Sakura Dungeon

Es ist ja schon so, dass ich Dungeon Crawler vom Spielprinzip her mag, weil es eine nette Sache zum Nebenherspielen ist, statt sich groß in komplexe Mechaniken oder den Stand der Handlung involvieren zu müssen. Weswegen sie auch oft gut als „pick up and play“ gehen, oder zumindest zum Wiederaufgreifen, wenn man eine Weile nicht mehr gespielt hat, statt brutalst den Faden oder die Spielfeinheiten verloren zu haben. Ich meine, ich habe Elminage Original zuletzt in 2013 gespielt, und würde mir den Mist auch nie wieder antun müssen (in b4 ich in einem Monat über Elminage schreibe, weil ich’s beendet habe), aber ich glaube schon innerhalb von unter einer halben Stunde mich trotz all der vergangenen Zeit wieder eingefunden haben zu können.

Dummerweise mag ich meine Spiele dann aber auch lieber einfach als schwer, was gerade bei Dungeon Crawlern dann problematisch werden kann. Stranger of Sword City habe ich seit dessen PC-Release, und fand das Design und Setting ziemlich cool, hab das Spiel dann aber Richtung Finale abgebrochen, weil ich keinen Bock mehr hatte einen Boss dutzende Male anzugehen. So sehr mir die öfter etwas stupide Vorgehensweise in Dungeon Crawlern gefällt, so doch nur dann, wenn es dennoch relativ zügig vorangeht.

Deswegen sind meine Kriterien für Dungeon Crawler auch ziemlich niedrig angsetzt. Geht es zügig voran und ist ganz interessant anzusehen, kratzt den richtigen „Grinding“-Fleck (nicht nur was Level ups angeht, sondern auch ein Stockwerk nach dem anderen aufzudecken), dann ist für mich schon viel der Miete gezahlt. Grundsätzlich mag ich es zudem besser, wenn sich das Team selbst erstellt werden kann, und ich somit „meine“ Kreationen über die Level ups verbessere, statt mit vorgefertigten Charakteren den Kerker durchschreiten zu müssen.

Und da kommt Sakura Dungeon natürlich ganz gut rein, weil eh ein porniges Spiel, und damit gar nicht so viel Gewichtung auf die Herausforderung legend, immerhin will der Spieler ja irgendwann auch bei den Möpsen ankommen. Natürlich alles etwas züchtig bedeckt in der Steam-Version, da Steam zwar meinen mag, keine Eigenkontrolle mehr auszuüben, sondern alles zu erlauben, jedoch dort die nackten Tatsachen direkt mal wieder auszuklammert. Einen Patch gibt es natürlich dennoch, den ich auch installiert hatte, um hier transparent zu bleiben.

War dann sogar etwas überrascht, dass Sakura Dungeon, nachdem die diversen Schnellschuss-Sakura-Spiele eher einen minderen Ruf haben, doch etwas zu bieten hat. Also abgesehen natürlich vom mal mehr und mal weniger freizügigen Lesbensex in dieser Welt der reinen weiblichen Bevölkerung. Das Spiel ist nämlich doch ein waschechter Dungeon Crawler, wenn natürlich auch eher in die simple und einfache Ecke gehend. Wessen ich wie bereits erwähnt gar nicht abgeneigt bin.

Inspiriert von frühen japanischen H-PC-Spielen haben wir es hier beispielsweise mit einem Dungeon zu tun, in dem jeder Gegner ein niedliches Monster Girl ist, welche sogar gefangen und dann ins Team genommen werden können. Davon gibt’s auf jedem Stockwerk ein oder zwei neue, und bei über zwanzig Stockwerken ist damit schon Abwechslung geboten. Zumal noch Spezialcharaktere dazukommen, die sich nach einem Bosskampf oder Special Encounter anschließen. Das alles für ein Team aus sechs Charakteren, die ins Dungeon gehen.

Wovon allerdings nur die vorderen Drei aktiv sind und wirklich am Kampf teilnehmen, während sich die andere Hälfte im Hintergrund passiv heilt und jederzeit eingetauscht werden kann. Game Over ist man nämlich erst, wenn alle sechs Mädels erschlagen sind, bzw. wahlweise Hauptcharakter Yomi das Licht ausgeht. Einen direkten Heilskill gibt es übrigens nicht, jedoch regeneriert jeder Charakter (und Gegner) jede Runde ein paar HP und AP. AP werden für jeden einzelnen Angriff genutzt, die ein Charakter ausführen darf, und kann über den Defensivbefehl stärker regeneriert werden. Criticals zerstören die Kleidung der Charaktere, können deren Moral allerdings auch brechen und damit weniger Kampftauglich machen.

Wobei ehrlich gesagt davon viel ignoriert werden kann. Häufig ist es sogar durchaus ausreichend, einfach die Auto-Battle-Funktion zu benutzen, wobei sich Charaktere aus vorderer und hinterer Reihe dann nicht auswechseln, und gerade wenn dann der RNG mal wieder entschließt, dass der Boss zwar mit dem nächsten Schlag tot wäre, aber erst Mal drei Runden jeder danebensemmelt, dann verliert man eventuell auch mal einen Charakter. Zusätzlich sollte ich hier wohl auch erwähnen, dass ich es natürlich nicht lassen konnte, mir jedes Monster Girl zu fangen, sobald es neu auf einem Stockwerk rumlief. Das führte allerdings auch dazu, dass ich jedes neue Stockwerk ein paar Level grinden musste, um auf deren zu sein. Wer strack durch das Spiel geht hat vielleicht auch etwas mehr taktischen Nutzen aus dem Kampfsystem zu ziehen.

Eigentlich fand ich das Design des Spieles sowieso ganz angenehm. Die Mädels sind beispielsweise, wenn auch unter üblichem Same-Face-Syndrom, meistens echt niedlich designt, genau wie die zu findenden Kostüme der beiden Hauptcharaktere. Ausrutscher gibt es natürlich immer mal wieder. Auch fand ich die Geschichte und Charakterinteraktionen eigentlich ganz süß. Yomi ist ein netter Dungeon Lord, die ihre Mädels unterstützt und auch jetzt nicht zu sehr davon befremdet ist, dass sie Jahrhunderte versiegelt war, und sich jemand neues in ihrem Kerker breitgemacht hat. Ich war sogar richtig überrascht, dass jedes gerade im Team befindliche Monster Girl zu jeder Storyszene einen eigenen kleinen Kommentar hatte.

In Sakura Dungeon steckt also überraschenderweise mehr Arbeit und Aufwand, als ich das zunächst dachte. Bäume reist das Spiel natürlich nicht aus, ist aber durchgehend ein wohlig-nettes Unterfangen. Sowohl was das Setting, Handlung und Charaktere angeht, wie auch das simple und kurzweilige Grinding durchs Dungeon betrachtet. Mir war es definitiv ein gefälliges Unterfangen.

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Let’s Play World of Xeen – 04. Lord Xeen in the Clouds

Die Tomb of 1000 Terrors begrüßt uns mit einer Statue, die Irrsinn verspricht. Die Gegner sind relativ handzahm, interessant wird das Dungeondesign dadurch, dass hier überall Folterinstrumente und Käfige rumstehen, die für Items geöffnet werden können, aber genau wie das Trinken aus den permanenten Stat-Up-Krügen die Charaktere in den Wahnsinn treibt. Wahnsinn ist wie fast jede Statusveränderung in Might & Magic langsam verschlimmernd, wenn man es nicht im Tempel heilt, und erhöht beständig gewisse Statuswerte, verringert andere. Fällt ein Statuswert auf 0, stirbt der Charakter und muss ebenfalls im Tempel wiederbelebt werden. Dennoch ist natürlich die beste Strategie, das Dungeon in einem Lauf zu machen, so dass man nicht alle Nase lang den Wahnsinn heilen muss, sobald erneut mit was interagiert wurde. Weitere Megacredits zum Aufbau von Newcastle sind hier ebenfalls zu finden. Damit kann das Schloss komplett aufgebaut werden, hält nun alle nötigen Shops bereit, eine Möglichkeit sich für 20 Tage Rationen umsonst einzustecken, einen positiven Statusbrunnen, und Statuen, die zusammen „to Shangrila“ sagen. Das Dungeon können wir noch nicht ausbauen, dafür benötigt es eine Erlaubnis statt Megacredits.

Den Great Western Tower auf der Darkside habe ich schon früher versucht zu durchstehen, da die Häretiker mit ihren Zaubern jedoch exklusiv auf Kleriker abzielen, wenn einer im Team ist, und mir die dementsprechend häufig gestorben ist, hab ich das wieder abgebrochen gehabt. Jetzt sind genug Charaktere schnell genug, um die Gegner umzubringen, bevor sie ihre Zauber herabregnen lassen können und alles ist gut. Wir bekommen zwei weitere Energy Discs und Brunnen, die nicht mehr wirken, weil unsere Elemantarresistenzen bereits zu hoch sind. Der Tower of High Magic auf der Cloudside hingegen hat ein paar Magie-entziehende Fallen, weitere und diesmal wirksame Elemantarresitenz-Upgrades, und fliegende Füße als Gegner. Zudem ein über Levitate betretbares Wolkenlevel an der Spitze, bei dem Cloud Golems und ein paar gute Items warten, sowie Steinstatuen (wie auch immer die sich über Wolken halten) ein paar Tipps geben.

