rakesh. Wenn man es nicht schon direkt seinem Outfit ansieht – er ist der Künstler der Truppe, weswegen er natürlich wert auf Reflective und Creative legt. Als ausländischer Austauschstudent versteht er nicht immer hundert pro, was gemeint ist, und als künstlerische Seele verliert er gern mal den Fokus und driftet ab. Tatsächlich erlaubt er sich gern mal einen Witz oder trickst Leute von Isabella angestiftet aus, bzw. lässt seine ausschweifende Kunst an Sachbeschädigung grenzen, weil wenn ihn die Muse geküsst hat kennt er kein Halten, selbst vor dem Eigentum anderer.

Sein Deal ist allerdings, dass seine Eltern ihn auf ein amerikanisches College geschickt haben, damit er eine ernsthafte Berufung lernt, um genau zu sein die des Arztes. Das hat natürlich wenig mit einem hungernden Künstler zu tun, weswegen er die beiden auch notorisch belügt. Und es kommt zu einer kleinen Auseinandersetzung, wenn alles auffliegt. Max hilft ihm etwas ehrlicher mit ihnen und sich selbst zu sein, so dass die Eltern einsehen das dies sein Traum ist und es vorerst unterstützen, auch wenn sie weiterhin nicht glücklich mit seiner Entscheidung sind. Tatsächlich hat er nach dem College so einige Aufträge und zeichnet für die Cover von Max‘ Band verantwortlich.

Haar funktioniert so auch nicht ganz

Anne ist wie gesagt der andere MC, den man spielen könnte. Sie als die Musterstudentin möchte natürlich Organized und Rational hoch haben, was etwas schwerer sein kann, da diese nicht in alternativen Slots möglich sind. Da sie etwas schüchtern ist, nehmen Max und Isabella sie unter ihre Fittiche, damit sie etwas aus sich raus kommen kann. Beispielsweise gleich in der ersten Woche auf eine Party trinken, oder sie für Halloween in ein sexy Kostüm stecken, das ihrer nicht unbeachtlichen Oberweite schmeichelt. Natürlich geht jegliche Initiative zunächst von Max aus, aber mit der Zeit schafft auch Anne es etwas zu flirten oder spaßen, wenn auch zunächst mit durchschnittlichem Erfolg.

Zudem mag Dominic sie von Anfang an, wodurch die eh schon nicht miteinander klar kommenden Kerle nur umso mehr aneinander geraten. Jedoch werden Max und Anne sogar Partner wenn es um eine Hausarbeit eines ihrer Kurse geht, und allgemein sind sie ein gegenseitig positiver Einfluss: Max bringt Anne dazu etwas mehr zu leben, Anne bringt Max dazu etwas mehr zu studieren. Am Ende arbeitet sie dann auch in einer Bibliothek, während sie hin und wieder den Groupie für Max gibt.

Einen besseren Platz hätte er ihr schon verschaffen können

Als Anne hingegen Max zu gewinnen bedeutet, dass man in Creative und Reflective investieren muss. Der eigentlich hinter seinem Badboy-Image steckend gute Kerl mit dem heißen Körper und der dämlichen Frisur ist natürlich ein absoluter Flirt, der nicht sonderlich lange von den Vorteilen Annes überzeugt werden muss. Auch wenn man dafür den armen Dominic mehrmals abschießen muss, damit der sich keine Hoffnungen mehr macht.

Strickt genommen geht die Romanze zwischen den beiden natürlich ähnlich ab, wie wenn man dies jeweils andersrum macht, nur mit verändertem Blickwinkel. Allerdings bekommt man hier mehr davon mit, wie sehr Anne doch Max beim studieren hilft, und zusätzlich sich als der erste Groupie seiner Band ausgibt, um deren Popularität etwas anzuheizen. Und man verbringt mehr Zeit auch mit den anderen Band-Mitgliedern, die alle ziemlich nett sind. Anne hilft ihm sogar, wenn die Band beim Battle of the Bands disqualifiziert werden, weil sie semi-professionelle Auftritte davor hatten, was durchaus Cheating ist. Fürs Ende begeht Max dann noch den Fehler, Anne auf die Bühne zu holen und als seine Liebe zu outen, statt als heißer Junggeselle mehr weibliche Fans anzulocken.

Wenn Charaktere in CGs gar nicht mehr wie sie selbst aussehen

Dominic kann nur mit Anne gewonnen werden und ist als derjenigen, der die WG leitet und auf Regeln und Ordnung achten muss, ein Charakter der auf Rational und Organized steht. Er hilft Anne sowieso von Anfang an viel aus, weil er wie gesagt ziemlich schnell auf sie steht. Außerdem ist er gar kein so übler Spielverderber, solange man sich halbwegs an die Regeln hält, und lässt der Truppe genau genommen erstaunlich viel durchgehen. Er soll wohl schon etwas älter sein, denn er arbeitet bereits an seinem Physik-Master.

Die beiden haben eigentlich viel gemein, denn auch Dominic ist eher derjenige, der viel lernt, immer brav alles nach Vorschrift macht, und seinen Zukunft vor Augen behält, statt nur ans Vergnügen zu denken. Deswegen geht es auch viel in die Buchhandlung und Bücherei mit ihm und darf häufiger mal geholfen werden die Klausuren für seinen Prof zu korrigieren. Als Ausgleich spielt er allerdings MMOs, sozusagen als die eine spaßige Zeitverschwendung, die er sich gönnt. Dominic ist übrigens der einzige Charakter, der an Valentinstag ein Rück-Geschenk parat hat. Jedenfalls leben die beiden schön gesittet am Ende zusammen und Anne macht ihm einen Heiratsantrag.

Der Rest:
Da wäre zum einen Isabella, die pansexuelle Dame, die nicht sonderlich gut darin ist den Unterschied zur Bisexualität zu erklären. Sie ist die nuttige Latina, die wenig Stoff trägt, sich wenig um das College kümmert, dafür aber gern auf Partys geht, und mit allem flirtet, was bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Allerdings hat sie tatsächlich einen Sportler-Boyfriend, den sie sich zu Spielbeginn anlacht und sich auch erst gegen Ende von ihm trennt. Ich finde ihr Charakterdesign ziemlich scheußlich, weswegen ich sie mit keinem der beiden MCs angegangen bin.

Sally hingegen ist die attraktive Blondine mit den blauen Augen, die irgendwann mal einen Hund einschmuggelt und mit dem Band-Kollegen von Max endet, wenn der sie nicht haben will. Was der nette Kerl sich definitiv verdient hat. Ich fand sie etwas langweilig bis nervig, als die ständig irgendwas protestierenden Veganerin im Haus, weswegen ich erneut keinen Bock hatte, die Zeit in ihr Ende zu investieren.

Bestiality ain’t so bad: Dandelion

Dandelion: Wishes Brought to You ist ein Dating Sim, bei dem die junge Heejung, die zum Studieren und um von ihrer überfordernden Mutter wegzukommen von Seoul nach Busan gezogen ist. Wenn’s der Name von ihr noch nicht klar gemacht hat, ist jetzt durch die Städte auch klar, dass es sich hierbei mal nicht um ein japanisches oder westliches Dating Sim handelt, sondern Korea den neuesten Eintrag stellt.

Was vielleicht erklärt, warum auch dieses Produkt ein wenig mehr Wert auf eine Handlung und einen definierten MC mit vorgegebenen Namen gibt, als dies japanische Produkte in der Regel tun. Heejung hat eine Vorgeschichte, verhält sich in den Situationen mehr wie sie will denn das der Spieler viel Einfluss auf ihre Manierismen hat, und neben dem Daten von hübschen Jungs, die einen Tierohr-Fetisch bedienen, gibt es dahinter tatsächlich noch eine gewisse Handlung, die auf die finalen Monate des einen ingame Jahres zum Tragen kommt. Mit ganz viel K-Dorama am Ende.

Unhöflich, aber nicht gelogen.

Aber ganz von vorn begonnen ist Heejung ein Scheidungskind. Sie erinnert sich gerne an die Tage, an denen ihre nur leicht strenge Mutter und ihr verspielter Vater noch eine liebende Familie waren. Als Paps dann aber mit einer Jüngeren durchgebrannt ist, sind bei Mom die Sicherungen durchgebrannt. Sie wurde immer bestimmender, immer fordernder, ihre Tochter macht nie genug, leistet nie genug, schafft nie genug. Bis sie halt da unbedingt raus und in eine neue Umgebung musste, obwohl sie dort an ihrem Lebensstil letztendlich nichts geändert hat. Genau genommen fand ich es zunächst etwas merkwürdig, dass Heejung einem prinzipiell sagt „ich hab ganz gute Noten, bin mit Freunden in einem Club meines Lieblingshobbys, und habe einen Nebenjob um etwas Taschengeld zu verdienen, aber oh noez ist immer beschäftigt zu sein so eine Bürde!“.

