Thor: Ragnarok

Ganz wie der Captain America, bekam auch Thor in jeder der drei Phasen des Marvel Cinematic Universes einen Film in seiner eigenen Trilogie spendiert. Thor: Ragnarok unter neuen Screenwritern und Regisseur, die bisher nicht im MCU tätig waren.

Ist ja auch irgendwie kompliziert in der Herrscherfamilie Asgards. Nicht nur ist Göttervater Odin verlustig gegangen und Trickster Loki impersoniert ihn, sondern nachdem sie Odin in Norwegen aufspüren, gibt er seinen zwei meist eher suboptimal miteinander auskommenden Söhnen ein letztes Goodbye und stirbt. Hinterlässt also einen Thor, der den Thron nicht wirklich will, und einen Loki, der ihn besser nicht innehaben sollte. Passenderweise kommt prompt die nächste Familienkomplikation auf die Bühne: Hela. Odins Erstgeborene und Totengöttin, hatte ihm dabei geholfen die neun Reiche zu erobern und wurde von ihm verbannt und aus der Historie von Asgard gelöscht, nachdem er friedlich weitermachen wollte, sie allerdings nicht. Und die ist sehr wohl bereit, nun auf dem Thron zu sitzen.

Wahnsinnig herzig ist die Familienzusammenkunft mit der Schwester, von denen sie nie wussten, allerdings nicht. Hela zerstört erst Mal den Hammer Thors und Loki verhilft den beiden schnell zur Flucht, wobei Thor allerdings auf Sakaar, einem Müllplaneten am Rande des Universums, landet, wo der Alleinherrscher Grandmaster ihn in die Arena zur Volksbelustigung antreten lässt. Währenddessen übernimmt Hela Asgard.

Ich mag die MCU, ich habe auch bereits mehrmals geschrieben, dass ich die alle als sehenswert ansehe. Einen Abend bekommt man mit jedem der Filme gut rum, auch wenn nicht alle ganz so geil sind. Absolut schlecht finde ich keinen. Wobei ich glaube ich mit einigen aus Phase 1 und 2 mittlerweile etwas stärker gelangweilt wäre, weil sie nach dutzenden Filmen im Vergleich sehr generisch sind. Das ist glaube ich auch das Problem, welches ich mit Doctor Strange hatte, es scheint ein Film aus Phase 1 zu sein, der irgendwie in Phase 3 gerutscht ist. Es fehlt ihm das gewissen etwas und einfach nur als passabler Superheldenfilm aufzukreuzen reicht mittlerweile nicht mehr.

Das schreibe ich deswegen, und nerve euch dahingehend zum xten Mal mit, weil ich die vorigen zwei Thor-Filme an den unteren Rand der MCU-Hackordnung ansiedeln würde. Denn der erste ist absoluter Standard, während der zweite ziemlich uneben und in sich diffus ist. Umso größer war meine Überraschung, dass sich Thor: Raganrok sofort ziemlich an die Spitze katapultiert und einer der besten Filme der bis dato fast 20 geworden ist!

Chris Hemsworth ist bespielsweise echt gut mit Comedy! Die vorigen Filme haben ihm hier oder dort mal einen One-Liner gegeben und etwas mit dem „Fish out of water“ auf der Erde gespielt. Aber das Script von Ragnarok gibt ihm jede Menge witzigen Dialog, Szenen, die heroisch anfangen, nur um ihm den Boden unter den Füßen zu entziehen und etwas trottelig wirken zu lassen, und sogar die Oberhand über Loki darf er hin und wieder haben. Und der Hemsworth spielt das richtig gut, man muss ihm halt nur die Möglichkeiten dafür schreiben.

Und der Rest ist genauso gut gespielt und geschrieben. Cate Blanchett als Hela ist beispielsweise sowieso die coolste Sau und saugt jeden Tropfen aus dem Script in ihre Performance. We stan a Queen like this, selbst wenn sie eine genozidale Todesgöttin ist. Tom Hiddleston kann in meinen Augen sowieso nix falsch machen, und der hat eh immer seinen Spaß damit, Loki zu portraitieren und was schon in den vorigen Filmen eines der wenigen Highlights. Jeff Goldblum als exzentrischer Grandmaster spielt ihm dennoch die Show. Hulk kommt auch vor, und ich glaube Thor: Ragnarok schafft es tatsächlich der erste Film zu sein, in dem ich mich was um ihn schere. Sein eigener Film hat es nicht hinbekommen, so gut anzusprechen, was es eigentlich bedeutet mal Banner und mal Hulk zu sein, zumindest aus der Sicht des Hulks an sich, der ja häufig nur als Mittel zum Zweck genutzt wird und dann wieder schnell verschwinden soll. Was bedeutet es eigentlich für den Hulk so ungeliebt zu sein? Ich fand es übrigens auch sehr interessant, dass der Film direkt anspricht, dass Odin gar nicht so ein liebenswerter Monarch ist, oder zumindest nicht immer war. Ruler of the Nine Realms klingt natürlich gut, wir denken aber nicht automatisch so weit, zu hinterfragen, wie er an diese neun Reiche überhaupt gekommen ist. Eben mit blutiger Eroberung, die man dann passenderweise, weil Geschichte nun mal von den Gewinnern geschrieben wird, einfach fürs eigene Image streichen lässt. Auch gerade mit dem Ende ist das Hinterfragen gegebener Machtstrukturen definitiv ein Thema.

Die Optik und Akustik ist übrigens auch sehr gefällig. Das Ding von Guardians of the Galaxy, gerade Vol.2, war ja bereits, hier etwas Retro-Nostalgie aber in modernem SFX-Gewand zu bieten, und Thor: Ragnarok geht voll auf die Schiene. Es erinnert halt stark an SciFi der 60er/70er, als noch nicht alles steril farblos war, sondern überraschend bunt. Stark gemixt mit den 80ern, weil die Farben zusätzlich gern neon gehalten werden und der Soudntrack voller Synth ist. Dass alles wie gesagt in der Technik der Moderne, aber vom Stil her stark daran angelehnt. Wer will, kann dies natürlich als billiges Anbiedern sehen. Aber wenn es wirklich so durch und durch den Style und die Vibes des Filmes ausmacht, find ich das schon geil, und auch wenn diese 80er-Ästhetik aktuell mehr und mehr im Kommen ist, wirkt es in Ragnarok soweit noch frisch und sich eben von der spröden Optik vieler voriger Superheldenfilme abhebend. Mir hat es echt gefallen.

Ganz ehrlich, ich fand den ganzen Film eine absolute Gaudi. Wenn man keine coole Action sieht, dann wird charmant rumgeblödelt, und das alles in einem absolut treffsicheren interessanten Stil gepackt. Den Film wird man sich gern wiederholt ansehen.

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A Knight of the Seven Kingdoms

Es ist passiert. Nachdem ein Jahr pausiert wurde, ging kürzlich die absolute Hypeserie Game of Thrones mit 73 Folgen in 8 Staffeln zu Ende. Nie wieder der Drachenmutter zujubeln. Nie wieder interessante Lannister-Intriegen miterleben. Nie wieder von Jon Snow zu Tode gelangweilt werden. Es ist vorbei… und keiner mochte es. Die Staffel mag die höchsten Einschaltquoten, aber auch mit Abstand die schlechtesten Kritiken eingefangen haben. Ich gehe diesmal gleich auf einer Folgen-zu-Folgen-Basis durch die verkürzte 6-Episoden-Finalstaffel.

