Loving Wife or Dirty Whore: Eleanor

Hallo, mein Name ist [aus Gründen der Privatssphäre zensiert] und ich habe ein Problem. Ich bin süchtig danach, zuzuschauen, wie sich Statuswerte erhöhen. So sehr, dass ich bereitwillig jedes Dating Sim spielen würde. Egal wie billig gemacht oder schmutzig von der Materie. Ja selbst wenn die schmutzige Materie wieder der Natur meiner Sexualität gestaltet ist, so dass sie mir gar nichts bringt. Ich glaube, ich muss mich langsam wieder in saubere Gefilde vorarbeiten, vielleicht über Tears to Tiara nach Sakura Wars 2?

Aber soweit sind wir noch nicht, sondern bei Eleanor: Loving Wife or Dirty Whore. Einem in Flash für den Browser gemachten Porn-Game, wenn es der Titel nicht schon verrät. Davon gibt es reichlich, denn dank diverser 3D-Model-Software ist es einfach, ein paar wenig bis moderat attraktive Charaktere in eine nichtssagende Lokalität zu schmeißen und rammeln zu lassen. In der Regel in kurzen Visual Novels gemacht, damit man über wenige richtig zu gebende Antworten in den verschiedenen Stellungen landen kann, und weil das viel einfacher zu programmieren ist. Aber so einfach macht es sich Eleanor gegenüber den meisten anderen Spielen aus gleichem Hause dann doch nicht, sondern ist tatsächlich ein vollwertiges wenn auch abgespecktes Dating Sim.

Ein wenig selbstironisch ist das Spiel schon.

Das Setup der Angelegenheit ist wie folgt. Eleanor ist eine Ehefrau, jedoch alles was sie an ihrem Ehemann Drake liebt ist sein Geld. Oder besser gesagt jenes auszugeben, was dazu geführt hat, dass der gute Drake irgendwann feststellen muss, dass alle Konten, auf die seine Eleanor zugriff hat, leer geräumt sind. Wobei es etwas hart ist zu verstehen, wofür sie das alles ausgegeben hat, denn anschließend wieder zu Barem machen kann man gerade mal 5 Kleider. Aber gut, mit zigtausenden von Dollar weniger in der Ehe, kommt Drake zum Entschluss, dass es eine Ehefrau weniger auch tun könnte. Also nicht in dem Sinne, dass er versucht sie umzubringen, sondern Eleanor mit der Scheidung droht. Es sei denn die beweist ihm ihre Gutmütigkeit der Ehe doch noch eine Chance zu geben. In dem sie sich wieder hinein kauft. Wenn Eleanor es schafft in 50 Tagen mit 2000$ an Anzahlung um die Ecke zu kommen, und auch ausreichend herzlich Drake gegenüber war, nimmt er sie doch wieder zurück.

Es gibt also im Spiel sowohl ein Zeitlimit wie auch ein bis dahin zu erreichendes Ziel, sowohl in Geld als auch in Zuneigung Drakes gegenüber Eleanor. Um jene zu gewinnen bleiben Eleanor täglich diverse Aktionen, wie ihm beispielsweise ein Essen zu kochen, mit ihm zusammen TV zu schauen, und sobald eine gewisse Schwelle überschritten ist, ihm das Hirn rauszuvögeln. Geld verdient sich, zumindest sobald sie die 5 Kleider im Schrank verkauft hat, von denen sie sich zu trennen bereit ist, nur in dem sie einen der vier Jobs der Stadt annimmt. Und hier zählen weitere Statuswerte wie Style, ihr Management, ihre Sexappeal etc. hinein, denn nur mit den richtigen Stats wird sie engagiert, und nur mit noch besseren wird sie befördert. Zusätzlich hat natürlich auch Eleanor Stamina zu balancieren, in Form von Hunger, der mit jeder Aktion, die nicht essen beinhaltet, steigt. Und letztendlich muss ihre Moral auch immer wieder aufgepeppt werden, damit sie überhaupt die Motivation für andere Aktionen hat.

Bei der Haltung ist es nur eine Frage der Zeit zum Hexenschuss.

Doch dann gibt es noch einen weiteren Statuswert, der im Titel des Spieles verankert ist: Treue. Wir starten in der Mitte bei 50 und diverse Aktionen verringern oder erhöhen diesen Wert. Bis bei 100 Eleanor zur liebenden Frau und bei 0 zur dreckigen Hure wird. Manche Dinge sind selbsterklärend, sich um Drake oder den Haushalt zu kümmern gibt beispielsweise Punkte gen gute Ehefrau, mit anderen Leuten zu schlafen ist hingegen nuttig. Manche Dinge sind fragwürdiger. Wenn Eleanor für sich im Büro masturbiert, um ein wenig Dampf abzulassen, gibt das Huren-Punkte statt neutral zu sein. Aber so richtig witzig ist es, mit Drake zu schlafen. Beziehungsweise was man dort mit ihm macht. Denn ihn einfach ranzulassen macht einen zur guten Frau, sich von ihm die Muschi lecken zu lassen hingegen zur Hure. Irgendjemand fand das bestimmt logisch, ich fand es urkomisch.

Allgemein muss ich sagen, fand ich das Spiel recht amüsant gehalten. Viel Text ist natürlich nicht drin, hauptsächlich klickt man sich stupide durch die immer gleichen Aktionen, um die richtigen Statuswerte zu verbessern, sich beim richtigen Charakter einzuschmeicheln, oder das Bankkonto zu füllen. Selbst besagte Gespräche mit den Charakteren sind nicht so sehr Dialoge, als das man einfach nur Icons anklickt, die für sie interessante Themen repräsentieren, um die Zuneigung zu erhöhen, während die Konversation komplett Wortlos und für den Spieler unsichtbar telepathisch abläuft. Aber die ein oder zwei Sätze, welche die meisten Aktionen begleiten, sowie die drei oder vier, die dann doch mal bei einem Event-Gespräch zustande kommen, sind selten ernst gemeint, nie ernst zu nehmen, und durchaus humorig.

Reden ist Silber, Icons klicken ist Gold.

Ich meine selbst Eleanor als Charakter konnte ich gegen Ende etwas leiden, obwohl das Setup sie so extrem schlecht porträtiert. Ist sie zu Beginn auch. Jedoch hat sie einen sehr starken Charakter und ein ziemlich loses Mundwerk, plus viele sarkastische Gedankengänge, durch die ich mich schon für sie erwärmen konnte. Je nach einem der 8 erreichbaren Enden kann sie durchaus auch wesentlich netter sein, und wann immer sie jemandem etwas auswischt, freut man sich fast für sie, weil der jeweilig andere noch mieser vom Charakter her ist. Abgesehen davon mag ich sehr, dass sie das ganze Spiel über komplett in Kontrolle bleibt, statt zum Sexpüppchen zu verkommen, da tatsächlich alles in der Hand des Spielers liegt. Sie muss sich nicht durch die halbe Nachbarschaft schlafen, wenn ihr (bzw. dem Spieler) nicht danach ist. Sie kann zur netten und treuen Hausfrau werden. Sie kann ihrer wilden Sexualität freien Lauf lassen. Egal was sie auch macht, um Geld zu verdienen, es ist immer ihre freie Entscheidung.

Ich glaube wenn man nicht will, muss man das ganze Spiel über gar keinen Sex haben. Geld lässt sich auch auf andere Art und Weise gewinnen, und die Zuneigung von Drake kann auch über Gespräche und andere Aktionen erhöht werden. Das ist schon ziemlich interessant, wenn man mal bedenkt, dass der Stimulus der Libido des Spielers schon das Hauptziel des Spieles ist. Hat man sich jedoch dafür entschieden, sich doch Stimulieren zu lassen dann… eh, ich weiß ja nicht. Ich bin sicherlich auch nicht das Zielpublikum in jener Hinsicht, aber so ein paar 3D-Modelle in abgehakten Wenig-Frame-Animationen aneinander reiben zu lassen. Ich will hier niemanden werten, aber ich halte das schon schwerlich für sonderlich sexy, was einem das Spiel so zu zeigen hat.

She works hard for her money…

Weitere Probleme, die dadurch kommen, dass wir es hier mit einem Flash-Browsergame zu tun haben, ist das es kein traditionelles Speichersystem gibt. Stattdessen funktioniert das Spiel komplett über eine Autospeicher-Funktion, die von selbst beim Übergang in einen nächsten Tag zwischenspeichert. Bricht man das Spiel ab ist man somit mit einem schnellen Klick auf Continue wieder zurück. Das bedeutet aber auch, dass man nie zu Entscheidungen zurückgehen kann, die vor dem aktuellen Tag geschehen sind. Und das es keine weiteren Speichermöglichkeiten gibt. Wer was anderes ausprobieren oder ein weiteres Ende bekommen will, selbst wenn der einzige spielerische Unterschied ist am letzten Tag eine einzelne Entscheidung zu ändern, muss komplett von vorn beginnen.

Damit einher geht, das sollte man den Tag abbrechen und auf Continue neu einsteigen, man auf der Übersichtskarte der Stadt beginnt, statt wie gewohnt im Schlafzimmer zu erwachen. Jegliche Szene, die also direkt nach dem Aufwachen getriggert würde, wie beispielsweise mit Drake einen Kurzurlaub zu machen, geht einem verloren. Und dennoch habe ich einen Großteil der optionalen Events mir erspielt und alle 8 Enden gewonnen. Ich glaube ich bin echt viel zu einfach zu befriedigen, gibt mir ein wenig Stat-Raising-Gameplay und ich bin am süchteln. Zumal man wie gesagt bei Eleanor wenig Text und viele repetitive Klicks hat, was dem Spiel so gesehen für mich zugutekam, da sich so leicht auf Autopilot durchhecheln lässt, während man nebenbei einen Stream schaut.

Eigentlich isser echt ein guter Fang.

Drake ist eigentlich ein sehr guter, wenn auch nicht ganz so schlauer, Ehemann. Ich hab keine Ahnung, warum Eleanor zu Beginn so wenig von ihm hält, sie ist nämlich wirklich nicht gerade mit einem Schwein verheiratet. Drake ist ein Silberfuchs, der immer noch körperlich gut in Schuss ist, sein volles Haupthaar mit sich trägt, und sogar die Option seine Frau oral zu befriedigen früher offen hat, als sich einen Blowjob geben zu lassen oder Penetration zu wollen. Ich find es ja auch ganz niedlich, dass Eleanor zunächst beim Schlafengehen allein im Bett ist (er nimmt die Couch), aber bei etwas mehr Zuneigung die beiden dann doch wieder nebeneinander schlafen, noch bevor er sie ranlässt.

Was nicht bedeutet, dass er keine abenteuerliche Seite haben kann. Wenn man beispielsweise den Garten auf Vordermann bringt und den Bikini kauft, ist eine optionale Szene es dort mit ihm zu treiben, wohlwissend das der Nachbar spannt, für den leicht exhibitionistischen Kink. Oder im Urlaub auf Gras einen Dreier zu schieben. Es gibt übrigens zwei Enden mit ihm. Zahlt man ihm sein Geld zurück und hat genug Zuneigung, plus ist mehr auf der Seite der liebenden Hausfrau im Treuemeter, kauft er Eleanor ein neues Auto und sie machen zweite Flitterwochen. Tendiert sie allerdings mehr zur Hure bekommt er eine Beförderung, wodurch er viel auf Dienstreise ist, während der sich Eleanor die Zeit mit Sexpartys vertreibt. Aber hey, die sind immerhin umsonst statt das Konto zu leeren.

Dennoch gibt es attraktivere Fänge.

Sven ist der arische Schwede, der den Fashion Store leitet, eine von vier Jobmöglichkeiten für Eleanor. Da er Eleanor wenig gut behandelt, ziemlich selbstverliebt ist, und viel zu gut aussieht, hält sie ihn dann auch sofort für schwul. Womit sie leben kann, wenn schon jemand sie verbal disst, dann wenigstens eine Queen. Zu meiner persönlichen Freude wird das Model in spe allerdings nicht nur mit der Zeit freundlicher, sondern ist durchaus eine Option für Eleanor, wenn man es schafft auf die dritte Stufe befördert zu werden.

Dann lädt er sie nämlich auf ein nettes Essen ein, mit von ihm gespendetem Glamour-Outfit, meint gar nicht verstehen zu können, warum ihn immer alle für schwul halten, und anschließend geht es aufs Zimmer. Gibt man ihm hier direkt einen Blowjob, hat man es übrigens mit ihm vermasselt, weil zu herabwürdigend oder was weiß ich. Lässt man ihn den Sex initiieren, geht das besser aus. Er geht eine Weile auf Dienstreise nach Europa, während man den Laden für ihn managet, und nach seiner Rückkehr nimmt er Eleanor mit nach New York, wo er ein weiteres Geschäft eröffnet, und sie zu seiner Geschäftspartnerin und Gesicht des Unternehmens macht.

Eleanor: Immer voll in Kontrolle.

Auch mit Flake kann man ein Ende gewinnen, und auch er ist der Boss eines der Etablissements, in denen Eleanor Geld verdienen kann. Der einzig schwarze Charakter des Spieles ist der Zuhälter, der den Strip Club der Stadt leitet. Wer für ihn arbeiten will braucht nicht nur die richtigen Statuswerte und ein sexy Outfit, sondern muss ihm auch einen Blowjob geben. Anschließend ist schnell ein Vorschuss von 500$ verdient, wenn man seinen Vorschlag annimmt, vaginalen Verkehr mit ihm zu haben, plus 100 weitere Flocken, wenn er bei Kommen nicht rausziehen muss.

Eleanor wird also zur Stripperin Princess Lusty Lick, und kann hierüber sogar das Event starten an einem Porno teilzunehmen. Was aber nicht für Flakes Ende wichtig ist. Wichtig ist allerdings auch hier bis Stufe 3 der Karriere zu kommen, durch deren neue Option man sich richtig in „Privattänzen“ prosituieren kann. Jedenfalls gerät Flake mit der Polizei in Probleme und muss die Stadt verlassen, bietet jedoch seiner besten Zuchtstute an mit ihm zu kommen. Romantik pur.

Und wenn das Bier erst versehentlich das Shirt durchnässt.

Besagter Porno, sollte man sich denn hingeben schnell weitere 500$ gewinnen zu wollen, nennt sich übrigens Four Cocks Three Holes: The Journey, was ich für sehr fehlleitend halte, denn die anschließende Szene beinhaltet Eleanor mit zwei Kerlen. Da kann jemand eindeutig nicht zählen. Ich meine drei Löcher sind an Eleanor ja schon, aber was für Mutanten sind die Kerle, um auf vier Schwänze zu kommen? Anschließend hat man sogar die Option professionelles Porn Starlett zu werden. Jedenfalls, wenn man den Porno dreht, und an einem vorherigen Tag das Cheerleader-Outfit anhatte, als man Drake und dessen Kumpel an einem Football-Abend Snacks gebracht hat, und mit dem Kumpel im Bad einen Quickie hatte, taucht Greg auf.

Der ist ehemaliger Trauzeuge von Drake, der einen mit seinem Wissen erpresst. Wenn man mit ihm schläft, nimmt er witzigerweise an, Drake würde einen zu all diesen Dingen zwingen, um Geld zu verdienen, und nimmt einen mit in eine offene Beziehung. Woraufhin Eleanor prompt sein Konto leerräumt, ihn verlässt, und als Laura Golddigger an die 100 Gang-Bang-Pornos dreht. Lehnt man den Sex mit Greg ab kommt es zu einem anderen Ende, denn er erzählt Drake alles, der einen rauswirft, Eleanor sich allerdings an einen reichen Kunden des Strip-Schuppens hängt und weiterhin gut lebt.

Eleanor macht das nicht zum ersten Mal.

Das letzte Ende, welches an einem Kerl hängt, ist das mit Kevin. Kevin ist der Boss im Bürojob, und damit auch der von Drake. Die beiden verstehen sich gut, weswegen Drake ihm gebeichtet hat, in was für einer Situation man sich befindet, und dass er einen beim verzweifelten Versuch Geld zu verdienen doch helfen soll. Das fette Schwein nutzt das prompt aus, um Eleanor reichlich anzumachen, und jegliche Beförderung im Büro hängt an gegebenen Blowjobs. Eleanors neuer Name ist von dannen Fuckslut.