Aber letztendlich spielt Dandelion gezielt auf das Problem, welches viele ostasiatische Kids haben an, nämlich den ungeheuren schulischen Leistungsdruck von außen. Irgendwo dazwischen hat Heejung ganz verloren, wer sie an sich eigentlich sein will. Sie geht nämlich eigentlich einem Business-Studium nach, obwohl ihr Herz der Kunst gehört. Tagein, tagaus ist ihr Lebensablauf der gleiche strickte Plan ohne große Emotionen. Ich weiß zwar nicht ganz warum sie, nachdem sie nun schon Jahre von ihrer Mutter getrennt lebt, überhaupt noch so viel auf deren Meinung gibt, aber ich bin kein koreanisches Mädchen. Jedenfalls wird plötzlich bei ihr eingebrochen aber seltsamerweise nix geklaut, sondern lediglich eine Box mit drei Hasen und zwei Katzen abgestellt (gleich ein Minus, weil es keinen Hunde-Bishonen gibt).

Vielleicht häte man ihr mehr Tiere schicken müssen, damit am Ende auch eines bis zur Mannwerdung überlebt.

Über die unfreiwillige Pflege der Tiere lernt Heejung nämlich ein wenig zu chillen und wird aus ihrem Loch herausgerissen. Und nach drei Monaten mit den Fellknäueln verwandeln die sich dann auch noch in fünf attraktive Jungs mit Tierohren. Was ein Glück, dass Heejung oder ihre Mutter sich ein Apartment leisten konnten, in dem sechs Leute unterkommen, nicht wahr? Sie tauft die fünf übrigens Jisoo, Jiwoo, Jieun, Jiyeon und Jihae. Heejungs bester Freund heißt Heejae. Wundert euch also nicht, wenn ihr als Nicht-Koreaner einen ganze Route braucht, bis ihr anfangt, die wirklich auseinander zu halten.

Obwohl Dandelion mit einem ganzen Jahr, welches es abdeckt, zunächst sogar ziemlich lange Spielzeit hat, kann das natürlich in sukzessiven Durchgängen mit der Skip-Funktion der generellen bereits bekannten Szenen stark abgekürzt werden. Desonders die ersten drei Monate, bevor Heejung vor lauter Einsamkeit der Wahnvorstellung zu unterliegen beginnt, ihre Haustiere wären eigentlich besteigenswerte Jungs. Im Gegenzug dafür ist es allerdings nicht so, dass man seine Optionen bis kurz vor Ende offen halten und alles anflirten kann, um sich dann aufs Finale für einen zu entscheiden. Es muss schon für jeden Kerl von Neuem von vorn begonnen werden, da es ihre guten Enden nur dann gibt, wenn sie Exklusivrechte haben und keine Affinität mit den anderen Schmusetieren aufgebaut wurde.

Was’n im Wohnzimmer los? Yaoi Orgie?

Spielerisch geht es wie üblich um Statuswerte. Genau genommen gibt es drei zu beachten: Fraulichkeit, Schönheit und Kunst. Man muss scheinbar nicht intelligent sein, wobei Kunst eher der allgemeine Lern-Status ist, wenn man sich die Aktivitäten anschaut, die es steigern. Statt eine Woche zu planen kann stattdessen jeden Tag von selbst gewählt werden, was man im Haus machen will. Je nachdem, ob man Dramas schaut, für die Schule lernt, Wäsche aufhängt und was sich sonst so noch in den eigenen vier Wänden unternehmen lässt, gehen diverse davon unterschiedlich schnell in die Höhe. Nebenei aber auch der Stress und Druck, welche wieder über andere Aktivitäten verringert werden müssen. Abgesehen von den richtigen Werten in den drei Stats, um sich in das Bild seiner Traumfrau zu entwickeln, will so ein Kerl aber auch, dass man mal etwas Zeit mit ihm verbringt. An Wochenende kann man auf Dates mit ihnen gehen, aber auch unter der Woche, da ja alle in der gleichen Bude aufeinander hocken, kann einfach der Raum besucht werden, in dem ein Icon dessen Anwesenheit anzeigt. Ob er bei der ausgewählten Aktivität auch mit macht, ist dann aber wieder etwas vom Glück abhängig. Allerdings gibt einem das Spiel schönes Feedback im Charaktermenü, wo genau angezeigt wird, ob die drei Statuswerte so weit sind, wie der Kerl sie aktuell haben will, und wie viele von maximal wie vielen Herzen gewonnen wurden.

Als ein weiterer Meter hat Heejung noch selbst eine Herzleiste, die sich langsam füllt, in dem man den Jungs nahe ist. Auf Max kann dann in ein Upgrade investiert werden. Wie beispielsweise weitere, bessere Aktivitäten im Haus freizuschalten oder (mein präferiertes) das Stress und Druck langsamer steigen. Geld gibt es auch, mit dem Geschenke für die Kerle oder erneut hilfreiche Status-Items gekauft werden können. Und auf den Dates, wenn man sich umschaut, tauchen immer mal wieder SD-Stempel des aktuellen Kerls auf. Für 10 davon kann am Ende eine Charakterskizze vom Kerl und für 20 weitere ein Glamour-Shot gekauft werden.

Drama, baby!

Besagtes Ende ist dann auch voll Meta-Drama. Stellt sich nämlich heraus, dass das Spiel tatsächlich ein Spiel ist. Der Zauberer, der Leuten mit besonders starken Wünschen erscheint, hat die fünf Kerle Heejung geschickt. Der Gewinner des Spieles ist, wer ihr Herz erobern kann, und bekommt seinen Wunsch erfüllt, wird dafür wieder in seine Welt zurückgesendet. Die Verlierer bekommen ihr Gedächtnis gelöscht und müssen als Menschen in unserer Welt weiterleben. Alles, damit Heejung über ihren starken Wunsch ihre Liebe wiederzusehen vor dem Zauberer auftaucht. Und weil Emotionen, insbesondere Traurigkeit und Liebe besonders deliziös für den Herrn Zauberer sind.

Während das Spiel auf den Routen der Kerle also durchweg ziemlich süß und lieb und auch teilweise echt witzig ist, weiß es zum Ende hin so richtig das K-Drama aufzudrehen. Und das unterhält schon echt gut, ist mal ein Dating Sim mit etwas mehr Biss als gewohnt, und vor allem stimmen die Production Values auch absolut. Vielleicht liegt es auch daran dass ich zuvor ein paar amateurische westliche Einträge gespielt habe. Aber das Artwork ist hübsch, die CGs sogar fantastisch anzusehen, durchaus zahlreich, und koreanisches Voice Acting gibt es auch noch oben drauf. So macht es Freude, sich die Kerle anzulachen:

Awwwrr, nimm mich sofort noch auf dieser Couch!

Zunächst mal hab ich mir aus dem Korb den etwas großväterlich ausschauenden Hasen Jihae mit dem langen grauen Fell gewählt, von dem das Spiel darauf besteht, dass es silbern ist. War eine gute Wahl, er ist nämlich nicht nur ein netter Kerl, sondern auch der attraktivste im Cast. Ja ich bin halt oberflächlich, wenn es um meine virtuellen 2D-Husbandos geht, schlagt mich. Er hängt normalerweise mit dem kleineren weißen Hasen Jieun rum, ist dennoch immer etwas einsam dreinschauden. Und wirklich hübsch. Eher reserviert und cool, immer hilfsbereit aber auch etwas distanziert, außerdem nennt er Heejung „My Lady“… awww. Hab ich schon erwähnt, dass er echt hübsch ist, Heejung kann nämlich nicht aufhören, dies zu erwähnen. Er hilft gern beim Kochen, streitet sich immer mal wieder mit dem von der Persönlichkeit komplett gegenteiligen Jisoo, komplimentiert Heejungs Bilder, und verkauft sogar ein paar seiner Sache um auszuhelfen. Was gibt es an dem perfekten Boyfriends also nicht zu mögen?

Ihm wird sogar ein Nebenjob als Model unterbreitet, was ihm sofort Fangirls einbringt, die aber aufgeben, nachdem sie denken er wäre in einer schwulen Beziehung mit Jieun. Er selbst sieht sich allerdings nicht als attraktiv, was mich natürlich prompt die Augen rollen lässt, auf das Schlimmste ahnend, aber tatsächlich hat das etwas mit seiner Hintergrundgeschichte zu tun. Ist nämlich so, die silbernen Haare gelten in seinem Land als böses Omen. Außerdem ist er der Bastard entstanden aus der Liebschaft eines Hochblutes mit einer Gewöhnlichen, weswegen er zusätzlich immer harte Zeiten verleben durfte. Jieun, den er „Young Master“ nennt, hat ihn irgendwann zu seiner Leibwache bestellt, weswegen er sich so sehr um ihn kümmert (er ist der einzige Kerl, für dessen bestes Ende auch mit einem anderen, nämlich eben Jieun, etwas Affinität gelevelt werden muss).

