GameGearing: Defenders of Oasis

ava-2118Bei Defenders of Oasis haben wir es mit einem RPG aus dem Jahre 1992 zu tun, welches direkt von Sega selbst stammt, die haben sich irgendwann tatsächlich halbwegs anständig mit dem Genre selbstversorgt. Dabei gibt es übrigens keinerlei Zusammenhang mit Beyond Oasis auf dem MegaDrive und dessen Sequel Legend of Oasis auf dem Saturn, deren Namen eh alle nordamerikanischen Ursprungs sind, in Japan haben die mit Story of Thor und Sadam Crusader keinerlei Ansatzpunkte zueinander.

Wir spielen also einen etwas faulen Prinzen in einem Land aus Tausendundeiner Nacht, dessen Königreich vom Untergebenen des fiesen Ahriman, von dessen legendären Niederlage die Standbild-Sage zu Spielbeginn erzählte, angegriffen wird. Also greift sich der Prinz die Flasche mit dem sehr fies dreinblickenden, aber durchaus zu den Guten zählenden, Dschinni, und macht sich auf die Reise andere Länder und die ihm versprochene Prinzessin vor dessen Einfluss zu retten.

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Defenders of Oasis wird dabei auf den ersten Blick den Eindruck eines ziemlich klassischen rundenbasierten RPGs in Kapitelunterteilung machen. In je fünf von der Länge eskalierenden aber insgesamt trotzdem nicht zu extremer Spielzeit verhelfenden Episoden sind wir jeweils in einem neuen Landstrich unterwegs, zu dem es in der Regel eine Stadt und ein bis zwei Dungeons gibt. Wir beseitigen das Übel dort, welches mehr oder minder mit Ahriman oder dem Weg zu ihm zusammenhängen mag, darunter auch einfach mal Ali Baba und seine Räuber, und ziehen dann weiter bzw. werden vom Plot weiter gedrängt. Nach und nach kommen wir auf vier Charaktere, die ausgerüstet und gelevelt werden wollen, damit sie in den Kämpfen auch weiterhelfen können. So weit, so gewohnt.

Ein paar kleine Besonderheiten hat sich das Spiel dann aber doch ausgedacht. Zum einen wäre da der Dschinni an sich. Er ist der einzige Charakter, der Zaubersprüche sprechen kann, was ihn natürlich besonders bei den Bossen durch Heilung und Buffs/Debuffs wichtig werden lässt. Allerdings ist er auch der einzige Charakter, der nicht normale Level aufweist und über Erfahrungspunkte stärker wird, sondern durch Lampenpolitur, die gekauft oder in Dungeons gefunden werden muss. Ziemlich schnell wird er wirklich zum schwächsten Charakter des Teams werden, dessen einziger Zweck die Zauber bleiben. Übrigens auch etwas anders in den Kämpfen ist wer wann agieren darf. Und zwar ist das Spiel im Grundsatz rundenbasiert, dann kommt es aber doch auf die Agilität der Charaktere und Gegner an, wer dran kommt, wodurch es schon vorkommen kann, dass ein schneller Charakter drei Mal dran war, bevor der Prinz das erste Mal agieren kann. Die Sache bleibt dennoch etwas undurchsichtig wie häufig wer und vor allem vor den Gegnern dran darf, so ein wenig random schien mir das weiterhin. Auch anders funktioniert hier Vergiftung, die nicht jede Runde HP kostet, sondern nur Nachrichten darüber mit sich bringt, dass sie langsam schwerer und schwerer wird, bis der Charakter am Gift gestorben ist.

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Einen eigenen Stil bringt Defenders of Oasis auf jeden Fall mit. Der Welt sieht man seine Zugehörigkeit zu Tausendundeiner Nacht auf jeden Fall an, und auch die Standbilder zu Beginn und Ende des Spieles, sind hübsch anzusehen, zudem die unanimierten Sprites der Gegner im Kampf schön groß. Über die Farbgebung lässt sich hier und dort definitiv streiten, welche schon mal zu sehr Augenunfreundlichen Kombinationen führen kann. Distinkt zum Setting passt auch die Musik, und ein oder zwei Sprachsamples gibt es auch noch. Von daher technisch durchaus alles aus dem Handheld rausgeholt.

Jenes etwas wenig häufig in RPGs anzufindende Setting und die leicht humorige und sich nicht immer sehr ernst nehmende Umsetzung der Angelegenheit ist dann auch das, was dem Spiel Pluspunkte einheimst. Der Rest spielt sich, trotz einiger Besonderheiten, wie ein relatives Standard-RPG, mit entsprechendem Grind und allem. Mit der üblichen Spielzeit von vielleicht einem Dutzend Stunden macht dies Defenders of Oasis zu einem nett-kleinen Happen, von dem nicht abgeraten werden muss. Gab eben doch RPGs auf dem GameGear, die brauchbar waren, wie Defenders of Oasis und Lunar: Walking School mittlerweile beweisen konnten.

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