Disney Sunday – Winnie the Pooh (2011)

Hui, da hätten wir (Royal We, also nur ich) doch beinahe ganz zum Schluss noch mal Mist gebaut und den Disney Sunday eine Woche zu früh eingemottet. Doch war man (motherfreak) so freundlich uns (mich) daran zu erinnern, dass The Princess and the Frog gar nicht der letzte Film im Meisterwerke Kanon ist, sondern der 2011er Winnie the Pooh Reboot genau wie The Many Adventures of Winnie the Pooh ebenfalls hinzu gezählt wird, obwohl es die Filme dazwischen nicht werden.

Viel Neues gibt es nicht zu berichten, der Aufbau ist weitestgehend gleich: Erzähler erzählt uns eine Geschichte über Christopher Robin und seine dank Fantasie zum Leben erwachsten Stofftiere. Diesmal nicht ganz so episodisch, da nicht aus bestehenden Kurzfilmen zusammen genäht, sondern die drei Handlungsstränge laufen diesmal parallel zueinander. Als da wären: Wie immer ist unser Special Needs Bär auf der Suche nach Honig, der ihm ausgegangen ist; Eeyore hat seinen Schwanz verloren und die anderen suchen nach Ersatz und zuguterletzt wird auch noch Christopher Robin von einem imaginären Monster entführt und sie versuchen ihn zu retten. Erst wenn jener wieder auftaucht, tut dies auch Eeyores Schwanz und Pooh-Bär bekommt endlich seinen Honig.

Das Ganze ist wie gewohnt sehr kurzweilig, da eben einfache Handlungsstränge und das Ding in weniger als 60 Minuten über die Bühne gelaufen ist (wenn man Credits abrechnet), supersüß und superniedlich. Und extrem humorig, wesentlich mehr noch als der alte Film. Das neue Winnie the Pooh überzeichnet die Charaktere nämlich enorm. Der ängstliche Piglet, großspuriger Owl, ADHS-Tigger, depressive Eeyore und so weiter, diese Charakter-Quirks gab es schon immer, aber so extrem hervorgearbeitet wie hier waren sie noch nie. Es ist einfach unglaublich launig, die ganzen Funny Faces Show mitzuerleben, Stellenweise kommen einem die Tiere fast wie Wahnsinnige vor – jedoch alles immer mit einem Augenzwinkern.

Von daher, mehr vom Gleichen im Vergleich zu The Many Adventures of Winnie the Pooh, nur sogar noch einen Tacken gefälliger hier, gerade für Erwachsene. Weil’s eben etwas mehr als nur süß und charmant ist diesmal. Gedankt hat’s Disney allerdings mal wieder kaum einer, zumindest am wichtigen Box Office hat der Film nur wenig mehr eingenommen, als er kostete.

So, und damit ist Disney nun wirklich abgeschlossen. Anfang nächsten Monat geht’s dann mit dem japanischen Disney weiter: Die Studio Ghiblies. Auf die Pixar-Filme hät ich auch Bock, die mach ich lieber aber erst danach, wenn ich dann alle großen 2D-Animationskinofilme durch habe.

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Disney Sunday – Princess & the Frog

Tianas Vater hat einen Traum: Ein Restaurant eröffnen, zusammen mit seiner bereits als Kind Kochbegeisterten Tochter. Nur sind wir hier in einem Disney-Film und da stehen die Chancen, dass der Hauptcharakter mit beiden Eltern aufwächst, eher gering. Und so ist’s später Tiana alleine, die für den Traum des verstorbenen Vaters kämpft. Nur als schwarzes Arbeitermädchen in den 20ern ist es ein sehr hoch gegriffener.

Prince Naveen derweil hat wesentlich oberflächlichere Probleme: Seine Eltern sind zwar reicher Adel, doch er selbst ist ein Lebemann, der die Welt bereist und weil er sich nicht um seine Pflichten kümmert, haben Mami und Papi ihm den Hahn zu gedreht. Er würde sogar lieber ein x-beliebiges reiches Mädchen heiraten, das ihn durch bringt, statt zu ihnen zurück gekrochen zu kommen.

