Anime Quickies: Boys Love in a Band and Yakuza at Home

ava-2697Willkommen zurück oh Freunde der japanischen Zeichentrickkunst. Auch Heute haben wir wieder eine Reihe an Anime auf einmal zu bieten. Allerdings nicht mehrere Einträge in der selben Franchise, sondern fünf eigenständige Serien, zu denen es sich anbietet, sie in relativen Blurbs zu halten.

Beastars Season 2

Die erste Staffel lies ja noch offen, wer der Mörder an der Schule der antropomorphen Tiere ist. In der zweiten Staffel findet das Legosi sogar relativ früh heraus. Und es entwickelt sich ein Psychospielchen zwischen den beiden, da Legosi ihn nicht so einfach auffliegen lassen kann. Währenddessen struggelt Louis damit, von einer Lichtgestalt zum Anführer einer Gang im Schatten der Gesellschaft gewechselt zu sein.

Die Serie ist weiterhin spannend und packend wie eh und jeh. Erneut wird viel das heikle Gleichgewicht im Zusammenleben von Herbivoren und Carnivoren behandelt. Im Gegensatz zur ersten Staffel ist diesmal allerdings die Sexualität kein so zentrales Thema, sondern es geht wesentlich stärker um Freundschaften. Weswegen Haru auch eine eher kleine Rolle hat und stattdessen die Dualität zwischen Legosi und Louis ins Zentrum rückt, die weiterhin gegensätzliche Seiten einer Medaille darstellen.

Jujutsu Kaisen

Yuji ist ein athletischer aber etwas fauler Schüler, der in die okulte Parallelwelt gezogen wird, als er versehentlich ein magisches Artifakt schluckt. Denn der mumifizierte Finger Sukunas nimmt von ihm Besitz. Yuji wird kurzerhand an eine Magieschule umgesiedelt, damit er mit seinen neuen Kräften bei der Dämonenbekämpfung helfen und gleichzeitig unter Aufsicht der Exorzisten bleiben kann.

Jujutus Kaisen ist genau genommen eine recht typische Mainstream-Shonen-Serie mit den üblichen Story-Beats und Charakter-Stereotypen. Davon habe ich schon lange keine mehr gesehen, weil die immer endlos waren. Netterweise sind Anime mittlerweile allerdings kurzweiliger und selbst jene Mainstream-Serien kommen in überschaubaren Staffeln heraus. Das führt zu einem wesentlich besseren Pacing und weniger Füller. Und tatsächlich hat mir Jujutsu Kaisen sehr gut gefallen. Die Serie geht sehr zügig voran (noch vor 15 Jahren hätte man aus den Story-Arcs der ersten Staffel locker drei gemacht), die Charaktere sind sympathisch und vor allem ist die Action wirklich gut animiert und mitreißend.

Dragon Goes House-Hunting

Letty ist ein roter Drache, welche eigentlich zu den mächtigsten Kreaturen in der Fantasy-Welt gehören. Doch Letty selbst ist ziemlich nutzlos und wird letztendlich von seinem Klan rausgeworfen. Also muss er eine neue Bleibe finden. Netterweise trifft er auf Diaria, der ehemalige Dark Lord, der nun Immobilienmakler ist.

Erwartungsgemäß ist Dragon Goes House-Hunting eine ziemlich niedliche kleine Comedy-Serie. Es wird auf der Suche nach der richtigen Unterkunft für Letty auf die üblichen Fantasy-Tropes angespielt und sich über sie lustig gemacht. Alles allerdings ziemlich wholesome, denn Letty ist ein echt netter Typ und Diaria ihm sehr wohlgewollt. Keine besonders mitreißende Must-Have-Serie, aber eine nette fluffige Unterhaltung für zwischendurch.

Given

Ritsuka ist ein musikalischen Wunderkind in einer kleinen Indieband, der ein wenig die Lust an der Musik zu verlieren scheint. Bis er auf Mafuyu trifft, der unbedingt mehr über Musik lernen will und den Ritsuka in die Band aufzunehmen versucht. Wobei sein Interesse an ihm irgendwann romantischen Untertöne annimmt.

Given ist eine sehr nette Coming of Age Boys Love Story. Es geht hauptsächlich auf die Dynamik der vier Jungs der Band ein auf ihren Weg zu ihrem ersten Live Auftritt. Und um die erste Liebe, zumindest die von Ritsuka. Mafuyu hat dabei einen gewissen dunklen Schatten in seiner Vergangenheit, der aufgearbeitet gehört, aber netterweise ist Ausnahmsweise die Homosexualität an sich kein großer Deal. Die wird von allen ziemlich schnell akzeptiert, selbst Ritsukas erste Panik ist mehr „Oh Gott ich bin zum ersten mal verliebt, was mach ich nur“ und nicht „Oh Gott darf ich überhaupt einen anderen Mann lieben“. Insgesamt also auch eine sehr charmant entspannte Serie über die erste Liebe und die Leidenschaft zur Musik.

The Way of the Househusband

Tatsu war mal der berüchtigte „Immortal Dragon“ in Yakuza-Kreisen. Mittlerweile ist Tatsu-Chan aber mit der Büroangestellten Miku verheiratet und hütet das Haus für sie.

Hierbei handelt es sich um eine weitere charmante Komödie, bei der natürlich die meisten Gags auf die Juxtaposition zwischen Tatsus Yakuza-Manierismen und seinem stinknormalen Hausmann-Alltag liegt. Wenn er es lebensbedrohlich wichtig nimmt, es rechtzeitig zum Supermarkt-Sale zu schaffen, oder die Flecken aus der Wäsche zu prügeln. Die Original Net Animation ist dabei allerdings etwas billig gemacht. Es wurden eindeutig einfach die einzelnen Panels des Manga eingescannt, koloriert und dann bestenfalls rudimentär wenn überhaupt animiert. Das schnelle Vorangehen (jede Episode besteht aus mehreren Geschichten) und Voice Acting haucht dem allerdings ganz gut Leben ein und rettet das Comedic Timing bedeutend. Ich fands sehr unterhaltsam.

Doctor Who: Flux

ava-2688Was das Jahre 2021 angeht, gab es bei Doctor Who in dessen dreizehnten Staffel nach dem Soft-Reboot so einige Änderungen. So ist die Staffel erneut in seiner Folgenzahl verkürzt, diesmal nach bereits sechs Episoden rum. Denn diesmal hat man sich von den finalen beiden Staffeln des Ablegers Torchwood inspirieren lassen: Die ganze Staffel ist eine Miniserie mit einer durchgängigen Handlung. Deswegen auch in der Regel als Doctor Who: Flux bezeichnet, statt als Staffel 13 durchnummeriert zu sein.

Außerdem wurde angekündigt, dass sich erneut in der Serie vor und hinter der Kamera große Änderungen ankündigen würden. Dies ist die letzte vollwertige Staffel mit Jodie Whittaker als Doctor Dreizehn, wie mittlerweile zur Norm geworden dankt die Darstellerin der aktuellen Inkarnation nach drei Staffeln ab. Aber auch Show Runner Chris Chibnall, der wie Whittaker seit der elften Staffel die Zügel in der Hand hielt, wird mit ihr abdanken. Zumindest nachdem beide 2022 noch ein paar Specials spendiert bekommen.

Wobei auf mich die Staffel durchaus den Eindruck erweckte, gar nicht so anders zu sein, wie eine normale, die nur eine etwas stärkeren narrativen Faden hat, wie damals zu Matt Smiths Zeiten zum Beispiel. Viele Folgen wirken immer noch, als wären sie ursprünglich Einzelepisoden gewesen, bei denen man nur ein paar Szenen der Flux-Sache eingeworfen hat, damit jenes Ding wenigstens in jeder Folge mal erwähnt wird. Aber wenn man die Struktur leicht ändern würde, haben sie damit eigentlich nicht viel zu tun.

Das wären vor allen die Folgen 2 bis 4. In einer geht es darum, dass die Doctor während des Krimkrieges auftaucht, doch merkwürdigerweise ist die russische Seite dank einer Zeitanomalie von den Sontarians ersetzt. Die nächste Folge dreht sich immerhin um den Zeittempel, von dem aus die Bösewichter der Staffel aus agieren, wirft aber schnell Doctor und Companions in Flashbacks um ihre Hintergrundgeschichten. Die vierte Episode dreht sich letztendlich um ein Dorf, welches von den Weeping Angels angegriffen wird und sowohl in 1967 als auch 1901 feststeckt. Welche für mich auch die beste Episode der Staffel war, so nebenbei bemerkt.

Wären eben nicht hier und da mal ein paar Szenen eingeworfen, die uns die Bösewichter zeigen, oder kurz erwähnen, dass all diese Zeitungereimtheiten mit dem Flux zu tun haben, welcher unser Universum a la das Nichts aus der Unendlichen Geschichte auffrisst, könnte man schnell vergessen, dass dies eigentlich wichtig sein soll. Zumal diese Szenen eben wirklich nur erscheinen, als wären sie da, um uns an den Hauptnarrativ zu erinnern, aber jenen nicht wirklich weiterbringen. Das ist nämlich irgendwo dann auch meine Hauptkritik an der Staffel. So häufig wie der Hauptnarrativ um Flux, die Divission, und die Swarm-Gegner erwähnt wird, so bruchstückhaft und holprig wird es erzählt. Wirkt irgendwie dünn gezogen und als wäre es nicht genug gewesen, um eine volle Staffel zu füllen. Teils hab ich echt vergessen, warum jetzt überhaupt in jenen Szenen geschieht, was gerade gezeigt wird, und keine Ahnung gehabt, was das jetzt mit Flux und Co. zu tun haben soll. Das alles mag mysteriös wirken sollen, doch irgendwann hat mich die Staffel bei all den scheinbar nichtssagenden ominösen Szenen verloren gehabt.