Außerdem war er schon mal in eine andere Noble verliebt, die sich das Leben nahm, nachdem ihr Vater der Romanze zwischen ihnen nicht zugestimmt hat. Sein Wunsch an den Zauberer war, sie zurückzubekommen. Stattdessen ändert er seine Meinung und will letztendlich als wahrer Mensch in diese Welt wiedergeboren werden, was Heejung sich ebenfalls wünscht, allerdings als Gegenleistung ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit löscht, weswegen sie bei Null anfangen müssen. Sieht übrigens auch mit kurzen Haaren im Ende noch sexier aus.

Sie reden natürlich über sein Gemächt.

Nachdem ich nun wusste, welches Tier sich in welchen Kerl verwandelt, hab ich gleich den nächst-attraktiven in der Liste gewählt: Die schwarze Katze Jisoo, von der Heejung es nicht leid wir zu erwähnen, dass sie als einziges Tier definitiv nicht niedlich ist. Der arme Jisoo. Netterweise hatte ich mit ihm dann auch doch noch mein Hündchen bekommen, denn er ist total schmusig und anschmiegsam und derjenige, der die gute „Foodgiver“ immer in Schutz nimmt, selbst nachdem Heejung die Tiere fast vergiftet hat. Treudoof wie ein Hund halt stat kompliziert wie eine Katze. Allgemein ist er eher der verfressene Typ, und auch etwas faul, beispielsweise überrascht es ihn total, dass Heejung Kerle bevorzugt, die sich täglich statt monatlich waschen. Jisoo nimmt gern Sonnenbäder im Park, bringt einem als Geschenke eher anrüchige Sachen, und beim „Pet“ bzw „Look“ in den Interaktionsmöglichkeiten mit ihm, hat es fast immer gute Resultate, wenn man es auf seinen Lendenbereich anwendet.

Leider hat er einen Wesenszug, den ich extrem unattraktiv finde: Eifersucht. Und das nicht nur mal kurz oder mit Berechtigung. Nein, er ist der Romanzen-Stereotyp, der sofort ohne jegliche Begründung total ausrastet, wenn er Heejung auch nur in die generelle Richtung eines Kerles schauen sieht. Mit ihrem besten Freund Heejae soll sie nicht mehr abhängen, er zerrt sie schmerzhaft am Arm hinter sich her, es ist Abusive Relationship 101 in the making. Und wie das bei solchen Storylines der Fall ist, ist Heejungs Reaktion darauf irgendwo zwischen „Aww, wie schön das er sich so viele Gedanken um mich macht“ und „Oh nein, ich sollte mich dafür entschuldigen ihn verärgert zu haben“. Bonuspunkte, wenn es eine Boys Love Storyline ist, bei dem der erste sexuelle Akt des Paares eine durch Eifersucht angestachelte Vergewaltigung darstellt – blegh. Dabei hat mit Jisoo alles so gut angefangen, aber je weiter ich in den Katzenbau seiner Route hinabgestiegen bin, um so weniger mochte ich ihn. Und können wir mal über seinen Kleidungsstil reden? Ein Shirt, das nur an den untersten beiden Knöpfen zu ist? Entweder keines unter der Jacke, es komplett offen haben, oder die obersten zwei Knöpfe auf, aber alles bis auf den untersten offen sieht so blöd aus.

Ach ja, er hat mit seiner kranken Schwester alleine gelebt und sein Wunsch war es, dass sie wieder gesund wird. Mit der taucht er dann in unserer Welt, aber ohne Erinnerungen auf. Da er Heejung allerdings seine mit wichtigen Erinnerungen verbundene Kette geschenkt hat, zieht ihn das in ihre Kunstausstellung.

So nüdlich >:3

Jiwoo schaut von seinem Look her am ehesten wie aus einem Alice in Wonderland Dating Sim aus. Der Kuh-gefleckte Hase wird jedenfalls zu einem der jünger aussehenden Kerle, und füllt den obligatorischen Tsundere-Slot des Spieles. Sprich er ist schnell schlecht gelaunt, wirft einem übellaunige Gemeinheiten an den Kopf, vield davon eine „baka, baka“-Tirade. Versucht gediegen und intelligent und erwachsen zu wirken. Ist aber eigentlich eher kindisch, leicht zu durchschauen und ärgern, und bei ihm übersetzt sich „baka“ eben wie bei kleine Kindern zu „ich mag dich, will es aber nicht zugeben“. Die schlechte Attitüde kommt natürlich auch daher, dass Heejung als er noch ein Hase war, eine Obsession dafür entwickelt hat ihn zu ärgern und die Pfoten zu rubbeln. Seine Route ist allgemein eine eher witzige gestaltete, häufiger mal auf seinen Kosten. Beispielsweise wenn die beiden Katzen für eine „Witzigste Heimvideos“-Sendung ihn als Mädchen verkleiden, was überraschend wenig Design-mäßig aus dem Spiel herausfällt. Er ist eigentlich ganz niedlich so.

Außerdem hat er eine echte Schwäche für käsige Liebesromane und Daily Soaps, trifft sich sogar mit einer Gruppe frischer Autoren, die witzigerweise alle ziemliche Hardcore-Geschichten schreiben, obwohl sie noch Schülerinnen sind. Das dient natürlich zum einen erneut als Gegensatz zwischen seinem „ich bin schlau, ich lese Bücher“-Gehabe und der Art von Groschenroman-Literatur, die er wirklich in den Händen hält. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass dies hier ja ein Spiel vom Zauberer ist, bei dem es darum geht, das Herz von Heejung zu gewinnen. In Liebesromanen zu studieren, wie man das Herz der holden Menschlichkeit gewinnt, ist da gar nicht mal so ein schlechter Plan. Dadurch ist er auch der einzige Kerl, der von der Wichtigkeit von Weihnachten weiß und mit Heejung feiert, statt einfach nur eine Karte zu überreichen.

Außerdem ist ein Kinder von einem reichen Bankier, und immer darauf bedacht gewesen der beste zu sein und in seine Fußstapfen zu treten. Als der Vater allerdings starb erbte der andere Sohn alles und Jiwoo wurde verstoßen, herausfindend das er nur adoptiert ist. Sein Wunsch ist simple Rache an der ehemaligen Familie zu nehmen. Deswegen setzt er sich aber auch am Stärksten dafür ein, dass Heejung sich endlich mit ihrer unerträglichen Mutter ausspricht und gegebenenfalls aus ihrem Leben streicht. Letztendlich ändert natürlich auch er seinen Wunsch dahingehend, dass er in unserer Welt wiedergeboren wird, um Heejung hoffentlich wiederfinden zu können.

Sie kommt übrigens erschreckend schnell über die Sache hinweg mit fünf wildfremden Kerlen im Cosplay zu leben.

Der Rest:
Den weißen Hasen Jieun habe ich nicht erobern wollen. Der eher schüchterne und sprechfaule Prinz, der nur mit seinem Bodyguard Jihae abhängt, ist mir von Aussehen einfach zu jung und außerdem zu aufgeputzt. Immerhin unterstützt er die Romanze mit Jihae, auch wenn dessen weniger Zuneigung ihn erst etwas deprimiert macht, und lernt mehr auf eigenen Beinen zu stehen.

Jiyeon, die orangene Katze, hingegen gefällt mir auch optisch erst Mal nicht. Meistens zumindest, in den CGs scheint er wesentlich attraktiver zu sein, als im Pappaufsteller während der Gespräche. Außerdem legt er das Verhalten eines 10-Jährigen zu Tage, was sicherlich niedlich und witzig gedacht ist, mich allerdings maßgeblich abturned. Auch wenn sicherlich herauskommt das er dahinter ein kalkulierender Assassine ist oder so ein Blödsinn, könnte ich mir denken. Er ist jedenfalls der erste, der kaum noch zu Hause ist, sobald man einen anderen Kerl gewählt hat, nachdem er vorher gern so tat, als wüsste er nicht, warum man nach der menschlichen Transformation nicht mehr nackt durchs Haus wandern kann.

Etwas schade fand ich ja, dass es keinen geheimen Charakter gibt. Irgendwie doch den niedlichen Zauberer zu gewinnen. Oder dem besten Kumpel Heejae, der definitiv was für einen übrig hat, einfach doch mal eine Chance zu geben. Umstylen und dann ist er attraktiv oder so ein Klischee in der Art nehmen. Wobei es wohl ein Joke-Quasi-Ende mit ihm gibt, wenn man nach 3 Monaten immer noch keine Affinität mit einem der Tiere aufgebaut hat. Und etwas mehr Backstory zum Spiel des Zauberers, wenn man je ein Good End mit den 5 Kerlen hatte. Dafür wollte ich aber dann doch nicht durch die Routen von Jieun und Jiyeon gehen, auch wenn mir das Spiel sehr viel Spaß bereitet hatte.

Love’s Melting Away: Always Remember Me

ava-2143Und ein weiteres Spiel von WinterWolves, dass sich zu Recht Dating Sim nennen darf. Übrigens zwischen Fairbrook und C14 Dating erschienen, was man dem Spiel auch insgesamt ziemlich gut ansieht. Nicht nur an Qualität des Charakterdesigns, welches sowieso diesmal ein komplett anderen Stil ist, sich aber fast immer sehen lassen kann, nur ausgerechnet in den CCs, die ja sozusagen die Belohnung für den Spieler darstellen, irgendwie schräg wirken. Nein, auch vom Spielerischen her. Und dem Umfang.

