Corpse Party (2015)

Zufällig lief neulich der 2015er Live Action zu Corpse Party bei uns im kleinen Nischenkino, da er wohl bald seine Deutschlandveröffentlichung hat, und da geht man doch ruhig mal hin. Vom Regisseur, der uns auch Hitori Kakurenbo beschert hat, was jetzt nicht unbedingt eine Auszeichnung ist. Doch zu Corpse Party kann ich aber ruhigen Gewissens sagen: Es ist ein ziemlich schlechter Film, und jeder sollte ihn sehen.

Grundsätzlich geht der Film die gleiche Handlung ab, nur natürlich viel schneller. Eine Gruppe Teens macht ein dämliches Ritual, bei dem Sachiko angerufen wird, weil man sich dann angeblich niemals trennen wird. Stimmt so gesehen auch, denn es versetzt die Schüler in die Grundschule, in der drei Kinder umgebracht wurden, und aus der es kein Entrinnen gibt, bevor nicht der Geist von Sachiko beschwichtigt wird. Die große Wendung am Ende, wer der wahre Kindsmörder ist, welche im Spiel ziemlich offensichtlich war, und im Film etwas weniger so ist da er so viel schneller voranschreitet, weniger Aufbau bietet, mit inbegriffen.

Was der Film sogar fast etwas besser hervorbringt als das Spiel, dem geschuldet das er sich nicht wie das Visual Novel mehrere Pfade und Bad Ends basierend auf die Multiple-Choice-Möglichkeiten leisten kann, sondern alles in eine straffe Narration packen muss, ist das die Extremsituation nicht gerade das Beste aus diesen Kids herauszulocken vermag.

Die kleine Schwester, der nervigste Charakter, der bitter aus der Riege im Spiel hervorgestochen ist, ist übrigens immer noch mit dabei, auch wenn ihre Route eine ist, die zum Großteil verändert wurde. Es ist ihr mit dem Film-Casting definitiv nicht geholfen worden, denn die Schauspielerin schaut genauso alt aus wie der Rest der Truppe, verhält sich aber weiterhin wie eine unterbelichtete 6-Jährige. Aber wenigstens gibt es jetzt weniger Zeit mir ihr. Einschiffen darf sie sich dennoch auch hier, für diejenigen, dessen Fetisch das war.

Allgemein hilft es einem in den Grundzügen so simplen und vorhersehbaren Horror-Plot wie in Corpse Party natürlich wenig, wenn man ihn in einen kurzen, geradlinigen Film stecken muss, dem sowohl die Interaktion des Spielers mit dem Geschehen abgeht, als auch die interessante Kapitelstruktur mit den verschiedenen Endmöglichkeiten. Außerdem ist das Ding billig gemacht, die Schauspieler bieten alle eher unterirdische Leistungen, und die deutsche Synchro ist auch nicht unbedingt hochwertig.

Das ist aber alles absolut irrelevant. Schaut den Film dennoch unbedingt, und das auf jeden Fall in einer Riege an Freunden, oder Leuten, die ihr zu solchen machen wollt. Denn Corpse Party (Live Action) ist die witzigste Komödie unseres Jahrhunderts.

Der Film ist einfach so absolut chaotisch und unbegreiflich, es grenzt an vielen Punkte stark an Parodie. Wenn die Charaktere dann schlecht geschauspielert in absolute hysterisch-witzige Emotionen verfallen, oder diese absolut dämlichen hormonellen Entscheidungen treffen, die sie sicher umbringen werden, und das Ganze nur übertrieben und aus dem Nichts kommend wirkt. Wenn der Gore ebenfalls so absolut überdramatisiert wie gleichzeitig nonchalant präsentiert wird. Als die Lehrerin zu Beginn die Türe aufmacht und ohne jegliches Trara den Schädel eingehämmert bekommt, oder die eine Schülerin von den beiden kleinen Kindern so fest gegen die Mauer geworfen wird, dass ihr Körper explodiert. Wenn der eine Kerl fasziniert vor dieser Pfütze, die mal seine Mitschülerin war, steht, und einen Anruf von ihrem Geist bekommt, er solle ihr nicht auf die Organe starren. Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen während des Filmes.

Das ist es einfach. Die Momente, die im Spiel grausam sind, die im Spiel leichte unheimliche Atmosphäre aufbauen, die Charaktermomente zeigen, einfach die überraschen oder erschrecken oder mitfühlend machen sollen… sind alle im Film absolut lächerlich und das auf die beste unfreiwillige Art und Weise, die man sich nur wünschen könnte. Hut ab Corpse Party, ich habe selten so gelacht, Unterhaltungswert 10/10.

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Shark Week VI – Sharknado 5

Wie bereits erwähnt habe ich Aufholbedarf in sich jährlich vermehrenden Sharknado-Franchise, und deswegen legen wir diesmal gleich noch den nächsten hinterher und beschauen uns nach Sharknado: The 4th Awakens auch noch Sharknado 5: Global Swarming.

Im Sinne immer etwas größer und dämlicher sein zu müssen, findet die wieder in die Franchise zurückgekehrte Nova nun Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, die wiedergeben, dass es schon immer zu Sharknados gekommen ist, und damals ein Mittel gegen sie gefunden wurde – und das gerade unter Stonehenge! Kaum ist das Artefakt mit Hilfe von Fin geborgen, kommt es auch prompt zu den nächsten Haiwinden.

Und der nimmt direkten Kurs auf London, wo April mit dem Sohn der beiden auf Fin wartet, um bei der NATO eine Rede oder was auch immer zu halten. Dummerweise wird der Sohn in den Sharknado gezogen, wo er weniger einen Haibezahnten Tod stirbt, und vielmehr dank eines Vortex in der Mitte mitsamt Haisturm von einem Ort der Welt zum nächsten teleportiert. April, Fin und Nova dem ab nun auf den Fersen, da das Artefakt den Sturm jederzeit heraufbeschwören kann, um Sohn und Menschheit zu retten.

Jep, die Haistürme sind nur altertümliche Vorrichtungen, um sich um den ganzen Planeten zu beamen. Warum es dafür eines Sturmes voller Meereskarnivoren benötigt, sei mal dahingestellt. Ist zumindest eine gute Ausrede, um die Hauptcharaktere diesmal halbwegs sinnig von einer Stadt der Welt in die nächste zu bringen, damit sich die zu zerstörende Szenerie abwechseln kann, während zudem noch mehr weltweite „Star“-Cameos untergebracht werden können.

