Spider-Man: Homecoming

Ob Spider-Man im MCU auftauchen würde, war lange nicht klar. Die Sache ist nämlich die, dass der Comicbuch-Charakter an sich zwar Marvel gehört, die Filmrechte allerdings von Sony gehalten werden, dementsprechend Marvel/Disney nicht einfach Filme mit ursprünglich ihrem eigenen Charakter drehen dürfen. Letztendlich hat man sich dann natürlich doch geeinigt, bei all dem Geld, welches die MCU-Filme einspielen, war das sicherlich nur eine Frage der Details, welche Kuchenstückgröße an wen geht. Und damit sah man 2017, 15 Jahre nach der Trilogie von Sam Raimi, mittlerweile die dritte Inkarnation des Netzschwingenden Superhelden auf den Leinwänden der Lichtspielhäuser.

Da er bereits in Civil War aufgetaucht war, und die Filme in der Chronologie spielen, in der sie released sind, gibt es hier keine Szenen, wie Peter Parker genau zu Spider-Man geworden ist, sondern er hat die Kräfte direkt schon. Nicht das er damit viel machen kann, er wird nämlich nach der Gaudi, die er im Kampf Team Stark vs Team Rogers hatte, wieder in New York abgesetzt, um sich auf die High School zu konzentrieren und vielleicht ein paar Bankräuber nebenbei zu stellen und alten Omis über die Straße zu helfen.

Ein hormoneller Teen mit Superkräften findet es natürlich gar nicht geil, an der kurzen Leine gehalten zu werden, und da dem beliebtesten Mädel der Schule hinterher zu lechzen und zu Internetpornos zu masturbieren auch nicht die kompletten Tage gefüllt bekommt, wenn man als Genie nicht lernen muss, lässt er sich auf gefährlichere Deals ein. Beispielsweise wenn er versucht eine Bande zu stellen, die mit der Alientechnologie, die bei den Avengers-Kämpfen abgefallen sind, Superwaffen unter die Leute bringen. Was natürlich nicht gut und mit einem Anschiss von Tony Stark endet. Peter muss sich anschießend also noch mehr beweisen als eh schon.

Ganz ehrlich bringe ich Spider-Man: Homecoming stark gemischte Gefühle gegenüber. Manche Parts mochte ich, manche fand ich langweilig, und es war immer das gleiche Muster. Denn die Teile mit Spider-Man, mit dem agilen witzigen Kerl in der Spandex, der sich durch die Hochhausschluchten schwingt und darunter doch ein leicht tapsiger Teen ist, die fand ich gut. Seine Interaktionen mit Tony Stark als Mentor auch, gerade am Ende des Filmes. Seine Naivität und das Gutmenschentum passen zu so einem jungen Charakter auch viel besser, während es mich in einem Film mit einem älteren Helden sicherlich eher gestört hätte, aber Spider-Man ist halt wie ein gutmütig-niedliches Hündchen.

Die Parts die ich nicht mochte, waren hingegen die mit Peter Parker. Ich habe ja bereits mehrmals bei anderen Filmen geschrieben, dass ich die Origins Stories langsam leid geworden bin, weil sie alle gleich sind. Spider-Man hat so gesehen zwar keine Origins Story, was ich zunächst gut fand, aber da Homecoming sein erster Standalone-Film ist, grast er dennoch viele der gleichen Story-Beats ab. Abgesehen davon bin ich diese High School Handlungen eh mehr als leid. Er hat also einen dämlichen Freund, der ihn fast auffliegen lässt. Er ist ins hübscheste Mädel der Schule verschossen. Es gibt einen Neider, der ihn hänselt. Gähn. Ich mag Homecoming dafür gratulieren, dass er diese Klischees nie bis zum unerträglichen Ende ausreizt – Peter zerstreitet sich nie mit seinem besten Freund, oder mit den anderen aus seiner Gruppe, selbst als er sie in Washington sitzen lässt, um rum zu spidern, und auch das Mädel mag ihn eigentlich auch… aber das macht die High-School-Teile der Geschichte auch nicht interessanter.

Was ich erneut gern erwähnen will, ist das tolle Casting im MCU. Tom Holland ist perfekt als Peter Parker Spider-Man. Wie 15 sieht er natürlich nicht aus, aber er spielt ihn genauso, wie ein Laie wie ich mir einen Spider-Man vorstellen würde. Als weiteres Schmankerl wird der Bösewicht übrigens von Micheal Keaton verkörpert. Nachdem er also selbst mal einen Superhelden in Batman und Batman Returns verkörperte und in Birdman einer kritischen Auseinandersetzung dessen, ist er nun auch als Comicbuch-Bösewicht zu sehen gewesen (Name Vulture, er bleibt also bei den aviatischen Bezeichnungen).

Spider-Man: Homecoming ist also einer jener Filme, die ich mehr mögen möchte, als ich das tue. Oder gerne häufiger mögen würde. So gut mich einige Parts unterhalten hatte, bin ich halt bei anderen nicht ganz mitgegangen. Damit würde ich es also erneut eher ins Mittelfeld des MCUs setzen, nicht weil er durchschnittlich, sondern weil er durchwachsen ist.

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Doctor Strange

Ja, der dritte Superhelden-Film in Reihe. Ich schwöre, ich zocke auch noch, aber die Muse drüber zu schreiben ist mir momentan einfach nicht so gegeben. Über 120-Minuten Film rotzt sich einfach viel schneller mal was hin, als Mist über ein 50-Stunde-RPG verzapfen zu müssen.

Doctor Stephen Strange, und ja das ist sein Name, hat alles, was man wollen kann. Der Star-Neurologe ist smart, erfolgreich, reich, hat eine Affäre mit seiner attraktiven Kollegin, und trotz seiner maßlosen Arroganz streicheln ihm alle unaufhörlich das Ego. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, und so landet er in einem selbstverschuldeten Autounfall, der ihm die Hände zertrümmert.

Vom Chaoseffekt des Lebens zurechtgestutzt, versucht Strange natürlich jede Behandlung, die ihm den vollen Zugriff auf die Feinmotorik seiner Hände zurückgeben könnte, stößt in seinem Frust seine Christine von sich, und landet letztendlich beim letzten Strohhalm: Er stöbert einen Kerl auf, der trotz hoffnungsloser Diagnose die Funktion seiner Beine zurückerlangte, welcher ihn nach Kamar-Taj in den Himalayas schickt.

Dort trifft er auf die sogenannte Ancient One, die über das Multiversum und das Leiten von Energie ihn Magie lehrt. Jede Menge esoterisch klingendes Zeug, mit dem der gelehrte Strange natürlich zunächst nichts anfangen kann, aber welche Wahl hat er schon? Und letztendlich stellt er sich nach Anfangshürden als begabter aber alles hinterfragender Musterschüler raus, der die Welt vor der Gefahr des abtrünnigen Ex-Lehrlings Kaecilius retten muss.

