Superhero Sunday – Days of Future Past

ava-1934Days of Future Past also, der Mittelteil der X-Men Prequel Trilogie. Ich weiß ja nicht, irgendwie fühlt es sich so ein wenig an, als hätten wir bereits einen Film übersprungen. First Class hätte vielleicht doch besser mit dem Sieg über Shawn enden sollen, ein zweiter Teil dann den Bruch der Liebenden Xavier und Magneto behandeln können, und Days of Future Past wäre dann ein guter Abschluss gewesen. Denn es fühlt sich tatsächlich ein wenig an wie der große Schlussstein zu einer Trilogie. Und es fühlt sich so ein wenig an, als hätte man gehörig was zwischen dem Ende von First Class und dem hiesigen Anfang verpasst.

Der hiesige Anfang da wäre… die Zukunft. Die Menschheit gewinnt ihren Krieg gegen die Bedrohung durch die Mutanten, denn in den 70ern hat man dank der DNA von Mystique doch tatsächlich die Forschung an Sentinel-Robotern begonnen. Nicht nur können die scannen wer ein Mutant ist und wer nicht, sondern haben auch die entsprechenden Fähigkeiten, um sie effektiv auszuschalten.

Also schickt das wiedervereinte Ehepaar Stewart-Xavier und McKellen-Magneto den unsterblichen Logan zurück in die 70er, wo er die jungen McAvoy-Xavier und Fassbender-Magneto wieder zusammenbringen muss, damit sie Mystique daran hindern können Peter Dinklage zu töten, der das Sentinel-Projekt ausgearbeitet hat, aber ohne dessen Ermordung niemand Mutanten für bedrohlich genug gehalten hätte, um wirklich die Unsummen für dessen Realisierung beizusteuern. Natürlich geht das ganze Unterfangen, nachdem zunächst alles verdächtig in Spur läuft, gewaltig schief wenn es denn darauf ankommt, und es muss ein neuer Weg gefunden werden die Sentinel zu stoppen.

Magneot ist weggesperrt (und hat angeblich JFK getötet), Xavier kann wieder laufen dafür nicht mehr PSI-en, die Schule ist ein Trümmerhaufen, Mystique auf Alleingang… ja so ein wenig kommt es einem zunächst so vor, als hätte man den Anschluss im Vergangenheits-Teil des Filmes verloren. Gerade mit dem großen Finale des Filmes, der alles korrigiert, und nicht nur die düstere Zukunft vom Filmbeginn, sondern quasi auch die Original-Trilogie revidiert, hat das schon den Anschein, als hätten wir den Mittelteil übersprungen und wären gleich am Ende der neuen Trilogie angelangt. Können wir nur hoffen, dass man sich für Apocalypse noch richtig gut was einfallen lassen kann, und dessen generischer Titel nicht ein Hinweis darauf ist, dass auch in dieser Trilogie der zweite Teil der stärkste und das Finale ein Reinfall werden wird.

Denn Days of Future Past ist richtig geil. Schon allein weil er schlau genug ist die Lieblings-Charaktere und besten Schauspieler stark hervorzuheben, gleichzeitig mit einer Unzahl an Cameos aber eben auch beide Trilogien zu verbinden. Vornehmlich spielt natürlich Fassbender/Magneto eine große Rolle, der so richtig schön auch mal seine Seite zeigen darf, denn Xavier hat auch ihn enttäuscht, nicht nur umgedreht. Natürlich ist Everybody’s Darling Logan mit einiger Screentime bestückt, die Huge Jackedman in voller Statur ausfüllt. Wichtigster Charakter ist aber tatsächlich der andere Antagonisten-Fanfavorit Mystique, gespielt von Hollywoods momentan populärster Dame Jennifer Lawrence. Ich mag hier vor allem auch, dass Days of Future Past sich nicht davor schreckt, schlichtweg keinen definitiven Bösewicht zu bieten, sondern nur verschiedene Seiten, die aneinander reiben, aber doch das aus ihrer Sicht nötige tun.

