City at the Edge of Battle & Planet Eater

Nach Planet of the Monsters Ende 2017 kamen dann jeweils Anfang und Ende 2018 die beiden Nachfolger in der Godzilla-Trilogie der Koproduktion von Toei und Netflix heraus: City at the Edge of Battle und Planet Eater. Womit die aktuelle Ära der japanischen Godzilla-Filme, die scheinbar noch keinen Titel trägt, insgesamt vier Filme zählt. Damit wird es jetzt erst Mal wieder etwas ruhiger um diese Seite, bis 2021 mit der World of Godzilla ein weiteres Cinematic Universe starten soll, sollte das Publikum Shared Cinematic Universes bis dahin immer noch nicht überdrüssig sein. Vorher müssen wir Richtung USA schauen, wo uns demnächst zwei Godzilla-Filme in deren Cinematic Universe, dem MonsterVerse, erwarten werden.

Als kleiner Refresher der Story, da die drei CG-Filme nicht so sehr eigenständige Werke sind, als vielmehr eine zusammenhängende Serie an Filmen, die Story-technisch direkt ineinander übergehen: Menschliche Zivilisation hatte den Punkt erreicht, wo sie den Planeten zu zerstören drohte. Also tauchten Monster auf. Dann tauchte Godzilla auf und hat die Monster besiegt. Aber auch die Menschheit angegriffen. Aliens A wollten helfen und mit Mechagodzilla gegen Normie Godzilla kämpfen, funktionierte aber nicht. Andere Aliens B haben also alle mit auf ihr Schiff geladen, um nach einem neuen bewohnbaren Planeten zu suchen. 20 Jahre später ist das als gescheitert zu betrachten und die wenigen Überlebenden kehren zurück, um die Erde zurückzuerobern. Auf der sind aber 20.000 Jahre vergangen, und ein Urwald voller Godzilla-DNA-basierender Monster hat sich ausgebreitet.

Ein Einsatzteam hatte in Planet of the Monsters unter Anime-Superheld Haruo nun gegen Godzilla gekämpft, gewonnen, nur um herauszufinden, dass dies lediglich ein Abkömmling war und der Original-Godzilla mittlerweile zu 300m herangewachsen immer noch existiert. Niederlage folgend.

City at the Edge of Battle beginnt nun dort, in dem Haruo aufwacht und feststellt, dass er und die wenigen anderen Überlebenden seines Einsatzkommandos, von humanoiden Wesen gerettet wurden, die sich scheinbar von Insekten über die vergangenen 20.000 Jahre entwickelt haben und dem Urwald angepasst leben. Aliens A entdecken allerdings Lebenszeichen vom Nanometall, aus welchem Mechagodzilla war. Wie sich herausstellt ist jener ebenfalls über diese Zeit hinweg gewachsen und hat sich repliziert, bis eine ganze Fabrikstadt an militärischen Waffen gewachsen war inklusive drei Mechs. Mit jenen wird OG-Godzilla nun bekämpft und sie scheinen fast auch zu gewinnen. Bis dann Aliens A allerdings alle opfern wollen, um mit dem Nanometall zu verschmelzen, damit dessen Kapazitäten verbessert werden, und überhaupt sich jenes beim Sieg über Godzilla über den ganzen Planeten ausbreiten würde. Die Menschen, vorneweg Haruo, finden natürlich wie gewohnt die Option ihr eigenständiges Sein aufzugeben weniger erbauend und so sträubt er sich dagegen. Godzilla wird also nicht besiegt.

In Planet Eater nun finden wir endlich heraus, was die religiösen Aliens B, allen voran Haruos Unterstützer Metphies, die ganze Zeit planten. Die Zerstörung des Universums. Irgendwann kam mal King Gidorah vorbei, und hat deren Planeten bis auf die wenigen Überlebenden, die nun die Priesterklasse ausmachen, zerstört. In der Erkenntnis, dass alles endlich ist, selbst das Universum an sich irgendwann zu existieren aufhören wird, haben die einfach beschlossen einen Death Cult zu gründen. Andere Zivilisationen werden aus dem Schatten zu dem Punkt geführt, an dem King Gidorah aus seiner Paralleldimension herbei beschworen werden kann, der dann den Planeten zerstört. Aber nicht wenn Godzilla und der mit der Insekten-Gottheit Mothra aus seinem psychischen Dilemma gerettet Haruo da nicht was zu sagen haben.

Im Prinzip kamen in der Trilogie also alle vier der großen Godzilla Mainstay Monster vor. Wobei allerdings nur Gidorah einen größeren Auftritt hat und mit Godzilla wrestlen darf, Mothra ist lediglich als schattenhafter Spirit Guide kurz eingeblendet und Mechagodzilla bereits in der Vergangenheit liegend. Und ehrlich gesagt fand ich auch den Kampf zwischen den beiden Monstern in Planet Eater nicht so wahnsinnig fesselnd, weil irgendwie nicht viel geschieht, außer dass sich Gidorah in Godzilla verbeißt, bis der endlich mit seinem Energiebeam zurückschlagen kann. Wirklich viel brachiale Action ist in der Trilogie echt nicht gewesen.

Gleichzeitig kann man ihr auf jeden Fall zugutehalten, dass sie nichts Erwartetes geliefert hat, sondern sich ein Stück weit weg traute. Eben in einer Zukunft spielend, in der Godzilla eigentlich schon gewonnen hat. Ihn dominant auf einer veränderten Erde herumwandeln lassen, statt durch präsente Großstädte. Und das Planet Eater Haruo plötzlich auf eine metaphorische Geistesreise schickt, Religion mal wieder böse war, Technikwahn irgendwie aber auch, und voll auf die Schiene des Nihilismus der Endlichkeit von uns als Menschen aber auch allem anderen einsteigt, ganz zu schweigen nie so ganz ein Happy End offerieren wollen scheint… ich denke niemand hat irgendwas davon wirklich von Godzilla erwartet.

Ist halt leider Schade, dass das Endresultat immer noch nicht so gut ist. Ich würde schon sagen, dass sich die Filme langsam steigerten. Planet of the Monsters war total langweilig, City at the Edge of Battle hingegen nur für seine erste Stunde der 90 Minuten. Die beiden hätten definitiv in einen Film zusammengefasst gehört. Planet Eater war dann sogar durchgängig ganz brauchbar. So richtig begeistern kann ich mich für das ganze Projekt an sich allerdings nicht. Dafür sind mir die Charaktere zu fade und werden mir nicht nahegebracht. Dafür hält es die interessanten Punkte zu lange (bis Film 3 im Prinzip) zurück, und scheint auch hier nie voll in die Tiefe zu gehen, sondern sie mehr zu servieren, um tief zu wirken. Und wie gesagt die Godzilla-Kämpfe waren auch eher lahm umgesetzt. Wäre dies hier nur Planet Eater gewesen, hätte ich noch sagen können, kann man sich ruhig antun. Aber die ganze Trilogie, nein die kann man getrost überspringen.

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Academy Weekend – Coco

Oscar-Wochenende, und damit mal wieder eine gute Ausrede, um sich ein paar Filme reinzuziehen, die letztes Jahr gewonnen haben, die mich interessieren, die man aber dennoch bisher noch nicht geschaut hat. Pixars Coco ist natürlich immer ein ziemlich sicherer Kandidat gewesen, und hat letztendlich beide seiner Nominationen einstecken können. Über viel mehr als Best Animated Feature und Best Original Song dürfen sich Animationsfilme sowieso nicht freuen, sind sie doch von den anderen Kategorien ziemlich ausgeschlossen. Coco hat also so viel abgeräumt, wie maximal möglich war.

