Nintendo Presents: Style Boutique

ava-2622Ich habe es letztes Jahr bereits erwähnt, aber ich nehme immer wieder ganz gerne an den Community Game Alongs teil, bei denen jeder Monat unter einem bestimmten Thema steht. Das ist nämlich die Gelegenheit die eigenen Komfortzone mal zu verlassen und sich an neuen Genres/Reihen zu probieren und hilft auch Spiele wieder ins Gedächtnis zu rufen, an denen ich schon lange Interesse habe, die es aber von sich aus nie an die Spitze der Prioritätsliste schaffen.

Darunter war dieses Jahr auch der Fashion Game Month, ein Thema, das sicherlich bei den Meisten nicht sonderlich häufig Einzug ins Zocken findet. Deswegen war das Einstiegskriterium auch sehr vage, damit genug Leute motiviert sein können, um daran teilzunehmen, galt im Prinzip jedes Spiel mit Kostümen. Von Animal Crossing hin zu diversen RPGs war also alles möglich. Doch ich wollte tatsächlich mal ganz raus gehen aus dem Komfort. Auch deswegen, weil es mich an ein Spiel erinnerte, welches meine Nichte als Kind ohne Ende gezockt hat und bei dem ich damals tatsächlich dachte, dass es sicherlich ganz spaßig sein könnte. Ich Rede hier von Nintendos Style Boutique Franchise, bekannt als Wagamama Fashion in Japan und Style Savvy in Nordamerika. Mit dem Erstling auf dem DS, welchen ich gespielt habe, und drei Sequels auf dem 3DS war das eine Weile eine gut laufende IP von denen, die natürlich als Spielreihe, die sich hauptsächlich an ein (junges) weibliches Publikum richtet, stereotypisch mal wieder so ziemlich keine Aufmerksamkeit in „seriösen“ Gaming-Kreisen und News Outlets fand.

Ganz erheiternd finde ich übrigens das Resümee des Entwicklers. Syn Sophia haben das Spiel nämlich für Nintendo erschaffen, welche sich als Markt mit ihrer Spielebibliothek so ziemlich exklusiv junge Mädchen als Kernzielgruppe abgesteckt haben. Zumindest seitdem sie Syn Sophia heißen – davor war deren Name AKI Corporation und sie haben fast ausschließlich Wrestling Games produziert. Wenn dass nicht mal eine 180-Grad-Wendung ist.

Wir starten das Spiel ganz bescheiden als neue Mitarbeiterin in einer Boutique in einem verlängerten Tutorial. Chefin Grace schmeißt uns sofort in die Kundenberatung und gibt nebenbei Tipps, wie das Spiel gespielt werden will. Auf was bei Kunden zu achten ist, um das richtige Kleidungsstück zu finden; wie man zweifelnde Kunden doch noch überreden kann, ihr Geld dazulassen; wie komfortabel nach Stilen, Marken oder Kleidungssorten gefiltert wird; und auch wo man neue Ware fürs Sortiment herbekommt. Ist all das überstanden, dürfen wir endlich optisch unseren Charakter erstellen, bekommen von allen NPCs metaphorisch die Füße geküsst, was für ein Wunderkind in Style-Beratung wir doch sind, und dürfen einen eigenen Laden führen. Der reiche Inhaber der Boutique scheint eine gewisse Schwäche für uns zu haben, was schon die wesentlich realistischere Begründung ist, warum er uns nach 3 Tagen in der Kundenberatung unser eigenes Geschäft führen lässt.

Wir dürfen uns natürlich aussuchen, wie der Laden eingerichtet und was für eine Musik im Hintergrund am Laufen ist, wofür mehr und mehr Optionen im Spielverlauf freigeschaltet werden, zwischen denen jederzeit frei gewechselt werden kann. Das führt wohl dazu, dass mehr Kundinnen der assoziierten Kleidungsstile vorbeischauen. Ich habe allerdings nicht gewechselt, sondern bin mit meinem anfänglichen Dekor durchs Spiel geritten.

Und ja, im Prinzip geht das Spiel im Kern gesehen so weiter, wie wir es gewohnt sind. Kundin über Kundin schneit vorbei und will von uns beraten werden. Manche wollen nur ein Kleidungsstück, besonders von unserem Können überzeugte Damen nehmen aber auch gerne ein komplettes Outfit. Dabei immer schön darauf achten, was deren Präferenz ist und das man in ihrem Budget-Rahmen bleibt. Wenn man in einem Magazin-Interview ein besonderes Kleidungsstück als das aktuelle In Thing angepriesen, Werbung geschaltet, oder eine Schaufensterpuppe eingekleidet hat, schneit auch immer mal wieder eine Trendsetterin vorbei, die genau das haben will. Regelmäßig wird in der Messehalle bei den aktuell ausstellenden Marken neue Kleidung eingekauft. Die anschließend auch im eigenen Kleiderschrank endet, wo sie zusammen mit Besuchen im Schönheitssalon und beim Friseur zur eigenen Charakter-Veränderung genutzt werden können.

Sind genug Kundinnen zufrieden nach Hause gegangen, steigt der Laden um einen Sterne-Rang auf. Wenn das passiert, wird man offiziell dazu eingeladen, bei einem Modewettbewerb mitzumachen. Die stehen jeweils unter einem gewissen Thema. Hat man alle fünf Sterne erreicht und jeden Wettbewerb gewonnen, ist das Spielziel erreicht. Anschließend kann natürlich dennoch jederzeit endlos zum Spaß weitergespielt werden und es gibt weitere saisonale Wettbewerbe.

Denn sobald man den eigenen Laden eröffnet hat, geht Style Boutique in Echtzeit. Zumindest was die kalendarische Komponente angeht. Wiederholungskundschaft trifft tatsächlich nur ein, wenn real mindestens ein Tag vergangen ist. Bei denen weiß man schon eher, was sie wollen, und da man sie schon früher überzeugen konnte, wollen sie eventuell eher gleich ein ganzes Outfit. Die Kleidung, die auf der Messe angeboten wird, gehört ebenfalls jeweils der aktuellen Jahreszeit an – Mäntel sind also im Winter und Bikini-Tops im Sommer erwerbbar. Und auch was die Modewettbewerbe angeht, gibt es für jede neue Saison einen neuen International Contest, den man gewinnen darf.

Das ist alles soweit schön und gut, leider fiel mir schnell auf, wie wenig Wert das Spiel doch letztendlich auf Modegeschmack liegt. Natürlich ist der sowieso sehr subjektiv. Und es nicht zu erwarten, dass ein Videospiel wirklich jenen erkennt. Doch der Algorithmus des ersten Spieles ist schnell erkennbar sehr primitiv. Jede Kundin hat im Prinzip eine oder wenige Marken, die sie gerne trägt. Es ist dann am Ende egal, wie toll das Outfit zusammenpasst, wie schön es farbliche koordiniert ist, wie sehr es ihren Wünschen zu entsprechen scheint – wenn es nicht die präferierte Marke(n) ist, wollen sie es nicht. Rumreißen kann man es dann noch, in dem man ihre präferierte Lieblingsfarbe ausgewählt hat. Erneut ist es scheißegal, wie sehr die sich mit dem Rest des Ensembles beißt, solange es die Lieblingsfarbe ist, werden sie es kaufen. Wäre echt schön gewesen, wenn es hier etwas mehr Freiraum gegeben hätte. Am Ende führte das nämlich tatsächlich leider dazu, dass ich aufgab, Kleidung auszuwählen, die ich passend fand, und einfach nur das auswählte, von dem ich annahm, dass es die gewünschte Marke oder Farbe ist. Nun kann man natürlich sagen, dass es genau darum im Einzelhandel geht: Nicht der Kundin das andrehen, was dem eigenen Geschmack entspricht, sondern was sie gut findet. Aber etwas schade ist es schon, sie mit den scheußlichsten Sachen rausgehen zu lassen. Da helfen die charmanten Kurzbeschreibungen zur Personalifizierung der Kundinnen auch nichts mehr.

Von daher ging meine Langzeitmotivation für das Spiel leider mit der Zeit ziemlich verloren und ich ging nur noch so schnell wie möglich durch die nötigen Schritte, um den Rang aufzubessern und die Credits rollen zu lassen. Aber dafür ist das Spiel denke ich auch eher für ein Zielpublikum gemacht, dass sich mehr auf die Fantasie einlassen kann, und weniger die harte Spielmechanik dahinter sieht.

Project Rub: Feel the Magic

Wenn Segas letzte Konsole, das Dreamcast, restrospektiv für Viele für eines steht, dann ist das Kreativität. Im letzten Versuch sich doch noch eine lukrative Nische zu finden, wurde auf so Spiele wie Shenmue, Space Channel 5, Jet Set Radio, Seamen und Co. gesetzt. Der Status als Konsolenmanufakteur sollte ihnen zwar entgleiten, damit war aber die Kreativität nicht mit verschwunden. Wie das beispielsweise ein kurz darauf auf dem DS erschienenes Spiel von Sega zeigte, bekannt in Europa als Project Rub, in Nordamerika als Feel the Magic XY/XX und mit einem japanischen Titel, der übersetzt ungefähr Ich würde für dich sterben lautet.

Aufmacher des Spieles ist, dass sich unser Schattenmensch von einem Kerl in eine weibliche Bevölkerungssilhouette verliebt, und diese auf sich aufmerksam machen respektive vor Gefahren schützen möchte. Mit all den üblichen Alltagsproblemen, die so eine Beziehungssuche und deren anschließender Erhalt mit sich bringt.

Was mache ich beispielsweise, wenn ich ihr einen Goldfisch schenken möchte, bei der Übergabe aber über einen Dritten stolpere, der vor Schreck den Mund öffnet, und den Goldfisch prompt verschluckt? Na ich reibe demjenigen natürlich den Bauch, bis der Goldfisch inklusive einiger weiterer wieder ausgespuckt ist.

Was mache ich, wenn die mittägliche Großstadt-Stampede ausbricht, bei der die Auserwählte genau in die Rennbahn der hundert Kuhbullen gerät? Na ich springe natürlich dazwischen und knocke sie alle aus, dabei darauf achten, die Asphalt-Ski-Fahrer zu verschonen.

Wenn der ganz normale Skorpion-Ausliefer-LKW dummerweise einen Unfall hat und alle mit lebenden Skorpionen bestückte Kisten auf meine Liebste niederregnen? Natürlich werden die von ihr ferngehalten, ohne sie dabei zu grob anzufassen.

Was ist, wenn meine frisch gefundene Freundin plötzlich von einer mutierten Audrey II Pflanze entführt wird? Na ich stecke die natürlich so lange in Brand, bis sie meine Angebetete wieder frei lässt. Und wenn ein Rivale mit Blitzgewitter um sie eiffert? Da wird natürlich mit der eigenen Haarpracht zurückgewittert.

Und ich dachte immer heterosexuelle Beziehungen wären total langweilig. Dabei geht da richtig die Post ab. Jetzt kann ich verstehen, warum Typen immer meinen, es wäre so schwer eine Freundin zu finden.

Der Nonsense von einer vage zusammengehaltenen Handlung dient letztendlich natürlich nur dazu, um eine Kollection an Minispielen irgendwie zusammenzufügen. Die von ihrer Sinnigkeit und Relation zueinander ansonsten genauso gut aus einem Wario Ware stammen könnten. Letztendlich muss in den mehreren Dutzend Challenges ordentlich der DS angetatscht und hin und wieder einen geblasen werden. Ob nun wild rubbeln oder gezielt antippen, vielfältig werden die Eingabegimmicks des Handhelds beansprucht. Das geht erwartungsgemäß mal beser und mal schlechter. Wobei ich nur zwei Minispiele wirklich extrem enervierend fand. Das Rhyhtm Game will unglaublich zeitgenaue Inputs dafür, dass das Touchscreen-drücken der entsprechenden Tasten eher ungenau ist. Und das Paintspray-Minispiel hat einen viel zu kurzen Timer. Beim Rest mag nicht alles immer gleich klappen, es hält sich aber alles im Rahmen des Machbaren.

Besonders punktet allerdings auch die audiovisuelle Präsentation. Das ganze Ding ist wie gesagt sowieso total überdreht, da dürfen abgespacte Musik und merkwürdie Geräusche aller Beteiligten natürlich nicht fehlen. Während die schräge Handlung durch Comic-Strips von stilisierten Silhouette-Figuren mit poppigen Primärfarben-Accessoires erzählt wird. Warum auf dem Cover und dem Hauptmenü allerdings ein Mannequin-Babe nur im Bikini prangt, das weiß wohl nur Sega selbst. Immerhin haben die den Nachfolger, der bei uns Rub Rabbits heißt, in Japan auch Wo kommen Babies her? betitelt. Macht so viel Sinn wie die ganze Minispiel-Sammlung an sich. Nämlich gar keinen. Ist aber so gewollt und dazu vibed es sich ganz schön.

Ace Attorney Investigations: Gyakuten Kenji 2

Als ich mich 2015 erneut duch die Ace-Attorney-Reihe gespielt habe, oder zumindest die damaligen fünf Hauptteile, war der Plan eigentlich, nach einer Pause auch die Investigations nachzuwerfen. Immerhin besitze ich den ersten Teil und der zweite ist über eine Fantranslation seit Jahren spielbar. So ganz wurde daraus dann nie was. Doch ein wenig angefixt war ich kürzlich schon wieder. Das erste Investigations habe ich ehrlich gesagt nicht in bester Erinnerung, und deswegen nun gleich zum mir neuen zweiten Teil gegriffen.

Irgendwie ist es schon schön zurück zu sein mit all den bekannten Gesichtern. Miles Edgeworth, Dick Gumshoe, der Richter, und viele der erneut auftauchenden Nebencharaktere früherer Spiele. Mit ihren übergroßen Persönlichkeiten und schrägen Sprite-Animationen. Das Hightlight immer, wenn man jemanden zum ersten Mal aus der Fassung bringt, und deren Art und Aussehen sich komplett ändert. Aber auch durchaus subtiler verwendet. Ein großer Punkt in Miles Edgeworth 2 sind z.B. Väter, darunter auch Miles Beziehung zu dessen früh verstorbenen. Und ob Miles den Weg des Staatsanwalts auf der Anklageseite aufgibt und verspätet seinem Vater auf dem des Verteidigers folgen wurd. Durch die Flasbacks zu seinem leiblichen Vater aber dann auch später väterlichem Vorbild von Karma, sieht man beispielsweise sehr schön, dass der aktuelle Miles Manerismen von beiden übernommen hat.

Der erste Fall Turnabout Target ist dabei wie so häufig hauptsächlich als kürzeres Tutorial gedacht. Ein Bodyguard kommt beim Attentat auf einen ausländischen Präsidenten ums Leben und wir klären die Verschwörung dahinter auf. The Imprisoned Turnabout dreht sich nun darum, dass derjenige, den wir im vorigen Fall ins Gefängnis gebracht haben, dort umgebracht wurde. Der Fall ist wesentlich länger, komplexer, und hat eine fast zu hohe Zahl an Charakteren aufzufahren. Darunter auch das Prosecutor Committee, welches sich Miles Aufklärungsarbeit in den Weg stellt und wiederholt versuchen wird, ihn seines Amtes zu entheben. Sowie Raymond Shields, ein alter Freund von Miles Vater, der dessen Kanzlei übernommen hat.

Das führt uns zu The Inherited Turnabout, in dem mal Miles Vater bei einem Mordfall während eines Confiserie-Wettbewerbs gespielt wird, und dann wieder 18 Jahre später Miles, der den Fall wieder aufrollen muss, immer begleited von Raymond. The Forgotten Turnabout bringt dann Miles Sidekick Kay Faraday auf die Anklagebank und beschäftig sich stark mit dem falschen Spiel des Commitees. Um dann im Grand Turnabout alles zusammenzuführen. Charaktere und lose Enden aus allen vorigen Fällen kommen erneut auf den Tisch, ein 12 Jahre alter Fall wird eingewoben, Miles findet seinen Weg im Leben. Alles in ein nettes Päckchen verschnürt.

Leider muss ich sagen, dass Miles Edgeworth 2 so ziemlich jedes Problem hat, welches sich in der Reihe über die Jahre anhäufte. Maßgeblich das ganze Geschwafel und die Überlänge der Fälle. Klar ist das hier ein Adventure Game/Visual Novel. Die bestehen nun Mal zum Großteil aus Text. Aber in den neueren Teilen finde ich die einzelnen Fälle einfach zu lang und ermüdend. In der Original-Trilogie waren die doch genauso spannend, spaßig, wendungsreich und ausgeklügelt, haben das aber in einer wesentlich angenehmeren Zeit geschafft. Ich habe bei den neueren Teilen eher häufig das Gefühl, dass leere Luft getreten wird und mehr Text keinen Mehrwert bringt.

Hilft natürlich nicht, dass der Text in den Spielen autoscrollt, was dem (comedic) Timing zwar sehr hilft, oft aber für schnelle Leser wie mich auch etwas anstrengend langsam sein kann. Außerdem ist das hier ein Paradebeispiel für alle Fehler, die man besonders japanischem Storytelling gern vorwirft. Das Spiel ist voller Flashbacks, was sicherlich Sinn auf Ereignisse voriger Spiele oder Fälle macht, aber häufig tatsächlich auch einfach Szenen wiederholt, die man wahrhaftig vor zehn Minuten erst erlebt hat. Permanent weisen einen Charaktere mit der Nase auf die Probleme und mögliche Lösungen, statt nur vage Hints zu geben. Teilweise hinten sie zunächst sogar nur, um dann zwei Sätze später dann doch noch direkter zu werden. Das Ende des Spieles ist hier besonders schlimm übrigens. Was die übergeordnetten Themen des Spieles sind, allen voran Väter und den eigenen Weg zu finden, ist eigentlich mehr als klar. Aber scheinbar traut einem Miles Edgeworth 2 nicht zu, dies selbst zu merken, sondern hat im fast endlos erscheinenden Epilog jeden Charakter noch mal seinen Senf dazuzugeben, um gefühlt zehn Mal genau zu deklarieren, worum es ging. Wieder und wieder. Das Spiel kann einfach nicht zu reden aufhören.

