InuYasha III

Der dritte Block an InuYasha-Episoden spannt die Nummer 65 bis 95, die angeführt sind von erneut eher als durchschnittlich zu betrachtendem Song Owarinai Yume, oder auch Endloser Traum, was ein ziemlich passender Name für eine hunderte Folgen zählende Anime-Serie ist, die auf einem Manga von über 50 Bänden basiert.

Hier sind wir auch an dem Moment angekommen, wo InuYasha sich wirklich auf die Langstrecke einstellt und in Endlos-Serien-Modus wechselt. Allerdings noch nicht sofort, sondern zunächst ist Naraku als Hauptbösewicht dran etwas näher beleuchtet zu werden. Oder genauer gesagt, dass er als Halbdämon natürlich auch eine Zeit der Schwäche haben muss. Was sicherlich eine nette Idee wäre, unserer Truppe ein Mysterium aufzugeben, herauszufinden, wann denn die beste Zeit ist, ihn anzugreifen. Ist leider nicht so, denn Naraku kann scheinbar selbst bestimmen, wann jene Zeit ansteht, und eigentlich nutzt er sie auch nur, um zu schwache Dämonen, die ihn ausmachen, zu verbannen, damit seine Macht beständig steigt. Statt dem Bösewicht also eine wirkliche Schwäche zu geben, hat man sich stattdessen dazu entschieden, ihn progressiv stärker werden zu lassen. Zumal er den Teil, der so auf Kikyo fixiert ist, auch noch beinahe losgeworden wäre, was ihm fast wirklich die letzte Schwäche genommen hätte.

Genutzt wird das, damit auch Inuyasha ein Upgrade erfahren darf. Denn da sich Naraku gern unter seiner Barriere vor den Augen und Nasen seiner Feinde versteckt, bekommt das Tessaiga eine Aufstufung, wird seine Klinge rot, kann es nun durch alle möglichen Barrieren schneiden. Praktisch das, sicherlich, und in einem Kampf, in dem sowohl Inuyasha als auch Sesshomaru gegen Naraku antreten, wird Naraku sogar fast besiegt!

Das führt allerdings nur dazu, dass in den frühen 70er-Folgen Naraku aus der Serie verschwindet, um seine Wunden zu lecken.

Wir landen also nun offiziell in der Zeitschinden-Episoden-Anhäufung. In denen eben mehr oder weniger jede Folge ein neues kleines Übel von der Truppe besiegt werden muss. Natürlich alles nur auf der Spur von Naraku, die erwähnt werden muss, damit der Zuschauer beständig darauf bauen kann, es könnte eventuell doch jederzeit wieder weitergehen. Da es ein großes Geheimnis bleiben soll, wohin Naraku verschwunden ist, bekommen wir auch nicht mal Szenen mit ihm geschenkt, sondern er ist quasi wirklich komplett aus der Serie rausgefallen. Dafür gibt es jetzt am Anfang der Episoden häufiger eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Haupthandlung, damit man sie nicht vergisst – gern von einem der Charaktere, um die sich die jeweilige Folge drehen wird.

Denn immerhin werden die Folgen zumindest dafür genutzt uns mehr oder weniger interessante Hintergründe zu vermitteln. So gibt es zum Beispiel eine, die aufzeigt, wie Jaken zum Gefolge von Sesshomaru wurde, oder warum genau Sesshomaru von Inuyasha so enttäuscht ist. Der dämonische Schönling wird sowieso beständig sympathischer porträtiert, und die Kabbeleien mit Inuyasha wirken nun häufig mehr wie Geschwisterzwist statt Auseinandersetzungen auf Leben und Tod. Zusätzlich gibt es einen Rückblick in das Leben des Diebes, der zu Naraku werden sollte, und wie er zum Brandopfer wurde, welches Kikyo gepflegt hat. Genau wie wer das Heilige Juwel ursprünglich erschaffen hat und das es sowohl gleichermaßen gute wie böse Kräfte in sich vereint, deswegen je nach Besitzer in eine der beiden Richtungen kippt. Die den Episoden-Block endende Doppel-Episode ist sogar eine um einen Halbdämonen, der falsche Juwelen herstellt.

Da die Gefahr nicht mehr so akut ist, gibt es nun auch mehr Folgen, in denen Kagome zurück in ihre Zeit wechseln kann. Das hat die Serie sowieso nie so ganz vergessen gehabt, sondern lässt sie immer mal wieder ihre Familie besuchen, und dies sind immer ganz nette Momente, um sie als Charakter besser zu erden. Meist haben die Hauptcharaktere in diesen Geschichte, in denen sie in eine Fantasywelt gezogen werden, ja keinen Weg mehr zurück, da man so die Frage umgeht, warum sie sich weiterhin der Gefahr aussetzen, statt einfach wieder zurückzureisen. Bei Kagome, als einzige der Truppe, die die Juwelensplitter aufspüren kann, als Wiedergeburt von Kikyo, mit Interesse an Inuyasha, und als allgemein verlässlicher Mensch, ist allerdings klar, warum sie ihre neuen Freunde nicht im Stich lassen würde. Auch wenn das Sammeln von Splittern mittlerweile echt irgendwo ziemlich nebensächlich geworden ist.

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InuYasha II

Weiter im Programm InuYasha, diesmal mit den Folgen 35 bis 64, die vom durch und durch durchschnittlichen Opening-Song I am angeführt werden. Die Ending Themes sind übrigens in der Regel besser, nur mal so am Rande angemerkt.

Beim letzten Mal verblieben wir ja mit einem Cliffhanger, als Inuyasha und Halbbruder Sesshomaru im Kampf miteinander verwickelt waren, aber wie sich herausstellt war das absolut unnötig. Die Serie macht es nur gern häufig so, dass obwohl wir keinen Zweiteiler vor uns haben, besonders wichtige Kämpfe erst direkt zum Anfang der nächsten Folge abgeschlossen sind. Damit man auch die nächste Woche unbedingt einschaltet. Wenn man natürlich nicht an einen solchen Ausstrahlungsrhythmus gebunden ist, sondern die zügiger hintereinander weg schaut, kommt einem das immer etwas schal vor, einen so gehypten Kampf in den ersten zwei Minuten schnell beendet zu sehen und dann geht die eigentliche Folge um was ganz anderes.

Die Serie hat dabei nun voll das Potential von charismatischen und erinnerungswürdigen Bösewichtern für sich entdeckt. Allen voran eben Sesshormaru, der in Folge 35 von einem kleinen Mädchen gepflegt wird, dessen Dorf von einer Bande Wölfe gemeuchelt wird, woraufhin er sie als neue Begleiterin mit sich nimmt. Der Schönling ist also doch gar nicht so schlimm. Naraku wird nicht sympathischer gemacht, hat aber dafür ebenfalls nun zwei beständige Begleiter in Kagura und Kanna, zwei Mädels, die er aus sich selbst gemacht hat. Eine davon beherrscht die Winde und die andere kann Seelen in ihrem Spiegel einschließen. Beide sehr interessante Designs. Und gleichzeitig öffnet die Möglichkeit, dass Naraku nun Abkömmlinge von sich schaffen kann, sowohl Monster des Tages zum Besiegen zu haben, die jedoch gleichzeitig wichtiger gehyped werden können, weil sie von unserem Hauptbösewicht selbst stammen. Die beiden unberechenbaren und selbst von Naraku nicht komplett kontrollierten Brüder Kageromaru und Juromaru waren auch ein sehr erinnerungswürdiger Kampf.

Ein bisschen merkwürdig ist dabei der Status von Koga, dem Anführer eines Rudels von Wolfsdämonen, der mit Episode 35 als wiederkehrender Nebencharakter eingeführt wird. Wer etwas im obigen Paragraph aufgepasst hat, wird sich bereits zusammenreimen können, dass sein Rudel das komplette Dorf an Menschen reißt, unter direktem Befehl von Koga. Nach dieser Folge und dem ersten Kampf gegen ihn unternimmt die Serie aber ihr Möglichstes, um komplett zu vergessen, dass dies je geschehen ist. Stattdessen wird aus Koga ein Quasi-Verbündeter, der aus seiner Liebe zu Kogame immer mal wieder aushilft, und sich humorig mit Inuyasha streiten darf. Fast ein wenig, als wäre er ursprünglich als ein Kurzauftritt eines Antagonisten geplant gewesen, sein Design aber dann populär genug gewesen, um ihn weiterverwenden zu wollen.

Ein weiteres aufkommendes Thema im hiesigen Episodenblock sind übrigens Inuyashas Kräfte. Und unter welchen Restriktionen sie stehen. Diese sind nämlich in Shows immer sehr wichtig, da man nämlich zwar einen Notnagel haben will, um Charaktere auch aus den prekärsten Situationen zu mogeln, aber gleichzeitig erklären muss, warum sie jene Superkräfte ab nun nicht ständig nutzen. Mirokus Windtunnel ist da ein gutes Beispiel einer Kraft, die eigentlich so stark ist, dass sie jegliche Spannung aus einer Serie ziehen könnte, aber sofort abgesteckt wird, dass ihr Einsatz für ihn Selbstzerstörerisch ist, und Narakus Giftinsekten ihn unschädlich machen. Bei Inuyasha haben wir ja schon gewusst, dass er regelmäßig eine Nacht hat, in der er als Halbdämon menschlich wird und nicht mehr auf seine dämonischen Kräfte zählen kann. Nun finden wir aber auch das Gegenteil heraus, denn wenn er zu sehr in die Enge getrieben wird, übernehmen jene und er wird zu einer besonders mächtigen, da nicht an die Konsequenzen denkenden, animalischen Bestie. Es ist sein Schwert Tessaiga, welches diesen Wandel versiegelt, und zudem frisst der Einsatz jener Mächte an seiner Seele. Gleichzeitig bekommt das Erbstück seines Vater auch ein Power-Upgrade, denn neben der Windnarbe kann er mit dem Tessaiga nun auch die Umkehrwelle, die aber nur funktioniert, wenn der Gegner stark genug ist, um dessen Kraft überhaupt zurückstoßen zu können. Neue Kräfte und Techniken sind immer ganz gut, um so lange Serien frisch zu halten, und bisher war InuYasha ganz gut darin, es nicht mit deren Aufkommen zu übertreiben.

Dank der neuen Möglichkeit, dass seine dämonische Seite ihn übernimmt, bekommt Inuyasha natürlich auch ein wenig Zündstoff für die ernsteren Momente, in denen nicht gekämpft oder gespaßt wird. Immerhin will er nicht wie andere Dämonen sein und unkontrolliert morden, ganz zu schweigen davon Kagome in Gefahr zu bringen. Die noch sein Anker zur Realität ist. Gleichzeitig ist aber auch eine der herausstechenden Folgen diejenige, in der er mal wieder auf Kikyo trifft, aber diesmal eine Entscheidung zu treffen wollen scheint. Sehr interessant, weil es alle drei Charaktere des Liebesdreiecks zu einer Entscheidung zwingt. Inuyasha scheint Kikyo dann doch wichtiger zu sein als Kagome, zumindest vorerst, nachdem er sie vor 50 Jahren nicht beschützen konnte. Kikyo hingegen, ihre neue Freiheit genießend, nachdem sie nicht mehr die Hüterin des Heiligen Juwels ist, will sich von niemandem abhängig machen. Und Kagome findet heraus, dass sie dennoch weiter mit Inuyasha reisen und im helfen will, selbst wenn der sich nicht für sie entscheiden würde.

Diesmal enden wir bei Episode 64 übrigens wesentlich runder, nachdem eine seit Episode 60 anhaltende Mini-Arc um Tsubaki abgeschlossen ist. Die dunkle Priesterin, deren Verlangen nach dem Heiligen Juwel und Hass auf dessen Hüterin Kikyo sie zu einem Packt mit einem Dämon verleitet hat, und die versucht Inuyasha und Kagome so gegeneinander auszuspielen, wie Naraku es damals mit ihm und Kikyo gemacht hat.

InuYasha I

Es wird also tatsächlich geschehen, knapp 200 Folgen Inuyasha und 4 Filme werden beschaut. Weil es irgendwie schon ganz angenehm ist, so eine Folge pro Tag zu schauen, als kleine Konstante am Abend. Wobei sich natürlich direkt ein Problem offenbart: Wie unterteilen? Die Handlung ist ein Durchgang ohne voneinander abgegrenzte Arcs. Staffeln gibt es in dem Sinne anscheinend auch nicht. Die ursprünglichen 167 Folgen liefen in Japan an einem Band ohne Unterbrechung. Und jede „Staffel“-Box unterteil anders. HK-Raukopien in 18 Folgen, die US-Boxen in 27, und Deutschland hatte damals die 104 hier erschienenen Folgen als zwei Staffeln a 52 Folgen angepriesen.

