Doctor Who: Series Five

Los geht es nach einem Jahr Quasi-Pause mit der fünften Staffel Doctor Who unter der Leitung von Sherlock-Schöpfer Steven Moffat, der bereits 1999 das Parodie-Special der Reihe schrieb, und seit der Reinkarnation in New Who mit für die besten Folgen verantwortlich zeichnete. Nur ein Christmas Special gibt es noch nicht, da das aus dem Vorjahr in die Box der Specials gegeben wurde.

Und wir kommen mit einem neuen Doctor daher, oder der zumindest mit einem neuen Gesicht. Aber noch viel wichtiger gibt es eine neue Opening-Sequenz, die doch tatsächlich mit einer neuen und nicht grottigen Title Card aufwarten kann! Aber auch Matt Smith ist der bisher jüngste und attraktivste Doctor – wenn das Licht nicht falsch fällt und er wie Young Frankenstein ausschaut. Allgemein darf ich bereits sagen, dass mir das Schauspiel von Matt Smith als Doctor bisher am besten gefällt. Christopher Eccleston finde ich nicht so schlimm, wie mancheiner, aber häufig war er doch etwas langweilig in der Rolle. David Tennant war definitiv interessanter, aber in seinen Marotten mir manchmal etwas zu Jack Sparrow und anstrengend. Matt Smith findet da meiner Meinung nach einen guten Mittelweg und mimt mal den schnell quasselnden und verplant wirkenden Doctor, ist aber meistens etwas gedeckter und gibt der Rolle oft eine heroische Art.

Allgemein kommt mir die Serie in ihrer Moffat-Inkarnation irgendwie stylischer und moderner vor. Liegt vielleicht auch daran, dass während der Specials auf HD umgestellt wurde, und daher dies die erste Staffel mit einem klareren Bild ist. Aber auch der neue TARDIS-Innenraum sieht luftiger und weniger runtergekommen aus. Der neue Sonic Screwdriver in Grün. Die neue super junge Companion. Selbst die Daleks werden aus ihrem runtergekommen Metall befreit und nehmen die Form von Power Rangers farbvariierten Plastik-Pfefferstreuern ein.

Wie gesagt gib es kein Christmas Special, dafür darf die erste Episode, The Eleventh Hour, dennoch eine volle Stunde einnehmen, immerhin ist es ja auch das große Willkommen des neuen Doctors. Der hier das coolste schottische Mädchen trifft, und mit 12 Jahren leicht verspätet endlich kommt, um die zu einer jungen Frau mit fabelhaftem Haar herangewachsene zur Companion zu machen. Wie gesagt ist die Folge hauptsächlich dazu da, um uns zu zeigen, wie der neue verjüngte Doctor so ist, und als solches legt sie definitiv einen guten Start hin, zumal das Zusammenspiel mit Amy auch sofort funktioniert.

The Beast Below ist eine weitere gute Episode, in der Amy und der Doctor auf einem Raumschiff landen, welches das neue Großbritannien ist, unter dem ein großes Geheimnis lauert, welches die Einwohner bewusst zu ignorieren wissen. Das Design hier ist echt cool, die Herangehensweise manchmal witzig, manchmal mysteriös und manchmal dramatisch. Besonders gegen Ende, welches kurzzeitig echt übel aussieht, aber dann doch Hoffnung zu schöpfen weiß. Lediglich etwas störte mich, dass der Doctor und Amy direkt schon eine große Auseinandersetzung haben, die sie beinahe entzweit. Das ist in der zweiten Folge arg früh, und zudem erinnert mich der arschige Doctor zu sehr an die Davies-Doctoren.

Victory of the Daleks kann man zugutehalten, dass man so wenigstens die obligatorische Dalek-Episode früh in der Staffel aus dem Weg bekommt, und dass es diesmal wenigstens keine Doppelfolge ist. Churchill hat im Zweiten Weltkrieg jedenfalls plötzlich Dalek-Unterstützung, die aber nur an den Doctor herankommen und durch ihn im neuen Look wiederauferstehen wollen. Und immerhin entkommen die Daleks diesmal am Ende, statt das uns zum wiederholten Male weis gemacht wird, dies wäre der endgültig finale Sieg über die allerletzten Vertreter der Rasse. Der Sieg der Daleks ist allerdings wohl eher der, dass sie endlich mal in einer Folge sind, die nicht scheiße ist, sondern nur leicht schwach.

Sichtwort Doppelfolge: The Time of Angels und Flesh and Stone bringen die Weeping Angels zurück. Oder besser gesagt eine Crew mit Doctor und Amy in die Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, die vor den Statuen, die eigentlich gar keine sind, nur so wimmeln. Die Angels sind super Antagonisten, und hier gibt es auch ein paar gute neue Einfälle, wie das ein Bild von ihnen ebenfalls gefährlich ist, was zu einem sehr starken Beginn der Story führt. Nicht ganz so toll finde ich in Flesh and Stone, wenn man sie sich wirklich bewegen sieht, dass sie das immer nur Offscreen auch unbeobachtet vom Zuschauer taten, fand ich effektiver. Zumal es etwas blöde ist, dass sie zu Statuen werden, wenn sie sich beobachtet fühlen, statt zu merken, ob jemand sie wirklich wahrnimmt oder nicht. Aber hey, River Song ist wieder da, wieder in der falschen Zeitlinie zu ihrem Doctor, aber das Zusammenspiel zwischen ihr, ihm und Amy ist einfach superb. Kommt auch zu nicht gerade subtilem Forshadowing, dass sie ihn umbringen wird.

The Vampires of Venice dreht sich eher um Fischweiber, die sich als Vampire im Venedig des 15. Jahrhunderts ausgeben. Während der Doctor Amy und deren Verlobten und Neu-Companion Rory auf einen romantischen Ausflug hierher bringt. Der ihn nicht so leiden kann, wegen der sexuellen Spannung zwischen Doctor und Amy, und auch wohlweislich anspricht, dass der Doctor einen schlechten Einfluss auf seine Companions nimmt, weil sie durch ihn unnötig gefährlich leben. Auch der Vorwurf der Königin, dass der Doctor mal wieder lieber eine ganze Spezies untergehen sieht, statt eine einzelne Stadt seiner geliebten Menschen zu opfern, ist nicht ohne. Das Spiel zwischen dem Doctor und seinen nun zwei Companions ist witzig, das Setting hat Stil, und mir liegt die Thematik der Episode allgemein.

Amy’s Choice adressiert dann endlich, dass Amy sich mal zwischen ihrem Rory oder dem leichten Flirt mit dem Doctor entscheiden muss, und glücklicherweise hilft ihr das über den Doctor hinweg, statt dass sie sich für jenen entscheiden würde. Und dem Doctor wird vorgeworfen, dass er eine mehr Schein denn Sein Show der Quirks ist. Von einem humorigen Traumdämon, der Amys Entscheidung tatsächlich einen Elefant im Raum nennt. Und das er eigentlich nur des Doctors Selbstreflektion darstellt, ist auch nicht uninteressant. Die Staffel ist in den letzten vier Folgen echt besser und besser geworden, und war schon nicht schlecht gestartet.

In The Hungry Earth und Cold Blood bekommen wir es dann mit Echsenmenschen zu tun, die in Wahrheit früher die Erde regierten, bevor die Menschheit sich wie eine Rattenplage ausgebreitet hat, statt wie zunächst fast ein Zombie-Film zu wirken, da sie aus dem Erdinneren stammen. Und wären die Echsen nicht sofort so konfrontierend und rassistisch, würde die Story darum, wie fragil doch Friedensverhandlungen sind, wie schnell sie wegen kleiner Fehler in die Brüche gehen können, und wie eine Koexistenz mit den finiten Ressourcen überhaupt ermöglicht werden kann, besser funktionieren. Aber mal ehrlich, wer hat schon erwartet, dass die Geschichte gut ausgeht, immerhin können Menschen schon untereinander nicht, geschweige denn eine ganz fremde Rasse zu integrieren. Das Ende ist richtig gut, und auch der Rest der Doppelfolge durchaus nicht übel. Mit Rorys Ausscheiden bekommen die Zeit-Raum-Risse, die immer mal wieder auftauchen, auch eine ganz andere Note, da sie einen nicht nur töten, sondern es so ist, als hätte man nie existiert. Wobei klar ist, dass der wiederkommen wird, bei der Art von Abgang.

In Vincent and the Doctor trifft der Doctor auf Vincent van Gogh und dessen besondere Art und Weise, die Welt zu sehen, die ihn zu seinen Bildern verleitete. Außerdem sieht er dadurch eine unsichtbare Cockatrice, die umgeht und bekämpft werden muss. Besonders schön ist auch das emotionale Ende, obwohl es arg praktisch ist, dass dies den Fluss der Zeit nicht durcheinander bringt. Aber New Who und noch mehr Moffat Who schert sich da sowieso weniger und weniger drum.

Wenn der Doctor in The Lodger ganz ohne Companion mit einem Normalo-Briten in eine WG zieht, um herauszufinden, was im Obergeschoss merkwürdiges los ist, sollte man meinen eine Comedy wäre geboren. Es ist auch durchaus eine witzige und niedliche Nebenepisode, allerdings hätte ich es gut gefunden, wenn ein Teil des Witzes auch auf Kosten des Doctors gegangen wäre. Stattdessen ist der mal wieder super toll in allem, auch all jene zum ersten Mal getätigte Sachen, die im Leben eines Normalsterblichen alltäglich sind.

