Persona 3 Dancing in Moonlight

Es gibt ein Triumvirat an Spielegenres, die von außen betrachtet auf mich immer total interessant wirken, in denen ich aber noch unfähiger bin, als dies schon bei jedem anderen Spiel der Fall ist. Als da wären Shmups, SRPGs und Rhythm Games. Wider besseren Wissens landet dennoch sporadisch mal eines davon bei mir, statt es einfach ad acta legen zu können, so auch zuletzt zusammen eingetroffen Fire Emblem Fates: Vermächtnis und Persona 3 Dancing in Moonlight.

Ich bin ja immer noch der Meinung, dass es eventuell nicht die beste Entscheidung von Atlus war, alle Persona-Spinoffs canon halten zu müssen. Wobei sich hier P3D nicht viel drum schert, sondern einen zu erwartenden Ausredeplot hat, dass halt mal wieder alle im Traum weggezapt wurden und sich anschließend an nichts erinnern können, und Elizabeth nun mit ihren P5-Schwestern ein Dance Off veranstaltet. Was wenig Sinn macht, wenn man bedenkt, dass wir die andere Seite nie zum Vergleich der tänzerischen Leistung der Truppen sehen, weil wenn man beide in ein Spiel stecken würde, könnte nicht doppelt abkassiert werden, aber am Ende zählt der Gewinn erwartungsgemäß eh nicht, sondern nur das wir alle Spaß hatten.

Wir drücken nun also die Buttons im Beat bzw., wer jenen nicht so gut halten kann, einfach passend zeitgleich mit der Visualisierung auf dem Bildschirm. Gewohnt Rhythm Game halt. Wobei P3D gleich ganze sechs Buttons nutzt, jeweils die äußeren drei links und rechts, auf einen je nach Schwierigkeitsgrad also schon ziemlich viel visueller Input auf einmal zugeflogen kommen kann. Weil einfaches Drücken auf Dauer langweilig ist, gibt es natürlich auch noch die Noten, die gehalten, doppelgeklickt, oder zwei gleichzeitig eingegeben werden sollen. Optional, aber wichtig für den Score und das besondere Fever Time, darf der Spieler, wann immer ein Scratch-Ring auftaucht, auch noch den Analogstick bedienen. Potentielle Fingerverkrampfungen also vorprogrammiert?

Möglicherweise. Gibt ja Leute, die das Spiel auch locker auf All Night, dem höchsten Schwierigkeitsgrad, bei dem gefühlt Dutzende Noten und Scratches gleichzeitig angezeigt werden, dennoch mit einer Fehlerlosen King-Crazy-Trophäe schaffen. Ich bin eher der Spieler, der diese Spiele nicht spielen sollte, weil ich kein Rhythmusgefühle habe, den Beat nicht halten kann, und auch eine schreckliche Hand-Augen-Koordination habe. Wenn die paar Noten des Easy- und Normal-Schwierigkeitsgrades auf mich zukommen, verwechsle ich bereits schon mal ein Halten und Drücken, übersehe eine zur anderen Seite geflogene Note, oder presse den mittleren statt oberen/unteren rechten Button. Sobald Scratches dazwischenkommen, ist mein Gehirn sowieso dazu geneigt, schlicht komplett runterzufahren. Das schien zunächst aber gar nicht so schlimm. In P3D will ein Publikum bei Laune gehalten werden, welches als Level am oberen Bildschirmrand angezeigt wird. Fällt deren Zustimmung auf Null, ist der Song sofort rum, aber ein Stage Clear gibt es ebenfalls nur bei einem brauchbaren Unterhaltungswert am Ende. Nur war es, all meiner Unfähigkeit zum Trotz, sowohl auf Easy als auch Normal so einfach sofort durch den Song gelassen zu werden, dass es mich echt überrascht hat.

Dadurch motiviert habe ich mich dann zumindest mal an Hard probiert. Und ab hier macht das Spiel dann tatsächlich ernst, denn wer mehr als zwei oder drei Noten in einem Song verpasst, kann sich das Stage Clear eigentlich schon direkt abschminken, auch wenn der 4-Minuten-Song 600 Noteneingaben hat. Sehr nasskaltes Erwachen, das.

Das ist natürlich schon irgendwo immer demotivierend. Was ich an Rhythm Games halt immer so geil finde ist wenig überraschend wohl die Hauptattraktion des Genres, nämlich das Audiovisuelle. Die bunten Farben, die coole Mucke, die spaßigen Musikvideos im Hintergrund. Auch wenn man sich letzteres bei P3D nicht wirklich ansehen kann, wenn die Noten wild in alle Richtungen fliegen. Es ist immer voll motivierend, wenn ich also im angesagten Beat bleibe, aber auch sofort von 0 auf 180 demotivierend, wenn ich raus bin. Aber immerhin, wenigstens lässt einen P3D auf Easy und sogar noch Normal eine gute Zeit haben. Ich bin ja von manch anderen Rhythm Game gewohnt, dass die bereits früher als Hard auf „sei gut oder geh sterben du N00b“ schalten.

Aber dann ist mir was tatsächlich Fantastisches aufgegangen: Persona 3 Dancing in Moonlight interessiert es Bohne, ob man gut oder schlecht im Genre ist. Am meisten Sorgen macht sich das Spiel stattdessen darum, dass man Spaß mit ihm hat. Und tut sein Möglichstes, dass dem der Fall ist.

Beispielsweise gibt es hier, weil Persona-Spinoff, auch Social Links. Für jeden Charakter lassen sich 8 kleine Szenen freischalten, die ganz charmant aber unspektakulär sind, jedoch weitere Kostüme und Accessoires freischalten, um die Charaktere während ihrer Tanzeinlagen so cool oder dämlich wie gewollt aussehen zu lassen. Auch wird die Creditsequenz des Spieles, welche die letzten zwei Songs sukzessive freischaltet, dadurch eingeleitet, Elizabeths SL zu maxen. Die Voraussetzungen sind hierbei bei jedem Charakter anders. Einer möchte, dass Songs mit X verschiedenen Kostümen gespielt wurden. Ein anderer braucht X Perfect-Noten, oder X Kombos. Alles Dinge, die natürlich so nach und nach automatisch geschehen sollten, wenn man die Liste der Songs auf jedem Schwierigkeitsgrad durchspielt. Der ist aber nie ein Faktor in jenen Voraussetzungen. Wer also nicht gut genug ist, kann weniger organisch die SLs auch einfach auf Easy oder Normal ausgrinden, um alles freigeschaltet zu bekommen. Nichts bleibt hinter einer Fähigkeits-Hürde verschlossen.

Aber halt, es wird noch viel besser! Bevor ein Song finalisiert angegangen wird, kann nicht nur das Outfit des Haupttänzers und dessen Fever-Time-Mittänzer ausgewählt werden, sondern es gibt noch die Config-Option. Hier lässt P3D den Spieler munter die Parameter eines Songs verändern. Der Song an sich ist der gleiche, und auch welche und wie viele Noten auf einen zufliegen ist durch den Schwierigkeitsgrad bestimmt. Alles andere lässt sich aber vereinfachen oder erschweren. Beispielsweise kann die Zuschauerzustimmung auf einen niedrigeren Schwierigkeitsgrad gesetzt werden, so dass ein Hard-Mode-Song nicht rum ist, sobald man die vierte Note versemmelt hat. Es kann eingestellt werden, dass ein Good-Hit einer Note die Kombos nicht beendet, oder dass das Spiel die Scratches für einen automatisch aktiviert. Persona 3 Dancing möchte, dass man Spaß mit einem Song hat, auch durchaus mit dem Chaos an Noteneingaben der höheren Schwierigkeitsgrade, selbst wenn man nicht gut darin ist, und gibt einem dadurch all diese Möglichkeiten, sich den Schmerz zu lindern. Natürlich geht das brutal auf den Score am Ende, sonst wäre es fies, aber wer jene Hilfen aktiviert spielt wie gesagt auch nur zum Spaßhaben und nicht für die Punkteerrungenschaften. Und wer sagt, dass eben dies nicht als Einstiegssprungbrett zum Gudgiten dient? In dem sich langsam hochgearbeitet wird, von einfachen Schwierigkeitsgraden zu hohen aber mit Stützrädern bis hin zum Alleinfahren auf dem Einrad?

Dazu sei auch gesagt, dass P3D nicht nur jene Hilfen anbietet, nein in Config können sogar noch zusätzliche Challenges eingebaut werden, für diejenigen, die eben gut in Rhythm Games sind, und die Standardeinstellungen auch auf den höheren Schwierigkeitsgraden nicht launig fordernd genug findet. Den Song beispielsweise schon abzubrechen, wenn man die Kombos unterbricht, oder Scratches doch als Miss zu zählen, bis hin dazu die Noten unsichtbar zu machen. Dafür gibt es natürlich dann wieder einen noch besseren Score am Ende. Das Spiel verlangt also nicht nur nicht, dass man sofort top ist, legt schlechten Spielern keine Steine in den Weg, sondern belohnt gut oder gut gewordene Spieler auch. Abgesehen davon können solche Einstellungen auch sonstig weiterhelfen. Wer beispielsweise ein King Crazy haben will, wofür alle Scratches aktiviert und jede Note mit einem Perfect oder Great angeschlagen werden müssen, kann beispielsweise aktivieren, dass Scrachtes als Miss zählen und eine Kombo zu versauen (sprich eine Note nicht mit Perfect/Great zu treffen) den Song sofort abbricht. Wer es unter diesen Bedingungen durch schafft, hat nämlich dann auch automatisch seinen King Crazy.

Und deswegen habe ich mich dann doch in Persona 3 Dancing in Moonlight verliebt. Weil es mich es zu lieben zulässt. Weil es will, dass jeder einfach seinen Spaß hat, egal ob schlecht oder gut oder gar grandios im Spiel. Rein in die Beats und sich toll fühlen.

