Handheld Horror: Resident Evil

Letztes Jahr habe ich ja Resident Evil in spielerischer Form auf der Wii etwas für mich entdeckt, und war besonders vom REmake des ersten Teiles sehr eingenommen. Ein wenig interessiert daran, wie sich das Original so spielt, war ich dann aber doch. Und der GBC-Prototype hatte vorher auch nicht sonderlich viel Befriedigung verschaffen können. Aber nicht nur die Wii ist eine Plattform, die mehr Horror zu bieten hat, als ihr landläufig zugetraut wird, sondern der DS steht dem auch nicht nach. Mit Deadly Silence hat der sogar einen Port des Originals inklusive Erweiterungen zu bieten, zu dem ich dann mal gegriffen habe, auch wenn die PSX-Versionen sicherlich billiger zu haben sind.

Was nicht bedeutet, dass Resident Evil DS nicht doch ein oder zwei kleine Verbesserungen bereithält. Zum einen basiert es schon Mal auf dem japanischen Original, nicht dem schwerer gemachten westlichen Release. Charaktere richten sich also via Auto-Aim automatisch nach den Gegnern aus, wenn sie ihre Knarre hochnehmen, statt manuell justieren zu müssen, und Ink Ribbons kommen in Dreiersets statt als Duo, sowie betitelt das Spiel die Kampagnen von Jill und Chris direkt transparent als Normal und Hard Schwierigkeitsgrad. Was im DS-Spiel zusätzlich drauf kommt ist, dass das Messer keinen Platz im arg begrenzten Inventar mehr einnimmt, sondern immer über L für einen schnelle Attacke bereitsteht, das Nachladen der Waffen schneller geht, und sich über einen Knopf schnell um 180° gedreht werden kann.

Nicht zwangsläufig einfacher, aber doch benutzerfreundlicher ist zudem, dass für die Karte und die Lebensanzeige nicht mehr jedes Mal ins Menü gesprungen werden muss, sondern sie auf dem oberen Bildschirm angezeigt werden. Die Türanimationen, die im Original nicht nur da waren, weil es ursprünglich als Remake von Sweet Home konzipiert war, sondern auch um die auf Modul nicht mehr vorhandenen Ladezeiten des CD-Mediums zu kaschieren, dürfen jetzt auch übersprungen werden. Und wer nostalgisch gegenüber den Deutschland-Releases vom zweiten und dritten Teil ist, kann sogar das Blut von Rot auf ein kinderfreundlicheres Grün umstellen! Wem übrigens selbst Jills normales Spiel noch zu fordernd ist, es gibt eine Tastenkombination, um Easy Mode freizuschalten, in dem die Charaktere nicht nur weniger Schaden nehmen und Gegner schneller besiegt sind, sondern auch die Munition verdoppelt wird.

Zu jener Hilfestellung habe ich nicht gegriffen, jedoch vorsichtheitshalber als Jill statt Chris gespielt. Die zwei Inventar-Slots mehr und keine Not zum Einsammeln von kleinen Schlüsseln ist doch viel netter. Ich war ein wenig überrascht, wie gut ich durch das Spiel gekommen bin. So halb durch das erste Begehen der Villa ging mir mal für zwei oder drei Zombies die normale Munition aus, aber gerade wenn man darauf achtet, mit der Schrotflinte für einen Headshot nach oben zu zielen, sollte man gerade so mit der Munition der beiden Standardwaffen im regulären Spielverlauf auskommen. Dadurch bleiben die Magnum und die Bazooka für Bosse und schwere Gegner im finalen unterirdischen Labor.

Durch das Original habe ich zudem erst REmake so richtig zu schätzen gelernt. Es ist schon erstaunlich, wie natürlich sich viele dessen Erweiterungen in das Spiel eingefügt haben, da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht gehabt, bzw. war eventuell natürlich auch das eine oder andere eine fürs Original erdachte aber nicht umgesetzte Idee. Gerade das Treffen auf die Haie ist unglaublich unspektakulär im Original, viele der überarbeiteten oder neuen Puzzle sind im Remake besser, und bietet die Villa einige neue Treppen und Flure, die das Erkunden wesentlich angenehmer machen. Abgesehen davon bin ich im Gegensatz zur restlichen Welt auch nicht ein super großer Fan des (auf dem DS wie alle Sequenzen zusätzlich unglaublich grobkörnigen) Live Action Intros. Allgemein ziehe ich die schnieke Optik vom REmake dem Low-Budget-Look des Originals vor.

Aber das bedeutet nicht, dass man mit Deadly Silence nicht auch ganz gut fährt. Eine klar bessere Version zuerst zu spielen ist da selbstverständlich immer etwas unglücklich. Aber wie erwähnt hat mich das Original mehr dazu verleitet zu merken, wie gut die Verbesserungen im Remake sind, statt dazu zu denken, wie viel primitiver das Original doch war. Denn auch das macht was Atmosphäre, Spielverlauf, und Puzzeln angeht bereits vieles richtig.

Um den Leuten, die das Original bereits in- und auswendig kennen, dennoch einen Grund neben der Portabilität zu geben, warum man sich Deadly Silence holen könnte, kommt das Modul neben dem Classic Mode auch noch mit einem Rebirth Mode daher. Das ist im Prinzip nicht ganz unähnlich dem Arranged Modus aus dem Director’s Cut auf der PlayStation, zumindest vom Konzept her. Denn auch Rebirth würfelt die Verteilung von Gegenständen und Gegnern neu und ändert einige Puzzle ab (beispielsweise muss jetzt bei der Uhr im Esszimmer ganz wie im REmake die Zeit richtig eingestellt werden). Durchaus auch, in dem die Funktionen des DS wie das Mikrophon und der Touchscreen einbezogen werden, um beispielsweise durch Messerstechereien mit den Zombies in First Person zu kommen, die es manchmal beim Betreten eines neuen Raumes nun gibt.

Auch wurde versucht etwas mehr auf Action zu bauen, denn im Rebirth Mode gibt es wesentlich mehr Gegner und dadurch auch mehr Munition, im Gegensatz zum doch eher langsam schleichenden Original und dessen Fokus auf Puzzle übers Kämpfen. Und das ist letztendlich auch der Grund gewesen, warum ich im Rebirth Mode nicht weit gespielt hatte. Die Hauptkampagne ist zu ähnlich, während mich das viele Rumgeballer und die Messerkämpfe eher nervten statt forderten. Ich ziehe doch eindeutig den Classic Modus vor. So richtig für ein Action-Spektakel eignet sich das Original zwecks seiner Optik und der Tank Controls einfach nicht. Zur Befriedigung jenes Verlangens gibt es zudem auch ganz andere Resident Evils zur Auswahl.

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30 Guys in 2 Weeks: Tenni-Pri School Festival

Tennis no Oujisama oder auch Prince of Tennis oder in kurz Tenni-Pri ist eine jener Sport-Manga, die sich außerordentlicher Beliebtheit erfreuen, und das hauptsächlich dadurch, dass sie nicht nur wie üblich bei jenen mit männlichen Hauptcharakteren hauptsächlich ein Shonen-Publikum ansprechen, sondern durch die attraktiven Charaktere und viel Drama auch so einige Mädels einzufangen wussten. Eine Gemeinsamkeit, die man bei den meisten überdurchschnittlich beliebten Manga des Genres vorfindet. Das sieht man besonders stark am Merchandising zur Franchise, bei dem es mehr zielgerichtet an ein weibliches Publikum gibt als ein männliches. Versoftungen in Spiele beispielsweise gibt es nicht wenige, und ein beachtlicher Anteil sind Dating Sims/Visual Novels, bei dem ein weiblicher Charakter die männlichen Tennisspieler der Serie abgreifen darf. Konami dachte sich wohl, wenn sie schon die Videospiel-Lizenzrechte der Serie haben, kann man die gleich auch auf Tokimeki Memorial Girl’s Sides  Engine anwenden.

Das Opening schmeißt einem dann auch gleich mal mehrere Dutzend Glamour-Shots von verschiedenen attraktiven Kerlen entgegen, die mir als Nicht-Kenner der Materie natürlich alle nichts sagen. Und hier ist der Coup an der Sache: Die kann frau alle gewinnen. Denn nachdem man sich am Anfang typisch benannt hat, wobei üblich Konami Dating Sim auch eingegeben werden kann, wie der Name ausgesprochen wird, damit die Typen die geneigte Spielerin direkt ansprechen, um ihr Höschen etwas schneller feucht zu machen, wird ausgesucht welcher Schule man angehört. Tatsächlich sind dort 7 verschiedene zur Auswahl, mit jeweils drei bis zehn Mitgliedern des dazugehörigen Tennis-Clubs, was dazu führt, dass über 30 (in Worten: Dreißig!) Jungs angegraben werden können.

Unpersonalisierte Fragerunde.

Die Story ist nämlich wie folgt: Es ist Sommer und wie üblich auf japanischen Schulen bedeutet dies, dass ein Schulfest ausgerichtet wird. Aber ganz unüblich kommt es nicht dazu, dass die einzelnen Klassen der Schule jeweils einen Stand machen müssen, sondern es sind alle 7 Schulen, die am Kanto-Tennis-Turnier teilgenommen haben diejenigen, die Dinge auszurichten haben. Und zwar einen Stand planen und eine Bühnenvorführung vorbereiten. Das Ganze ist sozusagen ein weiterer Wettbewerb, denn wer durch Abstimmung am Ende die beste Leistung erbracht hat, gewinnt eine Reise nach Wimbledon.

Die Vorbereitungen vom ersten Planungsanlauf bis zum Schulfest decken allerdings nur knapp 14 Tage ab, wobei da auch noch zwei fürs Fest an sich und zwei für Dates draufgehen, man also eigentlich nur 10 Tage hat, um sich in das Herz eines Kerls zu stalken. Das scheint natürlich etwas arg kurz zu sein, aber hormonelle Teenie-Jungs sind jetzt auch nicht dafür bekannt, lange zu brauchen, um auf weibliche Reize anzuspringen. So ein Durchgang dauert letztendlich dennoch ein paar Stunden, was gerade so genug ist, um nicht langweilig zu werden. Und vor allem gibt es dafür auch eine Quantität an Jungs, wer will kann wie gesagt über dreißig Mal das Herz von jemandem gewinnen.

Frei fliegende Herzen.

Das Spiel ist dabei durchaus strukturiert wie ein Dating Sim. Sprich jeder Tag hat drei Zeit-Slots, zu denen entschieden wird, wo man sich hin bewegt. Die Karte zeigt netterweise direkt an, welcher Kerl wo ist, und auch hauptsächlich nur die aus dem eigenen Tennis-Club, um einen nicht ständig mit 30+ Namen zu überfordern. Manchmal kann über das Look-Kommando noch eine spezielle Auseinandersetzung angeschaut werden, die zu optionalen CGs und Gesprächs-Stichworten führt, die meiste Zeit wird allerdings direkt Talk mit dem Kerl ausgewählt. Wer keine der wenigen Spezial-Stichworte hat, bekommt bei jedem Kerl, je nachdem wie sehr der einen mag, so ein bis zwei Dutzend Standard-Themen wie über die Schule, Hausaufgaben, Tennis oder Freunde zu sprechen, die bei jedem Kerl gleich sind, aber nicht bei jedem Kerl an jedem Tag gleich gut ankommen. Natürlich kommt es auch immer mal wieder zu einer Spezialszene, in der der Kerl direkt eine Antwort abfragt. Gefällige Antworten geben Herzen, die langsam das Herz-Icon des Kerles auffüllen. Sogar Skinship gibt es, allerdings selten, wieder, denn manchmal trifft man den Typen auch zufällig vor oder nach der Schule auf dem Weg dorthin oder nach Hause. Wenn er einen begleitet, darf auch ruhig mal getatscht werden.

An zwei Tagen gegen Ende der beiden Wochen kommt es noch zu einem Date, zu dem die holde Männlichkeit einen einlädt, wenn er einen genug leiden kann, auf denen natürlich besonders viele Pluspunkte gesammelt werden können. Auf den letzten Tag geht es mit allen Schwimmen, Fanservice pur, in letzter Minute muss noch ein Problem mit dem Festival ausgeräumt werden, und dann findet jenes eben statt. Ist sein Herz am Ende des Spieles voll, wird sich die unsterbliche Liebe geschworen, die so hart über ganze zwei Wochen aufgebaut wurde. Credits, kurze Epilog-Szene und man darf sich einem anderen der drei Dutzend Kerle an den Hals werfen. Netterweise zeigt das Spiel übrigens in der Übersicht an, wenn am Anfang ausgesucht wird, welcher Schule die Treue geschworen wird, welche Kerle dort im Club sind und vor allem welche davon schon eingesackt sind, weil dies sicherlich auch schon mal vergessen werden kann, wenn man sich durch dreißig Kerle hurt.

Unnötige Mini-Spiele zum Collectathon Stofftier-Sammeln.

Ich habe dabei gesagt das dies hier wie ein Dating Sim strukturiert ist, denn letztendlich ist es strickt nach Tagen unterteilt, und es geht auch komplett nur darum am Ende einen Lebenspartner zu haben, eindeutig auf Tokimeki Memorial Girl’s Sides Engine im Book-Modus des DS läuft. Jedoch ist das Spiel eigentlich ein Romance Visual Novel, denn es gibt kein Gameplay. Mehr oder weniger zumindest. Einige Kerle warten schon immer mal wieder mit Tennis-bezogenen Minispielen auf einen, bei dem der Touchscreen des DS zum Einsatz kommt, jedoch sind die komplett optional und haben keine Auswirkung darauf ob oder wie schnell ein Typ eingetütet wird. Es werden keine Statuswerte oder sonst irgendwas erhöht, die sie präferieren. Nein, es geht komplett über die VN-Gespräche und die richtigen Multiple-Choice-Antworten auszuwählen.

Mit 30+ Kerlen und über 200 CGs bietet das Spiel also schon viel, besonders eben den Fans der Franchise. Da mir die Kerle natürlich absolut nichts gesagt haben, war es schon etwas schwerer, sich für sie zu interessieren. Ist nicht so, dass man nichts über sie herausfindet, aber in 10 Tagen kommt natürlich dennoch nicht ganz so viel bei rum und die Konversationen machen schon klar, dass Konami davon ausgeht, man kenne die Kerle und ihre Eigenheiten bereits aus dem Ursprungsmaterial. Ich bin dann mal wieder einfach hauptsächlich nach Optik gegangen, und habe mir einfach mal das willkürliche Ziel gesetzt dann Schluss zu machen, wenn ich von jeder Schule einen der Jungs erobert haben:

Hier hört dich keiner Schreien.

Tezuka aus Seigaku ist glaub ich einer der Hauptcharaktere der Franchise, immerhin wird die Schule als erste gelistet und hat am meisten gewinnbare Jungs, weswegen es sich wohl maßgeblich um sie drehen wird. Außerdem ist er der erwachsenen Captain des Clubs. Und insgesamt ziemlich der Nice Guy Typ. Zunächst etwas zu beschäftigt für Interaktionen, taut er schnell auf, ist immer nett und verständnisvoll, empfiehlt diverse Bücher und hilft bei den Sprachschwierigkeiten die aufkommen, da sie in ausländischen Sprachen geschrieben sind, und Übersetzungen in die Muttersprache scheinbar fürs gemeine Fußvolk sind oder so. Hat viele Bedenken man würde sich überarbeiten, und damit auch nicht ganz unrecht, denn irgendwann bricht man an einem Hitzekoller zusammen, wobei Tezuka einen natürlich auf die Krankenstation trägt. Entwickelt anschließend auch einen ziemlichen Beschützerinstinkt. Das Date mit ihm ist sich einen Film anzuschauen, und anschließend geht es zu einem Checkup für seine Schulter, was wohl Leuten, die das Ursprungsmaterial kennen, mehr bedeutet. In seinem Epilog geht es zusammen in die Berge wandern, damit keiner einen schreien hört, wenn der Serienmörder die gerade mal 2 Wochen kennende Sommerliebe umbringt.

Traditionelle Kleidung ftw.

Chitose ist bei Fudomine eingruppiert, gehört aber wohl nicht zu deren Tennis-Club. Denn jeder hat einen Kerl einer anderen Schule zum Austausch im Team, und bei Fudomine ist es eben Chitose. Leider hat mich der Small Talk mit ihm zu spät darauf aufmerksam gemacht, dass er grundsätzlich mit Sandalen durch die Gegend läuft (Stahlsandalen weil Shonen-Sport-Serien brauchen ihre quirky Trainingsmethoden), was schon ein enormer Abturner ist. Dafür kann er gut mit Muschis, kümmert sich nämlich um die ganzen streunenden Katzen der Gegend. Auch er hat eine Verletzung, nämlich einen blinden Fleck auf einem Auge, und auch er trägt einen zur Krankenstation, nachdem man von ein paar Kartons beinahe erschlagen wurde. Geht mit einem Shoppen und auf einen nächtlichen Rummel, wobei sein Casual Wear wesentlich attraktiver als sein Standard-Outfit ist. Und am Ende im Epilog geht es seine Eltern und kleine Schwester treffen.

Ein wenig arrogant schaut er ja schon aus.

Mizuki aus St. Rudolph ist einer der eifersüchtigen Typen. Das bedeutet es kommt bei ihm zu Affinitätsverlusten, wenn man einen anderen Kerl im gleichen Gebiet anspricht. Spielerisch etwas ätzend und als Charaktereigenschaft eh maßgeblich unsexy. Scheint ein guter Sänger zu sein, weswegen er ständig Halsbonbons lutscht, um seine Stimmbänder geölt zu halten, träumt außerdem davon mal ein Opernsänger zu werden. Sein Deal ist, dass er bald mit der Schule fertig ist und sich darum sorgt, ob er die Junior-Mitglieder bis dahin noch ausreichend auf Spur bekommt. Zudem übernimmt sich der Kontrollfreak gern was Arbeit angeht und man muss ihm beibringen, dass er ruhig etwas davon abgeben kann. Die Dates sind in einem französischen Restaurant und der Buchhandlung. Im Epilog hat er einem Tee gekocht, worüber er scheinbar auch sehr viel zu wissen scheint.

Übersetzung: Unkomfortable Wahrheiten.

Shiraishi ist bei Yamabuki einsortiert, allerdings eine weitere Aushilfskraft statt wirklich zum Tennis-Club der Schule zu gehören. Er ist ein harter Arbeiter, der einen selbst zielbewusst bevorzugt, und zudem sich wenig Gedanken darum macht, wie sehr er von Mädels umschwärmt wird. Umso überraschender ist es, wenn er plötzlich mit einem beim Bauen des Standes flirtet – sogar so überraschend, dass man sich prompt aus Unachtsamkeit verletzt. Hat eine Schwäche für Comedy und Okonomiyaki, was wohl beides gut zum Stereotyp des Kansai-Typus gehört. Zudem ist er erfrischend no-nonsens wenn es um sein Aussehen geht, es interessiert ihn nicht weiter, er ist sich aber voll bewusst, dass er attraktiv ist. Sein erstes Date ist strickt durchgeplant und geht natürlich prompt permanent micro-schief, beim zweiten geht es dann für den Liebhaber von giftigen Pflanzen passender in den botanischen Garten. Am Ende ist man in einer Fernbeziehung mit ihm, jedoch dürfen zu Weihnachten seine zwei Schwestern getroffen werden.

