Rumic World I: Fire Tripper & Maris the Chojo

Rumiko Takahashi ist hauptsächlich durch ihre endlos langen Serien bekannt, von denen sich ihre komplette Karriere hindurch eine an die andere reihte. Von 1978 bis 1987 lief Urusei Yatsura in 34 Bänden, 15 Bände Maison Ikkoku nebenbei, bis 1996 dann Ranma 1/2 in 38 bänden, gefolgt von 56 Bänden Inuyasha bis 2008, abschließend mit 40 Bänden Rin-ne konkludierend in 2017.

Dazwischen hat die gute Frau aber durchaus auch kürzere Serien erschaffen. Beispielsweise One Pound Gospel oder die Mermaid Saga, die jeweils nur wenige Bände einnehmen. Und noch kürzer sinde ihre Oneshots, die hier und dort mal als ein Kapitel erschienen waren, und irgendwann in Anthologie-Bänden zusammengefasst wurden. Teils als Rumic World, teils als Rumiko Takahashi Anthology, teils as Rumic Theatre bekannt. Auch diese Nebenprojekte haben teils ihre Anime-Adaptionen erhalten, denen ich mich jetzt mal widmen will. Den Anfang machen die tatsächlich ebenfalls unterm Rumic World Label erschienenen OVAs aus den 80ern und frühen 90ern. Direct-to-Video in je ca. 50 Minuten erschienen.

Fire Tripper startet im feudalen Japan, als ein Dorf von Räubern überfallen und in Brand gesteckt wird. Die Kleine Suzu, gerade als ein brennender Pfeiler auf sie herabstürzt, löst sich vor den Augen ihres großen Bruders Shukumaru in Luft auf. Es hat sie ins moderne Japan teleportiert, wo sie von einer Familie adoptiert wird und ihre kurze Zeit in der ursprünglichen Heimat vergisst. Bis Suzuko 17 Jahre ist, und auf dem Nachhauseweg mit dem kleinen Nachbarsjungen Shu in die Explosion eines Gastanks gerät.

Sie teleportiert es zwischen die Toten auf einem Schlachtfeld der Sengoku-Ära. Dort gabelt sie niemand anders als Shukumaru auf, der ziemlich schnell beschließt, dass er sie heiraten wollen wird. Suzuko hingegen ist eher damit beschäftigt, herauszufinden, ob Shu noch am Leben ist. Doch sie freunden sich über die nächsten paar Tage miteinander an, und Suzuko sieht ein, dass sie es wesentlich schlechter als Shukumaru treffen könnte, wenn sie schon in dieser Ära gefangen ist. Da macht es klick bei ihr und sie realisiert, dass sie die kleine Schwster von ihm ist, gerade an dem Tag, an dem die Räuber das Dorf überfallen, sie also ursprünglich in die Zukunft reiste.

Das macht sie erneut, diesmal mit Shukumaru im Schlepptau. Der will aber nicht in der Moderne verweilen, weil sein Dorf ohne ihn wirklich aufgeschmissen wäre, und weil er seinem Adoptivvater so viel schuldet. Da macht es bei Suzuko erneut klick. Als sie mit Shu in die Explosion geriet, wurde Shu zehn Jahre früher in die Sengoku-Ära versetzt als sie. Shukumaru ist der ältere Shu, und sie sind gar nicht Blutsverwandt. Steht also nichts mehr dem im Wege, da es genau der Tag des Unfalles ist, sich erneut explodieren zu lassen und zusammen in einer der kriegerischsten Zeiten der Geschichte Japans glücklich als verheiratetes Paar zu leben.

Ich möchte fast sagen, dass Fire Tripper etwas überstrapaziert ist mit 50 Minuten, auch wenn die zugrundeliegende Idee eine interessante ist. Ich mein, dass ist ja nun wirklich keine sonderliche lange Laufzeit, aber mir war Suzuko doch ein wenig zu passiv, um mich so richtig zu scheren, bis dann die ganzen Zeitreiseverwürfnisse übernehmen und die OVA an Fahrt gewinnt. Allgemein ist Takahashis übliche Boy vs Girls Comedy stark zurückgefahren hier, die beiden kabbeln sich zwar mal, der richtige Humorschlag will aber nie kommen. Aber hey, die Songs zum Opening und Ending sind echt klasse! Und die OVA ist jetzt auch nicht direkt schlecht, sondern halt nur etwas arg Standard würde ich mal sagen.

Ein Jahr später erschien dann Maris the Chojo, orginär auch als Supergal bekannt. Titelheldin Maris hat nicht unbedingt das beste Leben. Als sie noch ein Kind war, explodierte ihr Heimatplanet, weswegen ihre Rasse floh und sich über das Universum verbreitet hat. Dummerweise sind Thanatosiden aber superstark, müssen beständig restriktive Ausrüstung anhaben, damit sie buchstäblich nicht alles versehentlich klein hauen. Das funktioniert aber nicht immer so gut.

Ihr Alkoholiker-Vater und trottelige Mutter beispielsweise vergessen die gern mal, was zu ungewollten Kollateralschäden führt, für die Maris aufkommen muss. Und sie selbst, nachdem sie sich zuerst über Damen-Wrestling durchgeschlagen hat, nun bei der Special Police als Agentin unterwegs, hat ebenfalls bereits mehrere Raumschiffe auf dem Gewissen, ist selbst nach jeder Mission pleite, weil sie genug kaputtmacht, so dass sich ihre Gage wieder auflöst.

Doch aktuell hat sie vielleicht den Jackpot gezogen. Denn der hübsche Sohn eines Reichen ist entführt worden, und die Special Police setzt sie darauf an, ihn zu befreien. Maris verliebt sich natürlich sofort in das ganze Geld des Erbens, doch muss herausfinden, dass die Entführerin eine alte Rivalin aus dem Damen-Ringen ist. Und dann verliebt sich der Kerl auch noch in die statt Maris!

Ziemlich klar, dass wir es hier mit einer reinen Komödie zu tun haben. Die Handlung ist nur die Ausrede dafür, warum Maris überhaupt einen Finger krumm machen muss, und für die 50 Minuten auch eher dürftig, weswegen Maris in der ersten Hälfte erst mal eher unzusammenhängende Dinge erleben darf. In einer Welt, in der jeder ein Idiot zu sein scheint, und keiner wirklich als der Gute bezeichnet werden kann, weil jeder seine eigenen Motive hat. Unterhaltsames kleines Ding. Erneut nicht besonders, aber ganz brauchbar schon. Und auch hier: Die diversen Insert Songs sind das eigentliche Highlight.

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Shark Week – Sharknado 6

Nach sechs Jahren war es also an der Zeit Sharknado ein Ende zu setzen. Jeden Sommer zur Shark Week im TV gestartet, fand sich der sechste Film als The Last Sharknado: It’s About Time auf den Bildschirmen wieder. Passt aber auch, immerhin ist das Original auf dem Höhepunkt der Zeiten für dumm-trashige Billo-Haifilme gestartet, welche seit ein paar Jahren auch schon wieder vorüber ist.

Im fünften Film ist übrigens die Welt untergegangen. Nur Hauptcharakter Fin hatte überlebt. Aber sein Zeitreisender Sohn hat ihn ebenfalls auf Zeitreise geschickt, um die Sharknados für immer auszuschalten, und damit die Zeitlinie wieder geradezubiegen. Wir starten Sharknado 6 also in der Vergangenheit. Und finden heraus, dass der Sohn so ziemlich jeden mehr oder weniger wichtigen Charakter der Franchise, der gestorben war, gerettet und auch in unterschiedlichen Zeitzonen untergebracht hat.