Es gibt reichlich unnatürlich klingenden Phrasen wie „Ach das von DAMALS“, „Jetzt muss ich DAS Ding wohl einsetzen“ etc. Da haben sich die Spiele wohl selbst etwas ins Bein geschossen. Denn durch die immer haarsträubender werdenden Lösungen kann wohl nicht mehr drauf gesetzt werden, dass ein Spieler sie ohne dieses Draufstoßen auch noch findet. Sowieso hat das Spiel eine Unart, mehrmals pro Fall alles wie verloren aussehen zu lassen, bis dann ein Charakter eingreift und das Ding noch mal umdreht, was aus spielerischer Sicht ebenfalls etwas unbefriedigend ist. Man kommt sich halt so vor, als würde man selbst die Fälle nicht lösen (dürfen), sondern ständig gerettet oder mit dem Zaunpfahl auf Lösungen hingewieswen zu werden.

All das ist halt einfach wirklich schade. Weil man so gerne die verzwicketen Fälle und interessanten Charaktere voll und ganz auf sich wirken und mit dem Spiel Spaß haben wollen würde. Pacing und Script wollen das aber einfach nicht zulassen, sondern nerven stattdessen immer wieder.

Doubles Match-Making: Tenni-Pri Girls Be Gracious

Tatü tata, ein Dating Sim ist da! Mein nicht so geheimes Gultiy Pleasure der letzten Jahre ist zurückgekehrt, da ich zufällig entdeckt habe, dass ich damals, vor Schlachmichtot, als ich wild nach in Englisch spielbaren Vertretern suchte, und auch fündig wurde, zwischen lauter „Dating Sims“, die eigentlich nur Visual Novels sind, doch noch ein weiteres runtergeladen und dann nie gespielt hatte.

Hierbei handelt es sich um Tennis no Oujisama: Doubles no Oujisama – Girls Be Gracious, einem nicht zu unterschätzend zeifaufwändig auszusprechenden Titel. Konami hatte sich die Rechte gesichert, basierend auf dem Hit-Manga und zeitweise populärstem Vertreter im Sportgenre Prince of Tennis von Takeshi Konomi, Lizensspiele auf den Markt zu bringen, und dies auch in mehreren dutzend Einträgen gemacht. Irgendwann fiel wohl jemandem auf, dass die Serie doch auch eine sehr umfangreiche weibliche Fanschaft hat, und die Tenni-Pri Charaktere in reichlich Spiele mit Dating Elementen gesteckt. Wir hatten ja beispielsweise bereits das Romance Visual Novel Gakuensai no Oujisama, bei dem man während der Vorbereitung eines Schulfestivals mit bis zu 30(!) der Tennisspieler rumflirten konnte. Anderweitig gibt es dann beispielsweise noch Gyutto! Doki Doki Survival, dessen Beschreibung danach klingt, als hätte man den Cast und Dating-Elemente in Konamis hauseigenes Survival Kids/Lost in Blue transferiert.

Welche Phrasen-Attacke wollen wir schreien, um die Pretty Boys zu beeindrucken?

Doch noch davor gab es Doubles no Oujisama, und das sogar in zwei Versionen, nämlich Boys Be Glorious und Girls Be Gracious. Nur letztere davon hat eine Fanübersetzung. Im hiesigen Spiel übernehmen wir die Rolle eines Mädels, welche mit ihrer Familie frisch in die Stadt der Tennisprinzen gezogen ist, und natürlich ebenfalls total auf diesen Sport abgeht. Wie der Zufall so will gewinnt sie ein einem Spontanmatch gegen zwei Raudis den Tennisplatz fürs Allgemeintraining zurück, und das hat ausgerechnet Seriencharakter Atobe gesehen, der in zwei Monaten ein eigens ausgerichtetes Wimbledon geplant hat. Allerdings mit der Restriktion, dass nur in Doubles gespielt wird. Netterweise sind ein dutzend Figuren aus der Serie dazu bereit, mit Frau Selbstbenannt zu trainieren, und bei angewachsener Zuneigung in besagtes Tournament einzusteigen. Abgesehen davon gibt es eh einen Anfangspartner für das Raudi-Match, welcher durch Blutgruppe und Sternzeichen der Hauptcharakterin ausgewürfelt wird, sukzessive aber auch für jemand anderen ignoriert werden kann.

In Boys Be Glorious spielt man hingegen den großen Bruder, der Rest bleibt gleich. Ich gehe allerdings mal davon aus, dass hier die Zuneigung mit dem Doppelpartner rein für die Tenniskämpfe nötig ist, und man am Ende keine Liebeszugeständnisse von ihnen bekommt. Auch wenn das cool gewesen wäre. Zumal Onii-chan ganz niedlich ist.

Manche Attacken kommen ja schon mit irrwitzigen Namen.

Wie wir das kennen unterteilt sich der Kalender des Spieles nach Tagen, dann aber nicht weiter. Stattdessen wählen wir als Spieler eine Aktion pro Tag aus. Es kann shoppen gegangen werden, um für die Tenniskämpfen hilfreiche Gegenstände kaufen zu können, bzw. Jungs in der Einkaufsmeile zu treffen, sollten welche vor Ort sein. Und es kann direkt einer derjenigen Charaktere, die man bereits getroffen hat, wobei das Spiel sicher geht, dass notgedrungen früher oder später in jeden davon hineingelaufen wird, zum Training oder einem Match eingeladen werden. Denn um sich für das Tunier am Ende zu qualifizieren, müssen 15 Medaillen vorgezeigt werden, wobei pro Match eine gewonnen respektive verloren wird. Training ist hingegen dazu da, um die Statuswerte der Charaktere zu erhöhen.

Denn irgendwie ist irgendwo Doubles no Oujisama auch ein Tennis-RPG. Damit die Schlachten nicht zu lange dauern, beginnt ein Match meist bereits etwas hinein bei einem Stand 4 oder 5 zu nochwas, so dass nur noch 4 Punkte über ein bis zwei Runden erzielt werden müssen, um die Auseinandersetzung zu gewinnen. Dies läuft alles in mit reichlich Speedlines und Körperverrenkungen sowie wahnwitzige Attackennamen aus den Lautsprechern tönenden, Standbildern, nichts ist wirklich animiert. Auf jeden Aufschlag und auf jede Wiedergabe gibt einem das Spiel nun ein paar wenige bis zu mehreren Dutzend normale oder spezielle Ausrufe, deren Attacke darauf erwidert werden kann. Hat man nämlich die eines Gegners häufig genug gesehen, kann die selbst benutzt werden. Das bläht die Liste natürlich schnell auf. Außerdem muss auf die Statusbalken geschaut werden, ob die Stamina und Spezialsäfte noch hoch genug sind, um Dinge auch ausführen zu können. Besonders schwache Gegner gegen besonders gut trainierte Statuswerte, versemmeln so eine Annahme auch einfach mal. Das alles sieht, sobald die Liste ziemlich voll geworden ist, schrecklich unübersichtlich aus. Ich habe aber persönlich nie ganz verstanden, warum einem das Spiel überhaupt die ganzen Optionen gibt. Abgesehen von der Standardannahme habe ich bei den Normal-Fähigkeiten nie etwas gehabt, was funktioniert hätte. Und wenn ein Gegner einen Spezialaufschlag macht, kann das auch nur mit einem eigenen Special erfolgreich gekontert werden, ist aber erneut scheißegal welches man nimmt.

Und da es der DS ist, gibt’s natürlich auch Begrapsch-Mich-Minigames.

Dadurch bin ich die Matches ehrlich gesagt auch relativ zügig leid geworden, aber immerhin sind sie schön einfach, sobald sich die schlichte aber wirksame Routine eingestellt hat. Trotzdem hätte ich fast gerne eine Option gehabt, diese zumindest beim erneuten Durchspielen abzustellen, wenn eh nur noch ein neuer Kerl an die Angel springen soll, und es einem gar nicht mehr ums Tennisspielen geht.

Wobei das Spiel dann eh etwas arg kurz wäre. Es gibt einfach außerhalb der Matches wenig zu tun. Ein Tag, an dem Shoppen gegangen oder trainiert wird, ist schneller rum, als sich versehen ist. Und zwei Monate ingame sind ebenfalls alles andere als lang. Zumal sich schnell auch herauskristalisiert, dass hier halt Dating Elemente in ein Spiel integriert wurden, welches nicht rein als Dating Sim konzipiert war, denn es gibt erschreckend wenig Variation für die verschiedenen Typen, so ein Durchgang gestaltet sich fast identisch, egal wer am Ende in Japan mit gebrochenem Herz zurückbleibt.

Nette Übersicht, wie hoch im Kurs man mit welchem Husbando steht.

Im ersten Monat geschieht eh kaum was, er scheint hauptsächlich dazu da zu sein, dass einem nach und nach alle Charaktere vorgestellt werden, und damit man sich für einen Doubles-Partner entscheidet. Zu Beginn des zweiten gibt es dann die große Offenbarung, dass die Familie kurz nach dem Turnier schon wieder umziehen muss, diesmal geht es beruflich sogar in die USA. Darauf folgt viel Drama mit dem Typen der Wahl, es wird sich versöhnt, und plötzlich kann der einen viel mehr leiden, als im vorigen Monat. Ein anderes Turnier darf besucht werden, das Tanaba-Festival findet statt, es geht an den Strand und in den Vergnügungspark, ausßerdem schmeißt Atobe eine Party. All diese Ereignisse finden aber (fast) immer statt und die Kerle verhalten sich weitestgehend ähnlich mit leichten auf ihre Persönlichkeit eingehenden Textvariablen. Allgemein gibt es wenig Solo-Szenen mit einem Charakter, und noch weniger und häufig nicht sonderlich gut gezeichnete CGs mit jenem.

War richtiggehend fast etwas enttäuschend nach vier gewonnenen Charkateren gemerkt zu haben, wie wenig wirklich in deren jeweiligen Charakter gesteckt wurde. Sicherlich geht das Spiel wahrscheinlich davon aus, dass man die alle im Gegensatz zu mir zur Genüge aus Anime/Manga kennt. Ist bei einem Dating Sim halt dennoch leicht fragwürdig, aber das will das Spiel vorrangig scheinbar gar nicht sein. Nicht, dass ich das Tennis-RPG sonderlich aufregend gefunden hätte. Aber hey, immerhin ist es ein richtiges Dating Sim, denn das Gameplay hat Auswirkungen auf deren Zuneigung zu einem, nicht reines Multiple-Choice-Raten.

Wenn man bedenkt, dass ich mir noch mehr Kerle angeln werde, ist das nicht unwahr.

Mizuki ist im dritten Jahr an der St. Rudolph, und als ich ihn an einem der ersten Tage, wenn man sich ein wenig in der Stadt umsehen kann, am Dachterassen-Tennisfeld traf, habe ich ihn mir spontan herausgeschaut, weil er noch ganz niedlich aussah. Ich hatte total vergessen, dass ich ihn bereits im anderen Spiel erworben hatte. Hat kürzlich ein Tennis-Match verloren, und will dies auf keinen Fall wiederholen. Redet viel darüber, dass er Daten über die Gegenspieler und beste Spielweisen gesammelt hat, die nun anzuwenden sind, was aber nicht in irgendeiner Spielhilfe am Rande resultieren würde.

Zunächst hält er eine freundliche Distanz, lässt es eher so klingen, als wäre es seine Aufgabe einem beim Training zu helfen. Im zweiten Monat ist er dann aber plötzlich total aufgetaut und meint es war fast unerträglich während der Prüfungen nicht miteinander spielen zu können. Während des Besuchs im Freizeitparkt geht es Rosen besichtigen, da er sich mit jenen auskennt, und wenn er nach der Lieblingsfarbe fragt, sollte man vielleicht nicht unbedingt Gelb wählen. Während des Strandausflugs ist er weniger spaßig, denn um sich keinen Sonnenbrand auf der zarten Haut zu holen, will er sowieso die meiste Zeit unterm Sonnenschirm verbringen. Am Tag vorm Turnier hilft man ihm ein paar Lyrics zu schreiben und bei der großen Verabschiedung nach Amerika meint er, auf jeden Fall an seine Schule zu wechseln, wenn man vorm Abschluss wieder nach Japan zurückkehren sollte.

Immerhin eine neue Masche, um den Arm um einen legen zu dürfen.

Okay, ist doch eigentlich langweilig, sich bekannte Gesichter erneut anschauen zu müssen, also habe ich mich anschließend entschlossen, noch ein paar Kerle zu angeln, die ich nicht vorher schon hatte. Sengoku war der erste davon, denn ehrlich gesagt ist die Auswahl bei 12 Typen nicht so groß, und so viele sind in Doubles no Oujisama auch gar nicht so attraktiv. Im dritten Jahr an der Yamabuki trifft man ihn im Buchladen, wenn man übers Horoskop liest, und er jene Gelegenheit nutzt, sofort mit einem zu flirten.

Er ist allgemein der Typus, der geradeheraus ist, und verspielt immer leicht mit einem zu flirten scheint. Immer glücklich darüber, mit einem Tennis spielen zu können, redet er vor allem viel über gutes Karma und Glück zu haben. Ist auch mit der Verständnisvollste, nachdem man das Match verloren hat, welches man nicht gewinnen kann. Nicht so geil ist, dass er einen später ständig „Prinzessin“ nennt, sobald er einen so richtig toll findet. Nahm mich mit zu einem spaßigen Essen mit dem Rest seines Clubs und später konnte ich ihn dann auch offiziell mit seinem Vornamen anreden, was wie wir alle wissen super wichtig beim Beziehungsaufbau in Japan ist. Am Tag vor dem Turnier nimmt er einen zum Shoppen mit, damit man sich was aussuchen kann, was einen immer an ihn erinnern wird. Sagt auch tatsächlich bei der Verabschiedung geradeheraus, dass er einen liebt, was ihm als Casanova erst mal ein lapidares „Danke“ einfängt, auf das hin er erst klarstellen muss, dass er das schon echt ernst meinte.

Man muss sein Geld einfach lieben <3

Atobe, im dritten Jahr an der Hyoutei, ist der reiche Kerl, der einen zum von ihm ausgerichteten Tunier einlädt, und regelmäßig über die Regelveränderungen auf dem Laufenden hält. Natürlich hat er wenig Verständnis dafür, wenn man ihn warten lässt, oder ist sonderlich daran interessiert, dass irgendwas anders gehen könnte, als er das geplant hat. Von daher macht er zunächst nur den Eindruck, lediglich monetär ein guter Fang zu sein, während man sich nebenher einen emotional erreichbaren Lover halten müsste.

Selbstverständlich würde es ihm auch nie einfallen, irgendwo eine eigene Schwäche zuzugeben, selbst in der Schule versucht er in allen Fächern möglichst perfekt zu sein. Klingt anstrengend. Allerdings, sobald er dann mit einem warm geworden ist, fängt er auch an, nicht nur sich sondern auch die Leistung von einem zu loben. Und ist auch schön spaßig immer mal wieder aus dem Konzept zu bringen. Beispielsweise wenn man mit ihm den Strand besucht und er wieder gehen will, weil ihm zu viel los ist, man aber darauf besteht, eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Kurz vorm Turnier nimmt er einen noch mit auf einem Ausflug mit seiner Jacht, um zu zeigen, was für ein guter Fang er ist, und geht in einem teuren Restaurant mit einem essen. Bei der Verabschiedung erwähnt er, dass er das nächste von ihm ausgerichtete Turnier ja nach Amerika ausweiten kann, damit man wieder zusammen antreten könnte.

Na das Problem hat sich ja damit dann erledigt, da ich nach Amerika ziehe.

Aller guten Dinge sind Drei, und ich hatte zwar schon drei Kerle am Start, aber drei neue, die ich im anderen Spiel noch nicht hatte, sollten es nach Mizuki doch noch sein. Zuerst hatte ich mir Kamio rausgesucht, musste dann aber feststellen, dass nach drei gewonnenen Charakteren auch der Geheimcharakter Shishido freigeschaltet war, der zwar immer schon antreffbar war, und für den ganz eindeutig ein ominöses Stück in der Bachelor-Übersicht frei war, dem aber wie gesagt nicht von Anfang an nachgestiegen werden kann. Für einen nachträglich erst freigeschalteten Charakter, die eigentlich immer irgendwie speziell sind, ist Shishido leider etwas ereignislos.

Er ist der nette Kerl von nebenan, der sich hauptsächlich für den Sport seiner Wahl interessiert, immer freundlich zu einem ist, aber nie sonderlich stark auf einen einsteigt. Leider ist er auch nur mit dem Cappy auf ganz süß, ohne gefallen mir seine Haare mal gar nicht. Natürlich ist er etwas emotional, nachdem das nicht gewinnbare Match verloren wird, und bezichtigt einen egoistisch zu sein, wenn man ihm nicht sagt, was los ist. Aber das läuft ja so ähnlich mit jedem Kerl. Er ist spät fürs letzte Training vorm Turnier, weil er seinen Hund zum Tierarzt bringen musste, aber sonstig hatte ich echt keine besonderen Szenen oder CGs mit ihm gesehen, weswegen ich schon Panik hatte, ihn nicht gewinnen zu können. Zumal ich seine Zuneigung nicht so gut wie beim Rest der Belegschaft steigern konnte, da Shishido merkwürdigerweise die gesamte letzte Woche vorm Turnier nicht fürs Training oder Matches bereitsteht. Bei der Verabschiedung meint er man habe ihm endlich wieder beigebracht Spaß am Tennis zu haben, statt so verbissen zu sein, und das man ja vielleicht, sollte man sich je wiedersehen, irgendwann mal wieder ein Double zusammen spielen kann.

