Ys vs Sora no Kiseki

Ys war lange die lukrativste Serie im Lineup des Nischen-Entwicklers Falcom, die hauptsächlich auf japanischen Heim-PCs unterwegs waren. Bis Mitte der 2000ern mit dem sechsten Teil, Sora no Kiseki/Trails in the Sky, Legend of Heroes an Ys vorbeizog und die PSP als Plattform Falcom unglaublich gut tat.

Kulminieren sollte das 2010 in Ys vs Sora no Kiseki: Alternative Saga. Im Prinzip das Dissidia unter den Falcom-Spielen, denn um sich gegenseitig mal so richtig schön kloppen zu können, kommen Charaktere aus Ys und Kiseki zusammen, bevorzugt die aus den gerade aktuell beliebten Ys Seven und der Sora no Kiseki Trilogie.

Ich habe übrigens nur den Story Modus gespielt. Das Game offeriert natürlich auch noch ein paar mehr oder weniger freie Klopperei ganz zwanglos aller freigeschalteter Charaktere, ohne dazwischen viel Text verlieren zu müssen. Die Story gibt einem allerdings nur fünf davon zur Auswahl: Adol und Estelle, die Hauptcharaktere aus den Titelgebenden Ys beziehungsweise Trails in the Sky; Geis aus Ys VI/Seven; und Tita und Kloe aus Trails in the Sky.

Alle drei haben grundsätzlich die gleiche Story darüber, dass ein altes Böses erwacht ist und deswegen Helden aus anderen Dimensionen beschworen wurden, die teils aber vom Bösen übernommen sind und sich somit einander in den Weg stellen. Kleinigkeiten sind anders und gegen wen in welcher Reihenfolge gekämpft wird auch, aber im Groben spielt sich jede dieser Kampagnen im gleichen Ablauf. Immer drei Kämpfe Mano-a-Mano gegen andere Ys/Kiseki-Charaktere und dann ein größere Boss-Kampf. Entweder mehrerer Charaktere gegeneinander oder gegen ein größeres Monster.

Als Partner-Charaktere für jene Kämpfe mit mehreren Beteiligten und als spielbare Charaktere der freien Zusatzmodi stehen natürlich noch eine Reihe weiterer aus den Franchises zur Verfügung wie Chester, Dogi und Aisha aus Ys oder Joshua und Olivier aus Trails etc. Sogar noch weitere, teilweise obskurere Charaktere, stehen als Supports zur Verfügung, die nicht normal kämpfen, sondern andere Boni freischalten. Weitere Verbesserung des aktiv gespielten Charakters kommt über Level Ups durch erfolgreich bestandene Kämpfe, Aufbessern der Rüstung und Skills (plus deren Neukauf) im Shop und Ausrüstung von Accessoires für andere Bonuseigenschaften.

Leider muss ich allerdings auch zu Ys vs Sora no Kiseki sagen, dass es, ähnlich wie The Bouncer, meiner Meinung nach etwas zu unpräzise ist. Das Spiel basiert auf der Engine von Ys Seven und die ist eben für das schnell-wilde Gekloppe in einm Action RPG gemacht. Ich finde die Kämpfe ehrlich gesagt zu schnell und hektisch. Es gibt zu viele Effekte durch Perfect Guards oder Skilleinsatz. Die Kamera ist zu weit raus, die Charakterfiguren zu klein. Da ist es extrem schwer die Übersicht zu halten und nicht einfach Button-mashing zu betreiben und auf das Beste zu hoffen. Wenn mehr als der Spieler und ein Gegner auf dem Kampffeld ist, ist es sowieso unglaublich schwer, immer auseinanderzuhalten, wer wer ist. Die verschiedenen Level einiger Kampfarenen sind auch gern mal mehr im Weg denn sonstwas. Ich fand des wild-übersichtslose Geprügel ehrlich gesagt nie sonderlich befriedigend.

Natürlich ist das Spiel vorrangig nicht gemacht, um in den Olymp der Fighting Games aufgenommen zu werden und fester Bestandteil offizieller Turniere zu werden. Es ist ein Fanservice-Spiel, bei dem man sich drüber freuen soll, die liebsten Charaktere und Bonusmaterial freizuschalten und sich zu den geilen Falcom-BGM aus den beiden Franchises schnell mal locker-flockig einen auf die Mütze zu geben. Und das liefert das Spiel auch ab. Dennoch wäre es schön, wenn es mechanisch etwas mehr hergegeben hätte.

Ys VIII: Lacrimosa of Dana

Ist eine Weile her, dass ich bei der Ys-Serie war. Vor sechs Jahren habe ich Ys VI erneut gezockt gehabt, das Jahr davor war ich Ys V angegangen. Aber der letzte aktuelle Teil war das Spielen von Ys Seven in 2011, also vor fast zehn Jahren. Doch jetzt, wo der neunte Teil bereits in Japan raus und für den Westen angekündigt ist, habe ich mir endlich Ys VIII: Lacrimosa of Dana zu Gemüte geführt.