Für mich funktioniert im Film schlicht gesagt einfach alles. Das Schauspiel. Der Fanservice. Die coole Action und Setpieces, während der Film dennoch nicht wie eine pure Aneinanderreihung jener wirkt, sondern durchaus eine nachvollziehbare Struktur mit durchdachter Handlung aufweist. Die Dramatik und die Weite des Unterfangens, und selbst die anfänglichen, kleinen humorigen Teile. Lediglich wie man sich am Ende aus der scheinbar aussichtslosen Situation wieder heraus gegraben bekommt macht sich der Film vielleicht ein wenig zu einfach, aber ansonsten stimmt alles.

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Superhero Sunday – The Wolverine

ava-1891Ok, nächstes Sequel. Nachfolger zu zwei Filmen sogar, nämlich das zu Wolverine Origins sowie von der Story her nach X-Men: The Last Stand angesiedelt. Von beiden weiß ich nur noch, dass sie nicht wirklich toll waren. Gerade Origins hatte wohl eine der schwächsten und schlechtest ausgedachten Stories des Schwalls an modernen Superhelden-Filmen, auch wenn die Action ganz Ok war.

Jedenfalls sind wir nun davon befreit die Entstehungsgeschichte unseres Vielfraß erzählen zu müssen und können ein wenig was besseres uns ausdenken. In seinen vielen Kriegseinsätzen war Logan also auch beim Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangener in Japan, genau genommen bei Nagasaki, genau als die Atombombe abgeworfen wurde. Dort hat er dem jungen General Yashida das Leben gerettet.

Im Hier und Jetzt macht Logan mal wieder einen auf streunenden Einsiedler, weil er mit dem PTSD seine Jean umgebracht zu haben zu kämpfen hat, als eine junge Japanerin ihn aufgreift, weil sie von Yashida den Auftrag bekommen hat Logan zu finden. Yashida ist nämlich mittlerweile eines der größten und einflussreichsten Unternehmen des Landes und Adoptivtochter Yukiko ausgesandt worden, damit der sterbende Yashida Logan noch mal sehen kann. Und ihm praktischerweise gleich auch zu offerieren weiß, dass er ihn von seiner grausigen Unsterblichkeit befreien könnte, und hey, vielleicht lässt sie sich ja von Logan auf Yashida übertragen, Deal?

Der nimmt nicht an und Yashida verstirbt noch die gleiche Nacht. Aber mit der blonden Amazone Dr. Green, die seine Ärztin war, sowie dessen ehrgeizigen Sohn, der die Familie jetzt doch nicht beerben soll, haben wir natürlich direkt die nächsten zwei Antagonisten in den Startlöchern, die man auf den ersten Blick als solche identifizieren kann. Sowie das sofort identifizierbare neue Love Interest in der leiblichen Tochter Yashidas, die Logan nun vor den Yakuza und anderen Attentätern schützen muss, da sie zur Erbin gemacht wurde.

So einfach die Charakter-Fronten schon beim ersten Blick aufs Casting und Framing zu erkennen sind, so muss ich The Wolverine allerdings anerkennen, dass er es sich in der Handlung nicht ganz so einfach macht. Ich mein, natürlich läuft letztendlich alles erwartungsgemäß darauf hinaus, dass Logan sozusagen einen Selbstfindungstrip in Japan absolviert, in dem er über die Ereignisse von The Last Stand hinweg kommt, sowie nachdem er sie fast verloren hat auch seine Mutantenkräfte wieder zu schätzen lernt. Aber Yashida Jr. Ist dann eben doch nicht der finale Boss, sondern nachdem jener aus dem Weg geräumt ist geht es noch eine Weile mit Dr. Green weiter, bis wir ihren Auftraggeber im eigentlichen Finale treffen. Von daher füllt The Wolverine seine über 2 Stunden schon mal ein wenig besser, als man dies zunächst vielleicht befürchtet hätte.