Free to Play Quickies

Anfang 2018 habe ich ja meine PS4 bekommen, und da man sich nicht nur mit Monster Hunter World oder gefühlt hunderten Remasters interessanter Spiele verpasster Konsolengenerationen beschäftigen kann, habe ich die Bibliothek auf der Festplatte auch mit dessen Free to Play bzw. Free to Start Spielen aus dem PSN-Store aufgestockt. Die ich dann wie üblich teilweise gar nicht gespielt habe, wie das bei Fishing Planet oder Gwynt bis heute der Fall ist.

Das richtige zu Hause dieses Spielmodels ist aber natürlich das Smartphone, von daher kommen wir vor den PS4-Einträgen doch zunächst in diesem kurzen und Ereignislosen Post zu zwei Vertretern darauf.

Shin Megami Tensei: Liberation Dx2, welches merkwürdigerweise sich nicht beim wesentlich Verkaufsträchtigeren Persona betitelt, wäre da natürlich naheliegend, bei meiner Affinität zur Franchise und da es damals das heißeste neue Ding für ein paar Wochen war. Und immerhin bietet sich SMT mit den vielen Dämonen absolut für diese Gacha-Spiele an, bei denen man verschiedene Einheiten verschiedenen Qualitätsgrades beschwören muss. Ganz wie alles natürlich Energie kostet, die man durch Warten wie Geld auffüllt, genau wie sich neue Beschwörungen zukaufen zu können. Tatsächlich bietet das Spiel ziemlich viel, neben täglichen und Event-Missionen, die teilweise gemacht werden müssen, um weiter der unterhaltsam geschriebenen Story zu folgen, zu einem Dungeon-Crawler-esquen Aspekt und natürlich jede Menge Systeme, um mehr Feintuning ins Team zu bringen oder „Freunden“ auszuhelfen, die ebenfalls spielen. Ich muss schon sagen, dass es für ein paar Wochen sehr launig war, jeden Tag mal reinzuspringen und die Energie aufzubrauchen, auch wenn es mir dann irgendwann doch zu viel Partizipation abverlangte.

Tabi Kaeru geht da nämlich wesentlich besser in meine Smartphone-Mentalität. Ich hab es einfach nicht so wirklich damit „vollwertige“ Spiele, die mir viel Spielerinterkation abverlangen, darauf zu zocken. Und Tabi Kaeru ist der Nachfolger von Neko Atsume gewesen – dem Spiel, bei dem man einen Hinterhof einrichtet, um dann möglichst viele verschiedene Katzen anzulocken. Auch bei Tabi Kaeru macht man nicht viel außer Warten. Diesmal geht es allerdings darum, dass ein Frosch in der Gegend herumreist und einem Fotos davon mitbringt. Als Spieler wird nur zwischen den Trips die Verpflegung und Ausrüstung bereitgestellt, um ihn in verschiedene Gebiete locken zu können. Dann drauf warten, bis er wiederkommt. Leider bringt mir mein Frosch, da ich nicht nahe weltbekannter Attraktionen leben, eher Bilder von generischen Steinmauern und Seeufern mit.

TERA war dann das erste MMORPG, welches ich Anfang 2018 auf die PS4 lud, da es damals sogar ziemlich aktuell in seiner Konsolenversion erschien. Man muss es dem Spiel auf jeden Fall zugutehalten, dass es immer noch aktiv ist, obwohl bereits 2011 gestartet, und sogar beliebt genug, um 7 Jahre später noch eine Konsolenversion zu rechtfertigen. Damals war es auch das ganz große Ding, wie viele koreanische MMORPGs natürlich hauptsächlich durch die aktuellst-hübscheste Grafik protzend, aber auch das die Positionierung während der Kämpfe wichtig ist und für damalige Verhältnisse mehr Action reinbrachte. Heutzutage ist das ein Standard geworden und ganz ehrlich TERA auf der PS4 gar nicht mal so hübsch anzusehen. Ich hab mir natürlich einen Kerl aus der gehörnten Fanservice-Rasse gezimmert, der mal wieder zeigt, dass die Designer nur sexy Babe-Kostüme zu entwerfen wissen, denn bei der männlichen Variante sind dann lediglich zufällig Löcher in die Tops geschnitten, was absolut dämlich aussieht. Laut Trophies habe ich es sogar bis Level 20 im Spiel geschafft, aber so wirklich begeistert hat es mich ehrlich gesagt nicht. Es ist kompetent, sicherlich, aber der Reißer halt nicht mehr. Zum Halloween-Event wollte ich dann noch mal wieder rein, aber da waren die Mobs so viele Level über mir, dass ich eh nix machen konnte, und habe es seither nicht mehr angepackt.

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn hingegen ist ein Spiel, bei dem ich immer mal wieder bereue, es nicht von Anfang an gezockt zu haben, also seriös gezockt zu haben, statt das schreckliche 1.0 sofort aufzugeben und ARR nur kurz anzutesten. Denn das Spiel soll ja schon richtig geil sein, nur ist der Content mir mittlerweile natürlich hoffnungslos davongelaufen. Dennoch habe ich es erneut auf PS4 gestartet, jetzt wo man unbegrenzte Zeit umsonst spielen kann, man nur ein Levellimit gesetzt bekommt. Es ist tatsächlich immer noch ziemlich spaßig, und ganz hübsch anzusehen, und diesmal habe ich es sogar etwas weiter wie beim letzten Mal geschafft, so dass die Story, die ordentlich Bezug zu 1.0 nimmt, sogar richtig interessant anzufangen begann. Auch beim Halloween-, Weihnachts-, und Neujahresevent war ich dabei, weil das hier netterweise schon ziemlich Low Level geht. Doch auch bei FFXIV:ARR letztendlich das Problem, dass mir auch teilweise bei TERA in den Weg kam: Es gibt einfach mittlerweile zu viel Spiel und alle sind zu weit vorangeschritten, so dass es mir nicht so vorkommt hier aufschließen zu können, und ich mich auch von den Möglichkeiten schlicht überfordert fühlte.

Dauntless ist dann der neueste Darling, dem allerdings Monster Hunter World etwas übel mitgespielt hatte, da es sich daran versuchte diese Nische auf dem PC zu füllen, und prompt von Capcoms neuesten Ableger eingeholt wurde. Dennoch läuft es seit Anfang 2018 ganz gut auf PC und seit diesem Monat auch auf Konsolen, dessen Launch so erfolgreich war, dass die Server permanent überfordert waren. Doch seit letztem Wochenende ist dies besser geworden und auch ich habe mich eingeklinkt, und direkt am Samstag mehrere Stunden dran verloren. Es ist halt ein Hunting-Game, bei dem Rüstung und gutes Spiel zählt, weil es keine Level Ups gibt. Auf einer Biom-Insel mit einem Behemoth ausgesetzt, darf dieser mit bis zu vier Spielern angegangen werden. Das Framework ist halt wesentlich stärker gen f2p-Spiel. Es gibt eine zentrale Stadt voller mit Ausrufe- und Fragezeichen ausgestatteter NPCs, die einem je nach Rang reichlich Quests entgegenwerfen, um die Motivation zu halten. Es darf ordentlich gegrindet werden, um für schwerere Behemoths die richtige Elementarausrüstung dabeizuhaben und jene auch aufgelevelt zu halten. Und es gibt ein Gacha-Element in den darauf ziehbaren Skills. Bisher kann ich allerdings noch sagen, dass es ordentlich Bock macht und sich gut spielt. Etwas Sorgen mache ich mir nur dahingehend, dass ich mir nur schwerlich vorstellen kann, viel Solo oder in 2er-Gruppen reißen zu können. Noch findet man (fast) volle Gruppen en masse (schlauerweise ist das Matchmaking cross-platform), aber ob das anhält ist halt die Frage.

Let’s Play Shin Megami Tensei if – 05. Ideo Hazama

Wir öffnen also das Siegel im Zentrum der Hub komplett, wodurch die Truppe zurück in die Schule teleportiert wird. Allerdings ist diese jetzt komplett leer, mit der einzigen Ausnahme der Schulschwester, die uns weiterhin kostenlos heilt. Am PC speichern können wir netterweise auch, ohne dass uns der Nerd dabei über die Schulter schauen muss. Ach ja, und wenn man die Cathedral of Shadows in der Sporthalle eingerichtet hat, bleibt auch jene dort stehen.

Neu ist, dass wir bei den Treppen auf 3F nicht mehr von einem Vortex zurückgehalten werden, stattdessen führt das in neue Stockwerke der Schule. Allerdings welche, die von Hazama selbst erstellt wurden. Sprich es ist ein riesiges Labyrinth, bei dem nur die richtige Begehung von Treppen, Hinunterfallen durch Bodenluken, und die Beachtung von Einwegwänden zum Ziel führt. Der Heilbrunnen ist natürlich ziemlich zu Beginn und sonst nirgendwo ein anderes Etablissement weit und breit.

Mit den neuen Guardian Odin haben wir den zweithöchsten für den MC, und damit können wir das super starke Schwert Kagatsuchi aus dem Stein in Neid ziehen, welches wir vorerst zurückgelassen hatten. Sowohl Reiko als auch der MC werden dabei durch Instadeath-Zauber der Gegner auch im weiteren Bereich der oberen Schulstockwerke umgenietet und bekommen mit Isthar und Shiva ihre jeweiligen besten Guardian aufgedrückt. Sogar weitere Flowing Swords werden gedropt, aber dank Kagatsuchi brauchten wir eigentlich nur eines, welches wir über die Fusion mit den richtigen Dämonen zu Masamune schmieden.

Nachdem 4F und 5F gigantisch sind, ist 6F netterweise wesentlich bescheidener und ab 7F bis zum auf 11F auf uns wartenden Hazama die kleinen Turmstockwerke ohne Random Encounter ausgestattet. Hazama meint seine Version der Schule wäre leer, weil er absolut niemanden in seinem Leben benötigt und verwandelt sich in den mit Sonnenkrone bestücken Dämonenlord. Der überraschend gar nicht mal so schwer zu besiegen ist, auch nur diese eine Form hat. Wären wir auf Yumis Route, wäre das Spiel hier übrigens beendet. Mit Reiko gehen wir allerdings in Hazamas verworrenen Geist, um ihn zu retten.

