Hallowiin: Escape from Bug Island

Escape from Bug Island hat in Japan den Titel Necro-Nesia und ein sehr dezentes Cover, mit der Großaufnahme eines Gottesanbeterinnen-Kopfes auf schwarzem Hintergrund. Sehr atmosphärisch, sehr stimmig, und sehr irreführend. So sehr sich über den käsigen neuen Titel für den Westen im hässlichen Font mit reißerischem Cover beschwert wurde, so viel ehrlicher ist das alles doch. Denn Escape from Bug Island als ernsten Survival Horror zu vermarkten tat dem Spiel sicherlich keinen Gefallen, weckt nur falsche Erwartungen, stattdessen ist das Ding ehrlich gesagt näher an D3s Simple-2000-Serien a la Earth Defense Force.

Wenn auch mit weniger Action, mehr Inhalt, und doch etwas mehr in die Richtung Survival Horror gehend. Zumindest vom Gameplay, die Handlung hat wenig Horror zu bieten. Was nämlich Escape from Bug Island passend zum West-Titel so schön zu emulieren versucht, sind schlechte amerikanische B-Monster-Movies aus den 50ern. Kann gut möglich sein, dass im Originalkonzept mal ein ernster Survival Horror voller Creepy Crawlers geplant war, doch irgendwann schwankte dass dann darauf um, schön bewusst blöd zu sein.

Es macht sich also ein Trio auf den Weg nach Bug Island. Michelle ist ganz untypisch Mädchen und liebt Insekten. So sehr, dass sie schon mal einen Unterarm-langen Tausendfüßler freudig quietschend umarmt. Hauptcharakter Ray hingegen ist nur dabei, um Michelle zu beeindrucken, obwohl er eigentlich ein ziemliches Weichei ist. Mike hingegen ist Muskeln ohne Köpfchen und akzentuiert wann immer er von etwas oder über jemanden spricht, in dem er mit seiner Schrotflinte darauf zeigt. Es kommt wie es kommen muss, und die Gruppe wird durch den Angriff von Rieseninsekten voneinander getrennt.

Im weiteren Spielverlauf von Rays Suche nach seinen Freunden wird er noch ein paar weitere Charaktere treffen, vornehmlich einen feigen Forscher und eine nuttige Millionärstochter, und es neben riesigen Insekten und Spinnen auch irgendwann mit Mädchen-entführende Gorillas oder Echsenmenschen zu tun bekommen. Ja, Escape from Bug Island bedient sich so einiger Monster schlechter 50er-Jahre-Horrorfilme, und bietet dazu passend bei den Cutscenes einen altmodischen Filmfilter und in der vereinzelt vorhanden deutschen Sprachausgabe passend brauchbare aber nicht überragende Leistungen (wahlweise auch Japanisch). Schlechte Special Effects gibt es im Prinzip sogar auch noch, denn das Spiel sieht aus wie ein Launch-Titel der PS2 statt der Wii.

Ganz besonders niedlich finde ich ja auch das Ray, wenn er länger vom Spieler ruhig stehen gelassen wird, aus Langeweile kurz pfeift, und sich davor selbst erschreckt.

Aber wie gesagt, dies ist alles so gewollt, und obwohl ich das für mehr als offensichtlich halte, so habe ich etwas das Gefühl bekommen, dass dies zu Release von vielen nicht so ganz verstanden war. Wer natürlich ein Resident Evil mit Insekten erwartet, der kann nur enttäuscht werden.

Zugegeben läuft in der Steuerung durch das Spiel nicht immer alles glatt, weil Escape from Bug Island Motion Controls nutzt und glaub ich dafür einfach zu viel unterbringen möchte. Die Wiimote oder den Nunchuck schwenken und Ray macht ein Ausweichmanöver nach links bzw. rechts. Aber auch um mit der aktuell ausgerüsteten Waffe eine Schlagkombination zu machen, muss mit der Wiimote gefuchtelt werden, und das unter gehaltenem B-Knopf, damit er eben keine Rolle nach rechts macht. Um fliegende/kriechende Gegner besser zu treffen kann dabei auch noch der Analogstick nach oben oder unten gehalten werden. Soll Ray allerdings etwas werfen (Stein, Molotov, Granate) oder mit einer der in der zweiten Hälfte des Spieles hinzukommenden Knarren schießen, muss mit A in den First-Person-Modus gewechselt werden, in dem sich mit Bewegen der Wiimote umgeschaut werden kann. B friert die Bewegung ein, damit nun beim Fuchteln nicht mehr wild die Blickrichtung gedreht, sondern besagtes Geschoss geworfen wird. Zuguterletzt darf mit dem richtigen Halten und Drehen der Wiimote an einigen Stellen über schmale Brücken balanciert werden.

Das ist alles ehrlich gesagt manchmal ein wenig komplizierter und härter auszuführen, als dies wünschenswert und über einen regulären Controller-Input ausführbar wäre. Gerade die Pistole/Schrotflinte habe ich bis zum letzten Endgegner links liegen lassen und auch mit Projektilen nur auf stationäre Ziele geworfen, weil das Umsehen in der Ego-Perspektive zu lange dauert, um ein bewegliches Ziel gut erfassen zu können. Auch gezielt nach oben oder unten Schlagen ist nicht immer so verlässlich wie gewünscht, ich nahm lieber Waffen, die von sich aus in einem weiten Bogen angegriffen haben.

Immerhin haben wir es schon mal nicht mit Tank Controls zu tun, oder zumindest fast nie, merkwürdigerweise wechselt das Spiel nämlich innerhalb der wenigen Häuschen auf jene. In denen gibt es allerdings keine Gegner, sondern in der Regel ein paar Items und einen Speicherpunkt, von daher kommen sie einem nicht sonderlich in den Weg. Und auch Heilgegenstände gibt es reichlich, zumindest solange man sich nach Früchten und Pilzen umschaut. Zweischneidiges Schwert jedoch: Zur Sicht im Nebel hilft das Einschalten der Taschenlampe, die aber auch die Insekten auf einen aufmerksam macht.