Außerdem hat er einfach auch ein frisches Setting zu bieten, schlichtweg weil alles nach den ersten 20 Minuten in Japan angesiedelt ist. Die glitzernde Metropole Tokyo, das traditionelle Yashida-Anwesen, schwarzgekleidete Ninja auf den Dächern, bunt tätowierte Yakuza in den Straßen, gekämpft wird auch schon mal mit Katanas und Wurfmessern zu halsbrecherischer Akrobatik. Das gibt The Wolverine einfach einen etwas anderen Look als all die anderen Superhelden-Filme aufweisen. Ein paar echt coole Einlagen, wie ein Kampf auf dem 300 km/h rasenden Shinkansen, Ninjas auf Motorrädern, oder eine Samura-Cyborg-Rüstung lässt sich der Film auch nicht nehmen. An Action läuft also alles ziemlich fluffig. Außerdem ist es der Film, bei dem die Action am meisten Gravitas mitbringt, da er doch vergleichsweise brutal und blutig daher kommt – zumindest im Extended Cut.

Zudem haben jene Superhelden-Fime natürlich immer einen Vorteil, wenn sie die doch häufig etwas stereotypen Helden mit einem Akteur mit echtem Charme und Bühnenpräsenz füllen. Ein Robert Downey Jr als Iron Man, ein Chris Evans als Captain America, oder eben ein Hugh Jackman als Wolverine, da ist schon mal die halbe Miete gelaufen und selbst langweilgere Verfilmungen leben etwas auf. Was Origins damals auch noch ordentlich nötig hatte, aber bei The Wolverine eben ein zusätzlicher Pluspunkt zu einem eh recht gefälligen Film ist.

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X-Men Week – First Class

Die 60er, der kalte Krieg schattet über der Welt. Und das CIA muss herausfinden, dass Sebastian Shaw mit einigen Mutanten an den Stricken rüttelt, damit sich die Situation zwischen den USA und Russland noch weiter zuspitzt. Sein Plan? Na der Dritte Weltkrieg natürlich. Dadurch, dass das Atomzeitalter dazu geführt hat, das Mutanten immer schneller auftauchen, will er halt einen atomaren Krieg, der die Menschen auslöscht und mehr Seinesgleichen hervorruft.

Also holt sich die CIA den Spezialisten auf dem Fachgebiet, Frisch-Professor Charles Xavier dazu, der mit seiner Adoptivschwester Mystique einen Mutanten-Spezialtrupp sammelt. Darunter auch Magneto, der noch seit seiner Jugend in den Nazi-Konzentrationslagern ein Hühnchen mit Shaw zu rupfen hat.

Natürlich können sie den Dritten Weltkrieg verhindern und natürlich Shaw ausschalten, doch führen die dramtischen Ereignissen am Ende zum Bruch zwischen den BFFs Xavier, der ab nun im Rollstuhl sitzt, und Magneto, dem sich Mystique anschließt.

Die X-Men-Franchise stand nach gut 10 Jahren auf etwas wackeligen Füßen. Nach zwei guten Filmen kam der Trilogie-Abschluss, der weniger gut ausfiel. Gibt es dafür nicht eine Regel? Sowas wie das der zweite Teil einer Trilogie immer der schwächste ist, im seltenen Fall, dass er seinen Vorgänger aber doch überflügelt (X-Men, The Godfather) der dritte Teil dann Mist sein muss? Und selbst die Origins-Story zu Everybodies Darling Wolverine konnte nicht viel reißen. Also kein X-Men 4, kein Origins: Magneto, sondern ein frisches Prequel mit frischen Schauspielern und einem frischen Regisseur, dem wir das launige Kick Ass zu verdanken haben.

Und es ist ihnen auch geglückt, das Interesse an der Franchise wiederbeleben zu können und die Alterserscheinungen weg zu botoxen. Mit 2 Stunden ist’s erneut ein ziemlich langer Film, allerdings bekommt er jene gut gefüllt, da ziemlich viel los ist. Der Kampf gegen Bösewicht Shaw, die Origins-Story zu Magneto, die zu Xavier, die Geschichte, wie die beiden sich kennen gelernt haben und welche dramatischen Ereignisse die beiden Liebenden wieder voneinander trennten, Origins zu Mystique und Beast und deren Kampf mit ihrem extremen äußerlichen Anderssein. First Class ist voll mit Plots und Subplots.

