Monster Hunter Isekai

Es ist die Zeit des Monsterhuntings bei mir angebrochen. Mit Monster Hunter Rise ist vor einem Monat erst der neueste Ableger erschienen und vor wenigen Tagen dessen erstes Free Title Update. Die Blogeinträge zum allersten Monster Hunter sind noch nicht lang her. Und nebenbei spiele ich hier und dort langsam durch Monster Hunter Portable 3rd. Fehlt eigentlich nur noch eines zu meinem Glück: Monster Hunter interpretiert von Paul W. Anderson.

Wie ist es nur soweit gekommen? Eigentlich ganz einfach sogar. Anderson hat tatsächlich ein Faible für Videospiele. Das ausgerechnet er Mortal Kombat und Resident Evil auf die Leinwände brachte stammt nicht von irgendwo. Als er Monster Hunter für ich entdeckte, arbeitete er dann auch daraufhin, sich die Filmrechte an der Franchise zu sichern. Die durch Monster Hunter World einen enormen internationalen Boom erlebte, immerhin handelt es sich hierbei um Capcoms bestverkauftes Spiel aller Zeiten und ein Großteil davon geht auf westliche Abverkäufe. Da war natürlich die Zeit gekommen daraus auch ein Kinofilm zu machen, und die Rechte für jene Umsetzung hatte eben Anderson nun schon. Zudem war die Zusammenarbeit zwischen ihm und Capcom schon bei den Resident Evil Filmen profitabel gewesen, die zwar einen schlechten Ruf haben, aber zu den Videospiel-Adaptionen gehören, die am meisten eingespielt haben. Zum Entsetzen der ganzen Fangemeinde durfte also erneut Paul W. Anderson an die Verfilmung eines Prestige-Videospiels von Capcom ans Steuer.

Wo Anderson dahintersteckt, ist seine Ehefrau Milla Jovovich nicht weit. Und so dauert es auch beim Monster Hunter Film nicht lang, bis wir Jovovich und ihrem Militär-Truppe zusehen, die nach einem Team vermisster Soldaten suchen. Ein übernatürlicher Sturm braut sich zusammen und plötzlich finden die sich in der Neuen Welt wieder, mitten im Territorium eines aufgebrachten Diablos. Angrenzend an einen Superbau an Nerscylla. Es dauert nicht lang, bis wir die Nebencharaktere los sind, und Milla stattdessen mit dem Jäger ein bisschen Buddy Comedy machen darf. Es wird sich erst gekloppt, dann gemocht, und in Zusammenarbeit schaffen es die beiden dann sogar aus dem Gefahrengebiet in eine nahe Oase.

Wo sie auf die Freunde vom Jäger, den Admiral und eine Truppe Fünfer, treffen. Neuer Schlachtplan: Rathalos, den Wächter der Turmruinen der Alten Zivilisation besiegen, um jene Relikte daran zu hindern, den die beide Welten destabilisierenden Sturm unkontrolliert Portale zwischen ihnen heraufbeschwören zu lassen.

Mit der Frage, ob der Film gut ist, müssen wir uns glaube ich gar nicht erst befassen. Dass er unter die traditionelle Definition von „gut“ fallen würde, hat wohl niemand erwartet. Und auch wenn es etwas übertrieben ist, Andersons Filme als das schlimmste, was Menschen je gemacht haben, zu behandeln, wenn sie sich im Zweifelsfalle auch ziemlich unproblematisch ignorieren lassen, so kommt jene Haltung jeglicher Erwartungslosigkeit nicht von irgendwo. Nein, die Frage ist schon eher, ob der Film unterhaltsam ist. Denn einige Resident Evils sind durchaus ganz dumm-spaßige Action-Knaller, während andere eher ermüdend langweilen.

Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Beziehungsweise muss die Antwort sowohl Ja wie auch Nein lauten. Monster Hunter ist einer jener Filme, bei denen eigentlich zu viel zu schnell hintereinander passiert, als dass man sich langweilen könnte, bei denen all das aber doch so substanzlos an einem vorbeihechtet, ohne hängenzubleiben, dass man es aber dennoch irgendwie tut.