Woran ich mich als alter RPGler sowieso bei solchen Spielen gewöhnen muss ist, dass es keinen Grund gibt jeden Gegner umzubringen. Gibt ja keine Erfahrung/Geld/Items, was also nicht im Weg ist, kann auch ruhig umgangen werden. Wobei Escape from Bug Island einen schon etwas entlohnt, getötete Gegner hinterlassen nämlich violette Kristalle. Die glaub ich in NG+ irgendwas freischalten, in meinem ersten Durchlauf gab es durch sie zumindest nichts. Der war mit 7 Stunden auch von ziemlich gewohnter Länge für Genre, wobei einen das Spiel mit nicht allzu großen Veränderungen doppelt durch die Areale schickt, weil Zeitreisen auch noch irgendwo in die Blödsinnshandlung eingebaut werden muss. Die Spielzeit strecken kann man zusätzlich, in dem in jedem der Areale je drei Challenges erledigt werden können, die sich zusammen mit anderen Dingen am Spielende auf den Rang auswirken. Das gibt dem Spiel fast einen Arcade-igen Vibe, denn prinzipiell ist damit die durchgängige Story in kleiner Happen unterbrochen, die jeweils das Können des Spielers an gewissen Gesichtspunkten wie getötete Gegner, Beendigungsschnelligkeit, Game Overs etc. messen, und dies auch direkt nach jedem Areal so zeigen, statt erst ganz am Spielende mit dem Rang anzukommen.

Am Ende bleibt mir nur zu sagen, dass ich auch bei Escape from Bug Island ein wenig das Gefühl bekam, dass der extreme schlechte Ruf ein Stück weit unverdient ist. Erneut liefert das Spiel eigentlich genau das auch ab, was es versprechen wollte. Ja die Handlung und Charaktere sind dämlich, ja das Ding ist absolut nicht unheimlich, ja die Grafik ist schlecht. Aber all das, weil es einen schlechten Monsterfilm emulieren will. Das muss man nicht mögen, zumal wie gesagt auch die Steuerung der ganzen Sache wenn auch nicht wirklich total schlecht so doch ein wenig hakelig sein kann, aber die Erwartungshaltung ans Spiel war glaub ich bei vielen einfach die falsche. Ist Escape from Bug Island ein gutes Spiel? Nein. Sollte mehr als 10-15€ für ausgegeben werden? Nein. Aber es ist durchaus brauchbar, wenn man denn dem Stil was abgewinnen kann.

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Shark Week V – Mega Shark vs Kolossus

ava-2025Sharknado ist nicht der einzige Asylum-/SyFy-Trash, der gemolken wird, bis die Milch austrocknet. Sharktopus hat in 2014 und 2015 jeweils schnell ein Sequel nachgereicht bekommen, und auch Mega Shark läuft weiterhin. Nach vs Giant Octopus in 2009 und vs Crocosaurus in 2010 erwachte er erneut aus seinem Schlummer für vs Mecha Shark in 2014 und vs Kolossus in 2015.

Okay, also, es gibt mal wieder einen neuen Megalodon, obwohl das Militär dachte alle ausgerottet zu haben, weil sie jegliches Eis auf der Erde nach weiteren abgesucht haben. Ok. Aber der aus dem letzten Film hat sich vorher asexuell selbstbefruchtet, und aus dem Ei ist halt ein neuer geschlüpft. Und der greift jetzt wild um sich Schiffe an. Ach ja, und die Welt ist was Ökonomie und Regierung angeht am Auseinanderbrechen, zumindest wird uns das in den ersten Minuten gesagt, bis der Film es dann für den Rest vergisst. Ein Apex-Prädator in den Meeren zu haben hat echt enorme weltweite Auswirkungen in diesen Filmen.

Aber der Megalodon ist nicht unser einziges Problem, irgendwo in der ehemaligen UDSSR gab es einen Kampf-Koloss, der auf einer Super-Duper-Energiequelle, die eigentlich das Leben der Menschen im Ostblock erleichtern sollte statt für Massenzerstörungswaffen eingesetzt zu werden, läuft, und beim Handel damit wiedererweckt wird.

Und irgendwie haben wir jetzt zwei Geschichten, eine mit zwei Wissenschaftler mit der üblichen Schoße, dass einer den Megalodon ausschalten, die andere ihn allerdings nur fangen und studieren will. Ein reicher Definitiv-Bösewicht unterstützt sie mit viel Hightech, während der männliche Wissenschaftler beim Militär abhängt, mit einem zu ziemlich vielen Opfern bereiten Anführer. Und auf der andren Seite haben wir eine Superagentin, die dem Energiehandel einen Riegel vorschieben sollte, und sich zu Recht für die Reaktivierung des Titans verantwortlich fühlt, und nun einen Weg findet den aufzuhalten.

Irgendwann in den 85 Minuten kloppen sich die beiden Viecher auch sogar mal für so 2 davon, aber die meiste Zeit lassen sie sich ziemlich in Ruhe, genau genommen ist der Attack on Titan ziemlich nebensächlich, es geht wesentlich mehr um den Mega Shark hier im Film, wahrscheinlich weil Asylum sich mit jener Thematik im mittlerweile vierten Film besser auskennt, denn vom Plot her hat sich mal wieder nicht wahnsinnig viel geändert.

Aber das ist ja auch egal, Mega Shark vs. Kolossus ist mittlerweile der wohl unterhaltsamste der Mega Sharks, die sowieso erst ab dem vorigen Teil vs Mecha Shark schaubar geworden sind. Das Schauspiel ist durch die Bank weg immerhin passabel, das Ding ist relativ ernst aufgezogen sich aber seiner eigenen Dummheit dabei voll bewusst (was dem Vorgänger etwas abging), und es kommt zu reichlich Action mehr oder minder nonstop. Lässt sich gut ertragen der Film, auch wenn er eben was an Logik und Handlungsstruktur angeht auf wackeligen Beinen steht, und die Effekte gewohnt unter aller Sau sind, aber mit anderen Erwartungen geht man in diese Filme auch gar nicht rein.

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Shark Week V – Sharknado 3

ava-2023SyFy zeigt nicht nur jedes Jahr im Sommer Monsterhai-Filme, sondern hat seit vier Jahren auch die Tradition, zu jener Zeit einen neuen Sharknado im TV zu zeigen, nachdem der erste Teil ein echter Überraschungshit war. Somit ist die Franchise dieses Jahr schon beim vierten Film angekommen, statt einen zu überspringen, hab ich mir aber natürlich dennoch erst Mal letztjährigen Eintrag Sharknado 3: Oh Hell No! reingezogen.