In der Northern Sphinx warten Haufen an Gems, kostenlose Zaubersprüche, und ein paar Throne, die dem richtig darauf sitzenden Rassen 500k Erfahrung geben auf uns. Außerdem Stone und Earth Golems als Gegner. Und ein paar Mumien, von denen wir wesentlich mehr bekämpfen müssten, wenn wir die Sarkophage um ihrer Schätze berauben würden. Könnten. Denn eigentlich sollte dies mit einem Might-Stat von über 100 möglich sein, funktioniert in dieser Version allerdings wegen eines Bugs wohl nicht. Genau wie der Thief Throne meiner Ninja keine Erfahrung gibt, obwohl dem so gedacht war. Um dem Monster-Thema treu zu bleiben, clearen wir anschließend das Golem Dungeon. Die Wood, Stone und Iron Golems sind dabei kein Problem. Die Diamond schon, da kommen wir erst wieder, nachdem wir uns +10 Level und +20AC angetrunken haben. Sehr komplizierte Schalterrätsel warten auch im Dungeon, welche wir mit dem Teleport-Zauber komplett umgehen können. Dafür gibt es hier unten +1 Level permanent und ein paar weitere Gems zu holen.

Lava Golems werden als nächstes bekämpft, zusammen mit ein paar vereinzelten Drachen und Hydras im Lava-Bereich von Cloud of Xeens Oberwelt. Die in einem Lavasee befindliche Volcano Cave offeriert uns nicht nur Kämpfe mit Teufel und Dämonen, sondern in ihren Tiefen auch die versteckte Stadt Shangrila, wo der Brunnen nicht nur permanent +1 Level gibt, sondern für 100k auch alle Secondary Skills des Spieles gelernt werden können (kein guter Deal, aber für die Faulen). Und noch weiter unten ist ein Dungeon, welches noch zu schwer für uns ist. In der etwas nördlich hiervon befindlichen, ebenfalls optionalen, Dragon Cave, warten einfache Fire und Frost Dragons und der unmögliche Dragon King auf uns, sowie jede Menge Schätze, und Bücher, die EXP demjenigen geben, der intelligent genug ist, sie lesen zu können.

Es schlägt 5 vor 12 fürs Ende von Clouds of Xeen, was in bester Might & Magic Tradition bedeutet, dass endlich mal das Main Quest zum Tragen kommt. Denn wir begeben uns nach Darzog’s Tower, der in der Mitte der World Map von tiefem Wasser umgeben ist, so dass nur Teleport dorthin verhilft. Hier gibt es Bücher für jeden Statuswert, der ein permanentes +20 einem Charakter verabreicht. Und Magier-Gegner inklusive Darzog selbst. An der Spitze kann endlich Crodo vom Intro befreit werden, der uns dafür mit 1 Mille EXP den höchsten Quest-Reward bisher gibt. Außerdem dürfen wir zurück in Castle Burlock nun endlich das Dungeon unter Newcastle bauen. Dort liegt nämlich das Xeen Slayer Sword, welches wir brauchen. Also sind eigentlich alle Dungeons, in denen Megacredits zu finden waren, sowie die mit den Schlüsselgegenständen, um in jene Dungeons reingelassen zu werden, bereits Main Quest ohne das man das mal wieder bemerkt hätte.

Zurück an der Spitze von Darzog’s Tower zaubern wir Levitate, um die Wolken begehen zu können. In denen Zelte sind, die für diverse Statuswerte Prüfungen parat halten. Sind alle gewonnen, bekommen wir ein süßes Püppchen, welches übergeben werden muss, um ins auch hier in den Wolken schwebende Castle Xeen eingelassen zu werden. Die Xeen Guards hier drin zeichnen sich hauptsächlich dadurch aus, dass sie schwer zu treffen sind, und respawnen, wenn man das Stockwerk wechselt. Zumindest bis die vier Generatoren für die Bodenfallen und der für die Gegner ausgeschaltet sind. Ganz am Ende schwebt uns Oberbösewicht Lord Xeen entgegen, der mit einem Zauber einen Charakter sofort umbringen kann und gegen jede normale physische und magische Attacke immun ist. Aber nach zwei Angriffen durch das Xeen Slayer Sword ausgeschaltet ist. Wir sind aber auch schon Level 23, und im Einzelrelease von Clouds war Max-Level 20.

In der Ending-Cutscenen sehen wir Castle Xeen, welches gar nicht wie sein Oberwelt-Icon aussieht, auseinander fällt, nachdem wir den sechsten Spiegel mit Lord Xeens Zepter zerstört haben. Im Himmel taucht das Gesicht des eigentlichen Obermotzes auf, der uns dazu gratuliert, seine Übernahme von Clouds of Xeen durch den Vasallen Lord Xeen aufgehalten zu haben, aber das wir ihn nie auf der Darkside besiegen werden können. Zurück in Castle Burlock, welches überhaupt nicht aussieht wie dessen Oberwelt-Icon, gratuliert uns auch König Burlock, der gar nicht aussieht wie sein Textbox-Icon, zeigt uns noch mal alle besiegten Monster in einem Best-of-Youtube-Video der Reise durch Clouds, und setzt uns darauf an auch Darkside of Xeen zu befrieden.

Hellfire, Desire: Monster Prom

Monster Prom ist das aktuelle Dating Sim, welches seine Runden durch Youtube-Channels macht, deren Thumbnails mit Ausrufungszeichen, Emojis, und via Photoshop überzeichneter Reaktionsgesichter zugekleistert sind. Ein Spiel, welches geradezu dafür gemacht zu sein scheint, sich via Clickbait anzubiedern. Nun, ganz so überraschend herzlich wie Dream Daddy mag das Endresultat dann doch nicht sein, sondern tatsächlich viel in das lulzrandom reinspielen… was aber im Gimmick des Spieles begründet ist. Es ist nämlich ein Multiplayer Party Game. Ganz genau, ein fürs witzige Beisammensein und kompetitiv gegeneinander zu spielende Dating Sim existiert jetzt.

Bis zu vier Spieler dürfen sich einen der vier vordefinierten Charaktere aussuchen zwischen Yellow dem Schatten, Red dem Feuergeist, Green dem Zombie und Blue dem Frankensteinmonster. Das Aussehen kann zwar nicht geändert werden, jedoch der als ihre Primärfarbe standadisierte Name, und löblicherweise auch wenn Yellow und Green ziemlich klar als männlich und Red und Blue als weiblich präsentieren, dennoch das gewünschte Pronomen festgelegt werden. Je nachdem, ob man eher eine Stunde oder zwei Zeit hat, wird noch schnell zwischen kurzem und langem Spiel entschieden, und schon geht es rein in die Monster High, die praktischerweise nur von Schülern über 18 besucht wird, um über eine stark abgesteckte Anzahl an Wochen das Herz des ausgewählten Dates für den Abschlussball zu gewinnen.

Just a swear word, obv.

Zur Auswahl stehen da sechs Kandidaten. Miranda ist eine Meerjungfrauenprinzessin, die nur eine vage Vorstellungen vom Leben des gewöhnlichen Volkes hat. Der vom Feuer besessene, impulsive Damien ist ein gehörnter Höllenprinz. Werwolf Scott ist super treu und herzlich und dümmlich naiv wie der Hauptcharakter eines JRPGs. Polly ist ein nuttiges, ständig auf Droge abgespactes Gespenst. Liam ist ein Hippster-Vampir. Und Vera die Medusa ist ein Gold Digger. Besonders viel Feuer ins Spiel würde nun natürlich kommen, wenn mehr als ein Mitspieler dem gleichen Ziel hinterher zu steigen beginnen würde, oder einfach aus Spaß die Chancen mit einem Charakter für die Gegenspieler verbaut.

Was hierbei allerdings sehr stark mit hinein spielt, sind auch die Statuswerte eines jeden Spielers. Die werden nämlich zu Beginn des Spieles mit einem kleinen Test festgelegt, bei dem drei randomisiert aus einem irren Pool an Fragen inklusive wahnwitziger Antworten gezogen und beantwortet werden. Im Gegensatz zu traditionellen Dating Sims, bei denen die Statuswerte zu Beginn fest sind, und dann durch die verschiedenen Aktivitäten variiert werden, starten die Spieler in Monster Prom schon bei jedem neuen Spielstart quasi etwas anders.

First Base! Kinda.

Gleiches gilt für die zu sehenden Interaktionen mit den einzelnen Charakteren. Monster Prom ist nämlich in drei Zyklen pro Tag unterteilt – Morgen, Mittag und Abend -, während derer ein gewisser Charakter oder Gebäudeteil der Schule aufgesucht wird. Das Mal drei bis sechs Wochen, je nach Spiellänge, und schon ist klar, dass es gar nicht so viele Treffen geben wird. Mögliche Szenen mit den Charakteren gibt es allerdings ungleich mehr, und auch wenn manche in einer Kette nacheinander erfolgen müssen, so ist so dennoch sichergestellt, dass man bei mehreren Spielen für eine Zeit lang wahrscheinlich selbst mit den gleichen Charakteren unterschiedliche Szenarien erleben wird.

Ja selbst wen man zu gewinnen versuchen sollte, ist ein Stück weit von den anfänglichen Statuswerten abhängig, von daher erneut in jedem neuen Spiel etwas anders. Es werden zwar über den Spielverlauf auch noch mal die Statuswerte abgeändert, weil die Bibliothek aufzusuchen die Smartheit hingegen im Schulhof abzudancen den Fun erhöht, genau wie cheatige Items im Shop gekauft werden können. Doch wenn man in einer Interaktion mit einem Charakter vor einer Multiple-Choice-Antwort steht… dann entscheidet die Gefälligkeit der ausgewählten Antwort nicht nur das Wording, sondern auch ob man die Statuswerte hat, um es richtig rüberzubringen. Ein Spieler mag also die kreativ-witzige Extrem-Antwort geben, die Damien eigentlich mögen müsste, aber weil man in Fun und Creativity nicht die richtigen Schwellenwerte erreicht hat, diese Antwort zu wählen dennoch nach hinten losgehen.