Sharknado 5 war mir dabei auch tatsächlich gefälliger, als das der vorige Tiefpunkt der Franchise noch gewesen war. Natürlich scheinen viele Szenen noch darauf entstanden zu sein, dass man den Cameo zuerst klargemacht hatte, und dann eine Möglichkeit in den Film schreiben musste, um denjenigen auch zeigen zu können, doch diesmal ergeben sie schon ein organischeres Ganzes, statt absolut mit der Brechstange forciert zu wirken. Die Referenz-Sprüche sind ebenfalls natürlich immer noch weit davon entfernt sonderlich clever zu sein, wenn beispielsweise NATO-Vorsitzende Nichelle ‚Uhura‘ Nichols zu Fin meint „you’ve gone where no man has gone before“, aber scheinen diesmal zum einen tatsächlich zumindest halbwegs zum Geschehen zu passen, statt aus dem Nichts zu kommen, und sie werden zumindest nicht komplett für Einzeller verständlich gemacht.

Dennoch nimmt sich der Film für meinen Geschmack erneut etwas zu ernst. Wenn man das denn so sagen kann, dass ein komplett blöder Film mit dem Titel Sharknado, schlechtem Schauspiel, schlechten Effekten, größenwahnsinnigen Ideen und einer Barrage an populärkulturellen Referenzen, sich ernst nehmen kann.

Die ersten 20 Minuten bis zu der Titelsequenz (die eh wesentlich verspielter ist als der ganze Rest des Streifens) haben mir nämlich besser gelegen als die restliche Stunde. Einfach nur übertrieben blödes und sich nicht ernst nehmendes Indiana-Jones-en unter Stonehenge und die Fin-Familie im Kampf mit einem Sharknado, der inflationär mit CG-Haien und deren Opfern um sich wirft. Wenn der Film nach der Titelsequenz Drama unterbringen will, wenn April auseinanderfällt und neu getuned werden muss, wenn der Sohn verloren scheint, wenn sich Fin und Nova in die Haare kommen, dann zieht das für mich nicht. Und am Ende sind dann plötzlich fast alle tot und die Welt ist der Hainado-Apokalypse anheimgefallen, und der letzte Überlebende Fin trifft auf seinen Mad-Max-Sohn, der ihn zurück in die Zukunft bringen will, um dies im finalen sechsten Sharknado rückgängig zu machen. Blöder Einfall, aber vom Film überraschend ernst rübergebracht, und ich war raus.

Sharknado funktioniert nämlich eben nur dann, wenn die blöden Einfälle überspitzt dargeboten werden, und der Film augenzwinkert zeigt, dass er Self Aware ist, wie blöd er ist. Das gibt es in Sharknado 5 endlich mal wieder, aber mit voranschreitenden Spielzeit halt eben zunehmend weniger, was ihn auch zunehmend lahmer macht. Niemand wird sich je für die Story oder die Charaktermomente in einem Sharknado interessieren, aber die Franchise scheint das ein wenig vergessen zu haben. Und 90 Minuten hätten die Filme sowieso nie gehen müssen.

Hallowiin: Escape from Bug Island

Escape from Bug Island hat in Japan den Titel Necro-Nesia und ein sehr dezentes Cover, mit der Großaufnahme eines Gottesanbeterinnen-Kopfes auf schwarzem Hintergrund. Sehr atmosphärisch, sehr stimmig, und sehr irreführend. So sehr sich über den käsigen neuen Titel für den Westen im hässlichen Font mit reißerischem Cover beschwert wurde, so viel ehrlicher ist das alles doch. Denn Escape from Bug Island als ernsten Survival Horror zu vermarkten tat dem Spiel sicherlich keinen Gefallen, weckt nur falsche Erwartungen, stattdessen ist das Ding ehrlich gesagt näher an D3s Simple-2000-Serien a la Earth Defense Force.

Wenn auch mit weniger Action, mehr Inhalt, und doch etwas mehr in die Richtung Survival Horror gehend. Zumindest vom Gameplay, die Handlung hat wenig Horror zu bieten. Was nämlich Escape from Bug Island passend zum West-Titel so schön zu emulieren versucht, sind schlechte amerikanische B-Monster-Movies aus den 50ern. Kann gut möglich sein, dass im Originalkonzept mal ein ernster Survival Horror voller Creepy Crawlers geplant war, doch irgendwann schwankte dass dann darauf um, schön bewusst blöd zu sein.

Es macht sich also ein Trio auf den Weg nach Bug Island. Michelle ist ganz untypisch Mädchen und liebt Insekten. So sehr, dass sie schon mal einen Unterarm-langen Tausendfüßler freudig quietschend umarmt. Hauptcharakter Ray hingegen ist nur dabei, um Michelle zu beeindrucken, obwohl er eigentlich ein ziemliches Weichei ist. Mike hingegen ist Muskeln ohne Köpfchen und akzentuiert wann immer er von etwas oder über jemanden spricht, in dem er mit seiner Schrotflinte darauf zeigt. Es kommt wie es kommen muss, und die Gruppe wird durch den Angriff von Rieseninsekten voneinander getrennt.

Im weiteren Spielverlauf von Rays Suche nach seinen Freunden wird er noch ein paar weitere Charaktere treffen, vornehmlich einen feigen Forscher und eine nuttige Millionärstochter, und es neben riesigen Insekten und Spinnen auch irgendwann mit Mädchen-entführende Gorillas oder Echsenmenschen zu tun bekommen. Ja, Escape from Bug Island bedient sich so einiger Monster schlechter 50er-Jahre-Horrorfilme, und bietet dazu passend bei den Cutscenes einen altmodischen Filmfilter und in der vereinzelt vorhanden deutschen Sprachausgabe passend brauchbare aber nicht überragende Leistungen (wahlweise auch Japanisch). Schlechte Special Effects gibt es im Prinzip sogar auch noch, denn das Spiel sieht aus wie ein Launch-Titel der PS2 statt der Wii.

Ganz besonders niedlich finde ich ja auch das Ray, wenn er länger vom Spieler ruhig stehen gelassen wird, aus Langeweile kurz pfeift, und sich davor selbst erschreckt.