Den besten Ersteindruck macht das Spiel ja schon Mal nicht, wenn ich das mal so sagen darf. Das Anime-Opening zum Beispiel sieht gut aus und die Melodie auf sich alleingestellt ist auch gut, aber wirklich zusammenkommen tun die nicht. Das eher ruhige Instrumental-Stück passt gut zum Hauptmenü oder als Ending. Aber zum Opening, welches alle Standard-Beats einer Anime-Serie voller Action bietet, will es nicht so ganz wirken. Dann starten wir das Spiel und finden uns in früher PS2-Grafik wieder. Suikoden III lässt grüßen. Mit rudimentären Charaktermodellen, deren Animationen nicht mit ihrer Bewegungsgeschwindigkeit einhergehen, so dass es mehr aussieht, als würden sie durch die Szenerie gleiten. Mit einem Schiff, das barebones Architektur aufweist und bei dem alles ein wenig zu groß im Vergleich zu den Charakteren ist. Die meisten Cutscenes haben enorm langweiliges staging und bieten ständige und geradezu zufällig wirkende Kameraperspektivenwechsel. Ich war echt überrascht. Ys VIII wirkt wir ein allererste 3D-Spiel aus den frühen 2000ern, nicht wie ein Spiel für PSVita und PS4, dessen Hersteller durchaus vorher schon Spiele in dieser Dimension zusammengebraut hat.

Allerdings ist es für Serien-Veteranen schon niedlich, dass der sexy junge Dogi sich noch voll darüber freut mit seinem Boyfriend Adol auf Schiffsreise zu gehen. Scheinbar hat er noch nicht herausgefunden, dass jedes Boot, auf welches Adol einen Fuß setzt, zum Kentern verurteilt ist. Wie Ys VIII auch mal wieder beweist, nachdem alle auf einer einsamen Insel stranden, die von prähistorischen Monstern bevölkert ist. Ganz nach Die Blaue Lagune, nur mit weniger minderjähriger Nacktheit und mehr Publikum, müssen Adol, Dogi und die anderen Gestrandeten hier nun erst Mal ihre eigene kleine Kommune aufbauen, bevor sie einen Weg finden können, die Insel wieder zu verlassen.

Auf der Insel wird der Eindruck des Beginns übrigens etwas revidiert. Hier sieht die Umgebung wesentlich besser aus und hat ein paar echt schöne Lokalitäten zu bieten. Die Cutscenes werden weniger häufig, so dass die darin befindlichen merkwürdigen Charakteranimationen weniger zwischen jenen im eigentlichen Gameplay ins Gewicht fallen, die ordentlich aussehen. In jeder dann doch mal spielenden Cutscene selbst das statischste Lagerfeuergespräch alle 10 Sekunden mit neuen Kamerasperspektiven in grundlosen Dutch Angles zu präsentieren, bleibt allerdings vorhanden. Der Amateurhafte Charaktere der Story-Präsentation nimmt mit der Zeit allerdings einen regelrecht charmanten Vibe an. Ein gutes Äquivalent zu B-Movies sind vielleicht doch weniger Spiele, die schlecht zu spielen sind, sondern deren Gameplay ordentlich ist und nur in der restlichen Umstzung diletantisch werden.

Ys VIII setzt übrigens den Trend der immer längeren Spiele in der Franchise fort. Ich persönlich war ja immer ein Fan davon, als sich Legend of Heroes und Ys konstrastierten. Legend of Heroes ist das lange traditionelle RPG mit stark ausgearbeiteter Handlung von 50 Stunden, während Ys das schnelle und spaßige Gameplay nicht unnötig aufbläht und nach 10-15 Stunden rum ist. Das ist freilich schon länger nicht mehr der Fall, Ys VI war 20 Stunden und Ys Seven bereits 30. Auch Ys VIII ist mit Dingen zugemüllt, bis es seine fast 50 Stunden Spielzeit erreicht.

Auch hier gibt es wie im Vorgägner mehrere Charaktere, die diesmal mit ihren verschiedenen Waffenarten die verschiedenen Gegnerschwächen angehen. Statt Adol also beispielswiese durch drei Elementarschwerter switchen zu lassen wie im immer noch besten Ys aller Zeiten, The Oath in Felghana, switcht man nun den selbst gespielten der drei aktiven Charaktere. Es gilt Ausrüstung und Waffen in der Schmiede aufzubessern, verschiedene teils auch kosmetisch Accessoires zu schneidern, und die Waffenskills durch beständiges Nutzen aufzubessern und neue zu erlernen. Irgendwie muss sich das weiterhin simpel-schnelle Kampfsystem ja auf die ganze Zeit strecken lassen, ohne langweilig zu werden. Und das wird es durchaus nicht. Durch die Gegend zu hetzen und alles im Weg niederzumähen ist so spaßig wie es immer war, auch weiterhin durch die pumpende Musik, die dabei läuft, und Ys-üblich immer ein rockiges Highlight darstellt. Bosse sind ebenfalls weiterhin imposant und mit dramatischen Titeln und Cutscenes eingeleitet, mit einem hier Handlungsbedingt animalistischen und Saurier-lastigen Thema, welches ich ebenfalls sehr gefällig finde.

Nicht so geil hingegen fand ich die Campverteidigung. In regelmäßigen Handlungsabständen wird die Kommune angegriffen und es heist somit dorthin zurückwarpen, um die Verteidigungswälle vor den einfallenden Horden an Monstern zu verteidigen. Die fand ich nie sonderlich unterhaltsam und den eigentlichen Spielverlauf eher ausbremsend denn bereichernd.

