The Bloody Red Baron

Das 1995 von Kim Newman geschriebene The Bloody Red Baron ist der zweite Eintrag in dessen alternative Historie um Anno Dracula. Schon irgendwie ein Sequel zum der Serie gebenden ersten Buch, aber dennoch eine ganze Ecke davon entfernt, spielt es doch gut 30 Jahre später. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges, wie man sich ob des Titels sicherlich bereits denken konnte.

Um es noch mal kurz zu Rekapitulieren: Die Welt von Anno Dracula ist im Prinzip wie die von True Blood, nur nicht in der Moderne spielend. Sprich Vampire leben relativ normal in der menschlichen Gesellschaft. Der Vampirismus ist hier sogar recht en vogue, es beispielsweise chic in noblen Familien ihre Nachkommen in der Blüte ihrer Jugend zwischen 18-20 von einem Vampiralten wandeln zu lassen. Kim Newman ist es aber nicht satt, einfach Vampire in reale Geschichte einzubauen, sondern nimmt sich auch gern fiktiven und hab-fiktiven Charakteren an. Anno Dracula spielte beispielsweise in einem viktorianischen England, in dem die Ereignisse von Bram Stokers Dracula (welches als Roman weiterhin existiert) geschehen sind, allerdings mit dem Sieg Draculas ausgingen, der anschließend die Queen ehelichte und England regierte.

Am Ende des Buches war er besiegt und vertrieben. Jedoch eröffnet uns The Bloody Red Baron, dass er in den folgenden drei Jahrzehnten zunächst den Vampirismus in der russischen Zarenfamilie verbreitete, und letztendlich in Deutschland landete, wo er nun mit dem Kaiser den Ersten Weltkrieg angezettelt hat. Welcher durch die Kampfflieger ganz neue Züge annimmt. Zu denen auch der Rote Baron gehört, den es tatsächlich auch gab, um den tatsächlich in der deutschen Kriegspropaganda ein unglaublicher Heldenmythos aufgebaut wurde, und von dem es tatsächlich die Biographie Der Rote Kampfflieger gab.

In der Welt von Anno Dracula hat er diese allerdings nicht selbst verfasst, sondern sich die Deutschen den zum Vampir gewandelten und in den jüdischen Slums Prags dahin siechenden Edgar Poe – Allen hat er sich nach dem Wandel streichen lassen – geschnappt, der nun die Einsätze vom Jagdgeschwader 1 beobachten und Interviews mit Richthofen führen soll, um dessen Der Rote Kampfflieger für ihn zu verfassen.

Auf der Seite der Alliierten hingegen steht beispielsweise unser Hauptcharakter aus Anno Dracula, Beauregard, der nun nicht mehr mit seiner Vampirin aus jenem Buch zusammenlebt. Der überwacht allerdings nur die britischen Kampfvorbereitungen für den Diogenes Club. Tatsächlich folgen wir allerdings wesentlich häufiger seiner Freundin und selbst Vampirin Kate, und dem in die Militärhierarchie hineingeratenden Edwin, die beide stark verändert aus den Grauen des Krieges herauskommen werden.

Weiter munter eingebaut ist die verführerische Spionin Mata Hari, Churchill als Vampir, die beiden Doktoren Caligari und Moreau, und ein auch hier schwuler und schnell toter Friedrich Murnau, und so einige mehr. Es ist immer wieder interessant, wenn man über einen bekannten Namen stolpert, den es entweder wirklich gegeben hat oder aus bekannten Geschichten stammt, und wie Newman jene in seine Geschichten eingebunden hat.

Was mich bei den Büchern immer wieder einnimmt ist, wie dicht sie doch geschrieben sind. Denn eigentlich geschieht über weite Teile, bis es im Finale dann in der Kaiserschlacht passend Schlag auf Schlag geht, gar nicht ganz so viel. Stattdessen wird viel geredet, wobei uns vor allem die Welt und die involvierten Charaktere nahegebracht werden. Das ist aber doch so reichhaltig geschrieben, dass man dennoch vollkommen satt aus einem Kapitel heraus kommt. Abgesehen davon ist es natürlich sowieso vorteilhaft, einen Krieg aus Charakter-individueller Sicht zu schreiben, um die Hierarchien dahinter, die involvierten Ideologien, wie jene später angegriffen werden, und das allgemeine Chaos in der Schlacht, wiedezugeben. Das gibt The Bloody Red Baron, trotz der pulpigen Alternative History, in dem es spielt, sogar etwas mehr Klasse, als Anno Dracula hatte.

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Vampire Chronicles – Prince Lestat

ava-2072In 2003 hat Anne Rice mit Blood Canticle also ihren Ragequit der Vampirchroniken hingelegt, derer und dessen Fans längst überdrüssig geworden. Stattdessen ging sie ihrem wiederentdeckten christlichen Glauben in Büchern nach, zu denen der wohl besser passt. Sie schrieb endlich ihre Jesus-Trilogie, oder zumindest die ersten zwei Bücher davon. Dann zwei Bücher der Songs of Seraphim. Aber irgendwie schien das nicht so viel einzuspielen wie ihre Goth-Horror-Romane. Also zurück zum Übernatürlichen durch Werwölfe mit The Wolf Gift Chronicles, und dann hatte sie plötzlich doch unbedingt neuen Vampirstoff, den sei ja schon längst erzählen wollte. Nach Claudia’s Story, einem Comic der Interview with the Vampire aus Claudias Sicht nacherzählt, kam also 2014 mit Prince Lestat nach 11 Jahren das erste neue Buch der Vampirchronik raus, und ein weiteres Buch steht für Ende des Jahres in den Startlöchern.

Man kann dann immerhin dem Buch zu Gute halten, dass es sich diesmal auch tatsächlich so liest, als wollte Anne Rice es schreiben, ganz im Gegenteil zum vorigen Schlusskapitel, Hohelied des Blutes, das sich ziemlich dahingeschludert gelesen hat und ständig passiv-aggressiv bis einfach nur aggressiv sich über die Leserschaft der Vampirchroniken und ihre Erwartungshaltungen beschwert hat.

Was nicht wirklich bedeutet das Prince Lestat ein gutes Buch ist, nur weil es etwas besser geschrieben ist. Genau genommen liest sich das ganze Ding extrem nach Fanfiction. Inklusive der Eigenschaft, dass das Ding erst mal für gut die erste Dreiviertel Länge mehr oder minder vor sich hin mäandert, bis es dann überstürzt einen Klimax hervorzaubert. Ist zwar nicht so, dass jenes Finale jetzt komplett aus dem Nichts ohne jegliches Buildup käme, wie das bei Twilight der Fall gewesen war, aber so ein wenig Ereignislos wirkt der Groß des Buches schon, bis dann der etwas schnell über die Bühne gebrachte Payoff kommt.