Dummerweise gerät er an einen Voodoo-Priester, der ihn in einen Frosch und seinen Diener in einen Naveen-Doppelgänger verwandelt. Der Plan? Immer noch die reichste Göre von New Orleans zu heiraten, um die Macht über die Stadt zu erlangen. Ganz wie im Froschkönig baut Naveen darauf vom Kuss einer Prinzessin erlöst zu werden. Dummerweise gerät er an Nicht-Prinzessin Tiana  und dummerweise lässt sie sich auf den Deal ein, um von ihm das Geld zur Realisierung ihres Traumes zu bekommen. Statt Naveen wieder zum Menschen, transformiert der schleimige Kuss allerdings Tiana in einen Frosch.

Und was nun kommt, kann man sich denken: Die beiden begeben sich auf die Suche nach einer Prinzessin, um erlöst zu werden und verlieben sich auf der gemeinsamen Reise ineinander.

Fünf Jahre nach Home on the Range wollte es Disney also doch noch ein Mal wissen, ein 2D-Animationsfilm, wie damals zu den guten alten Zeiten. Und da die Prinzessinnen-Märchen ihnen eigentlich immer gut getan haben, warum nicht ein solches?

Und es ist ein wirklich guter Film geworden. Die Handlung ist simpel, aber interessant und gerade die Wendung, dass Tiana auch zum Frosch wird, hat mich ehrlich gesagt überraschen können. Die Charaktere sind durchweg sympathisch, aber durchaus nicht zu perfekt, sondern haben ihre Fehler. Tiana ist zu steif und auf ihren Wunsch fixiert, gönnt sich nichts. Naveen ist ein egomaner Dandy, aber durchaus charmant portraitiert. Die Sache ist halt die, dass sie nicht nur über ihre Reise einen Wandel machen, Naveen weniger selbstbezogen und Tiana weniger bieder werden, sondern dass man zu Beginn auch verstehen kann, warum sie sind, wie sie starten.

Der Film strotzt nur so vor Farbenvielfalt, er hat Schwung und gute Dialoge, durchaus ganz nette Songs hier und da und es ist einfach ein rundes Erlebnis. Sicher, ganz ein The Little Mermaid, Beauty and the Beast oder The Lion King mag es nicht sein, aber es ist eindeutig ein würdiger Schlussstein unter die 2D Animated Features, sofern er denn einer ist. Zumindest demnächst scheinen nur CGI-Filme geplant zu sein und auch wenn The Princess and the Frog einen gewissen Erfolg an den Kassen hatte, wurde er beispielsweise das Jahr darauf meilenweit von Tangled übertrumpft. Aber ganz ehrlich, wenn alle Filme so wie Tangled wären, da hätte ich durchaus auch nicht mal das Problem, wenn Disney nur noch CGI machen würde. Bei aller Nostalgie an die guten alten Disney-2D-Zeiten, die hier wachgerüttelt werden, ist klar, wer der bessere der beiden Filme ist.

Disney Sunday – Home on the Range

So langsam nähern wir uns rapide dem Ende. Genau genommen wäre dies bereits beinahe eines gewesen, denn die Disney-Filme der 2000ern haben an den Kinokassen mit wenigen Ausnahmen kaum was eingebracht und so fiel die Entscheidung das der 2004er Home on the Range der letzte 2D-Animationsfilm werden sollte – nach 67 Jahren und 44 Filmen Schluss?

Maggie ist die letzte Kuh der Dixon-Ranch, nach dem der berüchtigte Kuhdieb Alamida Slim über Nacht das Wunder bewerkstelligen konnte, die ganze Restherde zu stehlen. Also muss der alte Dixon seine Farm aufgeben und bringt Maggie bei der befreundeten Besitzern der „Patch of Heaven“ Ranch unter.