Das Team reitet also mal einen Flugsaurier durch die prähistorische Zeit, zieht für Merlin Exkalibur aus dem Stein, hilft Amerika im Unabhängkeitskrieg, trifft im Wilden Westen auf Billy the Kid, tanzt in den 60er Jahren am Strand „den Hai“, oder findet sich in einer Horrorzukunft wieder, die ausschließtlich von Tara-Reid-Klonen bevölkert ist. Zusammenhänge? Ja man springt halt überall hin, wo Sharknados auftauchen, um die aufzuhalten, bis man irgendwann den allerersten in 2013 hinter sich hat und alles dann irgendwie nie geschehen ist. Zumindest nachdem man dem Endboss Tara Reid gegenüberstand, die in einem Raum und Zeit kollabierenden Sharknado vom Roboterkopf einer anderen Tara Reid gelasert wird, während wichtige Persönlichkeiten (oder schlechte Schauspieler in noch schlechteren Kostümen, die signifikierende One Liner produzieren) um sie herumwirbeln.

Mein größtes Problem mit diesen Billo-Trash-Filmen ist ja immer, dass sie zu lang sind. Selbst diejenigen, die nicht einfach nur peinlich sind, sondern tatsächlich Unterhaltungsfaktor bieten, darunter zuvorderst die vorigen Sharkandos, wären alle dennoch verbessert, wenn man die 80 Minuten in 50 zusammengerafft hätte. Der letzte Sharknado ist auch nicht kürzer. Aber er hilft sich dadurch aus, dass er episodischer ist. Wenn alle 15 bis 20 Minuten eine neue Epoche beginnt, dann bringt das schon bitter nötige Kurzweil in eine Reihe, die eh schon seit mindestens drei Filmen ausgelutscht ist.

Das nichts hier Sinn ergibt, Budget für mehr statt bessere Effekte ausgegeben wird, Tara Reid nie schauspielern gelernt hat, Dialoge wie Motivationen von Charakteren absolut hirnverbrannt sind. Ja all das sollte im Prinzip eh erwartet werden, wenn man in so einen Film geht, und schon allenvoran in den sechsten in Folge. Man sollte hierbei nicht nur das Hirn abschalten, ich glaube als Schutzreaktion schaltet sich das automatisch ab. Spätestens dann, wenn der Film einen die Artus-Legende als echte Historie verkaufen will, und die herrlich chargierende Drag Queen dort ohne wirklichen Grund ständig ins Bild springt.

Für viel dummen Unterhaltsungswert ist also gesorgt. Wurde aber auch Zeit. Bestenfalls noch in Gruppe geschaut, dann ist das eh eine wahre Gaudi.

Shark Week – Deep Blue Sea 2

Für den ersten Deep Blue Sea habe ich ja eine Schwäche. Weil das einer jener gescheiterten Versuche war, Haifilme wieder auf die Blockbuster-Bühne zu bringen, irgendwo im 90er-Schauplatz der Katastrophenfilme. Budget, brauchbares Schauspiel, und viel Blödsinn ergeben da ein gutes Unterhaltungspaket. Zehn Jahre später sollte zunächst ein Nachfolger kommen, fiel ins Wasser, und weitere zehn Jahre später schlug dann wirklich ein Deep Blue Sea 2 auf den Streaming- und DVD-Markt auf.

Dr. Calhoun ist eine Forscherin mit Affinität zu Haien. Wie uns der Film auch direkt zeigt, in dem die Eröffnungsszene sie beim Schwimmen mit den Meerestieren ist, was sich als Film herausstellt, den sie ihren Studenten vorführt, um zu zeigen, dass Haie nicht die Killer sind, wie sie in viele Filme wie Deep Blue Sea darstellen. Deswegen ist sie auch für eine Forschungsstation interessant, auf die sie ein Anwalt mit einem Schrank voller herrlich schrägen Gelb-Krawatten bringt. Hier wird an Bullenhaien geforscht, zu denen selbst Misty Calhoun zugeben muss, dass sie eher aggressive Vertreter sind, mit denen man besser nicht schwimmen geht.

Sie und die anderen herbeigebrachten Forscher müssen jedoch schnell herausfinden, dass die bisherig angesiedelte Gruppe ordentlich Probleme mit ihren Versuchsobjekten hat. Die Intelligenz der Tiere wurde ordentlich aufgestockt, diesmal nicht um Demenz und Alzheimer zu bekämpfen, sondern damit Menschen durch die daraus gewonnenen Medikamente mehr Kapazitäten ihres Gehirns freisetzen können und nicht in naher Zukunft von Computerintelligenz übertrumpft werden. Oder so ähnlich, es ist etwas schwer auseinanderzuhalten, was wirklich das Ziel der Forschungen war, und was aus dem Verfolgungswahn des Teamleiters entsprungen ist.

Deep Blue Sea 2 ist tatsächlich schlichtweg Deep Blue Sea Version 2.0, wie Kenner des Erstlings aus der Beschreibung sicherlich bereits erahnen können. Kleine Details sind verändert, aber anderweitig klappert der Film genau die Storybeats ab, die bereits der Vorgänger gelegt hat. Gruppe Leute kommt auf Forschungsstation im Meer zusammen. Dort werden Haie intelligent gemacht. Haie zerstören deren Fluchtmöglichkeiten und beginnen alle zu fressen. Das geht sogar so weit, dass ganze Szenen sehr ähnlich sind. So muss sich natürlich auch hier jemand über das Wasserloch im Forschungsraum beugen, damit ein Hai ihn schnell mit den Zähnen abklatschen kann. Nur ist das hier nicht so erfrischen überraschend wie im Vorgänger.

Das soll nicht heißen das der Film keine komplett eigenen Ideen mitbringt. Beispielsweise ist der Haupthai schwanger, und irendwann macht dann plötzlich ein Schwarm an Minikillerhaien die flutendenden Korridore der Station unsicher, die wie ein Rudel Piranhas durch alles durchkauen, was ihnen in die Quere kommt.

Und ganz ehrlich gesagt, nach 20 Jahren ist es meines Erachtens auch nicht schlimm, wenn man die Beats des Vorgängers erneut benutzt und nur leichte Variabeln einbaut. Dass das hier alles ein wenig schlechter ist eventuell schon. Die Effekte sind nicht so geil (jedoch besser als beim Groß der Trashfilme). Das Schauspiel ist dürftig. Das Script wirft mit Floskeln um sich, die alle Klischees eines solchen Filmes wie eine Checkliste abgrasen, ohne je richtig als Konversationen zusammenpassen zu wollen. Aber ein wenig Laune macht der Film dennoch. Schon alleine deswegen, weil er es sich erlaubt ein wenig brutaler als der große Rest der aktuellen Haifilme zu sein. Die CG-Effekte sehen zwar nicht super überzeugend aus, aber hier fließt was mehr an Blut und werden Leute etwas mehr entstellt, als man das in letzter Zeit gewohnt war, und das verdient auch ein wenig Anerkennung.

Natürlich lässt sich unterm Strich schlecht sagen, dass man statt Deep Blue Sea 2 nicht lieber einfach den ersten Deep Blue Sea erneut schaut, weil man davon besser unterhalten wird. Aber wenn einem danach nach noch mehr ist, liegt man mit der Raubkopie auch nicht komplett daneben. Langeweile stellt sich zumindest nicht ein. Extreme Begeisterung wohl aber auch nicht. Der Film hält halt eine gute Baseline und damit war es das.