Miguel ist ein Junge, dem Musik wichtig ist, und dies zu seiner Profession machen möchte. Dummerweise ist es allerdings so, dass die Rivera-Familie nicht nur traditionell seit Generation alle Schuhmacher werden, sondern auch Musik hassen, weil der Gründerin der Schuhmacher-Dynastie der Ehemann kurz nach der Geburt ihrer Tochter Coco abgehauen ist, um sich als Musikant durchzuschlagen. Ausgerechnet am viel gefeierten Tag der Toten kommt es zu einer Auseinandersetzung mit dem Rest der Familie, die dazu führt, dass Miguel ausreist, um an einem Talentwettbewerb mitzumachen.

Über ein paar unglückliche Ereignisse hat Miguel bald allerdings ganz andere Probleme: Er kann nämlich die ihre Familie an jenem Tag besuchenden Toten sehen. Und nicht nur das, auch in ihre Welt überwandern. Mit dem unglücklichen Nebeneffekt, dass er von den Lebenden nicht mehr wahrgenommen wird und sollte er nicht bis zum Sonnenaufgang wieder in deren Welt übersetzen, ist ihm die Rückkehr für immer verwehrt. Das Ritual, ihn zu den Lebenden zurückzuführen, ist eigentlich gar kein schweres, benötigt aber die Mitarbeit eines toten Familienmitglieds von Miguel, und die Matriarchin der Familie stellt dies unter die Bedingung, dass Miguel der Musik entsagen soll. Der lehnt ab und sucht stattdessen lieber den Ur-Ur-Großvater, der damals abgehauen ist, da jener ihn schon verstehen wird.

Was ich an Coco sehr interessant fand, ist, dass es sich für mich ein wenig wie ein Echo auf Up anfühlte. Wo es nämlich in Up hauptsächlich um einen verschrobenen alten Kerl ging, so ist das zentrale und Namensgebende emotionale Kernelement von Coco nämlich die Urgroßmutter von Miguel und ihre Beziehung zum davongelaufenen Vater. Das ist das wahre Herz des Filmes. Statt jene allerdings auf eine Reise zu schicken, wird sie lange Zeit über zum Hintergrundelement der bunten Reise von Miguel und seinem derpigen Köter ins Reich der Toten, damit nämlich die eigentliche Zielgruppe von Pixar, Kinder, ein rasantes Abenteuer mit einer Identifikationsfigur geboten bekommen. Macht Coco viel attraktiver und leichter zu vermarkten, als das ein Up war.

Was nicht bedeuten soll, dass in Miguels Teil nicht auch Herz steckt. Dies wäre schon etwas arg dämlich, folgen wir ihm doch die meiste Zeit des Filmes über. Ein wichtiger Punkt hier ist einfach die Familie, deren Zusammenhalt, als emotionales Auffangbecken, welche einen so akzeptieren sollte, wie man ist. Und die Riveras sind eine sehr nette und stark zusammenhaltende Familienbande. Nur können sie halt Miguels Musik-Leidenschaft zunächst nicht akzeptieren, was zum ursprünglichen Konflikt führt. Hier können die Zuschauer natürlich sich selbst auch divers reininterpretieren. Ob man nun zum LGBTQ-Spektrum gehört, oder ein Furry ist, oder tatsächlich einfach eine unbeliebte Karriere anstreben möchte – jeder, für den irgendwann mal etwas wichtig war, welches die Familie nicht akzeptieren wollte, oder bei dem man zumindest Angst hatte, sie würde es eventuell nicht, kann sich natürlich in die Situation von Miguel hineinversetzen.

Und das Abenteuer durch den Tag der Toten ist einfach ein sehr buntes und rasantes Unterfangen, voller witziger Momente und charmanter Charaktere, aber eben auch mit seinen ruhigen Inseln. Beispielsweise verbleibt man nicht ewig in dieser fröhlichen Welt aus beleuchteten Häuserburgen und bunten Wesen, sobald der letzte Lebende einen vergisst, geht man auch hier verloren, und keiner kann sagen, ob es danach noch ein weiteres Leben nach dem Tode oder einfach nur das endlose Nichts gibt. Wahrhaftig das Herz geht einem aber wie gesagt hauptsächlich bei Coco auf, bei der Szene mit ihre als kleines Kind wenn sich der Vater verabschiedet, oder ihre Freude als alte Lady wenn Miguel ihr das Lied des Vaters vorspielt, da ist man zumindest als Erwachsener voll dabei, der durchaus das vorhersehbare Miguel-Abenteuer auch genießen konnte, aber hier einfach den emotionalen Kern findet.

Resident Evil: Vendetta

Das Jahr 2017 sah einige neue Aktivität in der Resident-Evil-Franchise. Neben dem Release vom Live Action The Final Chapter und dem neuesten Videospiel Resident Evil 7: Biohazard, kam es nämlich auch zum dritten CGI-Film mit Resident Evil: Vendetta.

Der bringt uns den beliebtesten Charakter der Franchise zurück: Rebecca Chambers! Jetzt Professor Chambers, in einem argen Bruch mit der Suspension of Disbelief. Man hat ja über die Jahre so einigen Blödsinn im Namen von Resident Evil zu schlucken gelernt. Chris boxt einen Felsen? Klar. Ein Zombie-Elefant? Warum nicht. Whesker als Präsident? Ok. Aber „Professor Chambers“ geht dann doch etwas arg weit.

Sie ist sogar ein sehr integraler Charakter des Filmes. Denn ein Zombie-Virus geht um. Wow, in Resident Evil? Nicht doch. Tatsächlich ist es allerdings ein neuer, der die Zombies zu wesentlich effektiveren Waffen macht, da sie von Hersteller Arias kontrolliert werden, und somit nicht einfach jeden angreifen, den sie sehen. Rebecca, das Professoren-Superhin, hat ein Gegenmittel gefunden. Dann sieht sie auch noch aus wie die tote Frau von Arias, dem die Regierung einfach mal die Hochzeit zerbombt hat, woraufhin alle außer ihm starben, was ihn überhaupt zu seiner Zombie-Vendetta verleitet.

Was ich hieran persönlich ganz interessant fand, war die Tatsache, dass Shinji Mikami in einem Interview sagte, dass er passive weibliche Charaktere wie Rebecca gar nicht leiden kann, und nicht im Original Resident Evil haben wollte. Wirft natürlich ein wenig die Frage auf, warum man ihre Rolle im REmake nicht etwas angepasst hat, oder warum Jill in besagtem Spiel in jeder zweiten Cutscene auf den Hintern fällt und von Barry gerettet werden muss. Interessant ist das aber auch im Kontext mit Vendetta, mit dem Mikami natürlich nichts zu tun hatte. Denn Rebecca ist hier ein durchaus sehr starker und sich durchsetzender Charakter, wenn auch wie gewohnt als Medic bzw. Professor keine Kämpferin. Oder zumindest bis sie halb durch den Film durch vom Schurken entführt und zur Damsel in Distress gemacht wird. Da musste ich dann doch etwas schmunzelnd an das Interview denken.

Netterweise hat sie gleich zwei Kerle, die um ihre Befreiung kämpfen. Zum einen Leon, der wie immer in den Filmen leider nicht der DMC-Dante-light Sprücheklopfer und witziges Kerlchen bekannt aus Resident Evil 4 ist, sondern weiterhin relativ selbstmitleidig auf den Grund von Alkoholflaschen schaut, bevor er von Rebecca ins Gewissen geredet bekommt, dass man vielleicht doch mal ein paar Zombies abknallen gehen sollte. Dann stiehlt der Alte aber echt das Rampenlicht, ist Leon doch der Einzige, der hier die coolen Slow-Motion Shots bekommt im Schusswechsel mit Zombies oder auf dem Motorrad gegen Zombie-Hunde. Chris ist auch mit dabei, eigentlich der Charakter, den wir am meisten sehen werden, und absolut goldig in seiner Daddy-Nummer gegenüber Rebecca.

