Twilight Princess

Ein letzes Wii-Spiel hab ich für dieses Jahr noch. Als ich mit all den interessanten Spielen durch war, wurde es auch Zeit, die wieder aufzugreifen, die ich aus dem einen oder anderen Grund abgebrochen hatte. Dass Zelda selten mit mir klickt und noch viel seltener in 3D, habe ich ja bereits mehrmals hier erwähnt. Auch das ich (für eine Weile) mich dennoch immer mal wieder von Price Drops dazu habe verleiten lassen, ein weiteres zu kaufen.

So auch bei The Legend of Zelda: Twilight Princess. Dem Hype-Spiel seiner Zeit. Endlich gibt es ein super erwachsenes Spiel das aussieht wie die GC Zelda Tech Demo, statt den charmant-cartoonigen Look voller Charakter wie Wind Waker zu offerieren. Und dann nach Verschiebung auch noch ein Launch-Spiel für die Wii. Was gingen damals alle steil drauf. Zu mir kam es erst Jahre später mit dem roten Nintendo Selects Rahmen. Ich spielte es an, schaffte es bis kurz nach dem ersten Dungeon, und fand es grausig.

Neuer Anlauf, neues Glück. Also das Pferd schnell Agro genannt, leider vergessen den Hauptcharakter in Amaterasu umzubenennen, und ab geht es in die braune Landschaft um mal wieder Tempel zu erobern, etwas hinter Zelda herzusimpen, und Ganon zu besiegen. Zelda-Spiel halt. Nur diesmal mit viel zu viel Text für die barebones Storyline. Das Handholding im Spiel ist echt enorm, für alles muss das Spiel einen erst mal bremsen, um jede noch so kleine Funktion durchzuerklären. NPCs schwallen einen zu ohne Ende, obwohl sie wenig an eigentlicher Info weiterzugeben haben. Jetzt das alles auch noch in langatmigen Cutscenes, die scheinbar nicht enden wollen. Kein Wunder das Link permanent mit Resting Bitch Face durch die Gegend läuft, statt sich irgendwann auch nur zu einer zweiten Emotion hinreißen zu lassen.

Allgemein ist Twilight Princess nicht das bestaussehende Spiel. Ein paar Designs gefallen mir ganz gut. Alles um das Twilight Realm beispielsweise sieht ganz cool aus, nimmt aber eher wenige Momente im Spiel ein und wirkt halbherzig ins restliche Hyrule integriert. Einige der Bosse sind auch ganz cool designt. Im Prinzip immer dort, wo sich das Spiel großzügig aus der Design-Ästhetik von Shadow of the Colossus bedient, ist es ganz interessant. Viel vom Rest schaut halt etwas generisch aus. Hyrule war noch nie ein sonderlich unikater Landstrich und über alles einen ausgewaschenen braun-grauen Filter zu legen als spielte man eine Call of Duty Campaign, macht es nur umso trister anzuschauen. Ganz zu schweigen von der ganzen N64-Geometrie in den Wäldern und Schluchten. Dafür sind die ganzen kleinen Animationen, die man Okami-Link gegeben hat, allerdings ganz nett anzusehen. Schon interessant, dass seine Wolf-Form nur durch sie schon gleich viel mehr Charme und Charakter mit sich bringt, als es Mensch-Link je möglich gemacht wurde.

Übrigens brauchen nicht nur die NPCs viel zu lange, um nicht auf den Punkt zu kommen, und die Cutscenes zu lang, um das Notwendige zu zeigen. Allgemein ist das Pacing des Spieles ziemlich schleichend. Nach drei Stunden betrat ich erst das allererste Dungeon. Nach acht das Zweite. Dabei ist die Welt gar nicht so groß. Und ich wüsste jetzt auch nicht genau, was dort so alles passiert, um das zu füllen. Im Zweifelsfalle halt echt nichts, was nicht auch in der Hälfte der Zeit knackiger gegangen wäre. Zugegeben bessert sich das Pacing mit der Zeit. Irgendwann ist das extreme Tutorialising weg, weil es nichts mehr beizubringen gibt. Wenn dann frei zwischen Langweiler-Link und Wolf-Link gewechselt werden kann, öffnen sich netterweise auch Warps um das ganze Backtracking durch die ewig gleichen Hyrule-Gebiete abzukürzen. Zwischen den späteren vier Dungeons geht einfach alles viel schneller als bei den ersten vieren.

Und hey, einige Ideen sind echt kreativ im Spiel. Es gibt beispielsweise eine Vielzahl an Tools, die zwar teils sehr insular genutzt werden, aber dadurch auch viel Diversität mitbringen. Die Magnetic Boots, um in einem Dungeon auch an den Wänden und Decken langlaufen zu können, fand ich beispielsweise richtig interessant. Der Spinner um sich an Schienen entlang zu beybladen war auch eine coole Idee, auch wenn er in der Exekution sich echt scheiße kontrollieren lässt. Aber das ist allgemein ein Problem des Spieles. Oder der von mir gespielten Version zumindest.

Es ist mir eh ein Rätsel, warum Twilight Princess Wii ausschließlich via Motion Controls gespielt werden kann. Immerhin ist gleichzeitig eine GC-Version mit traditionell-funktionellem Kontrollschema releast worden. Scheinbar wollte Nintendo einem echt das neue Gimmick andrehen. Und beweisen damit, dass selbst sie als First Party jene maximal passabel umgesetzt bekommen. Das sind sich auch meist: Passabel. Brauchbar in den fuchteligen Auseinandersetzungen mit Gegnern beispielsweise, wobei das Highlight der Franchise noch nie die Kämpfe waren. Richtig nervig auszuführen fand ich allerdings die Special Skills, die Link vom Ancient Hero lernen konnte. Da fuchtel ich doch lieber wieder wild. Die Kamera ist klobig und das Pserdereiten sowieso, was die Bosskämpfe auf Pferderücken nicht gerade zu den Highlights des Spieles werden lässt. Sich im Bosskampf im Wassertempel 360° bewegen zu müssen scheitert auch was an der Kamerasteuerung. Das Snowboarding-Minispiel wird nur dadurch gerettet, dass es optional ist. Dank des Kontrollschemas alleine ist Twilight Princess auf der Wii definitiv die schlechteste Version des Spieles.

Ist das ganze Spiel aber schlecht? Nein. Erneut gespielt habe ich es immerhin trotz seiner etwas arg langen 45 Stunden beendet bekommen. Das sind zwar 15 zu lang, aber gehasst habe ich es außerhalb von ein paar wenigen frickeligen Passagen nicht. Es ist, ganz wie das Steuerungsschema, die meiste Zeit über nämlich dann doch noch passabel. Häufig aber auch eher auf der langweiligen Seite der Dinge entlangreitend.

Es erscheint fast etwas, als wäre Miyamoto angepisst gewesen, dass damals alle Wind Waker verschrien haben. „Hier habt ihr euer möchtegern-erwachsenes Zelda! Kränklicher Braunfilter und edgy Designs ohne große Relevanz eingeschlossen. Könnt ihr mal sehen, was ihr davon habt“. Natürlich macht niemand intentiell ein schlechteres Spiel. Aber das Fan-Echo bemerkt man in Twilight Princess eben schon enorm, und das führt zu einem häufig unkrativen und langweiligen halbgaren Spieldesign.

Disaster: Day of Crisis

In meinem diesjährigen Quest mein Wii-Backlog zu beseitigen zu reduzieren zumindest ein paar Spiele weggezockt zu haben, kam auch endlich Disaster: Day of Crisis dran. Der Geheimtipp, weil nie nach Nordamerika gekommen und nicht absolut grausig, was ja automatisch selbst halbgare Spiele plötzlich interessant erscheinen lässt. Videospiel-Diskurs ist halt immer noch extrem US-centric und somit alles als super obskur gehandelt, was dort nie erschienen ist. Terranigma vielleicht mal ausgenommen.

Das Spiel ist übrigens nicht zu verwechseln mit Disaster Report, einer anderern Reihe einer anderen Firma auf anderen Systemen. Aber halt auch mit dieser Survival-Thematik. Der große Unterschied ist der narrative Aufbau aber auch die Umsetzung. In Disaster Report übernimmt man die Rolle eines Zivilisten in einer von einer Naturkatastrophe geplagten Stadt. Es geht um das nonlineare Überleben und Erkunden der zerstörten Lokalitäten. In Day of Crisis hingegen schlüpfen wir in die Schuhe von Ray, einem Rettungsspezialisten, der in der Stadt abgesetzt wird, um möglichst viele Zivilisten zu retten. Dazu kommt noch die Tatsache, dass Terroristen die Schwester seines ehemaligen Partners entführt haben und hinter den künstliche forcierten Katastrophen stecken. Day of Crisis gestaltet sich also wesentlich nonlinearer und ist erzählt wie ein dumpfer amerikanischer Action-Film. Reißerisches Opening Theme, das einen bereits im Hauptmenü mit voll aufgedrehtem Drama begrüßt, inklusive.

Rays Jagd durch die einzelnen Teile der Stadt auf der Suche nach Rettungsbedürftigen, zur Bekämpfung von Terroristen, oder hinter der Entführten herrennend, gestaltet sich in Kapiteln beziehungsweise Szenen, die fast ein wenig Arcade-Flair haben können. In soweit als das die Areale nie sonderlich groß sind und knackig-schnell begangen werden können. Am Ende gibt es dann Punkte und ein Ranking, wie gut man sich gemacht hat. Zusammen mit den eh durchs Retten von Zivlisten angestauten und in zerstörbaren Gegenständen gefundenen Survival Points. Endlich traut sich mal ein Spiel, dem individuellen Menschenleben einen Wert zuzuschreiben! Die benutzt der Spieler dann zwischen den Leveln fürs Aufbessern von Rays Werten oder den Kauf neuer Waffen.

Denn so ein Ex-Marine im Kampf gegen eine Terrororganisation kann sich natürlich auch bewaffnet wehren. Es gibt bei den Stages und ihren Einzelparts nämlich durchaus viel Diversität in Day of Crisis. Mal wird tatsächlich ein etwas weitläufigerer Stadtteil nach Überlebenden durchsucht. Mal wird vor einer Flutwelle davongelaufen oder in einer Autoverfolgungsjagd auf die Tube gedrückt. Und dann rennt man auch mal in eine Shooting Gallery, in der ein paar Terroristen erschossen werden müssen oder sich gar ein Bosscharakter in einem großen Setpiece stellt.

Vor Springfluten davonrennen, im Auto Erdbeben entkommen, Hubschrauber abschießen, Bomben entschärfen, oder Metal Gear den Gar ausmachen. Disaster: Day of Crisis ist eine ziemliche Gaudi an blöden Action-Einlagen, sich immer bewusst, dass hier ein B-Movie nachgespielt satt das nächste künstlerische Meisterwerk gestellt wird. Das ist doch echt mal spaßig und mit 10-12 Stunden auch in angemessener Länge bleibend.

Nur ist das Spiel halt leider auch auf der Wii. Genau genommen ist es das allererste von Monolith Soft, nachdem Nintendo die sich angekauft hatten. Die wollten den neuen Daddy wohl beeindrucken und haben deswegen im Spiel so viele Motion Controls wie möglich eingebaut.

Jene kommen in Form von Minigames, wenn man zu rettende Zivilisten mit einer Herzmassage wiederbeleben oder ihre Wunden reinigen und verbinden soll. Sie kommen durch wildes Fuchteln, um in den Verfolgungsjagden möglichst schnell rennen zu können. Dankenswerterweise mit einem kleinen „Mach dich bereit“ Countdown, so dass jene einen nicht zu sehr überraschen. In den Schießereien wird natürlich ebenfalls auf den Bildschirm gedeutet, um Gegner ins Visier zu nehmen. Zugegeben funktionieren dies alles soweit ganz in Ordnung und das Spiel setzt auch großzügig Checkpoints sollte Ray doch mal das Zeitliche segnen. Weniger schön sind die eher ungenauen Platforming-Segmente mit schlecht abschätzbaren Sprüngen. Und so richtig schlimm gestalten sich die Autoverfolgungsjagden. Via Motion Controls lenken. Da bekomme ich doch direkt PTSD aus Alone in the Dark. In Day of Crisis sind diese Sequenzen zwar nicht borderline bis definitiv unmöglich wie in jenem Horrorbeispiel, stellen aber dennoch den häufig zu wiederholenden Tiefpunkt des Spieles dar. Ich war noch nie so über Checkpoints und Level-Ziellinien froh wie in den paar Fahrtsequenzen.

Das war es eigentlich auch schon. Disaster: Day of Crisis ist ein knackiges und ziemlich blöd-unterhaltsames Action-Spektakel, dem leider das Kontrollschema immer mal wieder in den Weg kommt. Ganz nett und spaßig würde ich jetzt mal sagen. Aber auch nicht ganz die geheime Perle, die zu besitzen einem das Leben wesentlich aufwertet.

Super Paper Mario

Vor fünf Jahren habe ich mich durch Super Mario RPG gespielt und das „Let’s Play some Marios“ genannt. Der Grund dahinter ist, dass ich eigentlich vorhatte, noch mehr zu spielen. Vorrangig eigentlich die anderen Mario RPGs halt, oder zumindest einen guten Teil davon. Da ich Super Mario RPG aber im Gegensatz zu so vielen anderen, ich bin halt voll special und so, eher langweilig fand und mein erstes Anzocken von Mario & Luigi auch keine Besserung zu verschaffen schien, hab ich das ziemlich unverzüglich wieder abgebrochen gehabt.

Auf der Liste, ziemlich an ihrem Ende, war auch Super Paper Mario, der Wii-Ableger. Weil den mein Neffe hatte, in seiner kindlichen Uninformiertheit denkend, es sei ein weiteres Jump n Run wie das New Super Mario Bros. auf dem DS, das er so mochte. Sollte wenig überraschen, dass er mit Super Paper Mario wenig anfangen konnte. Ich hab es mir damals ausgeliehen und jetzt, wo ich mein Wii-Backlog reduzieren wollte, immer noch bei meinen Spielen rumliegend vorgefunden. Und den Mario RPGs durch es eine letzte Chance eingeräumt.

Muss ich jetzt einen Storyabriss bringen? Eigentlich nicht, oder? Wir wissen doch eigentlich alle, dass die Mario RPGs, all ihrer Wortlastigkeit zum Trotze, nichts Nennenswertes an Story rüberbringen. Die ist halt akzepables Window Dressing, welches dazu führt, unsere diversen Mario-Charaktere, die normalerweise nicht auf der gleichen Seite einer Auseinandersetzung zu finden sind, in die gleiche Gruppe zu bringen, um ein anderes Übel auszuschalten. Der genaue Beweggrund ist eigentlich nicht wichtig und die Handlung sicherlich nicht der Grund, warum man sich diese Spiele zu Gemüte führt.

Was ich an Super Paper Mario auf jeden Fall auch ziemlich interessant fand, ist die Tatsache, dass es gar nicht sonderlich ein RPG ist. Also es ist schon so, dass die Gegner Erfahrungspunkte hinterlassen und die Charaktere dadurch nach und nach aufleveln um marginal ihre Statuswerte zu verbessern. Aber irgendwie wirkt das Ganze im hiesigen Spiel zumindest reichlich aufgesetzt und notdürftig auf ein Jump n Run draufgeklebt.

Die acht Welten würden sich nämlich auch ohne mehr oder weniger genauso spielen. Traditionell wird von links nach rechts in 2D erkundet, um das Ende des Levels zu erreichen. Wobei eventuell auch mal nen Schlüssel oder Schlüsselersatz gefunden werden muss, um eine verschlossene Türe oder Türersatz zu öffnen, durch welche der Weg zum Ende blockiert ist. Das pro Welt in vier Leveln inklusive einem Boss, auf dessen Kopf gesprungen oder dessen Projektile zurückgeschleudert gehören oder so.