Das liegt auch zum Teil an der komischen Aufteilung des Filmes. Milla und Jäger gestrandet zwischen Diablos und Nerscyllas scheint geradezu ewig anzudauern. Und erneut, es geschieht eigentlich ständig was. Die beiden kloppen sich, die beiden versöhnen sich, es muss sich gegenseitig aus den Klauen besagter Monster gerettet werden. Ein Schlachtplan entwickeln, ausführen und wenn was schief geht im Flug angepasst werden. Wenn die beiden auf den Admiral und Co. treffen, ist es schon so spät, dass der Film ins Finale einziehen muss. Das Problem dabei ist: Nur der Admiral spricht Millas Sprache, alle anderen reden in Monster-Hunter-isch. Bei all den anderen kreativen Freiheiten, die sich der Film gerade was die Monster angeht, nimmt, ist es merkwürdig, dass ausgerechnet hier auf Authenzität gesetzt wird. Es funktioniert einfach nicht, beziehungsweise nur mit viel feinfühligem Können, den Hauptbulk des Filmes von der Dynamik zweier Charakter tragen lassen zu wollen, die kein Wort voneinander verstehen. Und Monster Hunter schafft das freilich nicht.

Ein paar Dinge mochte ich allerdings schon partiell hier und dort. So sehr die dämliche Phrasendrescherei der Militärfutzis untereinander nervt, so gibt es doch ein paar ganz gute Szenen, wenn sie in der ihnen unbekannten Welt landen. Die gut darstellen, was für ein Schock und Horror es sein muss, plötzlich von unbekannten Monstern gejagt zu werden. Besonders der Teil im Nerscylla-Bau ist ganz atmosphärisch und hat grenzwertig was von einem Horror-Film. Auch gibt es einen oder zwei Witze, die ganz humorig sind. Wenn Jovovich beispielsweise zum Jäger eine ihrer „Let’s go and do this!“ Militärphrasen raushaut und der sie nur fragend ansieht, weil er sie ja nicht versteht, und Jovovich leicht belämmert nicht so recht mit der Situation umzugehen weiß.

Was hingegen ziemlich in den Sand gesetzt wurde, sind viele der Designs. Die beiden Handler sehen Ok aus, und auch der Jäger geht klar. Ron Perlman als Admiral sollte man für die optische Idealbesetzung halten, man tut dem Kerl aber echt keinen Gefalen mit dem Kostüm. Jovovichs Ausrüstung sieht auch ziemlich dämlich aus. Und der Katzenchef ist ein Graus. Allgemein ist optisch viel ziemlich lahmer Standard, nicht nur im Kostümdesign, sondern auch in der Kampfchoreo oder dem Szenenframing.

Monster Hunter ist also tatsächlich ein Film, an dem man einfach so vorbeigehen kann. Zumal er auch noch offen endet.

Resident Evil: The Final Chapter

Man kann der Resident Evil Film-Franchise so einiges vorwerfen, von minderer Qualität zu schlechter Reputation, aber sicherlich nicht, dass sie nicht profitabel gewesen wäre. Wo ständig Videospiele für Verfilmungen optioniert werden, daraus dann aber gar nicht so häufig etwas wird, oder wenn dann nach einem oder zwei Filmen wieder eingehen, lief Resident Evil immerhin für 14 Jahre und brachte 6 Filme hervor. Plus bereits Gespräche über ein Reboot und weiterer Zusammenarbeit von Capcom, Constantin Film und Paul W.S. Anderson im bereits im Filmen befindlichen Monster Hunter.

Und das, wo die Filme auch noch ein durchgängig überschaubares und relativ konstantes Budget von für Hollywood mageren 40-60 Millionen Dollar hatten, während die Abverkäufe mehr und mehr Gewinn machten. Kurioserweise sinkend im eigenen Land, aber steigend in ausländischen Märkten. Ist vielleicht so ein Ding wie Fluch der Karibik, welches auch nur noch existiert, weil es in China unglaublich an den Kassen klingelt, während der Rest der Welt seit zwei Filmen über die Franchise hinweg ist.

Mit den Videospielen hatten die Filme irgendwie sowieso schnell gar nichts mehr zu tun. Was vielleicht im Grundsatz keine schlechte Idee ist. Die Spiele haben schwachsinnige Charaktere in dämlichen Handlung zu bieten, und sind dann am besten, wenn man sich dessen voll bewusst ist und den Blödsinn regelrecht zelebriert wie ein Resident Evil 4, oder möglichst wenig Handlung bietet wie das erste Resident Evil. Sich stark vom Ursprungsmaterial wegzubewegen hätte hier zumindest die Möglichkeit gegeben, die Filme besser zu schreiben. Dem ist wie wir wissen allerdings nicht so gewesen.