Und damit geht es ins Finale in The Pandorica Opens und The Big Bang, zu denen so ziemlich alle die Staffel über getroffene Personen zusammenkommen, um dem Doctor eine Nachricht in Form eines van Gogh Gemäldes vom explodierenden TARDIS zukommen zu lassen. Und was hält Pandoras Box so schreckliches in sich? Gar nichts, es ist eine Falle aller anderen Spezies, um den Doctor einzufangen, weil sie ihn als größte Gefahr für das Universum einschätzen. Was schon eine echt interessante Idee ist. Und letztendlich verkommt alles in ein enormes Gewust an Zeitsprüngen hin und her, um den Karren wieder aus dem Dreck zu fahren. Ist auch ein sehr schönes Finale für Amy und Rory geworden. Und allgemein ein ziemlich spannendes, auch wenn ich mich frage, wie lange die Serie noch weiterhin immer ein noch größeres und dramatischeres draufsetzen kann, und ob das überhaupt nötig ist, ein wenig lächerlich ist es ja schon, dass ständig das Universum fast oder doch endet und Hauptpersonen sterben und doch wiederkommen.

Erneut ist die fünfte Staffel eine, die ich so ziemlich rundum genossen habe, weil jede Folge Gutes in sich hatte, auf das ich mich beziehen konnte. Und die meisten haben gar nicht mal allzu viel Schlechtes oder Merkwürdiges zum Ausgleich zu bieten. Das modernere Look and Feel ist mir sowieso gefällig. Auch der Elfte Doctor und die neuen Companions. Ebenfalls sehr schön fand ich, dass es diesmal mehr eines durchgängigen roten Fadens in der Serie gab, durch die überall auftauchenden Risse und was so langsam nach und nach herauskommt. Ist besser als in den vorigen Staffeln, wo komplett vergessene Nebensächlichkeiten aus einer frühen Folge plötzlich als Auslöser für Welterschütternde Finale herhalten mussten.

Pirates of the Caribbean: Salazar’s Revenge

Dafür, dass ich sonst so gut wie nie ins Kino komme, standen in letzter Zeit dann ja doch ein paar Besuche an. Darunter auch einer der Flop-Kinostarts der Saison, nein nicht Baywatch, sondern der fünfte Fluch der Karibik. Bei dem wir tatsächlich auch in einem fast leeren Saal saßen. Wobei ich natürlich wieder das zweifelhafte Glück hatte zwei der aufgedrehteren Trullas der Hand voll anderer Kinobesucher direkt hinter mir sitzen zu haben.

Jedenfalls wird der alteingesessene Cast der Franchise mittlerweile doch langsam alt, und dies auch sehr sichtbar, so dass ein neues Paar an attraktiven, jungen Schauspielern her muss, die ins Zentrum rücken können. Die aus dem vorigen Film kann man eher nicht nehmen, denn die mochte eh keiner. Also geht es diesmal um den Sohn von Will Turner und What’s-Her-Face, der seinen Vater über den mächtigen Dreizack des Poseidon von seinem an den Fliegenden Holländer gebundenen Fluch befreien will. Gleichzeitig gibt es die junge Carina, eine gelehrte Astrologin, die als Hexe hingerichtet werden soll, und deren einziges Vermächtnis ihres Vaters ein Buch ist, welches über das Deuten der richtigen Sternkonstellationen den Weg zum Dreizack eröffnen soll.

Dahin braucht man allerdings ein Schiff, und über viel wirres hin und her landen die beiden bei Jack Sparrow. Hinter dem der untote Salazar her ist, nachdem Jack ihn in CG-verjüngten Jahren eins ausgewischt und weggesperrt hat. Der wahre heimliche Star der Franchise, Barbossa ist natürlich auch dabei, als Helfer von Salazar, der eigentlich selbst an den Dreizack will.

Um ganz ehrlich zu sein habe ich die Antipathie gegenüber der fortlaufenden Franchise nie komplett verstehen können. Ja, da gibt es ein Gefälle nach dem zweiten Film, die Anfänge sind einfach wesentlich frischer und witziger als der Rest. Aber auch ab dem dritten Film blieb viel vom Kerngut der Reihe intakt, und den viel gehassten vierten Eintrag fand ich – gerade auch wegen seiner übersichtlicheren Spielzeit – auch nicht viel schlechter. Wobei ich mich nicht an viele Einzelheiten erinnern könnte, abgesehen davon, dass es um Meerjungfrauen ging und Penelope Cruz mitgespielt hat. Aber um bei der Wahrheit zu bleiben erinnere ich mich allgemein nicht an viele Einzelheiten irgendeines der vier Vorgänger, die fließen alle so ein wenig zusammen für mich.

Fluch der Karibik war halt immer schon hin zum dämlichen Spektakel, mit maximal zweckdienlicher Handlung dahinter. Große Action, viel kaputt, exzentrische Charaktere, coole Musik, halt Blockbuster-Popcon-Kino zum zurücklehnen und sich beschallen lassen. Manche Filme sind etwas zu lang. Bei manchen sitzt der Witz besser. Bei anderen sind die Charaktere neben Sparrow und Barbossa langweiliger. Aber insgesamt finde ich die Filme alle als kurzweilige Unterhaltung brauchbar.

Und das trifft für mich auch auf den fünften Eintrag zu. In einem halben Jahr werdet ihr mich nicht mehr fragen brauchen, was überhaupt im Film geschehen ist. Aber das bedeutet nicht, dass ich die knapp über 2 Stunden (der kürzeste Film bisher) nicht durchgehend unterhalten war. Jacks Manierismen sind nicht ganz so anstrengend wie im Vorgänger, und die Romanze zwischen der hübschen Carina und dem noch viel hübscheren Turner stark nebensächlich, statt zu nerven wie im Vorgänger. Der Witz, Charme und die Frische der ersten beiden Teile geht auch hier hingegen etwas ab, und die Struktur des Filmes ist etwas merkwürdig – es dauert sehr lang, bis die Truppe endlich zusammen auf hoher See landet, dafür geht es dann ziemlich schnell und das Finale ist fast überstürzt. Aber unterm Strich würde ich ihn auch nicht schlechter als den dritten Eintrag ansehen.

Doctor Who: Specials

Wie bereits erwähnt sollte sich für Staffel 5 einiges bei Doctor Who ändern. David Tennant nicht mehr der Doctor, Russel T Davies nicht mehr Hauptschreiber und Serienproduzent – Positionen die er seit Beginn der Neuauflage inne hatte -, und auch Julie Gardner trat als leitende Produzentin zurück. Um dem neuen Team um Matt Smit als den elften Doctor und Steven Moffat als Schreiber und Produzent allerdings etwas mehr Zeit zu geben, die neue Staffel unter Dach und Fach zu bringen, wurde das Jahr 2009 schlichtweg ausgesetzt.

Allerdings dann doch nicht ganz. Während das neue Team drauf und dran war Staffel 5 für 2010 zu produzieren, gingen Davies und Tennant mit dem alten Team in eine Extrarunde und produzierten 5 einstündige Specials, die zwischen den beiden Staffeln ausgestrahlt wurden. Ich meine, Who Specials haben sowieso mit die besten Einschaltquoten, warum also nicht?

Wir beginnen mit dem Weihnachstspecial 2008, bei dem The Next Doctor ein Fakeout-Titel ist, denn es geht nicht bereits um die Nummer Elf, stattdessen trifft Zehn zu Weihnachten im London der 1850er auf einen Kerl, der sich lediglich für den Doctor hält. Mit Companion und TARDIS-Ballon und allem. Das Special ist schon ganz ordentlich, bietet eine gute Antagonistin, witziges Spiel zwischen dem echten und dem „nächsten“ Doctor, und langweilt zumindest nie.

Dennoch ist es wie die meisten Weihnachtsspecials ein wenig faul, denn zumindest mir kommt es so vor, als würde man in jene nie ganz so viel Ambition stecken, solange die Familie gemeinsam eine halbwegs brauchbare Unterhaltung am Weihnachstabend, nachdem man sich nichts mehr zu sagen hat, geboten bekommt, ist man zufrieden und macht seine Quote. Zumindest hätte ich es gern gehabt, dass die tragische Vergangenheit der Antagonistin und des „nächsten“ Doctors etwas besser ausgearbeitet wäre, statt nur kurz angerissen zu werden.

Als nächstes sahen die Briten ihren zehnten Doctor zu Ostern in Planet of the Dead, welches mit dem Feiertag an sich so ziemlich nichts zu tun hat. Keine Teepartys mit Hasen oder so. Stattdessen ein Weib, welches auf Mission Impossible für Arme macht, und bei der Flucht vor der Polizei mit dem Doctor zusammen auf einem Wüstenplaneten landet. Wo prompt den Rest des Specials über so gut wie nichts passiert, bis es zur großen Flucht vor Killer-Rochen kommt. Selbst auf 45 statt 60 Minuten wäre das keine Highlight-Folge geworden.