Das besondere Gimmick bei Super Paper Mario ist dann zweifaltig anzutreffen. Zum einen ist das die Tatsache, dass man mehrere Charaktere in der Gruppe hat. Nach und nach werden nämlich auch Peach, Bowser und Luigi angetroffen. Die vergrößern allerdings das Kämpferteam an sich nicht, durch sie entsteht nun lediglich die Entscheidungsmöglichkeit, wen davon man einwechseln will, damit jener alleine durch das Level streift. Inklusive natürlich von Stellen, die nur durch Luigis höheren Sprung oder Peachs Schirmgleitflug oder so überwunden werden können. Doki Doki Mario Bros.2 lässt grüßen. Wären die Level etwas nonlinearer, Super Paper Mario hätte fast was von einem Metroidvania. Oder ein Spiel des Genres Search Action, wie wir prätentiösen Weebs das nennen.

Gimmick Nummero Zwei ist, dass die Stages in Super Paper Mario nicht nur in 2D sind. Mit einem Knopfdruck kann jederzeit ein eine zeitlich begrenzt begehbare 3D-Ansicht gewechselt werden. Erneut ist das fürs Weiterkommen nötig, wenn über einer Reihe von ankommenden Gegnern in 2D nicht Schadensfrei zu kommen ist, in 3D aber einfach links oder rechts der Reihe vorbeigerannt werden kann. Oder sich eine Türe hinter einer Röhre versteckt. Oder eine Röhre hinter einer Türe. Kurz gesagt, wenn in den linearen und normalerweise einfach zu begehenden Leveln aktuell kein Weiterkommen ist, liegt es bestimmt daran, dass irgendwas in der 3D-Ansicht versteckt ist, was die weitere Erkundung ermöglicht.

Es gibt einige Dinge, die mich während des Spieles von Super Paper Mario immer mal wieder gestört haben. Zum einen muss zwischen Charakteren und Pixels für die entsprechenden Fähigkeiten etwas häufig gewechselt werden, was immer den Spielfluss komplett zum Halten bringt, um dafür ins Menü zu gehen. Außerdem ist die Tiefenperspektive im 3D-Modus unter aller Sau und ich sprang gern mehrmals an Dingen vorbei, bevor ich sie getroffen habe. Hier hat sich seit Super Mario RPG also nichts gebessert. Eine weitere Sache ist, dass mir Super Paper Mario wirklich zu Wortlastig ist. Es ist eigentlich ein simples Unterfangen. Und auch wenn einige Interaktionen durchaus witzig und charmant geschrieben sind, und auch eine simple Märchen-like Story ihre Daseinsberechtigung hat, so hatte es für mich doch nie genug davon zu bieten, um wirklich den Word Count des Spieles zu rechtfertigen. Halbgare Witze und kurze Charmeinlagen gehen auch prägnanter geschrieben. Erneut wird hier das Spiel oft viel zu stark ausgebremst.

Das sind so die Kleinigkeiten. Ein größeres Problem hatte ich mit Welt 3 und Welt 8. Die fand ich beide nämlich ziemlich schrecklich designt. Allgemein kann gesagt werden, dass die Welten in Super Paper Mario an sich etwas auf der generischen Seite sind und bei einem reinen Jump n Run wahrscheinlich viel müdes Gähnen heraufbeschwören würden. Immerhin ist die Thematik schön unterschiedlich. Mal gibt es ein relativ normales Mario-Level, mal befinden wir uns im Weltall, mal ist es eher eine Kampf-Challenge, mal in der Unterwelt mehr Puzzle-lastig. Hier ist es zugegeben schon so, dass Super Paper Mario eben weil es nicht nur ein Jump n Run ist, durchaus Gameplay bieten kann, welches etwas aus den Einschränkungen des Genres ausbricht. Was natürlich gut ist. Welt 3 ist eine Retro-Anbiederung, die so ziemlich ein normales Mario Jump n Run sogar in pixeliger Optik bietet. Und zeigt halt genug die Schwächen, die dadurch kommen, dass Super Paper Mario kein reines darstellt. Ich fand es ermüdend und nervig, mich durch den Quatsch prügeln zu müssen. Welt 8 ist dann das Finale und klar muss sich Zeug zuspitzen, aber mir waren hier zu viele zu nervige Gegner die zu viel Schaden angerichtet haben. Ich hatte schlichtweg keinen Spaß an den beiden Welten. In ihrere Komplettheit.

Was natürlich definitiv der Große Pluspunkt des Spieles ist, ist der Charme, den es versprüht. Witzigerweise gestaltet der sich auch viel durch optische Dinge und eben nicht nur durch die Texte. Ich kann es nur erneut betonen, aber häufig wäre wirklich weniger mehr gewesen was die Worte angeht, und dem Sympathibonus des Spieles in keinster Weise was genommen. Die vielen niedlichen Animationen und Reaktionen der Charaktere und Gegner aufeinander zum Beispiel mochte ich sehr. Aber auch, wie sich die einzelnen Welten beim Betreten erst selbst aufbauen. Hot Take des Tages: Eventuell sogar gar kein Text, sondern die rudimentäre Story komplett durch herzige Pantomieme erzählen wäre mal ein Ansatzversuch für ein Mario RPG.

So kam ich dann also zum Ende des Spieles, das netterweise seine Zeit mit ca. 15 bis 20 Stunden nicht überstrapaziert, sondern dann rum ist, wenn man auch genug von dem Treiben hat. Erneut bleibe ich etwas damit zurück, dass ich die Erfahrung zwar in ihrer Gesamtheit keine schlechte fand und jetzt nicht unbedingt meine investierte Zeit beim Manager zurückfordern will, aber diese Franchise wohl doch tatsächlich nicht ganz so meines ist. Sie klickt halt nicht komplett mit mir. Die Spiele sind ganz süß, aber für mich nicht halb so charmant und witzig, wie viele andere sie zu sehen scheinen. Und das Gameplay ist immer so am Rande etwas langweilig zu sein finde ich.

Deadly Creatures

Auf meinem Weg durch meine Wii-Bibliothek bin ich nun auch zu Deadly Creatures gekommen. Ein Spiel, welches sich noch gar nicht allzu lang in meinem Backlog befindet. Vor zich Ewigkeiten, als ich den ganzen Tag depressiv zu Hause gehockt und Let’s Plays verschlungen habe, landete ich auch bei einem zu diesem Spiel. Ohne Vorwissen dazu geguckt, weil der Inhalt eh egal war, hauptsache Beschallung ist da. Und Deadly Creatures sah tatsächlich überraschend spaßig aus. Seither war es bei mir im Hinterkopf verankert. Erstanden habe ich es für wenige Euro allerdings erst vor zwei Jahren oder so, als eines der letzten Spiele, die ich meiner Wii-Sammlung spontan zugeführt habe.

Deadly Creatures spielt irgendwo in einem der US-Staaten, die voller Wüste und tödlicher Kreaturen sind, in denen ich als Durchschnitts-Alman mir gar nicht vorstellen könnte je leben zu wollen. Als Spieler schlüpfen wir nun in die acht Beine zweier jener krabbelnden Ungetüme: Kapitel-weise abwechselnd entweder eine Tarantel oder ein Skorpion. Die teilweise sogar in den gleichen Gebieten unterwegs sind und aufeinander treffen, aber doch wesentlich anders durch sie hindurch gehen.

Die Tarantel kann zum Beispiel an fast allen Wänden entlangkrabblen, während der Skorpion nur an jenen mit wenig Steillage laufen darf. Sobald sie die entsprechenden Upgrades a la Mega Man durch das Besiegen der richtigen Bosse errungen hat, ist es der Tarantel sogar möglich an Decken zu laufen und sich mit ihren Spinnefäden von einem Netz zum nächsten zu hangeln. Der Skorpion hingegen kann sich durch brüchige Wände und lose Erde graben.

Und so geht es nun durch die einzelnen Kapitel. An Kakteen vorbei, durch Autowracks hindurch. In Höhlensystemen, die von Echsen bewohnt werden. Hinauf in Wespennester. An allen möglichen kreuchenden und fleuchenden Tieren vorbei, die sich einem in den Weg stellen. Zum Großteil andere Insekten und Arachniden natürlich. Der wiederkehrende Antagonist im Hintergrund der Tarantel ist allerdings eine Klapperschlange und beim Skorpion gar ein Mensch, die im jeweiligen Finalkapitel besiegt gehören.

Besiegte Gegner hinterlassen übrigens Punkte, die automatisch neue Kampfmoves freischalten. So darf der Skorpion schon gerne mal ziemlich brutale Finisher auf geschwächte Gegner ausführen, bei dem die Insektensäfte nur so spritzen. Und die Tarantel umgeworfene Gegner bespringen und direkt vampirisch aussaugen. Allgemein fand ich übrigens das Spiel mit dem Skorpion etwas einfacher, da er blocken kann und auch seine Standardkombos stärker und länger sind als bei der Tarantel. Wobei die Gegner teils allerdings etwas unberechenbar sind und mal kaum angreifen und dann wieder ziemlich fies reagieren.

Wenig überraschend wird das natürlich über Motion Controls gesteuert. Glücklicherweise nicht die Standard-Attacken, die schon auf die normalen Buttons gelegt sind. Aber einige nützliche Moves wie der Spin, die Finisher und einige cinematischere Einlagen in den Bosskämpfen müssen gefuchtelt werden. Hier ist das Spiel immerhin so nett nicht sonderlich präzise Eingaben zu fordern, sondern einem reichlich Zeit zu lassen. Ich hatte über den normalen Spielverlauf jedenfalls kaum Probleme damit, auch wenn nicht alles beim ersten Versuch hingehauen hat. Nervig waren tatsächlich nur die finalen Kämpfe gegen die Klapperschlange und den Menschen, die ein QTE-Fest sind und es zu einfach ist zu sterben, sobald man mal daneben langt.

Was auf jeden Fall ganz cool war, war schon die Welt an sich. So teilweise ordinäre Dinge wie Kakteen und Felsbrocken oder liegengelassenen Müll aus der Mikroansicht eines Krabbeltieres zu sehen, hatte schon was an sich. Zumal die Fortbewegung an Wänden und Decken entlang da auch ganz kreative Perspektiven zulässt. Netterweise hat das Spiel auch die Möglichkeit, sich einen Pfeil in die Richtung des Zieles eines Stages einblenden zu lassen. Dadurch wird eben auch diese ganze vertikale Fortbewegung nur selten desorientierend. Leute mit Motion Sickness sollte sich allerdings darauf einstellen eventuell nicht viele Kapitel am Stück zu spielen, weil die ständige Kamerabewegung eben durch diese ständig sich ändernde Sichtweise der fast 360°-Forbewegung mancher Level sich jene zumindest bei mir nach einer Weile meldete. Also nicht extrem schlimm, aber ich würde keine 2 Stunden am Stück spielen. Das Spiel dauert eh nur circa 6 an.

Übirgens kann jedes Level nach Beendigung separat erneut gespielt werden. Auf jedem der drei vorhandenen Schwierigkeitsgrade. Beispielsweise wenn man verpasste von den wortwörtlich hunderten Maden-Collectibles einsammeln will, die dutzendfach in ihnen versteckt sind. Beziehungsweise teils auch einfach offen rumliegen. Die schalten übrigens zusätzliche Galerien frei, in denen sich teilweise wesentlich schönere Cover-Entführe als die finale Version finden lassen. Mein Favorit ist der ikonisierte Totenschädel, der Tarantel und Skorpion beinhaltet. Auch gibt es hier richtig geiles Concept Art, das sich als Poster und für Metal-Alben richtig geil machen würde und natürlich im rudimentären Wii-3D so nicht enstprechend wiedergegeben werden konnte.

Zuguterletzt möchte ich allerdings nicht verheimlichen, dass das Spiel manchmal etwas glitchy ist. Wie gesagt reagieren die Gegner manchmal gar nicht. Auch bewegen sie sich im Kampf stellenweise in Teile des Stages, die für die eigene Spielfigur out of bounds ist. Sprich man kann sie dort nicht attackieren, sie einen aber schon. Die Kamera hat sich ein paar mal an der Geometrie festgehängt statt mir zu folgen. Und ein oder zwei mal ist es beim Reinladen des nächsten Stage-Teiles geschehen, dass sich das Spiel aufgehängt hat, mit Softlock durch welches ich die ganze Wii neustarten musste. Überraschend fand ich nichts davon einen Dealbreaker, weil es sich recht einfach revidieren lässt beziehungsweise Speicherpunkte oft nur wenige Minuten voneinander entfernt sind.

Es fehlt dem Spiel also an Feinschliff. Dem ist definitiv so. Ich kann es nicht bestreiten. Ich würde warhscheinlich Deadly Creatures auch nie herausholen, wenn jemand ein total übersehenes Kleinod von einem Megaspiel wissen will. Aber wenn es um ganz interessante und spaßige übersehen Spiele geht? Doch, dann würde mir Deadly Creatures schon in den Kopf kommen. Denn ich fand es tatsächlich eine sehr nette kurze Reise mit einem coolen Konzept durch die mittelamerikanische Wüste. Und das als Arachnophobiker.

Another Code R

Another Code R: A Journey into Lost Memories für die Wii ist wenig überraschend das Sequel zu Another Code: Two Memories auf dem DS. Eines der berühmten Cing-Adventures, auch wenn das Sequel ob des Fehlens eines nordamerikanischen Releases gleich eine ganze Ecke weniger besprochen wird. Wir hier in Europa hatten mehr Glück und bekamen das Spiel damals.

Persönlich muss ich ja zugeben so gut wie nichts mehr aus dem vorigen Spiel gewusst zu haben. Das stellt sich allerdings nicht als super nachträglich heraus, da das Sequel die wenig nötigen Dinge mit der Zeit erwähnt. Man muss sich also keine Sorgen machen, gegebenenfalls nicht mitzukommen, auch wenn ein paar Erklärungen eventuell etwas verspätet eintreffen. Was das Another-System beispielsweise noch mal war.

Jedenfalls sind zwei Jahre vergangen und Ashley wurde von ihrem im Vorgänger endlich aufgefundenen Vater wieder etwas im Stich gelassen. Zumindest empfindet sie das so, da er sie bei der Tante untergebracht hat und seither für eine Firma am Lake Juliet seine Freizeit opfert. Um dann doch etwas Bindung aufrecht zu erhalten, hat er Ash jedoch zu einem Camping-Tripp während der Sommerferien eingeladen. Ashley ist da nicht so begeistert von, denn eigentlich wollte sie fürs Battle of the Bands proben und als sie ankommt muss ihr Vater sie prompt wegen weiterer Arbeit ständig vertrösten.

Einfach wieder nach Hause fahren kann Ash allerdings auch nicht, denn bei der Ankunft wurde ihr Koffer geraubt. Als ihr dann auch noch nach und nach Erinnerungen zu einem Ausflug als kleines Kind mit ihrere Mutter an den Lake Juliet kommen, und die Firma, für die der Vater arbeitet, das Another-System weiterentwickelt, ist ihre Neugier geweckt.