Ich hingegen gehe einfach mal ganz ungleichmäßig nach Openings, von denen die Serie 6 gesehen hat. Der erste Bulk sind also die Folgen 1 bis 34, denen das schreckliche Change the World voransteht. Und an sich auch nicht wirklich gut abgetrennt, denn Folge 34 ist dann tatsächlich sogar der erste Part eines Zweiteilers, endet also auf einen Cliffhanger.

Vor Inuyasha haben sich die bekannten und lang laufenden Geschichten von Rumiko Takahashi ja dadurch ausgezeichnet, dass sie Love Comedys waren, mit mehr oder weniger abgedrehten Grundideen. Sie hat allerdings auch so einige kürzere Geschichten gezeichnet, in denen sie durchaus gerne Mal dem reinen Horror-Genre frönt, hiervon ist die etwas längere Mermaid Saga noch ganz bekannt. In Inuyasha scheint sie sich vorgenommen zu haben die beiden Vorlieben miteinander zu vermischen. So haben wir es hier zum einen mit einer sehr humorigen Serie und Liebeswirrwar zu tun, aber es gibt auch mehr ernste Momente und reichlich Monster zu erlegen.

Grundsätzlich befinden wir uns im feudalen Japan. Allerdings gehört Hauptcharakterin Kagome hier nicht hin, sondern wohnt in unserer Zeit mit ihrer Familie in einem Schrein, fällt eines Tages in den verwunschenen Brunnen hinterm Haus, und reist so zurück in jene Zeit. Dort trifft sie auf den Halbdämonen Inuyasha, den sie aus der Versiegelung von einem Baum befreit, damit er sie vor einem Dämonen retten kann. Kagome sieht dabei genau aus wie die Priesterin Kikyo, die Inuyasha vor 50 Jahren an den Baum gefesselt hat, obwohl sich davor eigentlich eine Liebe zwischen den beiden angebahnt hatte. Kagome scheint die Wiedergeburt deren Seele zu sein, denn sie kann auch das mächtige Heilige Juwel aufspüren, hinter dem alle Dämonen her sind, um besonders mächtig zu werden. Darunter auch Inuyasha, um zum vollwertigen Dämonen zu werden. Dummerweise zerbricht das Artefakt allerdings im Kampf und die Splitter verstreuen sich übers Land.

Und schon hat Rumiko Takahashi eine Ausrede gefunden, um die Serie so lang laufen zu lassen, wie sie lustig ist. Denn ob es nun ein paar Dutzend oder ein paar Hundert Splitter sind, die eingesammelt werden müssen, ist natürlich nicht bekannt und selbst bereits gefundenen können ja jederzeit wieder den beiden enteignet werden.

Die ersten knapp drei Dutzend Folgen führen dann schon so ziemlich alle wichtigen Charaktere und alle Handlungsstränge ein. Beispielsweise kommt in Episode 5 Sesshomaru dazu, der komplett dämonische Bruder von Inuyasha, der ihn überhaupt nicht ab kann, und das mächtige Schwert des Vaters abnehmen möchte. Der Verwandlungskünstler-Fuchsdämon Shippo aus Episode 9 hingegen wird eher zum Sidekick-Charakter, der für den Humor zuständig ist. Ab Episode 14 erwacht Kikyo wieder zum Leben und darf ab nun die Handlung ordentlich verkomplizieren, da der aufkeimenden Zankliebe zwischen Kagome und Inuyasha nun seine alte Flamme in die Quere kommt und sie befreit von ihrem hehren Priesterinnen-Dasein auch ein wesentlich undurchsichtigerer Charakter wird, bei der nicht klar ist, auf welcher Seite sie nun steht. Der lüsterne Priester Miroku kommt in Episode 16 hinzu, und sucht die Juwelensplitter, weil sie ihn zum Erzfeind Naraku, der die Familie mit einem Fluch belegt hat, führen werden. Naraku ist im Prinzip ab Episode 18 dabei, so richtig wichtig wird er aber erst ab Episode 21, welche auch ein neues Ending Theme mit sich bringt. Er ist nämlich für die Geschichte besonders integral, da er es war, der vor 50 Jahren Inuyasha und Kikyo ausgetrickst hat sich gegenseitig zu bekämpfen, um an das Heilige Juwel zu kommen. Und in Episode 24 stößt dann letztendlich noch Sango zur Truppe, eine Dämonenjägerin, deren ganzes Dorf von Naraku zerstört wurde und der ihren wiederbelebten Bruder als Trumpfkarte bei sich behält.

Ich war ehrlich gesagt etwas überrascht, wie narrativ zusammenhängend Inuyasha dann doch ist. Irgendwie hatte ich mehr damit gerechnet, dass die Sache ziemlich episodisch vonstatten geht und Dämonen des Tages sich mit der Truppe einen Kampf um die Juwelensplitter leisten, während die Haupthandlung nur hin und wieder kurz angerissen wird, damit man die Lust nicht verliert. Es gibt zwar auch von sich unabhängige solche Exkurse, beispielsweise der Kampf gegen die hübsche Schädeldiebin Yura oder die ungleichen Brüder Hiten und Manten, die aus Japans Yokai-Folklore schöpfen, doch viel zumindest des Beginns von Inuyasha geht doch von aufs Wesentliche ein. Wie gesagt dauert es nicht lange, bis mit Sesshomaru die Familienverhältnisse von Inuyasha ins Licht gerückt werden, oder mit Kikyo die Vergangenheit zurückkommt um alles zu verkomplizieren, oder bis Naraku seinen ersten Auftritt hat und sowohl die Ereignisse von vor 50 Jahren in einem neuen Licht erscheinen, sondern der auch mit seiner eigenen extremen Entstehungsgeschichte daher kommt und über den Kikyo in Folge 33 sogar fallen lässt, dass er deswegen selbst nur ein Halbdämon ist.

Dass die Serie auf einen langen Zeitrahmen hinspielt, ist allerdings dennoch schon ersichtlich. So beeindruckend und Respekteinflößend sowohl Sesshomaru als auch Naraku als Gegner sein können, so klingen viele Folgen mit ihnen etwas unausgegoren aus, da sie sich immer noch mal wieder erneut zurückziehen müssen, damit der Ball im Rollen bleibt. Auch hatte ich ein wenig das Gefühl, dass die Persönlichkeiten der einzelnen Charaktere doch etwas arg an Ranma 1/2 erinnern. Sowohl die Hassliebe-Dynamik zwischen Inuyasha und Kagome ist ziemlich Ranma vs Akane und der feig-lüsterne Myoga ist praktisch schlichtweg Happosai. Witzigerweise sind selbst die Synchronsprecher von Inuyasha und Ranma sowie Kikyo und Akane die gleichen.

Doch bisher bleibt die Serie ziemlich gefällig. Wenn auch bekannt erscheinend, so sind die Charaktere sympathisch und unterhaltsam. Der Humor hat ein sehr gutes Timing, aber statt nur abgedrehtes Zeug zu liefern bemüht sich die Serie sowohl dramatische und spannende Momente einfließen zu lassen, immer wieder auf die Handlung und das Wesentliche zurückzuschwenken. Mit reichlich Möglichkeiten in den folgenden Folgen, um die diversen Charakterbeziehungen und -hintergründe noch zu ent- oder verwirren, denn für genug Zündstoff ist in dem Geflecht gesorgt.

Doctor Who: Series Ten

Es ist soweit. Nachdem Doctor Who das Jahr 2016 ausgesetzt hatte, lief letztes Jahr dann die zehnte Staffel. New Who ist also im zweistelligen Bereich angekommen. Was allerdings natürlich viel monumentaler war, ist das dies auch die letzte Staffel mit Peter Capaldi als Doctor Twelve ist, womit uns abgesehen von Christopher Ecclestons Nine alle Neu-Doktoren nach je drei Staffeln verlassen haben. Und noch viel wichtiger ist, dass Steven Moffat, der in 2010 mit der fünften Staffel die Nachfolge von Russell T. Davies antrat, als Show Runner abdankt.

Ganz wurde das Jahr 2016 dann allerdings doch nicht ausgelassen, sondern es lief mit The Return of Doctor Mysterio das obligatorische Weihnachts-Special übers britische TV. Als netter Touch verabschiedet sich der Doctor für 24 Jahre von der Welt, um seine River Song nach dem letzten Weihnachts-Special zu betrauern, hinterlässt aber durch ein dummes Versehen einen Superhelden. Schon kurios, dass es Moffat scheinbar bis 2016 brauchte, um auf den Superhelden-Zug aufzuspringen und seine eigene Low-Budget-Version zu erschaffen. Abgesehen davon hat das Ding mal wieder absolut keinen Bezug zu Weihnachten, spielt nur beiläufig zu Beginn an jenem Tag.

Dennoch ist es eines meiner beliebteren Weihnachts-Specials. Die kleine Romanze zwischen dem Zufalls-Superhelden respektive Nanny und seiner Auftraggeberin respektive Schwarms ist so vorhersehbar wie sie niedlich ist. Dinge wie das die Reporterin dieses Quietschspielzeug als Verhörmethode einsetzt sind süß. Little Britains Matt Lucas ist als Companion zurück und super unterhaltsam und schräg. Selbst der Plan der Aliens in dieser Storyline ist nicht total blöde! Es gibt vieles, was man am Special mögen kann. Der einzige Nachteil des Einstünders war für mich, dass die Geschichte nicht sonderlich Doctor Who war und der Doctor an sich eher deplatziert wirkte.

Mit The Pilot beginnt die 2017er-Staffel also richtig und gleich ist viel anders. Der Doctor ist jetzt beispielsweise Professor an einer Uni und hat ein Bild von River Song und der Nichte des ersten Doctors auf seinem Tisch (und die Kamera geht sicher, dass wir das auch sehen, statt als Easter Egg für Aufmerksame am Bildrand zu haben). Außerdem scheint er jemandem versprochen zu haben keine Zeitreisen mehr zu unternehmen, damit er eine verschlossene Gruft bewachen kann. So wie ich Moffat kenne würde ich direkt darauf tippen, dass beides von enormer Wichtigkeit für den roten Faden der Staffel ist, aufgelöst wie und warum allerdings erst eher auf lahme Art und Weise gegen Staffelende erfolgt.

Aber über typische Moffat-ismen will ich mich noch nicht beschweren, bevor sie zum Tragen gekommen sind. Und am Rest der Folge gibt es wieder einiges zu mögen. Die eigentliche Alien-Handlung ist nicht sonderlich berauschend und viel darin will für mich nicht so recht Sinn ergeben, aber sie dient sowieso mehr als Bühne zur Einführung der Charakter-Dynamik. Denn wir bekommen mit Bill eine neue Companion, und da die lesbisch ist müssen wir auch nicht fürchten, dass sie sich in den Doctor verguckt, obwohl die das mit dem alten Sack Capaldi genauer betrachtet eh nicht machen. Aber ihre verplante Art ist super gefällig, es ist witzig zuzusehen wie lang sie braucht, um die üblichen Tardis-Sachen zusammenzuzählen oder das sie „Doctor… What?“ statt wie übliche „…Who?“ sagt, sowie total bodenständige Parallelen zu all dem schrägen Zeit-Raum-Reisen zu finden, die den Doctor leicht anpissen. Dazu noch der mittlerweile etwas zickig gewordene Matt Lucas. Was für eine frische und quirlige Charakterdynamik zwischen den Dreien doch besteht. Das hat mir echt gefehlt.

Da der Doctor theoretisch nur versprochen hat, die Erde nicht zu verlassen, nutzt er natürlich prompt die neue Companion als Ausrede, um zumindest durch die Zeit reisen zu können. In Smile landen sie in der Zukunft, in der Roboter über Emoji mit den Kolonisten kommunizieren, deren Gefühle über eine Plakette ausgelesen wird. Und da sie dazu erschaffen wurden, die Menschheit glücklich zu machen, jedoch gerade negative Emotionen umgehen, gerät was schief und sie beginnen jeden umzubringen, der nicht lächelt.

Die Episode ist ein gutes Konzept, das leider nicht ganz so gut umgesetzt ist. Die Ausgangssituation ist echt interessant, jedoch hatte ich das Gefühl es hätte besser eine simplere Geschichte von halber Spielzeit abgegeben, denn in der zweiten Hälfte der Folge verliert sie sich so etwas. Mit den Bezügen zum Kolonie-Imperialismus mit den Robotern als neue Rasse, mit der koexistiert werden muss. Abgesehen davon ist es eh merkwürdig das die Plaketten, die ja eigentlich dazu da sind, die Emotionen zu visualisieren, durch falsches Lächeln ausgetrickst werden können. Dann braucht es derer nämlich nicht, wenn sie eh nur die äußere Fassade statt das Innenleben spiegeln.