Erneut haben wir ein relativ vorgefertigtes Mädel, welches es so in den japanischen Vertretern des Genres eher weniger gibt, da sie ja als Self Insert der Spielerin dienen und somit möglichst Bella-Swan-esque langweilig und undefiniert sein sollten – die eigenen Antworten sind das, was sie dann mehr oder weniger frech werden lässt. Wobei das Mädel hier, dessen Namen ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich behalten habe, schon eher in die Richtung undefiniert geht, was aber ein allgemeines Problem mit den Charakteren ist: Sie haben nicht viel Charakter. Ähnlich wie bei Summer in Fairbrook findet man einfach nicht wahnsinnig viel über sie heraus, zumindest nicht nach dem ersten Setup, in denen die wenigen Grundlagen zu ihnen präsentiert werden. Sie wirken schon alle irgendwo flach. Ich mein, in diesen Spielen werden sowieso immer wieder die gleiche Hand voll Klischees bedient, von daher haben die Charaktere oft nicht viele Dimensionen zu sich, aber es gibt halt doch eine gewisse Anzahl an bekannten Klischees rauszufinden.

MC-chan schreibt gern aber nicht besonders gut.

MC-chan schreibt gern aber nicht besonders gut.

Die Geschichte dreht sich übrigens darum, dass man ganz wie in Summer in Fairbrook zu Beginn in einer Beziehung ist, die sich dann auflöst, und neben dem Sommerjob in den Semesterferien sich deswegen einen neuen Stecher anlachen kann, oder den alten halt doch zurückgewinnt. Nur das hier keiner der Charaktere ein nerviges Arschloch ist, sondern alle immer super nett sind wie in C14 Dating, nicht mal der üblichen zu Beginn etwas rau rüber kommenden Typen mit später weichem Kern bedient wird. Der Grund warum man miteinander bricht ist dann auch, dass Main Chara-chan und ihr Freund Aaron einen Motorradunfall haben – natürlich nicht selbst verschuldet – und während sie mit ein paar Kratzern davon kommt, muss Aaron eine Weile im Krankenhaus bleiben, und hat partielle Amnesie der letzten Jahre mit ihr. Und da sein Vater MC-chan nicht leiden kann, und man scheinbar sonst keinerlei Familie und Freunde hat, die ihm auf die Sprünge helfen können, hält er uns nicht für seine Freundin. Jetzt können wir unsere wahre Liebe beweisen und ihn zurück gewinnen, oder unseren Freund, der uns beschützend im Krankenhaus gelandet ist, sofort links liegen lassen und lieber den hübschen, reichen Doktor anflirten, der ihn behandelt.

Das ganze startet im Juni und endet Anfang September, bis dahin muss ein Herz erobert sein, wenn man nicht Forever Alone zurück ins College gehen will. Im Gegensatz zu einem Wochenplan wird bei Always Remember Me allerdings zu jedem der 7 Zeit-Slots eines Tages direkt gewählt, wohin man gehen und was man dort unternehmen will, um die diversen Statuswerte zu erhöhen. Davon gibt es wieder vier Stück, passend zu jedem Macker, den man sich stalken kann. Nebenbei noch Stamina, die bei den Aktivitäten verbraucht wird, und Moral, die das Gelingen beeinflusst. Erneut fand ich es etwas arg beliebig, wie häufig etwas klappt oder nicht klappt, selbst bei hoher Moral. Bei den Tokimeki Memorials hat sich das immer gut ausgeglichen. Aber bei den Spielen von WinterWolves hab ich mich immer unter Druck gefühlt, ständig zu speichern und wenn zu viel nicht funktionierte neu zu laden, um eines Erfolges sicher zu sein. Ach ja, die ersten beiden Slots eines Wochentages kann nur in der Eisdiele gearbeitet werden, wobei das hier erwirtschaftete Geld anschließend bei einem Shopping-Tripp in Sachen investiert werden darf, die der Statuserhöhung behilflich sind.

Pissiger Blick für ein Beziehungs+

Pissiger Blick für ein Beziehungs+

Always Remember Me offeriert dabei zwei Enden mit jedem der Kerle,  normal und das spezielle, die diesmal sogar unterschiedlich ausfallen und beide ihr eigenes CG haben – die mit dann gerade mal zwei insgesamt aber immer noch etwas arg wenige sind. Grundsätzlich muss nicht bis zu Anfang September gewartet werden, um das Ende zu sehen, sondern es startet automatisch am nächsten Tag, wenn die Affinität eines der Jungs auf 100 gestiegen ist, was über die richtigen Antworten in Gesprächen immer mal wieder um 5-10 Punkte steigt, ansonsten mit jeweils nur +1 beim Besuchen und Abhängen mit ihnen geschieht. Das ist allerdings nur das normale Ende, um das spezielle zu sehen, muss vorher noch der Statuswert, den sie bevorzugen auf das Maximum von 99 Punkten sein. Wenn der also stark hinterher hinkt, besucht man den Traumprinzen besser erst eine Weile nicht, um sicherzugehen, dass nicht das normale Ende plötzlich unausweichlich ist, wenn man eigentlich das besondere sehen will.

Ich fand ja Anfangs die Steam-Reviews zu Spiel ganz niedlich. Weil sich da so viele Mädels drüber beschweren, dass es in diesem Dating Sim so viel Stat-Grinding gibt, statt viele VN-Dialoge mit den Kerlen und um die Story voranzutreiben. Denn das ist ja genau der Unterschied zwischen Visual Novel und Dating Sim, und eher ein Problem hier im Westen, dass sich jedes Indie-VN, bei dem man über Multiple Choice einen Partner gewinnt, sich Dating Sim schimpft. Dabei sollten genau jene mit Stat-Raising-Gameplay daher kommen, statt nur ein interaktives Buch zu sein. Nach dem Spielen von Always Remember Me muss ich allerdings tatsächlich unterschreiben, dass es etwas zu grindy geraten ist. Was einfach daran liegt, dass es nicht genug zu tun gibt, nicht genug über die Kerle herausgefunden wird, nicht genug Szenen mit ihnen untergebracht sind. Die Affinität und Lieblings-Statuswert in Schritten von je +1 zu erhöhen wirkt trotz nettem Gesamtfeedback der Persönlichkeitsveränderungen am Ende eines Tages einfach zu langwierig und langsam. Eigentlich ist das Spiel gar nicht lang, und eigentlich schon ganz nett, aber irgendwo etwas schwachbrüstig, selbst wenn man allen vier Kandidaten nachgeht:

Gibt kein Gold-Digger-Ende mit dem Vater btw

Gibt kein Gold-Digger-Ende mit dem Vater btw

Aaron stellt die größte verfehlte Chance dar, ihn selbst als Charakter wie auch MC-chan zu hinterfüttern. Die beiden sind seit Jahren in einer Beziehung, aber sein Vater mag MC-chan nicht. Warum wird nie geklärt. Und im besten Ende, wenn man als Schriftstellerin einen NYT-Bestseller geschrieben hat, akzeptiert er einen auch, aber es kommt nie zu einer Aussprache oder Entschuldigung seinerseits. Auch Aarons fake Ex-Freundin, die sich im Krankenhaus wieder an ihn ranschmeißt, taucht im Ende nie wieder auf, dem Spieler wird also nicht mal hier ein Moment des Triumphs gegenüber der arroganten Opposition gegönnt. Auch ist die Tatsache, dass er Amnesie hat doch die perfekte Gelegenheit, dass MC-chan ihm nach und nach über Aaron an sich, über sich selbst, und über ihr gemeinsames Leben erzählt. So viele Spiele haben clunky Exposition, wenn sich Charaktere Dinge erzählen, die sie beide kennen müssten, nur damit das Publikum auch auf Stand kommt. Aber hier wäre genau das eben nicht fehlplatziert, da Aaron alles vergessen hat, so dämlich die Amnesie-Ausrede auch ist.

Und dafür, dass MC-chan selbst ihre Eltern bei einem Autounfall verloren hat, wird selbst dies irgendwie nie direkt angesprochen. Jedenfalls mögen beide Bücher, und Aaron speziell Pikniks bei Vogelgezwitscher im Park, wie wir dann doch mal lernen dürfen. Als romantischer Typ ist natürlich Romance sein Statuswert der Wahl. Und Aaron relativ einfach zu gewinnen, da er ja ans Krankenbett gefesselt ist. So kann er zwei Mal pro Tag besucht werden, alle seine Szenen triggern dort, und Romance ist relativ einfach zu puschen, in dem man sich bei der Bibliothek Bücher ausleiht und ihm regelmäßig seine alten Favoriten vorliest. Das Ende ist dann ganz abgehakt in der Zukunft, keine Szenen in der er sich dramatisch wieder an einen erinnert oder so, aber vielleicht ist dies das normale Ende, welches ich übersprungen habe, stattdessen sind Aaron und MC bereits verlobt und sie eine Bestseller-Autorin.