Shark Week – The Meg

So richtig nach dem Jaws-Hype mit seinen vielen Nachahmern konnten die Killerhaifilme nie wieder Fuß fassen. Zumindest nicht was Blockbuster angeht, während deren Beliebtheit als trashige TV-Produktionen kaum bestreitbar sind. Dennoch versucht sich Hollywood immer mal wieder daran, und ich bin dem dankbar. Jeder Eintrag, der sich halbwegs ernst nimmt, statt beständig nervtötend mit den Augen zu zwinkern, man wisse ja, wie schrecklich doof das alles ist. Jeder mit einem Budget, mit Special Effects, mit nicht aus TV-Serien der 80er angewaschenen sondern noch aktuell bekannten Schauspielern. Ich habe nichts gegen Trash, aber ich brauch ihn immer mal wieder auch glamourös. Showgirls, fuck yeah!

Es ist auch keine wirkliche Offenbarung mehr, dass China zunehmend einer der wichtigsten Märkte für Hollywood-Blockbuster wird, machen die sich dort doch extrem gut an den Kinokassen. Was natürlich auch bedeutet, dass es Hollywood wichtiger und wichtiger wird, auf dortige Mentalitäten und vor allem auch staatliche Restriktionen zu achten. Werden wir wirklich irgendwann mal einen queeren Hauptcharakter in einem Blockbuster sehen, wenn nicht nur Hollywood meint, die sind schlecht an den Mainstream zu vermarkten, sondern Chinas Regierung deren Inklusion schlichtweg verbietet? Abgesehen davon gibt es in China eine Quote, wie viele ausländische Filme jährlich eine weitläufige Kinodistribution erhalten dürfen. Was macht man also am Besten, um sowohl mehr auf das Land einzugehen, als auch nicht als ausländischer Film zu gelten? Eine Co-Produktion mit Geldgebern aus dem Lande wie The Meg.

Aber wie gesagt, China mag die Hollywood-Blockbuster, von daher sollte man jetzt nicht erwarten, irgendwas jenseits dessen Standards vorgesetzt zu bekommen. Die chinesischen Co-Stars rücken ein wenig mehr ins Rampenlicht als sonst, abgesehen davon gibt es keine Besonderheiten. Aber wie gesagt, schon alleine das ein Killerhaifilm als typischer amerikanischer Blockbuster aufgezogen wird, ist heutzutage bereits die Besonderheit.

Und ich meine, wir schauen die Filme ja auch nicht, weil wir in fremde Kulturen eintauchen wollen. Weil uns Charaktere und Handlung noch Monate später beschäftigen sollen. Um über die künstlerische Expression der Macher zu philosophieren. Killerheifailme brauchen Unterhaltungs- und Schauwerte und das reicht doch bereits.

Der muskulöse Jason Statham und die hübsche Li Bingbing tragen den Film sogar sehr gut. Letztendlich geht es darum, dass auf einer international besetzten Forschungsstation beim Mariannengraben herausgefunden wird, dass was bisher für dessen Boden gehalten wird nur eine besonders kalte Sulfidschicht ist, die den oberen Meeresbereich zu einem noch weiteren Tiefseebereich abtrennt. Stimmt natürlich, und natürlich hat dort unten ein urzeitlicher Megalodon überlebt, der gleich mal das Forschungsschiff mit seiner Besatzung angreift. Statham ist ein Expterte der Tiefseerettung, der vom Ruhm gefallen ist, Bingbing ist die Tochter des Hauptforschers. Beide gehen sofort zur Rettung über. Der Meg folgt natürlich mit in die oberen Wassergefilde, greift die Forschungsstation an, rangelt mit den ihn zur Strecke bringen wollenden Forschern, und schwimmt anschließend zu Chinas Tourismus-Hotspotstrand der Sanya Bay. Es gibt eventuell ein niedliches Kind zu retten. Und einen Forschungsgeldgeber, der alle in Gefahr bringt, um als erster aus dem Meg Kapital schlagen zu können. Eine Romanze zwischen den beiden Hauptakteuren. Das Übliche halt.

Doch wie gesagt, weitestgehend tragen die Protagonisten den Film als Sympathiecharaktere ganz gut. Wir haben jede Menge Action zu sehen. Gerade das Ende, wenn der Meg tatsächlich anfängt an der Sanya Bay, wo man das Wasser vor Leuten kaum sieht, an den Leuten zu snacken, ist schön chaotisch. Alles da, was man an Unterhaltungswerten braucht. Mit guten Effekten, bekannten Gesichtern, brauchbarem Schauspiel. Keine unnötigen Winks, man wisse ja, dass das hier ein bisschen dämlich ist. Mir hat das gefallen.

Shark Week – Open Water 2

Open Water hatte mir ja mal so gar nichts gesagt, bevor ich es nicht herausgezogen hatte, um nicht nur billigen Trash an Haifilmen zu schauen, sondern auch legitimere Vertreter mit Budget und eventuell auch mal ohne Trash. Das Ding war aber so ein wenig wie Paranormal Activity: Ein für lau gemachter Indie-Film auf dem Sundance Film Festival, welcher dann doch eine weiträumigere Distribution fand, und massig Millionen eingefahren hat.

So Überraschungshits sind immer eine gute Gelegenheit dafür, bereits rumliegende Drehbücher mit ähnlicher Thematik, die bisher keiner verfilmen wollte oder durfte, doch das grüne Licht zu geben, um darauf aufzuspringen, bevor der überraschend eingerollte Zug schon wieder weitergefahren ist.

So auch Adrift, aus dem Open Water 2: Adrift bzw. teilweise auch nur Open Water 2 wurde. Dass das Drehbuch ursprünglich nichts mit dem ersten Open Water zu tun hatte, sollte hier auch gar nicht wirklich Schwierigkeiten bereiten. Dies war immerhin ein Film, der sich darum dreht, dass ein Pärchen bei einem Tauchausflug auf offener See vergessen wird, und dann 90 Minuten im Wasser Panik schiebt, bis sie dann doch mal sterben. Da lässt sich eh schlecht irgendwo ansetzen einen direkten Nachfolger oder Vorgänger zu machen. Solange Leuten was Schreckliches auf hoher See geschieht, ist es absolut legitim, dies als ein weiteres Open Water zu verkaufen.

Diesmal haben wir es mit einer Gruppe von Freunden zu tun, die den Geburtstag eines von ihnen auf der Jacht eines anderen von ihnen feiern wollen. Vier von ihnen sind schon lang befreundet, einer ist ein dazugestoßener Ehemann (mit deren Baby in Schlepptau) und ein sechster Partygast ist der aktuelle Flirt des Jacht-Besitzers. Alle sind ganz ausgelassen und fröhlich und haben diese nervtötenden Indie/Arthouse-Dialoge, die möglichst realistisch klingen sollen, was darin resultiert, dass sie alle irgendwelchen Blödsinn, der genausogut Improv sein könnte, wild durcheinanderreden und sich gegenseitig ins Wort fallen. Ganz Un-Indie und ganz Un-Open-Water ist allerdings, dass man hier sogar den einen oder anderen Schauspieler kennen könnte. Nicht mit Namen, so berühmt ist dann doch keiner, aber schon so auf die Art von „Hey, war der nicht Artz in Grey’s Anatomy?“ oder „Ist das nicht die Stimme von FFXIII Lightning?“ und so.