Prince Lestat ist übrigens das erste Buch der Vampirchronik, welches nicht als fiktive Biographie geschrieben ist. Die Kapitel mit Lestat als Hauptcharakter sind immer noch aus dessen Perspektive geschrieben, die diversen Kapitel der anderen Charaktere aber eben nicht. Und hier kommen viele Charaktere vor, jedoch nicht unbedingt viele neue, gleichzeitig aber auch nicht viele bekannte. In bester Fanfiction-Manier wirft uns Prince Lestat nämlich lauter Nebenrollen aus den vorigen Büchern hin, die dort teilweise nicht mal eines Namens würdig waren, und spinnt sich was zu jenen zurecht. Außerdem werden die eigentlich keiner Erklärung bedurften Entstehungsgeschichte der Talamasca und der Wesensart des Geistes Amel, welcher damals mit Akasha verschmolz und die Vampirrasse hervorbrachte, gelüftet. Viel liest sich halt wirklich so, als hätte ein Fan der Reihe sich hingesetzt, und eine weitere Geschichte um Super-Lieblings-Vampir Lestat geschrieben, mit jede Menge „schau wie viel ich weiß“-Referenzen aus den vorigen Dutzend Büchern gespickt, deren Lücken und offenen Geheimnisse zusätzlich füllend.

Die Vampire sind dabei übrigens so Zahnlos wie aus den letzteren Büchern der Vampirchronik bekannt. Alle sind so Herzensgut, so rein, so liebend, sich gegenseitig toll findend und vertrauend, und Umarmungen und Bussi Bussi, und blergh. Dass die Alten, die Kinder der Millennien, mal sehr rar war, weil kaum einer in jenes hohe Alter überlebt, ohne sich selbst zu zerstören, oder das Vampire notorische Einzelgänger sind, weil man es nur so lange mit ein und derselben Person aushält, ist auch Schnee von Gestern. Da Buch hier führt Dutzende an Uralten vor. Und fast jeder scheint plötzlich seine eigene kleine Enklave mit seinen Lieblingen gegründet zu haben. Ja Anne Rice ändert das ganze Branding ihrer Vampire ohne Biss am Ende des Buches, in dem sie über ihre Blutschuld hinweg kommen. Kein Denken mehr, man wäre böse. Keine Schuld mehr, weil man sich von Menschen ernährt. Keine Komplexe, weil man Untot ist. Vampire sind die neuen Blumenkinder, von nun an organisiert zusammenlebend, sich liebend, sich nur von Verbrechern ernährend. Mit ihrem Prinz Lestat in der Mitte.

Denn letztendlich war das der ganze Sinn und Zweck des Buches. Alle Vampire zusammenführen. Ihre komplette Existenz dem Anpassen, worüber Anne Rice schon seit geraumer Zeit lieber schreibt. Über Liebe deines Nächsten gegenüber, nicht mehr über Blutrünstige ihrer eigenen Existenz überdrüssigen Monster. Und ihren Liebling Lestat endlich noch mehr ver-Mary-Sue-en als er das eh schon war. Konnte er doch eh schon alles, fanden ihn doch eh schon alle unwiderstehlich, mit Akashas Blut stärker und begabter als seine Lebensdauer das zulassen sollte. Hier nun übernimmt er den Geist Amel in sich, der jetzt auch ein eigenen Charakter und ein Selbst entwickelt hat, natürlich hauptsächlich um geliebt werden zu können. Damit wird er das Zentrum der Vampire, da er deren Urkern in sich trägt, und alle applaudieren und feiern und fügen sich jeder Entscheidung ihres neuen Monarchen, nicht einer stellt sich dagegen oder findet es zu gefährlich ihre Lebensquelle in einem für seine Unberechenbarkeit bekannten Kerl zu sehen. Weil Lestat eben einfach zu toll ist, um nicht sofort von jedem geliebt und akzeptiert und bewundert zu werden.

So sehr also die spezifischen Kritikpunkte an Hohelied des Blutes für Prince Lestat aus dem Weg geräumt sind, so bestehen die zu den unmittelbar davor gekommenen Büchern also leider weiterhin. Den Vampirchroniken wäre wenig genommen gewesen, wenn sie nach Königin der Verdammten aufgehört hätten, und daran ändert auch Prince Lestat im Endeffekt nichts.

Blood Omen 2

ava-2068Bereits 1999, als das erste Soul Reaver erschien, wurde sich so einige Gedanken gemacht, wie man die heiße neue Franchise, die dort an der Hand lag, möglichst gewinnbringend umschlagen konnte. Nachdem also bereits das Ende von Soul Reaver abgeändert wurde, um eben nicht der Saga ein definitives Ende zu geben, sondern weitere Teile produzieren zu können, kam man auf eine weitere Idee. Die da wäre einfach zwei Teams an Legacy of Kain arbeiten zu lassen, eines für die Raziel-Arc in den Soul Reavers, ein zweites sollte sich Kain in den Blood Omens annehmen. Dadurch konnte bereits ein Jahr nachdem Soul Reaver 2 herausgekommen war, das gleichzeitig in Produktion befindliche Blood Omen 2 auf den Markt gebracht werden.

Grundsätzlich muss das keine schlechte Idee sein. Immerhin gibt es eine dicke zeitliche Lücke zwischen dem Ende von Blood Omen und dem Beginn von Soul Reaver. Und Soul Reaver 2 führt zudem die Zeitparadoxe in die Franchise ein. Warum sich also nicht dem ursprünglichen Charakter Kain zuwenden, um zu zeigen, wie aus dem von Blood Omen der aus Soul Reaver wurde? Warum seiner Kreativität nicht in non-canon Paradoxen seinen freien Lauf lassen? Problematisch wird es natürlich, wenn man die Franchise eben nicht unter dem Gewicht seiner komplexen Story einbrechen lassen will, und kanonische Einträge macht, die dennoch nicht passen, weil sie von einem teils unwissenden Team gleichzeitig mit anderen Teilen in Entwicklung sind, und von oben explizit gewünscht ist, die Handlung möglichst gering und einfach zu halten. Denn die Story ist so ziemlich der Hauptgrund, warum die Legacy of Kain Reihe überhaupt gespielt wurde, das Gameplay war noch nie Spitze aber eben auch nebenrangig.

Kain wird also ein paar Jahrhunderte nach Blood Omen jedoch bevor Soul Reaver von Umah erweckt. Und gleich ein kleiner Schock für Spieler der Franchise was das Design des Dinges angeht. Vom distinkten Look der Reihe ist nicht viel übrig geblieben, die neuen Charaktere sind so generisch wie schlecht designt. Die Antagonisten der Sarafan beispielsweise rennen alle wie Cyber-Ritter herum, während die Vampire der Cabal, zu denen Umah gehört, alle wie nuttige Ninjas aussehen. Umah trägt essentiell einen Stoffstreifen über den Silicontitten und ein Stahldreieck über der Möse, und wenig mehr. Der Hauptbösewicht Sarafan Lord rennt in einer generischen Ganzkörperrüstung rum, die mit neongrünen Lichtern gespickt ist. Nichts hiervon sieht aus, als wäre das aus der Welt von Blood Omen oder führte in die von Soul Reaver.