Da läuft man fast etwas Gefahr, dass die Action im Superheldenstreifen zu kurz kommt. Und viel gegen Shaw und seine Schergen wird auch nicht gekämpft, selbst die finale Konfrontation gegen ihn ist etwas antiklimaktisch, doch gerade Magnetos Rachetripp hält den Action-Quotient in der ersten Filmhälfte noch einigermaßen hoch, bevor Xavier ihn verweichlicht. Überhaupt ist Magneto eindeutig der Star des Filmes, ihm bei seinem Feldzug zuzusehen ist sehr launig, Michael Fassbender spielt ihn superb. Allgemein ist das Schauspiel auf sehr hohem Niveau. So interessant dem jungen Magneto zuzuschauen ist, so etwas langweilig ist der junge Xavier, der schon immer ein Gutmensch und Wichtigtuer war.

Sehr frisch wirkt der Film auch wegen seines Designs mit 60er-Jahre-Einschlag – klar, spielt ja auch in jenen. Jede Entscheidung mag allerdings auch nicht so pralle gewesen sein. Die Libellen-Mutantin und das Banshee-Flughörnchen sind irgendwie ein wenig blöd. Xaviers erste Schülerschaft kommt allgemein im Film etwas kurz, ganz konform laufend mit seiner späteren in der Trilogie.

Apropos Konform mit der Trilogie laufend. Jemand hat sich wohl The Last Stand nicht ganz so genau angesehen gehabt. Denn das Xavier und Magneto bereits in den 60ern getrennter Wege gegangen sind und Xavier im Rollstuhl gelandet ist, wiederspricht dummerweise der Anfangsszene des dritten Filmes, wo beide die junge Jean Grey zusammen, und aufrecht gehend, besuchen.

X-Men Week – Origins: Wolverine

Schon als Kind hat Logan es nicht leicht: Nachdem sein Vater von einem Säufer, der immer wieder in ihrem Haus randaliert, erschossen wird und Logan ihn in einem spontanen Wutanfall mit seinen Krallen aufgespießt, muss er noch erfahren, dass dies sein wahrer Vater ist, der mit seiner Mutter ein Verhältnis hatte. Zum Glück hat er ja noch seinen Halbbruder, mit dem er fliehen und über die nächsten hundert Jahre hinweg in diversen Kriegen kämpfen kann.

Bruder Victor lässt allerdings mehr und mehr seinen animalischen Killerinstinkt durchkommen und als beide in einem Spezial-Exekutionstrupp Strykers landen, reicht es Logan und er bricht die Bande, hat lieber ein ruhiges Leben als kanadischer Holzfäller.

Bis Stryker auftaucht und meint, die alten Kumpels aus dem Trupp werden nach und nach getötet. Logan will damit nix zu tun haben, bis sich heraus stellt, dass seine Ische dran glauben musste und Victor der Mörder ist. Also lässt er Stryker sein Experiment machen, Logans Skelett mit Adamantium zu überziehen, um Victor auszuschalten.

Nur arbeitet der eigentlich mit Stryker zusammen und die Mordserie und der Tod seiner Freundin waren nur vorgespielt, um Logan dazu zu verleiten, das Experiment über sich ergehen zu lassen. Seine Ische machte damit natürlich nicht mit, weil sie eine der Bösen ist, sondern weil sie sie erpressten. Logan also ins Kraftwerk, wo Stryker sich Mutanten-Kräfte zusammen klaubt, um sie in seine Superwaffe zu stecken. Superwaffe mit Bruderhilfe erledigt und von Stryker eine Adamantium-Kugel in den Kopf gejagt bekommen, was nicht dazu führt, dass er stirbt, aber – warum auch immer -, dass er sein Gedächtnis verliert.