Right Answer, wrong Stats

Das macht Monster Prom sicherlich auch zu einem wirklich netten Partyspielchen. Einfach mal eine (je nach Spielerzahl und zunächst gewählten Spielmodus) mehr oder weniger schnelle Runde durch die Wochen drehen. Die total abgedrehten Charkatere in absolut humorigen und nie ernstzunehmenden Situationen antreffen. Irrsinnige Antworten wählen. Sich gegenseitig auszuspielen versuchen. Durch die Randomisierung so vieler Dinge, inklusive verschiedener Special Endings pro Charakter statt nur das gewohnte Gehen oder Nichtgehen mit einem auf den Abschlussball. Genau wegen all jener Dinge leidet Monster Prom allerdings auch, wenn man es eben nicht Multiplayer zockt.

Dies lässt das Spiel durchaus zu. Doch dann wird es eben doch etwas… leicht frustrierend? Manchmal. An sich schneidet es sowieso einen Großteil der Spielzeit heraus, wenn sich nicht 4 Leute abwechseln und miteinander argumentieren, sondern sich alleine durch die Textboxen geklickt wird, weswegen Monster Prom etwas schwachbrüstig an Content wirken kann. Aber die Randomisierung, die das Spielerlebnis in Gruppe frisch halten soll, macht es natürlich auch arg schwer, wenn man alleine genau einem Charakter hinterher steigen will. Genau die richtigen Werte zu haben, um schnell genug die richtigen Antworten erlangen und auch initiieren zu können, um denjenigen am Ende dem Date zustimmen zu lassen.

Dates

Ganz zu schweigen endlich mal in einem Durchgang den Trigger zu haben, der eine bestimmte Eventlinie öffnet, die zu einem der Special Endings führt. Und dann noch rechtzeitig die richtigen Stats zu haben, um die Antworten, welche diese Linie fortsetzen, auch nicht zu verhauen. Ich beispielsweise habe nur eines von Damien gesehen, und da auch nur durch Zufall, als ich wiederholt seine eigentlich positiven Antworten durch schlechte Stats versaut habe, bis er mich so sehr hasste, dass statt auf ein Date mit mir zu gehen, er einen Faustkampf zum Abschlussball anberaumt hatte… der nur praktischerweise in hitzigem, passionierten Personennahverkehr endete (Disclaimer: Monster Prom ist absolut handzahm, es gibt keine Porn-CGs oder ausladend-detaillierte Textbeschreibungen).

Was nicht bedeutet, dass es nicht auch so Dinge an Monster Prom zu mögen gibt. Das Script ist absolut humorig, mit viel Wortwitz und Innuendos bestückt, sich nie allzu ernst nehmend. Was der ganzen Angelegenheit ein sowieso schon ziemlich unernste und entspannte Leichtigkeit gibt. Unterstrichen eben durch die Kürze eines Durchlaufs. Das Design ist ansprechend und die Musik absolut charmant und den Monster Mash heraufbeschwörend. Man kann eine gute Zeit haben mit Monster Prom, auch alleine, wenn man sich endlich etwas entkrampft hat und es nicht wie ein andere Dating Sims angeht. Aber mehr Spaß liegt definitiv im intendierten Partyspiel via Multiplayer.

Let’s Play World of Xeen – 03. Winterkill and Newcastle

Das Rasenmähen geht weiter. Nachdem wir beim letzten Mal einen Großteil von Clouds of Xeen aufgedeckt haben, geht es nun rüber auf die Darkside of Xeen. Die Starterstadt Castleview haben wir ja bereits bearbeitet, doch nun trauen wir uns auch in die umgebende Wildnis. Merkwürdigerweise werden wir allerdings nur in die Stadt zurückgelassen, wenn wir einen Pass kaufen.

Natürlich ist der Start von Darkside, wenn auch etwas schwerer und deswegen mehr Erfahrung abwerfend als der von Clouds, immer noch für eine frische Level-1-Gruppe gemacht. Deswegen hat es unser Team von 10 Leveln mehr natürlich einfacher hier, bekommt dafür aber auch nicht viel von Wert. Beim Aufdecken von des Großteils der Quadranten 3 und 4 von A bis C jedenfalls besiegen wir viele Käfer, versteinernde Medusa Pixies, Wölfe und ein paar Ranger. Erledigen ein Quest oder zwei. Die Pixie Outpost ist übrigens anders als in M&M III und IV, nämlich statt sie nur zerstören zu können, könnten wir alternativ auch ein Quest für sie erfüllen. Doch wenn uns die rumlaufenden Pixies eh schon angegriffen haben, räuchern wir sie natürlich aus! Vorsichtig sein sollte man auch wegen der Troll Holes, in die gefallen wird, wenn Levitate nicht aktiv ist und in denen es neben besagten Troll-Gegnern auch ein bisschen Gold abzustauben gibt. In den nördlichen Mienen hingegen können Gems und Saphire, Diamanten etc. abgebaut werden, wenn sie der Gruppe nicht wie die Goldadern in den Dwarf Mines auf Clouds um die Luft fliegen. Und nahe NPCs machen daraus Saphir/Emerald-Ausrüstung etc., die schon verdammt gut sind, dafür aber via Gems bezahlt werden, von denen wir nicht unbedingt genug haben.

Interessant ist auch, dass auf der Weide direkt um Castleview das Einhorn rumspringt, für das wir in Clouds of Xeen das Horn aus dem Witch’s Tower geholt haben. Hin und wieder, wenn wir schlafen, gibt es auch eine kleine Szene mit einem Kerl in blauer Ganzkörperrüstung – aber nicht dem Totenbeschädelten Lord Xeen – der uns ein wenig beleidigt. Macht auch hier auf der Darkside den Game Over Bildschirm aus. Ist wohl der Bösewicht dieser Spielehälfte.

Ab in den Tempel of Bark. Wo lauter Bücher rumliegen, die uns eine Entstehungsgeschichte mit dem Weltenbaum Bark wiedergeben. Inklusive Sündenfall und alledem. Zudem ist das Dungeon überlaufen mit Orcs, sowohl brachialer wie magischer Gewalt. Wir befreien eine Reihe an menschlicher Gefangener, sowie die Pixie-Prinzessin, die meint ihr Volk würde uns dafür entlohnen, weil sie noch nicht weiß, dass wir ihr Volk ausgerottet haben. Brunnen zur Verbesserung von Statuswerten und Resistenzen gibt es obendrauf, für diejenigen, die mit Jump die automatisch schließenden Wände austricksen. Manche davon aber mit der Nebenwirkung magischer Alterung. Ganz unten wartet ein Kampf gegen Bark selbst, den ich aber noch nicht erlegt bekam und deswegen vorerst wieder aus dem Dungeon raus bin. Hauptquest war sowieso die Orcs auszurotten, nicht Bark zu erlegen.

Zurück auf Clouds wartet dort noch die fünfte und letzte Stadt auf uns. Und deren Umgebung, nämlich die Eislandschaft, die wir von Schneetrollen, Ninjas und Zyklopen befreien. Die Stadt Winterkill hat ein Geisterproblem. Und zwar ein ziemlich nerviges. Nicht nur können die Geistergegner nur via Zauber besiegt werden, sondern nachdem alle erlegt sind, muss der richtige Gong geläutet und dem Bürgermeister Bericht erstattet werden, und die zweite Welle taucht auf. Gong geschlagen oder mit dem Bürgermeister gesprochen, bevor eine Welle vollständig besiegt ist, und der Spaß geht von vorn los. Nach dreimaligem Ghostbustern ist aber auch diesem Spuk endgültig ein Ende gesetzt. Die Attacken der Geister können übrigens magisches Altern verursachen. Praktischerweise ist im Schneeareal um die Stadt der letzte der vier Jahrezeitendruiden angesiedelt. Alle in Reihenfolge besucht, und beim Frühlingsdruiden zurück, revidiert er nämlich die Alterung wieder. Zumindest magische, nicht natürliche, aber die sollte in einem normalen Spielverlauf auch kein Problem sein.

In Castle Basenji in der Wüste wartet ein Zaubererkult und deren Werwolfschoßhunde, die das Schloss übernommen haben, darauf, gemeuchelt zu werden. Außerdem jede Menge Lovecraftian Scrolls, die mit Augen blinzeln und deren Lesen zwar Erfahrung gibt, gleichzeitig aber auch Leute vorzeitig (magisch) altert, verrückt werden lässt oder direkt tötet. Interessant an der im Schnee befindlichen, überfluteten Cave of Illusions hingegen ist, dass sowohl die Tresore als auch die Speerfallen nicht echt sind. Dafür aber die Wassergolem-Gegner und die Totenschädel, die gegen Gems permanente Stat Ups bereithalten. Abgesehen von dem einen in den tiefsten Tiefen, der den Schlüssel für den Tower of High Magic überreicht. Nebenan in einem Raum ist auch ein Stöpsel. Gezogen steht die Höhle nicht mehr unter Wasser, die Tresore können geknackt werden, aber die Fallen schaden die Gruppe nun auch.

Jetzt wo wir über 1 Million Gold auf der Bank haben, kaufen wir doch endlich mal die Schlossruine auf Clouds of Xeen für die läppischen 50.000 Gold. Mit 5 Discs aus dem Yak-Dungeon in Castle Burlock abgegeben, und die Architekten bauen das grundlegenden Mauerwerk wieder auf. Dabei finden sie den Rock of 1000 Terrors, was fies klingt, aber nur so benannt ist, weil es der Schlüsselgegenstand ist, der die Tomb of 1000 Terrors öffnet. Wo wir eh schon in Castle Burlock waren, hab ich dem König direkt mal seine Schätze geraubt, was ihn nicht weiter juckt, aber ein paar Starke Wächtergegner auf den Plan ruft.