Ach ja, in einem 10-minütigen Dialog gibt uns Umah dann auch das Setting wieder: Kains Vampirarmee wurde von dem wiedererweckten Sarafan und deren Lord besiegt, der nun den Soul Reaver (der ziemlich unwichtig für die Gesamtheit des Spieles sein wird) in Händen hält, und eine neue fast Vampir-lose Welt geschaffen hat. Die Cabal ist die letzte vampirische Widerstandsbewegung, einige frühere Mitstreiter Kains zu den Sarafan übergelaufen. Also nimmt sich Kain an, die Welt wieder eine von Vampiren regierte zu machen, in dem er einen Weg findet, wie er den Sarafan Lord besiegen und den Soul Reaver wieder in Händen halten kann. All das natürlich, während üblicherweise jeder Cabal-NPCs sagt „vertraue mir und dem, was ich dir sage“ während Kain erwidert „ich lasse mich nicht manipulieren“, nur um dann genau zu tun, was die von ihm wollten. Ist dann aber auch egal, denn Ränkeschmiederei wird man in Blood Omen 2 nicht finden, die Handlung ist so geradlinig, wie sie am Anfang des Spieles ausgelegt wurde. Die Cabal sind die Guten, oder zumindest auf der Seite von Kain, die Sarafan und ihr Lord (unter denen es der Menschheit praktischerweise auch nicht wesentlich besser zu gehen scheint) die Bösen, die besiegt gehören. Die einzige Komplikation, und dieses Wort zu nehmen ist sehr großzügig, stellen die in Soul Reaver 2 angesprochenen Hylden dar, von denen wir hier herausfinden, wer sie sind: Schnäuzer-zwirbelnde Bösewichte, die sich die Sarafan zu Eigen gemacht haben. An Kains Mission ändert sich durch ihr Auftauchen dann auch nichts: Besiege den Sarafan Lord und du schlägst die Hylden mit.

So einfach wie dies ist, macht es in sich selbst noch nicht mal unbedingt Sinn. Oder besser gesagt der Charakter Kain im hiesigen Spiel nicht. Bestechend ist, dass er sein übliches Antiheld-Ding dreht, wo er beteuert sich um niemanden was zu scheren, außer darum wieder die Macht zu erlangen. Dem geht er konsequent so auch für zwei Drittel des Spieles nach. Im Finale, obwohl weder seine Worte noch Taten irgendwie in jene Richtung deuteten, kümmert er sich dann aber plötzlich angeblich trotzdem was um die Cabal und deren Anhängern, und trauert der toten Umah sogar als seine potentielle Königin hinterher? Dieses Hero-Babble von ihm kommt absolut aus dem Nichts und macht keinen Sinn damit, wer Kain ist, weder in den anderen Spielen, noch bisher in Blood Omen 2. Wenn man seinem Charakter eine Entwicklung geben wollte, dann hätte man vielleicht wirklich ihn sich entwickeln sehen müssen, statt das er seine Meinung plötzlich um 180° dreht – und ihn zu einem weniger interessanten, weniger grauen Helden machen zu wollen, ist sicherlich sowieso keine gute Idee.

Immerhin kann man Blood Omen 2 zugute halten, dass die Story nicht viel in den Weg kommt. Zu Beginn und Ende jedes der elf Kapitel und Beginn der Bosskämpfe wird ein kleiner Dialog gehalten, aber im Großen und Ganzen halten sich die Charaktere für die Franchise ziemlich zurück was endloses Geschwafel angeht. Wahrscheinlich weil Blood Omen 2 wenig bis nichts zu sagen hat, selbst das Ende ist total kurz angebunden. Nicht, dass einen das Spiel nicht dennoch maßlos langweilt, aber das eben durch sein suboptimales Gameplay.

Wir spielen also wieder als Kain, dem Vampir aus Blood Omen. Von daher bringt Blood Omen 2 eine Konstante aus dem ersten Spiel zurück, die der Zombie Raziel nicht berücksichtigen musste: Vampire sind Bluttrinker. Wie im ersten Teil besteht Kains Lebensleiste aus Blut, und wie im dortigen Teil verringert sich jene konstant, auch wenn er nicht von Gegnern getroffen wird. Was allerdings neu in Blood Omen 2 ist, ist das Gegner und NPCs auszusaugen auch Kains Lore-Meter erhöht. Das kann man sich ein wenig wie Erfahrungspunkte vorstellen, denn sobald die Lore-Phiole gefüllt ist, wird die Blut-Phiole a.k.a Lebensleiste von Kain etwas länger. Das führt natürlich dazu, dass es anzuraten ist, jeden Gegner zu bekämpfen und auszusaugen, egal ob dies nun nötig ist oder nicht, da sie eben nicht nur die Lebensleiste auffüllen, sondern auch die Lore-Leiste.

Das nervt ganz gewaltig, um ehrlich zu sein. Ich fand es in den beiden Soul Reavern ganz gut, dass man mit einigen Ausnahmen durchaus Gegner auch ignorieren konnte. Seien wir mal ehrlich, sonderlich interessant war das Kampfsystem der Franchise noch nie, sondern meist so einfach wie langwierig. Bei genug Bewegungsspielraum einfach Gegnern links stehen lassen zu können war da ein Segen. Das gibt es in Blood Omen 2 im Prinzip nicht mehr, es sei denn man möchte auf Erfahrungspunkte und Verbesserung der Lebensleiste verzichten, was natürlich nicht anzuraten ist. Also jeden einzelnen Gegner bekämpfen. Und das Kampfsystem ist nicht gerade interessanter geworden. Überraschend bewegt sich Kain sowieso gemächlicher als Raziel, von Vampir-gleichen Reflexen kann echt nicht die Rede sein. Eine Attack-Kombination dauert in der Ausführung und kann nicht ausgecancelt werden. Eine Spezialattacke hat eine lange Animation (netterweise ist man währenddessen allerdings unantastbar), und wenn eine Gegner-Kombo Kain umwirft, braucht er länger zum Aufstehen, als ein Käfer auf dem Rücken.

Dabei sind besagte Kämpfe übrigens so einfach wie tödlich. Jeder Gegner ist auf die gleiche Art und Weise ausschaltbar. Ins Visier nehmen, Kain alle Attacken blocken zu lassen, bis sich sein Spezialmeter aufgefüllt hat, und dann den Gegner mit einer nicht blockierbaren Spezialattacke umnieten. Das ist so langwierig wie es langweilig ist. Jedoch die einzig effektive Art zu kämpfen. Sicherlich kann man auch versuchen den Gegner zwischen seinen Kombos eine reinzuhauen, jedoch blocken die selbst so viel, und halten so viele Schläge aus, dass das Warten auf die Spezialleiste kaum länger dauert. Und ungefährlicher ist. Denn wenn der Gegner doch mal eine Attacke reinbekommt, entweder weil man nicht geblockt hat, oder weil es einer derjenigen ist, der eine blockumgehende Spezialattacke hat, der man nicht schnell genug ausgewichen ist, zieht das mit Pech durchaus mal ein Viertel bis Drittel der Lebensleiste von Kain ab. Das ist natürlich super nervig. Zum einen muss man die Kämpfe so sicher wie möglich angehen, was sie so lang wie möglich ausweitet. Zum anderen wenn man doch mal was falsch macht, oder dummerweise mehr als einem Gegner gleichzeitig gegenübersteht, ist ein Ableben gar nicht mal so unsicher, und man darf die ganze Sektion seit des letzten Checkpoints erneut durchlaufen und erneut langwierig alle Gegener darin bekämpfen.