Doctor Strange erscheint mir mehr einer jener Subjekte zu sein, die ich eher in die 70er/80er der Superhelden-Filme einreihen würde, als da so einiges Merkwürdiges umgesetzt wurde. Ähnlich wie Ant-Man (ja, ich werde eine Ausrede finden, den in jedem weiteren MCU zu erwähnen!) will es konzeptionell auf den ersten Blick nicht in die ernste moderne Ära und ihre Optik passen. Deswegen gehe ich erneut davon aus, dass diese B-Riege hauptsächlich ihr grünes Licht bekommen hat, weil die A-Riege bereits abgegrast ist, aber nach fast zwei Dekaden er „neu“-aufgekommenen Popularität des Superheldengenres das Publikum diesem dennoch bisher nicht überdrüssig geworden ist.

Scheinbar musste man auch ein Schauspieler mit einem „interessanten“ Gesicht oder „Gesicht mit Charakter“ gewesen sein, um beim Casting der Hauptrollen weiterzukommen. Doctor Strange wird verkörpert von Benedict Cumberbatch, die Ancient One ist niemand anderes als Tilda Swinton, und Kaecilius wird dargestellt von Mads Mikkelsen. Wer hätte gedacht, dass man jene drei Schauspieler mal prominent in einem Superheldenfilm zu sehen bekommen würde?

Aber jetzt mal endlich dazu, wie mir der Film gefallen hat. Eh, joa so ein wenig. Auf einer basischen Linie gesehen war er schon Ok umgesetzt und ich war nicht maßgeblich gelangweilt, bleibe bei meiner Meinung, dass die MCU-Film alle ganz schaubar sind. So wirklich einen meiner Highlights werde ich ihn allerdings nicht nennen. Über die vielen Filme des Genres bin ich ja in den letzten Jahren ein wenig zu dem Ergebnis gekommen, dass die Origins-Storys häufig nicht der interessanteste Teil einer Superheldenreise sind. Was eventuell aber auch maßgeblich dadurch mitbeeinflusst ist, dass wir einfach so erbrechend viele davon vorgesetzt bekommen haben und die Grundbeats sich zu sehr ähneln.

Abgesehen davon finde ich allerdings auch nicht, dass es beispielsweise Cumberbatch schafft den Film zu tragen. Man sollte meinen das Ginge, immerhin schafft er das bei Sherlock und so unterschiedlich sind sich die Figuren zunächst charakterlich gar nicht mal. Vielleicht fehlt ihm einfach das Gegenstück eines Holmes in Doctor Strange, aber den Lead habe ich ihm hier nie abgekauft. Irgendwie wirkt die Figur des Strange aber auch merkwürdig von den anderen Figuren und den Ereignissen des Filmes distanziert, vielleicht gab ihm also auch einfach das Script nicht genug her.

Gefallen haben mir allerdings die visuellen Effekte sehr. Sowohl das trippige Multiversum, als auch das Realitätsfalten in der Spiegelwelt, wenn aus der Umgebung ein Escher-Gemälde wird, sozusagen der Inception-Effekt aber noch extremer. Da ist es richtig schade, dass der Rest des Filmes so konventionell ist.

Captain America: Civil War

2016 ist die dritte Phase des Marvel Cinematic Universes losgetreten worden, und diesmal die ganz heiße, die mit den meisten Filmen in kürzester Zeit auf das große Happening Avengers: Endgame hinarbeiten sollte. Wer weiß, ob der Superhelden-Hype nicht doch nach all den Jahren irgendwann mal endet, da gehört noch Mal alles rausgeholt. Da ich abgesehen von Ant-Man and the Wasp noch keinen der Phase gesehen habe, steht mir also noch einiges bevor. Angefangen mit dem dritten Captain America.

Die Avengers haben sich also gegründet, sind angewachsen, und haben ihre ersten großen Einsätze hinter sich gebracht, all das mehr oder minder mit Tony Stark und Steve Rogers als Köpfe und Gesichter des Teams. Aber auch das beste Ehepaar verkracht sich mal. Im hiesigen Falle wird dies dadurch ausgelöst, dass die UN den Avengers ein Ultimatum stellt: Sie können nicht mehr unkontrolliert als private Organisation, die nur vor sich selbst Rechenschaft ablegen muss, überall auf dem Globus die Weltpolizei spielen und dabei auch noch jede Menge Kollateralschaden verursachen. Stattdessen sollen sie sich der UN unterstellen, welche dann das Sagen hat, wann und wo die Avengers eingesetzt werden.

Captain America will jenes Abkommen nicht unterschreiben, weil er weiterhin der Meinung ist, es ist besser nur vor dem eigenen Gewissen ihre Einsätze rechtfertigen zu müssen, statt sich durch die Agendas der UN manövrieren zu lassen. Iron Man hingegen vertritt die Meinung, dass sich den Regulationen einer höheren Stelle zu unterwerfen die bessere Lösung ist. Beide Standpunkte werden, gerade da man zunächst meinen sollte jede Rolle wäre eher der anderen zugeneigt, durch aktuelle Ereignisse in ihrem Leben gebildet und weiterhin untermauert. Das führt zu einem Riss in den Avengers, besonders nachdem ein Attentat scheinbar auf den Winter Soldier geht, der nun gejagt wird.

Um ehrlich zu sein ist Civil War eigentlich weniger Captain America 3, als vielmehr Avengers 2.5. Ist so gesehen auch nicht überraschend, denn mittlerweile sind die Avengers etabliert und Stark und Rogers stehen an deren Spitze. Es gibt halt keinen wirklich guten Grund, wie man Captain America für seinen „eigenen“ Film wieder von ihnen trennen kann. Beziehungsweise ist Civil War der Prozess jener Trennung.

Was mir hierbei besonders gefallen hat, ist, dass es eben nicht die übliche Superhelden-Schoße ist. Civil War wirkt persönlicher und direkter, und das trotz des großen Casts an Charakteren. Zwei wichtige Themen sind zum einen die persönliche Überzeugung eines jeden, und wie jene sich nicht zwangsläufig erschüttern lässt, nur weil Freunde und Familie einer anderen folgen. Beide Seiten des Konflikts im Film sind dabei absolut nachvollziehbar. Sowohl diejenige, die sich nicht von Politik lenken und eventuell korrumpieren lassen will, als auch diejenige, die nicht eine immer größer werdende Gruppe an Leuten mit Superkräften einfach unkontrolliert ihr eigenes Ding machen sehen will. Und dann als zweite Thematik was für ein Katalysator und Motivationsgrund persönlicher Verlust sein kann, eventuell hineingehend in die enorme Zugkraft von Rache.

Tatsächlich ist hier der Antagonist auch kein Superschurke, der die Welt mit seinen Kräften unterjochen will. Es ist kein Boss einer weltumfassenden Firma oder Geheimorganisation, die mit Supermenschen die Welt erobern wollen. Es ist ein relativ normaler Mann, der durch einen Einsatz der Avengers alles verloren hat, und nun seinen lang angelegten Racheplan in die Tat umsetzt. Nicht, indem er Druck von außen anlegt, in der Hoffnung die Avengers zu beenden, was sie wahrscheinlich nur noch wesentlich stärker zusammenschweißen würde. Sondern in dem er die Saat des Misstrauens unter ihnen streut und sie von innen heraus erodieren will, damit sie von sich aus auseinanderfallen.