Aber wie gesagt, dies ist alles so gewollt, und obwohl ich das für mehr als offensichtlich halte, so habe ich etwas das Gefühl bekommen, dass dies zu Release von vielen nicht so ganz verstanden war. Wer natürlich ein Resident Evil mit Insekten erwartet, der kann nur enttäuscht werden.

Zugegeben läuft in der Steuerung durch das Spiel nicht immer alles glatt, weil Escape from Bug Island Motion Controls nutzt und glaub ich dafür einfach zu viel unterbringen möchte. Die Wiimote oder den Nunchuck schwenken und Ray macht ein Ausweichmanöver nach links bzw. rechts. Aber auch um mit der aktuell ausgerüsteten Waffe eine Schlagkombination zu machen, muss mit der Wiimote gefuchtelt werden, und das unter gehaltenem B-Knopf, damit er eben keine Rolle nach rechts macht. Um fliegende/kriechende Gegner besser zu treffen kann dabei auch noch der Analogstick nach oben oder unten gehalten werden. Soll Ray allerdings etwas werfen (Stein, Molotov, Granate) oder mit einer der in der zweiten Hälfte des Spieles hinzukommenden Knarren schießen, muss mit A in den First-Person-Modus gewechselt werden, in dem sich mit Bewegen der Wiimote umgeschaut werden kann. B friert die Bewegung ein, damit nun beim Fuchteln nicht mehr wild die Blickrichtung gedreht, sondern besagtes Geschoss geworfen wird. Zuguterletzt darf mit dem richtigen Halten und Drehen der Wiimote an einigen Stellen über schmale Brücken balanciert werden.

Das ist alles ehrlich gesagt manchmal ein wenig komplizierter und härter auszuführen, als dies wünschenswert und über einen regulären Controller-Input ausführbar wäre. Gerade die Pistole/Schrotflinte habe ich bis zum letzten Endgegner links liegen lassen und auch mit Projektilen nur auf stationäre Ziele geworfen, weil das Umsehen in der Ego-Perspektive zu lange dauert, um ein bewegliches Ziel gut erfassen zu können. Auch gezielt nach oben oder unten Schlagen ist nicht immer so verlässlich wie gewünscht, ich nahm lieber Waffen, die von sich aus in einem weiten Bogen angegriffen haben.

Immerhin haben wir es schon mal nicht mit Tank Controls zu tun, oder zumindest fast nie, merkwürdigerweise wechselt das Spiel nämlich innerhalb der wenigen Häuschen auf jene. In denen gibt es allerdings keine Gegner, sondern in der Regel ein paar Items und einen Speicherpunkt, von daher kommen sie einem nicht sonderlich in den Weg. Und auch Heilgegenstände gibt es reichlich, zumindest solange man sich nach Früchten und Pilzen umschaut. Zweischneidiges Schwert jedoch: Zur Sicht im Nebel hilft das Einschalten der Taschenlampe, die aber auch die Insekten auf einen aufmerksam macht.

Woran ich mich als alter RPGler sowieso bei solchen Spielen gewöhnen muss ist, dass es keinen Grund gibt jeden Gegner umzubringen. Gibt ja keine Erfahrung/Geld/Items, was also nicht im Weg ist, kann auch ruhig umgangen werden. Wobei Escape from Bug Island einen schon etwas entlohnt, getötete Gegner hinterlassen nämlich violette Kristalle. Die glaub ich in NG+ irgendwas freischalten, in meinem ersten Durchlauf gab es durch sie zumindest nichts. Der war mit 7 Stunden auch von ziemlich gewohnter Länge für Genre, wobei einen das Spiel mit nicht allzu großen Veränderungen doppelt durch die Areale schickt, weil Zeitreisen auch noch irgendwo in die Blödsinnshandlung eingebaut werden muss. Die Spielzeit strecken kann man zusätzlich, in dem in jedem der Areale je drei Challenges erledigt werden können, die sich zusammen mit anderen Dingen am Spielende auf den Rang auswirken. Das gibt dem Spiel fast einen Arcade-igen Vibe, denn prinzipiell ist damit die durchgängige Story in kleiner Happen unterbrochen, die jeweils das Können des Spielers an gewissen Gesichtspunkten wie getötete Gegner, Beendigungsschnelligkeit, Game Overs etc. messen, und dies auch direkt nach jedem Areal so zeigen, statt erst ganz am Spielende mit dem Rang anzukommen.

Am Ende bleibt mir nur zu sagen, dass ich auch bei Escape from Bug Island ein wenig das Gefühl bekam, dass der extreme schlechte Ruf ein Stück weit unverdient ist. Erneut liefert das Spiel eigentlich genau das auch ab, was es versprechen wollte. Ja die Handlung und Charaktere sind dämlich, ja das Ding ist absolut nicht unheimlich, ja die Grafik ist schlecht. Aber all das, weil es einen schlechten Monsterfilm emulieren will. Das muss man nicht mögen, zumal wie gesagt auch die Steuerung der ganzen Sache wenn auch nicht wirklich total schlecht so doch ein wenig hakelig sein kann, aber die Erwartungshaltung ans Spiel war glaub ich bei vielen einfach die falsche. Ist Escape from Bug Island ein gutes Spiel? Nein. Sollte mehr als 10-15€ für ausgegeben werden? Nein. Aber es ist durchaus brauchbar, wenn man denn dem Stil was abgewinnen kann.

Shark Week V – Mega Shark vs Kolossus

ava-2025Sharknado ist nicht der einzige Asylum-/SyFy-Trash, der gemolken wird, bis die Milch austrocknet. Sharktopus hat in 2014 und 2015 jeweils schnell ein Sequel nachgereicht bekommen, und auch Mega Shark läuft weiterhin. Nach vs Giant Octopus in 2009 und vs Crocosaurus in 2010 erwachte er erneut aus seinem Schlummer für vs Mecha Shark in 2014 und vs Kolossus in 2015.