Ansonsten muss noch in den Arealen nach weiteren Überlebenden und besonderen Landmarken gesucht werden. Besagte neue Kommunen-Mitglieder können durchs Überreichen von Geschenken und erledigen von Nebenaufgaben freundlicher gestimmt werden. Die Verteidigungswälle wollen nebst des eigenen Equips aufgerüstet werden. Es kann geangelt und gekocht und gefarmt werden. Da auf einer einsamen Insel Geld keinen Wert hat, wird alles übers Crafting durch gefunden Gegenstände erledigt. Dungeons haben teils nächtliche Variationen. Ys VIII ist voller Zeug, um die dutzenden Spielstunden anzufüllen. Das ist schön für diejenigen, die all diese Extraschnörkel gut finden. Ich hätte wie gesagt gern wieder eine Rückkehr zu simpler-kürzeren Zeiten ohne den ganzen Extra-Ballast.

Ebenfalls nicht der größte Fan war ich von den Difficulty Spikes. Ich sehe ja ein, dass es eventuell etwas härter sein sollte, wenn man irgendwann wirklich gegen wortwörtliche Dinosaurier kämpft. Doch zunächst sind die Areale mit denen sehr unausgewogen hart, während alles davor total einfach war. Und wann immer dann wieder ein größerer Story-Brocken kam, kann es in einem Gebiet zunächst wirklich dazu kommen, dass alle paar Schritte eine Cutscene das Gameplay unterbricht, was auch nicht wünschenswert ist. Und bin nur ich es, der ständig die aufgeladenen Superattacken verschwendet, weil er L1 und R1 gleichzeitig drückt, da ich während des Rennens einen normalen Skill machen wollte? Nicht die beste Tastenbelegung.

Ys VIII reiht sich übrigens ein in die Reihe an Spielen, die, obwohl sie grafisch nicht viel hermachen, die PS4Pro(!) punktuell in absoluten Startender-Düsentrieb-Modus bringen. Schon irgendwie witzig.

Es gibt aber auch absolut Dinge, die ich mochte am Spiel. Beispielsweise sind die Charaktere wirklich charmant und ich fand es sehr schön mit anzusehen, wie gerade die Kämpfer-Sechsertruppe über das lange Abenteuer langsam zueinander findet. Hier wächst wirklich was zusammen und bleiben die Beziehungen nicht komplett statisch. Die Handlung scheint zunächst sehr 08/15, legt aber verspätet aufs Finale doch noch mal ein wenig zu. Besonders mochte ich den Evolutions-Blickpunkt vieler späterer Offenbarungen und es gibt ein paar echt nostalgischen Noten in der Endsequenz, wenn sich wieder voneinander getrennt werden muss. Die Musik ist soweiso wieder total geil und wie erwähnt das Gameplay durchaus spaßig.

All das klingt jetzt so ein wenig, als wäre Lacrimosa of Dana das Tales of der Ys-Franchise: Es sieht super Anime aus, die Story ist ziemlich durchschnittlich, die Charaktere sind charismatische Stereotypen, das Action-Gameplay ist button-mashy, und das ganze Unterfangen gut 20 Stunden zu lang.

So ganz lässt sich das meiner Meinung nach nicht bestreiten. Ich scheine da allerdings ziemlich alleine dazustehen. Von allen Seiten höre und lese ich, wie Ys VIII eines der besten RPGs der letzten Jahre sein soll. Während ich ähnlich wie bei Xenoblade damals wieder dastehe und nur Schulterzuckend „eh, so weit würde ich echt nicht gehen, aber ist schon ganz Ok“ erwiedern kann. Das ist es auch durchaus. Wie immer ist es einfach negativ zu klingen, weil sich über die weniger optimalen Dinge mehr schreiben lässt, als über die kompetent umgesetzten Sachen. Ys VIII ist abgesehen von seinem Cutscene-Staging auch absolut kompetent. Im Moment-zu-Moment-Gameplay sogar meist sehr spaßig, was immerhin das Wichtigste ist. Es bleibt für mich aber schlichtweg eines der schwächeren Ys-Teile, welches eben „nur Ok“ ist.

The Ark of Napishtim

ava-1602Ich hab dann mal auch das sechste Ys rausgeholt und re-gezockt. Damit werde ich bis auf IV alle gereviewed haben, und das bleibt wohl auch auf absehbare Zeit so, da ich nicht vor habe mir eine Vita zu kaufen, und ich mit den Versionen für SNES und PC-Engine nicht klar komme.

Aber zurück zu Ys: The Ark of Napishtim. Ich bin mir gar nicht mehr genau sicher, wie rum es damals war. Nämlich ob ich 2005 zuerst auf HardcoreGaming 101 aufmerksam geworden bin, welches mir Ys und MegaTen schmackhaft gemacht hat, passend zum damaligen EU-Release; oder ob ich mich zuerst für die Releases von Ys VI und Shin Megami Tensei III interessiert habe, und für weitere Infos auf HG101 gelandet bin. Auf jeden Fall war The Ark of Napishtim damals mein erstes Ys, frisch von Konami auf die PS2 gehievt.