Was schade ist, denn Doctor Who: Flux hätte durchaus was zu bieten gehabt. Die Idee einer kürzeren, enger gestrickten Staffel finde ich durchaus im Prinzip gut. Jodie Whittaker macht wie immer schauspielerisch das Beste aus der Sache, was rauszuholen ist. Genauso wie sowohl das agieren wie auch das kristalliene Design der Antagonisten echt toll ist. Allgemein wirkt das Design von Flux ziemlich gut, was eventuell auch daran liegt, dass man das Budget eben auf weniger Episoden strecken musste. Doch eben erzählerisch will die Staffel einfach absolut nicht überzeugen.

Doctor Who: Series Twelve

ava-2676Das Neujahresspecial am 1. Januar 2019, welches offiziell noch zur elften Staffel gehört, sollte auch schon die letzte Folge von Doctor Who in jenem Jahr bleiben. Es musste stattdessen auf das Jahr 2020 gewartet werden, bevor die zwölfte Staffel anlief… und auch ziemlich schnell wieder abgeschlossen war. Erneut zehn Folgen zählend, war die Staffel nach einem Neujahresstart bereits am ersten März wieder rum. Wobei Natürlich erneut ein Special im nächsten Jahr drangehängt wurde.

Ich habe mich durch fast das ganze New Who in 2017 geschaut, lediglich Staffel zehn war Anfang 2018 erst durchgezogen und die elfte Staffel fand Mitte 2019 statt. Das ist dennoch mittlerweile fast drei Jahre her. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mittlerweile echt kaum noch eine Ahnung von der Serie habe. Es sei mir also nachgesehen, wenn ich nicht allzu viele Parallelen ziehen kann, sollte dies überhaupt möglich sein.

Nun gibt es auch wieder Mehrteiler, beginnt die Staffel doch direkt mit den zwei Spyfall Episoden. Rund um die Welt werden Spione aller Nationalitäten angegriffen und es stellt sich heraus, dass merkwürdige Lichtwesen dahinter stecken. Zusammen mit dem Master, der wieder da ist, und im Gegensatz zu seiner Missy-Inkarnation diesmal eindeutig antagonistisch der Doctor gegenüber ist. Außerdem spielt noch ein Kerl mit rein, der eine weltweite Social Media Firma gründete und nun die ständig vernetzte Menschheit zu Harddrives für jene Lichtwesen umprogrammieren will.

Es fehlt dem Doppel-Beginn der Staffel definitiv nicht an Action oder hoher Risiken. Und natürlich, wie man dem Namen basierend auf Skyfall sicher entnehmen kann, spielt es ganz charmant hin und wieder damit, die Truppe in Spionagekostüme mit Gadgets zu stecken. Doch irgendwo fühlt es sich auch so an, als hätte man zwei Einzelhandlungen zusammen forciert. Die Lichtwesen sind der Brückenschlag, ok, aber die Handlung um den wiederkehrenden Master und die um die Social Media Firma hätten vielleicht doch jeweils getrennt bleiben sollen. Gerade letztere geht stellenweise unter und der plötzlich gegen Ende kommende Bösewicht-Monolog von wegen „Haha, ihr gebt alle eure Daten jederzeit Preis und lasst euch von euren Handys ausspionieren“, wenn natürlich Realität, ist schon etwas arg plump dick aufgetragen.

In Orphen 55 haben die vier dann einen Urlaub auf einem Spa-Planeten gewonnen, müssen aber schnell feststellen, dass das Resort unter Attacke von Monstern ist. Denn das Hotel befindet sich unter einer Kuppel auf einem Orphen-Planeten, welches von ihren Einwohnern unbewohnt gemachte Himmelskörper sind. Oprhen 55 beispielsweise die Erde der Zukunft.

Als gute alte „eingesperrt mit Monstern“ Episode könnte Orphen 55 durchaus brauchbar sein, wenn es sich nicht etwas übertrieben dramatisieren würde. Es gibt gleich zwei angespannte Eltern-Kind-Beziehungen und nicht weniger als vier heroische Selbstaufopferungen in den knappen 45 Minuten. Schlau genug, die Monster hauptsächlich in Großaufnahme zu zeigen, ist die Episode immerhin. Denn scheinbar können die Schauspieler sich in den Gummikostümen kaum bewegen, bei Ganzkörperaufnahmen wirken sie nämlich sehr klobig und behäbig, egal wie viel die Charaktere meinen, was für eine Gefahr sie darstellen. Die Klimabotschaft ist… man kann sich schlecht gegen sie aussprechen… aber so richtig zünden will sie natürlich auch nicht. Nach dreißig Jahren an Medien, die vor der Klimakatastrophe warnen, in denen sich aber ziemlich gar nix getan hat. Ich bin mittlerweile zu zynisch für diese Messages, wir sind eh verloren.

Nikola Tesla’s Night of Terror hat unsere Truppe auf das sympathisch-altruistisch portraitierte Genie Tesla treffend, hinter dem eine Rasse von Aliens her ist, weil der ihr Schiff reparieren soll. Zudem spielt der antagonistisch geldgierig dargestellte Edison eine Rolle. Und ich weiß ja nicht. Irgendwie war der Plot doch ziemlich dürftig. Immerhin wird am Ende aufgegriffen, wie ungerecht es ist, dass Tesla nie die zustehende Anerkennung zu Lebzeiten bekam. Viel drin steckt in der Episode aber einfach nicht, wenn mein keinen Ständer für den verklärten Archetypen des brotlosen Künstlers hat. Mich muss aber auch sagen, dass historische Who-Episoden für mich häufig etwas lahm sind.

Die dümmlich-schießwütige Polizei-Rhinozeros Rasse ist zurück in Fugitive of the Judoon und auf der Suche nach… einem Flüchtling natürlich. Nach viel hin und her finden wir auch heraus wer das ist, und nach noch mehr hin und her wissen wir und sie selbst auch, wer sie wirklich ist: Der Doctor. Nur welcher? Tja das ist nicht so ganz klar, denn die Episode ist damit beschäftigt, die Mysterien, die den Hintergrund dieser Staffel bilden, zu hinterfüttern. Wir wissen bereits seit Ende der ersten Folge, dass Doctors Heimatplanet vom Master zerstört wurde, der gehintet hat, dass was die Doctor über die Time Lords weiß eine Lüge ist. Nun bekommen wir es mit einem Doctor zu tun, die nicht existieren dürfte, weil beide einander nicht kennen und theoretisch ja eine die Zukunft der anderen sein müsste. Zuguterletzt hat Captain Jack noch einen schnellen Gastauftritt und darf vor dem Lone Cyberman warnen. Es ist natürlich wie immer erheiternd, zwei Doctor-Persönlichkeiten aufeinandertreffen zu haben.

Zurück zu den Episoden mit Klimabotschaft. In Praxeus macht sich an verschiedenen Lokalitäten der Welt ein Virus breit, welches Menschen tötet. Der Zusammenhang? Vögel, die überall dort auftauchen. Wie sich herausstellt steckt ein Alienvirus dahinter, welches basierend auf Plastik lebt. Und dank der Tatsache, dass so ziemlich alles in unserer modernen Gesellschaft auf dem Material basiert, und es sich ökologisch auch nicht komplett abbauen lässt, es überall einfach in die Umwelt geschmissen wird, hat das Virus hier sozusagen einen super Heimatplaneten gefunden. Familiäre Probleme wie in Orphen 55 gibt es übrigens auch wieder, hier durch die bröckelnde Ehe von Jake und Adam. Immerhin hat die Serie ausnahmsweise mal eine Ausrede, warum die Alienkolonie billig budgetiert aussieht, als wäre sie aus Müllsäcken zusammengebaut, denn genau das ist hier der Fall.

Während in Can You Hear Me? die Doctor es mit Monstern in altertümlichen Syrien zu tun bekommt, besuchen die drei Companions Freunde und Familie und haben Alpträume. Denn zwei unsterbliche Wesen machen sich einen Spaß daraus, Leute zu quälen und ernähren sich von ihren Ängsten. Aber die Stärke von Menschen ist es ja, sich ihren Ängsten zu stellen und sich nicht von ihnen vereinnahmen zu lassen? Oder auch nicht. Die Episode ist hoffnungslos konfus.

Hauptsächlich, weil sie mentale Gesundheit mit hineinbringt. Der Ort in Syrien ist eine Anstalt für geistig Kranke und die Monster die Manifestation der Ängste einer Patientin. Irgendwie vermischt die Episode das halt alles in eine Kategorie „Ängste“, von psychotischen Angstzuständen hin zu lapidaren Alpträume. Genauso wie es ziemlich zweifelhafter Natur ist, eine „überwinde einfach deine Ängste“ Botschaft einzubauen. Das ginge bei einer oberflächlicheren Thematik vielleicht noch an. Gerade wenn es um mentale Gesundheit geht ist „komm halt drüber weg“ kein valider Ratschlag. Selbst der Episodentitel scheint darauf hinzuleiten, dass dies oft ein stummes Leiden ist, dem sich Gehör verschafft werden muss. Und im Epilog scheint die Folge dann auch wieder rückrudern zu wollen, und zu zeigen, dass man externe Hilfe und sich jemandem anvertrauen braucht. Der Freund von Ryan tut das aber einer anderen Gruppe gegenüber, Ryan ist schon wieder mit der Doctor weitergezogen. Und Graham erwähnt der Doctor gegenüber seine Ängste, der Krebs könnte zurückkommen, die dazu aber nichts zu antworten weiß. Es wirkt doch alles etwas dürftig, zumal man hier mehr das Innenleben der Companions, ihre früheren Trauma, und ihr Verhältnis zu ihren Freunden und Familien zentral hätte rücken können.