Genau genommen erinnert man sich eh kaum daran, was in vorigen Filmen geschieht, die aber netterweise immer einen schnellen Recap bieten, nach dem zu urteilen sowieso nie viel von Wert geschehen ist. Wobei The Final Chapter ordentlich Backstory zum Ursprung des T-Virus und Umbrella gibt, von denen ich echt nicht sicher wäre, dass dies so direkt überhaupt mal in den vorigen fünf Filmen angesprochen wurde. Nachdem dies das Schlusskapitel ist und so auf die Tochter des Forschers, die als Bildnis für die Computer-KI Red Queen aus dem ersten Teil herhalten durfte, rumgeritten wird, ist sicherlich auch schnell jedem klar, welches Geheimnis hier um Amnesie-Alice gelüftet werden wird.

Ich dachte übrigens auch, dass der vorige Film darauf geendet hatte, dass sich Alice und ihre Company in Washington DC getroffen haben, um ein letztes Gefecht zu schlagen. Keine Ahnung, ob da in der Babypause von Milla Jovovich zu viele Schauspieler für abgesprungen sind, oder was auch immer, aber The Final Chapter erklärt uns, dass dies nur eine Falle von Whesker war und nun ist Alice wieder alleine unterwegs. Die Red Queen kontaktiert sie, meinend dass die letzten tausend menschlichen Überlebenden innerhalb von 48 Stunden aussterben werden, es sei denn, sie kommt zum Umbrella-HQ aus dem ersten Teil im zerbombten Raccoon City zurück, um ein dort gelagertes Antivirus zu entlassen. Wie praktisch.

Ach ja, und Umbrella ist nicht voller Idioten, die keinen Virustest machen können, ohne dabei versehentlich das halbe Land zu infizieren, sondern zumindest in der Filmfranchise dürfen wir herausfinden, dass dies eine gezielt eingefädelte Apokalypse ist. Da die Erde in naher Zukunft durch Umweltzerstörung und Überbevölkerung eingegangen wäre, haben die Umbrella-Obrigen auf eine regenerierende Zombie-Apokalypse gesetzt, während sie sich im Kryptoschlaf auf eine bessere Zukunft der Elite freuen. Klar, warum auch nicht.

Im Prinzip besteht der Film nun aus dem Trip von Alice nach Raccoon City, auf dem sie an Umbrella-Militärs gerät, und auch einen Fight in den Ruinen angekommen gegen Sie mit weiteren Überlebenden hat. Plus dann der Gang durch das wieder aktivierte Sicherheitssystem des unterirdischen HQs.

Alles leidlich unterhaltsam, da die Action nämlich nie wirklich abzubrechen vermag, und man sich um viel mehr sowieso nie zu scheren gewusst hat. Dass das Budget nie wesentlich erhöht wurde, sieht man dabei allerdings leider, denn die CG-Effekte sind weiterhin mau, und allgemein kaschiert der Film viel durch dunkle Shots und verwackelter Kamera, auch in Sachen Action-Chorographie. Zudem sind die Gegnerdesigns halt auch nicht der Bringer, sondern hauptsächlich stinknormale Zombies, an denen sich die Welt vor Jahren tot gesehen hat. Resident Evil verkam relativ schnell zu einem durchschnittlichen und Identitätslosen Zombie-Action, und daran wird auch The Final Chapter nichts mehr ändern. Milla Jovovich hat immerhin wie immer ihren Spaß und Onscreen Charisma, auch wenn man aus ihrer Rolle natürlich nicht viel rausholen kann.

Ich bin einer, der sich nie über die Filme so aufregen konnte, wie das manch anderer vermag. Was aber auch nicht bedeutet, dass ich sie sonderlich gut finde. Für mich dümpelten die alle mehr oder weniger zwischen langweilig bis ganz schaubar dahin. Das ist keine hohe Auszeichnung, aber dann wiederum scheinen die Projekte nie sonderlich ambitioniert gewesen zu sein. The Final Chapter fällt da so ein wenig in den oberen Bereich der niedrig angesiedelten RE-Film-Qualität: Man wird nicht einschlafen, aber den Film nach einer Woche bestimmt schon wieder vergessen haben.

