Shark Week – Sharknado 6

Nach sechs Jahren war es also an der Zeit Sharknado ein Ende zu setzen. Jeden Sommer zur Shark Week im TV gestartet, fand sich der sechste Film als The Last Sharknado: It’s About Time auf den Bildschirmen wieder. Passt aber auch, immerhin ist das Original auf dem Höhepunkt der Zeiten für dumm-trashige Billo-Haifilme gestartet, welche seit ein paar Jahren auch schon wieder vorüber ist.

Im fünften Film ist übrigens die Welt untergegangen. Nur Hauptcharakter Fin hatte überlebt. Aber sein Zeitreisender Sohn hat ihn ebenfalls auf Zeitreise geschickt, um die Sharknados für immer auszuschalten, und damit die Zeitlinie wieder geradezubiegen. Wir starten Sharknado 6 also in der Vergangenheit. Und finden heraus, dass der Sohn so ziemlich jeden mehr oder weniger wichtigen Charakter der Franchise, der gestorben war, gerettet und auch in unterschiedlichen Zeitzonen untergebracht hat.

Das Team reitet also mal einen Flugsaurier durch die prähistorische Zeit, zieht für Merlin Exkalibur aus dem Stein, hilft Amerika im Unabhängkeitskrieg, trifft im Wilden Westen auf Billy the Kid, tanzt in den 60er Jahren am Strand „den Hai“, oder findet sich in einer Horrorzukunft wieder, die ausschließtlich von Tara-Reid-Klonen bevölkert ist. Zusammenhänge? Ja man springt halt überall hin, wo Sharknados auftauchen, um die aufzuhalten, bis man irgendwann den allerersten in 2013 hinter sich hat und alles dann irgendwie nie geschehen ist. Zumindest nachdem man dem Endboss Tara Reid gegenüberstand, die in einem Raum und Zeit kollabierenden Sharknado vom Roboterkopf einer anderen Tara Reid gelasert wird, während wichtige Persönlichkeiten (oder schlechte Schauspieler in noch schlechteren Kostümen, die signifikierende One Liner produzieren) um sie herumwirbeln.

Mein größtes Problem mit diesen Billo-Trash-Filmen ist ja immer, dass sie zu lang sind. Selbst diejenigen, die nicht einfach nur peinlich sind, sondern tatsächlich Unterhaltungsfaktor bieten, darunter zuvorderst die vorigen Sharkandos, wären alle dennoch verbessert, wenn man die 80 Minuten in 50 zusammengerafft hätte. Der letzte Sharknado ist auch nicht kürzer. Aber er hilft sich dadurch aus, dass er episodischer ist. Wenn alle 15 bis 20 Minuten eine neue Epoche beginnt, dann bringt das schon bitter nötige Kurzweil in eine Reihe, die eh schon seit mindestens drei Filmen ausgelutscht ist.

Das nichts hier Sinn ergibt, Budget für mehr statt bessere Effekte ausgegeben wird, Tara Reid nie schauspielern gelernt hat, Dialoge wie Motivationen von Charakteren absolut hirnverbrannt sind. Ja all das sollte im Prinzip eh erwartet werden, wenn man in so einen Film geht, und schon allenvoran in den sechsten in Folge. Man sollte hierbei nicht nur das Hirn abschalten, ich glaube als Schutzreaktion schaltet sich das automatisch ab. Spätestens dann, wenn der Film einen die Artus-Legende als echte Historie verkaufen will, und die herrlich chargierende Drag Queen dort ohne wirklichen Grund ständig ins Bild springt.

Für viel dummen Unterhaltsungswert ist also gesorgt. Wurde aber auch Zeit. Bestenfalls noch in Gruppe geschaut, dann ist das eh eine wahre Gaudi.

Shark Week – Sharktopus vs Whalewolf

Willkommen zurück im trüben Wasser der billigen Haiangriffs-Filme, die alle natürlich nicht wahres Haiverhalten wiedergeben, und dem eh schon schlechten Ruf der bedrohten Tiere schaden, auch wenn sie keiner Ernst nimmt, weil sich unterbewusst bei genug Beschallung ja doch was festsetzt, und ja das ist immer noch der gleiche Satz. Aber Hirn abschalten und unterhalten werden ist der kapitalistische Wert unserer modernen Gesellschaft, und wer bin ich als insignifikante Einzelperson, diesem Strom entgegenschwimmen zu wollen? Wasserwortspiele. Weil Haifilme. Gecheckt? Jetzt schon, immerhin hab ichs gerade klargestellt. Nichts zu danken. Ich schreibe das hier direkt nach dem Twin Peaks S3 Beitrag, vielleicht erklärt das einiges.

Ich weiß ja, dass Haie eigentlich gar nicht so übel sind. In der Regel sind sie auch nicht halb Oktopus. Ich weiß sogar, dass Orcas keine Wale sondern Delphine sind, was die Macher von Sharktopus vs Whalewolf schon mal nicht wussten. Immerhin wussten sie, dass es Meeressäuger statt Fische sind, wie die fiese Doktorin dem blöden Sportler korrigieren kann, damit wir auch mitbekommen, dass Frau Mengele schlau ist und studiert hat. Am MIT. Da ich jedenfalls weiß, dass Haie keine Monster sind, ganz im Gegensatz zu Spinnen, kann ich mich ruhigen Gewissens zurücklehnen und dabei zusehen, wie in einem Haimonsterfilm die Luzi abgeht.

Wenn sie das denn würde. Diese SyFy/Asylum-Dinger haben häufig das Problem, schlichtweg ein wenig langweilig zu sein. In seinem bisher dritten Outing als Menschenfresser Haitopus hat sich immerhin schon ein wenig was getan. Es gibt mehr der billigen Pixel-CG-Monster zu sehen. Es gibt mehr schlechtes CG-Blut in die Kamera spritzend. Und man nimmt sich klar und deutlich nicht allzu ernst, sondern die billige Optik, schlechten Dialoge, und irrsinnigen Entscheidungen der Charaktere kommen gleichermaßen aus der Inkompetenz der Produktion, als es auch bewusst trashig gewollt ist.

