Dark Souls III

Ich und Soulsborne. Es ist, wie man so schön sagt, kompliziert. Sobald ich eines beendet habe, egal wie salzig ich dabei wurde, ist mir sofort nach mehr. So hatte ich Dark Souls II kurz nach Dark Souls Remastered begonnen. Und auch Dark Souls III kurz nach Scholar of the First Sin. Ich sollte es besser wissen. Und beide Male dauerte es auch nicht lange, bis ich bei einer nervigen Stelle erst mal genug hatte und es eine Weile liegen ließ. Dark Souls III sogar ungefähr ein halbes Jahr. Natürlich habe ich dennoch bereits Bloodborne angefangen, Central Yharnam soweit abgegrast, und drücke mich nun schon seit zwei Wochen davor, einen der beiden Bosse anzugehen.

Aber zurück zu Dark Souls III. Anfang Mai 2019 begonnen. Ende Mai genervt in Irithyll beseitegelegt. Was sich dann zog. Und zog. Und zog. Ende November neu aufgegriffen, bei Aldrich kurz darauf erneut pausiert. Im Urlaub zum Jahreswechsel dann endlich beendet. Es war also eine kleine Odyssey.

Ich bin mir drei Spiele in die Serie and am Ende der Trilogie angekommen dabei immer noch nicht sicher, warum ich die überhaupt spiele. Denn genau betrachtet sollten sie mir nicht gefallen. Ich mag keine schweren Spiele. Ich habe nicht die Geduld den gleichen Part wiederholt anzugehen, wenn ich keinen Erfolg habe. Ich bin nicht gut in Action-orientiertem Gameplay. Werde ich auch nie sein. Drei Spiele von je so 60 Stunden später habe ich es immer noch nicht gelernt, wie man einen Parry und Riposte macht, wie sich für ein Backstab positioniert gehört, oder wie ungeschadet durch Gegnerattacken gerollt wird.

Netterweise geben einem die Spiele ja Fallnetze, um sie sich zu vereinfachen. Bessere Ausrüstung zu suchen und vorhandene zu verstärken, über Level Ups die Statuswerte zu erhöhen, oder sich einfach Hilfe zu beschwören. Entweder durch andere Spieler, die einen über Hürden tragen, oder immer noch oft genug NPCs, die zumindest die ein oder andere Situation simplifizieren. Meine einzige Option als jemand ohne PS+, der keine anderen Spieler hinzuziehen könnte, selbst wenn er das wollte. Aber sich dafür immerhin auch nicht mit Random-Invandern rumschlagen muss und sich nicht anschließend in einem YT-Video wiederfindet, in dem jemand unter cringy Memes einem Noob über wiederholtes Invaden die ganze Spielerfahrung versaut.

Eine Handlung haben die Spiele nicht, Lore interessiert mich nicht, und ich würde sie auch auf Easy spielen, wenn es eine Schwierigkeitsgradoption gäbe. Wenn ich an einer Stelle zwei Mal hintereinander dahinscheide, bin ich direkt so salzig, dass ich für den Abend aufhöre. Was zieht mich also immer wieder zu ihnen zurück? Warum besitze ich alle vier Spiele? Warum habe ich drei davon beendet bekommen? Ich bin mir da selbst ehrlich gesagt nicht so sicher. Das Setting und die Atmosphäre wahrscheinlich. Und mittlerweile find ich es ja ganz gut, von keiner Handlung und rundenbasierten Kämpfen in einem Spiel ausgebremst zu werden, obwohl ich fast exklusiv an JRPGs aufgezogen wurde.

Was mir allerdings auch bei den ersten beiden Dark Soulsen zugute kam, war die eher gemächliche Art der Spiele. Es war eben keine schnelle Action, sondern alles bewegte sich etwas wie am Meeresgrund. Und man hatte bei FromSoft nichts dagegen, wenn ein Spieler sich einfach ne fette Rüstung und nen großes Schild ausgerüstet hat, und die Brachialmethode durch das Spiel nahm. Statt wegzurollen einfach blocken. Schläge einstecken und mit großen Zweihandwaffen bestrafen. Das ist der Build, mit dem ich durch diese Spiele gehe. Leider aber derjenige, den die Macher nicht gut finden, und mit jedem neuen Spiel die geneigte Spielerin davon abbringen wollen. In Bloodborne läuft ja nicht nur alles gefühlt hundert Mal schneller als in Dark Souls, sondern gibt es keine Schilde und zeichnen sich die Outfits durch ihre Resistenzen statt Defensivwerte aus. Damit schnell und aggressiv gespielt wird. Damit es zu dem ausgeklügelten Ballett zwischen Spielerin und Gegner kommt, die man bei kompetenten Leuten sehen kann, wenn sie die Franchise spielen. Und da Dark Souls III nach Bloodborne entstanden ist, fließt dies hier mit ein. Schilde und dicke Rüstung und brachiale Ultragreatswords gibt es auch im dritten Teil, weil das zum Setting gehört. Doch läuft alles wesentlich schneller ab.

Ich glaube das ist auch der Grund, warum ich den Teil von den dreien am wenigsten mochte und meine durch salzige Demotivation gebildeten Pausen die längsten waren. So häufig bin ich gar nicht an ein und derselben Stelle gestorben. Ich war nur bei jeder schneller genervt als in den Vorgängern. Weil ich Dark Souls III nicht so spielen kann, wie es bevorzugt gespielt werden sollte. Ich habe nicht das Können, das Reaktionsvermögen und die Lernausdauer, um in Soulsborne gut oder auch nur kompetent zu sein. Und schon gar nicht in Dark Souls III, in dem eben die Action wesentlich schneller ist, welches schnellere Reaktionen verlangt. Es gibt schon einen Grund, warum das Estus-Trinken einen nicht mehr im Boden verwurzelt, sondern währenddessen sich noch bewegt werden kann: Es wäre bei den beschleunigten Gegnern einfach kaum anders möglich. Ich habe stattdessen aber lieber meine entschleunigten ersten beiden Teile.

Dabei sehe ich voll und ganz, dass Dark Souls III eigentlich der rundeste Teil sein sollte. Dark Souls Remastered war geil, hat aber ein paar qualitativ sehr harte Einbrüche (Capra Demon, Anor Londor Archers, Bed of Chaos z.B.) und eine maue zweite Spielhälfte nach Anor Londo zu bieten. Dark Souls II: Scholar of the First Sin bricht nie so stark ein, ist aber im Gesamten einfach ein weniger hochwertiges Erlebnis und hat auch so einige Ecken und Makel durch die steinige Entwicklungsgeschichte zu bieten. Dark Souls III ist ziemlich rund, ein gut poliertes Endergebnis. So weit, wie Dark Souls dies je sein wird. Puzzle-Bosse werden in der Franchise immer so ein wenig na ja sein, Platforming sowieso, und einige harte Stellen sind bestenfalls mit Magien/Pfeil und Bogen durchgekäst statt direkt angegangen. Ein wenig Clunk gehört zur Franchise.

Bei Dark Souls III muss zudem in Kauf genommen werden, dass es zwar bisher am besten aussieht, weil nicht eine Konsolengeneration vorher entstanden und nur portiert, dafür aber die Framerate auch merklich stark fluktuiert in einigen Bereichen. Zumindest auf der PS4 Pro, wo man leider keine FPS-Cap eingebaut hat. Auch hatte ich persönlich einfach etwas die Farben aus Dark Souls II vermisst. Ich fand es einfach gut, dass zwischen den ganzen atmosphärisch desolaten Orten auch hier und dort immer mal was war, was so richtig gepoppt hat, weil es farblich herausstach. In Dark Souls III ist alles etwas grauschleirig überzeichnet. Aber ja, insgesamt gesehen kann schon gesagt werden, dass Dark Souls III ziemlich gut aussieht, gerade wenn man sich im Lothric Castle oder bei der Cathedral of the Deep aufhält, aber auch in den Hainen der Road of Sacrifices und selbstverständlich im verschneiten Irithyll of the Boreal Valley unter beständigem Mondenschein.

Sehr schön ist zudem, dass die Verknüpfungen im Gebietsbegehen zurück sind. Untereinander führen sie zwar nicht beständig ineinander wie bei der ersten Hälfte von Dark Souls, aber innerhalb eines Gebietes ist es oft so, dass mehrere Shortcuts zu einem früheren Bonfire zurückführen und die Angelegenheit deswegen nicht ganz so geradlinig erscheint wie noch in Dark Souls II.

Warum mag ich Dark Souls ist also eine Frage, die ich nicht wirklich beantworten konnte. Mag ich Dark Souls überhaupt ist vielleicht auch eine, die sich stellt. Manchmal schon. Manchmal nicht. Unterm Strich dann doch irgendwie, sonst hätte ich mich ja nicht durch die Trilogie durchgespielt. Die Motivationshochs sind häufiger als die Motivationstiefs. Und die Sucht zieht doch immer wieder zurück, egal wie weit ich auf den Salzsee hinausgerudert bin. Dark Souls III war jedoch der Teil, der mich von den dreien am wenigsten in seinen Bann ziehen konnte. Wohlweislich aber immer noch genug, um hindurchzukommen. Von daher wird der mir ebenfalls irgendwie dann doch gefallen haben, nehme ich mal an. Meine Gefühlslage zur Franchise ist eben, wie man so schön sagt, kompliziert.

Beastars

Beastars war eines der Hype-Anime der letzten Jahre, basierend auf einen laufenden und aktuell satte 17 Bände umfassenden Manga, mit einer bereits angekündigten zweiten Staffel. Und da ich es zwischen den Jahren geschaut habe, kann ich doch gleich mal meine Plattform nutzen, um zu sagen, ob es sich lohnt die 12 Folgen Lebenszeit dran zu verlieren, wenn es im März offiziell für den Westen auf Netflix aufschlägt.