Die Doctor bringt die Truppe in The Haunting of Villa Diodati an den Ort in der Nacht, in der Marry Shelly die Inspiration zu ihrem Roman Frankenstein, or the Modern Prometheus haben wird. Und landet in einer Nacht, in der die gelangweilten Aristokraten eine Heimsuchung haben. Skeletthände laufen herum, Geistererscheinungen tauchen auf, Treppen führen in sich selbst zurück. Bis dann plötzlich der Lone Cyberman auftaucht, vor dem Jack vor einigen Folgen gewarnt hat, weil er die Informationen sucht, um seine Rasse wiederbeleben zu können. Nette kleine Horrorepisode zu Beginn, mit Implikationen für den größeren Narrativ in der zweiten Hälfte. Wie der Angriff auf die Villa allerdings ausgerechnet den Roman inspirieren soll, ist mir nicht klar. Immerhin ist das Monster in Mary Shelly’s Roman ein veganer liebesbedürftiger Superkerl, der erst durch die Ausgrenzung seines Schaffers zum Monster wird.

Damit geht es ab in die finale Storyline mit dem Zweiteiler Ascension of the Cybermen und The Timeless Children. In jenen fliegt die Doctor mit ihren Begleitern zunächst ans Ende der Cyberkriege, um den letzten menschlichen Überlebenden gegen den Tod durch die letzten Cybermen zu helfen. Alles aber nur ein Auftakt, um in der zweiten Folge mit dem wieder aufgetauchten Master die wahre Handlung zu bringen. Nämlich die große Lüge der Time Lords. Wie sich herausstellt hat einer von deren Ursprungsrasse nämlich irgendwann während ihrer Reisen ein Kind aufgegabelt, bei dem es sich dann irgendwann herausstellte, dass sie zu einer regenerierenden Spezies gehört. Und das haben sie sich dann zu eigen gemacht, selbst die Macht auf Regenerationen erlangt, sich in Time Lords umbenannt und dem Kind eine Gehirnwäsche gegeben. Das Kind ist natürlich der Doctor. Ach ja und der Plan vom Master war die regenerativen Time Lords mit den Cybermen zu verbinden, um eine unbesiegbare Armee zu haben. Die er aber auch bereit ist zu opfern, wenn das bedeutet, dass er unsere Doctor dazu bringen kann, einen kleinen Genozid zu veranstalten.

Die Story bringt immerhin ein bisschen Aufklärung dahingehend, warum unsere Doctor so super special ist, selbst für einen Time Lord, und warum das zwölf Generationen Maximum nicht zieht: Sie ist nicht wirklich einer. Warum das den Master so extrem hart trifft, keine Ahnung, aber dem Master einen super stringenten Gedankengang zu geben, damit beschäftigt sich die Staffel eh nicht. Praktischerweise muss man Charaktermotivationen ja nicht erklären, wenn man ihn dafür super unberechenbar schräg und quirky macht. Der Schauspieler übertreibt es jedenfalls gewaltig und versucht sein bestes Johnny Depp vom zweiten Alice Live Action zu übertrumpfen.

Allgemein wirkt alles in der zweiten Folge ziemlich gehetzt und überkompliziert. Es hätte definitiv geholfen, die Handlung besser aufzuteilen. Das, was in der ersten Folge geschieht auf die Hälfte reduzieren und mit der Offenbarung zu enden, was die wahre Vergangenheit des Doctors und der Time Lords ist. Zugute halten kann ich der Handlung aber, dass sie sich traut die imperialistische Untertöne der Time Lord Agenda anzusprechen. Auch wenn sie dann damit nichts macht, damit der Serie doch noch ein paar Mysterien bleiben können.

Special Time! Nur ist das Special gar nicht so speziell, denn es ist mal wieder Zeit für eine Dalek-Episode. In Revolution of the Daleks nutzt die britische Regierung via Kontrakt einer Privatfirma nachgebaute Daleks als neue Sicherheitsdronen für die Öffentlichkeit. Zumindest verkauft sie das unter jenem Vorwand. Eine Sache, aus der man wirklich was machen könnte. Ein Anstieg von faschistischen Tendenzen in der Politik mit den klar für Faschismus stehende Symbol Dalekt zu verbinden – genau genommen als direktes Symbol für Nazis entworfen, was die Episode auch weiß, denn sie nutzt deren übersteigertes Interesse zur rassischen Reinheit als Trick gegen sie. Aber da hat die Episode irgendwie kein Interesse dran und lässt die Parabel so schnell fallen, wie man als Zuschauer auf sie aufmerksam wird.

Auch trennen wir uns hier von zwei der Companions, allerdings irgendwie ziemlich unzeremoniell. Sie haben einfach genug vom Mitreisen. Was merkwürdig ist, da die ganze Staffel damit gespielt hat, dass die Companions unzufrieden damit sind, dass die Doctor zu viele Geheimnisse für sich behält und dadurch eine emotionale Kluft zwischen ihnen entsteht. Aber auch daraus hat die Serie am Ende der Staffel nichts gemacht. Ich fühle mich ehrlich gesagt sowieso nicht so, als wären mir die aktuellen drei Companions sonderlich nahe gebracht worden, oder als hätte ich sonderlich viel über sie als Person erfahren, als das deren Abschied mich jucken würde.

Und damit ist Season 12 wirklich beendet. Ich zucke hier etwas mit der Schulter. Ansehbar sind die Episoden alle irgendwo mehr oder weniger. Lichter aus und runterrattern. Lichter anmachen muss man nicht, weil sie entweder eh nichts auszusagen haben, oder die aufgebrachte Thematik entweder wieder fallenlassen oder super plump umsetzen. Ein definitives Problem ist häufig zudem, dass sie einen überraschen wollen, jenen Twist aber über ein gutes Narrativ setzen. Oftmals vergeuden sie viel Zeit mit dem Aufbau zu jener Offenbarung und müssen dann anschließend zu viel in die wenigen Minuten Klimax quetschen, die sie noch übrig haben.

Zugute halten möchte ich der Serie aber definitiv das Casting. Nach dem Aufschrei eine Frau als Doctor einzusetzen, hat man sich nicht abschrecken lassen. Stattdessen bekamen wir nicht nur einige Folgen, die uns abenteuerlustige oder erfinderische Frauenrollen gaben, sondern auch einen ethnisch sehr diversen Cast in der hiesigen Staffel.

Violet Evergarden

ava-2674Violet Evergarden ist ein Anime, welches auf einem Light Novel basiert. Das hat mittlerweile eine ziemlich schlechte Reputation an sich, dank unglaublich vieler schlecht geschriebener Wish Fullfilment Isekais, die in den letzten Jahren die Anime-Seasons vollgemüllt haben. Doch wir müssen uns hier mal daran erinnern, dass die nicht grundsätzlich schlecht sein müssen. Das hoch profilierte Studio Kyoto Animation, welches für Violet Evergarden verantwortlich zeichnet, hat uns immerhin bereits vor geraumer Zeit ein sehr gutes Anime basierend auf Light Novels geschenkt gehabt: The Melancholy of Suzumiya Haruhi.

Genau genommen ist die Bindung hier sogar noch stärker. Denn Violet Evergarden das Light Novel ist von niemand anderem als Kyoto Animations dafür vorgesehenen Subdivision herausgebracht worden, bevor man es sozusagen dann im eigenen Hause zu einem Anime verarbeitete. Das Light Novel ist zudem ziemlich knackig prägnant gehalten, spannt es doch lediglich vier Bände, von denen die ersten beiden die Hauptgeschichte sind.

Die Geschichte dreht sich um die Titelgebende Violet Evergarden, wobei beide Namen dem Mädchen nachträglich gegeben wurden. Das in sich gekehrte Mädchen wurde vom Militär aufgegriffen und als Killermaschine entdeckt. Anschließend an Gilbert gegeben, der als ihr neuer Vorgesetzter sie als Kriegswerkzeug einsetzen sollte. Gilbert war der erste Mensch, der ihr Zuneigung und Fürsorge entgegenbrachte und dem Mädchen den Namen Violet gab. Auf einem dramatischen Militäreinsatz gegen Ende des Krieges verlor Violet ihre Arme und Gilbert, an dem sie wie an nichts anderem hing, starb vor ihren Augen. Er hinterließ Violet mit den Worten „Ich liebe dich“, die das emotional zurückliegende Mädchen nicht versteht.

Der Krieg ist also nun zu Ende. Violet meint damit, ihren Zweck verloren zu haben. Doch sie wird in einer Postgesellschaft aufgenommen, in der sie arbeiten soll. Dort entdeckt sie die Memory Dolls: Weibliche Angestellte, die für andere Briefe verfassen. Und das nicht nur im Diktat, sondern teils auch empathisch dabei deren wahren Gefühle zu Papier bringen müssend. Die militärisch-effiziente Violet könnte nicht weiter davon entfernt sein, für diesen Posten geeignet zu sein. Dennoch bittet sie darum, eine Memory Doll werden zu dürfen, um die Gefühle anderer verstehen zu lernen und dadurch eventuell auch irgendwann zu verstehen, was die letzten Worte Gilberts bedeuteten.