Schafft man es hier auch zum Höhepunkt der Karriereleiter, so will Kevin das man sein ganz persönliches und immer bereites Fuckslut wird, zumindest bis man zu alt und unattraktiv dafür ist. Man kann zustimmen, was aber kein eigenes Ende los tritt. Man kann ablehnen und genug Affinität vorausgesetzt auch die Büroangestellte Paige dazu bringen, einem dabei zu helfen, Kevin in den Arsch zu treten. So oder so sagt er Drake seine Version der Geschichte, der sich von Eleanor scheiden lässt, wobei sie sich auch hier einen neuen reicheren Kerl angelt.

Ein sich durch die Stadt hurendes Flittchen zu rollenspielen ist ja eigentlich genau, wie ich Sims zu spielen pflege.

Der Rest:
Bleibt noch ein Ende offen, welches an keinen Charakter gebunden ist. Genau genommen ist es daran gebunden, überhaupt nichts zu machen, denn es initiiert nur, wenn man Drake nicht zurück gewinnt, aber auch nicht die Weichen für das mit jemand anderem stellt. Drake lässt sich scheiden, Eleanor flieht aus der Stadt, jedoch kauft sie sich eine Farm (mit dem Scheidungsgeld nehme ich mal an) und lebt ein simples jedoch zufriedenes Leben als Landwirtin. Wie nett.

Eleanor hat allerdings noch weitere Möglichkeiten, ihrem Mann untreu zu werden, ohne in ein anderes Ende zu gelangen. Irgendwann taucht Tony auf, mit dem sie drei Jahre in der High School zusammen war, bis er sie dabei erwischt hat, wie sie am Abend des Abschlussballes mit seinem Vater für gute Noten schlief, nur um den dann mit dem Nachbarn zu betrügen. Seither konnte er nicht mehr mit einer Frau schlafen (praktischerweise ist er bisexuell), ob ein letzter Mitleidfick ihn heilen werden kann?

Auch aus der High School kennt Eleanor Johnny High-Tucker, den sie immer als Gay-Fucker getauft gehänselt hat. Jetzt ist er Anwalt bei der Firma des Bürojobs. Er lässt sich allerdings durchaus dazu überreden, einen eher aggressiv-rauen Dreier mit Eleanor und seiner Frau zu haben, wenn die zustimmt.

Der gerade volljährig gewordene Nachbarsjunge James kommt ebenfalls eines Tages vorbei, um sich auf einen Europatripp zu verabschieden, allerdings fragend, ob Eleanor ihn nicht eine Fantasie erfüllt, die er seit Beginn seiner Pubertät mit sich rumträgt.

Letztendlich kann Eleanor auch noch die Kollegin im Büro Paige zu einer flotten Bescherung überreden. Fast etwas schade, dass es im Spiel nicht ein volles Ende gibt, in dem die beiden ihrer lesbischen Liebe nachgehen. Das wäre doch mal ne Abwechslung gewesen. Eventuell gebunden an das Kevin-Ende.

Assassin’s Creed (2016)

Es gibt mittlerweile so gut wie nichts, was halbwegs Kohle gemacht hat, was nicht die Option auf einen Film bekommt. Ob daraus dann auch wirklich was wird, ist immer so eine Sache, manches verschwindet sofort wieder in der Versenkung, anderes taucht dann eventuell doch wieder auf – der Castlevania-Film, der sofort absackte, ist ja auch kürzlich beispielsweise als Netflix-Miniserie realisiert worden.

Videospiel-Adaptionen haben allerdings einen eher mauen ruf was die Qualität angeht, genau wie deren Zugkraft an den Kinokassen, solange wir zumindest von Hollywood-Adaptionen jener sprechen. Die schon in die Jahre gekommenen zwei Tomb Raiders und die Resident Evil Franchise bestreiten weiterhin mit die Top-Ränge, wenn es um die Einspielergebnisse gibt. So ganz richtig legitim gemacht hat Hollywood Videospieladaptionen jedenfalls immer noch nicht, selbst in Zeiten von Blockbuster Comic-Adaptionen oder selbst einer Themenpark-Attraktionen wie Fluch der Karibik.

Assassin’s Creed ist jedenfalls definitiv ein weiterer Versuch nicht nur endlich die Blockbuster-Wirksamkeit von Videospiel-Adaptionen zu untermauern, sondern jene mehr zu legitimieren, als das ein Resident Evil kann. Mit einigen guten und bekannten Schauspielern, allen voran der Hauptstar Michael Fassbender (der auch einer von ganzen 7 Produzenten des Filmes darstellt, was schon ein gewisses Warnsignal ist). Mit einem Budget hinter der Angelegenheit. Und in dem sich das ganze Ding absolut bierernst nimmt. Das Resultat ist dann ähnlich dem Prince of Persia Film mit Jake Gyllenhaal ein Film der weniger wirklich als schlecht zu betiteln ist, als vielmehr einfach nur ziemlich langweilig.

Ich meine das Ausgangsmaterial hilft definitiv nicht. Ich persönlich habe den ersten Teil, alle drei um Ezio, sowie den dritten gespielt. In jenen fünf Einträgen kam die Serie nur ein einziges Mal nahe daran, eine gute Handlung zu haben, und das war in Assassin’s Creed II. Und auch da nur der historische Part um Ezio, denn der übergeordnete Präsenz-Part der Franchise war schon immer Blödsinn der nirgendwo hin geführt hat. Und selbst bei Ezio ruiniert das Spiel noch viel im finalen Kapitel. Gleichzeitig ist Ezio auch der einzige Charakter in diesen Spielen, der wirklich Charisma hat, statt sterbenslangweilig zu sein. Assassin’s Creed ist hauptsächlich dann launig, wenn man den Scheiß macht, der einen persönlich unterhält, eher weniger während man den Haupthandlungen folgt.

Das ist natürlich von vornherein keine gute Voraussetzung, weil ein Film sich auf Handlung und Charaktere stützt, kein Gameplay enthält welches bei Laune halten könnte. Außerdem trifft der Film nicht die schlaue Entscheidung, auf Ezios Geschichte aufzubauen. Genau genommen erzählt der Film nicht wirklich strickt eines der Spiele nach, denn alle Namen und Lokalitäten sind neben anderen Änderungen nicht kongruent zu ihnen. Jedoch stützt sich all das hier eindeutig wesentlich auf das erste Assassin’s Creed. Ein Spiel mit Nonsens-Handlung und einem Hauptcharakter, dessen Lahmheit nur noch von dem in Assassin’s Creed III übertroffen wird. Außerdem wird sich stark auf den Präsenz-Teil gestützt, was schon immer das schwächste Glied der Spiele war.

Dementsprechend gibt es auch viele neue Hintergründe, um den Blödsinn aus den Spielen zu hinterfüttern und eventuell zu legitimieren. Und mehr zu einem Hollywood-Film zu machen. Beispielsweise ist der Animus nicht mehr eine Maschine, in die man sich einfach hineinlegt, sondern nun ein Ganzkörper-Workout-Virtual-Reality-Gerät, weil das in einem Film cooler aussieht, besonders wenn man während der Einsätze in der Historie immer wieder zu Fassbender im Animus blenden will wie hier. Auch bekommt der nun eine ganze kleine Truppe an Neben-Assassinen, die mit ihm mit kämpfen können, inklusive ein Love Interest zu dessen keine Chemie besteht, aber Hollywood halt. Und eine tragische Geschichte natürlich. Boring McDull in den Spielen war einfach irgendein Barkeeper in einem Hoody, der von Abstergo entführt wurde, weil er vor hunderten von Jahren mal einen Assassinen-Vorfahren hatte. Boring McDull Fassbender-Variante hingegen musste als Kind miterleben, wie seine Mutter von seinem Vater umgebracht wurde, um das Assassinen-Geheimnis vor den Templern zu bewahren – ach ja, Assassine zu sein ist jetzt scheinbar genetisch, einmal einer, schon ist es jeder in deinem Familienstammbaum. So auf die schiefe Bahn geraten wurde er zum Kriminellen, der den Film im Gefängnis und gar in der Todeszelle beginnt (er hat jemanden umgebracht, aber nur einen Zuhälter, was der Film scheinbar für mildernd ansieht), aus dem Abstergo ihn heraus holt. Vielleicht auch, um besser zu erklären, wie sie Boring McDull dort festhalten können, ohne dass es irgendwann mal auffallen würde.

Es wird im Film auch wesentlich klarer gemacht, dass die Assassinen die Guten sind, ein hehres Kredo an vigilanten Außenseitern, die aus den Schatten Gerechtigkeit ausüben und im Gegensatz zu uns Sheepeln die Wahrheit sehen. Während die Templer eindeutig die Bösen sind, weil wann sind die das in einem Hollywood-Film schon mal nicht. Aber die hübsche Wissenschaftlerin macht natürlich all die Experimente nur, um die Gewalt in der Welt zu beseitigen, nicht um mit dem Apfel von Eden jene zu regieren.

Und die ganze Handlung ist wirklich ziemlicher Blödsinn, ziemlich langweilig präsentiert, mit vielen luftigem aber eigentlich stumpfsinnigem Phrasentum, und einer Horde an extrem uncharismatischen Charakteren. Selbst Fassbender kann seinen Boring McDull nie interessant oder charmant machen. Und vor allem gibt es im ganzen Film so gut wie nichts Cooles zu sehen. Kein Parkour in luftigen Höhen. Nur kurze und langweilige Brawls statt geheimes Dahinmmeucheln. Der ganze Film ist von seinen Farben her sehr gedeckt und die meisten Szenen wirken staubig oder neblig und verschmiert, als würde nie alles so richtig in den Fokus geraten. Allen voran das Rumgehampel im Animus, welches in einem schon schlecht beleuchteten Raum geschieht, plus per Hologram-CG die historischen Ereignisse so in die Realität blenden, dass man wirklich nichts Genaues ausmachen kann. Und wow was sieht Fassbender in der Assassinen-Kapuze so blöd aus.

Nein, Assassin’s Creed ist definitiv nicht der Film geworden, der endlich beweist das Videospiel-Adaptionen was her machen können. Dass sie ein gutes Mittel gegen Schlafstörungen sein können hingegen aber doch.

Horndog Chronicles: Coming Out on Top

Wo wir kürzlich erst bei einem Gay Dating Sim waren, das eigentlich ein BxB Romance Visual Novel ist, bleiben wir doch gleich mal dabei. Diesmal gehen wir ein wenig jünger auf die Pirsch, denn Coming Out on Top findet im eher gewohnten Setting eines Colleges statt. Bekanntermaßen die passende Atmosphäre für die gerade zur Volljährigkeit erblühten und dem Elternhaus entwachsenden Jungs und Mädels, um mal mit der Liebe gleichgeschlechtlicher Art zu experimentieren.

Nicht das unser Hauptcharakter, dessen vorgegebener aber änderbarer Name Mark ist, da noch groß Bedenkzeit braucht. Er ist schwul und will in seinem letzten Jahr auf dem College, solange er noch die weitestgehend ungezwungene und unwertende Umgebung um sich hat, endlich dazu stehen und voll leben. Weil der mit Anfang Zwanzig bereits das Gefühl hat ordentlich was verpasst und Nachholbedarf zu haben. Wie muss es erst den Kerlen vor einigen Jahrzehnten ergangen sein, die sich bis zur ihrer Midlife Crisis und länger in einer lieblosen Ehe versteckt haben, bevor sie sich zum Coming Out getraut haben?

Typisch falsche Antwort, die man dennoch mindestens ein Mal genommen haben muss.

Erwartungsgemäß für ein College in einem liberalen Bundessstaat der 2010er-Jahre ist seine Sexualität für Mark übrigens ein wesentlich größeres Ding als letztendlich für alle um ihn herum. Seine beiden Wohngenossen Penny und Ian reagieren absolut gelassen darauf. Penny hat sogar sofort jemanden aus ihrer schrägen Verwandtschaft im Auge, mit dem sie Mark verkuppeln will. Und sobald er es seiner Mutter am Telefon gegenüber zugibt, schmiedet die sofort Pläne mit dem Vater was es denn bei ihm im Krankenhaus an niedlichen schwulen Doktoren-Anwärtern gibt, mit denen Mark ruhig mal ein Date versuchen dürfte. Natürlich während indiskret gefragt wird ob Mark Top, Vers, Bottom oder gar Power Bottom ist, damit es keine Kompatibilitätsprobleme gibt.

Mark ist übrigens von der Optik, von der wir ausgiebig auch im biblischen Sinne zu sehen bekommen, nicht abänderbar, sondern immer der gleiche gute gebaute braunhaarige Kerl. Und absolut notgeil, deswegen eben auch der biblische Sinn. Man darf sich also in regelmäßigen Abständen darauf gefasst machen, dass er wenn er alleine in seinem Zimmer ist, und nicht gerade mit seinem Goldfisch philosophiert, sexy Tagträumen und Masturbationseinlagen nachgeht.

Ich geh davon aus, man kann hierdurch auch ohne einem Charakter nachzusteigen ein Gutes Ende haben.

Sollte wohl klar sein, dass auch Coming Out on Top die Thematik und sich selbst nicht allzu ernst nimmt, sondern eine ordentliche Portion Humor beweist. Das ist auch ein Stück weit nötig, denn genau genommen sind die Routen der Kerle, dessen Zuneigung Mark gewinnen kann, teilweise ganz schön schnulzig. Und auch sexy, denn Coming Out on Top ist vollwertig 18+, sofern man nicht die Steam-Version ersteht. Die Plotlines sind wirklich irgendwo zwischen aus eine Porno oder einem Schwulendrama entnommen und wirken nicht ganz realistisch. Da ist es doch ganz angenehm, wenn das Spiel an sich von eher heiterem und nicht allzu seriösem Gemüt ist. Coming Out on Top weiß, wann es etwas blöd ist.

Zudem ist es relativ kurz. Ich war doch etwas überrascht, wie schnell man teilweise mit einem der Kerle endet, und zwar nicht nur im Bett, sondern auch schon bei den Ending Credits, ich hätte da echt etwas mehr (Vor-)Spiel erwartet, bevor es zum Klimax kommt. Wobei das letztendlich im Nachhinein gar nicht ganz so übel war, denn wer halt mal eher Appetit auf einen Quicky hat, der wird hier voll bedient, ohne ewige Stunden in eine Charakterroute investieren zu müssen.

Mit Freunden abhängen, du tust es falsch.

Coming Out on Top bietet einem übrigens neben den Multiple Choice Antworten, um sich in das Höschen eines Kerls zu charmeuren, auch noch regelmäßig die Wahl an, ob man für den Unterricht lernen, mit den Zimmernachbarn abhängen, oder Nachhilfeunterricht geben will. Unterricht bedeutet Geld, bedeutet wiederum man kann häufiger mit den Mitbewohnern ausgehen. Für mehr ist es dann allerdings schon nicht genutzt. Und lernen oder weggehen hat eine leichte Auswirkung auf das Ende. Nur wer sich gut mit ihnen versteht kann eine kleine zusätzliche Szene haben, in der man sieht was aus Penny bzw. Ian Karrieremäßig geworden ist. Und nur wer gute Noten hat bekommt im Endtext gesagt, dass er einen guten Job abbekommen hat. Allerdings ist all dies absolut irrelevant wenn es um das Gewinnen eines Charakters an sich geht.

Zu schreiben man könne seinen Avatar Mark optisch nicht verändern, war übrigens nicht ganz die Wahrheit. An seiner Körperform, Gesicht oder Frisur lässt sich tatsächlich nichts drehen. Allerdings hat Coming Out on Top eine ganz nette Seite in den Optionen. Übrigens in jenem Menü im Gegensatz zu Dream Daddy endlich wieder all die üblichen Konfigurationsmöglichkeiten wie Musiklautstärke und unter welchen Voraussetzungen bis wohin der Text mit der FFW-Funktion durchgerattert wird zusammen mit einem regulären Speichermenü mit Slots, deren Bilder besser zeigen, wo das war. Aber jedenfalls hat das Optionsmenü eine Extra-Seite, in der man für Mark sowie alle sechs gewinnbaren Charaktere einstellen kann, ob sie einen Bart und/oder Körperbehaarung mitbringen sollen. Leider ohne Vorschaubild, um auch direkt abchecken zu können, ob das am jeweiligen Charakter überhaupt was aussieht. Aber dennoch, genau wie die Möglichkeit Kondome in den Sexszenen aus- oder einzuschalten, eine sehr willkommene Funktion.