Amy, das ist die mit Ehemann und Kind, hat übrigens panische Angst vorm Wasser, seitdem ihr Vater bei einem Ausflug mit ihr als kleines Mädchen ertrank. Dies versucht sie zu überwinden, was natürlich eine nette Character Arc wird. Und der verantwortungslose Jacht-Besitzer heißt Dan und war mal mit ihr zusammen. Jedenfalls, nachdem alle anderen bereits zu einem kurzen, spaßigen Schwimmen im Wasser sind, entschließt Dan sich dazu, Amy mittels Schocktherapie zu heilen, in dem er sie hochnimmt und mit ihr ebenfalls in den offenen Ozean springt. Subotpimale Ergebnisse resultieren aus der Aktion. Zunächst einmal ist Amy sofort katatonisch. Und dann hat er bei jenem Gedankenblitz vergessen, die Leiter auszufahren, damit man aus dem Wasser wieder aufs Boot kommt.

Und damit ist der Horror des Filmes erneut mehr jener, wie schrecklich es doch ist, mitten im offenen Ozean gestrandet zu sein. Hier noch etwas ironischer, weil sie ja alle direkt neben ihrem Boot sind, nur keine Möglichkeit haben draufzukommen. Macht den Film allerdings auch spannender als den ersten Open Water. Zum einen ist es natürlich so, dass bei einer Gruppe aus sechs Menschen mehr die Charaktere anfangen können aneinanderzureiben. Es gibt mehr dumme Entscheidungen und Kurzschlussreaktionen resultierend aus erhitzten Gemütern. Und mit der Jacht direkt neben allen kann mehr über den Zeitraum geschehen, da verschiedene Pläne geschmiedet werden, um sie doch irgendwie erklimmen zu können. Beispielsweise an der herabhängenden Fahne emporzuklettern, die natürlich reißt. Eine Luke mit einem Messer aufzustülpen, wobei es ihm aus der Hand rutscht und bei der panischen Suche danach er sich den Kopf stößt und ein leichtes Trauma zuzieht. Die Badesachen auszuziehen, um sie zu einem Seil zu verbinden, welchem man eventuell emporklettern kann.

Viel, was schiefgeht, lässt sich dabei natürlich mit der Extremsituation erklären. Die dümmsten Entscheidungen resultieren aus hitzigen Streits oder plötzlicher Panik. Doch sind unsere sechs Gestrandeten auch wirklich nicht allzu schlau. All die Kletteraktionen versucht beispielsweise einer der muskulösen Kerle zu vollführen, weswegen Fahne und Seil reißen, keiner lässt es mal die 50-Kilo-Blondine zuerst versuchen. Sie versuchen aus dem Wasser heraus zu springen, um das Deck zu erreichen, was natürlich viel zu hoch ist, aber erneut kommt keiner mal auf die Idee, zu versuchen, besagtes blondes Leichtgewicht mit Schwung zu boosten, um zu sehen, ob sie vielleicht hoch genug kommt.

Und jetzt zum Elefant im Raum: Es gibt keinen Hai. Ich ging einfach davon aus, dass einer vorkommt, weil es welche im ersten und dritten Open Water gibt. Aber das Script von Adrift hat wohl keine vorgesehen, und man sich auch nicht dazu entschlossen, nachträglich einen reinzuschreiben, als man daraus einen Open Water 2 machte. Natürlich ist das Konzept des ersten Films auch eher gewesen, was für eine Horrorsituation denn das hilflose Treiben im offenen Ozean ist. Und das haben wir auch hier. Haie waren im Vorgänger sporadisch zu sehen, häufig nur fürs Publikum, wenn sie Teilnahmslos am Pärchen unterm Wasser vorbeigeschwommen sind. Haie sind nicht essentiell für Open Water. Aber wäre es so schwer gewesen, zumindest eine solche Swim-By-Szene zu inkludieren? So als Thrill für das Publikum? Wir haben sogar einen Moment, wo eines der Mädels in Panik vor Haien verfällt, weil etwas angeblich ihr Bein streift. Wir sehen dann aber nix. Genau genommen spielt der Film sogar mit dieser Erwartung. Denn mehrmals verletzt sich einer der Gruppe und beginnt zu bluten. Und man denkt natürlich sofort „Ach so, jetzt werden die Haie endlich angelockt“. Geschieht dann aber doch nie.

Finde ich gar nicht mals so dramatisch, wenn auch eine seltsame Entscheidung bei den ganzen möglichen Panikquellen nicht ein Mal zumindest einen Hai die Gruppe aufmischen zu lassen. Aber ja, eine kleine Mogelpackung von mir ist es schon, Open Water 2 in eine Shark Week zu setzen, obwohl nicht nur keiner im Film von einem angegriffen wird, sondern noch nicht mal je einer irgendwo zu sehen ist. Wir denken uns einfach mal, dass da schon hin und wieder, ohne das wir es sehen, einer rumgeschwommen ist. Ich habe den Film jedenfalls für die Shark Week geschaut und deswegen bekommt ihr in der Shark Week auch darüber zu lesen. Zumal ich denke, dass sicherlich nicht nur ich den Fehler beging, Open Water 2 für einen Haifilm zu halten, mindestens ein Hai-am-Rande-habenden wie den ersten Teil.

Macht es aber nicht zu einem weniger spannenden „Gestrandet auf hoher See“-Thriller. Auch mal so ganz erfrischend ohne Haie. Man muss es nur ins Positive kehren, schon lebts sich angenehmer.

Shark Week – Sharktopus vs Whalewolf

Willkommen zurück im trüben Wasser der billigen Haiangriffs-Filme, die alle natürlich nicht wahres Haiverhalten wiedergeben, und dem eh schon schlechten Ruf der bedrohten Tiere schaden, auch wenn sie keiner Ernst nimmt, weil sich unterbewusst bei genug Beschallung ja doch was festsetzt, und ja das ist immer noch der gleiche Satz. Aber Hirn abschalten und unterhalten werden ist der kapitalistische Wert unserer modernen Gesellschaft, und wer bin ich als insignifikante Einzelperson, diesem Strom entgegenschwimmen zu wollen? Wasserwortspiele. Weil Haifilme. Gecheckt? Jetzt schon, immerhin hab ichs gerade klargestellt. Nichts zu danken. Ich schreibe das hier direkt nach dem Twin Peaks S3 Beitrag, vielleicht erklärt das einiges.

Ich weiß ja, dass Haie eigentlich gar nicht so übel sind. In der Regel sind sie auch nicht halb Oktopus. Ich weiß sogar, dass Orcas keine Wale sondern Delphine sind, was die Macher von Sharktopus vs Whalewolf schon mal nicht wussten. Immerhin wussten sie, dass es Meeressäuger statt Fische sind, wie die fiese Doktorin dem blöden Sportler korrigieren kann, damit wir auch mitbekommen, dass Frau Mengele schlau ist und studiert hat. Am MIT. Da ich jedenfalls weiß, dass Haie keine Monster sind, ganz im Gegensatz zu Spinnen, kann ich mich ruhigen Gewissens zurücklehnen und dabei zusehen, wie in einem Haimonsterfilm die Luzi abgeht.