Doch die hat auch bereits Probleme, kann sie ihre Ranch doch mit dem bisschen, was sie erwirtschaftet, nicht halten. Denn sie weigert sich strikt ihre Tiere auch zu verkaufen. 750$ müsste sie zahlen und wie der Zufall so will, ist das auf Slim ausgeschriebene Kopfgeld genau so hoch. Holy coincidence, Batman! Maggie überredet also die beiden anderen Kühe, die aristokratische Ms. Calloway und die nicht ganz helle Grace dazu, dass sie sich als Kopfgeldjäger bewähren und ihn fangen.

Stellt sich heraus, dass dies alles natürlich nicht so einfach ist, so kann Slim doch ganz Rattenfänger von Hameln-mäßig Kühe mit seinem Gejodel hypnotisieren und tut dies eh alles nur, damit die Farmen bankrott gehen und er das Land billig aufkaufen kann – der Verdienst mit den gestohlenen Kühen ist nur eine nette Dreingabe.

Und so wollte Disney ihre 2D-Animationsfilme also von uns gehen lassen, nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem lauen Lüftchen. Treasure Planet, Brother Bear, Home on the Range… nicht gerade die spektakulärsten letzten Filme, die man raus bringen kann.

Dabei ist Home on the Range nicht mal wirklich ein kompletter Reinfall oder so. Es ist ein sogar ganz witziges, nettes kleines Filmchen mit ein paar spritzig-schrägen Ideen. Roseanne Barr als Maggie und Judi Dench als Ms. Calloway verleihen den beiden Kühen richtig was. Aber dennoch, das ganze mutet häufig eher wie ein netter TV-Film an, mit dem man sich mal die Zeit vertreibt, ein großes Kinoerlebnis ist das hier nicht.

Er schafft es halt bei allem nicht so recht über das „ganz OK“ zu kommen. So witzig und rasant wie The Emperor’s New Groove ist er dann nämlich doch nicht, auch nicht so spritzig und herzig wie ein Lilo & Stitch und auch der ganze Stil des Filmes lässt ihn nicht unbedingt prächtig erscheinen. Klar ist alles gut durchanimiert, aber so ganz den Look eines TV-/Direct-to-DVD-Filmes kann man sich nicht erwähren. Die 110 Mille sieht man ihm zumindest nicht wirklich an.

Disney Sunday – Brother Bear

Kenai ist der jüngste von drei Inuit-Brüdern und der aufsässige der dreien, der immer Probleme herbei beschwört. Momentan ist er aufgeregt, da er sein Totem bekommt, das ihm bei der Mannwerdung helfen soll, weniger begeistert ist er, als sich heraus stellt, dass er den Bär der Liebe abbgekommt. Dumm, wie er ist, schafft er es auch prompt, einen Bär tierisch aufzuhetzen und im Verlauf seinen ältesten Bruder zu verlieren. Wenn man seinen eigenen Bruder umbringt, führt das schon mal zu einer Verdängungsreaktion und so macht Kenai den Bär verantwortlich, jagt und tötet ihn.

Das ist selbst den Geistern dann doch zu viel Blödheit, also verwandeln sie Kenai selbst in einen Bären, auf das er in Begleitung eines Bärenjungens, das von seiner Mutter getrennt wurde (*hint* *hint*) lieben zu lernen oder so.

Brother Bear ist weder einer von Disneys wirklich guten, noch der kleineren Gruppe wirklich schlechter Filme, sondern eines von Disneys „Mehs“. Das er für einen Oscar als „Best Animated Feature“ nominiert war, find ich zumindest doch etwas arg übertrieben, aber vielleicht war 2003 auch schlichtweg in der Kategorie nix los.