Nüdlich

Zunächst einmal habe ich mir den Kerl geschnappt, der mir als erstes vor die Flinte gelaufen kam: Und zwar den Zimmergenossen und bester Kumpel seit des ersten Jahres im College Ian. Der ist der leichtlebige, verspielte, und nicht allzu gute Noten bekommende Play Boy, der gern mal die eine oder andere Frau flachlegt – durchaus auch gleichzeitig. Zudem hat er eine ständige On-Off-Beziehung mit Zoe. Die uns wenn sie seine Sachen nach einem weiteren Scheitern jener zurückbringt, und der Karton voller Dildos ist, auch brühwarm erzählt, dass Ian gern mal mit seinem Hintertürchen experimentiert hat. Und mit gern mal meint sie ständig.

Überraschend denkt sich Mark dabei noch nichts. Es wird erst komisch zwischen den beiden, wenn nachdem Ian ihn um Mark vom Stress und der Untervögeltheit abzulenken nach Gängen ins Fitnessstudio auch mit auf eine Frat-Party nimmt, wo Mark sein Zuspieler ist und tatsächlich einen Dreier mit zwei Mädels für Ian erreicht. Allerdings in einem Anfall von Leichtigkeit, um den Mädels etwas Fanservice zu geben, kommt es zu einem Kuss zwischen den beiden Kerlen und nachdem Ian ordentlich als Zuspieler in einer Gay Bar für Mark scheitert, fängt er an ihn zu meiden.

Irgendwann kontaktiert uns Zoe dann, und erzählt, dass Ian eigentlich schon die ganze Zeit auf Mark steht aber seine Freundschaft nicht aufs Spiel stellen wollte, und die ganzen Analdildos, mit der sie ihn geritten hat, eigentlich nur Ersatz für ihn waren. Praktischerweise ist der nackt und mit Augenbinde versehene Ian gerade nebenan ans Bett gefesselt, so dass seine heimliche Fantasie Realität werden kann. Zwei Jahre später dann heiraten Ian und Mark sogar, wie süß. Ist man übrigens nicht auf Ians Pfad, so wird er dennoch gern den anderen Kerlen leicht eifersüchtig, was ein interessanter konsequenter Touch war.

Scheinbar tritt Alex irgendwann auf eine Mine und verliert seine Beine

Geht Mark direkt noch am Tag seines Outings mit Penny in die einzige Gay Bar der Stadt, wird das Frischfleisch dort direkt von dem blonden Halbgott Alex angehauen, der ihn kurz anflirtet, einen Drink spendiert, und dann direkt die Nummer abgreift, weil er leider nicht mehr bleiben kann, denn er muss am nächsten Tag früh raus. Warum stellt Mark am nächsten Tag in der ersten Anatomie-Klasse des neuen Jahres fest, wo er ihm als seinen heißen neuen Professor Mr. Davies erneut begegnet. Ohlala, so verboten, so sexy.

Alex ist allerdings voll professionell und macht Mark deswegen auch klar, dass da natürlich nichts laufen kann, weil eine Beziehung zwischen Professor und Student viel zu viele Probleme mit sich führen würde. Was Mark nicht davon abhält, heiße Tagträume von Hands-on Anatomie-Stunden zu haben, noch dass die beiden im Fitnessclub sich gegenseitig schweißtreibend aufreiben. Zumindest bis Mark seinem Professor „versehentlich“ einen blauen Fleck verpasst, welcher natürlich sofort nach ausgezogenem Shirt untersucht gehört, was wiederum in einem heißen Kuss miteinander endet.

Dummerweise ist ein anderer Professor verängstigt seinen gesonderten Platz an der Uni zu verlieren, da Alex im gleichen Gebiet arbeitet und so ein Überflieger ist, und lässt ihn deswegen ausspionieren. Und wir haben ihm gerade ein Foto geliefert, welches er gegen Alex benutzen kann. Der sogar freiwillig die Uni wechseln will. Aber Feuer gegen Feuer und so, und deswegen finden wir etwas über besagten Prof heraus und erpressen ihn einfach zurück. Und hey, immerhin ist dies das letzte Jahr von Mark, von daher dauert es auch gar nicht lange, bis Alex nicht mehr sein Professor ist! 2 Jahre später leben die beiden dann auch endlich zusammen, nachdem sie sich aufgrund von Berufen in verschiedenen Städten zunächst nicht regelmäßig sehen konnten.

Das ist btw so Porno-esque, weil es ein Tagtraum von Mark ist.

Neben der normalen Nachhilfe wird einem irgendwann im Spiel auch angeboten, einen Sonderauftrag zu übernehmen. Nimmt man jenen an, geht Mark zum Frat einer Muckiprotz-Vereinigung am Campus, denn Brad ist über sein Football-Stipendium an die Uni gekommen. Allerdings hat man bisher den Fehler begangen ihn nur von heißen Mädels unterrichten zu lassen, die ihm schlichtweg die Hausarbeiten geschrieben und sich von ihm haben flachlegen lassen. Deswegen versuchen sie es jetzt also mit einem männlichen Lehrer, nichts ahnend, dass sich Mark durchaus auch von verschwitzten Bauchmuskeln ablenken lässt.

Es dauert natürlich ein wenig, bis man Brad davon überzeugt hat, dass er vielleicht wirklich anfangen sollte selbst zu arbeiten, hauptsächlich mit dem durchaus sinnigen Argument, dass er auf etwas zurückfallen können muss, sollte er wegen einer Verletzung seine Profikarriere im Sport beenden müssen. Als echte Bros masturbieren die beiden etwas zusammen, und Brad lässt seine bisherige Nachhelferin abblitzen, nachdem sie Mark gegenüber bitchy wird, und schon ist der Weg für eine Romanze offen.

Allerdings hat Brads übervorsichtiger Bruder eine halbe Herzattacke, nachdem er die beiden beim Knutschen statt Lernen erwischt, weswegen Brad erst mal auf Distanz geht. Zumindest bis er plötzlich nur noch einen halben Tag hat, um sein Abschlussessay zu schreiben, und Mark ihm dann doch noch mal in letzter Minute hilft, inklusive Ansporn im Versprechen, dass nach getaner Arbeit als Geschenk Mark selbst auf Brad wartet. Die beiden haben natürlich am Ende, nachdem sich auch der Bruder wieder eingekriegt hat, eine Distanzbeziehung, weil Brad viel zu Spielen unterwegs ist.

Eh, kein gutes Outfit für Phil.

Mark hat nicht unbedingt die besten Erfahrungen damit gemacht, wenn Penny ihn bisher mit ihrer verrückten Familie verkuppeln wollte, weswegen er eher unfreiwillig für sie einspringt, um ihren Cousin Philbert vom Flughafen abzuholen. Sie hat ihm allerdings auch nicht erzählt, dass Phil ein heißer schwarzer Kerl ist, was sicherlich eine bessere Einleitung gewesen wäre, um Mark willig zu machen. Allerdings läuft das erste Treffen eher suboptimal, weil der gerade mit seinem militärischen Grundtraining fertig gewordene Phil der stille und ernste Typ ist, der wenig Spaß versteht.

Irgendwann landet Mark allerdings mit Penny bei einer Benefizveranstaltung von Phils Vater, und das mit Ians Zylinder und dessen „Medizin“ gegen Nerven ausgerüstet ein wenig neben sich. Aber wer sollte es glauben, ein Mark auf einem exzentrischen High ist ein absoluter Hit mit den gelangweilten Reichen auf der Feier. Und er und Phil dürfen sogar wenig erfolgreich die nächsten Tage Babysitter für die Tochter von einigen davon machen, die allerdings nur abhauen und feiern will. Darüber, genauso wie die Trivia-Quiz-Partys und das Training, zu dem Phil Mark letztendlich einlädt, kommt dann endlich doch noch eine Bindung zustande.

Merkwürdigerweise gibt es auf Phils Route mehrere Dinge, die zu Problemen werden könnten, alle allerdings irgendwie schnell abgewinkt werden. Kumpels vom Militär, die ein großes Ding draus machen herausgefunden zu haben, dass Phil schwul ist. Das Phil in ein Sonderprogramm dort hineinwill. Die zickige Tochter des reichen Ehepaares. Das Phils Vater in der Politik ist. Wird alles nie wirklich so wichtig, wie man erwarten könnte, und am Ende hat man natürlich auch hier eine Distanzbeziehung, da Phil viel auf Mission unterwegs ist.

Ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob das nicht das einzige Non-18+-CG auf Jeds Route ist.

Bereits ziemlich früh im Spiel wird das traute Heim von Mark, Penny und Ian von Godzilla heimgesucht, oder zumindest nennen sie den neuen Nachbarn ein Apartment über ihnen so, weil er solch einen enormen Lärm veranstaltet. Geht man dem nach, steht einem Jed in der Türe entgegen, und das wie Gott ihn erschaffen hat, intakte Vorhaut und alles. Er wartet nämlich auf Cumslut97, den er zu einer Bukkake-Party eingeladen hat. Wenn sich Mark auf eine Privatparty mit Jed einlässt, wird er von ihm dazu eingeladen, ruhig jede Woche Dienstag vorbeizuschauen, um dies zu wiederholen.

Die Woche drauf steht man allerdings voll erigiert seiner Schwester, die sich das Apartment mit Jed teilt, gegenüber, die einen sofort angeekelt wieder verscheucht. Tut Jed auch total leid, weswegen der sich als Pizza Boy durchschlagende Teilzeitmusiker nicht nur immer mal wieder Gratis-Pizza vorbeibringt, sondern Mark auch mit auf Gigs seiner Band nimmt, inklusive anschließender Blowjobs. Muss ich noch erwähnen, dass Jed eher der mit leichter Moral ausgestattete Bad Boy Charakter ist?

Seine Band steht übrigens kurz vor dem Durchbruch, allerdings ist Jed ziemlich arrogant davon überzeugt, dass ein Plattenlabel sie nur dem Massenmarkt tauglich umkrempeln wollen würde. Womit er sogar recht behält. Stattdessen versucht Jed das Geld zu gewinnen, in dem er sich umkrempelt und voll einen auf schick machend an einem Piano-Wettbewerb mitmacht. Am Ende ist er natürlich berühmt, und Mark sieht viel von der Welt, da er ihn zu diversen Konzerten einfliegen lässt. Witzigerweise gibt es sogar eine Variante des Endes, in dem die beiden regelmäßig Bukkake-Partys veranstalten. Da sag nochmal einer Romantik wäre tot.

Top 10 Anime Betrayal!

Der Rest:
Den einzigen Charakter, den ich nicht gewonnen habe, ist Amos. Der bärige Leather Daddy mit dem weichen Kern war ursprünglich ein Joke-Charakter für einen Aprilscherz, hat dann allerdings eine vollständige Route im Spiel bekommen.

Außerdem entwickelt Penny irgendwann im Spiel eine Brofinder App, die im Prinzip Grindr ist. In meiner Version des Spieles funktioniert die noch nicht, in neueren können so allerdings satte zehn weitere Kerle umgarnt werden, wobei sie keine vollen Routen haben, sondern man nur ein Date mit „Happy End“ mit ihnen durchmacht.

Wen ich allerdings noch gewonnen habe ist Handjob. Das ist der Name, den ich Marks Goldfisch gegeben habe. Wenn man ihn nämlich von jeder sozialen Interaktion das Spiel über fern hält und stattdessen viel mit seinem Goldfisch philosophieren lässt… tja dann darf man dabei zusehen, wie Mark schon fast einen Poe-esquen Abstieg in den Wahnsinn anheimfällt. Bis Handjob mit ihm zu reden beginnt und meint, er müsse Penny und Ian umbringen, damit die beiden frei sein können. Was entweder damit endet, dass Mark von seinem Goldfisch erschossen wird, oder Sex mit ihm hat. Oh my. Ich hab bereits erwähnt, dass sich das Spiel oft nicht ernst nimmt, oder?

Clockwork Angel

The Mortal Instruments mag mit dem sechsten Buch abgeschlossen gewesen sein, dies jedoch nur unter jenem Titel. Denn Cassandra Clare hat fleißig weiter geschrieben. Beispielsweise mit The Infernal Devices zwischen 2010 und 2013, also noch während sie die zweite Hälfte der Mortal Instruments schrieb, eine Prequel-Trilogie dahin gelegt.

Natürlich dreht sich die Handlung wieder um ein scheinbar normales Mädchen, welches in die Aktionen der Shadowhunter hineingezogen wird, nur diesmal in London zur Zeit des viktorianischen Englands. Und natürlich sind die hiesigen Shadowhunter frei aus den Familien der Mortal Instruments wie den Herondales und Lightwoods entommen. Unsterbliche bzw. langlebige Charaktere wie ein Magnus Bane dürfen auch mal für ein paar Seiten mit rumspringen. Ist ein wenig so, als hätte Clare Fanfiction zu ihrer eigenen Serie geschrieben.

Aber vielleicht ist sie einfach auch grundsätzlich nicht allzu einfallsreich. Denn die beiden Hauptprotagonisten sind denen aus den Mortal Instruments sehr ähnlich. Will ist eine schwarzhaarige Version des blonden Jace. Gut gebaut, hübsches Gesicht. Mit 17 gerade so nicht volljährig genug um sich voll bei den Shadowhuntern beweisen zu können. Sarkastisch und stößt Leute von sich, weil er einen dunklen Schatten auf der Seele hat TM, den wir hier noch nicht herausfinden, der aber sicherlich halb so wild und total mit genügen Liebe zu überkommen ist. Und bester und beschützender Kumpel zum einzig anderen jungen Shadowhunter im Institut.

Der ist Jem, und erfüllt die Rolle des Exoten. Im Gegensatz zu Alec ist er nicht schwul, dafür Halbchinese, in einer Ära, wo ausländisches Blut nicht hoch gewertet wird. Außerdem von irgendeinem Dämonenblut besessen, das ihn langsam umbringt. Und dessen Heilung wir sicherlich über die nächsten Bücher finden dürfen.

Die vielleicht mit Tessas besonderen Kräften zusammenhängt. So wie Clary als normales Mädchen lebte und plötzlich herausfinden musste, dass sie gar kein Mensch sondern Shadowhunter ist, zudem die einzigartige Kraft hatte neue Runen zu erfinden… so hat Tessa als normales Mädchen in New York gelebt, bis ihr Bruder nach dem Tod der sich um sie kümmernden Tante eine Einladung schickt mit ihm in London zu leben. Wo sie entführt wird und bevor die Shadowhunter sie befreien herausfinden muss, dass sie gar kein Mensch ist, sondern eine Gestaltwandlerin. Was sie zum einem Warlock machen würde, aber im Gegensatz zu ordinären Vertretern der Rasse hat sie kein sie als solchen identifizierenden Makel.

Natürlich darf sich die hitzköpfige Tessa in den rauen Will vergucken. Natürlich ist klar, dass dies erwidert wird. Natürlich dürfen sie nicht am Ende des ersten Buches schon miteinander enden, von daher darf nach hitzigem hin und her und will er oder will er nicht, Will die Sache brechen. Wahrscheinlich aus einem angeblich hehren Grund wie sie zu schützen oder was weiß ich. Ein wenig Anspielung das auch Jem sich in Tessa verguckt und sie ihn auch mag, gibt es zudem, aber wir wissen ja und das Buch macht auch so keinen so großen Hehl daraus, mit wem sie letztendlich enden wird.

Ach ja, Jessie als dritte Shadowhunterin im Institut gibt es auch noch, und sie darf Izzys Rolle übernehmen das einzige Mädel der drei und etwas selbstverliebt zu sein, aber letztendlich eine mehr als untergeordnete Rolle zu spielen. Wer interessiert sich schon für weibliche Rollen in diesen Büchern abgesehen von der Self Insert Hauptprotagonistin?

Und ja, Clare hat wieder mal ein Faible dafür, jedem einen Spitznamen zu geben, egal wie doof es klingt oder wie wenig der abkürzt. Nathaniel ist Nate, Theresa ist Tessa, William ist Will, Jessamine ist Jessie und James ist Jem (ugh).