Ähnlich wie der Magen von Orcus ist der Geist von Hazama mehr ein zusätzliches Stockwerk denn ein komplett neues Dungeon, auch wenn hier neue Dämonen herumspringen. Geformt ist es zudem wie die Windungen eines Gehirns und hat in fünf Räumen eine Erinnerung von Hazama zu bieten, die etwas mehr Licht darauf bringen, warum er um sich an der Schule zu rächen Dämonen beschwören wollte.

In der ersten proklamiert er lediglich, dass er immerzu alleine ist. Eine weitere zeigt eine Gruppe Mitschüler, die über ihn lästern. Die dritte, wie er einem Mädchen einen Liebesbrief überreicht, die sich aber nur mit ihrer Freundin darüber lustig macht. Das ist übrigens diejenige, die mir ihrem Freund zu Spielbeginn im Lagerraum war und in Faulheit mit jenem versteinert wurde. Die vierte Erinnerung erklärt, warum die Schulschwester als einzige verschont geblieben ist: Hier hat sich Hazama regelmäßig ausgeheult. Wirklich interessant ist allerdings die letzte Erinnerung. Die zeigt, dass seine Mutter sich von seinem Vater trennte, als Hazama ein kleiner Junge war, und nur seine kleine Schwester mit sich nahm: Reiko. Dies erklärt nun also die besondere Bindung, die Reiko zu ihm hat.

In der Mitte der Hirnwindungen schwebt Hazama, beleidigt uns noch mal kurz und verwandelt sich in den Endboss: Ein gigantischer, dämonischer Fötus, dem Hazama aus einer Augenhöhle wächst. Und der ist wesentlich härter als die Freiheitsstatuen-Version von ihm. Neben zwei Instadeath-Zaubern kann er beispielsweise auch den Rundum-Debuff Debiliatate. Was mir über den extrem langen Kampf außerdem aufgefallen ist, ist, dass jene Instkills scheinbar zunächst immer die Dämonengruppe abgrasen, bevor sie die menschlichen Mitstreiter angehen. Er hat damit nie den MC oder Reiko umgebracht, solange noch mindestens ein Dämon mit in der Aufstellung war. Als er alle anderen umgebracht hatte, und ich deswegen Rangda beschwor, die gegen jene Attacken immun war, war sein Instadeath also schon mal ausgecancelt, da es weiterhin nie an die Menschen ranging. Leicht wird der Kampf dadurch freilich nicht, nur leichter.

Anschließend heult Hazama etwas rum, dass wir voll gemeine Cheater sind, verwandelt sich im wahrsten Sinne des Wortes in ein heulendes Baby. Reiko nimmt es in die Arme, tröstet ihn, und meint er sei nun nicht mehr alleine, da sie immer bei ihm bleiben wird, woraufhin er wieder auf normale Größe wächst. Reiko meint wir sollten verstehen, dass Hazama eigentlich ursprünglich ein netter Junge war und schmeißt uns aus seinem Geist. Die Schule ist wieder in der normalen Welt, wir können sie endlich verlassen, alle sind noch am Leben, lediglich Hazama und Reiko hat nie wieder jemand gesehen. Ende.

Ich bin ganz froh, dass ich mich für Reiko entschieden habe. Trotz des zusätzlich fiesen Bosses macht das Finale mit den Erinnerungen die Geschichte von Shin Megami Tensei if, die über den Rest des Spieles sehr zweitrangig und kurz angebunden ist, um einiges runder. Der Rest des Spieles war für mich ein wenig übliches SNES Shin Megami Tensei: Es war sehr interessant, aber offen gestanden hatte ich häufiger nicht den größten Spaß am Spielen. Man sieht allerdings recht gut, dass dies ein Versuch von Atlus war, die Franchise etwas einem breiteren und jüngeren Publikum zugänglich zu machen, was ihnen so richtig erst mit Persona gelingen sollte. Die in sich geschlossenen Dungeons mit Schul-Hub macht es simpler und überschaubarer. Die diversen Etablissements in den Dungeons geben ganz gut Hilfe. Das Schulsetting statt der Postapokalypse ist nahbarer. Und das Guardian-System, wenn auch in dieser Inkarnation noch stark fehlerhaft, klar dazu da Game Over auszuhebeln und vor allem damit man sich nicht mit den bei Level Ups zu verteilenden Statuswerten in extrem schlechte Builds schustern kann, da sie ja sozusagen jene Bereiche mit ihren Punkten aufstocken, die man stiefmütterlich behandelt.

Die Sache mit den verschiedenen Enden je nach Partner ist ebenfalls im Grundeffekt eine nette Idee um erneutes spielen des im Gegensatz zu SMTI und II kürzeren if… zu belohnen. Wobei ich glaube ich nicht den Bock hätte mit Yumi oder Charlie erneut durch fast das gleiche Spiel zu gehen, nur um andere Guardians zu sehen, Hazama verfrüht zu bekämpfen, und Envy mit Wrath ersetzt zu bekommen.

Let’s Play Shin Megami Tensei if – 04. Envy & Greed

Das nächste Dungeon, welches sich öffnet, hängt davon ab, wen man als Partner hat. Hätten wir Charlie, ginge es in die Domain of Wrath. Mit Reiko oder Yumi stattdessen in die Domain of Envy. Lust wird als einzige Todsünde übrigens übergangen. Keine Ahnung, ob da ein Sinn dahintersteckt, oder einfach keine Zeit mehr war, noch ein weiteres Dungeon zu designen. Wäre beispielsweise durchaus sinnig, das ursprünglich angedacht war jeden der drei möglichen Partner hier ein exklusives Dungeon haben zu lassen und Lust für eines der Mädels vorgesehen war.

Diesmal gratuliert uns Hazama durch seine Statue direkt mal zu unseren tollen Freundschaft, warnt aber, dass menschliche Bindungen wankelmütig sind. Direkt danach taucht auch ein blonder Schönling auf, dem Reiko um den Hals fällt, auf das die beiden miteinander verschwinden. Neid muss also ohne sie im Team durchgestanden werden, und zwar wirklich das komplette Dungeon an sich. Als Gimmick gibt es hier dunkle Bereiche (Neid macht blind, rechtfertigt das halbherzig ein NPC) und zwei Stockwerke, auf denen der COMP nicht benutzt werden kann. Also keine Automap, keine Veränderung der Teamaufstellung. Kein Rekrutieren neuer Dämonen.

Ich bin natürlich dann auch bei einer Entscheidung zwischen zwei Treppen relativ früh ins Dungeon direkt die hochgegangen, welche mich durchs ganze Neid bis zum Bosskampf gegen Lilith geführt hat, die mich prompt in Grund und Boden stampfte. Die andere Treppe führte zum Stadt-Stockwerk, wo bessere Dämonen fusioniert und eine neue Knarre mit Munition gekauft wurde. Damit zurück zur Reiko, die fragt ob wir sie nicht ihrem Glück mit dem neuen Kerl überlassen, was wir verneinen, worauf uns Lilith wieder gegenübertritt, die meint sie reflektiere unseren Neid. Neid worauf sagt sie nicht. Ich steh immerhin nicht auf blonde Kerle. Ich also Lilith unter Beschuss genommen, Cerberus und Rakshasa angreifen lassen, während Dwarf, Alp und Heket mit Bufffs um sich zaubern, und Lilith war zu besiegen. Wie immer in MegaTen machen die richtigen Buffs/Debufss einen enormen Unterschied. Aber auch die Knarre traf häufiger wie normale physische Attacken.

Dieses Team war auch das erste, wo mir die Gesinnung etwas in den Weg kam. In Shin Megami Tensei if hängt das Ende davon ab, welchen der 4 Partner man wählt. Es gibt keine durch Antworten festgelegte Gesinnung des MC. Stattdessen kommen Law-Dämonen einfach nicht ins aktive Team, wenn dort bereits ein Chaos-Dämon drin ist und umgekehrt.

Wir haben also Reiko zurück im Team, über das Dungeon so einige der guten Soma-Komplettheilgegenstände gefunden, und ein Schwert entdeckt, welches wir bisher allerdings noch nicht aus dem Stein ziehen konnten, und deswegen auf später vertagen mussten. Auf dem Weg zum nächsten Geysir, um aus dem Dungeon zu entfliehen, stell sich Lehrer Otsuki zum dritten Kampf, diesmal hat er seinen Torso schon auf einen Panzer geschraubt. Auch diesmal schafft er es nicht, uns zu besiegen, und Hazama darüber beeindrucken zu können.

Die letzte Welt ist die Domain of Greed, in die wieder alle drei Partner mitkommen. Hazama gratuliert uns erneut zu unseren anhaltenden Siegen, und fragt ob wir nicht mittlerweile nach weiteren gierig sind. Im Dungeon an sich finden wir passend zum Thema ein weiteres Casino, welches aber keine neuen Preise offeriert, wobei das King Frost Set eh noch die aktuell beste Rüstung ist. Ein Dealer lässt uns MAG gegen Macca kaufen, aber wir haben von beidem weitaus mehr als genug.

Geiz ist ein gigantisches Dungeon mit Warps und Bodenluken, und einer unglaublich großen Anzahl an unterschiedlichen Gegnern, die angetroffen werden können. Oder von denen man sich töten lässt, um neue Guardians in Yaksha für den MC und Parvati für Reiko zu bekommen. Als weiterer Baum ist er allerdings optisch einfach ein Color Swap von Völlerei. Außerdem erzählt ein NPC uns, dass hier fantastische Schätze zu finden sind, während ein anderer davor warnt, dass Boss Chefei durch Gier gestärkt wird. Ein anderer tiefer im Dungeon ist da schon expliziter und gesteht ein, dass Chefei durchs Öffnen der Schatztruhen an Stärke gewinnt.

Das ist allerdings etwas irreführend, da damit nicht wirklich alle Truhen von Geiz gemeint sind. Kurz nach der spät angetroffenen Stadt stehen auf einem Stockwerk nämlich 15 Schätze in einer Reihe. Und nur jene sind diejenigen, die für Chefei zählen. Alle anderen im Dungeon können ohne Nachteil geöffnet werden. Diese besagten 15 sind zum Großteil übrigens noch nicht mal sonderlich gut, ich nahm nur 3 richtig gute Heilgegenstände und das Flowing Sword, welches zur Schwertfusion genutzt werden kann.