Ich mein, SyFy und Asylum sind schon nicht dumm. Sharknado ist sicherlich keine Franchise mit Prestige oder Langzeitwert, von daher spricht hier im Gegensatz zu eventuell manch anderer kaputt-sequelierten Reihe wenig dagegen, die Dinger jährlich rauszuhauen, solange das Eisen heiß ist. Irgendwann müssen den Leuten doch mal die trashigen Z-Haifilme zum Halse raushängen. Also jährlich ein Sharknado, also schnell ein Spiel, eine Doku und mit Lavantula (Lava + Tarantula) eine Zweitfranchise schaffen. Und schnell erkannt, dass diese Filme hauptsächlich davon leben, diesen Blödsinn betrunken mit Freunden zu schauen oder alternativ im Internetzeitalter live zu tweeten. Deswegen binden sie auch gern die Zuschauer ein, der Untertitel des zweiten Teiles wurde vom Publikum entschieden, und ob der Charakter von Tara Reid das Finale von Sharknado 3 überleben wird, darüber durfte auch abgestimmt werden – wer wissen will, ob er zur Mehrheit gehört, muss bei Sharknado: The 4th Awakens erneut einschalten.

Und immerhin, dadurch das Sharknado genau auf das richtige Zielpublikum ausgerichtet doch ein größeres Ereignis war und immer noch ist, als der Groß ähnlicher Z-Monster-Trash-Filme, haben die Filme auch ein gewisses höheres Budget. Natürlich sind sie immer noch schlecht geschauspielert, das gehört sowieso zum Konzept, und so wirklich gute Akteure kauft man sich halt nicht ein, aber eben doch viele mehr-oder-minder-bekannte Gesichter. Wer zumindest schon ein wenig älter ist, wird viele Deja-vus erleben, allerdings zu so einigen Gesichtern wahrscheinlich nicht wirklich den Namen auf der Zunge haben, weil viele eben früher mal eine Karriere hatten… so vor 10-20 Jahren… und auch das nur im TV. Neben einer Tara Reid, die ja sogar kurzzeitig in Kinofilmen zu sehen war, haben wir eben so Leute wie Ian Ziering aus dem Original Beverly Hills 90210, oder Frankie „Malcom Mittendrin“ Muniz, die sich für nichts zu schade seiende Kultfigur David Hasselhoff, 5 Sekunden einen George R.R. Martin, sogar noch kürzer ins Bild gehalten unseren SchleFaZ Oliver Kalkove, und gefühlt weitere 2 Dutzend Ehemals- bis Auch-jetzt-noch-C-Promis, die hauptsächlich kurz ins Bild gehalten werden, wenn sie ganz viel Glück haben sogar noch ein paar Sätze haben und sogar mehrere Minuten Screentime bekommen, bevor sie von einem Hai umgeflogen und gefressen werden.

Und auch mehr Budget für FX haben wir. Nein, auch hier sieht weiterhin alles schrecklich dilettantisch aus, erneut wahrscheinlich auch einfach ein Stück weit beabsichtigt, aber selbst ein Sharknado ist halt noch eine SyFy/Asyulum-Produktion, und da bedeutet „vergleichsweise hohes Budget“ immer noch nicht so sehr viel. Dafür verteilt man es statt auf Qualität eben auf Quantität. Es vergehen keine zehn Minuten im Film, ohne dass ein Sharknado in die aktuelle Kulisse kracht, Gebäude zerstört werden, und es Menschenfresser-Fische regnet. Alles schlechtes CG, inklusive des Blutes, und alle Opfer fallen im Prinzip unmotiviert auf den Rücken, und jemand hat halbherzig nen CG-Hai nachträglich draufgeklatscht, statt das dies hier wirklich physikalisch, brachial, eben nach Einschlag wirken würde. Aber man bekommt schon viel Wind und Hai in der Haiwindhose geboten.

Eine Geschichte hat das Ding natürlich auch, dafür interessiert sich zwar keiner, und das auch nicht so wirklich die Schreiber, aber theoretisch ist sie da. Man hat sich halt von Jaws inspirieren lassen. Insofern als das die Sharknados tatsächlich die immer Lebend herauskommende Familie Shepard zu stalken scheinen. Die sind diesmal übers Land verteilt – Fin bekommt in Washington vom Präsidenten eine goldene Kettensäge für seine Sharknado-Abwehr-Heldendienste geschenkt, seine Tochter ist im Universal Park (der Film nimmt sich natürlich die Gelegenheit, sowohl deren Twister– wie Jaws-Attraktion ins Bild zu halten), während der schwangere Charakter von Tara Reid wieder woanders in einem Cafe nicht-schauspielert. Und überall tauchen prompt Sharknados auf, bis Fin sogar mit seinem Don’t hassel the Hoff Vater in den Weltraum fliegen muss, um sie diesmal aufzuhalten. Inklusive Haien im All versteht sich, noch nicht mal dort ist man mehr vor Sharknados sicher.

Und das ganze ist gewohnt übertrieben, gewohnt self aware mit einigen sogar recht amüsanten Sprüchen, gewollt trashig, diesmal noch ein wenig unzusammenhängender als zuvor, aber irgendwo Laune macht auch der dritte Sharknado. Auch wenn man manchmal sich dabei erwischt, abgeschaltet und kaum was mitbekommen zu haben, was in der letzten Szene geschehen ist. Ist bei so einem Film nicht weiter wild, zeigt aber, dass man das ganze Spektakel doch langsam etwas überdrüssig wird.

Aber vormachen tue ich mir nichts, Sharknado: The 4th Awakens werd ich mir auch sicherlich irgendwann noch reinziehen. Ich hoffe nur mal, alle haben schön brav #AprilDies gehashtagged, als das noch ging. Denn Tara Reid hat sich mal wieder entschieden so zu schauspielern, wie in allen Filmen seit American Pie: Nämlich gar nicht. Andere „Stars“ mögen schlechte Schauspieler sein, aber Frau Reid versucht es irgendwie gar nie erst. Sie nuschelt ihre Sätze in einer Monotonie dahin, es ist echt erschreckend. Sharknado ohne Tara Reid wäre gleich noch ein Stück besser.

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Elvira

ava-1870Cassandra Petersons Kunstfigur Elvira, Mistress of the Dark, hat es ziemlich schnell von einer kleinen B-Horror Hostess zu einem Pfeiler modernen Americanas geschafft. Elvira’s Movie Maccabre lief immerhin durchweg in den 80ern und brachte es auf über 100 Episoden, zwei Revivals im neuen Jahrtausend, etlichem Merchandising, zwei Adventure Games von Horror Soft, und diversen Gastrollen in TV und Film. Aber auch zu zwei Kinofilmen mit ihr als zentraler Akteurin.