REtribution

ava-1418Bleiben wir doch kurz bei den Filmen, die einem Scheiße ins Gesicht werfen, mit dem ebenfalls in 3D gedrehten Resident Evil: Retribution. Vor ein paar Jahren habe ich bereits die ersten vier Filme geschaut, und so schnell werde ich die wohl auch nicht los, ist doch eine sechster bereits in Planung, sowie die Option für einen siebten oder ein Reboot da. So sehr sich alle über die Filme beschweren, an den Kinokassen müssen die schon ziemlich erfolgreich sein.

Ich war etwas nervös, als ich den Film begann, da ich schon wieder komplett vergessen hatte, was in den vorigen geschah, sondern wusste nur noch: In Resident Evil dreht der Zentralcomputer durch; in Apocalypse verbreitet sich das Virus über die Stadt; in Extinction über die ganze Welt; und Afterlife hat den niedlichen Schwulen aus Prison Break als Chris Redfield. Dann fiel mir aber wieder ein, dass dies hier ja ein Resident Evil ist, und somit die Story eh keine Sau interessiert. Außerdem wiederholt Alice zu Beginn von Retribution das Nötigste, was zu weniger zusammenkommt, als selbst ich noch wusste.

Milla Jovovich startet also mal wieder einen Resident-Evil-Film fast-nackt und desorientiert am Boden einer neuen Lokalität. Denn Umbrella hat sie mal wieder gefangen genommen, die von ihnen fremdgesteuerte Jill Valentine hat den Auftrag, sie auszuhorchen. Doch Ada Wong greift ein, befreit Milla, und nun sind die beiden auf dem Weg aus der gigantischen Anlage heraus. Von der anderen Seite kommen Leon Kennedy, Barry und ein paar „Dead Men Walking“, um sich mit ihnen zu treffen. Und anscheinend ist Wesker nun bei den Guten, hat er sie doch zur Rettung Millas geschickt, während die Rote Königin, der Supercomputer des ersten Filmes, die Zombies in die Biodome, durch die sich die Trupps kämpfen müssen, schickt.

Ok, bei einem Resident Evil schaltet man sein Gehirn besser gar nicht erst an, und da dies mittlerweile wohl auch den Machern aufgegangen ist, halten sie Handlung und Dialoge zu einem absoluten Minimum. Dennoch bin ich natürlich mal wieder die Nervensäge, die hinterfragt, wo Umbrella in einer weltweiten Zombie-Apokalypse Geld, Energie und Personal herbekommt, um diese gigantischen Anlagen weiterhin voll zu nutzen. Oder wie Milla, nachdem Wesker ihr im vorigen Film die Superkräfte des T-Virus genommen hat, immer noch auf Superheldin machen kann – ja gegen Ende sehen wir X-Ray-Shots von quasi ihrem ganzen Brustkorb zersplittern, im Kampf gegen eine Los Plague, was sie aber mal so gar nicht beim Kampf einschränkt.

Aber wie erwähnt ist es ja eigentlich Blödsinn auf Sinnigkeit oder Kontinuität eines Resident Evils zu achten (Filme wie Spiel übrigens). Ich mochte Retribution nämlich wirklich, denn ich hatten viel Spaß dabei, mir das Ding anzusehen. Wie gesagt kommen Dialoge und Handlung selten in den Weg, sind nur fürs Setup zuständig, welches übrigens sehr Game-y geworden ist: Zwei Gruppen kämpfen sich durch diverse VR-Szenarien (Tokyo, New York, Moskau, Vorstadt), ewig gejagt von Jill Valentine und ihrem Trupp, die als Endkampf herhält. Zudem erkennt man ausnahmsweise auch mal die aus den Spielen gezogenen Charaktere auf den ersten Blick: Jill hat ihren lila Jumpsuit aus RE5, Wesker ebensfalls sein RE5-Matrix-Outift an, Ada ist im roten Cocktailkleid, Barry in der roten Weste, Leon in brauner Lederjacke. Auch was die Zombies angeht, bekommen wir viel Abwechslung geboten: Wir haben die normalen Runner, die Hammer-schwingenden Hühnen, sogar die Los Plague, die mit ihren Militäruniformen und Knarren auf Motorrädern eher wie aus einem Wolfenstein aussehen. Ja sogar ein besonders großer Mutant mischt sich immer wieder ein. Resident Evil: Retribution hat einfach eine gelackte Optik und Non-stop coole Action zu bieten, und viel mehr ist von diesen Filmen nicht zu erwarten: Dummer Unterhaltungswert.