Galmour-Shot^10

Otori ist im Hyotei-Tennis-Club und ebenfalls der eifersüchtige Typ. Schade, denn von der Optik her ist er bisher der attraktivste Weizen im Spreu. Er ist sehr nett, beweist gute Manieren, und ist höflich und zuvorkommend, weswegen er auch prompt zur Bedienung im Cafe nominiert wird, welches sein Club für das Fest ausrichtet. Als 2. Fremdsprache hat er Deutsch gewählt, er spielt das Piano und deswegen in der Aufführung zum Festival Keyboard, und kennt sich mit der viktorianischen Ära aus, um das Cafe entsprechend aufzumotzen. Von daher ist er doch ziemlich der Classy-Archetyp. Und entsprechend bei den Mädels beliebt. Auch er hat einen heißeres Casual Outfit. Dass man sich physisch als Mädchen anstrengt, sieht er wie die meisten Nice Guys allerdings gar nicht gern, was schon etwas bevormundend ist. Die Dates sind auf einem Konzert, ein Besuch in einem Restaurant und im Freizeitpark. Und am Ende wird man sein Junior-Manager bzw. der seines Clubs.

Schaut ja schon etwas, als wollte er Pausengeld stehlen.

Amane aus Rokkaku ist ein weiterer Witzbold. Es gibt halt nur so viele Charakter-Archetypen für über dreißig Kerle. Wobei sein Humor mehr in schlechten Wortspielen liegt, über die keiner außer MC-chan lacht. Er selbst ist ziemlich überrascht darüber, dass sie ihn witzig findet, was schon ganz niedlich ist. Er sieht ziemlich durch den Wind aus, aber abgesehen davon, dass er sein Notizbuch verliert, in die er seine spontanen Witz-Erleuchtungen schreibt, ist er eigentlich ein recht netter und umgänglicher Typ, statt der Raudi, den sein Look zunächst suggeriert. Er bringt sogar Kindern das Tennis bei. Und ist Dates absolut nicht gewohnt, weswegen er sich etwas schräg benimmt, wenn es ins Aquarium geht. Was ihn schon zum Gewinner meines Herzens macht. Seine Club-Kollegen müssen ihn sogar etwas in die Romanzen-Richtung drängen, damit er sich seiner eigenen Gefühle bewusst wird. Beim Anschauen der Kirchblüten im Epilog sieht er sogar noch mehr wie ein Yakuza aus.

Auch hier ist ein freudiges Gesicht anders.

Sanada aus Rikkaidai ist auch eher der muffelig und aggressiv aussehende Typ. Hat aber nur Resting Bitch Face, und ist sich selbst nicht bewusst, was für einen Eindruck er macht. Oder das seine dazukommend strenge Art ihn eher einschüchternd wirken lässt. Allerdings ist er auch etwas arg dickköpfig und lehnt jede Hilfe bei der Arbeit ab, bis man von sich aus einfach so tut, als gäbe man in seinem Namen Ratschläge, damit die Sache schneller voran geht. Auch er muss eher in die Romanze getrieben werden, bevor er sich dessen bewusst ist – das erste Date mit ihm ist so gesehen beispielsweise gar keines, weil er den ganzen Club zum Strand mit einlädt. Im nächsten, diesmal nur zu zweit, beim Vergnügungspark macht es sein Gesicht wieder eher schwer zu erkennen, dass er sich freut. Am Ende wird man dann im Epilog schön brav seiner Familie vorgestellt, die wohl nicht häufig zu Hause ist.

Slow waltz into his heart: Princess Debut

ava-2099Mensch, da dachte ich schon fast am Grund des Brunnens an Dating Sims angekommen zu sein, zumindest wenn es um jene geht, die ich in Englisch spielen kann, da sowohl bei offiziellen wie den Übersetzungen von Fans eher Visual Novels bevorzugt werden. Und dabei übersehe ich ein Otome Dating Sim, dass 2008 auf dem DS weltweit released wurde! Von niemand anderem als den Shmup-erfahrenen Cave. Liegt vielleicht daran, und damit meine ich sowohl die Tatsache das es nicht als Dating Sim registriert wurde sowie die schiere Tatsache ein offizielles West-Release bekommen zu haben, dass es sich als Rhythm Game zu verkaufen versucht.

Ist auch eindeutig an die ganz junge Zielgruppe gerichtet, von daher eher simpel und einfach. Und hässlich wie die Nacht. Nicht nur ist das Charakterdesign an sich schon scheußlich, sondern neben den gewohnten 2D-Cutouts bekommt man auch extrem erbärmliches 3D in den Tänzen an sich auf die Augen gedrückt. Und hat man vielleicht vergessen bei der Charakterdesignerin CGs in Auftrag zu geben? Erklärt das, warum es das komplette Spielverlauf über kein einziges zu sehen gibt, und der Sepia-getünchte Rotz für die Endings schnell in der Mittagspause vom Praktikanten gezeichnet erscheint?

Übersetzung: Fantasy-Game-Logik hinterfragen ist Blödsinn

Übersetzung: Fantasy-Game-Logik hinterfragen ist Blödsinn

Aber hey, worum geht es denn überhaupt? Das Spiel beginnt mit unserer Dre Jr., die sich mit ihrer Klassenkameradin erst mal darüber unterhält, dass die fünf beliebtesten Jungs der Schule ja quasi Prinzen sind. Sich aber interessanterweise darüber lustig machend, was für käsige Sprüche die doch abturnend loslassen, bemerkend, dass in einem Spiel von einem Prinzen gesagt das genau die üblichen Dating-Sim-Klischeedinger wären. Hey, Princess Debut nimmt sich immerhin nicht immer ganz ernst, muss man dem Spiel schon zugute halten. Jedenfalls taucht eine Doppelgänger-Prinzessin auf, sobald Dre Jr. daheim ankommt, sich beklagend, dass sie in 30 Tagen auf einem Ball tanzen muss, dies aber weder beherrscht noch erlernen will. Also folgt Dre dem weißen Kaninchen in den Wandschrank, um deren Platz einzunehmen. Ich hab das Gefühl damit haben wir schon drei oder vier Märchen auf einmal verbaut.

Auf der anderen Seite gibt es nun tatsächlich 5 Prinzen, die wohl auch alle wie die 5 Mitschüler aus ihrer Welt aussehen. Müssen wir Dre zumindest so glauben, denn gesehen haben wir die nicht und werden wir auch nicht. Da muss man dann auch keine interessante Widersprüchlichkeit hinter den Doppelgänger-Gesichtern ansprechen, sondern kann die genau den gleichen Charakter haben lassen, die „echten“ Kerle werden wir eh nie kennenlernen.

Woraus die 30 Tage nun bestehen, ist zum einen im Märchenland umherlaufen, und schauen ob es nicht in den diversen Lokalitäten zu einer kleinen Szene mit einem der 5 Prinzen kommt, die uns den Charakter ein wenig näher bringen, viel gibt es zu ihrem Charakter eh nicht zu sagen. Und ein paar offensichtliche Antworten richtig zu geben, damit sie einen mehr mögen. Mögen sie Dre genug, sind sie sogar bereit ihren Tanzpartner sowohl beim Üben wie auch bei den offiziellen Bällen abzugeben. Stamina gibt es zwar im Spiel, sich zwischen den Ortschaften hin und her zu klicken verbraucht die aber nicht, sondern nur das Tanzen an sich. Lädt halt wenig zum Wiederspielwert ein, wenn man eh jeden Durchgang alle Szenen mit allen Prinzen sehen kann, da man sich eh frei überall rum bewegen darf. Ist nämlich nicht so, dass einen Prinzen als Partner zu haben mehr als ein oder zwei exklusive Szenen bietet, und wie gesagt, ein CG wird man sowieso auf den Dates nicht sehen.

Und die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Und die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Am Tanzen liegt also alles. Und das gestaltet sich in Form eines Rhythmus-Spielchens. Während die 3D-Missgeburten sich zu klassischer Musik auf dem oberen Bildschirm drehen, dürfen unten diverse Formen nachgezeichnet werden. Bonuspunkte gibt es, wenn man genau dann, wenn der Ball erscheint, ihn antippt, ein „Bad“ wenn man zu langsam die Figur nachzeichnet, für zu schnelles Zeichnen gibt es aber keinen Minus, man muss also nicht wirklich in Geschwindigkeit mit dem Ball bleiben. Ein wenig neben der Spur zeichnen ergibt auch immer noch ein „OK“, von daher ist das echt nicht schwer, zumal der obere Bildschirm einem auch anzeigt, was die nächsten paar Formen sein werden. Anschließend gibt es Punkte, und bei genug davon ein Level up, welches die Statuswerte erhöht und auch alle paar Level ein weiteres tanzbares Stück freischaltet, bis man alle 10 im Repertoire hat. Die werden natürlichen von Formen und Geschwindigkeit schwerer, aber es sollte wirklich kein Problem darstellen, gegen Spielende das Max-Level von 20 zu erreichen und mit Leichtigkeit den offiziellen Debütantinnenball zu meistern.

Es gibt übrigens auch noch Accessoires, die man ausrüsten kann, was aber nur beeinflusst, in welches Kleid sich die 3D-Monstrosität auf dem oberen Bildschirm wirft, auf das Tanzverhalten, die Punkte, oder Affinität der Prinzen wirkt sich das mal wieder gar nicht aus. Ist halt ein Versuch den Wiederspielwert dann doch zu erhöhen, da man nicht alle in einem Durchgang haben kann, schon alleine weil jeder Prinz vor dem Abschlussball ein exklusives darbietet. Wer auch immer das Spiel sieben Mal durchspielen will, nur um alle Prinzen gewonnen zu haben. Die sind nämlich alle nicht sonderlich attraktiv, alle nicht sonderlich interessant, geben wie gesagt keine CGs, und das repetitive Übungstanzen mehrmals jeden Tag mit wiederholt den gleichen Stücken ist auch nicht wirklich spannend. Der geneigten Spielerin stehen immerhin, um sich das kleinste Übel rauszupicken, zur Auswahl:

Wie ein Troll im Engelskostüm wird übers Tanzparkett geglitten

Wie ein Troll im Engelskostüm wird übers Tanzparkett geglitten

Klaus: So ziemlich er Hauptkerl des Spieles, ist er doch der perfekte Kerl ohne Persönlichkeit, kommt als einziger mit 2 Groupies, die ihm im späteren Spielverlauf gehörig auf den Keks gehen, und hat viel Screentime und eine Kindheitserinnerung an die Prinzessin.

Die wirklich meiste Screentime bringt dann aber doch Vince mit, der totale Arsch des Spieles. Das kindische Mistvieh nimmt nichts ernst, und lacht als einziger über seine fiesen Streiche, an denen es echt nichts zu lachen gibt. Fällt beim Pferderennen vom Gaul und verletzt sich den Fuß, und endlich hat auch mal sein Publikum lachen können. Und was biedert sich der an, man bekommt ihn so schlecht los, als wäre man mit Stollenschuhen in Scheiße getreten. Er ist der erste, der sich schon an Tag 4 als Tanzpartner anbietet, und wird das auch wiederholt bis zum letzten Tag machen.

Um gleich den nächsten schlimmsten Charakter aus dem Weg zu bekommen: Cesare. Mit das hässlichstes Design für den selbstverliebesten Charakter, der einen immer ganz widerlich Honey nennt. Und ein Ladykiller ist, zumindest flirtet er angeblich mit allem, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, auch wenn das Spiel wohlweislich nicht sagt, ob dies auch gut ankommt oder nicht.

debut04

Es wird sich doch nicht um Meinereiner gestritten werden? >:3

Liam hat auch nicht gerade ein attraktives Design. Gut haben die alle nicht, aber Liam ist auch so ziemlich an unterster Stelle einzuordnen, und passend zu seinem femininen Äußeren ist er auch etwas wischi-waschi sanftmütig, schlecht greifbar, und ich glaub man findet echt nichts über ihn heraus, außer das er sich mit Blumen gut auskennt.

Der schwarz gekleidete Luciano, der den Archetypen des coolen Kerls mit harter Schale aber auftauendem Kern darstellt, ist derjenige, den ich mir dann für meinen Durchgang als Jagdtrophäe herausgepickt hatte. Er hat einen schlechten Orientierungssinn und nimmt das Tanzen sehr ernst, und das war es an Charaktereigenschaften für ihn auch schon. Dummerweise verließ er mich an Tag 18 wegen eines königlichen Auftrags, und ich scheine beim Abschied die falschen Antworten gewählt zu haben, denn er kam nicht an Tag 29 für den Ball zurück, wie das eigentlich hätte geschehen sollen. Wow, das einfachste und geradlinigste und für die jüngste Zielgruppe gedachte Dating Sim ist ernsthaft das erste, bei dem ich eine Charakter-Route faile, wer hätte das gedacht.

Selbst der End-Text ist halbherzig hingeschludert

Selbst der End-Text ist halbherzig hingeschludert

Statt die sich an Tag 29 noch anbiedernden Vince oder Liam doch endlich als Tanzpartner zu wählen und ihr Ende zu sehen, bin ich auf das Trostpflaster des Geheimcharakters zurückgefallen. Wer am Ende wirklich keinen Tanzpartner unter den fünf Prinzen gefunden hat, darf mit dem weißen Kaninchen und Tanzlehrer Tony den Abschlussball bestreiten. Und solange man gewinnt, stellt sich heraus, dass der ein verwunschener Prinz war, der Albino-Jüngling sogar eine der attraktiveren in der Riege der Hässlichen ist, und somit war er derjenige, dessen Ende ich bekommen habe.

Wer sich gern langweilt und das Spiel tatsächlich erneut von vorn beginnt, kann ab dem zweiten Durchlauf dann auch auf den nun hinzugefügten Prinzen Kiefer treffen, der somit der zweite Geheimcharakter ist. Auch wenn man ihn nicht verpassen kann und ich ihn natürlich nie zu Gesicht bekam. Zumindest nicht live, ich hab mal im Internet geschaut… eine Belohnung würde ich das Design aber nicht nennen.

How to lose weight and get a guy: Love Revo!! DS

ava-2095Otometeki Koi Kakumei Love Revo!! ist ebenfalls ein schon etwas betagteres Dating Sim, das ursprünglich 2006 auf der PS2 erschien, also dem gleichen Jahr, in dem die Konsole auch Tokimeki Memorial Girl’s Side: 2nd Kiss erhielt. Einen Nachfolger bekam das Spiel zwar nie, war aber populär genug, um auf alle relevanten Plattformen portiert zu werden. Zunächst folgte es zwei Jahre später den Girl’s Sides auf den DS, sowie versuchte sich einen Platz auf dem eher Otome-armen und von 18+ Varianten dominierten PC zu ergattern, wieder zwei Jahre später folgte dann eine Version für die PSP. Und später sogar noch eine zweite, die statt ein direkter Port zu sein, das Gameplay etwas umänderte. Im Westen gibt es davon mal wieder keine, dank einer Fanübersetzung allerdings die DS-Version dennoch in Englisch spielbar – jedoch Vorsicht, der Patch muss auf das koreanische Release gezogen werden.

Das besondere Gimmick des Spieles lässt auch nicht lang auf sich warten, springt uns doch direkt zu Spielbeginn ein den ganzen Bildschirm füllender Klops von einem Mädchen entgegen. Das ist Hitomi, und Hitomi findet Mädchen heutzutage sind viel zu dünn. Que laugh track. Die Sache ist die, als kleines Mädchen war Hitomi mal ein total niedliches Idol, aber da sie die von Fans geschickten Süßigkeiten so zu schätzen wusste, und weil ihr Schwester-Komplex habender Bruder ihr freudiges Essgesicht so schön fand, wiegt sie nun 100kg. Que laugh track. Nur ziehen in die fünf leerstehenden Apartments des Gebäudes, in dem sie mit ihrem Bruder lebt, zufällig die 5 beliebtesten Jungs der Schule ein, denen bei der Vorstellung (ihren Eltern gehört das Gebäude, Hitomi und ihr Bruder sind also die Ansprechpartner der Mieter) beim Anblick von Hitomi erst Mal alles aus dem Gesicht fällt, und sie entweder direkt beleidigen, oder so dreinblicken, als wäre jemand Fettes ansehen zu müssen ein persönlicher Angriff gegen sie, sie komplett ignorieren. Que laugh track? Also beschließt Hitomi eine Diät zu machen, um wieder so niedlich wie früher zu werden, und isst am nächsten Morgen nur 3 Schüsseln Reis mit 2 Portionen Miso-Suppe und fünf Toastbrote zum Frühstück. Que laugh track??

Man muss sich ja jetzt auch nicht gleich mit der Schul-Queen vergleichen

Man muss sich ja jetzt auch nicht gleich mit der Schul-Queen vergleichen

Ich finde es je immer irgendwie interessant, wie Japaner sozial auf so viel Höflichkeit getrimmt werden, aber irgendwo gleichzeitig auch absolut kein Verständnis für Übergewichtige mitbringen. Und warum Fett-sein an sich scheinbar schon auf sich allein gestellt witzig ist. Das Opening von Love Revo DS hat absolut keine Pointe, sondern sagt Hitomi mehrmals direkt ins Gesicht „Du bist fett!“ oder „Du isst bestimmt gern… weil du fett bist, verstehst?“ und scheint zu denken, dies wäre witzig. Da ist nur so auf sich gestellt kein Witz drin, nicht mal ein fieser Witz, sondern das ist einfach nur fies.

Persönlich bin ich also schon mal voll mit an Bord der Diät. Nicht nur, weil 100kg eben echt Gesundheitsschädlich sind, sondern schon alleine aus primitiver Rache. Soll Hitomi doch das niedlichste Mädchen der Schule werden, so dass sich die Top 5 um sie streiten, nur damit sie alle abblitzen lässt, mit den Worten „Nein Danke, ich hab abnehmen können, wie du siehst, dein Charakter wird aber immer scheiße sein“. So ist natürlich nicht die Intention des Spieles. Immerhin sind wir hier ja in einem Dating Sim, also ist Hitomi natürlich der gewohnt nette Fußabtreter und natürlich soll man eigentlich alle 5 Jungs gewinnen wollen, egal was für einen schrecklichen Ersteindruck sie hinterlassen haben, von dem sich das Spiel in seiner Mentalität wahrscheinlich gar nicht gewahr war.

Das Spiel wird zugegeben dann auch besser, es ist charmanter geschrieben, als diese Anfangs-Narration wirklich glauben macht. Und nicht alle Jungs sind Arschlöcher. Der Kindheitsfreund von Hitomi, ihr Bruder, No.5 Souta, sowie Austauschschüler Kaede verhalten sich ihr direkt freundlich gegenüber, statt so zu tun, als sähen sie schon die ganze Arbeit vor sich, die es macht, diesen Wal wieder ins Meer zu ziehen. Und ganz schizophren, sobald man die Kerle besucht, sind auch der Rest sofort freundlich zu einem und bereit auf Dates zu gehen, was mal gar nicht zu jenem Anfang passt. Abgesehen von Ren, Ren ist immer ein Arschloch.

Ich liebe Onii-chan, aber will er nicht vielleicht, dass seine Schwester älter als 35 wird?

Ich liebe Onii-chan, aber will er nicht vielleicht, dass seine Schwester älter als 35 wird?