Wobei ich natürlich schon alleien vom charmanten Stop-Motion-Opening eingenommen war. Aber das ist natürlich eine sehr persönliche Präferenz. Sowie ein unikater Stil nur für jene Eröffnungssequenz, nicht der Animationsstil der Serie an sich. Dort handelt es sich nämlich um CG. Was für mich persönlich ja immer etwas Eingewöhnung benötigt. Weil es häufig so ein merkwürdiges Gemisch ist zwischen eigentlich viele weiche Bewegungsabläufe darstellen zu können, diese dann aber bewusst abgehackt wirken zu lassen, um sich traditioneller Frame-Animation anzunähern. Bei Beastars hatte ich mich allerdings ziemlich schnell dran gewöhnt, was eventuell auch daran liegt, dass nur die Charaktere CGI sind und die Hintergründe weiterhin 2D-Zeichnungen. Oder weil der Content der Serie mich genug ablenkend packte, ich habe die 12 Folgen nämlich in 2 Tagen durch-gebinged.

Beastars handelt in einer Welt, in der anthropomorphe Tiere in prinzipiell unserer Gesellschaft leben was den Entwicklungsstand angeht. Der Unterschied ist halt, dass bei ihnen noch die tierischen Urahnen einen Einfluss haben. Herbivore und Karnivore leben noch nicht so lange friedlich zusammen, da erstere die Beute der letzteren sind. Doch mittlerweile ist angeblich alles anders. Dass dies noch nicht perfekt läuft, müssen die Schüler von Cherryton allerdings in der ersten Folge bereits feststellen, als das Alpaka Tem von einem mysteriösen Karnivoren Mörder gerissen aufgefunden wird. Dies streut Angst und neue Animositäten zwischen den beiden Fraktionen der Schüler.

Legosi glaubt nicht nur fest an das friedliche Zusammenleben, sondern tut auch sein Möglichstes, um unauffällig zu bleiben. Er ist nämlich ein Grauwolf, ein berüchtigter Predator also. Von seiner Persönlichkeit her könnte Legosi allerdings nicht weiter davon entfernt sein, denn er ist zurückhaltend, schüchtern, leicht introvertiert, und immer hilfsbereit. Das führt dazu, dass er Konflikte umgehen will, wenn er in eine Schlägerei mit einem anderen Karnivoren landet immer absichtlich verliert, um seine Größe zu verschleiern nur gebeugt läuft. Selbst beim Drama-Club, dem er angehört, ist er nur hinter der Bühne zu finden.

Umso verstörender ist es für ihn, als er eines nachts die Fährte des Zwerghasens Haru aufnimmt und seine animalischen Instinkte nicht zurückhalten kann, sondern sie angreift. Die gemobbte Mitschülerin ist sich selbst nicht mal sicher, ob sie entkommen oder ein Ende finden will. Doch da Legosi dann noch zögert, kann sie entkommen. Von nun an ist er aber besessen von der Mitschülerin, durch komplexe Gefühle, die er zum ersten Mal in sich entdeckt.

Es mag etwas komisch klingen zunächst, aber Beastars hat mich etwas an Utena erinnert. Absolut nicht von der Optik versteht sich, denn Beastars bietet keinen Kitsch und ist sehr bodenständig gehalten. Eher von der Thematik und der Herangehensweise her bekam ich ähnliche Vibes. Beide Serien spielen an einer High School, die ein wenig den Eindruck einer abgeschotteten Welt gegenüber dem Leben drumherum macht, in der die Schüler in ihrer eigenen kleinen Gesellschaft leben. Und dann behandelt die Serie den Schmerz des Erwachsenwerdens, das Zurücklassen kindlicher Ideale beim Heranwachsen zu einem Erwachsenen, das Erwachen von Sexualität, aber all das zum Teil stark symbolisch. Utena packt dies eben in eine verkitschte Optik aus Märchen und Magical Girl. Beastars hingegen ist eher düster und bodenständig und nutzt Parallelen aus Fabeln und dem Tierreich.

Dies funktioniert besonders dadurch gut, da jemanden zu „essen/verschlingen“ ein bekannter japanischer Euphemismus für Sex ist. Sexualität spielt eine wichtige Rolle in Beastars. Zwerghase Haru beispielsweise, als eine der schwächsten Herbivoren, wurde immer entsprechend leicht herablassend behandelt, als könne sie nichts selbst. Bis sie eine Sache entdeckte, bei der sie auf Augenhöhe mit ihren Partnern ist: Sex. Seither geht sie sehr freimütig damit um und schläft mit ziemlich jedem, der das von ihr will. Was sie nach und nach zur gemobbten Außenseiterin gemacht hat. Gleichzeitig fühlt sich das perfekte Schul-Idol Loius, ein Hirsch, der immer vor allem die Fassade des Perfektionismusses aufrechthält, nur beim Beischlaf mit Haru dazu möglich, sich endlich mal fallenzulassen. In Legosi wiederum erwachen durch das Treffen auf Haru ganz neue Gefühle in ihm, sehr dringlich-animalische, bei denen er selbst zunächst nicht weiß, ob es Liebe ist, oder doch nur die Besitzansprüche eines Jägers seiner Beute gegenüber.

Die Tragik ist selbstverständlich, dass es schwer denklich ist, wie ein Hase und ein Wolf überhaupt ein Paar sein sollten. Selbst wenn sich herausstellen würde, dass Haru auch etwas für Legosi empfindet, und der sich endlich über seine eigenen Gefühle ihr gegenüber klar wird. Man feuert die emotional abgekühlte Häsin und den unsicheren Wolf geradezu an, endlich zueinander zu finden.

Wie dies geschieht finde ich hingegen als einzige Sache in der Staffel als etwas unglücklich geregelt. Haru wird entführt und Legosi rettet sie, was beiden deutlich die Augen für die Gefühle einander gegenüber öffnet. Das ist an sich schon ein ziemlich arges Klischee an sich, die Damsel in Distress und der rettende Held, und durch die Extremsituation muss man sich nun halt lieben. Netterweise macht es die Serie sich dann doch nicht ganz so einfach. Das eigentliche Problem für mich war, dass Haru von der Mafia entführt wird. Von einer Gruppe mehrerer Dutzend Löwen. Und Legosi sich fast im Alleingang durch sie hindurchkämpft, nur mit Unterstützung eines helfenden Pandas. Dessen Hilfeangebot war genauso unrealistisch für mich war, wie dass sich Legosi immer noch durch den Großteil der bewaffneten Verbrecher durchgeprügelt bekommt. Und ziemlich unnötig, da es andere Arten gab, Haru in Gefahr zu bringen, aus dem ein einsamer Wolf sie hätte befreien können. Den Tiger-Mitschüler beispielsweise über seine Obsession nach der Droge Hasenblut auf Haru einfallen zu lassen. Den Mörder der ersten Episode zurückzubringen, der in der ersten Staffel nie wieder auftauchen wird. Oder das die andere Häsin, die Haru mobbt, weil ihr Freund mit ihr geschlafen hat, zwei oder drei Raudis engagiert, die Haru entführen. Durch den Kampf gegen mehrere wenige andere Karnivore hätte man auch gut darstellen können, was für eine Kraft Legosie die ganze Zeit unterdrückte. Dass sich ein Schüler durch einen ganzen Yakuza-Clan schlägt, fand ich hingegen überraschend dämlich für eine ansonsten eigentlich sehr bodenständige Serie, die ihr Drama möglichst realistisch angeht.

So wie eine Zigarre manchmal einfach nur eine Zigarrie ist, ist freilich das „Fressen“ manchmal auch einfach nur ein Fressen und keine Symbolik für Geschlechtsverkehr. Das hinter der schönen Fassade des trauten Beisammenseins immer noch mörderische Urinstinke herrschen, bekommen wir mehrmals gezeigt, so dass der Mord zu Serienbeginn nicht mehr als das so herausragende Ereignis dasteht. Wenn es auf einem kurzen Tripp in die Stadt geht, sieht man dort zwar auch alle Erwachsenen schön miteinander leben, doch in den Hintergassen stolpert die Gruppe in den Schwarzmarkt. Wo Karnivoren illegal das Fleisch von Herbivoren erstehen. Und einige Mitschüler von Legosi können sich kaum zurückhalten, endlich mal richtiges Fleisch und Blut schmecken zu wollen. Gleichzeitig führt dieses Karnivore vs Herbivore aber auch als soziales Klassenkonstrukt zu Minderwertigkeitskomplexen. Es wird mehrmals erwähnt, wie selbstsicher und edel sich (Apex-)Predatoren einfach von Natur aus bewegen, was ein Herbivor so nie tun würde. Gerade Schul-Idol Louis hat einen extremen Komplex dahingehend eigentlich der Schwächere zu sein. Was auch gut in einer Szene dargestellt wird, in der eine Wölfin ihm eine Kriegserklärung ob des Idol-Daseins macht und einfach zu Boden drückt. Die zierlich dargestellte Wölfin hat kein Problem damit, den großgewachsenen Hirsch an den Boden zu nageln, weil sie als Karnivore von Natur aus mehr Kraft mitbringt. Bestätigt das Gefühl von Loius, dass egal wie sehr er sich anstrengt, er immer einen Nachteil haben wird.