Wenn sie das denn würde. Diese SyFy/Asylum-Dinger haben häufig das Problem, schlichtweg ein wenig langweilig zu sein. In seinem bisher dritten Outing als Menschenfresser Haitopus hat sich immerhin schon ein wenig was getan. Es gibt mehr der billigen Pixel-CG-Monster zu sehen. Es gibt mehr schlechtes CG-Blut in die Kamera spritzend. Und man nimmt sich klar und deutlich nicht allzu ernst, sondern die billige Optik, schlechten Dialoge, und irrsinnigen Entscheidungen der Charaktere kommen gleichermaßen aus der Inkompetenz der Produktion, als es auch bewusst trashig gewollt ist.

Gewollt schlecht ist natürlich nicht zwangsläufig automatisch gut oder unterhaltsam, sondern grundsätzlich erst Mal nur „Ziel erreicht“. Wenn ich mir zum Ziel setze, den ganzen Tag im Bett liegenbleiben zu wollen, kann ich das auch ganz einfach erreichen, wird aber dadurch nicht Applaudierenswert.

Frau Doktor Mengele, die eigentlich einen anderen Namen hat, aber den weiß ich nicht mehr, und Wikipedia öffnen dauert bis zu einer Minute, um nachzuforschen, ist jedenfalls wie jeder Deutsche Doktor eigentlich nur darauf aus, seinen Übermenschen zu kreieren. Und was sind die beiden Apex-Predatoren, deren Gene man braucht, um Superman zu erschaffen? Wolf und Killerwal. Der immer noch kein Wal ist, sondern ein Delphin. Die sind aber auch fies. Und Sharktopus vs Dolf klingt halt nicht so gut.

Dabei kommt eigentlich aber ein Schoßhündchen raus ohne jegliche Intelligenz, und ich nehme das mal als beißende Satire dazu, was nach Alphas schreiende Nazis denn so eigentlich wirklich produzieren würden. Andere Menschen, die nicht Frau Doktor Mengele sind, wie beispielsweise deren Sprechstundenhilfe im Porno-Krankenschwestern-Outfit, bringt er trotzdem um. Unschuldige umbringen benötigt aber auch kein Übermenschentum, sondern man muss nur scheiße sein. Ach ja, mit dem Sharktopus kloppt er sich auch regelmäßig, obwohl man meinen sollte ein hauptsächlich Wassser- und hauptsächlich Landbasiertes Monster kämen sich gar nicht so viel in die Quere, wie die beiden das letztendlich tun. Wenn man halt auf einer Insel ist schon.

Kommen wir aber zurück dazu, ob Sharktopus vs Whalewolf das einzige Ziel erfüllt, welches man je maximal davon hätte erwarten können: Unterhatungswert, ja/nein? Die Antwort darauf ist ein definitives „geht gerade so“. Kann man schauen, sollte man aber nicht. Es sei denn man steht halt wirklich auf Horror C-Trash und/oder Haiangriffsfilme jeglicher Art. Es gibt da eh nicht viele wirklich gute, aber es gibt viele unterhaltsamere als die Sharktopusse. Shartopussies? Sharktopen? Was ist die Mehrzahl von Oktopus? Wenn die Antwort ja nur einfach über wenige Klicks zu finden wäre…

I am the arm and I sound like this

Twin Peaks war hochgradig durch das Mysterium um Laura Palmers Tod angetrieben. Lynch musste jenen viel früher aufklären, als je geplant. Leute verloren das Interesse und Twin Peaks endete in der zweiten Staffel etwas unbefriedigend. Laura Palmer verabschiedete sich von Agent Cooper mit den Worten, dass man sich in 25 Jahren wiedersieht. 25 Jahre später lief Season 3 über die Bildschirme, ohne Kompromisse dort angesetzt und geanuso unbefriedigend endend, wie seine vorzeitig abgesetzten Vorgänger.

viel mehr haben sie aber nicht gemein.

oder haben sie das doch?

Beim Schauen von Season 3 verlor ich meinen Realitätsbezug. Ich meinte zunächst nach ganz eindeutig zu wissen, dass Twin Peaks nie so war. Die ersten beiden Staffeln hatten ihre schrägen Szenen und kryptischen Dialoge. Doch Twin Peaks war immer zum Großteil nachvollziehbar. Es war mehr quirky denn verquer. Oder war es das? Meinte ich das nur im Nachhinein? War Twin Peaks schon immer eine Aneinanderreihung merkwürdiger Ereignisse, unsinniger Traumsequenzen, irrelevanter Charaktere beim Small Talk? Der Atompilz Zweifel war in mir hochgegangen.

immerhin war twin peaks lange her.

Ich war spät zur Party Twin Peaks. Ich sah es nicht Anfang der 90er, als es einer der ersten Serien in der TV-Landschaft war, die mit Prestige daherkamen und gegen den Einheitsbreistrom schwammen. Der @ddprrt, auch bekannt als Stefan Baumgartner, zu der Zeit, als wir gemeinsam alleine gegen Drachen gequestet haben, riet mir stark zur Serie. Ich sah sie. Ich sah auch den Film. Der Film ist nicht ganz so gut. Ich fand ihn zumindest nicht ganz so gut. Das ist jetzt zehn Jahre her. Vielleicht mehr. Ich würde schnell ins alte Blog schauen, wann ich über Twin Peaks schrieb. Aber Myblog gibt Content-Warnungen. Also mache ich es nicht. Das lief von 2004 bis 2010, als ich nach WordPress migrierte. Hierher. In die aktuelle Realität die gerade schwarz auf weiß auf dem Bildschirm auftaucht. Es müsste aber zu dessen heißen Phase gewesen sein. Also so eher 2008-2010. @ddprrt riet mir damals auch zu Lost. Da war ich auch spät bei der Party. Aber früh genug, um alles für die finale Staffel nachzuholen. Wo wir gerade bei Mystery-Serien sind, die vielversprechend anfangen und enttäuschend enden.

Es ist also zehn Jahre her. Das ist eine Dekade. was weiß ich schon noch, wie die vorigen staffeln waren¿

Aber so wie The Return waren sie nicht. Oder? Das möchte ich zumindest glauben.

Vielleicht war mein zehn Jahre jüngeres Ich auch einfacher zu beeindrucken¿ Hat Sinnlosigkeit mit Kunst gleichgetan. Ich mochte auch 12 oz mouse. Zehn Jahre jüngeres Ich. Vergangenheits-Ich.

Ist Twin Peaks Kunst? Ist Twin Peaks Season 3: The Return Kunst?

alles ist kunst. ist es doch, oder¿

Ein Bild von einer Konservendose ist Kunst. Eine Toilette ist Kunst, sobald man sie in ein Museum stellt und gegen die funtkionale Nutzung absperrt. Die Höhlenmalerei einer kruden Nackten, die der Neanderthaler rein aus dem Zweck sich darauf einen von der Proto-Palme zu schütteln, drangeklatscht hat, ist vorzeitliche Kunst. Dadaismus, eine Bewegung, die gezielt als Anti-Kunst startete, ist heutzutage als künstlerische Expression bekannt. Man könnte sich auf eine Bühne setzen, die fröhliche Erkennungsmelodie der Biene Maya pfeifen, und dabei seine eigene Scheiße fressen, und es als Performance Art über Kapitalismus bezeichnen.