Auf dem Cover des Spieles prangt ein Siegel, welches uns die helfenden Worte „Ein bewegender interaktiver Roman“ offeriert. Die Adventure Games von Cing sind ja häufig sehr Textlastig, aber Another Code R als Visual Novel mit kurz eingestreuten Rätseln zu bezeichnen, kommt der Realität schon sehr nahe. Die meiste Zeit wird der Spieler nämlich damit verbringen, Ashley von einem Gespräch mit einem NPC zur nächsten Erklärbar-Szene zu manövrieren und wieder zurück. Im Spiel geht es wesentlich mehr um die Handlung denn die Puzzle, dem sollte sich vorher eindeutig bewusst sein.

Die Handlung an sich mag dabei nicht jedermanns Sache sein. Ehrlich gesagt fand ich die eigentliche Hauptgeschichte um das Mysterium des Another-Systems und was Ashs Mutter damals mit ihr beim See wollte, gar nicht so sonderlich die interessanteste Komponente. Häufig wirkt es fast mehr wie der Aufhänger und kommt eh erst gegen Spielende so richtig ins Rollen. Was ich wesentlich interessanter fand, waren die Einzelschicksale der Nebencharaktere, die Ash auf ihrem Tripp trifft. Familienprobleme sind hier beispielsweise eine sich durchziehende Komponente. Nicht nur krieselt es bei Ash und ihrem Vater. Nein auch ein anderes Teenie-Mädel, welches meist eine ziemlich nervige Zicke ist, ist so, weil sie Probleme mit ihrem Vater hat und deswegen aus der Reihe tanzt. Eine ältere Dame hat ihre Tochter an einen jungen Verehrer verloren, mit dem sie durchgebrannt ist. Zerrütette Familienverhältnisse und wieder zueinander finden zu können, machen stark den Subtext bei fast allen Charakteren aus.

Das führt allerdings auch dazu, dass Another Code R sich eher träge gestaltet. Eben weil das Augenmerk nicht auf einer schnell durchgezogenen Haupthandlung steht, sondern es darum geht das Städtchen und die Einwohner um Lake Juliet herum zu erforschen und kennenzulernen. Da mäandert das Spiel schon bewusst gern mal lange vor sich hin, bevor was von wirklicher scheinbarer Wichtigkeit geschieht. Wie gesagt mochte ich diese Substories eigentlich mehr als die Haupthandlung, von daher störte mich das nicht. Andere mögen das aber stark anders sehen. Die Aufmachung in ausgewaschenen Farbtönen und mit einem Bilderbuchcharme der Scene Transitions, plus Deadly Premontion like Cutins für Charaktervorstellungen (selbst des Hundes) unterstüzten diese bedächtige Herangehensweise und gemächliche Atmosphäre auf jeden Fall gut.

In sehr regelmäßigen Abständen wird die ganze Leserei dann doch von einem Puzzle unterbrochen, damit der Spieler wieder aus dem Scheinschlaf aufwachen muss. Tatsächlich kommt das Gefühl häufiger auf dem Spieler einfach irgendwas zu tun geben zu wollen. Denn der Großteil der Rätsel kann eigentlich nicht Rätsel genannt werden. Sie sind super einfach und oft genug sagt das Spiel sogar direkt, was es von einem will. Es geht dann nur noch darum, die Handgriffe per Motion Controls noch manuell auszuführen. Die übrigens gewohnt mal besser und mal schlechter funktionieren, je nachdem, wie genau der Input sein soll. Ein paar Rätsel verdienen dann aber doch ihren Namen und sind etwas kniffliger. Wobei ich behaupten möchte, dass es schwerer ist, auf ihre Lösung zu kommen, weil die ganzen einfachen fast selbst gelösten Puzzle dazu führen, dass man aufhört um Ecken zu denken. Wenn dann doch mal ne Biegung drin ist, kommt man nicht sofort drauf. Ein gutes Beispiel ist das mit den Waagschalen. Eigentlich kein schweres Puzzle. Aber dadurch erschwert, dass ein Ersatz-Gewicht von woanders zweckentfremdet benutzt werden muss. Etwas, woran ich zunächst gar nicht dachte, weil bisher eigentlich immer alle zur Lösung nötigen Gegenstände auch direkt in unmittelbarer Nähe zu finden waren. Unlösbar ist hier allerdings nichts, manchmal muss halt nur nach den ganzen Hirnlosen Treiben das Köpfchen wieder angeworfen werden, bevor es läuft.

Von daher würde ich sagen, dass um eine gute Zeit mit Another Code R verbringen zu können, keinesfalls an das Spiel im Sinne eines Point and Click Adventure Games herangegangen werden sollte. Trotz Rätsel wird man von der Komponente sicherlich nicht befriedigt werden. Stattdessen auf das Cover hören und einen interaktiven Roman erwarten, und man ist schon eher auf der richtigen Spur. Dann muss allerdings noch ein Faible für langsame und weitestgehend unaufgeregte Geschichten vorhanden sein. Ist all dies gegeben, verbringt sich mit Another Code R allerdings eine ganz nette entschleunigte Spielzeit.

Hallowiin: Castlevania Judgment

Castlevania ist sicherlich kein neues Gesicht hier im Blog, immerhin haben wir einen Großteil der Metroidvanias bereits besprochen. Aber neben jenen Teilen, die eh jeder kennt, gab es auch bereits in vorigen Oktober-Monaten das PSX-Remake des X68k Remakes des ersten Teiles, sowie das Spinoff Kid Dracula. Auch diesen Oktober werden wir uns einem Eintrag in der Franchise widmen, auf welchen die Sprache nicht ganz so häufig kommt.

2008 bis 2010 waren merwürdige Jahre in der Castlevania-Franchise. Mit Order of Ecclesia war das neueste Handheld-Metroidvania erschienen, mit Castlevania Chronicles X einer der beliebtesten klassischen Teile neu aufgelegt worden. Und doch war irgendwas komisch im Hause Castlevania. IGA selbst beispielsweise, der sich seit Symphony of the Night an die Spitze des Castlevania-Teams gearbeitet hatte, fing an ein Fighting Game Spinoff für die Wii zu produzieren. Das von niemandem gemochte The Castlevania Adventure sollte in Konamis ReBirth-Line der WiiWare aufgenommen werden. Mit Harmony of Despair erschien ein Multiplayer-Schnetzler, der komplett aus Art Assets voriger Teile zusammenge-frankensteint war. Und letztendlich gab Konami die Schirmherrschaft der Franchise an den Westen ab, auf das die es mit dem kurzlebigen Lords of Shadows Reboot endlich mit modernen Action Games auf großer Konsole aufschließen lassen würden.

Crossover-Spinoffs sind sicherlich nicht selten, und Crossover in Fighting Games schon lange nicht. Gerade zu jener Zeit blühte der Markt dafür die Charaktere eines Firmen-Universums zusammenkommen zu lassen. Sei es nun Namco Bandais Tales Franchise, oder bei Falcom Ys auf Legend of Heroes treffen zu lassen, oder das für SquareEnix durchaus gut laufenden Dissidia. Unter jenem Stern ist es definitiv nicht unglaublich befremdlich, dass sich Konami dazu entschied, diverse Charakter aus der illustren Castlevania-Linie gegeneinander antreten zu lassen. Dass IGA statt den nächsten richtigen Teil zu produzieren allerdings hinter diesem schnöden Spinoff stand, und dass dies eines der letzten japanischen Produkte in die Franchise werden sollte, ist das merkwürdige daran.

Und sicherlich auch derjenige Aspekt, der jedem sofort ins Auge springt: Die Charakterdesigns. Denn Takeshi Obata, bekannt durch seine Manga Death Note und Bakuman, wurde dazu verpflichtet, sie alle auf eine Linie zu bringen. Das Resultat ist eine Riege aus Charakteren, von denen man bei den meisten nicht wüsste, wer das sein soll, wenn der Name nicht dran stehen würde. Die Belmonts haben jetzt beispielsweise einen Lederfetisch, und Simon dunkelrote Tattoos über seinen hauptsächlich entblößten Oberkörper laufen, während Tervor ein mit Gürteln und Nieten besprenkelter Leather Daddy ist. Maria hat die Tauben gegen eine weiße Eule ausgetauscht und schaut mehr wie die Goth-Loli-Interpretation eines Kindgom Hearts Charakers aus. Death als wäre er ein Bossgegner aus .hack//. Cornell ist permanent in seiner Werwolf-Form gefangen und hat sich viele metallische Accessoires angezogen, die ihn mehr wie einen Roboter wirken lassen. Carmilla ist es leid nackt auf einem Totenschädel herumzufliegen, und macht stattdessen auf Hardcore Domina.

Die Auswahl an Kämpfercharakteren zeigt einem dabei übrigens ziemlich gut, dass der Großteil an Protagonisten in der Franchise entweder um sich peitschende Belmont-Männer oder blasse Halbvampire bzw. so aussehende Jünglinge sind. Denn um etwas interessante Diversität in den Cast zu bringen, muss man schon teilweise scheinbar etwas weiter ausholen. Auch wenn dennoch ein paar der Wahlen etwas merkwürdig sind. Simon ist klar, der ist der allererste Belmont, den man je steuern konnte. Alucard auch, als beliebtestes Aushängeschild der Franchise. Death und Dracula als Mainstays, die durchaus auch optisch anders sind, ebenso. Aber Cornell, der die N64-Teile repräsentiert, hat es wohl hauptsächlich geschafft, weil er einer der wenigen nicht humanoiden Charaktere der Serie ist. Trevor ist nun ein schräger Voldo, um mehr optische Variation reinzukriegen, und das Bossmonster Golem hat es auch irgendwie hierher verschlagen, wobei seine Rolle von Franksteins Monster hätte gefüllt werden können. Besonders merkwürdig ist allerdings, dass IGA keinen einzigen Charakter involviert, der aus einem von ihm produzierten Spiel stammt. Kein einziges der Metroidvanias, oder überhaupt ein Handheld-Teil. Keine seiner zwei PS2-Einträge. Mit der einzigen Ausnahme Shanoa, und die ist sicherlich nur hier, weil Ecclesia der aktuellste Teil war, mit dem es eine Crossplattform-Verbindung gibt. Dafür beweist IGA mal wieder, dass Castlevania III sein liebster Teil ist, denn alle vier Protagonisten aus dem Spiel haben es hierher geschafft: Trevor Belmont, Sypha, Grant und Alucard. Und Trevor ist der finale Gegner in Draculas Story Mode.

Allerdings muss ich sagen, dass mir die Präsentation von Castlevania Judgment schon gefallen hat. Ich find die Redesigns alle sehr ansehnlich, wenn man sich daran gewöhnt hat, wie super Anime sie nun eben einfach daher kommen. Vielleicht abgesehen von Eric, der zwar das normalste Kostüm trägt, dessen überdesignter Speer allerdings dadurch umso mehr sauer heraussticht. Ich zumindest habe bei den Designs kein Problem mit den vielen Verzierungen, mit den vielen metallischen Accessoires, oder mit dem Boob Jiggle. Das Opening bringt einen so richtig in Stimmung dahin, sich in den ebenfalls ansehnlichen Stages eines aufs Maul zu geben. Die Spezialattacken sind zum jeweiligen Charakter passend und meist cool: Dracula wirft dem Gegner eine Supernova entgegen, Carmilla sperrt sie in eine Eiserne Jungfrau, Maria fällt auf die Schnauze und lässt ihre coole Eule die Drecksarbeit machen. Es ist interessant das jeder Charakter einen besonderen Satz hat, wenn er auf Dracula trifft. Die Remixes der Castlevania-Mucke sind alle super eingängig. Von der audiovisuellen Präsentation bin ich voll und ganz überzeugt.

Vom Kämpferischen her eher nicht ganz, und das sehr wohl mit Classic Controller unter anständigem Steuerungsschema gespielt statt mit Wiimote. Die Sache ist die, normalerweise hat das Spiel schon einiges zu bieten, ohne allzu komplex zu werden. Charaktere haben nicht allzu viele Schlagkombinationen, aber dafür besagte Spezialattacke wenn aufgeladen, es gibt Umgebungsschaden in gewissen Arealen wie Lava oder Bodenstachel, ein Ring Out wenn man durch das Bleiglasfenster der Kapelle oder die Reling des Schiffes geschlagen wird, und zudem in den zerstörbaren Objekten Subwaffen und die für ihre Nutzung nötigen Herzen, mit denen sich Gegner eher in ihrer Kombo unterbrechen lassen, anstatt dass sie wirklich allzu viel Schaden machen. Allerdings hatte ich durchgängig das Gefühl nie so komplett die Kontrolle über den Kampf zu haben. Charaktere sind unglaublich schnell und katapultieren gerne über das halbe Spielfeld, wodurch ich es sowohl mehr als schwer fand auf die Aktionen des Gegners rechtzeitig zu reagieren, als auch komplett die Kontrolle über den eigenen Charakter zu haben, der lieber wie ein Flummi über den Bildschirm gehüpft ist. Zudem scheinen die Spielfiguren den Hang dazu zu haben, sich automatisch in die Richtung des nächsten Zieles zu bewegen, was aber nicht der Gegner sondern auch eines der zerstörbaren Objekte sein kann. Und dann ist die Kamera auch noch wild am Schwenken, was das Unterfangen zwar cineastisch, aber nicht übersichtlicher macht. Und wenn es eine Sache gibt, die mich schneller einem Spiel gegenüber abkühlen lässt, als hundsmiserabel darin zu sein, dann ist es das Gefühl, dass diese Tatsache und damit auch mich zu verbessern nicht voll unter meiner Kontrolle liegt.

Das ist etwas merkwüridg, denn Eighting, die das Spiel mit Konami produziert haben, haben durchaus Erfahrung in Sachen Fighting Game, immerhin waren die auch an Serien wie Bloody Roar, Marvel vs Capcom oder sogar ebenfalls auf der Wii an Tatsunoko vs Capcom beteiligt. Vielleicht sind die eher cineastischen vs praktikablen Entscheidungen doch durch IGA entschieden worden.

Wer will kann Castlevania Judgment übrigens für eine ganze Weile spielen. Hauptstück ist natürlich der Story Modus, in dem 13 Charaktere sich durch gut ein Dutzend andere prügeln, von denen nur ca. jeder dritte auch eine Story-Verbindung aufweist. Zunächst sind hier nur Alucard und Simon freigeschaltet, der Rest kommt wenn man jeweils das Ende des Storymodus dieser erreicht hat. Ist das bei allen geschehen, wird übrigens True Story Mode freigeschaltet, bei dem man alle Kämpfe erneut von vorn mit jedem Charakter bestreiten kann, plus zwei neue Bosskämpfe ans Ende gestellt bekommt. Nur so wird Charakter Aeon freigeschaltet, der dahintersteckt alle Castlevania-Charakter in einen Zeitriss versammelt zu haben. Die Story ist dabei erwartungsgemäß etwas, was sich innerhalb eines Satzes pro Charaker zusammenfassen lässt. Cornell will seinen Fluch loswerden, Golem philosophiert über Menschlichkeit, Maria hätte gern große Titten.

Im Arcade und Versus Mode wird sich jeweils unabhängig von jenem repetitiven Gelaber entweder gegen den Computer oder einen anderen menschlichen Gegner geprügelt. In Survival geht es darum so lange durchzuhalten, wie möglich, oder bis 100 Kämpfe am Stück bestanden sind. Im Castle Mode hingegen werden knappe dreißig Räume des Schlosses umkämpft, wobei es jeweils gewisse Gewinnkonditionen gibt wie den Gegner mit einer Subwaffe umzubringen, oder das Stage-Gimmick zu aktivieren etc.