Macht übrigens auch das Waffensystem des Spieles obsolet. Davon liegen genug im Spiel rum, und jede Waffe eines toten Gegners kann aufgehoben werden, und Kain wird mit ihnen statt seinen Klauen kämpfen. Davon wie schnell er zuschlägt oder wie gut er blockt, scheint zwischen ihnen allerdings kein Unterschied zu bestehen, lediglich wie viel Schaden sie verursachen. Sie brechen allerdings auch überraschend schnell durchs Austeilen aber auch Einstecken. Sprich nachdem man alle Attacken eines Gegners mit ihnen geblockt hat, sind sie eh kurz vorm Bruch, und wenn man die Spezialattacken zum Vernichten der Opposition nimmt, braucht man die Waffen eigentlich eh nicht. Ein weiteres nettes aber vernachlässigtes System ist Stealth. Gewisse Bereiche in Blood Omen 2 sind von Nebel umhüllt. Kain nun in seine Nebelform gleiten zu lassen, und man kann sich an Gegnern anschleichen und sie Insta-Killen. Ziemlich cool eigentlich, aber Blood Omen 2 hält mit jenen Nebelgebieten ordentlich zurück, und bietet zudem gern auch mal Gegner, die Vampir-Präsenz spüren können, auch wenn man in Nebelform ist. So häufig wird man also nicht auf Ezio machen dürfen. Was schade ist, da jene Stealth-Gebiete eindeutig der einzige Moment in den Lokalitäten waren, in denen ich nicht hoffnungslos gelangweilt war.

Denn auch deren Aufbau ist mehr als uninspiriert. So ziemlich jedes Gebiet in allen elf Kapiteln ist ein weitestgehend geradliniger Schlauch, mit einer verschlossenen Türe am Ende, und zwischen einem und fünf Schaltern im einzig abzweigenden Schlauch, die umgelegt werden müssen, um besagte Türe zu öffnen. Alle Wegblockaden im Spiel zu öffnen ist absolut hirnlos einfach, und besteht zu 90% daraus, die gleichen Schalter zu betätigen. Klar, mal per Telekinese über einen Abgrund hinweg, oder per Charm durch einen NPC, aber was zu tun ist ist immer absolut klar, und läuft immer auf eine Ansammlung an Schaltern hinaus. Gähn. Und weil alles andere in Blood Omen 2 bereits darauf ausgelegt zu sein scheint, möglichst viel möglichst grundlos die Lebenszeit der Spieler zu stehlen, gibt es Glyph-Schalter, die erst mit Energie versorgt werden müssen. In dem man woanders einen Schalter bestätigt und dann darauf warten muss, bis die Glyph-Energie langsam und gemächlich die Leitung entlang zum Glyph-Schalter gekrochen ist. Bäh.

Und das ist einfach alles, was Blood Omen 2 ist: Langweilig wenn es nicht gerade nervt, manchmal beides. Lahme Story. Dämliche Charaktere. Sinnbefreites Quest. Geradlinige Areale mit hirnlosen und immer gleichen Puzzeln. Gegner und Bosse, die darauf aus sind, möglichst lange zum Ableben zu brauchen. Blutsaug-, Aufsteh- und Glyphenergie-Animationen, die nur noch mehr repetitiv Zeit stehlen. Blood Omen 2 hat nicht grundlos den Ruf, dass Spiel der Franchise zu sein, um das man einen Bogen machen sollte. Es fügt der Handlung nichts von Wert hinzu, und ist eine lästige Arbeit zu spielen.

Adventure Week #16: The Blood Legacy

ava-1928Wie bei den ersten beiden Draculas, so wurden auch die Episoden 4 und 5 im gleichen Jahr herausgebracht, und erneut sind sie eigentlich jeweils nur ein halbes Spiels, ergeben erst zusammen die komplette Handlung.

Das Ende von Dracula 4, welches implizierte, dass Adam Stoker Dracula ist, wird übrigens direkt zu Beginn von Dracula 5 als Fakeout aufgelöst, Ellen hatte nur eine der Halluzinationen, die mit ihrem Krankheitsbild einher gehen. Und genau das hat mich mal wieder realisieren lassen, dass man hier mehr hätte raus machen können. Ähnlich wie Dracula 3 damit anfing, dass der ganze Vampirmythos vielleicht wissenschaftlich zu beweisender Unfug ist, und es ganz cool gewesen wäre, wenn letztendlich tatsächlich nur eine Mordserie oder Krankheit oder so umgegangen wäre, und das Spiel dann, wenn es doch „nur“ um Dracula gegen Ende hin ging an Interesse verlor.

Das hätte man ja in Dracula 4 und 5 nachholen können, aber eben noch besser aufgezogen. Eben weil Alpträume und Wahnvorstellungen zum Krankheitsbild von Ellen gehören, hätte man genau damit stärker spielen können, eben mit dem Verwischen von Realität und Traum, was ist wahr, gibt es wirklich Vampire, wie viel bildet sich Ellen letztendlich vielleicht nur ein? Aber damit macht die Duologie wieder nichts, sondern hat am Ende von Dracual 4 die Realisation, dass es Dracula eben gibt, und da geht Dracula 5 auch strack mit weiter, eben über ein paar weitere Myst-Puzzle zur finalen Konfrontation mit dem Fürsten.

Dafür wird mehr mit der Lebensleiste gemacht? Ich mein zumindest gibt es in der Hauptlokalität nicht mehr einen endlosen Vorrat an Regenerierung, jedoch immer noch genug Medizin zu finden, als das man nicht wirklich sterben würde im Spiel. Wobei, sterben kann man glaub ich eh nicht, sondern bekommt nur wieder ein paar Punkte vom durchs Lösen der Rätsel erhöhten, und ultimativ bedeutungslosen, Score abgezogen, wenn man einen Back Out hat, weil man sie nicht rechtzeitig nimmt. Wie gesagt, scheint sich eh nur an vorgegebenen Punkten zu verringern, von daher ist es natürlich eh einfach den Überblick darüber zu haben, wie viel Heilung man ins Spiel packen muss, damit der Spieler nicht in Probleme läuft, aber warum dann überhaupt das System? Riecht nach einem Einfall früher in der Entwicklung, welches dann im finalen Produkt wegen Änderungen keinen praktischen Nutzen mehr hat, aber auch nicht einfach herausgenommen wurde.

Aber so vom Adventure-Teil, sprich den Rätseln her, fand ich jetzt Dracula 4 und 5 nicht total übel. Etwas sehr Standard, und die Spiele sind halt irgendwo zu kurz und machen nicht genug aus ihrer Prämisse, aber von den Rätseln her sind es ganz brauchbare, kurzweilige Zeitkiller gewesen.

Adventure Week #16: The Shadow of the Dragon

ava-1927Und wieder Microids, wenn auch nur als Publisher. Bereits im Jahr 2000 gab es mit Dracula Resurrection und Dracula: The Last Sanctuary eine Duologie an Spielen, die eigentlich nur je die Hälfte eines Komplettspieles sind. Das gefolgt vom nicht wirklich auf sie aufbauenden Dracula 3: Path of the Dragon in 2008. 2013 durfte dann mit Dracula 4: Shadow of the Dragon weitergemacht werden.

