Resident Evil: Vendetta

Das Jahr 2017 sah einige neue Aktivität in der Resident-Evil-Franchise. Neben dem Release vom Live Action The Final Chapter und dem neuesten Videospiel Resident Evil 7: Biohazard, kam es nämlich auch zum dritten CGI-Film mit Resident Evil: Vendetta.

Der bringt uns den beliebtesten Charakter der Franchise zurück: Rebecca Chambers! Jetzt Professor Chambers, in einem argen Bruch mit der Suspension of Disbelief. Man hat ja über die Jahre so einigen Blödsinn im Namen von Resident Evil zu schlucken gelernt. Chris boxt einen Felsen? Klar. Ein Zombie-Elefant? Warum nicht. Whesker als Präsident? Ok. Aber „Professor Chambers“ geht dann doch etwas arg weit.

Sie ist sogar ein sehr integraler Charakter des Filmes. Denn ein Zombie-Virus geht um. Wow, in Resident Evil? Nicht doch. Tatsächlich ist es allerdings ein neuer, der die Zombies zu wesentlich effektiveren Waffen macht, da sie von Hersteller Arias kontrolliert werden, und somit nicht einfach jeden angreifen, den sie sehen. Rebecca, das Professoren-Superhin, hat ein Gegenmittel gefunden. Dann sieht sie auch noch aus wie die tote Frau von Arias, dem die Regierung einfach mal die Hochzeit zerbombt hat, woraufhin alle außer ihm starben, was ihn überhaupt zu seiner Zombie-Vendetta verleitet.

Was ich hieran persönlich ganz interessant fand, war die Tatsache, dass Shinji Mikami in einem Interview sagte, dass er passive weibliche Charaktere wie Rebecca gar nicht leiden kann, und nicht im Original Resident Evil haben wollte. Wirft natürlich ein wenig die Frage auf, warum man ihre Rolle im REmake nicht etwas angepasst hat, oder warum Jill in besagtem Spiel in jeder zweiten Cutscene auf den Hintern fällt und von Barry gerettet werden muss. Interessant ist das aber auch im Kontext mit Vendetta, mit dem Mikami natürlich nichts zu tun hatte. Denn Rebecca ist hier ein durchaus sehr starker und sich durchsetzender Charakter, wenn auch wie gewohnt als Medic bzw. Professor keine Kämpferin. Oder zumindest bis sie halb durch den Film durch vom Schurken entführt und zur Damsel in Distress gemacht wird. Da musste ich dann doch etwas schmunzelnd an das Interview denken.

Netterweise hat sie gleich zwei Kerle, die um ihre Befreiung kämpfen. Zum einen Leon, der wie immer in den Filmen leider nicht der DMC-Dante-light Sprücheklopfer und witziges Kerlchen bekannt aus Resident Evil 4 ist, sondern weiterhin relativ selbstmitleidig auf den Grund von Alkoholflaschen schaut, bevor er von Rebecca ins Gewissen geredet bekommt, dass man vielleicht doch mal ein paar Zombies abknallen gehen sollte. Dann stiehlt der Alte aber echt das Rampenlicht, ist Leon doch der Einzige, der hier die coolen Slow-Motion Shots bekommt im Schusswechsel mit Zombies oder auf dem Motorrad gegen Zombie-Hunde. Chris ist auch mit dabei, eigentlich der Charakter, den wir am meisten sehen werden, und absolut goldig in seiner Daddy-Nummer gegenüber Rebecca.

Aus der ganzen Sache damit, zu hinterfragen, ob eine Regierung überhaupt unterstützenswert ist, die viele Unschuldige auf einer Hochzeit umbringen, nur um einen Waffenhändler zu erledigen, macht der Film natürlich letztendlich nichts. Genau wie die beiden Freunde von Arias, Nina Williams für Arme und ihr Hühnen-Vater zwar wichtig aussehen, dies jedoch nie werden. Resident Evil halt, wen kümmert schon die Handlung – den Film an sich sicherlich eher nur auf drittrangiger Stelle. Dafür kommt er dem Rest aber nicht in den Weg.

Er ist nämlich dennoch ziemlich gefällig und vielleicht bisher die beste Film-Inkarnation der Franchise. Einfach weil er ziemlich launig unterhält. Ob es nun die Anfangsszene in der Villa ist, in der Chris mit Einsatzteam durch die dunklen Gänge geht und einer nach dem anderen von Zombie-Kindern zerfleischt wird. Teilweise in atmosphärischer Egoperspektive. Oder dann eben später, wenn die Action so richtig aufdreht, und gegen die Horden an Zombies vorgegangen wird. Dabei immer dämlicher aber auch witziger werdend. Kulminierend in einem Nachkampf Chris vs. Arias, in dem sich die beiden mit Knarren beschießen, aber dauerhaft trotz nächste Nähe verfehlen, weil sie mit Akrobatik und Fisticuffs einander beständig ausweichen. Etwas besser aussehen könnte der Film lediglich, hinkt er doch weit hinter anderen CG-Filmen wie beispielsweise Kingsglaive hinterher.

Resident Evil: Vendetta ist absolut dämlich, aber auch absolut unterhaltend. Prädikat Sehenswert.

Advertisements

Mary to Majo no Hana

Vorletztes Wochenende war nicht nur Ant-Man and the Wasp im Kino angesagt, sondern auch eine Vorstellung vom frisch ins deutsche synchronisierte Mary und die Blume der Hexen. Das ist der erste Film von Studio Ponoc, gegründet maßgeblich von Ex-Ghibli-Mitarbeitern. Was man auch sofort sieht, da nämlich strukturell und visuell alles versucht wurde, dies wie einen Film vom Studio Ghibli aussehen zu lassen, inklusive dem Poster- und Fontdesign beim deutschen Verleih Peppermint Anime.

Mary hat in den Schulferien ein wenig mit sich selbst zu schaffen. Sie ist bereits vor ihren Eltern zur Oma ins kleine Dorf gereist, in dem es einfach nicht viel zu tun gibt. Anderen helfen ist auch schwer, wenn man so tollpatschig wie Mary ist. Und ihre sperrigen roten Haare konnte sie sowieso noch nie leiden, da hilft es nicht das der Nachbarsjunge Peter sie als rotes Äffchen bezeichnet.

Beim Trip in den nahegelegenen Wald entdeckt Mary einen seltsamen Besen und eine wunderschöne Blume, die der Gärtner als „Flieg bei Nacht“ bezeichnet, und die laut Sagen von Hexen gesucht wurden. Die zerquetsche Blüte führt dann auch dazu, dass Mary für einen Tag zaubern kann und vor allem mit dem sich verselbstständigenden Besen zur Hexenakademie fliegt. Wo sie auf Grund von Missverständnissen als neue Schülerin betrachtet wird, und nachdem sie sich Komplimente ob ihrer nur Superhexen vorbehaltenen Haarfarbe und immenser Zauberkräfte abholen durfte, ist Mary auch nicht mehr so erpicht darauf, dies sofort aufklären zu müssen.

Zurück im Dorf muss sie allerdings feststellen, dass sie schon längst aufgeflogen ist. Denn Peter wurde entführt und ihr die Nachricht hinterlassen, dass sie die mächtige Hexenblume vorbeibringen soll, wenn sie ihn zurückhaben will.

Die Regie bei Mary und die Blume der Hexen führte Hiromasa Yonebayashi, der diese Rolle bisher bei zwei Filmen innehatte, beide von Studio Ghibli: Arrietty – Die wundersame Welt der Borger, und Erinnerungen an Marnie. Tatsächlich würde ich Mary auch auf eine ähnliche Schiene schieben: Es ist ein süß-bezaubernder Film, aber ganz den Höhepunkten Ghiblis nicht gewachsen, Ponoc konnten sich aus dem langen Schatten des ehemaligen Arbeitgebers nicht befreien.