In Thin Ice geht es dann ins London im Jahre 1814 zur dortigen Eis-Messe, da in jenem Jahr die Themse so stark zugefroren war, dass sich die Leute ein Spektakel daraus machen, darauf einen Rummel zu halten. Dummerweise gibt es Anglerfische unterm Eis, die Leute einbrechen lassen, sowie wartet ein Riesen-Monster-Fisch angekettet nur auf seinen Zug. Erneut ein ganz netter Einfall, so in seiner simplen Kürze wiedergegeben, der leider in eine Folge endet, an der ich nicht alles mögen konnte.

Mein größtes Problem ist, dass es mal wieder zum üblichen Gesang und Tanz kommt, wenn ein neuer Companion zum Doctor stößt. Und zwar lässt der einen Jungen einfach sterben, was Bill ganz scheiße findet, der Doctor aber damit rationalisiert, dass er nur so größeres Gutes in Form der Rettung von mehr anderen Menschen tun kann. Ein wenig inhuman für unseren menschlichen Companion, jedoch nachvollziehbar für ein tausende Jahre altes rationales Alien. Leider viel zu früh in den Reisen mit einer neuen Companion, und letztendlich kann sich die Serie erneut nicht verkneifen, den Doctor wenige Szenen später gleich wieder menschlicher und besser darstellen zu wollen. Wenn der Bösewicht der Episode, der die Leute an den Fisch verfüttern will, weil der dann besonders tolle Ressourcen auskackt, noch weniger Bedeutung einem Menschenleben zuordnet (und das passt in die Zeit der industriellen Revolution), der Doctor jedoch eine hehre Ansprache halten darf, dass wahrer Fortschritt nicht an wirtschaftlicher Leistung gemessen wird, sondern wie viel Wert einem einzelnen Menschenleben zukommt.

Und dann haben wir am Ende auch noch die gleiche dämliche Sache, die wir bereits mit Clara und dem Monddrachen und mit Amy und dem Weltraumwal hatten. Der Doctor überlässt nämlich Bill die schwere Entscheidung, ob der Fisch freigelassen wird, was Menschenleben riskieren könnte, weil er angeblich nur Entscheidungen ausführt. Der Heuchler, als ob er je auf die Ansagen anderer hören statt sein eigenes Ding drehen würde. Ansonsten war es eine brauchbare Episode, aber wie der Doctor hier mal wieder inkonsequent behandelt wird, war erbärmlich.

Bei Knock Knock bekomme ich so ein wenig das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Bill war eine Küchenhilfe an der Uni, die nur gerne in den Lesungen des Doctors abgehangen ist und zu seinem privaten Protegé wurde. Und hat schon mit jemandem zusammengelebt. Hier in der Folge ist sie plötzlich vollwertige Studentin und hat 5 Mitstudenten-Freunde, und alle zusammen sind auf der Suche nach einem Haus, um eine gemeinsame WG zu gründen. Ist dieser plötzliche Bruch nur da, um eine Ausrede für die Folge zu haben? Ist nicht so, dass Bill anschließend mit anderen Studenten abhängt, wir sie in Vorlesungen sehen würden, oder sie eine eigene Bude hätte.

Die Story an sich ist Horror, denn sie finden ein verdächtig weiträumiges Haus für einen verdächtig niedrigen Preis, bei dem keiner von den Sechs wirklich Verdacht schöpft. Aber nein, es gibt Menschenfressende Käfer in den Wänden und ein Familiengeheimnis des Vermieters. Viel Klopfen auf Holz, viele zuschlagende Türen, viele Lichtblitze. Wenig Inhalt. Ich mein es ist schon Ok, und der wiederholte Gag, dass der Doctor für Bills Großvater gehalten wird, obwohl er sich für viel zu jung dafür hält, ist ganz niedlich. Aber wie bei den vorigen Folgen kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, als wären 45 Minuten einfach zu lang für die simple Prämisse und das gezogene Endresultat dadurch in der Substanz geschwächt.

Oxygen ist eine weitere Horror-inspirierte Episode, in der mal wieder einem Notsignal gefolgt in einer scheinbar verlassenen Raumstation gelandet wird. Vom Haunted House also in SciFi-Äquivalent dessen. Stellt sich heraus in dieser Zukunft kostet Sauerstoff Geld, und sobald die Arbeiter von ihrer Leistung her nicht produktiver sind, als die Kosten sie mit Sauerstoff zu versorgen, wird ihnen das einfach ausgestellt und sie werden zu wandelnden Leichen. Die Zukunft, in der selbst die Luft zum Atmen einem in Rechnung gestellt wird, ist natürlich immer eine sehr dystopische Vorstellung, aber wenn man mal darüber nachdenkt, gar nicht so weit hergeholt. Wenn etwas zu einem endlichen Gut wird, kostet es auch was. Ohne Wasser oder Nahrung können wir genauso wenig überleben, aber dennoch zahlen wir im Supermarkt dafür. Interessanterweise macht die Folge, um den simplen Grundgedanken diesmal tatsächlich halbwegs gut auf Länge zu hinterfüttern, was daraus. Eben mit den Untertönen des Kapitalismus maximiert ohne dabei Rücksicht auf menschennahen Sozialismus zu geben. Ach ja, und der Doctor verliert sein Augenlicht, was ihn hier aber (noch) in keiner Weise im Weg steht.

Mit Extremis erreichen wir die Halbzeit der Staffel und die Folge ist so Moffat, wie eine Folge nur sein kann. Es gibt atmosphärische Szenerien in Bibliotheken und Schlössern, Charaktere tragen klassische Looks und Kutten, und die Geschichte ist geradezu am Überlaufen an Offenbarungen, die zu nur noch mehr Mysterien führen. Beispielsweise dürfen wir doch jetzt schon herausfinden, was in der Gruft eingeschlossen ist: Missy. Der Doctor sollte an ihrer Hinrichtung teilnehmen, hat aber alle so weit eingeschüchtert, bis er auferlegt bekam, tausend Jahre über sie in ihrem Gefängnis zu wachen. Auch wenn man sich schlecht vorstellen kann, was diese Zeit für den Doctor wirklich bedeutet, da er dies doch so einfach überbrücken oder Zwischenstopps einlegen kann, wie er lustig ist. Außerdem wäre die Szene als Ganzes stärker gewesen, statt den Rückblick in kleinen Stücken über die Folge zu verteilen, nur um das Mysterium etwas länger am Leben zu halten.

Die Folge entgleist sowieso zusehends. Alles beginnt damit, dass der Vatikan persönlich beim Doctor vorbei schaut, weil die ein super geheimes Buch in der Bibliothek gefunden haben, dass alle, die es lesen, dazu bringt sich umzubringen. Also soll der Doctor es sich ansehen, was natürlich etwas schwer ist, wo er doch gerade erblindet ist, dies aber keinem offenbaren will. Dass der Papst höchstpersönlich um seine Hilfe bittet ist natürlich etwas arg dämlich, aber insgesamt ist das Setup durchaus spannend. Doch dann stolpern die beiden Companions über einen Raum voller Portale in die wichtigsten Gebäude der Welt wie dem Weißen Haus oder Pentagon, und am Ende war alles nur eine simulierte Welt, in der Aliens die Eroberung der Welt planen wollen und der Sim-Doctor schickt von innerhalb der Matrix eine E-Mail an den echten Doctro in der richtigen Welt. Und irgendwo dazwischen schwappen mal wieder Moffats coole Ideen in nicht mehr ganz so befriedigende Resultate um.

In The Pyramid at the End of the World sind also jene Aliens, die in Extremis die Simulation gestartet haben, in der echten Welt aufgetaucht, um sie zu übernehmen. Nur sind sie plötzlich keine wirklichen Invasoren mehr, sondern wollen das wir die Erde freiwillig übergeben. Jedoch gebunden daran, dass es aus Liebe geschehen muss, nicht Furcht oder Strategie. Alles, während im Hintergrund die Uhr zum Weltuntergang tickt, wenn sie nicht helfend eingreifen. Und erneut ist die Idee an sich keine schlechte, eine Geschichte darüber, wie viele kleine Zufälle dazu führen können, dass irgendwann die Waagschale kippt und das Ende unwiderruflich ist.

Doch wenn das hier nicht mal ein Supergau an gekünstelten Gespinsten ist, damit es funktioniert. Die zwei Wissenschaftler müssen die dümmsten und unprofessionellsten Idioten sein, und es darf trotz der gefährlichen Experimente keinerlei Aufsicht oder Sicherheitsvorkehrungen geben, damit das hier alles geschehen kann. Und warum wird die Luft alle Stunde komplett in die Außenwelt gepumpt? In einem Labor, bei dem diese bei einem Fehlexperiment einfach kontaminiert werden kann? Und die Türsperre, die letztendlich den Plan des Doctors vereitelt, ist auch mal hirnrissig und nur so designt, damit sich dessen Blindheit endlich auszahlt und Bill dazu getrieben wird aus Liebe die Erde zu übergeben. Matt Lucas kann auch dem Doctor nicht helfen, weil der warum auch immer ihn aus dem Tardis aussteigen lässt, nur damit er kurz die giftige Luft einatmen kann, um dann ausgeknockt zu werden. Ne echt jetzt, dass Setup hier war mir zu hirnrissig und unglaubwürdig, selbst für Doctor Who.

Weiter geht die Handlung, auch wenn es offiziell kein Mehrteiler ist, in The Lie oft the Land, nachdem die Mönchskutten die Erde übernommen und die Geschichte überschrieben haben, als wären sie schon immer als leitende Hand der Menschheit vorhanden gewesen. Selbst der Doctor scheint mit ihnen zusammenzuarbeiten. Und was eine Folge der verpassen Möglichkeiten wir doch vor uns haben. Was wäre beispielsweise, wenn die Mönche tatsächlich die Erde besser und friedvoller regieren würden, als wir das können? Daraus eine Frage der Freiheit und Selbstbestimmung gegen objektiv höhere Sicherheit zu machen. Was wenn selbst wenn nicht alles besser wäre und die Mönche nicht komplett uneigennützig sind, hier dennoch die Frage abzuwägen wäre, welche Variante nun wirklich schlechter ist – eine Welt mit oder ohne sie? Was, wenn der Doctor wirklich davon überzeugt wäre, dass sie die Sache besser machen, und erst vom Gegenteil überzeugt werden müsste? Stattdessen agieren die Mönche wie die Gestapo, alle Menschen bekommen deprimierend uniforme Kleidung aufgezwungen, und das Bill scheinbar den Doc erschießt ist ein billiges Gimmick.

Immerhin ist Missy, die nun endlich als Charakter wieder so langsam dazu stoßen darf, ziemlich launig. Und da sie eigentlich ein Bösewicht, wenn auch eventuell ein läuternder, ist, darf sie auch die Pragmatikerin spielen. Diejenige, die einwürft das bei der Rechnung von Bills Leben versus der komplette Rest der Menschheit, der Tod von Bill gegebenenfalls das kleinere Übel ist. Und das der Doctor der Menschheit das wegen seinem persönlichen Bund zu seiner Compenion verweigert eigentlich pure Arroganz ist. Missy macht hier das, was die Serie dem Doctor immer wieder anhängen möchte, und dann doch wieder den Schwanz einzieht, weil sie zu viel Angst hat man könne ihn nicht mehr mögen. Siehe Thin Ice.

Bei Empress of Mars schauen der Doctor und seine Companions bei der NASA rein, die gerade unter der Eisschicht der Mars den Schriftzug „God save the queen“ entdecken. Daraus resultiert eine Reise in die Vergangenheit des roten Planeten, die sehr Jules Vernes ist, mit alten britischen Offizieren und den Ice Warriorn, die vielleicht böse sind aber dann doch nicht aber dann vielleicht doch und alles eskaliert aus hanebüchenen Gründen. Und am Ende waren der Doctor und Co. es, welche die Nachricht gelegt haben, von daher sind sie also nur bei der NASA vorbei gezoomt, um über ihren eigenen Witz zu lachen? Nicht wirklich eine Folge, mit der ich viel anfangen konnte. Weder das Setting noch der Stil liegen mir, und insgesamt ist es ziemlich konfus warum Dinge aus welchen Gründen jetzt noch mal genau geschehen.

Die nächste Folge mag The Eaters of Light heißen, aber wenn ich mich nicht vertan habe, gibt es hier nur einen Lichtfresser. Dessen Design sogar grundsätzlich ganz gut geraten ist, jedoch dadurch unterminiert wird, dass wenn am Ende ein Haufen Fast-Kinder gegen ihn kämpfen, das Vieh doch überraschend klein ist und viel zu einfach in Schach gehalten werden kann. Abgesehen davon würde die Geschichte ums Vergeben und Zusammenarbeit zwischen den schottischen Kids und den römischen Kindersoldaten besser funktionieren, wenn es eine echte Entwicklung dahin gäbe, oder einen entscheidenden Fixpunkt, der alles ins neue Licht rückt, statt das alle einfach irgendwann plötzlich miteinander arbeiten.