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Lächelt sich bestimmt etwas schwer mit einer fremden Zunge im Hals

Ich meine, immerhin hat die Studentin mit Hauptfach kreatives Schreiben dort im Gegensatz zum Ende mit Hugh nicht ihren Traum aufgegeben. Der hübscheste Charakter im Spiel ist der übliche Flirt-Charakter, der immer einen lockeren Witz oder angrabenden Spruch auf Lager hat, und alles nicht sonderlich ernst meint oder sieht. Überraschend hat er allerdings einen festen Job, führt nämlich im Shopping-Center eine kleine Boutique, und designt die stylischen Outfits selbst. Sieht auch selbst im Anzug ganz knackig ist. Na ja, jedenfalls nennt er einen viel Babe etc., lädt ins Pub ein, oder schickt einfach mal so eine Pizzalieferung statt Blumen zur Aufmunterung vorbei, und ist ganz froh darüber, wann immer man mit seinen blöden Eskapaden mitspielt. Das Battle der lahmen Anmachsprüche zwischen den beiden war schon ganz nett.

Für ihn ist Kreativität wichtig, was schnell genug über Sachen wie die Schreibübungen gelevelt werden kann, während Hugh allerdings nur ein Mal pro Tag und nicht Sonntags anzutreffen ist, um seine Affinität zu steigern. Jedenfalls behandelt er einen bis zum Schluss eher als weiblichen Kumpel, bis er dann plötzlich merkt doch in einen verliebt zu sein und man den Schriftsteller-Traum aufgegeben hat, um ihm beim Design seiner Kleider zu helfen.

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Einen reichen Arzt zu heiraten war wohl ihr wahrer Traum

Wirklich am schwersten anzutreffen allerdings ist Eddy, der Doktor, der sich um Aaaron kümmert. Und der trotz seines etwas unmotiviert dreinschauenden Resting Bitch Face durchaus nicht der Stereotyp vom heißen Doc ist, der Menschen zwar körperlich heilen kann, aber keine Ahnung vom zwischenmenschlichen Heilen hat. Denn eigentlich ist er ziemlich einfühlsam, besonders da MC-chan auf seiner Route die nervige Eigenart hat, ständig wegen Aaron zu heulen zu beginnen, nur um dann doch als Gold Digger den besser gestellten Arzt zu ehelichen. Dass er einem sofort vorschlägt, ihn Eddy zu nennen, ist allerdings schon etwas unprofessionell. Jedenfalls kann man ihn nur zu einem Slot im Krankenhaus und nur an Wochentagen antreffen. Keine Ahnung was für ein Krankenhaus das ist, wo die Ärzte nicht notorisch überarbeitet sind, sondern weder Nacht- noch Wochenend-Schichten zu reißen haben. Wobei sobald man sich genug in sein Herz gestalked hat, man seinen Hausadresse herausfindet, und ab dann auch Abends und an freien Tagen hinter ihm her hecheln darf.

Disziplin ist für ihn wichtig, was MC-chan über sportliche Aktivitäten und merkwürdigerweise das Updaten des Blogs bewerkstelligt. Denn wie jede Studentin des kreativen Schreibens ist sie nicht nur damit beschäftigt, eigene schlechte Poesie ins Netz zu stellen, sondern auch Buch-Reviews zum Besten zu geben. Man trifft Eddy halt hier und dort mal in der Stadt, hoffentlich zumindest, da dies für die Affinität bei ihm halt besonders wichtig ist, hilft ihm beim Einkaufen aus, und am Ende hat man den Traum fürs Schreiben aufgegeben, um mit ihm im Krankenhaus zu arbeiten. Nicht als Ärztin oder sonst was ambitioniertes, sondern als simple Krankenschwester, die mit dem Oberarzt schläft…

Ich schör das er außerhalb von CGs nicht wie Eldritch Horror aussieht

Ich schwör das er außerhalb von CGs nicht wie Eldritch Horror aussieht

Last but also least ist Lawrence, der schüchterne und etwas weibisch aussehende Fußabteter-Charakter. Der nur dann etwas Mumm aufweist, wenn es darum geht die Halbtagskraft MC-chan vor dem Besitzer der Eisdiele in Schutz zu nehmen, wenn der sich über einen Fehler von ihr aufregt. Ich mein, es ist schon süß das er sich ernsthaft Gedanken und Sorgen um sie macht, egal was in ihrem Leben vor sich geht, aber da alle Charaktere so unglaublich nett und verständnisvoll sind, hebt ihn das gar nicht wirklich ab.

Immerhin haben er und MC-chan gemeinsam, dass sie gerne Schreiben, und natürlich muss man sein Selbstwertgefühl dorthingehend etwas fördern. Und dadurch darf MC-chan letztendlich wenigstens auch in seinem Ende ihren Traum einer Schriftstellerin verwirklichen, während sie ihm nebenbei in seiner nun eigenen Eisdiele aushilft. Seinen Statuswert der Kultur lässt sich übrigens auch sehr gut durchs Lesen von Büchern und Schreibübungen leveln. Obacht bei seiner Affinität, denn einfach in der Eisdiele, wo er Vollzeit beschäftigt ist, zu arbeiten hilft hier nicht, man muss nach der Arbeit dort noch mit ihm abhängen.

Breakup Call: Summer in Fairbrook

ava-2141Also weiter in den Dating Sims von WinterWolves, diesmal zu ihrem The Flower Shop. Aber nicht Winter in Fairbrook, die GxB-Version, die von einigen Youtubern in ihren „lulz Dating Sims“-Channeln voller VNs und wenigen Dating Sims gespielt wurde. Denn das ist der zweite Teil, bereits davor erschien mit Summer in Fairbrook eine BxG-Version.

Warum das Ding genau The Flower Shop heißt, will sich mir allerdings nicht so ganz erschließen. Im Sequel definitiv, immerhin heuert das Mädel dort tatsächlich bei Susanna im Blumenladen an. Aber Summer in Fairbrook bringt Steve im Sommer zwischen zwei Semestern nach Fairbrook, weil sein Vater ihn dazu verdonnert hat, beim Onkel auf der Farm auszuhelfen. Nix mit Blumenladen oder so. Den gibt es, aber da kauft man halt seine Saat ein, und das war es, solange man nicht am Ende auch Susanna besamen will.

Aber immer, mein Hübscher :3

Aber immer, mein Hübscher :3

Oder Marian. Denn die Sache mit den Stats ist etwas anders als in C14 Dating. Mit einem der vier Mädels abhängen – entweder Jill zu Hause anrufen, mit Clara joggen gehen, Susanna im Blumenladen oder Marian in der Bibliothek besuchen, erhöht einen der Statuswerte. Wenn auch ohne niedliche SD-Animation oder auch nur Nachricht, dass dies geschehen ist, man muss schon selbst am Sonntag in den Wochenplan schauen, wie sich die Werte verändert haben (ob eine Antwort positiv oder nicht war, wird allerdings direkt gezeigt). Jedes Mädel möchte aber nicht nur den Statuswert hoch haben, dem sie selbst hilft, sondern auch noch einen zweiten. Jill und Marian beispielsweise den von der jeweils anderen. Wodurch es gut vorkommen kann, ist nämlich zumindest mir so geschehen, dass man versehentlich die jeweils andere gewinnt. Logischerweise würde man nämlich beide Mädels die richtigen Antworten geben, und sich am Ende entscheiden, mit welcher man das Ende sehen will. Allerdings gibt es keine „kurz vor Ende“-Entscheidung. Ich wollte zuerst Marian haben, hab dann aber bei einem Wochenende im Plan gespeichert, und dann immer nach drei weiteren Besuchen im Blumenladen später das Ende von Susanna bekommen, ganz automatisch.

Ich meine, so tragisch war es dann auch wieder nicht, ich hab halt den Laden gemieden. So kann man nur keine Saat für das Feld einkaufen, welches wirklich nur ein Kleinstgarten ist, aber das Farming ist sowieso absolut nutzlos im Spiel. Mit ein paar Klicks wird Unkraut gejätet, ausgesät, geerntet, Parasiten beseitigt, oder das ganze Feld bewässert – jede Aktion kostet jeweils eine Stunde. Der Morgen muss immer auf dem Feld verbracht werden, der Nachmittag steht einem jedoch frei, und man muss hier nie eine Extra-Runde Feldarbeit einfügen, um über 1000 Moneten zu kommen, laut denen das Ende besser wird. Davon hab ich allerdings nichts gesehen, bei Susanna hatte ich sowohl ein Mal weniger und ein Mal mehr als 1000 Geld, und ich habe genau das gleiche CG gesehen (es gibt nur ein einziges pro Mädel im Spiel und keine Galerie) und dazu ziemlich den gleichen Text lesen dürfen. Der Unterschied war nur, dass man im Epilog dem Onkel nach seinem Infarkt weiterhin auf dem Feld aushilft, hat man das Geld nicht zusammen, wird die Farm an den Nachbarn verkauft, der Onkel kann sich allerdings einen netten Lebensabend in seinem Häuschen machen. So wirklich wertig ist die kleine Änderung die zusätzliche Spielzeit der Farmarbeit nicht.