Das lag für mich etwas an der unebenen Struktur. Nach einem Action-Feuerwerk von einem Opener, gelangen wir in einen langen ersten Akt, in dem nicht viel geschieht. Bis Mary ihren unfreiwilligen Trip zur Hexenschule hat, und der eigentliche Plot endlich loslegt, werden so einige Minuten vergehen. Wir bekommen hier Mary nähergebracht und lernen weitere Dorfbewohner kennen, aber dennoch bleiben die Charaktere etwas blass und abgesehen von Mary und Peter werden sie sowieso nicht mehr wichtig. Die zentrale Botschaft des Filmes, nämlich das es Ok ist sein normales Selbst zu sein, keine Magie beherrscht werden muss um sich zu mögen, sozusagen die Antithese der üblichen Auserwählten-Abenteuergeschichten a la Harry Potter, wird hier auch noch nicht so wirklich aufgebaut. Klar wäre Mary gern wer anders, dies scheint sich jedoch hauptsächlich auf ihre Haarfarbe zu beschränken, sie hat keine Tagträume darüber ein genialer Protegé oder ähnliches zu sein.

Wenn der Film allerdings richtig loslegt, bin ich wieder voll mit dabei. Es ist schön, dass es sozusagen keine echten Schurken gibt, sondern nur zwei Antagonisten mit fehlgeleiteten Ambitionen. Der Film ist super animiert und jeder Hintergrund mit vielen Details ausgestattet. Gerade auch viele kleine Animationen, wie die abwertenden Gesichtsausdrücke der schwarzen Katze in Marys Armen, wenn sie sich aufplustert, sind sehr charmante Randnotizen. Die Welt an sich ist ein verzauberter Ort an verwunschenen Wäldern, kleinen Hexenhäuschen und imaginativer Vorrichtungen in der Magieschule. Und wie gesagt, dass Mary eigentlich ein ganz normales Mädchen ist, das sich nur zufällig Zauberkräfte leiht, aber kein herausragendes Talent ist und als heimlicher Messias entdeckt wird, ist auch mal angenehm anders. Hier legt der Film an Action und Witz ordentlich zu.

Macht für mich unterm Schnitt einen angenehmen und netten kleinen Film aus, der die langsame erste Hälfte etwas besser hätte nutzen können, aber dann besonders in der zweiten Hälfte gut unterhält und durchgängig durch die visuelle Komponente zu überzeugen weiß. Die deutsche Synchro ist übrigens auch gut gelungen.

InuYasha VIII

Im Jahr 2008 fand InuYasha dann nach 12 Jahren mit Band 56 und über 500 Kapiteln sein Ende. Somit wurde unter fast gleichen Team auch das 2004 vorzeitig beendete Anime in 2009 erneut aufgegriffen, und die finalen Geschehnisse in den 26 Folgen von InuYahsa: The Final Act umgesetzt. Bereits im Jahr davor, als der Manga beendet war, gab es übrigens eine InuYasha OVA, welche sein Erlangen des schwarzen Tessaiga behandelt, die allerdings dann als Episode 15 in The Final Act integriert wurde.

Es ist natürlich schon ein ziemlich großer Unterschied zwischen den beiden Anime. Wo die erste Serie mit ihren 167 Folgen sich noch ziemlich Zeit gelassen hat, um dem Manga nicht zu früh davonzurennen, muss The Final Act jetzt jede Menge Material in seinen gerade Mal 26 Folgen unterbringen. Es geht alles demnach nicht nur ziemlich schnell, bereits in der ersten Folge scheint irgendwie an mehreren Fronten plötzlich jeder mit jedem zu kämpfen, sondern die Charaktere wissen nun auch teilweise Dinge, die sie am Ende von Folge 167 noch nicht zu wissen schienen, wenn ich nichts verpasst habe.

Zum Beispiel ist es nun allgemein bekannt, dass Narakus Herz in Moryomaru ist. Genau wie sowohl Moryomaru als auch Hakudoshi jetzt offen gegen Naraku sind und ihn besiegen wollen. Soweit ich mich zurückerinnere, waren sowohl wo Narakus Herz untergekommen ist, sowie die genaue Bedeutung von Maryomaru und Hakudoshi am Ende des ersten Anime noch unbekannt, und gegen Naraku hatten sie sich auch noch nicht gestellt. Auch dass im Heiligen Juwel sich eine gute und böse Seite ständig bekämpfen und aktiv in das Geschehen eingreifen wäre mir jetzt definitiv neu gewesen. Vielleicht habe ich tatsächlich nicht immer genau genug aufgepasst? Oder es kommt wirklich daher, dass doch viel übersprungen werden musste, um die restlichen Bände abdecken zu können. Es ist ja nicht so, dass man nicht mitkommen würde, manche Dinge kommen nur etwas überraschend.

Die Serie ist nun auch nicht sonderlich zimperlich damit, Charaktere umzubringen, wodurch Gefahr tatsächlich gerade für Nebencharaktere wirklich etwas bedeutet. Beispielsweise ist am Ende von Episode 1 Hakudoshi auch schon aus der Serie ausgeschieden, und in Episode 2 wird ihm bereits Kagura folgen. Deren Ende überraschend eine der stärkeren Szenen der Serie ist, auch wenn ich erneut nicht hundertprozentig weiß, warum sich ausgerechnet Sesshomaru um sie schert. Kagura hat ihm mal ein oder zwei Tipps gegeben gehabt, in der Hoffnung er können Naraku besiegen, was sie von ihm befreien würde, aber so eine wirkliche Bindung hatten die beiden Charaktere jetzt auch nicht gerade.

Richtig gut Zeit räumt sich The Final Act dann jedoch für die tatsächlich finale Auseinandersetzung mit Naraku ein, was schon passend ist, nach all der Zeit und dem Buildup. Dies startet nämlich bereits in Episode 20 und zieht sich bis einschließlich 25. Aller Charaktere dürfen noch mal auftauchen, alle dürfen an verschiedenen Fronten kämpfen, alle haben mittlerweile Upgrades in ihren Waffen oder Fähigkeiten bekommen. Nur der arme Kouga ist mal wieder außen vor, der durfte zwar ebenfalls eine neue Waffe bekommen, aber dann doch seltsamerweise nicht fürs Finale auftauchen.

Auch ein wenig merkwürdig ist ehrlich gesagt, wie die Serie gern bei den Halbdämonen in den Vordergrund stellt, dass sie eine Wahl zwischen ihrem menschlichen und dämonischen Herz haben, als wäre dies eine Entscheidung zwischen Gut und Böse. Dabei gibt es in der Serie reichlich vollwertige Yokai, die auf der guten Seite sind. Shippo beispielsweise, und Sesshomaru kann man da mittlerweile eigentlich auch hinzuzählen. Ich glaube es gibt doch manche Punkte und Themen in der Story, die über deren Entwicklung hinweg eventuell nicht mehr hundertprozentig so passen, wie das ursprünglich mal gedacht war. Dass es nur einen richtigen Wunsch beim Heiligen Juwel gäbe, wäre mir beispielsweise auch neu, und das beim falschen das ganze Drama einfach von vorn beginnen würde.

Schön ist jedenfalls auch, dass die Serie trotz der erhöhten Gefahr und nicht ganz unbeträchtlichen Sterbequote eigentlich wieder eine sehr gute Mischung findet. Neben dem Drama und den ernsten Momenten gibt es nämlich doch auch so einige humorige Einlagen, die in ihren Manierismen so sehr Rumiko Takahashi wie nie zuvor sind, und jetzt wo sich die Stellungen finalisieren dürfen ist die Romantik zwischen den diversen Pärchen wieder ganz vorn mit dabei.

Am Ende ging alles also vielleicht doch etwas arg schnell und man hätte eher die doppelte Folgenzahl anpeilen sollen, doch kommt dennoch alles zu einem runden und befriedigenden Abschluss, und ziehe ich die etwas gehetzte Gangart von The Final Act dann dem doch zu gemächlichen Voranschreiten des ersten Anime vor.

