Handheld Horror: Resident Evil Revelations

Resident Evil auf den Handhelden von Nintendo setzt sich fort. Nach dem vom Hauptreihen-Spielprinzip divergierenden Gaiden auf dem GBC, welches auf einem Luxusliner angesiedelt ist, und nach einem fast direkten Port des Originals auf dem DS, gelangen wir nun mir Revelations auf dem 3DS zu einem komplett neuen Eintrag mit Survival-Horror-Spielprinzip, der gut genug ankam, um selbst auf „richtige“ Konsolen HD-isiert zu werden.

Der spielt auch auf einem Luxusliner, oder besser gesagt auf dreien, und zumindest die meiste Zeit über. Denn Revelations präsentiert sich im Prinzip wie eine TV-Serie, ist unterbrochen in 12 Episoden, zwischen denen es sogar „Previously on“-Recaps gibt, und jene noch mal weiter in zwei bis drei Scenarios von jeweils 15-30 Minuten Spielzeit. Zwischen denen springen wir wild hin und her was Lokalitäten und gefolgte Charaktere anbelangt. Hauptfokus ist allerdings Jill Valentine, mit neuem Lara-Croft-Gesicht, die sich eben durch Luxusliner zu schlagen oder besser gesagt zu schießen hat.

Prinzipiell geht es darum, dass auf die solarbetriebene Stadt Terragrigia bioorganische Waffen von der Terrorgruppe Veltro losgelassen wurden, weswegen man die Solarmatrix dazu nutze, die ganze Inselstadt zu zerstören. Das ist einige Jahre her. Jill wird mit einem neuen Partner eigentlich ausgesendet, um den Verbleib von Chris und seiner neuen Partnerin herauszufinden, die auf der S.S. Queen Zenobia verschollen sind. Nur um dort auch auf BOW-Mutationen zu stoßen, sowie einen Maskierten, der sich als Veltro-Anführer vorstellt.

Die ganze Sache ist ehrlich gesagt etwas zerstückelt erzählt, trotz der Rückblicke auf vorige Episoden, und es ganz Serienüblich nicht sonderlich spannend wer nun wen auszuspielen versuchte. Zumal alle Beteiligten, gerade die Mitglieder von STARS, auch üblich unprofessionell sind. Jessicas Tauchanzug hat aus irgendwelchen Gründen ein komplettes Bein frei, und es wird ordentlich von den neuen Partnern mitten während des Einsatzes spekuliert, wie Jill und Chris nun zueinanderstehen, als wäre man hier in einer Teen Soap. Dabei weiß doch eh jeder, dass Chris die Bottom Bitch von Wesker ist. Aber das sich hier keiner wie echtes Militär verhält, dämliche Sprüche von sich geben, und die Handlung eh nicht sonderlich schlau ausgearbeitet ist, gehört bekanntermaßen zum Charme von Resident Evil. Wobei ich das hier nie ganz so unterhaltend fand, sondern eher als leicht zu ignorierendes Beiwerk.

Was jedoch auch daran liegen kann, dass ich Revelations tatsächlich relativ zerstückelt mal hier und mal dort eine Episode gespielt habe, statt weite Spielstrecken an einem Stück zurückzulegen. Von der Spielstruktur her allerdings absolut begrüßenswert, so eine Häppchenweise Unterteilung wie hier, weil sich dadurch tatsächlich immer der kleine Fix Resident Evil geholt werden kann, ohne dass es je genug Zeit hat, einen zu langweilen.

Das Gefühl, welches sich bei mir während des Spielens einstellte, war, dass Revelations so ein wenig versucht das alte und neue Resident Evil miteinander zu vereinen. Zum einen schon etwas auf die Action-orientierte Ausrichtung von Resident Evil 4 und danach einzugehen, aber sich auch ein wenig mehr auf die Survival-Horror-Ursprünge der Teile davor zu besinnen. So werden nie die enormen Gegnerhorden von 4 angetroffen werden, sondern es gibt weniger und bedachter platzierte Gegenspieler in den viel klaustrophobischeren Gängen und Räumen des Schiffes. Teilweise auch einfach mal für einige Räume oder ein Kurz-Szenario gar keine, sondern es wird ausschließlich investigiert und gepuzzelt. Es gibt sogar ein paar kürzere Etappen, wenn sich schwimmend fortbewegt und den Gegnern ausgewichen werden muss, weil unter Wasser nicht geschossen werden kann, während man sich versucht in der neuen 360°-Bewegbarkeit zurechtzufinden.

Gleichzeitig sind die Charaktere allerdings sehr agil und mit reichlich Schusskraft ausgestattet. Wir bleiben bei einem Über-der-Schulter-Blick während des Begehens der Lokalitäten und in Egoperspektive beim Schießen, währenddessen sich die Charaktere auch weiterhin bewegen lassen. Reichlich verschiedene Waffen und Munition wird gesammelt, dabei können drei gleichzeitig immer mitgeschleppt werden, der Rest wandert in die Waffenboxen, bei denen auch diverse Upgrades aufgezogen werden können. Bosse sind teilweise große Setpieces, die schon mal von einem Helikopter aus beschossen werden. Die Rätsel sind alle einfach und selbsterklärend, so dass sie den Namen kaum wert sind, die dafür nötigen Gegenstände nehmen keine Inventarplätze weg. Heilung gibt’s jetzt nur noch durch Green Herbs, die über einen schnellen Tastendruck aktiviert werden, gespeichert wird ausschließlich über moderat gesetzte Auto Saves. Ja der finale Boss des Spieles hat sogar reichlich Gegenstände in der Arena platziert bekommen, inklusive einer Waffenbox, und einem Auto-Save direkt davor. Revelations ist also zum einen schon sehr nett zu einem, sofern nicht auf den höchsten Schwierigkeitsgraden gespielt wird, und geht eindeutig vom Feeling her stärker in Richtung des Action-Horrors der neueren Einträge statt des Survival Horrors der Ursprünge.

Der KI-gesteuerte Partner, der grundsätzlich immer mit dabei ist, ist allerdings netterweise nicht von 5 inspiriert. Sie können weder sterben, noch benutzen sie Gegenstände aus dem Inventar, schießen dafür aber auch nur mit Erbsenpistolen um sich.

Ein wenig die Gimmicks des Handhelds will das Spiel natürlich auch benutzen. Der zweite Bildschirm zeigt netterweise immer das Loadout und eine Karte an, mit Touchpen kann in Untermenüs gewandert, und auch die Fingerabdruckscanner im Spiel aktiviert werden. Der Gyrosensor des 3Ds sollte dafür genutzt werden um mit den Waffen zu zielen oder sich mit dem Scanner umzuschauen, der versteckte Items finden oder Gegner scannen kann und die Collectibles im Sinne von Handabdrücken sichtbar macht. Wer wie ich allerdings die Edition von Revelations sein eigen nennt, die mit dem Circle-Pad-Pro-Rollstuhl für den 3DS daher kommt, oder gleich einen New 3DS besitzt, hat hierfür natürlich den zweiten Analogstick.

Sieht übrigens verdammt gut aus für ein Spiel auf dem 3DS, besonders die offeneren und royaler ausgestatteten Bereiche der Schiffe, wie beispielsweise die Große Halle. Interessanterweise führt das auch zu einem Callback zu den ersten Teilen, denn es kann immer nur ein Bereich des Schiffes gleichzeitig aktiv sein, verlässt man es in einen anderen, kommt es zu durch Türanimation und Aufzugfahrten „kaschierten“ Ladezeiten.

Resident Evil: Revelations ist ein nettes Spiel geworden, das sich glaube ich hauptsächlich dadurch auszeichnete, was für ein Komplettpacket doch auf dem Handheld geboten wurde, und das es nicht auf die Schiene des gleichen groß-dämlichen Spektakels von Resident Evil 5 und 6 setzte. In einer Zeit vor Resident Evil 7 war das sicherlich viel wert. Ganz so herausragend wie die besten Teile der Franchise mag es nicht sein, weswegen ich es nicht für lange Spielesessions hätte zocken wollen, aber für Zwischendurch im Episoden-Format herausgeholt war ich gut bei Laune gehalten.

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GameBoy Obscurities meets Handheld Horror: Alone in the Dark

Noch bevor Resident Evil das Survival Genre beliebt gemacht hatte, ging das in einigen Aspekten gar nicht mal so anders designte Alone in the Dark in Vorreiterstellung. Ein paar Sequels und viele Jahre später erfolgte mit The New Nightmare nicht nur ein Reboot, sondern der Tonangeber war zum Mitläufer verkommen, der verzweifelt versuchte sich im nun stark in japanischer Hand befindliche Genre durchzusetzen. Wie so viele Spiele der Jahrtausendwende nicht nur auf der aktuellen Dreamcast und PlayStation 2 und dessen immer noch hohe Installationsbasis innehabendem Vorgänger erschienen, kam es (nebst PC) sogar zu einer Version auf dem GBC.

Ein Spiel einer starken Konsole auch auf schwache Handhelds zu bringen, ist sicherlich nicht so ungewöhnlich, wie man manchmal denken mag, doch gerade in der enormen Diskrepanz zwischen 3D-Konsole und 8bit-Handheld führte das aus ersichtlichen Gründen meist dazu, dass die kleine Version von der generellen Handlung abgesehen spielerisch stark abgeändert wurde, so dass häufig ein komplett anderes Spiel dabei heraussprang.

Das macht Alone in the Dark umso interessanter, denn hier wurde tatsächlich versucht das Gameplay des großen Bruders zu replizieren. Im Gegensatz zum eingestampften und nur als sehr unfertigem Protoyp dastehenden Versuch Resident Evil auf den GBC zu bringen, wurde Alone in the Dark: The New Nightmare für den Handheld allerdings tatsächlich fertiggestellt und offiziell herausgebracht.

Zumindest während man sich durch das Gemäuer, in dem Carnbys Freund verlorengegangen ist, die umgebende Shadow Island, oder die Tunnel darunter bewegt, repliziert es den großen Bruder. Denn all diese werden in vorgerenderten Hintergründen präsentiert, die natürlich stark pixelig und von der Färbung sehr eingeschränkt sind, aber doch fast immer gut das portraitieren, was sie darzustellen gedenken. Der wie in Rotoscoping eingefügte Carnby sticht dort allerdings ziemlich stark heraus. Items sind ein Glitzern oder ein gelbes Icon in der Umgebung, erneut nicht unbedingt natürlich einfügend, aber sicherlich die bessere Alternative zu Pixeljagden auf dem kleinen Bildschirm.

All das ändert sich allerdings, wenn Monster erscheinen. Denn in Alone in the Dark für GBC wird nicht in der jeweiligen Umgebung gekämpft, sondern es geht in einen separaten Bildschirm wie mit Random Encountern in einem RPG. Wobei die hier glaube ich schon fixiert sind. Nun sehen wir aus der Vogelperspektive ein Spielfeld, welches man schon eher auf dem Handheld erwarten würde, in dem abgesehen von den Spinnen kaum definierbare Pixelblobs auf Carnby zurennen, die er unter Beschuss einer seiner drei Waffen nehmen kann. Einige Areale haben zudem Munition herumliegen, um die verbrauchen Schüsse direkt wieder aufzufrischen. Grundsätzlich gibt es allerdings mehr als reichlich Schuss wie Heilung im Spiel herumliegen, als dass man je wirklich in ernsthafte Gefahr geraten würde. Abgesehen von dem einen Bildschirm, in dem die Instakill-Tentakel eines Gegners rumliegen, mit denen besser nicht kollidiert wird.