Das schlicht Elvira: Mistress of the Dark genannte Filmchen von 1988 ritt dabei auf dem Popularitätshoch der Figur, schaffte es aus diversen Gründen jedoch nicht, sonderlich profitabel zu sein. Es ist auch kein sonderlich guter Film. Nein, lasst mich zurückrudern, denn „gut“ will der Film eh nicht sein, immerhin bot uns Elvira im TV diverse so-schlecht-das-es-vielleicht-gut-ist B-Movies dar, und dementsprechend soll auch ihr Film nicht wirklich „gut“ sein, sondern unterhaltend blöd. Das sieht man der Figur Elvira an sich ja schon an, immerhin ist sie keine klassische Spukgestalt, sondern mehr die Drag Queen Variante von Morticia Addams – laut, schrill, punkig, nicht auf den Mund gefallen, aber mit jede Menge Sprücheklopferei, die bewusst nicht unbedingt zündet.

Das Hauptproblem des Filmes ist wohl, dass es eine echt langweilige „Fish out of water“ Handlung ist. Elvira kündigt ihren Job, aber für ihren großen Las-Vegas-Traum fehlt ihr die Kohle. Unglaublich perfekt passend zufällig, wie sie selbst in die Kamera bemerkt, flattert ihr da ins Haus, dass ihre Großtante gestorben ist und ihr was vermacht hat. Leider ist es allerdings nur das vermoderte Haus, der Pudel, und ein wertloses Kochbuch, dass der Großonkel gern abkaufen würde.

Die erste Hälfte des Filmes vergeuden wir nun damit, zuzusehen, wie die schrille Elvira sich mit dem Spießbürgertum der Kleinstadt reibt. Ein unglaublich langweiliger Love Interest und die rebellische Jugend sind natürlich von ihr begeistert, aber der Rest will sie los werden. Am Ende sehen natürlich alle ein, dass mal richtig aufgemischt zu werden genau das war, was ihrem verfahrenen Lebensstil gefehlt hat, und entschuldigen sich ordentlich für die Sache mit der Beinahe-Hexenverbrennung und so.

Ach ja, halb durch die Komödie kommen aus dem Nichts dann nämlich doch ein paar Horrorelemente, denn das Kochbuch ist ein Zauberbuch, und Elvira stammend aus einer Linie von Hexen, und er Onkel will böses damit treiben, und die Fackel-schwingenden Dorfbewohner Elvira auf dem Scheiterhaufen verbrennen und der ganze Kram. Es wird doch ziemlich hektisch und unaufgeräumt aufs Finale, nachdem sich der Film vorher so viel Zeit der Langeweile hingegeben hat.

Ich denk das ist wirklich das Hauptproblem des Filmes. Nicht das er ziemlich blöde ist, denn das ist ja gewollt. Sondern das er einfach etwas langweilig ist. Die Horrorelemente kommen zu spät und sind zu aufgesetzt, der größerer Teil der Rebellin, die mit den Spießbürgern aneinander gerät zu 08/15, und das ganze Ding an sich nicht wirklich witzig. Nicht mal Elvira an sich. Die ist charmant, das schon, aber so wirklich witzig sind ihre Sprüche nicht.

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Vielleicht wäre es auch einfach viel besser gewesen, wenn man Elvira in einen Plot verpflanzt hätte, der näher an den ganzen B-Horror-Filmen ist, die sie in ihrem Movie Maccabre gern dargeboten hat. Dachte sich wohl auch Cassandra Peterson, und ließ 2001 Evlira’s Haunted Hills finanzieren.

Diesmal spielt das Ding in 1850 in den Karpaten, alles sehr auf den Hammer Horror der 60er und 70er getrimmt. Und mit einer Elvira, die einfach Elvira ist. Sprich immer noch die enorme Haarspray-Frisur, immer noch das dicke Make-Up, immer noch die Valley-Girl-Sprachmuster mit jede Menge Andeutungen an Popkultur eines Jahrhunderts, dass noch gar nicht stattgefunden hat.

Ich muss zugestehen, eine Szene fand ich echt witzig. Nämlich wenn der attraktive Stallbursche das erste Mal den Mund öffnet und schrecklich offensichtlich über-synchronisiert ist. Was den Humor des Rests des Filmes angeht… eh. Natürlich gibt es ordentlich Referenzen an Hammer Horror, mit dem ich mich zugegeben auch nicht so auskenne, aber Zitate aus B-Movies unterzubringen macht sie nicht automatisch witzig. Und der Großteil des Humors einer Elvira lässt sich auch schon im Titel finden: Tittenwitze und Doppeldeutigkeiten. Erneut, der Film ist bewusst schlecht, die Witze sowieso, und ganz einfach der Eifer, mit dem Peterson ihre Elvira darbietet absolut gegeben… aber erneut ist auch Haunted Hills einfach etwas langweilig.

Schon alleine deswegen, weil einen Großteil des Filmes über nicht wirklich was passiert. Erst am Ende kommt dann der rachsüchtige Geist, und die vom Wahnsinn gezeichnete Familie, und der Folterkeller im Spukgemäuer zusammen, den Großteil des Filmes hingegen haben wir wieder Comedy, und zwar welche, die mich nur selten erheitern konnte.

Und damit verbleibe ich, die beiden Elvira-Filme wären welche, die sich für Elvira’s Movie Maccabre gar nicht mal anbieten würden, zum einen weil sie natürlich freiwillig statt unfreiwillig blöde sind, was immer etwas den entsprechenden Charme missen lässt, aber auch weil sie gar nicht interessant genug sind, um sich groß drüber lustig machen zu können.

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Shark Week IV – Sand Sharks

ava-1721Eine der Fragen, die sich bei solchen Haifilmen immer stellt, ist warum die Charaktere wiederholt ins Wasser gehen, selbst nachdem die Bedrohung klar geworden ist. Und dann gibt es Filme, die sich denken, wenn die meisten Haifilme eh dämlich hoch Zehn sind, warum die Tiere überhaupt noch auf ihren natürlichen Lebensraum beschränken, und nicht doch lieber gleich Leute an Land folgen zu können.

So eben auch Sand Sharks, bei dem die wiedererweckten, prähistorischen Haie eben nicht nur im Wasser schwimmen, sondern ihren Opfern auch an den Strand folgen können. Abgesehen davon ist der Film ziemlicher Standard. Wir haben eine Inselstadt mit einem Sheriff, der die Haie jagt, dabei Hilfe von einer Forscherin bekommt. Außerdem einen Bürgermeister und dessen nichtsnutzigen Sohn, der eine Spring Break Feier veranstalten will, um die Konjunktur des Städtchens wieder anzukurbeln, wofür natürlich die Strände offen bleiben müssen.

