Shark Week VI – The Shallows

Zum Abschluss dann der Film mit ein wenig mehr Prestige. Der sogar im Kino war, im zweistelligen Millionenbereich gekostet hat, und dessen Kritiken nicht vernichtend waren. Und der mit der Thematik etwas seriöser umgehen möchte.

The Shallows bietet dabei eine ziemlich einfache und geradlinige Handlung. Nancy begibt sich nämlich, nachdem ihre Mutter gestorben ist, an einen geheimen Strand in Mexiko, an dem jene in der Schwangerschaft surfen war, und tolle Geschichten von „ihrem“ Strand der Tochter weitergeben konnte. Um den Kopf frei zu kriegen nach dem Verlust, und da sie nun in Frage stellt, ihr Medizinstudium zu beenden oder nicht, hat sich auch Nancy zu einem Surftripp dorthin begeben.

Ist soweit auch alles toll, denn obwohl ihre Reisegefährtin sie für den Tag versetzt hat, hat sie ein netter fremder Mann im Auto mitgenommen und zwei andere nette fremde männliche Surfer sind auch schon in den Wellen. Faszinierend, dass dem dürren blonden Mädel da nichts geschieht, so leichtsinnig wie sie ist. Der Übermut wird ihr dann auch echt nicht belohnt, wenn die anderen beiden Surfer sich auf den Weg nach Hause machen, da es spät wird, und Nancy noch eine Runde alleine drehen will. Etwas stößt sie vom Brett, sie schlägt sich den Kopf an Felsen unterm Meeresspiegel an, und dann beißt sie auch noch was ins Bein.

Sie kann sich noch aus dem Wasser retten, hängt jetzt aber dummerweise auf einem angespülten Walkadaver. Ein schnelles Schwimmen rettet sie zwar noch auf einen aus dem Wasser ragenden Felsen. Doch es sieht schlecht aus für Nancy. Der Strand mag in verräterischer Sichtnähe sein, aber da der Hai patrouilliert, sind diese hunderte Meter schon zu viel. Keiner ist in der Nähe. Ihre Freundin weiß nicht, wo sich der Strand befindet. Und Blut verliert sie auch.

Es ist also, mit ein wenig Charakterbackstory bestückt, ein ziemliches einfaches Konzept „Mädchen strandet weniger hundert Meter vom Strand entfernt auf einem Felsen und wird von einem Hai als persönliches Frühstück angesehen, überlebt sie es oder nicht?“. Grundsätzlich nicht ganz anders, als viele Arthouse-/Indie-Filme, die sich ähnlicher Thematik seriös annehmen wollen und ebenfalls einen oder wenige Menschen irgendwo in Haigewässern stranden lassen wie The Reef oder Open Water. Die haben meist allerdings das Problem, dass sie zu ernst und realistisch mit der Hai-Thematik umgehen wollen, und deswegen einfach leicht langweilig sind, weil ein realer Hai sich eben gar nicht so extrem für Menschen als Opfer interessiert und lange Zeit in diesen Filmen der Jäger gar nicht sonderlich präsent ist.

The Shallows hingegen findet dort einen guten Mittelweg zum reißerischen Haiangriffs-Genre. Denn so wirklich realistisch ist der Weiße Hai im Film eigentlich nicht. Wie gesagt sind die keine so gnadenlosen Jäger, oder zumindest als solche nicht hinter Menschen her. Die meisten Haiattacken geschehen, weil sie Leute mit nahrhafteren Dingen verwechselt haben, oder weil sie sich in ihrem Territorium bedroht fühlen. Wenn sie nicht total ausgehungert sind, fressen sie aber selten Menschen, sondern machen nur einen Probe-/Warnbiss und lassen es dabei. Dass ein Hai, der auch noch einen Walkadaver in unmittelbarer Nähe zur Verfügung hat, so gezielt ein dürres Weib verfolgen würde, und ganze 24 Stunden den Felsen, auf den sie sich gerettet hat, umkreist, ist nicht sonderlich plausibel.

Ist jedoch auch ganz gut so, weil wenn man ein absolut realistisches Haiverhalten sehen wollen würde, kann man sich auch eine Doku reinziehen. Einen Actionstreifen nimmt man doch eher war, um auch Unterhaltungs- und Schauwerte zu bekommen. Und hier fährt The Shallows durchaus etwas auf. Alles im Rahmen dies auf den ersten Blick seriös und real wirken zu lassen natürlich, aber es gibt regelmäßige Vorstöße des Haies und Ausreden, warum Nancy sich kurz ins Wasser begeben muss. Hoffnungsschimmer, dass sie doch entdeckt werden könnte, die jedoch wieder erlöschen. Und aufs Finale hat der Weiße Hai dann wirklich endgültig genug, und will das Weib um jeden Preis jetzt fressen, mit einer plötzlichen Gewaltexplosion, die eben dadurch gut wirkt, weil sich der Film vorher etwas zurückhaltender verhalten hat.

Damit war, und das überrascht wahrscheinlich wenig, der professionell gedrehte Film diese Woche derjenige, der am besten war. The Shallows lässt sich nämlich echt sehen. Nicht total blöde, aber auch nicht zu langweilig-real, mit einen starken Schauspiel der fast einzigen Person, und einem Hai, der scheinbar irgendetwas zu persönlich genommen hat. Fand den Film wirklich gut.

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Shark Week VI – Sharknado 5

Wie bereits erwähnt habe ich Aufholbedarf in sich jährlich vermehrenden Sharknado-Franchise, und deswegen legen wir diesmal gleich noch den nächsten hinterher und beschauen uns nach Sharknado: The 4th Awakens auch noch Sharknado 5: Global Swarming.

Im Sinne immer etwas größer und dämlicher sein zu müssen, findet die wieder in die Franchise zurückgekehrte Nova nun Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, die wiedergeben, dass es schon immer zu Sharknados gekommen ist, und damals ein Mittel gegen sie gefunden wurde – und das gerade unter Stonehenge! Kaum ist das Artefakt mit Hilfe von Fin geborgen, kommt es auch prompt zu den nächsten Haiwinden.

Und der nimmt direkten Kurs auf London, wo April mit dem Sohn der beiden auf Fin wartet, um bei der NATO eine Rede oder was auch immer zu halten. Dummerweise wird der Sohn in den Sharknado gezogen, wo er weniger einen Haibezahnten Tod stirbt, und vielmehr dank eines Vortex in der Mitte mitsamt Haisturm von einem Ort der Welt zum nächsten teleportiert. April, Fin und Nova dem ab nun auf den Fersen, da das Artefakt den Sturm jederzeit heraufbeschwören kann, um Sohn und Menschheit zu retten.

Jep, die Haistürme sind nur altertümliche Vorrichtungen, um sich um den ganzen Planeten zu beamen. Warum es dafür eines Sturmes voller Meereskarnivoren benötigt, sei mal dahingestellt. Ist zumindest eine gute Ausrede, um die Hauptcharaktere diesmal halbwegs sinnig von einer Stadt der Welt in die nächste zu bringen, damit sich die zu zerstörende Szenerie abwechseln kann, während zudem noch mehr weltweite „Star“-Cameos untergebracht werden können.