Aus der ganzen Sache damit, zu hinterfragen, ob eine Regierung überhaupt unterstützenswert ist, die viele Unschuldige auf einer Hochzeit umbringen, nur um einen Waffenhändler zu erledigen, macht der Film natürlich letztendlich nichts. Genau wie die beiden Freunde von Arias, Nina Williams für Arme und ihr Hühnen-Vater zwar wichtig aussehen, dies jedoch nie werden. Resident Evil halt, wen kümmert schon die Handlung – den Film an sich sicherlich eher nur auf drittrangiger Stelle. Dafür kommt er dem Rest aber nicht in den Weg.

Er ist nämlich dennoch ziemlich gefällig und vielleicht bisher die beste Film-Inkarnation der Franchise. Einfach weil er ziemlich launig unterhält. Ob es nun die Anfangsszene in der Villa ist, in der Chris mit Einsatzteam durch die dunklen Gänge geht und einer nach dem anderen von Zombie-Kindern zerfleischt wird. Teilweise in atmosphärischer Egoperspektive. Oder dann eben später, wenn die Action so richtig aufdreht, und gegen die Horden an Zombies vorgegangen wird. Dabei immer dämlicher aber auch witziger werdend. Kulminierend in einem Nachkampf Chris vs. Arias, in dem sich die beiden mit Knarren beschießen, aber dauerhaft trotz nächste Nähe verfehlen, weil sie mit Akrobatik und Fisticuffs einander beständig ausweichen. Etwas besser aussehen könnte der Film lediglich, hinkt er doch weit hinter anderen CG-Filmen wie beispielsweise Kingsglaive hinterher.

Resident Evil: Vendetta ist absolut dämlich, aber auch absolut unterhaltend. Prädikat Sehenswert.

Let’s Play Final Fantasy XV – 01. Kingsglaive

Ja es ist endlich soweit, ich habe mir für ein paar Euronen das noch aktuellste Final Fantasy mit der Nummer 15 besorgt. Nicht in der Royalen Edition, sondern dem Standard, weil ich das Spiel true erleben will, wie es nach 10 Jahren Developement Hell, einem Konsolenwechsel, und einer Umbenennung, dann auf den Markt gebracht wurde. Außerdem habe ich keinen Bock 30 GB an bisher erschienenem DLC laden zu müssen, weil Square Enix es scheinbar für unzumutbar hält, jenen bei einer Komplettedition mit einem Installer auf eine zweite Disc zu hauen. Nur um selbst dann immer noch nicht alles zu haben, weil weiterer bis 2019 erscheint.

Begonnen wird jedoch gar nicht mit dem Spiel an sich, stattdessen macht mein Einstieg der CG-Film Kingsglaive aus, der bei einigen Früh-Editionen dem Spiel beilag, und parallel zu den Anfangsmomenten von Final Fanasy XV angesiedelt ist. Und nur das wird besichtigt. Nicht auch die billige Net-Animation Brotherhood oder eines der merkwürdigen Side-Spiele.

Zu Beginn begrüßt uns gleich mal der World Building Abriss: Wir befinden uns in der Welt Eos, in der das Imperium Niflheim seit Jahren Krieg gegen die anderen Nationen führt, um sie einzunehmen. Das Königreich Lucis ist die einzige Nation, die noch ungebrochen bleibt, allerdings lediglich, weil die Hauptstadt Insomnia von einer magischen Barriere geschützt wird. Angetrieben durch deinen Kristall, auf dessen Macht nur die Königsfamilie Zugriff hat.

Besagter Königsfamilie steht aktuell der Monarch Regis an, der vor Jahren mit seinem Sohn Noctis in Tenebrae war, damit das Kind sich von einem Unfall erholen kann. Just in dem Moment überfiel Niflheim Tenebrae, um die beiden umzubringen, die jedoch fliehen konnten. Jedoch verstarb die Königin von Tenebrae bei der Attacke, und Niflheim verleibte sich das Reich ein.

Nun, eine Dekade später, macht Niflheim dem geschwächten Lucis einen Vorschlag auf Friedensverhandlungen. Niflheim bekommt die Provinzen des Königreichs, jedoch darf Insomnia autark bleiben, und als Sinnbild sollen Prinz Noctis von Lucis und Princessin Lunafreya von Tenebrae verheiratet werden.

Wer das nicht so geil findet, sind die Kingsglaive. Dies sind von den äußeren Territorien nach Insomnia rekrutierte Streiter, welche ihr Leben im Kampf gegen Niflheim aufs Spiel setzen, dafür durch den König magische Kräfte des Kristalls beziehen. Unter ihnen auch Hauptcharakter des Filmes Nyx. Dass ihre Heimatländer, nachdem sie von den Insomnia-Bewohnern sowieso nie komplett akzeptiert wurden, nun verschachert werden sollen, liegt der Kingsglaive natürlich quer.

Es kommt, wie man sich das schon denken kann. Und wie König Regis sich das dachte, weswegen er vorsichtshalber Prinz Nocits mit seinen vier Leibwächtern auf einen Trip zur Hochzeitsvorbereitung aus Insomnia geschafft hat, bevor die Vertreter von Niflheim zum Unterzeichnen des Friedenspaktes kommen, die überraschend auch Prinzessin Lunafreya im Gepäck haben. Niflheim hält nicht Wort, sondern greift an und stiehlt den Kristall, während Nyx unter anderem auch ehemalige Freunde aus der Kingsglaive bekämpfen muss, um Lunafreya mit dem Ring der Königsfamilie, mit dem der Kristall kontrolliert werden kann, aus der gefallenen Hauptstadt zu schaffen.

In 2 Stunden prügelt und explodiert es sich dann halt so durch die Gegend. Natürlich gibt es auch ruhige Momente, in denen sich Charaktere unterhalten und hübsch aussehen dürfen, doch davon wird einem wahrscheinlich eher wenig in Erinnerung bleiben, weil sich Kingsglaive schon sehr was Charakterzeichnung und Handlung angeht an bewährte Stereotypen hält. Das einfallende Imperium, aus dem natürlich alle böse sind. Der Prinz aus Tenebrae, der Regis für den Tod der Mutter verantwortlich macht. Der gute König von Insomnia, dessen Macht geschwächt ist, sich deswegen auf den Handel einlassen muss, und dennoch verraten wird – man muss gar nicht erst herausfinden, dass sein Sprechen Sean Bean ist, um sich denken zu können, dass er den Film nicht überlebt. Der heroische Nyx, immer dazu bereit das Richtige zu machen.

Wirklich nachteilig getroffen hat es dabei Prinzessin in Nöten Lunafreya. Eigentlich eine ganz taffe Lady, aber leider darf die Arme nur in absoluten Plattitüden vor sich hin philosophieren, anstatt einen einzigen Satz ins Script zu bekommen, der sie wie einen normalen Menschen reden lässt. Allgemein verlässt sich Kingsglaive häufig in seiner Stereotypisierung auf ziemlich gehabte Sprüche in seinen Dialogen. Aber dazu wie ein Glückskeks-Lotto zu reden ist nur Lunafreya verdammt worden.

Was der Film halt kann, ist wirklich verdammt gut aussehen. Kingsglaive ist fast fotorealistisches CG ohne wirkliches Uncanny Valley. Ob man das gut findet oder nicht, sei dann wiederum mal dahingestellt. Denn gerade die im eigentlichen Spiel wiederkehrenden Charaktere in deren dortigen doch stilisierten Form sehen sich im realistischen Kingsglaive kaum ähnlich. Wenn sie nicht nach Anime-Stereotyp praktischerweise immer das gleichen Styling hätten.