Zu Beginn mag Love Revo übrigens sehr komplex wirken, aber genau genommen ist es relativ simpel gestrickt, wenn man sich mit Dating Sims auskennt. Was vielleicht auch daran liegt, dass es hier tatsächlich von Vorteil ist, sich auf einen Kerl zu beschränken, und den Rest links liegen zu lassen, weil es sonst doch zu einfach ist, das Ende mit jenem nicht zu sehen. Dafür geht das Spiel auch nur über 12 Monate, ein Durchgang ist also relativ flockig hinter sich gebracht, und man kann sich das nächste Ziel vor die Flinte setzen. Nur sezt einem Love Revo auf den ersten Blick ganze 10 Stats entgegen, 5 die an die schulischen Leistungen gebunden sind, aber auch 5 zu renovierende Körperbereiche. Dazu dann noch das zu reduzierende Gewicht, sowie eine Hunger-Leiste, die wahrscheinlich besser als Stress-Leiste übersetzt wäre. Dafür gehen die Stats aber über ein Maximum von 100 nicht hinaus und die Kerle wollen das meist so zwischen 21 und 81 sehen, je nachdem ob sie viel oder wenig Wert drauf legen, sowie das Gewicht normalerweise irgendwo zwischen 45 und 60 Kilo sehen. Keine Ahnung wie groß Hitomi sein soll, wahrscheinlich nicht sonderlich, um zum zierlichen Mädchenideal zu gehören, aber 45kg ist natürlich auch schon herb niedrig. Aber Normalgewicht in Japan, gerade für Mädels, ist halt eher niedrig angesetzt. Hunger, was ich halt echt eher als Stress oder sogar Gelüste einordnen würde, geht mit jeder getanen Aktion langsam nach oben, kann durchs Essen von Snacks, die dafür das Gewicht natürlich wieder erhöhen, verringert werden. Oder halt die Heil-CD kaufen. Die zusammen mit dem Trimmdichrad + Sauna-Suit sind die besten Sachen, sich vom Geld zu kaufen, um schnell Stress und Gewicht zu reduzieren, und selbst die erforderlichen Statuswerte für die anspruchsvolleren Jungs lang vor Spielende zu erreichen.

Der Ablauf ist dabei weitestgehend gewohnt. Die Kerle auf Dates einladen kann man nur am Sonntag und Feiertagen, wobei hier kein Tag für ein Telefonat verschwendet wird, da man ja im gleichen Gebäude wohnt und einfach nur an der Tür klingeln muss. Statt auf ein Date an sich zu gehen, und dort die richtige Antwort für einen Zuneigungszuwachs zu geben, kann auch einfach nur zusammen Tee getrunken werden. Ist weniger Zuneigung, dafür lehnen sie das im Gegensatz zu Verabredungseinladungen aber auch nie ab. Mag einen ein Kerl genug, werden sie eh total anhänglich, und wollen ständig nach der Schule mit einem nach Hause, oder kommen Sonntags von sich aus vorbei. Montag bis Samstag sind dafür gedacht, sich um die Statuswerte zu kümmern, was man natürlich auch Sonntags und an Feiertagen machen kann, wenn denn gewollt. Grundsätzlich gibt es eine Aktion pro Tag auszuführen, jedoch ist das beim Sport etwas anders, hier hat man Stamina – 3 Punkte an normalen Tagen, 5 von an Sonn- und Feiertagen – die aufgebracht werden kann. Eine Runde auf dem Trimmdrichrad kostet beispielsweise 3 Punkte Stamina, eine Gesichtsmaske mit Zitronenscheiben nur 1en Punkt. Kommt halt darauf an was man macht, und welchen Körperbereich man anzugehen hat.

Sassy Pose! So viele Stats sind natürlich auch erst mal einschüchternd

Sassy Pose! So viele Stats sind natürlich auch erst mal einschüchternd

Wo der Minimalismus hinein spielt, weswegen ein Durchgang auch eben ziemlich flux von statten geht, ist das es viel vom Kleinkram von TokiMemo nicht oder nur in reduzierter Form gibt, aber immerhin mussten die auch drei Schuljahre füllen, statt nach einem vorüber zu sein. Beispielsweise gibt es keine Outfits zum Tragen, Teilzeitarbeit und Schulclub sind festgelegt, die Jungs präferieren keine Date-Spots, haben pro Lokalität und Frage nur ungefähr zwei Antworten, bis sie sich bereits wiederholen. Die Examen erwähnt das Spiel nebenbei, weil sie eben zu einem Schuljahr gehören, es gibt allerdings keine Ergebnisse und auch keinen Grund für sie zu lernen, viele der Spezialtage im Jahr, wie Valentinstag, das Sportfest, die Schulausflüge laufen ebenfalls weitestgehend automatisiert ab. Zusammen damit, dass es in der DS-Version gegenüber allen anderen kein Voice Acting gibt, und eben wenig Abwechslung in den Gesprächen mit den Kerlen steckt, ist das fast etwas langweilig, wobei hier definitiv die Kürze eines Durchganges wieder viel auscancelt. Und es ist ja nicht so, dass man solche Stat-Raising-Games nicht eh mit der Zeit etwas auf geistiger Automatisierung runterzockt, statt voll investiert zu sein.

Was jedenfalls positiv hervorzuheben ist, ist das einem Love Revo DS gut Feedback gibt, ob man gut mit einem Kerl steht, oder nicht. Die richtigen Antworten in den Szenen zu geben machen ein Ding-Geräusch. Ist auch wichtig, denn wie in TokiMemo den Kerl zu bekommen, solange man am Ende genug Zuneigung und die richtigen Stats hat, ist hier nicht gegeben, sondern es müssen auch die nötigen Szenen mit ihnen getriggert und darin die richtigen Antworten gegeben werden. Zumindest für das Liebes- statt Freundschafts-Ende. Zudem verstecken sich in den Szenen drei grün eingefärbte Passwörter, die nach dem Liebesende eingegeben noch einen kleinen Epilog mit dem Kerl freischalten. Direkt neben dem Apartment eines Kerles wird übrigens in einem farbigen Herz angegeben, wie sehr er einen mittlerweile mag, von Blau auf Grün auf Orange auf Pink gehend, und dann final das sich etwas schlecht vom Pink absetzende Rot. Und der immer hilfsbereite Onii-chan sammelt eifrig alle relevanten Infos zu den Kerlen, und präsentiert sie Hitomi am Ende eines Monats in einer Powerpoint-Präsentation. Sprich das Spiel zeigt einem schlicht, wie gut man mit den Kerlen steht, mit hilfreichen Icons welche Statuswerte bereits auf der nötigen Höhe sind, welche noch viel Arbeit brauchen, und wo man sich bereits angenähert hat. Das Spiel ist also in dieser Hinsicht sehr transparent gestaltet. Wobei ein OK in dieser Übersicht natürlich nur heißt, dass alle Statuswerte für den Kerl erfüllt sind, das Liebesende hängt wie gesagt dann immer noch an den richtigen Antworten in den richtigen Szenen. Dass man auf dem Pfad mit dem Kerl ist, erkennt man an seinem Icon im Save-Menü und einem Foto von ihm auf dem Handy. Und mit dem Quick-Save/-Load lässt sich sogar ein Date ganz gut forcieren, selbst wenn der Kerl zunächst ein paar Mal ablehnt, bis er sich seinem Schicksal fügt.

Nette Übersicht darüber, wo noch Baustellen zum Herzen des Kerls sind

Nette Übersicht darüber, wo noch Baustellen zum Herzen des Kerls sind

Weniger positiv hervorheben kann ich allerdings die Optik des Spieles. Den Elefant gleich mal aus dem Raum getrieben: Ich bin kein großer Fan von Yura. Ihre Charakterdesigns liegen mir an sich schon nicht, und wenn dann passt deren Eckigkeit eher in die frühen düsteren BDSM-Boys-Love-Games wie Enzai und Absolute Obedience, eher weniger in die fluffigen Wasserfarben-Romantik eines Love Revo. Aber auch so scheint die DS-Version nicht ganz so gut abzuschneiden, die Charakter-Cutouts für die Gespräche sind oft sehr pixelig ausgeschnitten und alles blendet etwas zu stark ineinander, als wären die eh schon sehr pastelligen Designs hier überbelichtet. Love Revo spielt sich anders als TokiMemo zudem nicht im Buchmodus, weswegen alles sehr klein zusammengequetscht auf dem unteren Bildschirm vonstatten geht, so dass man die weiße Entscheidung getroffen hat, zumindest den CGs mit den Charakteren eine Zoom-Funktion zu geben, die das gequetschte Komplett-CG mit der Textbox drüber dann auf den oberen Bildschirm zieht, und unten eine herangezoomte Version des Geschehens bietet. Das Spiel ist übrigens nicht ganz so reich an CGs, aber wie gesagt auch nicht sonderlich lang, wobei es zumindest nett gewesen wäre, den von Süßigkeiten herbeigerufenen 3 Fieberträumen um die Jungs noch eines zu geben. Und wenn schon der obere Screen fast ständig von irgendwas eingenommen wird, wäre hier vielleicht die Statusübersicht besser gewesen, statt der weniger häufig zu referenzierende Kalender. Na ja, ist halt ein Port von Dritten, statt die ursprüngliche Plattform des Spieles.

Dadurch, dass die Top 5, oder zumindest vier von ihnen, so einen schlechten ursprünglichen Geschmack bei mir hinterließen, und weil ich das Design an sich eben schon von vorneherein nicht attraktiv fand, wollte ich eigentlich auch nur die 3 netten Kerle gewinnen und dann weiterziehen. Aber wie das so mit Dating Sims ist, besonders eines welches in einem Durchgang so fix geht wie Love Revo, macht das Selbstverbesserungs-Stat-Raising irgendwie eine Suchtzone im Gehirn geil, und da man sowas mit halber Aufmerksamkeit nebenbei zocken kann, endete ich letztendlich mit 7 von den 9 Charakteren:

Warum bauen Japaner immer nur diese Mini-Schneemänner? Mehr Ambition, bitte!

Warum bauen Japaner immer nur diese Mini-Schneemänner? Mehr Ambition, bitte!

Zunächst mal haben wir da Toru, der Kindheitsfreund von Hitomi, der auch ebenfalls fett ist, und sie natürlich schon immer mochte, und auch so mögen würde, wie sie jetzt ist. Im Text zumindest, selbstverständlich muss auch für ihn an den Statuswerten geschraubt werden. Wie bei allen Non-Top-5-Kerlen sind seine Erwartungen allerdings nicht allzu hoch, und er nimmt Hitomi mit dem zweit-höchsten Gewicht von 64kg. Er ist halt schon ein wenig die Marke netter aber schüchterner Fußabtreter, und passend dazu ein Otaku, aber dennoch ein harter Arbeiter wenn es um das geht, was ihm wichtig ist. Vom Elternhaus bedingt anscheinend, denn sein Vater ist ein Mangaka und seine Mutter hat in ihrer Jugend Cosplay gemacht. Toru mag hauptsächlich Mecha-Anime, ist mit Hitomi im Drama-Club, und das scheinbar nicht nur wegen ihr, sondern weil er ein Faible für Filme und deren Erschaffung hat.

Ist dann auch so, dass er zwischendurch mal für einen Monat in die USA verschwindet, weil ein Manga seines Vaters eine Hollywood-Adaption bekommt, und Toru die Chance ergreift, hinter die Kulissen zu schauen. Durch einen Magenverstimmung und das Verlieren seiner Brille mit Austausch gegen Kontaktlinsen kommt er als Pretty Boy zurück (ich finde seinen Look ja dennoch ein wenig derpy), der natürlich prompt von den Mädels umringt wird, auch wenn er mit der Aufmerksamkeit wenig anzufangen weiß. Und ich dachte es wäre schon enorm, dass Hitomi über ein Jahr ihr Gewicht halbiert, Toru führt sie ordentlich vor, in dem er das in unter 2 Monaten schafft! Am Ende des Spieles gibt er Hitomi dann sein Liebesgeständnis in Form eines Scripts und der Epilog zeigt uns, dass während Hitomi zur Uni geht, er es bereits zum Regisseur gemacht hat. In den Träumen ist er übrigens ein Power Ranger, der Hitomi vor Gefahren rettet.

Kochen is sexy, aber deswegen musst du dir deine Hand nicht so verrenken

Kochen is sexy, aber deswegen musst du dir deine Hand nicht so verrenken

In Ryutaru hatte ich mich ja fast sofort verliebt. Er ist der Alkohol trinkende, Zigaretten rauchende, schlecht gelaunter Lehrer, der natürlich ein Herz aus Gold hat (er ist auch nicht der übliche Klassenlehrer, sondern mehr die Schulkrankenschwester), und sich ernsthaft um seine Schüler kümmert, aller herzhaft charmanter zynischer Kommentare zum Trotz. Er ist dann auch derjenige, der Hitomi bei einer gesunden Diät zur Seite steht, und ihr schon mal ihr Fast Food aus der Hand reißt, um ihr etwas selbst gekochtes in die Hand zu drücken. Immerhin ist er auch Lehrer des Kochclubs der Schule. Die sexuellen Witze, die er gern halbherzig macht, sind wieder etwas, wo das Anime-Klischee er Schulkrankenschwester ordentlich rein haut. Seine Attraktivität hängt maßgeblich davon ab, ob man ihn von der Seite zeigt oder nicht.

Seine Backstory besteht daraus, dass sein Vater einen Laden in der Einkaufsstraße hat, und Ryutaru so gut kochen kann, weil seine Mutter früh gestorben ist, und er sich und seinen Vater bekochte. Außerdem hat der Laden frisch Konkurrenz von einem Supermarkt bekommen. Und eine Exfreundin, die ihm das Herz gebrochen hat, nun aber zurückkommen will, ist auch noch involviert. Hitomi hilft ihm natürlich mit seinen Problemen, er lässt die Ex abblitzen, und gesteht die Liebe zu seiner Schülerin ein. Im Epilog leben die beiden zusammen. Die Traumsequenzen sehen ihn als Devil King, der sich in sein Opfer Hitomi verliebt.

Ich überlasse euch, den Kontext dieser Situation zu fantasieren

Ich überlasse euch, den Kontext dieser Situation zu fantasieren

Wo wir eh schon bei verbotenen Früchten waren, hab ich mit Onii-chan in die Vollen gelangt. Immerhin ist der (tatsächlich leibliche) Bruder von Hitomi der attraktivste Kerl im Cast und derjenige, der von Anfang an etwas obsessiv ihr mit Rat, Tat, und was sie sonst noch so alles begehren mag, zur Seite steht, und sie unreflektiert in jeder Lebenslage unterstützt. Da ist es schon fast etwas merkwürdig, dass auch er Statusaufbesserungen verlangt, darunter auch auf 59kg zu kommen, ganz egal wie sehr er meint das sie auch mit 100kg noch niedlich ist. Hier wäre vielleicht passender gewesen, ähnlich von Geheimcharakteren in TokiMemo einfach ein paar richtige Antworten in den richtigen Szenen zu geben, auch wenn natürlich dadurch seine Route spielerisch langweiliger wäre. Denn Onii-chan ist sogar der Geheimcharakter des Spieles, soweit man das so nennen will, denn er ist erst freigeschaltet, sobald man schon einen anderen Charakter in einem vorigen Durchgang gewonnen hat, taucht dafür ab dann aber auch ganz normal in der Liste auf.

Auf Dates verwöhnt und verhätschelt er Hitomi natürlich nach Strich und Faden, und ist sogar der einzige Kerl, der mit ihr alleine in den heißen Quellen den Sommerurlaub verbringt, die anderen männlichen Begleitpersonen nehmen auch Hitomis beide besten Freundinnen mit. Auf Fragen nach einer Freundin seinerseits oder wann immer Hitomi was von den anderen Jungs erzählt, wird er natürlich merkwürdig, weil Schwester-Komplex und so. Er muss Hitomi vor einem eifersüchtigen Kommilitonen seinerseits retten, gesteht dann aber auch ein, dass er sich – ob es ihr nun gut tut oder nicht – nie von Hitomi trennen können würde, geholfen durch ein Missverständnis, dass Hitomi bereits einen Freund haben könnte. Jahre später im Epilog leben die beiden immer noch zusammen, nicht ans hHeiraten denkend, sondern miteinander alt werden wollend. Im Traum ist er Hitomis Butler, was nicht weit ab der Realität angesiedelt ist.

Crawling under my skin~

Crawling under my skin~

Das waren die drei netten Kerle, die ich ursprünglich gewinnen wollte, doch da mir das zu wenig erschien, ging ich dann auch noch Kaede hinterher. Der zieht ein paar Wochen später als Austauschschüler in das Gebäude ein, und ist auch von Anfang an nett zu Hitomi. Seine extrem feminine Optik fand ich halt nicht so geil, aber wenn er überrascht drein guckt, oder die Haare zusammen hat, geht das wieder. Solange er nicht ein Date ablehnt, weil er den ganzen Tag mit Haarpflege belegt hat, oder davon spricht im Blumenarangement-Club zu sein, heißt das. Gibt einem hauptsächlich merkwürdig schräge Antworten, die vielleicht nur witzig gemeint sind, genauso wie seine schlechte Orientierung und allgemeine Verplantheit, egal wie niedlich und charmant, vielleicht nur Show sind. Als Plus ist übrigens die passiv-aggresive Queen Bitch Yukari in ihn verliebt, und es somit eine Freude, ihn ihr wegzuschnappen.

Wie sich herausstellt ist Kaedes Geheimnis nämlich, dass er eigentlich als Yukaris Bodyguard eingestellt ist, und wenn er in Auftragsmodus wechselt ganz kalt und emotionslos ist. Que in Linking Park. Nachdem der Vertrag mit Yukari beendet ist, und Hitomi sein Herz erweichen konnte, geht er erst mal einen „Vertrag“ mit ihr ein, auch wenn sie in keiner Gefahr schwebt, damit sie ein Jahr für sich haben. Im Epilog dann finden wir heraus, dass er immer noch als Bodyguard viel unterwegs ist aber mit dem Gedanken spielt für die beiden ein Haus zu kaufen, wo sie Küken aufziehen können. Awww. Die Kurzhaarfrisur steht ihm auch besser. Die Traumsequenzen haben ihn als Magier, der auf Drachen reitet – Metal!

Stein is best waifu

Stein is best waifu

In meinen Durchgängen der anderen Jungs bin ich dann im Sommer immer auf Masaki getroffen, der überraschend sich Sorgen macht, dass Hitomi ihre Diät übertreiben und sich einen Sonnenstich holen könnte. Da er also nur im Opening arschig war, und ich mehr spielen wollte, habe ich dann also auch die Nummer 2 der Schule gejagd. Da hat man natürlich viel weibliche Konkurrenz, die am Geburtstag und zum Valentinstag ebenfalls seine Aufmerksamkeit will. Auch bei den Englisch-Klausuren bietet er übrigens seine Hilfe an, da er lange Zeit seiner Kindheit in den USA verbrachte. Er mag RPGs und einen süßen Hund hat er auch noch, wie kann man da nicht weich werden? Na ja, dass er so in Tiere vernarrt ist, ist halt sympathisch, dass er in einigen Szenen aber eher borderline wie einer dieser „Tiere sind die bessern Menschen“-Honks rüberkommt, schon nicht mehr. Dabei versteht er sich mit allen sehr gut, und lädt auf den Sommerurlaub neben Hitomi und deren beiden Freundinnen die ganze Klasse mit ein. Die aktive Sportskanone ist halt sehr selbstbewusst, hilft dabei aber auch allen gern ihre eigenen Ängste zu überkommen.