Die Geschichte bleibt dabei auch ziemlich vorhersehbar. So viel, wie hier überhaupt geschieht, denn das hier ist eindeutig gestreckt, um eine Trilogie aus der Angelegenheit zu bekommen. Es sollte von Anfang an ziemlich klar sein, dass der lange verschollene Nate noch mal auftauchen wird, und in der Szene in der er offenbart wird auch schon vorher das er es ist, sowie das der noch was im Schilde führt. Dass der Einsatz am Ende eine falsche Fährte ist nur um die Shadowhunter aus dem Institut zu locken, ist auch sehr offensichtlich, so sonderlich schlau scheinen die jedenfalls nicht zu sein, Tessa fast alleine zurückzulassen weil in einer Nacht plötzlich ganz praktisch alles zusammen geschehen soll.

Wobei ich es ja schon etwas herrlich finde, dass der Bösewicht sich damit brüstet, wie einfach die Shadowhunter zu überlisten waren, weil sie Mundies unterschätzen. Mundane ist ja deren Name für normalsterbliche Menschen, und obwohl sie jene vor übernatürlichen Geschöpfen zu beschützen geschworen haben, sehen die Shadowhunter extrem auf jene herab. Eine Sache, die in den Büchern immer wieder aufkommt, deren Rassismus allerdings nie wirklich behandelt wird. Nett, dass sie das mal in den Arsch gebissen hat.

Ich würde ja gern etwas positiver klingen, und dass ich nun schon beim siebten Buch der Franchise angelangt bin, kann ja nicht nur Negatives bedeuten. Jedoch so richtig Begeisterung aufkommen wollte bei mir auch nicht, dafür ist alles zu gehabt und fällt zu sehr auf Klischees zurück.

Pun-derful Dating: Dream Daddy

Dream Daddy: A Dad Dating Simulator ist der neueste Hype-Indie dank Game Grumps, der die letzten zwei Wochen konstant meine YT-Timeline mit ersten Parts unterschiedlicher Let’s Player zugekleistert hat. Man sollte meinen DILFs zu daten wäre natürlich mein Traumspiel, dennoch haben mich jene zwei Tatsachen dem Spiel äußerst skeptisch gegenüberstehen lassen.

Die Sache ist die, dass es mittlerweile Indie-Games wie Sand am Meer gibt, von denen zwangsläufig auch viele übersehen werden. Eine der häufiger genutzten Verzweiflungstaktiken eventuell doch möglichst schnell möglichst sichtbar zu sein, ist YT-Bait. Sprich das Spiel gezielt darauf auszulegen, dass Let’s Player auf Youtube es sehr einfach haben, reißerische Titel auf Thumbnails mit extremem Reaktionsgesichtern zu klatschen. Im Versprechen, dass das dahinterstehende Video jenen Youtuber schlecht schauspielernd konstant in die Kamera schreiend verbirgt, weil derjenige entweder vorspielt ständig erschreckt zu sein (My Biggest Scare Ever!!!!), ständig zu ragen (The Dark Souls of [Genre]!!!), oder total verrückt und überraschend ist. Und Dream Daddy hat sich schon vom Konzept her sehr wie letzteres angehört. Eine Chance für einen Haufen Hetero-Kerle reißerisch „OMG ich zocke ein Schwulen-Dating-Sim kräzi!!!“ zu gehen.

Ich hab dann mal davon abgesehen den kräzi-gsten Kerl möglich zu machen.

Ein Weg nicht zuletzt auch durch Hatoful Boyfriend geebnet. Wie viele Spiele gibt es denn mitlwereile, die in die Kerbe schlagen wollen? Dating Sim mit Tauben, Dating Sim mit Orcs, Dating Sim mit Haustieren, Dating Sim mit Alpacas, Dating Sim mit Daddies! Rigoros, wie das bei westlichen Einträgen schon fast zu erwarten ist, übrigens falsch betitelt. Nein, ich werde es nicht leid zu wiederholen, dass ein Bilderbuch zu lesen und hin und wieder eine Multiple-Choice-Antworten zu geben kein Dating Sim ist, sondern ein Visuel Novel. Wenn es hauptsächlich darum geht die Zuneigung eines Charakters zu gewinnen, dann eben ein Romance Visual Novel. Aber Dating Sims kommen mit Gameplay, welches die Erfolgsrate bei den Jagdtrophäen erhöht, sei es nun Stats zu trainieren wie in Tokimeki Memorial, Bejeweled zu spielen wie in Huniepop oder Mädels in SRPG-Kämpfen zu beschützen wie in Sakura Wars.

Interessanterweise schliddert Dream Daddy nur knapp daran vorbei das A Dad Dating Simulator nicht zu einer Lüge werden zu lassen. Denn es gibt ein unikates Minispiel pro Charakter-Route, welches auf einem der Dates zu spielen ist. Auf einem Konzert beispielsweise die Bühne rechtzeitig zu erreichen, ein kaputtes Funkgerät zu reparieren, eine Statue richtig zusammenzusetzen etc. Die Sache ist allerdings die, das sie nicht zu bestehen zwar das Ranking des Dates leicht verschlechtern kann, aber nicht genug, um wirklich einen Unterschied zu machen. Die richtigen Antworten auf der Charakter-Route genommen, und man hat ihn in der Tasche. Die Minispiele sind nur da, damit man nicht schlafend vom Stuhl rutscht, sondern zwischendrin kurz wach gerüttelt wird.

Die Party ist eindeutig eine Ausrede, um alle DILFs einzuladen, die die Nachbarschaft zu bieten hat.

Allerdings die Überraschung gleich zu Beginn: Charakter Costumisation. Ich bin es so gewohnt, dass der Charakter entweder premade ist, oder man als Self Insert jenen nie zu Gesicht bekommt. Aber einen eigenen erstellen? Yay, absolut dafür. Gleich eine weitere angenehme Überraschung: Die drei Körpertypen (schlank, muskulös, fett) werden direkt darunter mit Binder-Option gespiegelt. Sehen sobald man die Kleidung gewählt hat absolut identisch aus, aber ein netter Touch wie diejenigen, die als Trans-Charakter spielen wollen.

Charakter erstellt geht es auch direkt mit der Handlung los, soweit das Spiel eine hat, denn letztendlich dreht es sich doch sehr stark darum einen DILF zu gewinnen, mit wenig im Hintergrund. Wir haben eine Tochter, ist ja irgendwo Voraussetzung ein Dad zu sein, geht ohne Kind etwas schlecht. Und unser voriger Partner ist vor Jahren verstorben. Erneut ein netter Touch ist, dass man angeben kann, ob man Amanda mit einer Frau oder einem anderen Mann hatte. Geschlechtsneutral-benannter Alex ist also gestorben und wir sind seither Single. Es stehen allerdings Veränderungen im Leben an: Zum einen ziehen wir um, wenn auch nur in eine andere Nachbarschaft der gleichen Stadt, und Amanda verlässt demnächst das Nest, weil sie aufs College gehen wird.

Herzallerliebst

Soweit es dann auch einen roten Faden im Spiel ist, wäre das unser Verhältnis zu Amanda. Der Umzug ist der Beginn des Spieles, ihr High-School-Abschluss und Auszug zum College dann das Ende. Dazwischen finden wir raus, was für ein cooles Kind wir doch erzogen haben, wenn nicht der Großteil Alex zu verdanken ist. Amanda ist tatsächlich super chill und wir sind ein recht cooler Dad, so von den nicht über Multichoice beeinflussbaren Gesprächen her gesehen. Doch scheinbar hat sie was die Schule angeht etwas nachgelassen und wir müssen herausfinden, wo das Problem liegt, und sie wieder auf den richtigen College-Pfad bringen. Ich war tatsächlich überrascht, wie herzlich und charmant und auch witzig doch die Interaktionen mit der Tochter geraten sind. Wenn immer eine Amanda bei rauskommen würde, hätte sicherlich auch keiner mehr Angst vorm Kinderkriegen. Und ihren Vater wieder unter Leute und eventuell sogar auf Dates zu kriegen, ist Amandas Hauptziel bevor sie einen fürs College zurück lässt.

Charme und Witz beschreiben das ganze Spiel dann auch sehr gut. Die Welt von Dream Daddy ist ein wenig wei die von Joss Whedon. Jeder Charakter ist unterschiedlich, allerdings ist keiner ein Langweiler, sondern alle gleich darin, dass sie gern Witze reißen und ihre eigenen Quirks haben. Wer dies natürlich für zu unrealistisch hält oder allgemein den Whedon-esquen hippen Schreibstil nicht leiden kann, ist hier fehl am Platz. Ich mag das sehr und war doch das ganze Spiel über mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht unterwegs. Natürlich machen alle Dads ihre wortspieligen Dad-Jokes und die Ladebildschirme sind mit Plattitüden Dad-Tips gespickt. Das Spiel ist sich auch nicht zu schade sich selbst auf die Schippe zu nehmen, in dem es beispielsweise anspricht, wie unrealistisch es doch ist, dass die kleine Nachbarschaft scheinbar von niemanden außer heißen Single-Dads und deren Kindern bewohnt wird.

Das Spiel unterstellt mir hier, ich würde irgendwann mal nicht auf den Knackarsch des Jock Dads schauen.

Wobei es schon irgendwie ulkig ist, dass alle Dads ihre Kinder mit einem festen Partner hatten, der entweder verstorben ist, oder von dem sie mittlerweile getrennt leben. Keiner hatte einfach in seiner Jugend einen wilden One-Night-Stand ohne Kondom und daraus entstand ein Kind, welches sie zwar lieben, mit deren Mutter sie aber nie geklickt haben und deswegen nie fest zusammen waren. Obwohl, vielleicht Damien, wenn ich nichts überlesen habe, ist der nämlich der einzige Dad, der nie darüber spricht wie und mit wem er seinen Sohn hatte. Wahrscheinlich ist das Spiel an sich einfach viel zu nett und heil dafür. Jeder Charakter ist irgendwie charmant und zuvorkommend, selbst der Bad Boy Dad hat einen weichen Kern hinter seiner harten Schale. Ich mein, sogar der Joke-Charakter des Quizmastrs/DJs, der ständig Witze(?) über seine zerbrechende Ehe reißt, kann in Hugos Ende gut ausgehen, in dem er seine Ehe wieder gekittet bekommt. Dream Daddy ist einfach zu sehr wie Zuckerwatte, als das da wirklich großes Drama geschehen oder etwas schlecht ausgehen könnte. Was es ein sehr angenehmes Spielgefühl macht.

Und ein sehr zurückgelehntes. Denn es gibt auch kein Zeitlimit. Nachdem man alle Dads nach zwei Tagen getroffen hat, erstellt Amanda für einen ein Profil bei Dadbook. Der Name mag ein Wortspiel auf Facebook sein und das Spiel es damit anpreisen, dass Dads so miteinander in Verbindung bleiben und Erziehungstipps austauschen können… aber eigentlich ist es mehr wie Grindr eine Handy-App, die dabei hilft heiße Dads in deiner Nähe auf Dates einzuladen. Nach drei Dates wird das Ende des jeweiligen Charakters eingeläutet, jedoch kann davor mit allen 7 Kandidaten auf zwei Dates gegangen werden. Kein Zeitlimit, keiner wird eifersüchtig, es können alle ausreichend kennengelernt werden, bevor man sich auf einen einschießt. Außerdem sagt Dadbook einem deren Vorlieben und wie gut sie zu einem stehen. Wie gut ein Date verlaufen ist wird anschließend noch mal durch ein Ranking bis zu S angezeigt, für direktes Feedbak wie gut man sich getan hat.

Keine vollen Punkte in Thirst? Kann gar nicht sein.

Es gibt allerdings auch etwas, was mir nicht ganz am Spiel gefallen hat. Und das hat mehr mit der Technik dahinter zu tun. Zum einen mag ich das Speichersystem nicht. Das Spiel müllt einem den Ladebildschirm mit ständigen Auto-Saves voll, die zudem sich gegenseitig überschreiben. Man kann auch selbst speichern und die werden nicht automatisch wieder gelöscht, aber scrollt mal bis zu jenen, zumal sie nicht selbst benannt werden können. Auch das Fast-Forwad von bekanntem Text scheint nicht so astrein zu laufen. Allgemein gibt es seltsamerweise im Optionsmenü kaum Einstellungen, die einen dies beispielsweise ändern lassen würden. Oder die blöden Minispiele ausstellen.

Auch finde ich es ein wenig schade, dass wir es hier mal wieder mit einem Spiel zu tun haben, welches einem pro Charakter nur ein einzelnes CG gibt, nämlich wenn man jenen gewonnen hat. Und ich bin eh kein Fan davon, wenn jene dann auch noch von einer Hand voll verschiedener Künstler mit stark unterschiedlichen Zeichenstilen erstellt wurden, statt das Charakterdesign des Hauptspieles widerzuspiegeln. Führte nämlich dazu, dass ich nur das CG von Craig und Mat hübsch fand, mit dem Rest der gewonnenen Charakter-Pinups konnte ich weniger anfangen:

Wie alt soll Craig eigentlich sein? Was für gute Gene/Operation

Craig trifft man bereits am ersten Tag, wenn man auf dem Weg zurück nach Hause ist, und er einem von hinten nachruft. Denn er ist der beste Freund im College gewesen, mit dem man sich auch ein Zimmer geteilt hat. Wir waren wohl beide ziemliche Partytiere mit eher suboptimalen Lebens- und Gesundheitsentscheidungen, sein Spitzname war beispielsweise das ziemlich selbsterklärende Keg-Stand Craig. Was natürlich auch bedeutet, dass der gue Mann weiß, wie man schluckt.

Mittlerweile hat Craig allerdings sein Leben aufgeräumt. Er trainiert viel, ernährt sich gesund, hat sogar ein Geschäft für Sportequipment. Außerdem drei Kinder mit seiner Ex-Frau, mit der er sich immer noch gut versteht. Als liebender Vater trainiert er auch die Softball-Mannschaft seiner Zwillinge, und wird dort rigoros von den Single-Müttern angebaggert, was er allerdings rigoros zu ignorieren versucht. Wie wir auf unserem ersten Date zu einem solchen Spiel mitbekommen dürfen.

Das zweite Date ist dann ein Kidnapping-Mordmysterium um den Teddybären seines kleinsten Wonneproppens, die er meist auf seine Bauchmuskeln gespannt mit dabei hat, weil er uns eigentlich mit zum Trainieren nehmen wollte. Und das letzte Date ist dann ein schönes gemeinsamen Campen ohne Kids, Brokeback-Mountain-Style. Sein persönliches Problem ist übrigens letztendlich dass er zu gestresst ist und sich zu wenig Zeit für sich selbst nimmt, zwischen dem Training, den Kindern, und seinem Laden.

Bah, Stepford Dads lohnen eh nur für sündige One Night Stands.

Joseph kommt direkt am ersten Abend vorbei, um seine neuen Nachbarn mit frischgebackenen Keksen zu überraschen. Er ist halt so ein wenig der amerikanischen Übermensch – großgewachsen, muskulös, blond, starkes Kinn, und ist der Jugendpastor in der Kirchengemeinde, der alle Nachbarn zu regelmäßigen Grillpartys einlädt – übrigens auch einen selbst direkt für die am nächsten Tag, inklusive allen anderen Dads, damit man garantiert auch denen vorgestellt wird, die man eventuell vorher nicht schon durch eigene Entscheidungen getroffen hat.

Seine Familie ist allerdings etwas weniger perfekt, wie sich herausstellt, denn seine vier Kinder sind unhöflich bis unheimlich, was aber irgendwie manchmal fast ein wenig sympathisch ist. Zumindest ich als Horrorfan habe eine Schwäche für seine Zwillinge, die gerne unisono The Shining oder Kinder des Zorns zitieren, um die Nachbarschaft aus der Ruhe zu bringen. Oh ja, und verheiratet ist der gute Joseph auch noch, mit Mary, die man am ersten Tag in der Bar treffen kann, wo sie einen betrunken anbaggert. Es gibt also potentiell viel Daily Soap Drama, wenn man Joseph nachsteigt. Und ich als gute Christ war natürlich voll bereit dazu, seiner scheiternden Ehe zu helfen, in dem ich Joseph aus dem Closet und ins Bett geflirtet bekomme, damit das Trauerspiel endlich endet.