Wenn alles Kunst ist, ist nichts nicht Kunst. Und somit ist auch Twin Peaks Kunst. Selbst The Return. Aber Twin Peaks ist auch ein Unterhaltungsmedium. Unterhält Twin Peaks also? Kunst muss nicht gefallen, aber eine TV-Serie schon. Fragezeichen¿? Wikipedia, die einzig wahre Quelle, die als solche verpönt ist, sagt dazu

Unterhaltung (Kultur), kulturelle Aktivitäten mit dem Ziel, einem Publikum Freude zu bereiten

Twin Peaks bereitete mir keine Freude. Aber ist die so wichtig? Ich stelle mich mal gegen das gottgegebene Wikipedia und behaupte, man kann auch unterhalten sein, ohne Freude zu haben. Ich mag aber auch Misery Porn wie Silent Hill 2, Die letzten Glühwürmchen und so Kram. Der Begriff „Freude“ ist nicht gerade assoziationswürdig mit jenen. Aber ich war unterhalten. Und sie resonieren mit vielen.

Ich habe ja mal behauptet, Zone of the Enders: The 2nd Runner wäre das beste PS2-Spiel von Konami. Was hat das die zarten Schneeflockengemüter ein paar weniger Gamer (TM) doch erhitzt, wenn Silent Hill 2 und Metal Gear Solid 3 existieren. Darauf habe ich geshitpostet, statt zu sagen, dass ich beide jene Spiele nie selbst gespielt habe, dass mir Silent Hill 2 zu viel Misery Porn ist (gelogen, wie gesagt geh ich voll drauf ab eigentlich) und man bei Kojima-Spielen eh nie sicher sein kann, ob er nur zufällig in den Geniestreich reingerutscht ist, beim Versuch zu trollen.

Twin Peaks The 3rd Season Returns fühlt sich an wie ein Shitpost. Als wäre ich von David Lynch getrollt worden. Für 18 Stunden am Stück. Aber David Lynch ist nicht Hideo Kojima. Lynch muss doch einen tieferen Sinn dahinter verborgen haben. Ihn nicht einfach als Kojima-esquen Troll beiseite schieben zu können, führt aber nur dazu, ƨʞɒǝꟼ niwT S3 nicht beiseite schieben zu können. So vehement wie vergeblich bei der Stange bleiben wollen, irgendeinen Sinn sehen zu wollen, irgendwas verstehen zu wollen, irgendwelche Zusammenhänge oder Themen entdecken zu wollen. Aber das geht nicht. Denn keiner steckt im Kopf von David Lynch, dem einzigen Raum, in dem Twin Peaks Revengeance Sinn macht. Vielleicht. Beantworten könnte diese Vermutung nur Lynch selbst. Und der spricht nicht mit mir.

Agent Cooper schlafwandelt fast die komplette Show über durch die Szenen, ohne eigenen Antrieb. Andere Leute stubsen ihn voran, sind freudig darauf aus, mit ihm zu reden und auf ihn einzugehen, obwohl Cooper immer nur die letzen beiden Worte an sie zurückpapageit. Ist das eine Hommage an Metal Gear Solid? Ist das ein Kommentar dazu, wie einfach es alte weiße Kerle in unserer Gesellschaft haben, selbst bei absoluter Ahnungslosigkeit die Karriereleiter hochzufallen? Dazu, wie man selbst, wenn man eindeutig nicht mehr funktionert, als Rädchen zum Weiterdrehen gezwungen wird? Vielleicht ist eines davon wahr. Vielleicht ist alles davon wahr. Vielelicht ist nichts davon wahr.

Was ist schon Wahrheit? Das, was wir erade wahrnehmen¿ Wer sagt, dass wir nicht alle in der Matrix stecken. Wer sagt, dass ich nich in einer besonders langweiligen Truman Show die Hauptattraktion bin? Wer sagt schon, ob die Verrückten nicht diejenigen sind, die wirklich hinter den Schleier geschaut haben, den unser Gehirn unter dem Vorwand der Vernunft nicht wahrhaben will?

Was macht schon irgendwas Sinn. Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es überhaupt einen? Ist es eventuell doch nur eine Aneinanderreihung von menschlichen Interaktionen, in dem jeder Mensch gleich Unwichtig gleich viel mit einem reden kann, ohne das dahinter ein Sinn stecken muss. Wie in ʇʍıu dǝɐʞs S3 mit seinen vielen Charakteren und vielen Dialogen und 99% davon sind bedeutungslos?

Ist unsere lineare Zeitwahrnehmung überhaupt real, oder nur ein Gefägnis wie unser biologischer Körper? Eine Folge Twin Peaks dauert um die 55 Minuten. So sagt das zumindest mein Wiedergabegerät. Mein Wiedergabegerät sagt mir auch gern, dass ich gerade mal 15 davon gesehen habe. Und dennoch, in der nicht nachvollziehbaren Subjektivität meiner Wahrnehmung scheine ich die Folge schon drei Tage am Stück zu schauen. Ich bin ausgelaugt. Ich höre die Uhr ticken. Im übertragenen Sinne. Wer hat schon noch tickende Uhren in 2019? Vielleicht ist es auch gar kein Ticken, sondern ein Tropfen. Mein Verstand fließt langsam aus meinem Hirn, tropft beständig aus beiden Ohren und lenkt mich davon ab, mich auf T҉ẁ̶į̡n̸͠ P̴e͘a͘k̡s̢ konzentrieren zu wollen. Jetzt schaue ich schon 30 Minuten, angeblich, laut Wiedergabegerät, wenn ich dem trauen will, und die verlorenen 15 Minuten seit dem letzten Schauen auf das lügende Wiedergabegerät kommen mir wie 5 Sekunden vor und ich habe nichts mitbekommen. Weil ich abgeschaltet hatte. Weil eh nichts Sinn ergibt. Weil nichts zusammenhängt. Weil nichts Bedeutung zu haben scheint.

ganz wie das leben.

Mehr als zwei Folgen am Stück gingen nicht. Zwei Stunden Twin Peaks hintereinander, wobei die Folgen sowieso direkt in sich fließen narrativ, soweit man eine narrative Struktur überhaupt hineinlügen will, damit sich das Gehirn am Verstand festhalten kann, an bekannte Strukturen, an Sinn in der Sinnlosigkeit, zwei Stunden Twin Peaks hintereinander waren Tortur. Weiterschauen war dennoch angesagt. Zumindest am nächsten Tag. Dabei regelmäßiges Schauen in die vorige Folge, ob man auch wirklich nicht versehentlich eine übersprungen hat. Ob die aktuelle Gegenwart des Schauenden und die Vergangenheit der Folge davor zusammengehören, damit sich die Zukunft der nächsten Folgen nicht noch sperriger gestaltet.

Ich habe Twin Peaks S3 überlebt. Ich bin 18 Folgen älter. Aber ich lebe noch. Bleibende Hirnschäden können so kurzfristig danach noch nicht ausgeschlossen werden. Kunst darf vieles. Kunst darf alles. Kunst soll vor allem Emotionen erregen. Twin Peaks war emotional. Ich war weniger unbeteiligt als viel mehr hoffnungslos. Das ist eine Emotion. Ich war enttäuscht. Das ist auch eine. Ich war ratlos, verwirrt, ja sogar verärgert.

David Lynch ist ein Künstler. Das sagt alles. Und das sagt nichts.

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Captain Marvel

Wer sich wundert, dass wir Ant-Man and the Wasp überspringen: Das liegt daran, dass ich den tatsächlich mal sogar zu Release im Kino gesehen habe, also bereits kenne. Von daher haben wir zwischen den Avengers im Infinity War und denen im Endgame nur noch einen Zeitsprung zurück in die 90er zur Captain Marvel zu machen.

