Nostalgic Anime Week: Gunsmith Cats

Kenichi Sonoda hat ursprünglich bei einem Animationsstudio gearbeitet, wo er beispielsweise als Charakterdesigner von Bubblegum Crisis oder dem weiteren Klassiker Gall Force tätig war, bevor er sich als Mangaka niederlies und mit Gunsmith Cats sofort sein längstes und bekanntestes Werk schuf. Das wurde in den 90ern auch in drei OVAs gefasst, allerdings mit weitestgehend eigenständiger Handlung. Mein erster Berührungspunkt war erneut die Sichtung in einer Vox-Anime-Nacht. Und etwas darauf dann das Lesen des Manga, damals noch in amerikanischem Graphic-Novel-Format in fast 20 hochformatig-dünnen Bänden.

Rally Vincent und ihre Mitbewohnerin May Hopkins besitzen in Chicago einen Waffenladen. Zumindest ist das ihr Tagesgeschäft. Hinter der Front der Ladentheken sind die beiden nämlich auch ein Duo an Kopfgeldjägerinnen, die mit Knarre (Rally) und Granaten (May) bestückt im Sportwagen ihre Beute verfolgen. Aktuell werden sie vom ATF, da sie dummerweise nicht alle nötigen Lizenzen für ihren Laden haben, dazu gezwungen, umsonst ein Waffen- und Drogenkartell auffliegen zu lassen, was sie aber auch mit der russischen Killermaschine Radinov bekannt macht.

Wenn ich mich recht erinnere, ist die Storyline der OVA tatsächlich Original Content, nutzt die (Haupt-)Charaktere des Manga, kommt so in jenem allerdings nicht vor. Da jener teilweise aber auch sehr episodisch war, mit mal kürzeren Einsätzen der beiden, mal länger anhaltenden Antagonisten, kann ich jetzt aber auch nicht mehr sicher sagen, dass es dort nicht einen ähnlichen gäbe. Was zumindest nicht stimmt ist, dass Radinov die Tussi aus dem Manga ist, die Rally fängt und versucht zu ihrer Sexsklavin zu machen, so wie ich das fälschlich in Erinnerung hatte. Der Manga ist sowieso wesentlich sexier als die OVA, die sich darauf beschränkt, die Mädels kurz mal in Unterwäsche zu zeigen.

Kenichi Sonoda hat dann auch definitiv drei Faibles: Attraktive Damen, schnelle Autos, und scharfe Waffen. Man sollte meinen, er sei Amerikaner. Die findet man ja so oder so ähnlich in allen seinen Manga wieder, wobei Gunsmith Cats und dessen (von mir schon nicht mehr gekannten, weil nach meiner Zeit publiziertem) Sequel einen Großteil seines Oeuvres ausmachen. Aber auch sein eigentliches Manga-Debüt, das schnell wieder eingestellte Riding Bean hatte dies, und Cannon God Eaxxxion sowieso. Der Man bleibt sich halt treu.

Viel mehr haben dann die 90 Minuten an OVA auch nicht zu bieten. Das klingt jetzt zunächst gemein und abwertend, ist so aber absolut nicht gemeint. Unseren beiden taffen Mädels Rally und Minnie zu folgen ist spaßig und unterhaltsam, es gibt harte Action, ein wenig Sexyness, und es rauchen der Auspuff und die Pistolenläufe. Wenn eine Gang bei Rally einbricht und denkt den Jackpot ob all der dort untergebrachten Waffen gemacht zu haben, nur um dummerweise feststellen zu müssen, dass die Hausbesitzerin diese auch einzusetzen weiß, ist das schon sehr witzig. Wenn sich Rally und Radinov ihre letzte Auseinandersetzung bieten, ist das ein sehr guter Klimax für die Geschichte. Gunsmith Cats ist cool und hat Unterhaltungswert, und mehr brauch es letztendlich auch nicht, um eben einen Nachmittag ganz nett rumzubekommen.

Nostalgic Anime Week: Dragon Half

Dragon Half ist eine Duologie, die es nach Deutschland erst in den Zeiten der DVD gebracht hatte, als diverse Labels ihre Back-Kataloge schnell rausgehauen haben. Das war noch zu der Zeit, wo man damit Geld machen konnte, überhaupt Anime in Deutschland zu vertreiben. Dennoch war es schon davor unter Importfreudigen eine recht bekannte Serie, auch wenn es Dragon Half natürlich nie dazu gebracht hatte, ein viel nahegelegter Klassiker zu sein. Immerhin auch 1993 in Japan nicht, so wurden wegen fehlender Absatzzahlen nur zwei der geplanten vier Folgen animiert.

Es war einmal der Ritter Rouce, der rote Blitz, vor dessen Wagemut sich alle Monster in Acht nehmen mussten, und der auszog, den roten Drachen zu erlegen. Stattdessen verliebte er sich in jenen und brachte den Dragon Half Mink hervor. Die ihrerseits wiederum in den Helden Dick Saucer verliebt ist, welcher aber wiederum vom König beauftragt wird, Mink zu erlegen, damit er an deren Mutter rankommen kann. Oder so.

Dragon Half ist nämlich eine absolut überspitzte Komödie, die sich weniger damit aufhält, dass der narrative Faden sonderlich viel Sinn ergibt, als ihn vielmehr um die Witze herum aufzubauen. Da stellt sich Mink in der zweiten OVA während eines Kampfturniers schon mal ein Dämon in den Weg, der damit prahlt, sie für den Dämonenlord zur Strecke bringen zu wollen, nachdem Mink so übel über ihn geredet hat. Woran Mink sich nicht erinnert. Woraufhin der Dämon einfach eine Kassette der ersten Folge aus der Tasche zieht, sie sich ansieht, und dann schockiert ist, dass alle für diesen Plot relevanten Szenen aus dem Endprodukt herausgeschnitten sind.

In diversen Zuständen der SD-isieriung (super deformed, wie man das zu meiner Zeit noch nannte, statt „chibi“ design) machen sich also die Charaktere selbst zum Affen. Ein schwarzer Magier kommt schon mal atmosphärisch passend in Nebelschwaden in den Raum, nur damit die Kamera anschließend gen Boden schwenkt und uns zeigt, dass jene via Trockeneis zustande kommen, die er für jenen melodramatischen Auftritt immer mit sich rumträgt. Mink macht trotz ihrer überstarken Drachenkräfte eines auf unschuldiges und liebliches Mädchen Dick Saucer gegenüber. Ein Ritter überlebt ein Schwert durch den Kopf, weil sein Gehirn so „kompakt gebaut“ ist. Selbst das Ending Theme zeigt keinerlei Anflug von Seriosität, stattdessen sinkt Mink zu Beethoven über Omeletts.

Nein, Dragon Half ist keiner der absoluten Klassiker des Genres, welchen man absolut gesehen haben muss. Das war die OVA-Serie schon in den 90ern nicht, und dass ist sie 25 Jahre später sicherlich nicht. Aber das bedeutet nicht, dass sie nicht dennoch sehr unterhaltsam ist. Die ganze Angelegenheit hat einfach etwas einnehmend-reizendes. Jeder, der daran beteiligt ist, scheint einfach so richtig Spaß mit dem Irrsinn gehabt zu haben. Und der Humor ist überraschend auch gar nicht schlecht gehaltert, sondern die beiden kurzweiligen Folgen auch heutzutage noch sehr amüsant.