Ist halt schon viel Teenager-Drama drin in Beastars, immerhin sind das unsere Hauptcharaktere und es geht um deren Leben und Wachstumsschmerzen. Ich fand es von dieser einen erwähnten Instanz gegen Ende abgesehen aber sehr spannend und interessant und konnte kaum aufhören zu schauen. Bin auch sehr gespannt auf die zweite Staffel und wie dort das Mordmysterium vom Anfang eventuell wieder aufgegriffen wird. Wie es mit Haru und Legosi weitergeht. Und ob es doch noch was zu bedeuten hat, dass das Opening Louis vage wie den Antagonisten repräsentierte, der aber zumindest in Staffel 1 noch gar nicht der Psychospielchen spielende Fadenzieher ist, sondern seine eigenen Probleme mitbringt und zum Glück wesentlich runder als zunächst befürchtet war.

Beautifully Boring: Why I still like playing Harvest Moon SNES

Harvest Moon ist eine Serie, der ich lange verbunden bin. 1998 war ich da, als der erste Teil auf dem SNES erschienen ist. Obwohl es damals in der Vorstellung eines Telespielemagazins gerade mal eine Schulnote 3 für irgendwie langweilig abgestaubt hatte, klang das beschriebene Konzept zu interessant, um daran vorbeizugehen. Ich mag bei Weitem nicht alle Spiele der Franchise besitzen, aber doch zu viele, denn mir ist immer mal wieder danach, eines zu spielen. Besonders zur Winterzeit gehört eine Farmsimulation oder Animal Crossing einfach dazu, für das chillige Spielen nebenbei, und irgendwie passt es einfach, wenn plötzlich im Spiel auch Winter ist.

Meine drei Lieblingsteile sind dabei Friends of Mineral Town, GBC2 und SNES. Letzteres sicherlich auch hochgradig aus Nostalgie. Sollte man zumindest meinen. Immerhin hatte das Magazin damals nicht ganz unrecht damit, dass das Spiel ein wenig langweilig ist. Das sind diese zurückgelehnten Lebenssimulationen vom Konzept her sicherlich intrinsisch etwas. Aber im allerersten Harvest Moon gibt es zudem auch im Vergleich zu den Nachfolgern extrem wenig Content. Beim erneuten Bespielen zum Jahreswechsel würde ich aber meinen, dass dies sogar eine Stärke des Spieles sein kann.

Die Grundlagen sind natürlich alle schon da. Feldfrüchte anbauen, sich um Tiere kümmern, die Farm erweitern, sich eine Ehefrau aus den Dorfschönheiten heraussuchen. Doch es gibt einfach von allem so viel weniger.

Zwei Festivals pro Jahreszeit, aber keinerlei im Sommer. Je nur zwei Gemüsesorten zur Auswahl, und nicht nur kann man wie in den meisten frühen Teilen nichts im Winter anbauen, nein im allerersten Harvest Moon als Alleinstellungsmerkmal auch im Herbst nicht. Das halbe Jahr über gibt es also keinerlei Feldarbeit. Außer Gras eventuell zu mähen, was aber schon gepflanzt sein muss, da auch dessen Samen ab Herbst nicht mehr verkauft werden. Einen Berg mit ein paar wilden Früchten und einer Angelmöglichkeit gibt es schon, aber noch keine Mienenarbeit. An den beiden Wochenends- und Feiertagen sind die Geschäfte geschlossen, wenn es regnet darf man keine Tiere kaufen. Die Farm ist abgesehen vom eigenen Haus, welches zwei Upgrades hat, bereits komplett ausgebaut. Es gibt noch keinerlei Storyline im Spiel, stattdessen läuft nach 2.5 Jahren das Ende über die Bildschirme. Beziehungsweise wahrscheinlich mehrere davon. Das allererste Harvest Moon bietet tatsächlich gut 20 verschiedene, kurze Endszenen, die aneinandergereiht werden, je nachdem, wie sich im Spiel geschlagen wurde.

Das ist eines der Anzeichen dafür, dass obwohl es an spielerischem Content enorm mangelt, dies hier kein Schnellschuss-Spiel ist. Da wurde echt viel Liebe reingesteckt. Die Heiratskandidatinnen haben beispielsweise bereits eine gute Anazahl an verschiedenen Dialogen. Klar wiederholen die sich durchs Spielprinzip gegeben auch schnell, wenn jeden Tag mit ihnen gesprochen wird, aber ich war doch überrascht, wie viele mögliche Standardantworten sie teilweise auch Wetter- und Tagesbedingt offerieren. Die Umgebung sieht je nach Jahreszeit anders aus, mit Kürschblüten and den Stadtbäumen im Frühling, die Schatten der vorbeiziehdenden Wolken im Sommer, oder die sichtbaren Fußspuren im Winterschnee. Der Bauer hat viele sehr charmante Animationen beim Einsatz seiner Werkzeuge und sogar mehrere Idle-Animationen, wenn man ihn einfach rumstehen lässt. Die Kühe sind sowieso so niedlich wie in keinem anderen Teil.

Gewohnt ist das Spiel natürlich nicht sonderlich fordernd. Besonders wenn man merkt, dass sobald es Abend ist, die Zeit stehenbleibt. Es ist noch nicht reinprogrammiert, dass der Tag automatisch zum nächsten Morgen wird, oder wenn man zu lange oder bei schlechtem Wetter draußen war verschläft und krank werden kann. Von daher ist es nur wichtig, dass bis fünf Uhr nachmittags alles was verkauft werden soll in der Box liegt und mit allen NPCs interagiert wurde, mit denen man was machen will. Holz hacken, Felder anlegen und gießen, Gras mähen, all diese Arbeiten kann man theoretisch unendlich lang in die Nacht hinein machen und sich sogar in der heißen Quelle am Berg endlos die Energie dafür neu aufladen. Nicht das dies so sonderlich wichtig wäre. Es ist eine Leichtigkeit auch im allerersten Teil schon am Ende des ersten Jahres geheiratet und das Haus maximal ausgebaut zu haben, sowie mehr Geld zu haben, als je wieder ausgegeben werden kann.

Jedoch steckt ein gewisser Charm in der Simplizität des Spieles. Ein Harvest Moon kann ein chilliges Erlebnis zum Spielen nebenbei sein. Aber man kann sich in jenen auch selbst stressen. Sie mögen eine extrem einfache Simulation sein, doch dennoch kann in die Falle getappt werden zu viel des enthaltenen Contents in die Tage quetschen zu wollen, zu schnell zu optimiert spielen zu wollen. Das ist aber eben etwas, was beim allerersten Vertreter gerade wegen des wenigen Contents nur schwer möglich ist, sondern der Spieler wird notgedrungen ausgebremst.

Die einzelnen Tage sind extrem kurz, weswegen man sich eh nicht zu viel vornehmen kann, aber es gibt eben auch je nicht viel zu tun außer der Feldarbeit und die Frau zu bespaßen. Und wenn es zeitlich doch knapp wird, dann kann wie bereits erwähnt getrost in die Nacht hinein gearbeitet werden. Es gibt keine unnötige Handlung, die einen ständig mit unwichtigem Text ausbremst oder Dinge hinter ihrem Fortschritt wegsperrt. Werkzeugupgrades und Power Berries können teilweise erst zu einer bestimmten Zeit im Spiel geholt werden, aber alles andere ist von Beginn an erreichbar, solange das Geld dafür in der Kasse ist. Nachdem sich im Frühling und Sommer eventuell doch etwas gehetzt wurde, um in die kurzen Tage möglichst viele Felder unterzubringen, gibt es im Herbst und Winter im Prinzip nur die Tierzucht und gezwungenermaßen eine ruhigere Herangehensweise. Zeit in Häusern und Ställen läuft übrigens nicht weiter, von daher nehmen volle Ställe keinerlei Zeit in Anspruch, die man woanders hätte unterbringen können, blähen nur die reale Spielzeit pro Tag etwas auf.

Es ist einfach nicht viel dran an Harvest Moon SNES. Und genau das ist manchmal genau das richtige. Einfach chillig nebenbei ein Spiel spielen, bei dem man eigentlich gar nicht versagen kann, bei dem einen die stupide Arbeit einlullt, bei dem nicht endlose Contentmöglichkeiten abgewogen werden, bei denen keiner Handlung gefolgt werden muss, und vor allem welches nicht ewig Zeit zur Beendigung einnimmt. Ja eine Zeit, als Harvest Moon noch nicht so langatmig war. Geradezu ein perfekter Gegenpol zu härteren Spielen wie zum Beispiel Dark Souls III, wie ich merken durfte, da ich die beiden zeitgleich gespielt hatte. Spielerische Entspannungstherapie eben.

Von den 20 Endszenen habe ich übrigens 11 angezeigt bekommen. Es ist wirklich nicht schwer sonderlich erfolgreich im Spiel zu sein. Vier davon waren beispielsweise schlichtweg dadurch getriggert, von jeder Feldfrucht über 200 Einheiten verkauft zu haben. Für den Besitz von Hühnern gab es eine. Für den Besitz von 7 oder mehr Kühen. Eine weitere für eine besonders frohe Kuh. Eine für die Frau, die ich geheiratet hatte. Je eine für das erste und zweite Kind, welches geboren war. Und tatsächlich hatte ich diesmal das „beste“ Ende bekommen, für das nicht nur zwei Kinder, alle Power Berries und das größte Haus sowie Tiere nötig sind, sondern auch der versteckte Glückswert eine gewisse Höhe haben muss. Keine Ahnung, wie man den beeinflusst, ganz normal zu spielen schien zu reichen.

What Did You Eat Yesterday?