Auf Chefei getroffen beschwert der sich auch prompt darüber, dass es bei uns kaum Gier zu verzeichnen gab und muss sich in seiner zweiten von acht Formen stellen. Die 500 HP sind ihm innerhalb Sekunden abgezogen. Zum Vergleich, wenn alle 15 Truhen geöffnet und seine achte Form angetroffen worden wäre: Die hat 6000 HP mehr, ist Level 70, und kann mehrere Instadeath-Zauber. Die Schatztruhen verschwinden übrigens nach dem Kampf gegen den Boss, es kann also nicht gecheatet und sie erst auf dem Rückweg geöffnet werden.

Damit sollten wir eigentlich den letzten Ring haben, doch kommt Lehrer Otsuki auf seinen Panzerketten hereingerollt und nimmt ihn uns weg. Netterweise ist das Labor, in dem er sich verkriecht, nahe der Stadt und damit nicht weit vom Boss entfernt, und ein Geysir ist dort auch noch um anschließend das Dungeon zu verlassen. Otsuki ist in seiner finalen Form im Prinzip ein riesiger Mecha mit einem menschlichen Kopf und der Kampf hauptsächlich ein Austausch physischer Kräfte. Mit dem Ring dann endlich in der Hand, sind die Todsünden-Welten beendet und wir können das Siegel komplett brechen. Der Weg mit Charlie würde hier enden, die beiden Mädels gehen noch ein Stück weiter.

Let’s Play Shin Megami Tensei if – 03. Gluttony & Sloth

Die Domain of Gluttony ist… ein Baum mit Ranken-Mauern für die Gänge. Kein Plan, was da der höhere Gedanke dahinter war. Früh im Dungeon treffen wir dann erneut auf eine Statue von Hazama, der sich etwas darüber auslässt, dass Menschen nie genug bekommen und sich überfressen, moderne Konsumgesellschaft und so, aber auch das er diesmal einen ganz speziellen Menschen besonders bestraft hat.

Aber zunächst einmal gehen wir sterben um mit Sylph für den MC und Tauret für Reiko zwei neue Guardians zu bekommen. Es ist schon etwas merkwürdig, dass die nur ausschließlich dadurch erhalten werden können, statt auch noch auf andere Art und Weise. Führt halt nur dazu, dass man sich bewusst umbringt, sobald die Leiste voll ist. Die ist im Statusmenü zu finden und zunächst Gelb, was bedeutet das der nächste Guardian ein Downgrade auf der Leiter ist, erst sobald es sich nach einer gewissen Anzahl erfolgreicher Kämpfe Rot eingefärbt hat, steht ein besserer in den Startlöchern. Wer noch länger wartet, kann sogar ein paar auf der Leiter überspringen, verpasst für Reiko aber auch deren Magien.

Ein Casino gibt es hier auch, aber im Moment noch keine wirkliche guten Präsente einzutauschen. Ein weiteres neues Etablissement ist ein Grabstein, bei dem gespeichert werden kann. Für den Fall, dass mal mitten in einem Dungeon eine Pause nötig ist, ohne sich via Brunnen raus spülen lassen zu müssen, um zurück in der Schule zu speichern. In der obligatorischen Stadt gegen Ende des normalen Dungeonverlaufs bekommen wir zudem gesagt, dass ein Mensch von Hazama zum ewig hungrigen Schweinedämon Orcus gewandelt wurde, jener aber nicht den Ring bereithält, weil nur echte Dämonen die Generäle von Hazama sein können.

Dementsprechend bekämpfen wir Orcus am höchsten Punkt des Baumes im Gegensatz zu Strange Journey auch gar nicht. Stattdessen haben wir ein Scharmützel gegen den Wissenschaftslehrer, der sich diesmal einen Roboterarm angeschraubt hat. Von ihm gibt es einen Schrumpfstrahler, den wir auf uns selbst anwenden, uns im Büffet von Orcus verstecken, und von ihm verschlungen werden.

Das führt zum finalen Stockwerk von Völlerei, nämlich dem fleischigen Innenleben von Orcus. Die Dämonen hier drin sind teilweise exklusive Gegner, allerdings alle nicht rekrutierbar, man sollte sich also nicht groß aufhalten. An dessen Ende sitzt als Boss ein Parasit. Jener besiegt verwandelt sich Orcus zurück in den Schuldirektor und wir stauben den Ring ab, mit dem die Domain of Sloth geöffnet werden kann.

Vorher jedoch ein kleines Intermezzo! Beispielsweise gibt es nun im Casino tatsächlich bessere Ausrüstung abzustauben, zumindest solange man einen Kerl im Team hat (männlicher MC oder Charlie). Das King Frost Set kostet unverschämt viele Münzen, ist dafür aber auch bis gegen Ende des Spieles hin ziemlich OP. Ich habs mir natürlich direkt mal geholt, um mir das doch harte Spiel etwas zu erweichen. Außerdem kann nun zurück in der Schule eine Disk gefunden werden, die der Nerd im PC-Raum einliest, sobald wir Level 21 sind. Das beschwört einen weiteren Digital Devil, nämlich Cerberus. Ihn besiegt reichen die EXP für ein sofortiges Level up auf 25 und Best Doggo schließt sich dem Team an. Der hilft auch bis zum Endgame.

Also rein in die Faulheit. Dort steht gleich ziemlich zu Beginn ein merkwürdiger Kerl rum, der einfach mal schnell Dark-Dämonen in die Encounter des Dungeons streut. Die sind stärker, geben mehr Erfahrung und MAG, können nicht rekrutiert werden. Sie ersetzen zudem einen Teil der normalen Gegner, wer also munter Fusionsmaterial anquatschen will, sollte das beachten. Neu auf den geradlinigen ersten beiden Stockwerken ist zudem Rags Laden, der Edelsteine gegen Items und Elemente eintauscht. Elemente waren die Dämonen, die fusioniert einen anderen um eine Stufe in der gleichen Familie erhöhen oder verringern.

Der richtige Spaß von Faulheit beginnt auf dem untersten, dritten Stockwerk. Hier stehen die Schüler herum und werden von Hazama für ihr feiges Ausharren in der Schule bestraft, in dem sie Tunnel in den harten Stein graben müssen. Wer den Ring ausgräbt wird gerettet. Domina-NPCs mit Peitschen halten sie an auch wirklich schön zu buddeln.

Für einen der Mitschüler und den Direktor können wir das selbst übernehmen, wodurch ein Gegenstandsbewerter und das versteinerte Pärchen, die sich zu Beginn des Spieles im Lagerraum der Schule versteckt hatten, ausgegraben werden. Beides nicht sonderlich hilfreich. Die restlichen zehn Tunnel müssen die Schüler schon von sich aus graben. Sie kommen dabei jede komplette Mondphase (also von Voll- zu Neu- zurück zu Vollmond) um ein Stück weiter und müssen sechs bis sieben Felder weit graben, um das Ende zu erreichen. Wer wie ich kein Estoma zum Unterdrücken der Encounter dabei hat, darf sich also auf eine lange Zeit einstellen, da die Zufallsgegnerrate hier sehr hoch ist und auch gern mehrmals Verstärkung eintrifft. Dafür stieg ich allerdings auch von Level 25 auf 39 und hatte anschließend nie mehr Not an MAG oder Macca. Gab mir auch die Zeit, die Variation an Auftauch-Animationen für die Gegner positiv zu bemerken. Zwischenzeitlich stauben wir die neuen Guardians Yakshini für den MC und Siren für Reiko ab.

Ein Tunnel führt zu einem mittlerweile echt einfachen Boss, einer zu den anderen möglichen Partnern Charlie und Yumi, die Mut zusprechen, der Rest zu Items – hier im Dungeons gibt es übrigens viele, welche einen Statuswert eines Charakters erhöhen. Davon gebe ich INT/MAG an Reiko (nur sie lernt Magien und hat dadurch auch mehr Slots für jene), alles andere an den MC. Der einzige sich nicht beschwerende Schüler, der still vor sich hin buddelt, ist derjenige, dessen Tunnel zum nächsten Ring führt. Welchen wir direkt einstecken, statt dass er damit für seine harte Arbeit belohnt würde.

Let’s Play Shin Megami Tensei if – 02. World of Pride

Bei der Rückkehr aus der Sporthalle wurde uns ja von einem Mitschüler gesagt, dass er beim Wissenschaftslehrer Otsuki petzen gehen will, die Ratte. Also schauen wir doch direkt mal bei dem im Labor vorbei, um zu sehen, was der so dagegen hat. Der mokiert allerdings nur, dass wir es eh nicht zurück in die menschliche Welt schaffen werden… und greift dann an. Der zweite Bosskampf ist allerdings auch dank Zionga der Pixie schnell rum gewesen.

Und damit geht es im dritten Stockwerk in den Vortex, der in einen Rundgang führt, von dem mehrere verschlossene Türen abzweigen. In der Mitte den Ring of Humility benutzt, und eine davon ist entsiegelt. Führt in die Domain of Pride. Denn Shin Megami Tensei if… ist in mehrere Dungeons zum Crawlen unterteilt, die nach den Todsünden benannt sind. Wobei es nicht durch alle 7 geht, sondern nur 5. Zorn ist exklusiv für Charlies Route, der dafür nicht nach Neid muss. Wollust wird merkwürdigerweise als einzige Todsünde komplett ausgeklammert.

Zuerst geht es aber wie gesagt vom Hub-Tempel aus nach Hochmut. Wo überraschend viele NPCs auf uns warten. Die meisten reden darüber, dass sich in der Dämonenwelt grundlegend was geändert hat, seitdem der neue Herrscher Hazama aufgetaucht ist, da er zum einen die Welten nach Belieben verformt hat, und außerdem viele Außenweltler nun hier herumirren. Neben Tutorial-Texten wie einer Erklärung des Guardian-Systems etc. Auf dem zweiten Stockwerk finden wir sogar eine Stadt, in der neben Läden auch die Cathedral of Shadows und ein Minispiel auf uns wartet, bei dem gute Preise gegen den Einsatz von Metallkarten gewonnen werden kann. Ach ja, einen Heilbrunnen gab es bereits auf 1F, der allerdings kostet. Dafür aber auch für Dämonen funktioniert – die Schwester in der Schule heilt umsonst, aber dafür nur die beiden Menschen.