Am Ende des Filmes sind wir uns auch nicht so ganz sicher, ob er das nicht vielleicht sogar geschafft hat. So richtig wahrscheinlich nicht. Immerhin ist ein anderer der Interessanten Aspekte des Filmes, auch wie die Avengers mehr oder weniger eine Familie sind. Selbst wenn sie sich auf unterschiedlichen Seiten wiederfinden, und sogar gegeneinander kämpfen, so winkt dabei immer das Gefühl mit, dass alle eine stille Übereinkunft haben dies wieder kitten zu können, sobald sich der Staub gelegt hat und alle weiterhin Freunde sind. Dieses Gefühl von Kameradschaft macht den emotionalen Kern des Filmes aus. Und das Ende, wenn Steve und Tony vielleicht doch final miteinander zu brechen drohen, umso klimatischer.

Was natürlich auch viel Kurzweil in die zweieinhalb Stunden des Filmes bringt, sind die vielen Action-Einlagen, die nicht fehlen dürfen. Und natürlich einem guten Dutzend an Superhelden zumindest hin und wieder mal neben den beiden Hauptakteuren ihren Moment im Rampenlicht zukommen zu lassen. Am Ende stehen sich in den Fronten tatsächlich sechs gegen sechs entgegen, nachdem für mich überraschend bereits sowohl Black Panther als auch Spiderman mit dabei sind, wo ihre Filme doch erst ein bis zwei Jahre später erscheinen sollten. Hier fiel mir auch mal wieder auf, wie unglaublich gut das Casting der Franchise ist. Robert Downey Jr ist perfekt als Tony Stark, Chris Evans als Steve Rogers, sowie die beiden hier nicht anwesenden Chris Hemsworth und Tom Hiddleston als Thor und Loki, und auch für die Rolle des Peter Parker hätte man wohl kaum jemand besseren als Tom Holland finden können.

Somit fängt für mich die dritte Phase tatsächlich mit dem gewollten Paukenschlag an. Captain America: Civil War ist bisher einer meiner Favoriten unter den nicht wenigen Filmen des Marvel Cinematic Universes gewesen.

Superhero Sunday – Age of Ultron

ava-1940Ok, die Avengers haben also Lokis Zepter den Nazis bei Hydra abgeluchst, Tony Stark sich dabei aber eine Horrorvision von Scarlet Witch eingefangen. Das bestätigt ihn in seinem Plan eine KI zu schaffen, die die Welt schützt, da die Avengers alleine das nicht schaffen können. Tony Stark scheint nicht sonderlich viele SciFi-Geschichten zu kennen. Dann gibt er dem Ding auch noch den Namen Ultron.

Es kommt, wie es kommen muss, und die KI verselbstständigt sich und eruiert, dass die größte Gefahr für den Planeten die Menschheit an sich ist, und wir sozusagen vor uns selbst geschützt werden müssen, was sicherlich nicht unbedingt ein Trugschluss ist, aber mal so gar nicht mit unserem Willen der Persönlichkeitsentfaltung einher geht. Na ja, notfalls kann man das Leben auf dem Planeten wie damals bei den Dinos ja mit einer globalen Katastrophe resetten. Zumal Ultron doch ein wenig was von seinem Schöpfer abbekommen hat, und somit vielleicht doch nicht einfach nur objektiv-kühl kalkuliert, sondern einen gewissen herrischen Unterton mitbringt.

Das ist natürlich eine ganz bewusste Entscheidung, denn Joss Whedon ist ja nicht dumm und weiß, dass unterhaltsame Bösewichter besser sind, als blasse Fieslinge. Deswegen ist Hydra ja auch kein großes Ding, sondern im ersten Teil Scherzbold Loki, und so bekommt auch in Age of Ultron eben Namensgeber Ultron ein paar flapsige Stark-Sprüche drauf. Ganz mit seinem Vorgänger mag er da nicht mithalten können was den Unterhaltungswert angeht, aber einen Tom Hiddleston als Loki übertrumpft man auch nur schwerlich, dafür ist Ultron etwas bedrohlicher.

Dass Whedon allerdings eher in der TV-Landschaft zu Hause ist, merkt man dem Pacing seiner Filme immer etwas an. Im Falle von Age of Ultron hat sich das mittlerweile fast revidiert. Besonders die erste Stunde ist ein stringentes Feuerwerk aus Action und Charakterinteraktionen, und der beste Teil des Filmes. Dann jedoch kommt der Rückzug aufs Landhaus, ein sehr Whedon-esques Segment der Charaktermomente, aber doch ein Teil, in dem der Film schlichtweg mal eine halbe Stunde komplett zum Erliegen kommt. Das ist allerdings auch schon das einzige Pacing-Problem des Filmes, danach geht es fast eine Stunde lang ins Action-geladene Finale. Und gerade die Kampfsequenzen sind diesmal etwas besser umgesetzt und gerade auch besser, was das Charakterzusammenspiel angeht.

Gerade mehr im TV gemacht zu haben kommt Whedon bei den Avengers andererseits vielleicht auch wieder zugute, denn dadurch ist er doch recht gut darin, den ganzen Cast zu handhaben, statt das der Film unter der Anzahl an Persönlichkeiten zusammenbricht, zumal mit Quicksilver und Scarlet Witch ja nun noch zwei weitere Figuren hinzu kommen. Dabei ist Whedon überraschend gut darin, den Charakteren in Age of Ultron Szenen zuzuschustern, die normalerweise eigentlich als zweite Geigen eher so gut wie nichts zu tun bekommen würden. Wie häufig müssen wir denn auch die gleichen Charakteristiken von Thor, Iron Man und Captain America durchkauen, wenn die in deren eigenen Trilogien schon tot geredet sind? Stattdessen gibt es halt mal mehr zu Hawkeye und Black Widow, die selbst im ersten Avengers eigentlich nicht viel taten. Aber auch hier ist Whedon sich bewusst, dass die Normalos des Teams eben nicht mit den Halbgöttern mithalten können, und baut deren menschliche Seite aus. Selbst Cobie Smulders bekommt ein paar nette Szenen.

Abschließend gefällt mir Age of Ultron besser als der erste Avengers – welcher ich ja auch bereits schon gut fand. Minus Loki, dafür mag ich die Charakterinteraktionen hier mehr, und die Action, und eigentlich auch die Handlung, also schon fast mehr oder minder alles. Mein Favorit aus dem Marvel Cinematic Universe ist er nicht ganz, Guardians of the Galaxy reihe ich drüber ein, und was nicht-Marvels seit der Jahrtausendwende angeht wohl auch noch The Dark Knight und X-Men: Days of Future Past, aber dann kommt doch schon Avengers: Age of Ultron sag ich jetzt einfach mal aus dem Bauch heraus.