Der Film macht einfach weder was besonders gut noch schlecht, so sind weder die Charaktere und ihre Interaktion wirklich sonderlich sympathisch noch nerven sie. Die Handlung ist dünn und gerade in der ersten Bär-Hälfte etwas langweilig, dafür gibt es zu Beginn und Ende ein paar spannende Szenen und einen recht netten Twist, den man zwar kommen sieht, aber der bestimmt für Kinder ein wirklich Schocker ist, nur damit das eigentlich Ende wieder etwas zu kitischig wird. Die Optik ist hübsch anzusehen, aber Disney hat es leider nie so ganz geschafft, 2D- und 3D-Animationen ohne Reibung zusammen zu führen. Und die Songs von Phil Collins sind wie schon bei Tarzan schrecklich.

Disney Sunday – Treasure Planet

Schon als er ein kleines Kind war, hat Jim es geliebt, wenn seine Mutter ihm aus den Piratengeschichten um den legendären Captain Flint und dessen auf Treasure Planet versteckten Schatz vorgelesen hat. Vielleicht hätte die gute Frau andere Geschichten wählen sollen, denn Jim wächst zum Unruhestifter und Delinquent heran. Hilft natürlich nichts, all diese großen Träume zu haben und dann mit seiner alleinerziehenden Mutter in einer Gaststädte am Arsch des Universums zu hocken.

Doch dann fällt ihm ein Pirat mit einer Karte zu Treasure Planet in die Arme und Jim darf auf der Expedition zu eben jenem mit. Dort freundet er sich mit John Silver an und vice versa, was ungünstig ist, plant Silver doch mit der Piratencrew die Meuterei, um selbst an den Schatz zu kommen.

Ugh, Treasure Planet. So schwer… ich weiß gar nicht genau, was ich überhaupt von dem Film so richtig halte. Ich hab das Gefühl ihn mehr mögen zu wollen, als ich letztendlich kann.

Erst mal das Positive. Ich mag das Design. Die Schatzinsel, aber im Weltall. Das erinnert mich an Anime-Ästhetik. Sowas wie Gankutsuou, welches Der Graf von Monte Cristo ebenfalls ins All versetzt, aber zum Teil die Optik des 19. Jahrhunderts beibehält. Oder den Galaxy Express 999, in dem es mit einer Dampflock durchs All geht und welches ein starkes Wild-West-Aussehen hat. Auch Treasure Planet spielt im All, auch hier gibt es Aliens und Cyborgs und all das, doch auch hier trägt man Piratenmützen und die Schiffe sehen eben aus wie Pratenschiffe.

Positiv sind auch die meist recht gut ausgearbeiteten Charaktere. Gerade John Silver, als der Bösewicht, der aber eben nicht einfach böse ist. Jim wächst ihm tatsächlich ans Herz, die beiden entwickeln eine echte Vater-Sohn-Beziehung. Er hat halt nur schon zu viel auf der Suche nach dem Schatz geopfert, um dem nachgeben zu können. Und letzendlich rettet er dann ja doch Jim, statt sich das Gold unter den Nagel zu reißen. Captain Amelia ist auch super, schon alleine wegen ihrer witzigen Kommentare, die sie im Dauerfeuer los lässt. Emma Thompson leistet eine super Arbeit hier.

Aber so ganz begeistern kann ich mich für den Film einfach nicht. Es fehlt ihm eindeutig an Schwung und Geschwindigkeit, sogar bis kurz vor Ende maßgeblich an Action und das bei einem Piraten-/Abenteuerfilm. Und wenn dann die Handlung auch noch etwas dünn ist… ja dann kommen wir häufiger mal gefährlich nah an die Langeweile, auch wenn die interssanten Charaktere davon abzulenken versuchen.

Treasure Planet ist leider kein Hit, und das ist schade, ich hatte das Gefühl, das da durchaus viel reingesteckt wurde, man wollte einen echt tollen Film machen. Ein Atlantis ist’s zum Glück auch wieder nicht, dafür retten die Charaktere ein wenig was, aber so richtig Begeisterung kommt leider auch nicht auf beim Sehen.