Nach den Nachfolgern und nachfolgenden Remakes nun den sechsten Teil erneut gespielt, fällt halt doch auf, wie barebones es im Vergleich doch ist. Man muss sich wieder vor Augen führen, dass Ys V 1995 auf dem SNES erschienen ist, es also ganze 8 Jahre Funkstille war, bis Ys VI auf dem PC die Serie wiederbeleben sollte, Falcoms Millenniums-Remakes von Ys I.II Eternal/Complete außer acht gelassen.

Immerhin lässt sich sagen, dass sie ganz feine Arbeit geleistet haben. Ys dreht sich natürlich eh immer mehr ums fluxe Schnetzeln durch die Fantasy-Kulisse, und so ist natürlich auch hier nicht viel an Story zu erwarten. Adol Christin hat mal wieder kaum beide Füße auf ein Schiff gesetzt, da gerät es in einen Sturm und er wird auf eine Insel im Vortex of Canaan angespült, wo mal wieder ein altertümliches Böse zu erwachen droht, wenn unser Rotschopf nicht schnell Schwertschwingend dem einen Riegel vorschiebt.

Und die Action ist tatsächlich spaßig und schön geschwind. Als Weiterentwicklung zu Ys V ist das alte Gameplay der Todesramme begraben und vergessen, stattdessen dürfen wir Adol ganz konventionell per Tastendruck Springen und Attackieren lassen, und das weiterhin aus der Vogelperspektive, statt Seitenansicht wie im Ausreißer Ys III. Nur ist hier alles nun in 3D gestaltet (in der PS2-Version zumindest, die die Sprites der Charaktere mit realistischer proportionierten Polygon-Modellen ersetzt), aber vor allem spielt es sich wesentlich genauer und flüssiger, als das im hakeligen Ys V der Fall war.

Tatsächlich gibt es nicht viel zu schreiben, da Ys nun mal nicht sonderlich komplex ist. Adol findet 3 Schwerter, die verschiedene Attack-Kombinationen verrichten können, aber vor allem auch als Elementmagien doppeln, statt jene separat zu haben. Zwischen denen kann natürlich jederzeit geschwind gewechselt und sie mit von Gegnern hinterlassenem Emel aufgebessert werden. Adol selbst levelt, findet in der Hand voll Dungeons konsequent besser werdende Rüstung, und ein gutes Dutzend an Accessoires, die nette Nebeneffekte bescheren. Ansonsten eben durch die Gegend gerannt, mit schnellen Streichen die Gegner gemeuchelt, und am Ende der Dungeons einem großen Boss das Fürchten gelehrt.

Das klingt sicher alles nicht besonders, aber Ys macht eben schlicht Spaß, ähnlich wie ein Metroidvania, eben durch das coole und knackige Gameplay, perfekt unterstützt vom rockigen Soundtrack. Allerdings machen sich bei The Ark of Napishtim eben doch ein paar Altersflecken bemerkbar. Mich persönlich, als Action-Niete, stört es natürlich etwas, dass es hier noch keinen Easy-Mode gibt, aber wohl wirklich für alle unglücklich gelöst ist die Sache mit dem Springen. Vornehmlich das es keinen Doppel- oder Langsprung gibt, sondern das Dash-Jump-Manöver, welches eine genau getimte Button-Kombination benötigt, die einfach teuflisch zu lernen ist. Glücklicherweise kommt jener eigentlich nur zum Erreichen von Schatztruhen und Geheimnissen zum Tragen, nicht um durchs Hauptspiel zu kommen, aber das Manöver ist wirklich ziemlich nervig. Ich persönlich erneut hatte zudem ein echtes Problem, wenn es darum ging, den Abstand zu fliegenden Gegnern abzuschätzen und habe meine Sprungattacken häufig mal daneben gesemmelt, was besonders beim zweiten Boss, der ersten echten Herausforderung des Spieles, ziemlich nachteilig war.

Ys VI spielt sich durchaus ok, es ist halt nur so, dass sich die darauffolgenden Ys: Oath in Felghana und Ys Seven noch ein Stück besser geben, interessanter designt sind, flotter und leichter handhaben. Ys Origin wiederum… würde ich auf die gleiche Stufe mit Ys VI stellen, da es sich etwas feschmeidiger spielt, aber Napishtim das interessantere Setting hat, statt einen dreimalig durch den Dharm Tower zu schicken.

Lost Kefin, Kingdom of Sand

ava-1462Seit diesem November ist es endlich soweit: Jeder Teil der Ys-Serie ist in einer englischen Version vorliegend. Der vierte dank XSEED zum ersten Mal offiziell auf der PSVita als Ys: Memories of Celceta, und Ys V zum ersten Mal inoffiziell dank einer lang in Arbeit befindlichen Fantranslation von Aeon Genesis.

Was Ys V dabei besonders macht, ist das es das erste Ys von Falcom ist, das exklusiv auf Konsole erschien. Sicher, die Spiele von Falcom wurden schon immer auf Konsolen portiert, aber dies immer von anderen Firmen, Falcom selbst war bis zur PSP-Ära fast PC-exklusiv unterwegs. Selbst Ys IV, welches auf den beiden Konsolen PC Engine und SNES erschien, war nicht von ihnen, sondern zwei anderen Firmen produziert. Doch Ys V ist von Falcom, und nur auf dem SNES erschienen.