Diesmal spielen wir Ellen Cross, die fürs Museum of Modern Art in New York arbeitet und nach Rumänien reist, um die Echtheit eines Kunstwerkes zu prüfen, welches zu einer Sammlung gehört, die nach New York verschifft hätte werden sollen, aber angeblich beim Kentern des Schiffes untergegangen ist. Aber jetzt, wo angeblich ja ein Kunstwerk hier aufgetaucht ist, besteht Hoffnung, dass sie nie auf jenem aufzufinden waren. Kleiner Tipp von mir übrigens gleich vorweg: Sich das Hauptmenü genau anschauen, denn statt auf den ersten Punkt „Neues Spiel“ lieber auf den dritten Punkt „Prolog – Anleitung“ geklickt, und man bekommt den Rumänien-Teil auch selbst gespielt, statt dass dies vom Spiel übersprungen wird. Ist zwar hauptsächlich nur ein Tutorial der Spielmechaniken, die jeder Adventure-Gamer eh sofort kapiert, aber 20 Minuten mehr Spielzeit aus dem 3-Stunden-Unterfangen quetscht man so heraus, und irgendwo fühlt es sich komisch an, es nicht selbst zu spielen.

Nach Rumänien geht es dann nach England, genau genommen in die Hütte, in der Bram Stoker seinen berühmten Roman schrieb, und wo wir dessen Enkel Adam antreffen. Das ist der Hauptteil des Spieles, nehmen doch geschätzt Dreiviertel der Spielzeit das Puzzeln durch das Gebäude und die nahegelegene Krypta ein. Wie gesagt ist das Spiel an sich schon nicht sonderlich lang, und endet dann auch wie die ersten zwei Teile einfach in einem Cliffhanger, fühlt sich also so ein wenig an, als spielte man den Prolog oder Episode 1 von einer Adventure-Season.

Spielt sich übrigens sehr wie Myst, denn auch hier bewegen wir uns durch frei drehbare, vorgerenderte Sphären und haben hauptsächlich mehr oder weniger Sinn machende Puzzle zu lösen, die viel mit verzwickten Mechanismen zu tun haben. Wobei Dracula 4 nie wirklich auch nur annähernd so knifflig wird, sondern eigentlich immer gut lösbar bleibt. Und im Notfall gibt es ja noch den einfacheren Casual Mode inklusive automatischer Hotspot-Anzeige.

Eine Besonderheit des Spieles ist allerdings, dass die gute Ellen Cross an einer Blutkrankheit leidet (wie thematisch passend!), die unheilbar ist und sie langsam tötet. Das ist ins Gameplay eingebunden, in dem wir nämlich eine sich langsam neigende Lebensleiste spendiert bekommen haben, und Ellen dem mit Medikation entgegenwirken muss. Wobei es mir nicht so vor kam, als würde sie sich beständig verringern, also sozusagen eine gewisse Art von Timer einbauen, sondern an vorgegebenen Punkten nach Puzzle-Lösung verringert werden. Das Seltsame hieran allerdings ist, dass schlichtweg gesunde Nahrung zu sich zu nehmen Ellen auch heilt, und die Villa einen bodenlosen Fruchtkorb in der Küche hat, so dass diese Mechanik essentiell wieder sofort ausgehebelt ist.

Superhero Sunday – Blade Trinity

ava-1923Mit Blade: Trinity kam die Trilogie dann also zu ihrem Ende. Diesmal mit David S. Goyer im Regiestuhl, der das Drehbuch aller drei Filme schrieb, aber eben eher selten auf jenem Stuhl Platz nimmt. Wobei dies eh nur geschah, weil Wesley Snipes, der angeblich während der Produktion eine echte Diva war, und als Mit-Producer der Reihe doch ein gewisses Mitspracherecht hat, ein Veto gegen den ersten Regisseur einlegte, nur um mit der zweiten Wahl auch nicht zufrieden zu sein.

Ok, womit endet man eine Trilogie am besten? In dem man den größten, stärksten und bedrohlichsten Feind auf den Plan ruft, oder an die Anfänge der Geschichte zurückkehrt. Trinity geht an die Anfänge zum Größten, und zwar denen des Vampir-Mythos: Dracula wird von den Vampiren wiedererweckt, um gegen Staatsfeind No.1 Blade zu kämpfen. Wie auch immer der Daywalker es zu jenem Ruf geschafft hat. Ich mein, ja, er bekämpft Vampire und das auch recht erfolgreich, aber als ein Solo-Kämpfer verstehe ich nicht ganz, wie er plötzlich der Grund sein kann, dass Vampire die Ausrottung ihrer Spezies zu befürchten haben.

Fragt man sich, warum sie Dracula überhaupt brauchen, denn gleichzeitig fahren sie auch eine Schmierenkampagne gegen Blade auf, in dem sie filmen wie er einen Menschen tötet und es verbreiten, damit das FBI ihn jagt. Sie nutzen dafür übrigens einen Menschen, der sich als Vampir ausgibt, wenn Blade doch eigentlich eh deren Familiars – also normale Menschen, die für die Blutsauger arbeiten – tötet, über 1000 davon bisher, wie er später sagt. Warum nicht eh das filmen? Und wirklich, wie wird Blade plötzlich im Auge der Öffentlichkeit zum Staatsfeind No.1 und hohe Priorität beim FBI, nur weil er einen einzelnen Menschen tötet?

Egal, vielleicht war es doch ganz gut Dracula zu holen, denn das FBI kann Blade gar nicht lang festhalten, er wird nämlich von seiner neuen Scooby Gang gerettet, ein Haufen unlustiger, möchtegern-hipper Jungspunde, die angeblich schon immer im Hintergrund für seine Unterstützung trainiert wurden. Eine davon sogar die Tochter seines Mentors, dessen Familie ja eigentlich umgebracht wurde, und bei der ich mir nicht sicher bin, warum diese Verbindung überhaupt reingeschrieben werden musste, es ist nämlich nie wichtig genug, als das sie nicht einfach irgendein Mädel sein könnte, welche es auf Vampire abgesehen hat.

Der Rest des Filmes ist, uh… Blade und seine zwei Sidekicks hauptsächlich dabei, wie sie Vampire/Drake jagen oder von jenen gejagt werden, bis es dann am Ende einen gar nicht so spektakulären Endkampf gegen den perfekten Supervampir gibt, der selbst der Sonne stand halten kann.

Ach ja, Dracula hat viele Namen, geht bis auf die babylonische Zeit hier zurück, und die Scooby Gang nennt ihn doch tatsächlich Drake. Ugh.

So ungefähr gestaltet sich die Qualität des ganzen Filmes. Er ist unglaublich schlecht geschrieben, mit lauter Löchern in der Logik oder Handlung, intern sowie zu den beiden Vorgängern. Und die Dialoge sind einfach schrecklich, denn die Charaktere geben wirklich nur die generischsten Sachen von sich, die entweder absolute Situationsklischees darstellen, oder unwitzige Sprücheklopferei sind. Da wollte jemand wohl Joss Whedon emulieren, hat aber nicht den gleichen Witz. Man fühlt sich anschließend wirklich, als hätte man einige Gehirnzellen verloren, sich dies anhören zu müssen.