Let’s Play World of Xeen – 02. Rivercity, Nightshadow and Asp

Ach Mensch, ich hab doch total vergessen das Intro zu schauen, um zu wissen, warum wir überhaupt Ausziehen, den Monstern das Fürchten zu lehren! Liegt aber auch daran, dass World of Xeen nicht mit einem eigenen Intro kommt und die von den Einzelspielen unter „Other Options“ im Hauptmenü versteckt wurden. Vielleicht, weil die Sprachausgabe zumindest im Intro zu Clouds of Xeen ziemlich desaströs ist. Jedenfalls erzählt uns dort Crodo schlichtweg schnell, dass das Land unter der Regie von König Burlock fein raus war, bis der böse Lord Xeen aufgetaucht ist, den wir doch bitte ausschalten. Das war es auch schon.

Erkunden wir dank unserer reichlichen Erkundungs-Secondary-Skills mal die Umgebung von Vertigo. Direkt im Süden befindet sich beispielsweise der Witch’s Tower, in dem wir super einfache Gegner, inklusive Hexen und Anführerhexe bekämpfen. Ein paar gefangene Kinder für jeweils wenige EXP befreien, und das Horn des Alicorn finden, welches die NPCin am Fuße des Turms haben will, die uns den Schlüssel für den Turm gegeben hat, damit wir es ihr bringen. Außerdem können wir den Turm an der Spitze verlassen, fallen aber durch die begehbar aussehenden aber nicht begehbar seienden Wolken schädigend zu Boden. Fürs Zurückbringen des Horns gibt’s den Crusader-Skill für die ganze Truppe. Ein paar Quadranten weiter gibt uns eine hässlich-verhexte Nixe einen weiteren Schlüsselgegenstand, um die heilende Potion aus dem nahen Temple of Yak zu holen. Die Monster sind zum Großteil ziemlich einfach, abgesehen von den schwebenden Totenschädeln, welche die Truppe schnell von Weitem einschläfern können, weswegen ich die Sarkophage lieber noch ungeöffnet lasse.

Weiterhin finden wir auch Castle Burlock, wo der König aus dem Intro rumsitzt und uns den Auftrag gibt den siebten Spiegel zu finden. Außerdem erfahren wir hier, dass Crodo verschwunden ist. Eine Prinzessin gibt uns den Auftrag, ihre Tiara von den Dieben in Rivercity zurückzuholen, also gehen wir doch zurück in die Stadt, dieses Mal zu Fuß. Neben Dieben räuchern wir hier auch noch Bettler und Zauberinnen aus. Das erledigt gleich zwei Quests. Die Yang Knights sind allerdings noch zu hart. Also gehen wir zur kleineren Stadt Nightshadow, welche wir von diversen Vampiren befreien. Darunter auch den Count, sobald wir die Sonnenuhren alle auf 9 Stellen und auf die Nacht warten. Denn Nightshadow von allen Monstern befreit offeriert, wie in jeder Stadt, dass der Brunnen wieder funktioniert. Brunnen in Might & Magic geben traditionell mehr oder weniger gute temporäre Boosts, die zumindest zu Spielbeginn nützlich sind.

Der in Nightshadow jedem, der aus ihm trinkt, einen Bonus von 10 Leveln. Damit gehen wir zurück zu den Yang Knights und befreien auch Rivercity von seinen letzten Gegnern. Mit den zusätzlichen Leveln kann auch der Kerker unter Castle Burlock von Monstern befreit werden, wobei das einzige wertige Sache hier unten ein Nachttopf ist, aus dem getrunken ein Charakter ein permanentes Migth+10 Upgrade bekommt. Bewacht vom stärksten Gegner, dem Fire Dragon. Wer hätte gedacht, dass Drachenpisse einen stärker macht! Da es mittlerweile auch den Levitate-Spruch zu kaufen gab, kann die Truppe übrigens auch die Wolken an der Spitze des Witch’s Tower begehen. Gibt aber nur ein paar Gems einzusammeln und Harpien zu vernichten.

Die direkt vor der Wüste angesiedelte, ebenfalls ziemlich kleine, Stadt Asp trägt ihren Namen zu Recht. Denn die Gegner hier drinnen sind Schlangen und das Puzzle beinhaltet das Ausschalten eines Kraftfeldes, um an einen Kristall zu geraten. Den seinem kurz vor der Stadt im Zelt abhängenden NPC zurückgebracht gibt es nicht nur EXP sondern auch den Megavolt Zauber für die Truppe. Genau wie den nördlich in den Bergen gefundenen Skarabäus zur ebenfalls nahen NPCin gebracht uns Moon Ray einbringt. Den Rest von Clouds verbringt die Gruppe mit „Rasenmähen“, sprich alle Quadranten Feld für Feld abgehen, um auch nichts zu verpassen. Die Schnee- und Lavalandschaften werden allerdings noch ausgespart. Auf Xeen gibt es übrigens weniger Monster Outposts zu zerstören, als noch auf Isles of Terra.

Kann es zudem sein, dass nun mehr Magien Gems brauchen? Auch in Isles of Terra war es so, dass stärkere Sprüche nicht nur mehr SP verbrauchen, sondern um sie nicht zu sehr spammen zu können bzw. zumindest etwas überlegen zu müssen, ob sie die Nutzung auch wert sind, kosten die zusätzlich gegenüber den schwächeren die finiten Edelsteine. Entweder hatte ich bei Isles of Terra mehr Gems dabei statt sie immer sofort in die Bank zu bringen wie hier, oder um das Balancing zu verbessern, benötigen nun mehr Zauber sie. Jedenfalls hab ich es hier häufiger, dass die Zauber nach Edelsteinen fragen, die ich nicht im Gepäck habe.

Let’s Play World of Xeen – 01. Vertigo and Castleview

Ja ich habe am Ende von Isles of Terra geschrieben, dass das nächste Might & Magic niemals Xeen sein wird. Weil ich einfach nie den Bock habe, mich in DOSbox rumzuschlagen, statt schnell eine (hier nicht vorhandene) Konsolenversion in den Emulator zu werfen. Doch die GoG-Version kommt ja ganz unkompliziert, zwar auch auf DOSbox laufend, mit einem Doppelklick auf den Launcher daher, und somit ist alles gut. Und nach Quest for Glory III war irgendwie mein Durst nach charmant pixeligen Oldschool PC Games noch nicht gestillt. Dabei ist zu beachten, dass Might & Magic IV und V ein wenig besonders sind, denn Clouds of Xeen und Darkside of Xeen können zwar alleinstehend gespielt werden, ergeben jedoch zusammen ein größeres Ganzes. Beide gleichzeitig installiert verbinden sie sich daher direkt zu jenem als World of Xeen. Späteres Releases, wie auch die von GoG, lässt eine separate Installation im Launcher gar nicht erst zu, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass dies von vielen präferiert wäre.

Das Spiel gestartet und den Schwierigkeitsgrad zwischen Adventurer und Warrior (hier glaube ich zum ersten Mal) gewählt, und wir stehen direkt in der Starterstadt mit einer 6er-Truppe, die wir nie selbst geboren haben. Das gehört revidiert, also in der Taverne hinter uns mit der Trulla gesprochen – inkluives Versatzstück-Sprachausgabe! – und eine eigene erstellt. Ich habe mich von Isles of Terra inspirieren lassen, was die Zusammenstellung angeht, und wieder Half-Orc Babarian, Human Paladin, Dwarf Ninja, Human Ranger, Gnome Cleric und Elf Sorcerer gebacken. Alle drei Spellbooks, Diebesskills und zwei Brachialgewalten vertreten. Die Gesinnung scheint es diesmal übrigens nicht mehr zu geben, aber so wirklich wichtig war die in Might & Magic sowieso nie. Namen und Geschlechter laufen nicht kongruent mit der vorigen, aber theoretisch ist das hier sowieso eine komplett neue Truppe. Am Ende von Isles of Terra folgt die Riege nämlich zwar Sheltem durch den Teleporter, aber ihr Raumschiff crashlandet in Might & Magic VII, nicht auf Xeen.

Direkt außerhalb der Taverne, in einem Zelt, überreicht uns der Bürgermeister von Vertigo das einzige Quest der Stadt: Die Plage an riesigen Heuschrecken und Schleimen auszurotten, da es derjenige, der dafür eingestellt wurde, seit Jahren nicht auf die Kette kriegt. Im Lagerhaus finden wir dann auch eine verdächtige Bestellung, die offenbart, dass er die Monster einkauft, um weiterhin für deren Beseitigung bezahlt zu werden. Konfrontieren können wir ihn damit nicht, denn er ist bereits getürmt, dafür bringt das Erledigen des Quests beim Bürgermeister gleich mal ein Pick-Me-Up an Gold und Erfahrung. Damit erreichen alle Charaktere beim Training Level 3 bis 4, wir kaufen ein paar Zauber… und das war es. Ein zweites Pathfinding für 2500 und die meisten Zauber sind zu teuer. Ausrüstung habe ich noch gar keine gekauft, sondern nur die Upgrades angezogen, die beim Durchsuchen der Stadt gefunden wurden.