Direktes Feedback find ich immer gut

Direktes Feedback find ich immer gut.

Zumal das Spiel kein Alleine-Ende bietet. Gewinnt man bis nach den 11 Wochen kein Mädel, so holt der Vater einen zurück nach Hause und die Farm wird erneut verkauft, weil der Onkel nach seinem Herzanfall sie nicht weiterhin bestellen kann. Egal wie viel Geld man verdient hat.

Was ist eigentlich der Grund für den aufgezwungenen Farmurlaub? Tja der niedliche Vater, der schnell gar nicht mehr so ansehnlich in einigen Charakterportraits ist, verdonnert seinen nutzlosen Sohn dahin, damit der Onkel ihn etwas in Form bringt. Genau genommen startet das Spiel wie folgt: Mitten in einem Argument zwischen Steve und seiner Freundin Jill. Sie nervt ihn tierisch darüber, dass er ihr nicht ambitioniert und erfolgreich genug ist, während er das ganze nicht ernst nimmt und lieber anderen Mädels auf den Hintern starrt. Die beiden trennen sich, und ich frag mich direkt, warum die das nicht schon vor Jahren gemacht haben. Direkt beräut Steve aber Jill verloren zu haben, und als er sie anruft spricht sie auch wieder halbwegs zivil mit ihm. Oh Gott, Summer in Farebrook ist Catherine all over again!

Nicht hübsch, aber eh überflüssig

Nicht hübsch, aber eh überflüssig.

Wird auch nicht besser. Das erste Mädel, welches der nutzlose Idiot Steve trifft ist Clara. Die schaut ihn mit dem Arsch nicht an, bis sie herausfindet, dass er aus der Stadt kommt, und sofort hat sie Interesse an ihm, denn er könnte ihr ja aus dem Kaff Fairbrook heraus helfen. Das erste Treffen mit Susanna braucht ungefähr 5 nette Sätze, bis die Hippi-Trulla ihm einen gewaschenen Vortrag darüber hält, wie viel besser Bionahrung und Medizinkräuter sind, und alles andere Müll ist, mit dem man seinen Körper nur vergiftet. Ugh, ist denn jeder einzelne Charakter in diesem Spiel scheußlich? Ja, aber nein, aber ja, denn Marian ist dann doch eine ganz Nette, aber mit ihr hört die Liste auch schon wieder auf.

Ist natürlich sehr unglücklich in einem Dating Sim, wenn ich weder den Hauptcharakter noch die Jagdtrophäen mag. Was ist denn meine Motivation dazu, die beiden zusammenzuführen, wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass beide schreckliche Menschen sind, die niemals eine Beziehung eingehen sollten? Damit sie vom Markt genommen sind und keinem anständigen menschlichen Wesen das Leben versauen können? Zumal mich das Spiel nachträglich etwas bereuen lässt, bei C14 Dating so Kleinigkeiten bemängelt zu haben, wie dass das Artwork im Profil etwas arg flach wirkt, denn Summer in Fairbrook hat schon ziemliches Amateur-Artwork zu bieten. Letztendlich konnte ich mich nur dazu durchringen, zwei der vier Mädels einzufangen:

Dass sie die kranke Zunge eines Fleischessers überhaupt in ihren Mund lässt.

Dass sie die kranke Zunge eines Fleischessers überhaupt in ihren Mund lässt.

Susanna hatte ich ja im Prinzip quasi fast versehentlich gewonnen, aber nur weil ich ihr auch die richtigen Antworten gegeben habe, um sie nach Marian eh zu erobern. Letztendlich ist sie ja ganz niedlich, und nach dem ersten irrsinnigen Ausbruch ist sie anschließend eigentlich immer ganz nett zu einem. Und vielleicht kann ich mich Nachts ins Bett ihres Halbbruders Trent stehlen, der eh niedlichste Charakter im Spiel. Wie gesagt gehört ihr der Blumenladen, bei dem man die Setzlinge ersteht. Zudem hält sich die Veganerin Bienen. Trent erzählt Steve auch, dass sie von ihren Eltern als Kind oft ignoriert wurde – allgemein scheint jedes Mädel ein Problem mit ihren Eltern zu haben, was wohl als Bindungsmoment mit Steve gedacht ist. Interessanterweise, wenn man mit Susanna endet, erzählt einem das Spiel im Epilog, dass der eigene Vater sich an die andere Kandidatin Marian herangemacht hätte. Ach ja, Susanna steigtert Romance und braucht zudem Culture.

Ganz schön viel Platz auf dem CG gelassen

Ganz schön viel Platz auf dem CG gelassen.

Marian ist die Bibliothekarin und super nett und freundlich, obwohl sich ihr Design eher dem Fetisch der strengen Lehrerin annähert. Sie ist schon etwas älter, wie Steve charmant wie immer wiederholt anspricht, scheinbar soll sie wohl sogar über 30 sein. Zumindest erwähnt sie irgendwann, dass sie den Traum Poesie zu schreiben schon so lange hat. Den sie aber nie verwirklicht bekommen und sich darüber sogar mir ihren Eltern zerstritten hat. Wie gesagt haben alle Mädels Eltern-Probleme, aber bei Marian sind sie der Geschichte am zentralsten. Was etwas merkwürdig ist, man sollte meinen eine gestandene Frau von Mitte/Ende 30 wäre nicht der Charakter, der über einen Bruch mit ihren Eltern immer noch trauert, statt eine der wesentlich jüngeren Kandidatinnen. Na ja, jedenfalls ermutigt man sie etwas mehr Gedichte zu schreiben und sie einzuschicken. Zunächst bekommt sie gemischt gute und schlechte Reviews, und statt sich über die guten zu freuen, sind die schlechten natürlich ein Drama. Man ermutigt sie dennoch weiter zu machen, und am Ende schafft sie ihren Durchbruch und Steve küsste sie in durchsichtiger Bluse im Regen.

Nicht hübsch, aber auch überflüssig.

Nicht hübsch, aber auch überflüssig.

Nicht gewonnen habe ich Jill und Clara. Jill ist die schrecklich engstirnige, total von Steve genervte Freundin, die innerhalb des Eröffnungs-Dialogs, der mehr ein bitchy Monolog von ihr ist, mit Steve Schluss macht. Und das ist auch ganz gut so. Man kann sie direkt anrufen und auch während der Zwangsarbeit in Fairbrook Kontakt halten, aber ne. Sonderlich attraktiv ist sie letztendlich auch nicht gewesen. Clara trifft man beim Joggen und sie streitet sich wohl gern mal mit ihrem Vater, da sie Fairbrook lieber verlassen würde. Die erste Interaktion mit ihr wirkte dann auch so, als wäre sie nur an Steve interessiert, weil der ein Mittel zum Zweck in die Großstadt ist. Nein Danke.

Digging for Love: C14 Dating

ava-2136Die Indie-Szene hat in den letzten Jahren die Visual Novels für sich entdeckt. Und es gibt daher keine wirkliche Knappheit an Spielen, die sich Dating Sim nennen, oder jenen Begriff zumindest im Sales Pitch haben, meist mit irgendeinem Gimmick um sich vom Rest abzusetzen. Zombie Dating Sim, Ork Dating Sim, Dragon Dating Sim, Five Nights at Freddy’s Dating Sim… whatever. Die meisten sind das aber nicht, sondern tatsächlich lediglich Romance Visual Novels. Gegen die gibt es nichts einzuwenden, aber es macht es doch schwer herauszufilten, welche nun wirklich neben dem Lesen und Antwort-Aussuchen etwas Gameplay offerieren, um nicht ganz so trocken zu sein. Schwer genug, als das man bald die Lust nach dem Suchen im Sumpf verlieren kann, ähnlich einem guten Spieles auf Smartphone zu finden, die es sicherlich gibt, aber bei der Lawine an Mist schwer rauszufischen sind.

Zufällig fiel mir aber ins Auge, dass C14 Dating sich nicht nur als Dating Sim anpreist, sondern spezifisch im Anbiederungssatz ans Publikum auch „Stat Raising Gameplay“ nennt. Allgemein scheinen die Dating Sims von Winterwolves, die wohl für die Flower Shop in Fairbrook Spiele bekannt sind, wirklich mehr als nur VN zu bieten.

Ein sinniges System zu nutzen ist natürlich direkt ein Kulturschock für Amis

Ein sinniges System zu nutzen ist natürlich direkt ein Kulturschock für Amis

C14 Dating setzt sich übrigens damit ab, wodurch auch der doppeldeutige Titel herkommt: Wir spielen Melissa, die Archäologie studiert, und über den Sommer am einem Programm in einer Ausgrabungsstätte in Belgien teilnimmt. Und das wo sie so gut wie kein Französisch spricht, sondern nur Englisch und eingerostetes Spanisch (dank ihrer Latina-Herkunft). Und wer auch immer das Spiel geschrieben hat, scheint sich damit auszukennen, denn der Aufhänger ist gut recherchiert und es werden so einige (großteils optionale) Fakten über Geologie und Archäologie untergebracht. Die ersten Gespräche mit den drei Professoren halten einen ganzen Bildschirm von Frage-Optionen dazu bereit, die alle übersprungen werden können beispielsweise, und die Minispiele offerieren zusätzlich Journal-Einträge.