Ich bin ja eher ohne jegliche Erwartung an Kingsglaive herangegangen. Vom FFXV-Universum allgemein erwarte ich erst Mal eher wenig bis gar nichts, und Advent Childen war ja auch nicht gerade berauschend. Doch ich muss sagen, dass mich Kingsglaive schon positiv überrascht hat. Klar sind Handlung, Charaktere und Dialoge sehr mit Klischees gefüllt, aber gewisse Stereotypen gibt es halt auch aus gutem Grund in Geschichten, und so muss man sich nicht lang mit diesen Feinheiten aufhalten, weil dem Publikum die generelle Outline bereits bekannt ist. Stattdessen kann man sich auf viel coole Action und eine fantastisch auszusehende Welt stützen, einem schnellen und packendem Pacing. Als reines Popcorn-Action-Spektakel funktioniert für mich Kingsglaive voll und ganz, viel Tiefsinn sollte eben nicht erwartet werden.

Warum man dies hier allerdings in einen Film auslagern musste, statt verkürzt ins Spiel zu packen, für das die groben Ereignisse ziemlich wichtig sind, bleibt mir allerdings dennoch schleierhaft.

Godzilla: Planet of the Monsters

Es ist schon etwas seltsam, wenn man bedenkt, dass es Japan ganze 63 Jahre gebraucht hat, bis eine animierte Version ihres Vorzeige-Kaiju produziert wurde. Um da aber gleich mal aufzuholen, wurde mit Godzilla: Planet of the Monsters allerdings im November letzten Jahres gleich eine Trilogie losgebrochen, deren zweiter Teil demnächst in die japanischen Kinos kommen müsste. CG-Animation lässt sich natürlich auch vergleichsweise schneller produzieren, wenn man einige Assets bereits fertig hat.

Der Film beginnt In Media Res mit unserem Protagonisten Haruo auf einer Emigrations-Raumstation, der droht Bomben zu zünden, wenn die Verwaltung den Plan ausführt, die Alten einfach auf den Planeten Tau-e zu schicken, nur um sie loszuwerden. Was die Greise selbst allerdings wollen, um niemanden mehr zu Last zu fallen, beim Anflug jedoch deren Shuttle in die Luft fliegt, und Haruo weggesperrt wird.

Dann haben wir erst die Hintergrundgeschichte, wie wir in die Situation kamen, in der sich die Menschheit in Godzilla: Planet of the Monsters befindet, und die in den wenigen Minuten Schnelldurchlauf etwas verwirren kann, weil sie genug Stoff durchrasselt, um einem das Gefühl zu geben man hätte eine komplette Vorgänger-Trilogie an Filmen oder eine erste TV-Serie verpasst, an die angesetzt wird. Ende des 20. Jahrhundert sind Monster aufgetaucht, um der Menschheit das Leben schwer zu machen. Bis der König der Zerstörung Godzilla auftauchte, und zur noch größeren Gefahr wurde, Monster und Menschen gleichermaßen bekämpfend. Nomadisierende Aliens mit Elfen-Ohren, die Exif, tauchten auf, und versprachen Godzilla mit Mechagodzilla auszuschalten, wenn sie sich dafür auf unserem Planeten Erde breitmachen dürfen. Die Aktivierung funktionierte jedoch nicht, und so sind die letzten Menschen mit den Aliens zusammen auf dem Raumschiff auf der Suche nach einem anderen bewohnbaren Planeten geflohen. Das ist 20 Jahre her und nun geht trotz enormer Rationalisierung allen langsam die Lebensgrundlage auf dem Schiff aus, zumal die Bevölkerung dank des harschen Lebens und depressiver Stimmung sowieso auf wenige Tausend zusammengeschrumpft ist.

Nach zehn Minuten zurück im Hier und Jetzt wird deswegen beschlossen, doch dem Notfallplan nachzugehen, und einfach über einen Sprung wieder zurück zur Erde zu fliegen. Während für die Besatzung 20 Jahre vergangen sind, sind es auf der Erde allerdings 20.000 Jahre geworden. Und Godzilla macht den Planeten noch immer unsicher. Netterweise hat Haruo einen Plan, wie man ihn ausschalten kann, und wird mit ein wenig plolitischer Hilfe eines angesehenen Exif-Priesters aus seiner Gefangenschaft gelassen, um Teil des 600 Köpfe zählenden Kommandos zu sein, welches auf den Planeten vorstoßen soll. Im urzeitlichen Dschungel verbirgt sich aber nicht nur Godzilla, sondern auch auf seiner DNA basierenden Drachen.

Für mich klingt die Geschichte, wie die Menschheit hierherkam, ehrlich gesagt wesentlich interessanter, als das Nichts, welches uns der Film dann anschließend auftischt. Denn den Großteil macht tatsächlich einfach aus, Menschen ewig dabei zuzusehen, wie sie darüber reden, warum alles aussichtslos ist, warum es doch noch Hoffnung gibt, und dann wird ein wenig gegen die Drachen und Godzilla gekämpft, und fertig sind die 90 Minuten. Der Beginn mit Haruo ist nicht wirklich wichtig, weil keiner wesentlichen Einspruch erhebt, wenn er aus der Zelle entlassen werden soll, noch kommt es zu Spannungen mit dem Einsatzkommando, welches er letztendlich sogar anführen wird. Der Exif-Priester verschwindet fast ganz aus dem Film, sobald er seine politische Macht für Haruo ausgespielt hat, die aber auch kaum nötig gewesen zu sein scheint. Die neue Religion oder das Zusammenleben der Rassen wird nie zum Thema. Menschen sterben beim Einsatz, die wir nie richtig kennengelernt haben.

Abgesehen davon hat der Film ein enormes tonales Problem. Zum einen sind wir hier in einer extrem nihilistischen Situation. Die Menschheit hat bereits verloren, ihren Planeten aufgeben müssen. Die Reise auf der Suche nach einem neuen ist allerdings auch erfolglos geblieben. Die Leute haben auf dem Schiff ein schlechtes Leben und die Bevölkerung ist arg zusammengeschrumpft. Die Rückkehr zur Erde ist, nachdem sich herausstellt das Godzilla immer noch existiert, ein letztes hoffnungsloses Aufbäumen. Im starken Kontrast dazu steht Haruo, der wie ein typischer heißblütiger Anime-Hauptcharakter weite Teile des Filmes über heroischen Nonsens über das Beweisen von Mut, die Rückeroberung unserer Mutter Erde, und Heldentaten reden wird, während er im Mech oder auf einem Cyberbike gegen Godzilla kämpft. Das will zum einen nicht so richtig zusammenpassen, und statt sich auf einen der beiden Töne zu versteifen, hat der Film stattdessen irgendwie lieber gar keinen. Alles läuft so ein wenig motivationslos an einem vorbei. Optisch ist dem nichts geholfen. Die Animationen sind alle passabel aber unspektakulär. Die Welt wird in ausgewaschenen Farben dargestellt. Es gibt keinerlei Kreativität in der Kameraführung.

Macht insgesamt einen eher mäßigen Start in die Anime-Trilogie, mit einem Film voller Ideen, die nie erzählt werden, und der so Standard abläuft wie er aussieht.

Academy Weekend – Zootopia

Es ist mal wieder Oscar-Wochenende, und ich nutze die Gelegenheit als gute Ausrede, um letztjährige Gewinner zu schauen, damit auch mal was Aktuelles mit Prestige geschaut wird. Zootopia, der in Europa Zootropolis betitelt wurde, während Deutschland auf Grund eines bestehenden Copyrights ihn als Zoomania kennt, ist der Animationsfilm-Gewinner des Jahres. Ist ja auch von Disney, nicht umsonst wird gern kritisierend diese Rubrik als der Pixar-/Disney-Oscar bezeichnet, weil fast immer, wenn eine dieser Firmen antritt, sie den Preis sicher haben. Selbst wenn ein makelbehaftetes Brave gegen ein fantastisches Paranorman antritt.