InuYasha VII

Während der vier Jahre, die InuYasha im japanischen TV ausgestrahlt wurde, kam auch jährlich ein Film in die Kinos des Landes – immer im Dezember. Während diese zu langen Endlosserien häufig glorifizierte Specials von einer knappen Stunde darstellen, gehen die InuYasha-Filme allerdings tatsächlich jeweils volle 90-100 Minuten.

Den Anfang machte 2001, knapp über einem Jahr nach Serienstart, und ungefähr in den 50er-Folgen angesiedelt, InuYasha: Affections Touching Across Time. Hier hat einer der Splitter des Heiligen Juwels einen Dämon vom Festland wiederbelebt, dessen Vater von Inuashas Vater besiegt wurde, und der nun die Nachfolger als Oberhaupt des Klans antreten will, wofür er Inuyashas Tessaiga braucht.

Es ist irgendwie schon schön, InuYasha mal so richtig gut animiert zu sehen. An das etwas andere und eckigere Design muss sich erst mal gewöhnt werden, sowie das flüssige Animation manchmal zu Lasten von sauberen Zeichnungen geht, doch mir hat die allgemeine Dynamik im Film sehr gut gefallen, sowie der erhöhte Detailgrad der Szenerien. Das Mottendesign der Gegner fand ich auch sehr gut. Auch gibt es viele kleine visuelle Gags, die eingebaut werden, welche aufzuspüren immer wieder ein Genuss ist. Die Handlung ist relativ gewöhnlich und die Charaktere bleiben altbekannt, aber dafür wird genug Action und Witz geboten, und solche Filmproduktion, die neben einer TV-Serie herlaufen, dürfen sich eh nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, damit es nicht hinterher zu Diskrepanzen kommt.

Das ein Jahr darauf auf die Leinwand gebrachte The Castle Beyond the Looking Glass hingegen nimmt sich der Legende der Prinzessin Kaguya an. Beginnend mit dem Kampf gegen einen wichtigen Charakter, den der vorige Film ausgelassen hat: Naraku. Und unsere Truppe schafft es ihren Hauptantagonisten zu besiegen! Sollte natürlich jedem klar sein, dass dies nicht aufgehen kann, da die Filme nicht ihre eigene Kontinuität sind. Kagura und Kanna derweil werden von Kaguya dazu gebracht, sie wiederzubeleben, wofür jedoch auch Gegenstände im Besitz von Inuyasha und Kohaku benötigt werden, wodurch das Team auch sofort wieder involviert ist.

Wie bereits erwähnt ist es für Kinofilme zu langen Serien immer ein gewisser Drahtseilakt sowohl interessant und spannend zu sein, gleichzeitig aber absolut nicht am Status Quo rütteln zu dürfen, damit die Kontinuität noch stimmt und die Filmereignisse in der Serie ignoriert werden können. Eine Sache, die The Castle Beyond the Looking Glass nicht ganz hinbekommt. Auch wenn am Ende des Filmes sozusagen alles wieder auf Null gesetzt ist, ist es doch etwas merkwürdig, dass diese Ereignisse nie referenziert werden würden. Zumal Naraku eigentlich aktuell gar nicht präsent in der Serie war, sondern wir im Block ohne ihn herumgeirrt sind.

Ich glaube aber genau deswegen mag ich den Film ein wenig mehr als den Vorgänger. Die Dinge, die hier geschehen erscheinen halt gewichtiger, auch wenn man sich darüber im Klaren ist, dass sie keine langen Auswirkungen haben werden, so geben sie es kurzzeitig zumindest vor. Diesmal spielt auch die Romantik stärker herein statt den Fokus größer auf Action und Humor zu legen, welche natürlich dennoch ziemlich ausgewogen vorkommen. Inuyasha und Kagome dürfen sich sogar küssen – eine weitere Sache, bei der es sowohl schön ist, dass sich so weit aus dem Fenster gelehnt wird, wie es etwas befremdlich ist, dass es nie wieder einer Erwähnung finden wird. Und das obwohl hier der Film mit dem Vorfahren von Hojo ist, der ja sehr wohl in der TV-Serie wieder eingebaut wird.

Der dritte Film, Swords on an Honorable Ruler, spart sich ein Auftreten von Naraku und Kikyo, zentriert dafür allerdings einen Charakter, der in den beiden vorigen Filmen nur mal kurz durchs Bild laufen durfte: Inuyashas volldämonischer Halbbruder Sesshomaru mit seiner Entourage. Wie sich herausstellt gibt es neben dem Inuyasha vermachten Tessaiga und dem Sesshomaru vermachten Tenseiga noch ein drittes Schwert, welches der mächtige Vater der beiden benutzte. Und das in Kagomes Zeit versiegelte Sounga, welches ein eigenes Bewusstsein hat, entkommt in die feudale Ära, um dort mit einem starken Dämonen verschmelzen zu können.

Schön ist zumindest schon mal zu sagen, dass der Film die Familienverhältnisse mal wieder zur Sprache bringt, die häufig in der Serie leicht kurz kommen. Wir bekommen einen besseren Einblick darin, wer der mysteriöse Vater der beiden war, mit Szenen wie er Inuyashas Mutter davor rettet, wegen ihrem Anbandeln mit einem Dämon getötet zu werden, dabei aber selbst sein Leben lässt. Die beiden Brüder dürfen fürs Finale auch mal zusammenarbeiten und Sesshomaru durchblicken lassen, dass er sich sehr wohl auch um andere kümmert.

Dennoch fand ich den dritten Film bisher am Schwächsten, um ehrlich zu sein. Abgesehen vom Rückblick zu Beginn hat er dann doch nicht viel Neues zu sagen, er scheint von Struktur und Geschehen her zu sehr auf Autopilot zu schalten. Der Antagonist ist nicht sonderlich interessant. Und irgendwie sieht der Film auch schlechter an Zeichenstil und Animationen aus als die Vorgänger. Mich hat er im Groben, trotz seiner in der Theorie interessanten Thematik, in der Praxis leicht kalt gelassen.

2004, zum vierten Jahr in Folge, und als Abschluss wenige Monate nach dem Auslaufen der TV-Serie in Folge 167, kam im Dezember also der vierte und auch letzte Kinofilm, Fire on the Mystic Island, auf die Leinwände Japans.

Diesmal geht es auf eine Insel, auf der Menschen und Dämonen friedlich abgeschieden zusammenlebten, ordentlich Halbdämonen großgezogen haben, bis vier dämonische Kriegsgötter aufgetaucht sind, um ihnen das ordentlich zu verderben. Ihre Macht ist mittlerweile zum Teil versiegelt, doch gleichzeitig benutzen sie die letzten Halbdämonen-Kinder als zukünftige Opfergaben, um sie zurückerhalten zu wollen. Finden Inuyasha und seine Truppe natürlich nicht so geil, die genau wie Sesshomaru und Kikyo schon alleine deswegen hierhergezogen wurden, weil sie von den Kriegsgöttern gezeichnet wurden, was sie an die Insel bindet.

Das Design der Kriegsgötter basiert übrigens auf den vier Himmelsbestien, was an sich immer gut kommt, aber schon deswegen etwas merkwürdig ist, weil die TV-Serie ähnliche Bösewichte erst kürzlich davor in dem 4-Teiler um Hojos Vorfahren hatte. Ist man auf nichts Neues gekommen? Auch ein wenig an den Haaren herbeigezogen mag wirken, dass den Charakteren plötzlich wieder einfällt, von den Kriegsgöttern gebrandmarkt zu sein und damit zur Insel zurückkehren zu müssen. Dadurch erklärt, dass die eh nur alle 50 Jahre auftaucht, aber irgendwie dennoch fragwürdig.

Abgesehen davon bietet sich aber ein weiterer Grundsolider Film, in denen alle wichtigen Charaktere der Serie abgesehen von Naraku mit seinem Anhang (und der komplett die Filme aussetzende Kouga) vorkommen und sich mit mindestens einem des Schurkenquartetts ein wenig Kloppen dürfen. Mit Witz, Charme und Action. Und vor allem mit einer wieder erstarkten Optik und einem gefälligen nebligen bis tropischen Insel-Setting.