Nostalgic Anime Week: Bubblegum Crisis

Bubblegum Crisis ist eines der Kultanime der 80er und 90er Jahre. Und eines, welches ich nie besessen habe, weil ich es bereits auf einer Vox-Anime-Nacht sichten konnte. Erinnert sich noch einer an die? Allerdings hatte ich den DVD/Soundtrack-CD-Hybriden Hyrricane Live, der Musikvideos zu den Songs der OVA enthielt. Leider ist BGC aber auch eine der Serien, die eine eher problematische Geschichte aufweist.

Produktions- und Vertriebsfirma war offiziell Youmex, Animationsstudio allerdings Artmic. So weit, so gut. Allerdings gehörten die Rechte an der Serie beiden Studios, und das führt häufig zu Streitigkeiten. Gerade bei dem explosiven Erfolg, den BGC hatte. Während zunächst noch voll Kapital daraus geschlagen wurde, mit jede Menge Merchandising und geplanten Spinoffs, verkrachten sich die beiden Studios Anfang der 90er. Womit die auf 13 Folgen geplante OVA-Serie nach 8 eingestellt wurde und auch das Spinoff A.D. Police nach 3 ihr vorzeitiges Ende fand. Artmic begann mit Bubblegum Crash einen eigenen Nachfolger, wurde von Youmex verklagt, und die Erfolgsserie war Jahrelang im legalen Limbo. Erst 1998/99, nachdem es beide Firmen nicht mehr gab, starteten zwei Reboot-Serien, die den Erfolg aber nicht mehr replizieren konnten.

Die Handlungsstruktur ist dabei eher episodisch angelegt. Schauplatz ist Tokyo in einem dystopischen 2032, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich enorm ist, während die Welt essentiell von Megacorps regiert wird. Genom ist die größte davon, da sie Boomer bauen – State of the Art Cyborgs. Durchaus als normales Kommerzprodukt, doch von denen werden wir in der Serie wenig zu sehen bekommen, denn natürlich dienen sie auch als Waffen und BGC behandelt den Kampf der Knight Sabers, einer Truppe an taffen Frauen, die in ihren eigenen Battle-Suits in Sachen Boomer-Kriminalität agieren.

Es gibt natürlich hier und dort mal einen roten Faden, der sich über die Serie erstreckt, oder das Ereignisse einer OVA die nächste beeinflusst, doch weitestgehend haben wir es hier mit in sich geschlossenen Ereignissen zu tun. Was die Serie nämlich viel mehr auszeichnet ist, wie cool sie einfach ist. Die Blade-Runner-esque Atmosphäre ist sowieso eine, die man so dargestellt nur in Medien aus dieser Dekade finden wird. Die brachialen Kämpfe gegen die Boomer sind geil, und bekommen ihre besondere Note dadurch, dass nebenbei gern J-Pop eingespielt wird. Denn eine unserer Knight Sabers ist nebenbei Sängerin. Ernste Action und Gesang zu mischen hat BGC sicherlich nicht erfunden (Macross hat ein ähnliches Konzept zum Beispiel), aber Mensch wenn wir das nicht alle damals Mitte der 90er für den coolsten Mix ever gehalten haben! Youmex war auch ein Musik-Label, und ich wäre nicht überrascht, wenn die Soundtracks letztendlich mehr eingespielt haben, als das Anime an sich. Der OST ist jedenfalls weiterhin einer der absoluten Highlights der Serie!

Was mir persönlich allerdings auch gut gefallen hat, ist wie viele starke Frauen es in der Serie gibt. Fast alle Haupt- und Nebencharaktere, die keine Schurken sind, sind weiblich (außerhalb ein paar wiederkehrender A.D. Police Kerle). Und die Serie ist auch sehr gut darin, die Kameradschaft zwischen ihnen zu präsentieren. Die Knight Sabers zerstreiten sich beispielsweise nie in einem Cat Fight, der so häufig für Drama in entsprechenden Serien genutzt wird. Selbst als Priss das Team verlassen will, sind alle unterstützend. Und ein paar gute lesbische Verhältnisse gibt es bei einigen der Nebencharaktere auch. Obendrauf einen schwulen Nebencharakter bei der A.D. Police, der für Anime geradezu uncharakteristisch normal und integriert dargestellt ist. Ich weiß nicht, was genau in den 80ern in der Anime-Szene abgegangen ist, aber gerade bei den Sci-Fi-Serien gab es überraschend viel Progressives zu sehen.

Witzig ist natürlich auch zu sehen, was für eine Art von Future Tech man sich Ende der 80er so vorgestellt hat. Im Jahre 2032 nutzen wir immer noch Telefonzellen! Gedruckte Zeitschriften existieren noch, aber nun kommen sie direkt per Fax nach Hause! Computer sind zwar allgegenwärtig, aber weiterhin mit kleinen CRT-Monitor-Kästen ausgestattet. Herrlich.

Ein wenig ungleich sind die Folgen natürlich schon. In der Laufzeit zwischen 30 bis 50 Minuten, in der Animatiosqualität über die Jahre, und natürlich auch ein wenig in der Stärke der einzelnen Handlungen. Besonders gefallen haben mir dabei die finalen drei Episoden, die inszenatorisch einfach am besten waren. Aber auch bei den vorigen Folgen sind keine Stinker dabei, und ich glaube mir haben die Vibes der Reihe mittlerweile sogar besser gefallen, als beim letzten Schauen vor 20 Jahren. Weil es Serien wie BGC so heutzutage auch einfach nicht mehr gibt.

Bible Black: New Testament

Der Erfolg von Bible Black ließ nicht lange mit einem Nachfolger auf sich warten. 2003 erschien die letzte Folge der ersten OVA-Serie, und bereits ab 2004 wurde Bible Black: New Testatment bzw. Shin Bible Black bzw. Bible Black: La Lanza de Longinus veröffentlicht, welches 2008 ebenfalls mit einer sechsten Folge sein Ende nehmen sollte. Im gleichen Jahr also, in dem das Visual Novel mit Bible Black: Infection erst sein Sequel sah. Und auch hier gab es während derer Veröffentlichungen zwei Nebenfolgen in Form von Bible Black Only.

Da es zu Beginn der Reihe noch keine weiteren Spiele gab, und das Original-VN auch nicht gerade irgendwelche stark alternativen Storypfade offen hat, aus denen man was machen kann, musste sich also eine eigene Fortführung ausgedacht werden. Sollte an sich nicht allzu schwer sein, die letzte Folge von La Noche de Walpurgis hat ja extra etwas Sequel-Bait in die Finalszene geworfen, in dem Kitamis Plan aufgegangen war und sie doch in Imaris Körper weitermachen konnte.