Jene reichliche Anzahl an Gegenständen macht Alone in the Dark selbstverständlich nicht unbedingt unheimlicher. Aber der nötigen Survival-Horror-Stimmung fehlt es dem Spiel sowieso schon. Nicht nur, weil es sich auf den kleinen Handheld-Bildschirm und die Kapazitäten des GBC beschränken muss. Sondern Kämpfe und Exploration so distinkt voneinander getrennt zu haben, macht es eben auch ziemlich offensichtlich, wann man moderater Gefahr ausgesetzt ist und wann nicht. Das ist immer etwas problematisch bei Spielen, deren Rätsel- und Kampf-Mechaniken komplett voneinander getrennt ablaufen, nur versuchen sie dafür in letzterem durch stark begrenzte Munition oder gar keine Verteidigungsmöglichkeiten den Spannungsbogen zu steigern.

Die Gegner jedoch auch direkt in die vorgerenderte Welt zu setzen, war auf dem GBC sicher nicht möglich. Schon so müssen zusätzliche weitere Abstriche gemacht werden, die mit dem extrem eingeschränkten Modulplatz daherkommen. Die wenigen Story-Sequenzen sind zu Standbildern geworden. Statt zwei Charaktere spielen zu können, wird nur noch Carnby gesteuert. Zudem kommt es gerade Mal zu zwei Bosskämpfen gegen den gleichen Antagonisten und der ganze Spukt ist in einer Stunde und höchsten noch einer halben weiteren beendet.

So wirklich richtig den Hunger auf Survival Horror zu stillen, selbst wenn es nur der kleine für Zwischendurch war, weiß Alone in the Dark auf dem GBC also nicht mal. Sondern verbleibt als interessantes Kuriosum, einfach weil es Alone in the Dark: The New Nightmare auf dem GBC ist.

Handheld Horror: Resident Evil

Letztes Jahr habe ich ja Resident Evil in spielerischer Form auf der Wii etwas für mich entdeckt, und war besonders vom REmake des ersten Teiles sehr eingenommen. Ein wenig interessiert daran, wie sich das Original so spielt, war ich dann aber doch. Und der GBC-Prototype hatte vorher auch nicht sonderlich viel Befriedigung verschaffen können. Aber nicht nur die Wii ist eine Plattform, die mehr Horror zu bieten hat, als ihr landläufig zugetraut wird, sondern der DS steht dem auch nicht nach. Mit Deadly Silence hat der sogar einen Port des Originals inklusive Erweiterungen zu bieten, zu dem ich dann mal gegriffen habe, auch wenn die PSX-Versionen sicherlich billiger zu haben sind.

Was nicht bedeutet, dass Resident Evil DS nicht doch ein oder zwei kleine Verbesserungen bereithält. Zum einen basiert es schon Mal auf dem japanischen Original, nicht dem schwerer gemachten westlichen Release. Charaktere richten sich also via Auto-Aim automatisch nach den Gegnern aus, wenn sie ihre Knarre hochnehmen, statt manuell justieren zu müssen, und Ink Ribbons kommen in Dreiersets statt als Duo, sowie betitelt das Spiel die Kampagnen von Jill und Chris direkt transparent als Normal und Hard Schwierigkeitsgrad. Was im DS-Spiel zusätzlich drauf kommt ist, dass das Messer keinen Platz im arg begrenzten Inventar mehr einnimmt, sondern immer über L für einen schnelle Attacke bereitsteht, das Nachladen der Waffen schneller geht, und sich über einen Knopf schnell um 180° gedreht werden kann.

Nicht zwangsläufig einfacher, aber doch benutzerfreundlicher ist zudem, dass für die Karte und die Lebensanzeige nicht mehr jedes Mal ins Menü gesprungen werden muss, sondern sie auf dem oberen Bildschirm angezeigt werden. Die Türanimationen, die im Original nicht nur da waren, weil es ursprünglich als Remake von Sweet Home konzipiert war, sondern auch um die auf Modul nicht mehr vorhandenen Ladezeiten des CD-Mediums zu kaschieren, dürfen jetzt auch übersprungen werden. Und wer nostalgisch gegenüber den Deutschland-Releases vom zweiten und dritten Teil ist, kann sogar das Blut von Rot auf ein kinderfreundlicheres Grün umstellen! Wem übrigens selbst Jills normales Spiel noch zu fordernd ist, es gibt eine Tastenkombination, um Easy Mode freizuschalten, in dem die Charaktere nicht nur weniger Schaden nehmen und Gegner schneller besiegt sind, sondern auch die Munition verdoppelt wird.

Zu jener Hilfestellung habe ich nicht gegriffen, jedoch vorsichtheitshalber als Jill statt Chris gespielt. Die zwei Inventar-Slots mehr und keine Not zum Einsammeln von kleinen Schlüsseln ist doch viel netter. Ich war ein wenig überrascht, wie gut ich durch das Spiel gekommen bin. So halb durch das erste Begehen der Villa ging mir mal für zwei oder drei Zombies die normale Munition aus, aber gerade wenn man darauf achtet, mit der Schrotflinte für einen Headshot nach oben zu zielen, sollte man gerade so mit der Munition der beiden Standardwaffen im regulären Spielverlauf auskommen. Dadurch bleiben die Magnum und die Bazooka für Bosse und schwere Gegner im finalen unterirdischen Labor.

Durch das Original habe ich zudem erst REmake so richtig zu schätzen gelernt. Es ist schon erstaunlich, wie natürlich sich viele dessen Erweiterungen in das Spiel eingefügt haben, da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht gehabt, bzw. war eventuell natürlich auch das eine oder andere eine fürs Original erdachte aber nicht umgesetzte Idee. Gerade das Treffen auf die Haie ist unglaublich unspektakulär im Original, viele der überarbeiteten oder neuen Puzzle sind im Remake besser, und bietet die Villa einige neue Treppen und Flure, die das Erkunden wesentlich angenehmer machen. Abgesehen davon bin ich im Gegensatz zur restlichen Welt auch nicht ein super großer Fan des (auf dem DS wie alle Sequenzen zusätzlich unglaublich grobkörnigen) Live Action Intros. Allgemein ziehe ich die schnieke Optik vom REmake dem Low-Budget-Look des Originals vor.

Aber das bedeutet nicht, dass man mit Deadly Silence nicht auch ganz gut fährt. Eine klar bessere Version zuerst zu spielen ist da selbstverständlich immer etwas unglücklich. Aber wie erwähnt hat mich das Original mehr dazu verleitet zu merken, wie gut die Verbesserungen im Remake sind, statt dazu zu denken, wie viel primitiver das Original doch war. Denn auch das macht was Atmosphäre, Spielverlauf, und Puzzeln angeht bereits vieles richtig.

Um den Leuten, die das Original bereits in- und auswendig kennen, dennoch einen Grund neben der Portabilität zu geben, warum man sich Deadly Silence holen könnte, kommt das Modul neben dem Classic Mode auch noch mit einem Rebirth Mode daher. Das ist im Prinzip nicht ganz unähnlich dem Arranged Modus aus dem Director’s Cut auf der PlayStation, zumindest vom Konzept her. Denn auch Rebirth würfelt die Verteilung von Gegenständen und Gegnern neu und ändert einige Puzzle ab (beispielsweise muss jetzt bei der Uhr im Esszimmer ganz wie im REmake die Zeit richtig eingestellt werden). Durchaus auch, in dem die Funktionen des DS wie das Mikrophon und der Touchscreen einbezogen werden, um beispielsweise durch Messerstechereien mit den Zombies in First Person zu kommen, die es manchmal beim Betreten eines neuen Raumes nun gibt.

Auch wurde versucht etwas mehr auf Action zu bauen, denn im Rebirth Mode gibt es wesentlich mehr Gegner und dadurch auch mehr Munition, im Gegensatz zum doch eher langsam schleichenden Original und dessen Fokus auf Puzzle übers Kämpfen. Und das ist letztendlich auch der Grund gewesen, warum ich im Rebirth Mode nicht weit gespielt hatte. Die Hauptkampagne ist zu ähnlich, während mich das viele Rumgeballer und die Messerkämpfe eher nervten statt forderten. Ich ziehe doch eindeutig den Classic Modus vor. So richtig für ein Action-Spektakel eignet sich das Original zwecks seiner Optik und der Tank Controls einfach nicht. Zur Befriedigung jenes Verlangens gibt es zudem auch ganz andere Resident Evils zur Auswahl.

Hallowiin: ObsCure II

Mit Obscure II befand sich das für Alone in the Dark (2008, SD) verantwortliche Hydravision auf eigenem Territorium. Das erste Spiel für PS2, PC und Xbox war immerhin deren erster Wurf, und so folgte wenige Jahre später der Nachfolger für PS2, PC und später auch Wii und PSP. Man kann also nicht behaupten, dass sie nicht versucht haben alle Märkte abzudecken. Leider kommt allerdings auch Obscure II in seiner Wii-Version mit erzwungenen Motion Conttrols, obwohl es ja für die anderen Konsolen ein brauchbares Steuerungsschema gibt, und ist ein ziemlich suboptimales Spielerlebnis geworden.

Die Handlung ist erneut Blödsinn, allerdings habe ich diesmal das Gefühl, dass dies so gewollt ist. Obscure II ist stark inspiriert von B-Movies, gerade dämlichen Teen-Horror. Deswegen sind beispielsweise schon mal alle Charaktere absolute Stereotypen vom dümmlich-starken Footballer, der smarten Asiatin, dem unwitzigen Sprücheklopfer, oder Kerl mit krimineller Vergangenheit. Es dauert ungefähr fünf Minuten ins Spiel, bis die Kids bereits eine komische Blume geraucht haben, in einer Silent-Hill-Traumsequenz landeten, und anschließend auf einem von Monstern überranntem Campus aufwachen. Obscure II kennt das Wort „Verschnaufpause“ nicht, sondern es startet sofort voll durch und wird keine Zeit verstreichen lassen, um irgendwas auch auf einen wirken zu lassen, sondern es kommt schon das nächste Monster durch eine Wand gebrochen oder der nächste hahnebüchere Plotpunkt wird offeriert. Das funktioniert natürlich weniger, wenn das Spiel dann anfängt einen Charakter nach dem anderen dramatisch umzubringen, weil sie einem weder nahe waren, und das Spiel auch schon direkt weiter hechtet. Die Charaktere werden auch nie ihr Maul halten können, sondern ständig dumme Sprüche klopfen und sich gegenseitig auf den Zeiger gehen, und ehrlich gesagt blendet man das irgendwann deswegen weitestgehend aus – wobei dem Spiel zugutegehalten werden muss, dass wenn man sich eine Weile in einem Areal aufhält, die Charaktere anfangen Hints dazu zu geben, was sie meinen was hier erledigt werden muss, um weiterzukommen.