Ähnlich mit Missy, die nun wirklich echt ein Companion sein darf, aber irgendwie hätte man sich auch vorgestellt, dass es hier eine langsame Entwicklung hin gegeben hätte. Eine Charakter Arc, in der sie Sühne zeigt, in der sie das Vertrauen des Doctors wiedergewinnt, statt das der sie einfach plötzlich mitreisen lässt. Dass sie wie ein Schoßhund nach seiner Zuneigung bettelt, bekommt dem Charakter auch nicht gut. Dafür ist es ganz niedlich, wie überrascht Bill ist, dass die römischen Legionäre kein Problem damit haben, dass sie lesbisch ist, weil sie sich nicht vorstellen kann, dass vorigen Zivilisationen ein Auf und Ab an progressivem Verhalten hatten, statt dass es zwangsläufig in allen Belangen archaischer wird.

World Enough and Time ist die erste Hälfte des Staffelfinales und startet direkt mal mit belanglosem Köder eines regenerierenden Doctors. Die nächsten zehn Minuten sind hingegen großartig, wenn Missy so tut als wäre sie der Doctor, voller schneller und blöder Sprüche, und mit 4th-Wall-Jokes in denen sie die Companions nach ihrer Rolle in der Geschichte benennt, oder das er sich wirklich Doctor Who nennen würde, und natürlich die fantastische Retour auf die Frage, ob sie ein Mensch wäre, mit „Now, don’t be a bitch“. Was ein Schwung und eine Freude dieser Charakter doch ist, genau was Doctor Who gefehlt hat.

Die eigentliche Hauptepisode dreht sich um ein Raumschiff, dass nahe eines schwarzen Lochs abhängt, und deswegen die Zeit an den beiden Enden unterschiedlich schnell läuft. Und Bill wird von den Bewohnern der unteren Stockwerke entführt und erwacht in einem Silent-Hill-Krankenhaus voller maskierter Patienten, die beständig nach Erlösung ihrer Pein rufen. Die ganze Welt an der unteren Seite ist durch die schneller laufende Zeit eine seit Generationen aufgebaute und schon wieder im Untergang befindliche Zivilisation, während am Kopf des Schiffes wenige Wochen vergangen sind. Und dann stellt sich raus, dass dies die Geburtsstunde der Cybermen ist und der Master hier untern crashlandete (als russischer Kerl mit bestem Unterhaltungswert maskiert) und Bill zu einem jener macht. Spannende Geheimnisse, tolle Offenbarungen. Eindeutig der Anfang einer Moffat-Geschichte, die Steilkurve nach oben vor dem Fall auf der anderen Seite.

Tja, The Doctor Falls endet also die Staffel, und ist nicht so sehr schlecht als weitestgehend für mich einfach etwas langweilig. Erneut erbärmlicher Bait zu Folgenbeginn, mit einer Cyber-Bill, die mit einem scheinbar toten Doctor auf Stockwerk 507 des Schiffes auftaucht. Und die überlangen 60 Minuten sind zum Großteil wirklich nur langgezogene Vorbereitung der dort lebenden Menschen, um sich gegen den baldigen Angriff durch die Cybermen des untersten Stockwerks zu rüsten. Und eine weitere Episode, in der der Doctor menschliches Leben über alles stellt, obwohl sie selbst nach ihrer Flucht auf höhere Stockwerke früher oder später den Cybermen zum Opfer fallen werden. Alles wirklich nur, damit der Doctor sich dramatisch wie dämlich opfern darf, nur dass er dann doch weiterleben darf. Bill und ihr Kampf damit, ein Cyberman zu sein, ist der Lichtpunkt der Folge, und selbst sie darf dramatisch sterben, nur damit sie es dann doch nicht ist, sondern mit dem Mädel aus Pilot in lesbischer Liebe durchs All geistern darf. Selbst Missy und der Master haben hier mit ihrem ständig vagen Verhalten auf welcher Seite sie nun stehen, wenig Unterhaltungswert.

Mit dem Ende der Staffel sind wir aber noch nicht am Ende von Doctor Who in 2017, denn Capaldi durfte die Titelrolle auch noch im kurz darauf ausgestrahlten Weihnachts-Special Twice Upon a Time verkörpern. Das Bild der Nichte zu Beginn der Staffel auf dem Tisch des Doctors? Handlungs-technisch komplett irrelevant, aber ein Hint, den Moffat bestimmt für clever angesehen hat, denn Doctor Twelve trifft in der Antarktis auf Doctor One. Verkörpert durch einen Schauspieler, der dem gar nicht mal so ähnlich sieht, wenn man die Frisur ändern würde. Dass beide Doctoren nicht regenerieren wollen bringt aus irgendwelchen Gründen die Zeit aus den Fugen, spuckt beide hier aus, genauso wie einen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Bis sich ein Computer einmischt, der eine Datenbank aus den Erinnerungen aller Toten ansammelt, allerdings nicht wegen eines fiesen Planes wie in einem früheren Staffelfinale, als Missy ein Kollektiv an Toten erstellt hat.

Ganz ehrlich gesagt hab ich die ganze Handlung nicht so ganz gecheckt. Warum all dies jetzt genau geschieht. Warum der Soldat aus dem Ersten Weltkrieg so wichtig ist. Vor allem warum er genau an seinen Todeszeitpunkt zurück muss, nur damit der Doctor das dann doch nicht tut, sondern ein paar Stunden später, damit er überleben kann, weil er Teil des Weihnachtswunders von 1914 wird. Bill und Nardole sind als Erinnerungen zurück, damit der Doctor sich dramatisch von den Companions verabschieden kann, was aber seltsam hohl wirkt, wenn er ständig behauptet sie wären nicht real. Selbst Clara, ein Charakter den keiner mehr leiden konnte, darf sich verabschieden. Keine River Song, keine Amy, keine Missy.

Dafür ist Doctor Twelve hier immerhin so unterhaltsam und schneidig, wie fast in keiner anderen Folge seiner Ära. Wahrscheinlich, weil er der witzig-überdrehte Charakter sein muss, der zum altbackenen One kontrastiert. Der übrigens sehr schlecht hier gehandhabt wird. Doctor One war schon ein wenig ein Arschloch, aber er war nie solch ein Relikt. Er bekommt eigentlich nichts die ganze Folge zu tun, sondern darf nur für „Ohoho, die 60er waren doch andere Zeiten“-Witze herhalten. Wenn er meint, dass Frauen keine Doktoren sondern nur Krankenschwestern sein können, oder das Bill doch mal den Tardis aufräumen sollte. One war nie ein altbackener Sexist, sondern reiste mit einer Lehrerin und seiner Nichte, die beide starke Persönlichkeiten waren. Das Ganze ist nur ein großer fehlgeleiteter Witz, wie weit wir doch gekommen sind, und natürlich weil der nächste Doctor tatsächlich mit Jodie Whittaker eine Frau sein wird. Abgesehen davon, dass es nicht passt, ist es auch schlichtweg nicht witzig.

So klingt sie also aus, die Ära von Peter Capaldi, die Zeit mit Doctor Twelve, und die Schirmherrschaft von Steven Moffat. Und immerhin ist Series Ten schon mal insgesamt besser gewesen, als die Staffel davor. Doch während ich einige Dinge in den Episoden durchaus mag, so kann ich mich dennoch nicht des Gefühls erwehren, dass sie im Endresultat häufig dennoch etwas lahm sind. Nicht so sehr, weil es an guten Ideen gemangelt hätte, sondern weil sie oftmals einfach unter Wert umgesetzt wurden.

Recovery of an MMO-Junkie

Net-Juu no Susume, auch bekannt als Recommendation of the Wonderful Virtual Life, jedoch eher bekannt unter dem Lizenz-Titel Recovery of an MMO-Junkie ist ein noch laufender Web-Manga, der sich im letzten Jahr einer Adaption als Anime in 10 Folgen plus der mittlerweile obligatorischen Bonus-OVA, um die Heimkinoauswertung an den Käufer zu bringen, angenommen hat.

Unsere Hauptfigur ist die 30-jährige Moriko Morioka, die frisch ihren Beruf gekündigt hat, um als Elite-NEET zu leben. Wer sich mit japanischem Jargon nicht auskennt, NEET steht für „Not in Employment, Education or Training“, sprich jemand der weder eine Schule besucht, eine Ausbildung durchläuft, oder einen Beruf ausübt. Das ist häufig geknüpft an die Hikikomori, also jemand der sich zu Hause vor der Welt verschließt, und auch Moriko hat die Tendenz in einem unaufgeräumten Zustand ihre Apartment nur dann zu verlassen, wenn sie Notwendigkeiten des Überlebens im Conbini (24 Stunden geöffnete Läden) um die Ecke kaufen muss.

Nur was stellt man mit sich selbst an, wenn einem der ganze Tag zur freien Verfügung steht, man sich allerdings auf wenige Quadratmeter wegschließt? Moriko erinnert sich daran, vor einem halben Jahr ganz gern ein MMORPG gespielt zu haben, welches zwar nicht mehr aktiv ist, allerdings nach Empfehlungen für neue gegoogelt in Fruits de Mer landet. Dort den männlichen Charakter Hayashi erstellt und los kann es gehen ins Online-Leben. Netterweise trifft sie auch direkt auf die hilfsbereite Lily, die gerne den Noob unterstützt, und mit der Hayashi eine richtig gute Bindung aufbaut, obwohl beide sich sehr reserviert halten, was die realen Spieler hinter den Figuren angeht. Sogar in Lilys Gilde @HomeParty wird sie aufgenommen, durch die Hayashi weitere nette Leute kennenlernt.

Derweil wird Moriko im echten Leben von einem attraktiven Kerl mit Namen Yuta Sakurai über den Haufen gerannt. Beide vergucken sich ineinander, eine von beiden Seiten ist jedoch immer zu schüchtern, um den Ball wirklich ins Rollen zu bringen, obwohl sie sich mehrfach zufällig über den Weg laufen. Vielleicht kann ja der draufgängerischere Kollege von Yuta, Koiwai, den beiden auf die Sprünge helfen? Was ihnen zudem nicht bewusst ist, ist das sie sich bereits sehr gut verstehen… denn auch Yuta spielt Fruits de Mer, als Lily.

Recovery of an MMO-Junkie ist eine Mischung aus Slice of Life und romantischer Komödie mit Zufällen gerade lächerlichen Ausmaßes. Nicht nur das eine fast die meiste Zeit in ihrem Zimmer verbringender NEET, und ein ständig mit Arbeit beschäftigter sich wiederholt über den Weg laufen. Dann auch noch beide das gleiche MMO zocken, und sich dort sofort über den Weg laufen. Nein, stellt sich heraus Koiwai kennt Moriko sogar flüchtig, weil er in seinem früheren Job in der gleichen Firma gearbeitet hat, bei der sie kündigte. Und ein weiterer Kerl aus der gerade mal ein halbes Dutzend Leute habenden Gilde ist die Teilzeitkraft im Conbini, den Moriko regelmäßig aufsucht. Und wir finden sogar heraus, dass Moriko und Yuta im vorigen MMORPG bereits zusammen gespielt haben. Also wenn das Schicksal die beiden nicht miteinander vereint sehen will, dann weiß ich auch nicht.

Zwei Dinge fand ich an der Serie dabei besonders interessant. Zum einen das Alter der Hauptfigur. Anime über sich wegschließende Hikikomori gibt es durchaus nicht wenige, aber die sind in der Regel Teenager, die Probleme in der Schule haben, oder Studenten, die ihren Weg verloren haben. Moriko war allerdings bereits ein Teil der Arbeitskraft Japans und es wird auch erwähnt, dass sie ihren Job gar nicht schlecht gemacht hat, hat sich aber aus eigenem Willen dazu entschieden, nicht nur ihren Job zu kündigen, sondern auch keinen neuen zu suchen. Es wird leider nie direkt von der Serie angesprochen, was zu dieser Entscheidung geführt hat. Allerdings ist es so, dass das japanische Arbeitsleben schon ziemlich höllisch sein kann – wenn ein Land eine eigene Bezeichnung für „zu Tode gearbeitet“ hat, dann gibt es glaube ich ein ordentliches Problem was die generell akzeptierten Arbeitsbedingungen angeht. Zudem wird bis Heute noch häufig erwartet, dass Frauen im Speziellen nicht wirklich Karriere machen, sondern mit Mitte bis Ende Zwanzig sich in ein häusliches Leben begeben. Von daher ist es sicherlich nicht weit hergeholt, anzunehmen, dass eine generelle Atmosphäre der Überarbeitung und Unterwertschätzung hierhin geführt hat.