Dämonenfusion ist in den alten Teilen ja relativ geradlinig. Wir nehmen zwei oder drei Dämonen und backen sie zu einem neuen. Bestenfalls einer, der besser ist als seine Zutaten. Bonus-EXP gibt es keine, weil Dämonen in den alten Teilen nicht aufleveln. Eines haben sie dennoch, weil sich nur diejenigen anschließen/fusioniert werden können, die dem Level des Hauptcharakters entsprechen oder darunter sind. Skills werden ebenfalls keine übernommen, jeder Dämon hat ein strickt festgelegtes Set. Kleine Besonderheit ist Dämonen gleicher Familie miteinander zu fusionieren (wir haben mit Pixie, Willy und Jack Frost beispielsweise momentan ausschließlich drei Fairy-Dämonen dabei): Hier kommt ein Element heraus, welches mit einem Dämon fusioniert diesen im Rang steigert oder senkt. Sprich es kommt der nächste Dämon im Level über oder unter jenem in der gleichen Familie raus. Normale Fusionen resultieren immer in einer anderen Familie als die Ursprungsmaterialien.

Hinter der Stadt finden wir zudem die Statue vom Dämonenlord Hazama, der durch sie mit uns spricht. Heißt uns in der World of Pride willkommen und macht die Analogie, dass gegen besseren Wissens zu meinen der Dämonenwelt entfliehen bzw. alles machen zu können, was man sich vornimmt, doch ein Ausdruck von Hochmut ist. Wie passend. Ein weiterer NPC nennt uns bereits das Ziel des Dungeon: Vine ist der hiesige Handlanger von Hazama, der den nächsten Ring aufbewahrt.

Hochmut ist ein eher überschaubares Dungeon ohne wirkliche Tricks. Es gibt insgesamt 5 kleine Stockwerke (und das zweite ist wie gesagt die Encounter-freie Stadt). Auf der 4. Etage, also nicht weit ab vom Ende, ist auch noch ein Geysir, der einen, sollte man hoffnungslos ohne weiter vor oder zurück zu können steckengeblieben sein, direkt wieder an den Anfang des Dungeons neben den Warp in die Schule setzt. Das Gegneraufkommen ist allerdings etwas unberechenbar. Grundsätzlich tauchen schon auf den unteren Stockwerken eher die leichten und teils bereits aus der Halle vor der Sporthalle bekannte Dämonen auf, während schwerere wie die Kobolde eher auf den höheren sind. Doch die Zombie-Schüler beispielsweise können überall sein und sind mal einfach und mal tödlich. Allgemein hängt der Erfolg stark vom Glück ab, was die Gegner wie häufig machen.

Dementsprechend verläuft auch der Kampf gegen den Boss Vine auf 5F. Je nachdem, welche Attacken er wie häufig einsetzt, und wen er maßgeblich damit trifft, kann der Kampf sehr unterschiedlich schwer ablaufen. Ich habe mir jedenfalls dann aus den gefangenen Dämonen einen Gargyson und eine Alp fusioniert und mit Jack Frost ins Team gegeben. Alp hat die Magien gebufft, alle außer der MC dann ihre gecastet. Vine hinterlässt den Ring of Temperance. Damit ist eigentlich auch klar, was das nächste Dungeon ist, nämlich die dazu korrespondierende Sünde Gluttony, also Völlerei.

Gespräche in SMT if… scheinen mir leider überraschend häufig eher schlecht zu verlaufen. Das System ist eh komplexer, als es zunächst anmutet. Es kann direkt mal entschieden werden, ob ein freundlicher oder drohender Ton angeschlagen wird. Je nach Dämon und je nach RNG führt das bei jenem zu unterschiedlichen Reaktionen, teilweise hangelt man sich drei oder vier Konversationsebenen mit jeweils mehreren Antworten nach unten. Selbst Geschenke zu überreichen, wenn man die Option denn überhaupt bekommt, führt häufiger zu deren Flucht statt Freundschaft, und allgemein bevorzugen sie es wegzurennen, überraschend anzugreifen, oder die Konversation vorzeitig zu beenden. Wonach erneut mit ihnen geredet eine komplett andere ausbricht. Zudem scheint man hier auch mit den Gegnern reden zu dürfen, die sich gar nicht anschließen können, wie die Geister oder die Zombies, nur um seine Zeit zu verschwenden. Ich habe einfach bisher das Gefühl, dass es dutzende Möglichkeiten gibt, Dämonen zu vergraulen, und nur sehr selten eine um sie zu rekrutieren. Dafür ist schön, dass man sich die hohe Encounter-Rate natürlich etwas verbessern kann, in dem einfach mit Dämonen gesprochen wird, die bereits im Gepäck sind, wodurch sie Kampflos sofort den Rückzug antreten.

Let’s Play Shin Megami Tensei if – 01. Karukozaka High School

Es ist endlich soweit, nach all den üblichen bekannten Problemen ein Spiel der Franchise zu hacken, hat Shin Megami Tensei if… doch noch eine englische Fantranslation bekommen. Ich habe hier im Blog unter anderem bereits Anfang 2012 das Ding erwähnt, und nun kann ich es doch endlich sogar noch in diesem Leben bespielen! Auf verständliche Art und Weise natürlich. Auf ins Proto-Persona also!

Wie immer beginnen wir mit einem im Äther herumschwebenden Kopf, nur diesmal gibt es von jenem keine ominöse Prophezeiung, sondern stattdessen werden wir mit einer Reihe von Fragen konfrontiert, die uns den Charakter zusammenbacken. Geschlecht (canon ist übrigens weiblich, da sie als Nebencharakter in Persona auftaucht) und Name ist klar. Nachdem dann auch noch feststeht, wie häufig wir Videospiele spielen, die Hausaufgaben machen, oder am Handy hängen, steht auch der Schwerpunkt in den Starter-Statuswerten: Wir sind agil. Körperlich wie geistig. Ein wenig ominöses Forshadowing kann sich das Spiel allerdings doch nicht verkneifen, denn anschließend begrüßt uns ein Schüler in weißer Uniform, der meint vor kurzem noch ein begabter Normie gewesen zu sein, nun allerdings der Demon King und Herrscher dieser Welt sei.

Unser Kerl wacht prompt in der High School auf, denn nachdem nun Schulschluss ist muss auch nicht mehr geschlafen werden. Dummerweise verdunkelt sich prompt der Himmel und alle drehen am Rad, weil sie die Schule nicht verlassen können. Wir sind wohl irgendwie in eine Paralleldimension gefallen, wie der Text-Crawl auf dem Titelbildschirm schon mit „Was wenn…“s angekündigt hatte.

Prompt sind wir beim nächsten Gimmick des Spieles angelangt: Den Partnern. Ganz wie üblich in den SNES-Teilen wird unsere Truppe nicht ausschließlich mit Dämonen aufgefüllt, sondern ein weiterer menschlicher Streiter steht zur Verfügung. Ganz wie im letzten Gruppenmitglied im ersten Persona wird jener allerdings durch unsere Aktionen zu Spielbeginn aus einem Pool mehrerer ausgewählt. Führt sogar zu leicht unterschiedlichen Spielverläufen.

Yumi spricht uns beispielsweise sofort an, wenn wir den Klassenraum verlassen. Sie will nur möglichst vielen aus der aktuellen misslichen Lage heraushelfen und fragt, ob wir ihr dabei helfen können. Sie ist sozusagen die Standard-Route durchs Spiel. Wir lehnen ab. In einem Klassenraum ein Stockwerk höher spricht uns der Punk Charlie an, der nur so schnell wie möglich selbst entkommen möchte, und meint zu zweit sind unsere Überlebenschancen größer. Auf seiner Route wird eines der Dungeons mit einem für ihn exklusiven ausgetauscht. Wir lehnen wieder ab. Auf dem Weg durch die Schule erwähnen einige Mitglieder des Schülerrats außerdem das sich Akira merkwürdig verhält und irgendwo durch die Schule streunt. Wir können sogar auf ihn treffen, allerdings ist er nur ein möglicher Partner, wenn man das Spiel bereits einmalig durchgespielt hat. Dafür ist seine Route eine komplett andere Story als die der anderen drei.

Weiter durch die Schule, den Dimensionsvortex im Treppenhaus entdeckt, von der Schulschwester gesagt bekommen, dass sie uns immer gern heilen wird, in den Räumen der Sportclubs Equipment gefunden, und mehrfach gehört, dass sowohl der Wissenschaftsprofessor wie auch Mitschüler Hazama seltsam drauf sind, und im Raum des Musikclubs treffen wir endlich die bebrillte Reiko. Die prompt besseres zu tun hat und uns hier stehen lässt. Noch mal mit allen in der Schule geredet, wobei nur wenige NPCs wirklich neuen Text haben, und irgendwann taucht Reiko wieder im Clubraum auf. Sie meint, sie wüsste wer hinter allem steckt: Ihr Bekannter Hazama hat Dämonen beschwören wollen, wie das Teens nun Mal so machen, und natürlich lief das schief. Sie möchte, dass wir ihr mit ihm helfen. Diese Rose nehmen wir sogar an. Reikos Route ist zunächst die gleiche wie die von Yumi, allerdings hat sie nach dem „Endboss“ noch ein kurzes weiteres Areal, in dem mehr über Hazamas Beweggründe herausgefunden und ein weiterer Boss besiegt wird.