Schauspielerisch wird auch nicht so viel gebracht. Jessica Biel beim Versuch ein Badass zu sein, ist sowieso absolut fehlbesetzt, aber auch Ryan Reynolds macht nicht viel, und selbst Snipes versprüht kaum noch was von seinem Charme aus den Vorgängern. Ich mag das Dracula optisch eine ganze Ecke maskuliner geraten ist, als der aristokratische englische Gentleman oder metrosexuelle Schönling, der er normalerweise in aktuelleren Filmen ist, doch ist er absolut unterrepräsentiert in diesem Film. Aber immerhin, Parker Posey ist im Film, die wie immer ihren Spaß hat, und der deswegen zuzusehen wie immer eine Freude ist. Und Reynolds hat natürlich seine obligatorische Shirtless-Szene, ich glaub ich habe noch keinen Film mit dem Mann gesehen, in dem er nicht das Sixpack zeigt, und das ist auch gut so. Überhaupt gefällt mir nichts an der Szene, wenn er gefangen gehalten wird, nicht. Weder die Optik, noch die Bauchmuskeln, noch Posey als Fiesling, noch der Vampirköter.

Leider hält sich auch die Action diesmal ein ganzes Stück zurück. Blade hat mir immer ganz gut gefallen, weil es sich erlaubte etwas dunkler und fieser zu sein, etwas blutiger und brutaler, wobei die Franchise natürlich auch damit gut weg kam, weil die Vampire kurz darauf eh zu Staub zerfallen. Del Toros zweiter Teil war sogar noch etwas brutaler als der Vorgänger. Blade: Trinity rudert stattdessen zurück, ist so schnell und vage geschnitten, nutzt so viel CG, dass überhaupt kein Gewicht hinter den Kampfszenen mehr ist, sie wirken viel harmloser und blutleerer ist das Ding sowieso. Etwas schade, denn die Action ist solide, aber eben wie bei allem im Film ein deutlicher Rückschritt zu den Vorgängern zu verzeichnen.

Keine Ahnung was bei Blade: Trinity schief gelaufen ist, wahrscheinlich sind es mehrere Dinge. Dass Snipes unmöglich war, kann es nicht allein sein. Goyer mag nicht viel Erfahrung als Regisseur haben, mag der Grund für den biederen Look und Inszenierung sein, aber dies erklärt nicht das miserable Drehbuch, wo er dort doch bisher ganz brauchbare Arbeit leistete. Jedenfalls war Blade: Trinity ziemlich bleh, was schade ist, denn die Vorgängern waren eben schon launig. So hätte das nicht enden müssen. Gut, hat es auch nicht, die TV-Serie setzt wohl eh hiernach an, es geht also theoretisch weiter.

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Dracula on TV

ava-1919Die 2013 ausgestrahlte und sofort gecancelte TV-Version von Dracula schimpft sich auch ein Reimagining, weil das klingt immer gut, wenn man frisch und neu ist, besonders wenn man so ein angestaubtes Buch von 1897 als Grundlage nimmt, welches bereits neunzigmillionen Mal verfilmt wurde.

Dracula in dieser Version ist ein netter Kerl, dem als Vlad Tepes die Frau gekillt wurde, und der nachdem er daraufhin der Kirche entsagte zum blutsaugenden Monster bestraft wurde. So viel also zu Neuinterpretation. Aber tatsächlich ist es so, dass abgesehen von der Backstory wie Dracula zu Dracula wurde, die Konstellation der Charaktere doch teilweise stark anders ist. Nicht neu, allerdings nicht Bram Stokers Dracula. Sondern eher einen noch etwas älteren Klassiker in Alexandre Dumas Der Graf von Monte Christo.

Also gut, dies ist das Setup: Es gibt den Orden des Drachens, der jetzt erst Mal nach einem Dracula-Kult klingt, aber den man sich doch mehr wie die Tempelritter vorstellen kann, als christlichen Ritterorden mit viel Macht und Einfluss. Und Vlad Tepes war ein Mitglied. Aber dann kam seine Frau auf den Scheiterhaufen und er wurde Dracula. Ebenfalls ein ehemaliges Mitglied des Ordens, bis die auch seine Familie umgebracht haben, ist Van Helsing. In dieser Version von Dracula sind nun Drac und Van Helsing Verbündete, die in London aufgetaucht sind, um den Orden zu stürzen und seine Obrigen zu strafen.

Mina ist eine Medizinstudentin unter Van Helsing, und natürlich die Wiedergeburt von Draculas Frau. Harker ist weiterhin deren Verlobter, allerdings fängt es ziemlich schnell an zwischen den beiden zu kriseln, und das nicht nur, weil der düster-sexy-mächtige Neuankömmling sich auf Mina einschießt. Lucy gibt es auch noch, als beste Freundin von Mina, die heimlich Scherereien mit ihr machen will, wenn ihr versteht, was ich da andeute, ist aber weitestgehend eher unwichtig.

Wie gesagt, der Ablauf der Serie hat mich schon stark an Der Graf von Monte Christo erinnert, nur mit den Charakteren aus Bram Stokers Dracula. Oder, wegen der ziemlich identischen Hintergrundgeschichte zu Dracula, vielleicht doch eher mit den Charakteren aus Francis Ford Coppolas Version von Bram Stokers Dracula. Denn auch hier geht es letztendlich um die persönliche Vendetta eines (bzw. zweier) Mannes gegen die Mächtigen, die ihm die Frau kosteten, und dabei selbst droht zum Monster zu werden, bzw. im Spiel der Intrigen und des Verrats zur Selbstzerstörung bereit ist, um sein Ziel zu erreichen. Vor allem wo Mina und Jonathan zunächst recht unschuldige Gutmenschen zu sein scheinen, die nur in dessen Dunstkreis geraten und korrumpiert werden.

Warum Dracula nicht die Quoten brachte, um nach der ersten Staffeln a 10 Folgen weitergeführt zu werden, ist allerdings auch ersichtlich. Gerade die ersten drei Folgen, was so ungefähr so viel ist, wie Leute maximal einer Serie bereit sind zu geben, bevor sie aufgeben und nicht mehr einschalten, sind alles andere als spannend oder interessant. Ich referiere hier noch mal zu Anno Dracula, bei dem es ja um Jack the Ripper ging, der dort ein Vampirmörder ist. Im Interview am Buchende meinte der Autor, dass er die Idee der Ripper selbst ist ein Vampir sofort verwarf, weil das viel zu einfach und langweilig ist. Nun, die erste Folge von Dracula erwähnt auch nebenbei, dass der letzte Vampir, der London unsicher machte, der Täter in den Whitechappel-Morden war, also Jack the Ripper. Eine Serie wie Dracula kommt nicht auf die Idee, dass dies kein ganz so interessanter Einfall ist, sondern hält das für clever.

Zur Mitte hin hatte sich die Serie für mich etwas gebessert. Besonders dann, wenn die Ränkeschmiede wirklich etwas ins Rollen kommen, wenn sowohl der Orden wie Dracula beim gegenseitigen Zerstörungsversuch zu Straucheln beginnen, wenn die Serie auch endlich ein ganzes Stück blutiger wird – auch wenn die Action-Einlagen die ganze Staffel über ziemlich dilettantisch inszeniert bleiben werden.

Leider hat das gegen Ende hin erneut wieder etwas nachgelassen. Wenn Charaktere irgendwie aufhören der Logik zu unterstehen, und einfach die dämlichsten Sachen zu machen beginnen, einfach damit es die Handlung voran bringt. Wenn die Serie Jonathan wie das letzte Arschloch statt den korrumpierten Netten darstellen muss, damit wir Minas Anbandeln mit Dracula auch gut finden dürfen, statt einen fiesen Beziehungsbruch. Der Grund, warum Dracula aus Lucy seine erste Vampirin macht, ist an Dummheit eh nicht zu übertreffen. Hilft nicht, dass einige Dinge die komplette Staffel über mehr als vage bleiben werden. Beispielsweise warum Vlads Frau umgebracht wurde, oder die Familie von Van Helsing, und was genau die Ziele des Ordens überhaupt sind.