Aber so als dämliche Gaudi könnte das Spiel die meiste Zeit über durchaus herhalten, gerade wenn es nicht alleine erfahren wird, sondern jemand mit einem im Raum ist. Das ist ja auch die große Besonderheit, welche die Franchise ausmacht: Obscure und Obscure II boten bereits auf der PS2 einen Multiplayer an. Man wird jederzeit mit zwei Charakteren durch die Areale streichen, und statt einen davon von der KI übernehmen zu lassen, kann eben auch jederzeit ein echter Mensch reinspringen. Vielleicht hat man sich schon alleine deswegen entschieden in Obscure II mehr auf den Putz zu hauen, statt atmosphärischen Horror zu bieten, denn es wird sowieso viel schwerer, jemanden das Gruseln zu lehren, wenn derjenige mit dem besten Kumpel zusammen auf der Couch sitzt, statt ein Spiel alleine im Dunkeln zocken zu müssen.

Ich habe gar keine Couch und musste deswegen allein spielen. Zu den dann computergesteuerten Charakteren kann ich sagen, dass sie brauchbar sind, solange man weiß, was man ihnen ins Inventar steckt. Heilgegenstände benutzen sie sowieso nicht von sich aus, da muss also keine Verschwendung erwartet werden. Munition von Schusswaffen benutzen sie halt sehr freigiebig, weswegen ich ihnen meist einen Baseballschläger in die Hand drückte, für kniffligere Situationen auch noch die normale Pistole, die besseren Waffen wie Schrotflinte etc. nur bei einem der wenigen Bosskämpfe im Spiel. Witzigerweise ist die KI ein viel besserer Schütze als ich gewesen.

Das liegt erneut am Kontrollschema, welches auf der Wii eine Bewegungssteuerung erzwingt, statt alternativ auch schlichtweg das PS2-Steuerungsschema auf den Classic Controller zu erlauben. Das hat schon beim Schießen ein paar umständilche Auswüchse. Grundsätzlich muss Z gehalten werden, um in den Kampfmodus zu wechseln – auch bei Nahkampfwaffen, um sie mit Wiimote-Fuchtelei zu schwingen. Bei Schusswaffen jetzt allerdings den Pointer der Wiimote auch noch auf das Monster richten, mit A das Ziel festlegen, und erst dann kann mit B gefeuert werden. Das setzt natürlich schon alleine voraus, dass der Gegner bereits im Sichtfeld aufgetaucht ist, denn ein wenig mag sich die Kamera (erneut umständlich durch den Wiimote-Pointer) bewegen lassen, doch essentiell hat man es mit vorbestimmten Kameraperspektiven zu tun. Der Gegner ist eventuell also schon näher, als das bei Schusswaffen der Sinn und Zweck dahinter ist. Einfach mit einem Knopfdruck automatisch aniviseren und mit einem anderen Schießen geht da definitiv schneller. Und vor allem so, dass sich besser während des Schießens auch noch bewegt werden kann, um Attacken auzuweichen. In der Wii-Version jedenfalls habe ich von so gut wie jedem Gegner ein paar Schläge einstecken müssen, bevor ich ihn besiegt hatte, wenn ich nicht statt zu kämpfen vor ihnen geflohen bin.

Dazu hat Obscure II sich auch von Resident Evil 4 die Distribution der Gegenstände abgeschaut, und gibt sie einem nur dann, wenn es sie für notwendig hält. RE4 ist natürlich schon ein ziemliches Action-Spektakel gewesen, was entsprechend viel Munition benötigte, so dass regelmäßig neue gefunden werden musste. Und vor allem hat RE4 nicht nur Sachen nicht gespawned, wenn man sie nicht brauchte, sondern teilweise auch mehr als den Standard, wenn man zu viel verbrauchte. Obscure II ist vom Design her ein traditionelleres Survival Horror, es gibt also wesentlich weniger Gegnerauseinandersetzungen und kleinere Gruppen zu bekämpfen. Was bedeutet, dass es natürlich von sich aus schon weniger Gegenstände aufzufinden gibt, weil einfach nicht so viele benötigt werden. Ist dann auch so, dass sobald man mehr als einen Extra-Clip an Munition für eine Waffe hat, keine weitere mehr spawned (abgesehen von kurz von einem Boss vielleicht). Ich jedenfalls fühlte mich die ganze Zeit über unterequipped, was dazu führte, dass ich die Waffen weniger nutzte, was erneut dazu führte, dass weiterhin nichts für sie gefunden wurde. Außerdem scheint Obscure II generell nie mehr als Standard zu geben, wenn man wirklich total auf Null rumläuft, sondern nur Item-Spawns wegzunehmen, wenn es meint man hätte schon zu viel.

Obwohl es im Spiel übrigens viele Charaktere gibt, und manchmal davon auch mehrere Gruppen zusammenkommen, ist es immer vorbestimmt, welche 2er-Truppe ins nächste Gebiet genommen werden muss. Denn jeder Charakter hat eine besondere Fähigkeit. Footballer Sven kann schwere Objekte bewegen, Akrobat Corry Kletteraktionen vollführen, Nerd Mei sich in Sicherheitssysteme hacken, Bombshell Amy Zeitung lesen (ernsthat, es nennt sich Decrypting, aber letztendlich fügt sie nur Schnipsel zusammen, und liest sie dann vor). Es wäre sicher interessant gewesen, wenn es verschiedene Wege durchs Spiel gäbe, je nachdem wen man im Team hat, oder ob einem schon Charaktere davon gestorben sind. Stattdessen hat man das Problem alle für den Notfall ihres Einsatzes geheilt zu lassen, und sich zu ärgern, wenn man einem davon gerade ein Medkit gab, nur damit derjenige in der nächsten FMV stirbt und aus dem Spiel ausscheidet.

Immerhin sind die Speicherpunkte sehr kulant gesetzt. Das liegt wohl daran, dass in der ursprünglichen Version für PS2/PC jeder davon nur einmalig genutzt werden konnte. Entsprechend ist das Spiel darum designt und es wird in der Regel nur ein paar Räume mit ein oder zwei Gegnervorkommen und einem Puzzle geben, und hat nach spätestens 15 Minuten Spielzeit den nächsten Speicherpunkt vor sich. In der ein Jahr später erschienenen Wii-Version ist das sowieso hinfällig, denn nun können Speicherpunkte wiederverwendet werden. Obwohl die Spielanleitung immer noch behauptet, dies wäre nicht der Fall.

Während die Ingame Grafik übrigens (für ein PS2-Spiel) gut aussieht, wenn auch das Design an sich ziemlich spröde ist, so sehen die FMVs absolut scheußlich aus. Das sind Plastikfiguren mit unnatürlichen Bewegungsabläufen, wie ich sie auf der ersten PlayStation erwarten würde. Nach den Ending Credits übrigens schön brav sitzen bleiben, denn in all seinem merkwürdigen Irrsinn geht Obscure II anschließend schlichtweg noch Mal für fast eine Stunde und einem weiteren Endboss weiter, bevor es erneut und diesmal entgültig die Credits rollt.

Vom Design her wäre Obscure II eigentlich ein absolut mittelmäßiger Standard-Survival-Horror, der gnadenlos im Genrepool auf der PS2 untergehen würde, wäre da nicht der Coop und die absolute irrsinnige B-Horror-Fahrt, den die Story abliefert. Leider ist es so, dass dies weniger amüsiert und unterhält, als häufig einfach nervt. Die Charaktere gehen einem auf den Zeiger, die Gegner wirken oft unfair platziert, das Spiel hält einen ständig an Munition an der super kurzen Leine, die Bewegungssteuerung hakt immer mal wieder. Es ist kein absolut kaputtes Durcheinander wie Alone in the Dark auf der Wii war, aber Begeisterung meinerseits sieht ehrlich gesagt auch anders aus.

Hallowiin: Alone in the Dark (2008)

Reboots sind keine neue Erfindung. Das 2001er Alone in the Dark: The New Nightmare war beispielsweise eine Neuversuch die ehemals erfolgreiche Survival-Horror-Vorreiter Franchise aus dem Dunkel der Vergessenheit geholt werden sollte. Funktionierte nicht, und so brachte Atari 2008 mit dem schlichtweg als Alone in the Dark betitelten Spiel die Serie auf alle damals relevanten Platformen. Wobei die PlayStation 2 und Wii dank der durch die Obscure-Reihe bekannten Hydravision zustande kamen, während die Version für die HD-Konsolen davon unabhängig produziert wurde.

Letzes Jahr in den Hallowiin-Wochen hatte ich ja gerschrieben, dass meine Erwartungshaltung an Wii-Horror nicht so hoch war. Von den Resident Ewiils natürlich mal abgesehen. Die restlichen Spiele haben da nicht unbedingt den besten Ruf. War dann aber doch etwas überrascht, weil die doch alle wenn auch nicht überragend, so doch wenigstens kompetent gemacht waren, und sich auch ganz gut um die Motion-Control-Gimmicks zu bauen wussten. Alone in the Dark 2008 hingegen ist die Art von Spiel, die ich damals erwartete.

Die Handlung an sich ist schon ein unglaubliches Durcheinander. Nachdem wir ein paar Mal blinzeln durften, erwacht also der unter Amnesie leidende Edward Carnby in einem Wolkenkratzer, der bald von dunklen Rissen heimgesucht werden wird, welche Menschen verschlingen. Aus denen entspringen glaube ich auch die Monster, so ganz klar war das nicht. Irgendwann finden wir dann heraus, dass der hiesige Edward Carnby zwar mehr wie der aus The New Nightmare aussieht, aber doch der 1930er-Carnby aus der ursprünglichen Trilogie sein soll. Irgendwie ist der Stein der Weisen wichtig. Kein Plan, man schlägt sich irgendwie so durch die abgehackten zehn Kapitel, bekommt immer mal wieder Versatzstücke an wirrer Exposition von Charakteren entgegengeworfen. Und am Ende darf ein von zwei Enden eingeleitet werden, die beide keinen Sinn machen. Hier hat wohl jemand eine kurze Zusammenfassung der eigentlichen Story verfasst, dazwischen versehentlich Absätze gelöscht, und dies Hydravision geschickt, die dies 1:1 so ins Spiel umgesetzt haben.

Da turnt man in der einen Episode noch außen an einem Wolkenkratzer entlang, fährt in der nächsten durch die Straßenschluchten vor den Rissen davon, muss im Central Park das Museum unsicher machen, oder ist plötzlich in der Kanalisation, der U-Bahn oder einem unterirdischen Tempel anzutreffen. Es ist immer klar, wie man von Ort A nach B gekommen ist. Nur das warum ist wieder so eine Sache, die häufig eher vage bleibt.

Alone in the Dark möchte sich dabei wie die DVD einer Serie gebaren. So ist es beispielsweise gar nicht nötig, jede der Episoden wirklich selbst zu spielen, sondern es gibt einen Menüpunkt, unter dem alle Episoden und die drei bis vier Szenen, in die sie unterteilt sind, direkt angesteuert werden können. Inklusive „Previously on“-Zusammenfassung wie in Resident Evil: Revelations dessen, was vorher gerade geschehen ist – nicht das diese mehr Licht ins Dunkel der fragmentierten Handlung bringen würden. Eine Option, die ich dennoch abslut begrüße.