Let’s Play Final Fantasy XV – 01. Kingsglaive

Ja es ist endlich soweit, ich habe mir für ein paar Euronen das noch aktuellste Final Fantasy mit der Nummer 15 besorgt. Nicht in der Royalen Edition, sondern dem Standard, weil ich das Spiel true erleben will, wie es nach 10 Jahren Developement Hell, einem Konsolenwechsel, und einer Umbenennung, dann auf den Markt gebracht wurde. Außerdem habe ich keinen Bock 30 GB an bisher erschienenem DLC laden zu müssen, weil Square Enix es scheinbar für unzumutbar hält, jenen bei einer Komplettedition mit einem Installer auf eine zweite Disc zu hauen. Nur um selbst dann immer noch nicht alles zu haben, weil weiterer bis 2019 erscheint.

Begonnen wird jedoch gar nicht mit dem Spiel an sich, stattdessen macht mein Einstieg der CG-Film Kingsglaive aus, der bei einigen Früh-Editionen dem Spiel beilag, und parallel zu den Anfangsmomenten von Final Fanasy XV angesiedelt ist. Und nur das wird besichtigt. Nicht auch die billige Net-Animation Brotherhood oder eines der merkwürdigen Side-Spiele.

Zu Beginn begrüßt uns gleich mal der World Building Abriss: Wir befinden uns in der Welt Eos, in der das Imperium Niflheim seit Jahren Krieg gegen die anderen Nationen führt, um sie einzunehmen. Das Königreich Lucis ist die einzige Nation, die noch ungebrochen bleibt, allerdings lediglich, weil die Hauptstadt Insomnia von einer magischen Barriere geschützt wird. Angetrieben durch deinen Kristall, auf dessen Macht nur die Königsfamilie Zugriff hat.

Besagter Königsfamilie steht aktuell der Monarch Regis an, der vor Jahren mit seinem Sohn Noctis in Tenebrae war, damit das Kind sich von einem Unfall erholen kann. Just in dem Moment überfiel Niflheim Tenebrae, um die beiden umzubringen, die jedoch fliehen konnten. Jedoch verstarb die Königin von Tenebrae bei der Attacke, und Niflheim verleibte sich das Reich ein.

Nun, eine Dekade später, macht Niflheim dem geschwächten Lucis einen Vorschlag auf Friedensverhandlungen. Niflheim bekommt die Provinzen des Königreichs, jedoch darf Insomnia autark bleiben, und als Sinnbild sollen Prinz Noctis von Lucis und Princessin Lunafreya von Tenebrae verheiratet werden.

Wer das nicht so geil findet, sind die Kingsglaive. Dies sind von den äußeren Territorien nach Insomnia rekrutierte Streiter, welche ihr Leben im Kampf gegen Niflheim aufs Spiel setzen, dafür durch den König magische Kräfte des Kristalls beziehen. Unter ihnen auch Hauptcharakter des Filmes Nyx. Dass ihre Heimatländer, nachdem sie von den Insomnia-Bewohnern sowieso nie komplett akzeptiert wurden, nun verschachert werden sollen, liegt der Kingsglaive natürlich quer.

Es kommt, wie man sich das schon denken kann. Und wie König Regis sich das dachte, weswegen er vorsichtshalber Prinz Nocits mit seinen vier Leibwächtern auf einen Trip zur Hochzeitsvorbereitung aus Insomnia geschafft hat, bevor die Vertreter von Niflheim zum Unterzeichnen des Friedenspaktes kommen, die überraschend auch Prinzessin Lunafreya im Gepäck haben. Niflheim hält nicht Wort, sondern greift an und stiehlt den Kristall, während Nyx unter anderem auch ehemalige Freunde aus der Kingsglaive bekämpfen muss, um Lunafreya mit dem Ring der Königsfamilie, mit dem der Kristall kontrolliert werden kann, aus der gefallenen Hauptstadt zu schaffen.

In 2 Stunden prügelt und explodiert es sich dann halt so durch die Gegend. Natürlich gibt es auch ruhige Momente, in denen sich Charaktere unterhalten und hübsch aussehen dürfen, doch davon wird einem wahrscheinlich eher wenig in Erinnerung bleiben, weil sich Kingsglaive schon sehr was Charakterzeichnung und Handlung angeht an bewährte Stereotypen hält. Das einfallende Imperium, aus dem natürlich alle böse sind. Der Prinz aus Tenebrae, der Regis für den Tod der Mutter verantwortlich macht. Der gute König von Insomnia, dessen Macht geschwächt ist, sich deswegen auf den Handel einlassen muss, und dennoch verraten wird – man muss gar nicht erst herausfinden, dass sein Sprechen Sean Bean ist, um sich denken zu können, dass er den Film nicht überlebt. Der heroische Nyx, immer dazu bereit das Richtige zu machen.

Wirklich nachteilig getroffen hat es dabei Prinzessin in Nöten Lunafreya. Eigentlich eine ganz taffe Lady, aber leider darf die Arme nur in absoluten Plattitüden vor sich hin philosophieren, anstatt einen einzigen Satz ins Script zu bekommen, der sie wie einen normalen Menschen reden lässt. Allgemein verlässt sich Kingsglaive häufig in seiner Stereotypisierung auf ziemlich gehabte Sprüche in seinen Dialogen. Aber dazu wie ein Glückskeks-Lotto zu reden ist nur Lunafreya verdammt worden.

Was der Film halt kann, ist wirklich verdammt gut aussehen. Kingsglaive ist fast fotorealistisches CG ohne wirkliches Uncanny Valley. Ob man das gut findet oder nicht, sei dann wiederum mal dahingestellt. Denn gerade die im eigentlichen Spiel wiederkehrenden Charaktere in deren dortigen doch stilisierten Form sehen sich im realistischen Kingsglaive kaum ähnlich. Wenn sie nicht nach Anime-Stereotyp praktischerweise immer das gleichen Styling hätten.

Ich bin ja eher ohne jegliche Erwartung an Kingsglaive herangegangen. Vom FFXV-Universum allgemein erwarte ich erst Mal eher wenig bis gar nichts, und Advent Childen war ja auch nicht gerade berauschend. Doch ich muss sagen, dass mich Kingsglaive schon positiv überrascht hat. Klar sind Handlung, Charaktere und Dialoge sehr mit Klischees gefüllt, aber gewisse Stereotypen gibt es halt auch aus gutem Grund in Geschichten, und so muss man sich nicht lang mit diesen Feinheiten aufhalten, weil dem Publikum die generelle Outline bereits bekannt ist. Stattdessen kann man sich auf viel coole Action und eine fantastisch auszusehende Welt stützen, einem schnellen und packendem Pacing. Als reines Popcorn-Action-Spektakel funktioniert für mich Kingsglaive voll und ganz, viel Tiefsinn sollte eben nicht erwartet werden.

Warum man dies hier allerdings in einen Film auslagern musste, statt verkürzt ins Spiel zu packen, für das die groben Ereignisse ziemlich wichtig sind, bleibt mir allerdings dennoch schleierhaft.

InuYasha VI

Im September 2004 war es dann also soweit, nach fast genau 4 Jahren fand InuYasha mit Folge 167 sein Ende, zumindest was zunächst die animierte Form angeht. Im letzten Block von 14 Folgen mit dem bisher besten Intro-Song, da nicht ganz so generisch wie üblich, ANGELUS.

In den 90ern und frühen 2000ern war die Anime-Landschaft dabei noch eine ganz andere. Vornehmlich wenn man die Anime-Adaptionen großer Erfolgsserien ansieht. Diese besonders langanhaltenden und gerade wenn in der Shonen Jump erschienen auch auf eine schier endlose Laufzeit ausgelegten Manga-Serien, wurden in genauso ewig lange Anime adaptiert, die fast das ganze Jahr hindurch liefen. Da formt sich nur ein großes, bekanntes Problem: Anime schreitet schneller voran.