Was den Spielern damals dabei sofort auffiel ist, wie un-Ys der fünfte Teil doch geworden war. Oh sicher, es ging immer noch um den Rotschopf Adol (wobei man hier seine Haarfarbe sogar ändern kann, wenn man denn ein Häretiker ist), der mal wieder in einem neuen Land ankommt, wo eine antike Zivilisation des Bösen unschädlich gemacht und einem unter Amnesie stehenden Mädel geholfen gehört – typsich JRPG eben. Und erneut ist die Angelegenheit im knackigen einstelligen Stundenbereich machbar.

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Doch das alles sieht anders aus und hört sich anders an, als bisher. Ys hatte durch seinen Ursprung eben immer diesen typischen japanischen PC-Look, den man bei Spielen auf PC88/98 aber auch viel auf dem PC-Engine sah, dazu alles noch sehr 80s-Anime, mit Cutscenes, hellen Farben, und einem überraschen rockigen Soundtrack. Ys V geht in eine ganz andere Richtung. Eine mehr typisches Fantasy-Game. Kaum noch Anime-Standbilder zum Voranbringen der Handlung, die Farben sind alle gedeckter, die Sprites realistischer proportioniert, und der Soundtrack ist auch orchestraler. Ich persönlich fand das weniger schlimm, zumal es sich immer noch gut anhört und das Spiel auch wirklich gut aussieht – immerhin ist es von 1995, wer bis dahin immer noch nicht gute Performance aus dem SNES holen konnte, macht echt was falsch – aber vielen ging halt der typische Look ab.

Spielte sich dann auch ganz anders. Ys war bisher immer aus der Vogelperspektive mit einem Adol, der geschwind über den Bildschirm brettert und dabei Kopf-durch-die-Wand mit den Monstersprites kollidiert, um sie zu schädigen. Lediglich im Anomalie-Sidescroller Ys III konnte er springen und per Knopfdruck attackieren. Nun, auch Ys V nutzt eine Topdown-Ansicht, nun kann aber eben gesprungen werden und muss per Knofpdruck das Schwert geschwungen und Schild gezückt werden. Das ist wohl für mich erneut nicht wirklich eine Änderung, da ich mit Ys VI und später in die Serie einstieg, die genauso sich handhaben, lediglich Ys I.II Complete gaben mir das alte Gameplay mit Adol als Todesramme.

Mein Problem hiermit ist lediglich wie steif sich Adol doch spielen lässt. Er bewegt sich gar nicht mal so langsam – solange man eben nur geht. Sobald eine Aktion zu machen ist, wird es jedoch frickelig. So ist die Hit Detection des Schwertes nicht immer gut, sondern resultiert manchmal in keinen Schaden, obwohl es das Monster getroffen hat und ich von ihm durchaus Schaden einstecken musste. Zudem gibt es keine Kombos, sondern tatsächlich nur einzelne Schwertstreiche. Und das Springen ist ganz NES-Castlevania-Style: Sobald Adol die Füße vom Boden erhebt, hat man keine Kontrolle mehr, sondern er springt immer genau die gleiche Weite und in die Richtung, in die man vorm Initiieren des Sprunges gedrückt hat. Oder einfach in gar keine Richtung, wenn man das eben nicht vor Sprungtaste festgelegt hat. Zusammen mit der Tatsache, dass es häufig zu keinem Schaden für Adol kommt, wenn man in die Gegnersprites läuft, solange jene nicht in ihrer Attackanimation sind, fühlt sich die ganze Angelegenheit für mich ehrlich gesagt so an, als wäre Adol ursprünglich immer noch so programmiert worden, dass man eben per Spriterammen die Gegner schadet und das manuelle Schwertschwingen eine Entscheidung in letzter Minute war. Zauber werden nun übrigens eingesetzt, in dem eine Schultertaste mehrere Sekunden zum Aufladen gehalten und dann die Angriffstaste gedrückt wird, was sie weitestgehend unnütz macht.

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Dies wird dahingehend nicht frustrierend, dass man sich natürlich einerseits an das spezielle Kontrollieren von Adol gewöhnt, zudem es selten nötig ist überhaupt zu springen, und das Spiel doch echt einfach geraten ist (ein Jahr später wurde in Japan auch mit Ys V Expert eine Hard Type Variante veröffentlicht). Dennoch ist es so, dass es etwas nervt, wenn bewegliche Bosse einem so vorkommen, als könnten sie Adol permanent ausmanövrieren, während stationäre Bosse hingegen super lachhaft einfach bleiben.

Ys V ist dabei noch nicht mal ein schreckliches Spiel, man wünschte sich einfach, dass es spielerisch etwas launiger wäre, in dem die Steuerung eben schneller und weniger clunky ist. So blieb es eben eher eine leicht enttäuschende Note, auf die Ys für 8 Jahre geendet hatte bis Ark of Napishtim auf die japanischen PCs einschlug.