Mister Bürgermeister gibt uns gleich noch den Hinweis, dass wir die Zwerge in den Dwarve Mines besuchen sollten. Mienen gibt es insgesamt 5, die mit Karren verbunden sind, und in denen ein paart permanente Stat Ups, bessere Rüstung, Gems und Gold, sowie Fledermäuse, Zwerge und Spinnen als Gegner warten. Alles ziemlich üblich Might & Magic also. Zudem Goldadern, die wir bemienen können. Ganz ähnlich wie das Öffnen von Türen mit der Wahrscheinlichkeit mal sofort zu funktionieren, dann wieder die Gruppe zu schaden. Geholfen haben wir den Zwergen damit noch nicht, aber angeblich gibt es auch noch eine tiefere Miene. Der Boss sort ist tatsächlich nicht ganz einfach. Nach alledem sind wir auf Level 7 angelangt, haben noch ein paar Zauber gekauft, und dennoch was auf die hohe Kante für die Zinsen in die Bank einzahlen können.

Immerhin geht mir alles schön von der Hand. Um die Teile IV und V nämlich im Jahresrhythmus rausgehauen zu bekommen, wurde einfach die Engine von Might & Magic III: Isles of Terra wiederverwendet. Das komplette Menü, die Rassen und Jobs, Skills und Zauber etc. sind identisch und somit muss ich mich gar nicht in ein neues Spiel eingewöhnen, sondern nur meine Erinnerung an den Vorgänger leicht aufgefrischt bekommen. Wie immer ist es natürlich beispielsweise praktisch, wenn man früh Distanzwaffen für mehrere Charaktere hat, da so nämlich Gegner schon von Weitem bearbeitet werden können, so dass sie geschwächt oder gar nicht erst im Nahkampf ankommen.

Zwischen Vertigo und den Mienen befindet sich übrigens eine verdächtige Mini-Pyramide mit allessehendem Auge auf der Oberwelt. Diese betretend werden wir von Clouds of Xeen nach Darkside of Xeen teleportiert, genau genommen in dessen Starterstadt Castleview. Darkside ist optisch ganz anders, während Clouds ziemlich Standard Mittelalterfantasy ist, ist in Darkside der Himmel Gelb und das Monsterdesign freakiger, sowie die Shops mit Kreaturen-NPCs statt Menschen bestückt.

Auch Castleview können wir mit mehrerlei Plagen helfen. Zum einen ist die Stadt an sich mit Gremlins überrannt, bis wir dessen Anführer im Garten besiegen. Und die Kanalisation darunter hat Ratten zu bieten, deren Königin gemeuchelt gehört. Zusammen mit einem Truhenrätsel, einem Passwort-Rätsel, einem Rätsel vier Mönche in Reihenfolge anzusprechen, einen Bruder aus dem Gefängnis zu knacken, und eine Kette aus der Kanalisation zu holen, haben wir hier reichlich Quests erledigt und Erfahrung eingeheimst. So dass wir nun auf Level 10 respektive 11 rumlungern. Auch gibt es hier die ersten Ausrüstungsgegenstände, die mit Modifikationen kommen. Nicht unbedingt meine Lieblingseigenschaft von Might & Magic, ständig nachschauen zu müssen, ob die eigentlich im Grunddesign schwächere Waffe nicht doch besser als die eigentlich höherwertige ist, weil das Material ihr Boni gibt.

Den Schlüssel für den Turm hier in der Stadt gibt es noch oben drauf. Dort drinnen gibt es ein paar Schalterrätsel aber dafür keine Gegner, zudem richtig gute Schuhe für die Truppe, und Bücher, die Statusupgrades verleihen. Nämlich jedem Gruppenmitglied +20 Resistenz zu Feuer und Blitz, sowie dem Sorcerer Int-Ups bis jener Wert über 50 ist! Ganz oben schwallt uns ein Zauberer voll, dass es toll ist wir hätten ihm den Orb gebracht, aber er braucht auch noch 20 Disc Stones, um ein Schloss wieder zu materialisieren, dass wir im Erdgeschoss durch einen unpassierbaren Spiegel sehen. Daher wohl der Name Caslteview.

In Castleview ist übrigens der Pathfinding Skill auch billiger zu haben als in Vertigo, und wir brauchen einen zweiten Charakter mit ihm, um durch die Wälder gehen zu dürfen. Deswegen machen wir auch noch einen Abstecher über den Teleporter (Mit derpig gesprochenem „Where to?“) nach Rivercity. Nicht, um wirklich die Stadt bereits zu lösen, sondern um zwei Charakteren Mountaineering beizubringen, um Berge übersteigen zu können, und den Nicht-Menschen Swimmer beizubringen, damit wir durch Flüsse latschen dürfen. Damit sollte die Welt erst Mal ein ordentliches Stück weit offen stehen.

Wages of War

Drei Jahre nachdem ich Quest for Glory und dessen Sequel Trial by Fire gespielt habe, kommen wir mit Wages of War jetzt doch noch zum dritten Eintrag in die Fünfteilige Reihe. Hey, immerhin besser als Metal Gear, dessen ersten Eintrag ich ungefähr zur gleichen Zeit gespielt hatte, und auf den noch keines der eigentlich anstehenden Sequels folgen durfte.

Die Pläne vom bösen Jafar in 1001er Nacht vereitelt, werden wir statt in das eigentlich geplante Sequel, welches für den vierten Teil aufgespart wurde, stattdessen in das Heimatland unseres Paladin-Freundes und Löwenkreatur versetzt. Das mit seinen Tierrassen und sprechenden Affen mehr an Das Dschungelbuch statt reales Afrika erinnernde Savannen-Land hat nämlich das Problem eines anstehenden Krieges. Und zwar ist der eh schon immer schwelende Konflikt zwischen dem Stamm der nomadischen Menschen und der Leopardenkreaturen kurz vor der Eskalation, nachdem die sich angeblich gegenseitig ihre wichtigen Stammesschätze gestohlen haben. Die über das Land wachenden Löwen in der Hauptstadt befürworten den Krieg, weil sie eine Obsession mit Ehre und Mut haben, während unser Freund und Bruder des Anführers Zeit heraushaut, auf das wir rausfinden würfen, ob da nicht jemand im Hintergrund mit dämonischen Mächten die Fäden zieht.

Um ganz ehrlich zu sein hinterließ Quest for Glory III bei mir ein Gefühl des nett gemeint Seins, aber etwas unausgereift umgesetzt Seins. Das Land an sich ist von seinem Design und Rassen her beispielsweise ziemlich gefällig, aber so wirklich viel herausfinden wird man nicht. Die Löwen sind von Mut und Ehre besessen, während die Nomaden Magie fürchten. Am Interessantesten ist immer noch unsere alte Freundin voriger Spiele Uruha, die eine bei den Nomaden hoch angesehen Kriegerin ist. Denn hier finden wir heraus, dass sie unbedingt ein Kind wollte, Nomaden-Frauen allerdings nicht Ehefrauen und Kriegerinnen gleichzeitig sein dürfen. Deswegen hat sie ihr Land verlassen, im vorigen Spiel mit jemand Fremden ein Kind gezeugt, und kann nun als Mutter aber weiterhin Kriegerin zu ihrem Stamm zurückkehren. Der Rest der Welt und seine Bewohner in Quest for Glory III sind leider nicht halb so interessant.

Dazu kommt noch das die Sachen, die man so im Spielverlauf macht, nur vage bis gar nicht mit der eigentlichen Bedrohung des aufkeimenden Krieges zu tun haben scheinen. Man befreit einen Affen, damit der einem später hilft. Man bringt einen Edelstein in den Tempel, um eine Prophezeiung zu hören. Wenn die Nomaden einen Leopardenmenschen gefangen haben, wirft man eine Dispell Potion drauf und sie verwandelt sich in eine heiße Dschungelamazone, die man anschließend über die richtigen Geschenke heiraten muss, damit man sie freilassen kann, damit sie einen zu ihren Leuten führt. Irgendwie hilft natürlich alles, was gemacht wird, früher oder später im Spielverlauf weiter. Aber häufig kommt es einem so vor als täte man die Dinge nur, weil sie eben gemacht werden können, und schaut dann zu, wie das jetzt überhaupt der Hauptquest weiterhilft. Dazu dauert dieses Stadium des hin und her Reisen und einfach mal Schauens, was zu tun ist, sehr lange an. So richtig als hätte man die Story ins Rollen gebraucht fühlt man sich erst, wenn die beiden Stammesanführer in der Hauptstadt zu Friedensverhandlungen zusammenkommen. Was der Moment ist, wenn sich die Dinge überschlagen und eine knappe Stunde später das Ende des Spieles eingeläutet wird.

Teil des Problems ist eventuell auch einfach gewesen, dass ich mir treu geblieben bin, und wie in den ersten beiden Spielen einen Dieb gesteuert habe. Leider bekommt der im hiesigen Land eigentlich nichts spezifisch für sich zu tun. Lediglich die beiden Stammesschätze werden zurückgeklaut, optional eine Truhe oder zwei geknackt. Die ganzen Trainingsmaschinen im Nomadendorf, die mit einer Prüfung zusammenhängen, die durchaus auch ein Dieb zum Statustraining nutzen darf? Exklusiv dafür, damit sich ein Kriegercharakter beweisen kann. Allgemein scheint es narrativ mehr Sinn und mehr zu tun zu geben, wenn man diese Klasse wählt. Beziehungsweise einen Paladin. Leider hat mein Scummvm allerdings nicht den Save File von Quest for Glory II zu Beginn ausgelesen bekommen, so dass ich als jener hätte starten können. Auch etwas genervt haben mich die Zufallsbegegnungen in der Savanne, weil der Dieb einfach kein sonderlich guter Kämpfer ist, und der vorgegebene natürlich auch in den Kampfskills nicht so pralle dasteht. Es wäre schön gewesen, wenn wenigstens hier ein hoher Sneaking-Skill dazu führen würde, dass rechtzeitig vor den Encountern gewarnt wird und sich entschieden werdenkann, ihnen lieber auszuweichen.