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RE Afterlife

Die Milla Jovoviche attackieren also Umbrellas Hauptquartier unter den Überresten Tokyos. Doch an Albert Wesker beißen sie sich die Zähne aus, der zudem Original-Milla das T-Virus wieder nimmt, und somit auch alle ihre Superhelden-Kräfte, die Superstärke, Superschnelligkeit, Gedankenschild und selbst in der Wüste stets perfekt sitzende Haare und lupenreine Haut zu haben.

Also macht sie sich jetzt auf den Weg nach Arcadia, das verheißene Land in Alaska, wo alle glücklich und ohne Zombies leben können. Finden tut sie’s auch, nur ist dort nichts, außer einer Claire Redfield mit Amnesie. Also geht’s nach Hollywood, wo sie in einem von Zombies belagerten Gefängnis auf weitere Überlebende treffen. Witzigerweise darunter auch der Kerl aus Prison Break, der Chris Redfield sein soll.

Joa, wie zu erwarten sterben die meisten davon auf der Flucht aus dem Gebäude und nur Milla und die beiden Redfields machen es nach Arcadia, welches in Wirklichkeit ein großer Tanker ist, der wie es der Zufall so will im Hafen geparkt steht. Innen drin, wo viel mehr Raum zu sein scheint, als das Schiff von außen betrachtet haben kann, entdecken sie aber nur eine Einrichtung Umbrellas, wo Wesker auf seinem Thron schon mal wartet, bis Milla zum finalen Bosskampf auftaucht.

Vier Filme und ein fünfter soll nächstes Jahr erscheinen. Kasse machen die also alle, auch wenn sich anschließend jeder beschwert, wie schlecht sie sind. Eigentlich kann der Lockname Resident Evil und das Charisma von Milla Jovovich doch nicht genug sein, Leute vier Filme lang geködert zu bekommen. Doch anscheinend ist’s so.

Nun gut, Afterlife also. Nachdem Extinction so gerne Fallout denn Resident Evil gewesen wäre, will Afterlife wirklich unbedingt The Matrix sein. Stylische und für die Thematik viel zu gelackte Action wird hier präsentiert. Viel Bullet Time. Wesker in seinem RE5-Leder-Outfit. Das übliche Matrix-Zeug eben. Aber sonderlich inspiriert waren die Resident-Evil-Filme sowieso noch nie. Apropos RE5-Outfit, dies scheint den größten Einfluss hier gehabt zu haben, denn auch die Zombies sind nun wie dort jene mit den Cthulhu-Mäulern und der Gigant mit der Axt taucht auch auf. Abgesehen davon wird man das Gefühl aber erneut nicht los, dass Afterlife herzlich wenig mit Resident Evil zu tun hat.

Diesmal nahm übrigens wieder der Kerl Platz auf dem Regiestuhl, der dies schon im ersten Teil tat (involviert war er laut Credits allerdings in allen Filmen). Sollte er lassen. Nachdem Apocalypse stumpfsinniger aber meist launiger B-Horror war und Extinction sogar fast ein richtiger Zombiefilm genannt werden konnte, geht Afterlife wieder stärker Richtung Langeweile. Es ist schon schade, dass die Filme letztendlich nie so gut sind, wie die Anheizer-Epiloge in den Vorfilmen einen glauben machen wollen. Ja, häufig bekommt man stilistisch sogar einen ganz anderen Film präsentiert. Abgesehen von den ersten 10 Minuten hat Afterlife nämlich mit dem Ende von Extinction herzlich wenig zu tun. Man sollte fast meinen, der Plan für den nächsten Film wäre noch gar nicht ausgearbeitet, wenn die Enden der Vorgänger entstehen und man hätte gar nicht richtig durchdacht, dass gar nichts auf sie aufbauendes umsetzbar ist. Aber das ist natürlich Blödsinn, Resident Evil ist doch ein Paradebeispiel für Sinn und durchdachtes Filmemachen.