Ys Origin

Seit kurzem fan translated konnte ich meine Lücke im modernen Ys jetzt füllen. Denn die ab VI sind die einzigen, die ich mag, ich hab mich mal an den beiden IVern versucht, komme mit oldschool Ys aber eher weniger zurecht. Sechs, Sieben und die Remakes der ersten Drei hingegen find ich ziemlich knorke. Ys Origin war da irgendwie so ein wenig zwischen verschollen, ist es trotz all der PSP-Ports der letzten Jahre doch noch nicht darauf aufgeschlagen und als PC-JRPG natürlich nix, was jemand offiziell in den Westen bringen würde. Aber nu isses ja spielbar in Englisch, hurray.

Wie die PC-Spiele von Falcom der damaligen Zeit so an sich hatten, basiert Origin auf der Engine von VI, was bedeutet dass es sich auch entsprechend sehr ähnlich zu Ark of Napishtim und komplett identisch zu Oath in Felghana spielt. Mit Zelda wird’s gern verglichen, aber das muss jedes Action Adventure und auch Richtung Adventure lehnende Action-RPG über sich ergehen lassen. Ehrlich gesagt finde ich immer, dass die Serien nicht viel gemein haben. Jepp, ich habe nur wenige Ausrüstungsgegenstände und Zauber, jepp ich schlage mich in Echtzeit durch die Gegner und hüpfe über ein paar Plattformen, jepp die Handlung ist kaum von Relevanz, aber so wirklich wie Zelda fühlt sich Ys für mich nicht an, sobald ich am Spielen bin. Was vielleicht auch ganz gut ist, Zelda mag ich nämlich eh nicht so (ich spiele btw. gerade Twilight Princess und mich als „ernüchtert“ zu bezeichnen wäre übertrieben großzügig formuliert).

Wo es in Zelda nämlich um das Auskundschaften der Welt geht und das Augenmerk auch stärker auf Puzzlelösung denn Kämpfe liegt, sind die Ys wesentlich kompakter. Rätsel gibt es wenige, Erkundung ebenso. Die Welten sind klein, bis auf ein paar Schätze am Wegesrand mehr oder minder geradlinig und stattdessen geht es um schnelle und spaßige Action in Form vom Schnetzeln der im Weg stehenden Gegner.

Hauptcharakter ist diesmal übrigens mal nicht Rotschopf Adol Christin (der aber fürs Time Attack Boss Rush frei geschaltet werden kann), denn Origin ist ein Prequel, das hunderte Jahre vor dessen Geburt angesiedelt ist. Kurz nachdem Ys frisch gen Himmel gestiegen ist und der von Monstern infizierte Dharm Tower am Erdboden auftauchte, verschwinden plötzlich die beiden Göttinnen und es wird ein Suchtrupp aus Magiern und Rittern ausgesandt, um sie in besagtem Turm zu suchen. Hauptcharaktere gibt es nun sogar zwei zur Auswahl, zum einen die Axt schwingende und sich somit identisch zu Adol spielende Rittersfrau im Training Yunica und der Magier Hugo, der mit Projektilen um sich wirft und dem Spiel so einen gewissen Shmup-Einschlag gibt. Ist mit beiden das Spiel beendet, wird mit dem Verräter Toal sogar noch ein dritter Charakter hinzugefügt.

Das ist ganz nett für jene, die die Spielzeit durch wiederholtes Durchspielen verlängern wollen, denn Ys Origin ist erneut ein knackig-kurzes, sehr fokussiertes Ding von unter 10 Stunden für einen Durchgang. Und so besteht wenigstens die Motivation einen leicht anders zu spielenden Charakter zu wählen, der auch einen anderen Blickwinkel auf die Handlung gewährt. Der Rest des Spieles ist aber identisch – Dungeonlayout und Hauptbosse inklusive, was natürlich auch bedeutet, dass drei Mal durch den identischen Turm krakseln zu müssen, um die gesamte Handlungsspanne zu erfahren, nach hinten los gehen kann. Denn ehrlich gesagt ist das Layout des Turmes schon beim ersten Durchgang auf Dauer nicht das Spannendste. Es gibt zwar verschiedene Bereiche, die unterschiedliche Deko wie Sand, Feuer, Wasser etc. beinhalten, doch die Struktur in ihnen ist bestechend ähnlich. Aber wie gesagt: Handlung ist eh nicht, warum man Ys unbedingt spielt, wer also nach einem Charakter genug hat, verpasst auch wahrlich nicht viel, die anderen beiden Blickwinkel nicht zu sehen.

Ich hatte allerdings mal wieder recht viel Spaß mit diesem Ys, habe über ein Wochenende hinweg mit Yunica durch geprügelt, nach einer Pause von ein paar Wochen dann mit Hugo und plane demnächst auch noch mit Toal den Turm zu durchwandern (und dann geht’s weiter zu Xanadu Next).

Ys Book I&II

Vor 5 Jahren habe ich bereits das erste Ys-Anime geschaut – sogar noch bevor ich Ys I.II Complete je gespielt habe – dann aber irgendwie immer verschwitzt, mir auch mal das zweite reinzuziehen. Erst über Ys Seven hab ich mich wieder ran erinnert und da es ja jetzt schon eine ganze Weile her ist, fing ich doch noch mal wieder von vorne an.

