Gunpey EX

ava-1825Wie bereits erwähnt ist Gunpei Yokoi nicht nur der Schöpfer von Game & Watch, GameBoy, arbeitete an einigen frühen berühmten Nintendo-Franchises, und erlangte Infamie durch den Virtual Boy, sondern nachdem er nach Jahrzehnten bei Nintendo in 1996 seine eigene Firma gründete nahm Bandai in an Bord für deren Handheld-Projekt. Aus Yokois Konzept sollte letztendlich der 1999 erschienene WonderSwan werden… doch Yokoi selbst erlebte das Release nicht mehr, er verstarb bei einem Autounfall 1997. Das letzte Spiel, an dem er Input hatte, und welches ein Launchtitel des neuen Handhelds war, wurde prompt ihm zur Ehre Gunpey genannt. Und war erfolgreich genug um auf dem WonderSwan Color, Handy, Playstation, DS und PSP rereleased zu werden.

Gespielt habe ich Gunpey EX für den WonderSwan Color, weil wenn es schon eine Aufbereitung in Farbe und Bunt gibt, dann nehme ich doch die, oder? Wobei ich feststellen musste, dass diese Version keinen „Story Mode“ offeriert, wo man gegen die CPU spielt, und welchen die monochrome Version wohl noch hatte.

gunpey1

Ach ja, was für ein Spiel ist Gunpey überhaupt, hmm? Puzzle Game, schlicht und simpel. Das Spielfeld besteht auf 5×10 Feldern, die meisten (zunächst) leer, allerdings einige mit Linien gefüllt. Als da wären: nach rechts oben [/], links hoch [\], ein v [v] und auch dessen böser Bruder [^]. Mit jenen versucht man jetzt ganz nach ASCII-Art eine Linie über die fünf Felder von Links nach Rechts zu füllen, wobei man nur vertikal zwei benachbarte Felder tauschen kann, woraufhin die gerade erstellte Zündschnur explodiert. Dabei scrollt die ganze Sache natürlich beständig gegen oberen Spielfeldrand, und sollte ein Symbol dort ankommen, heißt es Game Over.

Die Sache wird dann etwas komplexer, wenn man versucht das zu tun, was der Hauptpunkt von Puzzle Games ist: Einen möglichst hohen Score zu erreichen. Den gibt es natürlich nicht nur einfach durch beständiges Spielen und dabei möglichst weit kommen, bevor die sich erhöhende Geschwindigkeit zu hoch wird, und was zwangsläufig über den oberen Bildschirmrand gerät. Nein, es gibt natürlich auch Bonuspunkte. Beispielsweise wenn man es schafft das alle momentan sichtbaren Symbole aufgebraucht sind. Außerdem bleibt eine zerstörte Linie für ein paar Sekunden halb durchsichtig stehen, und man kann weitere Linien anfügen – ergeben die erneut eine komplette Bahn von einem zum anderen Bildschirmrand, wobei sogar die noch durchsichtige, eigentlich schon beendete Linie mit gelten kann, dann gibt es hierfür mehr Punkte.

Das sind die Grundlagen, dazu kommen dann 5 verschiedene Spiel-Varianten. „Endless“ ist einfach nur auf High Score bis zum Game Over zu spielen. „Stage“ hingegen unterteilt das Spiel eben in diverse Stages, wobei das Ziel von jedem ist, eine gewisse Anzahl an Linien zu schaffen, erneut bevor es zum Game Over kommt. „Puzzle“ hingegen offeriert ein starres Spielfeld. Hier muss nun aus allen vorhandenen Symbolen eine einzelne Linie geformt werden, und zwar so, dass sie auf einen Schlag verschwindet. Bei der EX-Version wohl neu hinzugekommen ist zudem „Time Attack“, bei dem man unter Zeitdruck möglichst viele Punkte abräumen muss, und „Free“, welches ein Trainings-Modus ist, bei dem man nicht verlieren zu können scheint. In den eigentlichen Herausforderungen können übrigens weitere Spielfeldhintergründe freigeschaltet werden.

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Dennoch ist es etwas schade das es hier keinen „Story Mode“ gibt, man also nicht gegen die CPU spielen kann, so blieb einem nur der 2-Spieler-Modus, um gegen reale Opposition anzutreten, wenn man denn einen Gegner haben wollte, und das fällt nun natürlich komplett flach. Ich weiß noch bei den Bust a Move zumindest die meiste Zeit in den vs. CPU Stages verbracht zu haben.

Was nicht heißen soll, dass Gunpey nicht dennoch sehr süchtig machende Kurzzeitmotivation aufbietet. Eben wer sich an Tetris und Co. satt gespielt hat, bekommt hier einen weiteren Score-Puzzler geboten, der einfach zu lernen und schwer zu meistern ist, der dann eben doch mit 5 Spielvarianten aufzuwarten weiß, und bei dem man schnell mal die Zeit verlieren kann im wiederholten „nur noch ein Versuch“. Wobei zumindest ich persönlich es schwerer finde in den Linien eines Gunpey zu denken, denn die einfacheren Blöcke von Tetris oder das Steinzuordnung eines Bejeweled.

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