Sharknado 5 war mir dabei auch tatsächlich gefälliger, als das der vorige Tiefpunkt der Franchise noch gewesen war. Natürlich scheinen viele Szenen noch darauf entstanden zu sein, dass man den Cameo zuerst klargemacht hatte, und dann eine Möglichkeit in den Film schreiben musste, um denjenigen auch zeigen zu können, doch diesmal ergeben sie schon ein organischeres Ganzes, statt absolut mit der Brechstange forciert zu wirken. Die Referenz-Sprüche sind ebenfalls natürlich immer noch weit davon entfernt sonderlich clever zu sein, wenn beispielsweise NATO-Vorsitzende Nichelle ‚Uhura‘ Nichols zu Fin meint „you’ve gone where no man has gone before“, aber scheinen diesmal zum einen tatsächlich zumindest halbwegs zum Geschehen zu passen, statt aus dem Nichts zu kommen, und sie werden zumindest nicht komplett für Einzeller verständlich gemacht.

Dennoch nimmt sich der Film für meinen Geschmack erneut etwas zu ernst. Wenn man das denn so sagen kann, dass ein komplett blöder Film mit dem Titel Sharknado, schlechtem Schauspiel, schlechten Effekten, größenwahnsinnigen Ideen und einer Barrage an populärkulturellen Referenzen, sich ernst nehmen kann.

Die ersten 20 Minuten bis zu der Titelsequenz (die eh wesentlich verspielter ist als der ganze Rest des Streifens) haben mir nämlich besser gelegen als die restliche Stunde. Einfach nur übertrieben blödes und sich nicht ernst nehmendes Indiana-Jones-en unter Stonehenge und die Fin-Familie im Kampf mit einem Sharknado, der inflationär mit CG-Haien und deren Opfern um sich wirft. Wenn der Film nach der Titelsequenz Drama unterbringen will, wenn April auseinanderfällt und neu getuned werden muss, wenn der Sohn verloren scheint, wenn sich Fin und Nova in die Haare kommen, dann zieht das für mich nicht. Und am Ende sind dann plötzlich fast alle tot und die Welt ist der Hainado-Apokalypse anheimgefallen, und der letzte Überlebende Fin trifft auf seinen Mad-Max-Sohn, der ihn zurück in die Zukunft bringen will, um dies im finalen sechsten Sharknado rückgängig zu machen. Blöder Einfall, aber vom Film überraschend ernst rübergebracht, und ich war raus.

Sharknado funktioniert nämlich eben nur dann, wenn die blöden Einfälle überspitzt dargeboten werden, und der Film augenzwinkert zeigt, dass er Self Aware ist, wie blöd er ist. Das gibt es in Sharknado 5 endlich mal wieder, aber mit voranschreitenden Spielzeit halt eben zunehmend weniger, was ihn auch zunehmend lahmer macht. Niemand wird sich je für die Story oder die Charaktermomente in einem Sharknado interessieren, aber die Franchise scheint das ein wenig vergessen zu haben. Und 90 Minuten hätten die Filme sowieso nie gehen müssen.

Shark Week VI – Sharktopus vs Pteracuda

Statt wie die ganzen anderen Billo-Monsterstreifen sofort hinter dem ersten Sharktopus hinterher zu hechten, dauerte es vier Jahre, bevor die Welt mit dem SyFy Original Sharktopus vs Pteracuda beglückt wurde. Direkt das Jahr darauf folgte Sharktopus vs Whalewolf, und seither ist es erst Mal wieder ruhig geworden in den Zwittermonster-Filmen. Producer der Franchise, Roger Corman, ist übrigens seit den 50ern im Business aktiv und hat der Menschheit Geschenke wie die Carnosaurs, Slumber Party Massacres oder den Original Piranha gemacht.

Der Film startet dann auch damit, wie der vorigen Film endete, in dem der Sharktopus ein paar Leute frisst und dann explodiert wird, um ihn unschädlich zu machen. Jedoch gehört zu dem ins Meer hinaustreibenden Überresten der Bestie auch ein Eisack, den eine Meeresbiologin herausfischt und ihren eigenen Sharktopus heranzüchtet. Dem geldgeilen Onkel des hispanischen Mädels gehört allerdings auch ein Aquarium und somit möchte er den Sharktopus zur reißerischen Touristenattraktion machen.

Derweil an einem andern Ort lässt Dr. Symes seine neue biologische Waffe testen, nämlich einen wiedererweckten Pterodactylus. Wie wir alle dank Jurassic Park wissen, ist Dino-DNA allerdings unvollständig und der gute Doc hat sie mit Barakuda-Genen aufgestockt, damit das Vieh nicht nur zu Land und Luft, sondern auch zu Wasser tödlich sein kann. Welches Militär will schon keine lebende, prähistorische Drone einsetzen? Mitarbeiter Vladimir hat allerdings einen anderen Auftraggeber und manipuliert das Experiment, so dass der Pteracuda unter seine Kontrolle kommt – die er prompt wieder verliert, so dass das Vieh komplett außer Rand und Band gerät.

Was bedeutet, dass Symes nun den Sharktopus steuern will, mit einem eingepflanzten Kontrollgerät, dass ihn ausschließlich den Pteracuda bekämpfen lassen will. Denn was ist schon eine besser Waffe gegen ein Flugmonster als ein auf Salzwasser angewiesenes Gegenmonster, wenn der Pteracuda schon das eigene Sondereinsatzkommando abgesehen des Anführers abgemetzelt hat.

Für wen sollte ich in dem Film eigentlich sein? Für den Sharktopus, der auf friedlich trainiert werden sollte, aber doch auch von sich aus genug umbringt, sobald er frei ist? Den Pteracuda sicherlich nicht. Die Meeresbiologin, die offen zugibt, eigentlich wegen des Ruhmes das Forschungsinteresse am Sharktopus zu haben? Den Anführer des Einsatzkommandos, dem sie extra eine kleine Tochter gegeben haben, der als Söldner aber bisher sicherlich ohne zu fragen Befehlen von Leuten wie Symes gefolgt ist? Immerhin sieht der echt gut aus, behält aber dummerweise auch den ganzen Film über sein Shirt an. Und warum überhaupt sind alle Schurken als Fremdlinge codiert? Der Russe hat einen starken Akzent, der Geldgierige Onkel auch, und selbst Dr. Rico Symes hat vom Look her einen leicht hispanischen Einschlag.

Mir mag alle paar Jahre mal wieder nach so einer Shark Week sein, aber wenn ich mich dann doch durch die Filme schaue, gibt es einige, bei denen ich mich wieder daran erinnere, warum ich schon länger keine mehr gemacht habe. Diese Woche bisher war zumindest nicht sonderlich ergiebig an Unterhaltungswert. Sharktopus vs. Pteracuda ist nämlich auch ein wenig langweilig. Manchmal schmunzelte ich kurz, weil der Film immerhin ein paar schön fiese Tode hat und damit so nonchalant umgeht. Und natürlich das Highlight Conan O’Brian gemordet zu sehen. Der Rest war halt nur schlecht. Keine großartige Handlung, die über Wasser hält; keine Charaktere, an die man sich hängen kann; und das üblich schwachbrüstige CG, mit dem nicht richtig interagiert werden kann, sondern Schauspieler halt einfach so wild um sich fuchteln und die in Größe variierenden Monster in die Nähe gecomputert werden.