Genau genommen könnte das Spiel unglaublich schnell beendet sein. Jede dieser Szenen, in welche die Episoden unterteilt sind, bieten im Schnitt vielleicht 5 Minuten an Gameplay, wenn man genau weiß, was zu tun ist. „Wenn“ ist hier das operative Wort. Das Spiel hat keinerlei manuellen Speicherpunkte, sondern setzt einen Auto-Save ans Ende jeder dieser Szenen, sprich drei bis vier pro Episode. Wer irgendo dazwischen scheitert, darf von vorn beginnen. Abgesehen davon, dass es, obwohl das Spiel ungalublich linear und Areale sehr eingeschränkt sind, gern mal etwas dauert, bis man herausklamüsert hat, was das Spiel jetzt genau von einem will, oder wo es jetzt ganz genau lang geht, statt von Kniehohen Zäunen und Schutt aufgehalten zu werden. Das Spiel kontrolliert sich nämlich nicht immer so gut. Da stürzt einem Carnby auch schon gerne Mal in einen Abrund, statt die nächste Platform zu erreichen, oder man sieht die gewünschten Interaktionspunkte schon gar nicht, egal ob man nun in den 3rd- oder 1st-Person-Blickpunkt wechselt.

Und dann erst die Motion Controls. Um die Waffe oder Taschenlampe zu ziehen, muss nach links bzw. rechts gefuchtelt werden. Wer die Jacke (das Inventar) öffnen will, muss eine entsprechende Seitwärtsbewegung mit Nunchuck und Wiimote machen. Gegner angreifen, wobei den meisten netterweise einfach aus dem Weg gegangen werden kann, wird auch entsprechend wild gefuchtelt. All das funktioniert mal besser, und dann mal wieder schlechter. Der Höhepunkt der Gefühle ist allerdings die Kontrolle von Vehikeln, denn das Lenkrad wird gedreht, in dem man die Wiimote nach links oder rechts neigt. Das dies unglaublich ungenau ist, und man schnell zu stark einlenkt, ist da vorprogrammiert. Deswegen hat mich die erste Szene in der dritten Episode auch über eine halbe Stunde gekostet, sie ist nämlich eine einzige Autoverfolgungsjagd, in der schnell genug eine Autobahn herabgerast wird, während von den Seiten hineinfallenden Trümmern ausgewichen werden muss. Die zweite Autoverfolgungsjagd zu Beginn von Episode 9 ist schlichtweg unschaffbar. Jetzt nämlich in Nebenspuren im Central Park, so dass die Fahrbahn schon kaum breiter als das Auto ist, und alle Nase lang eine Kurve auftaucht. Zu langsam gefahren und die Verfolger holen einen ein. Eine Kurve verpasst und es ist rum. Einen Baum am Straßenrand gestreift und das Auto überschlägt sich. Ich war echt am Verzweifeln und habe letztendlich schlichtweg die Menüoption genugt, diese Szene zu überspringen, und ab der nächsten weiterzumachen. Ich bin ernsthaft der Überzeugung, dass diese Challenge mit Motion Controls so gut wie nicht machbar ist.

Allgemein muss ich eingestehen, dass ungefähr jede zweite Szene mindestens ein, wenn nicht mehrere, Momente bot, in denen ich den Bildschirm angeflucht habe. Gab es wirklich so etwas, wie Quality Control während des Erschaffens dieser Monstrosität? Fragen wie „Was soll ich überhaupt machen?“ oder „Warum war das jetzt falsch“ lagen mir jedenfalls permanent auf der Zunge.

Die besagte Taschenlampe, oder dass man Möbel an offenem Feuer anstecken kann, bedeutet letztendlich auch nie etwas. Man sollte meinen bei einem Titel wie Alone in the Dark würde das Spiel etwas mehr draus machen. Letztendlich wird die Taschenlampe aber nur für eine Szene in Dunkelheit benötigt, während man sonst eigentlich genug sieht. Und Feuer ist so selten, dass es beispielsweise nie taktisch gegen die Gegner eingesetzt werden kann, sondern meist nur um eine Holzbarrikade drei Schritte nach rechts zu eliminieren.

Zuguterletzt kann ich auch nicht behaupten, dass das Spiel sonderlich gut aussehen würde, sondern es macht eher den Eindruck eines frühen PS2-Spieles, statt eines, welches am Ende dessen Ära erschienen ist. Überraschenderweise schaut das Modell von Carnby auch noch mit am schlimmsten aus, obwohl jener doch der Hauptcharakter ist.

Alone in the Dark 2008 wäre in jeder anderen Form bereits ein ziemlich schlechtes Spiel gewesen. Auf der Wii hingegen mutiert es zu einer Scheuslichkeit, die selbst den schlimmsten Feinden nicht zugemutet werden sollte.

Spirit Camera

Zum Abschluss dann doch noch eines der Spiele, die auf eher nicht dafür bekannter Konsole beheimatet sind, vielleicht sogar auf einer sich eher über Gimmicks auszeichnenden. Diesmal lassen wir Nintendos Vorzeige-Casual-Erfolgskonsole allerdings links liegen, sondern widmen uns den ebenfalls nicht als erste Wahl für Horror-Fans zu nennenden Handhelds.

Nintendo hat nicht nur den erwähnten Hang dazu ihre Spieleplattformen mit diversen Gimmicks auszustatten, um sich von der hauptsächlich auf Pferdestärken setzenden Konkurrenz abzusetzen, sondern dann auch Entwickler dazu zu verpflichten, jene einzubauen. Geht natürlich auch besonders immer dann gut, wenn besagter Entwickler sowieso von einem finanziert wird, wie das der Fall bei Tecmo Koei ist, deren Project Zeros durch deren Mitfinanzierung mittlerweile Exklusivtitel für Nintendo sind.

Und immerhin, das Einfangen von Geistern per übersinnlichen Kamera bietet sich ja doch für den 3DS an. Immerhin ist der – wie das Handhelds so an sich haben – portabel, und auch mit einer Kamera ausgestattet. Dann noch die Funktion via Augmented Reality über das Einscannen von Bildern Figuren in der eigentlichen Umgebung zu platzieren, und schon ward das Konzept hinter dem Spinoff geboren.

Denn Spirit Camera integriert den Spieler direkt in das ca. 3-stündige Geschehen seiner Hauptstory. Ein wenig Fantasie ist natürlich dennoch abverlangt. Man darf sich also bitte vorstellen, das AR-Buch sei kein solches dem Spiel beiliegendes Booklet, sondern ein verfluchtes Tagebuch, das einem zugeschickt wurde. Eingescannt, und der Geist von Maya steht bei einem im Raum, um immer mal wieder angequatscht zu werden, damit sich nach und nach ihre Verbindung mit der im Tagebuch hausenden Frau in Schwarz, die Leuten das Gesicht abreißt, offenbart. Wer Project Zero kennt, den wird allerdings nichts wirklich überraschen, denn Spirit Camera ist so ein wenig wie die schnelle Fußnoten-Variante einer solchen Geschichte.

Wann immer der aktuelle Wortschwall von Maya erschöpft ist, heißt es eine neue Seite im AR-Buch einzuscannen. Um einen weiteren dort gefangenen Geist freizulassen, der natürlich prompt angreift. Auch dies ins eigene Zimmer hinein gesetzt. Das ist schon ganz cool, sich wirklich herumdrehen oder nach oben und unten schauen zu müssen, um den Geist ins Visier und die Camera Oscura aufgeladen zu bekommen, wenn der Angriff kommt und die Linse sich rot färbt schnell abzudrücken, um nicht nur am meisten Schaden zu machen, sondern auch die Attacke des Gegners auszucanceln. Später gibt es sogar ganz gewohnt die Speziallinsen, die gegebenenfalls mal durch eine Illusion blicken etc.

Was aber so richtig interessant ist, ist die Tatsache, dass Spirit Camera einem durchaus auch Flashbacks gibt, in denen durch das Spukhaus, das in den Seiten des Tagebuchs verborgen ist, gegangen wird, sich dabei weiterhin durch das Drehen des 3DS umgeschaut wird. Außerdem findet der finale Bosskampf in einer virtuellen Arena statt, anstatt wie bisher im eigenen Badezimmer.

Dahingehend finde ich das interessant, als das dies aufzeigt, dass durchaus ein normales Project Zero drin gewesen wäre. Ein wenn vielleicht auch leicht abgespecktes Hauptspiel, bei dem man sich in Egoperspektive durch ein Spukhaus manövriert, und per Gyroskop-Steuerung die dortig auftauchenden Geister fotografiert. Oder vielleicht sogar wie die anderen Hauptteile das Begehen des Hauses in Third Person zu verfassen, und nur wenn man die Kamera herausholt, um ein Portrait das aufgetauchten Geistes zu machen, in die Egoperspektive mit Schwenksteuerung umspringt.

Denn die Sache ist die, dass Spirit Camera einfach nicht so sehr viel her gibt, aber ganz ähnlich wie Ju-On das Gimmick auch nicht wirklich für ein Spiel voller Länge von 8-10 Stunden funktionieren würde. Das AR-Buch zu scannen und die daraus entsteigenden Geister in der eigenen Küche abzulichten ist nur für die 2-3 Stunden launig. Aber genau deswegen wäre das hier als eine Proof of Concet Demo, als Anheizer eben, gut gewesen. Oder als Budget-Release im e-Shop oder auf Smartphone. Oder eben als Bonusspielchen zu einem mehr oder weniger vollwertigen Project Zero. Kein Wunder, dass Spirit Camera eher schlecht abgeschnitten hat, wenn man bedenkt wie wenig hier für ein Vollpreis-Release geboten wurde. Ich hab es für 10€ bekommen, und war durchaus zufriedengestellt, hätte aber auch nicht mehr für ausgeben wollen.

Wobei ich schon ein paar kleinere Probleme mit dem Spiel hatte. Zunächst ist es natürlich eher für die Atmosphäre abträglich, dass man in einem hell beleuchteten Raum spielen muss, damit man das AR-Buch überhaupt einscannen kann. Zudem würde ich vorschlagen es bei Tageslicht zu spielen, denn als ich es später am Abend auch zocken wollte, und zwar unter Deckenbeleuchtung, hatte ich arge Probleme damit eine Stelle im Raum zu finden, die dem Scanner hell genug war, ohne dabei eine Lichtreflektion auf den Seiten zu haben, die das Scannen wieder unmöglich macht. Jetzt weiß ich, wie es Spielern von Boktai ging, im Versuch genug Sonnenstrahlen für das Spiel einzufangen, und auf dem reflektierenden GBA-Screen dennoch was sehen zu wollen. Dazu kommt noch, dass ich persönlich zumindest mit einer Attacke des letzten Bosses der Story Probleme hatte, dass es meine Fotos auch registriert, sondern die oft durchgegangen ist, obwohl ich vermeintlich im richtigen Zeitpunkt abgedrückt habe. Und zuletzt wäre es schön, wenn die Bonus-Modi nicht ebenfalls ständige Verbindung zum AR-Buch bräuchten.

Denn ja, Spirit Camera ist dann doch nicht nur 3 Stunden Hauptstory, sondern bietet einem noch den einen oder anderen Modus an. Wenn die Geschichte durchgespielt ist, kann beispielsweise auf New Game + das Ganze erneut unter höherem Schwierigkeitsgrad gezockt werden. Außerdem sind die einzelnen Geister nun losgelöst von der Geschichte freigeschaltet. Wie gesagt muss man sie leider weiterhin über ihre AR-Seiten einscannen, kann sie dann im Galerie-Modus betrachten, oder unter zwei höheren Schwierigkeitsgraden erneut bekämpfen. Wer Project Zero 2 Wii besitzt (oder einen Scan das Booklets auftreibt), kann sogar dessen Zwillinge für die Galerie einscannen.