Immerhin hilft das Erhöhen von Skills durch das Training via ihres Einsatzes dabei, Zeiten zu überbrücken, bis etwas geschieht. Ich finde es zumindest immer ganz motivierend, einfach mal an einer geeigneten Stelle einen Tag im Spiel zu verplempern, in dem ich einen Statuswert verbessere. Wäre halt schön gewesen, wenn die meines Diebes letztendlich im hiesigen Teil auch sonderlich zum Einsatz gekommen wären. Vielleicht ja im nächsten Teil. So hat sich zumindest für mich Quest for Glory III mehr wie ein reinrassiges Adventure Game gespielt, mit Inventarpuzzeln und Dialoglenkung, in die sich manchmal ein nerviger Zufallskampf eingeschlichen hatte, statt das das RPG und seine Statusaufbesserungen wirklich organischer im Spielverlauf integriert worden wären. Der strickt zeitliche Ablauf von Trials by Fire ist zumindest aufgegeben worden, manche Dinge triggern zu gewissen Tageszeiten, aber nicht mehr nur an Tag 12 und 15 wieder oder sonstwas, weswegen diese toten Zeiten wegfallen, mit denen der Vorgänger geplagt war.

Ich war durchaus auch von Quest for Glory III unterhalten. Es ist ein brauchbares Adventure, ein paar Stats zu grinden ist immer mal wieder chillig, und das Design des Landes war auch gefällig. Es ist halt nur so, dass man schon merkt, dass dies ein eingeworfener Wegestopp ist, der ursprünglich nicht geplant war. Denn alles hätte wesentlich besser ausgebaut oder besser miteinander integriert werden können.

Harvest Moon: Light of Hope

Harvest Moon wurde letztes Jahr 20 Jahre alt. Also nicht die Franchise an sich, denn das erste Bokujou Monogatari erschien bereits 1996 in Japan. Sondern der Name für die lokalisierte Fassung, denn als Harvest Moon erschien das Spiel dann 1997 unter Natsume in Nordamerika. Mittlerweile sollte hinreichend bekannt sein, dass die japanische Franchise im Westen als Story of Seasons weiter läuft, weil Marvelous dummerweise übersehen haben, sich jemals den westlichen Namen zu sichern, der stattdessen bei Publisher Natsume liegt, die deswegen munter einfach ihre eigenen Spiele unter dem Label veröffentlichen, weil sie sonst nichts über Wasser hält. Immerhin krächzt spätestens der dritte Kommentator sofort „Harvest Moon ist jetzt Story of Seasons“, wann immer über eines der beiden Zweige geredet wird. Bald wird das ein „Final Fantasy III ist eigentlich VI“ – nur die Ahnungslosen schreien es, um zu zeigen, wie viel Ahnung sie zu haben meinen.

Doch an dieser Stelle ist es irgendwie schon obligatorisch zu nennen, denn dadurch gestaltet es sich halt so, dass Natsume nicht das 20-Jährige der Franchise feiern kann, weil die nicht mehr über sie rausgebracht wird, sondern nur den Geburtstag des Namens an sich, der von ihnen für andere Farmsimulationen weitergenutzt wird. Das im letzten Jahr erschienene Light of Hope ist offiziell deren Jubiläumsspiel. Für 30 Ocken auf PC, Switch und PS4 erschienen, und sich angeblich auf die guten alten Zeiten der Franchise besinnend. Schon ein wenig dreist, denn Light of Hope spielt sich, fühlt sich an, und sieht aus wie ein Smartphone-Spielchen, für das man maximal 10€ verlangen sollte.

Wir stranden hier auf einer einsamen Insel, was schon mal nicht sehr Back to the Roots ist. Ganz einsam ist die Insel dann aber doch nicht, sondern eine Leuchtturmwärterin, die gleichzeitig auch ein Doktor ist, weil sich die beiden Professionen so gut miteinander verbinden lassen, ist vor Ort. Dummerweise geht der Leuchtturm nicht mehr, und obwohl sie nun schon in der 20. Generation über ihn wacht, hat das Mädel keine Ahnung, was mit dem los ist. Vielleicht liegt es daran, dass ganz offensichtlich fünf Platten fehlen. Hoffentlich ist die Gute ein besserer Doktor.

Aus Gründen, die bestimmt irgendwo Sinn machen, bedeutet der erloschene Leuchtturm auch, dass alle anderen Bewohner die Insel verlassen haben. Soll uns als entflohener Knacki recht sein, so lässt es sich viel besser untertauchen. Ganz ohne Mordopfer lebt es sich dann aber doch langweilig, und so können wir uns dazu durchringen, neben dem beackern der Felder auch die verlassenen Häuser wiederherzurichten. Wodurch die Bewohner telepathisch wissen, dass sie am nächsten Morgen wieder einziehen und die Kommune vergrößern können. Interessanterweise ist es da jüngste Kind, dass es vielleicht doch etwas merkwürdig findet, einem Wildfremden direkt eine Axt in die Hand zu drücken, die Erwachsenen trauen uns alle sofort.

Aber so ein Tutorial geht halt auch nur schwerlich voran, wenn man die Werkzeuge nicht doch irgendwann überreicht. Und damit wären wir auch schon bei einem echten Knackpunkt zu Spielbeginn. Man kann scheinbar zunächst kein laues Lüftchen lassen, ohne dass ein NPC um die Ecke gerannt kommt, um einen zu bequatschen, was man nicht alles für denjenigen machen kann, und was damit für einen freigeschaltet wird. Auch die Story-bedingten Cutscenes, gerade mit den frechen Erntewichteln, sind ein wenig länger und häufiger, als dies wirklich noch charmant ist.

Wobei, wie schnell man die sieht, liegt letztendlich denke ich mal in eigener Hand. Doch wer mehr Optionen im Spiel freischalten will, muss zwangsläufig mehr Bewohner freischalten und mehr Aktionen vollführen, welche die Handlung voranbringen. Nur so werden Tiere oder neue Saat oder Blumensamen oder die Mine etc. verfügbar gemacht. Damit kann man das Ende der Handlung auch locker noch im Sommer oder Herbst des ersten Jahres im Spiel betrachten. Wobei auch dann erst noch ein paar besondere Tiere – vorher gibt es nur altbekannte plus der aus den Natsume-Harvest-Moons bekannte Wollesel -, und vor allem die Möglichkeit der Heirat freigeschaltet werden.

Um ganz ehrlich zu sein hatte ich zunächst nicht wirklich einen guten Eindruck vom Spiel. Direkt zu Beginn kann der Charakter nicht verändert werden, wie das in den neueren Teilen der Fall ist. Die Optik ist nicht nur hässlich, sondern die schlacksigen 3D-Modelle beißen sich auch maßgeblich mit der absolut flach wirkenden und minimalistischen 2D-Welt, sowohl vom Stil als auch in den Proportionen. Die vielen Tutorials. So viele Sachen nur nach und nach freizuschalten. Und die Farmarbeit ist dann auch noch so überflüssig wie in einem Rune Factory, da man über Angeln und Bergbau viel schneller viel mehr Kohle ranschafft. Was interessiert mich schon die Möglichkeit, Feldfrüchte auf unterschiedlichen Boden und zu unterschiedlichen Jahreszeiten anbauen zu können, um über Mutationen neue bekommen, wenn die letztendlich eh nichts in die Kasse bringen?

Zudem ist viel im Spiel automatisiert, wie man das eben von einem Touchscreen-gesteuerten Smartphone-Spielchen, in das man nicht echte Zeit und Arbeit investieren will, erwarten würde. Beispielsweise gibt es nur einen einzigen Aktions-Knopf, der Kontext-sensitiv das richtige Werkzeug auswählt. Knopf im Dreck des Farmlandes nutzen, und es wird automatisch gepflügt. Erneut genutzt, und die Saat wird gestreut. Noch mal nimmt die Gießkanne zum Wässern in die Hand. Um Bäume zu fällen oder Erz abzubauen muss nicht wiederholt gedrückt werden, sondern einmalig der Universal-Button genutzt und schon haut der Bauer so lange drauf, bis das Ding fällt. Dazu hat man dann noch super lange Tage und extrem viel Stamina zur Verfügung. Natürlich gibt es auch gute Quality of Life Improvements, wie das auf der Karte immer angezeigt ist, wer von den NPCs wo ist. Oder das mit Düngen jetzt jedes Gemüse zu jeder Zeit wachsen kann, so dass man nicht mehr dahin kommt, Mitte Sommer zu merken, dass die nächste Storyetappe eine Frühljahrsfrucht braucht, und entsprechend 3 Monate still liegt. Alle 5 Ebenen in die Mine gibt es einen Checkpunkt, statt immer wieder ganz von vorn beginnen zu müssen.

Aber sprechen wir doch mal auf diese Automatisierung des Spielgeschehens. Nun ist es ja erst Mal wirklich so, dass wenn sie nur stupides Knopfdrücken ersetzen, man meinen sollte, dass nicht viel verloren ist. Natürlich will ich den ganzen Baum fällen. Natürlich will ich die Saat ausstreuen und gießen. Von daher ist die Idee, dort den Mittelsmann des durch Werkzeuge zirkeln und wiederholt den Aktionsknopf zu hämmern, durchaus eine angebrachte. Problematisch wird es allerdings wie hier in Light of Hope, wenn man so viel vereinfacht, dass man sich irgendwann so fühlt, als würde man selbst gar nicht mehr richtig spielen. Spiele wie Final Fantasy XII haben da ein ähnliches Problem. Nachdem man eigentlich eh immer in den Kämpfen der Vorgänger munter den Angriffsknopf gehämmert und in den Bosskämpfen die gleichen Magien gespammt hatte, dachten sich die Macher von XII das man diese stupid-wiederholenden Dinge auch wegrationalisieren und dem Spieler die übergeordnete Strategie überlässt den Charakteren, eine rudimentäre KI zu basteln. Das hat aber dann eben dazu geführt, dass sich viele Spieler darüber beschwert haben, weil sie das Gefühlt hatten, das sich das Spiel selbst spielen würde.