Ein großes Problem von Game zu Anime Adaptionen, gerade bei nicht gerade durch kurze Spielzeit bekannter RPGs und in den 80ern und 90ern, als aus ihnen eher kurze OVA-Serien denn ganze TV-Serien wurden, ist, irgendwie all das in wenige Episoden packen zu müssen. Ys hat jenes nicht. Das erste Spiel ist ein Leichtgewicht an Handlung (ist ja auch von 87) und kann gut in 4-5 Stunden durchgespielt werden, wovon gut die Hälfte ans finale Dungeon Dharm Tower entfällt. Die OVA-Serie hat hierfür 7 Folgen Zeit, was fast so lang ist, wie die Gesamtspielzeit an sich – wovon ja im Spiel halt auch viel an Gameplay entfällt, nicht Text.

Kurioserweise hat Ys Book I also das Problem, dass es zu lang ist. Es schmückt die ganze Angelegenheit hier und da aus, streut mehr Charakterinteraktionen, kann aber eben nicht ganz so kaschieren, dass davon einiges einfach nur Zeit totschlagen soll. Teilweise ist das Mehr durchaus nicht übel, beispielsweise um die Angst der beiden Göttinnen vor ihren Erinnerungen zu zeigen, teilweise wird Ys aber auch einfach ein wenig langweilig. Zusätzlich kann sich das Anime ein wenig Slapstick hier und da nicht verkneifen, was bei Charakter Dogi noch nicht ganz so fehlplatziert anmuten mag, Hauptcharakter Adol Christin allerdings häufiger seiner Heldenhaftigkeit beraubt und ihn eher stolpernd und fallend durch einige Situationen kommen lässt. Zumal einige der Bosse eher mit Glück denn Können oder gar nicht durch Adol an sich besiegt werden. Schon seltsam.

Optisch ist das Teil dann auch tiefste 80er-Standard-Designs, einige werden da vielleicht nostalgisch, aber hübsch ist was andres. Zumal das Budget, wie so häufig, nach den ersten beiden Folgen merklich nach lässt.

Dabei ist Ys: Book I gar nicht mal ein schlechtes Fantasy-Anime in 80er-Jahre-Mentalität, sondern einfach nur ein schrecklich durchschnittliches, manchmal etwas träges und vor allem arg unbesonders. Immerhin ist’s keine so saudämliche Angelegenheit wie Final Fantasy: Legend of the Crystals, aber ein Record of Lodoss War ist’s auch bei Weitem nicht.

Ys II: Castle in the Heavens wiederum ist genau andersrum: Das Spiel ist doppelt so lang, wie der Vorgänger, die OVA-Serie hingegen nur die Hälfte der ersten. Genau genommen sind 4 Folgen ein richtig guter Schnitt, denn auch Ys II hat jetzt trotz längerer Spielzeit nicht allzu viel Text und Handlung, die verarbeitet werden müsste. Zumals eh nur die zweite Hälfte ist, da Ys I und II eine Geschichte ergeben, weswegen sie ja so gern gebundeld werden. Dennoch ist’s natürlich so eine Sache, Spiele, die nicht wegen komplexen Plots, sondern wegen ihrem spaßigen Gameplay gespielt werden, in ein Anime zu wandeln, in dem besagtes Gameplay flach fällt – einer der Gründe, warum Fighting Game Adaptionen häufig ziemlich mäßig ausfallen.

Doch Ys II macht seine Sache wirklich gut, wenn man’s genau nimmt, vielleicht liegt das aber auch nur am Direktvergleich mit dem Vorgänger. Ein wenig komprimiert werden mussten die Ereignisse nämlich schon und auch so ändert das Anime einiges ab, weil es in diesem Medium so besser funktioniert, statt sich wie der Vorgänger von der Struktur her fast sklavisch ans Spiel zu halten. Das macht ein knappes, dennoch aber Action- und Ereignisreiches Fantasy-Anime. Mehr Geschichte mit weniger Leerlauf, mehr Action, mehr alles. Slapstick wird diesmal gar nicht erst versucht, die Geschichte ist diesmal wesentlich düsterer als der Vorgänger… und auch als das Spiel, auf dem es basiert. Design und Musik haben ordentlich zugelegt und so ist Ys II wirklich rundum um einiges besser, als Ys I. Hat mir echt gut gefallen.

Ich mein, wie viele so richtig wirklich gute Fantasy-Anime gibt es denn? Mal die ganzen Fantasy-Comedies raus genommen und nur die sich weitestgehend ernst nehmende High Fantasy. Wie viele fallen einem da spontan ein? Record of Lodoss War, 12 Kingdoms, Visions of Escaflowne. Da würde es bei mir schon aufhören. Words Worth ist noch ganz nett, aber auch schon mit sehr viel Slapstick. Der Gros hat alle Schattierungen durchschnittlicher Unterhaltung und da reiht sich auch Ys ein, man kann es schlechter treffen. Ys II ist sogar überdurchschnittlich, bringt einem ohne den Vorgänger aber nicht ganz so viel.