Boys Love Manga sind, um es mal vorsichtig auszudrücken, selten sonderlich Realitätsnahe. Immerhin ist es auch ein Genre, welches maßgeblich von Frauen für Frauen geschaffen ist, von daher ist das auch weniger deren Ziel. Tatsächlich von schwulen Männern gezeichnete Mangas werden in Japan häufig auch gar nicht als Boys Love, sondern als Gay Comics kathegorisiert. Die mögen sich von der Natur der Sache aus besser damit auskennen, wie es zwischen zwei Männern läuft, was aber nicht bedeutet, dass der Content zwangsläufig mehr schwulen Alltag in Japan wiederspiegelt, da sie sich in der Regel über den Sex verkaufen und daneben wenig Platz bleibt.

Eine Ausnahme zur Regel ist allerdings What Did You Eat Yesterday?, auch unter dem japanischen Titel Kinō Nani Tabeta? bekannt. Der BL Manga hat es sich zur Aufgabe gemacht, via Slice of Life tatsächlich den Alltag eines schwulen japanischen Pärchens darzulegen. Und das mit Erfolg, denn der 2007 gestartete Manga läuft immer noch und steht aktuell bei 15 Sammelbänden. Um den soll es hier aber gar nicht gehen. In 2019 lief nämlich eine 12 Folgen umfassende Live Action Adaption über die Fernsehbildschirme Japans. Und die ist es, welche ich mir zu Gemüte geführt habe.

Mich hatte die erste Folge auch sehr positiv überrascht zurückgelassen. Unser Pärchen besteht aus dem Anwalt Shiro und dem Friseur Kenji, die beide nicht nur in einer bereits gefestigten Beziehung miteinander, sondern auch über die 40 sind. Bin ich voll dabei. Kein übliches Coming of Age. Kein Hauptcharakter, der ja eigentlich gar nicht schwul ist, aber dann einen unwiederstehlichen Kerl trifft und erst mal damit klarkommen muss, dass er für den Gefühle hat. Kein frühbeziehungstechnisches Drama. Dann bekommt der reservierte Shiro auch noch einen Anruf seiner Mutter, die ihm ins Gewissen redet, er solle sich ruhig bei seiner Arbeitsstelle outen, weil nichts Schlimmes daran ist, homosexuell zu sein. Also auch noch eine unterstützende Familie, statt heimliche Beziehung oder Beef mit den Eltern. Letztendlich eröffent Shiro sogar noch, dass er bewusst nur langweilige und einfache Fälle annimmt, auch wenn er dann etwas weniger gut verdient, weil er ein angenehmes Leben haben will und jeden Tag zur gleichen Zeit nach Hause kommen kann, um für sich und Kenji zu kochen. Also keine positive Portätierung der japanischen Tugend sich halb tot zu arbeiten.

Rundum also eine sehr erfrischende Show. Und ich war voll und ganz dabei, hier schlicht ganz undramatisch und langweilig einer Beziehung zu folgen. Ein etabliertes Paar in ihrem schnöden Alltag ohne große Probleme. Nur das sie halt schwul sind.

Ganz so langweilig wie ich es mir erhofft hatte, war die Serie dann letztendlich doch nicht. Ich meine, macht ja auch irgendwo Sinn. Als TV-Drama sowie als BL Manga richtet sie sich immerhin nicht vornehmlich an ein schwules Publikum, und deswegen ist es nicht verkehrt, doch zwischen dem harmlosen Slice of Life Pärchenalltag immer mal wieder ein Problem anzuschneiden, welches Homosexuelle in Japan haben. Die bleiben allerdings in der Regel auf der Stufe von nicht böswillig gemeinter Ignoranz und Micro-Aggressionen, es bleiben immer alle sehr nett und verständnisvoll. Lediglich etwas merkwürdig fand ich die Eltern von Shiro. Die haben sich zwar damit abgefunden, dass ihr Sohn nicht heiraten und eine Familie gründen wird, doch wie viel Verständniss und vor allem Aufgeklärtheit sie nun wirklich mitbringen, schien mir von Folge zu Folge merkwürdig zu schwanken.

Der Serientitel kommt übrigens daher, dass wie gesagt das Kochen für sich und seinen Partner für Shiro sehr wichtig ist. Im Gegensatz zu Kenji ist der nämlich etwas unterkühlt und wenig extrovertiert und zeigt seine Gefühle eher durch Taten denn Worte. In jeder Folge wird er also ein Gericht zubereiten, und der Vorgang wird in seinen einzelnen Schritten gezeigt und von ihm erklärt. Im Manga sind wohl sogar die genauen Rezepte abgedruckt gewesen.

Pokemon Sword

Hier sind wir also, drei Jahre nach Pokemon Mond, nach dem 20-Jubiläum und dem Anime-Reboot. Pokemon Schwert/Schild sind auf der Switch angekommen. Und wie bereits im Jahresend-Neubeginns-Beitrag angedroht, besitze auch ich die Special Edition Switch Lite mit Pokemon Schwert. Welches ich sogar kurz vor Jahresende noch durchgezockt hatte. Habe mich also erdreistet, die umstrittenste Pokemon-Edition aller Zeiten für den Vollpreis zu holen. Dann wiederum scheinen die meisten Pokemon-Fans Generation IV besonders geil zu finden, was ja mal eindeutig der Tiefpunkt der Franchise war, was wissen die also schon über Qualität?

Ich zähle eh nicht zu den Franchise-Fans. Nicht so richtig. Ich besitze schon von jeder Generation ein Spiel und auch ein Spinoff oder zwei. Aber ich kaufe mir nicht jede einzelne Edition, kenne das Pokedex oder die Typentabelle auswendig, oder bin groß bei einem neuen Spiel vorgehyped. Ich hol mir früher oder später eine, spiele es als nettes Comfort Food, welches ungefähr immer die gleiche wohlig-unaufregenden 6/10 zu 7/10 Spielerfahrung bietet, und wenn die Credits über den Bildschirm sind, lege ich es beiseite und gut ist.

Kämpfe gegen andere Spieler bestreite ich nicht, oder tausche Pokemon. Ich brauche auch all die diversen Gimmicks und Minigames sowohl innerhalb der Kämpfe (Z-Moves etc.) noch außerhalb (Wettbewerbe, Ausgrabungen etc.) von ihnen nicht. Lediglich meinem Charakter bessere Fashion anzuziehen find ich immer ganz gut. Ansonsten gib mir einfach die Reise eines Kids durch die aktuelle Region, in der er niedliche Viecher fängt, zu coolen Biestern evolutioniert, und in Hahnenkämpfen gegen andere Trainer gewinnt, bis er der beste darin ist. Auch die Story interessiert mich nie sonderlich, die ist eh nie gut, selbst die bisherig beste in Schwarz/Weiß kommt nach dem „gut“ mit einem Sternchen, welches zu einer „für ein Pokemon-Spiel“-Anmerkung am Seitenende verweist. Aber wo wir schon bei Schwarz/Weiß sind: Ich bin sogar ein Häretiker, der es viel besser finden würde, wenn es in jeder Region keine alten Pokemon gäbe, sondern nur neue, selbst wenn man sich dann auf nur hundert beschränken müsste.

Damit wäre klar, dass ich etwas atypisch ein Pokemon-Spieler bin, dem so ziemlich jeder Punkt, der im Vorherein an Schwert/Schild als Skandal gehandhabt war, eher egal ist. Und meine Meinung damit wertlos. Selbstverständlich möchte ich hier niemandem absprechen, dass diese Dinge für sie ein Dealbreaker sind, wenn sie für die geneigte Spielerin wichtig sind. Mir persönlich sind sie es eben einfach nicht, sondern ziehe sogar eine eher simplere Vorgehensweise ohne den ganzen Ballast der sieben vorigen Generationen vor. Solange man mir das Dress-Up nicht wegnimmt.

Dahingehend fand ich es ziemlich gut, dass die Storyline diesmal sehr zurückhaltend und bedeutungslos war. Klar, am Ende gibt es was dramatisches über eine Energiekriese und die lokalen Legendaries müssen auftauchen. Aber das scheint das Spiel nur schnell einzuwerfen, weil sowas eben in ein Pokemon gehört, und interessiert sich selbst scheinbar kaum dafür. Die meiste Zeit geht es echt nur um die Reise zweier befreundeter Rivalen durch die Galar-Region, an exzentrischen Arenaleitern vorbei, um sich in den Tunieren zu beweisen und der Champion zu werden. Da die Galar-Region von Großbritannien inspiriert ist, ist die Optik diesmal mehr den Fußbaltunieren angeglichen, was ich eigentlich eine nette Idee finde. Ist ganz schön, dass der Kampf gegen einen Arenaleiter diesmal in einem Stadtion voller Publikum stattfindet. Ein nettes Detail ist auch, dass die NPCs vor den Stadien einen bei voranschreitender Reise ob der eigenen Notorietät wiederzuerkennen und anzufeuern beginnen. Und ich fand es richtig gut, dass das Endtunier entsprechend ein richtiges ist, mit Vorrunden gegen andere Trainer und dann einer Hauptrunde gegen die Arenaleiter und dem Finale gegen den Champion.

Eher neutral eingestellt bin ich gegenüber dem Dynamaxing. Gimmicks in Kämpfen sind sowieso nicht so meines, und das hier hat eigentlich keinerlei Strategie. Es kann nur eingesetzt werden, wenn es der Gegner auch kann (idR sind das nur die Arenaleiter) und da die es sich immer für ihr letztes Pokemon aufheben, tut man dies bestenfalls auch, um dessen erhöhte Stärke zu  kontern. Es könnte genausogut automatisiert sein, statt einem selbst die Entscheidung zu überlassen. Vielleicht macht es in Raids in der Wild Area oder in Kämpfen gegen andere Spieler mehr Sinn, aber dafür interessiere ich mich wie gesagt nicht. Vom Gesichtspunkt der Storyline her zumindest addiert oder subtrahiert das Dynamaxing absolut nix.