In dreizehn Episoden, die tatsächlich weitestgehend episodisch sind, erleben wir nun also das Wachstum von Violet. Aber auch der Welt um sie herum, die ja gerade erst aus dem Krieg erwacht ist. Dadurch, dass sie die Gefühle anderer auf sich zulassen muss, um sie in Briefen wiederzugeben, taut auch Violet selbst auf. Wir bekommen sowohl die Geschichte derer Personen präsentiert, für die der Brief verfasst wird, als auch die Geschichte von Violet weitergesponnen. Wie sie lernt zu fühlen. Wie ihr Bewusstsein dazu erwacht, was sie im Krieg gemacht hat. Wie sie dies schmerzhaft zu verarbeiten versucht. Und natürlich immer Gilbert über ihr schwebend, als derjenige, der ihr den Anstoß dazu gegeben hat, den sie nicht loszulassen bereit ist.

Ein paar holprige Dinge muss man dabei außer Acht lassen können. Zumindest im Anime wird beispielsweise nie geklärt, warum jeder außer Gilbert das blonde Mädchen sofort als Kampf- und Killermaschine sah. Als reine Aufziehpuppe, die man für die eigenen Zwecke benutzen kann, die aber nichts fühlt. Warum man ein junges Mädchen überhaupt im Militär aufnehmen würde. Aus der Richtung wird nie Klärung kommen, man muss das als gegeben hinnehmen. Außerdem gibt es in der Erzählstruktur einen ziemlichen Sprung zwischen der vierten und fünften Episode. Nachdem sich der Beginn stark damit beschäftigt hat, dass Violet ein Defizit an Empathie mitbringt und deswegen enorme Probleme als Memory Doll hat, ist sie in der nächsten Episode plötzlich eine hochbegehrte Doll, welche sogar vom Adel persönlich mit Namen angefragt wird.

Es gibt tatsächlich eine vierzehnte Episode, eine OVA, die später in der Heimkinoauswertung hinzugegeben wurde, welche zwischen jenen zwei Episoden spielt. So ganz mag jene den enormen Sprung in Violets Reputation zwar nicht überbrücken, doch zumindest ein wenig Besserung ergibt sich dadurch. Umso merkwürdiger, dass jene Geschichte nicht in der TV-Ausstrahlung enthalten war.

Wer jene zwei Lücken großzügig übersehen kann, bekommt mit Violet Evergarden allerdings eine unglaublich gefühlvolle und ruhige wenn dennoch emotional sehr dramatische Serie geboten. Eine über einen Charakter, der via der Geschichten und Emotionen anderer zu sich selbst zu finden sucht. Sozusagen durch einen beständigen Therapieprozess geht. Teils mit liebevollen, teils mit schmerzhaften Schicksalen in Verbindung gerät. Und das alles natürlich typisch Kyoto Animation auch mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und animiert. Ein wirklich gefühlvolles Kleinod von einer Serie.

Ich mein das Land, in dem dies alles spielt trägt den deutschen Namen „Leidenschaftlich“. Das sollte eigentlich schon ziemlich klar sagen, dass man es hier mit einem emotional sehr hochspielendem Drama zu tun bekommt.

Und dann gibt es da ja noch die beiden Filme. Zunächst erschien Violet Evergarden: Eternity and the Auto Memory Doll, welches teils auf dem dritten Sidestory-Band basiert. Der Film dreht sich um das Schicksal zweier Geschwister, die voneinander getrennt wurden, und über Briefe wieder zueinanderfinden. Dabei ist die Geschichte zweigeteilt. In der ersten Hälfte macht Violet die Bekanntschaft der älteren Schwester an einem Internat. In der zweiten Hälfte bekommt Mitarbeiter Benedict einen neuen Lehrling, welcher sich als die jüngere Schwester herausstellt. Der Film ist fast etwas leichtfüßiger als die Serie, wahrscheinlich weil der Plot wesentlich mehr Zeit als eine TV-Episode zur Entfaltung hat. Dennoch fließen so einige Tränen, besonders am Ende des Filmes.

Das Finale der Reihe, schlicht Violet Evergarden: The Movie genannt, ist dann im Prinzip wie die Aneinanderreihung neuer Finalepisoden für die Serie. Zunächst einmal bekommt Violet es wieder mit einem Einzelschicksal zu tun, denn ein totkranker Junge beauftragt sie, die letzten Wünsche an seine Familie niederzuschreiben. Doch dann werden Violets Wunden um Gilbert neu aufgerissen, nachdem es am Ende von Episode 13 fast so aussah, als wäre sie über dessen Verlust hinweg. Denn er lebt doch noch, aus Schuld dem gegenüber, was er im Krieg getan hat, allerdings nun unter neuem Namen auf einer abgelegenen Insel. Ich war ehrlich gesagt zunächst nicht so sicher, ob es mir gefällt, dass er doch noch am Leben ist. Und ob das nicht den ganzen Sinn der bisherigen Erzählung um Violet verwässert. Doch ich würde lügen, wenn ich am Ende nicht doch mitgefiebert hätte, ob Violet es endlich schafft glücklich zu werden.

Genau damit steht oder fällt nämlich letztendlich, wie sehr einem Violet Evergarden gefallen wird. Man muss abschalten und sich tatsächlich auf einer emotionalen Ebene mit den Geschichten mittreiben lassen können. Sich von den Schicksalen in der Serie berühren lassen. Sich vielleicht sogar ein wenig Katharsis beim Mitheulen verschaffen. Mich hat die Serie tatsächlich wesentlich mehr bewegt und berührt, als ich das erwartet hätte.

I want to connect, or watching Sarazanmai

ava-2669Bei Sarazanmai handelt es sich um die neueste Show von Kunihiko Ikuhara, der uns bereits Serien wie Revolutionary Girl Utena, Mawaru Penguindrum or Love Bullett Yurikuma Arashi beschert hat. Wobei die Serie bereits 2019 gelaufen ist, aber wie das im Leben nun Mal so ist, finden sich gewisse Dinge immer wieder gerade so unter der aktuellen Priorität. Dabei mag ich ja Ikuhara-Shows. Immer die Einfachsten sind sie aber auch wieder nicht.

Kappa. Nein, nicht der Buchstabe im griechischen Alphabet. Das japanische Mythologie-Wesen, welches in Spielen und Anime gern gesehen ist. Und Kappa sind auch wichtig für Sarazanmai. Die humanoid-froschig dargestellten Wesen sind dabei hauptsächlich für ihre Liebe für Gurken bekannt. Aber die mal freundlich mal tödlich gesonnenen Trickster haben auch viel arschiges. So besagt ihre Mythologie, dass sie Menschen das Organ Shirikodama, dessen Funktion je nach Legende variiert, aussaugen, oder das Kappa durch ein anfurzen vertrieben werden können. Bleibt bei mir. Das ist wichtige Information für Sarazanmai.

Denn die Serie dreht sich um die drei Jungs Kazuki, Toi und Enta, die über ein Missgeschick an den Kappa-Prinz geraten, welcher das Trio selbst in Kappas verwandelt. Um ihre menschliche Form zurückzubekommen, müssen sie einem zum Monster des Tages mutierten Menschen sein Shirikodama entziehen. Um sowohl die Bedrohung durch jenen zu eliminieren, als auch dem Kappa-Prinz jenes zu füttern. Dafür bekommen sie dann einen Teller Hoffnung. Fünf davon gesammelt, und ein Wunsch kann erfüllt werden.

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Das Problem dabei? Um das Shirikodama zu entziehen, müssen die drei Jungs auf einer Wellenlänge sein. Es benötigt, dass sie sich einander komplett öffnen. Und in jenem Prozess wird eines ihrer wohlgehüteten Geheimnisse mit den anderen geteilt. Unangenehm, aber etwas, was alle drei auf sich nehmen, um ihren geheimsten Wunsch erfüllt bekommen zu sehen.

Somit ist der Einsatz als Kappas ein ständiges hin und her zwischen dem Trio. Zum einen müssen sie sich näher kommen, allerdings auch befürchten, ihre dunklen Geheimnisse könnten die anderen beiden wieder abstoßen. Sie tun dies, um ihren Wunsch erfüllt zu bekommen, aber da jeder einen geheimen Wunsch mit sich trägt, bedeutet das auch, dass sie am Ende in Wettstreit miteinander stehen werden, welchen sie wirklich erfüllt bekommen können.

Und am Ende des Tages sehen wir eine kleine Szene mit den beiden Polizisten Mabu und Reo, die für die Kappa-Feinde der Otter arbeiten, welche obsessiven Menschen die Energie entziehen, wodurch jene zum Monster des Tages werden. Immer vorher fragend: „Begierde oder Liebe?“

Sarazanmai ist eine Show, die eigentlich keiner Tiefenanalyse benötigt. Was nicht bedeutet, dass sie unter den ganzen Arsch-bezogenen Witzen und Wortspielen nicht etwas auszusagen hat. Das hat sie durchaus. Und das packt sie auch gern in Symbolik. Aber am Ende des Tages ist Sarazanmai wohl die Serie Ikuharas, die am transparentesten damit ist, was sie sagen will. Es benötig wenig hinterfragen des Geschehenen oder der Symbolik, denn alles wird eigentlich früher oder später, und das meist früher, auch direkt angesprochen.