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Buffy: Season Nine

ava-1457Anfang des Jahres hab ich mich durch alles 7 Staffeln von Buffy geschaut, danach gleich mit Season 8 in Comicform weitergemacht… und da vor einigen Monaten auch Season 9 fertig geworden ist, kann ich noch dieses Jahr den Buffyton beenden. Vorläufig zumindest, bis dann nächstes Jahr Season 10 startet. Ugh, wer liest das Zeug? Ach ja, ich.

Man wird sich vielleicht daran erinnern, dass ich Season 8 ziemlich scheiße fand, und ich kann schon mal sagen, dass Season 9 definitiv besser ist. Dennoch nicht gut. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht so ganz genau, was ich von ihr halte, sie ist nämlich weitestgehend einfach nur schrecklich… „blah“.

Ich mein, es gibt nur einen wirklich dämlichen Einfall. Nämlich wenn Buffy denkt schwanger zu sein. Und sich dann für eine Abtreibung entscheidet. Und zu Spike in sein Raumschiff mit der Insektencrew zieht (ach ja, Spike hat in Season 8 ein Insektenraumschiff bekommen btw). Doch dann finden wir raus, dass dies doch nur falsche Symptome waren, in Wirklichkeit ist Buffy gar nicht schwanger, sondern nur ein Roboter.

Ach ja, und in der Hölle gibt es Facebook. Warum auch nicht…

Die Sache ist die, wenn ich genau darüber nachdenke, so sind die zugrundeliegenden Einfälle gar nicht mal so schreckliche „das wäre für die TV-Serie viel zu dumm gewesen“-Sachen, wie das was uns Season 8 beschert hat. Diese Dinge hätten total auch in der Serie passieren können. Nun ist natürlich die Frage ob das ich in Season 9 über sie nur den Kopf schütteln konnte damit zusammenhängt, dass ich den Comics dank Season 8 gegenüber voreingenommen bin, oder ob Season 9 es einfach nur falsch aufzieht. Wahrscheinlich letzteres. Aus den moralischen Implikationen mit den zwei Buffys – während ihr wahres Ich im Roboter sicher ist, lebt ihr Körper zu seinem eigenen Ego erwacht dennoch in Sicherheit weiter – macht Season 9 nämlich gar nichts, sondern verfrachtet Buffy ohne Murren und Knurren in ihren Körper zurück und löscht damit ja eigentlich das neue Ego aus. Die TV-Serie hätte sich diesen Konflikt nie entgehen lassen, Season 9 scheint nicht mal zu erkennen das hier einer besteht.

Die Handlung diesmal dreht sich übrigens um den Fallout von Season 8, an dessen Ende Buffy den Seed of Magic zerstört hat und somit die Quelle der Magie aus der Welt entschwunden ist. Irgendwie bedeutet das immer noch, dass übernatürliche Wesen wie Vampire, Dämonen und Slayer existieren, die ihre Macht aus sich selbst ziehen, dafür Magie-leihende Dinge nicht mehr gehen, vorrangig gibt es keine Hexen mehr und Dämonen können aus ihren Reichen nicht mehr in unseres wechseln. Das macht so ziemlich jeden ziemlich sauer auf Buffy und sie selbst mal wieder schrecklich selbstmitleidig. Irgendwie ist die Buffy in den Comics schrecklich unsympathisch, quasi wie ihre schlimmsten Momente in Season 7, nur ständig.

Was ich ja etwas amüsant fand, ist, dass der Plan der Bösewichte diesmal ist in der Zeit zurückzureisen, um die Zerstörung des Seeds zu verhindern. Während der Plan der Guten ist, einen neuen Seed zu erschaffen. Jepp, Season 9 ist dazu da, um einen Retcon von Season 8 zu machen! Und das, wo ein Thema der Season zu sein scheint, dass man die Vergangenheit ruhen lassen soll, da man sie eh nicht ändern kann.

Es gibt genau zwei Dinge, die mir an Season 9 gefielen. Zum einen find ich es gut, dass die Sache diesmal enger gestrickt ist. Es gibt nur 25 statt 40 Heftchen und der Cast ist auch wesentlich kleiner, statt viele Nebencharakter und Nebengeschichten zu jonglieren, die alle nirgendwohin führen. Apropos Nebengeschichte: Die zwei „Billy the Vampire Slayer“ Ausgaben haben mir wirklich gefallen, in denen ein Junge in einer Kleinstadt einen auf Slayer macht und sein Schwarm zu dessen Watcher wird. Diese kleine Nebengeschichte war wirklich witzig und charmant, zwei Dinge, die es in Buffy the Vampire Slayer nicht mehr gibt (selbst der Zeichenstil ist besser). Zunächst war ich mir nicht so sicher, was ich davon halten soll den einzigen männlichen Slayer schwul sein zu lassen, als ob das eine Message ist, dass man als Schwuler weibisch oder kein richtiger Kerl sei, aber das ist natürlich Blödsinn. Ich fang schon an wie Hardcore-Feministinnen überall wegen jahrelanger schlechter Repräsentation eine Verschwörung zu sehen.

Was ich übrigens noch nie leiden konnte sind Crossover. Was hat es mich genervt, wenn in der TV-Serie Dinge angesprochen aber nie erklärt werden, die in Angel passiert sind. Season 9 ist voll davon. Es gibt mindestens zwei Charaktere, die auftauchen, und deren Hintergrundgeschichte wichtig zu sein scheint, die hier aber nicht erzählt wird, weil sie schon in den Angel & Faith Comics waren. Willow und Spike verlassen Buffy und kommen wieder, ohne uns zu erzählen, was sie auf ihrem Selbstfindungstrip gelernt haben, weil dies in den eigenen kurzen Spinoffs erzählt wurde. Billy, der sich Buffy angeschlossen hat, ein paar Heftchen als nutzloser Charakter vor sich hin dümpelt, wird anschließend wieder aus Season 9 rausgeschrieben, weil er bei einer Bedrohung in seiner Heimatstadt helfen muss – was natürlich sein eigenes Spinoff ist. Ich hasse es mir so vorzukommen, als würde ich die Hälfte der Charakterzeichnung verpassen, weil ich diese ganzen Spinoffs nicht lesen will.

Am Ende bleibt einfach zu sagen, dass auch Comic-Season 9 nur ein schwacher Schatten der TV-Serie ist, nicht so schrecklich wie Season 8, aber eben kolossal „meh“ bleibt. Sie bietet wenig zum Mögen, dafür einige Ansätze zum Gegenteil.

Amazing Spider-Man

ava-1275Erstaunlich, dass die ganze Superhelden-Film-Sache nach all den Jahren immer noch nicht am Abflauen ist. Wenn das so weiter geht, haben die doch irgendwann mal die ganze A-, B- und C-Liste durch und müssen einen Film um einen der schwulen Helden machen. Ich mein, abgesehen von Batman natürlich, dem Nolan aber ja auch sein Boy Toy genommen hat. Vielleicht muss man sogar wieder mal einen über einen weiblichen Superhelden machen, die bekanntermaßen nichts einspielen. Und wenn Hollywood, ganz ähnlich der Gameindustrie, eines hasst, dann ist es zu riskieren, einen Film zu machen, in dem der Hauptcharakter kein weißer, brünetter, Hetero-Kerl zwischen 20 und 40 ist. Um das zu kontern kann man aber natürlich auch einfach wieder einen Kreis ziehen und munter mit Reboots von vorn beginnen.