OK, warum genau hat Logan nie herausgefunden, wer er wirklich ist? Mal ganz bei Seite gelassen, dass nie erklärt wird, warum eine Adamantium-Kugel im Kopf ihn das Gedächtnis kostet, wie Stryker das wissen konnte, was ihm das überhaupt bringt, wenn er Logan dann anschließend in Ruhe lässt. Nein, warum hat Logan nie was über sich herausfinden können, wo er doch inmitten eines zerstörten Kraftwerkes erwacht, wo ja wohl anscheinend mächtig was los war. Das ist doch schon mal eine gute Anfangsspur, um raus zu bekommen, was da passiert ist, wer dran beteiligt war und was er dort zu suchen hatte. Nicht mal zu erwähnen, dass er neben Gambit aufwacht, der ihm sehr wohl erzählen kann, wem das Kraftwerk gehörte und warum Logan dort war. Und Xavier war auch da, um die anderen Mutanten aufzunehmen, inklusive Cyclops. Ist denen nie eingefallen, mal auf die Sache zu sprechen zu kommen, sobald er zu den X-Men stößt? Ich fang gar nicht an, wie doof ich es fand, dass die überhaupt in die Handlung integriert werden mussten.

Egal, hier haben wir sie also, die Origins-Story zu unserem haarigen Einzelgänger mit der harten Schale aber weichem Kern und der nun nicht mehr mysteriösen Vergangenheit. Leider. Denn Wolverine war eindeutig nur der interessanteste X-Man, als wir noch nicht wussten, wie er „erschaffen“ wurde, nur hier und da mal einen kleinen mysteriösen Hinweis findend, dass er die Prozedur freiwillig über sich ergehen ließ beispielsweise. Jetzt wissen wir, wie er wurde, wer er ist und müssen feststellen, dass seine Hintergrundgeschichte einfach nicht sonderlich interessant ist.

Es gibt Gründe, den Film durchaus sich mal anzusehen. Als Fan der Reihe definitiv, aber es ist auch ein handwerklich gut gemachter Film, mit vielen bekannten Schauspielern, die auch einen guten Job machen, voller toller Action-Szenen, wenn auch mit 2 Stunden mindestens eine halbe zu lang. Eben weil die darunter liegende Geschichte ein relativ unorigineller und geradliniger Rache-Plot ist, der einfach nie sonderlich interessiert. Genau wie der Charakter, um den es geht. Abgesehen davon, dass man in der ganzen tollen Action sowieso nie vergisst, wie unkaputtbar er ist, was der Sache wiederum den Stachel nimmt.

Persönlich etwas komisch fand ich, dass Wolverine schon immer die gleichen Kräfte hatte, nur ohne das Adamantium. Also die Krallen beispielsweise, ich hätte gedacht, die wären in jener Prozedur hinzugefügt worden und seine Mutantenkraft nur der rasche Heilungsprozess gewesen. Ich hätte mir auch nicht ausgemalt, dass er schon über hundert Jahre alt ist, weil er ab seinem Mittdreißigern anscheinend nicht mehr gealtert ist. Wenn ich drüber nach denke, ergibt es wohl Sinn, dank der enormen Regenerationsfähigkeit seiner Zellen und der Tatsache, dass Alterung und altersbedingter Tod nix anders ist, als das unsere Zellen jene Fähigkeit mit der Zeit verlieren. Etwas seltsam war’s aber schon irgendwie.

X-Men Week – The Last Stand

Big News: Es gibt eine Heilung fürs Mutanten-sein. Dank eines Mutanten-Jungen, dessen Fähigkeit es ist, die Fähigkeit anderer Mutanten, wenn sie ihm nahe kommen, zu neutralisieren, hat man ein Serum geschaffen, welches die Kräfte ausschaltet.