Gewollt schlecht ist natürlich nicht zwangsläufig automatisch gut oder unterhaltsam, sondern grundsätzlich erst Mal nur „Ziel erreicht“. Wenn ich mir zum Ziel setze, den ganzen Tag im Bett liegenbleiben zu wollen, kann ich das auch ganz einfach erreichen, wird aber dadurch nicht Applaudierenswert.

Frau Doktor Mengele, die eigentlich einen anderen Namen hat, aber den weiß ich nicht mehr, und Wikipedia öffnen dauert bis zu einer Minute, um nachzuforschen, ist jedenfalls wie jeder Deutsche Doktor eigentlich nur darauf aus, seinen Übermenschen zu kreieren. Und was sind die beiden Apex-Predatoren, deren Gene man braucht, um Superman zu erschaffen? Wolf und Killerwal. Der immer noch kein Wal ist, sondern ein Delphin. Die sind aber auch fies. Und Sharktopus vs Dolf klingt halt nicht so gut.

Dabei kommt eigentlich aber ein Schoßhündchen raus ohne jegliche Intelligenz, und ich nehme das mal als beißende Satire dazu, was nach Alphas schreiende Nazis denn so eigentlich wirklich produzieren würden. Andere Menschen, die nicht Frau Doktor Mengele sind, wie beispielsweise deren Sprechstundenhilfe im Porno-Krankenschwestern-Outfit, bringt er trotzdem um. Unschuldige umbringen benötigt aber auch kein Übermenschentum, sondern man muss nur scheiße sein. Ach ja, mit dem Sharktopus kloppt er sich auch regelmäßig, obwohl man meinen sollte ein hauptsächlich Wassser- und hauptsächlich Landbasiertes Monster kämen sich gar nicht so viel in die Quere, wie die beiden das letztendlich tun. Wenn man halt auf einer Insel ist schon.

Kommen wir aber zurück dazu, ob Sharktopus vs Whalewolf das einzige Ziel erfüllt, welches man je maximal davon hätte erwarten können: Unterhatungswert, ja/nein? Die Antwort darauf ist ein definitives „geht gerade so“. Kann man schauen, sollte man aber nicht. Es sei denn man steht halt wirklich auf Horror C-Trash und/oder Haiangriffsfilme jeglicher Art. Es gibt da eh nicht viele wirklich gute, aber es gibt viele unterhaltsamere als die Sharktopusse. Shartopussies? Sharktopen? Was ist die Mehrzahl von Oktopus? Wenn die Antwort ja nur einfach über wenige Klicks zu finden wäre…

Shark Week VI – Sharknado 5

Wie bereits erwähnt habe ich Aufholbedarf in sich jährlich vermehrenden Sharknado-Franchise, und deswegen legen wir diesmal gleich noch den nächsten hinterher und beschauen uns nach Sharknado: The 4th Awakens auch noch Sharknado 5: Global Swarming.

Im Sinne immer etwas größer und dämlicher sein zu müssen, findet die wieder in die Franchise zurückgekehrte Nova nun Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, die wiedergeben, dass es schon immer zu Sharknados gekommen ist, und damals ein Mittel gegen sie gefunden wurde – und das gerade unter Stonehenge! Kaum ist das Artefakt mit Hilfe von Fin geborgen, kommt es auch prompt zu den nächsten Haiwinden.

Und der nimmt direkten Kurs auf London, wo April mit dem Sohn der beiden auf Fin wartet, um bei der NATO eine Rede oder was auch immer zu halten. Dummerweise wird der Sohn in den Sharknado gezogen, wo er weniger einen Haibezahnten Tod stirbt, und vielmehr dank eines Vortex in der Mitte mitsamt Haisturm von einem Ort der Welt zum nächsten teleportiert. April, Fin und Nova dem ab nun auf den Fersen, da das Artefakt den Sturm jederzeit heraufbeschwören kann, um Sohn und Menschheit zu retten.

Jep, die Haistürme sind nur altertümliche Vorrichtungen, um sich um den ganzen Planeten zu beamen. Warum es dafür eines Sturmes voller Meereskarnivoren benötigt, sei mal dahingestellt. Ist zumindest eine gute Ausrede, um die Hauptcharaktere diesmal halbwegs sinnig von einer Stadt der Welt in die nächste zu bringen, damit sich die zu zerstörende Szenerie abwechseln kann, während zudem noch mehr weltweite „Star“-Cameos untergebracht werden können.

Sharknado 5 war mir dabei auch tatsächlich gefälliger, als das der vorige Tiefpunkt der Franchise noch gewesen war. Natürlich scheinen viele Szenen noch darauf entstanden zu sein, dass man den Cameo zuerst klargemacht hatte, und dann eine Möglichkeit in den Film schreiben musste, um denjenigen auch zeigen zu können, doch diesmal ergeben sie schon ein organischeres Ganzes, statt absolut mit der Brechstange forciert zu wirken. Die Referenz-Sprüche sind ebenfalls natürlich immer noch weit davon entfernt sonderlich clever zu sein, wenn beispielsweise NATO-Vorsitzende Nichelle ‚Uhura‘ Nichols zu Fin meint „you’ve gone where no man has gone before“, aber scheinen diesmal zum einen tatsächlich zumindest halbwegs zum Geschehen zu passen, statt aus dem Nichts zu kommen, und sie werden zumindest nicht komplett für Einzeller verständlich gemacht.

Dennoch nimmt sich der Film für meinen Geschmack erneut etwas zu ernst. Wenn man das denn so sagen kann, dass ein komplett blöder Film mit dem Titel Sharknado, schlechtem Schauspiel, schlechten Effekten, größenwahnsinnigen Ideen und einer Barrage an populärkulturellen Referenzen, sich ernst nehmen kann.