Ganz so einfach macht es uns La Lanza de Longinus allerdings nicht, denn die Serie scheint sehr dafür kompensieren zu wollen, dass der Vorgänger sich doch recht knapp gehalten hat und die Handlung insgesamt relativ simpel war. Denn über die sechs Halbstünder des Nachfolger wird man ständig mit neuen Charakteren konfrontiert, dessen Motivation häufig lange im Dunkeln bleibt, oder die obwohl sie wichtig erscheinen doch letztendlich wenig bis nichts zu tun bekommen, und worauf die Haupthandlung jetzt genau heraus will, ist auch nicht immer so einfach zu folgen. Wo Bible Black den Anschein erweckte, dass man weil man sich des Erfolges nicht sicher war, die Sache etwas arg knapp gehalten und dann nachträglich auf 6 Folgen aufgebläht hat, so wirkt New Testament eher, als hätte man das hier auf mehr Folgen angelegt gehabt, als man letztendlich realisieren konnte.

Seit dem Ende des Vorgängers sind also so einige Jahre vergangen, genug als das die Charaktere nun zumindest erwachsen sind. Imari arbeitet bei einer Psi-Sondereinsatzgruppe abseits der Polizei, Saeki und Shiraki sind nun selbst Lehrerinnen an der Schule, und Takashiro-Sensei ist keine Sensei mehr, sondern eine Priesterin. Minase wird man die Serie über nicht zu Gesicht bekommen und wir erfahren auch nie, was aus ihm geworden ist. Warum Kitami nun nicht sofort in Imaris Körper angefangen hat, Unfug zu treiben? Takashiro hat sie zwischen den zwei Serien versiegelt gehabt. Das muss als Begründung reichen, auch wenn es nicht ganz Sinn ergibt.

Die erste Folge bietet nun sich abwechselnde Schülerinnen, die mit ihren Lehrern und Professoren schlafen, um denen Informationen über die Longinuslanze zu entlocken. Dabei taucht immer mal wieder der Geist einer Blondine auf und ermordet die beiden kopulierenden Körper. Imari und ihr Einsatzteam untersuchen diese merkwürdigen Vorkommnisse. Takashiro brabbelt mysteriös vor sich hin. Und am Ende geraten Imari und ihre Kollegin Aki in einem Banküberfall, der allerdings von einem neuen Hexenzirkel gesteuert wird, um die Pfeilspitze der Longinuslanze zu rauben, und gleichzeitig erwacht in der obligatorisch dazugehörigen Orgie Kitami im Körper von Imari erneut.

Irgendwie ist jetzt Aki, auch „Frau in Rot“ genannt, wichtig für das bevorstehende Ritual. Und die Longinuslanze auch. Warum Kitami wiedererweckt wurde hab ich keinen Plan. Und was genau Kitami oder die als besagter Geist umhergehende, später aber auch Futanari-Physisch auftretende Crowley, die eigentlich hinter allem steckt, genau sich davon erhoffte? Den Antichrist via Aki gebären? Irgendwelche Kräfte durch einen Dämonenpakt erlangen? So was in der Richtung jedenfalls. Wie gesagt New Testament ist notorisch vage in den Charaktermotivationen oder –zielen und verschenkt gerne nicht nur viel Spielzeit an die obligatorischen Sexszenen, sondern auch an Charaktere, die wenig zu tun bekommen.

Saeki beispielsweise verkommt erneut zur zweiten Geige gegenüber Kitami. Shiraki ist eigentlich nur da, um einen weiteren Körper für Sexszenen zu haben. Was hat der junge Polizist jetzt eigentlich für einen Sinn gehabt, außer uns Flashbacks zu geben, in der er als Schüler eine Beziehung zur plötzlich ganz netten und weichherzigen Kitami hatte, die erneut sich stark an ihrer Porträtierung im Vorgänger reiben? Der Boss der Organisation? Die beiden am Ende der fünften Folge erst eingeführten Handlanger von Crowley? Warum ist Takashiro plötzlich in den letzten Folgen so stark im Kampf gegen die anderen übersinnlichen Charaktere, wenn sie in den ersten paar ständig stark unterlegen war? Warum ist die schwarze Bibel überhaupt plötzlich so wichtig, in der vorigen Serie schien sie zweitrangig und nur ein Mittel, um Magie zu üben?

Wenn es einer Serie zugutegekommen wäre, zwei weitere Folgen mit Erklärungen aufstocken zu können, dann wäre das Bible Black: New Testament gewesen. Aber leider gibt es hierzu keine Origins-Folgen. Denn die während dieser Serie animierten Bible Black Onlys sind lediglich 7 von der Handlung losgelöste Sexszenen, die zusätzlich auch lose während der ersten Serie angesiedelt sind. Wobei die beiden Folgen jeweils aus zwei längeren Szenen von 10-13 Minuten bestehen, die eindeutig durch das Charakterdesign mit den langen Gesichtern zeigend während in 2005 und 2006 nebst New Testament animiert wurden, während das Ende der Folgen eine kurze und im anderen Stil gezeichnete Szene von nur 5 Minuten ist, die bereits aus 2003 stammen und der Filmversion der ersten Serie beilagen. Macht 6 von 7 Szenen. Die letzte Szene, in der Imari nachts von einem Mitschüler attackiert wird, ist ebenfalls 10 Minuten und lag der japanischen Bible Black Complete Box bei, die in 2006 veröffentlicht wurde, und hat es deswegen nie (offiziell) in den Westen geschafft.

Ich meine, wer Bible Black nur als Masturbationsmaterial einlegt, der bekommt natürlich auch in New Testament viel geboten, und kann sich durch Only sogar ganz von störender Handlung lösen, aber wenn man tatsächlich die Serie auch ein wenig wegen der Hintergründe schaut, wird man sich ein wenig verloren vorkommen. Das Ding ist gar nicht mal so komplex, es ist einfach nur ein Paradebeispiel dafür, etwas unnötig kompliziert zu präsentieren.

Bible Black

Bible Black ist eines der bekannteren Erotikanime des damals noch frischen Jahrtausends gewesen. Basierend auf einem 2000 auf japanischen PCs aufgeschlagenen Visual Novel, folgte nämlich bereits zwischen 2001 und 2003 die Umsetzung in 6 OVA-Folgen, weltweit lizenziert, und so erfolgreich, dass auch eine Lokalisation des Spieles folgte. Später sogar als Bible Black Complete Version zu einem Film zusammengeschnitten. Und noch bevor die eigentliche Serie beendet war, mit Bible Black Origins (bzw. Bible Black Gaiden in Japan) die Vorgeschichte 2002 in 2 weiteren Episoden animiert. Eine 18+ Franchise, deren attraktive Charadesigns und Schuluniformen immerhin dazu führte, dass sich selbst Cosplayer ihr annahmen.

Wie immer starten wir natürlich an einer ganz normalen japanischen Schule. Man geht lernen, man ist sozial verpflichtet sich einem der offiziell optionalen Schulclubs anzuschließen, erste unerwiderte Liebe, eine wachsende Libido. Same old, same old. Ach ja, und einen abgeschlossenen Kellerraum, in dem vor 12 Jahren zur Walpurgisnacht ein Hexenzirkel ein junges Mädchen opferte, um dämonische Mächte zu beschwören, etwas gehörig schief lieft, und das alles in einem Massaker aller Beteiligten endete.

Scheinbar war auch keiner wirklich gewillt das Ding mal aufzuräumen oder neu zu verputzen, so ist das Pentagramm immer noch auf den Boden geritzt, die Kerzenleuchter liegen dort, wo sie hingefallen sind, und der Altar und die Wände sind großzügig mit eingetrocknetem Blut verschmiert. Wer so unvorsichtig agiert, muss sich auch nicht wundern, wenn einer der Schüler das dort verborgene Magiebuch findet, welches für die Zeremonie verwendet wurde.