Big News #2: Jean ist wieder am Leben. Und bringt erst mal ihren Ehemann Cyclops um. Weil das ist nicht die echte Jean, sondern ihre böse gespaltene Persönlichkeit Phoenix, die Zugriff auf unvorstellbare Kräfte hat, jene aber nicht kontrollieren kann. Also gehen sowohl Xavier wie Magento hin, um sie für sich zu beanspruchen. Während Xavier versucht, sie wieder „zu ihrem eigenen besten“ unter seine Gedankenkontrolle zu bringen und mental Phoenix so abzuschotten, startet Magneto seine Hetzreden dagegen. Vielleicht nicht die beste Idee, dreht Phoenix doch durch und tötet Xavier, was selbst Magneto seinem alten Freund nicht wünscht. Aber immerhin geht sie nun mit ihm, also ist auch etwas Gewinn drin. Zumal seine rechte Hand Mystique ja nun nicht mehr da ist, da sie mit dem Serum beschossen wurde und nun als normaler Mensch nix mehr für Magneto wert ist.

Natürlich gibt es Mutanten, die das Serum wollen, weil sie lieber ein Dasein als normaler Mensch bevorzugen. Andere Mutanten hingegen sind strikt dagegen und demonstrieren. Noch ist die Heilung auf freiwilliger Basis, aber wer weiß schon, wann es missbraucht wird (immerhin ist es ja schon in den Anti-Mutanten-Waffen). Und so hat Magneto ziemlich bald eine kleine Armee zusammen, mit dem er das Labor, in dem es hergestellt wird, überrennt, während sich die verbliebenen X-Men ihm entgegen stellen. Sie besiegen ihn sogar, in dem sie ihm das Serum geben, was ihn nun zu einem von ihm so verhassten Menschen macht und Phoenix kann auch ausgeschaltet werden, in dem Logan ihr mit den Krallen ihr Innenleben neu arrangiert.

X-Men: The Last Stand hat so was wie den gleichen Bonus wie Star Wars: Episode III: Es ist das Finale einer Trilogie, das worauf bisher aufgebaut wurde, jeder kann und einige wichtige Leute werden sterben, hier passiert einfach das Meiste, Größte, Wichtigste. Es hat allerdings auch ein ähnlich Problem wie Episode III: Ein guter Film ist’s nämlich dennoch nicht.

Warum führt der Film überhaupt Angel ein? Der Typ ist zusammen mit Beast der Newcomer (Jemand scheint blaue Mutanten zu mögen, gibt’s doch in jedem Film einen neuen: X-Men führt Mystique ein, X2 Nightcrawler und The Last Stand Beast), macht aber im ganzen Film nicht eine Sache von Wert oder hätte eine Satz der geringsten Not, er kämpft im Gegensatz zu anderen Nebencharakteren wie Colossus oder Shadowcat noch nicht mal am Ende mit. Genau genommen ist er quasi nicht im Film. Wo wir beim Thema sind: Rogue ist quasi nicht im Film, da sofort weg, um sich die Heilung zu holen (und der Subplot mit den „Beziehungsproblemen“ mit Iceman [die sind nicht wirklich da, er ist sein toller, verständnisvoller Freund und sie PMSed nur über nix] wird nie wirklich Thema, obwohl im Film, aber quasi halt nicht [eben wie die drei Charaktere, die daran beteiligt sind]). Cyclops wird sofort umgebracht, war also gleich in allen drei Filmen, ohne wirklich drin zu sein.

Mystique wird auch schnell raus geschrieben, in dem sie als normaler Mensch sofort jeglichen Wert für Magneto verliert. Was irgendwie ganz schön out of character erscheint für ihn, finde ich. Ich hatte immer das Gefühl, dass Mystique ihm wichtig ist und immerhin war der Serums-Pfeil für ihn bestimmt und sie hat sich für ihn geopfert. Aber nö, lässt sie fallen wie eine heiße Kartoffel. Was auch taktisch unklug ist, wo sie doch so viel über ihn und seine Organisation weiß.