Denn wenig überraschend geht es letztendlich um das intrinsische menschliche Bedürfnis danach, mit anderen Bindungen einzugehen. Auf die verschiedenste Art und Weise. Beispielsweise familiär. Kazuki ist adoptiert und hat somit immer im Hinterkopf die Befürchtung, dass er nicht wirklich zu seiner Familie gehört. Oder romantische Bindungen. Enta ist Kazukis langjähriger Kindheitsfreund und sein größtes Geheimnis ist, dass er in ihn verliebt ist. Oder auch freundschaftlich, im Bemühen der drei Jungs als Gruppe zu funktionieren und einander auszuhelfen. Sarazanmai scheut dabei nicht davor zurück, zu zeigen, dass Bindungen einzugehen eben auch anstrengend und unheimlich sein kann. Auf jedem Stück miteinander zu hinterfragen, wie sehr man sich einander öffnen kann, welche Dinge man lieber für sich behält. Die tiefsten Bindungen sind jene, wo man sich alles einander sagen kann, aber auf den Weg dahin kann man sich auch gegenseitig verletzen und findet eventuell heraus, das jene Person nicht mit einem bis zu jenem Endstadium zu gehen bereit ist.

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Liebe ist natürlich der stärkste Begriff für eine starke Bindung, sei sie nun romantisch gemeint oder nicht. Deswegen können die „Bösewichter“ der Otter auch nichts mit jenen anfangen, bei denen sich die Motivation als Liebe herausstellt. Stattdessen benötigen sie jene, bei denen die Gefühle in Begierde umgekippt sind. Die meisten Menschen, die zum Monster des Tages werden, haben einen gewissen Kink, der dazu geführt hat, dass sie sich nicht anderen öffnen können. Jenes Verlangen ist dann solange gewachsen, bis sie abgeschottet von der „normalen“ Gesellschaft zum einfachen auszunutzenden Opfer wurden. Es ist einfach sich obsessiv auf eine Person zu versteifen oder an der Ablehnung zugrunde zu gehen. Aber das ist nicht der Weg zum Glück. In seiner eigenen abgeschotteten Welt zurückzubleiben ein Fehler.

Interessant ist übrigens, dass Ikuhara wie üblich zwar eine gewisse Queerness einbaut, jene aber nie wirklich wichtig ist. Dass Enta in Kazuki verliebt ist wird von Kazuki akzeptiert, aber nicht erwidert. Und Enta kann damit leben, dass dies eine platonische Beziehung bleiben wird. Das erste Geheimnis, welches wir herausfinden, ist, dass Kazuki ein Crossdresser ist. Aber genauso schnell finden wir heraus, dass er dies tut, weil er vorgibt, das Idol seines kleinen Bruders zu sein. Kazuki selbst findet persönlich nichts daran.

Sarazanmai ist einfach gute Ikuhara-Unterhaltung. Bunt, mit viel Drive, so witzig wie es ernst ist. Immer darauf konzentriert, dass das teils widersprüchlich menschliche Gefühlsleben seiner Charaktere für einen nachvollziehbar wie interessant bleibt.

JoJo: Phantom Blood & Battle Tendency

ava-2663Jojo’s Bizarre Adventure ist ein ziemlich großes Ding. Der Manga startete in 1987, ist demnach seit über 30 Jahren am Laufen, und hat gerade letztes Jahr seine achte Story Arc zu Ende gebracht, bereits über 100 Volumes zählend. Mir persönlich sagten Hirohiko Arakis Werke bisher nichts, mit einer Ausnahme, und zwar die Anime-Adatption von Baoh, welches ziemlicher Trash war.

Aber ich meine ganz so einfach war an JoJo auch nicht heranzukommen. Obwohl der Manga ein Megahit in Japan war, besonders mit dem beginn der dritten Story Arc und ihren Stands, so hat eine westliche Publikation lange auf sich warten lassen. Ein englisches Release erfolgte erst in den 2010er Jahren und in Deutschland gibt es den Manga erst seit letztem Jahr. Auch Anime-Adaptionen hatten sich ziemlich rar gemacht. So gibt es eine OVA-Serie aus den 90ern, die aber nur die dritte Story-Arc abhandelt. Einem Kinofilm der ersten Story wurde vom Zeichner die Publikation verwehrt, womit er zu Lost Media gehört. Erst 2012 wurde sich drangesetzt die Reihe von Anfang an in einer TV-Serie durch zu erzählen. 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Mangas und an das junge Studio David Production gehend.

Ich bin jetzt durch, zumindest mit der allersten Staffel. Welche allerdings bereits die ersten beiden Story Arcs abhandelt, da Phantom Blood mit 5 Bänden und Battle Tendency mit 7 Bänden zusammen genommen selbst noch kürzer sind, als alle darauffolgenden. Wer sich über die Zahlen wundert, muss erneut in Betracht ziehen, wie spät die westlichen Veröffentlichungen erst erfolgten, so dass deren Anzahl geringer ist, weil sie auf gebündelten Re-Releases basieren.

26 Folgen also für ganze zwei Story Arcs, und das auch nicht mehr oder weniger mittig getrennt, sondern nur 9 Folgen für Phantom Blood, während Battle Tendency der Löwenanteil zugestanden bekommt. Das macht schon ein wenig den Eindruck, als wären die die beiden Handlungen nur umgesetzt worden, um die Serie komplett zu haben, und man möglichst schnell zu den richtig beliebten Geschichten der dritten Story Arc und danach kommen kann. Dem Eindruck wird auch nicht widersprochen, wenn die Folgen dann endlich gesichtet sind.

Phantom Blood hat absolut ein miserables Pacing. In der ersten Episode trifft ein junger Jonathan Joestar auf seinen Adoptivbruder Dio, der sofort unbeschreiblich schrecklich zu ihm ist, seinen Hund umbringt, seiner Liebe den ersten Kuss stielt, und sich beim Vater dennoch zum Liebling gebiert. Und dann fängt die zweite Episode plötzlich Jahre später an, Jonathan und Dio sehen aus wie 25-jährige Bodybuilder, sind aber im letzten Jahr ihrer High School, und können sich plötzlich gut leiden? Beziehungsweise tun sie zumindest so, bis dann Dio den Vater des Erbes wegen umbringen will, aufgehalten wird, und mit einer Steinmaske zum Vampir wird, den Jonathan sich zum Ziel setzt aufzuhalten. All das geschieht super schnell und abgehakt mit fast keinem Build Up.

Dio wird von allen als Supergenie bezeichnet, obwohl seine Ränkeschmiede super offensichtlich sind und er auch die Hälfte der Zeit verkackt. Eine Sache, die sich eh durch sie Serie zieht, dass nicht sonderlich intelligente Charaktere als solche von noch dümmeren Charakteren hochgehyped werden. Allgemein verkommen viele Nebencharaktere dazu, nichts tuend an der Seite zu stehen, und einem als Zuschauer lautstark entgegenzubrüllen, was genau jetzt geschieht und warum, obwohl wir das offensichtlich sehen, weil sie das Publikum für genauso dämlich zu halten scheinen, wie die Charaktere in der Serie.

Aber hey, Phantom Blood ist ja immerhin super kurzgehalten und auch die am wenigsten beliebte Story Arc, es kann ja noch besser werden.

Battle Tendency dreht sich um Jonathans Enkel Joseph Joestar, der gegen drei wiedererweckte Supervampire kämpfen muss, welche die Steinmasken ursprünglich entworfen haben. In bester Shonen-Kampf-Serien-Manier mit ordentlich Trainingsmontage bei Lehrerein Lisa Lisa und mit einem Kerl an der Seite, der vom Rivalen zum Freund wird.

Und ehrlich gesagt viel besser wird es nicht. Das Pacing ist nicht mehr ganz so hakelig, da man nun mehr Episoden zur Verfügung hat. Aber der Rest der Serie konnte mich dennoch nicht überzeugen. Weiterhin sind alle Charaktere lautstark und nervtötend am Rumschreien, um das eh schon Gesehene noch mal dem Zuschauer klarzumachen. Jojo ist ein super Beispiel wie man „show, don’t tell“ nicht macht. Speedwagon verkommt absolut zum Nicht-Charakter, der nur an der Seitenlinie rumschreit statt je was zu machen. Und Joseph ist einfach nicht sonderlich sympathisch.

Alle Charaktere werden als so edel und nobel und intelligent, oder als absolut böses Superwesen porträtiert, aber das erneut mehr in Worten als in Bildern. Es gibt allgemein absolut kein Build Up für plötzlich super dramatisch eskalierende Sachen. Wenn Charaktere sterben, dann ist da keine Emotion dahinter, egal wie lauthals alle anderen Rumheulen.

Und gut aussehen tut die ganze Angelegenheit auch noch nicht mal. Dabei ist Araki dafür bekannt, dass seine Zeichnungen super stylisch sind. Ein wenig sieht man das Aushängeschild noch. Araki ist dafür bekannt europäischen Glamour und High Fashion zu mögen. Das merkt man daran, wenn der finale Showdown gegen ACDC plötzlich in Sankt Moritz stattfindet. Das sieht man daran, dass seine muskulösen Kerle ständig posieren wie in High Fashion Shoots und der Kleidungsstil sehr heraussticht. Und natürlich sind die meisten Charaktere nach Bands und Songs benannt. Aber all das kommt in der Serie nicht wirklich visuell besonders herüber. Die Openings sind super stylisch und gut durchanimiert, und in den eigentlichen Episoden sieht man davon nichts mehr. Hin und wieder werden Sound Words auf den Bildschirm gekleistert, und wenn doch mal ein Charakter introspektiv nachdenkt statt alles laut herauszuschreien, wird die Szenen manchmal im Regenbogen eingefärbt. Aber die meiste Zeit ist weder der Zeichenstil sonderlich konsistent, noch die Animationen besonders flüssig, noch die Cinematographie besonders interessant.