Damit sich das alles auch zweifelhaft lohnt, gibt es übrigens fast 100 Accessoires, die hiermit nach und nach freigeschaltet werden, und genutzt werden dürfen, um die Charaktere so cool oder dämlich wie möglich aussehen zu lassen. Deswegen auch 4 Kostüme jeweils zur Auswahl, obwohl es zunächst nur nach 2 aussieht, Kostüm 3 und 4 sind jeweils die ersten beiden erneut, aber mit den gegebenen Accessoires. Wobei es schon etwas schade ist, dass kein Platz für ein Kostüm im etwas traditionelleren Look des Charakters war, sondern man nur eine Farbvariation bekommt. Ähnlich wie in Lightning Returns ist Dressup zu spielen jedenfalls kurzweiliger unterhaltend, als das Hauptspiel an sich.

Casltevania Judgment war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich bin mit nicht sehr hohen Erwartungen rang gegangen, da es eine miese Reputation hat. Nachdem ich es dann live auf dem Bildschirm sah, war ich sogar etwas gehyped. Nach dem ersten Anspielen dann aber ziemlich enttäuscht. Mit der Zeit und etwas einspielen hat sich das zwar ein Stück weit gelegt, aber richtig warm werden konnte ich mit dem Spiel nie.

Hallowiin: ObsCure II

Mit Obscure II befand sich das für Alone in the Dark (2008, SD) verantwortliche Hydravision auf eigenem Territorium. Das erste Spiel für PS2, PC und Xbox war immerhin deren erster Wurf, und so folgte wenige Jahre später der Nachfolger für PS2, PC und später auch Wii und PSP. Man kann also nicht behaupten, dass sie nicht versucht haben alle Märkte abzudecken. Leider kommt allerdings auch Obscure II in seiner Wii-Version mit erzwungenen Motion Conttrols, obwohl es ja für die anderen Konsolen ein brauchbares Steuerungsschema gibt, und ist ein ziemlich suboptimales Spielerlebnis geworden.

Die Handlung ist erneut Blödsinn, allerdings habe ich diesmal das Gefühl, dass dies so gewollt ist. Obscure II ist stark inspiriert von B-Movies, gerade dämlichen Teen-Horror. Deswegen sind beispielsweise schon mal alle Charaktere absolute Stereotypen vom dümmlich-starken Footballer, der smarten Asiatin, dem unwitzigen Sprücheklopfer, oder Kerl mit krimineller Vergangenheit. Es dauert ungefähr fünf Minuten ins Spiel, bis die Kids bereits eine komische Blume geraucht haben, in einer Silent-Hill-Traumsequenz landeten, und anschließend auf einem von Monstern überranntem Campus aufwachen. Obscure II kennt das Wort „Verschnaufpause“ nicht, sondern es startet sofort voll durch und wird keine Zeit verstreichen lassen, um irgendwas auch auf einen wirken zu lassen, sondern es kommt schon das nächste Monster durch eine Wand gebrochen oder der nächste hahnebüchere Plotpunkt wird offeriert. Das funktioniert natürlich weniger, wenn das Spiel dann anfängt einen Charakter nach dem anderen dramatisch umzubringen, weil sie einem weder nahe waren, und das Spiel auch schon direkt weiter hechtet. Die Charaktere werden auch nie ihr Maul halten können, sondern ständig dumme Sprüche klopfen und sich gegenseitig auf den Zeiger gehen, und ehrlich gesagt blendet man das irgendwann deswegen weitestgehend aus – wobei dem Spiel zugutegehalten werden muss, dass wenn man sich eine Weile in einem Areal aufhält, die Charaktere anfangen Hints dazu zu geben, was sie meinen was hier erledigt werden muss, um weiterzukommen.

Aber so als dämliche Gaudi könnte das Spiel die meiste Zeit über durchaus herhalten, gerade wenn es nicht alleine erfahren wird, sondern jemand mit einem im Raum ist. Das ist ja auch die große Besonderheit, welche die Franchise ausmacht: Obscure und Obscure II boten bereits auf der PS2 einen Multiplayer an. Man wird jederzeit mit zwei Charakteren durch die Areale streichen, und statt einen davon von der KI übernehmen zu lassen, kann eben auch jederzeit ein echter Mensch reinspringen. Vielleicht hat man sich schon alleine deswegen entschieden in Obscure II mehr auf den Putz zu hauen, statt atmosphärischen Horror zu bieten, denn es wird sowieso viel schwerer, jemanden das Gruseln zu lehren, wenn derjenige mit dem besten Kumpel zusammen auf der Couch sitzt, statt ein Spiel alleine im Dunkeln zocken zu müssen.

Ich habe gar keine Couch und musste deswegen allein spielen. Zu den dann computergesteuerten Charakteren kann ich sagen, dass sie brauchbar sind, solange man weiß, was man ihnen ins Inventar steckt. Heilgegenstände benutzen sie sowieso nicht von sich aus, da muss also keine Verschwendung erwartet werden. Munition von Schusswaffen benutzen sie halt sehr freigiebig, weswegen ich ihnen meist einen Baseballschläger in die Hand drückte, für kniffligere Situationen auch noch die normale Pistole, die besseren Waffen wie Schrotflinte etc. nur bei einem der wenigen Bosskämpfe im Spiel. Witzigerweise ist die KI ein viel besserer Schütze als ich gewesen.

Das liegt erneut am Kontrollschema, welches auf der Wii eine Bewegungssteuerung erzwingt, statt alternativ auch schlichtweg das PS2-Steuerungsschema auf den Classic Controller zu erlauben. Das hat schon beim Schießen ein paar umständilche Auswüchse. Grundsätzlich muss Z gehalten werden, um in den Kampfmodus zu wechseln – auch bei Nahkampfwaffen, um sie mit Wiimote-Fuchtelei zu schwingen. Bei Schusswaffen jetzt allerdings den Pointer der Wiimote auch noch auf das Monster richten, mit A das Ziel festlegen, und erst dann kann mit B gefeuert werden. Das setzt natürlich schon alleine voraus, dass der Gegner bereits im Sichtfeld aufgetaucht ist, denn ein wenig mag sich die Kamera (erneut umständlich durch den Wiimote-Pointer) bewegen lassen, doch essentiell hat man es mit vorbestimmten Kameraperspektiven zu tun. Der Gegner ist eventuell also schon näher, als das bei Schusswaffen der Sinn und Zweck dahinter ist. Einfach mit einem Knopfdruck automatisch aniviseren und mit einem anderen Schießen geht da definitiv schneller. Und vor allem so, dass sich besser während des Schießens auch noch bewegt werden kann, um Attacken auzuweichen. In der Wii-Version jedenfalls habe ich von so gut wie jedem Gegner ein paar Schläge einstecken müssen, bevor ich ihn besiegt hatte, wenn ich nicht statt zu kämpfen vor ihnen geflohen bin.

Dazu hat Obscure II sich auch von Resident Evil 4 die Distribution der Gegenstände abgeschaut, und gibt sie einem nur dann, wenn es sie für notwendig hält. RE4 ist natürlich schon ein ziemliches Action-Spektakel gewesen, was entsprechend viel Munition benötigte, so dass regelmäßig neue gefunden werden musste. Und vor allem hat RE4 nicht nur Sachen nicht gespawned, wenn man sie nicht brauchte, sondern teilweise auch mehr als den Standard, wenn man zu viel verbrauchte. Obscure II ist vom Design her ein traditionelleres Survival Horror, es gibt also wesentlich weniger Gegnerauseinandersetzungen und kleinere Gruppen zu bekämpfen. Was bedeutet, dass es natürlich von sich aus schon weniger Gegenstände aufzufinden gibt, weil einfach nicht so viele benötigt werden. Ist dann auch so, dass sobald man mehr als einen Extra-Clip an Munition für eine Waffe hat, keine weitere mehr spawned (abgesehen von kurz von einem Boss vielleicht). Ich jedenfalls fühlte mich die ganze Zeit über unterequipped, was dazu führte, dass ich die Waffen weniger nutzte, was erneut dazu führte, dass weiterhin nichts für sie gefunden wurde. Außerdem scheint Obscure II generell nie mehr als Standard zu geben, wenn man wirklich total auf Null rumläuft, sondern nur Item-Spawns wegzunehmen, wenn es meint man hätte schon zu viel.

Obwohl es im Spiel übrigens viele Charaktere gibt, und manchmal davon auch mehrere Gruppen zusammenkommen, ist es immer vorbestimmt, welche 2er-Truppe ins nächste Gebiet genommen werden muss. Denn jeder Charakter hat eine besondere Fähigkeit. Footballer Sven kann schwere Objekte bewegen, Akrobat Corry Kletteraktionen vollführen, Nerd Mei sich in Sicherheitssysteme hacken, Bombshell Amy Zeitung lesen (ernsthat, es nennt sich Decrypting, aber letztendlich fügt sie nur Schnipsel zusammen, und liest sie dann vor). Es wäre sicher interessant gewesen, wenn es verschiedene Wege durchs Spiel gäbe, je nachdem wen man im Team hat, oder ob einem schon Charaktere davon gestorben sind. Stattdessen hat man das Problem alle für den Notfall ihres Einsatzes geheilt zu lassen, und sich zu ärgern, wenn man einem davon gerade ein Medkit gab, nur damit derjenige in der nächsten FMV stirbt und aus dem Spiel ausscheidet.

Immerhin sind die Speicherpunkte sehr kulant gesetzt. Das liegt wohl daran, dass in der ursprünglichen Version für PS2/PC jeder davon nur einmalig genutzt werden konnte. Entsprechend ist das Spiel darum designt und es wird in der Regel nur ein paar Räume mit ein oder zwei Gegnervorkommen und einem Puzzle geben, und hat nach spätestens 15 Minuten Spielzeit den nächsten Speicherpunkt vor sich. In der ein Jahr später erschienenen Wii-Version ist das sowieso hinfällig, denn nun können Speicherpunkte wiederverwendet werden. Obwohl die Spielanleitung immer noch behauptet, dies wäre nicht der Fall.

Während die Ingame Grafik übrigens (für ein PS2-Spiel) gut aussieht, wenn auch das Design an sich ziemlich spröde ist, so sehen die FMVs absolut scheußlich aus. Das sind Plastikfiguren mit unnatürlichen Bewegungsabläufen, wie ich sie auf der ersten PlayStation erwarten würde. Nach den Ending Credits übrigens schön brav sitzen bleiben, denn in all seinem merkwürdigen Irrsinn geht Obscure II anschließend schlichtweg noch Mal für fast eine Stunde und einem weiteren Endboss weiter, bevor es erneut und diesmal entgültig die Credits rollt.

Vom Design her wäre Obscure II eigentlich ein absolut mittelmäßiger Standard-Survival-Horror, der gnadenlos im Genrepool auf der PS2 untergehen würde, wäre da nicht der Coop und die absolute irrsinnige B-Horror-Fahrt, den die Story abliefert. Leider ist es so, dass dies weniger amüsiert und unterhält, als häufig einfach nervt. Die Charaktere gehen einem auf den Zeiger, die Gegner wirken oft unfair platziert, das Spiel hält einen ständig an Munition an der super kurzen Leine, die Bewegungssteuerung hakt immer mal wieder. Es ist kein absolut kaputtes Durcheinander wie Alone in the Dark auf der Wii war, aber Begeisterung meinerseits sieht ehrlich gesagt auch anders aus.

Hallowiin: Alone in the Dark (2008)

Reboots sind keine neue Erfindung. Das 2001er Alone in the Dark: The New Nightmare war beispielsweise eine Neuversuch die ehemals erfolgreiche Survival-Horror-Vorreiter Franchise aus dem Dunkel der Vergessenheit geholt werden sollte. Funktionierte nicht, und so brachte Atari 2008 mit dem schlichtweg als Alone in the Dark betitelten Spiel die Serie auf alle damals relevanten Platformen. Wobei die PlayStation 2 und Wii dank der durch die Obscure-Reihe bekannten Hydravision zustande kamen, während die Version für die HD-Konsolen davon unabhängig produziert wurde.

Letzes Jahr in den Hallowiin-Wochen hatte ich ja gerschrieben, dass meine Erwartungshaltung an Wii-Horror nicht so hoch war. Von den Resident Ewiils natürlich mal abgesehen. Die restlichen Spiele haben da nicht unbedingt den besten Ruf. War dann aber doch etwas überrascht, weil die doch alle wenn auch nicht überragend, so doch wenigstens kompetent gemacht waren, und sich auch ganz gut um die Motion-Control-Gimmicks zu bauen wussten. Alone in the Dark 2008 hingegen ist die Art von Spiel, die ich damals erwartete.

Die Handlung an sich ist schon ein unglaubliches Durcheinander. Nachdem wir ein paar Mal blinzeln durften, erwacht also der unter Amnesie leidende Edward Carnby in einem Wolkenkratzer, der bald von dunklen Rissen heimgesucht werden wird, welche Menschen verschlingen. Aus denen entspringen glaube ich auch die Monster, so ganz klar war das nicht. Irgendwann finden wir dann heraus, dass der hiesige Edward Carnby zwar mehr wie der aus The New Nightmare aussieht, aber doch der 1930er-Carnby aus der ursprünglichen Trilogie sein soll. Irgendwie ist der Stein der Weisen wichtig. Kein Plan, man schlägt sich irgendwie so durch die abgehackten zehn Kapitel, bekommt immer mal wieder Versatzstücke an wirrer Exposition von Charakteren entgegengeworfen. Und am Ende darf ein von zwei Enden eingeleitet werden, die beide keinen Sinn machen. Hier hat wohl jemand eine kurze Zusammenfassung der eigentlichen Story verfasst, dazwischen versehentlich Absätze gelöscht, und dies Hydravision geschickt, die dies 1:1 so ins Spiel umgesetzt haben.

Da turnt man in der einen Episode noch außen an einem Wolkenkratzer entlang, fährt in der nächsten durch die Straßenschluchten vor den Rissen davon, muss im Central Park das Museum unsicher machen, oder ist plötzlich in der Kanalisation, der U-Bahn oder einem unterirdischen Tempel anzutreffen. Es ist immer klar, wie man von Ort A nach B gekommen ist. Nur das warum ist wieder so eine Sache, die häufig eher vage bleibt.

Alone in the Dark möchte sich dabei wie die DVD einer Serie gebaren. So ist es beispielsweise gar nicht nötig, jede der Episoden wirklich selbst zu spielen, sondern es gibt einen Menüpunkt, unter dem alle Episoden und die drei bis vier Szenen, in die sie unterteilt sind, direkt angesteuert werden können. Inklusive „Previously on“-Zusammenfassung wie in Resident Evil: Revelations dessen, was vorher gerade geschehen ist – nicht das diese mehr Licht ins Dunkel der fragmentierten Handlung bringen würden. Eine Option, die ich dennoch abslut begrüße.

Genau genommen könnte das Spiel unglaublich schnell beendet sein. Jede dieser Szenen, in welche die Episoden unterteilt sind, bieten im Schnitt vielleicht 5 Minuten an Gameplay, wenn man genau weiß, was zu tun ist. „Wenn“ ist hier das operative Wort. Das Spiel hat keinerlei manuellen Speicherpunkte, sondern setzt einen Auto-Save ans Ende jeder dieser Szenen, sprich drei bis vier pro Episode. Wer irgendo dazwischen scheitert, darf von vorn beginnen. Abgesehen davon, dass es, obwohl das Spiel ungalublich linear und Areale sehr eingeschränkt sind, gern mal etwas dauert, bis man herausklamüsert hat, was das Spiel jetzt genau von einem will, oder wo es jetzt ganz genau lang geht, statt von Kniehohen Zäunen und Schutt aufgehalten zu werden. Das Spiel kontrolliert sich nämlich nicht immer so gut. Da stürzt einem Carnby auch schon gerne Mal in einen Abrund, statt die nächste Platform zu erreichen, oder man sieht die gewünschten Interaktionspunkte schon gar nicht, egal ob man nun in den 3rd- oder 1st-Person-Blickpunkt wechselt.