Judy ist ein Hase mit einem Traum. In der modernen Welt, in der Tiere ihre wilden Ursprünge hinter sich gelassen haben und Herbivoren und Karnivoren friedlich zusammenleben, will das kleine Häschen eine Polizistin werden. Ein Traum, den keiner so richtig für voll hält. Aber wenn Judy schon sonst nichts ist, dann doch zumindest engstirnig, und so schafft sie es auf die Akademie und ist unter Auszeichnung der erste Hasenpolizist der Multikulti-Metropole Zootopia. Wo sie prompt erneut nicht für voll genommen, sondern als Politesse eingesetzt wird, statt wie alle anderen am Fall der verschwundenen Raubtiere zu arbeiten.

Wie der eine und andere sich anhäufende Zufall das so wollen, wird sie natürlich dennoch mit dem Fall betraut, allerdings darunter innerhalb von 48 Stunden Resultate zu liefern, oder ihren Job aufzugeben. Genau wie sie plötzlich den Fuchs Nick als Informanten und Helfer am Hals hat, der eigentlich ein betrügerischer Kleinkrimineller ist – weil das von hinterlistigen Füchsen halt so erwartet wird.

Es kommt letztendlich dabei rum, dass die verschollen gegangenen Tiere alle in ihre Urinstinkte zurückgefallen zu sein schienen, wild um sich schlagend und beißend. Wer wie ich denkt das läuft auf eine Tollwut-Epidemie oder so heraus, täuscht sich übrigens, denn natürlich hat ein Fiesling im Hintergrund einen Masterplan zu bieten, um Panik zu schüren und unter dem Versprechen eines Mauerbaus Präsident der Vereinigten Staaten zu werden oder so.

Zootopia war ein sehr angenehmer Film. Die Charaktere und Situationen sind zwar weitestgehend bekannt, aber es ist doch eine sehr rasante und kurzweilige Buddy Cop Comedy gewesen. Bestechend durch viele tatsächlich witzige Sprüche, spitzfindige Charaktere, und Situationen in gut getimter Animation. Besonders tiefgründig ist er allerdings nicht gewesen.

Der Film hat generell gesehen zwei Messages. Zum einen diejenige, die für Kinderfilme ziemlich obligatorisch ist, nämlich an sich und seine Träume zu glauben, wer nicht aufgibt kann alles schaffen. Das ist natürlich nicht immer wirklich realistisch, sondern man muss auch mal wissen, wann man besser aufzugeben hat, aber Kinder zu motivieren Dinge auszuprobieren und nicht bei der ersten Hürde gleich aufzuhören, ist natürlich nicht falsch. Das andere Thema ist Intoleranz. Zootopia als Stadt wird gefeiert, weil es so Multikulti ist. Die Charaktere, auch Judy, müssen über ihre Vorurteile anderen Tieren gegenüber hinwegkommen. Der ganze Plan des Bösewichtes ist Panik über alte Urinstinkte zu schüren. Die Sache ist nur die, dass Zootopia das auf die vagste und unverbindlichste Art und Weise unterbringt, die nur möglich ist.

Dadurch kann letztendlich jeder alles oder nichts in diese Botschaft hineinsehen. Ist Panik über Rassismus zu schüren eine Parabel zum Erstarken rechter Politik der letzten Jahre? Ist Judy eine feministische Ikone als Frau, die sich in einem Männerberuf durchsetzt? Ist die Multikulti-Gesellschaft ein Kopfnicken zur Flüchtlingsthematik? Genauso gut kann jemand, wenn er denn will, allerdings auch bei den Vorurteilen den Raubtieren gegenüber sehen, dass ihn als Alt-Right oder AfD-Wähler direkt als Neo-Nazi abzustempeln falsch ist. Es ist klar, warum Zootopia seine Botschaft nie zu klar definiert, denn der Film will Mainstream-tauglich bleiben. Nicht zuletzt ist beispielsweise die Szene mit den Nachrichtensprechern regional angepasst. Und einer der größten Erfolgsmärkte des Filmes (und von Hollywood-Blockbustern generell in den letzten Jahren) ist China weitaus über beispielsweise Europa gewesen. Möglichst jeden ansprechen und niemanden vor den Kopf stoßen zu wollen zahlt sich also aus.

Komplett negativ muss das auch gar nicht betrachtet werden. Vielleicht ist es ja sogar ganz gut, dass sich jeder hier wiederfinden kann, jedem etwas Mut zugesprochen wird, der unterschätzt und stereotypisiert wird. Etwas mehr Klarheit und Biss wäre aber dennoch schön gewesen für einen Oscar-Gewinner. Doch unterm Strich ist Zootopia natürlich immer noch ein Kinderfilm, von dem man eventuell nicht zu viel erwarten sollte, und als solcher auch ein sehr gut unterhaltender Ritt durch seine Spielzeit. An launigem Unterhaltungswert zum Familienabend fehlt der dem Teil nämlich definitiv nicht.

Academy Weekend – Inside Out

ava-2137Ein weiteres Oscar-Event rückt dieses Wochenende näher, und traditionell nutze ich die Chance, um drei Vorjahres-Gewinner zu begutachten, die ich ohne diese selbst auferlegte Ausrede entweder wahrscheinlich nie geschaut hätte, oder aber obwohl ich sie schauen wollte, dies bisher nicht hinbekommen hatte. Den Anfang macht der Gewinner des Best Animated Feature. Nur ein Gewinn, weil nachdem Beauty and the Beast fast den Best Feature 1992 von „richtigen“ Filmen gestohlen, für 6 nominiert und 2 auch gewonnen hat, anschließend für die Animationsfilme dieses kleine Ghetto geschaffen wurde, damit sie was gewinnen können, ohne „echten“ Filmen ihre Oscars wegzunehmen, und somit in der Regel auch nur diesen einen gewinnen dürfen.

Außerdem ist es ein Film von Pixar. Aber weder jenes Studio noch der Gewinn sollen jetzt wahnsinnig viel bedeuten, denn die drei Filme davor waren jetzt alle nicht der Renner, darunter sogar ein weiterer Oscar-Gewinner. Und nein, ich werde nie verstehen wie Brave die Statue gewinnen konnte, schon gar nicht gegen Paranorman laufend.

Aber hey, nach 5 Jahren beweist Pixar, dass sie doch noch richtig gute Filme machen können! Wenn man also total übersieht, dass deren nächstes Projekt ein weiterer Cars ist und der total schrecklichen Idee eines Toy Story 4 nachgegeben wurde, kann man zunächst erst Mal durchaus freudig sein.

Übrigens beweist Pixar mal wieder seine Wurzel als Produzent von echt guten Kurzfilmen. Denn die ersten 7 Minuten von Inside Out könnten total als ein kurzer, fast ohne Gesprochenes auskommender, Kurzfilm durchgehen, der genau an seiner Pointe endet. Aber der Film geht weiter, und zunächst war ich mir nicht sicher, ob nun die Idee das Gefühls-Innenleben eines Teenagers in dessen Kopf zu zeigen, wirklich für 90 Minuten ausreichen würde, oder ein Kurzfilm nicht eben genau die beste Wahl gewesen wäre.

Zum Glück ist der Film weit davon entfernt, ewig durchgekaute Klischee-Witze über das Gefühlschaos in der Pubertät und die distinkte Denkweise von Frau vs. Mann vorzukäuen, auch wenn die Werbung mit der Szene beim Abendessen dies befürchten lassen würde. Denn genau genommen ist Riley noch gar nicht in der Pubertät. Das eigentliche Problem ist, dass die Familie von Minnesota nach San Francisco umzieht, und weitere Probleme eben das Innenleben des Mädels ordentlich durcheinander bringen.