Doch das scheint alles Teil des Plans zu sein, denn Sand Sharks kommt häufig vor wie eine Parodie aufs Genre, gerade dahingehend, warum er so viele Klischees aus jenen Filmen benutzt, und sie teilweise auf den Kopf stellt, häufig aber echt einfach wie üblich einsetzt, um zu zeigen wie doof viele davon eigentlich sind. So ist die Schwester des Sheriffs direkt felsenfest davon überzeugt, dass es ein Haiangriff war, obwohl der Kopf des ersten Opfers viel zu weit vom Wasser entfernt liegt. Die aufgebrachte Menge bei der Stadtversammlung bedrängt den Sheriff zunächst etwas gegen die Angriffe zu machen, doch als er dann die Strände sperren lässt, damit niemand mehr in Gefahr kommt, beschweren sie sich genauso sehr, da dies ja ihre Lebensader ist.

Dadurch, dass sich Sand Sharks zwar über die Gepflogenheiten des ausgelutschten Genres lustig macht, dies aber nicht im penetrant ständig in die Kamera winkenden Stil, sondern relativ trocken und die Sache ziemlich ernst spielend, würde ich es eigentlich schon ganz gern mögen. Doch irgendwie ist es dann doch nicht wirklich witzig. Es ist so eine Art ich weiß was hier versucht wird, aber ganz auszahlen tut es sich nicht. Einfach alle üblichen blöden Einfälle des Genres aneinander zu reihen, ergibt für mich halt keinen Witz dahingehend, wie doof die üblichen Einfälle sind, sondern macht abgesehen von einem Lacher hier oder dort eben doch weite Strecken über einen ziemlich dummen und vor allem gehabten Film.

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Shark Week III – Sharknado 2

ava-1651Nach dem Sharknado in LA sind Fin und seine Ex-Frau April richtig berühmt geworden. Sie hat ein Buch geschrieben, er ist der Held des Tages, der alle gerettet hat. Und auf dem Flug zu einer Signierstunde und Familienzusammenkunft in New York kann er direkt erneut den Held spielen, denn das Flugzeug kommt doch direkt in den nächsten Haisturm! Haie überall, die in die Fluggäste und den Kapitän propellert werden, weswegen Surferboy Fin zeigen kann, dass er doch tatsächlich einen großen Passagierflieger sicher inmitten eines Sturmes voller Meerestiere landen kann.

Glücklicherweise verliert April dabei eine Hand, was dazu führt das Tara Reid dankenswerterweise nicht so viel im Film „schauspielern“ kann, sondern für den Mittelteil ins Krankenhaus abgeschoben wird. Außerdem kann sie im Finale, wenn überall Haie auf New York niederprasseln, die Bevölkerung mit Kettensägen, Baseballschlägern, Molotov-Cocktails zurückkämpft, vor dem abgetrennten Kopf der Freiheitsstatue geflohen werden muss, dadurch mit einem improvisierten Kreissägen-Arm antreten.

The Asylum ist über die Jahre wirklich weit gekommen. Nicht in Qualität versteht sich, aber was das Budget angeht. Natürlich ist immer noch alles extrem low budget anzusehen, aber es gibt schon einen Unterschied zwischen den ersten Filmen wie Mega Shark vs. Giant Octopus, wo man selbst die billigen CG-Tiere nur für gut 2 Minuten der 100 Minuten Laufzeit zu sehen bekommt, gegenüber den aktuelleren Streifen, bei denen der Einsatz von CG fast genauso schlecht aussieht, aber es immerhin viel mehr davon gibt. Zu lang für was sie sind finde ich die Filme zwar meist immer noch, sogar den ersten Sharknado – deren bis dato wohl bestes Output – aber es ist immerhin schon mal voller Action und Hai-Sichtungen, trotz dem vergleichsweise immer noch Taschengeld-Budget von 1-2 Millionen.

Aber Sharknado war dank der modernen Internet-Kultur, in dem jeder besonders sein und als erster das kräzi Zeug entdecken will, ein enormer Hit geworden, und so war Sharknado 2: The Second One (ugh, der furchtbare Titel war btw ein Voting, um mal zu zeigen, was jene Internet-Kultur für witzig hält) ein ziemlich groß aufgezogenes Ereignis, mit gefühlt 300 Cameos von US-C-Promis bestückt, Sharknado 3 ist bereits für nächstes Jahr angekündigt.

Und tatsächlich ist Sharknado 2 der erste Asylum-Film, der für mich keinerlei Längen hatte, obwohl er die üblichen 90 Minuten einnimmt. Er bekommt die für mich richtige Balance hin ziemlich dämlich und over the top zu sein, ohne dabei ständig mit einem übertrieben-nervigen Augenzwinkern das Publikum mit der Nase draufzustoßen, wie bewusst dämlich man doch hier ist. Es gibt nur sehr wenig Downtime, sondern ständig fliegt jemandem ein Hai um den Kopf, oder die kleine Familie flieht, oder bereitet sich auf einen Gegenschlag vor. Extrem dämliche, aber auch ziemlich gute Unterhaltung – wenn man mit diesem Trash was anfangen kann.

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D-War

ava-1547Möhr Drachen, fuck yeah! D-War, auch bekannt als Dragon Wars oder D-War: Dragon Wars, um beides gleich miteinander zu verbinden, ist ein Südkoreanischer Film, auch wenn man ihm das fast nicht anzusehen mag. Denn er spielt fast komplett in Amerika mit kaukasischen Akteuren.

Es ist so, dass es eine Legende gibt, nach der alle paar Jahrhunderte ein Mädchen geboren wird, deren Berührung Schlangen in Drachen verwandeln kann. In der letzten Inkarnation hat jene sich verliebt, dann kam eine böse Armee an, hat alles mit ihren auf Sauriern angebrachten Kanonen bombardiert, weswegen sich die beiden Liebenden lieber umbrachten, als dazu gezwungen zu werden, die böse Riesenschlange in einen allmächtigen Drachen zu verwandeln.

Ethan ist die Wiedergeburt jenes Mannes, Sarah die des Zaubermädchens. Und er ist damit beauftragt, sie zu beschützen, wofür er sie allerdings zunächst ausfindig machen muss, was er erst jetzt, 15 Jahre später in Angriff nimmt, weil… warum war das noch mal? Ach ja, weil er an einer Unfallstelle eine große Schlangenschuppe entdeckt hat, die zur bösen Riesenschlange gehört.