Handheld Horror: Resident Evil

Letztes Jahr habe ich ja Resident Evil in spielerischer Form auf der Wii etwas für mich entdeckt, und war besonders vom REmake des ersten Teiles sehr eingenommen. Ein wenig interessiert daran, wie sich das Original so spielt, war ich dann aber doch. Und der GBC-Prototype hatte vorher auch nicht sonderlich viel Befriedigung verschaffen können. Aber nicht nur die Wii ist eine Plattform, die mehr Horror zu bieten hat, als ihr landläufig zugetraut wird, sondern der DS steht dem auch nicht nach. Mit Deadly Silence hat der sogar einen Port des Originals inklusive Erweiterungen zu bieten, zu dem ich dann mal gegriffen habe, auch wenn die PSX-Versionen sicherlich billiger zu haben sind.

Was nicht bedeutet, dass Resident Evil DS nicht doch ein oder zwei kleine Verbesserungen bereithält. Zum einen basiert es schon Mal auf dem japanischen Original, nicht dem schwerer gemachten westlichen Release. Charaktere richten sich also via Auto-Aim automatisch nach den Gegnern aus, wenn sie ihre Knarre hochnehmen, statt manuell justieren zu müssen, und Ink Ribbons kommen in Dreiersets statt als Duo, sowie betitelt das Spiel die Kampagnen von Jill und Chris direkt transparent als Normal und Hard Schwierigkeitsgrad. Was im DS-Spiel zusätzlich drauf kommt ist, dass das Messer keinen Platz im arg begrenzten Inventar mehr einnimmt, sondern immer über L für einen schnelle Attacke bereitsteht, das Nachladen der Waffen schneller geht, und sich über einen Knopf schnell um 180° gedreht werden kann.

Nicht zwangsläufig einfacher, aber doch benutzerfreundlicher ist zudem, dass für die Karte und die Lebensanzeige nicht mehr jedes Mal ins Menü gesprungen werden muss, sondern sie auf dem oberen Bildschirm angezeigt werden. Die Türanimationen, die im Original nicht nur da waren, weil es ursprünglich als Remake von Sweet Home konzipiert war, sondern auch um die auf Modul nicht mehr vorhandenen Ladezeiten des CD-Mediums zu kaschieren, dürfen jetzt auch übersprungen werden. Und wer nostalgisch gegenüber den Deutschland-Releases vom zweiten und dritten Teil ist, kann sogar das Blut von Rot auf ein kinderfreundlicheres Grün umstellen! Wem übrigens selbst Jills normales Spiel noch zu fordernd ist, es gibt eine Tastenkombination, um Easy Mode freizuschalten, in dem die Charaktere nicht nur weniger Schaden nehmen und Gegner schneller besiegt sind, sondern auch die Munition verdoppelt wird.

Zu jener Hilfestellung habe ich nicht gegriffen, jedoch vorsichtheitshalber als Jill statt Chris gespielt. Die zwei Inventar-Slots mehr und keine Not zum Einsammeln von kleinen Schlüsseln ist doch viel netter. Ich war ein wenig überrascht, wie gut ich durch das Spiel gekommen bin. So halb durch das erste Begehen der Villa ging mir mal für zwei oder drei Zombies die normale Munition aus, aber gerade wenn man darauf achtet, mit der Schrotflinte für einen Headshot nach oben zu zielen, sollte man gerade so mit der Munition der beiden Standardwaffen im regulären Spielverlauf auskommen. Dadurch bleiben die Magnum und die Bazooka für Bosse und schwere Gegner im finalen unterirdischen Labor.

Durch das Original habe ich zudem erst REmake so richtig zu schätzen gelernt. Es ist schon erstaunlich, wie natürlich sich viele dessen Erweiterungen in das Spiel eingefügt haben, da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht gehabt, bzw. war eventuell natürlich auch das eine oder andere eine fürs Original erdachte aber nicht umgesetzte Idee. Gerade das Treffen auf die Haie ist unglaublich unspektakulär im Original, viele der überarbeiteten oder neuen Puzzle sind im Remake besser, und bietet die Villa einige neue Treppen und Flure, die das Erkunden wesentlich angenehmer machen. Abgesehen davon bin ich im Gegensatz zur restlichen Welt auch nicht ein super großer Fan des (auf dem DS wie alle Sequenzen zusätzlich unglaublich grobkörnigen) Live Action Intros. Allgemein ziehe ich die schnieke Optik vom REmake dem Low-Budget-Look des Originals vor.

Aber das bedeutet nicht, dass man mit Deadly Silence nicht auch ganz gut fährt. Eine klar bessere Version zuerst zu spielen ist da selbstverständlich immer etwas unglücklich. Aber wie erwähnt hat mich das Original mehr dazu verleitet zu merken, wie gut die Verbesserungen im Remake sind, statt dazu zu denken, wie viel primitiver das Original doch war. Denn auch das macht was Atmosphäre, Spielverlauf, und Puzzeln angeht bereits vieles richtig.

Um den Leuten, die das Original bereits in- und auswendig kennen, dennoch einen Grund neben der Portabilität zu geben, warum man sich Deadly Silence holen könnte, kommt das Modul neben dem Classic Mode auch noch mit einem Rebirth Mode daher. Das ist im Prinzip nicht ganz unähnlich dem Arranged Modus aus dem Director’s Cut auf der PlayStation, zumindest vom Konzept her. Denn auch Rebirth würfelt die Verteilung von Gegenständen und Gegnern neu und ändert einige Puzzle ab (beispielsweise muss jetzt bei der Uhr im Esszimmer ganz wie im REmake die Zeit richtig eingestellt werden). Durchaus auch, in dem die Funktionen des DS wie das Mikrophon und der Touchscreen einbezogen werden, um beispielsweise durch Messerstechereien mit den Zombies in First Person zu kommen, die es manchmal beim Betreten eines neuen Raumes nun gibt.

Auch wurde versucht etwas mehr auf Action zu bauen, denn im Rebirth Mode gibt es wesentlich mehr Gegner und dadurch auch mehr Munition, im Gegensatz zum doch eher langsam schleichenden Original und dessen Fokus auf Puzzle übers Kämpfen. Und das ist letztendlich auch der Grund gewesen, warum ich im Rebirth Mode nicht weit gespielt hatte. Die Hauptkampagne ist zu ähnlich, während mich das viele Rumgeballer und die Messerkämpfe eher nervten statt forderten. Ich ziehe doch eindeutig den Classic Modus vor. So richtig für ein Action-Spektakel eignet sich das Original zwecks seiner Optik und der Tank Controls einfach nicht. Zur Befriedigung jenes Verlangens gibt es zudem auch ganz andere Resident Evils zur Auswahl.

30 Guys in 2 Weeks: Tenni-Pri School Festival

Tennis no Oujisama oder auch Prince of Tennis oder in kurz Tenni-Pri ist eine jener Sport-Manga, die sich außerordentlicher Beliebtheit erfreuen, und das hauptsächlich dadurch, dass sie nicht nur wie üblich bei jenen mit männlichen Hauptcharakteren hauptsächlich ein Shonen-Publikum ansprechen, sondern durch die attraktiven Charaktere und viel Drama auch so einige Mädels einzufangen wussten. Eine Gemeinsamkeit, die man bei den meisten überdurchschnittlich beliebten Manga des Genres vorfindet. Das sieht man besonders stark am Merchandising zur Franchise, bei dem es mehr zielgerichtet an ein weibliches Publikum gibt als ein männliches. Versoftungen in Spiele beispielsweise gibt es nicht wenige, und ein beachtlicher Anteil sind Dating Sims/Visual Novels, bei dem ein weiblicher Charakter die männlichen Tennisspieler der Serie abgreifen darf. Konami dachte sich wohl, wenn sie schon die Videospiel-Lizenzrechte der Serie haben, kann man die gleich auch auf Tokimeki Memorial Girl’s Sides  Engine anwenden.

Das Opening schmeißt einem dann auch gleich mal mehrere Dutzend Glamour-Shots von verschiedenen attraktiven Kerlen entgegen, die mir als Nicht-Kenner der Materie natürlich alle nichts sagen. Und hier ist der Coup an der Sache: Die kann frau alle gewinnen. Denn nachdem man sich am Anfang typisch benannt hat, wobei üblich Konami Dating Sim auch eingegeben werden kann, wie der Name ausgesprochen wird, damit die Typen die geneigte Spielerin direkt ansprechen, um ihr Höschen etwas schneller feucht zu machen, wird ausgesucht welcher Schule man angehört. Tatsächlich sind dort 7 verschiedene zur Auswahl, mit jeweils drei bis zehn Mitgliedern des dazugehörigen Tennis-Clubs, was dazu führt, dass über 30 (in Worten: Dreißig!) Jungs angegraben werden können.

Unpersonalisierte Fragerunde.

Die Story ist nämlich wie folgt: Es ist Sommer und wie üblich auf japanischen Schulen bedeutet dies, dass ein Schulfest ausgerichtet wird. Aber ganz unüblich kommt es nicht dazu, dass die einzelnen Klassen der Schule jeweils einen Stand machen müssen, sondern es sind alle 7 Schulen, die am Kanto-Tennis-Turnier teilgenommen haben diejenigen, die Dinge auszurichten haben. Und zwar einen Stand planen und eine Bühnenvorführung vorbereiten. Das Ganze ist sozusagen ein weiterer Wettbewerb, denn wer durch Abstimmung am Ende die beste Leistung erbracht hat, gewinnt eine Reise nach Wimbledon.

Die Vorbereitungen vom ersten Planungsanlauf bis zum Schulfest decken allerdings nur knapp 14 Tage ab, wobei da auch noch zwei fürs Fest an sich und zwei für Dates draufgehen, man also eigentlich nur 10 Tage hat, um sich in das Herz eines Kerls zu stalken. Das scheint natürlich etwas arg kurz zu sein, aber hormonelle Teenie-Jungs sind jetzt auch nicht dafür bekannt, lange zu brauchen, um auf weibliche Reize anzuspringen. So ein Durchgang dauert letztendlich dennoch ein paar Stunden, was gerade so genug ist, um nicht langweilig zu werden. Und vor allem gibt es dafür auch eine Quantität an Jungs, wer will kann wie gesagt über dreißig Mal das Herz von jemandem gewinnen.

Frei fliegende Herzen.

Das Spiel ist dabei durchaus strukturiert wie ein Dating Sim. Sprich jeder Tag hat drei Zeit-Slots, zu denen entschieden wird, wo man sich hin bewegt. Die Karte zeigt netterweise direkt an, welcher Kerl wo ist, und auch hauptsächlich nur die aus dem eigenen Tennis-Club, um einen nicht ständig mit 30+ Namen zu überfordern. Manchmal kann über das Look-Kommando noch eine spezielle Auseinandersetzung angeschaut werden, die zu optionalen CGs und Gesprächs-Stichworten führt, die meiste Zeit wird allerdings direkt Talk mit dem Kerl ausgewählt. Wer keine der wenigen Spezial-Stichworte hat, bekommt bei jedem Kerl, je nachdem wie sehr der einen mag, so ein bis zwei Dutzend Standard-Themen wie über die Schule, Hausaufgaben, Tennis oder Freunde zu sprechen, die bei jedem Kerl gleich sind, aber nicht bei jedem Kerl an jedem Tag gleich gut ankommen. Natürlich kommt es auch immer mal wieder zu einer Spezialszene, in der der Kerl direkt eine Antwort abfragt. Gefällige Antworten geben Herzen, die langsam das Herz-Icon des Kerles auffüllen. Sogar Skinship gibt es, allerdings selten, wieder, denn manchmal trifft man den Typen auch zufällig vor oder nach der Schule auf dem Weg dorthin oder nach Hause. Wenn er einen begleitet, darf auch ruhig mal getatscht werden.

An zwei Tagen gegen Ende der beiden Wochen kommt es noch zu einem Date, zu dem die holde Männlichkeit einen einlädt, wenn er einen genug leiden kann, auf denen natürlich besonders viele Pluspunkte gesammelt werden können. Auf den letzten Tag geht es mit allen Schwimmen, Fanservice pur, in letzter Minute muss noch ein Problem mit dem Festival ausgeräumt werden, und dann findet jenes eben statt. Ist sein Herz am Ende des Spieles voll, wird sich die unsterbliche Liebe geschworen, die so hart über ganze zwei Wochen aufgebaut wurde. Credits, kurze Epilog-Szene und man darf sich einem anderen der drei Dutzend Kerle an den Hals werfen. Netterweise zeigt das Spiel übrigens in der Übersicht an, wenn am Anfang ausgesucht wird, welcher Schule die Treue geschworen wird, welche Kerle dort im Club sind und vor allem welche davon schon eingesackt sind, weil dies sicherlich auch schon mal vergessen werden kann, wenn man sich durch dreißig Kerle hurt.

Unnötige Mini-Spiele zum Collectathon Stofftier-Sammeln.

Ich habe dabei gesagt das dies hier wie ein Dating Sim strukturiert ist, denn letztendlich ist es strickt nach Tagen unterteilt, und es geht auch komplett nur darum am Ende einen Lebenspartner zu haben, eindeutig auf Tokimeki Memorial Girl’s Sides Engine im Book-Modus des DS läuft. Jedoch ist das Spiel eigentlich ein Romance Visual Novel, denn es gibt kein Gameplay. Mehr oder weniger zumindest. Einige Kerle warten schon immer mal wieder mit Tennis-bezogenen Minispielen auf einen, bei dem der Touchscreen des DS zum Einsatz kommt, jedoch sind die komplett optional und haben keine Auswirkung darauf ob oder wie schnell ein Typ eingetütet wird. Es werden keine Statuswerte oder sonst irgendwas erhöht, die sie präferieren. Nein, es geht komplett über die VN-Gespräche und die richtigen Multiple-Choice-Antworten auszuwählen.

Mit 30+ Kerlen und über 200 CGs bietet das Spiel also schon viel, besonders eben den Fans der Franchise. Da mir die Kerle natürlich absolut nichts gesagt haben, war es schon etwas schwerer, sich für sie zu interessieren. Ist nicht so, dass man nichts über sie herausfindet, aber in 10 Tagen kommt natürlich dennoch nicht ganz so viel bei rum und die Konversationen machen schon klar, dass Konami davon ausgeht, man kenne die Kerle und ihre Eigenheiten bereits aus dem Ursprungsmaterial. Ich bin dann mal wieder einfach hauptsächlich nach Optik gegangen, und habe mir einfach mal das willkürliche Ziel gesetzt dann Schluss zu machen, wenn ich von jeder Schule einen der Jungs erobert haben:

Hier hört dich keiner Schreien.

Tezuka aus Seigaku ist glaub ich einer der Hauptcharaktere der Franchise, immerhin wird die Schule als erste gelistet und hat am meisten gewinnbare Jungs, weswegen es sich wohl maßgeblich um sie drehen wird. Außerdem ist er der erwachsenen Captain des Clubs. Und insgesamt ziemlich der Nice Guy Typ. Zunächst etwas zu beschäftigt für Interaktionen, taut er schnell auf, ist immer nett und verständnisvoll, empfiehlt diverse Bücher und hilft bei den Sprachschwierigkeiten die aufkommen, da sie in ausländischen Sprachen geschrieben sind, und Übersetzungen in die Muttersprache scheinbar fürs gemeine Fußvolk sind oder so. Hat viele Bedenken man würde sich überarbeiten, und damit auch nicht ganz unrecht, denn irgendwann bricht man an einem Hitzekoller zusammen, wobei Tezuka einen natürlich auf die Krankenstation trägt. Entwickelt anschließend auch einen ziemlichen Beschützerinstinkt. Das Date mit ihm ist sich einen Film anzuschauen, und anschließend geht es zu einem Checkup für seine Schulter, was wohl Leuten, die das Ursprungsmaterial kennen, mehr bedeutet. In seinem Epilog geht es zusammen in die Berge wandern, damit keiner einen schreien hört, wenn der Serienmörder die gerade mal 2 Wochen kennende Sommerliebe umbringt.

Traditionelle Kleidung ftw.

Chitose ist bei Fudomine eingruppiert, gehört aber wohl nicht zu deren Tennis-Club. Denn jeder hat einen Kerl einer anderen Schule zum Austausch im Team, und bei Fudomine ist es eben Chitose. Leider hat mich der Small Talk mit ihm zu spät darauf aufmerksam gemacht, dass er grundsätzlich mit Sandalen durch die Gegend läuft (Stahlsandalen weil Shonen-Sport-Serien brauchen ihre quirky Trainingsmethoden), was schon ein enormer Abturner ist. Dafür kann er gut mit Muschis, kümmert sich nämlich um die ganzen streunenden Katzen der Gegend. Auch er hat eine Verletzung, nämlich einen blinden Fleck auf einem Auge, und auch er trägt einen zur Krankenstation, nachdem man von ein paar Kartons beinahe erschlagen wurde. Geht mit einem Shoppen und auf einen nächtlichen Rummel, wobei sein Casual Wear wesentlich attraktiver als sein Standard-Outfit ist. Und am Ende im Epilog geht es seine Eltern und kleine Schwester treffen.