Die andere interessante Sache ist, dass die Flucht in die virtuelle Realität nicht universell als schlecht angesehen wir. Genau genommen dient Morikos NEET-Dasein sowieso meist nur als Gag, und sobald sich Koiwai einmischt, verlässt sie auch mehr und mehr ihre Wohnung, um sich mit ihm oder Yuta zu treffen. Aber die Sache ist die: Internet ist auch Realität. Hinter den Spielern in einem MMO stecken echte Menschen. Mit ihnen zu interagieren ist auch eine Form des Sozialisierens. Klar ist die Bande selten wirklich ganz so stark, wie bei Leuten im Offline-Leben, aber auch in MMOs gegründete Freundschaften sind grundsätzlich nicht weniger wert, und in der heutigen Zeit online gebildete Bindungen nicht mehr wegzudenken. Die Barriere des Bildschirmes kann sogar ein wenig helfen. Yuta erklärt beispielsweise, dass er nach dem Tod seiner Eltern auch eine Weile keine Menschen um sich haben konnte. Aber ganz alleine zu sein ist dann doch auf Dauer etwas einsam. Das hat ihn ursprünglich zu den MMOs gebracht – man ist alleine aber nicht einsam, denn man interagiert mit anderen Menschen durch deren Spieler, ohne den gleichen mentalen Stress zu haben wenn man denen in real gegenüberstehen würde.

Das alles etwas leichter und weniger dramatisch gesehen wird, liegt vielleicht auch daran, dass dies mehr als Bühne für das eigentliche Geschehen dient. Die Ereignisse im MMO sind mehr Slice of Life Abenteuer mit den anderen Charakteren der Gilde, statt in den Tiefen der virtuellen Welt verlorene Seelen darstellen zu wollen. Und wie bereits erwähnt verschließt sich Moriko ziemlich schnell nicht mehr in ihrem Zimmer, und dient mit ihrem NEET-Verhalten eher zum Humor der Serie. Wobei es schon absolut merkwürdig ist, dass eine der größten Stolpersteine in der Kommunikation von Yuta und Moriko daraus besteht, dass sich beide total dafür schämen in ihrer Avatar-Wahl das andere Geschlecht genommen zu haben. Als ob das nicht Gang und Gäbe wäre in Videospielen/dem Internet.

Etwas schade fand ich es zunächst dann doch, dass Recovery of an MMO-Junkie über die ernsteren Themen, die das Setting hergeben würde, hinweg geht. Oder das nichts Interessantes aus dem Gegensätzen zwischen Realität und virtueller Welt gemacht wird, wenn die Serie schon so viel zwischen beiden hin und her springt, statt wie andere sich stark auf eine zu beschränken. Genau genommen geschieht in den ganzen zehn Folgen nicht sonderlich viel Drama, da alle Charaktere nett und unterstützend sind, alle sich gern haben, und das „werden sie zueinander finden?“ nur durch Schüchternheit und leicht aus der Welt zu räumende Missverständnisse ausgebremst wird. Doch als leichtfüßigen Fluff geschaut fand ich die Serie schon ganz nett. Alles ist halt sehr unaufgeregt, niedlich und witzig, leicht zu verdauen.

Stranger Things

Eine weitere Serie, durch die ich mich geschaut habe, ist die akutelle(-ish) Hitserie Stranger Things, bei der jeder absolut die erste Staffel gefeiert hat, und bei der zweiten dann schon etwas besorgter war. Ich selbst habe auch bisher nur Season 1 geschaut, die ja mit 8 Folgen auch ziemlich übersichtlich bleibt. Wir hatten nämlich die ersten 3 Folgen über Weihnachten so in den langweiligen Todphasen zwischen Fressen und Geschenke und erneut Fressen geschaut, und ich direkt die restlichen Folgen hinterher geprügelt, sobald ich wieder daheim war.

Die Serie spielt übrigens in 1983, dem besten Jahr ever. Und zwar in den Nostalgie-80ern. Die, an welche sich die Generation, die damals geboren und Kinder waren, gerne zurückerinnert. Stranger Things nimmt nie wirklichen Bezug auf die Probleme der Zeit, Dinge wie in einer armen Familie aufzuwachsen oder in der Schule gehänselt zu werden sind ganz universell. Das einzige sozialpolitische Elend der Zeit, dem die Charaktere unterliegen, ist die damalige Mode. Alles hat einen Look wie ein Film von Stephen Spielberg der Ära. Natürlich umgeht die Serie durch das Setting auch einige Probleme, die sich dank moderner Technologie einschleichen würde, doch weitestgehend wurde es definitiv für den Nostalgiebonus gewählt.

Grundsätzlich beginnen wir die Staffel erst Mal beim D&D-Spielen von vier Jungs, um direkt zu kodifizieren, dass die Nerds sind. Einer ist schwarz, einer fett und lispelt, die beiden anderen sind einfach hässliche weiße Jungs, womit ziemlich sofort klar ist, dass da einer an Redundanz eingebaut wurde. Am Ende der Folge ist der dann auch spurlos verschwunden, nachdem ihn ein aus dem nahegelegenen Forschungslabor ausgebrochenes Experiment angegriffen hat.

Gleichzeitig taucht allerdings auch ein merkwürdiges Mädchen ohne Sozialkompetenz und mit geschorenem Kopf auf, die von den anderen Jungs versteckt wird, weil Leute in schwarzen Anzügen mit Knarre nach ihr suchen. Derweil ist der verschwundene Junge vielleicht doch noch nicht ganz weg, immerhin bekommt seine Mutter merkwürdige Signale über die Lampen in ihrem Haus. Der heruntergekommene Sheriff hingegen wacht aus seiner Lethargie wieder auf, da er selbst seine Tochter vor Jahren verloren hat, ist er nämlich besonders engagiert, wenn es um ein vermisstes Kind geht. Wer hätte auch gedacht, dass in so einem kleinen, ereignislosen Städtchen plötzlich mehrere Leute vermisst oder tot aufgefunden würden.

Der Hauptstrang der Staffel ist natürlich das Verschwinden des einen Freundes, und die Suche nach ihm. Plus herauszufinden, was das Mädchen mit den besonderen Kräften damit zu tun hat. Welche Experimente im Labor vor sich gegangen sind. Was da jetzt für ein Monster genau umgeht. Plus natürlich viel zusammenwachsende Kameradschaft. Nicht nur zwischen den Nerds und dem Mädel, sondern auch teilweise mit älteren Geschwistern oder Erwachsenen, denen sie sich anvertrauen, und die für sie überraschend auf ihrer Seite sind.

Was Stranger Things dabei für mich so gut macht, so dass ich direkt ein Komaschauen veranstaltet habe, ist die gute Mischung und das dichte Verpacken. Die Serie gibt den Charakteren und Mysterien genau genug Spielraum, um sich auf sie einzustellen, verändert dann aber doch schnell genug Dinge, um nicht ewig auf dem gleichen hängen zu bleiben. Um nicht zu deprimierend zu werden, gibt es immer wieder ein paar trockenhumorige Szenen, oder kleine Siege für die Charaktere zu verzeichnen.

Irgendwie hatte ich zu Beginn der Staffel beispielsweise die Befürchtung, wir könnten es hier mit einem neuen Lost zu tun haben, bei dem das Setup super interessant ist, dann aber nie Antworten kommen und die Weiterentwicklung ausgebremst wird, stattdessen die Serie interessant bleiben will, in dem sie immer neue Geheimnisse oben aufgießt. Sich dabei aber nie jemand Gedanken darüber macht, wie das am Ende alles Sinn ergeben soll. Aber Stranger Things ist tatsächlich sehr gut durchdacht, gibt immer mal wieder kleine Antworten, und bietet am Ende der Staffel sogar ein zufriedenstellendes Finale. Natürlich mit Sequel-Bait drin, und alle Geheimnisse sind noch nicht gelüftet. Aber für mich löst Stranger Things genau genug wichtige Dinge auf um auf einer befriedigenden Note zu enden. Ich finde das so glaube ich sogar noch besser, als jede Kleinigkeit übererklären zu müssen, manche Dinge sind halt einfach.

Von daher: Dicht gepackte Story, sympathische Charaktere, interessante Handlung, gutes Schauspiel, und gefällige Atmosphäre/Setting. An Stranger Things: Season 1 habe ich persönlich nichts zu meckern.

KonoSuba 2

Kono Subarashii Sekai ni Shukufuku o!, oder KonoSuba: God’s Blessing on This Wonderful World, hat seine zweite Staffel und dazugehörige OVA mittlerweile auch beendet. Also erneut hinein in die Serie mit den schrägen Gesichtszügen und wild wackelnden Hängetitten!

Wirklich viel hat sich allerdings nicht geändert. Genau genommen ist alles beim Alten. Hauptcharakter Kazuma ist weiterhin ein Sozialversager, der auch in die Fantasy-Welt transferiert nicht plötzlich zu besonderen Kräften erwacht, sondern weiterhin Auseinandersetzungen höchstens durch Glück und Trickserei gewinnt. Göttin Aqua ist weiterhin schrill und anstrengend und weinerlich. Magierin Megumin ist weiterhin absolut von sich selbst überzeugt, obwohl sie nur einen einzelnen apokalyptischen Zauber pro Tag sprechen kann. Und Paladin Darkness ist weiterhin nur eine Anhängerin von Kazuma, weil er so schön fies mit ihr umgeht, und sie das M in SM ist. Die Truppe ist weiterhin objektiv betrachtet nutzlos, gewinnt mit mehr Glück als Verstand, und in dem sie mehr kaputt hauen, als es das Unterfangen wert gewesen wäre.

Nur kam es mir so vor, als würde die zweite Staffel alle diese Charaktereigenschaften bis Elf aufdrehen. Natürlich ist KonoSuba eine Parodie der üblichen Fantasy Light Novels wie Asterisk War und Sword Art Online und der ganze Mist mit ewig gleichem Schema, in dem es alle üblichen Stereotypen untergräbt, aber letztendlich bleibt halt doch jeder nur bei einem einzelnen definierenden Charakterzug übrig. Der wird eben nur immer extremer.

Ich meine so eine richtige Handlung gibt es in den Staffeln ja sowieso nicht. Offiziell soll der Dark Lord besiegt werden, ist schon klar, und irgendwie schaffen die es mal wieder so beiläufig auch einen seiner Generale am Ende der Season besiegt zu haben, doch so ein richtiger roter Faden will sich für mich nicht wirklich einstellen.

Was an sich aber noch nicht mal unbedingt sonderlich negativ ist. Mit 10 Folgen ist so eine Staffel eh schnell genug rum, als das ich persönlich noch nicht davon gelangweilt wäre, dass sie immer wieder dieselben Klänge anschlägt. Und irgendwie finde ich diese Truppe an Arschlöchern und Chaoten, die sich durchs Leben schummeln schon einen witzigen und sympathischen Haufen. Von daher war ich erneut gut und kurzweilig unterhalten.

Wartet, jetzt hab ich es. Einen guten Vergleich zu KonoSuba, zumindest für jene, die in meine Altersklasse sind und damals bereits Anime geschaut haben. Denn irgendwie ist KonoSuba schon ziemlich wie Slayers. Wenn man denn nur den Humor und die irren Charaktere übrig hat, weil man die doch immer mal wieder halbwegs ernst sein wollende Handlung herausgeschnitten hat. Also praktisch die guten Parts von Slayers minus die langweiligen.

American Horror Story: Cult

Auch dieses, bzw. mittlerweile dann ja doch schon letztes Jahr, gab es eine neue Staffel von American Horror Story. Diese nennt sich Cult und nimmt sich zu gegebenem Anlass direkt mal den Totalausfall der amerikanischen Präsidentschaftswahl an. Oder das zumindest zu Beginn.

Ich meine, AHS ist immerhin kein South Park, bei dem man eine Woche vor Ausstrahlung erst das Skript schreibt. Von daher kann man natürlich davon ausgehen, dass die Präsidentschaftswahl oder zumindest deren ultimatives Ergebnis sich nur sehr gut mit dem Hauptthema der Staffel paaren lies. Denn dieses ist dem Untertitel geschuldet eines um Sekten. Hauptsächlich eben, wie charismatische Soziopathen es schaffen, Leute von ihren immer extremeren Vorstellungen zu überzeugen. Maßgeblich natürlich dadurch, dass sich Menschen von ihrem Staat und sozialem Umfeld im Stich gelassen fühlen, weil sie in zumindest als immer chaotischer und schlimmer werdend wahrgenommenen Zeiten nach einfachen Lösungen suchen, und nach jemandem, der ihnen eine klare Linie vorgibt, ihnen die Verantwortung fürs eigene Leben abzunehmen bereit ist.

Das funktioniert eben ganz gut mit dem Zuckerguss der Wahlen. Denn die Präsidentschaftswahl war schon eine, die viele mit Unmut zurückgelassen hat. Schon vor dem Ergebnis war es oftmals eine Entscheidung für das kleinere Übel, denn so wirklich populär war auch Clinton selbst bei vielen Demokraten nicht. Und leider ist das amerikanische System auch noch so aufgebaut, dass es sich nur lohnt eine der beiden großen Parteien zu wählen, Stimmen an Dritte verschwendet sind.