The Waters of Mars ist das einzige Special, welches nicht zu einem Feiertag ausgestrahlt wurde, weil man kurioserweise Halloween um einen halben Monat verstreichen ließ. Der Doctor reist zumindest auf die erste menschliche Mission auf dem Mars, welche mit dem Tod aller geendet hat. Ein fixer Punkt in der Geschichte, der nicht geändert werden sollte. Und mit den dort umgehenden Monstern hätte es sich definitiv als Halloween-Special angeboten. Es ist auch eines der besseren, wobei für mich das Ende nicht hinhaut. Denn es macht so ein wenig kaputt, was ich an The Fires of Pompeii mochte. Water löscht Fire aus?

Jedenfalls mochte ich eben den Nihilismus an jenen Fixpunkten so sehr, nämlich das der Doctor hier nichts unternehmen darf. Was Waters of Mars sofort dahin revidiert das der Doctor nichts tun kann, da alle Aktionen eh letztendlich nur zum gleichen Fixergebnis führen. Finde ich schon nicht so toll, weil das vorige ist eben wesentlich aktiver. Er könnte etwas unternehmen, tut es allerdings bewusst nicht, weil dies zu größeren Problemen führen würde. Statt er würde doch ach so gern, aber oh leider macht es ja keinen Unterschied. Nur unternimmt er dann doch was, plötzlich ist es wohl für unseren Superdoctor doch kein Ding die Zeit einfach mal zu ändern, was ihn ziemlich großkotzig und arrogant rüberkommen lässt… und wie Forshadowing behandelt wird, dieses Fehlverhalten könnte eben echt auf ihn zurückfallen, nur vergessen die folgenden Specials das scheinbar wieder.

Die da heißen The End of Time. Von dem der erste Teil zu Weihnachten 2009 ausgestrahlt wurde, während der zweite Teil mit leichter Überlänge von 70 Minuten an Neujahr 2010 auf den britischen Fernsehern lief. Tennant beginnt das Special damit, seinen Doctor Zehn so Jack Sparrow wie noch nie agieren zu lassen, wird aber ziemlich bald vom wiederbelebten aber durchgedrehten Master an die Wand chargiert. Auch wenn der Master hier echt wenig mehr macht als zu schreien und wiederwertig zu essen. Ach ja, und am Ende alle Menschen in Master verwandelt, was mal so richtig dämlich war. Ansonsten geschieht mal wieder nicht viel bis kurz vor Ende, wenn uns gezeigt wird, dass der prätentiös dahin redende Sprecher des Specials ein Timelord war, der von einem Timothy Dalton gespielt wird, der nichts sagen zu können scheint, ohne die Kamera einzspeicheln.

Den zweiten Part von The End of Time mochte ich mehr. Nicht unbedingt wegen der Handlung an sich, die mir ziemlich egal war, auch wenn genug Hype hinter der Rückkehr der Timelords stecken könnte, die plötzlich doch keine solchen Gutmenschen sind, wie der Doctor immer so schön propagiert hat. Hauptsächlich ist mir Donnas Großvater einfach viel zu sympathisch und die zwei ernsten Dialoge, die er mit dem Doctor führt, sind echt herzig. Das war es aber eigentlich auch schon. Donna springt drei Mal durchs Bild, darf aber nichts machen. Dass der Doctor immer so darauf besteht, er würde keine Waffen nutzen, finde ich etwas lächerlich, wenn man mal bedenkt, wie einfach er ganze Zivilisationen dem Untergang weiht. Das Ende ist Blödsinn. Und der verlängerte Abschied, wenn Doctor Zehn und durch ihn Tennant sich von allen – selbst der Kerl aus dem Titanik-Special – verabschiedet, hat mich ziemlich kalt gelassen, und Martha Jones mit Mickey enden zu lassen ist eh Blödsinn.

Ist echt Schade, denn wenn Tennant und Davies sich mit Staffel 4 verabschiedet hätten, statt diese Extrarunde zu fahren, dann wären die echt mit einem Knall gegangen. So ist es ein laues Lüftchen, ein Furz, denn von den fünf Specials war wahrlich keines so richtig gut. Das große Abschiedsfinale The End of Time sogar mit am schlechtesten.

Doctor Who: Series Four

Die 4. Staffel von Doctor Who ist ein wenig besonders, denn sie ist die letzte für das aktuelle Team, oder zumindest einigen der Pfeiler in jenen. Namentlich ist es die letzte Staffel mit David Tennant als der zehnte Doktor und Russel T. Davis als der Kopf der Produktion. Sie werden ab Staffel 5 von Matt Smith und Steven Moffat ersetzt werden.

Wie immer beginnen wir mit einem Weihnachts-Special, und wie immer beginnt die Folge mit dem Opening, welches diesmal allerdings mit einem deutlichen Remix des Themes daher kommt, allerdings weiterhin die schreckliche Title Card von New Who verwendet. In Voyage of the Damned dürfen der Doctor und seine Kurz-Companion Kylie Minogue eine Raumschiff-Replik der Titanik davor bewahren, von mit ihren Halos um sich werfenden Engelsrobotern in die Erde gecrasht zu werden. Die Folge ist durchaus in Ordnung, viel Mühe geben sich die Weihanchstspecials ja häufig nicht, und man sollte nicht allzu stark über die Logik nachdenken (ein guter Tipp für die ganze Serie, wenn man ehrlich sein will), aber es ist durchaus unterhaltsam gewesen. Der fake Erd-Experte und das Design der Engel ist beispielsweise ziemlich gut.

Partners in Crime, die erste richtige Folge der Staffel, ist eine sehr witzige Geschichte über ein Alien, welches den Menschen bei Gewichtsproblemen hilft, in dem es überschüssiges Fett in Mini-Aliens wandelt. Ein Großteil des Humor kommt allerdings daher, dass hier Staffel-Companion Donna Noble eingeführt wird, die beste Companion bisher. Und keine Unbekannte, ist sie nämlich die Runaway Bride des Weihnachtsspecials der vorigen Staffel. Jedenfalls ist die sie darstellende Catherine Tate eine Comedian, und das merkt man auch. Dass sie weiterhin absolut kein romantisches Interesse am Doctor hat, ist eine dankenswerte Entscheidung. Allgemein bricht sie die bisherigen Konventionen, da sie weder wirklich jung noch super attraktiv ist. Dafür ein echter Charakter und ein echt launiger. Wobei die Antagonistin der Folge auch ziemlich witzig ist.

The Fires of Pompeii beweisen allerdings, dass Catherine Tate nicht nur als Comedian eine witzige Donna abgibt, sondern dass die gute Frau auch besser schauspielern kann, als ihre beiden Companion-Vorgängerinnen zusammen, wenn es um emotionale und ernste Szenen geht. Mit viel coolem Forshadowing durch die Seher der Stadt was den Staffelverlauf angeht, geht es nämlich hier dahin zurück, dass die Existenz des Doctors auch etwas Unmenschliches an sich hat. Die Sache ist die, es gibt fixe Momente in der Geschichte, die einfach geschehen müssen, damit die Realität sich nicht auflöst. Sozusagen die schnelle Erklärung dafür, warum der Doctor nicht alles Unrecht – sagen wir mal ganz random etwas was in Deutschland in den 1930er/40er Jahren hätte geschehen können – gerade biegt, denn einige Dinge müssen einfach geschehen. Als Zeitreisender allerdings uninvolviert dem Untergang ganzer Zivilisationen beizuwohnen… ist schon sehr nihilistisch. The Fires of Pompeii zeigt das umso mehr, da jemand nämlich das Unglück des Vesuvausbruchs zu verhindern versucht, und der Doctor eingreifen und somit durch sein aktives Handeln 20.000 dem Tode weihen muss, damit es zu keinen größeren Problemen kommt. 20.000 Menschen gegen den Rest der Erde aufgewogen ist eine logische Rechnung mit logischem Ausgang, aber dennoch irgendwo monströs, und Donna muss hier eben herausfinden, dass die Reisen mit dem Doctor nicht immer witzig-exotische Abenteuer sind.

Planet of the Ood hingegen geht genauer auf die Sklaven-Thematik der Rasse ein, die in deren ersten Auftreten in The Impossible Planet/The Satan Pit schnell beiseite gewunken wurden, weil die Doppelfolge sich anderen Themen zuwandte. Adressiert Staffel 4 etwa wirklich einen Großteil der Probleme, die ich bisher mit der Serie und dessen Weigerung sich den ungünstigen Implikationen einiger Dinge zuzuwenden hatte? Abgesehen davon sind die Ood nach den Weeping Angels die einzige Rasse aus New Who, die bei mir einen Eindruck hinterlassen haben.

Die erste Doppelfolge der Staffel, The Sontaran Strategem und The Poison Sky, geht hingegen zu aus Classic Who bekannten Bösewichtern zurück. Hätte vielleicht nicht zwei Folgen lang sein sollen, aber auch hier gab es viel, was ich mochte. Die Kartoffel-Kopf Sontarans mit ihren schrägen Manierismen sind unterhaltsam. Der Doctor bekommt Unterstützung vom Militär, hat zur Seite gestellt einen niedlichen Kerl mit phänomenalen Wangenknochen. Und das Problem damit, dass die Companions immer ihre Familien so schnell links liegen lassen, obwohl sie wenn nötig dann plötzlich deren Zentrum bilden, wird noch Mal adressiert – in dem der Großvater von Donna Bescheid weiß und mit den Zeit-Raum-Reisen ok ist, und die Bindung zu ihrer Mutter eh nicht pralle porträtiert wird. Oh und Martha Jones taucht wieder auf, die zwar keine Donna aber auch ganz gut ist.