Que in Linking Park. Aber dann ruiniert sein Geheimnis alles, wenn man rausfindet, dass er nur oberflächlich nett zu allen ist, aber niemanden wirklich nah an sich heran lässt. Denn als kleines Kind geriet er mit seinem besten Freund in einen Überfall, und der ist weggerannt und hat ihn im Stich gelassen. Und diese eine durchaus nachvollziehbare Reaktion eines Kleinkindes hat Masaki in seiner Dummheit dann als Auslöser genommen, sich zu entscheiden nie wieder jemandem zu trauen, selbst einer eigenen Familie nicht. Crawling under my skin~ Na ja, Hitomi akzeptiert auch seine kühlere Seite, wärmt ihn emotional etwas auf, und Jahre später sind sie dann zusammen das neue Jahr feiernd in New York. Die Träume über ihn sind relativ langweilig, er ist da ein im Wald lebender Jäger, der sich aber mit allen Tieren versteht.

Bei einem Krankheits-bedingten Zusammenbruch hilft Schlaf im Schoß statt stabiler Seitenlage

Bei einem Krankheits-bedingten Zusammenbruch hilft Schlaf im Schoß statt stabiler Seitenlage

Auch Ayato kam immer mal wieder vorbei, fragend ob er in den Prüfungen aushelfen soll, weswegen auch er ein Ziel wurde, da er nicht ganz so ein übler Kerl zu sein schien. Er ist so ein wenig das Gegenteil zu genki Rotschopf Masaki, da er auf Grund seiner Blutarmut wenig Energie hat und an keinen sportlichen Aktivitäten teilnehmen darf, passend dazu im Buchclub angesiedelt ist. Er gibt einem auch immer mal wieder Lesetipps, da er sich vom Hobby und dem Schriftstellerberuf seines Vaters aus eben mit der Materie auskennt. Er ist eigentlich ein ziemlich Lebensfroher Mensch, und hat überraschend oft auf flirtende Weise mit Hitomi gewitzelt. So sehr das Spiel übrigens betont, wie fragil er aussieht, so wenig Unterschied zeigt das samey Charakterdesign von Yura dies wirklich an, die Kerle sind alle gleich dürr, und sehen von Souta ausgenommen auch alle gleich alt aus.

Etwas aufgestöhnt habe ich dann spontan, als wir auch sein dramatische Geheimnis fürs letzte Spieldrittel herausfinden: Er hat halt doch keine einfache Blutarmut, sondern eine unheilbare Krankheit, wegen der er auch regelmäßig ins Krankenhaus muss. Aber haltet Linking Park noch zurück, denn ganz erwartet schlimm wird das nicht. Also schon dramatisch, weil er Hitomi nicht aufbürden will, ihm da beistehen zu müssen, und weil ein Krankenhausfreund mit gleichem Krankheitsbild auch noch verstirbt, aber man kann ihn schnell davon überzeugen, dass man das zusammen durchstehen wird und er nicht vor einem wegzulaufen hat, da er eh nicht weit kommen wird. Im Epilog gehen beide auf die gleiche Uni und es gibt Hoffnung auf ein Heilmittel. Auch seine Traumsequenzen sind etwas lahm irgendwelche unspezifischen Dinge in der Heian-Era.

Wer vor seiner Vergangenheit wegrennt, rennt auch seiner Zukunft davon ~Ein hohes Ross

Wer vor seiner Vergangenheit wegrennt, rennt auch seiner Zukunft davon ~Ein hohes Ross

Last und Least gab es dann Kennosuke. Der witzelte zwar immer mal mit mir, und wollte auch bei den Matheaufgaben helfen, aber ich kam über die schreckliche Cloud-Strife-Frisur, die auch noch super pixelig auf dem DS-Screen ausgeschnitten wurde, nicht hinweg. Aber dann bin ich ihm doch hinterher, und das war ganz gut so, er ist nämlich einer meiner präferierten Stereotypen. Kennosuke kommt vielleicht etwas unfreundlich zunächst rüber, weil er brutal ehrlich und direkt ist, aber es ist schnell klar, dass er das so gar nicht meint und er eigentlich trotz seines coolen Images ein echt lieber und schüchterner ist. Auch weil der Sohn einer Yakuza-Familie unterm Schatten seines Vaters stand und seine drei älteren Schwestern ihn gern ordentlich aufziehen aber auch zu Respekt gegenüber Mädels erzogen haben. Was Hitomi gleich für sich adaptiert, in dem sie ihn nämlich zum Mitfahren beim Sommerurlaub erpresst, damit sie das Yakuza-Geheimnis nicht in der Schule verbreitet.

Aber sein wahres düsteres Geheimnis? Kennosuke möchte gar nicht den Yakuza-Clan übernehmen, sondern lieber Konditor werden! Niedlich Kerle, die backen können, total aufmerksam sind, und im Notfall noch auf Gangster-Vermögen zurückfallen könnten? Jackpot, also verliert Hitomi keine Zeit ihn in seinem Traum zu unterstützen und wohnt der Auseinandersetzung mit seinem Vater bei. Im Epilog ist er dann auch schon bei einem erstklassigen Hotel angestellt und will Hitomi mit nach Frankreich nehmen, um dort zu leben. Auch hier sind die Träume irgendwas unsprezifisch-langweiliges, diesmal aus der Edo-Periode (wie gesagt, leider noch nicht mal ein nettes Kostüm-CG oder so mit dabei).

Hier die Top 5 Kerle, für die man feucht wird, geballt zusammen

Hier die Top 5 Kerle, für die man feucht wird, geballt zusammen

Der Rest:
Wäre diesmal ja nicht sonderlich viel. Der Top-Platz der Top 5 der Schule gehört Ren. Mit seinem üblichen Albino-Look der Hauptcharaktere dieser Spiele, auch wenn Love Revo nie wirklich einen der Kerle in den Mittelpunkt stellt, und ist genauso (anfänglich?) unfreundlich. Er ist derjenige der sich, auch später im Spiel getroffen, noch mit herablassenden Blick über Hitomis Gewicht echauffiert hat. Auf Bitches steh ich nicht, also war der keine Option für mich.

Souta, die 5 der Top 5 der Schule, ist da das genaue Gegenteil. Er ist der einzige der neuen Mitbewohner, der in der Eröffnungs-Szene nett zu Hitomi ist. Genau genommen hat er fast ein wenig Stalker-Tendenzen, scheint er doch etwas zu sehr von ihr eingenommen zu sein, wird auch wegen ihr Teil des Drama-Clubs. Für ihn braucht man mit 75kg zudem am wenigsten im Spiel abzunehmen (gerade die Top 5 wollen Hitomi eigentlich sonst alle bei 45-50kg sehen und verlangen auch sonst teils hohe Stats). Souta ist halt auch der sehr junge Shota-Charakter des Spieles, und damit sowieso gleich raus.

Bleiben noch drei Mädels im Cast. Rie und Yuu sind die besten Freundinnen von Hitomi, und bleiben das auch, hier gibt es keine falsche Konkurrenz um die Kerle. Sie immer in ihrer Diät und den Liebesangelegenheiten unterstützend, sind die beiden in den meisten Szenen für die Spezialtage ein netter Rahmen, haben jetzt aber auch nicht so viel Präsenz. Ähnlich steht es um Yurika, die Queen Bee/Queen Bitch der Schule, die etwas arrogant aber immer auf den Schein bedacht nie direkt Hitomi beleidigt, sondern nur passiv-agressiv mobt. So ganz ernst nehmen oder gar hassen konnte ich sie allerdings nie, weil sie abgesehen von Kaedes Route eh nach dem Opener kaum noch auftaucht.

Adventure Week #17: Nameless Game Eye

ava-2077Und damit kommen wir zum dritten japanischen Spiel der Woche, und zum dritten Sequel eines vorig bespielten. Vor zwei Jahren habe ich Nanashi no Game gespielt, letztes Jahr hat der zweite Teil seine Fantranslation spendiert bekommen, und somit kommt dieses Jahr Nanashi no Game: Me auf den Plan.

Stellt sich heraus, dass das blasse Geistermädchen mit den langen Haaren im Gesicht zu erlösen doch nicht das Ende des Fluches war. Denn als neuer Charakter, erneut ein Unistudent mit einem weiblichen und einem männlichem Freund zur Seite, laden wir uns das Game mit dem geglitchten Namen, und dürfen darauf warten, in 7 Tagen ums Leben zu kommen. Erneut schickt Sie und dahin, Ihn zu besuchen, weil er nicht mehr zur Uni auftaucht, und erneut finden wir nach dem kurzen Tutorial-Appartment die Leiche unseres Freundes. Unsere Freundin wird sogar später erneut beim Zugfahren ebenfalls verschwinden. Und der Professor steht uns mit Rat und weniger Tat zur Seite, wenn es darum geht, herauszufinden, warum der Fluch tatsächlich noch weiter existiert, und warum neben Sadako in Weiß nun auch Sachiko in Rot hinter uns her ist.

Es ist schon erstaunlich, wie gleich sich die beiden Spiele sind, sogar wenn es um die partizipierenden Charaktere und Beats in der Geschichte geht. Dabei ist die Hintergrundgeschichte diesmal nicht die gleiche, statt eine Familientragödie hat diesmal ein Drama zwischen drei Freunden den Fluch ausgelöst.

Was auf jeden Fall neu ist, ist das Gimmick, nachdem das Spiel benannt ist. Beim ersten Treffen aus des a la The Ring dem DS-Screen entsteigenden Blasse-Mädchen-mit-Haaren-im-Gesicht-Geist packt die uns nämlich beherzt ins linke Auge. Was dazu führt, dass jenes jetzt übernatürliche Dinge sehen kann. Nicht Geister, die sehen wir auch mit rechts, sondern hinterlassene Astralspuren, die diesmal angeklickt werden müssen, damit sich das verflucht 8bit-RPG melden kann, welches Neuigkeiten für die Handlung oder häufiger einen Weg offeriert, um sich um den Geist herum zu puzzeln.

Jemand hat mal geschrieben, dass Spiele wie Nanashi no Game, Ju-On oder Calling eine neue Well an Casual Horror darstellen. Simple Spiele mit simplem Kontrollschema, die in Japan hauptsächlich an Teenie-Mädels vermarktet sind, die sozusagen das Äquivalent eines kurzweiligen Popcorn-Horrorfilmes spielen wollen. Das passte tatsächlich sehr gut auf Nanashi no Game, bei dem man sich per Touchscreen-Gekritzel in Egoperspektive umgesehen hat, und hauptsächlich eigentlich nur geradlinige Korridore entlang rannte, dabei einem One-Hit-Kill-Geist ausweichend, bis sich ein neues Stück Story losbrach, oder der Tag schlichtweg beendet war.

Nanashi no Game: Me geht davon sicherlich nicht komplett weg, scheint aber doch darauf aus, etwas mehr spielerisch zu bieten. Ja, die Tage bestehen immer noch daraus, dass man ein kurzes Gespräch an der Uni hat, dann in 3D-Umgebung ein paar Gänge entlang läuft, immer mal wieder vom namenlosen Spiel unterbrochen wird, bis das Auffinden einer neuen Info den Tag beendet. Aber das Auftauchen der Geister hier ist weniger in der Form, dass man ihnen den einen Gang hinunter weg laufen muss. Stattdessen stehen sie häufiger mitten im Weg, und man muss sich entweder um sie herum schleichen, oder wie gesagt durch das mit der realen Welt in Verbindung stehende DS-Spiel einen Weg finden, sie aus dem Weg zu bekommen. Eine wahre Schwierigkeit offeriert das immer noch nicht, da sich eigentlich immer, sobald ein Geist erscheint, um den es kein herum gibt, einfach umgeschaut werden muss, wo das linke Auge den nächsten Kontaktpunkt zum verfluchten Spiel bereithält, dort dann mit dem Geist interagieren, und er verschwindet in der echten Welt. Aber das Spielgeschehen fühlt sich dadurch schon mal involvierter an, die beiden Welten an sich viel verbundener. Es ist auch schön, dass die Geschichte genau wie das Gameplay jetzt relativ gleichmäßig im RPG wie der realen Welt stattfindet, statt wie im Vorgänger es strickt zu trennen und dadurch beide etwas schal wirken zu lassen.

Zudem ist es echt praktisch, dass es Störflimmern im linken Auge gibt, wann immer ein Geist nahe ist, stärker je näher man ihm kommt. Wenn man doch mal vor einem Geist wegrennen muss, weiß man so, wie nahe er einem ist. Es war im Vorgänger manchmal leicht nervig, nie zu wissen, wann man sie abgehängt hatte, weil man beim langwierigen Umdrehen Gefahr lief, dass sie einen genau dann einholen würden. Jetzt weiß man immer, wann man sich in Acht nehmen muss, weil sie einem noch auf den Versen sind, oder eine Bedrohung im aktuell betretenen Raum auf einen wartet. Netterweise ist auch das Game Over aufbereitet worden, ein Ableben führt zu einem letzten sehr nahen Checkpoint.

Die gruselige Atmosphäre geht dem Sequel dadurch allerdings nicht ab. Es erschrickt sich immer noch überraschend leicht, wenn in der 3D-Umgebung plötzlich ein Spiegel zerbricht, eine Büste umfällt, Blut gegen ein Fenster spritzt, oder ein Fernseher plötzlich angeht. Das Flimmern im Auge mag einem ob eines Geistes alarmieren, trägt aber genau deswegen auch dazu bei, dass man automatisch unterschwellig aufgewühlter ist, sobald es einsetzt.

Es gibt übrigens neben dem eigentlichen verfluchten Spiel diesmal noch ein zweites. Ebenfalls durch Astralpunkte in der Umgebung, allerdings rote, können nun kleine Platformer-Challenges gespielt werden. Außerdem gibt es mehrere NES-Module optional zu sammeln. Und um den Wiederspielwert weiter zu erhöhen, neben einem besseren Ende wenn man gewisse Items im RPG gesammelt hat, sogar an einigen Tagen verschiedene Routen, da man sich aussuchen kann, welche von zwei Lokalitäten man untersuchen will.

Heh, Nameless Game: Eye ist eigentlich Echo Night 2 nicht unähnlich gewesen. Nicht nur vom Spielprinzip in First Person durch eine 3D-Umgebung zu laufen, und von Geistern gejagt zu werden. Sondern schlichtweg auch, dass ich von beiden die Vorgänger ganz Ok aber Verbesserungswürdig fand. Und bei beiden hat man genau das getan. Die Spiele sind zum Großteil ihren Vorgängern gegenüber gleich geblieben, bringen aber ein insgesamt runderes Spielerlebnis mit, da sie einem doch ein wenig mehr zu tun geben, und insgesamt alles besser zusammengehörig erscheint.

Season of 2nd Kisses: Return of the Dating Sim

ava-2020Ich glaube ich habe ein Sucht-Problem. Hallo, mein Name ist Kaoru, und ich kann nicht aufhören virtuelle Stereotypen zu daten. Über meine Comfort Zone der immer gleichen Abläufe die Statuswerte meines wesentlich talentierteren, schlaueren, und schöneren falschen Alter Ego sich erhöhen zu sehen, sowie minderjährige High-School-Schüler in meine Honigfalle zu locken, ist einfach momentan unwiderstehlich.

Tokimeki Memorial Girl’s Side also erneut, diesmal im zweiten Spiel mit Untertitel 2nd Kiss für die PS2, aber von mir natürlich als 2nd Season auf dem von Fans übersetzten DS-Port bespielt. Geändert hat sich abgesehen vom Cast der Charaktere zum Vorgänger wenig bis gar nichts.

Bestes Club-Add ever

Bestes Club-Add ever

Die Statuswerte bleiben natürlich gleich: Das Können des Mädels, durch deren Augen wir die Anime-Welt sehen, ist in Intelligenz, Kunst, Fitness, Soziales, Style und Charme unterteilt. Je nachdem, was sie von Montags bis Samstag für eine Aktivität ausübt, welchen Teilzeitjob sie hat, welchem Schulclub sie beigetreten ist, und mit welchen von vier Freundinnen sie Zeit verbringt, steigen und fallen diese entsprechend. Ein paar Tage zu verschlafen mindert den sich dadurch angestauten Stress wieder, und ein Taschengeld zum Einkaufen gibt es natürlich auch erneut.

Sonntags und an Feiertagen werden die Jungs auf Dates eingeladen, besagte Verabredungen dann auch begangen, oder eben in der Einkaufspassage ein Outfit gekauft, welches auf dem nächsten Date angezogen werden kann. Die Jungs dorthin einladen, wo sie gern sind, ihnen die Antworten geben, die sie gern hören, und dabei ein Outfit anhaben, welches ihnen gefällt, und schon gewinnt die haargenau auf sie abgestimmte Scheinpersönlichkeit langsam aber sicher deren Herz. Vernachlässigte Jungs werden sauer und schicken Bombendrohungen, müssen über Friedensverhandlungen an einem Date wieder beruhigt werden. Findet sogar alles in der gleichen Stadt mit den weitestgehend gleichen Lokalitäten des Vorgängers statt, auch wenn die besuchte Schule diesmal eine andere ist, statt an der sagenumwobenen Kapelle wird sich also am legendären Leuchtturm am Ende getroffen, um sich tru wuv for evurz and evurz zu deklarieren.

Bester Nebencharakter, Nichte vom Style-Blogger aus 1st Love

Bester Nebencharakter, Nichte vom Style-Blogger aus 1st Love

Gehabt ist das Gewinnen von individuellen Jungs eigentlich ziemlich simpel und einfach, vor allem wenn man merkt das zusätzliche Komplikationsfaktoren wie das Fashion Blog oder Horoskop ignoriert werden können, und zwischen zwei Outfit hin und her zu wechseln auch schon reicht, damit man den Jungs nicht langweilig wird. Der zweite Teil schien mir sogar noch etwas einfacher zu sein, dank netter Kleinigkeiten. Beispielsweise gibt es ein Coupon-Heft, welches bei den Einkäufen Rabatte einräumt. Außerdem bekommt man nun Mails, wenn die Spezialkleidung (Kleid, Yukata, Furisode) zum Verkauf stehen (was welchem Stil angehört wird jedoch immer noch nicht vorher verraten).

Wenn man beim Fragebogen, den der Lehrer zu Beginn verteilt, und der die Anfangsstatuswerte bestimmt, auf die fragwürdig persönlichen letzten zwei Fragen nach dem Traumtypen entsprechend antwortet, kommt es zu einem versehentlichen Kuss mit einem der Jungs zu Spielbeginn, was deren Ending-Voraussetzungen um einige Dates herabsetzt. Ein paar Antworten sind immer noch sehr random, einem Kerl, der das Feuerwerk bewundert zu sagen, dass man es für zu laut gehalten hat, kann merkwürdigerweise die perfekte Erwiderung sein, allerdings sagt das Mädel anschließend eh noch direkter als schon im Vorgänger, ob das nun eben eine schlechte, ok-ige, oder gute Antwort war. Zudem ist Skinship einfacher, wo wahlloser unerwünschter Körperkontakt im Vorgänger auch gut Negativeffekte haben kann, ist im zweiten Teil den Kerlen die Finger in die Augen zu rammen so gut wie immer positiv, egal wie häufig man es macht oder wie sehr sie einen mögen.