Mit neuem Opening übrigens! Ich mochte ja immer das Schwenken über das Diorama der Welt, welches einem schön zu Beginn jeder Episode gezeigt hat, welche Orte aktuell wichtig sind, damit man einen besseren kartographischen Bezug zu den Schauplätzen hat. Das bleibt beibehalten, aber wir sehen jetzt auch direkt, dass es eigentlich nur noch um zwei Lokalitäten und den Kampf dreier Häuser geht, in dem vom zerstörten Wall aus direkt durch Winterfell und nach King’s Landing zum Eisenthron gezoomt wird.

Das Thema der ersten Episode ist dabei zum Großteil jenes der komplexen Familienbeziehungen. Jon Snow und Daenerys sind immer noch verliebt, jedoch findet Jon heraus, dass er ebenfalls ein Targaryen und als Mann natürlich der rechtmäßige Erbe des Eisenthrones ist. Jon und Sansa sind immer noch ein wenig bröckelig, weil er den Titel als König des Nordens nicht angenommen hat und nun auch noch Daenerys mitbringt. Die Greyjoys kämpfen weiter miteinander und Theon entschließt sich letztendlich seiner Adoptivfamilie Stark zur Hilfe zu kommen. Cercei möchte beide ihrer Brüder für den Verrat an ihr Tod sehen, während Tyrion überrascht ist, dass sie ihr Versprechen bricht, beweisend, dass aus einem der schlausten einer der dümmsten Charaktere der Serie geworden ist. Sam derweil findet heraus, dass sein Bruder und Vater von Daenerys hingerichtet wurden, und obwohl er keine gute Bindung zu jenen hatte, trifft ihn das dennoch hart.

Die zweite Episode hätte ich nicht erwartet. Genauer gesagt hätte ich nicht gedacht, dass die Serie, wenn sie noch fünf Episoden hat, um alles zu Ende zu bringen, die volle Stunde dafür opfert, zu zeigen, wie die Leute, die fürs letzte Gefecht gegen die White Walker zusammengekommen sind, kurz vor deren Attacke verbindende Momente haben. Am besten ist und bleibt sowieso die Beziehung von Brianne und Jaime, und die Szene, in der er sie zum Ritter schlägt, ist definitiv eine der emotionalen Highlights der ganzen Serie. Auch mag ich sehr die Dynamik zwischen Sansa und Daenerys. Die beiden Frauen haben schon gegenseitigen Respekt, weil sie durch ähnliche Schrecken gegangen sind, um in ihrer Position von Macht zu landen. Aber beide wissen auch, dass sie nie miteinander klarkommen werden, eben weil sie ihre Macht nicht aufgeben werden. Ach ja, und Mc Guffin Boredom Stark, der nur dazu da ist, Visionen zu haben, wenn man einen schnellen Weg braucht, um Charaktere Dinge herausfinden zu lassen, ist noch ein größerer McGuffin, weil er auch als Köder für den Night King dient, um eine Ausrede zu haben, warum der nicht hinter seiner Armee bleiben wird.

The Longest Night ist auch die längste Episode, denn jetzt kommen wir zu jenen, die Feature Length haben. Und so ziemlich die kompletten 80 Minuten sind der Kampf gegen die White Walkers. Alles andere wäre wahrscheinlich zu kurz, nachdem dies sieben Staffeln lang hochgehyped wurde. Der geht ungefähr so, wie zu erwarten war. In dem es mehrmals aussichtslos wirkt, sich doch noch was ändert. Und natürlich die Tatsache, dass sobald der Night King stirbt nach Vampirregeln auch alle, die er gemacht hat, sowie das Boredom Stark ihn herauslockt, trotz dramatischer Übermacht der White Walker die menschliche Seite gewinnen lässt. Und Arya darf ihn töten, aber das konnte man sich schon denken, als sie sich die Drachenglaswaffe hat anfertigen lassen. Theon darf sich opfern und hat somit seine Wiedergutmachungs-Arc beendet. Mormont darf sich endlich für seine Königin opfern, die nur in Gefahr gerät, weil ihr Drache dummerweise gerade lange genug vergisst, dass er fliegen oder Feuer speien kann. Die Krypta war kein so gutes Versteck für Zivilisten, wenn eine Armee angreift, die Tote wiederbeleben kann, und keiner sah es kommen. Obwohl, sobald der Night King im Vorgarten steht und die Armee Winterfell überrannt hat, bin ich mir auch nicht sicher, ob es überhaupt noch ein sicheres Alternativversteck gegeben hätte. Ach ja, und die Red Woman darf auch noch mal was machen und dann sterben, was für ein verschwendeter Charakter. Um ehrlich zu sein war dies nicht meine liebste Folge. Ich verstehe, dass der Kampf chaotisch und durcheinander und überfordernd erscheinen soll, und das der Schneesturm wichtig ist, damit die Drachen nicht zu OP sind. Doch die Folge ist so wackelig, dunkel und vernebelt gefilmt, dass man häufig überhaupt nicht erkennt, was überhaupt los ist.

Episode 4 ist echt hart für Daenerys, denn sie muss sich um mehr und mehr Probleme Gedanken machen. Da wäre natürlich zunächst Jon, den sie liebt, der seine Tante aber nicht poppen will, und vor allem ein legitimer Thronnachfolger ist. Den will er gar nicht, sicher, aber Daenerys ist nicht blöd genug, zu glauben, dass die meisten ihn nicht lieber dort sehen würden. Und sie weiß, dass Jon Snow ein Idiot ist, der die Info natürlich prompt nicht bei sich lassen kann. Ich bin mir ja nicht sicher, warum überhaupt so viele Charaktere glauben, dass der Naivling einen guten König abgeben würde. Und natürlich stellt sich weiterhin das Problem, wie sie Cercei besiegen und King’s Landing einnehmen soll, ohne als mordende Tyrannin vom Volk gesehen zu werden. Gerade jetzt, wo sie gern alles niederbrennen würde, nachdem sie einen weiteren Drachen und ihre treueste Freundin und Beraterin verliert. Damit hat Cercei die Drachenkönigin wohl über den Rand getrieben. Ach ja, und Brianne und Jaime ficken. Ich hasse es. Deren eher kameradschaftliche Beziehung fand ich immer viel besser, als da plötzlich was Romantisches draus machen zu wollen. Und natürlich geht Jaime eh zu Cercei zurück, wozu das also?