Ich hoffe ein wenig, dass sich all dies bessern wird. Wie gesagt ist die nächste Story Arc jene, die so richtig populär wurde. Von daher hoffe ich einfach, dass die Handlung interessanter wird. Und das mit einer kompletten Staffel für die Story Arc auch mehr Zeit ist, Dinge sacken und sich aufbauen zu lassen, statt aus dem Nichts zu eskalieren. Und das David Production endlich ein Budget bekommt, so dass die Serie auch visuell mehr zu den Openings stilistisch aufzieht statt so nüchtern daherzukommen.

Denn ein wenig mögen wollte ich JoJo schon. Der Stilbruch zwischen dem maskulinen Shonen Anime und der High Fashion Optik versprach interessant zu sein. Und extrem melodramatisch voller strunzdummer Charaktere zu sein kann auch seinen Charme haben. JoJo bringt alles dazu mit, eine unterhaltsame Soap Opera zu sein. Doch der Funke wollte in der ersten Staffel noch nicht dauerhaft für mich überspringen.

American Horror Story: Double Feature

ava-2662Nachdem das Covid-Jahr ausgesetzt wurde (also das erste zumindest), war es Ende letzten Jahres wieder soweit für die nun nicht mehr ganz jährliche Tradition einer neuen Staffel American Horror Story. Diesmal waren sogar Sarah Paulsen und Even Peters wieder dabei, die damit in jeder der mittlerweile zehn Staffel mit der Ausnahme von 1984 mitgespielt haben.

Die Inspiration sind diesmal gute alte Lovecraftian Vibes. Wir gehen in eine New England Küstenstadt in den USA, die im Sommer ein Tourismus-Ziel ist, aber im Winter einschläft. Gerade in jenem weniger bevölkerten und leicht melancholischen Winter zieht Schreiberling Harry Gardner mit seiner kleinen Familie vorübergehend hierher. Er, um in Ruhe ein neues TV-Script zu erstellen, während seine Frau das Haus für die im Sommer zurückkehrenden Bewohner umdesignen soll. Doch die Muse will nicht treffen, zumindest nicht, bis Harry auf zwei berühmte Exzentriker seines Berufsstandes trifft, die ihm ihre geheime Pille unterjubeln. Der einzige Nebeneffekt? Hunger nach Menschen, und für jene ohne kreativen Funken ein Dasein als Ghoul.

Quatsch, in Wirklichkeit dreht sich die neue Staffel um Aliens. Als vier Freunde auf einem Camping-Auslauf verlorengehen, finden sie sich anschließend geschwängert wieder vor – einschließlich der Männer. Schnell werden sie von der Regierung aufgegriffen und in ein Geheimlabor geschafft, wo seit den 1950ern, als sich Aliens zum ersten Mal an die US-Regierung wandten, Versuche die beiden Spezies zu kreuzen vonstatten gehen.

Welche Synopsis stimmt nun? Beide. Denn American Horror Story ist nicht umsonst als Double Feature betitelt. So laufen die ersten sechs Folgen unter dem Nebentitel Red Tide und die finalen vier unter Death Valley, mit jeweils komplett eigenständigen Handlungssträngen und Charakteren, die mal in die B-Movie Ecke der Aliens und mal der Fischmenschen geht. Von den Vibes her zumindest.

Das ganze Unterfangen ist dabei gewohnt ziemlich trashig. Wobei Red Tide noch etwas mehr hergibt. Geht es doch hier um ambitionierte Menschen, die in der Mittelmäßigkeit gefangen sind, und was sie alles tun würden, um aus ihr zu entfliehen und ihr wahrgenommenes volles Potential auszuschöpfen. Inklusive der Angst, doch nicht gut genug zu sein. Wie gesagt transformieren die Pillen nur jene, die schon einen kreativen Funken innehalten, zu wahren Genies auf ihrem Gebiet. Wer tatsächlich mittelmäßig war, der entwickelt sich sogar zurück in einen verstandslosen Zombie, der die Küste nach Opfern absucht. All das gebündelt an eine Stadt, in der das ein offenes Geheimnis ist, von dem niemand zu viel wissen will, die sich aber gewahr sind, dass ihr Lebensdasein vom davon abhängt.

Das macht die erste Storyline zur ambitionierten und besser ausgearbeiteten. Eine die gut unterhält und viel zu einem Klimax aufbaut… und dann leider in bester American Horror Story Tradition nicht weiß, wie sie es wirklich beenden soll. Wie immer war die erste Hälfte der Handlung echt cool, die zweite etwas mäandernd und sich verlierend, und die Finalfolge ziemlicher Mist.

Death Valley ist hingegen eher eine Fußnote in der Staffel. Konstant ungefähr auf dem gleichen Niveau, welches weder sonderlich herausragend interessant noch besonders schlecht ist, sondern so auf Mittelschiene mit seinen nur vier Episoden an einem vorbeirauscht. Der interessanteste Aspekt ist noch, dass so ziemlich jede Verschwörungstheorie der US-Regierungsgeschichte aufgegriffen wird, von Area 51 zu Affären im Präsidentenhaus. Vieles davon, was nicht direkt mit Aliens zu tun hat, üblicherweise eher für Shock Value eingebaut. So ist American Horror Story halt.

Ich war echt an dieser Staffel interessiert. Wegen ihres Konzepts. Denn bisher war es immer so, dass viele Seasons von American Horror Story mit ihrer Länge zu kämpfen hatten. Zehn bis dreizehn Folgen füllen wollend, aber scheinbar ab der Halbwertszeit nicht so richtig wissend, was man noch weiter machen soll. Vorigen Staffeln haben das schon ein wenig mitigieren wollen, in dem sie einen gewissen Cut in der Handlung hatten. Roanoke beispielsweise, wo die finalen Folgen in die Reality TV Sendung gehen, oder 1984 mit seinem Zeitsprung. Hier nun wirklich zwei komplett unabhängige kürzere Handlungen bieten zu wollen, hätte für mehr Stringenz und einem dichteren Ablauf führen können. Leider ist im Endeffekt Red Tide allerdings mit den gleichen Problemen der vorigen Staffeln nur im Kleinformat bestückt, während Death Valley mehr oder weniger gar nicht richtig zu packen weiß.

Digimon, Pokemon & Clear Cards

Schon wieder Quickies? Schon wieder Quickies! Diesmal zum Thema Anime. Weil ich da drei gesehen habe, über die es zwar was zu sagen gibt, aber nicht unbedingt viel. Deswegen das alles voll effizient und ökologisch wertvoll zusammengebündelt, statt einzeln rausgehauen zu werden.

Digimon X-Evolution
Zunächst geht es direkt mit Digimon weiter. Und zwar dem Fernsehfilm X-Evolution. Keine Relation zur TV-Staffel Digimon X-cross. Sondern auf sich alleine stehend. Und komplett in der Digimon-Welt veranlagt und nur mit Digimon in den Rollen. Da die ja richtig sprechen können und eine eigene Gesellschaft haben, statt wie Pokemon Tiere zu sein, kann man das ja mal machen.

Und es ist herrlich dämlich. Also irgendwie gab es eine Art Apokalypse, nur noch wenige Digimon sind im von Gottheit Yggdrassil beherrschten Gebiet beheimatet. Aber der will einen Teil davon auslösen, weil es immer noch zu viele sind. Was in seinem Auftrag eine Art Ritterbund macht. Die haben aber nicht mit dem Erlöser-Digimon gerechnet, was von Wolfvieh zu Supermecha evolutionieren kann. So oder so ähnlich, denn trotz der gerade mal ca. 80 Minuten geschieht hier so viel Zeug mit so wenig Erklärungen, dass es echt schwer ist am Ball zu bleiben und die Übersicht zu behalten, was wir jetzt warum genau machen. Wer wen weshalb bekämpft.

Ich kann mir halt einfach das Lachen nicht verkneifen. Wenn, was Dank des CG und der üblichen Designmentalik der Franchise wie edgy Plastikfiguren aussieht, plötzlich anfängt Götter anzubeten, sich heldenhafte Ritterduelle liefert, eine Existenzkriese erfährt, oder darüber philosophiert, ob ein wenig Genozit bei zu hoher Überbevölkerung nicht doch gut ist. Es ist einfach sowas von lächerlich, dass es aus allen nicht gewollten Gründen eigentlich sogar ganz gut unterhält.

Pokemon: Twilight Wings
Pokemon: Twilight Wings hingegen ist ziemlich bodenständig. Denn es sind nur 8 Folgen von jeweils unter 10 Minuten, die zusätzlich gratis gestreamt wurden. Das Konzept ist, dass jeweils ein kleiner Einblick in einen Charakter aus den aktuellen Schwert/Schild behandelt wird. Lose zusammengehalten durch den narrativen Faden eines kleinen Jungen im Krankenhaus, der sich nichts sehnlicher wünscht, als irgendwann im Stadium zusehen zu können, wie der Champion seinen Rang verteidigt.

Mal bekommen wir einen Eindruck in die herzige Beziehung von Hop mit seinem Pokemon. Den hektischen Alltag von Workaholic Olivia. Yaroo inmitten seiner Schafherde, Kate bei ihren Modeljobs, Saida hart im Training. Plus eine nachgeschobene achte Folge, die stark den DLC anpreist. Kaufen Kinder, kaufen.