Über die Dates mit ihm finden wir heraus, dass er auch mal eine sehr wilde Seite hatte, bevor er sein Leben in geordnete Bahnen lenkte, dem einfachen Leben ohne Verpflichtungen aber immer mal wieder hinterher trauert. Also Craig nicht ganz unähnlich. Beim dritten Date sind wir dann auch alleine gemeinsam auf seiner Yacht, ein ausgefallener Motor strandet uns über Nacht, wir finden heraus das er mittlerweile auf dem Boot getrennt von Mary lebt, betrinken uns an Wein, und der Rest ist klar. Oder auch nicht, denn seltsamerweise war das Ende mit ihm dann, dass er es doch noch mal mit seiner Frau versucht, obwohl ich sein Pinup-CG bekommen habe und bei allen drei Dates S-Rank hatte. Moral von der Geschichte: Steigt keinen verheirateten, religiösen Closet-Gays hinterher, das ist nämlich nur Zeitverschwendung.

Derpige Hunde sind eindeutige Zeichen für weiche Kerne.

Wenn man am ersten Tag abends in besagte Bar geht, wo man von Mary angemacht wird, kann dort auch auf Robert getroffen werden. Der raue Kerl mit Bad Boy Charme hat einen sogar davor am Tag im Coffee Shop beäugt, und schleppt einen direkt den Abend noch ab. Man kann sich zwar einem One Night Stand mit ihm hingeben, allerdings Robert in jenem Fall nicht mehr gewinnen, da er sofort das Interesse an einem verliert. Und da es für besagten One Night Stand nicht mal ein heißes CG gibt…

Jedenfalls ist er dennoch viel zu cool, um die Dadbook-Nachrichten sofort zu beantworten, sondern lässt sich ausgiebig zeit, bevor er einen am Abend dann kurz vor knapp auf Saufgelage einlädt. Und zwar welche mit Mary, was schon ziemlich nervig ist, allerdings wenn man sie kennenlernt ist sie manchmal eigentlich ganz zynisch-sarkastisch-unterhaltend und scheint sich tatsächlich was um ihre Freunde – beispielsweise Robert – zu scheren.

Robert mag alte Filme, keinen Smalltalk, und erzählt gerne extreme und extrem erfundene Geschichten. Leider mag er auch Pizza Hawaii, aber niemand kann perfekt sein. Das letzte Date ist dann auf einem Hügel, unter Sternenhimmel, welcher die nächtliche Stadt überblickt. Nicht um einen umzubringen, wie man spekuliert, und auch nicht weil es sein liebster Masturbationspunkt ist, wie er zunächst sagt. Sondern weil er natürlich innen drin ganz weich ist. Weswegen er auch hinterher trauert, dass er keine Bindung zu seiner erwachsenen Tochter mehr hat, seitdem die Mutter gestorben ist. Am Ende hab ich ihn dann auch tatsächlich ebenfalls nicht ganz eingesackt bekommen, sondern er meinte erst mal einen guten Freund zu brauchen, um sich selbst zu finden, bevor eine Beziehung laufen kann. Ugh, nicht mal den leichtlebigen Huren-Dad konnte ich für mich einnehmen.

Cool Dad is kewl :3

Im Coffee Shop, wo Robert einem zum ersten mal den Fuckability-Prüfblick zuwirft, und der am ersten Tag die erste Station für einen sein kann, trifft man bereits vorher auf Mat, da der Laden ihm gehört. Und der sofort etwas unbeholfen aber deutlich mit einem flirtet, sich dabei entschuldigend wie unbeholfen er doch in sozialen Situationen ist. Was er gar nicht sein muss, denn er ist so ziemlich der charmanteste und coolste Dad im Spiel. Außerdem stehen wir auf Heiße Schokolade, soweit wir im Bild von Alex mit Amanda zu Beginn sehen konnte, ist unser Ex nämlich auch brauner Hautfarbe gewesen.

Mat hat natürlich einen Hang zur Musik und ist da relativ up to date, weswegen das erste Date mit ihm auch auf einem seiner vielen Konzertbesuche ist. Laute Umgebungen sind nicht unbedingt ein gutes erstes Date, und wir gehen ihm auch fast verlustig, jedoch ist es nett seine Begeisterung für die Band und mit einem hier zu sein zu sehen. Außerdem bekommen wir mal wieder mit, dass er echt bei vielen Leuten beliebt ist und seine Sozialbeklemmung gut und elegant zu überspielen weiß. Keiner würde je denken, dass er Probleme mit Small Talk hat oder denkt langweilig zu sein.

Beim zweiten Date geht es Platten kaufen (er ist kein prätentiöser Hipster der die für besser hält, sonder hat einfach eine Sammelleidenschaft dem physischen Medium gegenüber) und Oregano rauchen, letzteres nicht so geplant. Und das dritte Date ist Open Mic Abend in seinem Kaffee, bei dem ein Gig ausfällt, man sich selbst beim Ersatzversuch fast lächerlich macht, bis Mat einspringt und eine unglaubliche Show abliefert. Er und seine verstorbene Frau waren nämlich mal in einer Band, er hat aber seit ihrem Tod nicht mehr gespielt. Auch sehr niedlich ist übrigens, dass Amanda und seine Tochter Carmensita eine sehr starke Freundschaft auf seiner Route entwickeln.

Ok, wow. Auch wenn der Late-Disney Zeichenstil nicht meins ist.

Bei Hot Chocolate Dads bleibend, haben wir noch Hugo, der Lehrer von Amanda, der einem am zweiten Tag auf Elternsprechtag eröffnet, dass deren Schuleifer am Sinken ist. Außerdem erleben wir ihn mit einer anderen Klasse, die ihm alles andere als Respekt gegenüber hat. Auch sein eigener Sohn ist das unerzogenste Scheißkind im Cast, wobei Hugo auch keine Heldentat vollbracht hat, den armen Kerl Ernest Hemingway zu taufen. Das wir sofort per du mit Hugo sind, ist allerdings ein hoffnungsvoller Anfang.

Eigentlich ist er auch ziemlich zahm und umgänglich, gar nicht wirklich der strenge Typ. Und wie wir über seine Dates herausfinden hat Hugo sogar eine Schwäche für schlechte Horrorfilme und Wrestling Shows, was er allerdings ungern zugibt, da er meint sein Image als Lehrer würde verlangen nur seine anspruchsvolleren Hobbies wie klassische Musik und hohe Literatur nennen zu können. Letztendlich ist es dann auch sein Ex, der an Wochenenden der coole Dad für Ernest spielen darf, während Hugo dann wieder der strenge Vater sein muss.

Ein paar Trivia Quizzes und viel Käse-bespickte Dates später nimmt man ihn dann mit zum Live Wrestling, und ab spätestens da an ist es absolut um Hugo geschehen. Wobei sein Casual Outfit ihm definitiv keinen gefallen tut, sein scharf geschnittenes Lehrer-Outfit ist ein wesentlich größerer Anturner gewesen. Immerhin sehen ihn seine Schüler auch als etwas cooler, nachdem sie von seiner heimlichen Wrestling-Leidenschaft erfahren. Wusste gar nicht, dass sich die heutige Jugend was darum schert.

Und hier sind wir beim Bild, das am wenigsten mit der Ingame-Erscheinung des Charakters kongruent läuft.

Bleibt nur noch Twilight Dad Damien Bloodmarch übrig, der garantiert nicht unter diesem Namen geboren wurde, sondern als Bob Smith oder so was langweiliges. Oder besser Ruth Smith, scheinbar habe ich total überlesen, dass Damien irgendwann nebenbei erwähnt, dass zu seiner Goth-Kleidung auch Binder gehören, er ist als ein Trans Dad. Das erste Treffen auf ihn ist im Goth-Shop vor Ort, zu dem einen Amanda schleift, und wo er sich ziemlich bitchig über den Stil der Klamotten beschwert, was ihn nicht unbedingt sympathisch beginnen lässt.

So richtig vorgestellt wird man ihm dann so oder so erst auf Josephs Grillfest, wo er sich für sein ihm eindeutig peinlich seiendes Benehmen entschuldigt. Wobei seine gestelzte Sprache und statt über Dadbook per geschriebenen Brief mit einem zu kommunizieren, mir doch etwas zu viel ist. Außerdem ist sein Sohn Lucien, der eher Goth-Punk ist, wobei recht weit oben auf der Fuckability-Skala, einem ziemlich blöde gekommen am Elternsprechtag. Wie sich herausstellt macht der zwar gern auf rebellisch, ist aber eigentlich dahinter ziemlich gut erzogen und spurt sehr schnell, wenn Damien ihm ins Gewissen redet.

Na ja, über die Dates mit ihm wurde mir Damien dann doch langsam sympathisch. Ich mag seine sehr weiche und verständnisvollen Erziehungsmethoden beispielsweise. Ich mag seinen Lebenseinstellung generell ganz gut. Und hinter der foppischen viktorianischen Goth-Fassade versteckt sich ein Kerl, der Naruto Yaoi Fanfiction liest, Angst vor Horrorfilmen hat, in einem Tierheim aushilft, eigentlich in IT arbeitet, und unglaublich Angst davor hat, dass man ihn wegen all jener Dinge für zu langweilig halten könnte. Damien ist also eigentlich der niedliche Nerd-Charakter des Spieles.

Corgi, Corgi, Corgi!

Bleibt nur noch der siebte Kerl im Bunde, nämlich Brian. Der Dad, der auf allen YT-Thumbnails omnipräsent ist, und hinter dem alle Let’s Player sofort her sind, weil den bärtigen Bären im Holzfällerhemd in einem Gay Dating Sim zu erobern (obwohl man natürlich voll #NoHomo ist) ist doch supa kräzi!!!! Ich steh nicht auf fette Kerle und seine extrem kompetitive Art einem seine Übertochter unter die Nase zu reiben, ist auch nicht wirklich charmant gewesen. Auch wenn das verbale Angebe-Duell in Form eines Pokemon-Kampfes läuft.

Ich find es ja auch ein wenig Schade, dass es zwar einen dicken Charakter gibt, dann aber alle anderen Dads ziemlich gut gebaut muskulös von der Körperform her. So ein schlacksiger Dad wäre auch ganz nett gewesen, und wenn es ein sommerbesproßter Rothaariger wäre, umso besser. Na ja, ich bin mir sicher er ist auch ganz nett, wenn man ihn über die drei Dates kennenlernt. Und sein Hund ist super niedlich. Aber dennoch nein Danke.

GameBoy Obscurities: Kawa no Nushi Tsuri 5

Und schon bin ich wieder vereint mit meiner Hassliebe Kawa no Nushi Tsuri. Auch bekannt als River King für das halbe Dutzend oder so Einträge, die in den Westen gekommen sind. Der letzte in Japan nummerierte Teil ist derjenige, welcher zwischen dem Ende des ersten gescheiterten Versuchs die Serie hier populär zu machen, Legend of the River King 2 für GBC, und dem Anfang des zweiten gescheiterten Versuchs in Mystic Valley für DS, steht.

Als solches ist das Ding tatsächlich so ein wenig eine Mischgeburt. Denn Kawa no Nushi Tsuri 5 hat weiterhin HP, gibt einem EXP für Level Ups, wie das die vorigen RPG-Hybriden taten, streicht allerdings wie die späteren Teile rundenbasierte Kämpfe gegen Wildtiere komplett aus seinem Repertoire. Gestaltet sich von daher eher als reines Adventure Game mit Angeln.

Die nicht übersetzte Story, die bei der Serie eh drittrangig ist, hat was damit zu tun, dass wir auf Sommerurlaub in einen Teich fallen und statt erbärmlich zu ertrinken in einer Fantasywelt rauskommen. Die strikt thematisch getrennt wird in fünf Kingdom-Hearts-Welten: Altes Japan, arabisches Wüstenkönigreich, skandinavisches Schneestädtchen (merkwürdigerweise keine Iglu-Siedlung), polynesisches Fischerdorf, und einer europäischen Mittelalterstadt. Rassisches Vermischung sieht der River King wohl ungern. Und hat allgemein zwischen ein paar bis allen Bewohnern der jeweiligen Siedlung in Fische verwandelt. Um den lokalen Leutchen auszuhelfen, müssen also die entsprechenden verschollenen Bewohner wieder herausgefischt werden, woraufhin sie unmittelbar wieder zu Menschen werden.

Dies fünf Mal wäre vielleicht doch etwas langweilig, und so wird auch mal hineingewoben, dass ein falscher König auf dem Thron sein Terrorregime ausübt, und man stattdessen den echten wieder angeln muss, oder dass ein Romeo und Julia Liebespaar sich lieber in Fische verwandelt haben, statt getrennt zu werden. Viel Gelaber mit den Bewohnern und hier und dort mal ein Item statt nur das Fischen sind nötig, um durch das Spiel zu kommen. Denn das ist leider super gescriptet. Wer nicht mit den richtigen Leuten in der richtigen Reihenfolge spricht, kommt nicht weiter, weil der nächste darauffolgende nicht weiterhelfen wird.

Selbst die Stadtbewohner, die zu Fischen verwandelt wurden, müssen genau in der richtigen Reihenfolge geangelt werden. Was natürlich immer total witzig ist, wenn man einen super seltenen Fisch an der Angel hat, der sich nicht verwandelt, weil man vorher noch zwei andere fangen soll, und wenn der seltene endlich an der Reihe ist, das Mistvieche einen auf ausgestorben macht.

Beim Angeln an sich hat sich wenig bis eigentlich fast gar nichts geändert. Angel, Leine, Haken und Köder wählen und auswerfen – erst dann sieht man auch die Schatten der Fische im Wasser. Sind alle geangelt, muss in einer Herberger übernachtet werden, damit neue spawnen. Den Köder lässt man nun treiben, bis ein Fisch anbeißt, und per Knopfdruck geht es ins Tauziehen in der Unterwasseransicht. Immer Leine geben, wenn ein Fisch gegensteuert, und einholen, wenn seine Kraft nachgelassen hat. Neu in Kawa no Nushi Tsuri 5 ist lediglich, dass die größeren Fische gerne mal an die Wasseroberfläche schwimmen, um dort einen auf Kapador mit ihrem Platscher zu machen. Lässt man das zu oft zu, schütteln sie den Haken ab.

Was irgendwo kurios bei der ganzen Sache ist, ist wie unwichtig die Angeln sind. Ich habe durch die ersten drei Welten hindurch die kleine, schlechte Standardangel mit Würmern als Köder benutzt gehabt, die man zum Spielstart umsonst bekommt. Einfach weil die anderen Angeln alle so extrem teuer sind, wenn man also nicht Fische zum Verkaufen grindet, sie sich nicht leisten kann. Dann hab ich mir aber mal das Geld für die beste Ausrüstung geholt, nämlich die große, besonders stabile Fliegenfischangel… und nicht ein Fisch hat angebissen! Ich habe alle 50 Fischspezies des Spieles mit der normalen Anfangsangel und Würmern erangelt! Was statt des Equipments viel wichtiger ist, ist das Level des Charakters. Der bekommt für jeden „Kampf“ mit einem Fisch ein paar EXP, levelt relativ zügig auf, und auf Max-Level 30 hat er ziemlich leichtes Spiel mit allen Fischen. Selbst der River King war kein großes Problem fürs Finale zu fangen.

Woran man sich definitiv auch erst gewöhnen muss, ist der schräg-isometrische Blickwinkel des Spieles. Man hat sich hier für einen stärker realistischen Stil entschieden, der stark mit den anderen Teilen der Franchise bricht, wahrscheinlich um besser zu den fotorealistischen Unterwasseransichten und Fischen zu passen. Aber ich konnte mich nie daran gewöhnen, dass man auch die Ansicht dabei schräg auf der Achse verschoben hat, wenn ich also Oben oder Unten auf dem Steuerkreuz drücke, der Charakter stattdessen nach Oben-Links oder Unten-Rechts geht.

Ich glaube Legend of the River King 2 bleibt unangefochten mein Favorit der Franchise. Kawa no Nushi Tsuri 5 hat wenigstens nicht mehr die dämlichen Random Encounter, aber wie immer hatte ich im finalen Drittel weniger Spaß, weil das Angeln der richtigen Spezies ein wenig zu frustend wurde. Bis dahin ist es aber echt Ok, und insgesamt sowieso ein sehr kurzes Spiel.