Und dadurch, dass es letztendlich Trump geworden ist, kann sich AHS: Cult so richtig auf die uramerikanische Kleinstadtangst einlassen. Eben zum einen der Radikalisierung der Alt-Right und dem ganzen Anhang, die schleichend und vor allem auch bei jungen Männern im Internet, zu dem Ergebnis geführt hat, mit dem nun gelebt werden muss. Aber auch die liberale Wählerschaft der Demokraten, die dank des Trump-Regimes darum zittern dürfen, dass ihnen langsam aber sicher ihre Rechte wieder aberkannt werden, oder die Nachbarschaft von Neo-Nazis überschwemmt wird.

Optisch bleibt die Serie übrigens bei der brachialen, realistischen Darstellung der vorigen Staffel. Das Opening mag zurück sein, das Promotionsmaterial wieder viel Glamour und Class verbreiten, doch die Optik ist wieder bodenständiger und ernster. Was der Thematik durchaus auch ganz gut tu.

Wobei ich persönlich die Staffel im späteren Verlauf besser fand, als eben der Bezug auf die aktuelle politische Lage immer notdürftiger wurde, und die eigentliche Handlung um den Kult angefangen wurde. So ganz verschwunden ist es nie, aber AHS ist halt einfach eine viel zu dumme Serie, um wirklich etwas aussagen zu können, und da nimmt sich Cult nichts. Ganz so wie jede Staffel kommen immer mehr Nebenhandlungen hinein, hier noch eine Abzweigung, hier noch eine Biegung in die Geschehnisse. Nicht alle wirklich zwangsläufig zu einem befriedigenden Ende gebracht, und allgemein die Serie zu verwässernd, um wirklich am Ende des Tages eine Punkt und eine Aussage zu bieten. AHS schaut man für den Unterhaltungswert, nicht um dabei auch das Hirn aktiviert zu haben.

Und so wird von 4Chan bis zu den extremen First Wave Feministen, die plötzlich eigentlich der Zodiac Killer waren, weil sie alle Männer umbringen wollten, alles geboten. Warum junge Menschen dennoch rechts wählen, warum die snobistische Einstellung vieler Linker keinen für ihre Seite gewinnen kann, gezielt geschürte Panik durch fingierte Überfälle, um die immer bessere Kriminalstatistik zu untergraben und subjektive Gefahr der objektiven Lage entgegenzusetzen – und am Ende gibt es doch das Matriarchat als richtige Gruppe von Frauen in Kutten. Wilder Ritt, abgedreht und unterhaltsam, aber wann immer die Serie droht vielleicht doch einen nuancierten Punkt zu machen, wird das von einer an den Haaren herbeigezogenen Idee wieder untergraben. Aber hey, Subtilität oder Hirn kann man der aktuell realen politischen Lage in den USA tatsächlich nicht vorwerfen, von daher ist AHS vielleicht gar nicht mehr so weit von der Realität entfernt, wie sie das mal war.

Doctor Who: Series Nine

Doctor Who: Series 9 startet nicht mit einem überlangen Special, sondern stattdessen ist The Magician’s Apprentice der erste Teil eines Zweiteilers. Und mit einer Geschichte um die Daleks, man sollte seine Hoffnungen auf Qualität also Erfahrungsgemäß lieber etwas zügeln. Ich mein die Folge beginnt ziemlich atmosphärisch mit dem kleinen Jungen und der „Hand“-Granate in der Kriegszone, dem der Doctor helfen will, bis er herausfindet, dass dies Davros, der Schöpfer der Daleks ist. Würde man einem noch unschuldigen Baby Hitler helfen, wissend was aus ihm wird, sozusagen.

Missy ist in der Episode, was natürlich immer gut ist, schade das man sie in einer Dalek-Episode verschwendet. Jedenfalls denkt der Doctor aus irgendeinem Grunde, er müsse sterben, und aus irgendeinem Grunde ist in Essex des 11. Jahrhunderts E-Gitarre zu spielen scheinbar der perfekte Abgang. Außerdem ist seine größte Scham Davros eben nicht als unschuldiges Kind geholfen zu haben, was aber nie auf den Kopf gedreht wird, als wäre dieses Enttäuschung der Grund, weswegen er die Daleks erschaffen hat, also keine Ahnung warum der Doc solche moralischen Einwände hat. Dann wiederum kann sich New Who eh nie so ganz entscheiden, ob der Doctor nun damit einverstanden ist, Unschuldige fürs größere Gute zu opfern, oder doch der absolute Gutmensch ist. Der Planet der Daleks ist aus irgendwelchen Gründen wieder da, und Missy und Clara werden mit dem TARDIS zerstört, was natürlich ein offensichtliches Fake Out ist, und am Ende hatte die erste Hälfte der Geschichte ehrlich gesagt wenig Struktur und letztendlich auch wenig in seinen 45 Minuten rübergebracht.

Die zweite Hälfe der Geschichte in The Witch’s Familiar bringt da ein paar interessantere Ideen auf den Tisch. Aber wie das bei den Dalek-Geschichten so üblich ist, dreht sie sich mal wieder um weniger interessante Sachen, und lässt die eigentlich guten Ideen im Sande verlaufen. Dass Clara in einem Dalek steckt und sich nur über deren Vokabular verständigen kann, ist beispielsweise erst wirklich fürs Ende wichtig. Und der alptraumhafte Exkurs in die Kanalisation der Daleks, die aus verrückten lebendig begrabenen Dalek-Überresten besteht, eigentlich auch nur da, damit es für den Finalplan des Docs herhalten kann.

Stattdessen geht’s in der Folge mehr um die üblichen Sachen, denen ich ehrlich gesagt mittlerweile echt müde geworden bin. Mal wieder wird der Doctor in Versuchung gebracht, ein Massaker fürs größere Gute auslösen zu können, und das doch das Potential für einen Psycho in ihm steckt. Mal wieder darf der „du wärst ein guter Dalek“-Satz fallen. Mal wieder ist der Doctor doch zu sehr ein Gutmensch, um die Versuchung wahrzunehmen, und mal wieder scheint ihm das in den Arsch zu beißen. Nur damit wieder eines auf Sherlock gemacht wird, und der Doctor einen doppelten Huttrick vollführt, weil ihm klar war, dass Davros ihn austricksen würde, und er hat nur mitgespielt, damit sein eigener Trick wirkt. Blergh. Missy war allerdings echt witzig in der Episode, schade dass sie im Rest der Staffel fehlt.

Mit Under the Lake geht es gleich in den nächsten Zweiteler. Erneut zeichnet sich die Eröffnungsepisode damit aus, dass sie ein wenig arg lang und ereignislos ist, so dass man sich fragt, ob tatsächlich zwei Folgen nötig waren. Jedenfalls geht es um das Mysterium merkwürdiger Markierungen in einem Raumschiff in einem sowjetischen See. Außerdem werden Leute plötzlich zu Geistern, die wild vor sich hin brabbeln, was Koordinaten für irgendwen zu sein scheinen. Wie gesagt, viel geschieht noch nicht, und die Quirks des Doctors wirken auch irgendwo ein Stück weit bemüht und lahm. Liegt vielleicht auch daran, dass die Folge so arg von vielen vorigen der Show abgeleitet wirkt.

In Before the Flood geht die überlange, überlangweilige Geschichte dann ihrem Ende entgegen, und ich kann mich echt nicht für sie erwärmen. Das Kreaturendesign ist immerhin ganz cool, solange es sich nicht zu viel bewegen muss. Aber ansonsten war ich den Zweiteiler über ehrlich gesagt massiv gelangweilt. Ich hab mich nicht wirklich um die Nebencharaktere gekümmert, Clara ist mittlerweile ein lahmer Abklatsch ihres einst unterhaltsamen Selbst, die Tricks des Doctors wirken bekannt, auf die Logiklücken der Serie augenzwinkernd hinzuweisen hat seinen Charme und Witz verloren. Und mal wieder wird viel Trara um eine „Verändere die Zukunft nicht“-Regel gemacht, nur um sie dann genauso schnell brechen zu dürfen. Die letzte heroische Rede vom Doc ist echt unertragbar gewesen, voller hohler Phrasen ohne jegliche Bedeutung.

The Girl Who Died bringt uns zu einem Kuriosum dieser Staffel, denn sowohl diese und die nächste Folge, sowie die beiden Finalfolgen, offiziell eigene Nummern haben, die sie als eigenständige Storys deklarieren, sind sie eigentlich mehr oder weniger eine Doppelepisode, die zusammenhängt. Hier geht es um einen Stamm Wikinger, die einen Krieg mit einer kriegerischen Alien-Rasse angehen, welche zwar einen fürchterlichen Ruf haben, letztendlich aber mehr Schein denn Sein sind. Außerdem ist irgendwie Ashildr, eines der Wikingermädchen, besonders und wichtig, gespielt von Maisie Williams – und ich muss gestehen, ich sehe die nie sonderlich gerne auf der Leinwand.

Die Episode ist zwar weitestgehend langweilig, jedoch sehr gut darin so einige der Probleme der Serie aufzuzeigen, teilweise welche die eben erst jetzt so problematisch geworden sind. Clara beschwert sich beispielsweise darüber, dass der Doctor ständig auf irgendwelchen Regeln rumreitet, sie aber nie erklärt. Und damit hat sie recht. Denn Doctor Who hält die Regeln so vage, damit man sich jederzeit was Neues ausdenken kann, um eine Situation besonders dramatisch zu machen, und immer wieder neue Schlupflöcher, um noch die gleiche Episode die angeblich ach so wichtige Regel zu brechen. Problem damit ist, dass eben genau deswegen die Regeln für uns als Publikum absolut bedeutungslos geworden sind. Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll, dass der Doctor das Capaldi-Gesicht angenommen haben soll, um sich daran zu erinnern, er möchte eigentlich Menschen retten. Das Gesicht kommt aus einer Episode, in der er vier Leute aus dem brennenden Prompeii geholt hat, während er 20.000 andere Menschen dem Untergang weihte. Das der Compenian der moralische Anker des Doctors ist, wirkte mir den vorigen dann auch besser als mit Clara. Und besonders witzig ist, dass die in dieser Folge gebrochene Regel jene ist, dass man dem Tod nicht reinpfuschen sollte – nachdem der Doc in Before the Flood dem Alien so lang und breit genau jenen Regelbruch vorgeworfen hat.

Maisie Williams zementiert die Möglichkeit, ab jetzt durch ihre Unsterblichkeit ein jederzeit wiederkehrender Charakter sein zu können, in The Woman Who Lived. Stellt sich heraus es war vielleicht gar kein Segen jemanden wiederzuerwecken und unsterblich zu machen, wenn diejenige dann jedes Zeitalter erneut die Leute um sich herum sterben sehen muss, und das Elend einer jeden Ära miterlebt, statt einfach bunt mit einer Zeitreisemaschine nur zu den Highlights springen zu können, für die man sich besonders interessiert. Keine Ahnung, warum die Folge diesen Löwenkönig wie aus einem Märchen brauchte, doch das Design ist definitiv stilsicher und insgesamt mochte ich sie schon ganz. Das Ende war etwas schwach, aber ansonsten ist sie zumindest besser als die vorigen fünf.

Den nächsten und letzten offiziellen Zweiteiler bricht The Zygon Invasion an. Und startet gleich auf einem eher ungünstigen Fuß, in dem wir einen Flashback zum 50. Anniverary Special bekommen, in dem die drei Doctoren die Zygons mehr oder weniger gegen den eigenen und den Willen der Menschen in die Gesellschaft integriert haben. Das machte mich zumindest nur nostalgisch gegenüber den Zeiten von Matt Smith und David Tennant, als die Serie noch so viel besser und interessanter und frischer war.

Clara ist übrigens ein ziemlicher Idiot diese Folge, was ziemlich gegenteilig dazu ist, wie sie normalerweise porträtiert wird. 127 verpasste Anrufe vom Doctor auf dem Handy, aber sich so leicht von einem Kind ablenken lassen? Also bitte. Es ist allerdings niedlich, wenn sie später weiß, dass Truth or Consequences eine Stadt ist, weil sie als Kind Trivial Persuit auswendig gelernt hat, um gewinnen zu können. Nicht so nett ist, mich daran zu erinnern, dass der Doctor offiziell mittlerweile der Präsident der Welt ist. Jedenfalls beißt es ihn jetzt in den Arsch, dass er nur sein eigenes Ego durchgesetzt hatte, als er die Zygons integrierte. Denn nun gibt es eine terroristische Splittergruppe, die unter London langsam lauter Klone der Bevölkerung gezüchtet hat, und selbst den Märtyrertod sterben würden, solange das die restlichen friedlichen Zygons in den Aufstand wachrüttelt. Ein Blinder mit dem Krückstock wird sich zusammenreimen können, wofür das eine Analogie in einer 2015er Staffel war.