Disney Sunday – Lilo & Stitch

Lilo ist ein schwieriges Kind, das sich mit anderen kleinen Mädchen nicht gut verträgt, obwohl sie nix lieber als einen echten Freund hätte. Nachem ihre Eltern gestorben sind, lebt sie mit ihrer großen Schwester Nani zusammen, deren chaotischer Haushalt den Sozialarbeitern nicht unbedingt gefällt.

Bei der galaktischen Regierung sind derweil die Aliens dabei, einen Wissenschaftler zu verurteilen, weil er mit seinem Experiment 626 genetisch eine neue Lebensform geschaffen hat, was ein No-Go ist. Und dann ist es noch ein Vieh, das nur an Zerstörung und Eroberung Gefallen findet. Doch 626 kann fliehen, natürlich ausgerechnet auf die Erde, wo Lilo ihn als neuen Hund Stitch adoptiert.

Während die Aliens versuchen Stitch wieder einzufangen, was einiges Chaos mit sich bringt, tut Stitch selbst, obwohl er sich langsam an seine neue Familie gewöhnt, für Unruhe sorgen, so dass Lilo und Nani vom Sozialarbeiter getrennt werden sollen. Doch Lilo haut ab, wird von den Aliens gefangen, Stitch und Nani retten sie und nachdem alle mit bekommen haben, was für eine tolle Familie die drei doch ergeben, dürfen sie halt zusammen bleiben.

Awwww~, Lilo & Stitch ist oh so ein schöner Film. Die Charaktere sind super sympathisch, sowohl die heiter-überforderte Nani, die alles für ihre Schwester tun würde, wie die zickige und Elvis hörende Lilo und natürlich der fies-knuddelige Stitch. Und es gibt so viele schöne, kleine, subtile Szenen zwischen denen. Wenn Lilo beispielsweise zu Stitch sagt, sie weiß, warum er sie rum schubst und so viel kaputt macht, weil sie wegen dem Verlust ihrer Eltern häufig ähnlich reagiert.

Und es ist auch vom Stil her ein echt cooler Film. Er mag zunächst im nüchtern-unterkühlten Weltraum beginnen, wenn Stitch flieht, doch dann schwengts auf die Erde, ausgerechnet auf Hawaii landet er. Und dann gibt es Easy Going und Feel Good Stimmung en masse, selbst wenn dramatische Dinge passieren. Die poppige Optik, das zurückgelehnte Feeling, einfach entspannend.

Ich fand den Film echt super, witzig, charmant und ergreifend, so sollten alle Disneys sein. Unterhaltung für die ganze Familie, das ans Herz geht.

Disney Sunday – Atlantis

Milo ist ein Linguist zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der nicht für ernst genommen wird, da er Leuten ständig eine Expedition nach Atlantis aufschwanzen will, um den Traum seines verstorbenen Großvaters zu erfüllen. Da bekommt er das Angebot eines Freundes seines Großvaters, der ihm die Suche finanzieren will. Genau genommen hat er schon ein komplettes Team an Spezialisten zusammen gestellt und braucht nur noch Milo, der die Schrift, die zum Verbleib des sagenumwobenen Reiches führt, entziffern kann.

Also aufi geht’s und ruckzuck sind von der ehemaligen Zweihundertschaft nur noch gut ein Dutzend Leute übrig, bis sie endlich Atlantis finden. Welches überraschenderweise noch bevölkert ist, allerdings von einem vor sich hin schwindenden Volk, das nichts mehr mit der ehemaligen Zivilisation zu tun hat und dessen Wissen verloren gegangen ist. Milo kann da natürlich helfen, als Schriftenentzifferer und so, nur um rauszufinden, dass alle anderen die Expedition nur mitmachen, um die enorme Machtquelle das „Herz von Atlantis“ zu schnappen und zu verkaufen.

Ich mag Atlantis: The Lost Empire nicht, wirklich nicht. Ein wenig Indiana Jones hier, etwas Jules Verne dort und obendrauf Sprinkler von Laputa und The Secret of Blue Water… am Potential der Inspirationsquellen fehlt es dem Film freilich nicht. Leiter hapert es bei der Umsetzung gewaltig.

