Persona 4 Dancing All Night

ava-2702Als ich Persona 3 und Persona 5 Dancing spielte, hatte ich wirklich viel Spaß. Weswegen ich es immer etwas schade fand, dass an das Persona 4 Äquivalent zu kommen, so unnötig schwer ist. Man muss eine Vita besitzen, und wer tut das schon. Aber dann gibt es das ja auch noch auf der PS4! Doch eben nur, wenn man die Endless Night Collection vom 3er und 5er kauft als hinzugegebenen Bonus. Einzeln nachträglich erwerben darf man es nicht. Netterweise hat mir jemand seine PS4-Bilbiothek geteilt, damit ich es doch endlich mal spielen darf.

Spielerisch ist natürlich das gleiche Rhythm Game zu erwarten, welches auch die beiden Nachfolger bieten werden. Während im Hintergrund die jeweiligen Charaktere in ihren Kostümchen auf verschiedenen Stages tanzen, fliegen im Vordergrund die sechs verschiedenen Button-Inputs herein: auf der linken Seite drei Richtungstasten, auf der rechten Seite drei Face Buttons. Zusätzlich noch die „Scratches“-Kreise, die über den rechten Analogstick oder eine Schultertaste angeworfen werden. Manchmal müssen auch zwei Buttons gleichzeitig gedrückt werden, oder Buttons sind für längere Zeit zu halten. Immer schön alles anschlagen und der Kombometer geht für den Endscore hoch. Zu viele Inputs verpassen und die Zuschauerstimmung geht runter, bis man am Ende entweder nicht den nächsten Musik-Track freischaltet, oder sogar den aktuellen mittendrin abgebrochen bekommt.

Schön ist erneut, dass es so einige Customisation-Optionen zum Freischalten gibt. Sowohl um die Sache einfacher wie auch schwerer zu machen, mit entsprechendem prozentualem Bonus oder Negativeffekt auf den High Score. So kann beispielsweise eingestellt werden, dass die Buttons erst kurz vorm „Ziel“ auftauchen. Aber auch, dass es egal ist, welchen Knopf man drückt, um sie zu aktivieren. Die eine Sache, die ich allerdings in den Nachfolgern besonders gut fand, gibt es noch nicht: Die Zuschauermentalität kann nicht geändert werden. Ich bin in den Nachfolgern gern nach Easy auf Normal und dann sogar Hard gegangen im Schwierigkeitsgrad, habe aber die Zuschauer bei letzterem auf Normal gestellt, damit ich eben nicht nach drei verhauenen Inputs bereits aus dem Song geschmissen werde. Schade, dass das hier nicht geht. Gewisse andere Erleichterungen, wie eben doch alle Inputs mit egal welchem Knopf machen zu können, waren mir dann doch etwas zu doof. Ich hätte gern schon alle Hard-Inputs gehabt, aber eben mit einem etwas nachgiebigerem Publikum.

Ansonsten ist alles beim Alten, oder besser gesagt wie bei den Jüngeren. Die Optik ist kunterbunt und spaßig. Es ist sehr charmant, dass die einzelnen Teammitglieder verschiedene Tanzstile und Perfektion aufweisen, weil sie halt verschiedenen Background haben. Die geremixte Musik aus dem Persona 4 OST ist allemal sehr eingängig. Mit zwei Ausnahmen, sowohl das sehr langsame „Heaven“ wie auch „Pursuing My True Self (Shinichi Osawa Remix)“ fühlen sich einfach nicht gut an, weil die Button-Inputs geradezu random statt auf dem merkwürdigen Beat der beiden Stücke reinkommen. Aber das sind nur zwei Ausnahmen in der ansonsten tollen Track-Liste

Auch neue Kostüme im Spiel zu bekommen, ist hier noch etwas schwieriger. In den Nachfolgern müssen lediglich die Social Events mit Charakteren angesehen werden, die es hier noch nicht gibt, um sie freizuschalten. In Persona 4 Dancing ist das alles in einem Shop und muss für im Spiel erhaltene Punkte gekauft werden. Was schon recht kostspielig ist über mehrere Kostüme pro Charakter plus Dutzende an Accessoires. Zusammen mit den schwerer zu erreichenden Trophies scheint mir P4D wesentlich mehr darauf ausgelegt zu sein, es repetitiv beständig erneut und erneut spielen zu müssen, um alle Unlocks zu bekommen. Ich weiß nicht, wie ich mich dabei fühle. Es ist nett, dass auch Leute, die es immer wieder rausholen, noch neue Dinge freischalten können. Gleichzeitig hätte ich lieber die Dinge schon frühzeitiger für spaßige Customisation, als Langzeitmotivation gibt es ja immerhin die High Scores.

Eine weitere Sache, die hier auch noch anders ist, ist die Wichtigkeit der Handlung. Atlus hat ja den blöden Einfall, dass alle Spinoffs canon sein müssen, und bei P3 und P5 Dancing eindeutig aufgegeben, in dem jene halt einfach irgendwelche Traumszenarien sind, die anschließend wieder vergessen werden. Zu Persona 4 Dancing hat man sich noch mehr Mühe gegeben, und eine richtige Handlung eingebaut.

Kurz nach den Ereignissen des Hauptspieles will Rise wieder ins Idol-Business zurückkehren und ihr erstes großes Event wird das Love Meets Bond Stage Event sein. Dessen Gimmick ist es, dass Idols zusammen mit normalen Teens von der Straße tanzen, was natürlich den Rest der P4-Gruppe einschließt. Auf der Idol-Seite steht ihr die mehrköpfige Kanamin Kitchen Gruppe zur Seite. Nur das deren Mitglieder verschwinden und nachts der Shadow Stage auftaucht, auf dem unsere Charaktere nun gegen die Shadows der Mädels Tanzeinlagen vollführen müssen. Das ganze geht dabei etwas halbherzig auf die Probleme im Idol-Business ein. Wie anstrengend es ist, wie schnell man sich fake fühlt, unter wie viel Druck man steht, wie man sich trotz all der Fans von wahren Freundschaften isoliert fühlen kann. Leider hat das Spiel dabei nie genug Biss, wirklich jene Probleme auch jemandem anheften zu wollen, sondern lässt sie im Raum schweben und findet recht einfache Resolutionen. Nett ist aber, dass es die Zeit findet, sich etwas über die doch sehr eindimensionale Charakterisation in den Persona Qs lustig zu machen.

Erneut wurde mir mit Persona 4 Dancing also ein poppiges und spaßiges Rhythm Game angeboten, mit den Charakteren einer Franchise, die ich mag, und mit Einstellungsmöglichkeiten, um es mir Koordinationsniete zu vereinfachen. Die beiden Nachfolger haben einige Dinge meiner Meinung nach zwar besser gelöst, aber die Fehler musste P4D eben erst Mal vorher machen.

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