Ein wenig arrogant schaut er ja schon aus.

Mizuki aus St. Rudolph ist einer der eifersüchtigen Typen. Das bedeutet es kommt bei ihm zu Affinitätsverlusten, wenn man einen anderen Kerl im gleichen Gebiet anspricht. Spielerisch etwas ätzend und als Charaktereigenschaft eh maßgeblich unsexy. Scheint ein guter Sänger zu sein, weswegen er ständig Halsbonbons lutscht, um seine Stimmbänder geölt zu halten, träumt außerdem davon mal ein Opernsänger zu werden. Sein Deal ist, dass er bald mit der Schule fertig ist und sich darum sorgt, ob er die Junior-Mitglieder bis dahin noch ausreichend auf Spur bekommt. Zudem übernimmt sich der Kontrollfreak gern was Arbeit angeht und man muss ihm beibringen, dass er ruhig etwas davon abgeben kann. Die Dates sind in einem französischen Restaurant und der Buchhandlung. Im Epilog hat er einem Tee gekocht, worüber er scheinbar auch sehr viel zu wissen scheint.

Übersetzung: Unkomfortable Wahrheiten.

Shiraishi ist bei Yamabuki einsortiert, allerdings eine weitere Aushilfskraft statt wirklich zum Tennis-Club der Schule zu gehören. Er ist ein harter Arbeiter, der einen selbst zielbewusst bevorzugt, und zudem sich wenig Gedanken darum macht, wie sehr er von Mädels umschwärmt wird. Umso überraschender ist es, wenn er plötzlich mit einem beim Bauen des Standes flirtet – sogar so überraschend, dass man sich prompt aus Unachtsamkeit verletzt. Hat eine Schwäche für Comedy und Okonomiyaki, was wohl beides gut zum Stereotyp des Kansai-Typus gehört. Zudem ist er erfrischend no-nonsens wenn es um sein Aussehen geht, es interessiert ihn nicht weiter, er ist sich aber voll bewusst, dass er attraktiv ist. Sein erstes Date ist strickt durchgeplant und geht natürlich prompt permanent micro-schief, beim zweiten geht es dann für den Liebhaber von giftigen Pflanzen passender in den botanischen Garten. Am Ende ist man in einer Fernbeziehung mit ihm, jedoch dürfen zu Weihnachten seine zwei Schwestern getroffen werden.

Galmour-Shot^10

Otori ist im Hyotei-Tennis-Club und ebenfalls der eifersüchtige Typ. Schade, denn von der Optik her ist er bisher der attraktivste Weizen im Spreu. Er ist sehr nett, beweist gute Manieren, und ist höflich und zuvorkommend, weswegen er auch prompt zur Bedienung im Cafe nominiert wird, welches sein Club für das Fest ausrichtet. Als 2. Fremdsprache hat er Deutsch gewählt, er spielt das Piano und deswegen in der Aufführung zum Festival Keyboard, und kennt sich mit der viktorianischen Ära aus, um das Cafe entsprechend aufzumotzen. Von daher ist er doch ziemlich der Classy-Archetyp. Und entsprechend bei den Mädels beliebt. Auch er hat einen heißeres Casual Outfit. Dass man sich physisch als Mädchen anstrengt, sieht er wie die meisten Nice Guys allerdings gar nicht gern, was schon etwas bevormundend ist. Die Dates sind auf einem Konzert, ein Besuch in einem Restaurant und im Freizeitpark. Und am Ende wird man sein Junior-Manager bzw. der seines Clubs.

Schaut ja schon etwas, als wollte er Pausengeld stehlen.

Amane aus Rokkaku ist ein weiterer Witzbold. Es gibt halt nur so viele Charakter-Archetypen für über dreißig Kerle. Wobei sein Humor mehr in schlechten Wortspielen liegt, über die keiner außer MC-chan lacht. Er selbst ist ziemlich überrascht darüber, dass sie ihn witzig findet, was schon ganz niedlich ist. Er sieht ziemlich durch den Wind aus, aber abgesehen davon, dass er sein Notizbuch verliert, in die er seine spontanen Witz-Erleuchtungen schreibt, ist er eigentlich ein recht netter und umgänglicher Typ, statt der Raudi, den sein Look zunächst suggeriert. Er bringt sogar Kindern das Tennis bei. Und ist Dates absolut nicht gewohnt, weswegen er sich etwas schräg benimmt, wenn es ins Aquarium geht. Was ihn schon zum Gewinner meines Herzens macht. Seine Club-Kollegen müssen ihn sogar etwas in die Romanzen-Richtung drängen, damit er sich seiner eigenen Gefühle bewusst wird. Beim Anschauen der Kirchblüten im Epilog sieht er sogar noch mehr wie ein Yakuza aus.

Auch hier ist ein freudiges Gesicht anders.

Sanada aus Rikkaidai ist auch eher der muffelig und aggressiv aussehende Typ. Hat aber nur Resting Bitch Face, und ist sich selbst nicht bewusst, was für einen Eindruck er macht. Oder das seine dazukommend strenge Art ihn eher einschüchternd wirken lässt. Allerdings ist er auch etwas arg dickköpfig und lehnt jede Hilfe bei der Arbeit ab, bis man von sich aus einfach so tut, als gäbe man in seinem Namen Ratschläge, damit die Sache schneller voran geht. Auch er muss eher in die Romanze getrieben werden, bevor er sich dessen bewusst ist – das erste Date mit ihm ist so gesehen beispielsweise gar keines, weil er den ganzen Club zum Strand mit einlädt. Im nächsten, diesmal nur zu zweit, beim Vergnügungspark macht es sein Gesicht wieder eher schwer zu erkennen, dass er sich freut. Am Ende wird man dann im Epilog schön brav seiner Familie vorgestellt, die wohl nicht häufig zu Hause ist.

Slow waltz into his heart: Princess Debut

ava-2099Mensch, da dachte ich schon fast am Grund des Brunnens an Dating Sims angekommen zu sein, zumindest wenn es um jene geht, die ich in Englisch spielen kann, da sowohl bei offiziellen wie den Übersetzungen von Fans eher Visual Novels bevorzugt werden. Und dabei übersehe ich ein Otome Dating Sim, dass 2008 auf dem DS weltweit released wurde! Von niemand anderem als den Shmup-erfahrenen Cave. Liegt vielleicht daran, und damit meine ich sowohl die Tatsache das es nicht als Dating Sim registriert wurde sowie die schiere Tatsache ein offizielles West-Release bekommen zu haben, dass es sich als Rhythm Game zu verkaufen versucht.

Ist auch eindeutig an die ganz junge Zielgruppe gerichtet, von daher eher simpel und einfach. Und hässlich wie die Nacht. Nicht nur ist das Charakterdesign an sich schon scheußlich, sondern neben den gewohnten 2D-Cutouts bekommt man auch extrem erbärmliches 3D in den Tänzen an sich auf die Augen gedrückt. Und hat man vielleicht vergessen bei der Charakterdesignerin CGs in Auftrag zu geben? Erklärt das, warum es das komplette Spielverlauf über kein einziges zu sehen gibt, und der Sepia-getünchte Rotz für die Endings schnell in der Mittagspause vom Praktikanten gezeichnet erscheint?

Übersetzung: Fantasy-Game-Logik hinterfragen ist Blödsinn

Übersetzung: Fantasy-Game-Logik hinterfragen ist Blödsinn

Aber hey, worum geht es denn überhaupt? Das Spiel beginnt mit unserer Dre Jr., die sich mit ihrer Klassenkameradin erst mal darüber unterhält, dass die fünf beliebtesten Jungs der Schule ja quasi Prinzen sind. Sich aber interessanterweise darüber lustig machend, was für käsige Sprüche die doch abturnend loslassen, bemerkend, dass in einem Spiel von einem Prinzen gesagt das genau die üblichen Dating-Sim-Klischeedinger wären. Hey, Princess Debut nimmt sich immerhin nicht immer ganz ernst, muss man dem Spiel schon zugute halten. Jedenfalls taucht eine Doppelgänger-Prinzessin auf, sobald Dre Jr. daheim ankommt, sich beklagend, dass sie in 30 Tagen auf einem Ball tanzen muss, dies aber weder beherrscht noch erlernen will. Also folgt Dre dem weißen Kaninchen in den Wandschrank, um deren Platz einzunehmen. Ich hab das Gefühl damit haben wir schon drei oder vier Märchen auf einmal verbaut.

Auf der anderen Seite gibt es nun tatsächlich 5 Prinzen, die wohl auch alle wie die 5 Mitschüler aus ihrer Welt aussehen. Müssen wir Dre zumindest so glauben, denn gesehen haben wir die nicht und werden wir auch nicht. Da muss man dann auch keine interessante Widersprüchlichkeit hinter den Doppelgänger-Gesichtern ansprechen, sondern kann die genau den gleichen Charakter haben lassen, die „echten“ Kerle werden wir eh nie kennenlernen.

Woraus die 30 Tage nun bestehen, ist zum einen im Märchenland umherlaufen, und schauen ob es nicht in den diversen Lokalitäten zu einer kleinen Szene mit einem der 5 Prinzen kommt, die uns den Charakter ein wenig näher bringen, viel gibt es zu ihrem Charakter eh nicht zu sagen. Und ein paar offensichtliche Antworten richtig zu geben, damit sie einen mehr mögen. Mögen sie Dre genug, sind sie sogar bereit ihren Tanzpartner sowohl beim Üben wie auch bei den offiziellen Bällen abzugeben. Stamina gibt es zwar im Spiel, sich zwischen den Ortschaften hin und her zu klicken verbraucht die aber nicht, sondern nur das Tanzen an sich. Lädt halt wenig zum Wiederspielwert ein, wenn man eh jeden Durchgang alle Szenen mit allen Prinzen sehen kann, da man sich eh frei überall rum bewegen darf. Ist nämlich nicht so, dass einen Prinzen als Partner zu haben mehr als ein oder zwei exklusive Szenen bietet, und wie gesagt, ein CG wird man sowieso auf den Dates nicht sehen.

Und die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Und die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Am Tanzen liegt also alles. Und das gestaltet sich in Form eines Rhythmus-Spielchens. Während die 3D-Missgeburten sich zu klassischer Musik auf dem oberen Bildschirm drehen, dürfen unten diverse Formen nachgezeichnet werden. Bonuspunkte gibt es, wenn man genau dann, wenn der Ball erscheint, ihn antippt, ein „Bad“ wenn man zu langsam die Figur nachzeichnet, für zu schnelles Zeichnen gibt es aber keinen Minus, man muss also nicht wirklich in Geschwindigkeit mit dem Ball bleiben. Ein wenig neben der Spur zeichnen ergibt auch immer noch ein „OK“, von daher ist das echt nicht schwer, zumal der obere Bildschirm einem auch anzeigt, was die nächsten paar Formen sein werden. Anschließend gibt es Punkte, und bei genug davon ein Level up, welches die Statuswerte erhöht und auch alle paar Level ein weiteres tanzbares Stück freischaltet, bis man alle 10 im Repertoire hat. Die werden natürlichen von Formen und Geschwindigkeit schwerer, aber es sollte wirklich kein Problem darstellen, gegen Spielende das Max-Level von 20 zu erreichen und mit Leichtigkeit den offiziellen Debütantinnenball zu meistern.

Es gibt übrigens auch noch Accessoires, die man ausrüsten kann, was aber nur beeinflusst, in welches Kleid sich die 3D-Monstrosität auf dem oberen Bildschirm wirft, auf das Tanzverhalten, die Punkte, oder Affinität der Prinzen wirkt sich das mal wieder gar nicht aus. Ist halt ein Versuch den Wiederspielwert dann doch zu erhöhen, da man nicht alle in einem Durchgang haben kann, schon alleine weil jeder Prinz vor dem Abschlussball ein exklusives darbietet. Wer auch immer das Spiel sieben Mal durchspielen will, nur um alle Prinzen gewonnen zu haben. Die sind nämlich alle nicht sonderlich attraktiv, alle nicht sonderlich interessant, geben wie gesagt keine CGs, und das repetitive Übungstanzen mehrmals jeden Tag mit wiederholt den gleichen Stücken ist auch nicht wirklich spannend. Der geneigten Spielerin stehen immerhin, um sich das kleinste Übel rauszupicken, zur Auswahl:

Wie ein Troll im Engelskostüm wird übers Tanzparkett geglitten

Wie ein Troll im Engelskostüm wird übers Tanzparkett geglitten

Klaus: So ziemlich er Hauptkerl des Spieles, ist er doch der perfekte Kerl ohne Persönlichkeit, kommt als einziger mit 2 Groupies, die ihm im späteren Spielverlauf gehörig auf den Keks gehen, und hat viel Screentime und eine Kindheitserinnerung an die Prinzessin.

Die wirklich meiste Screentime bringt dann aber doch Vince mit, der totale Arsch des Spieles. Das kindische Mistvieh nimmt nichts ernst, und lacht als einziger über seine fiesen Streiche, an denen es echt nichts zu lachen gibt. Fällt beim Pferderennen vom Gaul und verletzt sich den Fuß, und endlich hat auch mal sein Publikum lachen können. Und was biedert sich der an, man bekommt ihn so schlecht los, als wäre man mit Stollenschuhen in Scheiße getreten. Er ist der erste, der sich schon an Tag 4 als Tanzpartner anbietet, und wird das auch wiederholt bis zum letzten Tag machen.

Um gleich den nächsten schlimmsten Charakter aus dem Weg zu bekommen: Cesare. Mit das hässlichstes Design für den selbstverliebesten Charakter, der einen immer ganz widerlich Honey nennt. Und ein Ladykiller ist, zumindest flirtet er angeblich mit allem, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, auch wenn das Spiel wohlweislich nicht sagt, ob dies auch gut ankommt oder nicht.

debut04

Es wird sich doch nicht um Meinereiner gestritten werden? >:3

Liam hat auch nicht gerade ein attraktives Design. Gut haben die alle nicht, aber Liam ist auch so ziemlich an unterster Stelle einzuordnen, und passend zu seinem femininen Äußeren ist er auch etwas wischi-waschi sanftmütig, schlecht greifbar, und ich glaub man findet echt nichts über ihn heraus, außer das er sich mit Blumen gut auskennt.

Der schwarz gekleidete Luciano, der den Archetypen des coolen Kerls mit harter Schale aber auftauendem Kern darstellt, ist derjenige, den ich mir dann für meinen Durchgang als Jagdtrophäe herausgepickt hatte. Er hat einen schlechten Orientierungssinn und nimmt das Tanzen sehr ernst, und das war es an Charaktereigenschaften für ihn auch schon. Dummerweise verließ er mich an Tag 18 wegen eines königlichen Auftrags, und ich scheine beim Abschied die falschen Antworten gewählt zu haben, denn er kam nicht an Tag 29 für den Ball zurück, wie das eigentlich hätte geschehen sollen. Wow, das einfachste und geradlinigste und für die jüngste Zielgruppe gedachte Dating Sim ist ernsthaft das erste, bei dem ich eine Charakter-Route faile, wer hätte das gedacht.

Selbst der End-Text ist halbherzig hingeschludert

Selbst der End-Text ist halbherzig hingeschludert

Statt die sich an Tag 29 noch anbiedernden Vince oder Liam doch endlich als Tanzpartner zu wählen und ihr Ende zu sehen, bin ich auf das Trostpflaster des Geheimcharakters zurückgefallen. Wer am Ende wirklich keinen Tanzpartner unter den fünf Prinzen gefunden hat, darf mit dem weißen Kaninchen und Tanzlehrer Tony den Abschlussball bestreiten. Und solange man gewinnt, stellt sich heraus, dass der ein verwunschener Prinz war, der Albino-Jüngling sogar eine der attraktiveren in der Riege der Hässlichen ist, und somit war er derjenige, dessen Ende ich bekommen habe.

Wer sich gern langweilt und das Spiel tatsächlich erneut von vorn beginnt, kann ab dem zweiten Durchlauf dann auch auf den nun hinzugefügten Prinzen Kiefer treffen, der somit der zweite Geheimcharakter ist. Auch wenn man ihn nicht verpassen kann und ich ihn natürlich nie zu Gesicht bekam. Zumindest nicht live, ich hab mal im Internet geschaut… eine Belohnung würde ich das Design aber nicht nennen.

How to lose weight and get a guy: Love Revo!! DS

ava-2095Otometeki Koi Kakumei Love Revo!! ist ebenfalls ein schon etwas betagteres Dating Sim, das ursprünglich 2006 auf der PS2 erschien, also dem gleichen Jahr, in dem die Konsole auch Tokimeki Memorial Girl’s Side: 2nd Kiss erhielt. Einen Nachfolger bekam das Spiel zwar nie, war aber populär genug, um auf alle relevanten Plattformen portiert zu werden. Zunächst folgte es zwei Jahre später den Girl’s Sides auf den DS, sowie versuchte sich einen Platz auf dem eher Otome-armen und von 18+ Varianten dominierten PC zu ergattern, wieder zwei Jahre später folgte dann eine Version für die PSP. Und später sogar noch eine zweite, die statt ein direkter Port zu sein, das Gameplay etwas umänderte. Im Westen gibt es davon mal wieder keine, dank einer Fanübersetzung allerdings die DS-Version dennoch in Englisch spielbar – jedoch Vorsicht, der Patch muss auf das koreanische Release gezogen werden.