Aber tatsächlich fand ich die Episoden sehr unterhaltsam und herzig. Sie tun das, was der Anime sonst nicht schafft. Und zwar einem die Pokemon-Welt tatsächlich als lebendiges Ökosystem, das ganz normale Zusammenleben mit den Pokemon, zu zeigen. Wobei ich hier der TV-Serie natürlich auch Unrecht geben kann, denn ich habe davon ja nur damals die ersten Staffeln gesehen. Twilight Wings bietet auf jeden Fall sehr schön inszenierte und gut animierte kurze Ausflüge in die Welt von Schwert/Schild.

Card Captor Sakura: Clear Card
Zum Schluss haben wir noch Card Captor Sakura: Clear Card, von dem ich anfänglich gedacht hätte, bestimmt mehr schreiben zu müssen. Aber so wirklich bewahrheitet hat sich das nicht. Nachdem Clamp mit Tsubasa und xxxholic fertig waren, sind sie auf den Zug aufgesprungen, späte Sequels oder Reboots zu starten, um die Nostalgie derjenige, die um 2000 rum Kinder/Jugendliche waren, zu melken. In dem eine dritte Story Arc Card Captor Sakura gestartet wurde, dessen Manga bis heute noch läuft. Während das Anime bisher aus einer Staffel an 22 Episoden aus 2018 besteht.

Drei Jahre sind vergangen und Sakuras Karten werden plötzlich zu reinen glaskaren Hülsen. Aber neue Dinge machen die Stadt unsicher, die sich von ihr fangen lassen und zu ganz neuen Karten werden. Die allerdings häufig ein Äquivalent zu den Alten darstellen. Shaoran ist auch aus Hong Kong zurück, um nun an Sakuras Seite zu bleiben. Und ein neues Mädchen ist mit ihrem Butler ins ehemalige Haus von Eriol eingezogen, was sicherlich keinerlei Wichtigkeit haben wird.

Ich muss sagen, dass ich Clear Card zwar ganz nett fand, es mich aber nicht ganz abgeholt hat. Zunächst einmal ist das Pacing ganz komisch. Es macht fast den Eindruck, als hätte man dem Team kurz vor Schluss erst gesagt das… nun ja halt eben Schluss ist. Die Serie plätschert so ein wenig mit episodenhaften Eskapaden vor sich hin. Was nicht schlecht ist, die Original Clow Cards Story Arc ist ja auch so. Halt einfach jeweils die Charaktere und ihre Beziehungen etwas näherbringen und nebenbei die Karte des Tages fangen zu müssen, die narrativ wesentlich weniger wichtig ist. Doch dann auf die letzten zwei Folgen wird plötzlich ein Ball an Exposition losgetreten und ein frühzeitiges Finale geschaffen, welches sich aber wieder ausnullt, weil die Handlung ja eigentlich noch weitergeht. Das wirkte plötzlich etwas überstürzt.

Eine andere Sache, über die ich mich Gedanken beim Schauen gemacht habe, sind die Charaktere. Und zwar, ob sie eindimmensionaler geworden sind. Irgendwie kam es mir etwas so vor, als wären sie hautpsächlich nur One Trick Ponys. Kero-chan ist verfressen. Tomoyo hat eine Obession Sakura zu filmen. Shaoran hat eigentlich gar keine Persönlichkeit mehr, außer das seine Gefühle zu zeigen ihn peinlich berührt macht. Ich fand die Charaktere immer noch sehr niedlich und unterhaltsam, bin mir aber nicht sicher, ob das daran liegt, dass ich sie aus der vorigen Serie noch so gut kenne. Wäre interessant zu wissen, ob sie einem auch ans Herz wachsen, wenn man nur Clear Card geschaut hat.

Das soll wie gesagt nicht heißen, dass Clear Card schlecht ist. Es ist immer noch eine ganz nette kleine Serie zum Entspannen und nebenbei wegschauen. Aber so gut wie die Sakura Card Arc der ersten Staffel wurde es halt im CCS-Anime auch leider nie wieder.

Card Captor Sakura

Vor langer langer Zeit, in genau diesem Land, lebte ein jüngeres Ich. Eines, das Ende der 90er Anime verfiel und kurz darauf folgend auch Manga. Eines der früheren Werke, dich ich las, war Clamps Wish. Sofort dem Zeichenstil des Mangaka-Quartetts verfallend, bald darauf in einer AnimaniA oder dem Internet oder beidem lesend, was für ein großer Deal die Damen sind. Anfang der 2000er kamen mehr und mehr ihrere Manga nach Deutschland. Von den großen ersten Serien wie RG Veda und X über zu eheren kürzeren Exkursen wie Miyuki-Chan in Wonderland oder Justice Guards Dukylon zu den damals neuesten Werken wie Angelic Layer und Chobits.

Alles wurde lizenziert, was von ihnen gezeichnet war, und ich kaufte mir alle diese. Und Artbooks und so weiter. Zu den letzten Manga, die ich je kaufte gehörten die erten Bände von Tsubusa Reservoir Chronicle, xxxholic und das Clamp in Wonderland Magazin, alle bezeichnend darauf aufbauend das 15-jährige Bestehen von Clamp zu feiern.

Eines ihrer beliebtesten Werke ist und bleibt dabei Card Captor Sakura, welches nebst den 12 Original-Bänden auch eine zentrale Rolle eben in Tsubasa spielt, mittlerweile mit der Clear Card Saga ein noch laufendes Sequel erhalten hat, und dem als Speerspitze das komplette erste Heft der Jubliäums-Magazine gewidmet ist.

Card Captor Sakura, welches ich selbstredend zu seiner deutschen Veröffentlichung gekauft und gelesen habe (plus die damals erschienenen 3 Artbooks und das Clow Card Book), ist allerdings auch wahlweise in einem Anime erlebbar. 70 Folgen liefen zwischen 1998 und 2000 über die japanischen Bildschirme und zwei Filme im Kino. Das kannte ich bisher allerdings nur partiell.

Zugegeben hatte es die Serie im Westen auch teils nicht einfach aus den Startlöchern zu kommen. Mehr als infam bekannt ist beispielsweise die Nordamerikanische Version als Cardcaptors, bei dem man plötzlich in einer 180er-Drehung ein Jungen-Publikum ansprechen wollte. Mit entsprechenden Änderungen im Script, der Folgenzahl und -anordnung etc, um die Action in den Vordergrund zu setzen und Li Shaoran eine größere Rolle zu geben. In Deutschland war das immerhin nicht der Fall. Allerdings wurde hier die Serie von Pro 7 lizenziert, die versuchten auf den populären Anime-Zug aufzuspringen. Aber im Gegensatz zu RTL 2 kein nachmittagliches Kinderprogramm hatten, wo in der Nach-der-Schule-Zeit viele Anime ihren Erfolg hatten. Also kam Card Captor Sakura im Samstag-Morgen-Programm, wo es von keinem wirklich wahrgenommen wurde. Ich habe damals auch nur die ersten paar Folgen gesehen und dann, auch durch leicht schwankende Sendezeiten, irgendwann die Lust dran verloren gehabt. Blieb dann bei der Ausstrahlung der ersten Staffel von 35 Folgen und keiner Lizenzierung der weiteren. Zudem habe ich den ersten Film mal auf einer frühen AnimagiC gesehen.

Nun schreiben wir allerdings das Jahr 2020 und man ist sich doch für jede fluffige Zertstreuung offen. Und im Frühjahr das tryhard edgy Madako Magica gesehen zu haben, hat mich mal wieder auf die Idee gebracht, eine Magical Girl Serie zu schauen, die ganz geradlinig ist. So für Mädchen und ganz ohne irgendwie brutal oder meta gehen zu wollen zum Schockeffekt. Sondern zuckersüß und nicht herausfordernd. Getroffen hat es  selbstverständlich Pretty Cure!

Nein, natürlich nicht. Ganz so verzweifelt mir eine seit 15 Jahren anhaltende Franchise von über 800 Folgen und 30 Kinofilmen anzutun war ich dann doch nicht. Getroffen hat es den Card Captor Sakura Anime. Endlich mal alle 70 Folgen plus 2 Filme anschauend.

Mensch was hatte ich so viele Dinge vergessen, aber zugegeben ist es mittlerweile mindestens 15 wenn nicht mehr Jahre her, dass ich den Manga gelesen habe. Aus der ersten Story Arc kannte ich sogar noch ein paar Dinge, viele durchaus wichtige Sachen aber bereits schon nicht mehr. Und aus der zweiten Story Arc war mir gar nichts mehr bekannt! Vielleicht hatte ich die total verdrängt, weil das Design der drei neu hinzugestoßenen Charaktere so scheußlich ist, dass es mein ästhetisches Hirn gesprengt hat. Im Gegensatz zum Manga nehmen die übrigens nicht ganz jeweils die Hälfte der Serie ein, Story Arc 1 endet mit der zweiten Staffel bei Folge 46 und Story Arc 2 ist dann die dritte Staffel von 24 Folgen.