Und dann erst die Motion Controls. Um die Waffe oder Taschenlampe zu ziehen, muss nach links bzw. rechts gefuchtelt werden. Wer die Jacke (das Inventar) öffnen will, muss eine entsprechende Seitwärtsbewegung mit Nunchuck und Wiimote machen. Gegner angreifen, wobei den meisten netterweise einfach aus dem Weg gegangen werden kann, wird auch entsprechend wild gefuchtelt. All das funktioniert mal besser, und dann mal wieder schlechter. Der Höhepunkt der Gefühle ist allerdings die Kontrolle von Vehikeln, denn das Lenkrad wird gedreht, in dem man die Wiimote nach links oder rechts neigt. Das dies unglaublich ungenau ist, und man schnell zu stark einlenkt, ist da vorprogrammiert. Deswegen hat mich die erste Szene in der dritten Episode auch über eine halbe Stunde gekostet, sie ist nämlich eine einzige Autoverfolgungsjagd, in der schnell genug eine Autobahn herabgerast wird, während von den Seiten hineinfallenden Trümmern ausgewichen werden muss. Die zweite Autoverfolgungsjagd zu Beginn von Episode 9 ist schlichtweg unschaffbar. Jetzt nämlich in Nebenspuren im Central Park, so dass die Fahrbahn schon kaum breiter als das Auto ist, und alle Nase lang eine Kurve auftaucht. Zu langsam gefahren und die Verfolger holen einen ein. Eine Kurve verpasst und es ist rum. Einen Baum am Straßenrand gestreift und das Auto überschlägt sich. Ich war echt am Verzweifeln und habe letztendlich schlichtweg die Menüoption genugt, diese Szene zu überspringen, und ab der nächsten weiterzumachen. Ich bin ernsthaft der Überzeugung, dass diese Challenge mit Motion Controls so gut wie nicht machbar ist.

Allgemein muss ich eingestehen, dass ungefähr jede zweite Szene mindestens ein, wenn nicht mehrere, Momente bot, in denen ich den Bildschirm angeflucht habe. Gab es wirklich so etwas, wie Quality Control während des Erschaffens dieser Monstrosität? Fragen wie „Was soll ich überhaupt machen?“ oder „Warum war das jetzt falsch“ lagen mir jedenfalls permanent auf der Zunge.

Die besagte Taschenlampe, oder dass man Möbel an offenem Feuer anstecken kann, bedeutet letztendlich auch nie etwas. Man sollte meinen bei einem Titel wie Alone in the Dark würde das Spiel etwas mehr draus machen. Letztendlich wird die Taschenlampe aber nur für eine Szene in Dunkelheit benötigt, während man sonst eigentlich genug sieht. Und Feuer ist so selten, dass es beispielsweise nie taktisch gegen die Gegner eingesetzt werden kann, sondern meist nur um eine Holzbarrikade drei Schritte nach rechts zu eliminieren.

Zuguterletzt kann ich auch nicht behaupten, dass das Spiel sonderlich gut aussehen würde, sondern es macht eher den Eindruck eines frühen PS2-Spieles, statt eines, welches am Ende dessen Ära erschienen ist. Überraschenderweise schaut das Modell von Carnby auch noch mit am schlimmsten aus, obwohl jener doch der Hauptcharakter ist.

Alone in the Dark 2008 wäre in jeder anderen Form bereits ein ziemlich schlechtes Spiel gewesen. Auf der Wii hingegen mutiert es zu einer Scheuslichkeit, die selbst den schlimmsten Feinden nicht zugemutet werden sollte.

Hunter’s Notes, or My Personal Journey through Monster Hunter Tri (Part 2)

Monster Hunter Tri ist eigentlich ziemlich Einstiegsfreundlich, denn die kompletten 1-Stern-Quests sind ein längeres Tutorial, die alle noch keine wirklich schweren Hunts offerieren. Stattdessen wird einem beigebracht an den Harvest Spots Materialien abzubauen. Oder gegen kleinere Monster anzutreten, von ungefährlichen Pflanzenfressern, zu sich etwas aktiver verteidigenden Pflanzenfressern, zu kleinen und mittelgroßen normalen Fleischfressern höherer Aggressivität. Auch das die anschließend aus ihnen herausschneidbaren Materialien sich unterscheiden können, je nachdem, ob man sie umgebracht oder nur KO geschlagen hat. Wie bewegt man sich an Land und zu Wasser, alles in den Wäldern um das Dorf, die auch Quest-frei begangen werden können. Beginnen dann die Hunts auf die großen Monster, so gibt es neben dem Erlegen auch die Fang-Quests und dazwischen zunächst noch reichlich Zwischenquests, erst mit voranschreitenden Sternen werden die großen Monster vermehrt.

Ich habe mich übrigens für die Lanze als Waffe entschieden. Die ist zusammen mit dem Schwert+Schild die Noob-freundlich eingestufte Waffe, da auch sie mit einem Schild daher kommt. Der Unterschied ist, dass man mit der Lanze wesentlich mehr Schaden macht, dafür aber auch ordentlich an Agilität einbüßt. Ist die Lanze gezogen, kann zwar mit dem Schild geblockt werden, aber weder Rennen noch ein Ausweichsprung sind verfügbar. Auch um Materialien einzusammeln oder aus Monstern zu schneiden, muss die Waffe erst wieder verstaut werden. Ich musste mich also schon ordentlich daran gewöhnen, wie stark die Bewegungsfähigkeit doch eingeschränkt wird. Oder das die Lanze natürlich nur relativ genau einen Punkt angreift, statt einen weiteren Radius abzudecken.

Das erste Kill-Quest eines großen Monsters ist also der Great Jaggi, vor dem ich mir erst Mal meine erste richtige Rüstung geschmiedet habe. Das Bone Set, für ganz gute Verteidigung, und weil es nuttig aussieht. Der Great Jaggi ist eine größere Version der im Wald (und auch später in der Wüste) reichlich anzutreffenden kleinen und mittleren Raptoren, kommt zusätzlich noch mit Nackenkragen daher ähnlich dem ikonischen Dinosaurier aus Jurassic Park.

Ganz so schwer ist er eigentlich wirklich nicht, die größte Gefahr kommt daher, dass er im Jaggi-Nest auftaucht und zum Rasten, nachdem man ihn ordentlich geschädigt hat, auch hierher zurückkehrt, wo besagte kleinere Raptoren am Zahlreichsten sind, die einem natürlich beständig in die Waden beißen wollen. Direkt nach seinem Besiegen öffnet sich auch eine Fang-Mission für ihn, weswegen der Great Jaggi eigentlich immer noch als Tutorial für Jagd- und Fang-Missionen großer Monster angesehen werden kann. Außerdem ist er sofort als Monster freigeschaltet, welches ab nun Missions-frei im Wald ums Dorf auftaucht, sogar zwei gleichzeitig hier ihr Unwesen treiben können.

Ich hab ihn dann auch gleich wiederholt im Quest aufs Korn genommen, um die Materialien für sein Rüstungs-Set zusammen zu bekommen. Und einige Monster später mit besserer Rüstung die frei laufenden Great Jaggi im Wald mit Leichtigkeit zu erlegen, nachdem der erste Kampf schon ein wenig fordernder war, ist sowieso ziemlich befriedigend.

Auch das Bnahabra-Set hab ich mir gefarmt, weil der violette Schmetterlings-Anzug super geil aussieht, dummerweise allerdings nie wirklich Verwendung dafür gehabt, weil es nur mit drei statt fünf Rüstungsteilen daher kommt. Die nervigen Insekten zu farmen, die von normalen Attacken einfach zerstört werden und nicht ausgeweidet werden können, war es also nicht wert. Auch das Jaggi-Set konnte ich beim nächsten Monster, dem Qurupeco nicht anziehen, da der Feuerattacken hat. Aber das Bone-Set war hier wieder hilfreich.

Der bunte Vogel ist das erste große Monster in der Wüste, und hat die besondere Eigenschaft, dass er die Rufe anderer Monster imitiert, um sie zur Hilfe in den Kampf zu rufen. Häufig sind das nur kleine Jaggi, aber mit etwas Pech mischt sich da auch schon mal ein Great Jaggi direkt mit ein. Wie immer ist es allerdings besser, sich auf das Hauptziel zu konzentrieren.

Was am Bone-Set neben der Feuerresistenz auch geholfen hat ist, dass sich die maximale Stamina nicht mit der Zeit verringert. Denn Qurupeco ist eines jener Monster, die häufiger als normal fliehen, und da er fliegen kann auch wenn man keinen Paintball auf ihn hat, vielleicht nicht sofort wieder gefunden wird. Aber das macht den Kampf eher nervig und lang, statt das er wirklich schwer ist – solange man die Feuerattcken nicht zu häufig einstecken muss, sondern gut dagegen verteidigt bekommt.

Auch hier gibt es sofort anschließend ein Fang-Quest und auch der Vogel taucht anschließend in freier Wildbahn ihm Wald um das Dorf auf. Hat mich allerdings länger gebraucht, um mich erneut an ihn zu wagen, weil ich den Kampf einfach so nervig fand und seine Materialien nicht brauchte.

Die Echsen-artigen Ludroth hat man schon in einem frühen Quest im Wald ums Dorf angetroffen, doch so richtig heimisch sind sie im neuen Gebiet des überfluteten Waldes, wo auch die große Variante mit der Mähne, der Royal Ludroth als nächstes Hunt-Quest wartet. Die Neuerung von Monster Hunter Tri war übrigens, dass nun auch im Wasser gekämpft werden kann, und der Royal Ludroth ist das erste große Monster, welches regelmäßig in den Fluss flieht.

Dort zu kämpfen ist starke Gewöhnungssache, da sich nicht nur in 360°-Dimensionen bewegt wird, sondern die Sicht eingeschränkt ist und die Bewegungen durch den Wasserwiederstand verlangsamt sind. Und das mit der Lanze, die jene sowieso schon einschränkt. Ich hab mir dann auch mal das Alloy-Set an Rüstung gemacht, weil sowohl Jaggi wie Bone schwach gegen das Wasser-Element vom Royal Ludroth sind.

Dennoch ist der Kampf noch nicht super schwer, vor allem wenn man es schafft die meiste Zeit davon an Land mit ihm zu verbringen. Ich habe ihn anschließend sogar direkt vermehrt erneut erlegt, um die Materialien fürs Ludroth-Set zusammen zu bekommen und meine Lanze zu verbessern. Welches ich relativ lange anhatte, auch wenn es leider echt blöd aussieht. Auch der Royal Ludroth taucht ab nun außerhalb von Quests im Wald um das Dorf auf und auch für ihn gibt es neben dem Hunt- ein Catch-Quest.

Zurück in der Wüste geht es an Barroth, der sich gern wie ein Hündchen im Schlamm wälzt. Weswegen man eventuell mit wenig Anfangsrespekt in den Kampf hinein geht, was sich allerdings ziemlich schnell ändern kann. Zumindest war es für mich das erste Monster, das mir ordentlich zu schaffen gemacht hat.

Das liegt teilweise am Gimmick, dass er sich den Schlamm vom Körper schüttelt, und die Brocken dann an einem Hängen, man offen für Attacken ist und selbst nicht angreifen kann, bis der Effekt wieder abgeklungen ist. Netterweise prallen sie ab, wenn man das Schild rechtzeitig zur Blockstellung erhebt. Wenn man das rechtzeitig schafft. Allgemein machen seine Attacken wie das Rammen oder die Schwanzschläge erstaunlich viel Schaden dafür, dass sie doch relativ schnell erfolgen. Die Tells was er als nächstes machen wird, sind zwar ziemlich offensichtlich, aber darauf auch rechtzeitig zu reagieren war für mich teilweise problematisch. Gerade in seinem Rage-Modus, in dem er eigentlich konstant ohne Pause attackeirt.

Zudem kann er sich auch noch eingraben und unter Land schwer zu folgen wegrennen, sich neuen Schlamm besorgen, und natürlich zum Heilen schlafen legen. Habe ihn zwar beim ersten Versuch erlegt, jedoch bin ich durch alle 10 Mega Potions durch und hatte kaum noch HP übrig, dachte nicht es noch zu gewinnen. Und das obwohl die Ludroth-Lanze mit seinem Wasserelement besonders gut gegen ihn sein soll.

Barroth bin ich dann nicht wiederholt angegangen. Später öffnet sich übrigens ein Quest, bei dem sowohl ein Barroth sowie ein Great Jaggi erlegt werden soll. Das hab ich lange nicht angepackt, und als ich mich dann dran versuchte, bin ich mit 3 Strikes dran gescheitert. Das Vieh schien plötzlich eine Unmenge an HP zu haben. Und Qurupeco kann sich auch noch mit einmischen, wenn er lustig ist.

Da ist der Gobul doch anschließend gleich viel leichter gewesen. Wenn die Mischung aus Anglerfisch und Flusswels auch ungleich freakiger anzusehen ist. Die „Monster für sich“ Bonus-FMVs von Qurupeco und Barroth in der Gallery haben bisher eher humorige Lebensumstände gezeigt, während das vom Gobul auch direkt kontrastierend zeigt, wie er einen recht großen Pflanzenfresser im Ganzen schluckt.

Gobul wird allerding zum Großteil im Wasser bekämpft und hat eine Fähigkeit, um einen kurz zu paralysieren (entweder über Kontakt mit seinen Stacheln oder als Blendung via Blitzlicht aus der Antenne), wobei er eher weniger häufig direkt mit Attacken folgt, um dies auch groß auszunutzen. Zusätzlich kann er sich im Sand vergraben, wobei seine Antennen und daneben auftauchende Wasserblasen ihn verraten. Die Antennen können sogar als Harvest Spot verwendet werden, solange er einen noch nicht entdeckt hat.

Witzig ist vor allem auch, dass man ihn in Areal 4 mit einem Frosch wie einen normalen Fisch an Land ziehen kann, wodurch zumindest ein Teil des Kampfes nicht mehr im Wasser stattfinden muss. Wobei ich – vielleicht weil ich dadurch etwas weniger achtsam bin – an Land häufiger mal von ihm einen Knockout bekomme, statt ihn beim ersten Versuch direkt zu schlagen. Herausfischen und dann in eine Grubenfalle locken ist auch eine gute Taktik, um seine Laterne für Subquest A und deren Drop zu zerstören.

Nach den beiden großen Monstern gibt es anschließend erst Mal eine Reihe kleinerer Quests zu erledigen, bis dann das Coverart-Poster-Child Lagiacrus wieder auftaucht. Und ich hab mich einfach mal mit meinem bisherigen Set an ihm probiert, statt mich groß speziell auf ihn vorzubereiten.

Er hat mich dann auch zwei Mal ausgeknockt, so dass ich ihn erst beim dritten und letzten Versuch vor Questscheiterung besiegen konnte. Interessanterweise allerdings beide Male noch mit reichlich Potions, ich habe nur beide Male nach einem hochgradig schadenden Angriff beim Versuch die Lanze einzustecken und Fersengeld fürs Heilen zu geben direkt einen weiteren Angriff in den Rücken bekommen, der mich das Leben kostete. Dabei soll er an Land noch wesentlich einfacher sein, als zu Wasser kämpfen zu müssen. Wobei die NPCs auch einen unglaublichen Aufriss darüber machen, wie schlimm die Elektro-Attacken von Lagiacrus sind, während ich die durchgängig einfach mit dem Schild geblockt bekommen habe.