Okay, also, es gibt mal wieder einen neuen Megalodon, obwohl das Militär dachte alle ausgerottet zu haben, weil sie jegliches Eis auf der Erde nach weiteren abgesucht haben. Ok. Aber der aus dem letzten Film hat sich vorher asexuell selbstbefruchtet, und aus dem Ei ist halt ein neuer geschlüpft. Und der greift jetzt wild um sich Schiffe an. Ach ja, und die Welt ist was Ökonomie und Regierung angeht am Auseinanderbrechen, zumindest wird uns das in den ersten Minuten gesagt, bis der Film es dann für den Rest vergisst. Ein Apex-Prädator in den Meeren zu haben hat echt enorme weltweite Auswirkungen in diesen Filmen.

Aber der Megalodon ist nicht unser einziges Problem, irgendwo in der ehemaligen UDSSR gab es einen Kampf-Koloss, der auf einer Super-Duper-Energiequelle, die eigentlich das Leben der Menschen im Ostblock erleichtern sollte statt für Massenzerstörungswaffen eingesetzt zu werden, läuft, und beim Handel damit wiedererweckt wird.

Und irgendwie haben wir jetzt zwei Geschichten, eine mit zwei Wissenschaftler mit der üblichen Schoße, dass einer den Megalodon ausschalten, die andere ihn allerdings nur fangen und studieren will. Ein reicher Definitiv-Bösewicht unterstützt sie mit viel Hightech, während der männliche Wissenschaftler beim Militär abhängt, mit einem zu ziemlich vielen Opfern bereiten Anführer. Und auf der andren Seite haben wir eine Superagentin, die dem Energiehandel einen Riegel vorschieben sollte, und sich zu Recht für die Reaktivierung des Titans verantwortlich fühlt, und nun einen Weg findet den aufzuhalten.

Irgendwann in den 85 Minuten kloppen sich die beiden Viecher auch sogar mal für so 2 davon, aber die meiste Zeit lassen sie sich ziemlich in Ruhe, genau genommen ist der Attack on Titan ziemlich nebensächlich, es geht wesentlich mehr um den Mega Shark hier im Film, wahrscheinlich weil Asylum sich mit jener Thematik im mittlerweile vierten Film besser auskennt, denn vom Plot her hat sich mal wieder nicht wahnsinnig viel geändert.

Aber das ist ja auch egal, Mega Shark vs. Kolossus ist mittlerweile der wohl unterhaltsamste der Mega Sharks, die sowieso erst ab dem vorigen Teil vs Mecha Shark schaubar geworden sind. Das Schauspiel ist durch die Bank weg immerhin passabel, das Ding ist relativ ernst aufgezogen sich aber seiner eigenen Dummheit dabei voll bewusst (was dem Vorgänger etwas abging), und es kommt zu reichlich Action mehr oder minder nonstop. Lässt sich gut ertragen der Film, auch wenn er eben was an Logik und Handlungsstruktur angeht auf wackeligen Beinen steht, und die Effekte gewohnt unter aller Sau sind, aber mit anderen Erwartungen geht man in diese Filme auch gar nicht rein.

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Shark Week V – Sharknado 3

ava-2023SyFy zeigt nicht nur jedes Jahr im Sommer Monsterhai-Filme, sondern hat seit vier Jahren auch die Tradition, zu jener Zeit einen neuen Sharknado im TV zu zeigen, nachdem der erste Teil ein echter Überraschungshit war. Somit ist die Franchise dieses Jahr schon beim vierten Film angekommen, statt einen zu überspringen, hab ich mir aber natürlich dennoch erst Mal letztjährigen Eintrag Sharknado 3: Oh Hell No! reingezogen.

Ich mein, SyFy und Asylum sind schon nicht dumm. Sharknado ist sicherlich keine Franchise mit Prestige oder Langzeitwert, von daher spricht hier im Gegensatz zu eventuell manch anderer kaputt-sequelierten Reihe wenig dagegen, die Dinger jährlich rauszuhauen, solange das Eisen heiß ist. Irgendwann müssen den Leuten doch mal die trashigen Z-Haifilme zum Halse raushängen. Also jährlich ein Sharknado, also schnell ein Spiel, eine Doku und mit Lavantula (Lava + Tarantula) eine Zweitfranchise schaffen. Und schnell erkannt, dass diese Filme hauptsächlich davon leben, diesen Blödsinn betrunken mit Freunden zu schauen oder alternativ im Internetzeitalter live zu tweeten. Deswegen binden sie auch gern die Zuschauer ein, der Untertitel des zweiten Teiles wurde vom Publikum entschieden, und ob der Charakter von Tara Reid das Finale von Sharknado 3 überleben wird, darüber durfte auch abgestimmt werden – wer wissen will, ob er zur Mehrheit gehört, muss bei Sharknado: The 4th Awakens erneut einschalten.

Und immerhin, dadurch das Sharknado genau auf das richtige Zielpublikum ausgerichtet doch ein größeres Ereignis war und immer noch ist, als der Groß ähnlicher Z-Monster-Trash-Filme, haben die Filme auch ein gewisses höheres Budget. Natürlich sind sie immer noch schlecht geschauspielert, das gehört sowieso zum Konzept, und so wirklich gute Akteure kauft man sich halt nicht ein, aber eben doch viele mehr-oder-minder-bekannte Gesichter. Wer zumindest schon ein wenig älter ist, wird viele Deja-vus erleben, allerdings zu so einigen Gesichtern wahrscheinlich nicht wirklich den Namen auf der Zunge haben, weil viele eben früher mal eine Karriere hatten… so vor 10-20 Jahren… und auch das nur im TV. Neben einer Tara Reid, die ja sogar kurzzeitig in Kinofilmen zu sehen war, haben wir eben so Leute wie Ian Ziering aus dem Original Beverly Hills 90210, oder Frankie „Malcom Mittendrin“ Muniz, die sich für nichts zu schade seiende Kultfigur David Hasselhoff, 5 Sekunden einen George R.R. Martin, sogar noch kürzer ins Bild gehalten unseren SchleFaZ Oliver Kalkove, und gefühlt weitere 2 Dutzend Ehemals- bis Auch-jetzt-noch-C-Promis, die hauptsächlich kurz ins Bild gehalten werden, wenn sie ganz viel Glück haben sogar noch ein paar Sätze haben und sogar mehrere Minuten Screentime bekommen, bevor sie von einem Hai umgeflogen und gefressen werden.