Die ersten 20 Minuten bis zu der Titelsequenz (die eh wesentlich verspielter ist als der ganze Rest des Streifens) haben mir nämlich besser gelegen als die restliche Stunde. Einfach nur übertrieben blödes und sich nicht ernst nehmendes Indiana-Jones-en unter Stonehenge und die Fin-Familie im Kampf mit einem Sharknado, der inflationär mit CG-Haien und deren Opfern um sich wirft. Wenn der Film nach der Titelsequenz Drama unterbringen will, wenn April auseinanderfällt und neu getuned werden muss, wenn der Sohn verloren scheint, wenn sich Fin und Nova in die Haare kommen, dann zieht das für mich nicht. Und am Ende sind dann plötzlich fast alle tot und die Welt ist der Hainado-Apokalypse anheimgefallen, und der letzte Überlebende Fin trifft auf seinen Mad-Max-Sohn, der ihn zurück in die Zukunft bringen will, um dies im finalen sechsten Sharknado rückgängig zu machen. Blöder Einfall, aber vom Film überraschend ernst rübergebracht, und ich war raus.

Sharknado funktioniert nämlich eben nur dann, wenn die blöden Einfälle überspitzt dargeboten werden, und der Film augenzwinkert zeigt, dass er Self Aware ist, wie blöd er ist. Das gibt es in Sharknado 5 endlich mal wieder, aber mit voranschreitenden Spielzeit halt eben zunehmend weniger, was ihn auch zunehmend lahmer macht. Niemand wird sich je für die Story oder die Charaktermomente in einem Sharknado interessieren, aber die Franchise scheint das ein wenig vergessen zu haben. Und 90 Minuten hätten die Filme sowieso nie gehen müssen.

Shark Week VI – Sharktopus vs Pteracuda

Statt wie die ganzen anderen Billo-Monsterstreifen sofort hinter dem ersten Sharktopus hinterher zu hechten, dauerte es vier Jahre, bevor die Welt mit dem SyFy Original Sharktopus vs Pteracuda beglückt wurde. Direkt das Jahr darauf folgte Sharktopus vs Whalewolf, und seither ist es erst Mal wieder ruhig geworden in den Zwittermonster-Filmen. Producer der Franchise, Roger Corman, ist übrigens seit den 50ern im Business aktiv und hat der Menschheit Geschenke wie die Carnosaurs, Slumber Party Massacres oder den Original Piranha gemacht.

Der Film startet dann auch damit, wie der vorigen Film endete, in dem der Sharktopus ein paar Leute frisst und dann explodiert wird, um ihn unschädlich zu machen. Jedoch gehört zu dem ins Meer hinaustreibenden Überresten der Bestie auch ein Eisack, den eine Meeresbiologin herausfischt und ihren eigenen Sharktopus heranzüchtet. Dem geldgeilen Onkel des hispanischen Mädels gehört allerdings auch ein Aquarium und somit möchte er den Sharktopus zur reißerischen Touristenattraktion machen.

Derweil an einem andern Ort lässt Dr. Symes seine neue biologische Waffe testen, nämlich einen wiedererweckten Pterodactylus. Wie wir alle dank Jurassic Park wissen, ist Dino-DNA allerdings unvollständig und der gute Doc hat sie mit Barakuda-Genen aufgestockt, damit das Vieh nicht nur zu Land und Luft, sondern auch zu Wasser tödlich sein kann. Welches Militär will schon keine lebende, prähistorische Drone einsetzen? Mitarbeiter Vladimir hat allerdings einen anderen Auftraggeber und manipuliert das Experiment, so dass der Pteracuda unter seine Kontrolle kommt – die er prompt wieder verliert, so dass das Vieh komplett außer Rand und Band gerät.

Was bedeutet, dass Symes nun den Sharktopus steuern will, mit einem eingepflanzten Kontrollgerät, dass ihn ausschließlich den Pteracuda bekämpfen lassen will. Denn was ist schon eine besser Waffe gegen ein Flugmonster als ein auf Salzwasser angewiesenes Gegenmonster, wenn der Pteracuda schon das eigene Sondereinsatzkommando abgesehen des Anführers abgemetzelt hat.

Für wen sollte ich in dem Film eigentlich sein? Für den Sharktopus, der auf friedlich trainiert werden sollte, aber doch auch von sich aus genug umbringt, sobald er frei ist? Den Pteracuda sicherlich nicht. Die Meeresbiologin, die offen zugibt, eigentlich wegen des Ruhmes das Forschungsinteresse am Sharktopus zu haben? Den Anführer des Einsatzkommandos, dem sie extra eine kleine Tochter gegeben haben, der als Söldner aber bisher sicherlich ohne zu fragen Befehlen von Leuten wie Symes gefolgt ist? Immerhin sieht der echt gut aus, behält aber dummerweise auch den ganzen Film über sein Shirt an. Und warum überhaupt sind alle Schurken als Fremdlinge codiert? Der Russe hat einen starken Akzent, der Geldgierige Onkel auch, und selbst Dr. Rico Symes hat vom Look her einen leicht hispanischen Einschlag.

Mir mag alle paar Jahre mal wieder nach so einer Shark Week sein, aber wenn ich mich dann doch durch die Filme schaue, gibt es einige, bei denen ich mich wieder daran erinnere, warum ich schon länger keine mehr gemacht habe. Diese Woche bisher war zumindest nicht sonderlich ergiebig an Unterhaltungswert. Sharktopus vs. Pteracuda ist nämlich auch ein wenig langweilig. Manchmal schmunzelte ich kurz, weil der Film immerhin ein paar schön fiese Tode hat und damit so nonchalant umgeht. Und natürlich das Highlight Conan O’Brian gemordet zu sehen. Der Rest war halt nur schlecht. Keine großartige Handlung, die über Wasser hält; keine Charaktere, an die man sich hängen kann; und das üblich schwachbrüstige CG, mit dem nicht richtig interagiert werden kann, sondern Schauspieler halt einfach so wild um sich fuchteln und die in Größe variierenden Monster in die Nähe gecomputert werden.