Allerdings flieht er am Ende des Quests lediglich vorerst, so dass man sich auf einen Refight später gefasst machen darf. Man kann ihn also hier nicht für seine Materialien ausnehmen, sondern muss sich mit dem bisschen zufrieden geben, welche es al Quest-Reward gibt. Wiederholen kann man das Quest als einziges auch nicht, wahrscheinlich um nicht einfacher Materialien farmen zu können.

Hat eine Weile gedauert, nachdem sich die ersten drei Areale sehr schnell freigeschaltet hatten, bis nun die ersten Quests in einem neuen, der Tundra, aufgehen. In der es hauptsächlich Mammut-ähnliche Pflanzenfresser und eine weitere Raptorenart in Form der Baggi gibt. Und auch die haben mit dem Great Baggi ihren Häuptling gefunden.

Der Kampf gegen den Great Baggi gestaltet sich dann auch weitestgehend identisch zu dem mit dem Great Jaggi, hat der doch so ziemlich die gleichen Moves und kommt mit kleineren Raptoren, die einem beständig in den Hintern kneifen. Nur ist der Great Baggi halt etwas aufgepimpt, schneller und stärker halt. Als solcher also eine Erinnerung daran, dass selbst der Great Jaggi zu Beginn mal nicht komplett lächerlich war, aber dennoch ziemlich simpel und leicht zu bestreiten.

Nur auf zwei neue Dinge muss geachtet werden. Der Great Baggi kann um sich spucken, was einfach zu blocken ist, wenn dem allerdings nicht so sein sollte, wird man kurzzeitig eingeschläfert und ist für Angriffe weit offen. Außerdem bewohnt ein weiteres großes Monster, der Gigginox, die Tundra, und kann sich theoretisch dem Kampf anschließen. Was mir glücklicherweise allerdings nur geschah, als ich den Great Baggi bereits erlegt hatte und am Ausweiden war.

Giggi sind übrigens die kleinen Egel-Gegner, die hauptsächlich in Höhlen lauern, und einem auf den Rücken springen, um dann beständig Blut zu saugen, bis man sie abgeschüttelt hat. Der Gigginox ist nix anderes als eine übergroße Kreuzung aus Blutegel und Fledermaus und im Resultat ziemlich eklig. Hat mich auch gut erschreckt, als ich das erste Tundra-Quest angenommen hatte, und er plötzlich einfach aus dem Nichts von der Höhlendecke viel und die „Oh shit, großes Monster!“-Mucke losging. Bisher haben die großen Monster nämlich noch nie lose die Gegend unsicher gemacht, bevor man nicht deren Intro in ihrem Hunt-Quest hatte. Der Gigginox allerdings scheint immer in der Tundra auftauchen zu können, egal welcher Auftrag vorliert.

Der Gigginox war der bis dahin härteste Kampf für mich, und der erste, dessen Quest ich durch drei Tode vermasselt habe. Das Vieh ist unglaublich schnell, springt durch die Gegend, klebt gerne an der Decke, wo man es nicht erreicht. Kopf und Arsch sind schwer auseinander zu halten. Ständig springen einem kleine Giggi auf den Rücken, die er über Eier neu nachbrüten kann. Seine Tackle machen einen Haufen Schaden und viele Attacken kommen mit einer potenten Vergiftung. Von der Decke aus versucht er einen übrigens zu greifen und schafft er das, ist man in seinem Schlund eingesperrt und kann zusehen, wie er einem die halbe Lebensleiste und mehr aussaugt. Ich habe das ABC hoch und runter geflucht.

Nach meinem Ragequit habe ich erst mal das nächste Monster erlegt gehabt, bevor ich zum Gigginox zurück bin und ihn besiegen konnte. Diesmal mit selbst mitgebrachten Antidotes, woraufhin ich natürlich prompt kaum noch von ihm vergiftet wurde. Außerdem mit einer Shock Trap, um ihn kurzzeitig kampfunfähig zu machen, und währenddessen ordentlich mit meiner Lanze zu malträtieren. Wo ich meine Gobi-Lanze (der Paralyse-Effekt funktionierte beim ersten Kampf gegen Gigginox eher nicht) gegen die Ludroth-Wasserlanze ausgetauscht hatte. Außerdem hatte ich die Lamp Mask auf Cha Cha, damit er Gigginox, der vom Feuer angezogen wird, ablenkt. Immer noch ein extrem langer Kampf, aber ohne ein KO gewonnen.

Nicht nur der Gigginox kann unangekündigt in einer frühen Quest auftauchen, sondern auch Rathian schaute einfach mal in der Wüste auf einem Gather-Quest rein, noch bevor ich ihr Hunt-Quest im Wald angenommen hatte. Sie ist übrigens eines von drei großen Monstern, die nicht für Monster Hunter Tri neu designt wurden, sondern stammt noch aus dem allerersten Spiel.

Sie schien auch viel simpler und einfacher auf mich zu sein, obwohl sie mich zwei Mal ausgeknockt hatte, bevor ich sie auf dem letzten Versuch doch noch besiegt hatte. Das kommt hauptsächlich aus dem gleichen Grund wie bei Lagiacrus, denn wenn mal eine Attacke von ihr sitzt, dann macht das ordentlich Schaden. Gerade ihre Feuerbällen ist zwar grundsätzlich einfach auszuweichen, wenn sie allerdings doch getroffen hatte, konnte ich einem Großteil meiner Lebensleiste sofort Tschüss sagen, und dabei hatte ich vorher das Feuer-resistente Rhenoplos-Set geschmiedet. Allgemein ist sie ziemlich schnell und klebt einem gern am Arsch, wodurch man halt beim wegstecken der Lanze, um fürs Heilen fliehen zu können, schnell ihren Schwanz in den Rücken gehauen bekommt, und KO geht.

Viele ihrer Attacken gehen allerdings fehl, wenn man unter ihrem Bauch stehen bleibt und mit der Lanze einfach munter nach oben sticht. Dadurch habe ich sogar, ohne es gezielt zu versuchen, ihren Schwanz abgeschnitten bekommen. Ihr Schwanzschlag kann übrigens auch vergiften, was aber weniger häufig und weniger gefährlich als das Gift des Gigginox zu sein schien. Leider ist es schwer zu sehen, wann sie bei niedrigen HP zu straucheln beginnt, um sie fangen zu können. Denn hier geht nach längerer Zeit mal wieder ein Catch-Quest nach dem Hunt-Quest auf, welches ich allerdings voll vermasselt hatte.

Nachdem ich sowohl jenes Quest wie auch das endlich angegangene, in dem man Barroth und Great Jaggi meucheln soll, nach Strich und Faden vergeigt hatte, und das direkt nacheinander, brauchte ich wirklich einen Gewinn an dem Abend. Und bin einfach mal YOLO in den Refight mit Poster Boy Lagiacrus gegangen, der diesmal tatsächlich besiegt werden muss. Immer noch mit Rhenoplos-Set und Gobul-Lanze, statt etwas neues auf die Situation anzupassen. Der Paralyse-Effekt funktioniert natürlich bei einem elektrisch aufgeladenen Drachen nicht, aber deren Raw-Damage-Wert war der höchste.

Dieser Kampf findet übrigens fast ausschließlich im Wasser statt, er ging nur ein Mal kurz für mich an Land. Gerade lange genug, um erneut versehentlich seinen Schwanz abgeschlagen zu bekommen. Angeblich ist Lagiacrus im Wasser viel schwerer, und es ist schon so, dass er dort viel agiler ist. Aber ich glaube mit einer Lanze ist er immer noch nicht allzu schwer. Ich habe jedenfalls die meisten Attacken gut geblockt bekommen und wann immer er anschließend nahe war zwei bis drei schnell Stiche reinbekommen. Gerade seine Elektro-Charges sind echt einfach zu blocken. Cha Cha als Ablenkungs-Opfer darzubieten hat erneut geholfen.

Allerdings auch hier: Wenn ein Treffer sitzt, dann richtig. Und da er einem ziemlich konstant auf der Pelle hängt, hat er schnell einen weiteren drin. Die Lanze erst wegstecken zu müssen, bevor ich Heilen oder Wegrennen kann, ist da erneut zum Problem geworden, wodurch er mich doppelt KO geschlagen hatte, bevor der letzte Versuch zum Erfolg gegen ihn führte.

Anschließend finden wir raus, dass er gar nicht hinter den bedrohlichen Erdbeben steckt, der Vulkan wird als fünftes und letztes Einsatzgebiet geöffnet, Cha Cha verlässt für zwei Quests das Team, und eine Fang-Quest für Lagiacrus geht auf. Ugh.

Also hab ich mir erst mal was gegönnt und das ganz nett anzusehende neue Ingot-Set geschmiedet, nachdem ich gefühlt den Großteil des Spieles in den hässlichen Ludroth- und Rhenoplos-Sets verbringen musste. Das Ingot-Set ist gegen alles außer Feuer und Wasser resistent. Und prompt ist das nächste Monster ein Feuerspeiender Drache. Rathalos ist das Poster Child unter den Poster Children der Franchise, nämlich das Cover-gebenede Flagship-Monster der drei Inkarnationen des ersten Spieles: Monster Hunter, Monster Hunter G und Monster Hunter Freedom, sowie das Haupthaustier in Monster Hunter Stories. Aber wofür hat man denn Gems, die man an seine Rüstung kleben kann, um das Feuer-Defizit wieder zu revidieren, nicht? Dann noch ein paar Mal Lagiacrus seinen Schwanz abgeschnitten und die Hörner zerstört (was mit der Lanze immer etwas trickreich ist), und wir hatten auch eine bessere Wasser- und eine Elektro-Lanze im Gepäck.

Das Ingot-Set ist auch die erste Rüstung, welche ich über Armor Spheres aufgelevelt habe. Ist sicherlich auch etwas, was ich bereits viel früher im Spiel hätte tun können, um mir das Leben zu erleichtern, aber ich bin ja immer so extrem sparsam in Spielen, und will möglichst nichts aufbrauchen. Als ich dann aber sah, dass ich mittlerweile dutzende davon angesammelt hatte, hab ich doch mal die Defensive des Ingot Sets aufgewertet.

Hat im ersten Anlauf an Rathalos aber auch nichts gebracht. Ich möchte behaupten, dass ich mich dennoch ganz gut beim ständig in die Lüfte steigenden, mit Feuer um sich speienden, schnell mit seinen Klauen zuschlagend und gleichzeitig mit ihnen vergiftenden, Drachen geschlagen habe. Ich habe lange durchgehalten, ihn mehrmals umgeworfen, in wiederholt in neue Zonen getrieben (überraschend flieht er gar nicht so viel in die heißen Bereiche, dafür gern dahin, wo die blöden Katzen sind, die einem die Potions klauen). Sogar die beiden Subquests habe ich erfüllt bekommen. Dummerweise bin ich gierig geworden. Ich war durch alle Potions durchgebrannt, bereits bei meinem dritten Versuch, und bekam auch die Nachricht, dass nur noch 10 Minuten übrig sind. Aber statt über die Subquests raus und zumindest ein paar Drops abstauben, musste er doch fast tot sein. Statt ihn zu erlegen, hat er allerdings mich umgehauen. Quest failed.

Im zweiten Versuch hatte ich ihn dann allerdings. Erneut fast komplett an Potions ausgeblutet und mit nur noch 5 Minuten Zeit fürs Quest übrig. Problematisch ist halt, dass er so viel herumfliegt, wo er schwer anzugreifen ist, was einfach unglaublich viel Zeit des Quests frisst.

Auf dem Adrenalin-Hoch gerade so Rathalos besiegt zu haben, ging es vom Vulkan direkt in die eisige Tundra, um Barioth anzugehen, den coolen weißen Mix aus Drache und Säbelzahnkatze. Scheiß die Wand an, hat der mich spüren lassen, dass ich bisher falsch lag, falls ich ein Monster als wendig eingestuft hatte. Barioth ist extrem schnell, springt durch die Gegend wie ein Wahnsinniger und kann direkt nach der Landung mit Tatzen und Schwanz um sich schlagen.

So aggressiv, wie Barioth ist, ist es ganz gut, dass er scheinbar gerne auf Cha Cha zu fokussieren scheint. Sonst hätte ich als langsamer Lanzen-Nutzer nämlich überhaupt keine Zeit, sie wegzustecken und zu heilen. War mir so schon gern mal geschehen, dass bei jenem Versuch mir Barioth mit einem schnellen Sprung und Angriff den Gar ausgemacht hat. Zumal er schneller ist, als man selbst beim Wegrennen. Zumal Barioth einen auch in einen passiven Schneeball verdonnern kann, ähnlich wie Barroth das mit seinem Schlamm macht. Der erste Versuch war dann auch mit drei Strikes vermasselt. Immerhin mischte sich der Gigginox nicht noch mit ein. Zumindest durch die 50 Minuten Quest-Zeit wird man bei ihm wohl eher nicht rennen, weil man entweder ihn vorher oder er einen erledigt hat, dachte ich mir.

Oder auch nicht, denn beim erfolgreichen zweiten Versuch fiel er zu meiner Lanze genau in dem Moment, in dem die Nachricht eingeblendet wurde, dass nur noch 10 Minuten verbleiben. Diesmal kam ich mit zwei Fallen, um ihn kurzzeitig auszuschalten, und ein paar freie Kombos niederregnen lassen zu können. Zudem habe ich zum ersten Mal den Katzenkoch genutzt. Je nach Gericht, gibt es ein paar Boosts fürs anstehende Quest, in meinem Fall ein wenig bessere Defensive plus eine erhöhte Lebensleiste. Ein paar die Eis-Defensive erhöhende Gems taten auch Not. Ein wenig Glück hatte ich dabei schon, denn oft wenn ich eh hätte dringend heilen müssen, hat mich Barioth mit einer Attacke in die nächste Zone geschmissen, so dass ich alle Zeit der Welt hatte, meine Waffe wegzupacken und mich aufzufrischen, statt dies erledigen zu müssen, während seine Attacken auf mich herabregnen. Beide Subquests waren auch erledigt, wobei seine Schwingen zu brechen auch dabei hilft, dass er zumindest sich kurz fassen muss, wann immer er auf dem Eis springt, statt sofort in die Attacke übergehen zu können.

Als nächstes an der Reihe war mit Diablos das dritte und letzte Monster, welches bereits aus vorigen Generationen bekannt ist, ebenfalls seit dem ersten Spiel dabei. Das in der Wüste beheimatete Vieh ist ziemlich Frontallastig mit seinen zwei dicken Hörnern, hat aber als Ausgleichsgewicht auch noch mal zwei größere am Schwanzende. Interessanterweise ist Diablos allerdings ein Pflanzenfresser, und hat mich ehrlich gesagt auch nicht angegriffen, bis ich anfing, ihm meine Lanze in den Hintern zu schieben. Wer am Kopf der Nahrungskette ist, dem kann natürlich so ein kleines Menschlein erst Mal egal sein.

Diablos liebt es sich im Sand zu vergraben und einen daraus verborgen anzuspringen, um einen auf besagte Hörner zu nehmen, was er auch gerne über Rammattacken hinbekommt. Von hinten angenähert gibt es dann immer noch die üblichen Schwanzschläge. Und wer einen auf Dark Souls macht und nahe an den Hinterbeinen bleibt, um von beiden gehörnten Enden Abstand zu halten, muss darauf achten, nicht von den Diablos niedergetrampelt zu werden. Wobei eine Sonic Bomb zu werfen, während Diablos sich eingräbt, ihn kurzzeitig ausschalten kann, was auch Subquest A ist, über das ich mich beim ersten Versuch direkt wieder aus der Mission rausgewarpt habe, weil der hohe und schnelle Damage Output von Diablos klar gemacht hatte, dass dies so direkt erst Mal nichts werden wird.