Shark Week VI – Sharknado 4

Da ich ein Jahr mit meinen Shark Weeks übersprungen habe, gibt es auch reichlich Aufholbedarf was die Franchise Sharknado angeht, die ja angeblich dieses Jahr ihren letzten Eintrag erhalten soll. Sechs Filme in sechs aufeinander folgenden Jahren sollte auch wirklich genug sein. Nicht, dass ich dem bereits trauen würde, persönlich gehe ich voll und ganz davon aus, dass wir 2020 einen Reboot sehen werden.

Sharknado: The 4th Awakens macht auch ziemlich klar, in welchem Jahr er erschienen ist, mehr oder weniger, denn genau genommen ist der bereits in Jahr vor der siebten Episode von Star Wars gelaufen. Das erklärt eventuell auch, warum er gerade mal so gar nichts mit ihm zu tun hat. Der Kontext-Text, der einem zu Beginn erklärt, was zwischen dem dritten und vierten Film geschehen ist, da man einen Time Skip von 5 Jahren hinlegt, ist in Star-Wars-Manier. Außerdem bekommt Roboter-Tara-Reid ein Lightsaber-Upgrade, welches sie aber nie zur Haibekämpfung einsetzen wird. Ansonsten ist der Untertitel von Sharknado 4 nur Schall und Rauch, statt wirklich sinnig zum Film zu gehören.

Was ein durchgehendes Problem ist, aber gehen wir doch zunächst mal auf die Story-Basics ein: Es sind fünf Jahre seit dem letzten Filmes vergangen, und die Firma Astro-X (die überraschend keine Evil Corp ist) hat überall Stationen aufgestellt, die Sharknados bereits zerstören, bevor sie richtig aufkommen können. Fins Vater ist aus dem All gerettet worden und arbeitet mit Fins Tochter für Astro X. Fin selbst hat eine Farm in Kansas, ums über den Tod von April hinweg zu kommen. Die lebt aber noch, als Roboter von ihrem Vater wieder zusammengewerkelt, in einem Geheimlabor. Und dann kommen doch neue Sharknados auf, die nicht abgefangen werden können, weil sie nicht auf Wasser basieren, sondern Sandteufel mit Haien drin sind etc.

Dass April wieder dabei ist, halte ich dabei für keinen sonderlichen Spoiler an dieser Stelle. Klar blieb deren Schicksal am Ende des letzten Filmes offen und es durfte per Twitter gevotet werden, ob sie wieder mit dabei sein wird oder nicht. Doch wurde ja bereits im Vorfeld angekündigt, dass Tara Reid erneut unter Vertrag ist, sie prangert auf dem Poster, und obwohl die ersten 20 Minuten des Filmes es so erscheinen lassen, als wäre sie wirklich von uns gegangen, benennt die anschließenden Titelsequenz sie bereits als zweiten Akteur nach Ian Ziering, noch bevor wir sie wirklich im Film zu sehen bekommen.

Der vierte Sharknado war für mich einfach unglaublich… anstrengend. Wenn einer dieser Berufs-Streamer, die permanent irgendwelchen unzusammenhängenden Nonsens vor sich hin brabbeln, um die tote Luft zu füllen, und eine forcierte Referenz nach der anderen für Witze mit Pointe subsidieren, zu einem Film geworden wäre, käme Sharknado: The 4th Awakens dabei heraus. Denn die Handlung an sich ist eigentlich ziemlich mau. Es kommt halt zu neuen Sharknados, Fin und seine Family werden von jenen fast gejagt wie die Familie in Jaws von den Haien, also müssen sie es notgedrungen via der üblichen Kettensägen mit denen aufnehmen, bis dann am Ende wieder alles gut ist.

Den Großteil der Spielzeit scheint der Film stattdessen nämlich mit Cameos zu füllen. War ja schon immer so, dass die Sharknado-Filme irgendwelche Reality-TV-Sternchen und gealterte Promis von Anno Dazumal unter Vertrag genommen haben, um sie mal kurz ins Bild zu halten. Aber so viel wie hier kam es mir noch nie vor. Die meisten Lokalitäten und Szenen scheinen weniger im Film zu sein, weil sie dafür einen Zweck erfüllen, sondern weil dadurch innerhalb kürzester Zeit diese Mini-Szenen mit mehr oder weniger bekannten Gesichtern gefüllt werden konnten. Das ganze häufig nicht mal mit einem Witz an ihren Cameo gebunden, sondern wirklich als reines „kennste den noch?“ ins Bild gehalten. Und wenn doch mal ein Witz dabei ist, glaubt der Film nicht wirklich, dass man den versteht. Wenn Fin beispielsweise in Texas eine Kettensäge kauft, und die Verkäuferin meint, ihr Cousin würde die immer benutzen, um nervige Teens vom Grundstück zu vertreiben, blendet die Kamera auf einen Schauspieler aus den Texas Chainsaw Massacres um. Nette Idee, meinen Goodwill verliert er dann aber wieder, und bekommt stattdessen ein Augenrollen geschenkt, wenn in der nächsten Szene beide vors Haus rennen, um Haie mit Kettensägen zu malträtieren, zum Ruf „Es wäre nicht Texas ohne ein Kettensägen-Massaker“.

Die Referenzen hören bei Z-Promis allerdings längst nicht auf. Die Dialoge im Film sind nur so gespickt mit mehr oder weniger erinnerungswürdigen One-Linern und Meme-Potential aus anderen Filmen. Come with me, if you want to live. We are not in Kansas anymore. Und viel zu viele mehr. Jedoch erneut das gleiche Problem: Quantität statt Qualität. Alles ist so halbherzig ins Script verballert, dass es jeglicher Pointe fehlt, sondern es ist erneut reines „kennste den Spruch?“. Das ist nicht nur in seiner Zusammenhangslosigkeit nicht witzig, sondern in der Densität auch absolut anstrengend. Eben auch bereits symptomatisch im Untertitel des Filmes behaftet, der ja Star Wars „parodiert“, daraus wie eingangs erwähnt aber absolut nichts macht.

Und das war einfach so wirklich der Film rundum für mich. Da mag noch so viel brachial geschehen. Noch so häufig ein neuer stumpfsinniger XYZ-Nado im Film auftauchen. Der Film noch so schnell durch Szenen und Lokalitäten hetzen. Mechs und Roboter integriert werden. Wenn das alles so ein zusammenhangsloser Brei ist, der nie wirklich humorig sein kann, weil er eben keine echten Witze sondern nur flaue Referenzen bietet, dann ist das einfach irgendwo anstrengen, nervig und absolut nicht unterhaltsam. Vielleicht ist die Luft auch einfach raus aus der Franchise.

Shark Week VI – Cruel Jaws

Sommerzeit ist Haisaison, dieses Jahr Mal erneut mit einer Woche an (meist) dämlichen Killerfisch-Filmen, die alle die Realität der Spezies nicht wiederspiegeln, aber seit wann sind Filme denn auch schon Realitätsnah, gell? Den Anfang darf traditionell ein Jaws-Film machen, die mir eigentlich bereits nach der vierten Woche offiziell ausgegangen sind. Auf deren Namen aufspringen ist allerdings auch nie schlecht, so beispielsweise geschehen 1995 mit Cruel Jaws, der manchmal sogar noch dreister als Jaws 5 vermarktet wurde.

Die Handlung geht generell gesehen auch über ähnliche Eckpunkte vonstatten. Beispielsweise haben wir auch hier einen Bürgermeister, der die Haigefahr möglichst kleinreden will, und keine Evakuierung anberaumt, weil gerade Hochsaison für den Tourismus ist. Und auch hier wird frühzeitig ein kleinerer Hai gefangen, weswegen die Obrigkeit die Sache für abgeschlossen betrachtet.