So geschehen in The Amazing Spider-Man, der genau zehn Jahre nach dem Erstling der Raimi-Trilogie die Film-Franchise rebootet. Warum auch nicht, Reboots passieren sowieso immer schneller in Medien und es ist ja nicht so, dass gerade die Comicszene nicht tausend verschiedene Timelines pro Superheld hätte, weil nach X Serien die aktuelle so ein Clusterfuck wird, dass man einfach von vorn beginnt. Und mal ehrlich, unantastbare Meisterwerke sind die ersten drei Filme nun auch wirklich nicht. Der erste ist ganz gut, der zweite sogar um einiges besser, während der dritte durchfällt, wenn ich mich vage zurückerinnere. Aber schon damals fand ich die Sache etwas overhyped. Es ist halt so, dass Superheldenfilme so Mitte der 90er angefangen haben, universell ziemlich scheiße zu sein, was sich bis zum Millennium nicht änderte, als dann X-Men und Spider-Man daher kamen und ganz brauchbar waren, und eben deswegen schon häufig rückwirkend etwas besser in Erinnerung gehalten werden, als sie denn wirklich waren.

Ach ja, The Amazing Spider-Man, fangen wir nach 300 Worten doch mal an, über ihn zu reden. Die neue Origins-Story ist bewusst natürlich etwas anders designt, aber doch der vorigen natürlich sehr ähnlich. Peter Parker, dessen Eltern hier einfach in einer Nacht- und Nebelaktion spurlos verschwunden sind, um für das Finale der neuen Trilogie noch ein Big Reveal zu haben, ist also bei Onkel und Tante untergekommen. Als das Superhirn anfängt, die Forschung seines Vater zu untersuchen, gerät er auch an die Evil Corp, für die jener mit einem Kollegen arbeitete, wo Peter prompt von einer genmanipulierten Spinne gebissen wird, die dem loserigen Teenager den Körper eines 28-jährigen Models gibt, ihm Kampfsport beibringt und Hauswände hochlaufen lässt. Jetzt, wo er heiß aussieht, wird auch sein Schwarm, von dem er etwas creepy gern heimlich Bilder macht, Gwen Stacey, auf ihn aufmerksam. Deren Vater der Cop ist, der nicht so begeistert davon ist, dass der Vigilante Spider-Man für ihn die Verbrecher einspinnt. Da steckt doch das Potential einer Sitcom drin!

Ach ja, Peters Onkel wird natürlich auch von einem Kerl erschossen, den jener hat entkommen lassen, weil der Idiot doch tatsächlich versucht, dem einen Pistole aus der Hand zu ringen. Obwohl sein Onkel somit ziemlich selbst Schuld dran ist, dass er über den Haufen geschossen wird, macht sich Peter dafür verantwortlich, und wird zum Superhelden. Weil dafür immer erst ein Familienmitglied umkommen muss.

Und der Kollege des Vaters, der übrigens nur einen Arm hat und dessen Forschung mit DNS-Crossbreeding zu tun hat, damit er wie weniger komplexe Organismen Körperteile einfach regenerieren kann, macht natürlich unter Zeitdruck den Selbsttest und wird zum Hulkigator (weil ein Seestern-Mutant nicht so toll kommen würde, wie eine Echse), was natürlich aufgehalten gehört.

Nein, The Amazing Spider-Man ist kein Film der großen Überraschungen, aber das sind die wenigsten Superhelden-Filme, schon gar nicht, wenn man deren Origins-Story über die Bühne bringen muss. Die Laufen eh alle nach dem gleichen Schema ab und gerade bei Spider-Man hatten wir das Ganze eben gerade vor knappen 10 Jahren erst. Im Prinzip kommt halt alles so, wie man sich das denken kann. Aber wie gesagt, wer in einen Superheldenfilm geht und erwartet, dass die Handlung ihn aus dem Sessel fegt, der macht eh was falsch. Oder schaut Watchmen.

Doch das bedeutet natürlich nicht, dass der Film schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Ich würde sogar sagen, es ist die bessere Version der beiden Entstehungsgeschichten. Peters Onkel und Tante, sowie Peter und Gwen sind unglaublich süß hier. Andrew Garfield bringt wesentlich bessere schauspielerische Leistung, als Tobey Maguire, und sieht dabei auch noch knackiger aus. Der Film hat, recht viel Pathos im Finale mal abgesehen, wesentlich weniger gestelzte Dialoge oder wird zu kitschig und dämlich, wie das im Original so manchmal der Fall war. Man kann den Film wesentlich ernster nehmen, ohne dass er dabei vergisst, dennoch eine gewisse Leichtigkeit und den Spaß an so einem Superhelden zu erhalten. Und obwohl das Ding mal wieder mit 2 Stunden Plus Überlänge hat, herrscht hier nicht so viel tote Luft vor, wie in manch anderem. Ein paar Charaktere sind sogar nicht mal ganz so eindimensional, wie man das erwarten würde. Der Schulrabauke beispielsweise will Peter trösten, als der seinen Onkel verliert. Der Vater von Gwen mag zunächst gewohnt übertrieben hinter Spider-Man her sein (selbst als ein chaotischer Riesenechsenmutant mit einer biologischen Waffe durch Manhattan rennt, ist dessen oberste Priorität immer noch diesen verdammten Spider-Man zu schnappen, der ihm die Show stiehlt!), hilft ihm im Finale dann aber doch aus. Und sogar der Bösewicht ist kein so chargierender Typ, sondern nachvollziehbar und menschlich.

Was natürlich nicht bedeutet, dass der Film perfekt ist. Es ist sicherlich nicht der pompöseste und Augenöffnend spannendste Superhelden-Film, den wir in den letzten Jahren hatten. Und trotz der 2 Stunden ist er manchmal erstaunlich schlecht darin, Beziehungen zu entwickeln. Es kam mir fast so vor, als hätte ich zur Mitte hin zwei oder drei Szenen verpasst. Zuerst verliert Peter seinen Onkel und ist deswegen schlecht drauf, aber schon kurz darauf ist er grölend-freudig am sich durch Manhattan schwingen, weil Superkräfte nun Mal so geil sind. Und Gwen, die sich weder mit ihm je außerhalb der Schule getroffen, noch in der Schule bisher allzu viel mit ihm interagiert hat, ist plötzlich „Hey, willste meine Eltern kennenlernen?“. Und der Schulschläger ist in den Endszenen plötzlich anscheinend der neue beste Freund von Peter, obwohl der nach dem gescheiterten Tröstversuch einfach komplett aus dem Rest des Filmes verschwunden ist. Wann haben sich all diese Charakterbeziehungen genau entwickelt? Sicher nicht in den 2 Stunden 5 Minuten, die der Filme ohne Credits läuft.