Sie folgt sogar in die nächste Folge, The Doctor’s Daugther. Eine weitere weibliche Figur, die sich nicht in den Doctor verliebt bereithaltend, in Form dessen unfreiwilliger Klon-Tochter. Mit einem echt guten Reveal gegen Ende der Folge noch dazu. Also der bevor Jenny wiederbelebt wird, was mir etwas zu sehr danach riecht, ein Spinoff mit einer heißeren und jüngeren Figur die Weichen zu legen.

Auch das folgende The Unicorn and the Wasp ist nicht eine der besten Folgen der Staffel, aber da der Doctor und Donna im Prinzip Cluedo mit Agatha Christie spielen, hat auch diese einige gute und unterhaltsame Dinge aufzufahren, weil das Ding einfach so extrem britisch ist.

Die nächste Doppelepisode steht an und die hiesigen Beiträge von Steven Moffat: Silence in the Library und Forest of the Dead. Manchmal fragt man sich fast, warum man Moffat die Leitung der Serie übergab. Sicher, er hat die besten und kritisch best-aufgenommenen Folgen der Serie bisher geschrieben. Allerdings auch diejenigen, die mit die geringsten Einschaltquoten hatten, so nämlich auch bei Silence in the Library. Aber was eine geile Horrorstory er uns hier liefert, in dem erneut der Doctor mit einer kleinen Gruppe an Leuten in einem überschaubaren Ort eingeschlossen werden, während im wahrsten Sinne des Wortes der sichere Tod in jedem Schatten lauert. Auf menschliche Urängste vorm Dunkeln anspielen geht natürlich immer. Und mehr Story zum Doctor an sich, oder was seine Zukunft anbelangen könnte, gibt es zudem, inklusive höchst dramatischem Finale.

Und wer hätte es gedacht, doch die nächste Folge, Midnight, ist fast genauso gut. Und von Russel T Davis selbst! In einem Thriller auf engstem Raum wird tatsächlich der Doctor mit einer kleinen Gruppe Leuten eingesperrt, ohne Fluchtweg aber mit einem unbekannten Alien direkt an Bord. Diesmal gehört zur kleinen Truppe aber nicht seine Companion, und der Lagerkoller führt dazu, dass der Rest dem Doctor stark zu misstrauen beginnt. Eine sehr simple aber simpel effektive Folge.

Eine Folge fast ohne Donna führt in eine Folge fast ohne Doctor, mit Turn Left werden die Weichen für das Finale gesetzt. Aber grundsätzlich dreht sich die Folge darum, was geschehen wäre, wenn Donna dem Doctor nicht begegnet wäre. Hauptsächlich wird zwar gezeigt, wie schlecht die Welt ohne einen Doctor dran wäre, aber in Verbindung damit eben auch aufgezeigt, wie wichtig Donna an sich ist. Und eine Folge, in der sie zu Flüchtlingen ohne Rechte und „Arbeits“-Lager für Ausländer eingerichtet werden ist zusätzlich überraschend modern-aktuelle Thematik.

Stolen Earth und Journey’s End machen es dann ziemlich klar, dass dies das große Finale von Russel T Davis und seinem Zenten Doctor sein soll, nicht nur weil die letzte Episode mit 60 Minuten die Länge hat, die normalerweise Specials vorbehalten bleibt. Nein, es werden auch alle Charakter neu aufgefahren. Sprich nicht nur tolle Leute wie Jack, Martha, Sarah Jane und Hariette Jones kommen hier vor, sondern wir müssen es auch verkraften, dass Rose und Mickey wieder da sind. Und die Daleks, weil irgendwann müssen die in jeder Staffel ja auftauchen. Und wie immer pisst sich jeder Charakter sofort in die Hosen, wenn sie deren „Exterminate!“ hören, nur damit das, was tatsächlich in der Folge geschieht, sie weiter degradiert. Mal wieder die allerletzten Daleks überhaupt. Mal wieder werden sie in enormen Mengen besiegt. Ja selbst unfähige Idioten wie Mickey und Jackie bekommen Knarren an die Hand, die einen Dalek in einem Schuss erledigen. Und Donna findet eine Fernsteuerung, mit der sie die Pfefferspender im Kreis fahren lässt. Nach Dalek in Staffel 1 waren die Vorzeige-Antagonisten nie wieder interessant.

Und die haben jetzt einen Schöpfer in schwarzer Lederuniform. Da muss die Folge gar nicht eine Ausrede finden, um als Kurzschauplatz Nürnberg zu bieten, damit Russel T Davis uns die Parabel Dalek = Space Nazi klar machen kann. Aber es gibt auch einiges an der Doppelfolge, was ich mag. Ich meine, grundsätzlich darf man bei den Staffelfinalen ganz wie bei den Weihnachstspecials die Logik nicht zu genau nehmen, sondern sollte die Achterbahnfahrt an sich zu genießen wissen. Und noch wie wurde es so groß und dramatisch wie hier. Außerdem wird hier geklärt, dass der Doctor nicht nur die Companions braucht, um ihn zu vermenschlichen, sondern dass er im Gegenzug auch nicht immer den besten Einfluss auf die hat, die er ultimativ zurück lassen muss. Und ein herzerwärmender Abschied von Donna gibt es auch noch, da vergisst man doch fast den Blödsinn, dass Rose ihren eigenen menschlichen Doctor-Klon bekommt, mit dem sie alt werden darf.

Und somit endet mein Beiträg zur vierten Staffel Doctor Who. Mit so vielen Worten wie noch nie und ins Detail gehend zu jeder einzelnen Folge. Denn dies ist die mit Abstand beste Staffel von New Who der Zeit von Russel T Davis und Doctor Neun und Zehn. Es ist sicherlich nicht immer alles Gold was glänzt, aber irgendwas hübsch Glänzendes habe ich dennoch diesmal in jeder Folge finden können. Sprich nicht alle sind gleich gut, aber irgendwas Gutes haben sie alle. Ich war durchgängig zufriedengestellt.

Detective Conan: Crimson Love Letter

Das Cineplex hier macht ein Mal im Monat eine Anime-Nacht, in der für nur eine einzelne Vorstellung ein Film läuft, meist um dessen aktuelle Lizenzierung nach Deutschland zu bewerben. Im April lief beispielsweise Genocidal Organ und diesen Monat läuft Fairy Tail: Dragon Cry. Ende Mai war hingegen ein super aktuelles Ereignis angestanden, denn es wurde der 21. Detective Conan Kinofilm, Crimson Love Letter, gezeigt, der gerade mal im Vormonat in die japanischen Kinos kam. Das kann man sich doch mal antun, nicht?

Wobei ich schon überrascht war, wie viel Werbung es vorher gab. Ich dachte da kommt kaum was, weil es eben nicht viele Standard-Trailer gibt, die zum Thema passen. Aber tatsächlich wurden viele Trailer zu auf DVD erhältlichen Anime gezeigt. Wobei mir davon jeder einzelne eher den Anschein erweckte, als würde aktuell nur nervtötender Mist nach Deutschland lizenziert werden. Nicht eines davon sah sonderlich interessant aus, vielleicht von The Empire of Corpses mal abgesehen.

Aber wir waren ja auch für Detective Conan: Crimson Love Letter da, nicht für die Trailer oder als Kommentar zum aktuellen Stand der deutschen Anime-Szene, aus der ich seit 10+ Jahren raus bin. Ich muss dazu sagen, dass ich zwar die ersten mehrere Dutzend Folgen gesehen habe, als die Serie zum ersten Mal auf RTL2 ausgestrahlt wurde, jedoch seither keine der weiteren 900 angeschaut habe. Jedenfalls war ich doch etwas überrascht, wie sich der Film gestaltete, da ich Detective Conan doch etwas anders in Erinnerung hatte.

Aber dazu gleich mehr, worum geht es überhaupt in Crimson Love Letter? Um ein japanisches Kartenspiel, bei dem auf die Karten gewisse Gedichte geschrieben sind, und bei dem man auf die Sätze des Vorlesers agierend das richtige davon sich schnappen muss. So ein wenig Extrem-Memory sozusgen. Und genauer gesagt geht es um die Meisterschaften in jenem Spiel, bei dem die ganze Truppe eingeladen ist, weil ein Schulclub von ihnen dran teilnehmen darf. Nur kommt es prompt zu einem Todesfall und mehreren Bombenanschlägen, in die alle verwickelt werden, wodurch zusätzlich die Vergangenheit zweier rivalisierender Schulen dieses Kartenspieles aufgearbeitet werden muss.

Irgendwo währenddessen muss übrigens Kazuha einspringen und an jener Meisterschaft teilnehmen, während es zu einem Liebesdreieck zwischen ihr, Kindheitsfreund Heiji, und einer weiteren Teilnehmerin kommt, die meint er hätte ihr als Kind einen Heiratsantrag gemacht.

Weil Teen Drama ist ein Teil von Detective Conan? Daran kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern. Wobei ich es schon nicht schlecht finde, dass das Augenmerk zumindest was Charaktere angeht, hier eben jene drei stärker in den Vordergrund rücken, statt dass sich alles immer um Conan/Shin’ichi und Ran etc. drehen muss.