Auch diese Minispiele sind übrigens optional, können aber beim Status-Upgraden helfen. Im Prinzip ist es wie gewohnt so, dass am Anfang einer Woche für jeden Tag (abgesehen Wochenende, welches zusammengenommen ist) für die je drei Tageszeiten eine Aktivität ausgesucht werden muss, der nachgegangen wird. Allerdings steht am Morgen der Wochentage nur die Ausgrabung in der Höhle oder das Untersuchen der Funde im Labor zur Auswahl, weil man ist ja nicht hier um belgische Waffeln mit einem Sommerflirt im glorifizierten Urlaub zu verbringen, sondern um was fürs Studium zu lernen. Sind die Minispiele nicht deaktiviert, geht jede dieser beiden Wahlmöglichkeiten mit einem einher.

Die Dinger werden wesentlich schwerer bei 15-x15 Grids

Die Dinger werden wesentlich schwerer bei 15×15 Grids

Die Höhle beispielsweise ein Nonogramm. Das sind diese Schachbretter, die Zahlen an den Spalten und Reihen stehen haben, über die man heraustüfteln muss, welche Kästchen eingefärbt werden und welche leer bleiben. Das Labor hingegen ist etwas Rate-abhänger: Es muss möglichst nahe aber nicht über die Druckzahl gekommen werden, in dem man beliebig viele der 5 Instrumente nutzt, wobei nur beim ersten angezeigt wird, wie hoch dessen Druck ist. Man kann sich auch Hints holen oder Puzzle überspringen, aber ehrlich gesagt hab ich sie nach dem ersten Durchgang einfach ausgeschaltet, weil die umfangreichen späteren doch extreme Zeitfresser sein konnten.

Die Bonuspunkte von ihnen wird man eh nicht brauchen, wobei es schon etwas beliebig ist, ob eine Aktion gelingt oder nicht, und wenn sie fehl schlägt der daran gebundene Statuswert sich sogar verringert. Selbst das Internet browsen oder Tanzen, die beiden Aktivitäten, die zum Reduzieren des durch die anderen angesammelten Stress da sind, können misslingen. Ich bin mir übrigens auch nicht sicher, ob die Kerle wirklich einen Statuswert auf einer gewissen Höhe brauchen, damit man sie gewinnt, oder ob das nur automatisch geschieht, weil die Aktivität durchzuführen auch einfach Affinitätspunkte mit ihnen bringt, ihre Herzen in der wöchentlichen Übersicht also schneller steigen. Einen gezielten Charakter nach den 8 Wochen auf Max-Herzen zu haben ist eh nicht schwer, wobei allerdings auch noch die richtigen Antworten in den VN-Gesprächen gegeben werden müssen, um denjenigen wirklich zu gewinnen, respektive zwischen dem Liebes- und Freundschaftsende mit dem Charakter zu wechseln.

(Miss-)Erfolge wie immer mit sympathischen SD-Chicibs illustriert

(Miss-)Erfolge wie immer mit sympathischen SD-Chibis illustriert

Von der Handlung her muss übrigens jeder Student der nahen Uni einen 4-wöchigen Ausflug zur Ausgrabungsstätte ablegen, damit man es im Spiel dann nämlich dennoch nicht nur mit Möchtegern-Indiana-Joneses zu tun hat, sondern aus allen Fächern Kerle geboten bekommen kann. Die übrigens zeitgleich übliche Stereotypen abdecken, die man auch in einem japanischen Dating Sim geboten bekäme, und das Spiel sich dennoch etwas versucht dagegen abzuheben. Zum einen ist Melissa alleine schon ein wesentlich definierterer Charakter statt der langweilige Self Insert der dortigen Spiele, gibt von sich aus viele heitere und launige Antworten und zieht die Kerle gern auf. Bringt ihre eigenen Interessen in Archäologie, Gaming und Tanz mit. Zudem hat sie Diabetes, während einer der Kerle eine Armprothese trägt, einer anderer ein Hörgerät hat, ein weiterer ist übergewichtig. Das würde man so nicht in einem japanischen Produkt finden – Katawa Shoujo mal ausgenommen, welches gezielt aus dem „Krüppel Dating Sim“-Joke entstand und ursprünglich nicht ernst gemeint war.

C14 Dating ist dabei schlau genug dies eher nebensächlich bis kaum zu behandeln, kurz anzusprechen und dann geht es weiter im Programm. Dadurch wirken die Charaktere nicht wie eine „Besonderheiten-/Diversitäts“-Checkliste, die abgehakt werden wollte, und es kommt nicht zu peinlichen Endlosgesprächen um jene Thematik. Es ist ein Teil des Charakters, aber definiert denjenigen nicht. Auch süß sind die anfänglichen Beschreibungen, bevor man deren Namen kennt. Shoji wechselt schon mal von „Nerd“ beim Weiterreden auf „What a Nerd“ und der Tsundere-Charakter innerhalb weniger Textboxen von „Shy Student“ auf „Annoyed Student“ auf „Rude Student“.

Die wichtigste Antwort-Runde im ganzen Spiel, mit der offensichtlichst richtigen dazu.

Die wichtigste Antwort-Runde im ganzen Spiel, mit der offensichtlichst richtigen dazu.

Allgemein scheint das Spiel stark auf Freundschaft ausgerichtet zu sein. Denn auch wenn ein spezifischer Charakter gestalkt wird, bis man sich seine Liebe erpresst hat, kommt man dennoch viel mit den anderen in Berührung. Das passt natürlich zum Thema des Auslandsstudiums, neue Kontakte knüpfen, unerwartete Freundschaften schließen, und am Ende dürfen sich alle rührselig voneinander verabschieden. Auch gut zum Thema passt übrigens der sehr hübsche Song im Main Menu, der was von späte 90er Pop hat.

Jedenfalls hat mir das Spiel gut gefallen, es hat so eine leichtherzige Atmosphäre. Alle Charaktere sind nett und gehen zivil miteinander um, es gibt kein wirklich großes Drama, selbst bei den wenigen Streitigkeiten untereinander bleiben alle höflich und vertragen sich später wieder. Das Spiel ist süß, niedlich, lustig, charmant und bei ausgestellten Minispielen auch ein ziemlich fluxer Durchgang, besonders wenn man durch vorigen Durchläufe Szenen vorspulen kann. Lediglich das Artwork ist manchmal mit kleinen Schwächen, wobei meist schon sehr nett anzusehen, nur ist die Zeichnerin definitiv besser im 2/3 oder 3/4 Profil denn Charakter geradeaus schauend oder von der Seite im Profil zu zeigen. Und es gibt ein bisschen wenig CGs. Pro Charakter 5-6 und das verteilt auf die zwei Enden, man sieht eigentlich erst welche auf die letzten zwei Wochen. An Charakteren gibt es 4 Hauptkerle, plus den obligatorischen Geheimcharakter:

Schon im Dere-Modus, nach reichlich Tsun-Tsun

Schon im Dere-Modus, nach reichlich Tsun-Tsun

Kyler ist der Charakter, den ich als Tsundere bezeichnet habe. Für ihn ist das Lern-Kommando wichtig, welches passenderweise den Fleiß-Status erhöht. Melissa trifft ihn direkt als ersten Liebschaftskandidaten während ihres ersten Trips in die Höhle, da die beiden sich eine Ausgrabungsparzelle teilen. Kyler ist der etwas Maulfaule und sehr auf seine Arbeit und dessen richtige Ausführung fixierte Typ, der allerdings Mel bei allen ihren Fragen bereitwillig weiterhilft – irgendwann sogar ohne genervt zu wirken. Außerdem ist das bereits sein vierter Sommer hier, später würde er gern dort arbeiten.

Er ist übrigens seit seiner Geburt taub, weswegen er ein Hörgerät trägt, was ihn nicht immer einfacher zur Kommunikation zu bringen macht. Obwohl er natürlich ein sehr geradliniger und sachlich-nüchterner Typ ist, ist er einem kleinen Witz hier und dort dennoch nicht abgeneigt, kann aber natürlich eher nicht so gut mit dem übertreibenen Witzbold Deandre. Jedenfalls hilft der Umgang mit Mel selbstredend, ihn etwas sozialer und aufgeschlossener zu machen, und im 4-Monate-danach anschließend an die Credits, wenn die beiden in einer Distanzbeziehung sind, finden wir raus, dass er einen Job bei einer Ausgrabung in Deutschland gefunden hat.