Shark Week VI – Sharknado 4

Da ich ein Jahr mit meinen Shark Weeks übersprungen habe, gibt es auch reichlich Aufholbedarf was die Franchise Sharknado angeht, die ja angeblich dieses Jahr ihren letzten Eintrag erhalten soll. Sechs Filme in sechs aufeinander folgenden Jahren sollte auch wirklich genug sein. Nicht, dass ich dem bereits trauen würde, persönlich gehe ich voll und ganz davon aus, dass wir 2020 einen Reboot sehen werden.

Sharknado: The 4th Awakens macht auch ziemlich klar, in welchem Jahr er erschienen ist, mehr oder weniger, denn genau genommen ist der bereits in Jahr vor der siebten Episode von Star Wars gelaufen. Das erklärt eventuell auch, warum er gerade mal so gar nichts mit ihm zu tun hat. Der Kontext-Text, der einem zu Beginn erklärt, was zwischen dem dritten und vierten Film geschehen ist, da man einen Time Skip von 5 Jahren hinlegt, ist in Star-Wars-Manier. Außerdem bekommt Roboter-Tara-Reid ein Lightsaber-Upgrade, welches sie aber nie zur Haibekämpfung einsetzen wird. Ansonsten ist der Untertitel von Sharknado 4 nur Schall und Rauch, statt wirklich sinnig zum Film zu gehören.

Was ein durchgehendes Problem ist, aber gehen wir doch zunächst mal auf die Story-Basics ein: Es sind fünf Jahre seit dem letzten Filmes vergangen, und die Firma Astro-X (die überraschend keine Evil Corp ist) hat überall Stationen aufgestellt, die Sharknados bereits zerstören, bevor sie richtig aufkommen können. Fins Vater ist aus dem All gerettet worden und arbeitet mit Fins Tochter für Astro X. Fin selbst hat eine Farm in Kansas, ums über den Tod von April hinweg zu kommen. Die lebt aber noch, als Roboter von ihrem Vater wieder zusammengewerkelt, in einem Geheimlabor. Und dann kommen doch neue Sharknados auf, die nicht abgefangen werden können, weil sie nicht auf Wasser basieren, sondern Sandteufel mit Haien drin sind etc.

Dass April wieder dabei ist, halte ich dabei für keinen sonderlichen Spoiler an dieser Stelle. Klar blieb deren Schicksal am Ende des letzten Filmes offen und es durfte per Twitter gevotet werden, ob sie wieder mit dabei sein wird oder nicht. Doch wurde ja bereits im Vorfeld angekündigt, dass Tara Reid erneut unter Vertrag ist, sie prangert auf dem Poster, und obwohl die ersten 20 Minuten des Filmes es so erscheinen lassen, als wäre sie wirklich von uns gegangen, benennt die anschließenden Titelsequenz sie bereits als zweiten Akteur nach Ian Ziering, noch bevor wir sie wirklich im Film zu sehen bekommen.

Der vierte Sharknado war für mich einfach unglaublich… anstrengend. Wenn einer dieser Berufs-Streamer, die permanent irgendwelchen unzusammenhängenden Nonsens vor sich hin brabbeln, um die tote Luft zu füllen, und eine forcierte Referenz nach der anderen für Witze mit Pointe subsidieren, zu einem Film geworden wäre, käme Sharknado: The 4th Awakens dabei heraus. Denn die Handlung an sich ist eigentlich ziemlich mau. Es kommt halt zu neuen Sharknados, Fin und seine Family werden von jenen fast gejagt wie die Familie in Jaws von den Haien, also müssen sie es notgedrungen via der üblichen Kettensägen mit denen aufnehmen, bis dann am Ende wieder alles gut ist.

Den Großteil der Spielzeit scheint der Film stattdessen nämlich mit Cameos zu füllen. War ja schon immer so, dass die Sharknado-Filme irgendwelche Reality-TV-Sternchen und gealterte Promis von Anno Dazumal unter Vertrag genommen haben, um sie mal kurz ins Bild zu halten. Aber so viel wie hier kam es mir noch nie vor. Die meisten Lokalitäten und Szenen scheinen weniger im Film zu sein, weil sie dafür einen Zweck erfüllen, sondern weil dadurch innerhalb kürzester Zeit diese Mini-Szenen mit mehr oder weniger bekannten Gesichtern gefüllt werden konnten. Das ganze häufig nicht mal mit einem Witz an ihren Cameo gebunden, sondern wirklich als reines „kennste den noch?“ ins Bild gehalten. Und wenn doch mal ein Witz dabei ist, glaubt der Film nicht wirklich, dass man den versteht. Wenn Fin beispielsweise in Texas eine Kettensäge kauft, und die Verkäuferin meint, ihr Cousin würde die immer benutzen, um nervige Teens vom Grundstück zu vertreiben, blendet die Kamera auf einen Schauspieler aus den Texas Chainsaw Massacres um. Nette Idee, meinen Goodwill verliert er dann aber wieder, und bekommt stattdessen ein Augenrollen geschenkt, wenn in der nächsten Szene beide vors Haus rennen, um Haie mit Kettensägen zu malträtieren, zum Ruf „Es wäre nicht Texas ohne ein Kettensägen-Massaker“.