Er findet sie dann auch, aber die böse Riesenschlange ist dann auch schon auf deren Fersen und jagt die beiden durch L.A. Und derweil hat der Anführer der Bösen, den die beiden in Alpträumen bereits gesehen haben, zur Not gleich auch noch seine ganze Armee aus schwarzen Rittern auf Dinosauriern, den Kanonen-Dinos und auch kleinen Drachen rüber gebracht, damit sie beim Auffinden helfen. Wie auch immer eine ganze Armee beim Kampf gegen die US-Army in Downtown L.A. das schaffen soll. Aber die Riesenschlange hat eh ein gutes Näschen, oder besser gesagt Züngchen, weil Schlangen ja darüber „riechen“, so dass sie die beiden immer wieder aufspürt, egal an welche neue Lokalität sie zwischen zwei Cuts gewarpt sind. Und irgendwie gelangen die dann auf das Dach des großen Hochhauses im Zentrum der Stadt, dessen Namen nie jemand weiß, aber L.A. hat halt kein ikonischeres Gebäude. Und dort stellt die Riesenschlange sie, aber dann sind sie doch wieder in den Straßen, nur um anschließend in eine Fantasywelt a la Mordor zu sein. Wie gelangen sie da noch mal hin? Auf jeden Fall benutzt Ethan dort sein Amulett, um die ganze Böse Armee zu pulverisieren, was er vielleicht schon mal etwas früher hätte machen sollen, aber die böse Riesenschlange ist noch da, jedoch schaltet sich dann aus dem Nichts eine gute Riesencobra ein, die mit ihr kämpft, was etwas verwirrend ist, weil die beiden Viecher genau gleich aussehen, nur das die gute etwas heller ist. Und Sarah opfert sich, um die Gute Schlange in den Drachen zu verwandeln, und damit ist alles gut, weil die böse Riesenschlange besiegt wird und wenn Ethan dann auch irgendwann mal den Weg alles Vergänglichen geht, sehen sich die beiden ja in der Nachwelt eh wieder.

Ach ja: Spoiler.

Wenn meine komplette Handlungsbeschreibung etwas wirr klingt, dann liegt das daran, dass D-War ein verdammt wirrer Film ist, was etwas bizarr ist, da er auch unglaublich konventionell ist. Die Handlung geht immer grundsätzlich in die Richtung, in der man sich denken kann, dass sie dorthin als nächstes gehen wird, aber die einzelnen Szenen wirken dabei dennoch irgendwo zusammenhanglos, der Schnitt des Filmes ist einfach merkwürdig, so das man sich ständig fragt, warum die jetzt wo genau sind, tun was sie tun, und ob man nicht versehentlich zwei Brückenszenen übersprungen hat. Erstaunlich verwirrend, dafür das der Film keinerlei Originalität bietet, sondern fröhlich Einklauen geht. Die Szenen mit der schwarzen Armee schauen genau wie das Finale aus, als wären sie direkt aus einem Herr der Ringe Knockoff, dazwischen haben wir Szenen, die direkt aus einem höher budgetierten Asylum-Monsterfilm stammen könnten, und für die gewisse Würze gibt es auch noch ein wenig Drahtseilakrobatik a la Tiger and Dragon in den Flashbacks.

Aber das der Film wahrscheinlich ziemlich dämlich wird kann man sich schon denken, sobald man das Cover mit der riesigen CG-Schlange, die am Wolkenkratzer hängt, sieht. Was für einen Unterhaltungswert bietet denn D-War letztendlich, wenn man das Hirn ausschaltet und das Popcorn mit Bier runter spült? Nun, ist schon ganz ok. Das Schauspiel ist leider ziemlich tot, statt erheiternd-schlecht, aber die CG-Biester sind ziemlich cool und es geht auch schön viel zu Bruch oder hält spontane Explosionen parat. Das die Kontinuität so wirr wirkt, dämpft das Vergnügen halt etwas, weil im Versuch die Lücken zu brücken das Hirn eventuell doch wieder anspringt und man den ganzen Blödsinn nicht mehr ganz so gutherzig hinnehmen kann.

Bleibt also etwas zwiespältig, aber soweit trashige Riesenmonster gehen, ist D-War immerhin unterhaltsamer, als 95% der Asylum und Syfy Produktionen, und auch besser als die langweiligeren Einträge der Kultfavoriten Godzilla oder Gamera – jedoch weit davon entfernt wirklich unter den besseren Filmen gezählt zu werden. Somit ist und bleibt die beste südkoreanische Monsteraction The Host vorbehalten.

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Shark Week – Sharknado

ava-1531Natürlich. Wie könnte es auch anders sein, als Sharknado diese Woche zu inkludieren. Als alle bereits von den billig-trashigen Hai-/Monsterfilmen, die uns The Asylum, der SyFy-Channel und Co. über die letzte Dekade entgegengeworfen haben, ziemlich ermüdet waren, war es jener Film, der das Internet letztjährig wieder in gewaltige Unruhe brachte. Einem solchen Titel kann man einfach nicht widerstehen, auch wenn ich natürlich mal wieder nicht zeitig auf dem Bandwagon gelandet bin.

So bringen uns also The Asylum in Zusammenarbeit mit SyFy einen Film, der nicht nur eine Menge Killer Sharks verspricht, sondern gleichzeitig einen Naturkatastrophenfilm mit reinhaut. Denn ein Sturm zieht auf an der Küste von LA. Zunächst wird die halbe Stadt überflutet, so dass hunderte Haie einfach mal so durch die Straßen schwimmen, in Pools auftauchen, mit Druck aus der Kanalisation raus geschleudert werden. Und immer ziemlich treffsicher auf Menschen landen. Dann wiederum ist Los Angeles eine Millionenmetropole und somit Opfer zu treffen nicht sonderlich schwer – ob die kalifornische Küste wiederum ein solches Haivorkommen hat, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Doch das ist natürlich nicht alles, während unser Hauptcharakter mit seinen Freunden also noch dabei ist, seine Familie evakuieren zu wollen, tauchen drei Wasserhosen auf, die ebenfalls jeweils ein paar hundert Haie aufgesogen haben, und nun wie Torpedos auf die Bevölkerung abfeuern. Was bleibt einem da schon übrig, als sich mit Knarre, Kettensäge und selbstgebauten Bomben zu bewaffnen, und dem Sturm Auge um Auge entgegen zu treten?

Ich mochte Sharknado. Etwas overhyped mag er eventuell schon sein, denn der richtig verrückte over the top Scheiß passiert mal wieder erst auf die finalen 20 Minuten, wenn die Sharknados wirklich auf Land stoßen und unsere Protagonisten gegen feuern, so dass ich wie so häufig bei diesen bewussten Trash-Filmen der Meinung bin, eine knackige Stunde Spielzeit hätte es auch bereits getan, aber Sharknado ist definitiv die bisher beste Asylum-Produktion, die ich zu Gesicht bekommen habe.