Heutzutage, in einer Ära eher kurzer Serien, ist das oft nicht mehr der Fall. Stattdessen erscheinen selbst auf den üblichen lang angelegten Shonen-Manga basierende Serien eher in Staffelform von und lassen den Manga dazwischen erst Mal wieder voranschreiten, bevor die nächste Arc in eine weitere Staffel gefüllt wird. Zur Zeit von InuYasha war das noch nicht der Fall, die 167 Folgen liefen Nonstop. Zwar lagen zwischen dem Anfang des Manga in 1997 und des Anime in 2000 fast 3,5 Jahre, so dass es als die erste Folge ausgestrahlt wurde bereits 18 zu adaptierende Sammelbände gab. Dennoch holte man das irgendwann ein, als Folge 167 über die Bildschirme flimmerte war Rumiko Takahashi zwar schon bei Band 37 angekommen, jedoch noch lang nicht fertig.

Die Entscheidung, die letztendlich getroffen wurde, war weder mit irgendwelchen Füller-Arcs zu schwimmen, bis genug neuer Stoff beisammen ist, noch ein eigenes Ende auszudenken. Stattdessen hört InuYasha halt einfach mittendrin auf. Inuyasha und Co., Sesshomaru und Co., sowie Kikyo können alle noch mal auf ihrer Fährte hinter Naraku her traben. Es darf noch mal gegen ihn angetreten werden. Inuyasha darf noch mal in seiner dämonischen Seite von Kagome beschwichtigt werden. Außer Koga bekommt also jeder halbwegs wichtige Charakter noch mal einen Auftritt (und selbst Koga ist im Abspann wieder dabei). Doch dann verabschiedet sich die Serie vom Publikum mit dem Wunsch, dass doch der kommende vierte Film geschaut und die Serie in Form des Mangas weiter unterstützt werden soll.

Auch der Rest des Blocks davor bietet ganz gutes Material. Wir beginnen endlich beim Grabmal von Inuyashas Vater angekommen, wenn endlich alle herausgefunden haben, dass dort der letzte Splitter des heiligen Juweles ist. In mehreren Folgen darf sich geprügelt, angekeift und letztendlich Tessaiga zu einer neuen Form gebracht werden.

Wir finden heraus, warum das Baby, welches Naraku von sich gesplittet und versteckt hat, so wichtig ist, auch wenn man es sich schon denken konnte. Alle dürfen dem so langsam selbst auf die Schliche kommen, wie man Naraku doch endlich aufspüren könnte, nur damit der prompt ein neues Mittel findet, um zumindest den Säugling vor allen zu verbergen.

Kohaku hat seine kompletten Erinnerungen zurück, hält dies jedoch geheim, weil er genau wie Kagura darauf wartet, dass Naraku sich eine Blöße gibt, die gegen ihn verwendet werden kann. Was natürlich umso dramatischer ist, wenn er auf Schwester Sango trifft, vor der er weiterhin den willenlosen Handlanger geben muss. Gerade die Folge, in der Kirara über die Kindheit der beiden reminisziert war richtig schön.

Auch Shippo und Miroku bekommen jeweils eine Folge für sich geschenkt, wobei die allerdings qualitativ abfallen und mehr als Füller daherkommen. Die mit Shippo ist immerhin ganz witzig. Im Falle von Miroku bin ich das Gimmick allerdings über die letzten 167 Folgen ehrlich gesagt etwas leid geworden, wie er jedem Rock hinterher hechelt, doch irgendwie abblitzt, und Sango ein paar Todesblicke streuen darf.

Rum war es mit InuYasha damit sowieso noch nicht. Wie bereits erwähnt gibt es noch vier Kinofilme, die während der Original-Laufzeit des Anime herauskamen. Und letztendlich wurde die Serie im Final Act auch im TV wieder aufgegriffen. Abschließend zum ersten Anime ist zu sagen, dass es definitiv seine Höhen und Tiefen (besonders im Mittelfeld) hatte, jedoch unterm Strich eine unterhaltsame Serie mit Gemisch aus Action, Romantik und Witz bleibt.

InuYasha V

Der fünfte Block an Episoden hat den Opening Song One World, One Dream zu bieten. Der ist ganz Ok. So super Erinnerungswürdig sind die ja alle nicht, aber der hier macht auch nicht wirklich was falsch. Mit Episoden 128 bis 153 sind wir dabei auch fast am Ende des Originallaufs gelandet.

Ich würde ja sagen, jetzt wo Naraku wieder da ist, kann es so richtig los gehen, aber ganz so viel bekommt man ihn in diesen Folgen gar nicht zu sehen. Stattdessen ist sein neuer Abkömmling Hakudoshi wesentlich präsenter, den Kagura durch die Gegend karrt, und der mit Entei sogar auf einem Feuerross Stilsicher die Szene betreten bekommt. Was es genau mit dem Baby zu tun hat, welches mit der Wiederkehr von Naraku hinzu kam, und nun sogar zweigespalten ist, finden wir natürlich trotzdem noch nicht raus.

Dennoch ist die Serie auf jeden Fall wieder auf Spur, nachdem sie während des ganzen Zeugs um die Band of Seven doch einen deutlichen Durchhänger hatte. Im hiesigen Block werden reichlich Story Arcs geboten, die sich über zwei oder mehr Episoden erstrecken, und viel mehr oder weniger Wichtiges, doch zumindest meist Interessantes, darf geschehen. Auch wenn viel davon nur wiederholt, wie Charaktere zueinander stehen und was die Prämisse der Serie mal war, bevor sie leicht entgleist ist.

In Episode 132 beispielsweise dürfen sich Miroku und Sango endlich so richtig aussprechen, sich ihre Gefühle zueinander, die eh ein offenes Geheimnis waren, eingestehen, und es kommt sogar zu einem Antrag! In bester Manier heißt das natürlich nicht, dass Miroku nicht weiterhin als Running Gag jedem Rock hinterher steigt, aber immerhin, so eine richtig konfrontative Aussprache hätte ich gar nicht mal erwartet gehabt, sondern dass der ermüdende Tanz um die Gefühle des jeweils anderen herum, deren man sich bewusst ist, die man aber nicht wirklich eingesteht, immer einfach so weiter läuft.

Ganze vier Episoden, nämlich 137 bis 140, drehen sich um den Charakter Akitoki. Zunächst war ich etwas überrascht, da die Serie ihn eindeutig als jemanden behandelt, den die Truppe vorher bereits angetroffen hatte und den ich kennen sollte. Ich dachte echt, ich hätte da was verpasst gehabt. Stellt sich allerdings heraus, dass er in einem der Kinofilme vorgekommen ist, die ich ja noch nicht gesehen habe. Schon ein leichter Fauxpas, deren Besichtigung als gegeben vorauszusetzen, statt sie von der TV-Serie zu lösen, oder zumindest Flashbacks zum Nötigsten erklärend zu bieten. Ist allerdings zu verzeihen, weil die Storyline der Folgen dramaturgisch dicht und gut ausgearbeitet ist, und die Sache auch so gut animiert daher kommt, wie die Serie selten ist. Dann wiederum hat man mit 4 x 20 Minuten natürlich praktisch eine Filmlaufzeit zur Verfügung. Die Geschichte des Antagonisten spiegelt sogar die von Inuyasha und Kikyo ein Stück wieder.

Der Elefant im Raum ist allerdings Suzaku, der bisher erst zweite als homosexuel gezeichnete Charakter der Show, der genau wie sein Pendant bei der Band of Seven ein weibischer Stereotyp ist, dessen Verhalten die anderen anwidert. Nicht nur ist das nicht wirklich witzig, sondern reflektiert auch nicht bestens auf die Serie. Als Vergleich hierzu ziehe ich gerne Fischauge aus Sailor Moon an, welcher nämlich der gleiche Stereotyp ist. Nun gibt es natürlich Kerle, die einen auf Teekesselchen machen, der Unterschied ist hier, dass Fischauge nur ein queerer Charakter in Sailor Moon ist. Wir haben bereits in der ersten Staffel das Pärchen Zoisite und Kunzite gehabt, und ab der dritten mit Sailor Neptun und Uranus die besten Charaktere der ganzen Show. Wenn eine Serie hingegen wie InuYasha nie Queer-präsentierende Charaktere aufwartet, außer als dieser Nebencharakter-Stereotyp aus Witz und Freak, ist das einfach weniger schön. Zum Glück ist er ziemlich schnell weg vom Fenster, so dass ich fast schon wieder vergessen hatte, dass er überhaupt existierte.