Die Referenzen hören bei Z-Promis allerdings längst nicht auf. Die Dialoge im Film sind nur so gespickt mit mehr oder weniger erinnerungswürdigen One-Linern und Meme-Potential aus anderen Filmen. Come with me, if you want to live. We are not in Kansas anymore. Und viel zu viele mehr. Jedoch erneut das gleiche Problem: Quantität statt Qualität. Alles ist so halbherzig ins Script verballert, dass es jeglicher Pointe fehlt, sondern es ist erneut reines „kennste den Spruch?“. Das ist nicht nur in seiner Zusammenhangslosigkeit nicht witzig, sondern in der Densität auch absolut anstrengend. Eben auch bereits symptomatisch im Untertitel des Filmes behaftet, der ja Star Wars „parodiert“, daraus wie eingangs erwähnt aber absolut nichts macht.

Und das war einfach so wirklich der Film rundum für mich. Da mag noch so viel brachial geschehen. Noch so häufig ein neuer stumpfsinniger XYZ-Nado im Film auftauchen. Der Film noch so schnell durch Szenen und Lokalitäten hetzen. Mechs und Roboter integriert werden. Wenn das alles so ein zusammenhangsloser Brei ist, der nie wirklich humorig sein kann, weil er eben keine echten Witze sondern nur flaue Referenzen bietet, dann ist das einfach irgendwo anstrengen, nervig und absolut nicht unterhaltsam. Vielleicht ist die Luft auch einfach raus aus der Franchise.

Shark Week V – Sharknado 3

ava-2023SyFy zeigt nicht nur jedes Jahr im Sommer Monsterhai-Filme, sondern hat seit vier Jahren auch die Tradition, zu jener Zeit einen neuen Sharknado im TV zu zeigen, nachdem der erste Teil ein echter Überraschungshit war. Somit ist die Franchise dieses Jahr schon beim vierten Film angekommen, statt einen zu überspringen, hab ich mir aber natürlich dennoch erst Mal letztjährigen Eintrag Sharknado 3: Oh Hell No! reingezogen.

Ich mein, SyFy und Asylum sind schon nicht dumm. Sharknado ist sicherlich keine Franchise mit Prestige oder Langzeitwert, von daher spricht hier im Gegensatz zu eventuell manch anderer kaputt-sequelierten Reihe wenig dagegen, die Dinger jährlich rauszuhauen, solange das Eisen heiß ist. Irgendwann müssen den Leuten doch mal die trashigen Z-Haifilme zum Halse raushängen. Also jährlich ein Sharknado, also schnell ein Spiel, eine Doku und mit Lavantula (Lava + Tarantula) eine Zweitfranchise schaffen. Und schnell erkannt, dass diese Filme hauptsächlich davon leben, diesen Blödsinn betrunken mit Freunden zu schauen oder alternativ im Internetzeitalter live zu tweeten. Deswegen binden sie auch gern die Zuschauer ein, der Untertitel des zweiten Teiles wurde vom Publikum entschieden, und ob der Charakter von Tara Reid das Finale von Sharknado 3 überleben wird, darüber durfte auch abgestimmt werden – wer wissen will, ob er zur Mehrheit gehört, muss bei Sharknado: The 4th Awakens erneut einschalten.

Und immerhin, dadurch das Sharknado genau auf das richtige Zielpublikum ausgerichtet doch ein größeres Ereignis war und immer noch ist, als der Groß ähnlicher Z-Monster-Trash-Filme, haben die Filme auch ein gewisses höheres Budget. Natürlich sind sie immer noch schlecht geschauspielert, das gehört sowieso zum Konzept, und so wirklich gute Akteure kauft man sich halt nicht ein, aber eben doch viele mehr-oder-minder-bekannte Gesichter. Wer zumindest schon ein wenig älter ist, wird viele Deja-vus erleben, allerdings zu so einigen Gesichtern wahrscheinlich nicht wirklich den Namen auf der Zunge haben, weil viele eben früher mal eine Karriere hatten… so vor 10-20 Jahren… und auch das nur im TV. Neben einer Tara Reid, die ja sogar kurzzeitig in Kinofilmen zu sehen war, haben wir eben so Leute wie Ian Ziering aus dem Original Beverly Hills 90210, oder Frankie „Malcom Mittendrin“ Muniz, die sich für nichts zu schade seiende Kultfigur David Hasselhoff, 5 Sekunden einen George R.R. Martin, sogar noch kürzer ins Bild gehalten unseren SchleFaZ Oliver Kalkove, und gefühlt weitere 2 Dutzend Ehemals- bis Auch-jetzt-noch-C-Promis, die hauptsächlich kurz ins Bild gehalten werden, wenn sie ganz viel Glück haben sogar noch ein paar Sätze haben und sogar mehrere Minuten Screentime bekommen, bevor sie von einem Hai umgeflogen und gefressen werden.

Und auch mehr Budget für FX haben wir. Nein, auch hier sieht weiterhin alles schrecklich dilettantisch aus, erneut wahrscheinlich auch einfach ein Stück weit beabsichtigt, aber selbst ein Sharknado ist halt noch eine SyFy/Asyulum-Produktion, und da bedeutet „vergleichsweise hohes Budget“ immer noch nicht so sehr viel. Dafür verteilt man es statt auf Qualität eben auf Quantität. Es vergehen keine zehn Minuten im Film, ohne dass ein Sharknado in die aktuelle Kulisse kracht, Gebäude zerstört werden, und es Menschenfresser-Fische regnet. Alles schlechtes CG, inklusive des Blutes, und alle Opfer fallen im Prinzip unmotiviert auf den Rücken, und jemand hat halbherzig nen CG-Hai nachträglich draufgeklatscht, statt das dies hier wirklich physikalisch, brachial, eben nach Einschlag wirken würde. Aber man bekommt schon viel Wind und Hai in der Haiwindhose geboten.