Denn Sharknado macht Spaß. Nicht nur beim Zuschauer, sondern es kommt auch so rüber, dass die Leute hinter der Produktion richtig demente Laune an dem Teil hatten. Denn wenn man schon einen saublöden Haifilm macht, dann kann man doch verdammt wenigstens den besten schlechten Film machen, der drin ist. Und das war bisher immer mein Problem mit den meisten Produktion vom Asylum und Syfy, nämlich das sie so halbherzig hingerotzt wirken, als hätte keiner die Dinger wirklich machen wollen.

Hier war aber jemand am Werk, der mehr davon versteht, warum es gewisse B-Movies zum Kultstatus schaffen, obwohl sie schlecht gemacht und strunzdämlich sind. Die Charaktere lassen also jede Menge corny Catchphrases hier und dort los; machen die unmöglichsten One Liner Jokes; sind permanent auf der Flucht vor Wasser, Wind und Haien; improvisieren Evil-Dead-ähnliche Waffen, und bekämpfen die Windhosen damit, dass sie sie kaputt bomben; während aus jeder Pfütze und Wasserrinne ihnen Haie entgegen geworfen werden, bis sie am Ende tatsächlich vom Himmel regnen. Kurz und knapp, Sharknado ist schon eine gewisse Gaudi.

sharknado

Zeiramming!

ava-1481Das erste Mal von Zeiram überhaupt gehört habe ich damals über die Anime-Serie, durch die ich so nebenbei mitbekommen habe, dass es da ältere Filme gibt, auf denen sie basiert. Ich machte mir jedoch nie die Mühe, jene zu schauen. Allerdings sind die beiden wohl kleine Kult-Klassiker was Low-Budget SciFi-Horor aus Japan angeht. Solange ich noch nicht tot bin, ist natürlich immer Zeit was nachholen zu können, so geschehen nun wenig überraschend mit den Filmen eben.

Der erste Zeiram ist dabei wirklich sehr schlicht aufgebaut. Zeiram ist seinem Space-Gefängnis entkommen und auf dem Weg zur Erde. Kopfgeldjägerin Iria und ihre Computer-AI Bob haben den Auftrag angenommen, ihn wieder zu fangen. Da die Erde dummerweise ein bewohnter Planet ist, müssen sie dafür eine Schutzzone aufbauen, die sozusagen in paralleler Dimension der Stadt angesiedelt ist, in die keine Lebewesen eindringen können (wer X von Clamp kennt denke einfach mal an deren Bannkreise, wodurch sie auch mitten in Tokyo kämpfen können, ohne dass es eine Auswirkung auf die Bevölkerung hat). Dummerweise sind zwei Arbeiter des E-Werks auf den Weg zu investigieren, warum in einer abgelegenen Fabrik Strom gezapft wird, und geraden so durch einen Teleport zusammen mit Iria in die Kampfzone gegen Zeiram.

Der erste Film ist ein wenig so-so, durchaus ziemlich sympathisch, aber nicht immer super spannend. Seltsam wäre beispielsweise, dass man erwarten würde, hier coole Kämpfe Iria vs. Zeiram geboten zu bekommen, aber das Mädel ist tatsächlich nur in den Anfang und das Ende involviert, dazwischen wird sie aus der Kampfzone geschleudert und muss erst Mal einen Weg zurück finden, wodurch einen Großteil des Filmes die beiden menschlichen Idioten ausmachen, die Kopflos vor Zeiram fliehen. Zugegebenermaßen sind die Kerle nicht komplett unnützes und nerviges Comic Relief, sondern sogar recht erträglich, aber ich war doch überrascht, nicht so viel Action geboten zu bekommen, wie ich reingehend erwartet hätte. Dafür ist das Design echt cool, mit dem großen Pilzköpfigen Zeiram, der in Wirklichkeit eigentlich die unheimliche No-Maske oben drin ist, und so einige coole Transformationen durchmacht, wenn er besiegt erscheint, aber doch weiter vordringt. Die Effekte sind eben wegen dem fehlenden Budget nicht immer die besten, besonders die fehlende Glaubwürdigkeit der Interaktion mit dem Stop-Motion Zeiram gegen Ende und den anderen Charakteren, aber ein stimmiges Design und coole Atmosphäre machen das weitestgehend wett. Und die sehr unerwartete Musik gibt dem Film definitiv seinen eigenen Stil. Trotz Makel also durchaus mal sehenswert.

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Drei Jahre später bekam der Kulthit also ein Sequel, welches auch genauso viele Jahre später angesiedelt ist. Kamiya ist immer noch ein Tunichtgut und lebt von seiner Frau getrennt, Teipei hingegen steht kurz vor der Heirat. Von Iria haben sie wenig bis gar nichts mehr gehört, allerdings hat jene die Erde zu ihrer Basis gemacht, von wo aus sie ihren Aufträgen nachgeht. Diesmal sogar mit einem Partner, der ihr aber in den Rücken fällt, um selbst an das Artefakt zu kommen, das gestohlen wurde, und welches Iria zurückholen soll. Netterweise hilft ein neuer Zeiram ihr aus der Patsche, denn da der so ein toller Bio-Roboter war, hat man einfach einen neuen gebaut, in der Hoffnung seine Stärke nutzen zu können. Dauert dann auch genau 5 Minuten, bis das Ding anfängt Amok zu laufen.

Was dann kommt, ist dem ersten Film gar nicht so unähnlich, so wird erneut Iria mit Zeiram, Teppei und Kamiya in eine Kampfzone geschlossen und versuchen einen Weg hinauszufinden, ohne vorher von Zeiram umgebracht zu werden, ja möglichst ihn selbst unschädlich zu machen.

Manche Dinge macht Zeiram 2 leicht besser, manche leicht schlechter, viel ist gleich geblieben. Wir haben immer noch das coole biologisch-mechanische Design, immer noch den freakigen Parasiten mit dem schönen Frauengesicht und den Babylauten, immer noch ungewöhnlich-aber-tolle Musik. Nur diesmal mit mehr Budget und einem Zeiram, der in seiner ursprünglichen Soldatenform bleibt, die ihn auch wesentlich beweglicher für die Actionszenen macht – von denen es mehr und vor allem mehr mit Iria gibt. Leider geht die bessere Action und die höhere Anzahl an Special Effects ein wenig auf die Atmosphäre des Vorgängers und die coolen Mutationen bleiben eben auch weg. Die Freundschaft zwischen Iria, Kamiya und Teipei ist ziemlich niedlich, jedoch ihr neuer „Partner“ genau der nervige Sidekick, von dem zu befürchten war, dass die anderen beiden dies im ersten Film wären. Von daher gleicht sich eigentlich alles so ziemlich aus und auch Zeiram 2 ist ein sehenswertes Stück pulpiges Japankino, aber eben kein Muss.