Episode 143 darf sich dann dem Sidekick Shippo widmen, der statt sich nur mit Inuyasha zu zoffen und feige zu sein, wie in vielen anderen Folgen bisher, mal wieder ein wenig Charakter haben darf, wenn ihm die Geschichte eines Dämonenkindes, das seiner eigenen sehr nahe kommt, richtig zu schaffen macht. Es mag einem fast verziehen sein, bisher ganz vergessen zu haben, unter welchen Umständen Shippo überhaupt ursprünglich zur Truppe gestoßen ist. Selbst der Vater von Miroku und Fluch des Windtunnels ist wenigstens noch ein oder zwei Mal angesprochen worden, im Gegensatz zu Shippos. Außerdem eine Folge, die uns erneut zeigt, wie stark sich doch Sesshomaru seit seiner Einführung verändert hat, nachdem er nun mit einem Menschen durch die Lande streift.

Die Doppelepisode 147 und 148 re-iteriert hingegen noch mal ausgeschmückt den Start der Serie. Wie Inuyasha und Kikyo aufeinander getroffen sind, wie sich sich zu trauen gelernt haben, und was letztendlich zur Tragödie geführt hat. Nun inklusive den Nebenstationen und Charakteren, die über den Serienverlauf zusammengekommen sind. Sozusagen, um das Publikum noch mal kondensiert die aufbereitete Fassung dessen zu liefern, was eigentlich das Rückgrat der Serie ausmacht.

Und zuguterletzt darf Kikyo ihr Gesicht in Episode 151 auch wieder zeigen und direkt wieder verschwinden. Ich glaube kaum, dass wirklich jemand ernsthaft daran geglaubt hat, dass sie tot ist, aber nun ist es auch offiziell bestätigt, dass sie weiterhin ein Mitspieler in den Ereignissen, die da kommen werden, sein kann.

Das macht die Episoden 128 bis 153 nicht nur zu einem ziemlich starken Block, sondern zum besten, den die Serie seit dem ursprünglich ersten Block in den Episoden 1 bis 34 gesehen hat.

Volcanion and the Mechanical Magearna & I choose you!

Da sind wir wieder, zurück bei den Pokemon-Filmen. Man sollte meinen das, nachdem ich zum 20. Geburtstag der Franchise alle damals erreichbaren 18 Filme geschaut habe, und zum Entschluss gekommen bin, dass die nach dem Dritten alle einem das Leben nicht bereichern, ich von ihnen fern bleiben würde. Falsch gedacht, denn Nostalgie ist viel stärker als Rationalität. Und da der 20. Film zurück an die Anfänge gesehen sollte, war mein Interesse geweckt.

Ist aber irgendwie auch schon blöd, so einen Film zu überspringen. Zwangsneurose vor Rationalität wird also zunächst einmal Pokemon the Movie XYZ: Volcanion and the Mechanical Magearna angeschaut, welcher im neunzehnten Jahr in Folge vom Fließband gelaufen ist.

Wir sind also mit der Truppe aus der anhängenden XYZ TV-Staffel unterwegs, auch wenn nie so klar ist, ob die Filme überhaupt in der gleichen Kontinuität angesiedelt sind, oder nicht, da sie mal auf sie Bezug nehmen und ihr mal widersprechen. Jedoch sollte man sich über den Pokemon Canon lieber keine Gedanken machen, wenn man von seinen Mitmenschen noch für voll genommen werden will.

Unsere Truppe ist als Satoshi, der Jesus der Franchise, mit seinem cheatigem Pikachu, gefolgt von Citron, Serena und Eureka. Und die Eröffnungsszene, ganz traditionell ein gut durchanimierter Pokemon-Kampf zu einem Insert Song und Credits, ist gleich etwas… merkwürdig. Während Satoshi nämlich mit Citron den spaßigen Hahnenkampf vollführt, sieht man die beiden Mädels Serena und Eureka im Hintrgrund die Wäsche der Gruppe waschen und aufhängen. Die Geschlechts-Stereotypen sind also ab Minute Eins voll im Gange.

Zum Glück errettet uns das Poster Boy Legendary des Filmes, Volcanion, welches von Bösewichten verfolgt in die Gruppe kracht und über Cyberhandschellen an Satoshi gebunden wird. Volcanion ist ein ziemlich unterhaltsames Kerlchen, weil er ein Tsundere ist, der wie ein Kleinkrimineller spricht. Satoshi, der echt ein Problem mit seinem Langzeitgedächtnis zu haben scheint, ist übrigens erneut total überrascht, dass ein Pokemon reden kann…

Jedenfalls geht diesmal alles um das Königreich Azoth, welches einen leichten Steampunkt-Einschlag hat, aber dann doch nicht so richtig Steampunk ist, und welches vom legendären Metropolis-Cyborg-Pokemon Magearna beschützt werden sollte, welches aber irgendwann verschwunden ist. Weil sie nämlich auch eine gefährliche Waffe ist, die zum Untergang geführt hat, und deswegen zur Weide der misshandelten Pokemon von Volcanion flüchtete. Und der eindeutig fiese Berater will den eigentlich nur nerdig auf Wissenschaft stehenden Prinzen des Königreiches ausnutzen, Magearna wiederzubekommen, während Volcanion dies aufzuhalten versucht.

Wo wir auch schon wieder bei den Geschlechts-Stereotypen wären. Denn das mechanische Pokemon Magearna hat einen Running Gag, dass sie um ihr Gewicht besorgt ist, und wird von den beiden Mädels der Gruppe direkt erst Mal mit einer Schleife aufgebrezelt. Ich mein, da sie auch als Hausmädchen der Prinzessin von Azoth erschaffen wurde, kann das Mädchenhafte Verhalten erklären, aber dann fragt man sich wieder, warum die ultimative Waffe als Spielkameradin eines kleinen Mädels doppeln sollte.

Dass die wilden Pokemon, die unter Volcanions Obhut stehen, sich übrigens vor unserer Gruppe verstecken, wird als absoluter Fauxpas angesehen. Statt die einfach in Ruhe zu lassen, müssen sie also gezwungen bespaßt werden, bis das Eis gebrochen ist und die alle mit Jesus Satoshi abhängen wollen, wie sich das gehört.

Jedenfalls wird dann irgendwann noch halbherzig das dritte Legendary Zygarde eingeworfen, und am Ende gewinne die Guten, die Bösen sind besiegt, und der Prinz geht um seinen Horizont zu erweitern auf seine eigene Pokemon-Wanderschaft, damit die Schwester den Thron für sich alleine hat.

Die Mega-Evolutionen sind auch ziemlich plakativ im Film, jedoch könnten sie nicht mehr wie ein Marketing-Tool für die Spiele wirken, denn so exzessiv aber auch lapidar wie damit um sich geworfen wird, entsteht definitiv kein Hype um sie. Ein Haken an der Checkliste, so wie man den ganzen Film eigentlich beschreiben kann. Nichts ist direkt super langweilig, aber auch nichts besonders aufregend, alles geht so durch die gewohnten Schritte zum gewohnten Ende. Ein weiteres Jahr, ein weiterer Film fiel vom Fließband.

Und damit sind wir jetzt beim Reboot-Film Nummer 20 angekommen, Pokemon the Movie: I choose you! Eine Neuanimation des Beginns der TV-Serie, von daher immer noch mit Satoshi und seinem Pikachu.