1313: UFO Invasion

Och mei, sind wir doch beim letzten 1313 angekommen. Es scheint noch gar nicht lange her zu sein, dass es immer einen weiteren Film in meiner Zukunft gab, mit dem ich potentielle Insomnie heilen und mir gleichzeitig ordentlich Körperkomplexe einfangen konnte. 14 Filme später ist mir bei Ersterem nicht geholfen, sondern hat nur Auswirkungen auf Letzteres gesehen.

Aber UFO Invasion (diesmal kein schreiendes Satzzeichen im Titel) fängt sogar richtig mit Action an! Das verdient ein schreiendes Satzzeichen! Denn statt schon mal 5 Minuten damit gefüllt zu bekommen, dass die Kamera über die ewig gleiche Szenerie aus Establishment Shots streift, in der Regel die gleichen von DeCoteaus Haus wie zu Beginn fast aller 1313s, steht schon nach unter einer Minute der erste Kerl mit nacktem Oberkörper im Haus und Hallo-t sich die Gänge hoch und runter. Je mehr sich ändert, umso mehr bleibt gleich.

Manchmal, wenn meine Gedanken sich nicht in den Windungen der Oberkörpermuskeln der Akteure verlieren, oder ich der ganzen Fleischbeschau schlichtweg überdrüssig geworden bin, frag ich mich ja schon wo die überhaupt immer herkommen. Ständig tauchen in diesen Filmen Kerle auf, die man vorher nie gesehen hat, die aber nichts außer die Kleidung an ihrem Leibe mit sich tragen, und selbst davon nicht sonderlich viel, und durch das Haus geistern und nach Leuten suchen, die wir eventuell nie sehen werden. Waren die hier verabredet und der Erdboden hat sich kurz vorher aufgetan und alle anderen verschluckt? Sind alle spontan von UFOs entführt worden? Ist das die lang seit 14 Filmen angesetzte UFO-Invasion? Hat sich das Vakuum in den Köpfen der Schönlinge spontan ins Unendliche ausgeweitet, bis selbst die härtesten Muskeln ihre Form nicht mehr aufrechterhalten konnten?

Jedenfalls wird der Kerl plötzlich von einer Mikroskopansicht attackiert und erwacht nur in weißer Buchse auf ein Bett gefesselt. Arbeiten die Aliens etwa mit dem Bermudadreieck? Sind die Atlanter eigentlich Aliens? Haben Aliens die Hochkultur von Atlantis beeinflusst? Ist die rothaarige Cougar, die sich ihn dabei beguckt eines der Aliens? Oder wirkt ihr Gesicht nur dank Schönheitschirurgie so außerirdisch, und sie ist eigentlich im Begriff sich einen heißen Frankenstein zu bauen? Oder sind die “Monster” in Werken von David DeCoteau einfach nur unkreativ in ihrem Fetisch? Fragen, die keiner stellt, und keiner beantwortet.

Wäre da nur nicht der total laute und hohe Ton, der für DeCoteau wohl „Alien“ aussagt, und den er für mehrere Minuten im Hintergrund einspielt. Der ist sowas von nervig, ich glaub die ganze Hundenachbarschaft von mir hat wild zu kläffen begonnen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich den dumpfen Herzschlag-Sound, den er in 90% seiner Filme einspielt, je zurückhaben wollen würde, aber wenn das hier die Alternative ist, dann nehme ich doch lieber das bekannte und kleinere Übel.

Egal, wenn der Film dann nach dem ersten Rando-Opfer so wirklich beginnt, finden wir heraus, dass die rothaarige MILF das Gebäude an eine Gruppe Studenten untervermieten will. Derjenige, der es sich stellvertretend anschaut, ist sogar an Alienkulturen interessiert. Was ein Zufall aber auch. Ach ja, DeCouteaus Haus hält diesmal übrigens als Roswell her. Weil Aliens. Ich bin ja überrascht, dass es nicht gleich Area 51 ist. Jedenfalls glaube ich, dass es im Dialog hierum ging, der Soundmix ist gewohnt mal wieder so schlecht, dass man nur jedes dritte Wort versteht.

Obwohl die drei Studenten eigentlich beteuern dringend studieren und ihre Thesis schreiben zu müssen, oder was Stundenten auch immer machen, wenn sie nicht gerade ihre Lesungen verschlafen, springen sie natürlich erst mal in Unterwäsche in den Pool. Dem Sirenengesang der prompt daraus ertönenden Porn-Mucke kann halt nicht entwichen werden. Er ist wie eine gigantische Venusfliegenfalle, nur dass er statt zu morden lediglich die Unterhose durchsichtig macht. Keine Klagen meinerseits.

Man sollte sich selbstverständlich auch nicht davon täuschen lassen, dass drei knackig junge Kerle abgeschieden in einem hübsch ausstaffierten Haus leben wollen, miteinander gern im Pool tollen, oder den kompletten Tag nur in Boxershorts umeinander rum laufen, denn die sind aboslut #NoHomo und nur gute Freunde die total auf Pussy stehen. Man muss halt auch über seinen Tellerrand der Schwulenklischees hinausschauen können, und sich eingestehen, dass die junge Generation schlichtweg altertümliche Macho-Klischees zu brechen weiß. Einer der drei Adonisse ist sogar ganz gezielt auf Granny-Action aus, weil es immer mindestens ein Kerl in diesen Filmen auf die Rentnerin, der das Haus gehört, abgesehen hat.

Nach so viel Produktivität im Etablieren, worum es geht, ist natürlich prompt der Moment gekommen, wenn sich der Film so langsam aufzulösen beginnt. Hauptcharakter-Blondie verlässt nämlich seine frisch gegründete Kommune, um Roswell zu investigieren. Was zu nicht viel führt, außer dass er essenziell bis zum Finale aus dem Film raus ist. Nur unterbrochen mit überraschenden Shots, zu denen er tatsächlich zu einem dämlichen Voice Over durch die Gegend fährt und auch in einer Stadt auf und ab läuft. Ich hätte ja erwartet, dass sie ihn nur drei Mal DeCoteaus Garten entlang streifen filmen und dann diese ewig wiederholen, aber für den letzten Film hat man sich scheinbar nochmal in Unkosten geschmissen. Oder der Kerl war eh unterwegs, weil David DeCoteau doch den Boden seiner schier endlosen Kiste an weißer und schwarzer Unterwäsche aller erdenklichen Knackarsch-Komfortgrößen erreicht hatte, und der neue kaufen gehen musste, und man hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt.

Mit dem Hauptcharakter aus dem Film entstiegen ist stattdessen die Zeit gekommen, in der Rando Collegestudenten einer nach dem anderen auf der Türschwelle auftauchen. Und es ist klar, dass dies alles Collegestudenten sind, weil sie einfach nicht aufhören können blöde Dudebro-Sprüche vor sich hin zu maulen, bis man ihnen dreimalig den Tod gewünscht hat. Jedenfalls tauchen alle gewohnt mit nacktem Torso beim Haus auf, welches plötzlich völlig leer ist, weil sich immer nur so viele oder wenige andere Personen darin befinden, wie es das Script benötigt, nicht wie viele anhand voriger und folgender Szenen wirklich gerade vor Ort sein sollten, und verschwinden dann, nachdem sie sich kurz in Unterwäsche gefesselt auf dem Bett hin und her winden durften. Es wird dabei viel „Hallo“ gerufen. Nie geantwortet. Bei jenen endlosen Wegen durchs Haus ist mir immerhin eine neue Hahnenfigur auf einer der Anrichten aufgefallen, welche ich sehr passend finde, mal so vom englischen Begriff für Hahn her.

Wir bekommen auch unsere letzte Duschszene in einem dieser Filme geboten, was einen schon etwas schwermütig mache kann. Nie wieder. Da muss man sich doch prompt eine Träne aus dem Gesicht, oder wenigstens etwas Precum aus dem Schritt, wischen. Jene dank des niedlichen Kerls, der entweder total stoned, in einer Sprechrolle vollkommen fehlplatziert, oder ein überraschend attraktiver animierter Leichnam ist.

Nachdem dann alle tot oder verschwunden oder wie auch immer sind, darf Blondie zurückkehren, und der Film seine blöde Wendung offenbaren, die irgendjemand, als er die Handlung via zwei Sätze auf eine Serviette gekritzelt hat, bestimmt total geil fand. Und der Film klingt aus, obwohl wir noch nicht ein UFO gesehen haben oder mal jemandem zumindest eine blöde Halloween-Aliengummimaske aufgesetzt wurde.

Attack! Imperial Floral Assault Troop: Sakura Taisen

Mir war dann nach dem Durchspielen des fünften Teiles irgendwie doch danach, mal den älteren Sakura Wars einen Versuch zu geben. Also rein in die Schuhe des guten Ogami und anflirten der sechs Tokyoter Mädels im ersten Teil war angesagt. Getroffen in der PSP-Version, einfach weil und außerdem kommt die direkt mit dem Nachfolger, sollte ich dort einsteigen wollen. Gestaltet sich halt nur das Problem, dass die ersten vier Teile keine englischen Patches haben, aber dazu später mehr.

Grundsätzlich ist Sakura Wars ja gar nicht so unähnlich der japanischen Antwort auf die westlichen FMV-Adventures, die mit dem enormen Platz auf dem neuen CD-Medium einen Aufschwung erhielten. Nur, da es sich um Japan handelt, ging die Sache mehr in die Richtung interaktiver Anime und mit Animationen und Sprachausgabe aufgehübschten Visual Novels und Dating Sims. Sakura Wars geht dabei eindeutig stärker in Richtung Visual Novel.

Die schrägen anfänglichen (und ein späterer) Bösewichter

Denn ja, es gibt insgesamt sechs von der Persönlichkeit sehr unterschiedliche Mädels, denen man Frage und Antwort stehen wird, und auf deren Gebung basierend am Ende sich eine der holden Weiblichkeiten einem zu Füßen legt. Aber Sakura Wars hat eben schon eine stark ausgearbeitete Haupthandlung, und ist sogar weitestgehend linear. Es gibt keine Variation der Story beispielsweise, sondern die geht immer über die gleichen Stationen zum gleichen Resultat. Außerdem nimmt sich jedes Kapitel mal einem der Mädels vor, und es gibt auch hier nur ein paar kleine Variationen in wenigen Szenen, je nachdem, welche der Damen einen gerade am meisten mag. Die Multiple-Choice-Antworten haben tatsächlich hauptsächlich nur eine Auswirkung darauf, mit wem man am Ende dasteht, der Verlauf vor dem Charakter-spezifischen Epilog bleibt weitestgehend unangetastet.

In besagter Handlung übernehmen wir die Rolle des frisch von der Japanischen Navy abgeordneten Ichiro Ogami in seiner reinweißen Uniform, der nun der Imperial Flower Assault Troop unterstellt ist. Nur muss er zu seinem Entsetzen schnell feststellen, dass jene nur aus ein paar Mädchen besteht, und die Blumentruppe ein Theater-Ensemble sind, er deren neuer Ticketverkäufer ist. Doch natürlich ist dies nur ein Deckmantel und all dies eine merkwürdige Art von Test, weil er in jener Truppe mehr als ein Soldat sein muss oder wie auch immer. Jedenfalls sobald er sich bewiesen hat, werden ihm die Steampunk-Mechs gezeigt, welche die Mädels bei einem Einsatz gegen die Teito angreifende Feinde steuern, die das Tokugawa-Shogunat wieder an der Macht sehen wollen. Ogami selbst als neuer Kommandant in seinem eigenen Mech inbegriffen.

Auf der Jagd nach Mädels…

So zumindest die Ausgangslage, die locker ein angenehmes Spiel von 8 oder so Kapiteln abgeben hätte können. Hier ist Sakura Wars nämlich etwas seltsam strukturiert. Die erste Gruppe an Schurken besteht aus 4 Generalen mit einem Oberhaupt, und einer Armee an eigener Mechs. In den ersten 7 Kapiteln des Spieles werden einem nun nach und nach nicht nur die Mädels vorgestellt, sondern auch die vier Generale und dann deren Oberhaupt besiegt. Die haben wie gesagt die klare Motivation die Öffnung und Westernisierung Japans aufzuhalten. So weit, so gut. Doch danach ist das Spiel nicht rum, sondern der wahre Obermotz taucht auf. Das wäre kein Problem, wenn Aoi Satan einfach eröffnen würde, dass er nur so tat, als wäre er einer der vier Generale, aber eigentlich die Fäden gezogen hat.

Was stattdessen geschieht ist, dass er mit einem neuen Trupp an 3 Generalen, die ihm unterstellt sind, auftaucht. Und nun mit Alien-Dämonen, die unter Tokyo versiegelt wurden, angreift. Inklusive dramatischer Hintergrundgeschichte von dem unsere Truppe anführenden Yoneda, wie er vor Jahren ohne Mechs gegen jene Dämonen gekämpft hat, wobei sich Sakuras Vater opfern musste, um sie zu versiegeln. Und die neuen Gegner sind sogar so stark, dass die Truppe neue Mechs bekommt. Am Ende wird es dann so richtig verrückt, wenn Beraterin Ayame zum Erzengel Michael wird, Aoi Satan eigentlich der gefallene Lucifer ist. All das irgendwie schnell draufgeklatscht in Kapitel 8-10 durchgehechelt.

Gefunden! Schnell eine Antwort rausschießen, bevor sie flieht.

Das ist wie gesagt etwas seltsam strukturiert, denn essenziell hätten dies zwei komplett eigenständige und zu vollen Einzelspielen ausgearbeitete Storylines sein können. Es fühlt sich etwas so an, als hätte hier jemand die Scripts von zwei Anime-Staffel in eines zusammengezogen. Vielleicht hatte man ja die Befürchtung, die ursprüngliche Storyline würde nicht reichen. Oder war sich des Erfolges des Spiele so unsicher, dass man gleich beide Ideen erzählt bekommen wollte. Aber etwas organischer wäre es schon gewesen, wenn man die Sache mit Aoi Satan sich entweder für ein Sequel aufgehoben hätte, oder stärker zusammengekürzt wirklich als Finale auf die Geschehnisse mit den ersten Schurken gesetzt hätte.

Zwischen den Einsätzen werden natürlich gewohnt diverse Textboxen navigiert. Manchmal auch das ganze Theater an sich. Wobei es hier nur darum geht den SD-Ogami in die einzelnen Räume auf den drei Stockwerken zu navigieren, bis man eines der Mädels für einen kleinen Flirt auftreibt, oder die nächste Hanldungsszene getriggert bekommt. Eine Welt außerhalb des Theaters gibt es noch nicht, zumindest nicht zur freien Erkundung.

( ͡° ͜ʖ ͡°),

In jenen Flirts findet übrigens bereits das bewährte LIPS-System seine Anwendung. Sprich Sakura Wars gibt einem nicht die Zeit, erst mal im Japanisch-Deutsch-Wörterbuch eine halbe Stunde nachzuschauen, was die drei Antworten nach der Lieblingsfarbe von Ogami nun bedeuten, um dann hoffentlich die richtige zu geben. Stattdessen läuft ein Timer, an dessen Ende Ogami im Zweifelsfall einfach gar nichts sagt, sondern der holden Dame schlicht ganz unhöflich starrend ins Gesicht schweigt. Manchmal ist Schweigen zwar auch hier Gold, doch meist ist es besser, eine der Antworten zu geben. Wobei Affinität sowohl steigen wie auch fallen kann, basierend auf jener. Die anderen LIPS-Sachen, die man eventuell aus dem zuerst, da als einzig lokalisiertes, Sakura Wars V kennt, gibt es im ersten Teil allerdings noch nicht. Lediglich manchmal wild auf einem Mädel rumtatschen darf man, um über ihren Brustumfang zu philosophieren, oder sie doch direkt anzusprechen.

Pro Kapitel kommt es wie gewohnt auch zu einem oder zwei SRPG-Kämpfen, wobei die gewohnt eine untergeordnete Rolle einnehmen. Nicht nur, weil mehr der ca. 2 Stunden des Kapitels in den VN-Gesprächen und der Story zugebracht wird. Sondern auch, weil sie eben sehr simpel gehalten sind. Es gibt keine Ausrüstung, keine Promotions, keine Skills, noch nicht mal EXP und Level Ups. Die Statuswerte werden erneut nur etwas gepusht, wenn das besagte Mädel eine gute Beziehung über die richtigen Antworten im VN-Part zu Ogami aufgebaut hat. Wobei über die Beschütz-Funktion, mit der 8x pro Kampf ein Mädel von Ogami flankiert wird und von Angriffen keinen Schaden nimmt, die Affinität auch steigert.