Und auch mehr Budget für FX haben wir. Nein, auch hier sieht weiterhin alles schrecklich dilettantisch aus, erneut wahrscheinlich auch einfach ein Stück weit beabsichtigt, aber selbst ein Sharknado ist halt noch eine SyFy/Asyulum-Produktion, und da bedeutet „vergleichsweise hohes Budget“ immer noch nicht so sehr viel. Dafür verteilt man es statt auf Qualität eben auf Quantität. Es vergehen keine zehn Minuten im Film, ohne dass ein Sharknado in die aktuelle Kulisse kracht, Gebäude zerstört werden, und es Menschenfresser-Fische regnet. Alles schlechtes CG, inklusive des Blutes, und alle Opfer fallen im Prinzip unmotiviert auf den Rücken, und jemand hat halbherzig nen CG-Hai nachträglich draufgeklatscht, statt das dies hier wirklich physikalisch, brachial, eben nach Einschlag wirken würde. Aber man bekommt schon viel Wind und Hai in der Haiwindhose geboten.

Eine Geschichte hat das Ding natürlich auch, dafür interessiert sich zwar keiner, und das auch nicht so wirklich die Schreiber, aber theoretisch ist sie da. Man hat sich halt von Jaws inspirieren lassen. Insofern als das die Sharknados tatsächlich die immer Lebend herauskommende Familie Shepard zu stalken scheinen. Die sind diesmal übers Land verteilt – Fin bekommt in Washington vom Präsidenten eine goldene Kettensäge für seine Sharknado-Abwehr-Heldendienste geschenkt, seine Tochter ist im Universal Park (der Film nimmt sich natürlich die Gelegenheit, sowohl deren Twister– wie Jaws-Attraktion ins Bild zu halten), während der schwangere Charakter von Tara Reid wieder woanders in einem Cafe nicht-schauspielert. Und überall tauchen prompt Sharknados auf, bis Fin sogar mit seinem Don’t hassel the Hoff Vater in den Weltraum fliegen muss, um sie diesmal aufzuhalten. Inklusive Haien im All versteht sich, noch nicht mal dort ist man mehr vor Sharknados sicher.

Und das ganze ist gewohnt übertrieben, gewohnt self aware mit einigen sogar recht amüsanten Sprüchen, gewollt trashig, diesmal noch ein wenig unzusammenhängender als zuvor, aber irgendwo Laune macht auch der dritte Sharknado. Auch wenn man manchmal sich dabei erwischt, abgeschaltet und kaum was mitbekommen zu haben, was in der letzten Szene geschehen ist. Ist bei so einem Film nicht weiter wild, zeigt aber, dass man das ganze Spektakel doch langsam etwas überdrüssig wird.

Aber vormachen tue ich mir nichts, Sharknado: The 4th Awakens werd ich mir auch sicherlich irgendwann noch reinziehen. Ich hoffe nur mal, alle haben schön brav #AprilDies gehashtagged, als das noch ging. Denn Tara Reid hat sich mal wieder entschieden so zu schauspielern, wie in allen Filmen seit American Pie: Nämlich gar nicht. Andere „Stars“ mögen schlechte Schauspieler sein, aber Frau Reid versucht es irgendwie gar nie erst. Sie nuschelt ihre Sätze in einer Monotonie dahin, es ist echt erschreckend. Sharknado ohne Tara Reid wäre gleich noch ein Stück besser.

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Elvira

ava-1870Cassandra Petersons Kunstfigur Elvira, Mistress of the Dark, hat es ziemlich schnell von einer kleinen B-Horror Hostess zu einem Pfeiler modernen Americanas geschafft. Elvira’s Movie Maccabre lief immerhin durchweg in den 80ern und brachte es auf über 100 Episoden, zwei Revivals im neuen Jahrtausend, etlichem Merchandising, zwei Adventure Games von Horror Soft, und diversen Gastrollen in TV und Film. Aber auch zu zwei Kinofilmen mit ihr als zentraler Akteurin.

Das schlicht Elvira: Mistress of the Dark genannte Filmchen von 1988 ritt dabei auf dem Popularitätshoch der Figur, schaffte es aus diversen Gründen jedoch nicht, sonderlich profitabel zu sein. Es ist auch kein sonderlich guter Film. Nein, lasst mich zurückrudern, denn „gut“ will der Film eh nicht sein, immerhin bot uns Elvira im TV diverse so-schlecht-das-es-vielleicht-gut-ist B-Movies dar, und dementsprechend soll auch ihr Film nicht wirklich „gut“ sein, sondern unterhaltend blöd. Das sieht man der Figur Elvira an sich ja schon an, immerhin ist sie keine klassische Spukgestalt, sondern mehr die Drag Queen Variante von Morticia Addams – laut, schrill, punkig, nicht auf den Mund gefallen, aber mit jede Menge Sprücheklopferei, die bewusst nicht unbedingt zündet.

Das Hauptproblem des Filmes ist wohl, dass es eine echt langweilige „Fish out of water“ Handlung ist. Elvira kündigt ihren Job, aber für ihren großen Las-Vegas-Traum fehlt ihr die Kohle. Unglaublich perfekt passend zufällig, wie sie selbst in die Kamera bemerkt, flattert ihr da ins Haus, dass ihre Großtante gestorben ist und ihr was vermacht hat. Leider ist es allerdings nur das vermoderte Haus, der Pudel, und ein wertloses Kochbuch, dass der Großonkel gern abkaufen würde.

Die erste Hälfte des Filmes vergeuden wir nun damit, zuzusehen, wie die schrille Elvira sich mit dem Spießbürgertum der Kleinstadt reibt. Ein unglaublich langweiliger Love Interest und die rebellische Jugend sind natürlich von ihr begeistert, aber der Rest will sie los werden. Am Ende sehen natürlich alle ein, dass mal richtig aufgemischt zu werden genau das war, was ihrem verfahrenen Lebensstil gefehlt hat, und entschuldigen sich ordentlich für die Sache mit der Beinahe-Hexenverbrennung und so.

Ach ja, halb durch die Komödie kommen aus dem Nichts dann nämlich doch ein paar Horrorelemente, denn das Kochbuch ist ein Zauberbuch, und Elvira stammend aus einer Linie von Hexen, und er Onkel will böses damit treiben, und die Fackel-schwingenden Dorfbewohner Elvira auf dem Scheiterhaufen verbrennen und der ganze Kram. Es wird doch ziemlich hektisch und unaufgeräumt aufs Finale, nachdem sich der Film vorher so viel Zeit der Langeweile hingegeben hat.