Lasst mich mal ganz ehrlich sein. Bisher sah ich nicht, warum Season 8 so viel Hass einfährt. Wirklich wesentlich schlechter als die vorigen zwei Staffeln, gerade Season 7, fand ich sie gar nicht mal. Und viele dumme Sachen waren schon in jenen klar angelegt. Jon Snow war schon immer ein naiver Vollidiot. Dass es zwischen ihm und Danny nicht gut enden kann, war klar, sobald wir wussten, dass er ein Thronerbe ist. Es war schon immer klar, dass die Serie nicht gut enden wird. Danny und Sansa oder Danny und Cercei hätten auch nie miteinander klarkommen und gut enden können. Hier hat sich meine Meinung nun geändert. Wie sich Tyrion von Varys verabschiedet oder das Cercei buchstäblich dadurch stirbt, dass ihr Königreich über ihr zusammenbricht, fand ich noch ganz Ok. Doch dann brennt Daenerys die Stadt nieder. Obwohl die sich ergeben haben. Ich würde es sogar noch verstehen, wenn sie in ihrer Rage zur Red Keep geflogen wäre, um diese mit Cercei drin zu zerstören, was auch genug Unschuldige umgebracht hätte, um zu einem Problem für sie zu werden. Allem wahnsinnigen Tagaryen-Blutes und über die Verluste der vorigen Folge über die Klippe getrieben zu werden, macht es für mich trotzdem absolut keinen Sinn, dass sie das komplette King’s Landing niederbrennen würde. Und was war mit der Szene, wenn plötzlich dieses weiße Ross aus dem Nichts auftaucht, damit Arya wegreiten kann? Oder warum ist der eine Piratenkönig vor Ort geblieben, nur um sich mit Jaime ein gegenseitig umbringendes Duell zu liefern? Je länger die Episode andauerte, umso mehr merkte ich, wie ich mich weniger und weniger um die Serie scherte.

Und auch um die letzte Episode nicht mehr. Daenerys ist jetzt also eine selbstgerechte Tyrannin und muss von Jon erstochen werden. Der langweiligste Non-Charakter der ganzen Serie landet auf dem Thron der sechs Königreiche, warum die Staatsoberhäupter jener auch immer meinen noch einen zu brauchen, statt lieber eigenständig weiterzumachen wie der Norden dies tut. Jon Snow geht zurück dahin irrelevant zu sein. Die beiden Stark-Frauen zeigen noch mal, dass sie die einzig coolen Starks sind. Und so klingt die größte Serie der letzten Dekade aus. Und mir ist es ziemlich egal. Hätten die Show-Runner es je geschafft, diesen Koloss in ein zufriedenstellendes Fahrtwasser fürs Finale zu bringen? Gerade ohne auf Bücher zurückgreifen zu können? Gerade nachdem Staffel 7 schon vorahnen ließ, dass es nicht großartig weitergehen wird? War vielleicht unrealistisch zu erwarten. Aber mehr zu erwarten, als geliefert wurde, war irgendwo schon.

Kong: Skull Island

Diese Woche gibt es nicht nur bei Dark Souls II eine kleine Unterbrechung, sondern auch unser reguläres MCU-Programm darf eine Auszeit nehmen. Für ein anderes Cinematic Universe, dem MonsterVerse. Immerhin kommt deren zweiter Godzilla in die Kinos, von daher höchste Zeit Kong: Skull Island aufzuholen. Aber keine Sorge, gegen die Entzugserscheinungen spielen hier immerhin Captain Marvel und Loki mit! Dann wiederum ist es mittlerweile wahrscheinlich schwer, einen Blockbuster zu finden, in dem keine Schauspieler zu sehen sind, die auch im MCU mitgespielt haben.

Monarch ist eine Organisation, die am Ende ist. Forschung, um Monster zu entdecken, wird halt nicht ernst genommen. Doch für eine letzte Mission auf die kürzlich durch Satellitenaufnahmen entdeckte Skull Island dürfen sie noch mit. Zusammen mit einer kleinen Militäreinheit frisch aus dem verlorenen Vietnamkrieg, einem Fährtenleser und einer Journalistin geht es also zur Insel. Wo die Hubschrauber auch prompt abgeschossen werden, weil ein überdimensionierter Gorilla Bäume danach schmeißt.

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, wie ein im zweiter Weltkrieg hier abgestürzter und seither beim indigenen Volk der Insel untergekommener Kerl ihnen verrät: Kong ist eigentlich die Schutzgottheit gegen die anderen monströs großen Tiere der Insel, allen voran die unter der Erde hausenden Skullcrawlers, die durch den Militärbeschuss aufgeweckt wurden.

Kong: Skull Island ist ein sehr simpler und geradliniger Film. Die Charakterarchetypen und Storybeats sind bekannt. Ein letzter Versuch einer Organisation relevant zu werden. Der Fährtenleser, der alle retten will. Der Militärkommandant, der nachdem er seine Truppen verliert, eine Ahab vs. Moby Dick Sache mit Kong am Laufen hat. Das spirituelle Ureinwohner-Volk. Der eigentlich gute Kong.

Lang hält sich der Film dann an diesen Dingen auch nicht auf. Wie erwähnt sind die noch nicht mal richtig auf der Insel gelandet, da sehen sie Kong schon zum ersten Mal, statt sich verdeckt zu halten. Er ist ja aber auch nicht die wahre Bedrohung im Film, deswegen darf er inflationär ins Bild gehalten werden, weil er sowieso im weiteren Verlauf zu einem Sympathiecharakter wird. Allgemein ist das Thema so ein wenig „Hätte man die Insel doch einfach mal in Ruhe gelassen“.

Stattdessen baut der Film auf Action und schnieke Optik. Beispielsweise werden die mit den Hubschraubern abgestürzten, wenigen Überlebenden in zwei respektive drei Gruppen getrennt, die voneinander unabhängig über die Insel müssen, weswegen sozusagen immer einer davon etwas geschehen kann. Ob nun eine übergroße Spinne angreift, jemand sich plötzlich Auge um Auge mit Kong sieht, oder die Skullcrawler aufzutauchen beginnen. Los ist immer was, der Spannungsbogen wird die zwei Stunden über aufrecht gehalten. Und auch hier schön, dass man sich auf Zurückhaltung besonnen hat, in einer Zeit, in der viele diesen Film sicherlich um eine halbe Stunde länger gestreckt hätten.

Was selbstverständlich auch sofort auffällt, ist, dass der Film nicht nur direkt nach dem Vietnamkrieg angesiedelt ist, sondern auch von der Optik her stark von (Anti-)Kriegsfilmen geprägt bleibt. Die schiere Anzahl von Szenen vor dem ausgefranst-orangenem Sonnenuntergang alleine erinnert stark an Apocalypse Now. Auch sind viele der Angriffe von Monstern sehr hektisch und chaotisch inszeniert, als wäre man auf einem Schlachtfeld unter Beschuss.

Ich mochte Kong: Skull Island. Einfach weil er nicht versucht, größer zu sein, als er ist. Es ist stattdessen ein einfach gehaltener Monsterfilm mit netter Optik und viel Action. Vvielleicht nicht mit herausstechenden Charakteren gesegnet, aber eben auch nicht ganz so langweiligen Pappaufstellern wie Godzilla (2014). Gute Popcorn-Unterhaltung durch und durch.

Spider-Man: Homecoming

Ob Spider-Man im MCU auftauchen würde, war lange nicht klar. Die Sache ist nämlich die, dass der Comicbuch-Charakter an sich zwar Marvel gehört, die Filmrechte allerdings von Sony gehalten werden, dementsprechend Marvel/Disney nicht einfach Filme mit ursprünglich ihrem eigenen Charakter drehen dürfen. Letztendlich hat man sich dann natürlich doch geeinigt, bei all dem Geld, welches die MCU-Filme einspielen, war das sicherlich nur eine Frage der Details, welche Kuchenstückgröße an wen geht. Und damit sah man 2017, 15 Jahre nach der Trilogie von Sam Raimi, mittlerweile die dritte Inkarnation des Netzschwingenden Superhelden auf den Leinwänden der Lichtspielhäuser.