Gerade das Gefühlsleben an sich spiegelt dabei sehr schön die Entwicklung des menschlichen Geistes wieder. In besagtem Anfang, die erste Emotion des Babys ist Freude, erst danach kommen langsam die anderen Gefühle Kummer, Angst, Ekel und Wut hinzu. Die alle scheinbar eine wichtige Rolle zu füllen scheinen, Angst beispielsweise beschützt auch vor Gefahren, nur Kummer ist nutzlos. Und durch die Kindheit hindurch dominiert Freude, die anderen sind nur Zaungäste. Aber so einfach ist das Leben eben nicht, und irgendwann kann man auch nicht weiter so tun, als wäre immer alles Ok. Wenn man langsam aus den Kinderschuhen herauswächst bekommt man auch mehr von der Welt mit, reflektiert mehr. Und so ist ein wichtiger Punkt des Filmes das Riley durch die Figur der Freude zu akzeptieren lernt, dass es durchaus in Ordnung ist auch Kummer zu empfinden. Auch diese Emotion kann helfen. Und letztendlich ist es ein ausgewogenes Miteinander, welches wirklich im Leben gebraucht wird. Der Mix der Gefühle offenbart eine viel größere und expandierende innere Welt gegenüber den einfachen aber auch beschränkten Gefühlen eines Kleinkindes.

Gleichzeitig dürfen aber auch ihre Eltern lernen, wie sehr man sein Kind doch emotional durch unbedarft gewählte Worte belasten kann, obwohl dies gar nicht gewollt oder bewusst wahrgenommen wird. Und der Grundpfeiler der Familie ist der, der in Rileys zusammenbrechender Innenwelt am längsten und festen steht, und der beim Wiederaufbau hilft. Und gerade jener zunächste Zusammenbruch, wenn die ersten Persönlichkeitsinseln sinken und Kindheitserinnerungen der Vergessenheit anheim fallen, das Imaginationsland von Neuem plattgewalzt wird… dann passiert etwas, was zuletzt Toy Story 3 geschafft hat. Dann weckt der Film nämlich bei der älteren Generation etwas Kummer und Nostalgie. Das ganze hat schon fast einen Michael Ende Einschlag an verlorener Kindheitsunschuld und Fantasie. Ein Mensch wächst und verändert sich emotional, gerade beim Heranwachsen, alte Interessen weichen neuen, dies ist ganz normal, aber ein wenig schade ist das, was man für immer hinter sich lässt, dann irgendwo doch.

Zwischen alldem gibt es zudem ein buntes Farbenspiel, quirlige Animationen, sitzender Humor, und ein Action-reiches Spektakel. Alles gut und schön, aber Inside Out bietet eben darüber hinaus mehr, weiß richtig Emotionen beim Zuschauer hervorzurufen, und das ist, was ihn letztendlich so richtig gut macht. Im Gegensatz zu Brave definitiv kein unverdient gewonnener Oscar.

insideout

Final Fantasy VII-2: Advent Children

ava-2119Sprechen wir doch mal über ein Final Fantasy Anime, und zwar einem großen Big Budget CGI-Streifen, nämlich Final Fantasy: The Spirits Within. Ein schwarzes Loch, das sich ausschließlich von Geld ernährte, und das lange bevor Final Fantasy XIV und Versus XIII/XV das für Square zur Mode machten. Mit so schlechten Einspielergebnissen, dass Hironobu Sakaguchi ordentlich an Cloud in der Firma verlor, bis er dann irgendwann freiwillig gegangen ist, um mit seinem Mistwalker zum Großteil weiter kommerzielle Flops zu produzieren. Das frisch dafür gegründete Nebenstudio Square Pictures wurde sofort wieder eingestampft, der Zusammenschluss mit Enix verschoben, weil die sich nicht mehr so sicher waren, ob sie mit einer Firma fusionieren wollen, die gerade so viel Geld verloren hat.

Es sollte nicht verwunderlich sein, dass SquareEnix in den beiden Jahren darauf so viele Spinoffs zu Final Fantasy rausgehauen hat, wie nie zuvor, um das finanzielle Loch zu stopfen. Wir hatten Final Fantasy X-2, als erstes direktes Spiele-Sequel zu einem der beliebtesten und aktuellsten Teile der Franchise. Und im gleichen Jahr, als besagter Titel erschien, wurde auch die Compilation of Final Fantasy VII angekündigt, die als Multimedia-Großprojekt um den wirklich beliebtesten Franchise-Eintrag so richtig die Kohle ranschaffen sollte. Unter den Zuhältern Tetsuya Nomura (Kingdom Hearts, The 3rd Birthday) und Yoshinori Kitase (Final Fanasy X-2, Final Fantasy XIII) wurde zwischen 2004 und 2007 zu Final Fantasy VII herausgehurt, was nur konnte. Mit Before Crisis, Crisis Core und Dirge of Cerberus drei Spiele, von denen nur eines gut ist, mit Lateral Biography und On a Way to a Smile zwei Kurznovellen, mit Last Order eine kurze Anime-Episode. Und mit Advent Children, dem ersten Projekt, einen weiteren kompletten abendfüllenden Film.

Den habe ich schon damals geschaut, und nicht sonderlich gemocht. Was aber ungefähr genauso speziell ein Geschmack darstellt, wie Final Fantasy VII zu mögen. Jetzt, wo ich das Spiel erneut gespielt habe, wollte ich dem Film dann aber doch noch mal einen Versuch geben. Diesmal in der Complete-Version, die 20 Minuten länger ist als das Original-Release.

Der Film fängt schon nicht gut an. Stattdessen bekommen wir drei letztendlich nutzlose Szenen, die alle schon fast komödiantisch weiter und weiter zurückspulen. Zunächst wird das Ende von Final Fanasy VII wiederholt. Klar, ist eine nette Hommage an das Spiel und vielleicht sogar ein netter Fake-Out, weil „was das Sequel beginnt wirklich am Ende-Ende?“, nur um dann 498 Jahre in die Vergangenheit zu gehen, weil Advent Children natürlich nur 2 Jahre nach Final Fantasy VII mit allen beliebten Charakteren spielen wird. Nur dann haben wir eine nutzlose Szene, in denen Kadaj und Rufus mysteriös Brabbeln, erneut 2 Wochen in die Vergangenheit eine weitere nutzlose Szene, in denen die Turks im Northern Crater von was Unbekannten angegriffen werden. Erst dann beginnt der Film richtig, in dem Marlene uns einen Recap des Spieles gibt, in dem sie ihr Möglichstes tut, jenes so langweilig und generisch wie möglich klingen zu lassen. Die 500-Jahre-später-Szene macht Sinn am Ende von Final Fantasy VII, aber keinerlei zu Beginn von Advent Children. Und die beiden mysteriösen Anheizer-Szenen, die darauf folgen, bringen dem Publikum auch noch nicht wirklich was, werden an geeigneter Stelle sowieso wiederholt. Eine einzelne jener Szenen zu Beginn des Filmes, der seine ganze Spielzeit durch sehr ängstlich zu sein scheint, dass dem Publikum zu schnell langweilig werden könnte, mag noch klar gehen, aber alle drei Szenen so direkt hintereinander geklatscht ist einfach seltsam holprig.

Was sicherlich nicht beabsichtigt war, aber irgendwo so ein wenig mein kleines Highlight ist: Wenn Cloud dann also hübsch-weinerlich in der Gegend rumschaut, mit seinem Bike los fährt, und die eigentlichen Credits beginnen, beginnt die Musik mit einem sehr ominösen Beat, genau dann, wenn „Director: Tetsuya Nomura“ eingeblendet wird. Als hätte in einem Horror-Film gerade der Killer zum ersten Mal die Leinwand betreten. Selbsterkenntnis ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.