Nachdem ich auch bei Uragaan via Subquest raus musste, habe ich erst Mal den guten alten Lagiacrus gefarmt, um seine Rüstung zu bekommen (nach nem halben Dutzend Captures mit Hörner zerstört warf er auch seine Plate ab, ausgerechnet über den Schwanz). Attack+ Gems in die zehn Slots reingehauen, zwei Fallen mitgenommen, gut gegessen und erneut den Diablos versucht. Und dort wirklich gelernt meinem Auto Guard Talisman, den ich seit fast Anfang des Spieles benutze, besser zu vertrauen. Eben nicht panisch den Schild bei allen Attacken heben zu wollen, sondern drauf gezählt, dass automatisch geblockt wird, solange ich still halte. Währenddessen nahe an Diablos geblieben und auch mit der Attack-Kombo nicht zu gierig werdend.

Zudem bin ich nahe den Ausgängen der einzelnen Zonen geblieben, um möglichst schnell mich ins anliegende Gebiet retten und heilen zu können, bevor Diablos mit einer Rammattacke den Rest geben kann. Einmal hat mich Diablos KO geschlagen, und ich habe ihn kurzzeitig aus den Augen verloren, gerade als er zu hinken begann. Netterweise ist das Nest keine von den heißen Zonen der Wüste, denn meine Cool Drinks waren mir auch gerade ausgegangen. Und so hab ich kurz nach der Mitteilung, dass ich nur noch 10 Minuten habe, auch Diablos erlegt gehabt.

Uragaan, der auch gern Jay Lenno genannt wird, hängt im Vulkan ab, hier ist es also durchaus ebenso ratsam mal den einen oder anderen Cool Drink mitzunehmen, um durch die Hitze keinen konstanten HP-Verlust zu erleiden. Denn auch Uragaans Damage Output ist schon ohne anderweitige Hilfe hoch genug. Als er mir beim ersten Versuch bereits zwei KO verabreicht hatte und ich durch meine Potions gesüffelt bin, als gäbe es kein Morgen mehr, bin ich zunächst via Subquest wieder raus gewesen.

Als ich dann das Lagiacrus-Set und Diablos besiegt hatte, bin ich mit der üblichen Vorbereitung des richtigen Essens und Fallen wieder rein. Lagiacurs gibt ja ein Plus für die Elementarattacke, welche bei einer Wasserlanze gegenüber Uragaan durchaus nützlich ist, während meine normale Attacke mit dem Gems zusätzlich noch erhöht war. Hat mich dann in jenem Versuch auch nur ungefähr 20 Minuten gebraucht, bis er wegzuhinken begann und ich ihn mit der verbleibenden Falle einfangen konnte.

Uragaan wirkt dabei zunächst sehr langsam, schlägt besonders gern mit seinem Schwanz um sich, oder rammt sein verstärktes Kinn mehrmals in den Boden. Gern auch, nachdem er Pyrosteine losgetreten hat, die durch die Beben einem um die Ohren explodieren. Allerdings kann sich Uragaan auch zusammenrollen und ist dann gar nicht mehr so schwerfällig, sondern pest mit ordentlicher Geschwindigkeit über die Kampfarena, im Versuch einen schlichtweg niederzuwalzen. Zusätzlich kann er noch Schlaf- und Feuergase um sich herum beschwören, um einen zu schädigen, wenn man nicht schnell genug das Weite sucht. Was mit der Lanze gar nicht so einfach ist, weil man dadurch selbst eher schwerfällig und behäbig ist, was es erstaunlich umständlich machen kann, rechtzeitig in en relativ sicheren Punkt um seine Hinterbeine zu kommen, statt immer vom Kinn getroffen zu werden. Cha Cha verbringt den Großteil des Kampfes sowieso KO.

Mit dem Sieg über Uragaan wird die finale Story-Mission frei geschaltet, weswegen man durchaus zunächst einfach übersehen kann, dass außerdem eine Mission öffnet, in der man ein weiteres neues Monster jagen soll: Der ebenfalls im Vulkan beheimatete und sozusagen große Bruder der dortigen Uroktors, Agnaktor.

Dessen Spezialität ist es, sich im Boden zu vergraben und dann wild durch die Gegend zu hüpfen nicht ungleich Diablos (selbst die Sonic Bomb Taktik funktioniert hier), zudem zieht er sich gern mal in die Lava zurück, in die man ihm nicht folgen kann. Das besondere Gimmick des Kampfes ist dann auch, dass Agnaktors Körper sich langsam abkühlt und komplett ausgehärter so gut gepanzert ist, dass man ihn kaum penetrieren kann. Die regelmäßigen Lavabäder hingegen schmelzen seinen Körper wieder auf eine Weichheit, der gut mit der Wasserlanze beizukommen ist.

Statt mit Gems für die Attack Up bin ich diesmal lieber mit welchen gekommen, die den Feuerschwachpunkt des Lagiacrus-Sets ausgecancelt haben. Denn Agnaktor hat ein Faible dafür einen zu verbrennen, und kann sogar einen Hitzelaser quer über die Kampfarena feuern. Und tatsächlich hat er mich ziemlich nervig häufig entflammt, weswegen ich Potions geblutet habe. Als ich keine mehr über hatte, und mir das Spiel die Ansage gab, es seien nur noch 10 Minuten bis zum Time Out, habe ich einfach mal versucht Agnaktor zu fangen, obwohl er sich weder schlafengelegt hatte noch ich deutlich sichtbar ein Hinken erkennen hätte können. Ging dann aber netterweise doch, und es tut ganz gut, endlich mal wieder ein Monster beim ersten Versuch zu besiegen.

Im finalen Urgent Story Quest geht es nun darum, den Elder Dragon Ceadeus davon abzuhalten, das Dorf über von seinen Hornrammen ausgelösten Erdbeben in Schutt und Asche zu legen. In Monster Hunter Tri gibt es übrigens zwei weitere Elder Dragon, die allerdings alle Online-exklusiv waren, während Ceadeus das einzige Offline-exklusive Monster verblieb. Das Wal-ähnliche Design hätte auch gut in Breath of Fire IV gepasst.

Da die Wasserkämpfe in Monster Hunter Tri das Neue war, ist natürlich auch der finale Boss im frischen Nass zu bekämpfen. Die Besonderheit hier ist, dass dies in den Unterwasserruinen geschieht, die keinen Zugang zur Wasseroberfläche lassen. Wer also ohne Oxygen Tanks kommt, um seinen Sauerstoff aufzufüllen, und auch Cha Cha nicht die Ancient Mask ausgerüstet hat, kann hier durchaus einfach mal während des Kampfes ertrinken.

Tatsächlich ist Ceadeus, den man gar nicht erlegen sondern nur vertreiben muss, ein ziemlich simpler Kampf, solange man denn weiß, was gemacht werden muss. Die Mission startet damit, dass Ceadeus langsam und gemächlich durch zwei Tunnel schwimmt, sich dabei kaum bis gar nicht um die Anwesenheit des Spielers kümmert, sondern man eher zufällig mal von einer Flosse oder so eine gepaddelt bekommt. Hier muss man den Bart des Monsters zerstören, bevor er das Ende von Areal 2 erreicht, sonst ist die Mission missglückt. Hat man den Teil aber so wie ich schon früh zu Beginn von Areal 2 mit der Lanze zerstört (das Lagiacrus-Set mit Olympic Swimmer ist übrigens echt hilfreich), geht Ceadeus aufs Gaspedal und schwimmt flux für den eigentlichen Kampf ins Areal 3.

In der Unterwasserruine an sich (inklusive zweiter Intro-Szene) geht es dann allerdings hauptsächlich darum, Ceadeus sein Horn abzuschlagen. Was ganz gut zu bewältigen ist, in dem mit den Harpunen direkt auf sein Gesicht gezielt wird. Hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass der Gegner einen nicht aktiv rammt oder mit seiner Hydropumpe erwischt, da er nun aktiv angreift. Dennoch gibt es reichlich Downtime, in der er nur hin und her schwimmt, von daher weiterhin eher simpel. Zieht man ihm genug Leben ab, verzieht er sich sobald der Timer der Mission ausgelaufen ist, und man hat gewonnen.

Und damit geht mein Abenteuer durch Monster Hunter Tri seinem Ende entgegen, nachdem ich jedes große Monster zumindest in einer Mission erlegt oder gefangen habe. Drei weitere Monster gab es wie gesagt nur Online-exklusiv in dieser Version. Während ich Offline durchaus weitere Missionen machen könnte, da vor allem auch noch ein paar neue Post Game aufgehen. Allerdings hauptsächlich Doppelkämpfe, in denen zwei Diablos oder ein Rathian und Rathalos erlegt werden müssen, also alles andere als das, was ich Noob sonderlich spaßig finden würde. Ich habe ja noch nicht Mal wirklich gelernt gehabt, wie man über den Konter der Lanze durch diverse Attacke bricht, wie das ein richtiger Hunter schaffen würde.

Was der Freude während des Spielens allerdings keinen Abbruch getan hat, und ich möchte doch behaupten, vielleicht über den Spielverlauf hinweg zumindest etwas besser geworden zu sein. Immer noch nicht gut, aber doch besser als zu Anfang. Wenn ich bedenke, wie viele Potions ich benötigt habe, um den Great Jaggi zu erlegen. Auf solch einem Niveau wären die Monster der 5-Sterne-Missionen im Leben nicht möglich gewesen. Doch Online mit anderen wäre ich aber bestimmt immer noch eine Lachnummer.

So spannend und lohnend die Angelegenheit allerdings war, sich mit diesen großen Monster auseinanderzusetzen und sie nach teilweise langen und harten Kämpfen endlich besiegt zu haben, so auslaugend ist das allerdings auch ein Stück weit. Zu Beginn der 5-Sterne-Missionen hatte ich deswegen auch nach dem ersten Süchteln eine Pause eingelegt, und so angefixt wie ich auf die Franchise nun bin, so brauche ich glaub ich doch jetzt eine erneute, bevor ich mich weiteren Dingen Monster Hunter zuwenden kann.

So Tasty!, or How I Learned to Stop Worrying and Love Monster Hunter Tri (Part 1)

Monster Hunter ist so ein wenig Capcoms Dragon Quest oder Yakuza, nämlich eine Videospielfranchise, die sich enormer Beliebtheit in Japan erfreut, im Westen aber nur einen Bruchteil der Zahlen liefert, immer gerade so noch genug, um einen weiteren Teil zu lokalisieren, aber dennoch um jeden erneut ein wenig bangen zu dürfen. In Japan hingegen war das Ding so ziemlich schnell ein Überflieger, wo die ersten zwei Teile auf der PS2 bereits eine halbe Millionen Einheiten absetzen konnten, begann mit der PSP-Ära die Franchise im Land der Unterwegs-Zocker zum Millionenseller zu werden. Mittlerweile verkaufen die Spiele dort gern an die zwei bis vier Millionen Einheiten, während es Nordamerika und Europa zusammen vielleicht auf eine halbe Million schaffen und nur mit Glück mal nah an der siebten Stelle kratzen dürfen. Nicht umsonst hat es in Japan viele Nachahmer gegeben, die mit ähnlichen Konzepten wie Lords of Arcana, God Eater oder Toukiden ein Stück vom Kuchen haben wollten.

Während die ersten beiden Hauptteile und ihre jeweiligen aufgebretzelten Rereleases exklusiv auf Sonys Konsolen kamen, wurden die Spieler für den dritten Hauptteil erst Mal überrascht. Denn Capcom ging zurück auf die Heimkonsolen, allerdings auf Nintendos Wii. Interessant hierbei ist übrigens, dass sich für Monster Hunter Tri die traditionellen Verkaufszahlen etwas revidiert hatten. Denn sowohl Japan wie der Westen haben es jeweils auf knapp 1 Millionen abgesetzte Einheiten gebracht, was in der einen Region sehr gut, in der anderen eher eine schlechte Performance war. Zum Vergleich verkaufte sich das Jahr davor Monster Hunter Portable 2nd G gut 4 Millionen Mal in Japan, das Jahr darauf Monster Hunter Portable 3rd sogar fast 5 Millionen Einheiten. Liegt vielleicht auch daran, dass in Japan die Online-Komponente mit einem monatlichen Beitrag bezahlt werden musste, während das westliche Release dies für umsonst hergab. Zumal Japaner, die für Monster Hunter monatliche Kosten bereit zu zahlen waren, wahrscheinlich schon gut im MMORPG Monster Hunter Frontier investiert waren, welches sich dort seit nunmehr zehn Jahren langanhaltender Beliebtheit erfreut.

Meine Berührungspunkte mit Monster Hunter sind eher knapp gewesen. Denn ich zähle es zu einer jener Franchises, die mir immer mal wieder in den Kopf als etwas kommen, welches ich schon interessant finde, zu denen ich mich dann aber dennoch nie hinreißen kann. Einfach mal so stupide zu Questen wie in einem MMO, aber eben nicht online gehen zu müssen? Und cool aussehen tut das Monstermeucheln ja auch schon irgendwie. Und sich daraus dann tolle Rüstungen schmieden zu können. Das könnte die richtigen Suchtrezessoren ansprechen. Aber dann fällt mir wieder ein, dass die Spiele total schwer sein sollen, mit einer Lernkurve, die eher ein Steilaufstieg ist. Einzelkämpfe können 30 Minuten und länger dauern? Und dann kann man sich nicht mal powerleveln, um die Hürde zu überwinden. Irgendwann gab es mal die Essentials-Version von Monster Hunter Freedom 2 billig zu haben (die Freedoms lassen sich immer noch spottgünstig bekommen, aber das war damals nicht 2nd Hand), und ich griff zu, vergrub es aber bis Dato in den Haufen der ungespielten Software. Jetzt aber (diesmal 2nd Hand) Monster Hunter Tri auch spottbillig nebst Harvest Moon: Magical Melody gesehen zu haben, welches man ja auch mit richtigen Kontroller statt auf Button-mäßig benachteiligtem Handheld spielen kann (ich besitze zum Glück einen Classic Controller), lies mich zugreifen und diesmal ging ich es sogar auch an. War schon eine interessante Erfahrung, gleichzeitig eines der meist und wenigsten Casual Games zu zocken.

Ich habe mich ehrlich gesagt währenddessen auch ein wenig in das Spiel verliebt. Und damit meine ich, dass es schon hart an der Obsession grenzte. Während meines Herbsturlaubs habe ich kaum was gemacht, außer Monster Hunter Tri zu zocken. Wenn ich es nicht gespielt habe, habe ich an Monster Hunter Tri gedacht. Oder Videos zur Franchise geschaut. Oder nachgeguckt, für welchen Preis man die 3DS-Titel mittlerweile so bekommt. Und ob 4 Ultimate oder Generations der bessere Einstiegspunkt ist recherchiert. Als ich dann nach einigen fieberhaften Zock-Wochen dennoch mal ein wenig eine Pause einlegen musste, um Tri nicht komplett überdrüssig zu werden, und stattdessen was anderes Spielen wollte… griff ich zum schon besagte ewig herumliegenden Monster Hunter Freedom 2. Ich schwöre ich habe kein Problem und hätte jederzeit aufhören können. Ganz bestimmt. Versprochen.