Mit The Zygon Inversion geschieht dann etwas, was ich absolut nicht mehr für möglich gehalten hatte: Doctor Who Staffel 9 hat eine gute Folge zu bieten. Nicht nur ganz ok wie The Woman Who Lived, sondern wirklich gut! Bei Folge 8 von 12! Liegt vielleicht auch zum Teil daran, dass die Osgoods so einen viel besseren Companion abgeben, so dass es richtig schade ist, wenn sie am Ende der Episode ablehnen dauerhaft mitreisen zu können.

Jedenfalls mag ich auch wirklich die Szenen mit den zwei Kisten und den zu drückenden Knöpfen, analog zum Krieg, weil es einfach ist ihn zu starten, man aber nie weiß, was dabei rum kommt. Und häufig auch nicht an das Danach gedacht wird, gerade bei Putschversuchen aktueller Regimes. Oder wenn Gewalt und Hass nur zu mehr Hass und Gewalt führt, man sich in einer Endlosschlaufe bewegt, ohne Vergeben nie Friede herrschen kann. Die Ansprache des Docs simplifiziert die Problematik natürlich extrem, und es geht mir etwas zu weit, wenn er anfängt über seine eigenen Gefühle und den mittlerweile doch eh rückgängig gemachten Time War spricht, aber hey, der Rest war echt gut.

Sleep no More scheint wie eine Horror-Episode zu beginnen, mit einer direkt ans Publikum gerichteten Warnung, doch den nächsten Found Footage Film nicht zu schauen, aus den Überwachungskameras eines verlassenen Raumschiffs, auf dem eine Rettungsmission gestartet ist. Ist allerdings einfach nur eine absolut blöde Episode. Man hätte so viel aus der Prämisse machen können, dass die Menschheit einen Weg gefunden hat, den Schlaf auf wenige Minuten zu reduzieren. Daraus wie unnatürlich dies ist. Was für psychologische Nebeneffekte daraus entstehen könnten. Eine Analogie zum Kapitalismus, in dem die Menschen nur perfekt und dauerhaft funktionierende Rädchen sein sollten. Stattdessen geht es um Schlafsandmonster, die wie Scheißhaufen aussehen, und sich im Universum breit machen wollen.

Der Titel von Face the Raven hätte wirklich Ding Dong the Witch is Dead lauten sollen. Clara darf mal wieder aus Storygründen alle Gehirnzellen aufgeben, als wir herausfinden, dass sie einem Kerl die Telefonnummer für den TARDIS gegeben hat. Die Serie tut so, als müsse ich den kennen, aber so wirklich gesagt hat der mir nichts. Zeigt aber mal wieder, dass es eine echt dämliche Entscheidung von New Who war, Leute beim Doctor direkt anrufen lassen zu können. Der Kerl ruft an, weil er ein herunter zählendes Tattoo im Nacken hat, und sich an den Vortag nicht erinnern kann.

Draus wird ein Mördermysterium in einer vor Augen aller mitten in London versteckten Seitenstraße, deren Community an Außenseitern von Ashildr geleitet wird. Stattdessen ist der Mord aber am Ende nicht sonderlich wichtig und großräumige Zeitverschwendung gewesen, denn der Doc sollte nur über einen Trick hierher gelockt werden, um ihn am Ende den TARDIS abzunehmen und irgendwo hin zu warpen. Ach und Clara stirbt durch ihren eigenen dummen Plan. Was für mich mittlerweile keine Bedeutung mehr hatte. Last Christmas wäre so ein passendes Ende für den Charakter gewesen. Nach einer kompletten Staffel 9, in der ich mich nicht eine Sekunde um Clara geschert habe, schere ich mich auch nicht um deren (gar nicht so) dramatisches Ausscheiden.

Das 55-minütige Heaven Sent ist dann die zweite Folge der Serie bisher, die ich richtig gut fand. Zusammen mit der „ganz ok“-Folge auch die dritte, in der Clara entweder gar nicht ist, oder zumindest nicht die übliche Companion-Rolle einnimmt. Natürlich nicht der wahre Grund, aber doch sehr bezeichnend. Dabei geschieht eigentlich kaum was in dieser überlangen Folge. Aber die Atmosphäre stimmt halt einfach, und die Angelegenheit so in die Länge zu ziehen, hat tatsächlich einen erzählerischen Nutzwert.

Der Doctor ist also in einem nicht endend wollenden Schloss-Labyrinth gefangen. Konstant von einem mysteriösen Reaper-Monster verfolgt, dass ihn von einem Ende zum anderen hetzt, und nur innehält, wenn er eine für in unkomfortable Wahrheit ausspuckt. Aber nie für lang, bis die erbarmungslose Verfolgung wieder aufgenommen wird, nie mit sonderlicher Eile, aber beständig und immerzu geschehend. Mitten in einem See beheimatet, dessen Grund aus Totenschädeln besteht. Dazu klassisch angehauchte Musik. Der Doctor nahe am Wahnsinn, bis er endlich herausfindet, dass er in einem ewigen Loop gefangen ist. Das Monster ihn immer am Ende bekommt, und der im sterben liegenden Doc einen weiteren Klon von sich aus dem Portal holt, der immer den gleichen Alptraum durchlebt, bis er als Sisyphus endlich über Millionen von Jahren hinweg mit bloßer Faust durch die Diamantwand geschlagen hat.

Das einzige, was in an Hell Bent mag, ist, dass die Timelords endgültig als die manipulativen und überheblichen Antagonisten behandelt werden, die sie eigentlich schon immer waren. Endlich versucht die Serie nicht mehr zu rechtfertigen, warum die eigentlich die Guten sind. Dennoch, Gallifrey zurückzubringen und den Time War zu revidieren, stellt sich als eine weitere langfristige Fehlentscheidung von New Who heraus.

Denn hauptsächlich mag ich das 60-minütige Finale nicht. Ich hasse den arroganten Doctor. Oder das er als Kriegsheld vergöttert wird. Das er sich selbst zum Herrscher von Gallifrey macht. Alles opfern zu wollen, nur um Clara zurückzubringen. Immerhin ist sie endlich mal wieder ein starker Charakter, der sich nicht wie die anderen Companions einfach vom Doctor austricksen lässt. Und diesmal werden wir sie wirklich los, hoffe ich zumindest.

Das Weihnachtsspecial des Jahres, The Husbands of River Song, war dann wieder relativ gut. River Song ist sowieso immer ein Charakter, bei dem man darauf zählen kann, dass sie zumindest etwas Witz und Dynamik in die Folge einbringt. Die Interaktionen und Wortspiele zwischen ihr und dem Doctor sind das, was mir zwischen ihm und Clara diese Staffel über häufig gefehlt hat. Es ist niedlich, wie der Doctor ständig darüber schmollt, dass sie ihn nicht erkennt, und an jeder Ecke einen neuen Ehemann oder Ehefrau erwähnt. Oder wie begeistert er ist, selbst die „von innen viel größer“-Überraschung spielen zu dürfen. Und das Ende ist doch bittersüß, sowie das River Song sich immer im klaren war, dass der Doctor ihr nie die gleiche Zuneigung entgegenbringen könnte.

Es sollte klar geworden sein, dass mich Staffel 9 absolut nicht für sich begeistern konnte. Ich fand den Großteil der Folgen einfach nur bestechend langweilig. Doctor Who wirkt mittlerweile einfach irgendwo durch und gehabt. Als wären keine wirklich guten Ideen übrig. Es fehlt an Dynamik und Spritzigkeit. Peter Capaldi dann gezwungen hip wirken zu lassen, mit einem Hoodie, mit dem Spielen einer E-Gitarre, und den Sonic Screwdriver mit einer Sonnenbrille zu ersetzen, sind nur fehlgeleitete Entscheidungen, die den armen Mann älter statt jünger wirken lassen.

Nach Series 9 und den bis dato schlechtesten Einschaltquoten – normalerweise fielen nur wenige Folgen unter 7 Millionen Zuschauer und die Specials lockten locker welche im zweistelligen Bereich, während in Series 9 nur das Xmas Special übheraupt die 7 Million überschritt – wurde die Serie zumindest für ein Jahr ausgesetzt und wir bekommen auch eine neue Companion. Vielleicht bringt das wieder etwas frischen Wind rein, nötig ist der jedenfalls.

Doctor Who: Series Eight

Mit ein wenig Auszeit, damit sich kein absoluter Who-Burnout einstellt, sind wir nun also bei der achten Serie des Reboots gelandet. Ab nun in nur noch 12 Folgen und der zweiten Hälfte des Jahres ausgestrahlt, wodurch sich die Weihnachts-Specials an das Ende setzen, statt sie einzuläuten.

Und mit dem neuen Doctor Twelve, hier noch gewohnt männlich, weiß und über 180cm groß, wie das bis vor Kurzem noch scheinbar in der Casting-Beschreibung stand. Zum eleganteren Überleiten weiterhin mit Jenna Colemann als Companion, und wenn man es genau nimmt, so ist auch das Gesicht des Doctors kein neues. Denn Peter Capaldi war bereits ein Charakter in der Pompeii-Folge und in Torchwood. Wobei die rauchige Stimme mit dem schottischen Akzent-Unterton schon etwas Eingewöhnung brauchen wird, genau wie die theatralischen Gestiken.

Zum Einführen des neuen Doctors hat die erste Folge Deep Breath natürlich direkt Überlänge von 75 Minuten. Mit einem Doctor, der genauso verwirrt scheint, wie wir es sind. Ich meine er überlässt im Prinzip die ganze Truppe um die Echsenfrau und Clara ihres Schicksals, um alleine zu untersuchen, warum ein T-Rex mitten im viktorianischen London unterwegs ist. Ach ja, ein T-Rex ist mitten im viktorianischen London unterwegs, und schluckt auch direkt den Tardis, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das vom Größenverhältnis sinnig ist. Allgemein ist der Doctor hier relativ arschig drauf, aber dann wiederum ist er nun auch schottisch. Allerdings endet die Folge damit, dass er entweder jemandem in den Tod wirft, oder per Mindgames zum Selbstmord überredet, was beides nicht besser ist.

Ich mag aber auf jeden Fall, dass der Doc mal so nebenbei erwähnt, dass er immer junge Dinger einzusammeln scheint, ohne es zu wollen. Oder nachdem Clara über das neue alte Gesicht geschockt ist, lapidar gesagt bekommt, der Doctor wäre ja auch alt. Wobei sie eh eher Probleme damit hat, jemandem zu vertrauen, der plötzlich mit einem neuen Gesicht und einer neuen Persönlichkeit daher kommt. Da ist auch definitiv eine gewisse Parallele zwischen dem Doctor und dem Automaton, der seit Ewigkeiten konstant Teile austauscht und eventuell gar nicht mehr weiß, wer er eigentlich mal war. Und die Echsendame mit ihrer Ehefrau sind sowieso immer eine Bereicherung, von denen würde ich locker ein eigenes Spinoff schauen. Insgesamt schafft es die Episode irgendwie sowohl cool und spannend und witzig und nachdenklich zu sein, wie auch irgendwie blöd und kindisch.

Da der Doctor nun nicht nur 980 Jahre zu alt für Clara ist, sondern auch so aussieht, bekommt die in Into the Dalek direkt einen attraktiven neuen Werber in Form des Ex-Soldaten und nun Lehrers an ihrer Schule, Mr. Pink. Und auf jeden Fall mag ich es, dass das zwischen dem Doc und Clara jetzt eindeutig eine Mitarbeiter-Beziehung ohne jegliche romantische Gefühle ist, und er sie sogar irgendwie immer scherzhaft beleidigt, wobei sie ja weiß, wie drauf zu reagieren ist, weswegen es nicht bösartig wirkt.

Jedenfalls scheint endlich mal jemand kapiert zu haben, dass die einzig interessante Dalek-Folge in New Who die allererste war, in der ein vermenschlichter Dalek den Sinn des Lebens suchte. Denn auch hier wird damit gespielt, dass Daleks eventuell doch reformiert werden könnten, und es gibt sogar Die Fantastische Reise in einen hinein. Wobei der Doc definitiv die Antikörper einen Kerl umbringen lässt, ohne auch nur zu versuchen, dem zu helfen. Außerdem ist er ein echter Arsch, weil er die Soldatin am Ende nicht mitnimmt, nur weil sie Soldatin ist. Hey, du warst auch mal der War Doctor. Dass der Dalek beim Gedankenaustausch mit dem Doctor dort auch nur Hass liest, finde ich da ganz passend, obwohl das „you would make a good Dalek“ mittlerweile etwas alt ist.

So, scheinbar wollte Clara schon immer mal Robin Hood treffen, und hat bis Robot of Sherwood damit gewartet, dies rauszulassen. Der Doctor meint dann auch direkt, dass man fiktive Sagenfiguren nicht treffen kann, aber wer hätte es gedacht, in die generelle Zeitperiode gesprungen und schon treffen sie auf Robin Hood, dem der Doctor erst mal zeigen kann, was er für ein perfekter Übermensch ist, in dem er ihn in einem Duell nur mit Löffel ausgerüstet und später auch beim Bogenschießen schlägt (auch wenn später geklärt wird, dass er zumindest hier gecheated hat).