Eine Geschichte hat das Ding natürlich auch, dafür interessiert sich zwar keiner, und das auch nicht so wirklich die Schreiber, aber theoretisch ist sie da. Man hat sich halt von Jaws inspirieren lassen. Insofern als das die Sharknados tatsächlich die immer Lebend herauskommende Familie Shepard zu stalken scheinen. Die sind diesmal übers Land verteilt – Fin bekommt in Washington vom Präsidenten eine goldene Kettensäge für seine Sharknado-Abwehr-Heldendienste geschenkt, seine Tochter ist im Universal Park (der Film nimmt sich natürlich die Gelegenheit, sowohl deren Twister– wie Jaws-Attraktion ins Bild zu halten), während der schwangere Charakter von Tara Reid wieder woanders in einem Cafe nicht-schauspielert. Und überall tauchen prompt Sharknados auf, bis Fin sogar mit seinem Don’t hassel the Hoff Vater in den Weltraum fliegen muss, um sie diesmal aufzuhalten. Inklusive Haien im All versteht sich, noch nicht mal dort ist man mehr vor Sharknados sicher.

Und das ganze ist gewohnt übertrieben, gewohnt self aware mit einigen sogar recht amüsanten Sprüchen, gewollt trashig, diesmal noch ein wenig unzusammenhängender als zuvor, aber irgendwo Laune macht auch der dritte Sharknado. Auch wenn man manchmal sich dabei erwischt, abgeschaltet und kaum was mitbekommen zu haben, was in der letzten Szene geschehen ist. Ist bei so einem Film nicht weiter wild, zeigt aber, dass man das ganze Spektakel doch langsam etwas überdrüssig wird.

Aber vormachen tue ich mir nichts, Sharknado: The 4th Awakens werd ich mir auch sicherlich irgendwann noch reinziehen. Ich hoffe nur mal, alle haben schön brav #AprilDies gehashtagged, als das noch ging. Denn Tara Reid hat sich mal wieder entschieden so zu schauspielern, wie in allen Filmen seit American Pie: Nämlich gar nicht. Andere „Stars“ mögen schlechte Schauspieler sein, aber Frau Reid versucht es irgendwie gar nie erst. Sie nuschelt ihre Sätze in einer Monotonie dahin, es ist echt erschreckend. Sharknado ohne Tara Reid wäre gleich noch ein Stück besser.

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Shark Week III – Sharknado 2

ava-1651Nach dem Sharknado in LA sind Fin und seine Ex-Frau April richtig berühmt geworden. Sie hat ein Buch geschrieben, er ist der Held des Tages, der alle gerettet hat. Und auf dem Flug zu einer Signierstunde und Familienzusammenkunft in New York kann er direkt erneut den Held spielen, denn das Flugzeug kommt doch direkt in den nächsten Haisturm! Haie überall, die in die Fluggäste und den Kapitän propellert werden, weswegen Surferboy Fin zeigen kann, dass er doch tatsächlich einen großen Passagierflieger sicher inmitten eines Sturmes voller Meerestiere landen kann.

Glücklicherweise verliert April dabei eine Hand, was dazu führt das Tara Reid dankenswerterweise nicht so viel im Film „schauspielern“ kann, sondern für den Mittelteil ins Krankenhaus abgeschoben wird. Außerdem kann sie im Finale, wenn überall Haie auf New York niederprasseln, die Bevölkerung mit Kettensägen, Baseballschlägern, Molotov-Cocktails zurückkämpft, vor dem abgetrennten Kopf der Freiheitsstatue geflohen werden muss, dadurch mit einem improvisierten Kreissägen-Arm antreten.

The Asylum ist über die Jahre wirklich weit gekommen. Nicht in Qualität versteht sich, aber was das Budget angeht. Natürlich ist immer noch alles extrem low budget anzusehen, aber es gibt schon einen Unterschied zwischen den ersten Filmen wie Mega Shark vs. Giant Octopus, wo man selbst die billigen CG-Tiere nur für gut 2 Minuten der 100 Minuten Laufzeit zu sehen bekommt, gegenüber den aktuelleren Streifen, bei denen der Einsatz von CG fast genauso schlecht aussieht, aber es immerhin viel mehr davon gibt. Zu lang für was sie sind finde ich die Filme zwar meist immer noch, sogar den ersten Sharknado – deren bis dato wohl bestes Output – aber es ist immerhin schon mal voller Action und Hai-Sichtungen, trotz dem vergleichsweise immer noch Taschengeld-Budget von 1-2 Millionen.

Aber Sharknado war dank der modernen Internet-Kultur, in dem jeder besonders sein und als erster das kräzi Zeug entdecken will, ein enormer Hit geworden, und so war Sharknado 2: The Second One (ugh, der furchtbare Titel war btw ein Voting, um mal zu zeigen, was jene Internet-Kultur für witzig hält) ein ziemlich groß aufgezogenes Ereignis, mit gefühlt 300 Cameos von US-C-Promis bestückt, Sharknado 3 ist bereits für nächstes Jahr angekündigt.

Und tatsächlich ist Sharknado 2 der erste Asylum-Film, der für mich keinerlei Längen hatte, obwohl er die üblichen 90 Minuten einnimmt. Er bekommt die für mich richtige Balance hin ziemlich dämlich und over the top zu sein, ohne dabei ständig mit einem übertrieben-nervigen Augenzwinkern das Publikum mit der Nase draufzustoßen, wie bewusst dämlich man doch hier ist. Es gibt nur sehr wenig Downtime, sondern ständig fliegt jemandem ein Hai um den Kopf, oder die kleine Familie flieht, oder bereitet sich auf einen Gegenschlag vor. Extrem dämliche, aber auch ziemlich gute Unterhaltung – wenn man mit diesem Trash was anfangen kann.

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Shark Week II – Jersey Shore Shark Attack

ava-1596Für diejenigen, die nicht Bescheid wissen (und kein South Park schauen): The Jersey Shore ist eine amerikanische „Reality“ TV Show, in der ein Haufen oberflächlicher, asozialer Jungerwachsene Party feiern und sich allgemein zum Idioten machen, alles vor einem „Faszination am Grauen“ Publikum, von dem die Hälfte öffentlich nie zugeben würden, so einen Schwachsinn zu schauen. Als Vergleich bietet sich, nehme ich mal an, Berlin Tag und Nacht, nur extremer, da in den USA alles eine Nummer Größer ist.