Egal, die Welt ist gar kein so toller Platz, obwohl Meteor nicht auf sie drauf gefallen ist, weil durch die Überdosis an Lifestream in der Atmosphäre einige Leute nun an einer Krankheit verrecken. Auch viele Kinder, die Cloud und Tifa bei sich aufgenommen haben. Darunter auch Denzel, ein kleiner Junge, der versucht Clou im Weinerlich-Dreinschauen zu schlagen, und von dem Advent Children wirklich will, dass man sich was um ihn schert, was aber nie so wirklich klappen will. Ich weiß eh nicht, warum wir überhaupt einen neuen kranken Charakter brauchen, um eine Motivation herzustellen. Cloud ist auch krank. Reicht das nicht? Und wenn schon ein niedliches Kind infizieren, weil das automatisch tragischer ist, gibt es dort doch auch noch Marlene. Na ja, Charakteren gute Motivationen für das zu geben, was sie tun, darin ist Advent Children eh nicht so gut. Deswegen gibt er denen gleich auch mehrere, die aber alle nur so halbherzig.

Beispielsweise werden Cloud und Co. schon alleine deswegen in die Ereignisse hineingezogen, weswegen es der Krankheit gar nicht bedürfte, weil die drei Sephiroths für Arme sie nicht in Ruhe lassen. Von denen ist eh nur Kadaj, der mit der dämlichsten Frisur, wirklich wichtig. Ein Trio ist es eher nur deswegen, damit es etwas logischer ist, dass die über die ganze Welt warpend auftauchen, um sich mit der FFVII-Truppe Action-Szenen zu liefern. Warum sie wann und wo auftauchen? Eher grundlos, und mehr weil der Film wirklich nicht will, dass man nach zu vielen Minuten an Gesprächen sich nicht langweilt, also schnell einen Fight zwischen einem des Idioten-Trios und einem unserer Lieblingscharaktere aus FFVII in einer der ikonischen Szenerien aus FFVII bieten. Ein Hirn scheinen sich die drei zumindest auch zu teilen, denn ihr kompletter Dialog besteht nur aus dem Wort „Mama“ in ähnlicher Frequenz wie Samus in Other M ihr „Baby“-Mantra von sich lässt, nur in 120 Minuten kondensiert.

Ich mein, klar, sie suchen nach Jenova. Warum sie deswegen geradezu Kopflos die Charaktere aus Final Fantasy VII und Hauptschauplätze des Spieles abgrasen, in der Hoffnung, irgendeiner von denen wird sie schon irgendwo dort verstecken, ist eher unklar. Warum sie denken „Hast du meine Mama“ würde dazu führen, dass die automatisch wissen, was sie wollen, statt nur „Häh?“ zu machen und ein Kampf bricht los, ist auch fraglich. Es macht das Trio nur den Film über konstant ziemlich lächerlich. Was durchaus manchmal beabsichtigt ist? Advent Children lacht glaub ich manchmal mit uns über die drei Antagonisten, manchmal sollen sie aber auch cool und bedrohlich wirken, was jedoch nie zieht. Zumindest rechne ich es Advent Children hoch an, dass es wenigstens manchmal weiß, wie blöde es ist, auch dann wenn Charaktere genug von Clouds Weinerlichkeit haben, oder die Turks ganz einfach die Turks sein dürfen.

Weniger self aware ist sicherlich die Obsession mit Handys in Advent Children, aber natürlich hat sich der Anbieter es ordentlich was kosten lassen, hier so ausgiebig gezeigt zu werden. Meist stört es mich nicht mal… aber dann gibt es da diese eine total schräge Szene so ziemlich genau zur Filmmitte hin. Wenn Clouds verloren gegangenes Handy langsam den See hinabsinkt, während man Konversationen hört, die er auf ihm mit den anderen Helden hatte. Die Musik, die Inszenierung, nichts davon passt zum Rest des Filmes, alles schreit nach Werbespot. Genauso abrupt hört die Szene auch wieder auf und der Film geht seiner Wege, als hätte man die letzten 2 Minuten nur halluziniert.

Und ich meine, die Fights sind nicht mal ganz so toll. Natürlich, zunächst wirken sie ziemlich cool. Aber schnell kommt man auf den Trichter, dass ein Großteil von ihnen nach dem gleichen Muster inszeniert ist. Und zwar schnelle Bewegungen zu schnellen Schnitten, so dass man gar nicht wirklich genau sieht, was da jetzt abgegangen ist, unterbrochen von Slow-Motion-Posing dazwischen. Entweder bewegt sich also nix oder alles zu schnell. Dämlich-spaßig hingegen ist definitiv der Sprung der Freundschaft gegen Ende. Wenn jeder Charakter Cloud einen weiteren kleinen Boost gen Bahamut gibt.

Ist sich Advent Children eigentlich darüber im Klaren, dass Cait Sith eigentlich Reeve ist? Ich bin mir nicht so sicher.

Witzig sind definitiv auch die beiden Rollen von Aeris und Zack, die weiterhin Clouds unterstützende Spirit Guides abgeben dürfen. Ist schon süß, was die Compilation of Final Fantay VII hier und in Crisis Core so ein Gewese darum macht, wie selbstaufopfernd Cloud doch ist, weil er Zacks Erinnerung durch sich weiterleben lässt. Wenn man mal bedenkt, dass er in Final Fantasy VII einfach dreist die Identität eines Toten gestohlen hat, weil Cloud ein Versager und Zack einfach cooler war. Aeris ist auch eine ganz schön gemeines Stück, wenn sie am Ende wie aus dem Nichts plötzlich das Heilwasser herabregnen lässt. So wie der Film das präsentiert, und das ist sicherlich nicht die Intention gewesen, wirkt das nämlich, als hätte sie das schon die ganze Zeit gekonnt, und wollte einfach nur die Leute mal 2 Jahre lang etwas unter der Krankheit leiden lassen. Und erneut stellt sich mir die Frage warum, wenn man es so halbherzig und plötzlich wieder herausschreiben musste, die Krankheit überhaupt in den Film geschrieben wurde? Dass das Idioten-Trio unseren Charakteren auf die Pelle rückt, Bahamut beschwört, und selbst Sephiroth obligatorisch zum Endkampf wieder herauskommt, war nicht Motivation genug, um sie wieder in den Kampf zu verwickeln?

Die Sache mit Final Fantasy VII: Advent Children ist allerdings folgend: Qualität stand sicherlich nie auf der Prioritätenliste der Macher. Natürlich wollte keiner absichtlich einen schlechten Film machen, aber ich glaube auch einfach nicht, dass einen guten Film zu machen besonders weit oben auf der Liste stand. „Ein Film, der besonders gut aussieht“ schon, „Ein Film, der besonders viel Kohle macht“ auch, aber nie „Ein guter Film, der…“. Das ist sicherlich irgendwo schon schade, aber auch ein Grund, warum ich das Ergebnis nicht hassen kann, weil nämlich die Ambition dahinter eindeutig nie da war. Final Fantasy VII: Advent Children hinterlässt mich nämlich einfach sehr ambivalent, in einem Schulterzuckenden „mir doch egal“-Zustand. Mit etwas Alkohol in einem Freundeskreis unterstützt kann es aber sicherlich eine nette Abendunterhaltung sein, weil kurzweilig und Action-gespickt ist der Film, und es gibt einiges Dämliches um es zu riffen.

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Quickies Return

ava-2029The Peanuts Movie. Den habe ich Anfang des Jahres im Kino geschaut. Ist kein Film, für den man extra ins Kino gehen müsste. Nicht das dies jetzt noch von Relevanz ist, wo er nicht mehr in Kinos gezeigt wird. Ich glaube der Film wurde mit viel Skepsis angesehen, schon alleine weil er CG-Animation ist, statt genau so auszusehen, wie wir es von den alten Cartoons gewohnt sind. Aber eigentlich fängt der Film das Original recht gut ein, behaupte ich zumindest mal, ich war als Kind nie ein großer Peanuts-Fan und hab es auch seither nie wieder gesehen.