Zudem gibt es zwei Nebenmodi, die von Anfang an freigeschaltet sind. Im einen lassen sich Bilder von der Umgebung oder Gesichtern der Mitmenschen machen, in die das Spiel dann manchmal Geistererscheinungen setzt, zudem besagte Gesichter auf einen Normi-Geist gezogen und der dann bekämpft werden. Hilfreich für Möchtegern-Kreative, die um sich von anderen Kerlen auf Dating-Profilen abzusetzen keine normalen, sondern heimgesuchte Schwanzbilder verschicken wollen. Auch gibt es einen Modus, in eher puzzlige Missionen, bei denen man beispielsweise Verstecken mit dem Geist eines kleinen Jungen spielt, statt kämpfen zu müssen.

Von daher, für das was es ist, ist Spirit Camera durchaus kurzweilig unterhaltend. Nur das, was es ist, ist eben einfach nicht sonderlich viel.

Hallowiin: Resident Evil 4

Resident Evil hat in seinen Anfängen eine sehr turbulente Entwicklungsgeschichte. Es ist sicherlich grundsätzlich nicht ungewöhnlich, dass ein finales Produkt sich von ersten Konzepten unterscheidet, aber die Resident Evil Franchise beinhaltet so viele über Bord geworfene Konzepte, wie sonst nur Legacy of Kain. Resident Evil ward aus der Idee eines Sweet Home Remakes entsprungen, Resident Evil 2 war ursprünglich ganz anders gedacht (und der Prototyp ist mittlerweile als Resident Evil 1.5 aufgetaucht), Resident Evil Zero hätte mal auf dem N64 erscheinen sollen, das Nemesis-Spinoff wurde nur Resident Evil 3 um aus dem 3-Spiele-Vertrag mit Sony zu kommen, ein früheres Konzept für ein Resident Evil 3 auf einem Luxusdampfer stattdessen für Gaiden und Revelations verwendet.

Aber so richtig witzig wird es mit Resident Evil 4. Das Spiel sollte von Anfang an in eine drastisch andere Kerbe als seine Survival Horror Vorfahren schlagen, die Franchise ordentlich aus dem Status Quo rütteln. Ein erstes Konzept direkt nach dem Release von Resident Evil 3 war dann aber doch so Action-geladen, dass man daraus stattdessen ein eigenständiges Spiel machte: Devil May Cry. Ein Schloss als Setting war hingegen immer ein wichtiger Bestandteil, so auch in den drei folgenden Prototypen mit den Codenamen „Castle“, „Haluzination“ und „Zombie“, die alle nicht ganz kongruent wirklich dem Spiel entsprechen, welches letztendlich als Resident Evil 4 erschien. Dafür wurden allerdings Ideen vom Castle-Prototypen für Haunting Ground verwendet.

Nicht das es mit der Finalisierung des Spieles rum wäre an Turbulenzen. Residente Evil 4 war eines der angekündigten Capcom Five, vertraglich zwischen Capcom und Nintendo zum Pushen des GameCubes als fünf Exklusivtitel beschlossen. Nur das wegen der mauen Verkaufszahlen des Systems bereits ein PS2-Port von Resident Evil 4 angekündigt wurde, noch bevor das GC-Original auf dem Markt war, und kein 10 Monate später nach dessen Release auch in den Regalen stand. Frühe Konsolenkrieg-Debatten waren dann auch hitzig. Denn während die PS2-Version ähnlich wie die Ports der anderen Capcom Five Killer7 und Viewtiful Joe mit einem deutlichen Downgrade an Grafik und Sound auf die schwächere Hardware kam, so bekamen PS2-Spieler allerdings neue Inhalte, die es auf dem GC nicht gab. Eine mittlerweile obsolete Debatte, denn Resident Evil 4 ist auch auf Wii, PC, PS3, PS4, Xbox360 und der Xbone erhältlich – alle mindestens auf dem technischen Stand der GC-Version aber mit allen zusätzlichen Inhalten der PS2-Variante.

Nachdem Baby Leon S. Kennedy sich in Resident Evil 2 seine Sporen verdient hatte, bekommt er nun gleich einen richtig großen Auftrag: Ist er ein bad enough dude, um die Tochter des Präsidenten höchstpersönlich zu retten? Leon ist übrigens dabei so nett, uns zu Spielbeginn direkt kurz zu erzählen, was in den vorigen Resident Evils geschehen ist, damit man sich den Rest des Spieles über fragen darf, was das nun mit irgendwas in Resident Evil 4 zu tun hat. Um zum Schluss zu kommen, gar nichts, aber wenn der nächste Teil schon so komplett anders ist, muss halt zunächst versichert werden, dass es Teil der Franchise ist. Denn in Resident Evil 4 ist irgendwo wirklich so ein wenig alles anders. Selbst in der Handlung besiegen wir jetzt theoretisch von Plagas infizierte Leute, statt Zombies, auch wenn einem sicherlich vergeben ist, wenn man den Unterschied vergisst.

Das komplette Spiel ist sehr auf Action fokussiert, im Gegensatz Resident Evil und Zero, bei denen es eben um Survival geht, zu wissen wann und wen man umbringt oder ausweicht, mit Ressourcen hantieren zu müssen. Es dauert nicht lange ins hispanische Dorf hinein, dem ersten Gebiet des Spieles, bis man recht desensibilisiert der Tatsache gegenüber ist, dass einem regelmäßig in den Setpieces Dutzende an Zombies anspringen werden. Die durchaus mit Heugabeln, Fackeln, oder gar Dynamit bestückt auf den armen Leon losgehen.

Um diesem Gegneraufkommen Herr werden zu können, benötigt es natürlich an viel mehr Gegenständen. Zum einen für die Heilung als auch Munition für die diversen Knarren, die teilweise gefunden und teilweise beim Händler gekauft werden. Ja, es gibt Händler, die Leon aushelfen können. Vor allem auch wichtig, um ihnen gefundene Schätze zu verkaufen, und für die Peseten dann die Waffen aufzurüsten, um sie stärker und stärker zu machen. Die dann in einem Diablo-esquen Inventar aufbewahrt werden, bei dem nicht mehr jeder Gegenstand einen Slot einnimmt, sondern sie eine gewisse Größe haben und dann auf dem zur Verfügung stehendem Grid ein wenig Tetris gespielt werden kann, bis hoffentlich alles passt.

Resident Evil 4 ist übrigens äußerst clever designt, und das auch nicht so wahrnehmbar im Hintergrund, um allzu viel Frust zu sparen. So lässt es einen zwar zu Beginn eines neuen Spielstandes die Option, auf welchem Schwierigkeitsgrad man beginnen möchte, aber jenes steht nicht in Stein gemeißelt. Wenn man nämlich besonders gut spielt, erhöht das Spiel jenen langsam im Hintergrund, benimmt man sich jedoch besonders dämlich, setzt er ihn auch wieder langsam runter. Um einen ausgewogenen Mittelweg zu finden, statt sich unter- oder überfordert zu fühlen. Auch tendiert das Spiel dazu, dass Gegner die Items droppen, die man braucht. Wer also alle Heilgegenstände aufgebraucht hat, wird wahrscheinlich bald einen Ersatz finden. Kaum Munition dabei? Schon wird sie häufiger fallengelassen. Und auch nur für die Knarren, die Leon im Inventar hat, statt welche, die man nicht gebrauchen kann.

Zusammen mit gelben Kräutern, um die Lebensleiste zu erhöhen; diversen Fallen in der Landschaft, die umgangen werden müssen; die viele Schießerei; und die Möglichkeit Gegner durchs Beschießen ihrer Waffen oder Beine weniger gefährlich zu machen; nicht zu vergessen von QTEs, die einen selbst in der Cutscene involviert halten sollen; dem Fehlen von Ink Ribbons; fair gesetzten Checkpoints beim Ableben, statt immer den letzten Save laden zu müssen; die Pesetas, die essentiell Punkte fürs gute Spielen sind; und eine Unterteilung in fünf Kapitel a drei bis vier Subareale mit anschließendem Score; gibt es schon viel Action im Spiel.

Auch ziemlich clever designt ist es, wie das Spiel einen langsam aber sicher in alles einführt. Wir starten 1-1 mit einer Hand Gun, aber sobald die erste große Gruppe Gegner angreift, ist auch die Shotgun erreichbar, um mehr Crowd Control zu haben. Das erste weite Areal über eine Schlucht hinweg mit verstreuten Gegner gibt es genau dann, wenn man die Rifle kaufen kann, um sie von Weitem auszudünnen. Sobald man gut damit umgehen kann, Gegner mit Kopfschüssen zu erlegen, tauchen die ersten mit Helmen auf, oder aus denen die Plagas hervorsprudeln, um sie gefährlicher zu machen. Auch Escort Mission Ashley ist überraschend wenig nervig. Zum einen startet man das Spiel alleine, um sich langsam an das Geschehen zu gewöhnen. Erst nach ein paar Subkapiteln findet man Ashley, die einen von nun an begleitet. Allerdings interessieren sich die Gegner im Village nicht sonderlich für sie, man muss sie also nur vor den Massen beschützen – erst ab dem Castle versuchen die Gegner auch aktiver sie zu entführen und man muss ein genaueres Auge auf sie haben. Abgesehen davon kann man ihr befehlen sich an gewissen Punkten zu verstecken, und sie springt immer aus dem Weg, wenn Leon in ihre Richtung zielt, damit man sie nicht versehentlich erschießt. Und sobald man ein wenig Stress mit Ashley hatte, wird sie einem vom Spiel eh wieder viel aus dem Team genommen. Letztendlich ist sie wirklich kaum ein Problem und ehrlich gesagt wuchs sie mir richtig ein wenig ans Herz.

Derek Alexander hat übrigens mal gesagt, dass er die Theorie hat, die verschiedenen Vorversionen des Spieles seien nicht so sehr komplett eingestampft, sondern in das Endprodukt eingebaut worden. Und ich kann das durchaus sehen, weil Resident Evil 4 zum einen extrem lang ist – ich habe 19 Stunden durch die Hauptkampagne gebraucht, was doppelt bis dreifach so lang wie Survival Horror normalerweise ist – und auch fast wirkt, als hätte man mehrere Spiele zusammen geworfen. Sowohl das Village, das Castle wie auch das Island-Finale könnten fast komplett eigenständige Spiele sein, die zudem die Gewichtung auch stark anders legen. Im Village hat man hauptsächlich mit Rumballer-Action zu tun, im Castle hingegen kommt es zu sehr vielen Puzzeln. Dann gibt es Kapitel 3-4, in dem man Ashley komplett alleine um Gegner herum puzzeln muss, Clock-Tower-Style. Ich kann sehen, woher Shinji Mikami seine Eigeninspiration in The Evil Within gefunden hat, einfach alle Horror-Tropes an die Wand zu werfen, damit auch was hängen bleibt. Nur hat er in Resident Evil 4 sich noch keine Story-Ausrede ausgedacht, warum dies alles nicht zusammenpassen muss, sondern die Schoße doch halbherzig narrative zusammen gehalten. Ich mein ein wenig blöd sind die Resident Evils ja eh, und 4 ist sich dem sogar sehr bewusst, von daher kann man im Sinne dessen, was Cool aussieht und Spaß zu spielen macht, auch eh über viel hinweg sehen, was jetzt nicht so logisch ist.