Heavy Petting Minigame im Auto

Heavy Petting Minigame im Auto

Stichwort Skinship, hier gibt es eine Neuerung. Wenn man genug gemocht wird und einen der Kerl anschließend nach Hause begleitet, kann es zu einem neuen Minigame kommen, welches ich einfach mal Heavy Petting nenne. Wir sehen den Kerl jetzt im Profil neben uns her laufen, haben eine gewisse Anzahl an Zeit, um die herumfliegenden Herzen auf ihm zu betasten. Das lässt das Herz auf dem anderen Bildschirm immer schneller schlagen, sein Kopf-Ikon immer roter werden, bis er irgendwann aufgibt und man ihn für kurze Zeit wild unter Herausfliegen von Herzen begrapschen kann, während er ungehalten vor sich hin stöhnt und am Ende gibt es einen weißen Flash. Mehr als nur ein wenig unbehaglich ein Minispiel, und die anschließenden Kommentare der Typen verkleiden die Tatsache, dass man sie gerade mehr oder minder zum Orgasmus sexuell belästigt hat, auch nicht gerade viel. Aber das neue Spielchen führt dazu, dass sie einen hier noch schneller mögen.

Seltsamerweise ist allerdings das Tokimeki Panel, welches der Nachbarsjunge an freien Tagen zeigen kann, um zu sehen wer einen wie sehr oder eben nicht mag, weniger übersichtlich. Wo der Vorgänger noch in der Übersicht direkt die Bomben gezeigt hat, plus ein Gesichts-Ikon wo in der Affinität sie stehen, bekommt man dies hier nun erst gezeigt, wenn man den Charakter für die genaue Info anklickt. Eine Kleinigkeit, aber schon merklich, wenn Yuu mal wieder sagt, dass eine der Attention Whores bitchy geworden ist, und man sich erst durch alle Jungs durchklicken muss, um herauszufinden, wen man genau jetzt auf ein Mitleids-Date einladen muss.

Ich versuch dich nur aus dem Weg zu schieben, weil WALHAI <3

Ich versuch dich nur aus dem Weg zu schieben, weil WALHAI <3

Was ich ganz nett fand ist, dass das natürlich immer noch viel auf Statistiken von Statuswerten gemünzte Spiel etwas belebter wirkte, und Spielercharakter Ms Dre Ary 2.0 nicht mehr der Mittelpunkt des Universums der Charaktere zu sein schien. Jedenfalls habe ich hier wesentlich häufiger mal die anderen Charaktere dabei angetroffen, wie sie sich untereinander unterhalten haben. Häufiger mal eine nette Mail von den BFFs bekommen. Niedlich auch, dass jeder Charaktere eine andere Legende, die sich um den Leuchtturm ranken soll, zu kennen scheint. Und Charaktere aus dem ersten Spiel sieht man als kleines Schmankerl auch hier und dort mal in den Hintergründen der Dating-Spots. Oh, und im Aquarium gibt es eine Walhai-Ausstellung, somit hat 2nd Season eindeutig schon mal gegenüber 1st Love gewonnen. Zu schade das die Kerle sauer werden, wenn man sie mehrmals nacheinander zur gleichen Lokalität einlädt, sonst wäre es immer das Aquarium geworden.

Zusätzlich sind die Bishounen diesmal attraktiver, nehme ich mal an, zumindest habe ich hier mehr in eine Liebesbeziehung zu Stalkerin Ms Dre Ary 2.0, die gern mal zu spät kommt, hinein ge-Stockholm-Syndrom-ed gehabt, als im vorigen Spiel. Sechs von acht Hauptcharakteren und zwei von drei (bzw. vier) Geheimcharakteren, um genau zu sein. Ganz oberflächlich wie ich nun Mal bin, hab ich einfach von jedem schnell mal den Namen gegoogelt gehabt, und dann eine Liste der schlicht optischen Attraktivität gemacht, mit 3 A-Rang-Kerlen, die zuerst gestalked wurden, 2 B-Rängen für anschließend, und 3 C-Rängen falls ich dann immer noch Bock hab. Wobei die Attraktivität der Charaktere in einem TokiMemo sowieso von Artwork zu Artwork fluktuieren kann, aber hat schon ungefähr hingehauen.

Im Butler-Kostüm ist er nicht so unbeliebt

Im Butler-Kostüm ist er nicht so unbeliebt

Shiba Katsumi war das erste Opfer in meinem Jagdrevier, da er einfach von allen Charakteren mit Abstand am besten aussieht. Kurioserweise stellte sich heraus, dass er der Sportler-Archetyp des Spieles ist, ich also erneut jenen zur ersten Wahl gemacht hatte. Er ist der dunkle, große und coole Typ. Hat allerdings einen netten trockenen Humor (voller nicht unbedingt sofort erkennbarer Doppeldeutigkeiten) und ist ein Magnet an Haustier-Zuneigung. Ein wenig stoisch, vielleicht sogar ein wenig unsozial, und sogar etwas bemüht mysteriös zu erscheinen, hält er einen zunächst auf Distanz, kann aber nicht anders als unbewusst sich ständig zu sorgen und zu helfen wenn Not am Mann ist. Kann einen ziemlich mörderischen Blick auflegen, ist dafür umso niedlicher wenn aus der Reserve gebracht.

Seine Schulnoten sind nicht gerade gut, kümmert sich dafür aber auch bei einem selbst nur um Fitness- und Sozial-Status. Hat einen kleinen Narkolepsie-Einschlag, die Hälfte der Begegnungen mit ihm scheint er müde zu sein oder wird irgendwo wegdämmernd entdeckt. Es ist eine gute Idee dem Baseball-Club beizutreten, denn dem schließt er sich später an, wenn er übers Trauma weggekommen ist, dass er als Kind bereits mal ein Team ruiniert hat. Sein Traum ist entsprechend mal Profispieler und anschließend Coach zu werden. Im Gegensatz zu Suzuka im ersten Spiel geht seine Affinität allerdings sehr flux hoch, lädt er einen häufiger von sich aus zu Dates ein, und er ist auch der einfachste Skinship-Partner, und derjenige, der eher mal „greif ruhig noch etwas beherzter zu“ meint. Mag allerdings das Feuerwerk-Festival wohl nicht sonderlich als Date-Spot, aber einen einzelnen Fehler sei jedem gegönnt.

Ich hatte nie so attraktive Lehrer

Ich hatte nie so attraktive Lehrer

Weiter ging es mit Wakaouji Takafumi, dem Klassenlehrer des hiesigen Spieles. Ich hab es halt eher mit den erwachseneren Typen im Cast, immerhin bin ich ja selbst kein Teenager mehr. Waka-Sensei ist so ziemlich das Gegenteil von Himuro im Erstling, denn er ist ein leicht verplanter Typ, der immer zu Scherzen aufgelegt ist. Ein Teil davon ist sicherlich nur Show, aber er nimmt das Leben schon leichtherziger, und ist auch schon Mal zu oberflächlichen Flirts mit seinen Schülern bereit. Die sind natürlich genauso offensichtlich distanziert wie die meisten seiner Geschichten frei erfunden sind. Das alles macht ihn natürlich ziemlich beliebt bei seiner Schülerschaft. Als Pluspunkt liebt er Kaffee, als Minuspunkt hält er sich mehrere Katzen. Seine Kombi aus grünem Sweater und braunem Blazer ist ziemlich dorky, auf Dates läuft er allerdings hingegen überraschend stylisch rum. Im Prinzenkostüm zur Schulaufführung ist er auch ganz schick. Außerdem redet er gern von sich selbst in der dritten Person als „Lehrer“, was im Japanischen sicherlich funktioniert, in einer Übersetzung allerdings immer komisch klingt, hingegen allerdings zu seiner Persönlichkeit passt.

Natürlich hat er auch eine ernste Seite, als naturwissenschaftliches Genie das in Amerika studiert hat, dabei aber die spaßigen Seiten seiner Jugend verlor. Waka-Sensei leitet auch einen Klub, nämlich den der Leichtathletik, da er da ebenfalls ganz begabt drin ist. Etwas merkwürdig, denn die für ihn benötigten Statuswerte sind Intelligenz, Style und Sozial, Fitness ist nirgendwo zu finden. Netterweise nimmt er es einem aber auch nicht übel, wenn man seinem Klub bei allen Meisterschaften zum Verlust verhilft. Als Autoritätsperson ist es natürlich erneut so, dass man ihn nicht auf Dates einladen kann, sondern auf seine Einladungen warten muss.

Geht übrigens auf die Schule von 1st Love

Geht übrigens auf die Schule von 1st Love

Akagi Kazuyuki ist der letzte A-Rang-Typ gewesen. Nach einem normalen Mitschüler, einem nicht auf Dates ausführbaren Lehrer, nun auch das dritte Schema an Kerl: Der Geheimcharakter. Er stammt noch aus der PS2-Version und ist genauso einzufangen, wie Chiharu aus dem Vorgänger: Einkaufen gehen. Statt nur über Mails mit ihm zu kommunizieren, trifft man ihn allerdings regelmäßig beim Nachhauseweg zufällig an, was normalerweise in einem kleinen Streitgespräch und anschließendem gemeinsamen Gelächter endet, weil man sich halt doch sympathisch ist. Er ist beliebt, schlau, und sieht gut aus, und dadurch das man bei den Geheimcharakteren immer etwas wenig Interaktionen hat und die drei Jahre wenig gefüllt bekommt (da Hauptcharaktere sie überschreiben kann man nicht mal nebenher mit anderen ausgehen, sonst läuft man Gefahr, sich die Geheimcharaktere auszuschließen), ist er dennoch ein wenig langweilig. Gerade wo zwischen den ersten Begegnungen und dem Finale seiner Route gut ein Jahr ohne jegliche Treffen liegen können. Zumal ich das Ende nicht so sehr mag, weil es einen selbst schlecht aussehen lässt, da sich der Spielercharakter nach einem kleinen einfach auszuräumenden Missverständnis wie eine bipolare Wahnsinnige aufführt, und der eigentlich unschuldige Akagi das umständlich wieder glattbügeln muss. Ich hasse solch forciertes unlogisches Drama in Romanzen.

Manchmal wirkt er ja schon etwas jung

Manchmal wirkt er ja schon etwas jung

Mit Komori Taku kommen wir eigentlich zu einem Kerl, den ich bei C eingeordnet, aber dann doch schon hier erobert hatte. Hauptsächlich deswegen, weil er ein weiterer Geheimcharakter ist, und es natürlich sinnig war, beide in einem Durchgang zu erobern, erst gegen Ende eine der beiden Routen zu finalisieren, eben weil die drei Jahre sonst noch langweiliger gewesen wären. Der Name des DS-exklusiven Charakters ist dabei Programm, denn Taku ist ein Hikikomori. Ein paar Monate ins zweite Schuljahr hinein stellt Wakaouji den schüchternen Kerl der Klasse als neuen Mitschüler vor, anschließend kommt er nie wieder zur Schule, sondern verschanzt sich zu Hause. Mit dem richtigen Sozialwert und ihn täglich nach der Schule in seiner selbstgemachten Falle zu stalken, weicht er langsam auf. Der Kerl mit der schwammigen Persönlichkeit macht natürlich die ganze „Mimimi, ich will keine Last sein“-Ansprache und mag den Strand und Delphine, die Serienvergewaltiger der Meere, aber ist doch ganz niedlich. Zumindest sobald man ihn davon überzeugt hat, wieder zur Schule zu kommen. Er wiederholt dann das zweite Jahr, ist also nicht mehr mit einem in der Klasse, hat einen schickeren Haarschnitt (definitiv ein Upgrade zu Rang B) und ist sogar ganz beliebt bei den neuen Mitschülern. Dadurch das man ihn später trifft und etwas mehr zum Erlegen arbeiten muss, wirkt seine Route halt nicht ganz so leer wie die von Akagi.

Die Nicht-Haartollen-Seite ist definitiv die Schokoladenseite

Die Nicht-Haartollen-Seite ist definitiv die Schokoladenseite

Hikami Itaru erinnert optisch ein wenig an Himuro-Sensei aus dem ersten Teil, und ist wohl auch mit ihm verwandt. Wobei seine merkwürdige Haartolle je nachdem, aus welchem Blickwinkel sein Artwork gezeichnet ist, ihn mal wie einen A-Rang und mal wie einen C-Rang aussehen lässt, von daher ist er auf Rang B ganz gut aufgehoben. Er ist der Intelligenz-Charakter (Sozial ist der Nebenstatus, der für seine Route nötig wird), hat einen Sitz im Schülerrat und ist als übertrieben strickter Kerl, der sich immer haargenau an die Regeln hält, natürlich nicht unbedingt bei seinen Mitschülern beliebt. Das erste Treffen mit ihm ist natürlich dementsprechend nicht ganz so positiv, und das zweite durch seinen lächerlichen Fahrradhelm auch nicht attraktiv zu nennen (nie mit ihm auf ein Bade-Date gehen, er hat eine passend schreckliche Badekappe auf). Eigentlich will er natürlich für alle nur das Beste, und muss über die drei Jahre hinweg lernen, wie er umgänglicher wird, um auch bei den Leuten anzukommen.

Er ist ein wenig altmodisch und steif, hat dadurch aber mit die größte Bandbreite an Emotionen auf den Dates parat. Während einige seiner Outfits wie bereits erwähnt desaströs sind, sieht er dafür im Skianzug wiederum gigantisch aus und hat auch einen der besseren Weihnachtsanzüge zu bieten. Sein Traum ist übrigens einen Doktortitel in Astrophysik zu haben und den Nobelpreis zu gewissen, an Ambition fehlt es ihm also nicht. Zum Ausgleich hat er allerdings auch eine Faszination fürs schnelle Fahren. Überrascht war ich ja etwas damit, dass er einen, sobald die Affinität hoch genug ist, doch sehr häufig zu Dates einlädt, statt schüchtern zu bleiben. Dafür ist er allerdings auch derjenige, der einem am direktesten beim Skinship darauf anspricht, warum man ihn so unnötig anheizt, um dann doch nicht die Beine breit zu machen.

Eines der wenigen coolen CGs von Harry

Eines der wenigen coolen CGs von Harry

Das andere B macht Hariya Konoushin aus, der lieber Harry genannt werden will. Eigentlich ein ganz attraktiver Charakter, sieht er mir im Prinzip einfach noch ein wenig zu Grün aus. Er ist der moderne und modebewusste Charakter des Spieles, und dementsprechend ist ihm schulische Leistung ziemlich egal, überraschend ganauso sehr das soziale Verhalten, sondern Style und Charme müssen trainiert gehalten werden. Er ist halt schon ein oberflächlicher Narzisst, der gern herum posaunt, dass mit ihm gesehen zu werden doch ein enormes soziales Statusupgrade für einen darstellt. Außerdem ist das Fashion Victim in einer Band und auch ansonsten von seiner Art eher extrovertiert, weswegen Dates im Einkaufszentrum oder beim Karaoke angesagt sind.

Außerdem ist er einer der dümmsten Charaktere, jedoch sehr unbeeindruckt davon, wenn man selbst in den Klausuren schlecht abschneidet. Das hat ihn alles auch was seine Persönlichkeit anbelangt nicht unbedingt zu meinem Liebling gemacht. Als die Fashion Icon des Spieles, wie das in japanischen Medien für Teeny-Mädels gern üblich ist, ist die Wahl seines Kleiderschrankes allerdings manchmal mehr als zweifelhaft. Er mag einen von allen Charakteren mit am schnellsten, was es allerdings anstrengend machen kann, um seine niedrig-rangigen CGs zu bekommen. Natürlich findet man später heraus, dass seine Arroganz zumindest zum Teil gespielt ist, er eigentlich mit Lampenfieber kämpfen muss. Außerdem ist er einer der Charaktere, die hinter die Fassade von Main Saeki geschaut bekommt, und ihn auf dessen Bullshit anspricht. Macht ihn wieder ein wenig sympathischer. Er ist und bleibt, selbst wenn er einen mag, allerdings recht Tsundere-ish von seiner Wesensart.

Immer besser, wenn nicht seine ganze Frisur im Bild ist

Immer besser, wenn nicht seine ganze Frisur im Bild ist

Masaki Motoharu leitet den C-Rang ein. Auch er ist ein leicht spezieller Charakter. Nein, er ist kein Geheimcharakter, sondern taucht schon ganz normal im Tokimeki Panel auf, und muss gewohnt über Dates und Statuswerte (Fitness und Sozial) gewonnen werden. Allerdings gehört er nicht zu den Mitschülern, sondern ist ein leicht älterer Student, der bereits von der Schule abgegangen ist und im Blumengeschäft arbeitet. Dort einen Teilzeitjob anzunehmen ist also sehr wichtig um ihn zu gewinnen. Als nettes Schmankerl ist dessen Boss die strickte Arisawa, eine der BFFs aus dem ersten Teil – diejenige die in Blumennarr Morimura verschossen war. Auch ihn kann man nicht auf Dates einladen, sondern muss auf ein Aktivwerden seinerseits warten, wobei seine Affinität allerdings auch Raketen-artig hoch geht.

Sein Haarschnitt lässt ihn schlechter aussehen, als er das eigentlich müsste, dafür ist er in seiner Lederjacke oder in seiner alten Schuluniform zum Anbeißen. Der eher leichtherzige Kerl, der es nur auf eine zweitrangige Uni geschafft hat, kann kochen, zieht einen gern auf, und hat eine Affinität für Horrorfilme (der Silent Hill OST ist ein gutes Geschenk für ihn) – alles Dinge, die ihn mir natürlich sympathisch machen. Witzig auch, dass er einen nicht zu Fuß nach Hause begleitet, sondern nach den Dates mit dem Auto fährt. Wobei man weiterhin im Skinship ihn hochgefährlich einen Handjob geben kann, was er auch entsprechend trocken kommentiert. Das er ständig davon redet, man habe sich einen silbernen Stern verdient, wenn man sich auf den Dates richtig verhält, ist allerdings schon etwas abturnend.

Rang C war schon etwas zu hart - zumindest optisch, nicht bei Persönlichkeit

Rang C war etwas zu hart – zumindest optisch, nicht in Persönlichkeit

Last und auch least haben wir dann noch Saeki Teru, den Main des hiesigen Spieles. Derjenige, der natürlich der Junge aus dem Flashback zu Spielbeginn ist, der sich mit Dre Ary die suizidale Legende um Meerjungfrau und ihren Geliebten angehört haben und sich ein Wiedersehen am Leuchtturm versprachen. Die ersten zwei oder so Bilder, die Google ausgeworfen hatte, waren vielleicht nicht die besten, denn eigentlich gehört er eher in Rang B statt auf Rang C. Aber egal. Als Poster Child benötigt er natürlich alle Statuswerte auf recht hohen Höhen, wobei alle anderen dadurch zwangsläufig angetroffenen Charaktere und ihre Bombendrohungen vom Hals zu halten die größerer Schwierigkeit ist, und ist dies dann irgendwo doch nicht ganz wert. Während das Verbrechen von Hazuki im vorigen Teil eigentlich lediglich war, dass er stinkend langweilig ist, hat Saeki mehr Persönlichkeit zu bieten.