Da er bereits in Civil War aufgetaucht war, und die Filme in der Chronologie spielen, in der sie released sind, gibt es hier keine Szenen, wie Peter Parker genau zu Spider-Man geworden ist, sondern er hat die Kräfte direkt schon. Nicht das er damit viel machen kann, er wird nämlich nach der Gaudi, die er im Kampf Team Stark vs Team Rogers hatte, wieder in New York abgesetzt, um sich auf die High School zu konzentrieren und vielleicht ein paar Bankräuber nebenbei zu stellen und alten Omis über die Straße zu helfen.

Ein hormoneller Teen mit Superkräften findet es natürlich gar nicht geil, an der kurzen Leine gehalten zu werden, und da dem beliebtesten Mädel der Schule hinterher zu lechzen und zu Internetpornos zu masturbieren auch nicht die kompletten Tage gefüllt bekommt, wenn man als Genie nicht lernen muss, lässt er sich auf gefährlichere Deals ein. Beispielsweise wenn er versucht eine Bande zu stellen, die mit der Alientechnologie, die bei den Avengers-Kämpfen abgefallen sind, Superwaffen unter die Leute bringen. Was natürlich nicht gut und mit einem Anschiss von Tony Stark endet. Peter muss sich anschießend also noch mehr beweisen als eh schon.

Ganz ehrlich bringe ich Spider-Man: Homecoming stark gemischte Gefühle gegenüber. Manche Parts mochte ich, manche fand ich langweilig, und es war immer das gleiche Muster. Denn die Teile mit Spider-Man, mit dem agilen witzigen Kerl in der Spandex, der sich durch die Hochhausschluchten schwingt und darunter doch ein leicht tapsiger Teen ist, die fand ich gut. Seine Interaktionen mit Tony Stark als Mentor auch, gerade am Ende des Filmes. Seine Naivität und das Gutmenschentum passen zu so einem jungen Charakter auch viel besser, während es mich in einem Film mit einem älteren Helden sicherlich eher gestört hätte, aber Spider-Man ist halt wie ein gutmütig-niedliches Hündchen.

Die Parts die ich nicht mochte, waren hingegen die mit Peter Parker. Ich habe ja bereits mehrmals bei anderen Filmen geschrieben, dass ich die Origins Stories langsam leid geworden bin, weil sie alle gleich sind. Spider-Man hat so gesehen zwar keine Origins Story, was ich zunächst gut fand, aber da Homecoming sein erster Standalone-Film ist, grast er dennoch viele der gleichen Story-Beats ab. Abgesehen davon bin ich diese High School Handlungen eh mehr als leid. Er hat also einen dämlichen Freund, der ihn fast auffliegen lässt. Er ist ins hübscheste Mädel der Schule verschossen. Es gibt einen Neider, der ihn hänselt. Gähn. Ich mag Homecoming dafür gratulieren, dass er diese Klischees nie bis zum unerträglichen Ende ausreizt – Peter zerstreitet sich nie mit seinem besten Freund, oder mit den anderen aus seiner Gruppe, selbst als er sie in Washington sitzen lässt, um rum zu spidern, und auch das Mädel mag ihn eigentlich auch… aber das macht die High-School-Teile der Geschichte auch nicht interessanter.

Was ich erneut gern erwähnen will, ist das tolle Casting im MCU. Tom Holland ist perfekt als Peter Parker Spider-Man. Wie 15 sieht er natürlich nicht aus, aber er spielt ihn genauso, wie ein Laie wie ich mir einen Spider-Man vorstellen würde. Als weiteres Schmankerl wird der Bösewicht übrigens von Micheal Keaton verkörpert. Nachdem er also selbst mal einen Superhelden in Batman und Batman Returns verkörperte und in Birdman einer kritischen Auseinandersetzung dessen, ist er nun auch als Comicbuch-Bösewicht zu sehen gewesen (Name Vulture, er bleibt also bei den aviatischen Bezeichnungen).

Spider-Man: Homecoming ist also einer jener Filme, die ich mehr mögen möchte, als ich das tue. Oder gerne häufiger mögen würde. So gut mich einige Parts unterhalten hatte, bin ich halt bei anderen nicht ganz mitgegangen. Damit würde ich es also erneut eher ins Mittelfeld des MCUs setzen, nicht weil er durchschnittlich, sondern weil er durchwachsen ist.

Guardians of the Galaxy Vol.2

Der nächste Film in der Reihe der MCUs auf den Weg zum Endgame ist James Gunns Guardians of the Galaxy Vol.2. Meine Trash-Babies und Gegengewicht zu den so aalglatten Avengers sind zurück!

Star Lord hat keine Familie, denn sein Vater war nie präsent, seine Mutter ist am Krebs gestorben, als er noch jung war, und kurz darauf wurde er von Piraten ins All entführt. Aber das stellt sich nun zum Teil als Lüge heraus. Sein Vater ist gar nicht David Hasselhof, sondern der Halbgott Ego, der ihn endlich gefunden hat, nachdem die Piraten ihren Teil seines Auftrags, seinen Sohn zu ihm zu bringen, nicht erfüllt haben.

Als Mitt-Dreißiger, der plötzlich zum ersten Mal seinen Vater trifft, ist Star natürlich der ganzen Angelegenheit gegenüber skeptisch, doch seinen Ziehfamilie der Guardians überzeugt ihm davon, dass es zumindest einen Versuch wert ist, mit ihm zu gehen. Irgendwo dazwischen mischen sich die Space-Piraten ein, werden Baum und Waschbär gefangengenommen, taucht die blaue rachsüchtige Schwester des grünen Weibs auf, und stellt sich Stars Vater als wenig vertrauenswert heraus.

Ich glaube die Guardians of the Galaxys sind meine liebsten Filme im MCU, oder zumindest ziemlich unter den Tops. Mir gefällt einfach der flapsige Humor, dass sich gegenseitige Necken der mülligen Charaktere, die Sprücheklopferei, das Timing, und natürlich auch die wenig dezent an Nostalgienerven ziehenden Untertöne an 80er-Romantik.

Von der Handlung her hat mir der zweite Teil ebenfalls weitestgehend gefallen. Die ganze Angelegenheit wirkt fast persönlicher und kleiner, obwohl so viel geschieht, so viele Charaktere auftauchen, und am Ende erneut die Galaxie gerettet werden muss. Einfach dadurch, dass es eben in die Jugend von Star Lord hineinspielt. Lediglich den Mittelteil fand ich ein wenig holprig. Es wirkt fast so, als hätte man auf das Spektakel und die Charakter(neu)einführungen zu Beginn zu viel Zeit verloren, und nicht mehr genug der Spielzeit zur Verfügung, um elegant in das zuspitzende Finale einzuleiten. Das führt zu ein paar sehr erzwungenen Charaktermomenten. Wenn sich die beiden Schwestern in der Höhle kloppen und ihre innersten Gefühle offenbaren, wenn gleiches fast gleichzeitig zwischen Rocket und Yondu geschieht, und an dritter Ortschaft Ego seinen fiesen Masterplan in allen unnötig Schnäuzer-zwirbelnden Details seinem Sohn offenbart.