Adol Christin is: The Dragon Warrior

Nach The Legend of Heroes: Trails in the Sky hat sich also der neueste Teil der anderen profitablen Falcom-Serie in der PSP gedreht: Ys Seven. Die sind schon ein interessantes Kontrastprogramm. Ys zeichnet sich ja durch wenig Text, schnelle Action und knackig fokusiertes Gameplay von 10-15 Stunden aus, die Legend of Heroes Serie ist hingegen klassische RPG-Kost mit viel Text, langer Spielzeit und (meist) rundenbasiertem Kampfsystem. Ys hat einen rockigen Soundrack, der OST von Legend of Heroes ist klassischer.

Doch Ys Seven ändert da ein paar Dinge. Ys I-IV erinnerten vom Gameplay an die alten japanischen PC-RPGs der 80er mit ihrem Bump-System. Sprich es wird durch die Welt gehetzt und einfach in den Gegner rein gerammt, um ihn zu schaden. Ys V machte daraus was Action-RPG-igeres mit dem Inkludieren eines Angriffsknopfs und der Möglichkeit zu Springen, also Platforming einzuführen, was in Ys VI weiterentwickelt und dann für Origins und Felghana genutzt wurde. Ys Seven ist auch weiterhin ein Action-RPG aber richtet sich näher an die RPG- denn die Action-Adventure-Seite des Spektrums.

Adol ist mal wieder auf der Suche nach einem Abenteuer, im Gepäck seinen Lebenspartner Dogi, der ihn regelmäßig aus brenzligen Situationen retten darf – vorzugsweise durch das Einreißen von Wänden. Zum Glück für die beiden gibt es in der Welt von Ys kein Land, das nicht ein mystisches Problem mit Bösewichten hätte und so dürfen sie kein halbes Jahr nach den Ereignissen im Vortex of Canaan (Schauplatz von Ys VI: The Ark of Naphistim) dem Ländchen Arthago aus der Krise helfen. Denn die Balance der fünf Drachengötter ist irgendwie in Schieflage geraten, was den baldigen Untergang heraufbeschwören wird. Doch lo and behold! Adol wird von besagten Drachen direkt mal angequatscht und bekommt die Bürde als Dragon Warrior aufgehalst, alles wieder zu richten. In Althago scheinen übrigens gerade alle möglichen Zopf-Frisuren besonders in zu sein:

Ys Seven hinterfüttert das ganze gewohnt minimalistische Ys-Gameplay. Aber auch die Handlung, die nun mit wesentlich mehr Cutscenes und Textboxen durchsetzt ist, wenn auch gewohnt eigentlich eher nebensächliches Stage Setting denn wirklich einen besonders mitreißenden Plot bietet. Gesprungen werden kann beispielsweise schon mal nicht mehr, Platforming fällt also flach. Dafür darf ganz Zelda in jedem Dungeon ein Item gefunden werden, das diverse vorher unpassierbare Wege öffnet. Von denen gibt es übrigens die gewohnt klassische Auswahl: Erddungeon (großer Baum), Feuerschrein, Windschloss und Wasserruine. Von jedem dafür allerdings zwei.

Komplett neu ist, dass Adol nicht mehr alleine kämpft, sondern bis zu 2 weitere Charaktere mitlaufen können, die von der KI gesteuert werden und zwischen denen nach Belieben hin und her geschaltet werden kann. Das hat dahingehend Vorteile, weil sie natürlich unterschiedliche Skills zur Auswahl haben und vor allem die in 3 Kathegorien (Blunt, Slash, Pierce) eingeteilten Waffenarten gegen diverse Gegner effektiv und ineffektiv sind. Adol kann als Einziger alle 3 Arten ausrüsten, da er als Haupcharakter nicht aus dem Team genommen werden kann. Statt 3 verschiedener Elementarschwerter oder 5 verschiedener Zauberorbs etc. gibt es so eine sehr große Anzahl an Rüstung und Waffen, durch die diverse Skills per Benutzung gelernt werden können. Selbst per Synthese hergestellt mit Materialien, die Monster und Harvest Spots hinterlassen. Und einige Fetch-Quest-Nebenmissionen dürfen für die Bevölkerung auch erledigt werden, wenn’s denn beliebt.

Dadurch und das Verschwinden von Platforming sind nun natürlich die Kämpfe ein wesentlich größeres Augenmerk und ebenfalls stärker ausgearbeitet, als sonst. Neben der normalen Attackkombination kann auch für einen stärkeren Schlag aufgeladen werden, erfolgreiches Attackieren gibt SP für die bis zu 4 auf Hotkeys legbare Skills, einen Dashbutton zum Ausweichen gibt es und sogar eine Conterstance. Dennoch sind die Kämpfe gewohnt flott und kurz, selbst die meisten Bosskämpfe ziehen sich nicht allzu lang hin. Schön das.

Das ganze Aufstocken hier und da macht Ys Seven somit auch zum längsten Spiel der Serie, knapp 22 Stunden habe ich gebraucht (wobei ich mir nicht mehr sicher bin, ob Ys VI wirklich viel kürzer gewesen wäre). Doch glücklicherweise hat sich meine Befürchtung dennoch nicht bewahrheitet, dass mir die Angelegenheit zu schwammig und unnötig langgezogen gewirkt hätte, auch wenn es nicht auf den gleichen starken fokusierten Minimalismus wie frühere Teile setzt. Spaßige Angelegenheit wars.