Von daher muss man bei Modernisierungen des Spielgeschehen schon irgendwo einen guten Mittelweg finden, wenn es darum geht solche Lebenserleichterungen einzubauen. Und Light of Hope findet das eben nicht.

Aber, aufgepasst jetzt kommt eine brenzlige Meinung: Harvest Moon muss per se eigentlich gar nicht gut sein, um zu unterhalten. Dass diese ganze Erleichterungen das Spielgeschehen so schal wirken lassen, liegt schlichtweg auch darin begründet, dass Harvest Moon als Farmsimulation eben nur aus repetitiver Arbeit besteht. Das ist eine Franchise auf die man nicht das volle Hirn verwendet, sondern das man so vor sich hin zur Entspannung zockt, während man eigentlich mehr darin involviert ist sich was nebenbei zu streamen oder so. Nur das Harvest Moon darüber zum Nebenbei wird. Und das ist mir bei Light of Hope wieder richtig aufgefallen. Nein, ich würde es nie im Leben ein gutes Spiel nennen. Ja, es hätte definitiv für unter den halben Preis oder gar umsonst aufs Smartphone geworfen werden müssen. Aber mit der Zeit hatte ich mich irgendwie eingespielt und dann doch ein ganzes Stück weit gezockt, und ehe ich mich versehen hatte, waren auch hier 20 Stunden am Save File, obwohl die Handlung nach 10 bereits beendet war. Doch noch eine Waifu zu umgarnen, doch ein wenig die Farm bestellen, kapitalistisch so viel Geld wie möglich anhäufen.

Und jetzt direkt die brenzlige Meinung #2 hinterher: Light of Hope ist kein gutes Harvest Moon. Aber es ist auch nicht das schlechteste, das ich gespielt habe. Ich würde es definitiv über A Wonderful Life setzen, und wahrscheinlich auch noch über Save the Homeland und GBC3. Das lässt natürlich immer noch jede Menge Harvest Moons über, die man vor Light of Hope zuerst zocken oder sogar mal wieder rauskramen sollte. Jenes Licht der Hoffnung für Natsumes selbstgebrüteten Harvest Moons, die sich beständig schlechter Resonanz erfreuen, ist so ein dahin geschludertes Produkt auf keine Fall. Oder man spielt halt sowieso gleich Stardew Valley, was es mittlerweile auf so gut wie jeder Plattform gibt, und eh besser als Harvest Moon ist.

Growing Love: Winter in Fairbrook

Vor ungefähr einem Jahr waren wir beim ersten Flower Shop, Summer in Fairbrook, von dem jeder eigentlich nur den zweiten Teil kennt, gewesen. Und mit Winter in Fairbrook reiche ich den jetzt nach, welchen ich sogar zufällig in der passenden Jahreszeit bespielt habe. Was wäre denn auch ein Jahr ohne Dating Sim in diesem Blog?

Spielerisch hat sich nicht viel geändert. Einmalig pro Woche legen wir unseren Besuchsplan fest. Jeden Morgen werden gezwungen Blumen angepflanzt, der Nachmittag dann mit einer der möglichen Trophäen verbracht. Beziehungsweise, wenn man denn neue Saat einkaufen muss, eben der Laden aufgesucht, wobei an dem natürlich auch ein Kerl hängt.

Der Wochenplan, immer schön den Auserwählten bedrängen.

Mit ihnen abzuhängen kann eine Standardphrase mit sich bringen, und am Ende der Woche ist dann der mit dem Kerl assoziierte Statuswert leicht erhöht, oder es gibt eine besondere Konversation, bei der man ihnen die richtige Antwort geben muss, damit sich der Zuneigungsbalken ändert. Neben voller Zuneigung will jeder der Typen auch noch zwei Statuswerte erhöht sehen – zum einen der eigene, dann noch einen, für den man die Konkurrenz aufsuchen muss.

Ist am Ende der 11 Wochen Ferien in Fairbrook dann alles so, wie es sein soll, bekommt man seine Trophäe überreicht und dessen Ende vorgespielt. Wer insgesamt auch noch mindestens 400 Umsatz durch den Verkauf der Blumen erwirtschaftet hat, was mehr als einfach ist, bekommt sogar ein leicht abgewandeltes Ende. Wobei ich diesmal keines der normalen gesehen habe, ich gehe allerdings davon aus, dass die wie im Vorgänger sowieso fast identisch sind.

Einfach abbrechen kann man das Gärtnern schon…

Die Blumenpflege gestaltet sich im Saatkasten mit ein paar einfachen Klicks. Über die wird das Unkraut entfernt, die Saat vergraben, Ungeziefer ausgemerzt, Keimlinge gegossen, und das fertige Produkt für den Verkauf ausgerissen. Jede dieser Aktionen kostet eine Stunde des Vormittags, so gesehen kann also pro Tag nur eine überschaubare Tätigkeitsliste abgearbeitet werden. Wer will darf den Nachmittag auch auf den Garten verbuchen, aber das ist wie gesagt ziemlich verschwendete Zeit, denn das nötige Geld hat man auch so sehr schnell, und wird schon früh genug von der aufgezwungenen Gartenarbeit gelangweilt sein. Wobei, immerhin geht alles ziemlich fix und man kann auch einfach vorzeitig beenden, ganz aufgezwungen ist sie also doch wieder nicht.

Das wahre Problem von Summer in Fairbrook war aber nicht mal so sehr, dass es ziemlich kurz und simpel ist, sondern dass die Charaktere einfach alle schreckliche Unsympathen waren. Winter in Fairbrook beginnt damit, dass das Mädel, welches mit Clara aus dem Vorgänger aufs gleiche College geht (scheinbar hat die es also auch so aus ihrem verhassten Kaff gebrachten), sich erst mal tierisch darüber beschwert, dass ihre Eltern ihr ständig mit Verantwortung und so Zeug auf den Sack gehen, statt sie einfach herumlungern zu lassen. Sie soll sich sogar über die Winterferien einen Job suchen, sonst bezahlen die ihr nicht mehr alles, wie unfair. Ich war also gleich schon am Aufstöhnen, weil wir den gleichen faulen Nichtsnutz zu spielen bekommen, wie im vorigen Spiel, nur diesmal mit Vagina.

Ach wie nett, ein gemeinsames Abschiedsbild.

Sobald sie dann allerdings bei Susannas Blumenladen in Fairbrook angeheuert hatte, revidierte sich das langsam. Die vier Jungs, darunter selbst der MC aus dem vorigen Spiel, scheinbar ist also keine der dortigen Romanzen canon, sind alle durchaus ganz nett zu ihr. Und die MCin hat immerhin ein angenehmes Selbstbewusstsein und weis für sich einzustehen, was gerade in japanischen Otome Games gern zu wünschen lässt. Tatsächlich macht sie über die Wochen in der Kleinstadt, dem Einschneien im Schneesturm, und dem Verbringen von Weihnachten hier, eine richtige Charakterentwicklung durch und wird ein angenehmerer Mensch. Zum Schluss gibt es sogar eine Schneeballschlacht zwischen allen Charakteren und ein Gruppen-CG, um noch mal zu unterstreichen wie gut sich doch alle angefreundet haben, was ich schon sehr nett fand.

Das Artwork ist diesmal übrigens auch eine ganze Ecke besser, als noch im ziemlich dilettantisch gezeichneten Vorgänger. CGs gibt es so gesehen auch mehrere, wobei nur ein richtiges Ending-CG zum Date zu Weihnachten existiert, plus dann noch ein oder zwei Chibis. Und halt die immer gleichen Charakter-unspezifischen für die Schneeballschlacht am Ende. Viele der Kerle bandeln sogar mit einem der anderen Mädels an, wenn wir dem nicht im Wege stehen, wie aus den Epilogen zu lesen ist. Von daher zeichnet sich Winter in Fairbrook natürlich immer noch spielerisch dadurch aus, dass alles etwas arg kurz und simpel ist, doch zumindest die Charaktere sind diesmal sympathisch und humorig genug, als dass ich mir schnell mal alle vier Junge geangelt hätte:

Mit Steve hat man wenigstens Spaß.

Steve ist der Protagonist des letzten Spieles, den wir direkt auf den verschneiten Straßen Fairbrooks über den Haufen rennen. Vergeben ist er immer noch nicht, und hilft weiterhin seinem Onkel auf der Farm aus, wobei das vorige Spiel glaube ich kein solches Ende für ihn offerierte. Außerdem erzählt er einem von seinen Vaterproblemen schneller, als sich selbst ein Bioware-Charakter einem gegenüber öffnet, was schon eine ziemliche Leistung ist. Immerhin wird so nachträglich rationalisiert, dass seine Faulheit ein Schrei nach Aufmerksamkeit an seinen Vater war.

Da er selbst im Vorgänger in der gleichen Position war, kann er sich gut in die MCin hineinversetzen. Wenn die beispielsweise meint, sie würde mit den anderen Leuten in Fairbrook nicht so richtig warm, fragt er ob das nicht ist, weil sie selbst die auf Abstand hält. Ansonsten ist er weiterhin ein spaßiger Typ, der nichts allzu ernst nimmt, wobei sein Humor mehr durch Wortspiele kommt. Kurz vor Weihnachten helfen wir ihm Plätzchen zu backen, nachdem er die erste Fuhre verkohlt hat, als ob Backen sonderlich schwer wäre. Und zum Gegenzug lädt er zu einem romantischen Dinner am Weihnachtsabend ein, weil er den Tag eh nicht mit seinem Vater verbringen will. Im Epilog ein Jahr später wechselt er übrigens aufs gleiche College, um die Distanz aus der Distanzbeziehung zu nehmen.