Dabei mag ich die Charaktermomente eigentlich durchaus. Beide Auseinandersetzungen im vorigen Beispiel, welche die Enttäuschung Nebulas ihrer Schwester oder die Gemeinsamkeiten zwischen Rocket und Yondu aufzeigen, finde ich an sich eine gute Idee. Sie hätten nur nicht ganz so forciert wirken müssen. Sie sind auch wichtig. Zum einen natürlich, um den Film zu mögen, damit er etwas tiefer geht als nur das optische Spektakel und die flotten Sprüche. Damit gemerkt wird, dass er doch Herz hat. Aber eben auch, weil Familie eine durchgehende Thematik ist. Dass sie eben auch an anderer Stelle statt nur in der Blutsverwandtschaft gefunden werden kann. Und das dies ein besonderes Band ist, welches über reine Freundschaft hinausgeht.

Und joa, viel mehr habe ich eigentlich schon nicht zu sagen. Für mich war Guardians of the Galaxy Vol.2 das Wohlfühl-Rundumpacket. Mit netten Charaktermomenten, großen Special Effects, und treffendem Humor. Gut, dass man Gunn nun doch für den dritten Teil erneut verpflichtet hat.

Doctor Strange

Ja, der dritte Superhelden-Film in Reihe. Ich schwöre, ich zocke auch noch, aber die Muse drüber zu schreiben ist mir momentan einfach nicht so gegeben. Über 120-Minuten Film rotzt sich einfach viel schneller mal was hin, als Mist über ein 50-Stunde-RPG verzapfen zu müssen.

Doctor Stephen Strange, und ja das ist sein Name, hat alles, was man wollen kann. Der Star-Neurologe ist smart, erfolgreich, reich, hat eine Affäre mit seiner attraktiven Kollegin, und trotz seiner maßlosen Arroganz streicheln ihm alle unaufhörlich das Ego. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, und so landet er in einem selbstverschuldeten Autounfall, der ihm die Hände zertrümmert.

Vom Chaoseffekt des Lebens zurechtgestutzt, versucht Strange natürlich jede Behandlung, die ihm den vollen Zugriff auf die Feinmotorik seiner Hände zurückgeben könnte, stößt in seinem Frust seine Christine von sich, und landet letztendlich beim letzten Strohhalm: Er stöbert einen Kerl auf, der trotz hoffnungsloser Diagnose die Funktion seiner Beine zurückerlangte, welcher ihn nach Kamar-Taj in den Himalayas schickt.

Dort trifft er auf die sogenannte Ancient One, die über das Multiversum und das Leiten von Energie ihn Magie lehrt. Jede Menge esoterisch klingendes Zeug, mit dem der gelehrte Strange natürlich zunächst nichts anfangen kann, aber welche Wahl hat er schon? Und letztendlich stellt er sich nach Anfangshürden als begabter aber alles hinterfragender Musterschüler raus, der die Welt vor der Gefahr des abtrünnigen Ex-Lehrlings Kaecilius retten muss.

Doctor Strange erscheint mir mehr einer jener Subjekte zu sein, die ich eher in die 70er/80er der Superhelden-Filme einreihen würde, als da so einiges Merkwürdiges umgesetzt wurde. Ähnlich wie Ant-Man (ja, ich werde eine Ausrede finden, den in jedem weiteren MCU zu erwähnen!) will es konzeptionell auf den ersten Blick nicht in die ernste moderne Ära und ihre Optik passen. Deswegen gehe ich erneut davon aus, dass diese B-Riege hauptsächlich ihr grünes Licht bekommen hat, weil die A-Riege bereits abgegrast ist, aber nach fast zwei Dekaden er „neu“-aufgekommenen Popularität des Superheldengenres das Publikum diesem dennoch bisher nicht überdrüssig geworden ist.

Scheinbar musste man auch ein Schauspieler mit einem „interessanten“ Gesicht oder „Gesicht mit Charakter“ gewesen sein, um beim Casting der Hauptrollen weiterzukommen. Doctor Strange wird verkörpert von Benedict Cumberbatch, die Ancient One ist niemand anderes als Tilda Swinton, und Kaecilius wird dargestellt von Mads Mikkelsen. Wer hätte gedacht, dass man jene drei Schauspieler mal prominent in einem Superheldenfilm zu sehen bekommen würde?

Aber jetzt mal endlich dazu, wie mir der Film gefallen hat. Eh, joa so ein wenig. Auf einer basischen Linie gesehen war er schon Ok umgesetzt und ich war nicht maßgeblich gelangweilt, bleibe bei meiner Meinung, dass die MCU-Film alle ganz schaubar sind. So wirklich einen meiner Highlights werde ich ihn allerdings nicht nennen. Über die vielen Filme des Genres bin ich ja in den letzten Jahren ein wenig zu dem Ergebnis gekommen, dass die Origins-Storys häufig nicht der interessanteste Teil einer Superheldenreise sind. Was eventuell aber auch maßgeblich dadurch mitbeeinflusst ist, dass wir einfach so erbrechend viele davon vorgesetzt bekommen haben und die Grundbeats sich zu sehr ähneln.

Abgesehen davon finde ich allerdings auch nicht, dass es beispielsweise Cumberbatch schafft den Film zu tragen. Man sollte meinen das Ginge, immerhin schafft er das bei Sherlock und so unterschiedlich sind sich die Figuren zunächst charakterlich gar nicht mal. Vielleicht fehlt ihm einfach das Gegenstück eines Holmes in Doctor Strange, aber den Lead habe ich ihm hier nie abgekauft. Irgendwie wirkt die Figur des Strange aber auch merkwürdig von den anderen Figuren und den Ereignissen des Filmes distanziert, vielleicht gab ihm also auch einfach das Script nicht genug her.

Gefallen haben mir allerdings die visuellen Effekte sehr. Sowohl das trippige Multiversum, als auch das Realitätsfalten in der Spiegelwelt, wenn aus der Umgebung ein Escher-Gemälde wird, sozusagen der Inception-Effekt aber noch extremer. Da ist es richtig schade, dass der Rest des Filmes so konventionell ist.

Captain America: Civil War

2016 ist die dritte Phase des Marvel Cinematic Universes losgetreten worden, und diesmal die ganz heiße, die mit den meisten Filmen in kürzester Zeit auf das große Happening Avengers: Endgame hinarbeiten sollte. Wer weiß, ob der Superhelden-Hype nicht doch nach all den Jahren irgendwann mal endet, da gehört noch Mal alles rausgeholt. Da ich abgesehen von Ant-Man and the Wasp noch keinen der Phase gesehen habe, steht mir also noch einiges bevor. Angefangen mit dem dritten Captain America.

Die Avengers haben sich also gegründet, sind angewachsen, und haben ihre ersten großen Einsätze hinter sich gebracht, all das mehr oder minder mit Tony Stark und Steve Rogers als Köpfe und Gesichter des Teams. Aber auch das beste Ehepaar verkracht sich mal. Im hiesigen Falle wird dies dadurch ausgelöst, dass die UN den Avengers ein Ultimatum stellt: Sie können nicht mehr unkontrolliert als private Organisation, die nur vor sich selbst Rechenschaft ablegen muss, überall auf dem Globus die Weltpolizei spielen und dabei auch noch jede Menge Kollateralschaden verursachen. Stattdessen sollen sie sich der UN unterstellen, welche dann das Sagen hat, wann und wo die Avengers eingesetzt werden.