Dracula als Charakter ist auch etwas schizophren behandelt. Es ist ziemlich klar, dass die Serie ihn eigentlich als Guten sehen will. Gleichzeitig will man aber auch kein so Zahnloses Weichei haben wie in Dracula Untold. Und so richtig die Mitte zwischen dem gefallenden Grafen von Monte Christo und dem blutsaugenden Monster bekommt die Serie einfach nicht. Vielleicht ist ein Teil des Problems das Dracula-Darsteller Jonathan Rhys Meyers, der dem eine schreckliche Christian-Bale-Batman-Stimme gibt, wenn er versucht sexy oder bedrohlich zu sein, Mit-Produzent an dem Ding ist. Jedenfalls ist die Serie erneut in der Mitte hin besser, wenn Dracula Charakterschwächen haben darf, statt gegen Ende, wenn er zum Superhelden mutiert.

Von daher ist das die Serie eingestellt wurde kein wirklicher Verlust, besonders nachdem der beste Charakter Renfield raus ist, denn das Ding war schon eine recht ungleiche Fahrt, mit Tiefen zu Beginn und Ende.

Superhero Sunday – Blade II

ava-1916So, Blades Mentor, der im vorigen Film gestorben ist, damit der Kampf gegen den Endboss eine persönliche Note bekommt (als hätte Blades Mutter nicht gereicht)? Der lebt doch noch. Mehr schlecht als recht allerdings, denn die Vampire haben ihn gekidnappt. Keine Ahnung warum, aber Blade rettet ihn nun, damit wir den Film über jemanden in seinem Team haben, bei dem wir nicht wissen, ob er nicht ein doppeltes Spiel spielt, und vor allem um so von viel offensichtlicheren Leuten abzulenken.

Denn im zweiten Teil kämpft Blade zusammen mit einem Einsatzkommando von Vampiren, seinen eigentlichen Feinden. Denn ein neuer Vampir-Mutant geht um, der sowohl Vampire tötet, als auch seine Opfer zu weiteren seiner Art macht, wodurch er eine Bedrohung für beide Seiten ist. Der Feind meines Feindes und so, gell?

Die Blade-Filme haben schon grundsolide Storylines anzubieten, aber irgendwie mag ich die erste Hälfte immer mehr, als die zweite. Das Frost im ersten Teil einfach ein Halbblut mit Minderwertigkeitskomplex war und den alteingesessenen Vampiradel umbringt, um an Macht zu kommen, hätte für mich vollkommen gereicht. Dass er dann noch einen weltzerstörerischen Blutgott aus einer alten Legende beschwören will ist so ein wenig „warum das jetzt noch“ gewesen. Genauso hätte es mir eigentlich in Blade II gereicht, wenn Mutant Jared wirklich der Staatsfeind No.1 geblieben wäre. Gerne etwas hinterfüttern warum er normale Vampire hasst, und wie er erschaffen wurde. Aber seinem Vater dann noch die Ambitionen zu einer Superrasse an Vampiren zu geben… machte mir die Sache erneut wieder etwas unnötig generisch.

Jedoch, als Plattform für die Action sind die Handlungen der Filme allemal ausreichend. Und Action wird wieder gut geboten. Die war im ersten Film schon recht gut, doch Blade II kommt noch moderner und stylischer daher, so sind die Kämpfe schneller, akrobatischer, einfach etwas cooler inszeniert. Das kommt sicher auch daher, dass diesmal Guillermo del Toro Platz auf dem Regiestuhl nahm, der dem Film seinen eigenen Stil verleiht. Die Szenerien im vorigen Film waren schon teilweise nett anzusehen, häufig auf eine modern-stylische Business-Vampir Art und Weise. Toro geht einen anderen Weg, die Sachen sind alle dreckig und gelbstichig, oder es gibt nett Platzierte Blutbrunnen a la Legacy of Kain, das Nazi-Vampir-Krankenhaus im Opener ist auch echt geil, sprich die Welt von Toro sieht etwas mehr aus wie aus einem Silent Hill, wenn man es genau nehmen will. Ganz zu schwegen von den Vampir-Mutationen, die klar einen monströsen Nosferatu-Einschlag haben.

Ich glaube das ist schon fast der Hauptgrund, warum ich Blade II etwas über dem Vorgängern einordnen würde. Unter dem gleichen Regisseur geblieben würden sich die beiden Filme glaub ich gar nicht mal so viel tun. Aber eben weil Guillermo del Toro sein stilsicheres Auge drauf hatte, wird die Angelegenheit hier eine Ecke besser. Sowohl optisch wie inszenatorisch.

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Låt den rätte komma in

ava-1914Ein weiterer Vampir-Roman, und zwar aus dem neuen Jahrtausend, in dem jene stark geprägt von Twilight sind. Im Falle von Let the Rigth One In allerdings nicht, welcher zum einen schwedischer Herkunft ist, aber mit 2004 auch ein Jahr vor den Disco-Kugel-Vampiren erschien.

Hauptcharakter ist Oskar, ein Junge gerade so in der Pubertät, in ärmlichen Verhältnissen aufwachsend, der Alkoholiker-Vater wohnt woanders, er ist untersetzt, inkontinent, wird schrecklich gemobbt, lebt in seiner eigenen Fantasie-Welt, und ist fasziniert von Morden. Sprich Oskar ist ein Serienmörder in der Mache. Einen Lichtblick gibt es dann jedoch plötzlich, immerhin ist in seinem Wohnkomplex mit Eli ein etwas jüngeres Mädchen gezogen, mit dem er sich anfreundet. Die ist ein wenig seltsam, immerhin ist Tags alles in der Wohnung abgedunkelt, und sie kommt nur in der Nacht auf den Hof, scheint auch nie trotz dünner Kleidung zu frieren, aber was solls, Oskar ist ja auch etwas schräg.

Die Mutter von Oskar hingegen ist besorgt, weniger wegen Eli, sondern wie die meisten Eltern der Gegend, weil eine Mordserie begonnen hat. Eine, bei der die Opfer zum Großteil jüngere Teenager sind, die an den Füßen aufgehängt, die Kehle aufgeschlitzt, und dann ausgeblutet werden. Ritualmorde also aller Wahrscheinlichkeit nach.