Und was macht so ein ganz normaler Schüler wie Minase schon mit einem Zauberbuch? Na beispielsweise die hübsche Vorsteherin des Schülerrats Shiraki, die weit über seinem Niveau schwimmt, mit einer Liebesmagie belegen, auf dass sie nur noch Augen und eine offene Möse für ihn hat. Allerdings gerät der blauäugig mit dem Buch umgehende und ziemlich Hormon-gesteuert einfach zu manipulierende Minase durch seine magischen Machenschaften ins Auge von Saeki, die einen eigenen Magieclub gründen will, sowie der Schulkrankrenschwester Reika, die sich selbst Magie übt, und ein Ritual zur nächsten Walpurgisnacht geplant hat, sowie den Futanari-Fetisch des geneigten Zuschauers bedient.

Dass die Serie auf einem VN basiert, merkt man ihr dabei schon irgendwo gut an. Mit dem einzigen wichtigen männlichen Protagonist der Hauptcharakter, darum herum nur süße Mädels und sexy Lehrerinnen, wobei für so ziemlich alle eine Ausrede gefunden wird, mit Minase zu schlafen. Nach der Eröffnungsszene mit dem Rituals-Flashback zur Walpurgisnacht von vor 12 Jahren geht es erst mal fast wie in einer seichten Schulkomödie weiter, mit Minase und Kindheitsfreundin Imari, die natürlich das OTP letztendlich darstellen werden, die sich gegenseitig necken. Bis halt die Sexy Times anrollen, und etwas später dann auch das Okkulte. Was irgendwie besonders kurios ist, sind die Diskrepanzen zwischen Ende Episode 1 und Beginn Episode 2. OVAs werden ja einzeln und mit Monaten zwischen ihnen released, von daher ist es natürlich keine Seltenheit, dass eine Folge mit einem kurzen Recap oder der Endszene der vorigen anfängt, um diese erneut ins Gedächtnis zu rufen. Vor allem bei Porn, wo der geneigte Käufer vielleicht eh nicht so sehr auf die Hintergrundgeschickte geachtet hat. Die Sexszene, mit der Episode 1 endet, eröffnet auch Episode 2, nur wird aus dem Titfuck plötzlich Rimming/Fingern. Kontinuitätsproblem, oder kann jene Szene so oder anders im Original-VN ablaufen, und man hat sich gedacht, auf diese Art einfach beide der Abwechslung zur Liebe einzubauen?

Ich kann mich dem Gefühl übrigens auch nicht ganz erwehren, dass die Serie ursprünglich nicht auf so viele Folgen geplant war, und ob ihrer Popularität darauf gezogen wurde. Die ersten beiden Folgen sind nämlich von für das Genre von hoher Zeichen- und Animationsqualität, und decken schon einen Großteil der Handlung an sich ab. Episode 3 und 4 haben dann einen plötzlichen qualitativen Einbruch, nur damit die Animationsqualität für Origins und die finalen beiden Folgen wieder stark ansteigt. Wobei aber die Serie zusehends mit Sex aufgefüllt wird, um das Material zu strecken. Denn man muss schon eindeutig sagen, dass Bible Black keine Franchise ist, die zuvorderst Horror mit etwas dazugegebenem Beischlaf ist, oder zumindest Porn und Horror relativ gleichmäßig mixt. Sondern Bible Black ist ein Porno mit Handlung, und für jene hat man sich einen okkulten Hintergrund geholt, doch zuvorderst ist Bible Black Porn, in dem entsprechend häufig gerammelt wird und die simple Handlung mehr das Gerüst dazu beisteuert.

Was nicht bedeutet, dass der Hintergrund nichts hergibt. Bible Black ist schon abseits von Stöckchen-in-Löchelchen ganz unterhaltsam. Zu gestreckt für die Standard-Handlung ist es nämlich dann doch nicht. Beziehungen zwischen den Charakteren sind nicht komplett unwichtig. Und wie absolute Macht absolut korrumpiert, oder der blauäugige Umgang mit Magie schnell nach hinten losgehen kann, wird auch behandelt. Sicherlich ist es alles andere als neu oder originell, jemandem über einen Liebeszauber zu einem psychotischen Stalker werden zu lassen, aber hey, immerhin geht Bible Black den Weg. Dennoch, mit der falschen Erwartungshandlung sollte man an das Ding nicht gehen. Viel Blut und Gore, schaurige Monster, oder andere Perversionen werden wenig bis gar nicht geboten, sondern all dies soll schon sexy und attraktiv bleiben. Wer allerdings richtig auf Anal steht, hat hier seine Serie gefunden, denn Bible Black hat einen absoluten Fetisch dafür.

Dabei würde ich übrigens vorschlagen die Serie als einen Block von 8 Folgen zu schauen, und jene dann auch in der Reihenfolge der Veröffentlichung. Sprich zuerst die ersten 4 Folgen Bible Black: La Noche de Walpurgis, dann die 2 Folgen Bible Black Origins, und dann die Folgen 5 und 6 der Hauptserie. Origins erzählt dem Zuschauer im Prinzip das, was genau vor 12 Jahren geschehen und warum das Ritual damals schief gegangen ist. Das ist etwas, was zunächst nur in kurzen Flashbacks angerissen wurde, im Finale der Hauptserie dann aber auch noch mal komplett kurz erklärt wird. Wer Origins also ans Ende setzt, wird sich dort etwas mehr langweilen, weil absolut nichts Neues erzählt wird. Zumindest dann, wenn man Bible Black überhaupt (auch) wegen der Handlung schaut.

GitS Week – Arise

Weitere 7 Jahre lag die Franchise zunächst brach, bevor es mit Arise in den nächsten Reboot von Ghost in the Shell ging. Dessen Veröffentlichungspolitik schon recht interessant ist. Über 2013 und 2014 hinweg erschienen 4 OVA-Folgen von jeweils einer Stunde. In 2015 wurde dann Ghost in the Shell: Arise Alternative Architecture im japanischen Fernsehen ausgestrahlt, welches allerdings nur die 4 Episoden in 8 gekürzte aufteilte, und außerdem den vierten Film an den Anfang stellte. Allerdings dann doch noch 2 neue Folgen oben drauf gab, die anschließend als 5. OVA nachgereicht wurden.

Diesmal starten wir übrigens da, wo noch kein Ghost in the Shell gestartet ist: Noch bevor sich das Team um Major Kusanagi gebildet und seine Arbeit für Section 9 angefangen hat. Stattdessen ist deren Zusammenwachsen sozusagen der rote Faden der Serie. Border 1 erzählt, wie Kusanagi aus ihrer Einheit 501 aussteigt, bereits auf alle anderen Charaktere trifft, und von Aramaki offeriert wird, ihr eigenes unabhängiges Team zu bilden. In Border 2 schafft sie sich dann fast alle davon heran, in Border 3 trifft auch das letzte Mitglied (erneut Tugosa) dazu, und in Border 4 erhalten sie endlich ihre volle Unabhängigkeit. Das auch mit einem schönen runden Ende, sozusagen ab jetzt können sie so richtig losgehen, während Border 5 dann ein paar übriggebliebene Fäden erneut aufnimmt, um eine Brücke zum kommenden Film zu schlagen.