Captain America will jenes Abkommen nicht unterschreiben, weil er weiterhin der Meinung ist, es ist besser nur vor dem eigenen Gewissen ihre Einsätze rechtfertigen zu müssen, statt sich durch die Agendas der UN manövrieren zu lassen. Iron Man hingegen vertritt die Meinung, dass sich den Regulationen einer höheren Stelle zu unterwerfen die bessere Lösung ist. Beide Standpunkte werden, gerade da man zunächst meinen sollte jede Rolle wäre eher der anderen zugeneigt, durch aktuelle Ereignisse in ihrem Leben gebildet und weiterhin untermauert. Das führt zu einem Riss in den Avengers, besonders nachdem ein Attentat scheinbar auf den Winter Soldier geht, der nun gejagt wird.

Um ehrlich zu sein ist Civil War eigentlich weniger Captain America 3, als vielmehr Avengers 2.5. Ist so gesehen auch nicht überraschend, denn mittlerweile sind die Avengers etabliert und Stark und Rogers stehen an deren Spitze. Es gibt halt keinen wirklich guten Grund, wie man Captain America für seinen „eigenen“ Film wieder von ihnen trennen kann. Beziehungsweise ist Civil War der Prozess jener Trennung.

Was mir hierbei besonders gefallen hat, ist, dass es eben nicht die übliche Superhelden-Schoße ist. Civil War wirkt persönlicher und direkter, und das trotz des großen Casts an Charakteren. Zwei wichtige Themen sind zum einen die persönliche Überzeugung eines jeden, und wie jene sich nicht zwangsläufig erschüttern lässt, nur weil Freunde und Familie einer anderen folgen. Beide Seiten des Konflikts im Film sind dabei absolut nachvollziehbar. Sowohl diejenige, die sich nicht von Politik lenken und eventuell korrumpieren lassen will, als auch diejenige, die nicht eine immer größer werdende Gruppe an Leuten mit Superkräften einfach unkontrolliert ihr eigenes Ding machen sehen will. Und dann als zweite Thematik was für ein Katalysator und Motivationsgrund persönlicher Verlust sein kann, eventuell hineingehend in die enorme Zugkraft von Rache.

Tatsächlich ist hier der Antagonist auch kein Superschurke, der die Welt mit seinen Kräften unterjochen will. Es ist kein Boss einer weltumfassenden Firma oder Geheimorganisation, die mit Supermenschen die Welt erobern wollen. Es ist ein relativ normaler Mann, der durch einen Einsatz der Avengers alles verloren hat, und nun seinen lang angelegten Racheplan in die Tat umsetzt. Nicht, indem er Druck von außen anlegt, in der Hoffnung die Avengers zu beenden, was sie wahrscheinlich nur noch wesentlich stärker zusammenschweißen würde. Sondern in dem er die Saat des Misstrauens unter ihnen streut und sie von innen heraus erodieren will, damit sie von sich aus auseinanderfallen.

Am Ende des Filmes sind wir uns auch nicht so ganz sicher, ob er das nicht vielleicht sogar geschafft hat. So richtig wahrscheinlich nicht. Immerhin ist ein anderer der Interessanten Aspekte des Filmes, auch wie die Avengers mehr oder weniger eine Familie sind. Selbst wenn sie sich auf unterschiedlichen Seiten wiederfinden, und sogar gegeneinander kämpfen, so winkt dabei immer das Gefühl mit, dass alle eine stille Übereinkunft haben dies wieder kitten zu können, sobald sich der Staub gelegt hat und alle weiterhin Freunde sind. Dieses Gefühl von Kameradschaft macht den emotionalen Kern des Filmes aus. Und das Ende, wenn Steve und Tony vielleicht doch final miteinander zu brechen drohen, umso klimatischer.

Was natürlich auch viel Kurzweil in die zweieinhalb Stunden des Filmes bringt, sind die vielen Action-Einlagen, die nicht fehlen dürfen. Und natürlich einem guten Dutzend an Superhelden zumindest hin und wieder mal neben den beiden Hauptakteuren ihren Moment im Rampenlicht zukommen zu lassen. Am Ende stehen sich in den Fronten tatsächlich sechs gegen sechs entgegen, nachdem für mich überraschend bereits sowohl Black Panther als auch Spiderman mit dabei sind, wo ihre Filme doch erst ein bis zwei Jahre später erscheinen sollten. Hier fiel mir auch mal wieder auf, wie unglaublich gut das Casting der Franchise ist. Robert Downey Jr ist perfekt als Tony Stark, Chris Evans als Steve Rogers, sowie die beiden hier nicht anwesenden Chris Hemsworth und Tom Hiddleston als Thor und Loki, und auch für die Rolle des Peter Parker hätte man wohl kaum jemand besseren als Tom Holland finden können.

Somit fängt für mich die dritte Phase tatsächlich mit dem gewollten Paukenschlag an. Captain America: Civil War ist bisher einer meiner Favoriten unter den nicht wenigen Filmen des Marvel Cinematic Universes gewesen.

Shazam!

Es war mal wieder Zeit fürs Kino, und irgendwie ist es dieses Jahr sowieso fast unmöglich, in einem Lichtspielsaal zu landen, in dem nicht gerade ein Superhelden-Film läuft. Diesmal wenden wir uns wieder dem DC-Universum zu, weil mittlerweile ja alles sein eigenes Extended Universe ist, welches nicht unbedingt die meisten Fürsprecher für sich verbuchen kann.

Wir beginnen zunächst mit einem ziemlich langen Rückblick, bei dem ein kleiner Junge, der von seinem Vater und älteren Bruder nicht gut behandelt wird, sich plötzlich in einer Höhle mit einem Magier und Statuen der sieben Todsünden wiederfindet. Und einer mächtigen Kugel, die ihn in Versuchung führt, weswegen er den Test ein Superheld zu werden vermasselt, schreiend wieder ins Auto zurückversetzt wird, weswegen seine Familie verunglückt.

Im Hier und Jetzt folgen wird dem Teenager Billie Batson, womit auch klar sein sollte, da jener der eigentliche Hauptcharakter ist, dass die Anfangsszene die Origin-Story des Bösewichts darstellen muss. Billie wurde von seiner Mutter als Kind verlassen, haut regelmäßig von seinen Ziehfamilien ab, um sie erfolglos zu suchen, und wird gerade von einem Paar aufgenommen, die selbst durch das Pflegesystem gegeben wurden, und fünf weitere Ziehkinder bei sich aufgenommen haben.

Doch auch Billie wird vom Zauberer in die Höhle gezappt, der in all den Jahren keinen Menschen reinen Herzens finden konnte, um ihm Mächte zu übertragen. Doch unser Bösewicht hat mittlerweile einen Weg hierher gefunden, den Machtlichtball entwendet, und die sieben Todsünden sind in ihn eingedrungen, weswegen der sterbende Magier keine Zeit mehr hat, wählerisch zu sein, und Billie die Macht überträgt sich in einen Superhelden zu verwandeln, wann immer er „Shazam“ ruft.

Jetzt gehen wir so ziemlich durch die zu erwartenden Ereignisse. Billie, ja eigentlich noch ein dummes Kind im Körper eines Erwachsenes, der zusätzlich Superkräfte hat, macht sich darauf eine ordentliche Gaudi. Und missbraucht die Kräfte auch ein wenig, aber auf meist ziemlich harmlose Weise, halt maßgeblich für Blödsinn, die in den Kopf eines 14-Jährigen kommen würden. Er enttäuscht seinen neuen Ziehbruder etwas, muss sich aber irgendwann eingestehen, jetzt doch einen Ort gefunden zu haben, den er Familie nennen kann, und am Ende besiegt die neugefundene Bande das Böse.