Kein Euphemismus, es geht um ein echtes Grillschwein

Kein Euphemismus, es geht um ein echtes Grillschwein

Deandre ist der Sportler-Charakter des Spieles, und kontrastierend zu den anderen mit ihren körperlichen Wehwechen der arische Supermensch, groß, muskulös, blond und mit blauen Augen. Er ist der Witzbold der Truppe, der immer einen Joke auf Lager hat, und sich mit jenen bestens versteht, die selbst nicht alles allzu ernst nehmen. Also genau das Gegenteil zu Kyler, weswegen die beiden auch mit am meisten aneinander geraten. Während eines längeren Aufenthalts in Neuseeland, wohin er gern zurückkehren würde, hat er übrigens fließend Englisch gelernt und studiert das als Hauptfach.

Denn Deandre ist nicht dumm, er hat dort sogar richtig gute Noten. Sein Traum mag es sein ein berühmter Rugby-Spieler zu sein, und tatsächlich spielt er neben seinem Studium bereits in einer offiziellen Mannschaft. Jedoch ist er sich sehr wohl bewusst, dass dies nicht aufgehen muss, und selbst dann durch einen unglücklichen Unfall alles schnell vorüber sein könnte. Für diesen Fall kann er nämlich dann darauf zurückfallen Englischlehrer zu werden, denn mit Kindern versteht er sich sowieso, der Kindskopf. Um ihn zu gewinnen ist das Ballwerfen ein gutes Kommando, welches merkwürdigerweise Kultur levelt. Ist man der Aspiration zur Spielerfrau nahe gekommen, nimmt er einen übrigens auf einen spontanen Trip durch Belgien mit, während sich die Eltern zu Hause sorgen müssen, warum die Tochter nicht wie geplant nach Hause kommt.

Haare offen trägt er auch nicht oft, dabei verdeckt das so schön seine Halstattoos

Haare offen trägt er auch nicht oft, dabei verdeckt das so schön seine Halstattoos

Hendrik ist kein Student, sondern der Neffe des Professor, der die Ausgrabungen leitet, und arbeitet bereits als Geologe im Team. Für ihn verbringt man die Freizeit lieber mit Nachforschen, was die Rationalität steigert. Außerdem hat Hendrik die größte Benachteiligung des Casts: Hässliche Shadowhunter-Tattoos am halben Körper. Die kommen aber nicht von irgendwo, sondern er hat sie sich stechen lassen, um die Narben seines Autounfalls zu überdecken, durch den er auch einen Arm verloren hat, seither eine Prothese trägt. Ist allerdings ein echt Lebenslustiger Kerl mit starkem Hang zu schlechten Wortspielen.

Nachdem Mel einen Diabetiker-Anfall hat, ist er derjenige, der sich als erstes bereiterklärt, am Wochenende ebenfalls im Museum zu übernachten, damit sie nicht alleine ist, und kocht sogar für sie. Wobei wir herausfinden, dass er Vegetarier ist. Dabei lässt sich das Spiel übrigens die Chance durch die Lappen gehen, ihn versehentlich beim Duschen zu erwischen – merkwürdig. Immerhin sieht er später mit Brille und im Anzug echt zum Anknabbern aus, was wir nur zu sehen bekommen werden, wenn wir auf seiner Route sind. Um noch einen weiteren Haken auf der Besonderheiten-Checkliste zu machen ist Hendrik zudem asexuell, aber die beiden, nachdem er nicht mehr in einer Lehrer-Position einer Schutzbefohlenen gegenüber ist, wollen das schon irgendwie austüfteln. Ach ja, nur auf seiner Route finden wir zudem raus das Rosemarie, eine weitere Mitarbeiterin des Teams, die Mel zunächst für seine Freundin hält, lesbisch ist.

Just like being a lesbian

Just like being a lesbian

Was eine super Überleitung zum Geheimcharakter des Spieles ist, welcher zwar auch als Student an der Ausgrabung teilnimmt, aber nie im Wochenplan neben den Höhle/Labor/Frewilligenarbeiten als Icon aufgeführt wird – allerdings wenig unauffällig in der „Wer mag mich wie sehr“-Liste mit Herzen geführt wird. Und zwar ist das Joan, die Melissa auf einer kleinen Tanzparty in der ersten Woche, zu der Deandre sie schleppt, trifft und direkt als niedlich bezeichnet.

Und ich mein, wozu sind die frühen Zwanziger als Student schon da, wenn nicht um mit dem niedlichen Sommerbesprossten Rotschopf ein paar lesbische Erfahrungen zu machen? Als jemand, der eh nur gebrochen Englisch spricht, ist sie doch der perfekte Urlaubs-Flirt. Über den üblichen Weg hinein in den Hasenbau: Auf Party kennengelernt, bei ihr und Zimmergenossin Chantal im gleichen Bett schlafen müssen, Flötenunterricht von der Musik-Studentin (sie will es lehren, denn für Auftritte hat sie zu viel Lampenfieber) und das Essen phallischer Schnecken letztendlich in einer Liebschaft miteinander landend. Sozialisieren, welches Kultur und Empathie steigert, ist wichtig für sie. Und überraschend ist ihre Route gar nicht mal sehr viel gegenüber der vier Hauptcharaktere abgespeckt, es gibt sogar sowohl ein Freundschafts- wie ein Liebschaft-Ende.

Hah, ich verstehe diese einfache Referenz!

Hah, ich verstehe diese einfache Referenz!

Bleibt nur noch Shoji übrig, der zu Übergewicht neigende Halb-Japaner (sein Vater ist Botschafter, seine Mutter eine ansässige Elektrohändlerin). Der Gamer, schüchterner Nerd mit Rettungsring und Brille und so weiter. Für ihn muss Zocken gewählt werden, was merkwürdigerweise die Empathie steigert. Jedenfalls war er für mich ziemlich schnell in der Friendzone und deswegen hab ich mit ihm gegenüber den anderen Charakteren das Freunde- statt Lover-Ende genommen.

Natürlich taut er Sprachfaulheits-mäßig wesentlich auf, sobald man über seine Interessen Videospiele oder Elektronik-Reperatur/IT spricht. Und im Chat ist er wie wir alle viel freier im Ausdruck statt gewohnt schüchtern. Als Erstsemester hat er sich zudem noch nicht ganz festgelegt, was er studieren will, wahrscheinlich in Richtung IT als sicherer Job, da er sich zwar seines zeichnerischen Talents bewusst ist, aber nicht als hungernder Künstler enden will. Am Ende hat man dann noch eine durchzechte Gaming-Nacht mit dem lieben Fußabteter.

Is ja schon nett, aber ich seh es bereits bei jedem Menü-Besuch

Is ja schon nett, aber ich seh es bereits bei jedem Menü-Besuch

Aber halt, dies war noch nicht alles, auch wenn wir keine Charaktere mehr über haben. Wer allerdings keinen davon als Freund oder Liebhaber gewinnt, kann dennoch zwei weitere Enden mit ihren Unikats-CGs erspielen, wobei dann allerdings die letzten zwei Wochen im Spiel überraschend Ereignislos sind. Und ob die Bilder die zwei weiteren Durchläufe wert sind, sei mal stark dahin gestellt.

Da wäre zum einen das Freundschafts-Ende, bei dem man keinen der Charaktere auf Max haben darf, aber bei allen genug Herzen für eine oberflächliche Freundschaft erringen muss. Was aber super einfach zu machen ist, indem man ihnen die aus ihrer Route bekannten richtigen Antworten gibt und für die Charaktere, die man nicht so oft trifft, die richtigen Freizeit-Kommandos wählt, die sie mögen. Das Ende an sich ist allerdings kaum anders als sonst, weil man sich ja immer bei allen verabschiedet, hier nur etwas herzlicher, und mit einem Mädelsabend mit Joan und Chantal, von dem ich die Befürchtung habe, dass dies einfach eine Wiederholung des Joan-Freundschafts-Ende ist. Zudem ist das erspielte Bild einfach nur das im Hauptmenü ohne das Menüband über den weiblichen Charakteren.

Best Alone ist am schwersten zu bekommen und mit Melissa in Bluse vor einem Projekter das langweiligste CG im ganzen Spiel. Jedenfalls darf einen hierfür kein Charakter mit 4+ Herzen mögen, weswegen man ihnen am Besten komplett aus dem Weg geht und immer die schlimmsten Antworten wählt. Gleichzeitig müssen aber alle vier Statuswerte bei 75+ sein. Man darf aber natürlich keine Freizeitaktivitäten spammen, die den Charakteren gefallen. Zum Glück levelt die Freiwilligen-Arbeit lediglich Statuswerte, und dazu auch noch alle gleichzeitig. Allerdings hängt es ganz vom Glück ab, ob man eine Woche fast jeden Tag jene erfüllt, oder dann wieder eine Woche jeden Tag daneben haut, ob wirklich nach 8 Wochen die hohen Werte noch stehen/überhaupt erreicht sind. Selbst hier verabschiedet sich Melissa bei jedem Charakter, obwohl sie einen eigentlich nicht leiden dürfen sollten, und freut sich als Auszeichnungs-Studentin schon darauf, im nächsten Jahr wiederzukommen und eine Mentoren-Rolle in den Ausgrabungen zu übernehmen.