Vers ist eine Soldatin der Kree, deren oberstes Kredo es ist, dass Gefühle unterdrückt gehören, weil sie einem nur in den Weg kommen. Angeführt von der Supreme Intelligence führen die Kree einen Krieg gegen die feindlichen Skrull, die als Gestaltwandler theoretisch jederzeit eine Unterwanderung beginnen können, weswegen die Kree beständige Paranoia dahingehend hegen müssen.

Bei einem Einsatz strandet Vers allerdings mit ein paar Skrull auf der Erde, wo sie prompt auch Nick Fury über den Weg läuft, und nach und nach feststellen muss, dass was sie als Wahrheit zu kennen meint, dieser eventuell gar nicht entspricht. Immerhin scheint sie auf dem Planeten bereits als Kampffliegerin Carol Danvers bekannt zu sein, ist also eigentlich gar kein Teil der Kree.

Ich habe mit Captain Marvel im Grundzug bereits das gleiche Problem, welches ich mit Doctor Strange hatte: Er wirkt fehlplatziert und altbacken. Es ist 2019. Wir sind in Phase Drei des MCU. Einen Film vom Endgame entfernt. Und wir bekommen eine weitere Origins Story, die durch die Standards eines frisch erweckten Superhelden gehen muss, was thematisch wesentlich besser in Phase Eins und die erste Hälfte von Zwei passt. Ich als Zuschauer, aber auch der MCU als Franchise, ist eigentlich mittlerweile weitergezogen. Und das Spider-Man: Homecoming und Black Panther versuchten, wenn auch nicht ganz erfolgreich, eine jene zu übergehen, zeigt mir, dass man sich bei Marvel dessen auch bewusst ist. Aber wichtige Figuren für die Avengers-Filme dürfen nicht einfach vom Himmel fallen, und jeder neue MCU-Film schwingt sich automatisch dazu auf, einer der monetär erfolgreichsten Filme seines jeweiligen Kinojahres zu werden, also bekommen wir weitere Superhelden-Anfänge präsentiert.

Abgesehen davon wirkt Captain Marvel, erneut ganz wie Doctor Strange, besonders nüchtern und schwunglos. Spider-Man: Homecoming hat wenigstens die witzigen Sprüche und einnehmende Energie seines Hauptcharakters zu bieten. Black Panther eine Menge coole Action und einen eigenen Look. Captain Marvel hat auch Action. Captain Marvel hat auch flotte Sprüche. Aber so richtig herausragend in irgendeinem Bereich ist der Film nie, sondern scheint wirklich hauptsächlich durch die vorgegebene Motorik zu gehen.

Die Sprüche beißen sich teilweise sogar ein wenig mit dem Charakter an sich. Denn Vers ist mal die stoisch-emotionslose Kree, und dann in der nächsten Szene wieder die Sprüche-klopfende Oneliner-Maschine. Und es scheint nie so ganz zusammenpassen zu wollen. Selbst Brie Larson scheint in einigen Szenen etwas verwirrt darüber, welchen Charakter sie jetzt genau mimen soll. Ich kann mir echt nur vorstellen, dass hier jemand ziemlich merkwürdige Schauspielanweisungen gegeben hat. Wenigstens hat sie mehr Chemie beim Spiel mit ihren Co-Stars, als das Benedikt Cumberbatch hatte.

Ein Problem, welches der Film sicherlich hatte, ist zudem, dass Captain Marvel viel zu stark ist. Tatsächlich muss ihr im großen Endkampf dann sogar geradezu eine ganze Flotte an Raumschiffen entgegnen, damit sie als einzelner Superheld ein wenig ins Schwitzen kommt. Der Kampf wird auch prompt fast eher humoristisch dargestellt. Im Endresultat darf der Charakter dadurch eben erst auf die letzten 10 Minuten des 2-Stünders ihre vollen Kräfte als Captain Marvel bekommen, was den Film auch etwas hinzieht und dazu zwingt, sich irgendwie anders füllen zu müssen.

Ich verbleibe mit Captain Marvel also etwas unenthusiastisch. Erneut will ich wiederholen, dass man mit so ziemlich jedem MCU-Film einen langweiligen Abend killen kann. Auch Captain Marvel unterhält auf einem basischen Level. Aber eben auch nicht mehr. Damit steht der Film nicht alleine am Grund des MCU-Fasses, aber nur weil er Gesellschaft hat, hebt ihn das eben dennoch nicht über den Durchschnitt.

Avengers: Infinity War

2018 wurde also genau 10 Jahre nach dem ersten Iron Man das Ende eingeläutet. Der finale Avengers-Film ging in seine erste Hälfte, auch wenn Marketing irgendwann das Part 1 rausstrich, und dem letzten Film einen neuen Untertitel verabreichte. Wurde prompt auch der bestverkaufte Film des Jahres, und setzte sich auf den dritten Platz aller Zeiten, steht auch dieses Jahr noch auf Platz vier.

Da gibt es so ein violettes Alien mit Namen Thanos. Dessen Planet stand vor der Zerstörung durch Überbevölkerung. Also hat er den „facts over feeling“-Plan entworfen, doch einfach die Hälfte der Bevölkerung zu töten. Ganz fair per Losentscheid. Hat keiner mitgemacht, und deswegen ist seine Heimat zugrunde gegangen. Thanos immer noch davon überzeugt, dass sein Plan die einzig wahre Idee ist, erhebt sich anschließend zum das Universum bevormundenden Faschisten, der einfach für alle anderen entscheidet, und von Planet zu Planet reist, um jeweils den halben Genozid zu vollführen.

Massenmord muss aber doch effizienter gehen, wenn man mal genau drüber nachdenkt. Und deswegen ist der fliederfarbene Schurke nun hinter den Infinity Stones her, damit er mit einem einzigen Fingerschnippen das halbe Universum ausrotten kann. Einen davon haben die Avengers. Über einen anderen wacht Doctor Strange. Den Zugang zu einem dritten Stein kennt seine abtrünnige Tochter bei den Guardians of the Galaxy. Den aus Asgard hat er Thor bereits abgenommen und Loki umgebracht. Thanos eckt also bei jedem an.

Thanos ist natürlich ein interessanter Schurke. Er ist nicht im Recht, aber man kann nachvollziehen, warum er sich so fühlt. Zumal er sehr charismatisch gespielt wird und der Film sichergeht, dass er nach jedem Mord oder gar Völkermord eine Träne vergießt, damit wir auch ja sehen, wie schwer es ihm fällt. Auf einer streng logischen Basis, wenn damit konfrontiert, dass die Welt an Überbevölkerung in naher Zukunft zugrunde gehen wird, und es dafür keine Lösung gibt… ist die Lösung die Überbevölkerung strikt anzugehen natürlich naheliegend. Moralisch und ethisch absolut verwerflich. Aber warum jemand auf die Idee kommen könnte schon klar. Wobei ich ja denke, dass die Regierungen dabei im Extremfall schon mitspielen würden, aber das mit dem Losentscheid für sich selbst und ihre Familien aussetzen würden. Es gäbe dann nämlich eher die Diskussion, wer lebenswert ist und wer nicht und wer das zu entscheiden hat. Aber keiner würde es komplett dem Zufall überlassen, der könnte nämlich auch einen selbst und die eigenen Lieben treffen.

Ich glaube nicht, dass Infinity War versucht, uns darzulegen, dass Thanos eigentlich recht hat. Stattdessen sehe ich es her so, dass es ganz gut zeigt, wie er immer tiefer in den Hasenbau fällt. Sobald erst mal angefangen wurde, Leben dem angeblich größeren Ziel zu opfern, entsteht ein Schneeballeffekt mehr und mehr zu opfern bereit zu sein, eben damit die vorigen Opfer und die damit auf sich gezogene Schuld nicht umsonst war. Man hört nicht mitten mi Genozid auf, sondern rechtfertigt weiter, bis er abgeschlossen ist, in der Hoffnung recht gehabt zu haben, dass das Ziel wirklich die Mittel heiligt.