Beispielsweise total vergessen hatte ich, wie sehr doch alle total die Simps füreinander sind. Die Serie hat eine so absolute durchgehende Baseline von „Liebe“ in sich. Fast jeder Charakter wird von jemandem und ist in jemanden romantisch verliebt. Aber auch platonische Liebe von Freundschaft und Familie sind stark vertreten. Es macht einen Großteil des warmig-wohligen Grundstoffs der Serie aus, wie sehr sich einfach alle Charaktere gegenseitig mögen. Selbst die wenigen zunächst antagonistischen Charaktere nehmen am Ende nur jene Position ein, um anderen zu helfen und sie an den Challenges wachsen zu sehen. Es missgönnt auch niemand jemand anderem dessen Gefühle. Es gibt in der Serie einige gleichgeschlechtliche Anziehungen und auch teils merkliche bis beträchtliche Altersunterschiede. Oder das mehrere Charaktere Interesse an der gleichen Person haben. Höchstens letzteres führt manchmal zu leichtem Konflikt, aber nie für lange. Jeder gönnt jedem anderen seine Gefühle und es wird nie ein großes Ding draus gemacht. Und wenn sich dann jemand für einen anderen entscheidet, dann kommt es immer früher oder später zu Akzeptanz und das sie sich für deren Glück freuen.

Das ist doch alles sehr schön. Clamps Motto in CCS ist ganz eindeutig „Liebe ist Liebe, egal welche Form sie annimmt“. Hier noch mal ein kleiner Einschub zu den Altersunterschieden. Davon gibt es insgesamt vier sehr starke. Zwei davon sind von frischgebackenen Lehrern zu ihren Teenager-Schülern: Sakuras Eltern und Toyas erste Liebe zu Miszuki. Für mich ist es zumindest schwer, mich groß an ihnen zu stören, weil die Atmosphäre in CCS einfach so unglaublich wholesome ist, sich jeder so ehrlich gegenseitig mag, und somit nie der unangenehme Wiff von einer Ausnutzungsbeziehung dabei rum kommt. Vielleicht bin ich es aber auch einfach moralisch kaputt und zu sehr gewohnt in japanischen Storylines Lehrer in ihren frühen 20ern eine Beziehung mit ihren Schülern in den Late Teens anfangen zu sehen. Was die Gefühle von der zehnjährigen Sakura zum 16-jährigen Yukito or gar Sakuras Mitschülerin für ihren Lehrer angeht, so will ich hier erneut erwähnen, wie unglaublich pur Liebe in der Serie erscheint. Und in diesen beiden Fällen zudem dies mehr wie ein einseitiger Crush rüberkommt, der bei Yukito eindeutig nicht erwiedert wird, und den der Lehrer, zumindest wie es hier im Anime dargestellt ist, nicht mal mitzubekommen scheint. Ich hoffe damit haben wir den Elefanten aus dem Raum gebracht?

Das war jetzt viel Geschreibsel über die romantischen Gefühle in der Serie, und das selbst noch, bevor überhaupt über die eigentliche Story geschrieben worden ist. Die ist kein Zufall, denn ich würde mal ganz dreist behaupten, dass die Emotionen, Gefühlswelten und Charakterbeziehungen der Hauptpunkt in Card Captor Sakura sind, und eben nicht das capturen von Cards durch Sakura. Streng genommen dreht sich jede Folge tatsächlich darum, dass in Sakuras Umgebung etwas merkwürdig läuft, dies investigiert wird, sich eine Clow Card als das verursachende Übel herausstellt, und jene dann versiegelt wird. Die Jagd und Magieschlacht mit der Karte an sich ist aber fast immer sehr schnell rum. Wesentlich wichtiger ist der Serie über jene Ereignisse die Charaktere weiterzubringen. Neue einzufügen, deren wahren Gefühle ans Licht zu bringen, sie miteinander agieren oder an den Ereignissen wachsen zu lassen.

Am Ende des Tages ist es einfach so, dass Card Captor Sakura zu 70% Charaktere und ihr Bindungen zueinander, 20% niedliche Mädchen in noch süßere Outfits stecken, und nur 10% magisches Kartensammeln ist. Ich kann mir echt nicht erklären, wie die Nordamerikaner auf die Idee kamen, hieraus eine typische Shonen-Collection-Show machen zu können, ohne das dabei ein absolutes Desaster bei raus kommt.

Warum ich wirklich total vergessen hatte, was in der zweiten Story Arc geschieht, wurde mir allerdings auch wieder vor Augen geführt: Sie ist einfach nicht so interessant. Ich weiß noch nicht mal ganz genau was es ist. Ich habe es sehr genossen mich durch die ersten zwei Staffeln zu schauen. Selbst der neue Charakter Meilin ging mir nach kurzer Zeit nicht mehr auf den Keks, sondern fügte sich gut in die Riege ein. An der dritten Staffel war letztendlich aber nur interessant die Charakterpärchen sich finalisieren zu sehen (wobei Sakura und Li teils in den zweiten Kinofilm verschoben wurden). Die neuen Charaktere und ihre Challenges fand ich schlichtweg nicht interessant. Die eigentliche Geschichte wirkte erzählt und die Charaktere ändern sich auch nicht mehr wesentlich. Die Sakura Card Arc ist nicht schrecklich, aber halt einfach wesentlich vergessenswerter als die Clow Card Arc. Netterweise nimmt ja im Anime zumindest der bessere Teil dann auch 2/3 der Folgen ein.

Meiken Lassie

Das World Masterpiece Theatre ist eine über 20 Jahre laufende Franchise von Toei Animation, welches im Kinderprogramm jedes Jahr eine neue Serie basierend auf einem Kinderbuch-Klassiker präsentierte. Streitbar entweder bei Heidi (1974) oder Niklas, der Junge aus Flandern (1975) gestartet, haben auch wir im deutschen Fernsehen damals fast alle davon mitgenommen.

Doch der Stern der Einschaltquoten war nach einer gewissen Zeit beständig am Sinken. Ursprünglich hatte noch jede Serie um die 50 Folgen, um die kompletten 52 Wochen (minus evtl einiger Feiertage o.Ä.) eines Jahres zu füllen. Gegen 1990 war das schon auf regelmäßig 40 Folgen runtergeschraubt. Die Schwarzen Brüder 1995 wurden sogar auf 33 Folgen verkürzt. Das Damokles-Schwert hing also bereits über der Prestige-Reihe, die einfach nicht mehr die gewohnten Zuschauerquoten bringen konnte.

Das änderte leider auch die 1996er Season mit Meiken Lassie nicht. Eine Serie, die wegen schlechter Quoten sogar nach 26 Folgen beendet und Mittjährig von Nobody’s Girl Remi ersetzt wurde, in der Hoffnung die Franchise zu retten. Stattdessen endete sie dort vorerst. Übrigens zwei der drei Serien der Original-Riege, die es gar nicht mehr nach Deutschland schafften.

An der Qualität soll das aber nicht gelegen haben, denn auch Famous Dog Lassie ist eine knuddelige Wohlfühl-Serie für Kinder. Sogar knuddeliger und wohlfühliger als alle anderen, denn Ausnahmsweise gibt es mal keine großen dramatischen Ereignisse im Leben des kleinen John und seines Adoptivhundes Lassie. Vielleicht liegt da das Problem? War die Serie den Kids zu langweilig? Wahrscheinlich hat es keinen Unterschied gemacht, denn Remi drehte das Drama um Waisenkinder auf der Reise nach einem Elternteil inklusive vieler Tragödien wieder voll auf und kam auch nicht besser an.

John hat sogar nicht nur zu Beginn der Serie zwei Elternteile, nein er wird sie auch beide behalten! Niemand verschwindet, stirbt oder was sonst so den Kids in den WMT-Serien meist geschieht. Stattdessen hat sein zu Hause einen Zuwachs, als er Lassie findet und aufpeppelt. Nachdem er den Besitzer nicht ausfindig machen kann auch behält. Was die schlaue Hündin ihm mit ewiger Treue bezahlt. Beispielsweise immer schön brav am Schultor darauf wartet, ihn nach Schulschluss abzuholen. Mit John und seinen Freunden Collin und Sandy über die Wiesen tollt und in Geheimverstecken abhängt. Und natürlich immer rettend und helfend zur Seite steht, wenn doch mal etwas kurzzeitig schiefläuft. In der Kohlemine des Vaters oder im Krankenhaus der Mutter zum Beispiel.

Denn ganz ohne Drama kommt natürlich auch Lassie nicht aus. Es ist nur so, dass es sich hier immer um kleine Einzelfälle handelt, die immer in einer Folge abgecancelt sind und alles schnell wieder gut wird, nie bleibende Schäden entstehen. Die Mutter mag sich überarbeiten und zusammenbrechen, wird aber wieder gesundgepflegt. Ein vermeintlicher Krimineller taucht im Dorf auf, das Missverständnis kann aber aus dem Weg geräumt werden (was Ausnahmsweise mal eine Doppelfolge dauert). Sehr dramatisch wird es tatsächlich nur auf die finalen paar Folgen, wenn der reiche Besitzer der Mine Lassie als Pfand nimmt. Denn die Kohle ist versiegt und er will die Arbeit einstellen lassen, was die Stadt in der John lebt natürlich in enorme Nöte bringen würde. John glaubt seinem Vater, dass eine neue Erzader gefunden werden kann und verpfändet seinen Hündin. Die prompt ausbricht und sich auf den Weg zu seinem Herrchen macht. Hunderte Meilen nach Süden. Ob Lassie wieder ankommt und ob die Mine gerettet werden kann, ist sozusagen das Grande Finale der Serie.

Der Rest ist weitestgehend Wohlfühl-Fluff für die Seele, von dem ich sehr gerne eine Episode pro Abend geschaut habe. Als letzter Sargnagel des Tages sozusagen noch mal schnell 20 Minuten Wholesomeness fürs Runterkommen tanken.