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The Revenge of Iris

ava-14671999 ging die Heisei-Ära der Gameras mit den Finale der Trilogie zu Ende, während Godzillas Millennium-Ära bereits in den Startlöchern stand. Es ist also endlich soweit, ich hab doch tatsächlich noch dieses Jahr die Gamera-Franchise durchgeschaut bekommen. 2006 hat die Leiche noch mal das laue Fürzchen Gamera the Brave von sich gelassen, aber den sah ich bereits vor einigen Jahren. Das 2003er Gamera 4: The Truth sollte ich vielleicht hier nicht unerwähnt lassen, allerdings ist das kein offizieller Film, und zudem auch scheinbar unmöglich ranzukommen.

Die Gyaos sind zurück und terrorisieren den Erdball, während Gamera hier hin und dort hin düst, um sie aufzuhalten. Derweil finden Wissenschaftler am Meeresgrund hunderte an Gamera-Fossilien. Die Wissenschaftlerin aus den vorigen Filmen ist übrigens auch zurück, um Japan gegen die Bedrohung der Riesenmonster beizustehen, während auch das Mädel, welches den Psycholink zu Gamera hatte, ein wenig hier abhängt, weil beim Finale der Trilogie holt man sich halt alle Charaktere zurück.

Neu ist allerdings Teenager Ayana, deren Eltern 1995 beim Kampf zwischen Gamera und Gyaos ums Leben kamen, als Gamera in ihr Appartement fiel. Für sie ist also eindeutig Gamera der Böse, statt der Weltenretter. Als sie dann in der Höhle ein Monster findet, welches mit ihr ebenfalls einen Psycholink eingeht, überträgt sich jener Hass auf die Kreatur, die zum neuen Riesenmonster Iris wird – von Ayana nach ihrer Katze benannt, die ebenfalls in den Trümmern starb.

Doch zunächst mal muss Gamera in der Innenstadt mehrere Gyaos abschießen, ohne dabei sonderlich darauf zu achten, dass er in bewohntem Gebiet ist, wodurch auch Tausende an Menschen ihr Leben lassen müssen. Auf dem Dorf hingegen werden mumifizierte Leichen gefunden, denen Iris die Energie abgesaugt hat, um zum Megamonster heranwachsen zu können. Ach ja, zwischendurch wird Ayana auch von zwei fischigen Leuten entführt, die irgendwie für die Regierung arbeiten, er ein Weltuntergangsfanatiker, sie ein Medium das die Monster für Rachegötter hält, aber das ist ziemlich irrelevant.

Gegen Ende kommt es dann zum Showdown, Ayana muss einsehen, dass Gamera das kleinere Übel ist, Iris wird besiegt, jedoch sind bereits enorme Schwärme an Gyaos aus der ganzen Welt auf den Weg nach Japan, wo der geschwächte Gamera in der brennenden Stadt bereits ihre Ankunft erwartet. Credits, Ende, Cliffhanger ohne Resolution.

Ich muss sagen das die Heisei-Ära ja wirklich eine sehr schnieke Zeit für Fans der Riesenmosnter war. Alle 7 Gozilla-Filme sind wirklich toll geworden, etwas was ich weder von allen Millennium- noch Showa-Streifen behaupten kann, und auch die Gamera-Trilogie ist äußerst sehenswert, was ich ansonsten höchstens noch dem Originalfilm einzuräumen bereit bin. Gut, die schreckliche Mothra-Trilogie wurde uns auch in den 90ern beschert, aber die ignorieren wir lieber mal.

Gamera 3: The Revenge of Iris ist also auch ziemlich launig geworden, toll in Szene gesetzt, mit guten Special Effekts und Kameraarbeit, die den Monsterkämpfen ordentlich Gewicht und Größe verleihen (selbst das CG ist diesmal ordentlich), und diesmal auch einen weitschichtigen Plot, um dies alles zu hinterfüttern. Und richtig fies ist der Film auch. Wenn Gamera einen Gyaos aus dem Himmel holt, hängt dem ein Augapfel raus; die von Iris hinterlassenen Mumien werden uns gezeigt; die Monster bluten in der Finalschlacht ordentlich; und die 20.000 Toten, die in den Trümmern und den Feuerbällen von Gamera ums Leben kommen, werden uns diesmal auch nicht verschwiegen.

Dennoch muss ich sagen, dass mir Gamera 2 besser gefallen hat, auch wenn ich damit wohl ziemlich alleine bin mal wieder. Die Sache ist die, dass ich diese Filme einfach wirklich wegen der coolen, brachialen Monsteraction schaue, um die Hintergrundgeschichte und menschlichen Charaktere schere ich mich nicht die Bohne. Und Gamera 3 hat eben mehr „Downtime“, mehr Gespräche, nicht mehr ganz so viel Nonstop-Action wie der Vorgänger. Zumal der Plot auch schrecklich konfus ist. Die beiden Regierungs-Mitarbeiter sowie das Love Interest für Ayana hängen irgendwie einfach im Film ab, ohne wirklich wichtig zu sein. Außerdem bringt er sowohl die Gaia-Theorie wie die 4 Himmelsgötter auf, was aber genauso nicht wirklich irgendwo hinführt. Mir persönlich war der Film von Handlung und Charaktere her einfach ein bisschen zu überladen an unausgegorenen Ideen. Ein richtiges Ende, statt des „jetzt geht der richtig geile Kampf los“-Teaser, der dann nie realisiert wurde, wäre natürlich auch schön gewesen. Und der Film ist in seiner Message natürlich auch etwas verwirrt. Es ist der erste Film, der uns die Kausalitäten von Gameras (dessen Redesign übrigens nie monströser war) Kämpfen ordentlich zeigt, besonders im Kampf gegen die Gyaos schert er sich kein Stück um die Tausenden an Leuten, die er bei lebendigem Leibe brutzelt – aber dennoch kann der Film nicht vom Image loslassen, dass Gamera der Retter der Menschheit ist, der sich gegen Ende ganz doll um Ayana schert.

Aber für die Handlung schau ich wie gesagt so Kaiju-Filme eh nicht, sondern wegen den coolen Monstern und der Zerstörung, und die ist wie gesagt immer noch reichlich und gut inszeniert, weswegen ich die Film durchaus sehr gemocht habe.

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