Ich hatte erwartet, dass mir mit Shazam so ein wenig DCs Ant-Man geboten wird. Ein etwas kleinerer und auf sich besonnener Film, der einfach durch seinen guten Humor und charismatische Charaktere zu punkten weiß. Und in die Kerbe versucht Shazam tatsächlich auch zu schlagen. Beispielsweise bekommt man nie das Gefühl, Dinge oder Referenzen nicht zu verstehen, wenn man die anderen DC-Filme nicht geschaut hat, da Shazam schon auf sich alleine steht. Und es ist ein nicht ganz so großes oder abgehobenes Erlebnis. Und hat viel Humor zu bieten.

All das jedoch irgendwie in einem abgeschwächten Rahmen. So richtig nahe gingen mir beispielsweise keine der Charaktere und auch das Schauspiel derer nicht. Lediglich Mark Strong macht sich richtig gut als erfuhrt gebietender Fiesling. Aber insgesamt gibt das Script niemandem wirklich genug, um so wirklich damit arbeiten zu können, und wenn dann wirkt es aufgesetzt. Es ist von Anfang an klar, dass Billie irgendwann zu seiner neuen Familie stehen wird, aber irgendwie macht er das gegen Ende dann einfach, ohne dass man wirklich groß ein Wachstum seines Charakters dahingehend miterlebt hätte. Zudem ist der Film tonal etwas merkwürdig, die todernsten Szenen wie der Start wollen nicht so wirklich zum leichtherzigen Rest passen.

Aber es ist durchaus nicht alles schlecht, was hier geboten wird. Auch wenn er manchmal vielleicht etwas zu blöd ist, so funktionieren doch erstaunlich viele der Witze. Zumal sich der Film meist eh nicht zu ernst nimmt, wie man das schon an den lächerlich aufgebauschten Muskeln des Heldenkostüms sehen kann, welches nicht den Hauch eines Vorwands gibt, sie idealisiert-realistisch wie in anderen Superheldenfilmen aussehen zu lassen. Und ich mochte auch wirklich, wenn damit gespielt wird, dass hier Kinder im Körper eines Erwachsenen stecken. Langweilig wird er nun auch nicht wirklich.

So eine richtige Empfehlung kann ich dennoch nicht aussprechen. Shazam ist nett und nicht mehr. Aber auch nicht weniger. An einem langweiligen Filmeabend kann man ihn sich antun, aber man muss dafür nicht extra ins Kino wandern. Mit „ist schon ganz Ok“ scheint er aber, und ich spreche hier lediglich von Hörensagen, sogar noch einer der bessern DC-Filme zu sein.

Minna Atsumare! Falcom Gakuen

Minna Atsumare! Falcom Gakuen ist einer jener Scetch-Mangas, die in gerade mal 4 Panels einen kurzen Witz erzählen. Dies lief eine Weile so, immerhin hat er es letztendlich auf drei Sammelbände gebracht. Darauf wiederum basierend lief in 2014 und 2015 jeweils eine Anime-Staffel, die es auf insgesamt 25 Episoden schaffen. Oder besser Minisodes, denn sie sind gerade mal 2 Minuten lang, und ein Viertel davon nimmt das Opening ein.

Das Konzept ist, dass alle Charaktere aus den verschiedenen Spielen von Falcom in Xanadu zusammenkommen, da sich ihre Persönlichkeit zum Schlechteren verändert hat, wo sie nun zur Schule gehen, um zu ihrem wahren Charakter zurückzufinden. Oder so ähnlich, ist ja auch weitläufig egal. Schon ein wenig seltsam, dass dies in Xanadu geschieht, immerhin ist die Falcom-Franchise, aus der viele Subserien entsprangen, Dragon Slayer und nicht das selbst dort als Subserie entstandene Xanadu.

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf deren beiden populärsten Serien, zum einen Ys, wobei jeder, der nicht Adol oder Dark Fact ist, ziemlich am Rand rumdümpelt, sowie Legend of Heroes, wobei erneut hauptsächlich der Cast aus den Kisekis/Trails viel Screentime bekommt. Obskurere Auftritte wären der Prinz aus Dragon Slayer Jr., der legendäre Held aus dem ersten Dragon Slayer, viele andere allerdings sind schlichtweg degradiert mal kurz im Hintergrund stehen zu dürfen.

Das große Problem dabei ist, dass es die Serie nie schafft, so wirklich witzig zu sein. Ein paar Anspielungen sind ganz niedlich, gerade im Gerangel zwischen Adol und Dark Fact, von denen der eine oder andere eventuell irgendwann einen Screencap in der Timeline hatte. Ganz nette Idee, dass Adol, nachdem er für Diebstahl verhaftet wird, ganz lapidar fragt, was so schlimm daran ist, wenn ein Abenteurer Dinge aus den Schubladen anderer nimmt. Weil man das in RPGs ja notorisch macht. Oder wenn er sich mit Dark Fact das erste Mal kabbelt, und ihn einfach rammt, weil dies das merkwürdige Kampfsystem der oldschool Ys referenziert. Oder das Dark Fact, wenn er sich angegriffen fühlt, als Schutzmechanik Fallgruben erscheinen lässt, ganz wie im Bosskampf gegen ihn. Wenn plötzlich alle Adols aus den verschiedenen Ys auftauchen, und darunter der schrecklich aggressiv verwestliche vom Mega Drive Cover ist – wobei man die Chance vertan hat, die anderen optisch nach ihrer Ära zu unterscheiden.

Dies ist allerdings wohlweislich alles nichts, weswegen man sinnübertragend lachend am Boden liegen wird. Sondern mehr Instanzen, bei denen man mal kurz in sich hinein schmunzelt und dann weiterzieht. Und das auch nur beim ersten Mal. Wenn die den West-Adol zum dritten Mal ins Bild schieben, oder Dark Fact zum vierten Mal den Boden verschwindet lässt, ist man schon lang drüber weg.

Der Großteil des Humors ist sowieso absolut basische Haudrauf-Unkomik, die so in jedem generischen japanischen Werk sein könnte. Und die einfach nicht witzig sind. Spieler von Trails in the Sky mögen sich daran erinnern, dass Joshua dort kurz dazu gezwungen wird, sich als Mädchen zu verkleiden. Das nutzt Falcom Gakuen dazu, dass Joshua nun zufällig immer mal wieder Kleid und Perücke anzieht, weil er nun angeblich eine Obsession damit hat, ein attraktives Mädchen zu sein, woraufhin ihn jemand als pervers bezeichnet und der Zero no Kiseki Cast ihn eventuell verhaftet. Das ist der ganze Witz. Kisekis Playboy-Charakter taucht beliebig nackt auf, jemand nennt ihn pervers, eventuell wird er verhaftet. Das war es auch schon. Aisha aus Ys Seven wird vorgehalten, dass sie flachbrüstig ist. Hier bitte lachen.