Die Haupthandlung der einzelnen OVAs ist dabei hingegen eher episodisch geraten. Wie gesagt das Bilden des Teams ist ein roter Faden, dazu gibt es kein direktes Payoff hier zur mysteriösen Leiterin der Einheit 501, und das Virus Fire Starter. Es ist also nicht so, dass es nicht doch ein paar Zusammenhänge gibt, die immer so ein wenig im Hintergrund mitlaufen. Doch der Hauptauftrag der Folgen ist eher ein jeweils neuer Einsatz.

Im ersten wird das Hirn von Kusanagi gehackt, und sie muss herausfinden, was wirklich mit ihrem ermordeten Vorgesetzten geschehen ist. Auch in der zweiten Folge geht es um manipulierte Erinnerungen, durch die ein Ex-Militär als Rache und um das zu offenbaren, was er als Wahrheit ansieht, eine großangelegte Terroraktion plant. Die dritte Folge sieht Cyborg-Prothesen, die ihre Träger unwissentlich zu Bombenträgern machen. Folge Vier führt dann das Virus Fire Starter ein, welches sich erneut in die aufgerüsteten Cyber-Hirne einschleust, um die Wahrnehmung zu verändern. Und wie gesagt, Folge Fünf führt jenen Strang fort und öffnet die Serie erneut zu einem Sequel, statt das rundere Ende der vierten Episode zu bieten.

Was bei Arise ziemlich schnell auffallen sollte ist, dass es die bisher wohl gewöhnlichste Inkarnation der Franchise ist. Die Charaktere haben ein simpleres Design, um frischer zu wirken. Wobei jeder noch stark wie das Original aussieht, abgesehen von Kusanagi, die mit ihrer Figur wie eine 14-Jährige und dem Tragen von roten Lederoutfits sowie kessen Art mehr wie eine weniger nuttige Variante von Armitage III daher kommt. Es gibt eine Menge Action, Explosionen, Verfolgungsjagden, Schießereien etc. in den Folgen. Dafür wenig lange Szenen, in denen die Charaktere hochtrabend philosophische Gespräche führen. Ja die Denkanstöße sind im Prinzip hier gar nicht vorhanden. Selbst die exotische Musikrichtung ist gegen einen Standard-Soundtrack ausgetauscht worden. Die Charaktere an sich sind auch so menschlich und emotional wie noch nie portraitiert. Die Antagonisten sind immer schon von Folgenbeginn an ziemlich offensichtlich, alleine dadurch, dass sie vorher nie gesehene Charaktere darstellen, die plötzlich total wichtig sind.

Aus Ghost in the Shell ist also in der Arise-Inkarnation überraschend konventionelle SciFi-Action geworden. Weitestgehend allerdings nicht unbedingt schlechte. Die Action stimmt, die Charaktere sind sympathisch, und die Animationen sind sehr flüssig und schnell. Das Ding sieht gut aus und unterhält schon. Nur ein bisschen mehr Anspruch gehört bei Ghost in the Shell eigentlich ja schon dazu, und der ist in Arise gar nicht mehr wirklich gegeben.

Herausstechend aus der durchaus qualitativ guten Serie ist dabei allerdings Border 3: Ghost Tears. Denn aus dem Nichts hat Major Kusanagi plötzlich einen Freund. Kusanagi, die in den vorigen Inkarnationen nicht sonderlich viel zwischenmenschliche Zuneigung gezeigt hat und wenn überhaupt Sexualität ausstrahlte, dann nur impliziert und nur anderen Frauen gegenüber. Sie mit einem Mann zusammen zu sehen, ist an sich schon irgendwie total merkwürdig. Dass sie sich dem Prettyboy gegenüber aber auch wie ein frisch verliebtes Schulmädchen gibt, mag so gar nicht zu ihr passen, selbst zu dem neu definierten Charakter, der sie in Arise ist.

Arise ist also sozusagen das Ghost in the Shell für diejenigen, denen das Setting an sich zwar gefällig war, die aber mit den unterkühlten Charakteren nicht warm wurden, und welche die hochtrabende Philosphiererei als störend ansahen. Geradliniger eben, abgespeckter, und leichter zu verdauen.

Dallos

Bei Dallos handelt es sich um die erste OVA-Produktion überhaupt. Durch die weite Verbreitung von VCRs in den 80ern gab es dort nämlich in der Anime-Landschaft für gut zwei Dekaden einen richtigen Boom an Direct-to-Video Produktionen. Das hatte mehrere Gründe. Ein nicht unbeachtlicher davon war einfach auch, weil diesen Produktionen so gut wie keine Zwänge auferlegt waren. Was im Fernsehen gezeigt werden kann war sehr restriktiv, zudem waren TV- und Kinoproduktion stark davon abhängig, ein entsprechend großes Publikum anzulocken. OVAs hingegen konnten so gut wie alles zeigen, und durch die Produktion auf einer Folge-zu-Folge-Basis konnten auch Nischen angesprochen werden – verkaufte sich eine rausgebrachte Folge nicht, produzierte man halt keine weiteren. Dafür allerdings war die Laufzeitig entsprechend gestreckt, da zwischen Folgen Monate lagen, wodurch die Serien entsprechend kürzer und knapper gerieten. Mittlerweile kann im TV mehr gezeigt werden und sind auch kurze Serien dort ganz normal, so dass die goldene Zeit der Direct-to-Heimvideo Produktionen abgeklungen ist.

Zudem war Dallos eine frühe Regiearbeit von Mamoru Oshii. Der begann sein Schaffen Ende der 70er an diversen TV-Serien, wobei er vor allem einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung von Urusei Yatsura leistete. Zu jener Serie steuerte er auch 1983 den ersten Kinofilm bei, noch im gleichen Jahr sollte Dallos starten, mit der vierten Folge im darauffolgenden Jahr, als er auch mit Urusei Yatsura 2: Beautiful Dreamer stark gegen den Strom zu schwimmen begann, beendet werden.

Dallos spielt in einer nahen Zukunft, in der die Zivilisation auf der Erde in arge Probleme auf Grund von Überbevölkerung und Ressourcenmangel geriet. Also wurden Siedler geschickt den Mond zu kolonisieren, um dort Rohstoffe abzubauen, die der Erde wieder auf die Beine helfen können. Mittlerweile lebt allerdings bereits die dritte Generation an Siedlern auf den Mondkolonien und ist das zu einem ziemlichen Polizeistaat mutiert. Siedler haben Ringe am Kopf, über die sie nur als Arbeiternummer identifiziert werden. Jegliches Vergehen wird sofort geahndet. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis das harsche und ungedankte Leben auf dem Mond zur Rebellion führt.

Insgesamt muss ich sagen, dass Mamoru Oshii die relative Freiheit einer OVA noch nicht ganz ausnutzt, sondern weitestgehend herkömmliche Kost anbietet. Ganz besonders in den ersten zwei Folgen, Remember Bartholomew und The Order to Destroy Dallos, die erst Mal damit beschäftig sind die Konflikte und Hauptpersonen einzuführen und zu erklären, wobei es natürlich auch hier schon zu kämpferischen Auseinandersetzungen kommt. Höchstens an den doch sehr cineastischen Kamerawinkeln erkennt man ihn – am teilweise absolut unpassenden Soundtrack zumindest nicht.