Ich denk das ist wirklich das Hauptproblem des Filmes. Nicht das er ziemlich blöde ist, denn das ist ja gewollt. Sondern das er einfach etwas langweilig ist. Die Horrorelemente kommen zu spät und sind zu aufgesetzt, der größerer Teil der Rebellin, die mit den Spießbürgern aneinander gerät zu 08/15, und das ganze Ding an sich nicht wirklich witzig. Nicht mal Elvira an sich. Die ist charmant, das schon, aber so wirklich witzig sind ihre Sprüche nicht.

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Vielleicht wäre es auch einfach viel besser gewesen, wenn man Elvira in einen Plot verpflanzt hätte, der näher an den ganzen B-Horror-Filmen ist, die sie in ihrem Movie Maccabre gern dargeboten hat. Dachte sich wohl auch Cassandra Peterson, und ließ 2001 Evlira’s Haunted Hills finanzieren.

Diesmal spielt das Ding in 1850 in den Karpaten, alles sehr auf den Hammer Horror der 60er und 70er getrimmt. Und mit einer Elvira, die einfach Elvira ist. Sprich immer noch die enorme Haarspray-Frisur, immer noch das dicke Make-Up, immer noch die Valley-Girl-Sprachmuster mit jede Menge Andeutungen an Popkultur eines Jahrhunderts, dass noch gar nicht stattgefunden hat.

Ich muss zugestehen, eine Szene fand ich echt witzig. Nämlich wenn der attraktive Stallbursche das erste Mal den Mund öffnet und schrecklich offensichtlich über-synchronisiert ist. Was den Humor des Rests des Filmes angeht… eh. Natürlich gibt es ordentlich Referenzen an Hammer Horror, mit dem ich mich zugegeben auch nicht so auskenne, aber Zitate aus B-Movies unterzubringen macht sie nicht automatisch witzig. Und der Großteil des Humors einer Elvira lässt sich auch schon im Titel finden: Tittenwitze und Doppeldeutigkeiten. Erneut, der Film ist bewusst schlecht, die Witze sowieso, und ganz einfach der Eifer, mit dem Peterson ihre Elvira darbietet absolut gegeben… aber erneut ist auch Haunted Hills einfach etwas langweilig.

Schon alleine deswegen, weil einen Großteil des Filmes über nicht wirklich was passiert. Erst am Ende kommt dann der rachsüchtige Geist, und die vom Wahnsinn gezeichnete Familie, und der Folterkeller im Spukgemäuer zusammen, den Großteil des Filmes hingegen haben wir wieder Comedy, und zwar welche, die mich nur selten erheitern konnte.

Und damit verbleibe ich, die beiden Elvira-Filme wären welche, die sich für Elvira’s Movie Maccabre gar nicht mal anbieten würden, zum einen weil sie natürlich freiwillig statt unfreiwillig blöde sind, was immer etwas den entsprechenden Charme missen lässt, aber auch weil sie gar nicht interessant genug sind, um sich groß drüber lustig machen zu können.

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Shark Week IV – Sand Sharks

ava-1721Eine der Fragen, die sich bei solchen Haifilmen immer stellt, ist warum die Charaktere wiederholt ins Wasser gehen, selbst nachdem die Bedrohung klar geworden ist. Und dann gibt es Filme, die sich denken, wenn die meisten Haifilme eh dämlich hoch Zehn sind, warum die Tiere überhaupt noch auf ihren natürlichen Lebensraum beschränken, und nicht doch lieber gleich Leute an Land folgen zu können.

So eben auch Sand Sharks, bei dem die wiedererweckten, prähistorischen Haie eben nicht nur im Wasser schwimmen, sondern ihren Opfern auch an den Strand folgen können. Abgesehen davon ist der Film ziemlicher Standard. Wir haben eine Inselstadt mit einem Sheriff, der die Haie jagt, dabei Hilfe von einer Forscherin bekommt. Außerdem einen Bürgermeister und dessen nichtsnutzigen Sohn, der eine Spring Break Feier veranstalten will, um die Konjunktur des Städtchens wieder anzukurbeln, wofür natürlich die Strände offen bleiben müssen.

Doch das scheint alles Teil des Plans zu sein, denn Sand Sharks kommt häufig vor wie eine Parodie aufs Genre, gerade dahingehend, warum er so viele Klischees aus jenen Filmen benutzt, und sie teilweise auf den Kopf stellt, häufig aber echt einfach wie üblich einsetzt, um zu zeigen wie doof viele davon eigentlich sind. So ist die Schwester des Sheriffs direkt felsenfest davon überzeugt, dass es ein Haiangriff war, obwohl der Kopf des ersten Opfers viel zu weit vom Wasser entfernt liegt. Die aufgebrachte Menge bei der Stadtversammlung bedrängt den Sheriff zunächst etwas gegen die Angriffe zu machen, doch als er dann die Strände sperren lässt, damit niemand mehr in Gefahr kommt, beschweren sie sich genauso sehr, da dies ja ihre Lebensader ist.

Dadurch, dass sich Sand Sharks zwar über die Gepflogenheiten des ausgelutschten Genres lustig macht, dies aber nicht im penetrant ständig in die Kamera winkenden Stil, sondern relativ trocken und die Sache ziemlich ernst spielend, würde ich es eigentlich schon ganz gern mögen. Doch irgendwie ist es dann doch nicht wirklich witzig. Es ist so eine Art ich weiß was hier versucht wird, aber ganz auszahlen tut es sich nicht. Einfach alle üblichen blöden Einfälle des Genres aneinander zu reihen, ergibt für mich halt keinen Witz dahingehend, wie doof die üblichen Einfälle sind, sondern macht abgesehen von einem Lacher hier oder dort eben doch weite Strecken über einen ziemlich dummen und vor allem gehabten Film.

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Shark Week III – Sharknado 2

ava-1651Nach dem Sharknado in LA sind Fin und seine Ex-Frau April richtig berühmt geworden. Sie hat ein Buch geschrieben, er ist der Held des Tages, der alle gerettet hat. Und auf dem Flug zu einer Signierstunde und Familienzusammenkunft in New York kann er direkt erneut den Held spielen, denn das Flugzeug kommt doch direkt in den nächsten Haisturm! Haie überall, die in die Fluggäste und den Kapitän propellert werden, weswegen Surferboy Fin zeigen kann, dass er doch tatsächlich einen großen Passagierflieger sicher inmitten eines Sturmes voller Meerestiere landen kann.