Zu dumm nur, dass er ein Arschloch ist. Zumindest zur Protagonistin, denn die hat zu Spielbeginn entdeckt, dass er im Cafe seines Großvaters, das an den Leuchtturm angeschlossen ist, als Kellner arbeitet. Und da anstatt sich auf die Schule zu konzentrieren nebenbei auch zu arbeiten eher ungern gesehen wird, findet er gar nicht gut, dass Dre Ary sein Geheimnis kennt. Macht wenig Sinn, denn das Cafe ist sehr beliebt, gerade bei jungen Mädels, von daher ist es merkwürdig, dass das Spiel einem weismachen will, kein einziger anderer seiner Mitschüler oder Lehrer habe ihn dort je kellnern sehen. Allen anderen Leuten gegenüber zeigt er natürlich ein anderes Gesicht, denn Saeki Teru ist Fake ohne Ende. Als Prinz der Schule legt er großen Wert auf sein Aussehen, um cool zu wirken würde er allerdings seine kalkuliert-bemühte Unbemühtheit nie eingestehen, rangiert bei den Klausuren immer im oberen Bereich der Schulergebnisse, und ist scheiße freundlich zu allen Mitschülern. Außer zu uns, denn wir kennen ja bereits das Geheimnis, dass dies alles nur perfekt einstudierte Fassade ist, also nimmt er sich bei Dre Ary die Freiheit, ein unfreundlicher Miesepeter zu sein. Wie in solchen Romanzen für Teeny-Mädels üblich sollen wir das natürlich gut finden, immerhin zeigt er nur uns sein wahres Gesicht, macht ihn halt aber nicht weniger zum Arschloch. Außerdem gibt er uns gern mal „spielerische kleine“ Knuffs, die in einem CG aber eher aussehen, als würde er Dre Ary eine ordentliche Backpfeife verpassen.

Natürlich finden wir heraus, dass er unter enormen Stress steht. Er liebt seinen Großvater und das Cafe, seine strickten Eltern lassen ihn aber nur dann dort arbeiten, wenn es seine anderen Leistungen nicht einschränkt. Deswegen versucht er immer perfekt zu sein, es wird halt von seinen Eltern so erwartet. Und immerhin, sobald man sich um ihn bemüht hat, bekommt man schnell selbst raus, wie man ihn mit seiner eigenen Art ordentlich aufzieht und aus der Reserve gelockt bekommt. Ändert halt nichts am ersten desaströsen Mr. Grey Eindruck, den er hinterlässt. Überraschend hat er allerdings eigentlich einen sehr bodenständigen Traum, nämlich das Cafe zu übernehmen und eine Familie zu gründen. Dauert allerdings am Längsten, ihn auf die höchste Affinitätsstufe zu bringen, und die rosa Herzen im Skinship sind auf dem Albino teils echt schwer zu sehen. Und erneut… einige der Outftits, brrr. Was hat Japan nur mit diesen Jacken, die aussehen, als wäre eine Spezies an Stofftieren für ausgerottet worden? Oder das Prinzenoutfit beim Schulfest, einfach scheußlich.

"Warum mag keiner mein wahres Ich?" - fragte das Arschloch

„Warum mag keiner mein wahres Ich?“ – fragte das Arschloch

Und der Rest:
Beginnen wir doch mit Amachi Shouta, dem Shotacon-Charakter des Spieles. Der Schönling ist ein Jahr jünger, sieht aus wie 12, und ist schon alleine deswegen direkt von mir aussortiert worden. Man trifft ihn ab dem 2. Jahr automatisch, er ist Teil vom Cheerleader-Klub (japanisches Ouendan-Cheerleading, nicht die amerikanische Art), mag Süßigkeiten, hat Shiba als Ikone, und ist recht beliebt. Allerdings ist seine nette Persönlichkeit genauso fake wie die von Saeki, ich habe zumindest einen kleinen Eindruck darin bekommen, dass er eigentlich ebenfalls ein asoziales Arschloch ist. Und dann heult er noch rum, dass keiner sein wahres Ich mag. Tja, wenn man das wahre Ich nicht zeigt, ist das schon klar. Wenn das wahre ich auch noch ein mieser Charakter ist, umso mehr.

Christopher Weatherfield ist der an den Kunst-Wert gebundene Charakter. Wie Shiki im ersten Teil ist mir der langhaarige Kerl zu weibisch, wenn er auch nicht so ein arroganter Narzisst ist. Außerdem ist seine Frisur mit dem ganzen Hippie-Kram drin schrecklich. Der dümmste Charakter, ist er doch immer das Schlusslicht der Klausuren, noch unter Harry. Obwohl alles auf einen Ausländer schließen lässt, hat er jedoch einen Kansai-Dialekt und ein CG mag fast schließen lassen, dass er zu den Yakuza gehört? Keine Ahnung, sein künstlerischer Vandalismus und seine Weltfremdheit sind auch nicht gerade sexy.

Yuu kleidet sich immerhin besser, als einige andere Charaktere

Yuu kleidet sich immerhin besser, als einige andere Charaktere

Haben wir noch zwei Geheimcharaktere parat. Ein weiterer für die DS-Version ist Majima Tarou, ein Schönling den ich erneut aussortiert habe, weil diese eine Haartolle, die er hat, ihn absolut dämlich aussehen lässt. Am Ende des ersten Schuljahres trifft man ihn, wenn der Charmewert eine gewisse (sehr niedrig angesetzte) Höhe erreicht. Er soll wohl eine Art gefühlskalter Eiskönig sein, der mit den Herzen der Mädels spielt, aber ehrlich gesagt bin ich ihm immer ziemlich sofort aus dem Weg gegangen. Sieht halt auch aus wie Saeki mit schlechterer Frisur.

Dann haben wir noch den Nachbarsjungen Otonari Yuu. Ähnlich wie der kleine Bruder im Vorgänger ist er derjenige, der die Telefonnummern/Geburtstage der Charaktere kennt, und bei dem man die Beliebtheit auf dem Tokimeki Panel nachschauen geht. Zudem hilft er dabei Valentinstagsschokolade zu machen, und springt an Feiertagen ein, wenn man noch keinen festen Freund hat. Halt ganz niedlich und unterstützend eigentlich. Eigentlich. Der kleine Creep beobachtet Dre Ary beim Save-Bildschirm beim Schlafen, ugh. Außerdem kann man wohl tatsächlich, wenn man keinen anderen Kerl gewinnt, und viel Zeit mit Yuu verbracht hat, ein romantische Ende mit den 10-Jährigen bekommen. Nein danke, Konami.

Ich mag die zufälligen Treffen der Charaktere

Ich mag die zufälligen Treffen der Charaktere

Natürlich gibt es auch wieder 4 Mädels, deren Bekanntschaft man machen kann, erneut eine direkt, je nach Raumwahl zu Beginn des Spieles bei der Charaktererstellung, und dann wenn man einen gewissen Wert auf eine gewisse Höhe gebracht hat – meist zusammen mit dem Kerl, in den sie heimlich verliebt sind. Sportskanone Toudou ist ziemlich maskulin, groß und mit tiefer Stimme, kann schroff wirken, hilft aber eigentlich gern aus. Also sozusagen die weibliche Version von Shiba, bei dem sie zur Nebenbuhlerin werden kann. Heimlich sehr mädchenhaft ist ihr Hobby allerdings Nägel lackieren. Die hübsche und erwachsene Mizu habe ich wenig getroffen, machte auch keinen ganz so netten Eindruck. Die Magersüchtige wollte nie Kaffe mit mir trinken, weil dazu gibt es ja Kuchen. Außerdem scheint sie ebenfalls eine perfekte Fake-Persönlichkeit aufrecht zu erhalten. Eventuell ist sie sogar Yakuza. Manipuliert gerade Onoda auch sehr gerne. Sie mag glaub ich Chris.

Nishi ist die immer aufgedrehte leicht schusselige Style-Tussi, die einen oder auch irgendwie alle idolisiert. Mädchenhaft und dumm wie Brot, passt sie gut zu ihrem Harry. Offeriert nette Streitgespräche mit Amachi über die perfekte Süßigkeit. Onoda ist die Intelligenzbestie, die zusammen mit ihrem Augapfel Hikami im Schülerrat ist. Allerdings scheint sie nur ihm Zuliebe auf die Regeln zu pochen. Sie ist der von der Statur kleinste Charakter, und eigentlich echt ziemlich niedlich, was sie so auch gut an sich findet, statt komplett streng und strickt zu sein.

1st Love Plus: The Dating Sim Experience

ava-2009Wisst ihr woher Dead or Alive Xtreme Beach Voyeurball eigentlich stammt? Von Dating Sims. Man nehme das Dating und Stat Raising raus, behalte nur die Minispiele und Mädels Geschenke machen, und man landet schon dort. Jedenfalls wollte ich mal ein richtiges Dating Sim spielen. Und da ist das Großväterchen des Genres, Konamis Tokimeki Memorial, welches 1994 auf dem PC Engine ein Überraschungshit war, der die folgenden Jahre auf so ziemlich jede Plattform portiert, ge-spinofft und ge-sequelt wurde, eigentlich der perfekte Einstieg.

Gibt’s aber alle nicht übersetzt, im Gegensatz zu Visual Novels sind Dating Sims durch die ganzen Variablen wesentlich anstrengender zu hacken und übersetzen, sowie das man einen Großteil des Spieles eben nicht auf hübsche Bilderchen von Anime Babes schaut, sondern auf Statuswerte und Statistiken, wie gut man sich hält, nicht ganz so anturnend. Und um beim Stichwort Turnon zu bleiben, ist Tokimeki Memorial zusätzlich auch noch eine absolut prüde Inkarnation, die ganze Arbeit das Spiel zu übersetzen und eines der Mädels dort zu gewinnen, und es gibt noch nicht mal eine Sexszene als Belohnung? Scheint wohl auf eher auf weniger Interesse hier zu stoßen. Wer jedoch schon wesentlich bereitwilliger durch all die Zirkusreifen springt, nur um eine reinweiße verklärte Romanze mit einem einzelnen Kuss ganz am Ende zu erspielen, sind dann wohl anscheinend die Spieler unter uns, die statt XY ein doppeltes X in ihren Chromosomen haben.

Das muss sich natürlich ändern, gell Lil' Bro?

Das muss sich natürlich ändern, gell Lil‘ Bro?

Jedenfalls ist es so, dass doch tatsächlich alle 3 Tokimeki Memorial Girl’s Side Spiele von Fans übersetzt wurden, jeweils in ihrem Erweiterten Port sogar, die das Galge-Original zu einem Otome machen, in dem ein einzelnes Mädchen sich in die Hosen von Bishōnen stalked. Den Anfang macht natürlich auch der Anfang, nämlich (mental Atem holen) Tokimeki Memorial Girl’s Side 1st Love Plus, das erweiterte DS-Rerelease des erweiterten DS-Portes des PS2-Originals. Hübsche Jungs über die Spielstunden ansehen zu dürfen ist sowieso viel besser.

Das Spiel ist dabei von Anfang an für jemanden, der komplett jungfräulich ins Genre abtaucht, am Rande des überforderns, sowie schnell klar machend, warum es keine gute Idee gewesen wäre, eines der Galge-Main-Games ohne Japantischkenntnisse zu spielen, statt zu einer Otome-Version mit englischer Übersetzung zu greifen. Denn sofort kann das eigene Mädel, welches man in diesen Wish-Fullfillment-Spielen natürlich nie zu sehen bekommt, damit man besser in die Fantasiewelt abrutschen kann, stark den eigenen Gefälligkeiten angepasst werden. Name und Vorname ist klar, jedoch darf man hier sogar noch dem primitiven Sprachchip des Spieles anschließend eintrichtern, wie er ausgesprochen wird, damit die Jungs einen später auch während der Dates in der Sprachausgabe entsprechend den Spieler, der sie in den verschwitzen Händen hält, ansprechen können. Zudem kommt noch Geburtstag und ganz japanische die Blutgruppe dazu, und eines von verschiedenen Zimmereinrichtungen darf ausgewählt werden. Von denen hängt auch ab, wie die Starter-Stats von Jane Doe sind und wer ihre beste Freundin ist.

Er kann auch anders, z.B. beim Machen von Valentinsschokolade helfen

Er kann auch anders, z.B. beim Machen von Valentinsschokolade helfen

Und letztendlich ist die Handhabung der einzelnen Statuswerte schon der halbe Weg zum Erfolg im Spiel, sowie das, worauf man gefühlt 80% der Spielzeit schauen wird, denn auf Dates mit den Kerlen zu gehen oder gar ein Spezial-Event-CG zu triggern, macht einen verschwinden geringen Teil eines Dating Sims aus. Unsere Werte sind dabei in 6 Gebiete unterteilt: Intelligenz, Kunst, Fitness, Sozialverhalten, Style und Charme. Das Spiel an sich ist in die drei Jahre der japanischen High School unterteilt, kennen wir ja von Persona 3 und 4 im Prinzip schon, also hat man jetzt einen Kalender abzuarbeiten, der jeweils von April bis April geht, im letzten Jahr etwas kürzer ist. Wobei die Schulwoche von Montag bis Samstag einen kompletten Slot ausmacht. Sprich am Montag wird ausgewählt, welche Aktivität angegangen werden soll, und dies führt das Spiel nun automatisch für die nächsten sechs Tage aus. Je nachdem, ob es beispielsweise in die Schulbücher zu schauen, Bilder malen, Sport treiben, Modemagazine lesen, oder vorm Spiegel posieren ist, werden einige der sechs Statuswerte erhöht, andere dagegen etwas verringert.

Sonntage und Feiertage sind hingegen besonders. Natürlich kann man auch hier eine der üblichen Aktivitäten machen, die dann besonders erfolgreich ist, aber das ist meist eine Verschwendung eines wichtigen Tages. Denn nur an Tagen, an denen keine Schule ist, haben die japanischen Borgs auch mal ein paar Krümel Freizeit. Es sind ausschließlich jene Tage, an denen man mit dem aktuell ausgesuchtem Opfer auf ein Date gehen kann. Und auch nur Sonntags kann man sie überhaupt anrufen, um abzuchecken, ob sie zu einem bereit sind – was seltsamerweise den ganzen Tag einnimmt, zu einem Date einladen und auch noch irgendwas anderes kann nicht am gleichen freien Tag geschehen. Auch nur Sonntags haben wir große Schwester Zeit für unseren kleienn Bruder. Der ist ein enorm wichtiger Charakter – und ganz nett zudem. Als kleiner Bruder ärgert er uns zwar gern mal mit ein paar schneidenden Kommentaren über unser noch nicht aus dem Winterschlaf erwachtes Liebesleben, aber natürlich unterstützt er seine große Schwester eigentlich, wo er nur kann, hilft bei vielen Vorbereitungen und wenn man an einem Feiertag noch keinen Kerl hat, der einen genug mag, um mit einem auszugehen, übernimmt er ganz tapfer die Rolle.

Beim nazisstischen Charme erhöhen schaut einem schon mal das ganze Elend entgegen

Beim narzisstischen Charme erhöhen schaut einem schon mal das ganze Elend entgegen

Lil‘ Bro ist aber auch der Super-Stalker, den es scheinbar immer in diesen High-School-Romanzen gibt. Er ist derjenige, bei dem man nachfragt, um die Statistik gezeigt zu bekommen, wie sehr welcher Charakter einen mag oder verabscheut. Er ist auch derjenige, der alles über jeden Charakter weiß (und wahrscheinlich heimlich auf dem Schulhof Photos von den Bishōnen vertickt). Das ist wichtig, wie ich schnell feststellen musste, denn bei meinem ersten Opfer Suzuka habe ich zunächst Wochen damit verschwendet, darauf zu warten, dass er sich mit mir genug anfreundet, damit ich ihn wie ein normaler Mensch einfach direkt nach seiner Telefonnummer fragen kann, um ihn einen vollen Sonntag lang zu einem Date überreden zu können. So geht das natürlich nicht, wir sind hier in Anime-Archetypen-Land, und dementsprechend weiß unser kleiner Bruder ganz genau die Nummer der Typen, und wir müssen ihn schlichtweg danach fragen, duh!

Es gibt übrigens noch viel mehr, welches das Spiel zunächst überraschend verkompliziert. Beispielsweise hat man noch einen weiteren Statuswert, Stress, der beständig bei allen Aktivitäten sich erhöht, nur dadurch verringert werden kann, dass man mal alle Viere lang macht, was jedoch auch im Umkehrschluss wieder alle anderen Statuswerte leicht verringert (am Besten an einem freien Tag ausruhen, weil es hier am erfolgreichsten ist, statt eine ganze Woche die Status-Downgrades zu haben). Es gibt Feiertage wie Valentinstag, White Day, Schulausflüge, Geburtstage, Sommerfeuerwerk, Sportfest, Weihnachten und Neujahr, zu denen man entweder besonders effektiv einen Kerl daten kann, ihnen ein Geschenk macht oder eines von ihnen bekommt, und deren Erfolg auch schon mal an kleine Touchscreen-Minispiele gekoppelt ist. Zudem ein Horoskop, welches einem sagt, welche Kategorie an Statuswerten (Lernen, Relaxen, Gesundheit, Liebe) gerade besonders hohe Wahrscheinlichkeit haben, sich gut zu erhöhen. E-Mails und Newsletter, in denen neue Dating-Spots freigeschaltet werden. Man kann zwei Tage die Woche einer Teilzeitarbeit und jeden dritten Sonntag einem Schulclub nachgehen, um wieder andere Konfigurationen an Statuswerten zu erhöhen und zu verringern, sowie etwas zusätzliches Taschengeld zu bekommen, oder an sie gekoppelt Jungs schneller zu treffen. Fun Fact: Game Tester ist der einzige Job, der alles verringert und die ganze Woche frisst – man wird also zum dauergestretten, sozialversagenden Idioten durch ihn. Mit den vier Mädels, deren Bekanntschaft ebenfalls gemacht werde kann, abhängen, was erneut eine andere Konfiguration an Statuswertänderungen mit sich bringt. Sonntags shoppen gehen, um fürs Taschengeld Outfits zu kaufen.

Examensergebnisse listen immer alle getroffenen Charaktere

Examensergebnisse listen immer alle getroffenen Charaktere

Ach ja, Outfits. Unterteilt werden die Anziehsachen in die Kategorien elegant, sexy, rein und sportlich. Wobei natürlich jeder Kerl eine besondere Präferenz hat, welche davon er gerne am Mädchen seiner Träume sieht. Und wie wir alle wissen geht es in Dating Sims nicht darum, man selbst zu sein, sondern zu der Person zu werden, die der Mann der Träume bevorzugt. Wichtig hierbei ist auch noch, nie zwei Dates hintereinander das gleiche zu tragen oder zu häufig den gleichen Treffpunkt auszumachen, sonst denkt der Kerl man gäbe sich keine Mühe. Außerdem sehen sie es ungern, wenn man sich im Sommer zu dick oder Winter zu dünn anzieht. Und besondere Bonuspunkte an gewissen Tagen gibt es, wenn man zum Feuerwerk einen Yukata, zu Weihnachen ein Kleid, und zu Neujahr einen Furisode-Kimono anhat. Dazu natürlich immer noch das richtige Accessoire, welches der Junge gern an einem sieht, evtl. auch eines, das er einem zu White Day oder dem Geburtstag selbst geschenkt hat. Es gibt übrigens auch noch ein Fashion-Blog, welches beständig festlegt, was für eine Kleidung oder Farbe aktuell total in ist, und die Jungs verschlingen das Blog mit Begeisterung – sprich eine weitere Variable, die bei der Outfit-Wahl berücksichtig werden kann. Virtuelle Jungs sind echt anspruchsvoll, im wahren Leben reicht es immer aus, gern Blowjobs zu verteilen, und sie sind schon glücklich.