Das besondere Gimmick des Spieles lässt auch nicht lang auf sich warten, springt uns doch direkt zu Spielbeginn ein den ganzen Bildschirm füllender Klops von einem Mädchen entgegen. Das ist Hitomi, und Hitomi findet Mädchen heutzutage sind viel zu dünn. Que laugh track. Die Sache ist die, als kleines Mädchen war Hitomi mal ein total niedliches Idol, aber da sie die von Fans geschickten Süßigkeiten so zu schätzen wusste, und weil ihr Schwester-Komplex habender Bruder ihr freudiges Essgesicht so schön fand, wiegt sie nun 100kg. Que laugh track. Nur ziehen in die fünf leerstehenden Apartments des Gebäudes, in dem sie mit ihrem Bruder lebt, zufällig die 5 beliebtesten Jungs der Schule ein, denen bei der Vorstellung (ihren Eltern gehört das Gebäude, Hitomi und ihr Bruder sind also die Ansprechpartner der Mieter) beim Anblick von Hitomi erst Mal alles aus dem Gesicht fällt, und sie entweder direkt beleidigen, oder so dreinblicken, als wäre jemand Fettes ansehen zu müssen ein persönlicher Angriff gegen sie, sie komplett ignorieren. Que laugh track? Also beschließt Hitomi eine Diät zu machen, um wieder so niedlich wie früher zu werden, und isst am nächsten Morgen nur 3 Schüsseln Reis mit 2 Portionen Miso-Suppe und fünf Toastbrote zum Frühstück. Que laugh track??

Man muss sich ja jetzt auch nicht gleich mit der Schul-Queen vergleichen

Man muss sich ja jetzt auch nicht gleich mit der Schul-Queen vergleichen

Ich finde es je immer irgendwie interessant, wie Japaner sozial auf so viel Höflichkeit getrimmt werden, aber irgendwo gleichzeitig auch absolut kein Verständnis für Übergewichtige mitbringen. Und warum Fett-sein an sich scheinbar schon auf sich allein gestellt witzig ist. Das Opening von Love Revo DS hat absolut keine Pointe, sondern sagt Hitomi mehrmals direkt ins Gesicht „Du bist fett!“ oder „Du isst bestimmt gern… weil du fett bist, verstehst?“ und scheint zu denken, dies wäre witzig. Da ist nur so auf sich gestellt kein Witz drin, nicht mal ein fieser Witz, sondern das ist einfach nur fies.

Persönlich bin ich also schon mal voll mit an Bord der Diät. Nicht nur, weil 100kg eben echt Gesundheitsschädlich sind, sondern schon alleine aus primitiver Rache. Soll Hitomi doch das niedlichste Mädchen der Schule werden, so dass sich die Top 5 um sie streiten, nur damit sie alle abblitzen lässt, mit den Worten „Nein Danke, ich hab abnehmen können, wie du siehst, dein Charakter wird aber immer scheiße sein“. So ist natürlich nicht die Intention des Spieles. Immerhin sind wir hier ja in einem Dating Sim, also ist Hitomi natürlich der gewohnt nette Fußabtreter und natürlich soll man eigentlich alle 5 Jungs gewinnen wollen, egal was für einen schrecklichen Ersteindruck sie hinterlassen haben, von dem sich das Spiel in seiner Mentalität wahrscheinlich gar nicht gewahr war.

Das Spiel wird zugegeben dann auch besser, es ist charmanter geschrieben, als diese Anfangs-Narration wirklich glauben macht. Und nicht alle Jungs sind Arschlöcher. Der Kindheitsfreund von Hitomi, ihr Bruder, No.5 Souta, sowie Austauschschüler Kaede verhalten sich ihr direkt freundlich gegenüber, statt so zu tun, als sähen sie schon die ganze Arbeit vor sich, die es macht, diesen Wal wieder ins Meer zu ziehen. Und ganz schizophren, sobald man die Kerle besucht, sind auch der Rest sofort freundlich zu einem und bereit auf Dates zu gehen, was mal gar nicht zu jenem Anfang passt. Abgesehen von Ren, Ren ist immer ein Arschloch.

Ich liebe Onii-chan, aber will er nicht vielleicht, dass seine Schwester älter als 35 wird?

Ich liebe Onii-chan, aber will er nicht vielleicht, dass seine Schwester älter als 35 wird?

Zu Beginn mag Love Revo übrigens sehr komplex wirken, aber genau genommen ist es relativ simpel gestrickt, wenn man sich mit Dating Sims auskennt. Was vielleicht auch daran liegt, dass es hier tatsächlich von Vorteil ist, sich auf einen Kerl zu beschränken, und den Rest links liegen zu lassen, weil es sonst doch zu einfach ist, das Ende mit jenem nicht zu sehen. Dafür geht das Spiel auch nur über 12 Monate, ein Durchgang ist also relativ flockig hinter sich gebracht, und man kann sich das nächste Ziel vor die Flinte setzen. Nur sezt einem Love Revo auf den ersten Blick ganze 10 Stats entgegen, 5 die an die schulischen Leistungen gebunden sind, aber auch 5 zu renovierende Körperbereiche. Dazu dann noch das zu reduzierende Gewicht, sowie eine Hunger-Leiste, die wahrscheinlich besser als Stress-Leiste übersetzt wäre. Dafür gehen die Stats aber über ein Maximum von 100 nicht hinaus und die Kerle wollen das meist so zwischen 21 und 81 sehen, je nachdem ob sie viel oder wenig Wert drauf legen, sowie das Gewicht normalerweise irgendwo zwischen 45 und 60 Kilo sehen. Keine Ahnung wie groß Hitomi sein soll, wahrscheinlich nicht sonderlich, um zum zierlichen Mädchenideal zu gehören, aber 45kg ist natürlich auch schon herb niedrig. Aber Normalgewicht in Japan, gerade für Mädels, ist halt eher niedrig angesetzt. Hunger, was ich halt echt eher als Stress oder sogar Gelüste einordnen würde, geht mit jeder getanen Aktion langsam nach oben, kann durchs Essen von Snacks, die dafür das Gewicht natürlich wieder erhöhen, verringert werden. Oder halt die Heil-CD kaufen. Die zusammen mit dem Trimmdichrad + Sauna-Suit sind die besten Sachen, sich vom Geld zu kaufen, um schnell Stress und Gewicht zu reduzieren, und selbst die erforderlichen Statuswerte für die anspruchsvolleren Jungs lang vor Spielende zu erreichen.

Der Ablauf ist dabei weitestgehend gewohnt. Die Kerle auf Dates einladen kann man nur am Sonntag und Feiertagen, wobei hier kein Tag für ein Telefonat verschwendet wird, da man ja im gleichen Gebäude wohnt und einfach nur an der Tür klingeln muss. Statt auf ein Date an sich zu gehen, und dort die richtige Antwort für einen Zuneigungszuwachs zu geben, kann auch einfach nur zusammen Tee getrunken werden. Ist weniger Zuneigung, dafür lehnen sie das im Gegensatz zu Verabredungseinladungen aber auch nie ab. Mag einen ein Kerl genug, werden sie eh total anhänglich, und wollen ständig nach der Schule mit einem nach Hause, oder kommen Sonntags von sich aus vorbei. Montag bis Samstag sind dafür gedacht, sich um die Statuswerte zu kümmern, was man natürlich auch Sonntags und an Feiertagen machen kann, wenn denn gewollt. Grundsätzlich gibt es eine Aktion pro Tag auszuführen, jedoch ist das beim Sport etwas anders, hier hat man Stamina – 3 Punkte an normalen Tagen, 5 von an Sonn- und Feiertagen – die aufgebracht werden kann. Eine Runde auf dem Trimmdrichrad kostet beispielsweise 3 Punkte Stamina, eine Gesichtsmaske mit Zitronenscheiben nur 1en Punkt. Kommt halt darauf an was man macht, und welchen Körperbereich man anzugehen hat.

Sassy Pose! So viele Stats sind natürlich auch erst mal einschüchternd

Sassy Pose! So viele Stats sind natürlich auch erst mal einschüchternd

Wo der Minimalismus hinein spielt, weswegen ein Durchgang auch eben ziemlich flux von statten geht, ist das es viel vom Kleinkram von TokiMemo nicht oder nur in reduzierter Form gibt, aber immerhin mussten die auch drei Schuljahre füllen, statt nach einem vorüber zu sein. Beispielsweise gibt es keine Outfits zum Tragen, Teilzeitarbeit und Schulclub sind festgelegt, die Jungs präferieren keine Date-Spots, haben pro Lokalität und Frage nur ungefähr zwei Antworten, bis sie sich bereits wiederholen. Die Examen erwähnt das Spiel nebenbei, weil sie eben zu einem Schuljahr gehören, es gibt allerdings keine Ergebnisse und auch keinen Grund für sie zu lernen, viele der Spezialtage im Jahr, wie Valentinstag, das Sportfest, die Schulausflüge laufen ebenfalls weitestgehend automatisiert ab. Zusammen damit, dass es in der DS-Version gegenüber allen anderen kein Voice Acting gibt, und eben wenig Abwechslung in den Gesprächen mit den Kerlen steckt, ist das fast etwas langweilig, wobei hier definitiv die Kürze eines Durchganges wieder viel auscancelt. Und es ist ja nicht so, dass man solche Stat-Raising-Games nicht eh mit der Zeit etwas auf geistiger Automatisierung runterzockt, statt voll investiert zu sein.

Was jedenfalls positiv hervorzuheben ist, ist das einem Love Revo DS gut Feedback gibt, ob man gut mit einem Kerl steht, oder nicht. Die richtigen Antworten in den Szenen zu geben machen ein Ding-Geräusch. Ist auch wichtig, denn wie in TokiMemo den Kerl zu bekommen, solange man am Ende genug Zuneigung und die richtigen Stats hat, ist hier nicht gegeben, sondern es müssen auch die nötigen Szenen mit ihnen getriggert und darin die richtigen Antworten gegeben werden. Zumindest für das Liebes- statt Freundschafts-Ende. Zudem verstecken sich in den Szenen drei grün eingefärbte Passwörter, die nach dem Liebesende eingegeben noch einen kleinen Epilog mit dem Kerl freischalten. Direkt neben dem Apartment eines Kerles wird übrigens in einem farbigen Herz angegeben, wie sehr er einen mittlerweile mag, von Blau auf Grün auf Orange auf Pink gehend, und dann final das sich etwas schlecht vom Pink absetzende Rot. Und der immer hilfsbereite Onii-chan sammelt eifrig alle relevanten Infos zu den Kerlen, und präsentiert sie Hitomi am Ende eines Monats in einer Powerpoint-Präsentation. Sprich das Spiel zeigt einem schlicht, wie gut man mit den Kerlen steht, mit hilfreichen Icons welche Statuswerte bereits auf der nötigen Höhe sind, welche noch viel Arbeit brauchen, und wo man sich bereits angenähert hat. Das Spiel ist also in dieser Hinsicht sehr transparent gestaltet. Wobei ein OK in dieser Übersicht natürlich nur heißt, dass alle Statuswerte für den Kerl erfüllt sind, das Liebesende hängt wie gesagt dann immer noch an den richtigen Antworten in den richtigen Szenen. Dass man auf dem Pfad mit dem Kerl ist, erkennt man an seinem Icon im Save-Menü und einem Foto von ihm auf dem Handy. Und mit dem Quick-Save/-Load lässt sich sogar ein Date ganz gut forcieren, selbst wenn der Kerl zunächst ein paar Mal ablehnt, bis er sich seinem Schicksal fügt.

Nette Übersicht darüber, wo noch Baustellen zum Herzen des Kerls sind

Nette Übersicht darüber, wo noch Baustellen zum Herzen des Kerls sind

Weniger positiv hervorheben kann ich allerdings die Optik des Spieles. Den Elefant gleich mal aus dem Raum getrieben: Ich bin kein großer Fan von Yura. Ihre Charakterdesigns liegen mir an sich schon nicht, und wenn dann passt deren Eckigkeit eher in die frühen düsteren BDSM-Boys-Love-Games wie Enzai und Absolute Obedience, eher weniger in die fluffigen Wasserfarben-Romantik eines Love Revo. Aber auch so scheint die DS-Version nicht ganz so gut abzuschneiden, die Charakter-Cutouts für die Gespräche sind oft sehr pixelig ausgeschnitten und alles blendet etwas zu stark ineinander, als wären die eh schon sehr pastelligen Designs hier überbelichtet. Love Revo spielt sich anders als TokiMemo zudem nicht im Buchmodus, weswegen alles sehr klein zusammengequetscht auf dem unteren Bildschirm vonstatten geht, so dass man die weiße Entscheidung getroffen hat, zumindest den CGs mit den Charakteren eine Zoom-Funktion zu geben, die das gequetschte Komplett-CG mit der Textbox drüber dann auf den oberen Bildschirm zieht, und unten eine herangezoomte Version des Geschehens bietet. Das Spiel ist übrigens nicht ganz so reich an CGs, aber wie gesagt auch nicht sonderlich lang, wobei es zumindest nett gewesen wäre, den von Süßigkeiten herbeigerufenen 3 Fieberträumen um die Jungs noch eines zu geben. Und wenn schon der obere Screen fast ständig von irgendwas eingenommen wird, wäre hier vielleicht die Statusübersicht besser gewesen, statt der weniger häufig zu referenzierende Kalender. Na ja, ist halt ein Port von Dritten, statt die ursprüngliche Plattform des Spieles.

Dadurch, dass die Top 5, oder zumindest vier von ihnen, so einen schlechten ursprünglichen Geschmack bei mir hinterließen, und weil ich das Design an sich eben schon von vorneherein nicht attraktiv fand, wollte ich eigentlich auch nur die 3 netten Kerle gewinnen und dann weiterziehen. Aber wie das so mit Dating Sims ist, besonders eines welches in einem Durchgang so fix geht wie Love Revo, macht das Selbstverbesserungs-Stat-Raising irgendwie eine Suchtzone im Gehirn geil, und da man sowas mit halber Aufmerksamkeit nebenbei zocken kann, endete ich letztendlich mit 7 von den 9 Charakteren:

Warum bauen Japaner immer nur diese Mini-Schneemänner? Mehr Ambition, bitte!

Warum bauen Japaner immer nur diese Mini-Schneemänner? Mehr Ambition, bitte!

Zunächst mal haben wir da Toru, der Kindheitsfreund von Hitomi, der auch ebenfalls fett ist, und sie natürlich schon immer mochte, und auch so mögen würde, wie sie jetzt ist. Im Text zumindest, selbstverständlich muss auch für ihn an den Statuswerten geschraubt werden. Wie bei allen Non-Top-5-Kerlen sind seine Erwartungen allerdings nicht allzu hoch, und er nimmt Hitomi mit dem zweit-höchsten Gewicht von 64kg. Er ist halt schon ein wenig die Marke netter aber schüchterner Fußabtreter, und passend dazu ein Otaku, aber dennoch ein harter Arbeiter wenn es um das geht, was ihm wichtig ist. Vom Elternhaus bedingt anscheinend, denn sein Vater ist ein Mangaka und seine Mutter hat in ihrer Jugend Cosplay gemacht. Toru mag hauptsächlich Mecha-Anime, ist mit Hitomi im Drama-Club, und das scheinbar nicht nur wegen ihr, sondern weil er ein Faible für Filme und deren Erschaffung hat.

Ist dann auch so, dass er zwischendurch mal für einen Monat in die USA verschwindet, weil ein Manga seines Vaters eine Hollywood-Adaption bekommt, und Toru die Chance ergreift, hinter die Kulissen zu schauen. Durch einen Magenverstimmung und das Verlieren seiner Brille mit Austausch gegen Kontaktlinsen kommt er als Pretty Boy zurück (ich finde seinen Look ja dennoch ein wenig derpy), der natürlich prompt von den Mädels umringt wird, auch wenn er mit der Aufmerksamkeit wenig anzufangen weiß. Und ich dachte es wäre schon enorm, dass Hitomi über ein Jahr ihr Gewicht halbiert, Toru führt sie ordentlich vor, in dem er das in unter 2 Monaten schafft! Am Ende des Spieles gibt er Hitomi dann sein Liebesgeständnis in Form eines Scripts und der Epilog zeigt uns, dass während Hitomi zur Uni geht, er es bereits zum Regisseur gemacht hat. In den Träumen ist er übrigens ein Power Ranger, der Hitomi vor Gefahren rettet.

Kochen is sexy, aber deswegen musst du dir deine Hand nicht so verrenken

Kochen is sexy, aber deswegen musst du dir deine Hand nicht so verrenken

In Ryutaru hatte ich mich ja fast sofort verliebt. Er ist der Alkohol trinkende, Zigaretten rauchende, schlecht gelaunter Lehrer, der natürlich ein Herz aus Gold hat (er ist auch nicht der übliche Klassenlehrer, sondern mehr die Schulkrankenschwester), und sich ernsthaft um seine Schüler kümmert, aller herzhaft charmanter zynischer Kommentare zum Trotz. Er ist dann auch derjenige, der Hitomi bei einer gesunden Diät zur Seite steht, und ihr schon mal ihr Fast Food aus der Hand reißt, um ihr etwas selbst gekochtes in die Hand zu drücken. Immerhin ist er auch Lehrer des Kochclubs der Schule. Die sexuellen Witze, die er gern halbherzig macht, sind wieder etwas, wo das Anime-Klischee er Schulkrankenschwester ordentlich rein haut. Seine Attraktivität hängt maßgeblich davon ab, ob man ihn von der Seite zeigt oder nicht.