Auch nicht erinnern konnte ich mich, dass die Serienanfänge so… blöd waren? Ich mein, ich wusste das Conan mit so leicht lächerlichen Gadgets wie den Turnschuhen, dem Fußball und Skateboard daher kommt, ist ja auch eine Kinderserie und die finden diese Erfindungen sicherlich auch geil. Nur was hier an Action teilweise aufgefahren wird, hat mich doch überrascht. Da gibt es Fluchten aus einstürzenden Hochhäusern, der Sprung von jenen Dächern in Flüsse, wahnwitzige Motorradmanöver, ein Action-Setpiece unglaubwürdiger als das andere.

Ich dachte zumindest immer, Detective Conan wäre relativ bodenständige Detektivarbeit gewesen. Aber in Crimson Love Letter gibt es eben doch eine überraschende Anzahl an aufgebauschter Action, aufgebauschten Liebesdrama, und die Auflösung des Falles führt auch durch ein extrem verwirrendes Durcheinander. Ich will gar nicht behaupten, dass der Film nicht gut ist, denn es wird durchaus nie langweilig und ist echt charmant bis rasant umgesetzt… ich hatte die Franchise nur halt nicht ganz so unterhaltend-blöd-unglaubwürdig in Erinnerung. Und immerhin: Wie ein glorifiziertes Special zur Serie kommt der Film nicht rüber, da hier schon alles größer und spektakulärer ist.

Doctor Who: Series Three

Auch die dritte Staffel beginnt mit einem Christmas Special in Überlänge, allerdings ist The Runawy Bride definitiv wesentlich besser als The Christmas Invasion war. Hauptsächlich dank der Titelgeberin, denn besagte Braut, die vom Traualtar weg überraschend in den TARDIS gebeamt wird, ist eine ziemlich launige Kurz-Companion des Doctors.

So sehr sogar, dass der sie einlädt dies dauerhaft zu sein. Allerdings lehnt sie ab. Ich glaube die gute Frau ist das einzige weibliche Wesen der Serie im fortpflanzungsfähigen Alter, die sich nicht sofort in ihn verguckt. Vielleicht mag ich sie auch deswegen. Aber ihre Begründung ist definitiv interessant, denn sie durchschaut das der Doctor an und für sich etwas unmenschliches an sich hat, als 900 Jahre altes Alien, aber rät ihm auch sich nach einer anderen Companion umzuschauen, weil es eben seine Mitreisenden sind, die ihn menschlich machen und die nötige Bodenhaftung verleihen. Ach ja, außerdem ist die Rachnoid Queen eines der cooleren und besseren Designs und SFX der Serie, dadurch geholfen das sie nicht CG sondern rein Practical Effects ist.

Und es geht gleich gut weiter, denn in der ersten richtigen Folge der Staffel, Smith and Jones, treffen wir eben auf die wirkliche neue Companion: Martha Jones. Als das komplette Gegenteil von White Trash Rose ist die weder weiß noch trashig, sondern eine schwarze Medizinstudentin. Und eine Schauspielerin, deren Gesicht einem bekannt vorkommen könnte, denn sie hatte bereits eine Rolle (erklärt als Cousine, da sie ziemlich endgültig war) im Finale der vorigen Staffel. In Torchwood ist sie wohl dann später auch vertreten, aber wer interessiert sich schon für Torchwood? Abgesehen von Children of the Earth niemand.

Es gibt nichts an Martha nicht zu mögen, denn sie ist intelligent, zielstrebig, hat eine zum Doctor passende verspielte Ader, und bringt eine weniger nervige Familie mit. Allerdings verliebt auch sie sich sofort in den Doctor, und bei jedem der zahlreichen Momente, die uns in der Staffel daran erinnern, musste ich die Augen verdrehen. Aber gut, Charaktere sind nur interessant, wenn sie Fehler haben, und der große Fehler des ansonsten Rundum-Sympathiepakets Martha Jones ist halt das sie scharf auf den Doctor ist. Immerhin ist sie schlau genug zu sehen, dass dies nicht gut enden kann, und deswegen – nachdem sie ihren Abenteuerdrang ausgelebt hat – scheidet sie freiwillig am Ende der Staffel aus, statt vom Doctor irgendwann auf einer Insel im Nirgendwo einer Paralleldimension ausgesetzt zu werden wie eine räudige Hündin.

Doch leider kann der gut hingelegte Start der Staffel nicht ganz aufrecht erhalten werden. Nach dem Special und den ersten zwei Episoden erreichen wir Gridlock. Eine Folge, die sich hauptsächlich darum dreht, dass die letzten Überlebenden einer Zivilisation in einem endlosen Autobahnstau leben, nichts von den Killerkrabben unter ihnen ahnend. Eine unglaublich dumme Folge, die viel interessantere Themen zu Nebenszenen degradiert. Statt Drogen direkt Gefühle einwerfen zu können, beispielsweise. Oder das lang als Großereignis angekündigte Ausscheiden des Face of Boe. Was ein Würdeloser Abgang für einen der interessanteren und mysteriöseren Charaktere der Serie.

Gefolgt von Daleks in Manhattan und Evolution of Daleks. Der übliche Schund um die diesmal aber wirklich vielleicht garantiert eventuell letzten Daleks die es je gab und für immer geben wird, die New Who mindestens ein Mal pro Staffel herausholen muss, bis die angeblich so fürchterlichen Antagonisten mehr zum Running Gag verkommen. Zusammen mit Schweinemenschen als Diener, einer nicht endend über ihre Attraktion zum Doctor sprechendn Martha Jones, einem komplett verschwendeten Andrew Garfield, und einem kurzatmig sprechenden Dalek-Mensch-Hybriden. Übrigens zwei der drei Folgen der Staffel mit den wenigsten britischen Zuschauern zur Erstausstrahlung – so viel also dazu, dass die ikonischen Daleks alleine noch irgendwelche Anziehungskraft hätten.

Nach immerhin nur vier minderwertigen Folgen wird die Staffel allerdings um 42, eine simple aber effektive Story um die letzten Minuten eines in eine Sonne driftenden Raumschiffs, herum wieder besser. Die nächste Doppelepisode Human Nature und The Family of Blood ist dann wieder leicht Horror und bietet vor allem einen Einblick darin, wie der Doctor wäre, wäre er ein echter Mensch. Mit echten Gefühlen und so. Hätte nicht unbedingt zwei Folgen einnehmen müssen, aber insgesamt schon ganz Ok.

Dann kommt Blink, die Highlight-Episode, die allerdings kurioserweise die mit den niedrigsten Einschaltquoten der Staffel darstellt. Vielleicht weil sie eine Doctor light Episode ist, in der David Tennant hauptsächlich in vom Rest-Cast losgelösten Videobotschaften kommuniziert. Ich stelle nach zwei Exemplaren erst mal noch keine Theorie dazu auf, dass mit die besten Folgen dieser und der letzten Staffel welche waren, die sich maßgeblich nicht um den Doctor an sich drehten. Jedenfalls ist das die erste Episode mit den Weeping Angels, die quasi reinste Horrorfilm-Monster sind, was die Episode etwas auscancelt, in dem viel vom Rest ziemlich humorig aufgezogen ist, was aber eine ganz gute Mischung macht. Aber es geht doch, echt gut designte neue Antagonisten, statt immer nur auf die Daleks und Cybermen zurückfallen zu müssen! Prompt gehe ich natürlich davon aus, dass wir die Weeping Angels von nun an mindestens in einer Folge pro Staffel sehen werden. Übrigens eine Episode von Steven Moffat – seine dritte für die Serie und alle drei bisher mit die besten.

Dann geht es mit Utopia in die Vorbereitung zum Finale, wobei hier hauptsächlich erst das Ende wichtig und interessant ist, der Rest der Folge ist etwas langweilig. Dafür zahlt sich halt alles in The Sound of Drums und Last of the Time Lords so richtig aus. Aber selbst der Professor hat eine junge, weibliche Assistentin, die sich in ihn verguckt hat? Gehört es zu den Time-Lord-Genen, dass jegliche weibliche Vertreter einer jeden Spezies sofort einen Eisprung bei deren Anblick bekommen?

Natürlich ist der Master wieder ein aus Classic Who bekannter Antagonist, weil New Who kann keine dramatischen Finale herbeiführen, ohne auf jene Krücke zurückzufallen. Aber hier stört es mich weniger, weil der Master nämlich wirklich ein Charakter ist, der mit Manierismen und Hintergrundgeschichte gefüllt wird, statt ihn wie die Cybermen und Daleks einfach in eine Folge zu werfen, das Publikum wird schon wissen das es jetzt ernst ist. Keine Ahnung, ob das überhaupt so viel daran liegt, wie das Finale geschrieben ist, oder einfach am Schauspiel von John Simm, aber dem Master folgt man doch gern durch diese Folgen. Ach ja, und Jack ist auch fürs Finale back! Yay. Wobei das Deus-Ex-Machina-Ende über die Kraft des Glaubens in den Doctor doch sehr Anime war.

Aber hey, Staffel 3 ist bisher die beste von New Who. Ein paar Folgen sind immer noch nicht gerade der Burner, und die Daleks dürften gern wirklich mal für eine Weile eingemottet werden, aber der überwiegende Teil der Staffel war echt gut.

Kimi no Na wa

Your Name ist das neueste Werk von Makoto Shinkai, gerade mal letztes Jahr in den japanischen Kinos gewesen. Nach dem doch sehr bodenständigen The Garden of Words kehrt er hiermit dahin zurück, seinen Romanzen doch ein wenig übernatürliche Note zu geben.