Schön ist definitiv, dass man hier vielen NPCs antworten kann, man kenne sich bereits aus, um nicht von ihnen Tutorials zu Mechaniken vorgekäut zu bekommen, die man eh schon kennt. Allgemein ist das Spiel weniger textlastig. Es gibt immer noch reichlich Unterbrechungen des Geschehens, damit NPCs einem Dinge erzählen und auf Offensichtliches aufmerksam machen können, immerhin sind wir hier in einem Spiel für Kinder, aber der daraus resultierende Text ist netterweise wesentlich kürzer gehalten als beispielsweise im ewig tutorialisiertem Pokemon Mond. Sehr nettes Quality of Life für mich war auch, dass „versteckte“ Items jetzt a la Resident Evil blinken und es eine kurze Beschreibung neuer Gegenstände beim ersten Aufheben gibt. Genau wie die Pokemon nun (zum Großteil) sichtbar in der Welt zu haben, sowie das nach dem ersten Sieg über eines ab nun im Kampfmenü angezeigt wird, ob eine Typenattacke stark oder schwach gegen es ist. Im Zweifelsfalle googelt man sich das doch eh nur, und so bleibt das Spielgeschehen zügiger. Auch muss nicht mehr zurück zu einem Pokemon Center gerannt werden, wenn die aktiven Team-Pokemon ausgewechselt werden sollen, da fast überall Zugriff auf die Lagerbox ist. Schneidet das Backtracking an schon besiegten Trainer vorbei heraus, obwohl man in Pokemon Schwert ehrlich gesagt eh immer einer Stadt nahe ist.

Neben dem erschreckenden Notstand an DILFs gegenüber Pokemon Mond ist die geringe Areal-Größe wohl vielleicht auch die Sache, die ich dann doch etwas schwach fand. Klar hat Pokemon so gesehen noch nie viele Dungeons wie andere RPGs gehabt, und klar waren die Routen noch nie unglaublich weitläufig. Klar waren die Spiele schon immer einfach und hatten reichlich Pokemon Center gestreut. Doch ich fand die Routen zwischen den einzelnen Städten in Schwert etwas arg kurz. Denn ich mochte die Welt hier schon sehr. Sie ist echt hübsch anzusehen. Pokemon wird nie ein optischer Reißer sein, waren die vorigen Editionen auch nicht, und gerade die NPC-Animationen in Schwert sind immer noch ziemlich rudimentär (Pop-in, zumindest im Handheld-Mode, ist auch extrem). Aber die Umgebungen sind alle echt schön anzusehen und ich hätte die gern ein wenig weitläufiger gehabt. So kam es mir so vor, als wäre ich immer nur hundert Schritte und zwei Trainer von der nächsten Stadt entfernt gewesen. Na ja, wenigstens sind die FPS stabil statt in den einstelligen Bereich zu wandern, wie noch bei den 3DS-Editionen.

Die Wild Area ist ein ähnlich gemischtes Ding für mich. Weitestgehend habe ich die eh ignoriert. Sie scheint mehr für diejenigen gemacht zu sein, die Nebencontent wollen, nicht jemanden wie mich, der relativ strack durchs Spiel geht. Schade war allerdings, dass es dort exklusive Pokemon gibt, und es einfach nerven kann, bis im richtigen Gebiet das richtige Wetter ist, um sie zu fangen. Wenn’s dann noch ein 1%-Encounter und nicht-sichtbar sondern in einem Metal-Gear-Solid-Ausrufezeichen steckt… Als jemand, der sich schon vor einigen Editionen dazu entschlossen hat, keinerlei altes Viehzeug zu fangen, sondern wirklich nur die neuen der Region, gab es zum Glück nur zwei, die ich in der Wild Area suchen musste.

So habe ich von den 279 gesehen Pokemon erneut nur 80 besessen. Dazu muss gesagt werden, dass das natürlich auch nicht alle Regions-Neulinge sind. Da mir Schild-Exklusive fehlen, genau wie ich mich nicht damit beschäftigt habe, weiter Fossilien zu sammeln. Mein End-Team des Spiels sah dann so aus:

Die Schildkröte war aber ziemlich nutzlos (allgemein konnte ich wieder die meisten Challenges mit den gleichen 2-3 Pokemon überwinden) und wurde später fürs Legendary ausgetauscht. Das gibt es diesmal nämlich erst in der kurzen Post-Game-Story.

Abschließend kann ich nur sagen, dass mir Pokemon Schwert ganz unaufregend das geboten hat, was ich von ihm wollte. Einfach bekannte Kost, ein recht charmantes Abenteuer durch eine neue Pokemon-Region. Ziemlich abgespeckt und es macht definitiv keine hohen Sprünge oder setzt überhaupt zu einem Sprung an, aber ich persönlich habe da nichts erwartet gehabt. Wahrscheinlich vom QoL abgesehen sogar eher Mittelmaß an der Pokemon-Editionen-Riege, aber es ist ja jetzt nicht so, dass es dort überhaupt große qualitative Unterschiede gibt. Abgesehen vom überdurchschnittlich gutem Schwarz/Weiß und unterdurchschnittlichem Diamant/Perl sind die alle brauchbar für das, was sie sind.

Tatort Giftschrank: Der Fall Geisterbahn

Ort: Deutsche Fernsehstuben, Zeitpunkt: Sonntag. Seit Jahrzehnten und je über eintausend Folgen dominieren zwei deutsch-produzierte unterhaltungsmediale Klassiker die Bildschirme. Die Lindenstraße und der Tatort. Erstere bald nicht mehr, während der Tatort eher wieder auf einem Beliebtheitshoch ist. Den gibt es seit 1970 und tingelt neben den Erstausstrahlungen zur Wochenends-Prime-Time auch durch alle dritten Kanäle in endloser Wiederholung.

Doch es gibt Ausnahmen. Die nach Apotheken-Praxis benannten, weggesperrten Giftschrank-Folgen, denen nach der Erstausstrahlung ein Sendeverbot aufgestempelt wurden. Aktuell gibt es fünf Tatorte, die nie wiederholt wurden, während sich fünf weitere lange Zeit im Giftschrank befanden, mittlerweile aber wieder in der Rotation auftauchen. Zum allerersten Mal geschah dies bereits bei der 16. von mittlerweile 1116 Tatort-Folgen, dem 1972er Der Fall Geisterbahn.

Was natürlich immer sehr wichtig bei den Filmen ist, ist in welcher Stadt sie spielen und wer der Kommisar ist. Hier überrascht Der Fall Geisterbahn allerdings zweifach. Zum einen ist der Schauplatz einfach eine fiktive deutsche Stadt, ohne direkt Bezug zu einer real existenten zu nehmen. Der Kommissar ist Herr Konrad, dargestellt von Klaus Höhne. Wirklich ermitteln wird aber der von Herbert Bötticher dargestellte Kriminalhauptmeister Klipp.

Der ist ganz zufällig bzw. aus ganz normalen zivilen Gründen auf dem Rummel unterwegs, als man in der Geisterbahn eine Leiche findet. Klipp läst die Mordkommmission verständigen, da er selbst einem ganz andern Kriminalfachbereich angehört. Kommissar Konrad, dem der Fall zugeteilt wird, nimmt Klipp auf Grund seines guten Handlings der Sache wegen schlicht kurzerhand mit bei der ersten Befragung der Angestellten des Rummels. Wo wir beispielsweise die Geisterbahn-Mitarbeiter haben, zu denen der Ermordete gehörte, und von denen einer meint, der wäre ein Dreckschwein gewesen, während alle anderen abwiegeln und sofort dicht machen. Auch die Ehefrau des Ermordeten, der gerne zu häuslicher Gewalt neigte, scheint sich sofort den Gesprächen entziehen zu wollen, und flieht zu ihrer Mutter. Die ist Wahrsagerin des Rummels, hatte Klipp bereits einen aufregenden Tag prophezeit, und lässt nebenbei fallen, dass sie unheilbar krank ist.

Der Besitzer der Geisterbahn will jene sogar direkt abbauen lassen. Und nachdem Klipp von Konrad den Fall einfach komplett übertragen bekommt, weil der es mit dem Rücken hat, findet Klipp schnell heraus, dass Christopher Lee für Arme überraschend mondän lebt, für einen Besitzer einiger Rummelattraktionen. Schon sehr fischig der gute Mann.

Wer der Mörder ist, solte allerdings bereits lange vorher klar sein. Sobald die Mutter der Ehefrau des Toten nach ihrem Hustenanfall erwähnte, dass ihr keiner helfen kann, war es mir zumindest klar. Die hat halt nichts mehr zu verlieren gehabt, da sie eh bald stirbt, und noch mal schnell den prügelnden Ehemann ihrer Tochter umgebracht, damit die in Frieden leben kann. Und genau das war es dann auch. Der Geisterbahn-Besitzer und das merkwürdige Verhalten dessen Mitarbeiter waren nur ein Roter Hering, da die sehr wohl was kriminelles drehen, aber nichts mit dem Mord an sich zu tun hatten. Ist doch immer so in deutschen Krimis, der Offensichtliche ist es nicht, sonder der scheinbar Nette, der mal kurz forshadowing getrieben hat.

Dadurch ist natürlich leider die Luft am Fall schnell raus. Wobei es in 2020 geschaut schon witzig ist, so eine 70er-Zeitkapsel zu haben. Wenn die Spurensicherung ein Taschenmesser am Tatort findet, und das ganz ohne Handschuhe in die Höhe hält. Die alten Autos und Klamotten. Oder das man einfach so einen Beamten, der gar nicht zur Mordkommmission gehört, in die Ermittlungen einbeziehen und letztendlich sogar übertragen kann. Dies ist eindeutig nicht der Fall von Konrad, sondern von Klipp.