Glücklicherweise verliert April dabei eine Hand, was dazu führt das Tara Reid dankenswerterweise nicht so viel im Film „schauspielern“ kann, sondern für den Mittelteil ins Krankenhaus abgeschoben wird. Außerdem kann sie im Finale, wenn überall Haie auf New York niederprasseln, die Bevölkerung mit Kettensägen, Baseballschlägern, Molotov-Cocktails zurückkämpft, vor dem abgetrennten Kopf der Freiheitsstatue geflohen werden muss, dadurch mit einem improvisierten Kreissägen-Arm antreten.

The Asylum ist über die Jahre wirklich weit gekommen. Nicht in Qualität versteht sich, aber was das Budget angeht. Natürlich ist immer noch alles extrem low budget anzusehen, aber es gibt schon einen Unterschied zwischen den ersten Filmen wie Mega Shark vs. Giant Octopus, wo man selbst die billigen CG-Tiere nur für gut 2 Minuten der 100 Minuten Laufzeit zu sehen bekommt, gegenüber den aktuelleren Streifen, bei denen der Einsatz von CG fast genauso schlecht aussieht, aber es immerhin viel mehr davon gibt. Zu lang für was sie sind finde ich die Filme zwar meist immer noch, sogar den ersten Sharknado – deren bis dato wohl bestes Output – aber es ist immerhin schon mal voller Action und Hai-Sichtungen, trotz dem vergleichsweise immer noch Taschengeld-Budget von 1-2 Millionen.

Aber Sharknado war dank der modernen Internet-Kultur, in dem jeder besonders sein und als erster das kräzi Zeug entdecken will, ein enormer Hit geworden, und so war Sharknado 2: The Second One (ugh, der furchtbare Titel war btw ein Voting, um mal zu zeigen, was jene Internet-Kultur für witzig hält) ein ziemlich groß aufgezogenes Ereignis, mit gefühlt 300 Cameos von US-C-Promis bestückt, Sharknado 3 ist bereits für nächstes Jahr angekündigt.

Und tatsächlich ist Sharknado 2 der erste Asylum-Film, der für mich keinerlei Längen hatte, obwohl er die üblichen 90 Minuten einnimmt. Er bekommt die für mich richtige Balance hin ziemlich dämlich und over the top zu sein, ohne dabei ständig mit einem übertrieben-nervigen Augenzwinkern das Publikum mit der Nase draufzustoßen, wie bewusst dämlich man doch hier ist. Es gibt nur sehr wenig Downtime, sondern ständig fliegt jemandem ein Hai um den Kopf, oder die kleine Familie flieht, oder bereitet sich auf einen Gegenschlag vor. Extrem dämliche, aber auch ziemlich gute Unterhaltung – wenn man mit diesem Trash was anfangen kann.

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D-War

ava-1547Möhr Drachen, fuck yeah! D-War, auch bekannt als Dragon Wars oder D-War: Dragon Wars, um beides gleich miteinander zu verbinden, ist ein Südkoreanischer Film, auch wenn man ihm das fast nicht anzusehen mag. Denn er spielt fast komplett in Amerika mit kaukasischen Akteuren.

Es ist so, dass es eine Legende gibt, nach der alle paar Jahrhunderte ein Mädchen geboren wird, deren Berührung Schlangen in Drachen verwandeln kann. In der letzten Inkarnation hat jene sich verliebt, dann kam eine böse Armee an, hat alles mit ihren auf Sauriern angebrachten Kanonen bombardiert, weswegen sich die beiden Liebenden lieber umbrachten, als dazu gezwungen zu werden, die böse Riesenschlange in einen allmächtigen Drachen zu verwandeln.

Ethan ist die Wiedergeburt jenes Mannes, Sarah die des Zaubermädchens. Und er ist damit beauftragt, sie zu beschützen, wofür er sie allerdings zunächst ausfindig machen muss, was er erst jetzt, 15 Jahre später in Angriff nimmt, weil… warum war das noch mal? Ach ja, weil er an einer Unfallstelle eine große Schlangenschuppe entdeckt hat, die zur bösen Riesenschlange gehört.

Er findet sie dann auch, aber die böse Riesenschlange ist dann auch schon auf deren Fersen und jagt die beiden durch L.A. Und derweil hat der Anführer der Bösen, den die beiden in Alpträumen bereits gesehen haben, zur Not gleich auch noch seine ganze Armee aus schwarzen Rittern auf Dinosauriern, den Kanonen-Dinos und auch kleinen Drachen rüber gebracht, damit sie beim Auffinden helfen. Wie auch immer eine ganze Armee beim Kampf gegen die US-Army in Downtown L.A. das schaffen soll. Aber die Riesenschlange hat eh ein gutes Näschen, oder besser gesagt Züngchen, weil Schlangen ja darüber „riechen“, so dass sie die beiden immer wieder aufspürt, egal an welche neue Lokalität sie zwischen zwei Cuts gewarpt sind. Und irgendwie gelangen die dann auf das Dach des großen Hochhauses im Zentrum der Stadt, dessen Namen nie jemand weiß, aber L.A. hat halt kein ikonischeres Gebäude. Und dort stellt die Riesenschlange sie, aber dann sind sie doch wieder in den Straßen, nur um anschließend in eine Fantasywelt a la Mordor zu sein. Wie gelangen sie da noch mal hin? Auf jeden Fall benutzt Ethan dort sein Amulett, um die ganze Böse Armee zu pulverisieren, was er vielleicht schon mal etwas früher hätte machen sollen, aber die böse Riesenschlange ist noch da, jedoch schaltet sich dann aus dem Nichts eine gute Riesencobra ein, die mit ihr kämpft, was etwas verwirrend ist, weil die beiden Viecher genau gleich aussehen, nur das die gute etwas heller ist. Und Sarah opfert sich, um die Gute Schlange in den Drachen zu verwandeln, und damit ist alles gut, weil die böse Riesenschlange besiegt wird und wenn Ethan dann auch irgendwann mal den Weg alles Vergänglichen geht, sehen sich die beiden ja in der Nachwelt eh wieder.