Ach ja, erklären was Dallos überhaupt ist, sollte ich vielleicht auch mal. Und zwar handelt es sich dabei einfach um eine alte Ruine auf der dunklen Seite des Mondes, die wie ein Gesicht aussieht, und von vielen der Kolonisten mittlerweile als Schutzgottheit angesehen wird. Wobei auch hier Oshii überraschend wenig seiner Spiritualität einbringt, und Dallos weitestgehend nicht so wichtig für die Handlung direkt ist, sondern als Motivation und Sinnbild der darin involvierten Charaktere.

In der zweiten Hälfte der Geschichte, Raising in the Sea of Nostalgia Act I und Act II, kommt letztendlich aber doch etwas Oshii rausgeblickt. Denn hier geht die OVA doch etwas stärker auf die Politik hinter den Ereignissen und dem Hinterfragen des Krieges ein. Beispielsweise die innere Unruhe und Hinterhältigkeiten bei den Fraktionen der Mondpolitik. Gerade wenn es um Alex geht, der als Gouverneur von der Erde geschickt ist und hier sozusagen nur ein paar Jahre seinen Dienst verrichten muss, bevor er wieder zurück kann, also ganz anders vorgehen kann als diejenigen, die mit den Kolonisten weiterhin auf dem Mond leben müssen. Aber auch wird erwähnt wie einfach es ist, einen Kampf zu starten, aber wie schwer es sein kann, diesen aufrecht zu erhalten, und dann natürlich immer noch die Frage, was danach kommt. Wie man wieder zu Frieden finden kann. Wann man soweit geht, dass sich die Kluft nicht mehr schließen lässt. Wie Gewalt eigentlich nur mehr Gewalt hervorbringt. Aber Dallos macht es sich nicht einfach, bringt keine einfachen Antworten auf den Tisch. Denn auch wenn Gewalt nur zu mehr Gewalt führen kann… ist es nicht dennoch nötig irgendwann auch diese in Betracht zu ziehen, wenn friedliche Mittel nicht ausreichen?

Sehr interessant ist hierbei auch die unterschiedliche Einstellung der drei Generationen an Mond-Kolonisten. Die alte Generation, die noch von der Erde stammt, ist wesentlich Bereitwilliger wenn es darum geht, ein hartes Leben auf sich zu nehmen. Denn sie wissen, wofür sie dies tun, nämlich damit die Ökonomie auf dem blauen Planeten wieder aufgebaut werden kann, damit dessen Schönheit erhalten bleibt. Erde ist deren ursprüngliches Heimatland. Die dritte Generation hingegen sind die jungen Leute, die auf dem Mond geboren und aufgewachsen sind. Für jene ist der Mond die Heimat, sie haben die Erde nie gesehen. Sprichwörtlich, denn die Kolonie ist auf der Erdabgewandten Seite des Mondes, sie sehen die blaue Kugel also nicht mal am Himmel stehen. Die Erde hat für sie keine Bedeutung, ihnen geht es um ein gutes Leben auf dem Mond.

Das Ende bleibt dabei dann auch offen. Die aktuellen Auseinandersetzungen sind beendet. Hauptcharakter Shun hat über die Ereignisse beide Seiten des Konfliktes kennengelernt, sich ein eigenes Bild machen können, und sich für diejenige entschieden, von der er hofft, dass dies die richtige ist. Aber er kann sich nicht sicher sein. Und andere Charaktere bereiten schon die nächste Rebellion vor. Während Dallos ominös über die Ending-Credits zu leuchten beginnt.

War also insgesamt schon ein interessantes Werk von 2 Stunden. Wenn auch etwas mehr drin gewesen wäre. Aber eben auch die herkömmlichen ersten zwei Folgen bieten insgesamt noch eine unterhaltsame SciFi-Story, die Tiefe wird halt erst in der zweiten Hälfte und eigentlich auch dort nur angekratzt. Für die damalige Zeit und die Laufzeitkürze allerdings durchaus ein gutes Werk.

Tokyo Mokushiroku

ava-1826Ach ja, Megami Tensei und sein unübersichtlicher Wust an Subserien. Tokyo Revelation ist quasi eine eigene, und die wohl wenigst bekannte. Shin Megami Tensei: Tokyo Revelation ist ein von 1993-1995 in vier Bänden gelaufener Manga, der keinen Bezug zu irgendeinem Spiel nimmt, sondern sein eigenes Ding dreht. Auch 1995 kam eine OVA basierend auf ihm raus. Und dann gab es 1997 das MegaTen-Game, das nun wirklich keiner kennt, nämlich Giten Megami Tensei: Tokyo Revelation, das als PC-Release wahrscheinlich selbst kaum Japaner gespielt haben.

Spiel und Manga blieben den Japanern vorbehalten, aber die OVA schaffte es tatsächlich zu Zeiten des Anime-Booms, als scheinbar alles, was billig zu haben war, lizenziert wurde, in englischsprachige Gefilde (wie übrigens auch das Digital Devil Story: Megami Tensei Anime).

Im Anime geht es um Kojiro, der die Wiedergeburt von Tokyos Schutzgottheit Masakato ist, und Akihito, dessen wiederkehrenden Kindheitsfreund, der damals gehänselt, vom einzigen Freund Kojiro ans Okkulte herangeführt wurde, und nun versucht Ose zu beschwören, weil… er es kann? Ich hab keine Ahnung, Tokyo Revelation hat mit 60 Minuten wenig Zeit all seine eingeführten Charaktere und deren Motivationen, die sicherlich für mehrere Bände Manga nötig sind, wirklich gut durch zu erklären. Akihito ist sogar in Kojiro verliebt, was bedeutet dass er sich ihn gar nicht zum Feind machen will, was jener als Masakado aber wäre, also macht es noch weniger Sinn, dass der Ose beschwören will, der dann Tokyo zu zerstören versucht. Vielleicht hat Akihito ja schon einen Deal mit den Dämonen, aus dem er nicht mehr raus kommt? Das er Kojiros Freundin ritualistisch umzubringen versucht, um aus ihrem Magnetite, welches da sie auch die Wiedergeburt einer Göttin ist, besonders tollig ist, die nötige Ose-Beschwörungsenergie zu ziehen, macht ihn sicherlich auch bei Kojiro nicht beliebt.

Dann haben wir da noch zwei Ninjas und ihren Mönchs-Lehrer, die versuchen Kojiro und seine Freundin zu beschützen, was ihr Klan wohl schon seit Ewigkeiten mit den Wiedergeburten macht. Und dann ist da eine rosahaarige Lolita, die wohl eine Hexe ist, und die aus ihrem Orden geschmissen wird, wenn sie Masakato erweckt, in dem sie sich nackt auf Kojiro legt, weil sie liebt ihn ebenfalls, und er wäre sonst gestorben oder so. In einer Orgie ergreifen Kobolde Besitz von Mitschülerinnen. Cerberos wird in Kojiros Hund transferiert. Kojiro muss seinen kleinen Bruder aus dem von Dämonen überrannten Cyberspace retten. Und am Ende wütet ein gigantischer Ose in Tokyo, der aber vom Super-Saiyan-Kabuki Kojiro-Masakado aufgehalten wird, dann seine Freundin in der Göttinnenwiedergebort ihn beruhigt und ganz abrupt laufen die Credits.

