Bound to Fail, or How I could not learn to stop worrying or to love the original Monster Hunter (Part 1)

Willkommen im Monat des 17. Geburtstages der Franchise. Spiel ihr alle schön brav bereits das gerade erschienene Monster Hunter Rise auf eurer Switch? Zur Feier habe ich mittlerweile das eine Monster Hunter durchgespielt, das ich besitze und noch nicht beendet hatte. Eigentlich war es ja zum 15. Geburtstag begonnen, aber dann habe ich eine meiner berühment kurzen Pausen von fast 2 Jahren hingelegt, bevor es Anfang des Jahres endgültig beendet war. Damit habe ich dann jetzt auch mindestens ein Spiel pro jeder der fünf Generationen durch.

Das allererste Monster Hunter hat es dabei nur aus Kuriosität getroffen. Monster Hunter Portable, die PSP-Version der Monster Hunter G Erweiterung, spielt sich bestimmt etwas besser, hat mehr zu bieten, und ist sowieso super billig zu haben. Aber ich wollte mal in das berüchtigte Kontroll-Schema der PS2-Teile einsteigen und es am eigenen Leib erfahren müssen.

Der Kontroller hat natürlich unglaublich viele Buttons, auf die man das Steuerschema legen kann. Immerhin haben sich die PlayStation Controller nie weit entwickelt, abgsehen einfes Touchpads hat der der PS2 also die gleichen Eingabemöglichkeiten wie der der PS4 für Monster Hunter World offeriert. Was ja bei den PSP-Spielen immer für anangenehme Handkrämpfte sorgte, war die Tatsache, dass die Kamera auf dem D-Pad liegt, weil es für sie keinen rechten Analogstick gab, der auf Heimkonsolen für Action-Spiele eine Bereicherung darstellt. Einen zweiten Stick hat die PS2 zu bieten. Die Kamera liegt aber weiterhin auf dem D-Pad. Denn jemand fand wohl die Immersion total gut, die es mit sich bringen würde, wenn den Analogstick in Richtungen zu drücken mit den Angriffen der Waffe einhergehen würde. Das hat sich für mich allerdings nie richtig angefühlt und so bin ich nach dem ersten Rang von echter PS2 auf Emulator umgestiegen, damit ich jene Tastenkonfiguration ändern konnte.

Und dabei musste ich mich während jenes Ranges noch nicht mal wirklich groß mit harten Kämpfen auseinandersetzen. Traditionell ist der erste Rang in Monster Hunter immer starkes Tutorial, welches einem das Sammeln von Items, die Kombination derer, das Angeln und den Kampf zuerst gegen wenig aggressive Herbivore und dann agressivere kleine Carnivore bietet. Um dann die erste große Monsterjagd zu starten und den zweiten Rang einzuläuten. Beim ersten Monster Hunter ist im Prinzip aber auch noch der zweite Rang Tutorial, nach dem man erst den Velocidrome jagen darf. Das ist merkwürdig, denn die abrufbaren Elder Knowledge Tips geben gute Tutorial-Messages, so dass es eigentlich weniger Tutorial-Missionen benötigen sollte, statt die so lang zu ziehen.

Allgemein ist das Monsteraufkommen etwas merkwürdig im Spiel. Von den 30 Monstern sind 17 die großen Monster, die wirklich zählen. Davon sind 3 exklusiv im nicht mehr erreichbaren Online-Modus. Während 3 weitere optional nach dem Ende der Dorf-Questline in freischaltbaren Missionen auftauchen. Die reine Offline-Questline zu den Ending Credits beinhaltet also gerade mal 11 große Monster. Von denen 2 im Rang 3, 3 in Rang 4 und 6 in Rang 5 stecken, was eine merkwürdige Gewichtung ist. Und so wahnsinnig spannend sind die alle nicht zu bekämpfen, denn grundsätzlich basieren sie entweder auf den Raptorskelett oder auf dem Wyvernskelett, die untereinander sehr viele Attacken wiederholen.

Andere Dinge, die extrem nerven, sind beispielsweise die kleinen Monster. Wenn die einen hier sehen, kennen die kein Erbarmen mehr. Ein Monster in einem Gebiet erlegen zu wollen, das voller Vespoids oder Bullfango oder gar Raptoren ist, ist ein absoluter Alptraum. Ständig wird man umgeschmissen oder paralysiert. Und hier dauert es ewig, bis man wieder aufgestanden ist, so das locker die nächsten Attacken wieder auf einen einprallen können. Das Stamina-System gibt es ja auch noch nicht, so dass sich Monster nach zu vielen Attacken eine Verschnaufpause gönnen müssten. Hier können sie locker eine Attacke nach der anderen zusammenreihen.