Und was Resident Evil 4 für eine Gaudi ist. Ich hätte echt nicht erwartet, so viel Laune dabei zu haben, Horden an Zombies zu erschießen, mit Granaten um mich zu werfen, Setpiece nach Setpiece anzuschauen, und fiesen Bossen den Gar auszumachen. Selbst das Inventar-Tetris oder das absolut optionale Shooting-Minispiel, um sich die Flaschendeckel zu erspielen, sind eine Freude.

Ohne die anderen Versionen gespielt zu haben, möchte ich übrigens ganz dreist mal behaupten, dass zudem die Wii Edition die ultimative Version des Spieles ist. Motion Controls sind häufig ein dämliches Gimmick irgendwo zwischen kurzweiligen Party-Nonsens oder nerviger Alternative zu besser-genaueren traditionellen Controls. Aber wenn die Wiimote mal für eines gut ist, dann Pointer Controls, weswegen es ja auch nicht wenige Shooter auf der Konsole gibt. Es ist schlichtweg ein fantastisches Gefühl und eine sehr genaue Sache, mit der Wiimote auf Gegner zu zielen, so dass selbst ich keine großen Schwierigkeiten mit Kopfschüssen hatte. Das mit Analogsticks und dem kleinen Laserpointer der anderen Versionen zu haben, kann einfach nicht so genau von der Hand gehen.

Wie bereits eingangs erwähnt, ist Resident Evil 4 nach seinen satten 19 Stunden Hauptkampagne noch nicht rum, und wir sprechen hier nicht davon, es mit neuen Kostümen auf anderen Schwierigkeitsgraden oder mit aus dem Vorlauf bereits aufgepowerten Waffen von vorn zu beginnen, was natürlich auch jederzeit zur Option steht. Nein, es gibt Bonusmodi. Wobei in Deutschland der Story-lose Score-Mode Mercenaries und die sehr kurze Nebengeschichte Asignment Ada nicht enthalten sind. Wir haben allerdings Seperate Ways, in dem man in fünf Kurzkapiteln punktuell das spielt, was Ada so während der Story hinter den Szenen gemacht hat. Um sich noch mal 6 weitere Spielstunden anzuhäufen. Sie kann keine Waffen upgraden und das Spiel ist automatisch auf Schwierigkeitsgrad Normal, außerdem scheint mir Ada schneller aber schwächer als Leon, ansonsten ist es allerdings so ziemlich mehr Resident Evil 4, und somit immer noch gut. Nicht ganz so toll designt wie die Bereiche von Leon, aber dafür ist es ja auch nur ein Bonusspiel. Da es bei der PS2-Version zum ersten Mal dabei lag, kommt es allerdings mit den eindeutig schlechter aussehenden FMVs für die Cutscenes daher, statt sie ingame zu behalten wie im Hauptspiel.

Dann war es doch langsam gut, denn so sehr ich es mag, so stellt sich nach 25 Stunden selbst dem tollen Resident Evil 4 gegenüber ein wenig ein Burnout ein. In der Zeit ist man ja drei Mal durchs REmake gespurtet! Was ich auch gemacht hatte, so sehr hatte mir das Spiel gefallen. Für RE4 brauch ich aber vorerst kurz eine Verschnaufpause, statt dass mir direkt die Finger nach einem weiteren Durchgang mit Ashley im Ritterkostüm jucken. Aber es waren 25 Stunden ohne irgendwelche Durchhänger, und welches Spiel kann das schon von sich behaupten?

Und damit kommt mein bespielen von Resident Evil zu einem Ende. Im Prinzip fast mein erster Berührungspunkt mit den Spielen, denn so wirklich ganz zählt ja das Spinoff Gaiden oder der nie ganz fertiggestellte GBC-Port des Erstlings nicht. Und ich bin tatsächlich restlos überzeugt, was natürlich vor allem am fantastischen REmake und dem super launigem Resident Evil 4 liegt.

Hallowiin: Resident Evil Zero

Ich muss schon sagen, ich habe irgendwo Respekt gegenüber dem Umbrella-Designteam in ihrem ungezügelten Hang zu Ästhetik und Klasse, und ihren Willen mit der Buchhaltung zu schlafen, um diese überkandidelten Pläne auch finanziert zu bekommen. Die bauen nie einfach nur irgendeinen holen Betonblock von einem Labor. Nein, da muss mindestens noch eine herrschaftliche Villa drauf, oder das Ding ist irgendwo in einem gotischen Schloss oder royalem Personenkreuzer untergebracht. Ja Resident Evil 0 zeigt uns, dass sie aus irgendwelchen Gründen gleich zwei unterirdische Laborkomplexe in Ruf-Distanz zueinander im Wald vor Raccoon City mit jeweils ihrem eigenen Herrenhaus als Hut gebaut haben.

Außerdem unterhalten sie den romantischen Luxuszug Ecliptic Express, weil man ja mit Stil seine Angestellten in besagte Labore über den Minenschächten und unterirdischen Flüssen, aber unter den Villen im Wald verborgen, bringen muss. In dem nämlich das seit dem N64 in Entwicklung befindliche Spiel dann letztendlich Jahre später auf dem GameCube startete. Erneut spiele ich den schlichten Port auf die Wii, wobei diesmal das Bild besser zu sein schien, es weniger Interlacing-Probleme gab, zumal es sich nun auch auf 16:9 zieht, auch wenn natürlich die native Auflösung, in dem das Ding besser aussieht, weiterhin 4:3 ist. Kurios allerdings, dass nach der Türöffnungs-Animation eindeutig noch eine oder zwei Sekunden Schwarzbild kommt, bei dem die Konsole auf die Disc zugreift. Waren diese Dinger nicht gemacht, um solche Ladezeiten zu kaschieren? Hat der GC schneller geladen?

Übrigens ist dies das erste Resident Evil mit Coop! Irgendwie, denn diesmal haben wir es mit zwei Charakteren zu tun. Zum einen niemandes Lieblings-Charakter aus dem ersten Teil, Rebecca, und dem entflohenen Massenmörder Billy, den sie mit ihrem Team eigentlich fangen sollte. Aber wenn man es mit Spaghetti-Monster-Zombies zu tun bekommt, verbündet man sich eben.

Das bringt so einige Callbacks zu Sweet Home mit sich, welches ja das erste Resident Evil inspirierte. Denn auch hier kann man sich entscheiden, ob man in Gruppe gehen will, oder doch lieber sich auftrennt. Meist ist es allerdings empfehlenswert mit doppelter Pistolen-Power durch das Anwesen zu laufen, die KI schießt dann für den Partner. Einige Rätsel können natürlich nur gelöst werden, in dem beide Charaktere an unterschiedlicher Stelle etwas machen, und manchmal werden sie von der Handlung her auch getrennt. Zurückgelassene werden evtl. in einem Raum auch schon mal angegriffen, während man den anderen fremdsteuert. Auch haben beide Charaktere ihre eigenen Vor- und Nachteile, nicht ungleich dem ersten Resident Evil. Maßgeblich ist wieder, dass der Kerl schneller schießt und mehr Treffer einstecken kann, außerdem schwere Gegenstände schiebt, während die weibliche Komponente etwas schwächelt. Dafür kann allerdings nur Rebecca als Medic die Kräuter zu potenteren Heilmitteln mixen. Nicht aus Sweet Home übernommen wurde, dass das Spiel auch weitergeht, wenn man Charaktere verliert, denn dies bedeutet ein Game Over in Resident Evil Zero. Wieder aus Sweet Home ist allerdings das Gegenstands-Management. Es gibt keine bodenlosen Truhen mehr, die via interdimensionalen Portalen ihre Inhalte miteinander teilen. In Resident Evil Zero werden Gegenstände ganz einfach auf den Boden geworfen, die das Inventar von 6 Slots pro Charaktere zumüllen, von wo sie später wieder aufgenommen werden können.

Was interessant ist, denn somit kommt dieses Resident Evil noch stärker an den Vorvater des Survival Horrors, Alone in the Dark. Ein Spiel in einer Villa mit unterirdischen Tunneln gen Ende. Ein Spiel mit 3D-Modellen auf vorgerenderten Hintergründen. Ein Spiel bei dem sich via Tank Controls bewegt wird. Mit limitiertem Inventar. Und ist jenes voll gewesen, wurde einfach im aktuellen Raum das Zeug gelagert.

Allerdings gibt es in Sweet Home wesentlich weniger Gegenstände zu handhaben, während in Alone in the Dark das Anwesen von überschaubarer Größe ist. Resident Evil Zero hingegen hat ein Meer an Munition, Heilgegenständen, Schlüsseln, oder was sonst abwegiges für das aktuelle Puzzle gebraucht wird. In einer Villa, mit Labor darunter, und Minenschacht, einfach insgesamt ein großes Gebiet zu begehen. Es versucht das ein wenig zu kompensieren, in dem alle Bereiche mit der Haupthalle des Gebäudes verbunden sind, so dass die zumindest dort gelagerten Dinge relativ schnell erreichbar sind. Außerdem werden gefundene Gegenstände auf der Karte angezeigt, so dass es zumindest zu keinem Rätselraten kommt, wo man jetzt die Magnum-Munition gelassen hat, sobald man die dazugehörige Knarre aufgabelt. Zerschlägt jenen Goodwill allerdings wieder, in dem es beim Backtracking wesentlich häufiger neue Gegner spawned als Resident Evil das tat, zudem Dinge wie der Granatwerfer oder die Schrotflinte gleich zwei Inventarslots sperren. Natürlich ist es schon mal schön, dass wenn man ein ganz tolles Item findet, allerdings keine Hand frei hat, einfach eines von vielen Kräutern sofort fallengelassen und das neue Item aufgenommen werden kann, statt zu einer Kiste rennen zu müssen, um Platz zu schaffen. Aber grundsätzlich führt es zu wesentlich mehr und nicht spannenderem Hin- und Hergelaufe, um die Gegenstände einzusammeln, die man irgendwo hingeworfen oder gar nicht erst mitgenommen hat.

Ja manchmal mag man fast das Gefühl haben, dass man gut zwei Drittel des Spieles gar nicht damit beschäftig ist, es wirklich zu spielen. Stattdessen entweder zu einem Lager-Raum läuft, dort wild Gegenstände von sich wirft, um die benötigten aufnehmen zu können, oder lange auf den Inventar-Bildschirm schaut, weil man ständig Sachen zwischen den zwei Charakteren hin und her tauscht. Das dämpft die Motivation schon etwas. Obwohl Resident Evil Zero zumindest an Munition und Heilgegenständen sehr freizügig ist (erst hier fiel mir zwangsläufig auf, dass Pistolenmunition nur bis x255 stacked), zumal man ja auch zwei Charaktere ausrüsten und heilen können muss, so dass davon theoretisch nicht ständig alles aufgenommen werden muss. Man tuts als Spieler von Survival Horror natürlich doch, ist ja nie klar, wann man das zwölfte Krautgemisch, alle 200 Schuss, oder doch noch kurz vor Ende neun Farbbänder zum Speichern braucht. Schnell merkt man dadurch auch, dass ein Raum nur eine bestimmte Zahl an Gegenständen halten kann, bevor man anfangen muss in den Nebenräumen zu lagern.