Aber warum ist das Ding jetzt im Giftschrank? Ist er zu brutal? Zu sexy? Diskriminierend, weil Kleinwüchsige als Liliputaner bezeichnet werden? Tatsächlich ist der Grund ganz schnöde und unaufregend. Die Produktionsfirma ging kurz nach der Erstausstrahlung pleite. Deswegen sind die Rechte an Der Fall Geisterbahn in der Schwebe und man hat sich dazu entschlossen, ihn lieber gar nicht mehr zu zeigen. Ein großer Verlust ist es freilich nicht.

Twenty Twenty

Ein neues Jahr haben wir, und ein neues Jahrzehnt. Je nachdem, wie man rechnet. Streng genommen zählt man glaub ich von X1 zum nächsten X0, aber das hat niemanden davon abgehalten, Dekadenlisten für die zehn Jahre 2010 bis 2019 zu machen. Die ich aber nicht machen kann, weil ich absolut keinen Überblick habe, was so alles wann rausgekommen ist. Und zu faul bin, da lang an sowieso teils unvollständigen Listen zu recherchieren. Witzigerweise bin ich aber tatsächlich 2010 von Myblog hier nach WordPress migriert. Als noch nicht in jeden Blogpost fünfzig Adds positioniert wurden. Ich bin also mehr oder weniger eine Dekade jetzt hier auf zuckerlundzynismen zu finden gewesen.

Was die Statistiken für letztes Jahr angehen, so gibt es wenig Veränderung in der schwächelnden Blogger-Landschaft. Zumindest die Besucherzahl ist über die letzten Jahre ziemlich konsant geblieben, allerdings sind die Hits etwas zurückgegangen. Macht aber auch Sinn, weil sich bei mir zwei Blogposts pro Woche eingespielt haben. Vorher war es unregelmäßiger aber in der Regel insgesamt mehr. Machte 118 Beiträge über das ganze Jahr gesehen. Bei den meistgeklicktesten Beiträgen im letzten Jahr haben es auf Platz 2 und 3 gleichauf sogar zwei aus 2019 geschafft: Dragon Quest XI und die Dauntless Behemoths. Platz 1 bleibt allerdings der Dauerbrennerin Loving Wife and Dirty Whore Eleanor aus 2017 vorbehalten.

Nur mein eigenes Blog vollzuspammen hat mir allerdings nicht gereicht, ich habe auch die Street Credz einiger anderer Seiten mit Beiträgen von mir verschlechtert. Zwar nicht zum ersten Mal, so hatte ich 2008/2009 bereits zu Greg’s RPG Heaven beigetragen (da war Gregor noch nicht berühmt und das noch ne Ilumnia-HP). Dem schon lang toten DragonQuest.at gab ich eine Rocket-Slime-Sektion. Und auch auf icksmehl waren meine Reviews zu Dragon Quest IX und Final Fantasy XV aufgetaucht. Doch dieses Jahr kamen vier weitere Seiten hinzu.

Beispielsweise ist eine von mir besuchte 2000er-RPG-Seite mit rpg-o-mania wider aufgetaucht und ich habe neben einem Review zu Dragon Quest XI auch Retrospectives zu Persona und Sakura Wars beigetragen. Auf RetroVideoSpiele, die sich vor allem durch ihre Preislisten-Recherche auszeichnen, habe ich bei Spieler Zwei beigetragen, was ich denn davon für ein Budget von 100€ auf dem SNES anschaffen würde. Ins Geburtstagsspecial zum DreamCast von Spielkritik habe ich mich mit einem Beitrag zu Sakura Wars gemogelt, obwohl ich gar kein DreamCast habe oder je hatte. Aber immerhin habe ich mit Sakura Wars 3 dann pro forma ein Spiel für die Konsole erstanden. Japan-Import wie frischgepresst für 8€, da kann man schlecht nein sagen. Übrigens mein erstes DC-Spiel, da ich bisher Zeug wie Shenmue, Grandia II oder Maken Shao natürlich nur in den PS2/4-Ports besessen habe. Zum Schluss kam ich auch bei VideoSpielGeschichten zum 300-Gastbeiträge-Special über Super Mario Land zu Wort. Ich bedanke mich noch mal herzlichst für diese Möglichkeiten und entschuldige mich zutiefst für meine Beiträge.

Ganz wie in 2018 kann ich übrigens über eine Neue Spielplattform in meinem Haushalt berichten. Wo Anfang 2018 noch eine PS4 Pro ins Haus kam, durfte Ende 2019 eine Switch Lite hinzuziehen. Ich wollte ja eigentlich auf Animal Crossing warten, aber da sie dann doch recht Preiswert im Bundle mit Pokemon Schwert angepriesen wurde, wanderte Nintendos neuester Handheld schon etwas früher zu mir. Da mir allerdings aufgefallen ist, dass ich für die PS4 in diesen knappen zwei Jahren fast 50 Spiele erstanden habe, die meisten natürlich durch deren Alter schon Preiswert zu haben, hab ich mir fest vorgenommen, mich bei der Switch mehr zu zügeln. Außer Animal Crossing: New Horizons steht zumindest erst Mal nichts auf den Plan. Eventuell gönne ich mir doch irgendwann mal das Remake von Link’s Awakening. Aber die „sah halbwegs interessant aus und war nicht teuer“-Kaufsucht will ich mir eventuell etwas abgewöhnen. Auch wenn einem dadurch sicherlich viel mögliches Potential entgeht an Spielen, die toll sind aber durch die Raster gefallen sind und deswegen wenig benannt werden.

Wo wir gerade beim Thema Nintendo-Handhelds sind, so habe ich auch mit dem Thema 3DS fast abschließen können. Ich habe zumindest nicht vor, mir noch weitere Spiele zu holen (abgesehen evtl. von den kurzen Guild-Spielen), und im letzten Jahr einige durchgespielt. Es gibt tatsächlich nur noch wenige, die ich besitze, und die nicht beendet sind. Wäre ja mal was auf eine Plattform so komplett was den Backlog angeht den Finish-Stempel drücken zu können. Meine letzten beiden physischen Releases Monster Hunter Generations und Persona Q2 sind zumindest beide schon begonnen und der Rest danach ist nur noch Kleinkram.

Noch mal wieder in die Retrospektive gehend, hat sich an meinem Verhalten letztes Jahr nicht viel geändert, denke ich. Immer noch zu viele Games gezockt und nicht genug Bücher gelesen/Serien und Anime geschaut. Viel Monster Hunter gespielt, gerade durch Iceborne hat MHWorld nun die 400-Stunden-Marke überschritten und ist somit auf dem Weg, meine 431 Stunden mit Animal Crossing: New Leaf als mit Abstand meistgespieltes Spiel der letzten 20 Jahre zu überholen. Mit den MCU-Filmen habe ich endlich aufgeholt, ansonsten gab es glaube ich thematisch wenig Zusammenhang in den Beiträgen. Allerdings bin ich recht froh, dass ich Dragon Quest X, zumindest was den Content von Version 1 angeht, bespielt bekommen habe.

In 2020, wenn ich denn dann mal Dark Souls III durchbekommen sollte, will ich mich zumindest noch einem größeren Zeitaufwändigen PS4 Spiel neben Animal Crossing widmen können. Da stehen viele zur Auswahl, die ich immer wieder gern anfangen würde, aber weiß, dass ich dazu aktuell nicht das Durchhaltevermögen habe. Bloodborne, Dragon’s Dogma, Witcher 3 und Yakuza 0/6 bieten sich an. Neben AC: New Horizons freu ich mich an Neureleases hauptsächlich auf das neue Sakura Wars. Und Ghost of Tsushima sieht interessant aus, wobei ich hoffe, dass es mehr in die Richtung geht, dass man durch eine wunderschöne Open World reitet und immer mal wieder über einen interaktiven Film stolpert – wenn es mehr in Richtung traditionelles Spiel geht bin ich ehrlich gesagt gleich weniger interessiert.

Frohes Neues auf jeden Fall!

ᕦ(ò_óˇ)ᕤ

Erneut neigt sich ein Jahr, in dem ich Spiele durchgespielt habe, seinem Ende zu. Wenige davon von diesem Jahr, aber wer mit einem echten Backlog spielt schon hauptsächlich aktuelle Sachen? Und erneut soll es an dieser Stelle qualitativ hochwertige Awards von meiner qualitativ hochwertigen Persönlichkeit geben, meine qualitativ hochwertige und unbestreitbar objektive Meinung, auch manchmal „die einzig richtige“ genannt, was nicht sonderlich bescheiden ist, weswegen ich das selbst nie so ausdrücken, sondern nur implizieren würde, wiedergebend. So geht wenigstens nicht jeder zweite langweilig an Death Standing, da ich das nicht besitze, und Kojima sich nicht herabgelassen hat, mir unaufgefordert eine Review-Kopie zuzusenden. Dabei habe ich mich vor zehn Jahren überschwänglich positiv zu seinem Snatcher und verhalten positiv zu seinem Policenauts geäußert, aber das zählt anscheinend in unser kapitalistischen Gesellschaft nichts mehr.

Best track in any video game ever:
Hier cheate ich zugegeben etwas, denn das dazugehörige Spiel habe ich nie gezockt. Aber das ist bei einem einzelnen Song als Award-Kriterium auch nicht so zwingend nötig, meine ich mal, um mich zu rechtfertigen. Obwohl es kurz vor Jahresende mit Final Fantasy XIVs Version von Weight of the World noch mal ordentlich Konkurrenz gab, ist hier sicherlich verständlich die einzig mögliche Wahl Devil Trigger aus Devil May Cry 5.