Und eigentlich geht es um Roboter, die Gold brauchen, um wieder nach Hause fliegen zu können. Und Robin Hood ist vielleicht nur ein Hochstapler oder doch echt, aber letztendlich ist es ja egal, solange er so schön charmant ist. Und Clara ist die beiden Alpha-Kerle dann doch ziemlich schnell leid, dann aber eine Szene später doch wieder total mit an Bord. Und das Ende mit dem Abschießen des Pfeiles als Trio ist so richtig blöde, und die Folge in der Gesamtheit eigentlich eher langweilig.

Ich mag ja die Horror-esquen Episoden, von daher sollte Listen mir direkt mehr gefallen. Sehr effektive Monster in New Who waren ja diejenigen, die immer um einen herum sind, deren Anwesenheit man aber direkt vergisst, wenn man wegschaut. Das spielt mit unserer Angst nicht alleine zu sein, uns beobachtet zu fühlen, dass da was gerade so außerhalb unseres Blickfeldes auf uns wartet. Tja, was wäre wenn es Monster gäbe, die am Rande unseres Blickfeldes, in den dunklen Ecken der Zimmer oder unter unserem Bett auf uns lauern? Die perfekten Verstecker sozusagen. Also grundsätzlich das gleiche Prinzip dahinter. Raus bin ich dann aber definitiv am Ende der Folge, wenn Clara plötzlich zum jungen Doctor in seiner Old Timey Scheune geht und ihm eine Ansprache über Angst hält. Wie blöd war das Mal.

Time Heist ist Oceans Eleven meets Saw. Clara in einem stylischen Anzug wacht mit dem Doctor und zwei Unbekannten auf, alle haben ihr unmittelbare Erinnerung gelöscht, sich aber Videonachrichten hinterlassen, dass sie freiwillig eine Hochsicherheitsbank ausrauben wollen. Also ähnlich wie bei Amy auf der Großbritannien-Raumstation. Warum keiner darauf kommt, dass diese Videobotschaften gefälscht oder unter Drohung aufgenommen worden sein könnten, sondern direkt darauf eingehen, sei mal dahingestellt. Jedenfalls ist es insgesamt eine unterhaltsame Episode, mit gutem Kostüm-/Stagedesign, tödlichen Fallen und coolem Slow-Mo Bankraub.

Während Clara Mr. Pink vor dem Doctor und den Doctor vor Mr. Pink geheim hält, hält der Doctor vor ihr geheim, dass er sich in The Caretaker als Hausmeister in deren Schule einschleust, wo er natürlich direkt auf Mr. Pink trifft. Den er nicht leiden kann, weil der war ja mal ein Soldat. Wobei Pink auch nicht so auf den Doc anspringt, weil er in ihm zu viel eines Kommandanten, der bereitwillig seine Truppen opfert, sich aber selbst die Hände nicht schmutzig macht, sieht. Die Vorverurteilung ist also beidseitig. Jedenfalls geht auch ein Alien um – also eines abgesehen vom Doctor – und die Episode versucht super quirky zu sein, ist aber eher wieder langweilig.

In Kill the Moon gehen Clara, der Doctor, und die nervige schwarze Schülerin in 2049 auf den Mond. Der voller Spinnen ist. Und eigentlich schon immer nur das Ei eines Space-Drachens war. Jedoch ist Clara endlich die Manipulationen des Doctors leid, wenn er plötzlich alle mit der Gefahr alleine lässt, um sie in eine Entscheidung zu manipulieren, was mit der möglichen Gefahr gemacht wird, nur damit Clara sich dann doch gegen die der Menschheit stellt. Was sich als richtig herausstellt, aber nun wirklich den Leuten auf der Erde, wenn potentiell deren Ende bevorstehen könnte, kein Vorwurf gemacht werden kann für dessen Zerstörung zu wählen. Und Clara dies durchmachen zu lassen ist echt fies gewesen, genau wie bewusst diesen Zeitpunkt hierfür zu wählen. Jedoch ist es insgesamt eine eher gemischte Folge, denn solange noch ein Geheimnis darum gemacht wird, was wirklich mit dem Mond los ist, war es schon spannend, nach dem Reveal wird’s aber eher etwas blöde.

Der Orientexpress aus Mummy on the Orient Express ist dann im Prinzip der Galaxy Express 999, der zwar einer nostalgischen Dampflock nachempfunden ist, aber durch das All fliegt. Passend zum Agatha Christie Cosplay aller Beteiligten kommt es auch zu merkwürdigen Todesfällen. Denn eine für den Rest unsichtbare Mumie nimmt sich einzelner Personen an. Der Doc manipuliert ein wenig, lässt ein paar Leute sterben, und Clara wird das mal wieder leid, also das gleiche Spiel wie bisher. Sie will sogar die Reisen beenden, was sicher mal interessant gewesen wäre, wenn man das zumindest für ein paar Folgen durchgezogen hätte, aber noch in der gleichen Folge springt sie doch wieder in den Tardis. Wie Kill the Moon ist die erste Hälfte mit der netten Optik und der mysteriösen, langsam tötenden Mumie besser, als die zweite Hälfte der Episode, wenn sich alles aufzulösen beginnt.

Wo wir schon dabei sind, so hätte das Verschlossene-Raum-Mysterium von Flatline durchaus interessant sein können, wenn uns Zuschauern nicht direkt zu Beginn gezeigt würde, was geschehen ist, was es etwas langweilig macht, bis Clara und der Doctor auf den gleichen Stand angekommen sind. Wobei ich es ja faszinierend finde, dass der Doc es nicht in Erwägung zieht, die Lösung war simple Teleportation oder irgendein anderer SciFi-Kram, den sie in aller Regelmäßigkeit in der Serie machen.

Ich mag das er hier etwas zurückgenommen wird, weil er im geschrumpften Tardis festhängt – vielleicht hatte Peter Capaldi auch einfach nur einen Friseurtermin, den er nicht verlegen konnte, denn seine Frisur ändert sich je nach Szene vor und zurück. Von daher muss Clara so tun, als sei sie der Doctor, was schon ziemlich witzig daher kommt, weil sie ihn bewusst damit aufzieht. Das Kreaturendesign ist auch gut, und ich mag die Horror-Vibes, wenn sie 3D werden und die Gruppe durch die Schächte jagen. Weniger gut fand ich des Doctors heroische Ansprache gegen Ende das die Erde von ihm geschützt sei, oder dass er sich was um die Leute scheren würde, die vor seinem Auftauchen bereits von den Kreaturen ermordet wurden, denn dies passt nicht wirklich zu Twelve und wie er bisher portraitiert wurde. Von daher eher wieder eine stark gemischte Folge.

London ist in In the Forest of the Night plötzlich von einem Wald überwuchert, und Clara mit Mr. Pink auf einem Schultrip gewesen, weswegen die ihre Klasse an der Backe haben. Was zum einen zu herrlichen Szenen führt, wenn alle Erwachsenen von der simplen Kinderlogik aus der Ruhe gebracht werden, dann wiederum nervt gerade das bezopfte Mädchen echt enorm die Folge über. Und erneut ist die Folge nur so lange gut, wie man nicht weiß, was Sache ist. Wenn dann die Lichterfeen auftauchen und man weiß der Wald möchte nur die Menschheit vor den Sonneneruptionen retten, und am Ende sogar eine tote Schwester einer Schülerin zurückgebracht wird, dann wird es so richtig blöd. Außerdem ist mir hier erst so richtig aufgefallen, wie langweilig ich den perfekten Mr. Pink eigentlich finde, obwohl er hier sogar einen Tiger verscheucht bekommt.

Was die 8. Staffel zurückbringt ist übrigens, dass Story Arcs zwei Folgen einnehmen können, denn Dark Water ist der Beginn des Finales. Clara kann Mr. Pink also endlich sagen, dass sie ihn liebt, was natürlich ein dramaturgisch guter Zeitpunkt ist, um ihn direkt mal umzubringen. Also droht sie dem Doctor dies per Zeitreise wieder geradebiegen zu sollen, und er nimmt sie mit in die Unterwelt. Diese merkwürdige Nachwelt, die in ein paar Folgen der Staffel bereits kurz gezeigt wurde, und in der die verquere Missy beheimatet ist.

Hierhin gehen die Toten in ein Leben nach dem Leben, weiterhin an ihren weltlichen Körper gebunden, und beispielsweise eine Verbrennung ihrer Überreste gewahr. Was ein interessantes Konzept ist, allerdings nur so lange, wie man nicht drüber nachdenkt, weil es eigentlich keinen Sinn ergibt. Muss es aber auch gar nicht, denn alles war nur ein Trick von Missy dem Master. Die Unterwelt mit ihren schrägen Einwohnern und bürokratischem Look ist natürlich typisch Moffat. Was für mich allerdings mal absolut nicht gezogen hat, ist mich einen Scheiß um den Tod von Pink oder dessen Soldaten-Trauma zu scheren, weil mich die Serie einfach nicht wirklich gut daran heranführen konnte.

Wir sind mittlerweile auch weit entfernt vom Ursprung der Cybermen, die ja mal nur menschliche Hirne in sich eingepflanzt haben, um sie zu assimilieren. Missy jedenfalls speist in Death in Heaven, welche in 60 Minuten die Staffel ausklingen lässt, die Seelen der Toten in ihren Computer, um sie dann in die Cybermen zu downloaden, die explodieren, und damit die Körper aller Toten zu Cybermen wandeln. Was immer noch ziemlich doof ist, wenn man mal drüber nachdenkt. Nicht genauer drüber nachdenken ist allerdings sowieso der MO, wenn es darum geht, die Staffelfinale zu genießen. Moffat ist da gut drin. Und so wird schon mal der Doctor witzigerweise zum Präsidenten der Erde, die geile Missy stielt sowieso jedem die Show, und die finale Goodbye-Umarmung zwischen Clara und dem Doctor, die sich für diese außerordentliche gemeinsame Reise danken, endlich mal mit emotionalem Zug. War dann doch rund, das Finale.

Keine zwei Monate später lief dann also das 2014er Weihnachtsspecial Last Christmas, welches die deutsche Box auch passend als letzte DVD liefert, während es im UK wohl auf der der 9. Staffel ist. Jedenfalls war sich Coleman wohl nicht so sicher, wie lange sie als Clara der Serie treu bleiben konnte. Vielleicht lieferte deswegen sowohl Mummy on the Orient Express wie auch Death in Heaven ein mögliches Out für ihre Rolle. Auch Last Christmas wurde ursprünglich als ihre mögliche letzte Folge geschrieben, wobei sie dann doch voll für Staffel 9 neu verpflichtet werden konnte.

Hier trifft sie plötzlich auf einen überraschend zynischen Weihnachtsmann und wird vom Doctor an den Nordpol entführt, wo gerade Alien meets The Thing stattfindet, da eine Forschergruppe von Facehuggern infiltriert wird. Allerdings ist dann doch alles nur ein Traum, weswegen die Ereignisse und Charaktere auch nicht voll Sinn ergeben müssen. Ist auch eines meiner Lieblingsspecials bisher, weil es echt spannend und mysteriös und witzig ist, und endlich mal nicht so wirkt, als wäre die volle Stunde etwas überlang gewesen. Die Endszene dann allerdings. Es wäre so ein perfektes Ende für die Figur Clara gewesen, und dann doch direkt wieder alles rückgängig zu machen fand ich sehr billig. Dann doch bitte gleich die Szene komplett heraus lassen und eine komplett andere Finalszene schreiben.

Ok, also ich versteh schon, was man versucht hat hier zu tun. Der Doctor sollte etwas grauer und fieser wirken, etwas ambitionierter sein, wenn es darum geht, wie sehr die Mittel die Ziele rechtfertigen. Wie viel Macht und Übermut er sich überhaupt herausnehmen sollen darf. Und dazu eben ein etwas älterer, schottischer Akteur gecastet. Dass ich mit Twelve (noch?) nicht warm geworden bin, liegt auch nicht an Capaldis Schauspiel, sondern dass mir der Doctor hier einfach etwas zu arschig geschrieben ist. Zumal die Staffel auf mich das immer nur eher halbherzig angesprochen zu haben schien, und die Idee an sich ja dann auch nicht komplett neu war, nur etwas konstanter hier eingebracht wurde. Die Romanze von Clara fällt sowieso absolut auf die Fresse, weil gerade die emotionalen Momente häufig in der Staffel nicht ziehen wollen. Es gibt ein paar gute Folgen, und ein paar gemischte in denen das Gute zumindest überwiegt, aber viele Handlungen warum einfach diesmal auch echt langweilig oder enttäuschend umgesetzt.