Und zwar an fast allem. Der Film hat zu viele Charaktere, über die wir zu wenig heraus finden und selbst die paar wirklich wichtigen bleiben überraschend schwachbrüstig. Die obligatorische Romanze zieht nicht. Die ganze Handlung an sich wirkt unausgegoren, häufig ziellos und weist gewaltige Plotholes auf. Immerin hält viel Action halbwegs bei Laune, genug langweilige Stellen gibt es allerdings dennoch, und der Versuch hier und dort etwas Witz einzustreuen wirkt hingegen eher deplaziert.

Das Ganze würde man, wenn es nicht dabei stünde, kaum als Disney erkennen. Wo ist der Charme, wo ist die Magie? Lediglich die üblichen Production Values sind da, die den modernen Stil (der allerdings auch nicht gerade mein Ding ist) ordentlich in Szene setzen. Und mehr habe ich zum ganzen Erlebnis auch schon nicht mehr zu schreiben, Atlantis: The Lost Empire war einfach in seiner Gänze so unglaublich… „meh“.

Disney Sunday – Emperor’s New Groove

The Emperor’s New Groove ist der einzige Disney-Film nach The Lion King, den ich vorher schon in Gänze gesehen hatte. Sogar im Kino. Was er allerdings außerhalb des Titels mit der Inspiration Des Königs neue Kleider zu tun haben soll, muss man mir noch erklären ;P (ursprünglich sollte es ja auch Kingdom of the Sun heißen und auf Der Prinz und der Bettelknabe basieren, bevor es umgemodelt wurde)

Kuzko ist Aztekenkaiser, ein witziges Kerlchen und der absolute selbstbezogene Tyrann. Dorfoberhaupt Pache lässt er beispielsweise nur zu sich rufen, um ihm zu verkünden, dass dessen Dorf demnächst dem Erdboden gleich gemacht wird und er deshalb schon mal packen gehen kann. Die Hanglage ist nämlich perfekt für ein Sommerdomiziel, das er sich zu seinem eigenen Geburtstag schenken wird.

Mit Yzma hat Kuzko allerdings eine Beraterin, die selbst viel lieber auf dem Thron sitzen würde. Ausnahmsweise bekommt Kuzko im Gegensatz dazu, wie das normalerweise in diesen Filmen läuft, dies sogar mit und feuert sie, ist dann aber dennoch nicht dumm genug, ihr nicht wirklich zu misstrauen, als sie ihm Gift unterjubelt. Statt das südamerikanische Äquivalent zu Stiefmütterchen von unten zu betrachten, verwandelt es Kuzko allerdings in ein Lama, das ausgerechnet bei Pacha landet.

Kuzko denkt natürlich immer noch, alle Welt dreht sich um ihn und befiehlt Pacha, ihn zurück zum Palast zu bringen, Pacha hingegen möchte lieber erst mal, dass sich Kuzko das mit den Dorfplänen noch mal überlegt.

Wow, The Emperor’s New Groove hatte eine echt problematische Entstehungsgeschichte und scheint erst kurz vor knapp noch zu einem fertigen Produkt zusammen geklöppelt worden zu sein. Das mag vielleicht erklären, warum er etws schwachbrüstug ist, wenn es um die Handlung geht.

Was dem Film allerdings keinen Abbruch tut, denn letztendlich ist es eh der köstliche Humor, mit dem man konstant beschossen wird, der den Film macht. Das hier ist definitiv Disneys witzigste Produktion überhaupt, man kommt sich fast in deinem Dreamworks vor, wenn die Witze denn fieser wären. Die illustren Charaktere, das brechen der 4th Wall, die beißenden Kommentare, der allgemeine frische Wind, hach was hatte ich eine gute Zeit mit dem Film. Dazu kommt noch eine launige Optik mit vielen bunten Farben und einem schlichten Design, die einfach wie die Faust aufs Auge passen.