Best music overall:
Nier Automata gehört zu den Spielen dieses Jahr, die ich insgesamt gut fand, die mich aber auch Stellenweise immer wieder genervt haben. Was ehrlich gesagt bei fast allen Spielen, die ich unterm Strich gemocht habe, der Fall dieses Jahr zu sein gewesen scheint. Aber das der Gesamt-Soundtrack absolut geil ist, kann man definitiv nicht bestreiten.

Best character design:
Yoko Taro antwortet auf Fragen danach, warum ein Charakter so aussieht, wie er aussieht, immer wieder gern typisch Taro mit einem flapsigen „Weil es sich so besser verkauft“. Das ist definitiv sympathischer, als einen Mist davon zu schwurbeln, dass diejenige durch ihre Haut atmet oder sonst einen Blödsinn. Und es ist erneut schlecht zu bestreiten, egal was man vom Rest-Spiel hält, dass Nier Automata unglaublich attraktive Charakterdesigns offeriert, und das auf beiden Enden des Geschlechterspektrums. Ich habe bisher auch noch kein 2B oder 9S Cosplay gesehen, welches nicht absolut on point war.

Most engaging story:
Ist es cheatig hier ein Visual Novel zu benennen? Ich denke nicht, immerhin verkaufen sie sich hauptsächlich über den Punkt Handlung, da sie eben mehr digitalisiertes Buch denn Spiel sind, und dann sollte die hoffentlich auch gut sein. 428: Shibuya Scamble sticht da dieses Jahr eindeutig als einer der faszinierendsten, irrsinnigsten und packendsten Fahrten heraus, die mich zu keiner Zeit auf den Weg in die 80 Enden (meist natürlich verfrühte Bad Ends) losgelassen hatte.

Best atmosphere:
Hellblade: Senua’s Sacrifice ist ein weiteres Spiel, an dem ich alles mochte, bei dem mich dann aber ein Aspekt nervte. Die größte Stärke des Spieles ist allerdings eindeutig die Atmosphäre, der sich alles andere unterordnet. Weswegen das Kampfsystem auch keinen Spaß macht, von daher ist selbst das Intention gewesen.

Best sprite animations:
Hamtaro: Ham Hams Unite ist für ein Lizenzspiel recht gut, deren Ruf häufig eh schlechter erscheint, als so manches wirklich in der Praxis ist. Aber so wahnsinnig herausragend mag das nette kleine Spiel für Kinder nun auch nicht sein. Abgsehen von den wirklichen vielen und absolut niedlich anzusehenden Animationen des Hamsters, der für jeden Ausdruck in seinem Vokabular eine neue exaltierte Bewegung ausführt.

Worst gameplay mechanic:
Magic Knight Rayearth für den GameGear ist so oder so kein besonders gutes RPG. Aber was mich so richtig genervt hatte waren die Lucky Cards, die nicht nur einen enormen Random-Faktor in die Kämpfe bringen, sondern wenn sie gezogen werden häufig sogar mehr stören als wenn man die eigentlich gewählte Aktion hätte ausführen dürfen. Ohne wäre das Spiel zwar auch nicht gut, aber definitiv besser dran gewesen.

Quantity over quality games:
Hier bieten sich gleich mehrere an. Etrian Odyssey Nexus mit seinen 13 + X Labyrinthen zum Beispiel. Oder Monster Hunter Generations mit den ganzen dämlichen Gen1 und Gen2 Quests, welches aber wieder rausfallen würde, da ich es dieses Jahr nicht beendet habe. Der Preis an sich geht aber an Resident Evil 6 mit seinen vier fast vollwertige Spiele darstellenden Kampagnen. Ich glaube wirklich das Spiel hätte wesentlich besser ausfallen können, wenn man sich auf eine oder zwei davon beschränkt hätte, statt jedem was bieten zu wollen und damit einfach zu viel reinzupacken.

Most fun from the outset:
Das Spiel, mit dem ich tatsächlich nichts außer Spaß hatte, bei dem mich nichts nervte, war Persona 3: Dancing in the Moonlight. Zumal es eben auch super freundlich zu Leuten wie mir ist, die Rhythm Games super spaßig in der Theorie und zum Anschauen finden, aber einfach nicht die Skills haben, in der Praxis selbst sonderlich viel reißen zu können. Da es einen alles auch erspielen lässt, egal auf welchem Schwierigkeitsgrad man ist, und zusätzlich gewissen Mechaniken vereinfachen oder erschweren lässt, ganz wie man das will. Kein „Git Gud“, sondern absolutes „Have Fun“.

Most overly ambitious:
Hier kann nichts anderes stehen als Shenmue. Das Megaprojekt, dessen Budget über alle Maßen des Sinnigen gestreckt war. Das so viel im Detail wollte, so dass die erste Episode quasi keine drei Schritte an Story schaffte, sondern sich lieber für 20 Stunden im schnöden enorm ausgearbeiteten Alltagsleben der Umgebung verliert. Welch anderes Spiel könnte schon hier stehen?

In need of a remaster/sequel:
Anfang des Jahres habe ich endlich ein Spiel nachgeholt, auf welches ich seit Relese der PS3 ein Auge hatte: Folklore. Es hat mir gut gefallen, aber erneut gab es einige Ecken und Kanten, an denen ich mich gestoßen habe. Und die ich hauptsächlich dahin attestieren würde, dass es eben so kurz nach Launch der Konsole schon stehen musste. Ein Remaster, welches eventuell zumindest Kleinigkeiten verbessert, oder gar ein Sequel, welches alle Mankos beseitigen kann, fände ich hier echt eine coole Sache.

Best Boi:
Detroit: Become Human ist ein weiterer Vertreter des „Ich mochte es sehr, aber…“-Kathegorie. Genau genommen mochte ich am meisten letztendlich den absolut niedlich-schrägen Hundeersatz Connor und seine komische Stimme, seine unterhaltsamen Reaktionen. Am investiertesten war ich letztendlich auch nur daran, seine Beziehung zu Hank zu verbessern, auf das er ihm sagen möge, dass er ein guter Junge ist. Am Ende meines Durchgangs gab es sogar eine kleine Umarmung. Damit war alles gut für mich am Spiel. Connor ist best boi und verdiente das.

Cutest bois:
Die niedlichsten Kerle hingegen setzte mir Fire Emblem: Fates vor. Was wenig überraschen sollte, da Fire Emblem nur noch durch seine leichten Dating-Elemente und Rubbel-Minispiele an enormst attraktiven Charakterdesigns am Leben gehalten wird. Ich habe Vermächtnis gespielt. Nicht, dass die Charakterdesigns auf beiden Seiten nicht sehr horny wären. Aber es hilft natürlich auch, dass viele Hoshido-Jungs in ihrem Ninja-esquen Outfit ein wenig Titte zeigen. Das ich davon als männlicher Avatar keinen flachlegen durfte, macht es selbstredend letztendlich zum schlechtesten Spiel.

Most boring:
Hier breche ich damit, dass ich das Spiel auch durchgespielt haben muss. Zunächst sah es fast so aus, als würde World of Final Fantasy hier stehen müssen, ein Spiel auf das ich mich sehr gefreut hatte, und das gute Ansätze bietet, aber mich nach ein paar Kapiteln gelangweilt abbrechen lies. Doch dann kam Atelier Lydie und Suelle in mein Leben. Ich wollte der Hauptserie nach einem mäßig gemochten Annie doch noch mal einen Versuch schenken. Und ich habe mich keine Sekunde in den ersten beiden Kapiteln des Spieles nicht tödlich gelangweilt.

Weirdest game:
428: Shibuya Scramble ist ein starker Kandidat, hatte aber keinerlei Chance gegen das von mir früh dieses Jahr gespielte 9 (The Last Resort). Keinerlei „lol Japan“-Bonus, da ein westliches Adventure Game, ist das Ding hochgradig frustrierend wie faszinierend. Ich habe glaube ich noch nie ein Spiel gespielt, welches so „Arthouse“ schrie, und dessen Entstehungsgeschichte zusätzlich sehr interessant ist, da von einer Kommune bekannter Hollywood-Stars stammend.

New hate-love of my life:
Die Soulsbornes, ganz eindeutig. Letztes Jahr habe ich bereits Dark Souls Remastered gespielt. Es dauerte nicht lange, bis die beiden Sequels und Bloodborne auch bei mir lagen. II ist mittlerweile durch, in III stecke ich gerade. Und es gibt keine Spiele, die mich so frusten, mich aber dennoch ständig wieder mit ihrem Sirenenruf zurückgeholt bekommen.

Worst gaming decission:
Man mag fast Dark Souls nennen wollen, da ich an den Spielen bestimmt Jahre meines Lebens lasse, und mich besser gar nicht auf sie eingelassen hätte. Aber Anfang des Jahres war auch 15. Jubiläum von Monster Hunter. Also habe ich mir vorgenommen den allerersten PS2-Teil zu spielen. Noch nicht durch, dies aber wie bei allen abgebrochenen Spielen immer noch vor zu revidieren. Aber wirklich, ich habe keine Ahnung, wie die Franchise je so erfolgreich sein konnte, denn alles vor Generation 3 ist ziemlicher Mist.

Best expansion:
In Dualität kommt mir Monster Hunter World: Iceborne. Das bei manchen anderen Studios als vollwertiges Spiel im Umfang gelten könnendes (und natürlich auch nicht ganz billig zu habendes) Addon zu meinem liebsten Spiel des Jahres 2018. Auch das von den Stunden meist-gespielte Spiel diesen Jahres, da ich weitere über 100 im Addon lies. Einfach nur knorke.