Immerhin ist dem Spiel diesmal bewusst, dass die MC unsympathisch angefangen hat.

Trent ist der Bruder von Susanna, was zu einem kleinen Fettnäpfchen führt, wenn man sich über deren veganen Lebensstil beschwert. Das erste Treffen mit ihm ist in der Bibliothek, wo er regelmäßig Marina aushilft, weil die nun eine vielbeschäftigte Schriftstellerin ist. Er selbst interessiert sich dabei nicht mal so sehr für Bücher. MC-Chan hält ihn übrigens sofort für ziemlich niedlich, und ich nehme mal an er ist wirklich der bestaussehende der Typen, aber denkt auch gleich, er hätte eine Schwäche für Marina (tatsächlich enden die beiden zusammen, wenn man sich nicht selbst Trent schnappt). Dass Marina ihn zunächst mehr wie einen kleinen Bruder sieht, weil sie mit Susanna aufgewachsen ist, hilft seinen Ambitionen da nicht sonderlich.

Auch er ist ein eher auf Humor setzender und leichtlebiger Charakter. Beispielsweise war er im Leichtathletik-Team in der Schule, und darin sogar richtig gut, hat aber die Sache einfach abgebrochen, als es ihm keinen Spaß mehr gemacht hat. Er spielt sich auch tatsächlich ungern mit seinen wenigen Errungenschaften auf. Zu Weihnachten lädt einen Susie ein, weil die beiden immer zusammen das Essen vorbereiten, begibt sich dann allerdings auf taktischen Rückzug, damit Trent und MC ein wenig Alleinzeit miteinander haben. Das Jahr darauf im Epilog sind die beiden in einer Distanzbeziehung miteinander.

Einfach köstlich.

Ryan ist schon eher derjenige, der wie die Bibliotheks-Trophäe aussieht, arbeitet allerdings stattdessen im Laden um die Ecke, in dem die Saat gekauft wird. Seiner Familie gehört die Ladenkette, und er hilft über die Ferien aus, studiert eigentlich Biologie. Er ist der schlaue Charakter, dem es hingegen an Sozialkompetenz mangelt, was erneut also eher in die Bibliothek gesteckt würde. Als solches mag er zwar Herr der Ringe, allerdings nur für die Qualität des Schreibens, sieht es gern wenn man meint das eigene Studium irgendwelchen Nebenjobs vorgezogen zu haben, und weiß wie man einen PC selbst zusammenstellt, als ob das so schwer wäre. Überraschenderweise ist er allerdings nicht gut im Spielen der Violine, sondern bleibt nur dabei, weil es ihn entspannt.

Die beiden schließen dann auch einen Pakt. Ryan gibt MC Nachhilfe in Mathe, während sie ihm Nachhilfe im Zwischenmenschlichen gibt. Beispielsweise das Small Talk keine unnütze Zeitverschwendung ist, sondern dem Verständnis gegenüber anderen hilft. Da MC Mathe dennoch nicht sonderlich kapiert, haben die beiden eine kleine Auseinandersetzung, jedoch verhält er sich bei der nächsten Begegnung wieder ganz neutral, da er nicht der nachtragende Typ ist. An Weihnachten nimmt er einen mit zum Schlittschuhfahren auf einem zugefrorenen See. Auch hier ist man ein Jahr später im Epilog in einer Distanzbeziehung (allerdings scheinbar nicht bis nach Deutschland, wohin er studieren geht, wenn MC-Chan einen der anderen Jungs gewinnt).

Meh!

Wo ich nun schon drei von vier Trophäen abhaken konnte, habe ich mir auch noch Jacob geholt, obwohl der feminin-junge Typ eher nicht so ganz das Meine isst. So ein Durchgang ist ja schnell gespielt. Ich glaube im vorigen Spiel ist er Clara hinterher gestiegen, hier scheint er allerdings eine Schwäche für Susanna zu haben, der er im Blumenladen aushilft. Wann immer die ihn denn lässt, denn sein Komplex ist natürlich, dass alle ihn für 12 und kindisch halten, und ihm deswegen nicht so viel zutrauen. Dabei könnte ihm eine Menge aufgehalst werden, der schüchterne und manierliche Kerl ist nämlich eigentlich zu Willensschwach, um Nein zu sagen.

Man sagt ihm dann auch, dass er ruhig etwas selbstsicherer und stolzer auftreten darf, und sich nicht immer so viele Gedanken darüber machen sollte, ob man sich über ihn lustig macht oder ihn bemuttert, weil das häufig gar nicht mal stimmt. An Weihnachten entflieht er kurzzeitig der Feier mit seiner anstrengend-lauten Großfamilie und trinkt heiße Schokolade mit MC-Chan, damit sie sich nicht so einsam fühlt. Das Jahr darauf im Epilog hat er die High School abgeschlossen und ist aufs gleichen College aufgenommen worden, auf das auch Clara und die MCin gehen.

Adventure Week #18: The Last Door

Zurück zu den pixeligen Indie-Games. The Last Door ist ein ziemlich Publikumsbezogenes Spiel. Denn nicht nur ist es ein Kickstarter-Projekt, bei dem jede weitere Episode via Crowdfunding finanziert wurde, sondern die Community wurde auch herangezogen, um sie zu testen und Verbesserungsvorschläge einbringen zu können. Letztendlich kam es so zwischen Anfang 2013 und Anfang 2016 zu acht Episoden, unterteilt in zwei Staffeln.

Das erste Kapitel von Season 1 zeigt bereits das wirklich gute Timing der Serie. Wir starten mit dem üblichen Prolog, hier klicken wir eigentlich nur dreimalig den Stuhl, realisierend, dass wir dem Charakter dabei helfen sich zu erhängen. Später, als der von ihm hierherbeorderte Devitt, puzzeln wir uns langsam aber sicher durch das verlassene Heim von ihm. Ein Gegenstand, den wir aufsammeln, ist eine Schalplatte, die selbstverständlich am offensichtlichen Grammophon des stinknormalen Wohnzimmers benutzt werden muss. Die Schallplatte läuft und läuft und lässt sich nicht mehr ausstellen, sich sonst hier nichts machen. Aber sobald man aufgebend den Raum verlässt, verstummt sie plötzlich. Wieder hineingegangen ist der Raum komplett abgedunkelt und voller Krähen, die jede Bewegung von Devitt verfolgen. Was ein toller Reveal. Die Episode endet später, nach weiterem Puzzeln und ohne sonstige herausstechend unheimliche Vorkommnisse, auf dem Dachboden, wo die erhängte Leiche des Freundes aufgefunden wird. Und noch bevor wir was machen können, bricht der Schwarm Krähen in das Zimmer und stürzt sich auf ihn. Ende des Einstiegskapitels des Spiels. Wenn man da nicht sofort mit Episode 2 weitermachen will, weiß ich auch nicht.

Als Spiel an sich ist The Last Door reichlich simpel, eigentlich nur wenige aufgenommen Gegenstände und deren Einsatz woanders davon entfernt, ein Walking Simulator zu sein. Das liegt schon daran, dass die einzelnen Episoden nette kleine Happen sind, die in spätestens je einer Stunde bespielt sind, und das zwischen ihnen kein Inventar übertragen wird. Icons zeigen großzügig an, womit interagiert werden kann, und so dauert es eigentlich nie lang in der Exploration, bis man die benötigten Items oder deren Einsatzmöglichkeit gefunden hat. Selbst dann, wenn die Logik dahinter mal nicht so Hieb- und Sichtfest sein sollte.

Stattdessen ist The Last Door eher ein Mood Piece, stark inspiriert von den obligatorischen beiden Indie-Horror-Inspirationen Poe und Lovecraft. Die einsteigenden Kapitel sehen also Devitt in Staffel 1 und nach dessen Verschwinden seinen Psychiater in Staffel 2 im viktorianischen England dabei, den Tod des Freundes respektive besagtes Verschwinden zu investigieren. Das dann in Herrschaftlichen Häusern, auf grauen Friedhöfen, in schattigen Irrenhäusern etc., ganz gediegen und mit leicht hochtrabenden Charakteren und dem ständigen Hinweis des Wahnsinns unter der Oberfläche ganz wie in Poe-Werken. Nur um Herauszufinden, dass es hier um ein Ritual geht, um den Vorhang unserer Realität zu öffnen und dahinter den wahren kosmischen Horror wie in einem Lovecraft zu entdecken, durch den gerade die letzte Folge der sich beständig zuspitzenden Staffeln visuell trippiger werden. Nicht, dass nicht davor bereits durch einige Visionen und Einbildungen punktuell die Reise mit merkwürdigen Erscheinungen gespickt würde.

Ich war zumindest echt gut eingenommen von The Last Door. Die Angelegenheit ist sehr simpek gehalten natürlich, aber doch ziemlich effektiv wenn es darum geht, die richtige Atmosphäre zu beschwören. Erinnert mich ein wenig an den Chzo-Mythos, wahrscheinlich auch wegen der Kürze und dem Pixelart, nur spielerisch nicht so experimentell, dafür narrativer dichter gewoben. Lässt sich halt auch gut mal einfach ein Kapitel von 45-60 Minuten zwischendurch spielen, und die interessanten Cliffhanger bieten immer Motivation doch möglichst bald mit der nächsten Episode weiterzumachen. Ich bin restlos überzeugt.