Selbst ein Minigame pro Waifu gibt es, damit man nicht ob des ganzen Textes einschläft.

Im ersten Teil gibt es noch nicht mal Formationen, die eine etwas taktische Note geben, oder das Aufbrauchen von Aktionspunkten. Stattdessen darf jeder Charakter pro Runde zwei Aktionen ausführen, allerdings jeweils nur eine pro Kategorie. Also entweder Angreifen oder das Special benutzen. Entweder in Defensivstellung gehen, einen Charakter heilen (2x pro Charakter pro Kampf möglich) oder die SP für das Special regenerieren. Und natürlich über das Kampffeld laufen. Mehr können die Charaktere, abgesehen von Ogamis Schutz-Funktion, nicht machen.

Wobei das Spiel allerdings erneut nicht allzu schwer ist. Zwei Heilaktionen pro Charakter plus manchmal sogar Heilfelder auf dem Kampffeld (welche die Gegner nie schlau genug sind für sich zu nutzen) machen es schwer zu sterben, und dann ist das Special von Iris auch noch ein AOE-Heal von beträchtlichem Ausmaß. Die Bosse der ersten Kapitel lassen sich locker damit erledigen, in dem jeder Charakter einfach sein starkes Special drauf bretzelt. Selbst später im Spiel sind die noch extrem überpowert, gerade wenn dann noch Ogami mit seiner Auserwählten ein besonders gutes bekommt. Das ist für mich schon eher ein Vor- statt Nachteil, denn für komplexere oder herausfordernden SRPGs habe ich historisch betrachtet gar nicht das Durchhaltevermögen.

Motivations-Übersicht Pre-Battle was Stat+ angeht.

Etwas schneller könnten sie dafür allerdings gehen. Dadurch, dass es sowieso nicht so viel zu tun gibt, ist so ein Kampf schon schneller rum, als in einem komplexeren SRPG, aber das wenige ist schon in der Ausführung langsam. Immerhin können Animationen von Specials übersprungen und die Bewegung auf dem Kampffeld beschleunigt werden, was schon mal hilft. Allerdings wäre es hier schön gewesen, wenn sich dies einfach global einstellen lassen würde, statt es manuell bei jedem Charakter bei jedem Move selbst per Knopfdruck machen zu müssen.

Die Präsentation des Ganzen ist dabei schon sehr schnieke. Man merkt die Intention schon stark, denn ein Großteil der Dialoge ist mit Sprachausgabe versehen und es kommt auch regelmäßig zu kurzen Anime-Sequenzen. Allerdings hat man die bei Sega scheinbar nicht allzu gut präserviert. Die PSP-Version kam 2006 zum 10-jährigen Jubiläum raus, die Anime-FMVs sind allerdings extrem ausgewaschen und schauen drein, als hätte man eine Anime-VHS aus den 80ern erneut ausgegraben. Auch die Hintergründe in den VN-Gesprächen sind ziemlich grobkörnig, lediglich die Charakterportraits sind super scharf aufgelöst und sattfarbig.

Und einer der sporadischen Kämpfe, damit man ob des ganzen Textes nicht einschläft.

Um aber noch mal auf das Problem der Übersetzung zurückzukommen. Keines der vier Ogami-Teile hat einen Patch, wer also kein Japanisch oder Russisch kann, ist zunächst einmal aufgeschmissen. Aber das bedeutet nicht, dass es keinerlei Übersetzungen gibt. Denn für alle Teile lassen sich Übersetzungs-Textdokumente in Englisch finden. Normalerweise würde ich ja nicht auf die Idee kommen, so eines mir in den Schoß zu legen, während ich ein textlastiges Spiel zocke. Aber bei Sakura Wars ist das tatsächlich etwas anders.

Denn hier kommt dem Spiel zugute, dass es nicht nur hauptsächlich ein VN ist, sondern auch noch ein sehr lineares, welches nicht wirklich viele Variabeln kennt. Denn so lässt sich einfach in einem Fenster jenes Dokument öffnen, daneben das Fenster mit dem Emulator ziehen, und schon hat man den Ingame-Text und dessen englische Übersetzung zum Abgleich direkt nebeneinander. Wegen der Linearität muss nicht groß nach alternativen Szenen rumgesucht werden. Und da die SPRG-Kämpfe so einfach und immer alle Gegner oder der Boss zu besiegen sind, braucht es hier auch kein großes Verständnis außerhalb der grundlegenden Menübefehle. So hatte ich dann doch ein erstaunlich unkompliziertes und angenehmes Spielerlebnis durch die nette Anime-Story, die mich alle Mädels hat kennenlernen lassen, so dass ich letztendlich mit dem Gewinn von einer Waifu zufrieden war:

Ich Langweiler nehm die Standardwahl.

Sakura Shinguchi: Das Poster Child der Serie wird uns direkt in der ersten Cutscene präsentiert, wenn sie passend zur Kirschblüte im Park ankommt, um dort wie die coole Schwertkämpfern, die sie ist, erst mal einen Gegner zu zerlegen. Sie ist diejenige, die Ogami bei seiner Ankunft in Tokyo abholt, die beiden gleich ordentlich miteinander schäkern, und auch allgemein nicht nur die meiste Screentime bekommt, sondern das Spiel eindeutig in Ogamis Arme stößt. Fand ich dann nur richtig, letztendlich meinen Ogami mit ihr enden zu lassen. Sie ist etwas hitzköpfig, und auch manchmal etwas trottelig, wird deswegen von Sumire gerne als Bauerntölpel und Landei aufgezogen. Die streiten sich eh gern mal, jedoch arbeitet Sakura sehr hart daran, in den Bühnenshows eine gute Figur abzugeben.

Mündigkeitsalter in Frankreich ist 15 btw.

Iris Chateaubriand: Die französische Loli, immer in Begleitung ihres Teddybären Jean-Paul. Ein wenig spitzbübisch, ein wenig verwöhnt, eben voll die kleine Prinzessin des Teams. Zunächst steuert sie keinen Mech, wird dann aber später mit einem bestückt zum Healbot, nachdem sie ihre psychische Energie in den Griff bekommt. Hin und wieder ist sie allerdings ziemlich eifersüchtig auf die anderen Mädchen, weil die schon erwachsen sind, und weil sie von ihrem Onii-chan Ogami nicht wie ein Kind gesehen werden. An ihrem zehnten Geburtstag, der erwartungsgemäß schrecklich schief geht, hat sie sogar ein kleines Date mit ihm.

Sumire in ihrem Element.

Sumire Kanzaki: Die Tochter aus der Verbindung eines reichen Vaters mit einem Filmstar ist die Diva der Truppe. Sie versucht immer Klasse und Stil zu beweisen, was aber nicht wirklich hinhaut, weil sie dafür ein zu loses Mundwerk hat. Auch ihre tief sitzende Kleidung erregt Ogami zunächst, den sie zunächst konsequent mit falschen Namen anredet und entweder ignoriert oder schlecht behandelt. Allerdings ist sie allen gegenüber sehr hochnäsig, die Rampensau versteht beispielsweise auch nicht, warum Maria vor Ogami der Kopf der Truppe war, statt ihr die Position zu geben. Der Geltungsdrang kommt vielleicht, zusammen mit ihrer Arachnophobie, daher, dass sie als Kind viel von ihren High-Society-Eltern alleingelassen wurde.

Zunächst wollte ich ja Maria erobern…

Maria Tachibana: Die Platinumblonde, coole Amazone, die gern Dostojewski liest, ist natürlich russischer Abstammung. Auf Grund ihrer Statur und ihrer Professionalität spielt sie hauptsächlich die männlichen Rollen in den Stücken. Sie ist die verschlossenste von allen, die sich Ogami eher wenig öffnet, über die man nicht viel herausfindet oder in den Gesprächen nachfragen kann. Allerdings war sie wohl ein Teil der russischen Revolution und hat im Kampf ihren Bruder-gleichen Kommandanten verloren. Beinahe wäre sie anschließend ein Auftragskiller geworden, hätte Ayame sie nicht für die Bühnentruppe rekrutiert.

Zähl die stereotypen Merkmale, die in diesem Bild versteckt sind.

Kohran Li: Vom Namen und ihrem Outift her sollte klar sein, dass sie von chinesischer Herkunft ist. Überraschend spricht sie allerdings im japanischen Kansai-Dialekt, was daran liegt, dass sie von einem anderen Zweig des Militärs dort zu unserer Truppe abkommandiert wird. Diesen Dialekt bekommen in japanischen Medien hauptsächlich die Comedy-Charaktere, und Kohran erfüllt dann auch das Klischee der schusseligen Erfinderin, der gerne mal etwas unter der Nase weg explodiert. Sie ist allerdings sogar diejenige, welche die Koubu-Mechs gebaut hat, die wir in den Kampf steuern.

Wo die Liebe hinfällt…

Kanna Kirichima: Die älteste und stärkste – starker noch als Ogami – in der Theatergruppe kommt erst in Kapitel 3 aus ihrem Training zurück ins Theater. Denn sie ist der Nachfolger ihres Vaters, einem Karate-Meister, aus Okinawa. Von daher wird sie gerade von Sumire gerne wegen ihrer bulligen Statur, ihres vielen Essens, und der angeblich damit einhergehenden wenigen Intelligenz angefeindet. Überraschend mag sie es allerdings wirklich sehr, auf der Bühne zu stehen, wobei auch sie hauptsächlich die männlichen Rollen spielen darf. Für Ogami ist sie jedoch eindeutig ein guter Kumpel, weswegen ich schon zumindest ein wenig kurios bin, wie sich ein Ende mit ihre gestalten würde.

Gibt keine guten Gruppenshots der Support-Oneesans.

Der Rest:
Neben den sechs Mädels, mit denen Ogami tatsächlich enden kann, gibt es natürlich auch bereits im ersten Sakura Wars ein paar Support-Vaginas für die Einsätze. Tsubaki arbeitet im Shop des Theaters und verkauft einem die Bromides der Mädchen, Yuri macht die Büroarbeit, Kasumi ist so ein wenig die Leiterin der ganzen Hintergrundaktivität. Alle drei sind diejenigen, die das Flaggschiff der Truppe, von dem aus die Mechs auf die Kampffelder abgelassen werden, unter Yoneda steuern.

Ayame hat da ein wenig eine Sonderrolle, denn sie gibt einem die Infos während der Missionseinsätze. Außerdem war sie ein Teil der Gruppe, die vor fünf Jahren die Dämonen unter Tokyo versiegelt hat. Nicht zu vergessen, dass Aoi Satan am Ende den wiedergeborenen Erzengel Michael in ihr erweckt.

1313: Frankenqueen

Wenn ich den Titel Frankenqueen höre, muss ich irgendwie unweigerlich an Rocky Horror Picture Show denken. Aber so eine herrliche Camp-Feier ist natürlich ein 1313 im Leben nicht. Es braucht für mich als Deutschen halt auch einen Moment, um zu realisieren, dass Frankenqueen sich schön auf Frankenstein reimt, zumindest wenn man es falsch-amerikanisch ausspricht.

Der Film beginnt allerdings ausnahmsweise mal nicht damit, dass ein halbnackter Kerl nach dem anderen bei David DeCoteaus Haus ankommt. Nein, hier kommen sie gleich im Doppelpack, und im Haus werden die bereits von drei weiteren erwartet! Eine Person alleine könnte natürlich auch nicht diese super Exposition Talks mit sich selbst führen, die uns als Publikum sagen, was Sache ist, aber total unnatürlich einander zu sagen sind.

Die beiden sind also zusammen in einer Limo angekommen. Kein Grund die zeigen zu müssen, kostet auch nur Geld. Allerdings finden sie erst jetzt die Zeit, sich gegenseitig vorzustellen. Keine Ahnung, um dem Publikum die Namen der beiden mitzuteilen, hätte man diese auch einfach in den Dialog hineinschreiben können, und in wenigen Minuten müssen sie sich eh dem Rest im Haus vorstellen. Ach ja, und sie sind hergekommen als Versuchsobjekte einer berühmten Schönheitschirurgin. Naive Blonde findet das ganz cool, Bitchy Brunette hingegen ist eben total zickig deren Reputation gegenüber.

Im Gespräch mit den nächsten dreien – Black Dude, Tall Dumb und Playboy – ergibt sich dann, dass die gute Frau Doktorin auch noch in Cash zahlt. All das nur dafür, ein Wochenende lang in deren Villa abzuhängen, im Pool zu schwimmen, und sich verköstigen zu lassen. Und scheinbar findet das immer noch keiner von denen fischig. Was hat die ein Glück, dass die Kerle alle schön und dazu noch schön dumm sind. Ein wenig bitchy sind sie zudem auch noch alle von Zeit zu Zeit. Abgesehen von Naive Blonde, mein heimlicher Favorit, der ist total niedlich. Mein wahrer Favorit ist allerdings Tall Dumb, weil der von allen am besten aussieht, und ich ein oberflächliches Stück bin.

Besagter Favorit ist auch der erste, der wie ein Unterwäschemodelzombie durch das Haus schlendern darf, während plötzlich nirgendwo mehr sonst jemand zu sehen ist, und das Bild ganz leicht bläulich getüncht ist. Ich weiß bei denen immer nicht, ob dann jetzt mal wieder Nacht sein soll, obwohl die kalifornische Sonne eindeutig im Zenit steht, oder das eine Traumsequenz darstellt, oder was. Auch weiß ich nicht, warum DeCoteau so ein Faible dafür hat, wenn die Kerle die Treppe hochgehen, dies vom unteren Stockwerk durch das Geländer zu filmen, statt hinter ihnen zu bleiben. Wäre der Kerl nicht so groß, würde man so überhaupt nicht seinen Knackarsch sehen können.

Jedenfalls war ich schon ganz betrübt, dass ausgerechnet der Kerl mit dem besten Torso als erster sterben muss. Aber dann doch nicht. Er geht nur mehrere Minuten lang die Gänge des Hauses auf und ab, legt sich dann aufs Bett, Frau Doktor hält einen Leuchtstick über ihn, während total wissenschaftliche Scan-Geräusche eingespielt werden, und dann sehen wir wiederholte Aufnahmen von ihm die Gänge entlang schleichen. Dann gibt es einen harten Cut und es ist wieder Tag und die ganzen Kerle sitzen im Pool. Inklusive ihm, er ist also auch nicht verschwunden oder offscreen ermordet worden oder sonstwas. Aber der Film ist nun 10 Minuten länger, es hat also nicht nichts gebracht.

Irgendwann ist klar, dass Kissable Lips… ne warte, ich meine Bitchy Brunette, so bitchy ist, weil er meint all die tollen technischen Superdinge seien vom verstorbenen Mann der Doktorin entwickelt worden, und sie hält dies Durchbrüche jetzt zurück, nur um die beste Schönheitschirurgin zu sein. Er ist also ein Spion, der hier einklauen gehen will. Dafür ist die Doktorin, die merkwürdigerweise nicht von DeCoteaus BFF Michelle Bauer gespielt wird, allerdings viel zu gewitzt.

Allgemein ist das Script häufiger mal überraschend launig und humorig geschrieben für die ansonsten so faden 1313, die öfter mal sogar ganz ohne Dialoge auskommen würden. Hauptsächlich bekommt die Doktorin so einige schneidige Kommentare ihren Boytoys gegenüber rein, besonders wenn sie die einzeln mit einem Türstopper scannt und zynische Bemerkungen über sie ablässt. Da versucht der Playboy schon mal eine seiner lahmen Anmachversuche mit dem Spruch „So… I was thinking…“ einzuleiten, und wird von ihr sofort mit einem „Nope you weren’t. Says it right here on the scale“ unterbrochen.