Seine Backstory besteht daraus, dass sein Vater einen Laden in der Einkaufsstraße hat, und Ryutaru so gut kochen kann, weil seine Mutter früh gestorben ist, und er sich und seinen Vater bekochte. Außerdem hat der Laden frisch Konkurrenz von einem Supermarkt bekommen. Und eine Exfreundin, die ihm das Herz gebrochen hat, nun aber zurückkommen will, ist auch noch involviert. Hitomi hilft ihm natürlich mit seinen Problemen, er lässt die Ex abblitzen, und gesteht die Liebe zu seiner Schülerin ein. Im Epilog leben die beiden zusammen. Die Traumsequenzen sehen ihn als Devil King, der sich in sein Opfer Hitomi verliebt.

Ich überlasse euch, den Kontext dieser Situation zu fantasieren

Ich überlasse euch, den Kontext dieser Situation zu fantasieren

Wo wir eh schon bei verbotenen Früchten waren, hab ich mit Onii-chan in die Vollen gelangt. Immerhin ist der (tatsächlich leibliche) Bruder von Hitomi der attraktivste Kerl im Cast und derjenige, der von Anfang an etwas obsessiv ihr mit Rat, Tat, und was sie sonst noch so alles begehren mag, zur Seite steht, und sie unreflektiert in jeder Lebenslage unterstützt. Da ist es schon fast etwas merkwürdig, dass auch er Statusaufbesserungen verlangt, darunter auch auf 59kg zu kommen, ganz egal wie sehr er meint das sie auch mit 100kg noch niedlich ist. Hier wäre vielleicht passender gewesen, ähnlich von Geheimcharakteren in TokiMemo einfach ein paar richtige Antworten in den richtigen Szenen zu geben, auch wenn natürlich dadurch seine Route spielerisch langweiliger wäre. Denn Onii-chan ist sogar der Geheimcharakter des Spieles, soweit man das so nennen will, denn er ist erst freigeschaltet, sobald man schon einen anderen Charakter in einem vorigen Durchgang gewonnen hat, taucht dafür ab dann aber auch ganz normal in der Liste auf.

Auf Dates verwöhnt und verhätschelt er Hitomi natürlich nach Strich und Faden, und ist sogar der einzige Kerl, der mit ihr alleine in den heißen Quellen den Sommerurlaub verbringt, die anderen männlichen Begleitpersonen nehmen auch Hitomis beide besten Freundinnen mit. Auf Fragen nach einer Freundin seinerseits oder wann immer Hitomi was von den anderen Jungs erzählt, wird er natürlich merkwürdig, weil Schwester-Komplex und so. Er muss Hitomi vor einem eifersüchtigen Kommilitonen seinerseits retten, gesteht dann aber auch ein, dass er sich – ob es ihr nun gut tut oder nicht – nie von Hitomi trennen können würde, geholfen durch ein Missverständnis, dass Hitomi bereits einen Freund haben könnte. Jahre später im Epilog leben die beiden immer noch zusammen, nicht ans hHeiraten denkend, sondern miteinander alt werden wollend. Im Traum ist er Hitomis Butler, was nicht weit ab der Realität angesiedelt ist.

Crawling under my skin~

Crawling under my skin~

Das waren die drei netten Kerle, die ich ursprünglich gewinnen wollte, doch da mir das zu wenig erschien, ging ich dann auch noch Kaede hinterher. Der zieht ein paar Wochen später als Austauschschüler in das Gebäude ein, und ist auch von Anfang an nett zu Hitomi. Seine extrem feminine Optik fand ich halt nicht so geil, aber wenn er überrascht drein guckt, oder die Haare zusammen hat, geht das wieder. Solange er nicht ein Date ablehnt, weil er den ganzen Tag mit Haarpflege belegt hat, oder davon spricht im Blumenarangement-Club zu sein, heißt das. Gibt einem hauptsächlich merkwürdig schräge Antworten, die vielleicht nur witzig gemeint sind, genauso wie seine schlechte Orientierung und allgemeine Verplantheit, egal wie niedlich und charmant, vielleicht nur Show sind. Als Plus ist übrigens die passiv-aggresive Queen Bitch Yukari in ihn verliebt, und es somit eine Freude, ihn ihr wegzuschnappen.

Wie sich herausstellt ist Kaedes Geheimnis nämlich, dass er eigentlich als Yukaris Bodyguard eingestellt ist, und wenn er in Auftragsmodus wechselt ganz kalt und emotionslos ist. Que in Linking Park. Nachdem der Vertrag mit Yukari beendet ist, und Hitomi sein Herz erweichen konnte, geht er erst mal einen „Vertrag“ mit ihr ein, auch wenn sie in keiner Gefahr schwebt, damit sie ein Jahr für sich haben. Im Epilog dann finden wir heraus, dass er immer noch als Bodyguard viel unterwegs ist aber mit dem Gedanken spielt für die beiden ein Haus zu kaufen, wo sie Küken aufziehen können. Awww. Die Kurzhaarfrisur steht ihm auch besser. Die Traumsequenzen haben ihn als Magier, der auf Drachen reitet – Metal!

Stein is best waifu

Stein is best waifu

In meinen Durchgängen der anderen Jungs bin ich dann im Sommer immer auf Masaki getroffen, der überraschend sich Sorgen macht, dass Hitomi ihre Diät übertreiben und sich einen Sonnenstich holen könnte. Da er also nur im Opening arschig war, und ich mehr spielen wollte, habe ich dann also auch die Nummer 2 der Schule gejagd. Da hat man natürlich viel weibliche Konkurrenz, die am Geburtstag und zum Valentinstag ebenfalls seine Aufmerksamkeit will. Auch bei den Englisch-Klausuren bietet er übrigens seine Hilfe an, da er lange Zeit seiner Kindheit in den USA verbrachte. Er mag RPGs und einen süßen Hund hat er auch noch, wie kann man da nicht weich werden? Na ja, dass er so in Tiere vernarrt ist, ist halt sympathisch, dass er in einigen Szenen aber eher borderline wie einer dieser „Tiere sind die bessern Menschen“-Honks rüberkommt, schon nicht mehr. Dabei versteht er sich mit allen sehr gut, und lädt auf den Sommerurlaub neben Hitomi und deren beiden Freundinnen die ganze Klasse mit ein. Die aktive Sportskanone ist halt sehr selbstbewusst, hilft dabei aber auch allen gern ihre eigenen Ängste zu überkommen.

Que in Linking Park. Aber dann ruiniert sein Geheimnis alles, wenn man rausfindet, dass er nur oberflächlich nett zu allen ist, aber niemanden wirklich nah an sich heran lässt. Denn als kleines Kind geriet er mit seinem besten Freund in einen Überfall, und der ist weggerannt und hat ihn im Stich gelassen. Und diese eine durchaus nachvollziehbare Reaktion eines Kleinkindes hat Masaki in seiner Dummheit dann als Auslöser genommen, sich zu entscheiden nie wieder jemandem zu trauen, selbst einer eigenen Familie nicht. Crawling under my skin~ Na ja, Hitomi akzeptiert auch seine kühlere Seite, wärmt ihn emotional etwas auf, und Jahre später sind sie dann zusammen das neue Jahr feiernd in New York. Die Träume über ihn sind relativ langweilig, er ist da ein im Wald lebender Jäger, der sich aber mit allen Tieren versteht.

Bei einem Krankheits-bedingten Zusammenbruch hilft Schlaf im Schoß statt stabiler Seitenlage

Bei einem Krankheits-bedingten Zusammenbruch hilft Schlaf im Schoß statt stabiler Seitenlage

Auch Ayato kam immer mal wieder vorbei, fragend ob er in den Prüfungen aushelfen soll, weswegen auch er ein Ziel wurde, da er nicht ganz so ein übler Kerl zu sein schien. Er ist so ein wenig das Gegenteil zu genki Rotschopf Masaki, da er auf Grund seiner Blutarmut wenig Energie hat und an keinen sportlichen Aktivitäten teilnehmen darf, passend dazu im Buchclub angesiedelt ist. Er gibt einem auch immer mal wieder Lesetipps, da er sich vom Hobby und dem Schriftstellerberuf seines Vaters aus eben mit der Materie auskennt. Er ist eigentlich ein ziemlich Lebensfroher Mensch, und hat überraschend oft auf flirtende Weise mit Hitomi gewitzelt. So sehr das Spiel übrigens betont, wie fragil er aussieht, so wenig Unterschied zeigt das samey Charakterdesign von Yura dies wirklich an, die Kerle sind alle gleich dürr, und sehen von Souta ausgenommen auch alle gleich alt aus.

Etwas aufgestöhnt habe ich dann spontan, als wir auch sein dramatische Geheimnis fürs letzte Spieldrittel herausfinden: Er hat halt doch keine einfache Blutarmut, sondern eine unheilbare Krankheit, wegen der er auch regelmäßig ins Krankenhaus muss. Aber haltet Linking Park noch zurück, denn ganz erwartet schlimm wird das nicht. Also schon dramatisch, weil er Hitomi nicht aufbürden will, ihm da beistehen zu müssen, und weil ein Krankenhausfreund mit gleichem Krankheitsbild auch noch verstirbt, aber man kann ihn schnell davon überzeugen, dass man das zusammen durchstehen wird und er nicht vor einem wegzulaufen hat, da er eh nicht weit kommen wird. Im Epilog gehen beide auf die gleiche Uni und es gibt Hoffnung auf ein Heilmittel. Auch seine Traumsequenzen sind etwas lahm irgendwelche unspezifischen Dinge in der Heian-Era.

Wer vor seiner Vergangenheit wegrennt, rennt auch seiner Zukunft davon ~Ein hohes Ross

Wer vor seiner Vergangenheit wegrennt, rennt auch seiner Zukunft davon ~Ein hohes Ross

Last und Least gab es dann Kennosuke. Der witzelte zwar immer mal mit mir, und wollte auch bei den Matheaufgaben helfen, aber ich kam über die schreckliche Cloud-Strife-Frisur, die auch noch super pixelig auf dem DS-Screen ausgeschnitten wurde, nicht hinweg. Aber dann bin ich ihm doch hinterher, und das war ganz gut so, er ist nämlich einer meiner präferierten Stereotypen. Kennosuke kommt vielleicht etwas unfreundlich zunächst rüber, weil er brutal ehrlich und direkt ist, aber es ist schnell klar, dass er das so gar nicht meint und er eigentlich trotz seines coolen Images ein echt lieber und schüchterner ist. Auch weil der Sohn einer Yakuza-Familie unterm Schatten seines Vaters stand und seine drei älteren Schwestern ihn gern ordentlich aufziehen aber auch zu Respekt gegenüber Mädels erzogen haben. Was Hitomi gleich für sich adaptiert, in dem sie ihn nämlich zum Mitfahren beim Sommerurlaub erpresst, damit sie das Yakuza-Geheimnis nicht in der Schule verbreitet.

Aber sein wahres düsteres Geheimnis? Kennosuke möchte gar nicht den Yakuza-Clan übernehmen, sondern lieber Konditor werden! Niedlich Kerle, die backen können, total aufmerksam sind, und im Notfall noch auf Gangster-Vermögen zurückfallen könnten? Jackpot, also verliert Hitomi keine Zeit ihn in seinem Traum zu unterstützen und wohnt der Auseinandersetzung mit seinem Vater bei. Im Epilog ist er dann auch schon bei einem erstklassigen Hotel angestellt und will Hitomi mit nach Frankreich nehmen, um dort zu leben. Auch hier sind die Träume irgendwas unsprezifisch-langweiliges, diesmal aus der Edo-Periode (wie gesagt, leider noch nicht mal ein nettes Kostüm-CG oder so mit dabei).

Hier die Top 5 Kerle, für die man feucht wird, geballt zusammen

Hier die Top 5 Kerle, für die man feucht wird, geballt zusammen

Der Rest:
Wäre diesmal ja nicht sonderlich viel. Der Top-Platz der Top 5 der Schule gehört Ren. Mit seinem üblichen Albino-Look der Hauptcharaktere dieser Spiele, auch wenn Love Revo nie wirklich einen der Kerle in den Mittelpunkt stellt, und ist genauso (anfänglich?) unfreundlich. Er ist derjenige der sich, auch später im Spiel getroffen, noch mit herablassenden Blick über Hitomis Gewicht echauffiert hat. Auf Bitches steh ich nicht, also war der keine Option für mich.

Souta, die 5 der Top 5 der Schule, ist da das genaue Gegenteil. Er ist der einzige der neuen Mitbewohner, der in der Eröffnungs-Szene nett zu Hitomi ist. Genau genommen hat er fast ein wenig Stalker-Tendenzen, scheint er doch etwas zu sehr von ihr eingenommen zu sein, wird auch wegen ihr Teil des Drama-Clubs. Für ihn braucht man mit 75kg zudem am wenigsten im Spiel abzunehmen (gerade die Top 5 wollen Hitomi eigentlich sonst alle bei 45-50kg sehen und verlangen auch sonst teils hohe Stats). Souta ist halt auch der sehr junge Shota-Charakter des Spieles, und damit sowieso gleich raus.

Bleiben noch drei Mädels im Cast. Rie und Yuu sind die besten Freundinnen von Hitomi, und bleiben das auch, hier gibt es keine falsche Konkurrenz um die Kerle. Sie immer in ihrer Diät und den Liebesangelegenheiten unterstützend, sind die beiden in den meisten Szenen für die Spezialtage ein netter Rahmen, haben jetzt aber auch nicht so viel Präsenz. Ähnlich steht es um Yurika, die Queen Bee/Queen Bitch der Schule, die etwas arrogant aber immer auf den Schein bedacht nie direkt Hitomi beleidigt, sondern nur passiv-agressiv mobt. So ganz ernst nehmen oder gar hassen konnte ich sie allerdings nie, weil sie abgesehen von Kaedes Route eh nach dem Opener kaum noch auftaucht.

Adventure Week #17: Nameless Game Eye

ava-2077Und damit kommen wir zum dritten japanischen Spiel der Woche, und zum dritten Sequel eines vorig bespielten. Vor zwei Jahren habe ich Nanashi no Game gespielt, letztes Jahr hat der zweite Teil seine Fantranslation spendiert bekommen, und somit kommt dieses Jahr Nanashi no Game: Me auf den Plan.

Stellt sich heraus, dass das blasse Geistermädchen mit den langen Haaren im Gesicht zu erlösen doch nicht das Ende des Fluches war. Denn als neuer Charakter, erneut ein Unistudent mit einem weiblichen und einem männlichem Freund zur Seite, laden wir uns das Game mit dem geglitchten Namen, und dürfen darauf warten, in 7 Tagen ums Leben zu kommen. Erneut schickt Sie und dahin, Ihn zu besuchen, weil er nicht mehr zur Uni auftaucht, und erneut finden wir nach dem kurzen Tutorial-Appartment die Leiche unseres Freundes. Unsere Freundin wird sogar später erneut beim Zugfahren ebenfalls verschwinden. Und der Professor steht uns mit Rat und weniger Tat zur Seite, wenn es darum geht, herauszufinden, warum der Fluch tatsächlich noch weiter existiert, und warum neben Sadako in Weiß nun auch Sachiko in Rot hinter uns her ist.

Es ist schon erstaunlich, wie gleich sich die beiden Spiele sind, sogar wenn es um die partizipierenden Charaktere und Beats in der Geschichte geht. Dabei ist die Hintergrundgeschichte diesmal nicht die gleiche, statt eine Familientragödie hat diesmal ein Drama zwischen drei Freunden den Fluch ausgelöst.

Was auf jeden Fall neu ist, ist das Gimmick, nachdem das Spiel benannt ist. Beim ersten Treffen aus des a la The Ring dem DS-Screen entsteigenden Blasse-Mädchen-mit-Haaren-im-Gesicht-Geist packt die uns nämlich beherzt ins linke Auge. Was dazu führt, dass jenes jetzt übernatürliche Dinge sehen kann. Nicht Geister, die sehen wir auch mit rechts, sondern hinterlassene Astralspuren, die diesmal angeklickt werden müssen, damit sich das verflucht 8bit-RPG melden kann, welches Neuigkeiten für die Handlung oder häufiger einen Weg offeriert, um sich um den Geist herum zu puzzeln.

Jemand hat mal geschrieben, dass Spiele wie Nanashi no Game, Ju-On oder Calling eine neue Well an Casual Horror darstellen. Simple Spiele mit simplem Kontrollschema, die in Japan hauptsächlich an Teenie-Mädels vermarktet sind, die sozusagen das Äquivalent eines kurzweiligen Popcorn-Horrorfilmes spielen wollen. Das passte tatsächlich sehr gut auf Nanashi no Game, bei dem man sich per Touchscreen-Gekritzel in Egoperspektive umgesehen hat, und hauptsächlich eigentlich nur geradlinige Korridore entlang rannte, dabei einem One-Hit-Kill-Geist ausweichend, bis sich ein neues Stück Story losbrach, oder der Tag schlichtweg beendet war.

Nanashi no Game: Me geht davon sicherlich nicht komplett weg, scheint aber doch darauf aus, etwas mehr spielerisch zu bieten. Ja, die Tage bestehen immer noch daraus, dass man ein kurzes Gespräch an der Uni hat, dann in 3D-Umgebung ein paar Gänge entlang läuft, immer mal wieder vom namenlosen Spiel unterbrochen wird, bis das Auffinden einer neuen Info den Tag beendet. Aber das Auftauchen der Geister hier ist weniger in der Form, dass man ihnen den einen Gang hinunter weg laufen muss. Stattdessen stehen sie häufiger mitten im Weg, und man muss sich entweder um sie herum schleichen, oder wie gesagt durch das mit der realen Welt in Verbindung stehende DS-Spiel einen Weg finden, sie aus dem Weg zu bekommen. Eine wahre Schwierigkeit offeriert das immer noch nicht, da sich eigentlich immer, sobald ein Geist erscheint, um den es kein herum gibt, einfach umgeschaut werden muss, wo das linke Auge den nächsten Kontaktpunkt zum verfluchten Spiel bereithält, dort dann mit dem Geist interagieren, und er verschwindet in der echten Welt. Aber das Spielgeschehen fühlt sich dadurch schon mal involvierter an, die beiden Welten an sich viel verbundener. Es ist auch schön, dass die Geschichte genau wie das Gameplay jetzt relativ gleichmäßig im RPG wie der realen Welt stattfindet, statt wie im Vorgänger es strickt zu trennen und dadurch beide etwas schal wirken zu lassen.