Zunächst auch erst Mal alles wie gehabt. Satoshi schaut sich zu lang Pokemon-Kämpfe im Fernsehen an und verschläft deswegen den entscheidenden Tag, an dem der 10-Jährige sich sein Pokemon bei Professor Oak abholen darf. Und da scheinbar immer nur eines von jedem der drei Starter vorrätig ist, schaut derjenige in die Röhre, der erst al Vierter vorbei kommt. Doch praktischerweise hat Oak noch ein Pikachu, welches aber total störrisch ist und nicht in seinen Monster Ball will.

Nach ungefähr zehn Minuten sind die beiden vom Schwarm Onisuzume angegriffen worden, Satoshi durfte seine großherzige Geste vollführen, Pikachu alle niedermähen, und die beiden sind Freunde. Opening Credits zum Original-Song der ersten TV-Staffel und eine Montage der anfänglichen Abenteuer der beiden, und sobald wir wieder einsteigen sind die schon bei der dritten Arena.

Die ersten beiden werden wohl übersprungen, weil die Urgesteine Kasumi und Takeshi außen vor gelassen werden. Stattdessen trifft Satoshi auf die Neugebauten Makoto und Souji, als alle drei versuchen das Entei zu fangen, welches in den Wäldern herumläuft, und mal so richtig eins auf den Deckel bekommen. Dann darf der fiese Trainer Cross noch sein Hitokage aussetzen, weil es ihm zu schwach ist, und nachdem Satoshi es gerettet hat, sind alle drei wirklich dicke Freunde oder so.

Wie man sieht nutzt der Film zwar diverse Szenen aus der alten Reise von Satoshi – der dramatische Abschied von Butterfree wäre eine weiteres – und setzt sie in eine neue Naration. Und teilweise mit Pokemon, die es in der ersten Generation noch nicht gab. Natürlich macht es Sinn, dass es die eigentlich schon immer hat gegeben müssen, und Ho-oh war schon immer merkwürdigerweise früh im Anime aufgetaucht.

Durch den bekommen wir auch die Haupthandlung des Filmes. Er hinterlässt nämlich Satoshi seine Regenbogenfeder, was ihn irgendwie zum Rainbow Hero macht, und die drei legendären Hundepokemon anzieht. Was der Rainbow Hero genau ist, wird nie so direkt gesagt, aber es ist eine gute Ausrede, um dem Team mit dem Tensei-Berg ein Ziel zu geben. Aber vorher darf Satoshi noch mal kurz, nachdem er einen Kampf gegen Cross verliert, an der Freundschaft zu seinen Pokemon zweifeln und wie jener nur an Stärke denken, was ihn einen Alptraum in unserer realen Welt ohne Pokemon einbringt. Schräg.

Beim Tensei-Berg angekommen gibt es dann noch mal eine Auseinandersetzung mit Cross, die Satoshi diesmal gewinnen darf. Lehren darüber, dass man auch mal verlieren darf, oder das nicht nur reine Stärke sondern auch Freundschaft Macht verleiht wurden gelernt. Satoshi darf sogar zugeben, dass er ebenfalls ein Gewinner sein will wie Cross, nur eben nicht um jedes Mittel. Und dies wäre ein netter Punkt gewesen, um mit guter Moral einen bodenständigen und zurückgehaltenen Film enden zu lassen.

Stattdessen gibt es den großen, blöden Klimax, der scheinbar von Nöten ist. Und dann verliert mich der Film ehrlich gesagt. In dem Cross die Regenbogenfeder durch sein schlechtes Herz verseucht oder so, übernimmt der eigentlich gute Spirit Guide des Rainbow Heros dadurch alle Pokemon, die gegen unserer Helden dramatisch kämpfen. Satoshi und Pikachu haben ihren heroischen Auftritt. Pikachu spricht! Satoshi stirbt! Aber dann ist er doch wieder da und darf gegen Ho-oh antreten, und alles ist gut?

Und damit klingt der Film über den eigentlich Eröffnungs-Monolog der anderen Filme zur Pokemon-Welt aus, diesmal allerdings über Szenerien voriger Filme. Dann starten die Credits zu einem melancholischen Lied, und zeigen uns nach und nach die vorigen Weggefährten von Satoshi. Nostalgie eben.

Ich habe gemischt Gefühle zum Reboot-Film. Den ganzen alten Ballast über Bord zu werfen, und stattdessen einfach noch mal klein mit der frischen Abenteuerreise eines neugebackenen Trainers zu beginnen, finde ich gar nicht so übel. Gleichzeitig jenen erneut Satoshi sein lassen und einige alte Szenen einbauen für die Nostalgie ist auch nicht verkehrt. Aber es bleibt eben nicht der nette, kleine Abenteuerfilm, sondern zwingt dort ein dramatisches Finale ein, gestützt auf einer halbgar eingebauten Legende. Das wirkt etwas Fehl am Platz. Der Rest war ordentlich.

InuYasha IV

Grip! ist der Opening-Song, der die Folgen 96 bis 127 einleiten darf, und bisher definitiv der beste OP. Die Animationsabfolge dazu ist allerdings mal wieder ziemlicher Standard. Genau genommen kommt InuYasha hier mehr wie eine Endlos-Kinderserie daher, denn je, setzt vor das Opening, welches ohne große Kreativität alle Hauptprotagonisten und –antagonisten durchrattert, sogar noch eine vom den VAs eingesprochenen Abriss, worum es in der Serie allgemein geht mit kleiner Anheizer-Aussicht auf das, was in der eigentlichen Folge abgehen wird.

Dazu kommt ab Episode 99 auch noch ein neuer Animationsstil, denn statt handgezeichneter Cels wird nun auch die Hauptserie am Computer animiert, was für das Opening und Ending bereits eine Weile Standard ist. Das führt dazu, dass die Folgen, in die mehr Arbeit geflossen sind, so flüssig animiert daherkommen, wie noch keine zuvor, aber diejenigen, die spartanischer daherkommen, umso billiger wirken. Denn jetzt schaut das Bild halt einfach Detailarmer und von der Farbgebung viel heller aus. Was den Touch der Kinderserie auch unterstreichen kann.

Allgemein wirkt es alles jetzt so ein wenig, als ginge man durch die Standardbewegungen einer Kampf-Serie. In den einzelnen Auseinandersetzungen bekommt nun fast immer jedes einzelne Mitglied unserer Truppe etwas zu tun, selbst Shippo darf sein Fuchsfeuer etc. häufiger einsetzen. Und nachdem es wohl doch jemandem aufgefallen ist, dass mit Naraku aus dem Sichtfeld die Monster des Tages auf Dauer etwas wenig her machen, wird mit der Band of Seven eine Gruppe exzentrischer Antagonisten hergezaubert. Die voll bedrohlich wirken sollen und natürlich vom Charakterdesign wie Wesensart extrem unterschiedlich daherkommen. Die Romanze zwischen Inuyasha und Kagome liegt auf Eis, Kagomes Dialoge wird mehr und mehr zum ewigen Wiederholen von Inuyashas Namen, und auch zwischen Sango und Miroku geschieht nicht viel, wird sich mehr auf dessen lüsterne Gags bezogen.

Dass die deutsche Ausgabe ausgerechnet bei Episode 104 auslief, die nicht nur auf einem Cliffhanger endet, sondern auch noch, nachdem die Band of Seven gerade eingeführt werden, ist natürlich etwas unglücklich gewesen. Aber vielleicht auch nicht ganz von Irgendwo kommend. Ich kann mir zumindest gut vorstellen, dass die Einschaltquoten echt gelitten haben, denn ohne Naraku fehlt wirklich etwas in der Serie, und es ist auch keine schnelle Besserung in Aussicht. Stattdessen fighten sich in Einzelschauplätzen nebeneinander Versatzstücke unserer Truppe, der immer handzahmer werdende Sesshomaru, oder Koga mit jeweils einigen der Band of Seven in und um den heiligen Berg Hakurei. Teilweise aufgepowert durch die Splitter des Heiligen Juwels, von denen man fast hätte vergessen können, dass die ursprüngliche Prämisse mal deren Einsammeln gewesen war. Selbst Kikyo zieht es bis zum Berg und darf sie den einen oder anderen Pfeil ins Getümmel schießen. Tatsächlich war ihre Reise um dem Dieb die letzte Ruhe zu gewähren, ein gutes Kontrastprogramm zur doch etwas lauwarm gewordenen Hautpstory der Episoden.