Nur kommen dort gefühlt noch tausend andere Subplots hinzu. Wo der erste Jaws vielleicht etwas schwachbrüstig war, wird Cruel Jaws stattdessen nämlich etwas arg überladen. So hat unsere zentrale Familie eine Delphinshow, die aber abgesagt werden soll, damit der Fiesling des Filmes dort ein Hotel bauen kann. Außerdem haben sie die Mutter bei einer Haiattacke verloren und die Tochter mit der nervigen Heliumstimme sitzt nun im Rollstuhl. Der Sohn hingegen ist in einer Beziehung a la Romeo und Julia mit der Tochter des Fieslings. Der Sohn des Fieslings hat hingegen eine Gang an Arschlöchern, die allgemein allen das Leben schwer zu machen scheinen wollen, einfach weil das so viel Spaß macht. Ein weiterer Hauptcharakter, diesmal ohne Verwandtschaftsverhältnis zu einer der verfeindeten Familien, hat Probleme damit, dass seine Freundin sich wegen seiner Meeresforschung vernachlässigt fühlt, woraufhin die auch auf einer Party einfach mal mit dem Sohn des Fieslings rum macht. Gerade letzteres ist schon geradezu perfide ausgeklügelt. Dadurch, dass sie einem der „guten“ Hauptcharaktere viel bedeutet, dürfen wir uns schlecht für ihn fühlen, wenn die Alte vom Hai gefressen wird, aber netterweise nicht allzu schlecht, weil sie ja fremd geknutscht hat und damit moralisch verwerflich aus dem engen Kreis der „guten“ Charaktere fällt.

Der Film ist übrigens anscheinend, wenn auch unter Pseudonym entstanden, von Bruno Mattei, der einen Ruf für low budget Gore-Feste hat. Dies kann man bei Cruel Jaws so aber nicht unterschreiben. Also den Titel „Low Budget“ auf jeden Fall schon. Denn die Leute können nicht nur alle nicht schauspielern, sondern das Script ergibt auch Stellenweise keinen Sinn, was den Zusammenhang zwischen ursprünglicher Aussage von Charakter A und darauf folgende Antwort von Charakter B angeht. Auch sind alle Haiaufnahmen die ewig gleich wiederholten Shots aus entweder Styropor-Fisch oder Stock Footage, die teilweise auch noch eindeutig unterschiedliche Haie verwenden, von denen ich mir nicht mal sicher bin, dass die immer die gleiche Spezies sind. Sieht halt aus wie ein billiger Fernsehfilm, der direkt nach Jaws gedreht wurde.

Was aber nicht unterschrieben werden kann, ist das mit dem Gore-Fest. Denn Cruel Jaws bleibt absolut handzahm, wir werden nie irgendwelche brutalen Haiattacken zu Gesicht bekommen, sondern zum Großteil nur Akteure, die schlecht auf Stock Footage reagieren. Mit einem falschen Hai zu interagieren würde ja auch voraussetzen, dass man einen falschen Hai hat bzw. jener nicht aus drei Styropor-Dreiecken zusammengeklebt wurde und kurz vorm Auseinanderfallen ist bzw. der Styropor-Hai nicht Stock Footage eines anderen Filmes ist. Die einzelnen Haie passen nämlich eventuell auch deswegen nicht zusammen, weil Cruel Jaws anscheinend die Szenen mit dem Apex-Fisch aus anderen Filmen geklaut hat.

Manchmal kann man sich ein Auflachen echt nicht verkneifen, weil Cruel Jaws einfach zu schlecht gemacht ist. Wirklich was über diese insulare Erheiterung hinaus wird man in den 90 Minuten aber nicht finden.

Jurassic World: Fallen Kingdom

Kinozeit war am Wochenende, diesmal gab es Dinosaurier-Beschau ganz außerhalb derer Gehege im neuen Jurassic World: Das gefallene Königreich, welches aktuell angelaufen ist.

Interessant ist ja auch, dass die beiden neuen Filme etwas der generellen Richtung der alten Jurassic Parks folgen. Der erste Teil drehte sich komplett um den Park, und nun geht es nach dessen Scheitern im Nachfolger zurück auf die Insel und anschließend werden die Dinos ans Festland gebracht.

Denn ein Vulkan auf der Isla Nublar ist wieder aktiv, der die letzten dort nun frei lebenden Dinosaurier ausrotten wird. Bedeutet natürlich das eine Debatte darum entbrennt, ob wir die Verantwortung tragen, von uns künstlich wiedererweckte Kreaturen auch das Überleben zu sichern, oder da sie eigentlich eh nicht in unsere Zeit gehören einfach ihrem Schicksal überlassen. Was letztendlich geradezu ein wenig nebensächlich ist, denn es wird eh privat eine Rettungsaktion von der Firma gestartet, die den Park erschaffen hatte, und unsere beiden Leads Claire und Owen sind nach ein wenig Überredungsarbeit auch wieder mit dabei. Die beiden sind übrigens mittlerweile getrennter Wege gegangen, aber auch das ist nicht so wichtig.

Wer natürlich direkt dachte, dass der charismatische, gelackte Kerl im Anzug, der diesen Auftrag erteilt, und Claire hinzugeholt hat, eigentlich ein böser Fiesling TM ist, der ist absolut auf dem richtigen Trichter. Denn eigentlich will der nur ein paar Dinos von der Insel holen, nicht um sie auf einer anderen ungestört wieder auszusetzen, sondern um sie zu verkaufen und die eigentliche Forschung der Firma zu finanzieren. Die da wäre eine Killermaschine zu züchten, in dem genetisch der Indominus Rex – der Apex aus dem vorigen Film – mit einem Raptor zum Indoraptor verbunden wird. Genauso tödlich, aber kompakter gebaut und wesentlich intelligenter. Dinosoldaten mit noch so gutem taktischen Denkvermögen und Killerinstinkt helfen allerdings wenig, wenn ihr Gehorsam schwanken kann. Deswegen wird Blue, der von Owen großgezogene Raptor, benötigt, um eine neue Generation an besonders gehorsamen Indoraptoren züchten zu können.

Und wie immer, wenn die bösen Fieslinge in einem Jurassic Irgendwas sich die Dinos oder deren DNA aneignen wollen, geht das natürlich gewaltig schief. Im Sinne von Fallen Kingdom wäre dies, dass während der geheimen Auktion unter dem Anwesen die Dinos ausbrechen. Vorzugsweise der Indoraptor, der ziemlich schnell Kleinholz aus ein paar Nebenrollen zu machen weiß.

Mir hat ja bereits der erste Jurassic World gefallen. Und das unterschreibe ich auch wieder für Fallen Kingdom. Zumal er einige Dinge auch wirklich besser macht als sein Vorgänger. So hatte man dort beispielsweise immer mal wieder das Gefühl, dass zwei oder drei Handlungsstränge eher nebeneinander her laufen, statt organisch einen Film zu ergeben. In Fallen Kingdom hingegen hängt alles viel besser und stimmig zusammen. Und das obwohl man hier ja zwei ganz unterschiedliche Schauplätze offeriert. Die Charaktere sind immer noch nicht super ausgearbeitet, aber erneut wenigstens keiner nervig, nicht mal das kleine Mädchen, obwohl das bei ihrer Einführungsszene zu befürchten war.