Zudem ist es echt praktisch, dass es Störflimmern im linken Auge gibt, wann immer ein Geist nahe ist, stärker je näher man ihm kommt. Wenn man doch mal vor einem Geist wegrennen muss, weiß man so, wie nahe er einem ist. Es war im Vorgänger manchmal leicht nervig, nie zu wissen, wann man sie abgehängt hatte, weil man beim langwierigen Umdrehen Gefahr lief, dass sie einen genau dann einholen würden. Jetzt weiß man immer, wann man sich in Acht nehmen muss, weil sie einem noch auf den Versen sind, oder eine Bedrohung im aktuell betretenen Raum auf einen wartet. Netterweise ist auch das Game Over aufbereitet worden, ein Ableben führt zu einem letzten sehr nahen Checkpoint.

Die gruselige Atmosphäre geht dem Sequel dadurch allerdings nicht ab. Es erschrickt sich immer noch überraschend leicht, wenn in der 3D-Umgebung plötzlich ein Spiegel zerbricht, eine Büste umfällt, Blut gegen ein Fenster spritzt, oder ein Fernseher plötzlich angeht. Das Flimmern im Auge mag einem ob eines Geistes alarmieren, trägt aber genau deswegen auch dazu bei, dass man automatisch unterschwellig aufgewühlter ist, sobald es einsetzt.

Es gibt übrigens neben dem eigentlichen verfluchten Spiel diesmal noch ein zweites. Ebenfalls durch Astralpunkte in der Umgebung, allerdings rote, können nun kleine Platformer-Challenges gespielt werden. Außerdem gibt es mehrere NES-Module optional zu sammeln. Und um den Wiederspielwert weiter zu erhöhen, neben einem besseren Ende wenn man gewisse Items im RPG gesammelt hat, sogar an einigen Tagen verschiedene Routen, da man sich aussuchen kann, welche von zwei Lokalitäten man untersuchen will.

Heh, Nameless Game: Eye ist eigentlich Echo Night 2 nicht unähnlich gewesen. Nicht nur vom Spielprinzip in First Person durch eine 3D-Umgebung zu laufen, und von Geistern gejagt zu werden. Sondern schlichtweg auch, dass ich von beiden die Vorgänger ganz Ok aber Verbesserungswürdig fand. Und bei beiden hat man genau das getan. Die Spiele sind zum Großteil ihren Vorgängern gegenüber gleich geblieben, bringen aber ein insgesamt runderes Spielerlebnis mit, da sie einem doch ein wenig mehr zu tun geben, und insgesamt alles besser zusammengehörig erscheint.

Season of 2nd Kisses: Return of the Dating Sim

ava-2020Ich glaube ich habe ein Sucht-Problem. Hallo, mein Name ist Kaoru, und ich kann nicht aufhören virtuelle Stereotypen zu daten. Über meine Comfort Zone der immer gleichen Abläufe die Statuswerte meines wesentlich talentierteren, schlaueren, und schöneren falschen Alter Ego sich erhöhen zu sehen, sowie minderjährige High-School-Schüler in meine Honigfalle zu locken, ist einfach momentan unwiderstehlich.

Tokimeki Memorial Girl’s Side also erneut, diesmal im zweiten Spiel mit Untertitel 2nd Kiss für die PS2, aber von mir natürlich als 2nd Season auf dem von Fans übersetzten DS-Port bespielt. Geändert hat sich abgesehen vom Cast der Charaktere zum Vorgänger wenig bis gar nichts.

Bestes Club-Add ever

Bestes Club-Add ever

Die Statuswerte bleiben natürlich gleich: Das Können des Mädels, durch deren Augen wir die Anime-Welt sehen, ist in Intelligenz, Kunst, Fitness, Soziales, Style und Charme unterteilt. Je nachdem, was sie von Montags bis Samstag für eine Aktivität ausübt, welchen Teilzeitjob sie hat, welchem Schulclub sie beigetreten ist, und mit welchen von vier Freundinnen sie Zeit verbringt, steigen und fallen diese entsprechend. Ein paar Tage zu verschlafen mindert den sich dadurch angestauten Stress wieder, und ein Taschengeld zum Einkaufen gibt es natürlich auch erneut.

Sonntags und an Feiertagen werden die Jungs auf Dates eingeladen, besagte Verabredungen dann auch begangen, oder eben in der Einkaufspassage ein Outfit gekauft, welches auf dem nächsten Date angezogen werden kann. Die Jungs dorthin einladen, wo sie gern sind, ihnen die Antworten geben, die sie gern hören, und dabei ein Outfit anhaben, welches ihnen gefällt, und schon gewinnt die haargenau auf sie abgestimmte Scheinpersönlichkeit langsam aber sicher deren Herz. Vernachlässigte Jungs werden sauer und schicken Bombendrohungen, müssen über Friedensverhandlungen an einem Date wieder beruhigt werden. Findet sogar alles in der gleichen Stadt mit den weitestgehend gleichen Lokalitäten des Vorgängers statt, auch wenn die besuchte Schule diesmal eine andere ist, statt an der sagenumwobenen Kapelle wird sich also am legendären Leuchtturm am Ende getroffen, um sich tru wuv for evurz and evurz zu deklarieren.

Bester Nebencharakter, Nichte vom Style-Blogger aus 1st Love

Bester Nebencharakter, Nichte vom Style-Blogger aus 1st Love

Gehabt ist das Gewinnen von individuellen Jungs eigentlich ziemlich simpel und einfach, vor allem wenn man merkt das zusätzliche Komplikationsfaktoren wie das Fashion Blog oder Horoskop ignoriert werden können, und zwischen zwei Outfit hin und her zu wechseln auch schon reicht, damit man den Jungs nicht langweilig wird. Der zweite Teil schien mir sogar noch etwas einfacher zu sein, dank netter Kleinigkeiten. Beispielsweise gibt es ein Coupon-Heft, welches bei den Einkäufen Rabatte einräumt. Außerdem bekommt man nun Mails, wenn die Spezialkleidung (Kleid, Yukata, Furisode) zum Verkauf stehen (was welchem Stil angehört wird jedoch immer noch nicht vorher verraten).

Wenn man beim Fragebogen, den der Lehrer zu Beginn verteilt, und der die Anfangsstatuswerte bestimmt, auf die fragwürdig persönlichen letzten zwei Fragen nach dem Traumtypen entsprechend antwortet, kommt es zu einem versehentlichen Kuss mit einem der Jungs zu Spielbeginn, was deren Ending-Voraussetzungen um einige Dates herabsetzt. Ein paar Antworten sind immer noch sehr random, einem Kerl, der das Feuerwerk bewundert zu sagen, dass man es für zu laut gehalten hat, kann merkwürdigerweise die perfekte Erwiderung sein, allerdings sagt das Mädel anschließend eh noch direkter als schon im Vorgänger, ob das nun eben eine schlechte, ok-ige, oder gute Antwort war. Zudem ist Skinship einfacher, wo wahlloser unerwünschter Körperkontakt im Vorgänger auch gut Negativeffekte haben kann, ist im zweiten Teil den Kerlen die Finger in die Augen zu rammen so gut wie immer positiv, egal wie häufig man es macht oder wie sehr sie einen mögen.

Heavy Petting Minigame im Auto

Heavy Petting Minigame im Auto

Stichwort Skinship, hier gibt es eine Neuerung. Wenn man genug gemocht wird und einen der Kerl anschließend nach Hause begleitet, kann es zu einem neuen Minigame kommen, welches ich einfach mal Heavy Petting nenne. Wir sehen den Kerl jetzt im Profil neben uns her laufen, haben eine gewisse Anzahl an Zeit, um die herumfliegenden Herzen auf ihm zu betasten. Das lässt das Herz auf dem anderen Bildschirm immer schneller schlagen, sein Kopf-Ikon immer roter werden, bis er irgendwann aufgibt und man ihn für kurze Zeit wild unter Herausfliegen von Herzen begrapschen kann, während er ungehalten vor sich hin stöhnt und am Ende gibt es einen weißen Flash. Mehr als nur ein wenig unbehaglich ein Minispiel, und die anschließenden Kommentare der Typen verkleiden die Tatsache, dass man sie gerade mehr oder minder zum Orgasmus sexuell belästigt hat, auch nicht gerade viel. Aber das neue Spielchen führt dazu, dass sie einen hier noch schneller mögen.

Seltsamerweise ist allerdings das Tokimeki Panel, welches der Nachbarsjunge an freien Tagen zeigen kann, um zu sehen wer einen wie sehr oder eben nicht mag, weniger übersichtlich. Wo der Vorgänger noch in der Übersicht direkt die Bomben gezeigt hat, plus ein Gesichts-Ikon wo in der Affinität sie stehen, bekommt man dies hier nun erst gezeigt, wenn man den Charakter für die genaue Info anklickt. Eine Kleinigkeit, aber schon merklich, wenn Yuu mal wieder sagt, dass eine der Attention Whores bitchy geworden ist, und man sich erst durch alle Jungs durchklicken muss, um herauszufinden, wen man genau jetzt auf ein Mitleids-Date einladen muss.

Ich versuch dich nur aus dem Weg zu schieben, weil WALHAI <3

Ich versuch dich nur aus dem Weg zu schieben, weil WALHAI <3

Was ich ganz nett fand ist, dass das natürlich immer noch viel auf Statistiken von Statuswerten gemünzte Spiel etwas belebter wirkte, und Spielercharakter Ms Dre Ary 2.0 nicht mehr der Mittelpunkt des Universums der Charaktere zu sein schien. Jedenfalls habe ich hier wesentlich häufiger mal die anderen Charaktere dabei angetroffen, wie sie sich untereinander unterhalten haben. Häufiger mal eine nette Mail von den BFFs bekommen. Niedlich auch, dass jeder Charaktere eine andere Legende, die sich um den Leuchtturm ranken soll, zu kennen scheint. Und Charaktere aus dem ersten Spiel sieht man als kleines Schmankerl auch hier und dort mal in den Hintergründen der Dating-Spots. Oh, und im Aquarium gibt es eine Walhai-Ausstellung, somit hat 2nd Season eindeutig schon mal gegenüber 1st Love gewonnen. Zu schade das die Kerle sauer werden, wenn man sie mehrmals nacheinander zur gleichen Lokalität einlädt, sonst wäre es immer das Aquarium geworden.

Zusätzlich sind die Bishounen diesmal attraktiver, nehme ich mal an, zumindest habe ich hier mehr in eine Liebesbeziehung zu Stalkerin Ms Dre Ary 2.0, die gern mal zu spät kommt, hinein ge-Stockholm-Syndrom-ed gehabt, als im vorigen Spiel. Sechs von acht Hauptcharakteren und zwei von drei (bzw. vier) Geheimcharakteren, um genau zu sein. Ganz oberflächlich wie ich nun Mal bin, hab ich einfach von jedem schnell mal den Namen gegoogelt gehabt, und dann eine Liste der schlicht optischen Attraktivität gemacht, mit 3 A-Rang-Kerlen, die zuerst gestalked wurden, 2 B-Rängen für anschließend, und 3 C-Rängen falls ich dann immer noch Bock hab. Wobei die Attraktivität der Charaktere in einem TokiMemo sowieso von Artwork zu Artwork fluktuieren kann, aber hat schon ungefähr hingehauen.

Im Butler-Kostüm ist er nicht so unbeliebt

Im Butler-Kostüm ist er nicht so unbeliebt

Shiba Katsumi war das erste Opfer in meinem Jagdrevier, da er einfach von allen Charakteren mit Abstand am besten aussieht. Kurioserweise stellte sich heraus, dass er der Sportler-Archetyp des Spieles ist, ich also erneut jenen zur ersten Wahl gemacht hatte. Er ist der dunkle, große und coole Typ. Hat allerdings einen netten trockenen Humor (voller nicht unbedingt sofort erkennbarer Doppeldeutigkeiten) und ist ein Magnet an Haustier-Zuneigung. Ein wenig stoisch, vielleicht sogar ein wenig unsozial, und sogar etwas bemüht mysteriös zu erscheinen, hält er einen zunächst auf Distanz, kann aber nicht anders als unbewusst sich ständig zu sorgen und zu helfen wenn Not am Mann ist. Kann einen ziemlich mörderischen Blick auflegen, ist dafür umso niedlicher wenn aus der Reserve gebracht.

Seine Schulnoten sind nicht gerade gut, kümmert sich dafür aber auch bei einem selbst nur um Fitness- und Sozial-Status. Hat einen kleinen Narkolepsie-Einschlag, die Hälfte der Begegnungen mit ihm scheint er müde zu sein oder wird irgendwo wegdämmernd entdeckt. Es ist eine gute Idee dem Baseball-Club beizutreten, denn dem schließt er sich später an, wenn er übers Trauma weggekommen ist, dass er als Kind bereits mal ein Team ruiniert hat. Sein Traum ist entsprechend mal Profispieler und anschließend Coach zu werden. Im Gegensatz zu Suzuka im ersten Spiel geht seine Affinität allerdings sehr flux hoch, lädt er einen häufiger von sich aus zu Dates ein, und er ist auch der einfachste Skinship-Partner, und derjenige, der eher mal „greif ruhig noch etwas beherzter zu“ meint. Mag allerdings das Feuerwerk-Festival wohl nicht sonderlich als Date-Spot, aber einen einzelnen Fehler sei jedem gegönnt.

Ich hatte nie so attraktive Lehrer

Ich hatte nie so attraktive Lehrer

Weiter ging es mit Wakaouji Takafumi, dem Klassenlehrer des hiesigen Spieles. Ich hab es halt eher mit den erwachseneren Typen im Cast, immerhin bin ich ja selbst kein Teenager mehr. Waka-Sensei ist so ziemlich das Gegenteil von Himuro im Erstling, denn er ist ein leicht verplanter Typ, der immer zu Scherzen aufgelegt ist. Ein Teil davon ist sicherlich nur Show, aber er nimmt das Leben schon leichtherziger, und ist auch schon Mal zu oberflächlichen Flirts mit seinen Schülern bereit. Die sind natürlich genauso offensichtlich distanziert wie die meisten seiner Geschichten frei erfunden sind. Das alles macht ihn natürlich ziemlich beliebt bei seiner Schülerschaft. Als Pluspunkt liebt er Kaffee, als Minuspunkt hält er sich mehrere Katzen. Seine Kombi aus grünem Sweater und braunem Blazer ist ziemlich dorky, auf Dates läuft er allerdings hingegen überraschend stylisch rum. Im Prinzenkostüm zur Schulaufführung ist er auch ganz schick. Außerdem redet er gern von sich selbst in der dritten Person als „Lehrer“, was im Japanischen sicherlich funktioniert, in einer Übersetzung allerdings immer komisch klingt, hingegen allerdings zu seiner Persönlichkeit passt.

Natürlich hat er auch eine ernste Seite, als naturwissenschaftliches Genie das in Amerika studiert hat, dabei aber die spaßigen Seiten seiner Jugend verlor. Waka-Sensei leitet auch einen Klub, nämlich den der Leichtathletik, da er da ebenfalls ganz begabt drin ist. Etwas merkwürdig, denn die für ihn benötigten Statuswerte sind Intelligenz, Style und Sozial, Fitness ist nirgendwo zu finden. Netterweise nimmt er es einem aber auch nicht übel, wenn man seinem Klub bei allen Meisterschaften zum Verlust verhilft. Als Autoritätsperson ist es natürlich erneut so, dass man ihn nicht auf Dates einladen kann, sondern auf seine Einladungen warten muss.

Geht übrigens auf die Schule von 1st Love

Geht übrigens auf die Schule von 1st Love

Akagi Kazuyuki ist der letzte A-Rang-Typ gewesen. Nach einem normalen Mitschüler, einem nicht auf Dates ausführbaren Lehrer, nun auch das dritte Schema an Kerl: Der Geheimcharakter. Er stammt noch aus der PS2-Version und ist genauso einzufangen, wie Chiharu aus dem Vorgänger: Einkaufen gehen. Statt nur über Mails mit ihm zu kommunizieren, trifft man ihn allerdings regelmäßig beim Nachhauseweg zufällig an, was normalerweise in einem kleinen Streitgespräch und anschließendem gemeinsamen Gelächter endet, weil man sich halt doch sympathisch ist. Er ist beliebt, schlau, und sieht gut aus, und dadurch das man bei den Geheimcharakteren immer etwas wenig Interaktionen hat und die drei Jahre wenig gefüllt bekommt (da Hauptcharaktere sie überschreiben kann man nicht mal nebenher mit anderen ausgehen, sonst läuft man Gefahr, sich die Geheimcharaktere auszuschließen), ist er dennoch ein wenig langweilig. Gerade wo zwischen den ersten Begegnungen und dem Finale seiner Route gut ein Jahr ohne jegliche Treffen liegen können. Zumal ich das Ende nicht so sehr mag, weil es einen selbst schlecht aussehen lässt, da sich der Spielercharakter nach einem kleinen einfach auszuräumenden Missverständnis wie eine bipolare Wahnsinnige aufführt, und der eigentlich unschuldige Akagi das umständlich wieder glattbügeln muss. Ich hasse solch forciertes unlogisches Drama in Romanzen.