Natürlich stehen regelmäßig Examen an, zwei pro Jahr, in denen je nach Statuswerten (Intelligenz, Kunst und Sozial sind glaub ich die einzig drei hier wichtigen) der Charakter besonders gut oder schlecht sein kann, was wieder die anderen Charaktere gut oder schlecht finden. Je nach Charakter übrigens, denn die beste Leistung zu erzielen ist nicht immer gut, einige der dümmeren Jungs sehen Mädels nicht gern gut abschneiden, weil sie Minderwertigkeitskomplexe haben. Dann müssen auf den Verabredungen natürlich noch die richtigen Antworten gegeben werden, um die Persönlichkeit vorzugaukeln, die er gut findet. Und neu in den DS-Versionen ist Skinship, man kann nämlich die Kerle auch noch ganz fies auf den Dates begrapschen. Je nachdem wann und wo und wie sehr sie einen mögen, muss zwischen nur wenig absichtlich-versehentliches antataschen bis hin zum beständigen Abtasten als wäre man ein aufdringlicher Blinder, gewählt werden, denn der direkte Hautkontakt kann nicht nur Bonuspunkte sonder auch Negativpunkte geben, wenn man einem Kerl, der noch gar nicht richtig mit einem warm geworden ist, direkt einen Handjob zu geben versucht.

Wenn sie einen genug mögen, kommen auch die errötenden Jünglinge von sich aus auf einen zu

Wenn sie einen genug mögen, kommen auch die errötenden Jünglinge von sich aus auf einen zu

Aber das ist noch längst nicht alles, denn dann gibt es noch den Punkt der Eifersucht. Wie bereits erwähnt können im Spiel bis zu vier Mädels getroffen werden, die wie die Jungs über einen Club, eine Arbeit, oder eine Schwellenwertüberschreitung eines Status getriggert werden. Die kann man ignorieren oder sie befreunden, wie gesagt mit ihnen abzuhängen hilft auch wider gewissen Werten. Aber Achtung, jede von ihnen findet auch einen Kerl gut, nämlich denjenigen, der an den gleichen Wert gebunden ist. Und wenn man sich jenen Jungen herauspickt und gleichzeitig mit dem Mädel befreundet ist, kommt es zur Konfrontation, in der sie proklamiert, dass sie nicht aufgeben wird. Sich erneut mit ihr zu befreunden um dies zu de-eskalieren ist nun enorm schwer, und wenn man den Kerl nicht schnell genug in der eigenen Tasche hat, schnappt die Rivalin ihn einem tatsächlich weg.

Aber auch so ist es so das die Jungs sich nicht gerne ignoriert fühlen. Lässt man einen Kerl, dessen Bekanntschaft man gemacht hat, zu lange links liegen, verletzt dass die sensiblen Gefühle der unsicheren Teenager. Visualisiert durch eine Bombe im Tokimeki Panel, welches Lil‘ Bro uns Sonntags zeigen kann, um zu sehen, wie die Charaktere zu uns stehen. Ignoriert man ihn nun weiterhin, statt ihn auf ein Date einzuladen, explodiert die Bombe, und die kleinen Bitches verstreuen Gerüchte über einen in der Schule, was dazu führt das die Zuneigung aller Charaktere einen Negativschlag nimmt. Je mehr Aufmerksamkeit man dem Kerl bisher geschenkt hat/je mehr er einen mag, um so schneller fühlt er sich natürlich auch vernachlässigt und schickt eine Bombendrohung.

Das Outfit auf die Bedürfnisse des Typs, Wetters und Feiertages abgestimmt

Das Outfit auf die Bedürfnisse des Typs, Wetters und Feiertages abgestimmt

Es sollte also mittlerweile klar sein, warum mein Ersteindruck des Spieles etwas bescheiden war. Es wirkt einfach zunächst, wenn dies alles so nach und nach auf einen einprasselt, und man noch gar nicht weiß, wie das jetzt gespielt und unter einen Hut gebracht werden will, total überfordernd. Gleichzeitig sieht das Spiel halt auch so nüchtern aus, statt wie in einem VN ständig die hübschen Jungs vor Augen zu haben, und beständig Event-CGs zu entdecken, sieht man hier viel die gleichen Statistiken, beobachtet repetitiv sich die gleichen Statuswerte erhöhend, scheint sich einen Freund anzulachen einfach so viel mehr Arbeit zu sein, als es vielleicht wert ist, weil so viel im Auge behalten gehört, statt einfach nur durch Text zu klicken und mal hier und dort eine Multiple-Choice-Antwort zu wählen.

Aber nach einer Weile hat es einfach mit mir gelickt. Wenn einem klar wird, dass viel hiervon ziemlich optional ist. Ich habe beispielsweise nie auf das Fashion-Blog geachtet, war nicht wirklich abträglich. Das Horoskop für einen maximalen Statusaufwertungsplan ist auch nur dann nötig, wenn man wirklich alle Statuswerte gleichermaßen erhöhen will, was für die meisten Jungs nicht wichtig ist, da sie nur auf zwei oder drei Werte achten. Als ich merkte, dass Bomben lang zum Explodieren brauchen, und es wesentlich einfacher ist, wenn man eben nicht allen Jungs auf einmal wie so eine läufige Hünding hinterher hechelt, sondern sich auf einen oder wenige beschränkt, denn je weniger Charaktere man trifft und von den getroffenen je weniger Aufmerksamkeit sie von Anfang an bekommen, um so weniger Erwartungen muss man erfüllen, um so weniger Bomben müssen gefürchtet werden. An Kleidung reicht es vollkommen aus zwei Outfits des passenden Stils (und bei den meisten Kerlen ist Sport oder Rein das bevorzugte oder zweitbeste) ein Top mit Hose/Rock für den Sommer, zwei Jacken zum Überziehen im Winter, und zwei Accessoires zu kaufen, zwischen denen man auf den Dates hin und her wechselt. Dazu noch ein Bikini für Strand/Schwimmbad und gut ist. Yukata/Furisode/Kleid sind ganz nett, können aber bis Jahr 2 oder sogar 3 warten, wenn man das Geld dafür gespart hat, da sie nur zu einem Event im Jahr getragen werden können.

Nicht vergessen ihnen ein Mal übers gesicht zu lecken, um sie als Eigentum zu markieren

Nicht vergessen ihnen ein Mal übers Gesicht zu lecken, um sie als Eigentum zu markieren

Wirklich wichtig ist letztendlich nur zu wissen, was das männliche Spielziel mag, um die Persönlichkeit der Spielfigur entsprechend anzupassen. Dann die entsprechenden paar Statuswerte hochhalten, mindestens ein Mal pro Monat auf ein Date gehen (richtiges Outfit tragen, richtige Lokalität wählen, richtige Antworten geben, und an den korrekten Stellen sexuell belästigen) und bei Valentinstag/Geburtstag/Weihnachen Geschenke überreichen, und schon bekommt man den Kerl durch die eigene Omnipräsenz in eine romantische Beziehung mit einem ge-Stockholm-ed. Und natürlich Bomben entschärfen, aber die tauchten bei mir nur rar und erst auf das letzte Schuljahr ein wenig häufiger auf, haben mich jedoch nie in ernste Gefahr gebracht.

Und dann muss ich sagen hat das Spiel schon was. Ich hätte es selbst nicht erwartet, als erwachsener Kerl mit Hang zur Gefühlskälte und zynischen Ader habe ich von Tokimeki Memorial Girl’s Side eigentlich wenig bis gar nichts erwartet gehabt, bin auch gar nicht die Zielgruppe, kam letztendlich aber dennoch reformiert aus dem Spielerlebnis wieder raus. Das Ding spricht halt schon etwas in unseren urinstinktiven Reptilienhirnen an, repetitiv die gleichen Aktivitäten zu erledigen um den Erfolg in beständig erhöhenden Statuswerten zu sehen, den entsprechenden Typen einen mehr und mehr mögen zu sehen, bis er vom kühlen Mitschüler zum Stalker wird, den man kaum noch von der Arschbacke bekommt. Wenn das Spiel niedlicher wird, in dem sich deren Reaktionen zu den Antworten und dem Angrapschen verbessern, wenn sie anfangen einen nach den Dates nach Hause zu bringen, um noch etwas mehr Zeit mit einem verbringen zu können, wenn dann doch mal ein rares CG auftaucht, wenn sie anfangen Kosenamen zu verwenden. Wenn bei den Status-Aktivitäten in den niedlichen SD-Abläufen sie einem zu helfen beginnen. Irgendwie ist das Spiel halt doch schon ganz niedlich und sympathisch designt.

Am Ende bei Lil' Bro abchecken, wie man sich nun steht

Am Ende bei Lil‘ Bro abchecken, wie man sich nun steht

Und auch gut im Feedback, denn durch die Gedanken der eigenen Figur, den Kommentaren der Typen, und der Hilfestellung durch den kleinen Bruder, ist immer sofort klar, wenn man was gut oder schlecht gemacht hat, oder wenn eine Explosion droht etc. Sobald man den Groove des Spieles raus hat eines, dass sich ähnlich anderer repetitiver Genre, die ich ebenfalls mag, wie Dungeon Crawler oder Harvest Moon zu spielen, super nebenher mit halbem Hirn auf die Verbesserung von Status und Romane und halb einem Stream oder sonstigem aufteilend spielen kann. Eigentlich ist TokiMemo GS nämlich ziemlich simpel und relaxed zu spielen, solange man sich nicht zu viel abbeißt und erst spät merkt, dass man 8 Kerle doch nicht auf einmal schlucken kann.

Letztendlich ist es so, dass ich gut die Hälfte der Kerle gewonnen hatte. Ich war kein Gotta catch em all Komplettzionist, der wirklich jeden Kerl bekehren, jedes CG freischalten und jedes Ende sehen musste (pro Charakter gibt es neben dem best-romantischen, welches ich immer erspielt habe, noch eine abgeschwächte Variante und ein Best-Friend-Ende, wenn man die romantischen Gefühle ablehnt)… aber 4 von 8 Hauptcharakteren und 2 von 3 Geheimcharakteren zu erspielen war doch wesentlich mehr, als ich zunächst zu tun bereit zu sein gedacht hätte. Und ganz ehrlich, ich hätte auch noch Bock gehabt weiter zu spielen, wenn mich von den verbliebenen Eroberungen welche optisch angesprochen hätten. Die Reihenfolge meiner romantischen Errungenschaften bzw. die von Ms Dre Ary hat sich wie folgt gestaltet:

tokimemogs09

Suzuka zu Weihnachten

Suzuka Kazuma war mein Erster. Wie bereits erwähnt sind alle Kerle im Spiel absolute Anime-Stereotypen (aber durchaus charmant umgesetzt), und er ist der Jock-Charakter, also der Sportler. Am schnellsten getroffen wird er, in dem man dem Basketballteam beitritt, außer Sport und Sozial muss für ihn kein weiterer Status erhöht werden. Suzuka interessiert es einfach nicht, ob man so helle wie ein Bild-Redakteur oder so sexy wie ein Hobbitfuß ist, solange man weiß, wie man mit Bällen umzugehen hat. Ganz seinem Archetypen entsprechend hat Suzuka natürlich absolut kein Auge fürs andere Geschlecht, sondern nur wie er gut eingelocht bekommt, und man muss ihn ordentlich von den eigenen Vorzügen überzeugen. Sprich es dauert lange, bis er von :| auf :) im Tokimeki Panel rutscht, sobald man ihn allerdings auf :D oder gar :3 gebracht hat, ist er einem aber auch treu ergeben und fällt so schnell nicht bei Vernachlässigung wieder runter. Außerdem fragt er von sich aus eher selten nach Dates, sondern selbst ist die Frau im hiesigen Angehen. Suzuka ist eigentlich recht niedlich, mit seinem permanenten Pflaster, und weil er halt total schüchtern ist und ständig rot wird. Dafür ist seine Lieblingsmusik Hip Hop, aber wer ist schon perfekt. Sein Traum ist übrigens in Amerika Basketball zu spielen, beim romantischen Ende nimmt er einen also mit, egal ob man geplant hatte selbst zu arbeiten oder eine Uni zu besuchen.

Madoka beim gemeinsamen Kochen

Madoka beim gemeinsamen Kochen

Kijyou Madoka ist das genaue Gegenteil, der Easy Rider mit dem Motorrad, der sich seines guten Aussehens bewusst ist, gerne rumwitzelt und flirtet, überall relativ beliebt ist, aber seine Beiziehungen auch nie wirklich sonderlich ernst nimmt. Bis die eigene Liebe ihn natürlich stabilisiert und davon überzeugt, dass es sich lohnt, eine feste Exklusivbeziehung einzugehen. Überraschend mochte ich ihn eigentlich sehr, neben Suzuka gefällt mir sein Aussehen am Besten im Spiel, außerdem ist er der erwachsenste der Mitschüler, da er alleine lebt und für sich selbst aufkommen muss. Außerdem mag ich halt seine leichtherzige Art mit den vielen Jokes und dem halbherzigen Flirts. Mit Haaren zusammen ist er sowieso zum anbeißen, und er bekocht einen, was ein ganz großes Plus darstellt. Seiner Persönlichkeit entsprechend geht Kijyous Affinität natürlich im Vergleich zu Suzuka ziemlich schnell hoch, scheint aber auch schneller wieder fallen zu können. Außerdem kommt er von sich auch an, wenn er beim :D Status und darüber der Meinung ist, dass es mal wieder Zeit wird Quality Time miteinander zu verbringen. Seine wichigsten Werte waren glaub ich dann auch etwas oberflächlich Stil und Charme, und man trifft ihn schneller durch die Teilzeitarbeit an der Tanke, wo er auch arbeitet.

Himuro, der glänzende Einskönig

Reiichi, der glänzende Eiskönig

Himuro Reiichi ist der letzte der Hauptcharaktere, denen ich mich ursprünglich widmen wollte, weil der einzig verbliebene, den ich attraktiv fand. Was aber auch daran liegen kann, dass er der eigene Lehrer ist, und verbotene Früchte sind bekanntlich immer schmackhafter. Außerdem mag der sexy ältere Kerl mit dem Silberhaar und stählernem Blick hinter der Brille Horrorfilme, wie kann einer solchen Kombination noch widerstanden werden. Ach ja, Piano spielt er auch noch, um einen weiteren Haken auf der Sexyness-Skala unterbringen zu können. Da er eine Autoritätsperson ist, will er natürlich keine Beziehung zu einer Schülerin eingehen, weswegen er schon sehr Stockholm-Syndrom-en muss, bevor er dem Sündenfall doch nachgibt. Sprich man muss sich ihm allgegenwärtig machen: An der Schulband teilnehmen (er dirigiert sie), an jeder außerschulischen Lernaktivität teilnehmen, zu denen er die Klasse auffordert, immer die richtigen Antworten geben, und bei den Examen gut abschneiden. Ihm sind gleich drei Werte wichtig, ein gesunder Verstand im Sinne von Intelligenz, ein gesunder Körper im Sinne von Fittness, und ein guter Wert im Sozialverhalten. Dennoch dauert es bis in den Winter des zweiten Jahres, bevor er von :| auf :) rutscht, dafür kommen die höheren Affinitätsschritte natürlich entsprechend schnell nach. Reiichi kann man von sich aus dennoch nie auf Dates einladen, es ist also wichtig jede Einladung von ihm kommend anzunehmen, die man bekommen kann.

Als kleines Schmankerl geht Aoki auf die Schule der "Boys Side" TokiMemos

Als kleines Schmankerl geht Aoki auf die Schule der „Boy’s Side“ TokiMemos

Aoki Chiharu ist besonders, denn er ist einer von drei Geheimcharakteren. Geheimcharaktere tauchen nicht im Tokimeki Panel auf. Mit Geheimcharakteren kann man nicht auf Dates gehen. Statuswerte und Kleidung sind irrelevant. Jeder hat genau eine Art und Weise, wie man deren Events triggern kann, und wenn alle Events gesehen sind, ist deren Ende auf jeden Fall im Kasten. Sprich sie sind so ein wenig die Trostpreise für jene, die es nicht schaffen, einen der acht Hauptcharaktere zu bekommen, an denen zu feilschen tatsächlich ein wenig Arbeit hängt. Sobald ein Hauptcharakter einen mag, nimmt dessen Ende dann auch automatisch Vorrang und man kann die Geheimcharaktere nicht mehr bekommen, selbst wenn alle Events getriggert waren. Aoki ist jedenfalls der Geheimcharakter aus der PS2-Version, der fast nur über E-Mails mit einem kommuniziert. Um ihn zu gewinnen muss häufig genug alleine eingekauft und auf seine Mails geantwortet werden, wann immer eine kommt. Mit am wenigsten Screentime und Event-CGs ist Aoki ein wenig langweilig, vor allem wo ihm auch ein wenig selbst die eindimensionale Persönlichkeit der anderen Charaktere fehlt – aber ganz niedlich ist er. Als Ausländer war wohl sein einziges Gimmick in der japanischen Version, dass er beliebige englische Worte eingebaut hat sowie künstlich-formelles Japanisch sprach, was in der englischen Fanübersetzung natürlich zusätzlich noch verloren geht.

NJin Tendo an der schicksalshaften Kapelle

NJin Tendo an der schicksalshaften Kapelle

Tendou Jin ist der zweite der drei Geheimcharaktere, und eine Addition gezielt für die DS-Versionen. Sein Typ ist der blondierte Schulraudi, der ganz (nicht) überraschend eigentlich ein totaler Softi mit einem guten Köpfchen ist, an den jedoch nie jemand geglaubt hat, bis die Heldin um die Ecke kommt und ihn vom Gegenteil überzeugt. Im Prinzip also Kanji aus Persona 4, nur (potentiell) besser in der Schule, sogar mit der Wahl, ob einem das schlecht blondierte Haar besser gefällt, oder nachdem er das Rabauken-Leben hinter sich lässt und dem Ernst des (romantischen) Lebens ins Auge blickt, wieder auf japanisch-schwarz wechselt, also die Eroberung mal sich selbst für den Eroberer in einem Dating Sim ändern muss. Da er auf eine andere Schule geht, kann man ihn halt ebenfalls nicht regelmäßig treffen oder auf Ausflüge zum Riesenrad, Aquarium, Kino etc. einladen, sondern läuft ihm so immer mal wieder zufällig über den Weg (anfangs) bzw. taucht er gezielt nach einem suchend am Schultor auf (später), wenn man nur zu den richtigen Zeiten einen gewissen Schwellenwert an Intelligenz unter dem Pony hat. Ehrlich gesagt habe ich nach Aoki und Jin gemerkt, wie langweilig es doch ist, die Geheimcharaktere zu gewinnen, weil man eben die doch langen 3 Schuljahre mit nicht viel gefüllt bekommt.

Mit Hazuki im Yukata beim Sommerfeuerwerk

Mit Hazuki im Yukata beim Sommerfeuerwerk

Hazuki Kei habe ich mir deswegen auch noch angelacht, eigentlich nur weil ich das Spiel doch noch mal „richtig“ spielen wollte, und weil er nicht total scheiße aussieht. Kei ist der Hauptcharakter des Spieles, von denen die TokiMemos immer einen haben, der/die am meisten Artworks hat, am meisten Screentime in den Openings bekommt, und in den Promo-Shots aller Eroberungen immer den Fixpunkt darstellt. Meist ein perfektes, unerreichbares Idol oder wie bei Hazuki ein Dreamboat-Charakter, die sich dann als doch nicht so unerreichbar herausstellen. Zudem ist Hazuki derjenige, der im Flashback des dürftigen Storyrahmens von TokiMemo GS1 mitmacht. Denn am Anfang gibt es was über eine Legende von liebenden Prinzen und Prinzessinnen und ein Versprechen zwischen der kindlichen Heldin und einem kleinen Jungen an der Kapelle hinter der High School. Am Ende des Spieles trifft man genau in jener Kapelle, ganz wie beim Baum des ersten TokiMemo, dann die romantische Eroberung für die Endszene. Natürlich stellt sich bei Hazuki heraus, das er der Junge aus dem Flashback ist.