Besonders gut gefallen hat mir übrigens auch das Finale des Filmes, wenn er fast etwas zu einem familienfreundlichen Horrorfilm wird, mit dem schon sehr beeindruckend designten Indoraptor, der unsere Leads durch das nächtliche Anwesen jagt, Dächer erklimmt, und sich an im Bett liegende Kinder anschleicht. Passenderweise hat man sich hierfür auch die Gewaltspitzen aufbewahrt. Überhaupt finde ich dessen Design ziemlich cool, mit den goldenen Akzenten etc., der könnte glatt aus einem Monster Hunter stammen.

Es ist und bleibt natürlich ein Jurassic Film. Das bedeutet das wir hier hauptsächlich durch Action und Effekte unterstütztes Popcorn-Kino zu sehen bekommen. Der Film geht nie wirklich auf tieferliegende Fragen ein, wie die Moral hinter der Genmanipulation, der dadurch geöffneten Büchse der Pandora etc., sondern reißt sie nur kurz an und lässt sie dann wieder fallen. Die Charaktere sind etwas grob gezeichnet, allen voran der Bösewicht, der wirklich keine Nuance aufzuweisen hat. Hier war theoretisch mehr zu holen, klar, aber die Franchise ist nicht wirklich durch ihre Verkopftheit bekannt, von daher war nicht viel zu erwarten.

Ein weiterer unterhaltsamer Action-Streifen um Dinos und die von ihnen gejagten Menschen ist es also geworden. Ganz den Aha-Effekt des allerersten Jurrasic Parks wird glaub ich auch kein Film mehr hinbekommen können, einfach weil der halt der erste war, und weil damals die Integration der CG-Effekte auch noch Augenöffnend war. Wenn es allerdings um reinen Unterhaltungswert geht, da fallen für mich auch die beiden Jurassic World nicht durch.

Quickies

Kürzlich gab es mal wieder ein paar Filme zu besichtigen, die für mich nicht genug hergeben, um einen ganzen Post draus zu machen, weswegen nach langer Zeit mal wieder zu einem Quickie zurückgegriffen werden kann, in denen ich in jeweils ein oder zwei kurzen Absätzen über mehrere gleichzeitig lamentiere.

Gesetz der Rache. Wohl so eine Art Klassiker, der permanent hoch und runter läuft, und den jeder außer ich schon gesehen haben müsste. Story ist simpel: Gerard Buttler muss mit ansehen, wie zwei Einbrecher seine Frau und Tochter umbringen. Anwalt Jamie Foxx macht einen Deal mit einem der beiden, um gegen den anderen auszusagen, woraufhin einer in die Todeszelle und der andere nach drei Jahren Bewährung auf freien Fuß gelangt. Es entbrennt ein ausgeklügelter Rachefeldzug Buttlers, der in Folge dessen sowohl das Justizsystem bloßstellen und Foxx eine Lehre erteilen will.

Wenn man wie bei Jigsaw nicht zu viel denkt, wie das jetzt alles genau funktionieren soll, ist es auch ein echt spannender Film. Hauptsächlich durch das gute Schauspiel der beiden sich gegengesetzten Hauptdarsteller überzeugend rübergebracht, mit genug brachialen Entladungen wie verkopften Plänen. So richtig das rostige Justizsystem wie auch Selbstjustiz mag der Film nicht gutheißen, schwankt aber das eine oder andere Mal wohl doch stärker in die zweite Richtung. Ist vielleicht aber auch nur deswegen so, weil wir als Zuschauer es gewohnt sind, für den Alleingänger, dem Unrecht getan wurde, zu sein.

Fantastic Beasts and Where to Find Them. Prequel zu Harry Potter in den 1926er Jahren, in denen Oscar-Gewinner und menschlicher Breitmaulfrosch Eddie Redmayne einen verschrobenen Briten spielen darf, der in Amerika seine Tierwesen studieren und freilassen will, und dabei in eine dortige Krise gerät, dass Magier auffliegen könnten. Und es ist ein unglaublich uninspirierter Film. Nichts hieran traut sich auch nur einen Zentimeter über den Tellerrand. Die Charaktere sind gehabt, die Handlung läuft erwartungsgemäß, selbst die Optik ist trotz der ganzen Magie in dieser Welt absolut ohne Fantasie dahingeklatscht.

Der Film ist übrigens auch geschrieben von J. K. Rowling selbst. Um mal ein wenig auf eine Nebenspur zu geraten: Die Gute ist ja auf Twitter und in Interviews gern dazu bereit, zu behaupten, dass gewisse Charaktere und Thematiken im Harry-Potter-Universum reale soziokulturelle Probleme spiegeln oder Minderheiten repräsentieren sollten. Oft damit bemängelt, dass es wenig hilft zu behaupten Dumbledore wäre schwul, wenn es im eigentlichen Material nicht behandelt wird. Nun, mit einem von ihr selbst geschriebenen Prequel in einer etwas erwachseneren Welt ward nun die Gelegenheit, ihre Schreibhand dahin zu führen, wo ihr Mund schon die ganze Zeit predigt. Die Unterdrückung der magischen Jugend durch diese religiöse Fanatikerin soll bestimmt auch was bedeuten. Aber erneut hat die Rowling beispielsweise nicht einen LBTQ-gecodeten Charakter in den ganzen Film gesetzt. Als das Main Girl Redmayne zu sich nach Hause nimmt, und sie von einem anderen Mädel begrüßt werden, dachte ich noch „gut für dich Rowling, sowohl ein lesbisches Pärchen erschaffen und den Erwartungen, dass das Main Girl immer der Love Interest vom Main Dude sein muss untergraben“, nur damit ein Satz später aufgeklärt wird, dass die beiden Schwestern sind.

How to be Single. Eine manchmal ganz nette und manchmal etwas anstrengende oder flaue Komödie um eine Dakota Johnson, die ein Aus mit ihrem Freund vereinbart, um sich selbst zu finden, fremd vögelt, und dann enttäuscht ist, dass er sich in der Zwischenzeit neu verliebt hat. Plus ihre Karriere-gestriegelte Schwester, die plötzlich doch ein Kind haben will, und die neue Kollegin im Beruf, welche die Nächte durchfeiert. Und natürlich die in Frage kommenden Männer, die dem Single-Dasein entgegenwirken könnten.

Gratulation zumindest dazu, dass der Film nicht in alle blöden Erwartungen spielt. Nicht jeder Topf findet seinen Deckel. Johnson selbst, trotz Hauptcharakter-Status im Ensemble-Cast, darf am Ende sogar endlich mit dem Single-Dasein zufrieden sein, statt wie eine Carrie in Sex and the City trotz pochen auf moderner Emanzipation sich doch immer nur durch den nächsten Kerl zu definieren. Gratulation auch dann, wenn der Film tatsächlich witzig ist. Und vor allem Gratulation dazu, dass der Film echt hübsch ausschaut und einige echt nette Shots bietet – hätte man nicht erwartet, dass ein How to be Single weniger visuell kreativ bankrott ist, als ein Fantastic Beasts. Doch wie häufig in solchen Filmen und Serien find ich leider mal wieder den Hauptcharakter und deren umgebendes Beziehungsgeräuschel als anstrengend und leicht unsympathisch, während mir die Nebenhandlungen um die Sidecharaktere besser lagen.