RE Extinction

Trotz des Auslöschens von Raccoon City konnte das T-Virus nicht eingedämmt werden, es hat die Welt im Sturm genommen, die Leute in Zombies verwandelt, Flora sterben, Wasser austrocken lassen. Ganz schöner Allrounder dieses Virus, in den vorigen Filmen hieß es noch, sein Zweck ist es die Toten als Zombies wiederbeleben zu können, was das mit dem Tod von Pflanzen und dem Verpuffen von Wasser zu tun hat, sei dann jetzt mal dahin gestellt.

Die verbleibenden Überlebenden schlagen sich nun also durch diese gesetzlose Mad Max Ödnis. Darunter auch der Konvoi von Claire Redfield, die auf Milla treffen. Jene kann ihnen neue Hoffnung machen, soll doch angeblich Alaska frei von Virus und Tod sein.

Oh ja, nur weil die Menschheit so ziemlich am Ende ist, bedeutet natürlich nicht, dass sich die Umbrella Corp hat auflösen müssen. Nö, die hocken immer noch in ihren unterirdischen Bunkern und machen wissenschaftliches Zeug und so. Unter anderem ist Dr. Evil damit beschäftigt, Milla zu klonen, um aus ihren Genen ein Mittel gegen die Zombies zu schaffen, damit wieder normales Leben auf der Oberfläche möglich ist. Mal abgesehen von der ganzen „Die Welt ist eine Wüste“-Sache, versteht sich.

Die Trupps geraten aneinander, Dr. Evil wird gebissen, schießt sich mit tonnenweise Antivirus voll und mutiert so zur Finalboss-Form, die von Milla und einem ihrer Klone fertig gemacht wird. Niemand, der eine gute Gelegenheit verstreichen lässt, züchtet sich Milla direkt mal ihre eigene Klonarmee, um es Umbrella mal so richtig heiß unterm Hintern zu machen. Albert Wesker, wir kommen – im nächsten Film dann. Sofern jener mehr mit diesem Ausblick-Cliffhanger auf ihn zu tun hat, als Extinction mit seinem am Ende von Apocalypse.

Die Zombie-Apocalypse ist also ausgebrochen (natürlich die selektive Hollywood-Form davon, in der sich Dreck nur in Gebäuden und Kleidern fängt, aber an perfekten Haaren und Haut der Hauptdarstellerinnen abprallt). Während sich Resident Evil also das Grundszenario des ersten Spieles und Apocalypse der beiden Nachfolger holte, ist Extinction inspiriert von… Fallout. Ja, von der originalen Serie könnte man kaum weiter entfernt sein, aber was solls schon. Sinn ergibt das alles auch erneut nicht sonderlich. Warum konnte Milla so lang vor Umbrella versteckt bleiben, wenn sie plötzlich eine Satellitenfernsteuerung für sie haben? Wo kommt das ganze Geld zur Finanzierung des Umbrella-Weiterbestehens her? Warum müssen die ganzen Milla-Klone durch diese Saw-Puzzel gehen, die sei umbringen? Was hat das mit dem Extrahieren einer Heilung zu tun? Woher kommen plötzlich die telekinetischen Superkräfte von Milla? Wird sie im nächsten Film fliegen und so die Erde zurückdrehen können? Fragen, die man sich gar nicht erst stellen sollte, da man spätestens bei der Title Card, die einen daran erinnert, man ist hier in einem Resident Evil, das Hirn abschalten sollte.

Was der Film wie schon sein Vorgänger aber ganz passabel hinbekommt, ist zu unterhalten. Coole Szenen, besseres Budget, knackige Action, eine charismatische Milla Jovovich. Nicht ganz mit dem Tempo vom Vorgänger, dafür ist dann aber auch mehr zu erkennen, wenn was passiert. Stringenter und weniger verwirrend, aber auch etwas Handlungsarm steht er da. Und bisher ist’s der blutigste Teil, wobei er sich in bester Serien-Tradition für Zombie-Horror immer noch ziemlich handzahm hält, mehr Action denn Horror ist. Vielleicht liegt’s auch nur daran, dass ich vor einem halben Jahr Romeros Living Deads gesehen haben. Apropos Zombie Apocalypse, Dat Blorg hat da eine Verlosung zu am Laufen. Hin hin.