Bevor unser Duo noch irgendwas Anderes macht, gehen wir erst Mal in den Flur vor der Sporthalle, welches das einzige Areal der Schule ist, in dem es zu Random Encountern kommt. Eine Gruppe Zombiehunde stellt sich in den Weg… und bringt prompt beide Teenager um. Eine weitere Besonderheit von Shin Megami Tensei if… offenbart sich: Im Gegensatz zu den anderen Spielen der Franchise gibt es kein Game Over, sondern ganz wie in Dragon Quest bleibt der Fortschritt erhalten. Ja es ist sogar so, dass die menschlichen Charaktere nur so an einen „Guardian“ kommen, sprich mit einem Dämon gekoppelt werden. Für den Hauptcharakter beeinflusst das hauptsächlich Boni in den Statuswerten, für Mitstreiter Reiko auch welche Magien sie nutzen kann. Sprich Proto-Persona halt. Allerdings sollte dennoch ein wenig auf das Überleben geachtet werden, denn wer zu früh erneut stirbt, bekommt einen schwächeren Guardian aufgedrückt und hat evtl. sogar Verringerungen in den Statuswerten statt einen Bonus. Der MC bekommt Gagyson, welches die vernachlässigten Statuswerte der Charakterkreation insignifikant boostet. Die mit ausgewogenen Statuswerten angekommene Reiko erhält den mit Feuer- und Eiszaubern ausgestatteten Kinari.

Den Gang noch nicht ganz runtergegangen, schreit auch schon ein Mitschüler aus dem Computerraum um Hilfe. Der hat das Dämonenbeschwörungsprogramm mal ausprobiert, und wurde sofort von Gaki angegriffen. Ernsthaft, gelangweilte Teens in der Franchise sollten lieber mal anfangen zu kiffen, statt aus Jux Dämonenbeschwörer zu spielen. Jedenfalls stecken wir anschließend das Programm ein, und können es sogar nutzen, sobald wir bei einem Lehrer die portablen PCs abgeholt haben, die der mal so nebenbei gebaut hat.

Also Dämonen rekrutieren. Als NPC steht hier sowieso ein Hee-Ho-Kun rum, also ein sich als Schüler verkleideter Jack Frost, der sich freiwillig anschließt, und dann zu einem stinknormalen Jack Frost wird. Im Gang vor der Sporthalle noch einen Willy und eine Pixie geholt (nachdem ich ein paar Level ups und höhere Intelligenz hatte, da sie zunächst ablehnte, weil ich ihr zu dumm war) und sie dann betreten. Immerhin hat eine Technicolor-Regenbogenfarbige Erscheinung von Hazama uns den Tipp gegeben, dass wenn wir schon versuchen seiner Welt zu entkommen, in der Sporthalle vielleicht was Nützliches wartet. Zunächst einmal ist da der erste Bosskampf des Spieles, aber mit Agilao von Reiko und Zionga von Pixie war die in einer Runde hinüber. Dafür bekommen wir besagtes Nützliches: Den Ring of Humility.

Zurück aus der Sporthalle laufen wir in ein Mitglied des Schülerrats, der meint uns bei Professor Otsuki verpetzen zu wollen. Man muss es ihm lassen: Selbst beim Fall in eine Dämonendimension noch an seinem Stasi-Job zu halten zeugt von Durchhaltevermögen.

Dämonen funktionieren in if… natürlich wie üblich in den SNES-Teilen. Wir können bis zu 12 rekrutieren, davon 4 im aktiven 6er-Team haben. Rekrutiert wird über Gespräche, in denen Fragen beantwortet oder Geschenke überreicht werden, was aber nicht zwangsläufig zu einem positiven Ergebnis führen muss. Manchmal rennen sie auch weg oder geben von sich aus ein Präsent statt mitzukommen. Außerdem darf ihr Level das des MC nicht überschreiten. Level ups gibt es für Dämonen nicht, um sie aufzubessern müssen sie (noch nicht von mir aktuell freigeschaltet) zu neuen fusioniert werden. Einen Dämon ins aktive Team zu beschwören kostet zudem Macca (Geld) und zieht während des Herumlaufens konstant Magnitite (analog zu Rationen in alten WPRGs) ab. MAG gibt es am Ende von Kämpfen. Es muss also drauf geachtet werden, nicht zu viele oder zu starke Dämonen ins Team zu nehmen, die mehr MAG fressen, als die aktuellen Gegenerkämpfe einem hinterlassen.

Digital Devil Story: Megami Tensei

Man vergisst es immer wieder gern zwischenzeitlich, aber ursprünglich ging das ganz erste Megami Tensei aus 1987 auf ein Buch zurück, hat sich dann nur ab dem zweiten Teil klar von denen distanziert. Ich mein, die drei trashigen Groschenromane Digital Devil Story sind sowieso nur in Japan erschienen, und eine inoffizielle Übersetzung reicht ebenfalls nur bis zum Ende des zweiten Bandes. Neben den beiden Videospiel-Adaptionen gibt es allerdings auch eine Anime-OVA.

Wie der Titel Digital Devil Story: Megami Tensei schon verrät, erzählt diese nur das erste der drei Bücher nach, denn nur jener trägt Megami Tensei als Untertitel. Nakajima ist also ein Computergenie, welcher das von ihm geschriebene Dämonen-Beschwörungs-Programm nutzt, um mit Loki einen Pakt zu schließen und sich an Schulschlägern zu rächen. Dummerweise übernimmt Loki seine Lehrerin, damit die etwas weiter Computerpferdestärken einsetzt, auf das von Nakajima gar nicht geplant die Gottheit in der realen Welt materialisieren kann. Im Kampf gegen ihn steht Nakajima auch die Transferschülerin Yumiko zur Seite, denn die beiden sind die Wiedergeburten von Izanagi und Izanami, was nun auch Nakajimas Alpträume ins frühere Leben erklärt.

Viel Fleisch ist zugegeben nicht dran, denn allzu viel geschieht in den sehr kurzen Büchern tatsächlich nicht. Am Ende des ersten Bandes ist Loki besiegt und Set kündigt sich bereits als Antagonist des zweiten an, und die OVA schafft das ohne wirkliche Abstriche in popelige 45 Minuten zu packen. Ich bin geradezu etwas gewillt der ganzen Sache das Prädikat Vergessenswert aufzudrücken. Dies ist nämlich nicht meine erste Berührung mit Digital Devil Story. Ich habe die Videospiel-Adaption von Namco und Atlus in Form von Kyuuyaku Megami Tensei gespielt. Da kann man noch sagen, dass jener Dungeon Crawler letztendlich außer Intro und Charakternamen kaum noch was mit dem Buch zu tun hatte. Aber auch die inoffizielle Übersetzung der ersten beiden Romane habe ich vor vielen Jahren gelesen, sowie diese OVA hier bereits gesehen gehabt. Und konnte mich dennoch an kaum etwas erinnern. Vielleicht liegt es allerdings auch an der langen Zeit und das ich schon sehr viel Mediales konsumiere, welches beständig ältere Dinge aus dem Gedächtnis verbannt.

Tatsächlich ist das Interessanteste am Anime der Look und Feel, und das wahrscheinlich auch nur für solche wie mich, welche die entsprechende Ära miterlebt haben. Es ist witzig die ganzen alten Computer zu sehen, die so viel leisten konnten wie heutzutage ein Smartphone, aber eine ganze Wand einnehmen und quietschend die Bänder ins Rollen bringen. Mit den alten CRT-Monitoren vor sich. Und natürlich das Design einer typischen 80s-Horror-OVA. Von den Charakter- über die Gegnerdesigns. Die Handanimation und der damit einhergehende etwas verwaschene und graustichige Look. Ein wenig Sexyness und ganz viel Blutspritzer und Dämonenfratzen. Und in den Alpträumen, wenn Nakajima als Izanagi von der Mumie Izanamis verfolgt wird, ein Uptempo-Track als Musik, der wirklich nur in einer Horror-Story der damaligen Zeit verwendet sein konnte.

Ob einen das über die immerhin kurzweiligen 45 Minuten an Standard-Cyber-Horror der Ära verhilft, ist dann natürlich von jedem selbst zu beantworten.

Let’s Play Persona 5 – 09. Prison of Sloth

Bevor es noch richtig auf die Zielgerade geht, haben wir Winterexamen, und holen die Trophies alle Getränke verköstigt und alle Retro-Games gezockt zu haben (leider keine echten kleinen Level a la Rapunzel in Catherine, sondern nur Textbeschreibung mit QTE). Außerdem erledigen wir die letzten beiden Nebenaufgaben in den zufallsgenerierten Mementos. Einmal ein junger Kerl, der Omis und Opis um ihr Geld betrügt; und einmal ein Agent, der seine Idols raushurt (und sich passenderweise im Kampf zu Mara verwandelt).

Die Bevölkerung ist derweil genauso nonchalant wie wir, scheint sich doch keiner groß darum zu scheren, was Shido auf der Pressekonferenz so zugegeben hat. Die Grüppchen, die hinter ihm stehen, planen auch einfach mit seinen nationalistischen Plänen voranzuschreiten. Sae verspricht zwar alles zu tun, um ihn legal den Prozess machen zu können, wird aber von ihrem neuen Boss sofort zurückgepfiffen und ihr nahegelegt, sich doch bald mal einen Kerl zu suchen und wie ein gutes Weibchen zum Hausmütterchen zu werden. Die Medien derweil tun so, als hätte es die Phantom Thieves nie gegeben und das Shido nur einen Krankheitsbedingten Ausfall hat.

Als Lösung bleibt uns also nur, die Wahrnehmung der Gesellschaft als Ganzes zu ändern – im gemeinsamen Palast der Mementos! Doch löschen wir diese aus, ist es auch für immer mit dem Metaverse rum. Keine Phantom Thieves mehr. Kein einfaches rankommen an Schurken über ihre Paläste mehr. Wir tun es dennoch und maximieren damit Morganas Confidant Magician, so dass seine Persona zu Mercurius wird.

Die Tiefen der Mementos sind wenigstens nicht mehr zufallsgeneriert, sondern ein festes Dungeon. Hilft natürlich, wenn man immer schön brav ein Mal im Monat für die Nebenmissionen hierher ist. Denn wer die 60ish Stockwerke bis zum Ende der randomisierten Bereiche noch nicht erforscht hat, darf sich jetzt den ganzen Weg hinunter bahnen. Im Tieftsmementos sehen wir übrigens die Bevölkerung, inklusive der von uns besiegten Schurken, in Zellen weggesperrt – und das unter eigenem Wunsch. Ducken und wie Sheeple einer höheren Macht folgen, statt individuell für Entscheidungen geradestehen zu müssen ist hier das Programm. Passt natürlich auch zum Bienenvolk Japan und dem „Der Nagel, der hervorsteht, wird niedergehämmert“-Mentalität.