Und gerade weil es so wenig Handlung hat, halt im Prinzip eine Art Road Movie/Buddy Comedy ist, in der Kuzko lernt, kein arrogantes Arschloch mehr zu sein, weil keine hinein gequetschte Romanze, dutzende Charaktere oder sonstig unnötiges Fett das Ding verkalkt, deswegen funktioniert es als reine Nonsens-Komödie auch so gut.

Disneys größter Film ist es dadurch natürlich nicht, dafür fehlt ihm einfach an Inhalt und Ambition, aber Disneys launigster allemal und das ist genauso viel wert.

Disney Sunday – Fantasia 2000

Das 1940er Fantasia war ein ambitioniertes Projekt, nicht nur klassische Musik in Form von animierten Episoden zum Leben zu erwecken, sondern der Film hätte auch über einen langen Zeitraum gezeigt werden sollen, immer wieder alte Segmente gegen neue austauschend. Daraus wurde dann nix, weil der Film keinen sonderlichen Erfolg erziehlte. Erst 60 Jahre später wurde es mit einer (fast) kompletten Neuproduktionen wieder aufleben gelassen. Die leider die Tradition der lauwarmen Einspielergebnisse fortsetzte.

Das Prinzip ist natürlich das gleiche geblieben. Sogar der Aufbau weitestgehend. Wir haben 8 Tricksegmente, isnpiriert von klassischer Musik. Dazwischen Ansagen, diesmal von diversen Promis wie Bette Midler, Angela Lansbury oder Steve Martin, die uns etwas über die Geschichte und das dazu zu hörenden Stück sagen.

Und so sehen wir ein Spektrum an Bildern an uns vorbei rauschen. Wale, die durch die Wolken schweben; gehetztes New Yorker Volk; mit Yo-Yos spielende Falmingos; Donald auf der Arche Noah; das Märchen des Zinnsoldatens und am Ende zum Feuervogel die Fabel von Leben, Tod und Wiedegeburt (Tezuka, anyone?). Und ein Segement dazwischen dann tatsächlich noch aus dem alten Fantasia entommen, everybody’s darling Der Zauberlehrling mit Mickey.

Erneut geht auch Fantasia 2k bestimmt über den Kopf vieler Kinder hinweg, finden die es sicherlich eher langweilig, trotz der vielen bunten Farben, die vorbei fliegen. Es ist eine für sie etwas peppigere Version gegenüber dem Original, die Ansagen sind nicht mehr so steif, es gibt keine so düsteren Elemente mehr (der Zinnsoldat darf nicht mal schmelzen) und auch das kurze abstrakte Segment zu Beginn ist wesentlich kürzer, als im Original, der ganze Film die übliche Disney-Länge von 75 Minuten statt der ursprünglichen 2 Stunden – doch so ein wenig wird man erneut das Gefühl nicht los, Disney habe hier etwas am Zielpublikum vorbei gezeichnet. Gerade das New Yorker Segment zu Zeiten der Großen Depression, wo die Charaktere entweder arbeitslos oder übermenschlich gehetzt sind, ist eine seltsame Bereicherung.

Mir kann das erneut egal sein, denn ich mochte schon dor Original-Fantasia, selbst damals als Kind, und ich mag auch das neue Fantasia. Nicht ganz so sehr, irgendwie hat das Original etwas mehr Klasse, vielleicht gerade weil es etwas ernster und düsterer ist, vielleicht sinds die CG-Wale, doch auch das neue Ding ist ein audiovisueller Rausch, ein Tanz an Klängen und Farben. Ähnlich wie bei anderen bildgewaltigen Disneys wie Tarzan oder dem Hunchback ist es regelreicht etwas schade, wenn man ihn nicht auf der großen Kinoleinwand sieht (Fantasia 2000 war zusätzlich ein exklusives IMAX-Release, so sehr hat man auf dessen Pomp gesetzt).