Letztendlich dauert es bis Folge 123, bis Naraku neu erstarkt die Bühne betritt. Und was für ein Wiederkommen es ist. Es gibt einen neuen Look für den Schönling. Neue Mysterien darum, was er mit Kagura fortgeschickt hat, und was mit Onigumos menschlichem Herz geworden ist, welches bisher seine einzige Schwäche war. Und mit dem Ausscheiden von Kikyo kommt es zu einem richtigen Game Changer und dem Zwang von Inuyasha und Kagome doch wieder über ihre Beziehung reden zu müssen, mit einer nicht zu verpassenden Post-Credit-Szene nach dem Ending in Episode 126, die mehr emotionales Gewicht darbietet, als alle vorangegangenen Episode zusammen – und die auch viel besser gezeichnet und animiert wurde! Nicht zu vergessen, dass plötzlich die Splitter doch wieder wichtig sind, denn Naraku steht kurz vor der Vollendung des Juwels.

Bleibt zu hoffen, dass die kommenden 40 Folgen auf Spur bleiben, denn so kann es gern weitergehen. Man merkt halt gerade retrospektiv stark, dass sich die Serie ohne Naraku tatsächlich eher schlecht denn recht über Wasser gehalten bekommen hatte. Das müsste gar nicht sein, denn kreative Monster des Tages aus japanischer Mythologie einzustreuen würde sicherlich funktionieren. Hätte dann aber eventuell in Maßen statt in Massen geschehen sollen, und so wirklich ein interessanter Yokai wie die Haardämonin zu Serienbeginn war auch nicht mehr gerade dabei. Die Band of Seven fand ich eh eher lachhaft.

Godzilla: Planet of the Monsters

Es ist schon etwas seltsam, wenn man bedenkt, dass es Japan ganze 63 Jahre gebraucht hat, bis eine animierte Version ihres Vorzeige-Kaiju produziert wurde. Um da aber gleich mal aufzuholen, wurde mit Godzilla: Planet of the Monsters allerdings im November letzten Jahres gleich eine Trilogie losgebrochen, deren zweiter Teil demnächst in die japanischen Kinos kommen müsste. CG-Animation lässt sich natürlich auch vergleichsweise schneller produzieren, wenn man einige Assets bereits fertig hat.

Der Film beginnt In Media Res mit unserem Protagonisten Haruo auf einer Emigrations-Raumstation, der droht Bomben zu zünden, wenn die Verwaltung den Plan ausführt, die Alten einfach auf den Planeten Tau-e zu schicken, nur um sie loszuwerden. Was die Greise selbst allerdings wollen, um niemanden mehr zu Last zu fallen, beim Anflug jedoch deren Shuttle in die Luft fliegt, und Haruo weggesperrt wird.

Dann haben wir erst die Hintergrundgeschichte, wie wir in die Situation kamen, in der sich die Menschheit in Godzilla: Planet of the Monsters befindet, und die in den wenigen Minuten Schnelldurchlauf etwas verwirren kann, weil sie genug Stoff durchrasselt, um einem das Gefühl zu geben man hätte eine komplette Vorgänger-Trilogie an Filmen oder eine erste TV-Serie verpasst, an die angesetzt wird. Ende des 20. Jahrhundert sind Monster aufgetaucht, um der Menschheit das Leben schwer zu machen. Bis der König der Zerstörung Godzilla auftauchte, und zur noch größeren Gefahr wurde, Monster und Menschen gleichermaßen bekämpfend. Nomadisierende Aliens mit Elfen-Ohren, die Exif, tauchten auf, und versprachen Godzilla mit Mechagodzilla auszuschalten, wenn sie sich dafür auf unserem Planeten Erde breitmachen dürfen. Die Aktivierung funktionierte jedoch nicht, und so sind die letzten Menschen mit den Aliens zusammen auf dem Raumschiff auf der Suche nach einem anderen bewohnbaren Planeten geflohen. Das ist 20 Jahre her und nun geht trotz enormer Rationalisierung allen langsam die Lebensgrundlage auf dem Schiff aus, zumal die Bevölkerung dank des harschen Lebens und depressiver Stimmung sowieso auf wenige Tausend zusammengeschrumpft ist.

Nach zehn Minuten zurück im Hier und Jetzt wird deswegen beschlossen, doch dem Notfallplan nachzugehen, und einfach über einen Sprung wieder zurück zur Erde zu fliegen. Während für die Besatzung 20 Jahre vergangen sind, sind es auf der Erde allerdings 20.000 Jahre geworden. Und Godzilla macht den Planeten noch immer unsicher. Netterweise hat Haruo einen Plan, wie man ihn ausschalten kann, und wird mit ein wenig plolitischer Hilfe eines angesehenen Exif-Priesters aus seiner Gefangenschaft gelassen, um Teil des 600 Köpfe zählenden Kommandos zu sein, welches auf den Planeten vorstoßen soll. Im urzeitlichen Dschungel verbirgt sich aber nicht nur Godzilla, sondern auch auf seiner DNA basierenden Drachen.

Für mich klingt die Geschichte, wie die Menschheit hierherkam, ehrlich gesagt wesentlich interessanter, als das Nichts, welches uns der Film dann anschließend auftischt. Denn den Großteil macht tatsächlich einfach aus, Menschen ewig dabei zuzusehen, wie sie darüber reden, warum alles aussichtslos ist, warum es doch noch Hoffnung gibt, und dann wird ein wenig gegen die Drachen und Godzilla gekämpft, und fertig sind die 90 Minuten. Der Beginn mit Haruo ist nicht wirklich wichtig, weil keiner wesentlichen Einspruch erhebt, wenn er aus der Zelle entlassen werden soll, noch kommt es zu Spannungen mit dem Einsatzkommando, welches er letztendlich sogar anführen wird. Der Exif-Priester verschwindet fast ganz aus dem Film, sobald er seine politische Macht für Haruo ausgespielt hat, die aber auch kaum nötig gewesen zu sein scheint. Die neue Religion oder das Zusammenleben der Rassen wird nie zum Thema. Menschen sterben beim Einsatz, die wir nie richtig kennengelernt haben.

Abgesehen davon hat der Film ein enormes tonales Problem. Zum einen sind wir hier in einer extrem nihilistischen Situation. Die Menschheit hat bereits verloren, ihren Planeten aufgeben müssen. Die Reise auf der Suche nach einem neuen ist allerdings auch erfolglos geblieben. Die Leute haben auf dem Schiff ein schlechtes Leben und die Bevölkerung ist arg zusammengeschrumpft. Die Rückkehr zur Erde ist, nachdem sich herausstellt das Godzilla immer noch existiert, ein letztes hoffnungsloses Aufbäumen. Im starken Kontrast dazu steht Haruo, der wie ein typischer heißblütiger Anime-Hauptcharakter weite Teile des Filmes über heroischen Nonsens über das Beweisen von Mut, die Rückeroberung unserer Mutter Erde, und Heldentaten reden wird, während er im Mech oder auf einem Cyberbike gegen Godzilla kämpft. Das will zum einen nicht so richtig zusammenpassen, und statt sich auf einen der beiden Töne zu versteifen, hat der Film stattdessen irgendwie lieber gar keinen. Alles läuft so ein wenig motivationslos an einem vorbei. Optisch ist dem nichts geholfen. Die Animationen sind alle passabel aber unspektakulär. Die Welt wird in ausgewaschenen Farben dargestellt. Es gibt keinerlei Kreativität in der Kameraführung.

Macht insgesamt einen eher mäßigen Start in die Anime-Trilogie, mit einem Film voller Ideen, die nie erzählt werden, und der so Standard abläuft wie er aussieht.