RE Apocalypse

Das T-Virus ist also ausgebrochen und hat die Zombie Apocalypse über Raccoon City gebracht. Umbrella hat die Stadt erst mal abgeriegelt und plant das ganze Ding einfach zu finalisieren, in dem sie eine Bombe drauf werfen. Milla und ein paar andere Überlebende, darunter STARS-Mitglied Jill Valentine, müssen also besser mal schleunigst aus der Stadt verschwinden. Ein Prof, der das Virus entwickelt hat, kann ihnen da sogar weiter helfen, aber nur, wenn sie seine Tochter mit raus holen.

Nebenbei ist der einzig andere Überlebende des Vorgänger-Films, der an dessen Ende wegen Infektion ins Nemesis-Projekt gesteckt wurde, auch als Super-Mutanten-Geviech von Umbrella auf die Stadt los gelassen worden, um die STARS-Leute und Milla, die selbst dank Virus-Experimentieren zum Superkämpfer geworden ist, um die Ecke zu bringen.

Und letztendlich endet alles mal wieder damit, dass Milla in einem Labor erwacht und nur mit einem Handtuch bekleidet auf ein weiteres Sequel hintet. Wird das zum Runing Gag der Serie? Der erste Teil endete mit einer sehr ähnlichen Szene, die coolste im ganzen Film, auf die wahrscheinlich allein 80% dessen Magerbudgets geschmissen wurde, die einen geradezu Hoffnung auf ein brauchbares Sequel machte und einen wünschen lies, jenen Film gesehen zu haben, statt des Erstlings. Nach dem Schauen von Apocalypse habe ich immer noch den Wunsch, dieses gehintete Sequel zu sehen. Denn man wird das Gefühl nicht so ganz los, dass da was ganz anderes geplant war, als letztendlich bei rum kam, stilistisch hat das Ende von Resident Evil zumindest gar nix mehr mit dem zu tun, was wirklich in Apocalypse geschieht. Hilft auch nicht, dass jener jene letzten 5 Minuten erneut integriert, nur um Milla dann in der ersten neu gedrehten Szene mit einem ganz anderen Laborkittel und anderer Frisur durch die zerstörten Straßen stapfen zu lassen. Continuity where art thou?

Das ganze Ding will einfach nicht so richtig zusammen passen. Die Apocalypse-Ereignisse nicht zu denen im Erstling, Millas Charakter nicht zum neuen Cast, ja selbst wie ihr Charakter hier portraitiert wird ist von ihm im Vorgänger stark entfernt. Was aber auch einfach daran liegen kann, dass der ganze Film nicht wie ein zusammengehöriges Ganzes, sondern eine konfuse Aneinanderreihung von diffusen Ereignissen wirkt. Eine halbe Stunde in den Film rein weiß man beispielsweise immer noch nicht so wirklich, worum es Handlungs-technisch gehen soll, sondern hat nur eine Menge verschiedener, nur mit viel gutem Willen zusammengehöriger Szenen gesehen, in denen entweder Leute auf Zombies schießen oder Leute von Zombies gefressen werden. Es ist ein schrecklich konfuser Film, bei dem man am besten gleich aufgibt eine Logik hinter dem Ganzen zu suchen. Selbst das bisschen Story, das man sich letztendlich rauszuziehen vermag, ist um so vieles dämlicher, als der erste Film je brachte.

Aber ja, Resident Evil und sinnvolle Handlung ist eh eher nicht was Zusammengehöriges. Wo Apocalypse im Gegensatz zum Vorgänger nämlich punkten kann, ist die Action. Es gibt viel mehr davon, sie ist viel schicker anzusehen – wenn man denn mal was sieht, denn wie viele moderne Action-Filme hat Apocalypse das Problem, dass Schnitt und Kameraführung in den Action Shots plötzlich total auf ADHS gehen und vor lauter schnellem Wechsel, wackeligen Shots und viel zu dunklen Szenen kaum noch was zu erkennen ist -, mehr Explosionen, mehr Zombies, schickere Szenerie und alles sogar mit etwas, was man gut gelaunt als Budget ansehen kann, statt ganz so schäbig auszusehen wie der Vorgänger. Nemesis mal abgesehen, dessen Design ist einfach ziemlich lächerlich, wenn man es 1:1 in einen Live Action setzt.