Das ist ordentlich Holz, welches Tokyo Revelatios da abfeuert, und wie gesagt für eine knappe Stunde hoffnungslos zu viel. Die erste Folge beginnt eigentlich recht anständig, führt die diversen Charaktere und Plot-Threads ein, aber die zweite geht dann vollkommen in den Hyperdrive und schmeißt alles an die Wand, in der Hoffnung was davon bleibt hängen. Und dabei übernimmt sich das Anime eben einfach hoffnungslos und liefert nur wirres Zeug ab. Hier hätte es entweder einer längeren Serie benötigt, oder jemandem, der das Script von unnötigem Ballast ausmistet, der es nur reingeschafft hat, weil es auch im längeren Manga war.

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Giten Megami Tensei derweil hat ein paar interessante Parallelen zu den beiden anderen Arschlochkindern der Franchise Shin Megami Tensei NINE und Shin Megami Tensei IMAGINE. Giten und IMAGINE auf PC, NINE auf Xbox erschienen, beides nicht Japans präferierte Gaming-Platform. IMAGINE ist ein MMORPG, NINE hätte mal Online-Komponenten haben sollen, wenn es jemand gekauft hätte. Alle drei sind nicht direkt Inhouse bei Altus entstanden. Giten kommt von ASCII, die auch viele West-RPGs auf Japans PC-Systeme gebracht haben, die Wizardry Gaiden machten, und das erste Persona auf PC portierten. NINE von Next Entertainment, die hinter Shining Soul stecken. Und IMAGINE ist ausgerechnet von Shmup-Veteran Cave.

Aber vor allem benutzen sie das gleiche Setting: Wir spielen ein Bunkerkind in der Zeit zwischen Shin Megami Tensei und Shin Megami Tensei II. Ganz wie in IMAGINE wollen wir auch in Giten ein nächster Devil Buster werden. Uuuund… viel mehr weiß ich nicht. Ich hab mal eine Stunde in Giten reingespielt, und ehrlich gesagt ist das überhaupt nicht freundlich für Nicht-Japanischkenner.

Interessant ist, dass das anfängliche Quiz eine Auswirkung auf die Anfangs-Statuswerte des Charakters zu haben scheint. Und bei Level ups darf zwar ein Bonuspunkt vergeben werden, aber die restliche Statusanstiege sind fixiert. Und hier fängt meine Verwirrung schon an, denn Giten Megami Tensei hat satte 10 Stats, keine Ahnung was das alles sein soll.

Außerdem startet das Spiel wie gesagt in einem Bunker, und ich hab ehrlich gesagt bereits keinen Plan, wie man jenen verlassen kann. Das Ding geht nämlich über 3 Stockwerke und hat gefühlt hundert Räume, alle genau wie die Gänge mit NPCs bestückt, mit denen ich reden kann. Ich verliere also gelinde gesagt schon in der Heimbasis jegliche Orientierung. Die meisten Treppen und Aufzüge scheinen außerdem hinter Türen zu sein, durch die ich noch nicht darf. Und ein Kerl gibt mir ein Virtual Reality Tutorial-Gebiet, in dem ich bereits irgendwo zwischen dem dritten bis fünften Gegner sterbe. Dabei ist das Kampfsystem ähnlich dem ATB-System, denn auch hier ist es rundenbasiertes Semi-Echtzeit, denn nach jeder Aktion gibt es einen Cooldown, bevor die nächste ausgeführt werden darf. Mit dem Unterschied, dass man hier die Gegner in den Gängen sieht und bereits aus Entfernung beschießen kann.

Aber wie gesagt, dort drin sterbe ich ziemlich schnell, in der Basis gehe ich absolut verloren, und ich hab keinen Plan, was das Spiel von mir will, um mich aus ihr heraus zu lassen. Von daher, müsst man halt verstehen können, gell? Kopfschmerzen bekomme ich von der Grafik auch noch.

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Hellsing: The Dawn

ava-1697Kouta Hirano hat neben den 10 Hellsing Hauptbänden durchaus mehr Material zu seinem Magnum Opus gezeichnet. Beispielsweise ein paar Origin Stories zu darin integrierten Charakteren wie Pater Anderson, aber mit The Dawn auch die in der Haupthandlung mehrmals kurz referenzierten Einsatzaktion von Walter und Alucard vor 55 Jahren im Zweiten Weltkrieg.

Als kleines Schmankerl ist The Dawn dann auch in drei Bonusepisoden animiert und den letzten drei OVAs zu Hellsing Ultimate beigelegt worden. Klein ist das Schmankerl dabei tatsächlich, alle drei Episoden zusammen genommen bringen es nicht mal ganz auf eine halbe Stunde Spielzeit. Aber immer noch besser als Nichts, Japaner sind von ihren überteuerten DVDs ja gewohnt, nur eine Episode ohne jegliches Bonusmaterial zu bekommen, da sind so 7 Minuten an Bonusepisode regelrecht ein Luxus.

The Dawn hat dann Hellsing-Butler und Todesengel Walter als Kind mitten im Zweiten Weltkrieg über Deutschlang mit dem Sarg Alucards abspringend. Denn er will dem Major und Doktor einen Besuch abstatten, sind die doch mitten drin in ihrem Plan mit Ghoul-Horden einfach Europa zu überrennen, dank Mina Harkers Vampir-Mumie. Werwolf Captain darf sich Walter zum Kampf stellen, und ganz am Ende Alucard in seiner Gestalt als kleines Mädchen aus dem Sarg brechen. Credits und Aus.

Wenn man zu The Dawn eines sagen kann, dann das sich Hellsing treu bleibt. Großaufnahmen von Zähnen und Augen der Charaktere. Blutige Action. Cooles Posing. Und keine Geschichte. Wir finden nicht heraus, wo Doktor Minas Leichnam her hat, wie daraus Ghouls erschaffen werden. Der Major macht Walter ein Angebot die Seiten zu wechseln, tut jener aber nicht, wir finden also auch nicht heraus, warum er es letztendlich doch getan hat. Alucard taucht auf und damit ist die dritte Folge auch schon rum, wir erfahren nicht, warum er spezifisch jene Form gewählt hat. Stattdessen wird Zeit mit eingestreuten Slapstick verschwendet und die letzten 3 Minuten der 9 Minuten The Dawn III an einen Trailer für Drifters verschenkt.