Aber das macht alles nichts, der Film funktioniert trotzdem, schon alleine, weil wir erwarten, dass diese Beziehungen sich so entwickeln würden, stößt das gar nicht mal ganz so sehr auf. The Amazing Spider-Man ist nämlich tatsächlich einer der besseren Superhelden-Filme, die uns deren Renaissance gebracht hat, und davon gibt es nicht gerade wenige. Ich bin fast gewillt, zu behaupten, es wäre der beste der 4 Spider-Men, aber dafür müsste ich den zweiten Raimi-Teil noch mal sehen, besser als dessen erster und dritter Eintrag isser aber allemal. „Amazing“ mag es zwar immer noch etwas übertreiben, aber „Darn Good Spider-Man“ tönt natürlich nicht so gut.

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Buffy: Season Eight

ava-1221Josh Whedon scheint eine lukrative Möglichkeit gefunden zu haben, seine abgesetzten Serien doch weiter zu führen. Nämlich in Form von Comics. Ernsthaft, es gibt welche zu allen Serien. Angel, Angel & Faith, Spike, Serenity selbst zum eigentlich abgeschlossenen Dollhouse und dem One Off Dr. Horrible. Und natürlich auch Buffy, wo von 2007 bis 2011 die offizielle Season Eight in 40 Kapiteln veröffentlicht wurde. Plus anschließend gleich die immer noch laufende Weiterführung in einer Season Nine.

Und wenn man mal drüber nachdenkt, ist das keine so üble Idee. Ich habe glaube ich schon mal erwähnt, dass die Outlines seiner Serien einfach so schwarz auf weiß gelesen für mich eh weniger nach einer Live Action denn einem Anime ausschauen würden… oder eben Graphic Novels. Außerdem hat man größere kreative Freiheiten, kommt in keine Probleme damit, dass Dinge auf Grund des Budgets nicht umsetzbar sind und hat keine Zickereien von Schauspielern, die raus wollen, andere Gigs haben oder einfach altern.

Wie gesagt schließt das Ding natürlich direkt ans Ende der TV-Serie an. Buffy hat sich also entschlossen ihre Slayer-Kräfte zu teilen und alle potentiellen Anwärterinnen zu erwecken. Nun gibt es eben jene Slayer Squats, die fast militärisch organisiert sind, rund um die Welt. Das hat natürlich auch Schattenseiten, nämlich Rogue Slayer, die den Richtlinien nicht folgen wollen, und lieber ihre Kräfte für ihren eigenen Spaß missbrauchen; das US-Militär ist über die neue Kräfteverhältnisse auch nicht begeistert und wollen die Slayer aus dem Weg räumen; und dann führt der aktuelle Vampir-Hype auch noch dazu, dass die Öffentlichkeit auf deren Seite ist und die Vampirkiller blöd findet.

Ich muss sagen, ein paar Momente in der Serie fand ich ganz nett. Die Vampirverliebtheit, die ihr ja eigentlich nur Nutze sein kann, aufs Korn zu nehmen beispielsweise und den Codenamen der Anti-Slayer-Aktion tatsächlich „Twilight“ zu nennen, beispielsweise. Auch war die Sidestory ganz nett, in der es Buffy in die Zukunft zur dortigen Slayer versetzt (die wohl auch auf eine Whedon-Comic-Reihe zurück geht), welche dann Buffy bekämpft, weil diejenige natürlich, sollte sie wieder in ihre Zeit zurück kehren, etwas gegen diese schlechte Zukunft unternimmt, damit aber auch ihre Existenz auslöscht.

Doch die meiste Zeit über war ich nicht sonderlich begeistert von Season Eight. Für mich war der Erzählstil allein schon viel zu holprig. So hatte ich regelmäßig das Gefühl, Panels oder gar ganze Kapitel zwischen Ereignissen verpasst zu haben, als ob mir irgendwas Wesentliches entgangen wäre, was die Geschichte nun von Punkt A auf Punkt B gebracht hat. Auch viele Gefühlzustände haben schrecklich plötzliche Wandel. Nicht zu vergessen, dass es mal wieder sehr offensichtlich ist, dass die Serie nach Season Five es nie mehr geschafft hat, Dawn irgendwie einzubinden, woran auch ihre komischen Verwandlungen hier nichts ändern, da sie so nebenbei laufen.

Aber am Schlimmsten ist, dass die ganze Handlung einfach so unglaublich nach schlechter Fanfiction schreit. Leute, die tot sein müssten, schauen links und rechts wieder auf. Warren und Amy arbeiten plötzlich mit den Militärs, Spike kommt fürs Finale wieder, der Master auch. Und alle erfüllen natürlich einen noch größeren Zweck in den kosmischen Ereignissen, als wir schon wussten. Buffy treibts mit nem anderen Mädel, bekommt Superheldenkräfte wie Sonic Speed und Flug. Und dann, für die letzten zehn Issues oder so, wird es einfach nur unglaublich dämlich, und hört gar nicht mehr auf. Jumping a whole ocean of sharks. Angel ist der Bösewicht, der hinter Twilight steckt? Aber er ist nicht wirklich böse, auch wenn er viele getötet hat. Denn eigentlich ist es ja alles nur ein großer Plan, den der Kosmos für ihn und Buffy hatte. Und dann ficken sie eine neue Realität in Existenz, die die aktuelle zerstören will, was aber Buffy nicht zulässt, weil damit ja ihre Freunde untergehen würden, auch wenn das neue Paradies sie mit Angel glücklich machen würde. Und dann zerstört sie ein Magical McGuffin, von dem wir bisher nie was gehört haben, welches natürlich beim Hellmouth abhängt, und alles geht auf Null zurück. Keine Slayer-Armee mehr, keine Hexen mehr, nur Buffy gegen die Vampire. Ugh, da wird man doch glatt beim Lesen dümmer von.

Ich muss sagen, ich bin auch kein großer Fan vom Zeichenstil, oder besser geschrieben Stilen, wovon es nämlich 4 gibt. Die alternativen, fotorealistischen Cover finde ich echt hübsch, allerdings ist es natürlich klar, dass der eigentliche Comic so nicht gezeichnet sein wird, weil das einfach zu viel Arbeit machen würde. Der eigentliche Stil schwankt mal von annehmbar zu seltsamen Proportionen und der Tatsache, Charaktere, die in ihren Teen/Twens sein sollten, wie Mitte 40 aussehen zu lassen. Da hätte ich fast lieber den Zeichenstil durchgängig der Future-Arc, die nämlich vom Zeichner von Fray übernommen wurde. Ganz nett ist auch das Gimmick der Traum-Episode, in der Buffy wieder in der High School ist und welches wie die nicht realisierte Animated Series gezeichnet wurde – würde ich aber nicht für die eigentliche Geschichte haben wollen.

The Dark Knight Rises

ava-1172Boy oh boy, es ist soweit, das Superhelden-Verfilmungs-Ereignis schlechthin: Christopher Nolan brachte diesjährig seine Batman-Trilogie zu einem Ende, auf das wir es noch erleben dürfen, nur für den Fall, der Weltuntergang hätte tatsächlich stattgefunden. Die Franchise an sich wird natürlich weitergehen, dem ist durch den Erfolg sicher, und ich meine hier ganz spezifisch die Live-Action-Franchise, Nolan wird jedoch nicht dabei sein, auch wenn er hier einem Nachfolger am Ende einen wirklich schönen Ansatzpunkt liefert.