Im Prinzip ist Apocalypse also der bessere und der schlechtere Film. Zum einen ist er konfus, unzusammenhängend und man will permanent facepalmen, während der erste Film zwar auch keine bestechende Logik inne hatte, aber doch so was wie einen roten Faden, einen klaren Handlungsverlauf, ein nachvollziehbares Ziel verfolgte. Zum anderen werden einem während der ganzen Schwachsinnsfahrt aber immerhin genügend Schauwerte geboten, als das man sich im Gegensatz zum Vorgänger wenigstens nicht darüber beschweren kann, sich wirklich groß zu langweilen.

Resident Evil

Ein Geständnis vorweg: Ich habe nie ein Resident Evil gespielt. Ich bin einfach miserabel in Action-orientiertem Gameplay und Survival Horror ist nun mal nicht dafür bekannt, besonders leicht zu sein. Zumal ich mit Tank Controls eh nicht umgehen kann und es hasse, mich von starken Munitionsbegrenzung nerven zu lassen. Es ist nicht mein Genre, zumindest nicht meines, wenn es darum geht, es selbst spielen zu müssen.

Aber hier geht’s nicht um die Spiele, sondern um den Film. Der auch keines von jenen wirklich nacherzählt (selbst nie gespielt bedeutet ja nicht, dass ich mich nicht zumindest oberflächlich mit der Franchise auskenne), sondern sich stattdessen Elemente und Nods zu jenen herauspickt und daraus sein eigenes Ding macht. Was wohl denke ich mal sowieso die beste Entscheidung gewesen ist.

Milla Jovovich wacht mit Amnesie in einer Villa auf, die wie sich herausstellt der geheime Zugang zum unter Raccoon City befindlichem Geheimlabor der Umbrella Corp ist. Da is nur was schief gelaufen, die die Anlage steuernde AI hat das Gelände geschlossen und alle dort befindlichen Leute zum Tode verurteilt. Also bricht ein Spezialteam der Umbrella Corp ein, um sich mal anzuschauen, was dort los ist, Milla im Schlepptau, weil die irgendwie zu ihnen gehört eigentlich.

Joa, die sich heftig wehrende AI bekommen sie auch ausgeschaltet. Zu dumm nur, dass sie die Anlage aus gutem Grunde versiegelt hatte: Das T-Virus ist ausgebrochen und hat alle dortigen Lebewesen in Zombies verwandelt. Und dann bricht so ein DNA-instabiles Mutationsvieh mit Riesenklauen auch noch aus. Und alles, weil jemand Beweise für Umbrella Corps Machenschaften finden/das T-Virus stehlen wollte. Na wer das wohl war ;P

Resident Evil ist ein dämlicher Film. Da sind wir uns schon mal alle einig. Die Sache ist nur die: Was war denn auch anderes zu erwarten? Nicht wegen „Hurr Durr, alle Gaming-Vermilmungen sind dumm“, sondern in „es ist Resident Evil“! Die Handlung der Spieleserie ist auch saudämlich, die sind die Versoftung reinsten B-Horrors. Klar, mit hohem Budget, aber was die Charakterzeichnung, Handlungsverläufe und Dialoge angeht, sind die Resident Evil Spiele reinster, unsinniger, saudummer, aber spaßiger B-Horror.

Von daher, viel Sinniges war vom Film eh nicht zu erwarten. Aber knackige Action und fiese Zombies schon. Das fehlt leider auch so irgendwie. Das größte Verbrechen, welches Resident Evil (der Film) nämlich begeht ist noch nicht mal, wirklich grottenschlecht per se zu sein, sondern einfach nur unglaublich langweilig. Es fehlen die Schauwerte. Richtig Gore bekommen wir nicht zusehen. Action ist vorhanden, aber spektakulär ist es häufig nicht sonderlich. Atmosphäre kommt schon mal gar keine auf. Und ein Budget scheint der Film auch nicht genossen zu haben, wenn man mal die lächerlichen Special Effects bedenkt. Milla Jovovich als Hot Action Chick, eine Rolle die sie sich seit diesem Film aufs Banner geschrieben zu haben scheint, ist hier und da mal ganz launig, aber damit hört es weitestgehend schon auf.