Mitsuha ist ein High-School-Mädel, die in einer kleinen Stadt im Nirgendwo lebt. Zudem ist ihr Vater der strenge Bürgermeister des Nests im Nichts und durch ihre Großmutter muss sie die vielen Rituale einer angehenden Tempeldienerin durchmachen. Ihr Leben ist also etwas restriktiv und gleichermaßen ziemlich langweilig. Da wünscht man sich doch schon mal, ein unbeschwertes und aufregendes Leben als Junge in Tokyo verleben zu dürfen.

Bamm! Und schon wacht Mitsuha im Körper von Taki auf und der in ihrem. Beide über das Fehlen und Vorhandensein gewisser neuer Körpermerkmale ziemlich erschrocken, finden sie sich doch relativ schnell mit ihrer neuen Situation zurecht. Immerhin sind sie immer noch die meiste Zeit über sie selbst, tauschen nur hier und dort Mal einen Tag dazwischen zufällig ihr Leben. Ja es tut ihnen sogar ganz gut, beispielsweise führt Takis aggressivere Art dazu, dass Mitsuha einige Lästerschwestern aus ihrer Klasse los wird, während der von Mitsuha fremdgesteuerte Körper von Taki endlich ein Date mit seinem Schwarm bekommt.

Der allerdings gar nicht mehr sein Schwarm ist, denn beide stellen fest, dass sie sich ein wenig in den anderen, den sie nur über die hinterlassenen Tagebucheinträge und Geschichten von Dritten kennengelernt haben, verliebt sind. Nachdem urplötzlich der Kontakt jedoch abbricht, macht sich Taki auf die Suche nach Mitsuha. Und findet ihre Heimatstadt von einem Kometenabsturz vernichtet vor, der fast allen Einwohnern das Leben kostete.

Was also wie eine romantische Körpertausch-Komödie anfängt, die fast schon besser als eine TV-Serie funktioniert hätte, wandelt sich dann zu einem Drama um. Mit etwas neuer Zeitreise-Mysterie, denn wie man sich schon fast denken konnte, haben die beiden gar nicht in der gleichen Zeit gelebt, sondern Mitsuha 3 Jahre vor Taki. Was auch schon irgendwo ein ziemliches Loch in der Handlung ausmacht, denn wie genau ist es den beiden nicht aufgefallen, dass es das total falsche Jahr ist, wann immer sie ganze Tage im Körper des anderen verbracht haben? Sind die Details einfach zu schwammig? Immerhin vergessen sie auch den Namen des anderen sehr schnell wieder. Ein kleiner erklärender Satz, um dieses Problem beiseite wischen zu können, hätte schon gereicht.

Der Rest des Filmes nimmt dann eben eine eher abenteuerliche und dramatische Richtung ein, wenn Taki nach Wegen sucht, wie er die eigentlich schon geschehenen Ereignisse doch noch mal abwenden kann, damit er mit Mitsuha vereint wird. Und auch das funktioniert, und das tatsächlich fast wie in einer Miniserie, da der Film gut auf 4 Episoden von je 25-30 Minuten auseinandergenommen werden könnte, da er so klar strukturiert und seine Storyparts so klar abgegrenzt sind.

Macht insgesamt einen Film, der einfach unglaublich Herzerwärmend ist. Denn trotz der Comedy-Einschläge zu Beginn und trotz des Dramas in der späteren Hälfte, bleibt er weitestgehend unaufgeregt. Es ist einfach eine interessante und herzige Geschichte darüber, wie zwei vom Schicksal füreinander bestimmte Personen zueinander finden, mit ein wenig Schlaufen hier und dort um das Herangehen interessanter zu machen, aber das Grundgerüst ist so banal wie es schlicht funktioniert.

Und selbstverständlich sieht der Film auch wieder Bombe aus. Alles an Mokoto Shinkais Aushängeschild des Scenic Porns wird aufgefahren. Wir haben wunderschöne Himmel zu jegliche Tag- und Nachtzeit und gerne auch mal per Panoramashot im Zeitraffer gleich in allen gleichzeitig gezeigt. Atemberaubende Aufnahmen von Naturschauplätzen in Mitsuhas Heimat kontrastieren mit auf ganz andere Art ebenfalls tollen Szenerien der Großstadt für Taki. Und ganz viele Großaufnahmen mit Tiefenschärfe und Lichtspiel, um selbst normale Alltagsgegenstände hübsch in Szene zu setzen.

Also kommt unterm Strich ein echt sympathischer Feel-Good-Movie in wirklich hübscher Optik zustande, der perfekt für einen Filmabend gemacht ist. (mehr …)

Nadia: The Nautilus Story

Nadia: The Secret of Blue Water, oder wie bei uns Germanen bekannt unter Die Macht des Zaubersteins, ist ein Anime-Klassiker der frühen 90er, der besonders hier in Europa sich erstaunlicher Beliebtheit erfreut. Das auch beispielsweise bei meiner frühen Anime-Prägung. Allerdings ist dessen Entstehungsgeschichte eher eine holprige gewesen.

Hayao Miyazaki hatte bereits zu seinen Zeiten als Macher von TV-Serien für Toho Animation eine frühe Story-Idee in diese Richtung, aus der allerdings nichts wurde – jedoch verwertete er die Sache mit den untergegangenen Zivilisationen und Mädchen mit blauen Zaubersteinen für Laputa: Das Schloss im Himmel später beim Studio Ghibli. Irgendwann geriet dann Gainax daran, die TV-Serie doch zu machen. Allerdings war Gainax vor dem weltweiten Superhit Neon Genesis Evangelion ein Studio, welches ständig kurz vorm Bankrott stand. Führte dazu, dass Nadia zum Großteil von NHK bezahlt wurde, im Gegenzug Gainax allerdings nicht die Rechte am Anime hatte, sondern lediglich Merch dazu selbst erstellen durfte.

Dies führte auch dazu, dass nachdem die auf 26 Folgen geplante Serie ein Überraschungshit war, Gainax dazu verdonnert wurde, dies doch bitte auf 39 Wochen zu erweitern. So spät in die Produktion nur möglich, indem Gainax kurz vorm Serien-Finale eine Füller-Arc einführen musste. Die berühmt-berüchtigten Insel-/Afrika-Folgen, die von solch erbärmlicher Qualität und so unnötig für das restliche Seriengeschehen sind, dass selbst die größten Nadia-Fans sie kein zweites Mal schauen. Ein Jahr später kam sogar noch ein die Franchise melkender und deren Popularität begrabender Film heraus, der mehr Recap dann Neues ist, und mit dem Gainax gar nichts zu tun hatte.

Hideaki Anno, der die Regie der TV-Version führte, war allerdings immer daran interessiert wirklich einen Film zu erstellen, der seinen Director’s Cut der Serie darstellt, ohne die ganzen Zugeständnisse, die an NHK gemacht werden mussten. Sozusagen sein Rebuild of Nadia. Das gab es sogesehen zwar nie, aber letztendlich doch ein seltenen Recut der Serienfolgen in 3 Filmversionen, die dem zumindest nahe kommen sollen: Die Nautilus Story. Die erschien nur in Japan auf VHS und LD, allerdings waren Fans so nett sie basierend auf dem englischen Dub-Release zu kreieren. Ja, ich bin mir bewusst wie fake das alles klingt.

Der erste Film, Nautilus, the Fantastic Submarine, spannt dabei die Folgen 1-9. Sprich so ziemlich das ganze Setup der Serie. Von Jeans Treffen auf Nadia, hin zu deren Verfolgung durch Grandis Gang, weil die an Nadias Amulett Blue Water wollen. Kurzes Treffen auf Captain Nemo und seine Nautilus-Crew, bis zu einer ersten Auseinandersetzung mit Gargoyle und seinem Kult um Neo Atlantis, die ebenfalls Blue Water begehren. Endet dann im Prinzip an dem Punkt, an dem alle endgültig von der Nautilus als neue Passagiere aufgenommen werden und wir die große Offenbarung bekommen, dass Nemo selbst einen Blue Water hat.

Das macht thematisch eben schon einen ziemlich runden Film aus, weil wirklich sozusagen alle Schachfiguren auf Position gebracht werden und die demnächst eine geraume Zeit miteinander verbringende Truppe zusammengeworfen wurde. Die Abenteuer auf der Nautilus können dann den nächsten Film ausmachen. Ganz rund läuft der Film zwar nicht, da immer noch offensichtlich ist, dass hier einzelne Szenen aus einer Serie zusammengeschnitten wurden. Dadurch sind die Überleitungen häufig etwas holprig und auch ein paar Dinge werden etwas plötzlich angesprochen. Doch insgesamt funktioniert der Teil als ganzer Film schon recht gut, wobei natürlich bei 9 Folgen a 22 Minuten zu einem Film von 120 Minuten zusammengeschnitten auch noch gar nicht ganz so viel Federn gelassen wurden, da die Spielzeit nicht mal halbiert wurde.

Übrigens ist der englische Dub mal so nebenbei angemerkt zwar von guter Qualität, was bei Anime eher nicht so häufig der Fall ist, jedoch nervt mich persönlich Jeans französischer Akzent ganz gewaltig.