InuYasha V

Der fünfte Block an Episoden hat den Opening Song One World, One Dream zu bieten. Der ist ganz Ok. So super Erinnerungswürdig sind die ja alle nicht, aber der hier macht auch nicht wirklich was falsch. Mit Episoden 128 bis 153 sind wir dabei auch fast am Ende des Originallaufs gelandet.

Ich würde ja sagen, jetzt wo Naraku wieder da ist, kann es so richtig los gehen, aber ganz so viel bekommt man ihn in diesen Folgen gar nicht zu sehen. Stattdessen ist sein neuer Abkömmling Hakudoshi wesentlich präsenter, den Kagura durch die Gegend karrt, und der mit Entei sogar auf einem Feuerross Stilsicher die Szene betreten bekommt. Was es genau mit dem Baby zu tun hat, welches mit der Wiederkehr von Naraku hinzu kam, und nun sogar zweigespalten ist, finden wir natürlich trotzdem noch nicht raus.

Dennoch ist die Serie auf jeden Fall wieder auf Spur, nachdem sie während des ganzen Zeugs um die Band of Seven doch einen deutlichen Durchhänger hatte. Im hiesigen Block werden reichlich Story Arcs geboten, die sich über zwei oder mehr Episoden erstrecken, und viel mehr oder weniger Wichtiges, doch zumindest meist Interessantes, darf geschehen. Auch wenn viel davon nur wiederholt, wie Charaktere zueinander stehen und was die Prämisse der Serie mal war, bevor sie leicht entgleist ist.

In Episode 132 beispielsweise dürfen sich Miroku und Sango endlich so richtig aussprechen, sich ihre Gefühle zueinander, die eh ein offenes Geheimnis waren, eingestehen, und es kommt sogar zu einem Antrag! In bester Manier heißt das natürlich nicht, dass Miroku nicht weiterhin als Running Gag jedem Rock hinterher steigt, aber immerhin, so eine richtig konfrontative Aussprache hätte ich gar nicht mal erwartet gehabt, sondern dass der ermüdende Tanz um die Gefühle des jeweils anderen herum, deren man sich bewusst ist, die man aber nicht wirklich eingesteht, immer einfach so weiter läuft.

Ganze vier Episoden, nämlich 137 bis 140, drehen sich um den Charakter Akitoki. Zunächst war ich etwas überrascht, da die Serie ihn eindeutig als jemanden behandelt, den die Truppe vorher bereits angetroffen hatte und den ich kennen sollte. Ich dachte echt, ich hätte da was verpasst gehabt. Stellt sich allerdings heraus, dass er in einem der Kinofilme vorgekommen ist, die ich ja noch nicht gesehen habe. Schon ein leichter Fauxpas, deren Besichtigung als gegeben vorauszusetzen, statt sie von der TV-Serie zu lösen, oder zumindest Flashbacks zum Nötigsten erklärend zu bieten. Ist allerdings zu verzeihen, weil die Storyline der Folgen dramaturgisch dicht und gut ausgearbeitet ist, und die Sache auch so gut animiert daher kommt, wie die Serie selten ist. Dann wiederum hat man mit 4 x 20 Minuten natürlich praktisch eine Filmlaufzeit zur Verfügung. Die Geschichte des Antagonisten spiegelt sogar die von Inuyasha und Kikyo ein Stück wieder.

Der Elefant im Raum ist allerdings Suzaku, der bisher erst zweite als homosexuel gezeichnete Charakter der Show, der genau wie sein Pendant bei der Band of Seven ein weibischer Stereotyp ist, dessen Verhalten die anderen anwidert. Nicht nur ist das nicht wirklich witzig, sondern reflektiert auch nicht bestens auf die Serie. Als Vergleich hierzu ziehe ich gerne Fischauge aus Sailor Moon an, welcher nämlich der gleiche Stereotyp ist. Nun gibt es natürlich Kerle, die einen auf Teekesselchen machen, der Unterschied ist hier, dass Fischauge nur ein queerer Charakter in Sailor Moon ist. Wir haben bereits in der ersten Staffel das Pärchen Zoisite und Kunzite gehabt, und ab der dritten mit Sailor Neptun und Uranus die besten Charaktere der ganzen Show. Wenn eine Serie hingegen wie InuYasha nie Queer-präsentierende Charaktere aufwartet, außer als dieser Nebencharakter-Stereotyp aus Witz und Freak, ist das einfach weniger schön. Zum Glück ist er ziemlich schnell weg vom Fenster, so dass ich fast schon wieder vergessen hatte, dass er überhaupt existierte.

Episode 143 darf sich dann dem Sidekick Shippo widmen, der statt sich nur mit Inuyasha zu zoffen und feige zu sein, wie in vielen anderen Folgen bisher, mal wieder ein wenig Charakter haben darf, wenn ihm die Geschichte eines Dämonenkindes, das seiner eigenen sehr nahe kommt, richtig zu schaffen macht. Es mag einem fast verziehen sein, bisher ganz vergessen zu haben, unter welchen Umständen Shippo überhaupt ursprünglich zur Truppe gestoßen ist. Selbst der Vater von Miroku und Fluch des Windtunnels ist wenigstens noch ein oder zwei Mal angesprochen worden, im Gegensatz zu Shippos. Außerdem eine Folge, die uns erneut zeigt, wie stark sich doch Sesshomaru seit seiner Einführung verändert hat, nachdem er nun mit einem Menschen durch die Lande streift.

Die Doppelepisode 147 und 148 re-iteriert hingegen noch mal ausgeschmückt den Start der Serie. Wie Inuyasha und Kikyo aufeinander getroffen sind, wie sich sich zu trauen gelernt haben, und was letztendlich zur Tragödie geführt hat. Nun inklusive den Nebenstationen und Charakteren, die über den Serienverlauf zusammengekommen sind. Sozusagen, um das Publikum noch mal kondensiert die aufbereitete Fassung dessen zu liefern, was eigentlich das Rückgrat der Serie ausmacht.

Und zuguterletzt darf Kikyo ihr Gesicht in Episode 151 auch wieder zeigen und direkt wieder verschwinden. Ich glaube kaum, dass wirklich jemand ernsthaft daran geglaubt hat, dass sie tot ist, aber nun ist es auch offiziell bestätigt, dass sie weiterhin ein Mitspieler in den Ereignissen, die da kommen werden, sein kann.

Das macht die Episoden 128 bis 153 nicht nur zu einem ziemlich starken Block, sondern zum besten, den die Serie seit dem ursprünglich ersten Block in den Episoden 1 bis 34 gesehen hat.

Volcanion and the Mechanical Magearna & I choose you!

Da sind wir wieder, zurück bei den Pokemon-Filmen. Man sollte meinen das, nachdem ich zum 20. Geburtstag der Franchise alle damals erreichbaren 18 Filme geschaut habe, und zum Entschluss gekommen bin, dass die nach dem Dritten alle einem das Leben nicht bereichern, ich von ihnen fern bleiben würde. Falsch gedacht, denn Nostalgie ist viel stärker als Rationalität. Und da der 20. Film zurück an die Anfänge gesehen sollte, war mein Interesse geweckt.