Ich mag übrigens das schwarz-rote Design des Dungeons sehr. Genauso wie die Musik, die ein wenig traurig, ein wenig unheilschwanger und ein wenig chill rüberkommt. Alles sehr Nocturne-esque. Kostenlose Heilung von HP/MP gibt es hier jetzt auch. Nicht so geil find ich, dass das Spiel einem gern die Gegner so hinstellt, dass sie Erstschlag bekommen können, wenn man einen Raum betritt. Als Puzzle gibt es ziemlich einfache Bewegungsmuster, in denen in X Schritten alle Bodenplatten richtig eingefärbt werden müssen.

Beim ersten richtigen Boss, dem Heiligen Gral, angekommen, können wir den nicht besiegen, weil er durch den Zuspruch der Gesellschaft regelmäßig komplett geheilt wird. Die Gruppe wird wieder in Shibuya ausgespuckt, welches mit den Mementos verschmilzt, und da nun die Wahrnehmung der Bevölkerung Gesetz ist, und sie dank den Medien nicht an die Existenz der Phantom Thieves glauben, lösen wir uns nach und nach auf. Komisch, eigentlich müsste doch der Glaube unserer Confidants uns helfen, oder? Egal, Joker ist zurück im Velvet Room und Igor befiehlt den Lolis, ihn umzunieten. Stellt sich heraus, und dies ist auch die Begründung, warum seine Stimme so seltsam tief anders ist, statt dass nur der Sprecher gewechselt hat. Da dies nicht der wahre Igor ist, sondern ein falscher Gott, der sich als er ausgab. Die Lolis werden zu einer Superloli und der Fool Confidant maximiert. Fake Igor offeriert Joker die Welt in den Zustand zurückzuversetzen, in der sie war: Wir existieren wieder, sind die beliebten Phantom Thieves, aber die Wahrnehmung der Gesellschaft ist durchs Metaverse weiterhin gestört.

Wer zustimmt bekommt übrigens ein weiteres vorzeitiges Ende, in dem er sich an sein Versprechen hält. Abgelehnt verschwindet Fake Igor und der richtige Igor mit dem richtigen Sprecher erscheint. Joker holt sich alle seine Phantom Thieves zurück, nachdem die ein wenig rumheulen durften und neuen Zuspruch finden an sich selbst zu glauben statt sich wie der Rest der Gesellschaft treiben zu lassen. Morgana ist die Personifizierung bzw. Katzifizierung der letzten Hoffnung der Menschheit, die von Igor ausgesandt wurde. Ab hier gibt es übrigens auch kein Zurück ins alte Mementos mehr.

Das restliche Dungeon sind nur ein paar Wege über dem ruinierten Shibuya. Hier warten allerdings die vier Erzengel als Minibosse auf einen, die abgesehen von Divine Blessing allerdings nicht sonderlich viel in Petto haben, was einem gefährlich werden könnte. Dafür geben die Gegnergruppen vorm letzten Endboss gern mal 10k Erfahrung, was gut fürs Leveln ist. Gerade wenn man alle Persona fusionieren will. Oder alle, die gehen, denn 100% gibt es eh erst im New Game + und fieserweise sind zwei Treasure Demons exklusiv im finalen Bereich des randomisierten Mementos gewesen, und daher leicht übersehbar.

Die erste Phase des Finalkampfes ist erneut der Heilige Gral, der doch meint es wäre für uns so viel einfacher wie alle anderen nicht mehr selbstständig denken und handeln zu müssen, doch wir stellen uns halt gegen den Willen der Gesellschaft und rebellieren mit unserer Individualität. Der Kampf ist eigentlich gar nicht sonderlich schwer, wenn erst mal die Auto-Heil-Kabel getrennt sind.

Ist er besiegt transformiert er in den robotisierten Engel und gnostischen Falschgott Yaldabaoth, der die regressive Denken der Menschheit auslöschen will. Ja was nun, gibt er den Sheeple nur was sie wollen, oder will er sie fürs Sheeple-Sein bestrafen? Wir töten also Gott, weil JRPG. Sein Trick ist dabei, dass er jede Runde einen Arm beschwört, der Statusveränderungen auslösen kann. Solange man die relativ schnell ausgeschaltet bekommt, behält man allerdings die Oberhand. Divine Apex ist eine Megaattacke, die über mehrere Runden vorbreitet wird, wenn er fast tot ist, und bestimmt ordentlich autscht, aber ich hatte ihn besiegt, bevor er mit besagtem Warmup fertig war. Anschließend noch eine gescriptete Sequenz, wenn Jokers Ursprungspersona Arsene zu Satanael wird, und wirklich den Schlussstrich unter den Kampf setzt, unterstützt von der Hoffnung und Freundschaft der Confidants und anderen Bevölkerung, weil JRPG.

Und damit… haben wir den Status Quo erhalten. Während das Spiel die ganze Zeit eins auf „Rage against the machine“ gemacht hat und wir die Gesellschaft als Ganzes reformieren wollten… war das Ende der typische Kampf gegen eine Gottheit zur Rettung der Welt, gegen die wir rebellierten. Joker stellt sich sogar der Polizei, damit seine Aussage Shido überführen kann, weil sich weiterhin im altbekannten starren Justizsystem bewegt wird.

Allerdings hat Persona 5 keinen Biss und keine Eier. Lang weg ist die Zeit eines fiesen Persona 3, welches einfach mal den Hauptcharakter hat sterben lassen, weil er seine Lebensenergie im finalen Kampf aufbrauchte. Dazu ist die Franchise mittlerweile zu beliebt, und lassen sich zu schwer dutzende Sequels verkaufen, wenn der MC nicht dabei sein könnte. Aber selbst Persona 4 war etwas bittersüß gegen Ende, weil der MC eben erst Mal für eine Weile zurück heim ist und Inaba mit seinen neuen Freunden verlassen hat.

Persona 5 hingegen lässt die Confidants ordentlich für Joker die Bevölkerung mobilisieren, so dass er statt weggesperrt zu werden nach wenigen Monaten wieder frei ist. Morgana, obwohl er eigentlich ausgedient hat, darf als Katze wieder auftauchen und weiterhin mit ihm abhängen. Und selbst obwohl er ebenfalls den Heimweg antreten muss, nehmen alle Ex-Phantom-Thieves ihn einfach noch mal mit auf einen gemeinsamen Ausflug.

Nach 108 Stunden habe ich also das Ende von Persona 5 erreicht, welches für viele das GotY 2017 war, wenn nicht zumindest auf zweitem Platz hinter Nier: Automata. Ich hingegen habe stark gemischte Gefühle. Zuallererst ist das Spiel echt viel zu lang. Persona 3 und 4 sind ja schon echt scheiße lang gewesen, mit je 70nochwas Stunden, aber Persona 5 ist 1.5x so lang, was echt einfach stellenweise arg ermüdet.

Dafür ist Persona 5 so ziemlich das coolste und stylischte Spiel, dass man auf die Augen und Ohren bekommen kann. Zudem (nach einer Einstiegshürde) echt super spaßig zu Spielen und mit dem best-ausgearbeiteten Gameplay gesegnet, gerade im bisher schwächsten Part des Dungeon Crawlings wurde ordentlich ausgebessert.

Aber die Handlung. Der Start mit Kamoshida ist echt stark, aber danach verlor für mich das Spiel zunehmend an Schneid. Die weiteren Schurken und sozialen Übel, die sie möglich machen, verpassen viele Chancen echte Aussagen zu treffen. Sobald die Handlung um die Forschung von Futabas Mutter und dem Metaverse in den Vordergrund zu rücken beginnt, hat das Spiel trotz einiger Lippenbekenntnisse im Endeffekt kaum noch was dazu zu sagen, was in der Gesellschaft falsch läuft, welche Regeln nicht Ok sind, geschweige denn Lösungsansätze bieten zu können. „Veränderung fängt bei jedem selbst an“, worauf es am Ende hinausläuft, mag nicht ganz verkehrt sein, hat aber auch das Gewicht einer Facebook-Caption, an der man schnell vorbei scrollt. Dazu kommt noch die Schizophrenie zum Social Life Aspekt in den Confidants. Denn so unterhaltend es ist, ein ganz normales japanisches Alltagsleben zu leben, so sehr beißt es sich eben einfach all jenen sozialen Strukturen, Geschlechterrollen und Heteronormativität ungefragt zu folgen, wenn das Hauptthema des Spieles eben die Rebellion gegen gegebene Strukturen sein soll.

Das draufgesetzte Ende, in dem wie in jedem JRPG die Welt vor einem falschen Gott durch die Macht von Hoffnung und Freundschaft retten und der Status Quo hergestellt wird, gegen den wir eigentlich rebelliert haben aber irgendwie doch nicht, ist da sowieso ein mittelschweres Desaster. Persona 5 schreibt sich „Rage against the machine“ in jugendlicher Rebellion und die eigene engrische Tagline „You are slave. Want emancipation?“ ganz groß auf den Deckel, zieht dann aber leider überraschend schnell den Schwanz ein. Und das ist echt Schade, weil so viel mehr hätte gehen können.

Let’s Play Persona 5 – 08. Cruiser of Pride

Ok, alles zurück zur Entscheidung, wenn uns Sae einen Deal vorschlägt, im Austausch gegen die Namen der anderen Phantom Thieves. Diesmal nicht kooperiert, sondern stattdessen Sae auf den Trichter gebracht, dass es einen Verräter gibt, der sie auch ausgespielt hat, und das sie ihm das Smartphone zeigen soll. Der Rest geht erst Mal wie gewohnt ab, in dem Goro uns erschießt. Doch diesmal sehen wir anschließend in Flashbacks, dass und warum wir ihm eigentlich von Anfang an nicht getraut haben, und durch das Aktivieren des Handys, auf dem ja die Metaverse-App ist, wurde er in jenes gezogen und hat nur einen Shadow von Joker erledigt, statt den richtigen. Ich dachte Shadows von Personen umzubringen wäre super schlecht für die? Egal, immer noch besser, als real erschossen zu werden, nehme ich mal an. Vielleicht hat Igor ja irgendwas gedreht.