Acht Jahre sind vergangen, seit dem Harvey Dent, a.k.a Two-Face am Ende von The Dark Knight gestorben ist. Nur weiß die Bevölkerung gar nicht, dass er der zweigesichtige Superschurke war, da sein Versterben ihn zum Aushängeschild des Dent-Aktes machen konnte, die perfekte Gelegenheit, das Verbrechen in der Metropole Gotham so gut wie auszurotten. So eine Chance lässt man sich natürlich nicht entgehen, selbst der dunkle Rächer Batman hat das eingesehen, die Schuld auf sich genommen und ist verschwunden, sein alter Ego Bruce Wayne lebt zurückgezogen vor sich hin.

Bis die Diebin Selena Kyle ihm einen Besuch abstattet und seltsamerweise hauptsächlich an seinen Fingerabdrücken interessiert gewesen zu sein scheint. Das lockt den Einsiedler doch wieder ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, um mal rauszufinden, was sie damit vorhaben könnte. Kaum wieder mitten in der Society von Gotham, muss er so auch herausfinden, dass es seinem Unternehmen gar nicht gut geht und der seinen alten Freunden der Shadows angehörige Bane die Stadt in die Anarchie stürzen will.

Wie zu erwarten ist endet die Trilogie natürlich groß, mit Bombast, mit schnieker Optik, mit vielen Charakteren, mit viel Action und Krawall und gewohnt mit einem doch sehr bodenständigen Look, der die ganzen Ereignisse um so viel realer und möglicher erscheinen lässt, als man dies aus anderen Superhelden-Filmen kennt. Gewohnt ist der Film etwas arg voll vielleicht, eben durch die vielen Charaktere, die alle erklärt werden und ihr Ding machen müssen, doch dies zusammen mit gut punktierter Action ist auch bitter nötig, um dem Werk von 2 Stunden 45 die nötige Kurzweil zu bringen, die das Epos eben trotz jener Länge nicht durchhängen lässt. Es ist erneut ein mittreißendes Spektakel, dem man voller Spannung zuschaut und nach dem Sehen direkt zum Schluss kommt, gerade einen tollen Film bewundert zu haben. Aber einem, der doch ein wenig hinter The Dark Knight herhinkt. Nicht unbedingt nur, weil es hier keinen Ledger-Joker gibt, sowohl Bane als auch Catwoman sind fast genauso unterhaltsam, wie jener war.

Nein, was ihn etwas hintanstehen lässt sickert erst etwas danach ein. Wenn man den Film hinter sich hat. Wenn man wieder richtig durchatmen kann. Wenn das Gesehene so richtig einzusickern beginnt und der Verstand anfängt, die Sache auseinanderzunehmen. Mein persönlich größtes Problem mit Nolans Trilogie ist selbstredend nach wie vor vorhanden: Batman an sich. So sympathisch und interessant er mir den Pre-Nolan-Filmen doch irgendwo langweiligen Bruce Wayne gemacht hat, so gut wie Christian Bale jenen schauspielert, so wenig kann ich doch mit Batman anfangen, der mir einfach viel zu hammy ist, nicht nur wegen der saublöden Stimme. Das ist natürlich kein isoliertes Problem nur dieses Filmes, hier sogar weniger stark, da Batman überraschenderweise überhaupt nicht so viel Screentime einnimmt. Nein, die kleinen Probleme, die so nach und nach einsickern, sind eher beispielsweise die Charaktermotivationen. Der Film liefert uns für jeden einen Grund, warum sie tun, was sie tun, warum sie sind, wie sie sind, warum sie eventuell Seiten wechseln. Jedoch, sobald genau drüber nachgedacht wird, fällt häufiger auf, dass jene Gründe nicht immer ganz so nachvollziehbar erscheinen, zumindest für die extremeren Resultate, die aus ihnen hervorgehen. Auch die Dialoge mögen manchmal etwas künstlich wirken, nur schwer verschleiernd, dass sie mehr dazu da sind, um dem Publikum ein gewisses Wissen zu vermitteln, als das dies nun wirklich natürlich aus der Situation gewachsener Austausch zwischen Charakteren ist. Die Ereignisse an sich wirken manchmal arg konstruiert. Und ganz allgemein wirkt die Angelegenheit, trotz dramatischem Finale, nicht so All-Out, wie im Vorgänger. Dies ist aber freilich nur kleine Kratzer, die wie gesagt sogar erst so nach und nach auffallen.

Der soziale Kommentar darf übrigens natürlich auch wieder nicht fehlen, was den Nolan-Batmans vielleicht auch mit diesen Realismus-Anstrich gibt. Diesmal ist es Gothams High Society, die dekadent in ihrer Blase feiert, während sich die Unterschicht, auf deren Rücken all dies aufgebaut ist, sich die Armen aus der Gosse, gegen sie auflehnen und Gotham in Chaos stürzen. Natürlich eine Parabel zu den Industrienationen und Dritte-Welt-Länder, die ein Stück vom Kuchen der Wohlstandsgesellschaft abhaben wollen. Politischen Kommentar würde ich das gar nicht mal nennen, Nolan sprüht so was eben gern über seine Batmans, aber so wirklich clevere Denkanstöße würde ich dies nie nennen mögen. Zumal es nicht so ist, dass dies hier irgendwohin führen würde.

Ein würdiger Abschluss für eine große Trilogie – auch wenn ich persönlich deren Anfang in Batman Begins etwas holpriger fand, als so manch anderer – ist The Dark Knight Rises also allemal, stilistisch näher am ersten Teil, vom unterhaltsamen Spektakel jedoch näher an dessen dennoch unübertroffen bleibendem Nachfolgers. Es holpert halt im Kleinen doch wieder etwas mehr, ist aber übersehbar.

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The Avengers

ava-1166Nach einer ganzen Reihe an sehr samey gewordenen Superheldenfilmen, wurden Comicfans dieses Jahr gleich zwei Großereignisse beschert. Neben dem Ende von Nolans Batman-Trilogie kamen also endlich Marvels Comic-Helden aus Iron Man, Thor, Hulk und Captain America zusammen, zum größten Ereignis seit Watchmen. Unterstützt von zwei weiteren Helden, die bisher keine Origins-Filme beschert bekamen: Hawkeye, weil er langweiliger als Captain America und Superman zusammen ist, und Black Widow, weil sie eine Vagina hat und Superheldinnen-Filme historisch gesehen immer einen Reinfall bedeuten. Die Gute hat es wahrscheinlich eh alleinig zu verdanken, dass Feminist Joss Whedon die Regie übernahm, überhaupt im Film zu sein, sind weibliche Rollen in Superheldenfilmen seit Batman Begins doch anscheinend auf lediglich eine pro Streifen beschränkt: Nämlich die des Love Interests ohne nennenswerte Screentime.