Ist aber irgendwie auch schon blöd, so einen Film zu überspringen. Zwangsneurose vor Rationalität wird also zunächst einmal Pokemon the Movie XYZ: Volcanion and the Mechanical Magearna angeschaut, welcher im neunzehnten Jahr in Folge vom Fließband gelaufen ist.

Wir sind also mit der Truppe aus der anhängenden XYZ TV-Staffel unterwegs, auch wenn nie so klar ist, ob die Filme überhaupt in der gleichen Kontinuität angesiedelt sind, oder nicht, da sie mal auf sie Bezug nehmen und ihr mal widersprechen. Jedoch sollte man sich über den Pokemon Canon lieber keine Gedanken machen, wenn man von seinen Mitmenschen noch für voll genommen werden will.

Unsere Truppe ist als Satoshi, der Jesus der Franchise, mit seinem cheatigem Pikachu, gefolgt von Citron, Serena und Eureka. Und die Eröffnungsszene, ganz traditionell ein gut durchanimierter Pokemon-Kampf zu einem Insert Song und Credits, ist gleich etwas… merkwürdig. Während Satoshi nämlich mit Citron den spaßigen Hahnenkampf vollführt, sieht man die beiden Mädels Serena und Eureka im Hintrgrund die Wäsche der Gruppe waschen und aufhängen. Die Geschlechts-Stereotypen sind also ab Minute Eins voll im Gange.

Zum Glück errettet uns das Poster Boy Legendary des Filmes, Volcanion, welches von Bösewichten verfolgt in die Gruppe kracht und über Cyberhandschellen an Satoshi gebunden wird. Volcanion ist ein ziemlich unterhaltsames Kerlchen, weil er ein Tsundere ist, der wie ein Kleinkrimineller spricht. Satoshi, der echt ein Problem mit seinem Langzeitgedächtnis zu haben scheint, ist übrigens erneut total überrascht, dass ein Pokemon reden kann…

Jedenfalls geht diesmal alles um das Königreich Azoth, welches einen leichten Steampunkt-Einschlag hat, aber dann doch nicht so richtig Steampunk ist, und welches vom legendären Metropolis-Cyborg-Pokemon Magearna beschützt werden sollte, welches aber irgendwann verschwunden ist. Weil sie nämlich auch eine gefährliche Waffe ist, die zum Untergang geführt hat, und deswegen zur Weide der misshandelten Pokemon von Volcanion flüchtete. Und der eindeutig fiese Berater will den eigentlich nur nerdig auf Wissenschaft stehenden Prinzen des Königreiches ausnutzen, Magearna wiederzubekommen, während Volcanion dies aufzuhalten versucht.

Wo wir auch schon wieder bei den Geschlechts-Stereotypen wären. Denn das mechanische Pokemon Magearna hat einen Running Gag, dass sie um ihr Gewicht besorgt ist, und wird von den beiden Mädels der Gruppe direkt erst Mal mit einer Schleife aufgebrezelt. Ich mein, da sie auch als Hausmädchen der Prinzessin von Azoth erschaffen wurde, kann das Mädchenhafte Verhalten erklären, aber dann fragt man sich wieder, warum die ultimative Waffe als Spielkameradin eines kleinen Mädels doppeln sollte.

Dass die wilden Pokemon, die unter Volcanions Obhut stehen, sich übrigens vor unserer Gruppe verstecken, wird als absoluter Fauxpas angesehen. Statt die einfach in Ruhe zu lassen, müssen sie also gezwungen bespaßt werden, bis das Eis gebrochen ist und die alle mit Jesus Satoshi abhängen wollen, wie sich das gehört.

Jedenfalls wird dann irgendwann noch halbherzig das dritte Legendary Zygarde eingeworfen, und am Ende gewinne die Guten, die Bösen sind besiegt, und der Prinz geht um seinen Horizont zu erweitern auf seine eigene Pokemon-Wanderschaft, damit die Schwester den Thron für sich alleine hat.

Die Mega-Evolutionen sind auch ziemlich plakativ im Film, jedoch könnten sie nicht mehr wie ein Marketing-Tool für die Spiele wirken, denn so exzessiv aber auch lapidar wie damit um sich geworfen wird, entsteht definitiv kein Hype um sie. Ein Haken an der Checkliste, so wie man den ganzen Film eigentlich beschreiben kann. Nichts ist direkt super langweilig, aber auch nichts besonders aufregend, alles geht so durch die gewohnten Schritte zum gewohnten Ende. Ein weiteres Jahr, ein weiterer Film fiel vom Fließband.

Und damit sind wir jetzt beim Reboot-Film Nummer 20 angekommen, Pokemon the Movie: I choose you! Eine Neuanimation des Beginns der TV-Serie, von daher immer noch mit Satoshi und seinem Pikachu.

Zunächst auch erst Mal alles wie gehabt. Satoshi schaut sich zu lang Pokemon-Kämpfe im Fernsehen an und verschläft deswegen den entscheidenden Tag, an dem der 10-Jährige sich sein Pokemon bei Professor Oak abholen darf. Und da scheinbar immer nur eines von jedem der drei Starter vorrätig ist, schaut derjenige in die Röhre, der erst al Vierter vorbei kommt. Doch praktischerweise hat Oak noch ein Pikachu, welches aber total störrisch ist und nicht in seinen Monster Ball will.

Nach ungefähr zehn Minuten sind die beiden vom Schwarm Onisuzume angegriffen worden, Satoshi durfte seine großherzige Geste vollführen, Pikachu alle niedermähen, und die beiden sind Freunde. Opening Credits zum Original-Song der ersten TV-Staffel und eine Montage der anfänglichen Abenteuer der beiden, und sobald wir wieder einsteigen sind die schon bei der dritten Arena.

Die ersten beiden werden wohl übersprungen, weil die Urgesteine Kasumi und Takeshi außen vor gelassen werden. Stattdessen trifft Satoshi auf die Neugebauten Makoto und Souji, als alle drei versuchen das Entei zu fangen, welches in den Wäldern herumläuft, und mal so richtig eins auf den Deckel bekommen. Dann darf der fiese Trainer Cross noch sein Hitokage aussetzen, weil es ihm zu schwach ist, und nachdem Satoshi es gerettet hat, sind alle drei wirklich dicke Freunde oder so.

Wie man sieht nutzt der Film zwar diverse Szenen aus der alten Reise von Satoshi – der dramatische Abschied von Butterfree wäre eine weiteres – und setzt sie in eine neue Naration. Und teilweise mit Pokemon, die es in der ersten Generation noch nicht gab. Natürlich macht es Sinn, dass es die eigentlich schon immer hat gegeben müssen, und Ho-oh war schon immer merkwürdigerweise früh im Anime aufgetaucht.

Durch den bekommen wir auch die Haupthandlung des Filmes. Er hinterlässt nämlich Satoshi seine Regenbogenfeder, was ihn irgendwie zum Rainbow Hero macht, und die drei legendären Hundepokemon anzieht. Was der Rainbow Hero genau ist, wird nie so direkt gesagt, aber es ist eine gute Ausrede, um dem Team mit dem Tensei-Berg ein Ziel zu geben. Aber vorher darf Satoshi noch mal kurz, nachdem er einen Kampf gegen Cross verliert, an der Freundschaft zu seinen Pokemon zweifeln und wie jener nur an Stärke denken, was ihn einen Alptraum in unserer realen Welt ohne Pokemon einbringt. Schräg.