Als Film an sich fühlt sich Infinity War übrigens ein wenig so an, als steckte man in mehreren. Die Sache mit so einem großen Crossover ist, dass es schwer ist alle Charaktere und deren Persönlichkeiten auftreten lassen zu müssen, ihnen gerecht werden zu müssen, sie in ein stimmiges Ganzes zu bringen. Da schafft es Infinity War sicherlich ganz gut, allen Beteiligten gerecht zu werden, und am Ende ist man ja aus der Problematik raus, in dem der Cast rigoros für Endgame zurechtgestutzt wird. Aber je nachdem, zu welcher Lokalität und welchen Superhelden wir gerade springen, scheinen wir von der Stimmung her doch in grundverschiedenen Filmen zu sein. Zumindest bis zum Ende, wenn alles in einem Rundumschlag an Misery Porn zusammenkommt.

Das führt natürlich auch dazu, dass der Film wenigsten viel Abwechslung bietet. Es ist schwer, sich zu langweilen, wenn so viel auf einmal zu geschehen scheint, so viele Charaktere mehr oder weniger zusammenkommen. Und gegen Ende natürlich auch so viel auf dem Spiel steht. Ich war zumindest voll involviert, und die Szene zwischen Peter Parker und seinem quasi Mentor Tony Stark hat mich schon erwischt gehabt. Es ist ein Film, der durch charismatische Charaktere, witzige Dialoge, coole Action und auch emotionale Momente unterhält, also ein wenig was von allem bietet. Letztere funktionieren natürlich nur, wenn man mehr oder weniger mit auf der Reise der letzten 10 Jahre durchs MCU war, die Charaktere schon noch zumindest vage aus den anderen Filmen kennt, aber es begeht sicherlich keiner wirklich den Fehler, die Franchise bei Infinity War zu beginnen.

Ganz so gut gefallen wie Captain America: Civil War hat mit Avengers: Infinity War zwar nicht. Denn Civil War hat ähnliche Thematik, ist jedoch wesentlich stringenter präsentiert. Aber richtig gut gefallen hat mir Infinity War dennoch, es ist definitiv ein toller Auftakt zum Payoff des MCU und ich bin mal gespannt, ob Endgame alles einzulösen wissen wird, ein guter Start dazu ist zumindest gelegt.

Black Panther

Als nächstes kommen wir zu Black Panther. Dem MCU-Superheldenfilm, der es schaffte für ganze 7 Oscars nominiert zu werden, und drei davon sogar abzuräumen. Natürlich hauptsächlich in den technischen Kategorien. Ein Gewinn bei Best Picture wäre aber auch nicht ganz nachvollziehbar gewesen.

Vor Ewigkeiten ist im Herzen Afrikas ein Meteorit runtergegangen, der ein Supermetall beinhaltete. Eine dadurch veränderte Pflanze wurde einem Krieger gegeben, damit er zum ersten Black Panther wurde, der vier der fünf Stämme unter sich vereinte und ein geheimes technisches Superimperium mit dem außerirdischen Metall erschuf.

Nachdem in Captain America: Civil War der aktuelle König von Wakanda gestorben ist, welches nach außen hin immer noch vorgibt, ein Dritte-Welt-Land zu sein, wird somit sein Sohn T’Challa zum neuen Staatsoberhaupt des technisch fortgeschrittenen Reiches gewählt. Der als Black Panther erst Mal ins Ausland reist, um einen Schwarzmarkthändler zu stoppen, der das Supermetall verkaufen will, und damit die ganze Scharade Wakandas auffliegen lassen könnte. Der wiederum arbeitet mit Killmonger zusammen, der eigentlich der verschollene Cousin von T’Challa ist, nachdem sein Vater vom ehemaligen König umgebracht wurde, und neben ein wenig Revanche auch im Sinn hat, den Thron für sich einzunehmen, um Wakanda der Welt zu öffnen und mit der fortschrittlichen Technologie zu regieren.

Black Panther ist ähnlich Spider-Man: Homecoming einer jener Filme, bei denen der Superheld seine Kräfte zwar schon hat, aber da es sein erster Alleingang ist, dennoch weitestgehend mit einer Origins-Story übereinstimmt. T’Challa muss halt nicht beweisen, dass er seiner Kräfte würdig ist, sondern seines Thrones. Doch der Rest läuft relativ ähnlich ab. Vielleicht ist es auch deshalb so, dass der Film sich nie lange an seinen Story-Beats oder tiefer Charakterisierung aufhält, und stattdessen immer schnell wieder einen flotten Spruch oder viel eher eine coole Action-Einlage auffährt. Denn das so eine quirlige Sprücheklopferei wie in einem Thor: Rangarok oder einem Guardians of the Galaxy sollte man hier nicht erwarten, sondern hat so mehr den Banter-Standard, der in einen MCU meist vorhanden ist.

Das mag ich fast mögen, sich eben nicht mal wieder an den üblichen Origins-Sachen festhaken, die wir eh leid geworden sind, sondern als reines Action-Feuerwerk halt mal 2 Stunden Popkorn-Kino zu unterhalten. Ist bei Black Panther allerdings fast etwas schade, weil ein paar der interessanten Ansätze eben auch etwas auf der Strecke bleiben, statt die nötige Luft zum Atmen zu bekommen. Zuvorderst ist dabei natürlich der Konflikt, ob Wakanda weiterhin abgeschottet bleiben oder sich der Welt öffnen sollte. Maßgeblich sind es dann auch hauptsächlich die Charaktere, die selten bis gar nicht die sicheren Grenzen des Landes verlassen, die auf die Tradition pochen, abgeschottet zu bleiben. Während jene, die es häufig verlassen, diejenigen sind, die anführen, wie viel Leid in der Welt doch aus dem Weg geräumt werden könnte, wenn Wakanda seine geheime Technologie teilen würde. Natürlich ist historisch aber auch bewiesen, dass eine solche auch für militärische Zwecke missbraucht werden würde. Dieser Konflikt wird immer mal wieder sporadisch von einem Charakter angesprochen, aber so richtig als die zentrale Thematik, die es sicherlich mit ausmachen soll, kommt es nicht rüber.

Was für mich aber auch viel dazu beigetragen hat, dass sich Black Panther etwas vom üblichen Standard abheben konnte, ist einfach der doch wesentlich andere Look des Filmes. Dadurch, dass der Film, von einem Exkurs nach Korea abgesehen, eben hauptsächlich in Wakanda spielt. Das Kostümdesign, aber auch die Architektur, sind deswegen sehr stark von afrikanischen Stämmen und frühen Zivilisationen geprägt. In einer Zusammenkunft aus Futur-Technik und Tribalismus-Tradition. Das hält eben auch einfach optische die Spannung aufrecht.

Damit ist Black Panther einer jener Filme, die während des Schauens super unterhalten, weil er sowohl was aufs Auge gibt, als auch viel rasante Action bietet, einfach ziemlich cool ist. Er wird allerdings auch nicht viel zum Nachdenken bieten, an was sich noch zwei Wochen später erinnert würde. Von den Origins-Stories allerdings sicherlich einer der kurzweiligsten Einträge.