Okidoke, darum geht’s: Der Tesseract-Wüfel aus Captain America: First Avenger ist also eine unerschöpfliche Energiequelle, was SHIELD ziemlich knorke findet, denn unbegrenzte Energie könnte der Menschheit echt weiterhelfen. Da kommt die Spaßbremse Loki vorbei und mopst den Würfel einfach, shopt gleich noch einen gehirngewaschenen Hawkeye mit. Also holt sich SHIELD den frischt aus seiner 70-jährigen Vereisung befreiten Captain America, Black Widow und Bruce Benner, um den Kerl aufzuspüren. Toni Stark lässt sich die Party natürlich auch nicht entgehen, obwohl er keine Einladung bekommen hat. Thor schaut auch vorbei, denn wenn jemand seinen Bruder eine Standpauke hält, dann doch gefälligst ein Familienmitglied.

Gefangen bekommen sie Loki sogar, zerstreiten sich dann aber sofort. Aus verschiedenen Gründen. Was beispielsweise mit Loki angestellt werden soll. Was SHIELD wirklich im Schilde führt. Ob es nicht spaßiger ist, den Hulk aus Benner rauszukitzeln. Und ganz allgemein, weil sie halt sehr verschiedene Persönlichkeiten sind.

Wer hätte es gedacht, über den Streit schafft es Loki doch tatsächlich, ihnen wieder zu entschlüpfen und mit dem Tesseract ein Portal zu öffnen, welches seine neuen Alien-Overlords auf die Erde los lässt. Avengers Assemble!

The Avengers hat es einfacher und schwerer, als so manch anderer Superheldenfilm. Die Tatsache, dass es ein ganzes Team an Helden gibt, die zusätzlich auch noch aus unterschiedlichen Serien stammen, bedeutet, dass es echt keine Entschuldigung gibt, hier Langeweile aufkommen zu lassen. Es ist einfacher, was zusammenzuwerfen, was bei Stange hält, aber auch eine gewisse Leistung, die Balance und vor allem Übersicht zu behalten. Whedon schafft dies ganz gut. Natürlich gibt es eine unterschiedliche Heldengewichtung. Hawkeye, bis kurz vorm Finale auf gegnerischer Seite eingepfercht, hat weniger Screentime. Robert Downey Jr. als Iron Man bedeutet natürlich, dass er gern die Show stiehlt. Doch weitestgehend stimmt die Balance und Whedon schafft es sogar für Benner und Rogers was zu tun und sagen zu haben, was sie nicht zu steif und langweilig erscheinen lässt. Ja, Loki ist sogar ein echt unterhaltsamer Bösewicht hier, wesentlich witziger, als er das in Thor war.

Der Megafilm mag 2 Stunden 22 Minuten gehen, doch schafft es durch clevere Dialoge, viele Charaktere, viele Action-Setpieces doch kurzweiliger zu sein, als so mancher Origins-Film von einer halbe Stunde weniger. Gerade das Finale ist natürlich Adrenalin-erzeugend ohne Ende. Kurzum: The Avengers ist ein ziemlich cooler Film geworden. Ein phänomenales Ereignis wie ein Watchmen oder The Dark Knight… nein, daran schrammt der Film dann doch ein Stück vorbei für mich. Doch es ist seit einiger Zeit mal wieder eine Verfilmung, basierend auf einem Superheldencomic, der ein echter Reißer ist und das ist bei dem eben doch sehr dank Überbevölkerung ausgelutscht gewordenem Genre eben durchaus eine Leistung.

avengers

Captain America

ava-1163Bevor ich wieder von was Glitzerndem abgelenkt werde, schnell noch den letzten Lead-up-Film zu The Avengers geschaut, Captain America: The First Avenger. Hat dann ja lang genug gedauert, Thor war vor einem Jahr (plus).

Es ist der Zweite Weltkrieg und wie ein guter Amerikaner würde Steve Rogers so gern für sein Vaterland gegen die bösen Nazis kämpfen. Das Problem ist nur, dass er ein schwächlicher Hänfling mit Asthma ist und somit ausgemustert wird – alle vier Male, die er es unter falscher ID neu probiert. Doch aller guten Dinge sind fünf und da erbarmt sich seine Feenpatin in Form eines deutschen Exilwissenschaftlers, der ihn ob seines reinen Herzens in ein Projekt zur Erschaffung eines Supersoldatens bringt. Captain Amerika ist geboren, doch durch die Sabotage der bösen Nazis können jetzt keine weiteren mehr folgen. Statt also der erste in einer Armee an Elitesoldaten wird Captain Amerika stattdessen zum Show Act zur Motivierung des Volkes und der Truppen.

Derweil ist Red Skull, der Anführer des Nazi-Forschungstrupps Hydra, drauf und dran seine Weltherrschaftspläne zu realisieren. Er selbst war sogar der erste Versuch des frisch verstorbenen Wissenschaftlers, was aber nicht ganz so hübsche Folgen getragen hat, wie für Steve.

Captain America: The First Avenger ist… ganz nett und nicht viel mehr. Es ist ein kompetent gemachter Film. Ordentlich geschauspielert. Viel rasante Action. Ein wenig Charakterstudie, wenn auch wirklich nicht viel. Dabei muss man es dem Film zugutehalten, dass er Captain America, dadurch, dass er halt zunächst so ein Losertyp ist, zumindest etwas interessant wird. Denn wahrlich find ich grundsätzlich den amerikanischen Vorzeige-Captain, ähnlich wie Superman, eben etwas langweilig, weil sie keine dunkle Vergangenheit oder Charakterkriese haben, ihnen irgendwo die Kanten fehlen, sondern sie halt die perfekten Traumtypen inklusive Superkräfte sind. Der Retro-Look ist auch gefällig. Sogar etwas verspielt ist der Film, mit dem einen oder anderen witzigen Kommentar, Nods an andere Filme und Captain Amerika sogar das blöde Comickostüm als Show Akt tragen zu lassen, bevor er später im richtigen Einsatz etwas angezogen bekommt, was auch ein realer, nicht-gezeichneter Mann anhaben kann, ohne allzu seltsam auszusehen.

Aber eben so wirklich ganz gehyped werden kann ich nicht. Dafür ist der Film dann doch etwas zu Standard, will trotz genug Bombast nicht ganz das Staunen aufkommen. Ist dabei zuzuschauen, wie der All-American-(Super-)Guy gegen ausgelutschte Ze Evil Nazi-Germanz antritt, doch eben etwas zu gewöhnlich. Und der Film mit seinen 2 Stunden 5 Minuten (mit Credits) eine halbe zu lang. Das ist überhaupt ein Problem, welches ich mit vielen dieser Superheldenstreifen habe. Die scheinen sich auf eine Spielzeit von 1:50 zu 2 Stunden als Standard eingependelt zu haben, ohne dass die Origins-Story häufig wirklich so viel Zeit zu rechtfertigen scheint und meist gut 20 Minuten weniger einen kurzweiligeren Film entstehen lassen würde. Und gerade Captain Americas Entstehungsgeschichte ist eine, die eben nicht viel her gibt – das in der zweiten Stunde mit massig Action aufzufüllen hält halt auch nur so lang bei Stange.

capamerica