Shmup it Up: Darius Twin, Force & Gaiden

ava-2647Nur weil ich hundsmiserabel in Shmups bin, bedeutet nicht, dass ich das Spektakel nicht cool finde. Und deswegen war mir nach mehr Darius. Denn man kann nie genug mechanische Fische zu Gesicht bekommen, auch wenn die Spiele viele davon untereinander wiederholen.

Die Sache mit Darius ist natürlich immer, dass sie aus verschiedenen Gründen ziemlich hart sein können. Frühe Teile geben einem beispielsweise schon mal gar keine Continues. Selbst in den Konsolenports nicht, wenn man Pech hat. Das hab ich nie verstanden. Ich kenne mich mit Arcades nicht so aus, aber kann man da nicht einfach mehr Münzen einwerfen, um zu continuen? Warum gibt mir die Konsolenversion dann nicht einfach unlimitiert? Lasst mich zumindest einstellen ob ich keines oder unlimitiert haben will?

Eine andere Sache ist, dass Darius einem gern die Upgrades nach einem Ableben runterschraubt. Das machen viele Shmups. Deren Upgrade-System ist allerdings so, dass es nur einige Power Ups benötigt, um (wieder) auf voller Power zu sein. Das System in Darius ist allerdings so, dass es extrem viele Upgrades gibt. Der normale Schuss wird zunächst um mehrere Stufen aufgebessert, verändert sich dann zum stärkeren Laser, der erneut mehrere Stufen hat, wird dann zum finalen Wave mit mehreren Stufen. Das gibt den Spielen wirklich ein enormes Gefühl davon, wie weit man gekommen ist, wenn man es tatsächlich weit schafft. Allerdings benötigt es auch fast das ganze Spiel, um bei voller Power zu sein. Entsprechend ist man häufig in einer aussichtlosen Situation, wenn man in einem der späteren Stages ein Leben verliert, weil man nie wieder volle Feuerkraft erhalten kann.

Nun gut, zunächst begann ich meinen Dariusthon deswegen mit Darius Twin. Das ist nämlich kein Arcade-Release, sondern ein Spiel, welches exklusiv für das SNES gemacht ist. Dementsprechend lässt sich hoffen, dass es weniger darum designt ist, einem Münzen aus der Tasche zu ziehen, und mehr Chancen zum Überleben bereithält. Schön ist auf jeden Fall bereits, dass es einen 2-Spieler-Modus bereithält, den es bei Darius oft in den Konsolenversionen nicht gibt, selbst wenn die Arcade-Originale einen hatten. Nicht das es mir viel brachte.

In Darius-Tradition hat das Spiel mehr Stages als anders Shmups, hier 12 an der Anzahl, die in verschiedene Wege abzweigen – ein Durchgang ist immer 7 Stages lang. Allerdings ist in Darius Twin jene Verzweigung etwas eigen. Das erste, dritte und letzte Stage sind immer gleich, lediglich dazwischen zweigt es in zwei bis drei Alternativen ab. Normalerweise fächert Darius nach hinten aus. Die traditionell coolen großen Robotmeeresbosses sind natürlich auch hier. Der Quastenflosser ist ja Standard, wobei es hier einen Doppelkampf gegen zwei gleichzeitig gibt. Ansonsten haben wir auch Seepferdchen, Tintenfische, Krabben oder sogar eine Schildkröte neben den Fischen zu bieten.

Was den Schweregrad von Darius Twin angeht, so kann zwischen Normal und Easy gewählt, sowie die Leben bis auf 8 hochgestellt werden. Und was echt cool ist, ist die Tatsache, dass nach einem Ableben keinerlei Power-Downgrade geschieht. Das umgeht also die Problematik, dass das Schiff nach einem Respawn zu schwach ist, um wieder zu einer Stärke zu gelangen, die ihm eine Chance gibt, verhindert in einer Todesspirale gefangen zu sein. Dafür hat das Spiel allerdings auch keinerlei Continues zu bieten, sobald die Leben ausgegangen sind heißt es zurück zum Start. Das ist weniger nett.