Die Morde geschehen natürlich wegen Eli, wenn auch eher indirekt, da sich das zerbrechliche Mädchen jemanden hält, der für sie mordet. Obwohl sie das durchaus auch selbst hinbekommen würde, wie wir später herausfinden dürfen. Aber ja, Eli ist also ein Monster. Kein angepasster moderner Vampir, der (heimlich) nebenher lebt und sich von Tierblut oder Konserven ernährt. Ganz einfach damit erklärt, dass es frisch sein muss, zu lang gezogenes Blut oder welches aus einem toten Körper funktioniert nicht. Was Eli einen Grund gibt, warum sie unangepasst leben muss, und warum das Bluttrinken ein moralisches Dilemma sein kann. Zumindest wird angesprochen, dass Vampire hier auch häufig nicht alt werden, weil sie mit der Schuld nicht leben können. Für Eli ist das weniger ein Problem erscheint es, aber sie ist ja im Prinzip noch ein Kind und daher der Überlebenswille und die wirkliche Ausmaße ihrer Existenz eine andere. Zumal die Vampire hier nicht a la Anne Rice einfach ein wenig trinken und ihr Opfer dann weitergehen lassen können. Ähnlich wie in Blade ist Vampirismus hier wie ein Virus, eine Krankheit. Wen man beißt muss man auch umbringen, sonst verwandeln sie sich langsam selbst in einen.

Was interessanterweise im Kern von Let the Right One In steckt, ist allerdings gar nicht mal ein Horror-Roman an sich. Wenn das Ding auch ziemlich blutig und auch anderweitig recht eklig ist, wenn auch so einige drauf gehen werden, wenn auch Eli’s „Vater“ mit ihr zusammen lebt, weil er als Pädophiler so einen jungen Körper betatschen kann, ohne sich schuldig zu fühlen, weil sie ist ja eigentlich 200 Jahre und nicht wirklich ein Kind.

Nein, was im Kern von Let the Right One In steckt, ist auch ein wenig eine Romanze. Nämlich der zwischen Oskar und Eli natürlich, die wirklich sehr natürlich und organisch geschrieben ist. Die beiden Außenseiter verbringen fast notgedrungen Zeit miteinander, weil sie sonst niemanden haben. Sie finden ein paar Gemeinsamkeiten, haben Spaß miteinander, und dann plötzlich steht mehr im Raum zwischen ihnen. Eli gibt Oskar Mut sich seinen Peinigern gegenüber zu wehren. Durch Oskar lernt Eli wieder ein Kind zu sein. Das könnte fast niedlich sein, wenn Eli nicht nach Leiche riechen und Leuten die Kehle schreddern würde, um an ihren Lebenssaft zu kommen.

Let the Right One In kümmert sich allerdings auch überraschend viel um die Nebencharaktere. Das ganze soziale Umfeld im Viertel, in dem Eli und Oskar leben, ist für einen als Leser mit der Zeit einfach greifbar, weil man sowohl Zeit mit anderen Erwachsenen wie Mitschülern von Oskar verbringt. Zum Großteil selbst Alkoholiker, Mobber, oder Feiglinge, so richtig sympathisch ist im Buch einem eigentlich kein Charakter auf Anhieb. Doch wir finden eben auch heraus, warum sie so sind, eben weil sie dort und so leben, wie sie leben (müssen). Aber irgendwie ist das alles auch wieder wichtig, eben nicht nur um die Welt, in der wir uns befinden, lebendiger und glaubhafter zu gestalten, sondern die ganzen Grüppchen werden auch irgendwann in der Geschichte mal wichtig, kommen irgendwie in Kontakt mit unseren beiden Hauptpersonen.

Ich fand Let the Right One In toll, hatte es in zwei Tagen verschlungen. Es ist fies und dreckig, ein Vampirroman mit Biss eben, aber irgendwie auch herzig innen drinnen. Und vor allem verdammt gut geschrieben. Da steh ich sowieso nicht alleine mit, das Buch ist immerhin ein Bestseller, es gibt 2 Film-Adaptionen, 4 fürs Theater, 1en Comic, und eine TV-Serie ist auch in Planung.

Superhero Sunday – Blade

ava-1909Da hab ich doch letzte Woche scherzhaft behauptet, beim Suchen nach düster-dunklen Superhelden für diesen Monat mit Spawn doch ausgerechnet auch einen dunkler Hautfarbe gefunden zu haben… und hab gar nicht weiter drüber nachgedacht, dass dem mit der Blade-Trilogie ja genauso sein wird. Heh, hätte ich doch mal The Crow genommen, eh?

Was mir an Blade direkt gefällt ist, dass der erste Film keine Origins-Story ist. Nicht wirklich zumindest, denn natürlich finden wir auch hier heraus, wie Blade wurde, was er ist, denn seine Mutter wurde hochschwanger von einem Vampir gebissen, und deswegen kam mit Blade ein Dhampir bei raus, der dessen Kräfte und Blutdurst hat, aber doch menschlich ist und jenen zu unterdrücken versucht. Das macht in diesem Universum durchaus auch Sinn, denn hier ist der Vampirismus so etwas wie ein Virus, das beim Biss übertragen wird und somit das Opfer langsam zu einem Vampir ummodelt. Wobei, reinrassige Vampire, die bereits so geboren wurden, gibt es hier auch.

Wie Udo Kier und seine Truppe an Business-Vampiren. Denn die Vampire hier sind so ein wenig zwischen dem Coming Out in einem True Blood oder Anno Dracula und dem geheimen Monster: Die normale Bevölkerung weiß nichts von ihrer Existenz, allerdings haben sie finanziell die Hände in Wirtschaft und Politik stecken, sind in dortigen Kreisen also schon bekannt. Frost jedenfalls, ein nicht reinrassiger Vampir durch Biss, will lieber die Welt regieren und den Blutgott aus einer alten Prophezeiung erwecken, und allgemein damit seinen Minderwertigkeitskomplex bekämpfen und endlich was zu tun bekommen, außer ständig hohle nächtliche Parties zu schmeißen. Also ermordet er Udo Kier, was der Film schlauerweise zum längsten und blutigsten Ereignis macht, um seinen Udo Kier nicht zu verschwenden, bringt Blades Mentor um, und dann geht es im Finale nicht nur um Weltrettung sondern auch persönlicher Rache und so.

Mit Dr. Jenson läuft auch noch ein Weib immer mal wieder rum, die gerade gebissen und von Blade gerettet wurde, und nun versucht ein Gegenmittel zu finden. Interessant hierbei ist vor allem das sie kein Love Interest ist, der Film würde auch mit einem männlichen Sidekick oder so in ihrer Rolle funktionieren. Dafür wirkt sie allerdings auch ein wenig wie unwichtiges Beiwerk leider. Wobei, sie ist halt der „Normalo“, der in diese Welt geworfen wird, und durch sie kann dem Publikum erklärt werden, wie jene funktioniert.

Blade ist übrigens von 1998. Das ist dahingehend interessant, weil dies bedeutet, dass die Trilogie ziemlich in eine Lücke fällt. Anfang der 90er gab es einige qualitativ recht gute, und auch finanziell erfolgreiche Superhelden-Filme, ab der Mitte des Jahrzehnts hingegen eine Flut an ziemlichen Müll, bevor X-Men und Spiderman am Anfang des nächsten Jahrtausends das Genre mit bis heutig anhaltendem Effekt revitalisierten.

Blade nimmt damit die Ausnahme seiner Zeit ein, denn der Film ist wirklich gut. Natürlich ist die Handlung wieder etwas Standard, aber flüssig erzählt und gerade der Style weiß zu überzeugen. Nicht super aber schon relativ blutige Schlachten unseres Klingen-Schwingers gegen eine Horde Vampire, alle Beteiligten zusehends überzeugt was abzuliefern, und die Optik der modernen Anzug- und Leder-Vampire in ihren Glaspalästen ist eh immer gefällig.

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