Mittlerweile bin ich ja auch der Überzeugung, dass David DeCoteaus Pool einfach au naturel mit Porno-Musik kommt, sobald er registriert, dass jemand zu schwimmen beginnt. Apropos obligatorische Szenen. 55 Minuten in den Film ist wohl aufgefallen, dass noch keiner unter der Dusche im Obergeschoss stand, und so muss natürlich noch schnell eine Szene mit dem heimlichen Star aller dieser Filme eingeworfen werden. Ein wenig kurz gehalten, aber dafür gibt es nach 62 Minuten eine Bonusrunde in Form einer weiteren Duschszene. Unterbricht ganz plötzlich sogar eine begonnene Traumsequenz eines rumlaufenden Kerls – der Blaufilter scheint nicht Nacht zu signifizieren, wodurch sich die Frage stellt, wo plötzlich währenddessen all die anderen Kerle hin sind. So richtige Duschszenen sind das eh nicht, sondern eher „ich reibe Wasser auf meine Muckis“ Szenen. Und endlich, auch wenn es wohl nur ein Versehen ist, bekommen wir nach Dutzenden an austauschbaren Schönlingen, die nur in Unterwäsche durch DeCoteaus Haus gestreift sind, mal einen, dessen ganz besondere Silhouette darin ersichtlich ist.

Grundsätzlich gibt es ja eh nichts gegen eine reiche Witwe einzuwenden, die sich die Tage damit vertreibt, heiße junge Kerle nur in Shorts in ihrer Villa wohnen zu lassen, und unter dem Vorwand von Experimenten ihnen beim Krafttraining etc. zuzusehen. Das ist mein nicht-so-heimlicher Lebenstraum. Doch wie Bitchy Brunette herausfindet, im Raum, der als „Downstairs Library“ angekündigt wird, dann aber eindeutig das Wohnzimmer im Obergeschoss ist, mit keinem Buch weit und breit und einem klaren Blick auf den Balkon, ist das nicht alles. Natürlich macht sich unsere Doctor Frankenqueen ein „Monster“, in dem sie aus den perfekten männlichen Ersatzteilen einen hübschen jungen Stecher zusammenschraubt. Moralisch schon etwas verwerflicher, aber durchaus auch nachvollziehbar ein Ziel. Wäre natürlich der Lacher schlechthin, wenn dieser perfekte Partner sich als schwul herausgestellt hätte, statt sich auf Ewwww-Hetenküsse mit ihr einzulassen.

Frankenqueen war wieder launiger und witziger ein Eintrag in die 1313.

Let’s Play Shin Megami Tensei III – 07. True Demon

Auf ins Finale und zwar durch das vorletzte Dungeon, dem Parlamentsgebäude. Dessen Design ich echt gut finde. Nein, es ist ausnahmsweise mal kein Demon Chic, sondern sieht von innen weitestgehend tatsächlich wie das echte in 1936 gebaute Gebäude mit seiner imposanten Eingangshalle und dem Plenarsaal etc. aus. Nur das hier alles ein wenig gewarped ist durch die Dämonenkontrolle, mit verzogenen Gängen, Türen und Durchgängen die keine sind, oder anders verlaufen, als sie zunächst scheinen mögen.

Dazu kommen noch 5 Bosse, die besiegt werden wollen. Surt ist ziemlich einfach, denn seine Angriffe machen zwar ordentlich Schaden, sind jedoch zu 95% Feuer-basierend und somit einfach auszucanceln. Mada soll eigentlich dadurch schwer sein, dass er physische Attacken absorbiert. Wisst ihr, wem Phys Drain egal ist? Pierce. Dank dem geht der volle Schaden von einem Focus + Divine Shot durch. Mot kann theoretisch mit Beast Eye für zusätzliche Press Turns sorgen, plus seine Magie buffen und dann Megidolaon zu schmeißen. Allerdings kommt er auch mit einer Schwäche gegen Elektrizität, wodurch Beelzebub und Shiva mit Maziodyne und Bolt Storm zusätzliche Press Turns bekommen und Pierce durch dessen Strong vs Phys schneidet. Mithra ist so oder so der schwächste Boss des Gebäudes und Samael glänzt eigentlich nur durch hohe HP, die aber erneut nichts gegen Divine Shot sind.

Am Ende schafft es Hikawa natürlich dennoch mit dem angesammelten Magatsuhi inklusive beseitigen von Takao seinen Gott Ahriman zu beschwören, mit ihm zu verschmelzen (letztes Extreme Makeover geschafft), und dann zu verschwinden, um seine Shijima-Welt zu erschaffen. Takao hat dabei den Yahirono Himorogi, den wir ihr am Ende vom Yoyogi Park gegeben haben, fallengelassen. Den bringen wir zum Amala Tempel und schon schießt der Stein für uns einen ganzen Strahl Magatsuhi-Energie auf die Energiekugel im Zentrum der Vortex-Welt, woraufhin ein Monolith auf den Obelisk fällt. Das letzte Dungeon, Tower of Kagutsuchi ist also da, und alle, die eine neue Welt erschaffen wollen, sind von Kagutsuchi herzlich eingeladen ihn zu erklimmen zu versuchen. Es kann nur einen geben und so.

Sobald man den Tower of Kagutsuchi betritt, ist übrigens Ende Gelände. Also nicht Point of No Return, man kann ihn schon noch wieder verlassen. Allerdings wird beim Betreten das Ende festgelegt. Je nachdem, ob man Chiaki, Isamu oder Hikawa in bestimmten Szenen zugestimmt hat, entweder eines ihrer Reason-Enden; oder wenn man sie verneint hat basierend auf einer Antwort Takao gegenüber das Freedom oder Demon Ende. Oder, sofern man die finale Szene im Labyrinth of Amala gesehen und Pierce freigeschaltet bekam, das True Demon Ende. Nachdem der erst Schritt in den Turm gemacht ist, kann dies nicht mehr geändert werden.

Der Tower of Kagatsuchi ist ein ziemlich monumentales Bauwerk, geformt aus vielen pulsierenden Würfeln, die mal relativ normale Hallen ergeben, mal etwas kreativer angeordnet, und mal fast komplett weggefallen sind. Ein ganz cooles Design so für die ersten paar Stockwerke, aber wenn man nicht gerade in einem besonderen Raum ist, wird es schnell etwas langweilig. Dafür ist die BGM eine jene, die alle paar Stockwerke sich in der Komposition leicht ändert, was ich immer ganz nett finde. Wie viele Bosse es hier gibt, hängt übrigens davon ab, auf welchem Pfad man sich befindet. Ist man Shijima muss natürlich nicht Hikawas Ahriman besiegt werden, bei Musubi nicht Isamus Noah, und bei Yosogu nicht Chiakis Baal Avatar. Auf Freedom, Demon oder True Demon stellen sich alle drei zum Kampf.

Ahriman ist der erste davon, und sein Gimmick ist, dass er bestimmt, wann nur physisch und wann nur magisch angegriffen werden darf. Ich hab mal munter bei der Magie-Phase ihn mit Debiliatate komplett ge-debufft, meine eigene Attacke maximiert, dann ein paar Almighty-Spells geworfen, bis er die Physisch-Phase einläutet, und ihn mit Focus und Divine Shot vernichtet. Der nächste Boss ist Noah, der jede Runde ändert welches Element er nutzt, und von welchem er Schaden nimmt (nicht schwach ist). Während er alles andere unter Repel hat. Leider ist Repel das einzige, durch das Pierce nicht geht, von daher habe ich ihn legitim besiegen müssen, was nicht schwer war, sondern lediglich langwierig, mit 6.000 HP für die erste und 18.000 HP für die zweite Form ist er nämlich kein Schwächling.

Kurz darauf kommt man auf ein Stockwerk, welches alle Stadt-Nettigkeiten bietet: Großes Speicherterminal, Heilbrunnen, Fusionskathedrale, und einen Shop. Letzterer ist besonders wichtig, denn hier gibt es für 150.000 Makka das letzte Magatama zu kaufen. Da wir nun alle 24 haben, bekommen wir vom Kerl in der Kathedrale ein Schwert geschenkt. Dies zu Masakados Grab in Tokyo gebracht, und wir werden zum Bantou Shrine Bonusdungeon gewarpt.

Dies gab es schon in Vanilla Nocturne und ich glaub nicht, dass es so wirklich dafür gemacht ist die Maniacs Endgame Dämonen im Team zu haben, denn Beelzebub und Metatron räumen hier ziemlich auf, genauso wie Pierce auf dem MC. Das Dungeon ist netterweise nur ein überschaubares Stockwerk groß, allerdings müssen die vier Himmlischen Könige besiegt werden. Jikokuten, Zochouten und Koumokuten sind sich sehr gleich, sie können sich mit Dragon Eye neue Press Turn holen, buffen gern entweder ihre Magie oder den Angriff, und benutzen entweder Physicals oder ihr respektives Element. Gegen das gegenteilige Element sind sie sogar schwach, wodurch man sich schnell eigene Press Turns geholt hat. Mit 20.000 HP halten sie zwar ein paar Runden durch, aber erneut nicht sonderlich viele gegen Divine Shot + Focus mit maximierter Angriffskraft. Ist halt eine gute Idee Dekaja mitzubringen, damit sie sich nicht über Gebühr buffen.

Zum Schluss kommt Bishamonten auf den Plan, den wir bereits in einem anderen Tempel für ein Magatama besiegen durften. Er hat die gleiche HP-Anzahl, allerdings dauert es länger, durch sie zu schnetzeln. Denn Bishamonten startet jede Runde mit Dragon Eye und wird dann häufig entweder seinen Angriff maximieren und eine physische Attacke starten, oder seine Magie maximieren und mit Glück einen Feuer-Zauber werfen, mit Pech das gute alte Almighty Megidolaon. Man ist also gut beschäftigt die Gruppe komplett zu heilen und Dekaja auf ihn zu sprechen. Buffs und Debuffs sorgt er selbst schnell mit Dekaja und Dekunda vor und via Debiliatate kann er die MC-Gruppe selbst schnell debuffen. Bishamonten ist ein Arschloch.

Was gibt es zur Belohnung? Der Geist von Tokyos Wächtergottheit Masakado überreicht sein Magatama. Welches +10 in Strength, Magic, Agility und Vitality gibt! Und zusätzlich Null All außer Almight ist!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Nicht nur gibt es einen enormen Boost für alle MC-Stats außer Luck, nein es macht ihn auch komplett immun gegen beide Formen von Insta-Death, gegen alle vier Magie-Elemente, gegen jegliche Art von Statusveränderung, und gegen jeglichen normalen physischen Angriff. Wer dachte Beelzebub und Metatron im Team und Pierce im Skillset vom MC zu haben hätte das Spiel schon komplett gebrochen, wird beim Anblick von Masakados sein Kinn wieder einsammeln dürfen.

Auf dem weiteren Weg den Tower of Kagatsuchi hinauf treffen wir übrigens Thor wieder, der sich zum einfachsten Bosskampf hier drin stellt. Niedlich. Der richtige Yosuga-Boss ist und bleibt natürlich Chiaki bzw. nun ja Baal Avatar. Auch der Boss hat im Prinzip zwei Phasen, denn sobald man sie um viele ihrer 13.000 HP gebracht hat, beschwört sie Flauros und Ose als Helfer und Ose heilt sie erst mal komplett. Da die beiden auch noch Dekaja und Dekunda können, ist es natürlich besser, zunächst die beiden zu erledigen und dann schön Baal Avatar den Gar auszumachen. Wer wie ich bereits Freikugel hat, der sitzt sowieso im gemachten Nest.

Anschließend sind es nur noch zwei Fahrstuhlblöcke und schon stellen sich die finalen Bosse des Spieles zum Kampf. Die auf Normal Mode natürlich kein Problem sind, da ich das Spiel mit Pierce + Focus + Freikugel, mit Masakados Magatama und mit Beelzebub, Shiva und Metatron, die Prayer, Mediarahan, Dekaja, Debiliatate und Tarukaja können, so weit gebrochen habe, dass sich die beiden Hälften in unterschiedlichen Paralleluniversen befinden. Geht natürlich ein wenig auf die MP in längeren Bosskämpfen, aber ich habe noch ein ganzes Dutzend Great Charkas, die der ganzen Truppe volle MP heilen.

Zunächst einmal begrüßt uns die Energiekugel Kagatsuchi, welche im Zentrum der Vortex-Welt schwebt, und den Katalysator zur Wiedergeburt in eine neue Welt darstellt, höchstpersönlich. Und ist wenig begeistert davon, dass wir niemand mit einer Reason sind, aus der eine neue Welt geboren werden kann, sondern ein Dämon, der den Zirkel der endlosen Reinkarnationen brechen wird. Doppelter Bosskampf gegen Kagatsuchi, zunächst als Noob von 20.000 HP und dann als Halb-Noob von 40.000 HP. Voll Debiliatate auf ihn, voll Tarukaja auf mich, und dann jede Runde mit Focus + Freikugel 5.000 bis 7.000 Schaden anrichten, und der kommt nicht dazu, viel zu tun. Nach dem Sieg über Kagatsuchi ist das Spiel in fünf von sechs Fällen beendet, und man bekommt sein Ende präsentiert.

Jedoch nicht im sechsten Fall, der in die Maniacs-Version eingefügt wurde. Denn wir haben ja das Labyrinth of Amala gemacht, bevor wir in das Finaldungeon sind, und uns mit Lucifer beraten. Also taucht er hier auf, gratuliert uns, und stellt sich zu einem letzten Test, wenn die Schatten von Junge-mit-alter-Frau und Alter-Mann-mit-junger-Frau zu Lucifer Demon Form verschmelzen.

Lucifer hat 65.000 HP, ist immun gegen Insta-Death und Statusveränderungen, und nimmt 25% Schaden von allen anderen Dingen. Als einziger Gegner im Spiel übrigens auch von Almighty, was normalerweise durch alles durch kommt. Mal so zum Vergleich, mit kompletten Buffs/Debuffs macht Shiva normalerweise 1.000 bis 1.300 Schaden mit einer normalen Attacke, bei Lucifer nur noch 300. Deswegen ist Pierce wichtig, weil dies als einziges durch diese Schadensminderung geht. Manche raten einem sogar, dies auf alle Dämonen zu fusionieren, aber das halte ich, zumindest auf Normal Mode, für etwas über-präpariert. Auf dem MC reicht voll. Da Lucifer ne Menge hoch schadende Attacken kann, die abgesehen von Mabufudyne und Glacial Blast auch alle Almighty sind (selbst seine normale Attacke), und sporadisch mal Buffs/Debuffs mit Dekunda und Dekaja zerstört, waren meine drei Dämonen sowieso hauptsächlich damit beschäftigt jede Runde komplett zu heilen und die Buffs und Debuffs zu erneuern. Hatten sie mal nichts zu tun, umso besser, dann gab es einen Turn-Pass und so konnte der MC noch in der gleichen Runde Focus und Freikugel machen.

Und damit rollt das True Demon Ende an, welches nur ne knappe Minute an Cutscene ist, weil es bei SMT mehr um die Reise denn das eigentliche Resultat geht. Der Zirkel ist gebrochen, die Welt kann niemals wiedergeboren werden, der MC ist für seine Sünde für ewig verflucht, und steht als General an der Spitze von Lucifers Horde, die sich zum letzten Kampf gegen Gott aufmacht. Im Prinzip posen wir also nur für den Title Screen. New Cyle (3) Save sagt wir wären bei 123 Stunden, während die vorigen 74 war. Damals gehörte dazu allerdings auch extrem viel Grinding zum Fusionieren und Evolutionieren aller Dämonen, um das Kompendium voll zu machen. Da ich dies nicht mehr tun musste, konnte ich dennoch mit allen Boni inkludiert also auch in 50 Stunden durch sein.

Shin Megami Tensei III ist und bleibt das beste Spiel der MegaTen-Franchise. Aber das ist in etwa wie zu behaupten, dass Final Fantasy V und Dragon Quest IX die besten Spiele ihrer respektiven Serie sind: Dies weiß sowieso schon jeder. Atlus sollte wirklich mal ein „Remake“ auf aktuelle Handhelds oder Konsolen bringen (Vita/Switch/Steam?), in der am Inhalt oder der audiovisuellen Präsentation gar nichts geändert werden muss. Einfach auf Nocturne Chronicles mit dem Raidou-Cameo basieren lassen und einfügen, dass man selbst die Skills bei der Fusion auswählen darf, statt 15 Minuten für das perfekte Setup auszucanceln, und schon haben wir einen Deal.