Den Mittelteil behandelt dann der zweite Film, Nautilus‘ Biggest Crisis, bei dem die Folgen 11 bis 22 abgehandelt werden. Wer genau aufgepasst hat, wird festgestellt haben, dass dort die Folge 10 in der Auflistung fehlt. Das liegt darin begründet, dass sie komplett herausgefallen ist. Die Sache ist die, dass The Secret of Blue Water im Mittelteil eben auf Abenteuer-Serien-Modus umschaltet und erst mal mehr oder weniger episodische Geschichten bietet, bei der unsere drei Parteien aus Hauptcharakteren, Grandis Gang und Nautilus Crew sich beschnuppern und zusammenwachsen dürfen. Davon ist in einem Filmzusammenschnitt, der sich auf das Wesentliche beschränken muss, nicht mehr ganz so viel übrig.

Das macht diesen auch definitiv zum schwächsten Film und den, der am meisten davon profitiert hätte, wenn dies noch Mal neu für das Format umgeschrieben und neu animiert hätte werden können. Die beiden Highlights sind definitiv die beiden Wesentlichkeiten, zum einen der sehr atmosphärische Besuch der Atlantis-Ruinen, wenn die Verstorbenen der Nautilus-Crew vom Rest zu Grabe getragen werden, und dann das große Finale des Filmes, bei dem die beiden Episoden 21 und 22, wenn die Nautilus im großen Gefecht gegen Gargoyle zerstört und Elektras tragische Vergangenheit behandelt werden, fast komplett ungeschnitten verwendet werden.

Aber alles, was dazwischen geschieht, hat eben Probleme. Die netten kleinen Episoden mit den Charakteren so stark komprimiert wirken eben zu sprunghaft und fragmentiert, und so wirklich genug geboten, als dass sie wirklich einem sympathisch werden, ist nicht dabei. Die Entwicklung von Grandis Crew von den ersten Schurken zu den liebenswerten Mitstreitern geht verloren. Die Crew-Mitglieder, die sterben, kennen wir nicht. Selbst die Haupt-Crew um Elektra und Nemo und die beiden fürs Finale so wichtigen Figuren, sind zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas unbekannt.

Wer immer noch aufpasst, dem wird aufgefallen sein, dass damit der dritte Film, Inheritor of the Stars, die Folgen 23 bis 39 wiedergeben muss. Was nicht nur die größte Anzahl darstellt, sondern direkt mit dem eingangs erwähnten berüchtigten Insel-/Afrika-Teil beginnt. Deswegen spannt der Film auch eigentlich die wenigsten Folgen, denn fast die kompletten 120 Minuten werden vom großen Endgame der Serie, die Folgen 35 bis 39, fast uneditiert aneinandergereiht eingenommen.

Letztendlich zeigen die ersten paar Dutzend Sekunden des Filmes wie Nadia und Jean in Episode 23 auf der Insel angespült werden, dann wird direkt auf Episode 28 gesprungen, wenn Grandis Gang zu ihnen stößt, nach nur etwas über 3 Minuten sind wir schon bei den einzig wirklich für die Handlung relevanten Teilen der Insel-Episoden, wenn Jean und Nadia in Episode 30 und 31 das Innere der Insel entdecken und nach gerade mal einer Viertelstunde sind wir auch schon beim Beginn von Episode 35 angelangt. Richtig gelesen, die Episoden 23 bis 34, 12 Folgen a 22 Minuten, machen im Zusammenschnitt nur noch 15 Minuten aus, und nichts von Wert ging verloren.

Ein wenig das Problem aus dem vorigen Film besteht natürlich weiterhin, nämlich dass die mickrigen Überreste der Insel-Abenteuer natürlich so zusammengeschnitten, auch wenn nichts Wichtiges fehlt, etwas überhastet und sprunghaft wirken, da eben für ein TV-Format geschrieben und eigentlich mehrere Folgen dazwischen habend. Erneut komplett neu für ein Filmformat geschrieben hätte dies leicht bereinigt werden können, aber ist es eben nicht.

Die beste Entscheidung war es auf jeden Fall, denn wie gesagt führt dies dazu, dass alle Geschehnisse ab Folge 35 komplett ohne Federn lassen zu müssen gezeigt werden können. Und das Finale ist nach wie vor so genial, dass es immerhin die Original-TV-Serie dazu gebracht hat, zu einem absoluten Klassiker zu werden, statt dank des Insel-Teiles komplett zerstört zu werden.

Aber so interessant wie das Schauen von The Nautilus Story ist, so eindeutig ist dies hier eben dennoch nicht die ultimative Form von Nadia gewesen. Wie bereits zweimalig erwähnt hätte jene durchaus in drei Filmen a 2 Stunden geschehen können. Wenn Hideaki Anno tatsächlich das Script komplett im Format dreier Filme neu schreiben und animieren hätte können, statt sie aus Versatzstücken der Serie zusammen zu schustern. So hätten die Ereignisse flüssiger ineinander übergehen können, Dinge in der zeitlichen Abfolge zum besseren Funktionieren umgestellt werden, und im Mittelteil etwas Luft für die Charakter-Abenteuer geschaffen werden können.

Letztendlich gibt es einfach keine perfekte Art sich Nadia: The Secret of Blue Water anzuschauen, da alle drei Möglichkeiten etwas leiden. The Nautilus Story komprimiert dann doch etwas zu sehr. Alle 39 Folgen der TV-Serie zu sehen beinhaltet eben auch ein Dutzend der schlechtesten Folgen, die ein Fernseher je auszustrahlen gezwungen wurde. Die beste Variante ist wohl tatsächlich sich die Folgen 1-22 anzuschauen, dann die Folgen 30 und 31 für die dortigen Reveals, und dann mit Episode 35 bis 39 zu enden. Eben die komplette Abenteuerserie inklusive charmanter Nebenhandlungen, aber allen irrelevanten Insel-Füller außen vor lassen. Perfekt immer noch nicht, da die beiden halb-wichtigen Inselfolgen eben total aus dem Zusammenhang gerissen sind, aber besser als die beiden Alternativen.

Doctor Who: Series Two

Doctor Who ging also in seine Series 2, mit dem neuen Gesicht David Tennant in der titulären Rolle, begleitet von der alten Fratze Billie Piper. Und um herauszufinden, wie gut die neue Popularität wirklich zieht, beinhaltet die Staffel nicht nur die regulären 13 Folgen, sondern wird von einem einstündigen Weihnachts-Special angeführt. Welche zur Tradition der Serie werden sollte, obwohl The Christmas Invasion ehrlich gesagt keine sonderlich gute Folge ist, abgesehen von der wie immer launigen Harriet Jones weiterhin etwas verpeilt auch als jetziger Prime Minister.

Liegt vielleicht auch daran, dass es eine jener Folgen ist, in der sich Rose mal wieder sporadisch daran erinnern darf, dass sie eine Familie hat, und Weinachten mit Jackie und Mickey verbringen will. Die verwöhnt Göre erinnert sich halt nur an deren Existenz, wenn es an Geschenke gebunden ist. Mickey wird sogar kurzweilig ein Companion in der Staffel, wobei mein resigniertes Aufstöhnen dahingehend nicht allzu lang anhalten musste, da er wenig später wieder herausgeschrieben wird. Was sehr endgültig wirkt, aber dann darf er im Finale doch wieder auftreten, damit Rose ihren finalen Abgang mit all ihren „Lieben“ haben kann. Auch wenn sie sich die meiste Zeit wenig um deren Existenz geschert hat. Aber immerhin, damit sind Mickey und Rose raus, und das war so ein wenig wie Weihnachten für mich persönlich, wenn auch nicht in der Weihnachtsepisode.

Ich persönlich hoffe ja ein wenig, dass die neue Companion, denn ich gehe nicht davon aus, dass Doctor Who David Tennant nicht eine neue attraktive Frau zur Seite stellen wird, kein so aufgezwungenes und jegliche Chemie missendes Läuft-Da-Was reingeschrieben bekommt. Es ist eh klar, dass der Doctor immer letztendlich alleine sein wird. Dass jeglicher weibliche Charakter in der Serie, inklusive die dafür eigentlich viel zu gute Sarah Jane, sich sofort in ihn verguckt, finde ich so unnötig wie nervig.

Auch aufgeben könnte die Serie sich für hohes Drama auf alte Bösewichte zu stützen. Series 2 macht das gleich doppelt. Zuerst kommen die Cybermen in einer Doppelfolge dran, und das alles ist wie ein großes Ereignis präsentiert, wenn man die jedoch nicht aus Classic Who kennt, zieht das nicht ganz. Weil New Who einem die Cybermen nie wirklich gut erklärt, sondern komplett darauf baut, sie wären einem ein Begriff. Dabei ist das moralische Dilemma jegliche Auseinandersetzung aber dafür auch jeglichen persönlichen Freiraum aufzugeben etwas, was es wert wäre auszuleuchten. Aber die Cybermen waren damals Schurken, also sind sie es hier von Beginn an erneut. Macht deren Doppelfolge nicht zur besten.

Und dann die Daleks. Who Series 2 holt sie erneut für das Finale heraus, weil die Serie anscheinend nicht weiß, wie man ein sich zuspitzendes Staffel-Finale ohne Nahe-Ausrottung durch die Daleks schreiben kann. Was aber wirklich dabei rum kommt ist, dass die Daleks bereits in der zweiten New Who Staffel jegliche Besonderheit oder Ehrfurcht eingebüßt haben, weil sie als billige Stütze verramscht werden, die innerhalb von 2 Folgen vom Doctor besiegt werden können, währenddessen sie unglaublichen Schiss vor ihm haben.