Man sollte also meinen, dass Jersey Shore Shark Attack ziemlich launig werden kann, denn The Jersey Shore zu parodieren fällt extrem einfach, ist die Show an sich doch fast schon eine Selbstparodie, mit den Muckibuden-Muskeln, dem übertriebenen Selbstbräuner, den halb rausfallenden Titten, schlechten Haarverlängerungen, meterdickem Make-up und absolutem Vakuum im Kopf. Alles, was Syfy also hätte machen müssen, ist 1:1 Szenen aus der „echten“ Show zu kopieren und zwischendurch einen der schlechten CG-Haie jemanden fressen lassen.

Das Ding ist nur, Jersey Shore Shark Attack benutzt sein eigenes Gimmick, die einzige Sache, die es von den tausend anderen schlechten SyFy/Asylum Haifilmen absetzt, überhaupt nicht. Klar, zu Beginn werden uns all die Charaktere mit ihren dämlichen Namen wie Nookie und The Complication vorgesetzt, während sie bei einem der schlechtesten Wet-Shirt-Contests aller Zeiten sind, da die Mädels alle Bikini Tops drunter anhaben… aber ziemlich schnell wird aus dem Film einfach ein absoluter 08/15 Haiangriffs-Film, nur dass die Hauptcharaktere orangene Haut haben.

Statt also zumindest etwas Originalität in Form einer Jersey-Shore-Parodie zu bieten, füllt sich der Film scheinbar lieber mit allen Klischees an, die TVTropes zu bieten hat. Unser Hauptcharakter hat ein Love Interest, mit der er sichs verscherzt hat und gegen Ende wieder zusammenkommen muss. Gleichzeitig muss er sich seinem Vater beweisen, deren Verhältnis seit dem Tod der Mutter angespannt ist. Dann geht noch eine Rivalität der Snob Kids vs. Underdogs los. Und natürlich steckt hinter dem Auftauchen der Albino-Bullenhaie eine fiese Firma, die alle Warnungen in den Wind schlägt, um ihrem Zeitplan nicht hinterher zu hinken. Statt die Gelegenheit zu nutzen, sich über die Protagonisten von The Jersey Shore und dumme Haifilme an sich lustig zu machen, wird ein Film wie jeder andere geboten, nur überfüllt mit gehabten Ideen, die alle nicht wirklich ineinander greifen, und ein zielloses Durcheinander ergeben.

Selbst die Haiangriffe sind nicht so toll, wenn auch zahlreich. Die CG-Haie sind lächerlich wie eh und je, und sterben bei der kleinsten Kleinigkeit. Eine Kugel durch die Rückenflosse reicht aus, um die Schwächlinge auszuschalten. Auch wenn ich es schön finde, wie viel Blut bei den Angriffen fließt, selbst wenn das Opfer zunächst nur drei Finger verliert, wird er eine gute Minute lang mit literweise Blut besprüht. Das war launig, aber sonst auch nichts.

Der Wikipedia-Eintrag zum Film ist wirklich herrlich, weil die Handlungszusammenfassung tatsächlich nur aus dem einen Satz „The film centers around a series of deadly shark attacks in New Jersey.“ besteht. Thanks, Captain Obvious. Aber tatsächlich ist das wirklich alles, was im Film drin ist. Haie greifen die Küste von New Jersey an. Der Film ist so schmucklos und unbesonders, ohne jeglichen Witz oder Cleverness.

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Shark Week – Sharknado

ava-1531Natürlich. Wie könnte es auch anders sein, als Sharknado diese Woche zu inkludieren. Als alle bereits von den billig-trashigen Hai-/Monsterfilmen, die uns The Asylum, der SyFy-Channel und Co. über die letzte Dekade entgegengeworfen haben, ziemlich ermüdet waren, war es jener Film, der das Internet letztjährig wieder in gewaltige Unruhe brachte. Einem solchen Titel kann man einfach nicht widerstehen, auch wenn ich natürlich mal wieder nicht zeitig auf dem Bandwagon gelandet bin.

So bringen uns also The Asylum in Zusammenarbeit mit SyFy einen Film, der nicht nur eine Menge Killer Sharks verspricht, sondern gleichzeitig einen Naturkatastrophenfilm mit reinhaut. Denn ein Sturm zieht auf an der Küste von LA. Zunächst wird die halbe Stadt überflutet, so dass hunderte Haie einfach mal so durch die Straßen schwimmen, in Pools auftauchen, mit Druck aus der Kanalisation raus geschleudert werden. Und immer ziemlich treffsicher auf Menschen landen. Dann wiederum ist Los Angeles eine Millionenmetropole und somit Opfer zu treffen nicht sonderlich schwer – ob die kalifornische Küste wiederum ein solches Haivorkommen hat, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Doch das ist natürlich nicht alles, während unser Hauptcharakter mit seinen Freunden also noch dabei ist, seine Familie evakuieren zu wollen, tauchen drei Wasserhosen auf, die ebenfalls jeweils ein paar hundert Haie aufgesogen haben, und nun wie Torpedos auf die Bevölkerung abfeuern. Was bleibt einem da schon übrig, als sich mit Knarre, Kettensäge und selbstgebauten Bomben zu bewaffnen, und dem Sturm Auge um Auge entgegen zu treten?

Ich mochte Sharknado. Etwas overhyped mag er eventuell schon sein, denn der richtig verrückte over the top Scheiß passiert mal wieder erst auf die finalen 20 Minuten, wenn die Sharknados wirklich auf Land stoßen und unsere Protagonisten gegen feuern, so dass ich wie so häufig bei diesen bewussten Trash-Filmen der Meinung bin, eine knackige Stunde Spielzeit hätte es auch bereits getan, aber Sharknado ist definitiv die bisher beste Asylum-Produktion, die ich zu Gesicht bekommen habe.