Die Story ist übrigens Blödsinn und die Charaktere sind dämlich, aber was ist sonst noch neu im Lande Resident Evil, gell? Wobei Resident Evil Zero im Gegensatz zu Resident Evil schon mal wesentlich mehr Worte und vor allem Cutscenes an jene verliert, letztendlich aber die schwächere Geschichte zu präsentieren weiß, weil sich einfach alles so inkonsequent anfühlt. Der Bösewicht interagiert erst richtig mit jemand anderem für den finalen Bosskampf, vorher monologiert er für sich selbst in der Gegend rum. Zumal er keinen Grund hat Billy und Rebecca gegenüber zu treten, statt Wesker aufzuhalten, mit dem er eigentlich Beef hat. Aber an einer Story in einem Resident Evil will ich nicht meckern, die sind eh unwichtig, wobei ich halt die Herangehensweise des weniger ist mehr gerade deswegen beim Erstling bevorzuge. Was ich allerdings bemängeln kann ist, dass man schnell die Orientierung durch sie verliert. Besonders im Zug ist es so, dass fast immer, sobald man einen neuen Raum betritt, eine FMV irgendwas zu zeigen hat. Und dann steht der Charakter plötzlich mitten im Abteil, allerdings deutet der fixe Kamerawinkel häufig in die Richtung, aus der man gekommen ist, so dass man aus Urinstinkt geradeaus zu laufen in den vorigen Raum zurück rennt, statt in den neuen wo man hin wollte. Das ist nicht wirklich gutes Game-Design. Auch wurde ich es etwas leid, wie uninspiriert Zero den Erstling referenziert. Zombies, Super-Zombies, Zombie-Hunde, Riesenspinnen, bekannte Gegner aber wenigstens holt sich hier Zero noch ein wenig was neues und geht vor allem auf sein Insektenthema ein. Aber muss ich wirklich eine Uhr umstellen, Piano spielen, oder drei Holzkisten zu einer Notbrücke umformen? Muss Wesker unbedingt auftauchen, obwohl er absolut nichts beizutragen hat? Ein Tyrant absolut unmotivert reingeworfen werden? Bei solchen Sachen zählt häufig wenig das Was und mehr das Wie, wenn es darum geht, ob es nette Homagen sind oder doch irgendwo billig und müde wirkt. Die Referenzen in Zero sind eher letzteres.

Ich glaube das Problem ist tatsächlich auch einfach, dass Resident Evil Zero auf das Remake vom ersten Teil gefolgt ist und von mir auch in jener Reihenfolge gespielt wurde. Denn der ist fantastisch und Zero definitiv nicht. Die Charaktere, die Handlung, das Gameplay, alles ist einfach weniger gut. Denn trotz der vielen Dinge, die mir nicht so lagen, und die ich obig kritisiert habe, denke ich nicht mal, dass Zero ein schlechtes Spiel ist. Es ist bestimmt immer noch ziemlich brauchbar, spielbar und vor allem kann man es im Survival Horror schlechter treffen. Resident Evil Zero ist nicht „nicht gut“ sondern einfach eher „überall weniger gut“, was im Direktvergleich der Spiele hintereinander umso stärker auffällt. Das Spiel könnte eben noch um einiges besser sein, wenn ein paar Dinge nicht einen leicht fahlen Beigeschmack hinterließen. Denn wann immer ich nicht in einer Cutscene war und mich nicht für eine längere Periode mit dem Inventarsystem rumschlagen musste, hatte ich schon eine ganz gute Zeit mit dem Spiel. Nicht so gut wie mit Resident Evil, aber Resident Evil Zero ist halt nun Mal auch nicht Resident Evil sondern dessen unnötiges aber annehmbares Prequel.

Weiter geht es mit Baby Leon S. Kennedy und Gender Bending Funsies!

Hallowiin: Resident Evil

Psych! Nichts da mit nächstem Jahr erst. Mir war viel zu sehr danach weitere Horror-Games auf der dafür gar nicht so bekannten Wii zu zocken, jetzt wo ich sie schon mal raus geholt, abgestaubt habe, und mit Batterien aufgestockt bin. Und während die vier Einträge der vorigen Woche zwar doch etwas unterschätzt werden, so ist es doch auch mal eine Idee sich zurecht als gut gehandelten Klassikern zuzuwenden.

Die Sache mit dem REmake ist schon etwas tragisch. Hoch ambitioniert mit richtig Budget sollte es die Franchise revitalisieren. Fest mit dessen Erfolg rechnend war gleichzeitig das seit N64 geplante Prequel Resident Evil Zero in Produktion um noch im gleichen Jahr erscheinen zu können, und Capcom hatte vor weitere neue Exklusivteile auf dem GameCube zu bringen, um Nintendos schwächelnder Konsole unter die Arme zu greifen. Verkauft haben sich beide Spiele je für Franchsie-Verhältnisse nicht bombig, was das Aus weiterer Teile im Stil bedeutet. Resident Evil 2, 3 und Code Veronica für GC waren lediglich Ports der Originale, die zu absoluten Ladenhütern verkamen. Kein Wunder, dass Capcom Resident Evil 4 (dessen Action-orientierte Ausrichtung der nächste und diesmal erfolgreiche Revitalisierungsversuch war) als eines der Capcom Five zunächst GC-exklusiv noch vor Release auch für PS2 ankündigte.

Die mir vorliegende Wii-Version ist dabei ungefähr mit so viel Aufwand gemacht worden, wie das Cover zeigt. Welches einfach das Resident-Evil-Logo auf rostig-rotbraunem Hintergrund ist, schräg eingerahmt vom Archives-Banner. Da hat ja das europäische Cover von Ju-on mehr Charme gehabt. Im Spiel an sich ist nix neu, abgesehen davon, dass es natürlich auch Wiimote+Nunchuck mit diversen Belegungsschemen versieht, für diejenigen, die es sich antun wollen das Ding nicht mit GC- oder Classic-Controller spielen zu wollen. Zudem gibt es eindeutige Abstriche in der Optik, denn das eigentlich toll aussehende Spiel hat hier so einige Interlacing-Streifen auf dem Bildschirm und besonders schwer in den FMVs. Zudem nur 4:3 als Anzeige-Option.

Und dadurch auch ausschließlich Tank Controls, mein heimlicher Nemesis überhaupt. Als ich mit Jill begonnen hatte, hat die gute Frau Haken geschlagen wie ein Hase, obwohl ich eigentlich nur gerade einen Gang hinunter wollte, hing sich an jedem Pfeiler, Türrahmen oder Säule auf. Wobei ich schnell merken durfte, dass die Steuerung wesentlich einfacher von der Hand geht, wenn man das Steuerkreuz dafür benutzt, statt wie ich zunächst den Daumen auf den hyper-sensitiven Analogstick zu legen. Da mir das Spiel unglaublich Laune bereitet hatte, bin ich nach dem ersten Durchspielen auch direkt noch mal mit Chris durch, mit dem es schon einfacher war nicht mehr permanent wie ein betrunkener Rentner durch die Gegend zu eiern. Ich war dann auch nicht mehr so gestresst was Ressourcen angeht, da mir der erste Durchgang bewiesen hat, dass man auf Hiking mehr als genug davon bekommt.

Denn grundsätzlich gehört es natürlich zum Horror dazu, etwas under-equipped zu wirken. Dafür nimmt sich Resident Evil auch gleich mehrere Ansatzpunkte raus. Natürlich sind Heilgegenstände und Munition an sich schon finit. Aber dann ist auch noch zu bedenken, dass je nach Charakter nur 6-8 Slots im Inventar sind. Für Waffe, Munition, Heilung und die diverse merkwürdigen Schlüssel, Hebel, Bücher und was die beiden STARS-Kleptomanen sonst noch so alles für mitnehmenswert erachten. Auch wenn man im späteren Spielverlauf also in den magischen, bodenlosen Truhen einen großen Vorrat zusammengehamstert hat, kann nur so viel wirklich an die Front mitgetragen werden, wie ins Inventar passt. Und dann ist zudem auch noch das Speichern begrenzt, da auch hierfür endliche Farbbändern gefunden werden müssen. Erneut, sie sind nicht so rar, dass es wirklich extrem drückt, aber ein weiterer Mechanismus dafür, dass man nicht ständig zu einem Speicherraum zurückläuft wenn alles gut gelaufen ist, sondern auch mit weniger erfolgreichen Exkursen bei denen etwas mehr Ressourcen verschwendet wurden, leben muss, wenn man nicht die letzte halbe Stunde komplett neu machen will.

Deswegen wird glaube ich auch Jills Szenario allgemein als das leichtere angesehen. Sie kann auf ihren 8 Slots mehr mit sich tragen, weil sie eine Körperöffnung mehr Stauraum mit sich bringt. Zudem kann sie Schlösser knacken, um in ein halbes Dutzend Räume zu gelangen, für die Chris weitere Schlüssel finden muss. Sie kann von Barry aus der Falle vor der Schrotflinte gerettet werden, muss hierfür kein Indiana-Jones-Puzzle erledigen, bekommt exklusiv den Granatenwerfer und die bessere Schrotflinte früher, und kann sich um einen Boss komplett herum puzzeln. Zudem auf dem Klavier passabel genug herumklimpern, statt einen Zweitcharakter dafür aufsuchen zu müssen. Allerdings hat auch Chris im REmake seine Vorteile bekommen. Hauptsächlich dahingehend, dass er agiler ist. Chris läuft etwas schneller, weicht dadurch Gegnern besser aus, und lädt auch schneller beim Schießen nach, wenn es doch zur Konfrontation kommt. Er hat es auch etwas einfacher mit den Kopfschüssen, durch die das Wiedererwachen der Zombies als fiese Crimson Heads verhindert wird. Als Raucher hat er zudem ein Feuerzeug immer dabei, statt es ins normale Inventar stecken zu müssen. Sprich im Prinzip kann man sagen, dass Jill es einfacher hat, wenn es darum geht sich durch das Anwesen und das darunter befindliche Labor zu bewegen, während Chris es bei der Auseinandersetzung mit den Monstern etwas einfacher gemacht bekommt.

Ich persönlich ziehe Chris sogar etwas vor, jetzt wo ich mal beide gespielt habe. Nicht nur, weil er bevor er zum Hulk wurde echt auch noch ziemlich niedlich im ersten Eintrag anzusehen ist. Und nicht nur, weil er von seinem coolen Husbando Wesker ausgeholfen bekommt. Zumindest wenn man so ungefähr weiß, was man wo zu holen hat, finde ich die beiden Slots weniger und das halbe Dutzend Schlüssel in seinem Szenario dann doch kein so großes Hindernis. Und um ehrlich zu sein nervt es mich etwas, dass Jill 90% der Zeit, wenn der Spieler sie kontrolliert, komplett autonom kein Problem mit den Gefahren des Anwesens hat, aber dann ein Großteil der FMVs daraus besteht, dass Barry sie aus irgendeinem Schlamassel holen muss. So nervig ist Rebecca im REmake auch wieder nicht, da nehm ich lieber Chris zur Hand. Auch wenn sein freigeschaltetes Streetwear-Kostüm wirklich keine Belohnung darstellt. Etwas merkwürdig ist es allerdings schon, dass er in Jills Szenario von Anfang an komplett verschollen ist, statt einfach irgendwann zu verschwinden. Hatte Wesker ihn die ganze Zeit über in seinem Sex-Dungeon unter der Villa eingesperrt oder was?