Zumindest ist der Film ganz niedlich, ziemlich harmlos, und ultimativ ein wenig unaufregend. Nicht direkt langweilig, so weit würde ich nicht gehen, sondern einfach sehr low key. Und genau so hab ich die Peanuts von meiner Kindheit in Erinnerung: Nett aber unspektakulär. Die Animationen fangen übrigens die Charakterdesigns doch sehr gut ein. Als einziges gestört haben mich die Snoopy-Segmente. Dabei ist der doch der heimliche Star der Peanuts. Hier sind es aber fast vollzählig ein imaginärer Subplot zum Roten Baron, und passen ungefähr so wie das WWII-esque Flasback des einen Fliegers in Disney’s Planes. Nämlich nicht so recht zum Hauptfilm, den sie auf Feature Length strecken sollen.

Alice Behind the Looking Glass. Auch hier war ich im Kino, was noch nicht mal ganz so lange her ist. Und es ist ein weiteres Alice von Tim Burton. Sprich wie der erste Film ist es optisch sehr imaginativ geraten, wirklich cool anzusehen, und das sogar noch etwas mehr als im Vorgänger, weil man den Auswasch-Farb-Filter rausgenommen hat, womit das Underland im hiesigen Teil ein wenig mehr Farbe versprühen darf. Die Handlung ist hingegen sehr bei den Haaren herbeigezogen, und hat mit Through the Looking Glass eigentlich auch herzlich wenig am Hut.

Aber die Handlung war schon beim ersten Teil nicht gerade dessen Stärke. Die Hauptdarstellerin ist übrigens ebenfalls gleich gecastet, und kann immer noch nicht schauspielern, oder zumindest nicht in einem Film, bei dessen Dreh man 90% vor einem Green Screen steht und mit nichts interagiert, weil die komplette Welt und meisten Charaktereaus dem Computer kommen. Aber wer das Hirn nicht einschaltet, sondern sich lieber von Style over Substance berauschen lassen will, kann es wesentlich schlechter treffen als im Wunderland.

Legally Blonde. Eine recht harmlose und durchschnittlich-unterhaltsame Komödie. Ich find es sogar ganz nett, dass es weder penetrant gen Publikum augenzwinkert, noch super fies-humorig wird, beides etwas, was leicht hierbei hätte geschehen können. Dennoch fehlt es der Sache eventuell etwas an Biss, da es sich beispielsweise nicht mal zu einem absoluten Antagonisten traut. Der Ex-Freund läuft so ein wenig nebenbei, dessen neue ist zuerst die Zicke, wird aber dann doch eine gute Freundin… es gibt keinen im Film zum wirklich Hassen. Ansonsten klappert das Ding, gerade auf die zweite Hälfte, jedes erdenkliche Klischee ab, aber Legally Blonde ist einfach mit zu viel Einsatz und Herz gemacht, als dass man den Film wirklich nicht mögen würde. Halt ganz niedlich, aber auch sonst nicht viel mehr.

Modern Family S7. Modern Family bleibt Modern Family, auch im mittlerweile siebten Jahr. Ich finde es immer noch sehr charmant und witzig, wenn auch natürlich nicht mehr so extrem wie noch zu Beginn, was durch die Länge bedingt einfach mit jeder Serie geschieht. Die Rolle eines jeden Charakters ist mittlerweile so gut wie in Stein gemeißelt, zum Punkt wo sie quasi ihre eigenen Stereotypen sind, aber wenns weiterhin Laune macht… warum auch nicht? Mission accomplished.

Academy Weekend – Big Hero 6

ava-1971Und wieder Mal ist Oscar-Wochenende, Mensch wie schnell die Zeit vergeht. Auch dieses Jahr schaue ich mir drei Filme an, die letztes Jahr gewonnen haben, weils eine gute Ausrede ist was zu schauen, was ich nicht oder so schnell sonst nicht geschaut hätte. Den Anfang macht Big Hero 6 von Disney, der von den drei am wenigsten gewonnen hat, was aber ganz normal ist, da Animationsfilme eben nur in Best Animated Feature gewinnen können, höchstens noch einen zweiten in Best Orignal Song.

Und oh shit bin ich froh die Ausrede gehabt zu haben, den Film nicht weiter vor mir herzuschieben, denn Big Hero 6 macht fast das Jahr 2012 wett, als das meh-ige Brave es irgendwie schaffte den Oscar vom fantastischen ParaNorman zu stehlen!

Der Film spielt in einem San Francisco, welches komplett von Chinatown assimiliert ist, sprich alles hat ganz modern einen asiatischen Einschlag bekommen. Hier lebt der 14-jährige Hiro mit seinem großen Bruder und der Tante, die die Jungs nach dem Tod der Eltern aufgenommen hat. Hiro ist ein Genie, aber altersbedingt natürlich viel zu möchtegern-cool und gelangweilt um daraus was zu machen, sondern lässt selbstgebaute Roboter lieber in illegalen Wettstreits kämpfen. Bis sein tatsächlich cooler Bruder Tadashi ihm sein Unilabor zeigt, in dem er mit Mitstudenten interessante Experimente tätigt, statt der langweilige Nerd zu sein, den Hiro erwartete, darunter seine neueste Errungenschaft, den Krankenpflege-Roboter mit der knuddeligen Marshmallow-Optik Baymax.

Es kommt wie es kommen muss, und kaum hat sich Hiro darauf eingeschossen auch auf die Uni zu müssen und aus seinem Leben was zu machen, mit ganz viel Unterstützung von Tadashi und Co., stirbt Tadashi bei einem Unfall. Und Baymax sieht es in seiner Programmierung liegend, den trauernden Teenager zu heilen. Als Hiro dann aber entdeckt, dass der Brand in dem Tadashi ums Leben kam eventuell gar kein Unglück war, hat er mit der Suche nach dem Übeltäter sowieso wieder ein neues Ziel vor Augen, für das er auch bereitwillig in der Programmierung von Baymax rumpfuscht.

Big Hero 6 ist vorhersehbar. Das kann man echt nicht leugnen. Es ist sofort klar was mit Tadashi passieren wird. Wer der Rote Hering und wer der wahre „überraschende“ Bösewicht sein wird. Es ist klar, was Hiro mit Baymax machen, wie sich deren Beziehung gestalten, und welche Moral gelernt werden muss. Die Freunde und werdende Superhelden-Team um Hiro sind die üblichen Archetypen, mit einem Stoner, einer Hyperaktiven, einem Trottel und Miss Cool. Big Hero 6 hält keine wirklichen Überraschungen bereit, wenn man dem Zielpublikumsalter bereits etwas entwachsen ist.

Und das ist ziemlich egal wenn das Produkt Astro Boy meets Totoro dabei so rund und herzig ist. Baymax ist natürlich der wahre Star des Filmes, mit seinen sympathischen Voice Samples und knuddeligen Art kann man den Helferbot einfach nicht nicht lieb haben. Aber wie gesagt sind auch Tadashis Freunde und die Tante sehr sympathische Gesellen. Die Dynamik in der Charakterkonstellation stimmt einfach.

Allgemein könnte dies hier gut ein Film von Studio Ghibli oder Pixar in ihren jeweils bessern Zeiten gewesen sein. Wir haben sowohl viele herzige wie traurige Charaktermomente, dazu aber auch viel extrem schwungvolle Action und ein absolut stilsicheres Design. Und eben ein wenig Tiefgang, letztendlich ist es selbstredend die Haupt-Charakter-Arc von Hiro über den Verlust des verstorbenen Tadashi hinweg zu kommen, statt wie der Antagonist sich von der daraus resultierenden Wut zerfressen und bestimmen zu lassen. Ich fand den Film ja von Anfang an echt launig und charmant, aber die finale halbe Stunde hat mich dann zusätzlich noch positiver als eh schon zurückgelassen.

Ich fand Big Hero 6 mal so richtig geil. Ein absolut runder Film voller witziger Dialoge, dynamischer Action, buntem Design, aber eben auch mit Charakteren und ernsten Momenten und einer Message. Das ist Familienunterhaltung, wie sie sein muss. Weiter so Disney, ihr seid ja doch wieder zu was gut.

bighero