Allgemein ist es wahrscheinlich einfacher aufzuzählen, was es im ersten Teil noch nicht gibt, statt was er mit neueren gemein hat. Es gibt noch keine KI-Mitstreiter. Es gibt keine Küche, in der man vor einer Mission für Buffs essen kann. Tranquilizer, um ein strauchelndes Monster fangen zu können, werden nur in den Fang-Quests ausgegeben, in einer normalen Jagd muss das Monster also getötet werden ohne Alternative. Ausrüstung kann noch nicht verbessert werden, um höhere Defensivwerte rauzuholen. Gems für zusätzliche Skills einsetzen gibt es auch noch nicht. Die Rüstung wird immer genau die Werte und Fähigkeiten haben, die sie von natur aus mitbringt und nichts sonst. Das Spiel zeigt übrigens immer nur 5 Quests pro Rang an und rotiert die umher, wann immer man aus dem Spiel zurück ins Hauptmenü und zurück rein springt oder ein Quest erledigt. Nur betrifft das hier auch Key Quests (die erneut nicht als solche markiert werden), so dass nicht mal wenigstens die immer erreichbar sind. Stamina schwindet wesentlich schneller. Fischen ist viel genauer. Die Hitboxen sind wesentlich ungenauer. Es gibt nur fünf Waffenarten (plus etwas versteckt die Dual Blades). Stellen zum Ernten oder Bergbauen haben noch keine Icons, die auf sie aufmerksam machen. Der Rucksack und die Kiste im Haus haben nur zwei Seiten bevor sie voll sind. Gegenstände kombinieren geht nicht von der Kiste aus, sondern nur vom aktiven Inventar. Man hat ständig kein Geld, weil Quests überraschend wenig auszahlen und Rüstungen sehr viel zu schmieden kosten. Und auch enorm viele Gegenstände benötigen. Während Monster eher wenige hinterlassen. Ach ja und man startet das Spiel ohne Equip und nur mit einem Schwert und Schild.

Dann haben wir noch, wie häufig der Wuchs in einigen Arealen einem in den Weg kommt. Wer die E3 2003 Demo schaut, die sogar in der Galerie abgelegt ist, weiß auch warum. Scheinbar war es ursprünglich mal geplant, dass man mit dem Ducken sich in Büschen und hinter Felsen verstecken kann. Das funktioniert so im Spiel nicht mehr. Die vielen hohen Gräßer, Büsche, Baumstümpfe und Steine gibt es aber noch, die einem jetzt nur noch die Sicht versperren, statt hilfreich zu sein. Ganz davon abgesehen wie die Kamera ausflippt, sobald man in eine Ecke gegen eine Wand manövriert wurde.

Aber es gibt auch ein paar nette Dinge. Die Gebiete, so unüberslichtlich Stellen in ihnen sein können, bringen eine echte Belebtheit mit. Eben weil sie nicht so wie flache Kampffelder wirken, die sie ohne das ganze Gestrüpp wären. Und viele Tiere springen auch teils rum. Mit Schlangen am Dschungelboden, Vögeln in den Kronen der Wälder, oder Krabben in den überfluteten Höhlen. Monster Hunter bringt überraschend viel passives World Building mit für ein Spiel, das als Online-Erfahrung konzipiert mit Lobby und davon abgetrennten Missionsgebieten auffährt, statt mit einer verbundeneren Welt. Denn das war tatsächlich der Hauptgrund, warum das Spiel gemacht wurde: Capcom wollte die Kapazitäten des PS2 Online-Adapters nutzen. Ursprünglich war nicht mal ein Offline-Modus gewollt, der kam erst verspätet hinzu.

Auch sehr schön ist der erste Schwung beim Betreten des ersten Gebietes, Forest and Hills, mit der ikonischen Musik der Franchise spielend. Die übrigens immer im ersten Areal läuft, auch nachdem die Intro-Szene nicht mehr läuft. Alle wichtigen großen Monster haben ebenfalls bereits ein Intro, welche ich ja immer sehr schön finde. Und ein paar wenige noch eine Ökologie-FMV in der Galerie, wo sie außerhalb des Jagd-Kontextes gezeigt werden. Zudem bringt jedes wichtige Monster seine eigene Kampfmusik mit, um sie noch etwas spezieller zu gestalten. Umso mehr schade, dass so viele Moves in den Kämpfen so gleich sind. Und wie wuchtig die Waffen teils animiert sind, ist auch sehr schnieke. Finds voll geil wie die Lanze sich auseinanderklappt oder wieder einfährt.

Klingt das jetzt so, als gäbe es wesentlich mehr Schlechtes als Gutes im ersten Monster Hunter? Ja. Soll das etwa bedeuten, dass es keinen Grund gibt, sich das heutzutage noch anzutun? Ja. Als reines Kuriosum, wie alles begann, kann man es sich reinwürgen, sollte aber eventuell vorher doch ordentlich drüber nachdenken, ob einem das Wert ist die Franchise in seiner primitivsten Form zu erleben. Ich bleibe dabei, dass Monster Hunter erst mit der dritten Generation wirklich gut wurde. Wer dennoch gerne früher gehen will schnappt sich besser eines der drei Portables. Bleibt weg von der PS2.

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