Als perfekter Hauptcharakter bringt Hazuki die höchsten Voraussetzungen mit, um ihn für sich zu gewinnen. Ich mein zu daten ist er genauso einfach wie alle anderen, auch wenn er am schnellsten zu Beginn von :| auf :( abzurutschen droht, dafür sobald er mindestens :D ist einen aber auch gut jede zweite Woche von sich aus nervt, ob man ihn nicht mal wieder spazieren führen will. Jedoch verlangt sein Ende danach, dass alle sechs Statuswerte recht gute Höhen erreichen, man muss sie diesmal also sogar relativ ausgewogen balancieren. Und da man dadurch früher oder später alle anderen Mains trifft, hat seine Route natürlich auch das meiste Bombenpotential. Seine Persönlichkeit mag ich immer noch nicht ganz so sehr. Er ist halt der perfekte Kerl, gut im Sport, in den Tests, und Teilzeit-Modell, alles Dinge, für die er sich nicht mal anstrengen muss, sondern die ihm einfach so zugeflogen sind. Entsprechend ist er alledem nicht wirklich bewusst, kümmert sich wenig, und weiß absolut nicht zu schätzen, was für ein Glückslos er doch im Leben gezogen hat, was ich persönlich immer ziemlich unattraktiv finde. Aber natürlich ist er relativ knuffig, wenn vielleicht auch etwas zu clingy, und sogar manchmal beißend-humorig wenn auch meist immer noch etwas langweilig, sobald man in ernsthaft zu daten beginnt.

Niemals nie nicht, Morimura

Niemals nie nicht, Morimura

Und der ganze Rest:
Von den anderen vier Mains hatte mich keiner wirklich interessiert, auch wenn natürlich zwangsläufig hier oder dort zumindest mal ein CG von ihnen abgefallen ist. Morimura Sakuya ist der Bücherwurm des Spieles, der schmächtig-feminine Kerl mit der bescheuerten Frisur und dem Look eines 12-Jährigen Mädchens tut gar nichts für mich, schon gar nicht wenn er ständig in Blumenbeeten rumsitzt, obwohl ich selbst als Kind ein Pflanzennarr war. Mihara Shiki habe ich am wenigsten getroffen. Der ebenfalls für meinen Geschmack zu feminine Kerl, der an den Kunst-Statuwert gebunden ist, ist außerdem so von sich selbst bis hin zur Arroganz überzeugt, dass ich ihn auch gar nicht kennenlernen möchte, um wahrscheinlich herauszufinden, dass dies nur Show ist. Hibiya Wataru hat keine wirkliche Persönlichkeit, sondern ist nach Suzuka die zweite Sportskanone, die zudem Hazuki und Kijyou hinterher hechelt, um sich deren Popularität abzuschauen. Außerdem sieht auch der Mimic wie 12 aus, meh. Der letzte im Bunde der Mains ist die etwas fragwürdige Inklusion von Amanohashi Ikkaku, einer weiteren Autoritätsperson in Form des Schulleiters. Im Gegensatz zum jung-sexy-kalten Lehrer Himuro taucht der an Charme gebundene Charakter allerdings aus dem Nichts auf, lädt die Heldin einfach so in sein Auto ein, oder übergibt ihr rote Rosen, und sein Schnäuzer hilft wirklich nicht, den dabei entstehenden Pedo-Alarm zu senken. Jedoch ist er nicht die fragwürdigste Eroberungsmöglichkeit, denn jene ist definitiv der finale Geheimcharakter Hanatsubaki Goro, der Joke-Charakter des Spieles, mit einem Gesicht das nicht mal eine Mutter lieben kann, stereotyp-tuntigem Verhalten, und einer Nabelfreien pink-violetten Monstrosität eines Outfits mit passend-schrecklichen Plateauschuhen. Er hat eine Boutique in der Stadt und ist der Schreiber des Fashion-Blogs btw. (ein weiterer Grund es zu ignorieren)

Arisawa ist ja schon irgendwo mein Liebling

Arisawa ist ja schon irgendwo mein Liebling

Zudem haben wir natürlich noch die vier Frenemies des Hauptcharakters. Konno leitet das Basketball-Team, ist also die Rivalin ums Herz von Suzuka, was sie bei mir jedoch nie wurde, da ich sie links liegen lies, und die Mädels nur in den Rivalenmodus gehen,wenn man sich sowohl mit ihnen wie dem Kerl anfreundet. In späteren Spielverläufen hab ich das kleine Schusselchen etwas kennenlernen können, und die Interaktionen mit den Mädels, wenn sie denn wirklich Freundin bleiben statt Feindin zu werden, sind doch ganz nett gemacht, muss ich sagen. Kann ich allerdings nicht zu Fujii sagen, denn sie hab ich versehentlich befreundet bekommen, während ich Kijyou gewinnen wollte, dabei brauchte ich doch nur einen Sozialwert, um den Job an der Tanke angeboten zu bekommen. Jedenfalls wurde die etwas vorlaute Tussi relativ schnell deswegen kratzbürstig und deklarierte Rivalen-Modus. Und in Spielen bin ich nachtragen, 300 never surrender never forgive nachtragend. Wenn in Spore beispielsweise eine andere Zivilisationen mich zu sehr mit Kriegsandrohungen nervt, dann können sie auch Krieg haben, und dann gehe ich voll Rom vs Karthago gegen sie vor, sprich ich terraforme (salze) ihre Planeten (den Boden, auf dem sie leben) zu unbewohnbaren T0-Höllen, bis auch das letzte Kind oder Großväterchen der Volkes ausgerottet ist. Egal, jedenfalls sobald Fujii zum Kampf bereit war, hatte ich ihre Niederlage schon längst so zementiert, dass ihre Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sicherlich nie regneriert sind, und sie anschließend als runtergekommenes Porn-Starlett verzweifelt nach Bestätigung suchen musste.

Mit Arisawa hingegen war ich BFF, denn die Intelligenzbestie mag natürlich das hässliche Weichei Morimura, somit komme ich ihr gar nicht in die Quere. Faszinierende Kontrast auch, denn sie ist leicht maskulin, was ihr natürlich auch zu schaffen macht. Ich bin jedenfalls immer gern mit ihr auf Doppel-Dates gegangen und hab sie und Morimura dann zusammen in die Attraktionen geschoben, während ich mich mit wen auch immer sie sonst eingeladen hat begnügt habe. Sudou… ist die Schnepfe des Spieles. Die an Kunst gebundene Tusse aus reichem Hause mit Butler und französischem Akzent ist so arrogant wie ihr Augapfel Mihara, und genau so viel Interesse konnte ich ihr entgegen bringen.

10 Years Later: Wild World

ava-1981Und ein weiterer Geburtstag in einer Nintendo-Franchise. Legend of Zelda wird 30! Mein ich aber gar nicht. Nämlich diesmal nicht der ganzen Reihe und auch nicht in Japan, sondern Animal Crossing: Wild World wird 10 Jahre jetzt im März, und zwar was das europäische Release angeht, in Japan war der Festtag bereits Ende letzten Jahres gekommen.

Mein Plan war zunächst das Ding für eine Weile zu spielen, vielleicht einen Monat oder so, durchgehalten habe ich dann kaum eine Woche, und davon jeden Tag auch nur kurz gespielt, statt so wie früher die ersten zwei Tage total darinnen verschollen zu gehen, bis ich schon alle Fische der Saison habe. Denn es ist einfach verdammt schwer zu Wild World zurückzugehen, wenn man New Leaf gewohnt ist, das doch so viel verbessert und erweitert hat. Das muss das Gefühl sein, von dem mir Sims-Spieler immer erzählen, wenn ein neuer Teil erscheint und sie von einem mit drölfzillionen Addons in ein Base Game wechseln müssen, und sich dann immer bitterlich beschweren, warum da so viel weniger los ist – weil es über die nächsten Jahre verteilt einzeln verkauft werden wird. Nur das bei Animal Crossing nichts per Addons nachgeschoben wird.

Das Ding ist jedenfalls auch schon mal wesentlich Augen-unfreundlicher, als ich das gewohnt war. Wild World ist doch schon sehr pixelig geraten und die FPS ist auch eher frickelig, da musste ich mich erst mal dran gewöhnen, mit smooth scrolling is da nix. Und die Proportionen sehen jetzt ganz komisch aus, weil das Tal winzig dafür aber die Häuser darin riesig erscheinen.

Dann erst mal Penisse und Vaginas in den Himmel gezeichnet, natürlich nachdem der Mist mit Nook erledigt war, und sich den Rest der Bevölkerung angeschaut, die hier alle noch eher unfreundlich sind. Nen coolen Löwen, ein niedliches Kätzchen und Eichhörnchen und ein Bär waren dabei, eine ganz nette Auswahl, und die Katze hat auch einen guten Einrichtungsgeschmack gehabt – der Löwe hingegen nur Goldmöbel, ächz.

Gefischt hab ich auch, aber das ist hier noch wesentlich schwerer, weil die Mistviecher alle halbe Sekunde ihre Schwimmrichtung ändern, und das Nibbeln keinen Sound macht, sondern erst wenn sie wirklich beißen. Dafür ist es hier schön einfach andere Früchte zu bekommen, da man schlicht den Nachbarn ein paar selbst per Brief schicken muss. Ist auch bitter nötig, denn da es keine Insel gibt, ist hier auch noch der beste Geldmacher tatsächlich fremde Früchtchen zu verkaufen.

Aber naja, irgendwie konnte es mich nicht packen. Nook hat zu wenige Upgrades, und nie das im Verkauf, mit dem ich mein Haus ausstatten wollte. Das Haus auszubauen hat so lang gedauert, weil man es hier schwerer hat Geld zu verdienen. Die Nachbarn sind alle arschig. Es gibt aber sonst irgendwie nichts in der Stadt zu tun, ich vermisse die Dorfverschönerungen schon sehr, und auch die Pläne waren gut, mit denen man Animal Crossing zu seinen eigenen Zeiten aktiv machen konnte. Es gibt tatsächlich keinen Grund von New Leaf zurück auf eine frühere Version zu wechseln, die 3DS-Variante ist das bisher definierende Erlebnis an Animal Crossing.

7th Dragon: Etrian Odyssey and Dragon Quest had a baby

ava-18957th Dragon von Sega und Image Epoch wird gern Etrian-Odyssey-Klon genannt. Das kommt sicherlich nicht von irgendwo, gibt ja genug Spiele auf DS und PSP, die auf den überraschenden Erfolg von Atlus Franchise aufspringen wollten, und Screenshots von Charaktererstellung und Kämpfen schauen doch sehr identisch. Nicht zuletzt hatte man sich als Director auch noch Kazuya Niinou ins Boot geholt, von dem eben auch das erste Etiran Odyssey stammt, als Composer hält Altmeister Yuzo Koshiro her, der dies auch bei den Etrian Odysseys ist, und das Charakterdesign von mota könnte genauso gut in EO sein, ohne das es bemerkt werden würde. Nur das es eben von Image Epoch stammt könnte etwas stutzig machen, haben die nicht gerade Perlen wie das mäßig angekommene Sands of Destruction, Arc Rise Fantasia und das als eines der schlechtesten jRPGs der letzten Dekade verschriene Time & Eternity auf die Menschheit losgelassen.

Viele Dinge sind tatsächlich auch wie in Etrian Odyssey. Die Heldengruppe ist beispielsweise eine gänzlich stille und wird um einen Charakter auf ein 4er-Team verringert auch aus bekannten Charakterklassen erstellt: Fighter und Samurai als Damage Dealer, Knight als Tank, Rogue als möglicher Distanzangreifer, Mage als magischer Angreifer, Healer als Heiler und die Princess als Support. Die 666 Drachen, die nach dem Prolog die Welt unsicher machen, sind neben einigen Bossgegnern ziemlich identisch mit den FOEs, patrouillieren doch auch sie sichtbar die Dungeons als stärkere Gegner, die sich jederzeit in die bestehenden Kämpfe einklinken können. Der Schwierigkeitsgrad ist gehoben, Erkundung und Charakterentwicklung klar im Vordergrund stehend, die Kämpfe in Egoperspektive stattfindend.

Abgesehen davon gibt es dann doch starke Unterschiede von Etrian Odyssey, und zwar nicht nur dass das Spiel mit seinen Cut-ins der Charaktere in den Kämpfen und detaillierten Hintergründen wesentlich flashier ist. Die Struktur ist nämlich gar nicht Dungeon Crawler, sondern ähnelt eher einem „normalen“ RPG mit Gruppen aus stummen Charakterklassen a la Final Fantasy (das erste) oder Dragon Quest III (ohne Klassenwechsel). 7th Dragon bietet eine ganze Welt, statt nur ein Dungeon und eine Stadt. Ortschaften und Oberwelt sind richtig ausgearbeitet statt Menüs. Auch die diversen Dungeons in Vogelperspektive zu betrachten. Die durchaus auch stärker ausgearbeitete Handlung wird in verschiedene Missionen unterteilt, und die NPCs geben einem überall Nebenaufgaben zur Erfüllung.

Eine gänzliche Neuerung sind übrigens die „Flower“, in der Fanübersetzung „Bloom“ genannt. Denn mit dem Erscheinen der Drachen wurde die Welt eben von jenen giftigen Blumen überzogen, die sowohl die Dungeons wie die Oberwelt bedecken. Die haben negative Einflüsse. Beispielsweise zerstören sie die Ökonomie der Ortschaften, erst nachdem man sie plattgetreten hat, gehen die Preise wieder runter. Bloom zu zertreten schädigt allerdings die Gruppe, wobei der Safe Walk Skill vom Knight dies glücklicherweise revidieren kann. Außerdem stehen sie in Symbiose mit den Drachen. Während zerstörte Bloom auf der Oberwelt weg bleiben, regenerieren sich die im Dungeon nach Verlassen und Betreten wieder, erst nach dem Besiegen des Bosses verschwinden sie dort gänzlich. So lange, wie die Bloom noch in einem Dungeon existieren, erscheinen ganz wie die FOEs auch die non-Boss-Drachen nach einigen Übernachtungen wieder.

Eigentlich hat mir 7th Dragon schon sehr gut gefallen, allerdings muss man doch ein paar nervige Kinderkrankheiten eines Erstlings in einer Franchise in Kauf nehmen. Eben die ganze Sache mit dem Bloom, die mehr nervt denn sonstwas. Das mehr als umständliche Questsystem: Erst muss mit dem NPC geredet werden, der das Quest gibt, dann in einer Stadt mit Gilde das Quest angenommen werden, dann wieder zum NPC für nähere Infos gegangen, und erst dann kann es erledigt werden. Außerdem wäre es mehr als praktisch, wenn Icons auf dem Hauptbildschirm einem anzeigen würden, ob Skills wie Safe Walk (kein Bloom-Damage) oder Evil Eye (keine Encounter) noch aktiv sind, statt dies jedes Mal im Menü nachschauen zu müssen.

Aber ja, abgesehen davon war es schon sehr gut. Insgesamt ist es allerdings doch tatsächlich mehr Leuten anzuraten, die auf ein hübscheres Etrian Odyssey aus sind, da trotz der anderen Struktur viel sich doch wie jene Franchise anfühlt. Wer aber jenes System gern außerhalb eines Dungeon Crawlers, sondern lieber in Struktur eines sagen wir mal Dragon Quest IIIs sehen will, der wird hier gut bedient. Eben mehr Welt, mehr Handlung, mehr Dungeons werden hier geboten. Deswegen allerdings auf einen etwas gemächlicheren Spielablauf einstellen.

Jedenfalls hätte das hier wirkliche eher rüberkommen können, als so einige andere Spiele von Image Epoch, die der Westen gesehen hat. Aber wie erwähnt, dafür gibt es ja seit einiger Zeit eine Fantranslation. Schade das selbiges vom futuristisch-coolen 7th Dragon 2020 und seinem Sequel nicht gesagt werden kann. Auf das nächsten Monat in Japan erscheinende 7th Dragon III: Code VFD für den 3DS kann man ja immerhin noch offiziell hoffen.

Rune Factory 2

ava-1873Mir war mal wieder nach einem Harvest Moon, und getroffen hat es diesmal Rune Factory 2, den einzigen Teil der DS-Trilogie, den ich noch nicht kannte.

Das war vielleicht kein ganz so guter Griff, denn Rune Factory hat mit Harvest Moon ja weniger zu tun. Natürlich hat man noch eine Farm, und natürlich besticht man noch ein Mädel dazu, sich in einen zu verlieben, aber das Augenmerk ist in den Spielen halt doch stark das RPG.

Hier ist das Randzeug wenigstens etwas wichtiger, so ist Rune Factory 2 doch in zwei Generationen unterteilt. Und die erste hat in Sachen RPG genau genommen wenig zu bieten, es sind zwar alle 4 Dungeons auf, doch kann man sich nur auf den ersten paar Bildschirmen bewegen, bevor man in eine Blockade läuft. Hauptsächlich tut man also ausnahmsweise hier mal Farmen und sich um eine Ehefrau bemühen. Hat man dann ein Kind gezeugt und die Schule abbezahlt, geht es in Generation 2, und das richtige Rune Factory beginnt.

Heiraten kann man als Kind streng genommen nicht mehr, Leute befreunden ist also nur, damit man mehr Quests für sie annehmen und erledigen kann. Farmen muss man schon noch etwas, denn wie immer hängt ein gewisser Storyfortschritt davon ab, einige Ertragsgüter zur Hand zu haben. Aber abgesehen davon ist das Farming mal wieder sehr unnötig und kann durch das Einfangen von Sklaven sowieso automatisiert werden.

Was bleibt ist das Action-RPG. Und ich weiß nicht, die Rune Factorys scheinen auf mich immer wie Spiele, die ich mögen sollte, aber dann find ich sie beim Spielen doch immer recht meh. Die Hintergründe sind schön anzusehen, und das Design ist niedlich und alles, und die etwas zurückgelehnte Gangart ist auch zunächst mal ganz nett. Aber dann wieder ist die Hit Detection grausig und das ganze Ding irgendwie ein Grind. Grinde Freundschaft mit Leuten, um Quests machen zu dürfen. Grinde das Dutzend an Nebenskills, um anständige Rüstung oder Heilgegenstände selbst herstellen zu können, oder damit das Schwingen von Werkzeugen/Waffen oder Einsetzen von Magien nicht sofort die halbe Stamina-Leiste kostet. Grinde das Heranschaffen diverser Güter, um die Wegblockaden der Handlung aufzulösen.

Nah, irgendwie muss ich schon wieder sagen, dass ich mit heranschreitender Spielzeit beständig das Interesse am Spiel verlor, bereits eine Weile bevor wirklich die Credits über den Bildschirm liefen. Fürs True Ending hab ich mich dann gar nicht mehr aufgerafft, versteht sich.