Es ist auch echt schon etwas überraschend, wie classy diese Version des Spieles doch teilweise fast rüberkommt. Sicherlich ist die Sprachausgabe immer noch etwas unfreiwillig komisch. In bester Resident-Evil-Manier sind die Charaktere nicht sonderlich schlau, Umbrella handelt nicht unbedingt logisch, und der ganze Plot ist eher solala, wenn auch hier noch schön zweitrangig und zurückhaltend. Aber durch die sehr schnieke Optik der detaillierten und schön aufgezogenen vorgerenderten Hintergründe, und durch die grausig ausschauenden Gegner. Mit den vielen sehr atmosphärisch gesetzten und ausgeleuchteten Kamerawinkeln. Eben auch dadurch, dass der Schauplatz zum Großteil eine hübsche Villa ist, weil Umbrella niemals ein Labor einfach in einen Zementquader bauen würde, kommt doch viel Stimmung und Klasse auf was diese Version angeht. Resident Evil war schon immer vom B-Horror inspiriert, aber hier ist das Ganze doch in eine sehr schnieke Verpackung gesteckt. Da ist es wirklich etwas schade, dass auf dieser Engine nach Resident Evil 0 Ende war, statt weitere Spiele in ihr zu (re)machen. Wobei, durch den Erfolg der HD-Remaster kommt dann ja reichlich verspätet demnächst doch eines von Resident Evil 2.

Ich war zumindest zunächst etwas unsicher, ob mir das Spiel gefallen würde. Weil ich mit Survival Horror besser kann, wenn ich mich nicht von begrenzten Ressourcen stressen lassen muss. Und wenn sich der Charakter nicht wie ein Panzer mit abgefahrenen Gleiskette bewegt. Jedoch hatte ich letztendlich mit Resident Evil erstaunlich viel Spaß. In die atmosphärischen fixen Kameraperspektiven zu gehen, nicht sehend was mich erwartet. Von Dobermännern und Crimson Heads böse überrascht werden. Kräuter kombinieren, Granaten auf Schlangen und Schrot in Spinnen zu ballern. Umbrellas Fetisch statt Zahlenschlössern und Magnetkarten zu nutzen Dinge lieber hinter Statuen-Schieberätseln, diversen markierten Schlüsseln und anderen abwegigen Dingen zu verschließen nachzugehen. Wie gesagt, sobald ich mit Jill durch war, habe ich direkt drauf erneut mit Chris gespielt. Dabei spiele ich Games eher selten mehrmals, schon gar nicht direkt hintereinander. Resident Evil könnte ich mir hingegen glatt noch ein drittes Mal gönnen. Ich mein, diese Kostüme schalten sich nicht von selbst frei. Doch zunächst drehen wir die Ingame-Uhr um 24 Stunden zurück und gehen in einen WEITEREN von Umbrellas Villen-Labor-Höhlensystem-Komplexen im Wald vor Racoon City.

Hallowiin: Cursed Mountain

Mit Cursed Mountain kommen wir zum ersten Spiel der Woche, welches nicht zum Großteil negative Reviews einheimsen durfte, sondern generell als unspektakulärer Durchschnitt gehandelt wird. Was eventuell auch daran liegt, dass es traditionellerer Survival Horror ist, nicht wie Calling und Ju-On nur vor Geistern weggerannt oder wie bei Escape from Bug Island mehr auf B-Movie-Action gegangen wird denn Horror.

Generell geht es darum, dass Bergsteiger Eric Simmons einen (fiktiven) Himalaya-Riesen zu besteigen beginnt, da sein von einem reichen Kerl als Indiana Jones verpflichteter Bruder auf einer Expedition dort ein Artefakt zu finden verlustig gegangen ist. Allerdings muss Eric schnell feststellen, dass nicht nur die eisigen Felswände und Schneeverwehten Bergpfade ausgestorben sind, sondern auch die Bewohner der Dörfer und Tempel den heiligen Berg geflohen haben. Von den wenigen doch angetroffenen NPCs bekommt er dann auch erzählt, dass etwas die Göttin des Berges angepisst hat, so dass er nun von Geistern unsicher gemacht wird.

Gerade wenn man in den Dörfern und Tempeln ist, kommt also schon ein wenig das Feeling von Project Zero auf, nur das man kein niedliches Mädchen im kurzen Rock spielt und auch keine Kamera zur Selbstverteidigung in den Händen hält. Eric ist hingegen mit seiner spirituell aufgeladenen Bergsteigerpickel unterwegs. Netterweise schlägt er damit schon mal einfach nur durchs Drücken von B zu, statt wie bei Escape from Bug Island den Knopf halten und dann noch wild mit der Wiimote fuchteln zu müssen. Liegt aber auch daran, dass Eric neben diesen Nahkampfschlägen auch noch einen Projektilangriff hat. C-Knopf halten, und Eric wird an den Platz gefesselt, kann sich nur noch drehen, dafür nun aber mit B spirituelle Energiekugeln den Geistern entgegen schießen. Nur so kann er sie statt normal zu erledigen auch mit einem Reinigungsritual, welches diverse Wiimote-Bewegungen benötigt, in die ewige Ruhe betten. Was netterweise eine kleine Heilung mit sich bringt. Weiterhin wird Bewegungssteuerung genutzt, um über Planken zu balancieren (hier lief das im Controllschema von Bug Island wesentlich besser) und per Lassobewegung zu meditieren.

Weitere Heilung kommt an Hand von Räucherstäbchen, dem einzigen direkten Heilgegenstand des Spieles, welche allerding an über den Berg verstreuten Schreinen angesteckt werden müssen. Sprich in Cursed Mountain kann nicht einfach jederzeit geheilt werden, nur weil man dutzende Räucherstäbchen im Gepäck hat, es muss schon ein Schrein in der Nähe sein oder ein angreifender Geist per Reinigungsritual erledigt werden.

Was jedoch nicht so schwer sein sollte, oder für mich zumindest nie so war. Im Internet liest man häufig, dass Leute Probleme damit hatten, die Wii auch ihre Bewegungen erkennen zu lassen. Vertikale Schnitte werden eigentlich immer erkannt, die Boxbewegung nach vorn nicht immer sofort, allerdings gibt das Spiel reichlich Zeit für einen zweiten oder dritten Versuch. Wichtig ist, dass man nicht zu hektisch fuchtelt, habe ich gemerkt. Wirklich fast wie meditative Übungen die Bewegungen mit Bedacht und klar voneinander abgesetzt durchführen, dann sollte es auch klappen mit den Geistern.

Um ganz ehrlich zu sein ist das Spiel gar ein wenig arg einfach. Ich hatte am Ende tatsächlich fast 50 Räucherstäbchen im Gepäck, weil immer wenn mich Geister doch mal getroffen haben, ich einen Großteil davon über das Reinigungsritual wiedergewinnen konnte. Abgesehen vom ersten Bosskampf gibt es in jenen dann auch keine Schreine mehr, um sie eventuell da zu nutzen. Ironischerweise war es jener erste Boss, der mir am meisten Probleme bereitet hat, die anderen sind, sobald man ihr Gimmick herausbekommen hat, eigentlich alle nicht sonderlich schwer. Knifflig wird Cursed Mountain nur dann, wenn es sich entscheidet etwas unfair zu werden. Manche Räume werden mit einem beständig die Lebensleiste abziehenden Miasma gefüllt und können nur dann entflohen werden, wenn eine Gruppe von allen Seiten eintreffender Geister besiegt ist. Die durch Wände verschwinden könnenden Geister in engen Räumen, wenn es sich um mehrere handelt, gerade die späteren schnellen mit eigenem Lasso-Distanzangriff, können auch ganz schön nerven. An jenen Stellen fühlte ich mich allerdings echt weniger gefordert und mehr ausgetrickst vom Spiel. Von daher ist der Schwierigkeitsgrad eher unausgewogen, wenn auch den Großteil des Spieles über ziemlich niedrig. Da kann Cursed Mountain auch auf die letzten zwei Kapitel aufhören Räucherstäbchen in den Urnen zu verstecken, wenn man noch dutzende aus der Zeit im Gepäck hat, als es die wie Bonbons zu Karneval unter die Leute brachte. Zumal die Auto-Saves des Spieles nie weiter als um die 5 Minuten voneinander entfernt sind, sich ein richtig scheiße gelaufener Abschnitt also sehr schnell wiederholen lässt.

Was Cursed Mountain allerdings ein wenig total abgeht ist der Grusel. Es ist ein sehr bedächtig und langsam voranschreitendes Spiel, mit 11 Stunden das längste Abenteuer der vier. Nach und nach wird die Handlung über gefundene Notizen hinterfüttert, über Comicbuch-Cutscenes mit wackeliger Kamera nähergebracht. Das Himalaya-Panorama kann sich definitiv sehen lassen, kommt immerhin schon einem späten PS2-Spiel nahe. Atmosphäre ist da, wenn man den einsamen Berg besteigt. Aber die Gegner sind halt immer die gleichen paar Geister. Die immer einfach so in den Weg warpen statt auf besondere Art und Weise aufzutauchen wie in Project Zero teilweise. Was die Kämpfe angeht, muss nie um Munition wie in Resident Evil 4 oder überstarke Gegner gebangt werden, können die Geister aber dennoch aus sicherer Distanz abgeschossen werden, statt wie in Project Zero belohnt zu werden, wenn man sie in First Person schön nahe kommen lässt.

Von daher würde ich bei Cursed Mountain die Durchschnittlichkeit mit unterschreiben. Es ist ein kompetent gemachtes Spiel, mich persönlich hat die Bewegungssteuerung auch nie wirklich im Stich gelassen (ich nehm mal an zur Sicherheit lässt sich eh bequem auf die PC-Version ausweichen), die Sache sieht sauber aus und hat gute deutsche Vertonung. Sogar die verlassene Atmosphäre der Gegend kommt auf. Den Berg zu erklimmen und Tempel zu erkunden fand ich schon sehr interessant. Aber eben nicht wirklich Horror und etwas unausgewogen ist der Schwierigkeitsgrad schon. Meist aber einfach und durch die vielen Auto Saves nicht wirklich irgendwo frustend. Ein sauberer erster Versuch für ein kleines österreichisches Studio, welches hauptsächlich Lizenz- und Smartphone-Spiele macht, war es definitiv schon, aber eben auch kein Reißer des Survival Horrors. Ok halt, ganz nett und so.

Erneut spielen würde ich auf jeden Fall alle vier Spiele dieser Woche, jedoch zumindest für je 10-15€ in die Hände bekommend wie bisher, da mich dann doch keines restlos begeistern konnte. Ob das nun ein Kompliment ist oder nicht, muss jeder für sich entscheiden.. Wir sehen uns jedenfalls nächstes Jahr wieder, zu Hallowiin 2018: Resident Ewiil Edition. Muhahaha!