Wir kommen nun an den Punkt, an dem auch die Gruppe sich zusammengereimt hat, dass Shido eigentlich der Hauptkandidat ist, was den Übeltäter angeht, der Wakabas Forschung um das Metaverse an sich gerissen und ihre Exekution befohlen hat, und er am meisten davon profitiert hat, seine Opposition durchs Metaverse auszuschalten und nun alles auf die Phantom Thieves abzuwälzen. Uns zu stellen hilft natürlich auch was die anstehende Wahl zum Premierminister angeht. Anscheinend sieht er sich dabei auch gar nicht im Unrecht, will er doch die Nation aus den Klauen der alteingesessenen Fürze befreien und neue Stärke verleihen. Sein Pochen auf Nationalstolz und innere Stärke im Wahlkampf machen ihn ja auch beliebt, und Persona 5 zufällig ziemlich aktuell wenn man reale Wahlen diverser Länder anschaut.

Tatsächlich ist es aber wohl so, dass es Goro war, der vor 2 Jahren auf Shido zugekommen ist, und seine Kräfte als Metaverse-Nutzer angeboten hat, um für ihn aufzuräumen, da Shido in einen Skandal verwickelt war. Es ist also mal stark davon auszugehen, dass Goro irgendwie noch mehr im Hintergrund plant, von dem selbst Shido nichts weiß.

Ich bin ja etwas überrascht, dass unsere ganze Truppe so überrascht ist, wie populär Shido mit der Öffentlichkeit ist. Wir wissen doch, dass die die Forschung über die Manipulation des Unterbewusstseins durch das Metaverse gestohlen haben. Und durch die Mementos wissen wir, dass es tatsächlich ein kollektives Unterbewusstsein der ganzen Bevölkerung gibt. Da ist es doch nicht abwegig, dass über die Manipulation dessen auch die Sicht der Öffentlichkeit entsprechend in die Richtung manipuliert werden kann, die Shido will. Muss ja nicht alles nur durch Nationalismus und dem Propagieren er habe die Phantom Thieves zerstört kommen. Dass Shido derjenige war, der Joker damals vor Gericht geschleift und den Eintrag ins Führungszeugnis eingebrockt hat, wird dann auch noch mal schnell klar gemacht. Für diejenigen, die entweder absolut nicht aufpassen, oder über die 80 Spielstunden den Fanden verloren haben.

Nett ist übrigens, dass über die nächsten Tage immer mal wieder Nachrichten von den gemaxten Confidants eintrudeln, die sichergehen wollen, dass die öffentliche Nachricht der Anführer der Phantom Thieves hätte sich in Haft das Leben genommen, nicht stimmen, sondern wir noch am Leben sind. Merkwürdig hingegen ist, dass sich immer noch alle wie gewohnt im Cafe zu Lagebesprechungen treffen und Joker weiterhin sich frei durch Tokyo bewegt, um mit Confidants abzuhängen. Nur die Schule besucht er nicht, aber selbst dort kann Confidant Haru auf dem Dach aufgesucht werden. Wird der Rest der Phantom Thieves und das Cafe überhaupt nicht beschattet?

Bis zur Deadline also Bücher ausgeliehen und gelesen, Retro-Games gezockt, den Guardian im See gefangen, einen Homerun im Batting Cage geschmettert, und diverse Confidants maximiert, als wären wir kein gesuchter Verbrecher der seinen Tod vortäuscht.

Sae Niijima, Judgement, levelt sowieso automatisch via Storyline auf und hatte sein Maximum erreicht, als die Goro das Smartphone gezeigt hat, um uns zu unterstützen. Partymitglied Futaba, Hermit, haben wir geholfen besser damit klarzukommen in die Öffentlichkeit zu gehen und dem Problem einer ehemaligen Freundin von ihr ausgeholfen. Ihre Persona wird zu Prometheus und wir haben nun die Chance einer fatalen Attacke komplett auszuweichen. Das andere Partymitglied Haru, Empress, hat durch uns gelernt nach dem Tod ihres Vaters, was sie zur Hauptaktionärin in der Firma gemacht hat, den richtigen Leuten zu trauen. Ihre Persona wird zu Astarte. Iwai, Hanged Man, der Ex-Yakuza, dessen Rüstungsladen wir aufsuchen, haben wir dabei geholfen Leute aus besagter Ex-Vergangenheit einen Riegel vorzuschieben und mit Ziehsohn Kaoru ehrlicher umzugehen. Die beste Waffenverbesserungen sind nun möglich. Hifumi, Star, eine Shogi-Spielerin, deren Mutter sie um jeden Preis berühmt machen will, kann nun ihren wahren Wert beweisen. Damit dürfen wir dann nun jederzeit die Partymitglieder im Kampf austauschen.

Die finale Szene der weiblichen Confidants ist dabei immer etwas merkwürdig. Das Spiel möchte den MC nämlich scheinbar wirklich raushuren, als gäbe es kein Morgen mehr. Man fühlt sich ein wenig wie in einem schlechten Light Novel mit Wish Fullfilment Hauptcharakter, der sich langsam einen Poly-Harem aufbaut. Denn es betrifft jede einzelne weibliche Confidant, egal wie unterschiedlich die sich persönlich sind (und keinen einzigen der männlichen versteht sich). Jede macht eindeutig klar, dass sie ins Höschen vom MC will, und wenn man das so wie ich ablehnt, sondern behauptet nur beste Freunde zu sein, sind auch alle sichtlich enttäuscht. Hier wäre es echt schön gewesen, wenn das Wording des finalen Treffens etwas ambitionierter gehalten worden wäre, bis man sich wirklich in eine der beiden Richtungen entschieden hat. Stattdessen fühlt man sich geradezu schlecht, eben weil man nicht mit einem Dutzend Weibern gleichzeitig rummacht.

Shidos Palast ist ein Luxusliner, auf dem das Parlamentsgebäude durch eine überflutete Stadtlandschaft schippert. Drin gibt es jede Menge maskierter High Society. Außerdem Räume, in denen wir zu wehrlosen Mäusen werden und um die Gegner Metal-Gear-en, bis via Schächte und Schalter die Wandlungen ausgeschaltet werden und normal duchs Labyrinth gegangen werden kann. Außerdem VIP-Midbosse, die uns nach dem Sieg über sie Empfehlungsschreiben mitgeben, damit wir in den Plenarsaal zu Shido dürfen. Alles ziemlich aufreibend lang, besonders die Puzzel-Gebiete um die Mausverwandlungen können auf Dauer auslaugen.

Doch noch vor Shido stellt sich ein anderer Boss, nämlich Goro Akechi selbst. Wie schon hinreichend zu vermuten war, ist er eigentlich dessen Bastard-Kind und will von Shido sowohl Anerkennung, wie ihn letztendlich für das Im-Stich-Lassen umnieten. Minderwertigkeitskomplexe und all der Mist. Er mit seiner Persona Robin Hood ist nicht sonderlich stark, wenn er in der zweiten Phase dann zum maskierten Attentäter mit Persona Loki wird hingegen schon etwas mehr. Netterweise hat sein Negative-Pill-Sonderskill nicht häufig die Statusveränderung an einem Charakter kleben lassen, und sowohl Makoto wie eine Persona von meinem MC können mit Amrita Drop/Shower eh sofort alles wieder heilen. Überraschend wird, nachdem wir Goro besiegen und wieder ins Team aufnehmen wollen, er von seinem eigenen Shadow im Auftrag von Shido angegriffen und es gibt einen Doppelsuizid – und den Justice Confidant auf Maximum. War Goro also doch nicht der eigentliche Endboss, der manipuliert/reinkarnierte Gottheit Japans spielt.

Statt der üblichen Karte der Phantom Thieves machen wir Shido übrigens über eine Nations-weite Videoübertragung darauf aufmerksam, dass wir zum einen noch am Leben sind, und zum anderen sein Herz reformieren werden. Weswegen Sae und Sojiro prompt als Mittäter festgenommen werden. Shadow Shido in seinem Palast derweil gibt uns die Option, ob wir nicht sein neuer Attentäter a la Goro werden wollen, was wir natürlich prompt ablehnen.

Um uns noch ein wenig mehr fälschlich glauben lassen zu wollen, dass wir vielleicht das Ende des Spieles bereits erreicht haben, kommt auch Shido in mehreren Boss-Formen zu uns. Zunächst reitet er einen goldenen Löwen aus menschlichen Körpern, der immun gegen physischen Schaden ist und Leute via Skill in Rage versetzen kann (woraufhin sie nur brachial draufklöppeln). Dann beginnt der Löwe zu fliegen und ist immun gegen Magie, und feuert gezielt die Elementarschwäche auf unsere Gruppenmitglieder (da ihre Confidants Max sind haben die aber alle den Ausweich-Skill dafür). Dann wird aus ihm eine gekrönte goldene Pyramide aus Menschen, die eine Charge-Superattacke vollführen kann und keine besonderen Resistenzen aufweist. Erst dann stellt sich in zwei weiteren Phasen der Muskelmann-Shido selbst zum Kampf, der so ziemlich alles von physischen wie magischen Angriffen, Statusveränderungen, Buffs/Debuffs und Almighty drauf hat. Debilitatate durch meinen Trumpeter zaubern zu können hat hier echt gut geholfen ihn in seine Schranken zu weisen.

Sobald der reale Shido merkt, dass sich sein Herz transformiert, schluckt er noch schnell eine Droge, die ihn kurzzeitiges Herzversagen einbringt, damit sein Palast mit uns drin sofort einstürzt. Ryuji, statt ein ständiger Witz zu sein, bekommt sogar endlich mal einen heroischen Moment, in dem er uns allen aus der Patsche hilft. Nachdem wir alle Ereignisse verarbeitet haben darf Igor noch einen ominösen Hint werfen und Morgana erneut von seinem Shadow im Mementos-Dungeon albträumen. Shido derweil gewinnt die Wahl zum Premierminister und gibt auf der Pressekonferenz zu hinter allem Übel zu stecken.