Manchmal wirkt er ja schon etwas jung

Manchmal wirkt er ja schon etwas jung

Mit Komori Taku kommen wir eigentlich zu einem Kerl, den ich bei C eingeordnet, aber dann doch schon hier erobert hatte. Hauptsächlich deswegen, weil er ein weiterer Geheimcharakter ist, und es natürlich sinnig war, beide in einem Durchgang zu erobern, erst gegen Ende eine der beiden Routen zu finalisieren, eben weil die drei Jahre sonst noch langweiliger gewesen wären. Der Name des DS-exklusiven Charakters ist dabei Programm, denn Taku ist ein Hikikomori. Ein paar Monate ins zweite Schuljahr hinein stellt Wakaouji den schüchternen Kerl der Klasse als neuen Mitschüler vor, anschließend kommt er nie wieder zur Schule, sondern verschanzt sich zu Hause. Mit dem richtigen Sozialwert und ihn täglich nach der Schule in seiner selbstgemachten Falle zu stalken, weicht er langsam auf. Der Kerl mit der schwammigen Persönlichkeit macht natürlich die ganze „Mimimi, ich will keine Last sein“-Ansprache und mag den Strand und Delphine, die Serienvergewaltiger der Meere, aber ist doch ganz niedlich. Zumindest sobald man ihn davon überzeugt hat, wieder zur Schule zu kommen. Er wiederholt dann das zweite Jahr, ist also nicht mehr mit einem in der Klasse, hat einen schickeren Haarschnitt (definitiv ein Upgrade zu Rang B) und ist sogar ganz beliebt bei den neuen Mitschülern. Dadurch das man ihn später trifft und etwas mehr zum Erlegen arbeiten muss, wirkt seine Route halt nicht ganz so leer wie die von Akagi.

Die Nicht-Haartollen-Seite ist definitiv die Schokoladenseite

Die Nicht-Haartollen-Seite ist definitiv die Schokoladenseite

Hikami Itaru erinnert optisch ein wenig an Himuro-Sensei aus dem ersten Teil, und ist wohl auch mit ihm verwandt. Wobei seine merkwürdige Haartolle je nachdem, aus welchem Blickwinkel sein Artwork gezeichnet ist, ihn mal wie einen A-Rang und mal wie einen C-Rang aussehen lässt, von daher ist er auf Rang B ganz gut aufgehoben. Er ist der Intelligenz-Charakter (Sozial ist der Nebenstatus, der für seine Route nötig wird), hat einen Sitz im Schülerrat und ist als übertrieben strickter Kerl, der sich immer haargenau an die Regeln hält, natürlich nicht unbedingt bei seinen Mitschülern beliebt. Das erste Treffen mit ihm ist natürlich dementsprechend nicht ganz so positiv, und das zweite durch seinen lächerlichen Fahrradhelm auch nicht attraktiv zu nennen (nie mit ihm auf ein Bade-Date gehen, er hat eine passend schreckliche Badekappe auf). Eigentlich will er natürlich für alle nur das Beste, und muss über die drei Jahre hinweg lernen, wie er umgänglicher wird, um auch bei den Leuten anzukommen.

Er ist ein wenig altmodisch und steif, hat dadurch aber mit die größte Bandbreite an Emotionen auf den Dates parat. Während einige seiner Outfits wie bereits erwähnt desaströs sind, sieht er dafür im Skianzug wiederum gigantisch aus und hat auch einen der besseren Weihnachtsanzüge zu bieten. Sein Traum ist übrigens einen Doktortitel in Astrophysik zu haben und den Nobelpreis zu gewissen, an Ambition fehlt es ihm also nicht. Zum Ausgleich hat er allerdings auch eine Faszination fürs schnelle Fahren. Überrascht war ich ja etwas damit, dass er einen, sobald die Affinität hoch genug ist, doch sehr häufig zu Dates einlädt, statt schüchtern zu bleiben. Dafür ist er allerdings auch derjenige, der einem am direktesten beim Skinship darauf anspricht, warum man ihn so unnötig anheizt, um dann doch nicht die Beine breit zu machen.

Eines der wenigen coolen CGs von Harry

Eines der wenigen coolen CGs von Harry

Das andere B macht Hariya Konoushin aus, der lieber Harry genannt werden will. Eigentlich ein ganz attraktiver Charakter, sieht er mir im Prinzip einfach noch ein wenig zu Grün aus. Er ist der moderne und modebewusste Charakter des Spieles, und dementsprechend ist ihm schulische Leistung ziemlich egal, überraschend ganauso sehr das soziale Verhalten, sondern Style und Charme müssen trainiert gehalten werden. Er ist halt schon ein oberflächlicher Narzisst, der gern herum posaunt, dass mit ihm gesehen zu werden doch ein enormes soziales Statusupgrade für einen darstellt. Außerdem ist das Fashion Victim in einer Band und auch ansonsten von seiner Art eher extrovertiert, weswegen Dates im Einkaufszentrum oder beim Karaoke angesagt sind.

Außerdem ist er einer der dümmsten Charaktere, jedoch sehr unbeeindruckt davon, wenn man selbst in den Klausuren schlecht abschneidet. Das hat ihn alles auch was seine Persönlichkeit anbelangt nicht unbedingt zu meinem Liebling gemacht. Als die Fashion Icon des Spieles, wie das in japanischen Medien für Teeny-Mädels gern üblich ist, ist die Wahl seines Kleiderschrankes allerdings manchmal mehr als zweifelhaft. Er mag einen von allen Charakteren mit am schnellsten, was es allerdings anstrengend machen kann, um seine niedrig-rangigen CGs zu bekommen. Natürlich findet man später heraus, dass seine Arroganz zumindest zum Teil gespielt ist, er eigentlich mit Lampenfieber kämpfen muss. Außerdem ist er einer der Charaktere, die hinter die Fassade von Main Saeki geschaut bekommt, und ihn auf dessen Bullshit anspricht. Macht ihn wieder ein wenig sympathischer. Er ist und bleibt, selbst wenn er einen mag, allerdings recht Tsundere-ish von seiner Wesensart.

Immer besser, wenn nicht seine ganze Frisur im Bild ist

Immer besser, wenn nicht seine ganze Frisur im Bild ist

Masaki Motoharu leitet den C-Rang ein. Auch er ist ein leicht spezieller Charakter. Nein, er ist kein Geheimcharakter, sondern taucht schon ganz normal im Tokimeki Panel auf, und muss gewohnt über Dates und Statuswerte (Fitness und Sozial) gewonnen werden. Allerdings gehört er nicht zu den Mitschülern, sondern ist ein leicht älterer Student, der bereits von der Schule abgegangen ist und im Blumengeschäft arbeitet. Dort einen Teilzeitjob anzunehmen ist also sehr wichtig um ihn zu gewinnen. Als nettes Schmankerl ist dessen Boss die strickte Arisawa, eine der BFFs aus dem ersten Teil – diejenige die in Blumennarr Morimura verschossen war. Auch ihn kann man nicht auf Dates einladen, sondern muss auf ein Aktivwerden seinerseits warten, wobei seine Affinität allerdings auch Raketen-artig hoch geht.

Sein Haarschnitt lässt ihn schlechter aussehen, als er das eigentlich müsste, dafür ist er in seiner Lederjacke oder in seiner alten Schuluniform zum Anbeißen. Der eher leichtherzige Kerl, der es nur auf eine zweitrangige Uni geschafft hat, kann kochen, zieht einen gern auf, und hat eine Affinität für Horrorfilme (der Silent Hill OST ist ein gutes Geschenk für ihn) – alles Dinge, die ihn mir natürlich sympathisch machen. Witzig auch, dass er einen nicht zu Fuß nach Hause begleitet, sondern nach den Dates mit dem Auto fährt. Wobei man weiterhin im Skinship ihn hochgefährlich einen Handjob geben kann, was er auch entsprechend trocken kommentiert. Das er ständig davon redet, man habe sich einen silbernen Stern verdient, wenn man sich auf den Dates richtig verhält, ist allerdings schon etwas abturnend.

Rang C war schon etwas zu hart - zumindest optisch, nicht bei Persönlichkeit

Rang C war etwas zu hart – zumindest optisch, nicht in Persönlichkeit

Last und auch least haben wir dann noch Saeki Teru, den Main des hiesigen Spieles. Derjenige, der natürlich der Junge aus dem Flashback zu Spielbeginn ist, der sich mit Dre Ary die suizidale Legende um Meerjungfrau und ihren Geliebten angehört haben und sich ein Wiedersehen am Leuchtturm versprachen. Die ersten zwei oder so Bilder, die Google ausgeworfen hatte, waren vielleicht nicht die besten, denn eigentlich gehört er eher in Rang B statt auf Rang C. Aber egal. Als Poster Child benötigt er natürlich alle Statuswerte auf recht hohen Höhen, wobei alle anderen dadurch zwangsläufig angetroffenen Charaktere und ihre Bombendrohungen vom Hals zu halten die größerer Schwierigkeit ist, und ist dies dann irgendwo doch nicht ganz wert. Während das Verbrechen von Hazuki im vorigen Teil eigentlich lediglich war, dass er stinkend langweilig ist, hat Saeki mehr Persönlichkeit zu bieten.

Zu dumm nur, dass er ein Arschloch ist. Zumindest zur Protagonistin, denn die hat zu Spielbeginn entdeckt, dass er im Cafe seines Großvaters, das an den Leuchtturm angeschlossen ist, als Kellner arbeitet. Und da anstatt sich auf die Schule zu konzentrieren nebenbei auch zu arbeiten eher ungern gesehen wird, findet er gar nicht gut, dass Dre Ary sein Geheimnis kennt. Macht wenig Sinn, denn das Cafe ist sehr beliebt, gerade bei jungen Mädels, von daher ist es merkwürdig, dass das Spiel einem weismachen will, kein einziger anderer seiner Mitschüler oder Lehrer habe ihn dort je kellnern sehen. Allen anderen Leuten gegenüber zeigt er natürlich ein anderes Gesicht, denn Saeki Teru ist Fake ohne Ende. Als Prinz der Schule legt er großen Wert auf sein Aussehen, um cool zu wirken würde er allerdings seine kalkuliert-bemühte Unbemühtheit nie eingestehen, rangiert bei den Klausuren immer im oberen Bereich der Schulergebnisse, und ist scheiße freundlich zu allen Mitschülern. Außer zu uns, denn wir kennen ja bereits das Geheimnis, dass dies alles nur perfekt einstudierte Fassade ist, also nimmt er sich bei Dre Ary die Freiheit, ein unfreundlicher Miesepeter zu sein. Wie in solchen Romanzen für Teeny-Mädels üblich sollen wir das natürlich gut finden, immerhin zeigt er nur uns sein wahres Gesicht, macht ihn halt aber nicht weniger zum Arschloch. Außerdem gibt er uns gern mal „spielerische kleine“ Knuffs, die in einem CG aber eher aussehen, als würde er Dre Ary eine ordentliche Backpfeife verpassen.

Natürlich finden wir heraus, dass er unter enormen Stress steht. Er liebt seinen Großvater und das Cafe, seine strickten Eltern lassen ihn aber nur dann dort arbeiten, wenn es seine anderen Leistungen nicht einschränkt. Deswegen versucht er immer perfekt zu sein, es wird halt von seinen Eltern so erwartet. Und immerhin, sobald man sich um ihn bemüht hat, bekommt man schnell selbst raus, wie man ihn mit seiner eigenen Art ordentlich aufzieht und aus der Reserve gelockt bekommt. Ändert halt nichts am ersten desaströsen Mr. Grey Eindruck, den er hinterlässt. Überraschend hat er allerdings eigentlich einen sehr bodenständigen Traum, nämlich das Cafe zu übernehmen und eine Familie zu gründen. Dauert allerdings am Längsten, ihn auf die höchste Affinitätsstufe zu bringen, und die rosa Herzen im Skinship sind auf dem Albino teils echt schwer zu sehen. Und erneut… einige der Outftits, brrr. Was hat Japan nur mit diesen Jacken, die aussehen, als wäre eine Spezies an Stofftieren für ausgerottet worden? Oder das Prinzenoutfit beim Schulfest, einfach scheußlich.

"Warum mag keiner mein wahres Ich?" - fragte das Arschloch

„Warum mag keiner mein wahres Ich?“ – fragte das Arschloch

Und der Rest:
Beginnen wir doch mit Amachi Shouta, dem Shotacon-Charakter des Spieles. Der Schönling ist ein Jahr jünger, sieht aus wie 12, und ist schon alleine deswegen direkt von mir aussortiert worden. Man trifft ihn ab dem 2. Jahr automatisch, er ist Teil vom Cheerleader-Klub (japanisches Ouendan-Cheerleading, nicht die amerikanische Art), mag Süßigkeiten, hat Shiba als Ikone, und ist recht beliebt. Allerdings ist seine nette Persönlichkeit genauso fake wie die von Saeki, ich habe zumindest einen kleinen Eindruck darin bekommen, dass er eigentlich ebenfalls ein asoziales Arschloch ist. Und dann heult er noch rum, dass keiner sein wahres Ich mag. Tja, wenn man das wahre Ich nicht zeigt, ist das schon klar. Wenn das wahre ich auch noch ein mieser Charakter ist, umso mehr.

Christopher Weatherfield ist der an den Kunst-Wert gebundene Charakter. Wie Shiki im ersten Teil ist mir der langhaarige Kerl zu weibisch, wenn er auch nicht so ein arroganter Narzisst ist. Außerdem ist seine Frisur mit dem ganzen Hippie-Kram drin schrecklich. Der dümmste Charakter, ist er doch immer das Schlusslicht der Klausuren, noch unter Harry. Obwohl alles auf einen Ausländer schließen lässt, hat er jedoch einen Kansai-Dialekt und ein CG mag fast schließen lassen, dass er zu den Yakuza gehört? Keine Ahnung, sein künstlerischer Vandalismus und seine Weltfremdheit sind auch nicht gerade sexy.

Yuu kleidet sich immerhin besser, als einige andere Charaktere

Yuu kleidet sich immerhin besser, als einige andere Charaktere

Haben wir noch zwei Geheimcharaktere parat. Ein weiterer für die DS-Version ist Majima Tarou, ein Schönling den ich erneut aussortiert habe, weil diese eine Haartolle, die er hat, ihn absolut dämlich aussehen lässt. Am Ende des ersten Schuljahres trifft man ihn, wenn der Charmewert eine gewisse (sehr niedrig angesetzte) Höhe erreicht. Er soll wohl eine Art gefühlskalter Eiskönig sein, der mit den Herzen der Mädels spielt, aber ehrlich gesagt bin ich ihm immer ziemlich sofort aus dem Weg gegangen. Sieht halt auch aus wie Saeki mit schlechterer Frisur.

Dann haben wir noch den Nachbarsjungen Otonari Yuu. Ähnlich wie der kleine Bruder im Vorgänger ist er derjenige, der die Telefonnummern/Geburtstage der Charaktere kennt, und bei dem man die Beliebtheit auf dem Tokimeki Panel nachschauen geht. Zudem hilft er dabei Valentinstagsschokolade zu machen, und springt an Feiertagen ein, wenn man noch keinen festen Freund hat. Halt ganz niedlich und unterstützend eigentlich. Eigentlich. Der kleine Creep beobachtet Dre Ary beim Save-Bildschirm beim Schlafen, ugh. Außerdem kann man wohl tatsächlich, wenn man keinen anderen Kerl gewinnt, und viel Zeit mit Yuu verbracht hat, ein romantische Ende mit den 10-Jährigen bekommen. Nein danke, Konami.

Ich mag die zufälligen Treffen der Charaktere

Ich mag die zufälligen Treffen der Charaktere

Natürlich gibt es auch wieder 4 Mädels, deren Bekanntschaft man machen kann, erneut eine direkt, je nach Raumwahl zu Beginn des Spieles bei der Charaktererstellung, und dann wenn man einen gewissen Wert auf eine gewisse Höhe gebracht hat – meist zusammen mit dem Kerl, in den sie heimlich verliebt sind. Sportskanone Toudou ist ziemlich maskulin, groß und mit tiefer Stimme, kann schroff wirken, hilft aber eigentlich gern aus. Also sozusagen die weibliche Version von Shiba, bei dem sie zur Nebenbuhlerin werden kann. Heimlich sehr mädchenhaft ist ihr Hobby allerdings Nägel lackieren. Die hübsche und erwachsene Mizu habe ich wenig getroffen, machte auch keinen ganz so netten Eindruck. Die Magersüchtige wollte nie Kaffe mit mir trinken, weil dazu gibt es ja Kuchen. Außerdem scheint sie ebenfalls eine perfekte Fake-Persönlichkeit aufrecht zu erhalten. Eventuell ist sie sogar Yakuza. Manipuliert gerade Onoda auch sehr gerne. Sie mag glaub ich Chris.

Nishi ist die immer aufgedrehte leicht schusselige Style-Tussi, die einen oder auch irgendwie alle idolisiert. Mädchenhaft und dumm wie Brot, passt sie gut zu ihrem Harry. Offeriert nette Streitgespräche mit Amachi über die perfekte Süßigkeit. Onoda ist die Intelligenzbestie, die zusammen mit ihrem Augapfel Hikami im Schülerrat ist. Allerdings scheint sie nur ihm Zuliebe auf die Regeln zu pochen. Sie ist der von der Statur kleinste Charakter, und eigentlich echt ziemlich niedlich, was sie so auch gut an sich findet, statt komplett streng und strickt zu sein.