Es ist einfach unglaublich, wie absolut unkreativ Falcom Gakuen einfach im Großteil seiner Witze ist. Bei denen man eine Pointe gleich gar nicht erwarten sollte. Es wäre geradezu einschläfernd, wenn die Folgen nicht so schnell rum wären. Der krude Zeichenstil und schlechte Animationen sollen wohl einen passenden Low-Budget-Look verpassen, der aber ebenfalls keinerlei Charme versprüht. Was zugegeben zur Serie tatsächlich passt. Uncharmante, nicht witzige, langweilige Zeitverschwendung.

City at the Edge of Battle & Planet Eater

Nach Planet of the Monsters Ende 2017 kamen dann jeweils Anfang und Ende 2018 die beiden Nachfolger in der Godzilla-Trilogie der Koproduktion von Toei und Netflix heraus: City at the Edge of Battle und Planet Eater. Womit die aktuelle Ära der japanischen Godzilla-Filme, die scheinbar noch keinen Titel trägt, insgesamt vier Filme zählt. Damit wird es jetzt erst Mal wieder etwas ruhiger um diese Seite, bis 2021 mit der World of Godzilla ein weiteres Cinematic Universe starten soll, sollte das Publikum Shared Cinematic Universes bis dahin immer noch nicht überdrüssig sein. Vorher müssen wir Richtung USA schauen, wo uns demnächst zwei Godzilla-Filme in deren Cinematic Universe, dem MonsterVerse, erwarten werden.

Als kleiner Refresher der Story, da die drei CG-Filme nicht so sehr eigenständige Werke sind, als vielmehr eine zusammenhängende Serie an Filmen, die Story-technisch direkt ineinander übergehen: Menschliche Zivilisation hatte den Punkt erreicht, wo sie den Planeten zu zerstören drohte. Also tauchten Monster auf. Dann tauchte Godzilla auf und hat die Monster besiegt. Aber auch die Menschheit angegriffen. Aliens A wollten helfen und mit Mechagodzilla gegen Normie Godzilla kämpfen, funktionierte aber nicht. Andere Aliens B haben also alle mit auf ihr Schiff geladen, um nach einem neuen bewohnbaren Planeten zu suchen. 20 Jahre später ist das als gescheitert zu betrachten und die wenigen Überlebenden kehren zurück, um die Erde zurückzuerobern. Auf der sind aber 20.000 Jahre vergangen, und ein Urwald voller Godzilla-DNA-basierender Monster hat sich ausgebreitet.

Ein Einsatzteam hatte in Planet of the Monsters unter Anime-Superheld Haruo nun gegen Godzilla gekämpft, gewonnen, nur um herauszufinden, dass dies lediglich ein Abkömmling war und der Original-Godzilla mittlerweile zu 300m herangewachsen immer noch existiert. Niederlage folgend.

City at the Edge of Battle beginnt nun dort, in dem Haruo aufwacht und feststellt, dass er und die wenigen anderen Überlebenden seines Einsatzkommandos, von humanoiden Wesen gerettet wurden, die sich scheinbar von Insekten über die vergangenen 20.000 Jahre entwickelt haben und dem Urwald angepasst leben. Aliens A entdecken allerdings Lebenszeichen vom Nanometall, aus welchem Mechagodzilla war. Wie sich herausstellt ist jener ebenfalls über diese Zeit hinweg gewachsen und hat sich repliziert, bis eine ganze Fabrikstadt an militärischen Waffen gewachsen war inklusive drei Mechs. Mit jenen wird OG-Godzilla nun bekämpft und sie scheinen fast auch zu gewinnen. Bis dann Aliens A allerdings alle opfern wollen, um mit dem Nanometall zu verschmelzen, damit dessen Kapazitäten verbessert werden, und überhaupt sich jenes beim Sieg über Godzilla über den ganzen Planeten ausbreiten würde. Die Menschen, vorneweg Haruo, finden natürlich wie gewohnt die Option ihr eigenständiges Sein aufzugeben weniger erbauend und so sträubt er sich dagegen. Godzilla wird also nicht besiegt.

In Planet Eater nun finden wir endlich heraus, was die religiösen Aliens B, allen voran Haruos Unterstützer Metphies, die ganze Zeit planten. Die Zerstörung des Universums. Irgendwann kam mal King Gidorah vorbei, und hat deren Planeten bis auf die wenigen Überlebenden, die nun die Priesterklasse ausmachen, zerstört. In der Erkenntnis, dass alles endlich ist, selbst das Universum an sich irgendwann zu existieren aufhören wird, haben die einfach beschlossen einen Death Cult zu gründen. Andere Zivilisationen werden aus dem Schatten zu dem Punkt geführt, an dem King Gidorah aus seiner Paralleldimension herbei beschworen werden kann, der dann den Planeten zerstört. Aber nicht wenn Godzilla und der mit der Insekten-Gottheit Mothra aus seinem psychischen Dilemma gerettet Haruo da nicht was zu sagen haben.

Im Prinzip kamen in der Trilogie also alle vier der großen Godzilla Mainstay Monster vor. Wobei allerdings nur Gidorah einen größeren Auftritt hat und mit Godzilla wrestlen darf, Mothra ist lediglich als schattenhafter Spirit Guide kurz eingeblendet und Mechagodzilla bereits in der Vergangenheit liegend. Und ehrlich gesagt fand ich auch den Kampf zwischen den beiden Monstern in Planet Eater nicht so wahnsinnig fesselnd, weil irgendwie nicht viel geschieht, außer dass sich Gidorah in Godzilla verbeißt, bis der endlich mit seinem Energiebeam zurückschlagen kann. Wirklich viel brachiale Action ist in der Trilogie echt nicht gewesen.

Gleichzeitig kann man ihr auf jeden Fall zugutehalten, dass sie nichts Erwartetes geliefert hat, sondern sich ein Stück weit weg traute. Eben in einer Zukunft spielend, in der Godzilla eigentlich schon gewonnen hat. Ihn dominant auf einer veränderten Erde herumwandeln lassen, statt durch präsente Großstädte. Und das Planet Eater Haruo plötzlich auf eine metaphorische Geistesreise schickt, Religion mal wieder böse war, Technikwahn irgendwie aber auch, und voll auf die Schiene des Nihilismus der Endlichkeit von uns als Menschen aber auch allem anderen einsteigt, ganz zu schweigen nie so ganz ein Happy End offerieren wollen scheint… ich denke niemand hat irgendwas davon wirklich von Godzilla erwartet.

Ist halt leider Schade, dass das Endresultat immer noch nicht so gut ist. Ich würde schon sagen, dass sich die Filme langsam steigerten. Planet of the Monsters war total langweilig, City at the Edge of Battle hingegen nur für seine erste Stunde der 90 Minuten. Die beiden hätten definitiv in einen Film zusammengefasst gehört. Planet Eater war dann sogar durchgängig ganz brauchbar. So richtig begeistern kann ich mich für das ganze Projekt an sich allerdings nicht. Dafür sind mir die Charaktere zu fade und werden mir nicht nahegebracht. Dafür hält es die interessanten Punkte zu lange (bis Film 3 im Prinzip) zurück, und scheint auch hier nie voll in die Tiefe zu gehen, sondern sie mehr zu servieren, um tief zu wirken. Und wie gesagt die Godzilla-Kämpfe waren auch eher lahm umgesetzt. Wäre dies hier nur Planet Eater gewesen, hätte ich noch sagen können, kann man sich ruhig antun. Aber die ganze Trilogie, nein die kann man getrost überspringen.