Best side activity:
Und in Sachen Nebenscheiß, der eigentlich nichts mit dem Hauptspiel zu tun hat, und nicht nötig gewesen wäre einzubauen, der aber ein heimlicher Favorit ist und nun nicht mehr vermisst werden möchte: Ebenfalls in Iceborne. Mit dem Addon gibt es neues Endemic Life zu fangen und als Haustiere in den eigenen Raum zu werfen, und neu kann der Raum jetzt auch umdekoriert werden. Was habe ich darin enorme Zeit verloren, noch lang bevor ich mit dem Spiel durch war.

Best JRPG in a decade:
Manchmal habe ich fast das Gefühl, dass ich den JRPGs überdrüssig werde. Keines davon konnte mich so begeistern wie zuletzt Nier und Dragon Quest IX vor satten zehn Jahren. Ich spiel sie immer noch ganz gern, aber keine der Hypefranchises seither hat mit mir gleich viel geklickt, wie mit manch anderem. Dann kam Dragon Quest XI und wurde mein liebstes Spiel, welches ich im letzten Jahr gespielt habe. Gut, auch hier hatte ich Einfindungsschwierigkeiten. Aber sobald die erste Hürde gemeistert war, habe ich es durchgesuchtet und kann sagen wirklich in den letzten zehn Jahren kein JRPG im gleichen Maß genossen zu haben wie das aktuellste Dragon Quest.

Sheitan

Nachdem wir also den britischen Zombie-Comedy-Horror-Musical-Weinhachtsfilm hinter uns gebracht haben, kommen wir zum französischen Erotik-Comedy-Horror zur Weihnachtszeit mit Sheitan aus dem Jahre 2006.

Der beginnt einen Tag vor Weihnachten im Club Styxx, wo Bart und seine zwei Freunde sich direkt unsympathisch machen. Wollen Party auf lau machen und kloppen sich auch noch, so dass sie rausgeworfen werden. Doch die sexy Bekanntschaft Eve meint, sie können ja einfach zum Haus ihrer Familie auf dem Land fahren.

Das stellt sich als nettes aber nicht ganz unbewohntes Anwesen heraus, da der schräge Haushälter und seine schwangere Frau anwesend sind. Während die Truppe sich wie der Haufen Arschlöcher verhält, der sie sind, müssen sie die Bekanntschaft der sich mehr als merkwürdig verhaltenden Dorfgemeinschaft machen, und sich von der verführerischen Eve am langen Arm halten lassen. Und dann erzählt Haushälter Joseph, der scheinbar einen Narren ausgerechnet am unzufriedenen Bart gefressen hat, eine nette Geschichte, wenn das Abendgespräch plötzlich auf Religion kommt und die Muslimen in der Gruppe den Atheisten vorwerfen, der Sheitan (Satan) spreche aus ihnen.

Es gab einmal einen Mann, der wollte unbesiegbar werden. Also kam der Teufel vorbei und bot ihm einen Pakt an. Der Mann nahm an, wurde überstark, und feierte das, in dem er seine Schwester durchnudelte. Die war nun allerdings geschwängert und das Baby wird das Satans sein, wenn der Mann nicht vor dessen Geburt um 12 Uhr Mitternacht zum Weihnachtsabend ein Opfer bereithält.

Sheitan ist ein französischer Film. Ein sehr fanzösischer Film. Und ich meine das jetzt nicht auf den simplen Fakt bezogen, dass es ein Film aus dem Produktionsland Frankreich ist. Das ist er natürlich auch. Aber er ist halt auch einfach sehr „französisch“, wie das Adjektiv, um ein gewisses Klischee von französischen Filmen zu bezeichnen. Weil es ein wenig mehr als nur „seltsam“ oder „merkwürdig“ mitschwingen lässt. Aber ja, Sheitan ist merkwürdig. Französisch-merkwürdig. Aber nicht das witzige französisch-merkwürdig. Leider. Sondern Sheitan ist eher nervtötend französisch-seltsam.

Das ganze Ding ist laut, und dreckig, und chaotisch, und seltsam. Die Begebenheiten merkwürdig, die Charaktere alle unsymphatisch, die Handlungen nicht nachvollziehbar. Man weiß nicht so recht, warum was gerade geschieht, und einem ist auch egal, was welchen Charakteren potentiell zustoßen könnte. Ich zumindest war mehr überfordert denn unterhalten vom Geschehen. Ich fand das Gezeigte übrigens auch weder sonderlich erotisch noch sonderlich witzig, so mal dabeigesagt, da dies hier ja als Erotic Horor-Comedy deklariert wird.

Anna and the Apocalypse

Zu Weihnachten gibt es ja normalerweise ganz zynisch immer thematisch passende Horrorfilme. Dem ist auch dieses Jahr so. Ich bin also mal wieder durch die Wikipedia-Liste an Christmas Horror gegangen. Welches alles von Horrorfilmen, in denen der Feiertag zentral wichtig ist, bis hin zu jenen, wo man nur durch einen Weihnachtsbaum in einer Szene im Hintergrund erraten kann, dass es zufällig an jenen Feiertagen spielt, enthält. Und mir war dabei dann doch mal nach etwas Speziellerem statt dem x-ten Weihnachts-Slasher im Santa-Clause-Kostüm, oder einem Creature Horror mit einer düster-mythologischen Weihnachts-Märchenfigur.

Als ich dann auf Filme mit der Bezeichnung „British Christmas Zombie Horror Comedy Musical“ und „French Erotic Horror Comedy“ gestoßen bin, war ich sofort Ready to Go. Den Anfang macht dabei Anna and the Apocalypse. Also das Weihnachts-Zombie-Musical unter den beiden Spezialinteressen-Filmen.

Ein gänzlich beschissenes Weihnachten steht an. So hat der Vater von Anna beispielsweise gerade herausgefunden, dass sie nach der High School nicht direkt an die Uni gehen, sondern erst Mal ein Jahr reisen will, was ihm so gar nicht gefällt. Schul-Schönling Nick, mit dem sie einen One-Night-Stand hatte, verhält sich auch ziemlich arschig. Währenddessen geht es ihrem besten Freund John auf den Zeiger, dass er nicht ihr Boyfriend ist. Und Steph, die eigentlich einen Artikel über das Obdachlosenproblem der Kommune in die Schülerzeitung bringen will, wird eiskalt vom stellvertretenden Direktor Mr. Savage abgesägt.

High School Drama eben. Welches allerdings am nächsten Tag prompt etwas in Perspektvie gerückt wird. Da sich die Kleinstadt nämlich plötzlich mitten in einem Zombieinfestationsausbruch befindet und ums Überleben gekämpft werden muss. All in this together~!

Ich reiteriere hier dann mal zwei Dinge über mich. Ich mag Musicals und habe an die keine besonders hohen Ansprüche. Wenn sie peppig ausschauen und die Musik eingängig ist, reicht mir das. Ich hab es nicht so mit Zombiefilmen oder Zombiemedia im allgemeinen. Ich mag Shaun of the Dead und Warm Bodies und vieles andere geht ein wenig an mir vorbei. Mit Anna and the Apocalypse gibt es nun aber auch einen dritten Zombiefilm, den ich immer wieder schauen könnte.

Es ist halt einfach so ein unterhaltsamer und spaßiger Genre-Mix. Natürlich klingen die Songs ein wenig arg nach High School Musical. Das ist natürlich so gewollt, weil sie damit ziemlich gut mit dem Rest kontrastieren. Das sollte klar sein, wenn in einer Zombieapokalypse plötzlich ein Song mit dem Titel „What a Time to be Alive“ angestimmt wird. Oder wenn der Tag, nachdem die Alltagsprobleme der Charaktere dargelegt wurden, sie mit einem fröhlichen Song darüber aufwachen, dass sie ihr Leben ändern werden und alles im Licht des neuen Tages sehen. Eben der übliche Motivationssong eines solchen Musicals. Nur dummerweise ist das der Tag, an dem das Virus die Stadt eingeholt hat. Während die Kids das also singen, natürlich mit der Welt um sich herum auscancelnden Kopfhörern im Ohr, ist hinter ihnen das absolute Chaos am ausbrechen.

Der Film nimmt sich also weitestgehend nicht wirklich ernst, sondern ist mehr eine schwarzhumorige Komödie. Bei der die Zombie-Köpfe auch schon mal platzen wie reife Melonen. So wirklich grausig soll diese Übertreibung eben auch nicht sein, sondern fun carnage bieten.

Aber es schleichen sich immer mal wieder partiell in guter Vorahnung auch ernste Momente ein, wenn die Charaktere doch an die Aussichtslosigkeit der aktuellen Situation geraten. Denn nach einer Stunde mit hauptsächlich Musik, Blut und Klamauk, wird der Film noch mal richtig ernst. Und das Drama funktioniert statt aus dem Nichts zu kommen, eben weil es schon jene vorigen Einschübe gab. Und weil die Charaktere doch erstaunlich rund und gut ausgebaut sind für einen solchen Film. Sie sind eben nicht nur eindimensionale Archetypen eines Horror- oder Comedy-Films, obwohl wenn mit jenen Rollenverhältnissen immer wieder gern gespielt wird.

Ich möchte Anna and the Apocalypse fast beste Weihnachtsunterhaltung für die ganze Familie nennen. Dafür sind die einzelnen Gore-Spitzen dann aber eventuell doch zu hart. Also zumindest für echte Kinder. Aber wenn die bereits Teenager sind, dann passt der Film schon gut. Weil er so gut unterhält. Weil er so frisch und anders ist. Aber weil er gegen Ende auch ehrlich nahegehen kann. Immer wieder schön, wenn man so einen Film entdeckt, den man nie auf dem Schirm hatte, und der zu einem Favoriten avanciert.