Denn Sharknado macht Spaß. Nicht nur beim Zuschauer, sondern es kommt auch so rüber, dass die Leute hinter der Produktion richtig demente Laune an dem Teil hatten. Denn wenn man schon einen saublöden Haifilm macht, dann kann man doch verdammt wenigstens den besten schlechten Film machen, der drin ist. Und das war bisher immer mein Problem mit den meisten Produktion vom Asylum und Syfy, nämlich das sie so halbherzig hingerotzt wirken, als hätte keiner die Dinger wirklich machen wollen.

Hier war aber jemand am Werk, der mehr davon versteht, warum es gewisse B-Movies zum Kultstatus schaffen, obwohl sie schlecht gemacht und strunzdämlich sind. Die Charaktere lassen also jede Menge corny Catchphrases hier und dort los; machen die unmöglichsten One Liner Jokes; sind permanent auf der Flucht vor Wasser, Wind und Haien; improvisieren Evil-Dead-ähnliche Waffen, und bekämpfen die Windhosen damit, dass sie sie kaputt bomben; während aus jeder Pfütze und Wasserrinne ihnen Haie entgegen geworfen werden, bis sie am Ende tatsächlich vom Himmel regnen. Kurz und knapp, Sharknado ist schon eine gewisse Gaudi.

sharknado

Tin Man

DG ist Studentin und arbeitet nebenbei als Bedienung, lebt mit ihren Eltern auf einer Farm in Kansas. Außerdem hat sie seltsame Träume von einer Frau, die ihr sagt, ein Sturm würde kommen. Und der kommt dann auch, nämlich ein Reisesturm, der unsere Welt mit der Outer Zone verbindet, da Azkadellia, die die Macht über die O.Z. übernommen hat, ihre Schergen zur Ergreifung DGs rüber schickt. Denn aus irgendeinem Grund soll DG wissen, wo der Smaragd ist, den sie braucht, um zur Eklipse ihre Machtergreifung zu besiegeln.

DG gerät auch in die O.Z. allerdings ohne von Azkadellias Mannen ergriffen zu werden. Stattdessen trifft sie erst Mal auf Glitch, dem ehemaligen Berater der vorigen Königin, dem Azkadellia das Hirn genommen hat, auf das er seine Geheimnisse nicht preis geben kann, da er sich selbst nicht mehr an sie erinnert. Als nächstes treffen sie auf Cain, den sie aus seinem Metallgefängnis befreien, von wo er endlos eine Aufnahme des Mordes seiner Familie mit ansehen muss. Er war früher mal ein Tin Man, ein Polizist in der Central City, und rät dort doch mal beim Mystic Man vorbeizuschauen, wenn DG Hilfe braucht. Vorher wird aber auch noch der Biestmensch Raw, dessen Rasse telepathische Fähigkeiten besitzt und von Azkadellia versklavt wurde, eingesackt.

In der Central City finden sie den Mystic Man auch, doch hat auch jener sich verändert, ist nämlich ein blabberndes Wrack auf Droge. Dennoch kann DG ihm einen Reim entnehmen, der sie zu ihrer Mutter in den eisigen Norden führt. Zu ihrer wahren Mutter, denn die beiden Eltern aus Kansas waren Androiden, dazu programmiert, sie großzuziehen, während sie von der O.Z. weg ist. Im Eisschloss wird sie nun etwas über ihre Familiengeschichte erfahren, sowie herausfinden, dass Azkadellia DG eigentlich schon als kleines Kind umgebracht hat.

Noch vor der SciFi-esquen Neuinterpretation von Alice erschien der Dreiteiler Tin Man, der sich natürlich The Wonderful Wizard of Oz widmet. Und natürlich auch alles frei von der Leber weg neu interpretiert, kaum noch etwas ist, wie im „richtigen“ Oz, wobei jene Geschehnisse erneut referiert werden. Die echte Dorothy Gale und ihren Trip nach Oz gab es, erneut damals, als das Buch geschrieben wurde, also gute hundert Jahre vor Tin Man. Diesmal gibt es gar nicht so viele SciFi-Untertöne, sondern es bleibt recht Fantasy-isch, mit ein wenig Steampunk hier und dort.

Natürlich ist es erneut recht interessant, anzusehen, was man aus den Figuren und Ereignissen des Originals gemacht hat, welche Hinweise auf die ursprüngliche Geschichte gelegt sind. Und es ist ähnlich Alice auch eine durchaus interessante und sehenswerte Miniserie geworden. Allerdings auch hier das Problem, dass die erste Folge doch mehr verspricht, als die folgenden dann einzulösen wissen. Es war dann doch eine recht gewöhnliche Fantasy-Handlung einer bösen Hexe, die Magic Trinket XYZ zur absoluten Macht sucht und einer Andersweltlerin, die auftaucht, jenes findet und das Böse vertreibt. Schlecht war es nicht, aber nach der ersten Folge hätte ich erwartet, dass da etwas mehr kommt. Zumal das Ding mit 4 1/2 Stunden ja reichlich Zeit hat, die aber auch nicht unbedingt immer optimal füllt. Keine Ahnung, warum so Fernseh-Mehrteiler immer etwas überlang sein müssen und ihre Zeit nicht ganz so gut nutzen.

Was mir jedoch richtig auf den Keks ging, war Zooey Deschanel, die die DG spielt. Überall lese ich, wie toll sie ist und wie herrlich quirky sie das Mädel portraitiert. Für mich kam es durch die Bank weg wie miserables Schauspiel rüber, mit emotionslos gelieferten Sätzen, merkwürdigen Wortbetonungen und Pausen in ihnen. Alle anderen liefern mindestens solide Arbeit, selbst das etwas arg dramatische chargieren von Kathleen Robertson als Azkadellia passt IMHO zur Rolle, aber die Deschanel, mit der konnte ich absolut nichts anfangen.