Ich glaube jetzt verstehe ich ein wenig, was alle so an der Soulsborne-Franchise finden. Nein, bitte nicht den Tab schließen. Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass es – nicht ohne Grund – zu einem absoluten Witz verkommen ist, so ziemlich alles mit Dark Souls zu vergleichen, nur weil man vielleicht mal ein Leben verloren hat. Aber ich denke schon, ohne Soulsborne je selbst gespielt zu haben, dass zumindest ein Teil der Designmentalität kongruent läuft. Natürlich ist Monster Hunter dennoch anders, und sowieso früher dagewesen, da es einen MMORPG-igeren Ansatz verfolgt. Immerhin war der erste Teil zusammen mit Resident Evil Outbreak gezielt von Capcom produziert, um die Internet-Kapazitäten der PS2 zu nutzen.

Es ist schon so, dass Monster Hunter im Grundsatz ein härterer Vertreter geworden ist, auch wenn einen Tri recht geschmeidig langsam in den (einzigen) Schwierigkeitsgrad einführt und mehr Tutorials via der 1-Sterne-Missionen bietet. Und vor allem ist Monster Hunter Tri kein RPG, denn es gibt kein Levelsystem. Jegliche Verbesserung hängt komplett am Können des Spielers und der getragenen Ausrüstung. Und natürlich helfen auch die mitgenommenen Gegenstände etwas, wobei das Menü nur eine begrenzte Anzahl an Slots aufweist, auf die sie gelegt werden können, und auch nur bis zu einer gewissen Anzahl stacked. 99 Potions können also nicht mit auf die Missionen genommen werden. Als zusätzlicher Faktor kommt hier noch hinzu, dass jede Mission einen Timer von 50 Minuten hat. Fast eine Stunde klingt jetzt erst Mal viel, aber gerade bei späteren Monstern kann es durchaus vorkommen, dass man zwar denkt den Kampf gerade mal gefühlt vor 15 Minuten begonnen zu haben scheint, weil man die Zeit währenddessen gern mal aus der Sicht verliert, aber plötzlich die Nachricht kommt, man habe nur noch 10 Minuten vor dem Time Out.

Im Kampf müssen zudem mehrere Dinge im Auge behalten werden. Natürlich die Lebensleiste wäre ganz gut, denn einfach die Attacken von größeren Monster tanken zu wollen führt sehr schnell dazu, dass man Tod am Boden liegt, da sie selbst mit der richtigen Ausrüstung noch schnell viel Schaden aufbauen können. Und auch besonders wichtig ist die Stamina. Rennen, zur Seite springen oder (wenn vorhanden) mit dem Schild zu blocken frisst durch die Leiste, und ist die Stamina aus, ist es auch rum mit jenen Aktionen. Deswegen sollte man sich auch nicht immer auf das Schild alleine verlassen, denn ein Monster mit einer langen Attack-Kombination kann schon mal dazu führen, dass nach drei geblockten Angriffen die Stamina futsch ist und der vierte damit doch durchgeht. Als dritten Part im Leisten-HUD zum oberen Bildschirmrand hin wäre dann noch die Schärfe der Klinge wichtig. Jede Waffe bringt nämlich dort einen unterschiedlichen Grad mit. Und mit jedem Angriff stumpft sie ab, bis sie auch mal einen Grad degradiert und über einen Whetstone wieder neu geschärft werden muss. Zudem ein weiterer Grund seine Ausrüstung Up to Date zu halten, denn eine ausgediente Waffe macht eventuell nicht nur wenig Schaden, sondern bringt vielleicht nicht mal den Schärfegrad mit, einem aktuellen Jagdziel überhaupt durch die Panzerung zu dringen. Abgesehen davon, dass eh jedes Monster an unterschiedlichen Stellen ihres Körpers mehr oder weniger Schaden nehmen.

Pausiert wird das Spiel übrigens auch nie, selbst in Menüs nicht. Während einer Jagd heilen oder die Waffe schärfen zu wollen bedeutet also schon, dass man nicht nur schnell auf das gewünschte Item durchscrollen muss, sondern anschließend auch bestenfalls während der Nutzungsanimation nicht vom Gegner wird, was den Gebrauch auscancelt, zusätzlich zum erhaltenen Schaden. Eine Besonderheit hat Monster Hunter hier allerdings, die das ein Stück weit revidiert. Und zwar sind die Einsatzgebiete noch mal in kleinere Areale unterteilt, die von einem kurzen Ladebildschirm getrennt sind. Und Monster verfolgen einen nicht aktiv, auch wenn die großen Jagdtrophäen schon gerne mal das Gebiete wechseln und man drauf achten muss, sie nicht aus den Augen zu verlieren, im schlimmsten Fall legen sie sich noch schlafen und regenerieren Leben. Aber da sie einen nicht aktiv verfolgen, kann man, sofern man es denn bis dorthin schafft, schnell in das angrenzende Gebiet zonen, in Ruhe ne Potion für die HP, ne Ration für die Stamina, und weil man schon mal dabei ist nen Whetstone für die Schärfe verwenden, bevor man wieder in die Zone zurückgeht, die das Zielmonster zum Kampfareal auserkoren hat. Und dann ist es auch noch so, dass die Missionen auf einem 3-Strike-System basieren. Stirbt man, regeneriert man einfach beim Basiscamp, kann also erneut zurück in den Kampf, bekommt nur vom Belohnungssold etwas abgezogen. Erst nach drei Ableben (oder wenn der Timer auf 0 fällt) ist die Mission wirklich gescheitert. Und das Spiel ist nett genug einen nach dem „Quest completed“-Bildschirmtext keinen Schaden mehr nehmen zu lassen. Wer also gerade überlebt hat, wird nicht in der verbleibenden Minute, die man noch das erlegte Monster ausweiden darf, bevor man zurück ins Dorf gewarpt wird, von irgendeinem Kleinvieh umgebracht und muss die Mission erneut machen.

Dafür kennt Monster Hunter Tri kein Lock on. Wer ein Monster treffen will, muss also schon manuell in die entsprechende Richtung schlagen und hoffen, dass es nicht ausweicht. Zumal man zu seinen Attacken verdammt ist, so eine Animation lässt sich nämlich nicht mit einem Dodge oder ähnlichem auscanceln. Wer schlägt muss auch warten, bis die Waffe niedergesaust ist. Egal ob man sofort gemerkt hat, dass dies ein Fehler ist und das Monster einem währenddessen in die Seite kneifen wird. Eine Lebensleiste haben die Viecher dann natürlich direkt gleich mal gar nicht, wie man sich denken kann. Wobei es nicht so ist, dass Monster Hunter Tri einem dort nicht dennoch visuelles Feedback gibt. Wer ein Monster gut beobachtet kann beispielsweise am Sabbern merken, wenn eines davon durch seine Attacken vorläufig keine Stamina mehr hat, und eventuell nun langsamer ist und sich eine Drei-Attacken-Kombo eher lohnt. Ein Monster welches strauchelt ist in den niedrigen HP angekommen und dementsprechend bald besiegt bzw. schwach genug um mit einer Falle eingefangen zu werden. Denn auch wenn Monster Hunter in den menschlichen Urinstinkt reinspielt in den Lebensraum majestätischer Kreaturen einzudringen, sie niederzumetzeln, und aus ihren hübschen Häuten ein Outfit zu erstellen, so muss man theoretisch bei den Hunts nie wirklich das Monster töten, sie einfach über das Fangen für den Zoo unschädlich zu machen ist auch ein Erfolg.

Was es übrigens auch gibt, ist nicht nur die unterschiedliche Schadensberechnung je nach Körperteil, sondern das auch welche zerstört werden können. Zum einen kann das andere oder bessere Materialien am Ende der Mission bereithalten. Zum anderen den Kampf allerdings auch vereinfachen. Braucht man für das aktuelle Rüstungsset die Hörner eines Monsters? Lieber mal direkt in die Fresse geschlagen, bis die Hörner auch visuell abbrechen. Macht einem beim aktuellen Monster besonders ein weitreichender Schwanzschlag zu schaffen? Warum nicht einfach den Schwanz abtrennen, so dass diese Attacke wegfällt? Oftmals gibt es sogar Subquest-Ziele, die einem ganz gute Tipps geben, was sich abzutrennen lohnen könnte.

Diese Subquests sind allgemein ganz nett. Nicht nur gibt es zusätzliche Belohnungen für ihr Erfüllen, sondern man kann auch schon beim Bestehen dieser Subquests entscheiden, dass man gern die Mission nun beenden würde. Damit bekommt man keinen Haken dahinter gesetzt und natürlich auch nicht die Haupt-Belohnungen, sondern nur die des Subquests. Aber vielleicht hat man nur jene gebraucht oder musste merken, dass dieser Versuch an der Hauptmission nichts wird, und wollte zumindest irgendwas für die investierte Zeit vorzuzeigen haben.

Sogar die Soulsborne Tipps funktionieren ganz gut für Monster Hunter. Beispielsweise niemals mit Frust spielen, sondern stattdessen lieber kurz Abstand vom Spiel nehmen oder eine andere der offenen Missionen versuchen. Denn mit Frust gespielt wird es fast immer nur schlimmer, der Frust größer, und der Teufelskreis wiederholt sich. Auch sollte trotz Tutorial-Missionen durchaus nicht davor gescheut werden, sich online etwas Hilfe zu holen. Ganz zuvorderst wenn es darum geht, wie man mit der gewählten Waffe gut umgehen kann. Und dabei lieber nicht davon abschrecken lassen, dass die Community ganz Soulsborne fast ausschließlich aus elitären Ärschen besteht, die einfach von jenem „Git gud“-Gameplay angezogen werden. Zwischen „schlag drauf bis es besiegt ist“ und „lass dich nicht treffen“ gibt es auch immer mal einen tatsächlich hilfreichen Tipp.

Einen Teil der Sucht, die ich natürlich jederzeit hätte beenden können versprochen, läuft natürlich ähnlich der eines MMORPGs ab. Mal kurz ohne Mission auf die Insel ums Dorf gehen, um sich frei zu bewegen und dort einfach an den Gather Spots einige nützliche Items zu sammeln, um die Vorräte aufzufrischen. Die Farm oder Fischerboote organisieren. Und eben ein Quest nach dem anderen zu erledigen. Ein großes Monster wieder und wieder besiegen, bis man nicht nur richtig gut an ihm geworden ist, sondern auch die Materialien für die tolle neue Rüstung hat, in der man nicht nur cool aussieht, sondern auch das nächste große Monster einfacher besiegen kann. Um es dann wieder und wieder zu besiegen, um dessen Rüstung zu machen, mit Harvesting dazwischen, um die aufgebrauchten Vorräte wieder aufzustocken. Manche Leute werden bestimmt sogar so gut, dass sie eine Mission nur mit den dürftigen zu Beginn gegebenen Items schaffen, statt wie ich eigene Stacks an Mega Potions mitzubringen, um über die Runden zu kommen.

Genau das ist allerdings auch ein anderer Teil der Faszination am Spiel. Das „Git gud“. Zum ersten Mal eine Hunt-Mission anzunehmen, nach dem Ziel zu suchen, und dann im richtigen Areal angekommen eine coole kleine Ingame-Cutscene zu sehen, die das Monster einführt. Zu denken wie man es nur schaffen soll solch eine wilde Bestie zu besiegen. Und es dann einfach zu tun. Lernen was ausgewichen/geblockt gehört. Wann am besten angegriffen werden kann. Das Monster in die Knie zu zwingen. Gerade so nachdem man sich an seinem Potion-Konsum fast ertränkt hat doch das Monster zu besiegen, bevor man selbst ins Gras beißt. Und um die Materialen zu farmen direkt oder mit besserer Ausrüstung vom späteren Spielverlauf nach einiger Zeit zurückzukommen und langsam besser zu werden, oder direkt ein plötzlich so leichtes Spiel zu haben. Tatsächlich hat man die Kämpfe besser in Erinnerung, die nur knapp ausgegangen sind, oder wo man schon ein oder zwei Mal gegen das Monster verloren hat, statt diejenigen, die man mit relativer Leichtigkeit besiegen konnte. Auch wenn man zunächst geflucht und das Vieh verteufelt hat, die hart erarbeiteten Siege hinterlassen dann eben auch ein entsprechend vollbrachtes Gefühl.

Außerdem spielt es in den Erkundungsdrang hinein. Trotz der Quest-basierten Struktur. Ein neues Gebiet zum ersten Mal zu erleben, mit einer für die Wii schon sehr schönen Grafik, einer Welt die an ein abgestecktes Xenoblade erinnert – nur mit Harvest Spots, deren RNG nicht unterirdisch sind. Dass man die Insel außerhalb des Dorfes eben doch Quest-frei begehen kann, und die dort auftauchenden Monster sich immer mal wieder verändern. In einem recht einfachen Standard-Gather-Quest plötzlich von einem großen Monster überrascht zu werden. Als der Gigginox zum ersten Mal von der Decke fiel oder der Lagiacrus in einer frühen Mission einfach mal so reingeschwommen kam, und die epische „Oh shit, großes Monster“-Musik anfing, war ich doch echt überrascht. Dazu eine Storyline, die gerade ausgearbeitet genug ist, als dass die Quests doch nicht absolut beliebig aneinandergereiht wirken, aber den Hauptfokus der Hunts nicht ausbremst.

Mir hat es auch geholfen, dass Monster Hunter sich dabei nicht immer so absolut ernst nimmt. Es gibt genügend merkwürdige Animationen des eigenen Charakters, und die schrägen Tänze des KI-gesteuerten Mitstreiters Cha Cha. Seltsame Gespräche mit den NPCs. Das Highlight des Gamings überhaupt, nämlich ein Steak zu braten. Monster Hunter Tri gewinnt durch diese komödiantischen Anwandlungen definitiv was, statt nur schnöde „Jage Monster, erlege Monster, jage nächstgrößeres Monster“ zu sein.

Ich mochte sogar, dass Monster Hunter Tri gar nicht mal so viele Monster bietet. Mit knapp drei Dutzend ist das Spiel nämlich tatsächlich am unteren Ende der Franchise, wenn es um die Anzahl der Monster geht. Aber dafür wirkte für mich halt das Unterfangen auch absolut machbar. Letztendlich habe ich ja trotzdem circa 60 Stunden dran gesessen, es war also alles andere als kurz. Aber weil ich immer eine überschaubare Anzahl an Big Hunts vor Augen hatte, schien mir das immer ein erreichbares Ziel. Und auch wenn es viele Systeme in Monster Hunter Tri gibt, konnte man sich immer langsam darein einfinden. Beispielsweise kommt das Equipment auch mit Skills um die Ecke, die man zusätzlich mit Gems erweitern kann, sofern die Slots für sie da sind. Aber da jedes volle Set schon automatisch diverse aktiv hat, muss man sich die Sache nie unnötig kompliziert machen, wenn man das nicht will. Oder kann Dinge wie die Farm oder die Fischerboote auch wenn gewünscht erst Mal ignorieren.

Online fehlt mir halt, weil die Server bereits abgeschaltet sind und Offline Multiplayer gibt es wahlweise in Monster Hunter Tri auch nicht. Einige Veteranen würden natürlich damit auch prompt behaupten, dass ich nie Monster Hunter richtig erfahren habe, weil ich eben nicht mit anderen auf schwere High Rank Quests gegangen bin. War immerhin auch eine der Mitauslöser, warum die PSP-Teile in Japan so beliebt wurden. Aber erneut, gerade auch deswegen wirkte für mich immer alles überschaubar und machbar. Ich fühle mich zumindest nicht so, als hätte ich eine wichtige Komponenten verpasst und nur ein halbes Spiel erlebt. Ich bin vollkommen zufrieden und zur Franchise bekehrt aus dem Storyline Offline Single Player von Monster Hunter Tri gekommen.