Ach ja: Spoiler.

Wenn meine komplette Handlungsbeschreibung etwas wirr klingt, dann liegt das daran, dass D-War ein verdammt wirrer Film ist, was etwas bizarr ist, da er auch unglaublich konventionell ist. Die Handlung geht immer grundsätzlich in die Richtung, in der man sich denken kann, dass sie dorthin als nächstes gehen wird, aber die einzelnen Szenen wirken dabei dennoch irgendwo zusammenhanglos, der Schnitt des Filmes ist einfach merkwürdig, so das man sich ständig fragt, warum die jetzt wo genau sind, tun was sie tun, und ob man nicht versehentlich zwei Brückenszenen übersprungen hat. Erstaunlich verwirrend, dafür das der Film keinerlei Originalität bietet, sondern fröhlich Einklauen geht. Die Szenen mit der schwarzen Armee schauen genau wie das Finale aus, als wären sie direkt aus einem Herr der Ringe Knockoff, dazwischen haben wir Szenen, die direkt aus einem höher budgetierten Asylum-Monsterfilm stammen könnten, und für die gewisse Würze gibt es auch noch ein wenig Drahtseilakrobatik a la Tiger and Dragon in den Flashbacks.

Aber das der Film wahrscheinlich ziemlich dämlich wird kann man sich schon denken, sobald man das Cover mit der riesigen CG-Schlange, die am Wolkenkratzer hängt, sieht. Was für einen Unterhaltungswert bietet denn D-War letztendlich, wenn man das Hirn ausschaltet und das Popcorn mit Bier runter spült? Nun, ist schon ganz ok. Das Schauspiel ist leider ziemlich tot, statt erheiternd-schlecht, aber die CG-Biester sind ziemlich cool und es geht auch schön viel zu Bruch oder hält spontane Explosionen parat. Das die Kontinuität so wirr wirkt, dämpft das Vergnügen halt etwas, weil im Versuch die Lücken zu brücken das Hirn eventuell doch wieder anspringt und man den ganzen Blödsinn nicht mehr ganz so gutherzig hinnehmen kann.

Bleibt also etwas zwiespältig, aber soweit trashige Riesenmonster gehen, ist D-War immerhin unterhaltsamer, als 95% der Asylum und Syfy Produktionen, und auch besser als die langweiligeren Einträge der Kultfavoriten Godzilla oder Gamera – jedoch weit davon entfernt wirklich unter den besseren Filmen gezählt zu werden. Somit ist und bleibt die beste südkoreanische Monsteraction The Host vorbehalten.

dwar

Shark Week – Sharknado

ava-1531Natürlich. Wie könnte es auch anders sein, als Sharknado diese Woche zu inkludieren. Als alle bereits von den billig-trashigen Hai-/Monsterfilmen, die uns The Asylum, der SyFy-Channel und Co. über die letzte Dekade entgegengeworfen haben, ziemlich ermüdet waren, war es jener Film, der das Internet letztjährig wieder in gewaltige Unruhe brachte. Einem solchen Titel kann man einfach nicht widerstehen, auch wenn ich natürlich mal wieder nicht zeitig auf dem Bandwagon gelandet bin.

So bringen uns also The Asylum in Zusammenarbeit mit SyFy einen Film, der nicht nur eine Menge Killer Sharks verspricht, sondern gleichzeitig einen Naturkatastrophenfilm mit reinhaut. Denn ein Sturm zieht auf an der Küste von LA. Zunächst wird die halbe Stadt überflutet, so dass hunderte Haie einfach mal so durch die Straßen schwimmen, in Pools auftauchen, mit Druck aus der Kanalisation raus geschleudert werden. Und immer ziemlich treffsicher auf Menschen landen. Dann wiederum ist Los Angeles eine Millionenmetropole und somit Opfer zu treffen nicht sonderlich schwer – ob die kalifornische Küste wiederum ein solches Haivorkommen hat, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Doch das ist natürlich nicht alles, während unser Hauptcharakter mit seinen Freunden also noch dabei ist, seine Familie evakuieren zu wollen, tauchen drei Wasserhosen auf, die ebenfalls jeweils ein paar hundert Haie aufgesogen haben, und nun wie Torpedos auf die Bevölkerung abfeuern. Was bleibt einem da schon übrig, als sich mit Knarre, Kettensäge und selbstgebauten Bomben zu bewaffnen, und dem Sturm Auge um Auge entgegen zu treten?

Ich mochte Sharknado. Etwas overhyped mag er eventuell schon sein, denn der richtig verrückte over the top Scheiß passiert mal wieder erst auf die finalen 20 Minuten, wenn die Sharknados wirklich auf Land stoßen und unsere Protagonisten gegen feuern, so dass ich wie so häufig bei diesen bewussten Trash-Filmen der Meinung bin, eine knackige Stunde Spielzeit hätte es auch bereits getan, aber Sharknado ist definitiv die bisher beste Asylum-Produktion, die ich zu Gesicht bekommen habe.

Denn Sharknado macht Spaß. Nicht nur beim Zuschauer, sondern es kommt auch so rüber, dass die Leute hinter der Produktion richtig demente Laune an dem Teil hatten. Denn wenn man schon einen saublöden Haifilm macht, dann kann man doch verdammt wenigstens den besten schlechten Film machen, der drin ist. Und das war bisher immer mein Problem mit den meisten Produktion vom Asylum und Syfy, nämlich das sie so halbherzig hingerotzt wirken, als hätte keiner die Dinger wirklich machen wollen.

Hier war aber jemand am Werk, der mehr davon versteht, warum es gewisse B-Movies zum Kultstatus schaffen, obwohl sie schlecht gemacht und strunzdämlich sind. Die Charaktere lassen also jede Menge corny Catchphrases hier und dort los; machen die unmöglichsten One Liner Jokes; sind permanent auf der Flucht vor Wasser, Wind und Haien; improvisieren Evil-Dead-ähnliche Waffen, und bekämpfen die Windhosen damit, dass sie sie kaputt bomben; während aus jeder Pfütze und Wasserrinne ihnen Haie entgegen geworfen werden, bis sie am Ende tatsächlich vom Himmel regnen. Kurz und knapp, Sharknado ist schon eine gewisse Gaudi.

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