Und damit ist The Dawn tatsächlich so ziemlich Hellsing Ultimate in a nutshell. Ich find die Serie echt cool, aber gleichzeitig auch enttäuschend. Was einen sauren Beigeschmack hinterlässt, ist das jegliche Fehlen einer nachvollziehbaren Handlung oder Charakterentwicklung. Hellsing Ultimate ist Chaos pur und jeder nur eine abgedrehte Figur, ein Bauer im irrsinnigen Blödsinns-Plot. Das ist doppelt Schade, weil Hellsing Ultimate ja durchaus die Zeit hätte mehr zu bieten. 10 OVAs von 45-70 Minuten sind ordentlich, dazu dann noch verschwendete Zeit an nicht komischen Slapstick und aussagelose, lang gezogene Gespräche zwischen den Fraktionen. Stattdessen mal ein wenig ausführlicher, oder für manche überhaupt mal, erklärt zu bekommen, warum die Charaktere tun was sie tun, und auf der Seite stehen auf der sie sind. Stattdessen vielleicht etwas mehr Handlung haben als „Irrsinnige Nazis und fanatische Katholiken wollen das protestantische England brennen sehen, also gibt es einen Vampir-All-Out-Brawl“.

Das Ding ist nur, wenn niemand redet, dann ist Hellsing Ultimate eben schon echt launig. Wenn es coole Kämpfe in hohem Tempo und mit reichlich Blut zu sehen gibt. Wenn die irrsinnigen Charaktere wirklich dem Chaos und Irrsinn frönen dürfen. Das fetzt schon ziemlich gut. Deswegen finde ich es immer noch passender, die letzte Folge 10 Minuten vor Schluss zu beenden, mit dem schön nihilistischen „Alle sind tot und nichts hatte Bedeutung“, passt besser, wo doch eh alle nur an Strängen hängende Marionetten im Abdriften in den Strudel von Wahnsinn und sinnloser Zerstörung sind. Aber eben, Hellsing ist nur dann wirklich von Interesse, wenn es dumme Haudrauf-Unterhaltung bietet, zu mehr ist die Serie nicht imstande. Ob das alleine einem natürlich Wert ist, Ein-Folgen-DVDs zum Vollpreis zu zahlen… sei dann jedem mal selbst überlassen. Ich zumindest hatte etwas mehr erwartet, von der ultimativen Vorlagen-getreuen Version Hellsings.

Und das ist wirklich mein Fazit dann auch: Hellsing Ultimate macht Laune und unterhält, wenn es blutiges Gekloppe liefert, wann immer dem nicht der Fall ist, ist die Sache weniger gut gelungen, macht gar den Anschein, als würde es nicht mal richtig versucht.

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Hellsing Ultimate IX&X

ava-1692Zwei Mal noch absteigen ins Chaos, dann ist Hellsing Ultimate rum. Die letzten beiden Folgen treten nun also an dazu, mir vielleicht doch noch ein besseres Gesamtbild für die Serie zu hinterlassen, die bisher coole Action geboten hat, aber dafür auch sonst absolut nichts.

Wir stehen bei OVA 9 nun als im zerstörten London, in dem der monsterfizierte Anderson gerade Alucard erschlagen hat. Oder auch nicht, aber das bringt uns zumindest die Gelegenheit, im üblich oberflächlichen Schnelldurchlauf auch Alucard ein wenig Hintergrundgeschichte zu geben. Zumindest haben wir einen schnellen Cut auf ihn als sexuell missbrauchten Jungen; auf den Gottesritter, der seine Armee in den Märtyrertod schickt; sowie ihn kurz vor der Enthauptung. Dann sind wir wieder im Hier und Jetzt, und Alucard regeneriert, besiegt Anderson, und darf dann um ihn Weinen das Weichei.

Doch das hält sich dankenswerterweise auch vergleichsweise kurz, genau wie Andersons dramatische Sterbensrede, denn Walter kommt endlich auch für unsere Hellsing-Charaktere wieder ins Bild, nun auf Seiten von Millennium, die ihn sexy vampirifiziert haben. Der Kampf gegen Alucard, auf den der Killerbutler seit einem halben Jahrhundert hofft, darf also stattfinden, während Integra und Seras vom Major in den Zeppelin eingeladen werden. Walter schafft es, trotz schwindender Kräfte, sogar Alucards Herz aufzuspießen, doch der hat ihn nur ausgetrickst und steht nun als kleines Mädchen vom noch weiter verjüngten Walter.

Ach ja, irgendwo dazwischen ist auch Yumie gestorben. Einer jener Charaktere der Serie, deren Charakterdesign „ich bin wichtig“ sagt, deren Namensnennung durch andere wichtige Charaktere „ich bin wichtig“ sagt, deren ominöses Abhängen im Hintergrund einiger Szenen immer „wartet nur darauf, bis ich wichtig werde, dann geht die Post ab“ sagt, die aber dann doch umgebracht wird, ohne wirklich was getan zu haben. C’est la vie, we hardly knew ye. Heinkel macht das immerhin sauer, wir werden sehen, ob er aber das gleiche Non-Charakter Schicksal erleidet, und in der nächsten OVA über den Haufen geschossen wird, ohne wichtig geworden zu sein.

Joa, ansonsten biete uns OVA 9 einen echt cool inszenierten Kampf zwischen Walter und Alucard, und ansonsten viel Gelaber. Meh.

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Die Moral von Hellsing Ultimate ist übrigens, dass unsterbliche Wesen alle schrecklich gern sterben können würden, aber auch wahnsinnige Kampffanatiker sind, die nicht ohne Auseinandersetzung untergehen können. Denn letztendlich hat die Letzte Bataillon dies hier ein halbes Jahrhundert lang angeleiert, damit sie endlich in Kriegsglorie sterben können, und deswegen war Alucard so geil drauf, als Anderson noch menschlich war und ihn beinahe besiegt hatte. Daran erinnert uns zumindest direkt OVA 10 im Finale wieder.

Seras darf also Captain endlich seinem gewollten Ende zuführen, der nun sein Werwolf-Gimmick im Kampf beweisen darf. Integra erreicht den Major, allerdings hat sich dessen langer Plan bereits ausgezahlt: Durch den großflächigen Krieg in London, die Spezialkämpfer, für die Alucard alle Siegel brechen musste, all diese Opfer waren geplant, damit Alucard nun das Blut, mit dem die Stadtruine tapeziert ist, im Ganzen trinkt, um neue Kräfte zu sammeln. Nur das auch die Leiche von Schroedinger darunter ist, dessen Gimmick Alucard zerstört.

Das ist der erste Sieg, den der Major je erlangt hat, da er ein notorischer Loser ist – oh und ein Roboter (whatever). Integra erschießt ihn dann auch. Derweil explodiert der Zeppelin, nimmt Walter und den Doktor (we hardly knew ye) und dessen Experiment-Grundlage Mina Harker (whatever) mit sich. Nur Integra und Seras können entkommen. 30 Jahre später liefern sie uns dann noch mal schwer erträglichen Slapstick und treffen Alucard wieder.

Ach ja, und dazwischen gibt es Plattitüden über Krieg, das Mensch sein, und Monster, weil Hellsing Ultimate zwischen dem Gekloppe gern vorgibt, Tiefe zu haben.

Kleiner Tipp von mir: OVA 10 vor dem „30 Jahre später“ Cut einfach ausstellen. Ergibt eine Episode, die Nihilismus pur ist, was super in eine Serie passt, die keine wirklichen Charaktere bietet, über die man Wesentliches herausfindet, oder für die man sich was schert, sondern die nur wahnsinnige Bauern in einem wahnsinnigen Plot sind, der die Bezeichnung „Handlung“ nur im entfernten Sinne verdient, die Serie stattdessen eigentlich nur aus Chaos und Blut besteht.

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