Disney Sunday – Tarzan

Die Robinsons entkommen mit ihrem Säugling einem sinkenden Schiff und bauen sich auf einer einsamen Insel aus dem Wrack ein fesches Baumhaus, nur um von einem Leoparden gefressen zu werden, der interssanterweise das hilfloseste und schmackhafteste Stück des Familienkuchens übersieht, so dass ein gerade ihr eigenes Junges verlorenes Gorillaweibchen den Kleinen aufziehen kann.

Tarzan hat natürlich beim Aufwachsen damit zu kämpfen, dass er irgendwie so ganz anders ist, als seine Gorilla-Familie und ist umso überraschter, als er plötzlich andere Fell-lose Vertreter seiner Art entdeckt. Denn Jane und ihr Vater machen eine Expedition in den Dschungel, um die Gorillas im Nebel zu erforschen, begleitet von Abenteurer Clayton zu ihrem Schutz, der als Wilderer in Wirklichkeit natürlich nur die Gorillas fangen und verkaufen will.

Tarzan und Jane freunden sich an, verlieben sich, und letztendlich gibt Tarzan besseren Wissens nach, sie zu den Gorillas zu führen, was natürlich darin resultiert, dass sie anschließend erst mal die armen Tierchen vor Clayton retten müssen, bis sich Jane und ihr Vater dazu durchringen können, nicht nach London zurück zu gehen, sondern mit Tarzan in den Baumwipfeln zu leben. Ach ja, und die Anerkennung des Gorilla-Klans und Platz als deren neuen Leittieres bekommt er auch endlich.

Tarzan markiert nach 10 Jahren das Ende der Disney Renaissance, die Ära der mit The Little Mermaid los getretenen Animations-Musicals (The Rescuers Down Under ausgenommen). Und die Zeit geht mit einem Hit. Es ist schon erstaunlich, wie es Disney doch häufig schafft, aus simplen Handlungen viel raus zu holen.

Hauptsächlich lebt Tarzan von seiner visuellen Aufmachung. Die tollen Naturszenen, unglaublich flüssige Animation und super rasanten Kamerafahrten durch die Baumwipfel. Die Handlung ist simpel, jedoch effektiv. Die Charaktere sind sympathisch und teilweise unglaublich humorig (Minnie Driver als Jane macht es fast schon zu einem Muss, den Film im O-Ton zu schauen). Tarzan ist ein runder Charakter, Clayton schön fies, Sidekicks Terk und Tantor witzig und der Wechsel zwischen spannenden und lustigen Einlagen garantieren, dass der Film zu keiner Minute langweilig wird. Sie funktionieren auch viel besser zusammen, da Tarzan im Vergleich zum Hunchback in der Gesamtheit keine ganz so ernste und dramatische Angelegenheit ist, obwohl es auch echt fiese Stellen gibt.

Das Einzige, was mir bei Tarzan häufiger nicht so gefallen hat, sind ausgerechnet die Songs. Der Film geht einen etwas anderen Weg, als die Vorgänger und anstatt das wie in einem Musical die Charaktere immer mal wieder in Gesangseinlagen ausbrechen, singt uns Phil Collins immer mal wieder das vor, was gerade thematisch passiert. Ich mag Phil Collins ja ungern dissen, aber Jesus Fucking Christ… die Songs sind schrecklich. „You’ll be in my heart“ mag noch ganz hübsch und „Trashing the camp“ ganz witzig sein, doch zum Großteil sind die Pop-Balladen echt schmerzhaft und beweisen keinerlei Sinn fürs Subtile, sondern hämmern dir ihre Kernaussage mit dem Holzzaun um die Ohren. Ganz zu schweigen, dass sie auch irgendwie Out of place wirken häufig. Meist fangen sie als Instrumentals an und sind wirklich für die Szene stimmig und dann, nach einer Minute oder so, setzen die Vocals ein und das ganze Ding wirkt aufgesetzt und unpassend.