Auch aus der moralischen Zwickmühle in New Earth macht die Serie leider nichts. Gefühllose Lebewesen dafür züchten, damit die eigentliche Menschheit ein gesundes Leben genießt? Wäre man das bereit in Kauf zu nehmen? Wie viel könnte dies helfen? Interessiert New Who nicht, es wird sofort ethisch als falsch abgewuken, und damit ist gut, zumal die Dekadenz der dies in Anspruch nehmenden entsprechend nachhilft.

Aber ich will nicht alles schlecht machen an der Staffel. Cassandras Auftritt in New Earth war erneut extrem launig und sogar etwas emotional gegen Ende. David Tennant ist ein launigerer Doctor, wenn die Rolle auch immer noch ein wenig arschig geschrieben wird (aber wer in Doctor Who ist nicht zumindest ein wenig ein Arsch?). Die Werwolf-Episode, da Doctor Who immer noch keinen Historicals traut, und deswegen etwas übernatürliches hineinwerfen muss, wo der Doctor auf Queen Victoria trifft, ist auch ziemlich gut gewesen.

Das darauf folgende School Reunion bietet Buffys Giles als Bösewicht und die unglaublich charismatische Alt-Companion Sarah Jane auf, die schon unter sich alleine die Folge machen. Der Toaster-Hund war auch nicht übel. So sehr ich bemängelt habe, dass New Who auf die Cybermen und Daleks zurückfällt, denkend ohne Erklärungen so sofortige Spannung aufgebaut zu haben, so sehr ist das Streitgespräch zwischen Emotionslosen und Hass-Angetriebenen Spezies echt witzig.

Erneut ist die dem Horror nahest-kommende Episode viel wert gewesen. Doppelt kommend als The Impossible Planet und The Satan Pit, in denen Doctor und Rose nicht nur auf einer Raumstation unmittelbar neben einem schwarzen Loch ohne Hoffnung auf Entkommen gefangen werden, sondern sogar auf den Teufel persönlich treffen dürfen. Und das darauf folgende Love & Monsters ist ein weiteres Highlight, als eine Doctor light Episode, die sich Hauptsächlich um den quirligen Elton und seine herzige Bande an Doctor-Maniacs dreht. Von der direkt anschließenden Folge Fear Her tun wir allerdings einfach mal so, als existiere sie nicht.

Von daher verbleibe ich auch in der zweiten Staffel des Who-Reboots dabei, dass ich die Serie von eher schwankender Qualität halte. Diesmal sind die Schwankungen zwar nicht ganz so stark, dafür fallen die besseren Episoden auch nicht ganz so stark auf.

Sakura Taisen: Katsudō Shashin

Da Sakura Wars: So Long, My Love leider etwas kurz angebunden ist, wenn es darum geht, einem Backstory zur sechsten gewinnbaren Kämpferin Ratchet zu geben, ich allerdings mich daran erinnern konnte, dass sie zum ersten Mal in Sakura Wars: The Movie auftaucht, habe ich mir jenen noch Mal angeschaut, um dort vielleicht etwas mehr bei rauszufinden.

Mal so vorab: Ich habe mehrere Anime zur Franchise in meinem Leben geschaut, alle schon eine geraume Weile her. Die 4-teilige OVA, die als Prequel zum ersten Spiel herhält. Eine weiter 6-Folgen-OVA, die lediglich „Ein Tag im Leben von…“ Geschichten zu den Tokyoter Schönheiten darstellte. Besagten Film so vor 15 Jahren auf einer AnimagiC. Und die TV-Serie, die ausnahmsweise mal das erste Spiel nacherzählt, statt nur als Nebengeschichte zu einem davon oder Abenteuer eines der Mädels darstellt. Ich erinnere mich nicht mehr wirklich an irgendwas, was in einem davon geschehen wäre. Warum, dazu kommen wir später.

Der erste und einzige Kinofilm ist übrigens Ende 2001 in die japanischen Lichtspielhäuser gekommen, also im Jahr, in dem Sakura Wars 3 nach drei Jahren Wartezeit seit dem letzten Hauptteil auf dem Dreamcast einschlug. Sakura Wars 3 ist der Teil, in dem Oogami Japan verlässt, um sich mit den Pariser Mädchen zu vergnügen, während sein abgenutzter Tokyoter Harem auf ihn warten darf. Das ist dann im Prinzip auch schon das Ereignis, um welches sich der Film aufbaut: Die Rückkehr Oogamis zur japanischen Kämpfertruppe.

Bis dahin vergeht allerdings noch etwas Zeit. Zunächst einmal ist Weihnachten und die Mädels veranstalten eine festliche Bühnenshow und Leni hat ihren 17. Geburtstag. Nichts davon ist wirklich signifikant für den Rest des Filmes, aber was im Film ist das schon. Kurz darauf stößt die blonde Amerikanerin Ratchet Altair zur Truppe. Sie ist zusammen mit Leni und Orihime (die beiden Newcomer aus Sakura Wars 2) Teil eines Versuches gewesen, eine Truppe in Europa aufzubauen, was aber irgendwie schief gelaufen ist. Genaue Hintergründe finden wir nicht heraus. Gleichzeitig gibt es allerdings auch neue Mechs, die ohne das Menschen in ihnen sitzen müssen laufen, die unsere Mädels obsolet zu machen drohen. Wenn denn nicht der sie vermarktende Kerl mit der Frisur wie Tingelangel-Bobs verstoßenes Kind, eigentlich der Bösewicht wäre, und die Teile von irgendwelchen Kouma-Mutationen, gegen die sie eigentlich kämpfen sollten, gesteuert wären.

Jedenfalls werden einige von Japans Militäroberhäupter vom Big Bad mit der japanischsten Englisch-Aussprache, die man je nicht verstehen könnte, entführt. Maria investigiert und geht auch verloren. Die Mädels stellen sich zum Kampf und unterliegen fast, bis Oogami aufs Finale auftaucht, ihnen Mut zuspricht, und so der JRPG-Endboss-verwandelte Bösewicht besiegt werden kann. Und die letzten zehn Minuten des Filmes macht dann ein Bühnenstück mit Ratchet und Sakura aus, in dem deren Konflikt beigelegt wird, der vorher nicht wesentlich da war.

Ok Leute, Klartext. Ein Grund warum ich mich an kaum etwas aus den diversen Anime zu Sakura Wars erinnere ist sicherlich, dass deren Anschauen schon echt lang her ist. Ein anderer Grund ist sicherlich aber auch, dass die alle nicht viel her machen. Wie gesagt haben die meisten davon nicht mal wirklich eine Haupthandlung oder jene wird nie wahnsinnig wichtig, sondern verkaufen sich als Nebengeschichten zu den Waifus aus den Spielen. Wer natürlich nicht schon Interesse für jene aus eben besagten Games mitbringt, der ist ziemlich auf verlorenem Posten, was den Unterhaltungswert der Folgen angeht.

Auch Sakura Wars: The Movie hat wenig zu bieten, wenn man nicht einfach all die Mädels gut durchanimiert auf großer Leinwand anschauen will, und Oogamis Rückkehr aus Paris für einen ein wichtiges Ereignis darstellt. Denn so wirklich die Zeit für die Mädels kann sich der Film nicht nehmen, hier wird definitiv auf Vorwissen aus den ersten beiden Spielen gebaut. Aber auch was letztendlich der Plan des Bösewichtes war, geht mir irgendwie ab. Irgendwie entführt er halt ein paar Leute, zwirbelt ein wenig seinen Bart, dann tauchen die Mädels auf, er verwandelt sich zum finalen Boss, und dann wird er besiegt. Was genau der Masterplan war, wäre mir jetzt nicht aufgegangen, um ehrlich zu sein.

Gleiches mit Ratchet, über die wir wenig herausfinden, und bei der nie wirklich ein Konflikt zu den anderen Mädchen aufbrodeln will. Wenn sie auftaucht ist Leni schlecht auf sie zu sprechen, verlässt aber schlichtweg beleidigt den Raum und die beiden haben den Rest des Filmes keine Interaktion mehr miteinander. Orihime begrüßt sie zunächst freundlich, platzt zur Filmmitte dann plötzlich damit heraus, dass sie Ratchet nicht nachstehen will, und erneut gibt es anschließend keine Interaktion zwischen ihnen mehr. Wenn Ratchet einen Kerl fast umbringt, stoppt Sakura sie und meint so würde sie das nicht machen, Ratchet meint sie wollte nur effektiv sein, und beide zucken mit der Schulter und gehen. Irgendwo scheint der Film einfach anzunehmen, dass wir mitbekommen Ratchets Kühle und Alleingängertum wären ein Problem, welches am Ende durch Gesang gelöst werden muss, baut es aber über seine 80 Minuten nie wirklich als echten Konflikt auf.

Dazu kommen dann noch extrem kurz gehaltene Kämpfe, von denen viel auch noch in dunklen Nachtszenen stattfindet, um das schlechte CG zu kaschieren. Von daher ist auch was Action angeht eher wenig geboten, an dem man sich festhalten kann.

Macht unterm Strich ein ziemliches Nichts an Film. Keine interessanten Charaktere, eine bestenfalls lückenhafte Handlung, gute Animationen die aber nie zu cooler Action verwendet werden… insgesamt ein Satz mit X.