Weiter geht’s zum zwei Jahre später ebenfalls exklusiv auf dem SNES erschienenen Darius Force, im Westen auch als Super Nova bekannt. Diesmal haben wir mehr Content als im Vorgänger. Beispielsweise kann zwischen drei Schiffen unterschiedlicher Schusskonfiguration gewählt werden, die durch die Stages fliegen. Davon gibt es nun 15, die in einem Quadrat angeordnet sind, so dass es insgesamt drei verschiedene Routen hindurch gibt. Durch die etwas eigene Konfiguration führt das allerdings dazu, dass die untere Route insgesamt durch fünf Stages führt, während die oberste mit sieben die längste darstellt.

Das Design ist hier übrigens etwas anders. Auch in Darius Force gibt es Tintenfische oder den klassischen Great Thing Wal als Bosse. Dazwischen stellt sich aber auch schon mal eine Schnecke oder ein Chamäleon in den Weg, eher untypische Tiere für das aquatische Darius. Und allgemein ist deren Optik etwas mechanischer, etwas realistischer robotisch als in den anderen Darius.

Einen Zwei-Spieler-Modus gibt es nicht mehr, dafür ist die Schwierigkeitsauswahl von Easy und Normal um Hard erweitert worden. Leben lassen sich nur auf maximal 5 stellen, dafür gibt einem das Spiel (unveränderbar) drei Continues. Nach einem Ablegen kommt es allerdings zu einem schweren Downgrade, was spät im Spiel zur erwähnten Todesspirale führen kann, bei der nach einem Tod nicht die Feuerkraft fürs anhaltende Überleben zurückerlangt werden kann.

Bleibt zum vorläufigen Abschluss noch Darius Gaiden. In der PS1-Version, allerdings handelt es sich im Original um ein weiteres Arcade-Game, welches lediglich rüberportiert ist. Was bedeutet, dass es den weitläufigen Fächer der Arcade Dariuse bereithält. Das Spiel hat insgesamt ganze 28 Stages zu bieten, die auf sieben Routen mit sieben verschiedenen End-Stages führen. Das ergibt noch detailliertere 2D-Grafik mit enormen Boss-Sprites, von ins Wasser und wieder herausspringenden Garnelen, zu einem Feuerfisch, der seine Flossen aufrichtet und wieder einfährt, zum mehr als den Bildschirm füllenden Wal Great Thing. Die Designs der Bosse waren noch nie so cool in Szene gesetzt.

Als Modi gibt es wieder Easy bis Hard auszuwählen, diesmal kann auch zu zweit gespielt werden, und zumindest auf Easy scheint es kein wesentliches Downgrade der Feuerkraft nach einem Tod zu geben. Leider gibt es aber auch nur 3 Leben und 2 Continues, bevor es Game Over heißt. Und Darius Gaiden ist echt bockschwer. Ich bin mir sicher manche Gegner- und Schusskonfigurationen sind mit der Hitbox des Schiffes nicht immer machbar auszuweichen und es kommt komplett darauf an, ob man zu dem Moment noch nicht das Schild verloren hat oder nicht. Selbst auf der obersten und somit einfachsten Route und auf dem Easy Mode wird die zweite Hälfte des Spiels höllisch. Da waren die beiden SNES-Spiele nichts gegen und schon da hatte ich meine Probleme.

Die drei Spiele zu spielen hat mich wirklich Darius Burst schätzen gelehrt. Weil bei dem der Easy Mode tatsächlich als solcher bezeichnet werden kann. Weil man dort unendlich Continues haben darf. So kann auch eine absolute Shmup-Nulpe wie ich nämlich die coolen Gegner-Designs und Mucke genießen ohne ständig in Bedrängnis zu beraten und nur mit großzügigen Save States das Ende zu sehen.

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