Beim Tensei-Berg angekommen gibt es dann noch mal eine Auseinandersetzung mit Cross, die Satoshi diesmal gewinnen darf. Lehren darüber, dass man auch mal verlieren darf, oder das nicht nur reine Stärke sondern auch Freundschaft Macht verleiht wurden gelernt. Satoshi darf sogar zugeben, dass er ebenfalls ein Gewinner sein will wie Cross, nur eben nicht um jedes Mittel. Und dies wäre ein netter Punkt gewesen, um mit guter Moral einen bodenständigen und zurückgehaltenen Film enden zu lassen.

Stattdessen gibt es den großen, blöden Klimax, der scheinbar von Nöten ist. Und dann verliert mich der Film ehrlich gesagt. In dem Cross die Regenbogenfeder durch sein schlechtes Herz verseucht oder so, übernimmt der eigentlich gute Spirit Guide des Rainbow Heros dadurch alle Pokemon, die gegen unserer Helden dramatisch kämpfen. Satoshi und Pikachu haben ihren heroischen Auftritt. Pikachu spricht! Satoshi stirbt! Aber dann ist er doch wieder da und darf gegen Ho-oh antreten, und alles ist gut?

Und damit klingt der Film über den eigentlich Eröffnungs-Monolog der anderen Filme zur Pokemon-Welt aus, diesmal allerdings über Szenerien voriger Filme. Dann starten die Credits zu einem melancholischen Lied, und zeigen uns nach und nach die vorigen Weggefährten von Satoshi. Nostalgie eben.

Ich habe gemischt Gefühle zum Reboot-Film. Den ganzen alten Ballast über Bord zu werfen, und stattdessen einfach noch mal klein mit der frischen Abenteuerreise eines neugebackenen Trainers zu beginnen, finde ich gar nicht so übel. Gleichzeitig jenen erneut Satoshi sein lassen und einige alte Szenen einbauen für die Nostalgie ist auch nicht verkehrt. Aber es bleibt eben nicht der nette, kleine Abenteuerfilm, sondern zwingt dort ein dramatisches Finale ein, gestützt auf einer halbgar eingebauten Legende. Das wirkt etwas Fehl am Platz. Der Rest war ordentlich.

InuYasha IV

Grip! ist der Opening-Song, der die Folgen 96 bis 127 einleiten darf, und bisher definitiv der beste OP. Die Animationsabfolge dazu ist allerdings mal wieder ziemlicher Standard. Genau genommen kommt InuYasha hier mehr wie eine Endlos-Kinderserie daher, denn je, setzt vor das Opening, welches ohne große Kreativität alle Hauptprotagonisten und –antagonisten durchrattert, sogar noch eine vom den VAs eingesprochenen Abriss, worum es in der Serie allgemein geht mit kleiner Anheizer-Aussicht auf das, was in der eigentlichen Folge abgehen wird.

Dazu kommt ab Episode 99 auch noch ein neuer Animationsstil, denn statt handgezeichneter Cels wird nun auch die Hauptserie am Computer animiert, was für das Opening und Ending bereits eine Weile Standard ist. Das führt dazu, dass die Folgen, in die mehr Arbeit geflossen sind, so flüssig animiert daherkommen, wie noch keine zuvor, aber diejenigen, die spartanischer daherkommen, umso billiger wirken. Denn jetzt schaut das Bild halt einfach Detailarmer und von der Farbgebung viel heller aus. Was den Touch der Kinderserie auch unterstreichen kann.

Allgemein wirkt es alles jetzt so ein wenig, als ginge man durch die Standardbewegungen einer Kampf-Serie. In den einzelnen Auseinandersetzungen bekommt nun fast immer jedes einzelne Mitglied unserer Truppe etwas zu tun, selbst Shippo darf sein Fuchsfeuer etc. häufiger einsetzen. Und nachdem es wohl doch jemandem aufgefallen ist, dass mit Naraku aus dem Sichtfeld die Monster des Tages auf Dauer etwas wenig her machen, wird mit der Band of Seven eine Gruppe exzentrischer Antagonisten hergezaubert. Die voll bedrohlich wirken sollen und natürlich vom Charakterdesign wie Wesensart extrem unterschiedlich daherkommen. Die Romanze zwischen Inuyasha und Kagome liegt auf Eis, Kagomes Dialoge wird mehr und mehr zum ewigen Wiederholen von Inuyashas Namen, und auch zwischen Sango und Miroku geschieht nicht viel, wird sich mehr auf dessen lüsterne Gags bezogen.

Dass die deutsche Ausgabe ausgerechnet bei Episode 104 auslief, die nicht nur auf einem Cliffhanger endet, sondern auch noch, nachdem die Band of Seven gerade eingeführt werden, ist natürlich etwas unglücklich gewesen. Aber vielleicht auch nicht ganz von Irgendwo kommend. Ich kann mir zumindest gut vorstellen, dass die Einschaltquoten echt gelitten haben, denn ohne Naraku fehlt wirklich etwas in der Serie, und es ist auch keine schnelle Besserung in Aussicht. Stattdessen fighten sich in Einzelschauplätzen nebeneinander Versatzstücke unserer Truppe, der immer handzahmer werdende Sesshomaru, oder Koga mit jeweils einigen der Band of Seven in und um den heiligen Berg Hakurei. Teilweise aufgepowert durch die Splitter des Heiligen Juwels, von denen man fast hätte vergessen können, dass die ursprüngliche Prämisse mal deren Einsammeln gewesen war. Selbst Kikyo zieht es bis zum Berg und darf sie den einen oder anderen Pfeil ins Getümmel schießen. Tatsächlich war ihre Reise um dem Dieb die letzte Ruhe zu gewähren, ein gutes Kontrastprogramm zur doch etwas lauwarm gewordenen Hautpstory der Episoden.

Letztendlich dauert es bis Folge 123, bis Naraku neu erstarkt die Bühne betritt. Und was für ein Wiederkommen es ist. Es gibt einen neuen Look für den Schönling. Neue Mysterien darum, was er mit Kagura fortgeschickt hat, und was mit Onigumos menschlichem Herz geworden ist, welches bisher seine einzige Schwäche war. Und mit dem Ausscheiden von Kikyo kommt es zu einem richtigen Game Changer und dem Zwang von Inuyasha und Kagome doch wieder über ihre Beziehung reden zu müssen, mit einer nicht zu verpassenden Post-Credit-Szene nach dem Ending in Episode 126, die mehr emotionales Gewicht darbietet, als alle vorangegangenen Episode zusammen – und die auch viel besser gezeichnet und animiert wurde! Nicht zu vergessen, dass plötzlich die Splitter doch wieder wichtig sind, denn Naraku steht kurz vor der Vollendung des Juwels.

Bleibt zu hoffen, dass die kommenden 40 Folgen auf Spur bleiben, denn so kann es gern weitergehen. Man merkt halt gerade retrospektiv stark, dass sich die Serie ohne Naraku tatsächlich eher schlecht denn recht über Wasser gehalten bekommen hatte. Das müsste gar nicht sein, denn kreative Monster des Tages aus japanischer Mythologie einzustreuen würde sicherlich funktionieren. Hätte dann aber eventuell in Maßen statt in Massen geschehen sollen, und so wirklich ein interessanter Yokai wie die Haardämonin zu Serienbeginn war auch nicht mehr gerade dabei. Die Band of Seven fand ich eh eher lachhaft.