Immerhin bekommt Storm hier ein bisschen Charakter und Wichtigkeit, als Nachfolgerin von Xavier und so. Zu dumm, dass ihr Charakter ein Arschloch ist. Tut sie hier überhaupt irgendwas, als ständig zu meckern? Abgesehen von ihrer sofortigen starken Ablehnung gegen die Heilung. Ich kann verstehen, dass natürlich die Sache des Mutanten-seins als Krankheit zu deklarieren extrem aufstößt bei jenen, die gerne so leben. Aber ich hätte gedacht Storm wäre etwas einfühlsamer, als Leute, die es nehmen wollen als Verräter und Schwächlinge zu bezeichnen. Immerhin haben genug mit ihren Fähigkeiten zu kämpfen, wie uns die Filme ja immer gerne erinnern. Beast und Rogue beispielsweise. Nö, stattdessen predigt Storm lieber vom hohen Rosse.

Warum muss Magneto eigentlich seinen Trupp auf die Golden Gate Bridge schicken und jene dann aus ihren Verankerungen reißen, um alle zu Alcatraz zu bringen, wo das Labor untergebracht ist? Ehrlich so eine Drama Queen, die alle in ein paar Mini-Vans zu stecken und jene dann rüber zu fliegen, hätte es auch getan. Und warum sitzt er am Ende des Filmes alleine im Park? Wollte den niemand irgendwie mal für seine Verbrechen einsperren? Warum ist anschließend eigentlich die Öffentlichkeit A-Ok mit Mutanten und Beast bekommt ein hohes Amt zugewiesen? So kurz nachdem ein Haufen Mutanten so viele Menschen in San Francisco so spektakulär umgebracht haben ist das Timing wohl ein bisschen arg schlecht.

Und warum nutzt Phoenix ihre Deus-Ex-Machina Kräfte eigentlich nicht? Sie bringt zwei Leute um, die ihr nahe stehen, schießt sich Magneto an aber steht beim ganzen Sturm auf Alcatraz nur stoisch daneben und tut nix. Erst als sie gezielt vom Militär angegriffen wird, nachdem Magentos Trupp schon längst verloren hat, bewegt die Alte mal ihre Finger. Ich hab’s ja bereits geschrieben, es ist schwer so Supertelepathen wie sie oder Xavier in den Filmen zu haben, weil man sich eine Ausrede ausdenken muss, warum sie nicht gerade mal alles mit ihren Kräften wieder hinbiegen können. Nur das The Last Stand das irgendwie vergisst, sie macht halt nix, weil halt. Immerhin wird der Film nicht weich, wenn es um ihr Schicksal geht, sondern lässt Logan sie abstechen. Nicht, dass uns das emotional noch interessieren würde.

Ich mein, Suphelden-Comic-Verfilmungen bringt man ja doch ein wenig Goodwill entgegen und denkt nicht über jede Logiklücke zu sehr nach, doch X-Men: The Last Stand macht einfach von vorn bis hinten keinen Sinn. Und so fällt der Film nach und nach in sich zusammen, obwohl er technisch nicht schlecht gemacht ist, gut in Szene gesetzt ist, was ihn schon mal über jene schlechten 90er-Jahre-Superheldenfilme hievt. Wenn der Rest halt nicht so blöd wäre. Eben, wie Star Wars III halt.

X-Men Week – X2

Der Präsident der Vereinigten Staaten wird von Nightcrawler angegriffen, also werden Storm und Jean los geschickt, ihn in Bosten aufzuspüren. Woher Xavier überhaupt weiß, dass jener in Boston ist? Na mit dem tollen Gedankenmaschinchen kann er jetzt auch alle Mutanten weltweit aufspüren. Bei einem Besuch zum regulären Kaffeekränzchen mit Magneto in dessen Plastikzelle, erfährt er auch schon, wer dahinter steckt. Militärfutzi William Stryker, der schon das eine oder andere Experiment an Mutanten vorgenommen hat, hat eine Droge entwickelt, um jene zu seinen willigen Sklaven zu machen. Auch Magneto hat er bereits besucht und so alles über Xaviers kleine Schule für begabte Kinder herausgefunden, die genau jetzt von einem Militärtrupp infiltriert wird.

Die meisten Kinder können immerhin fliehen, doch einige werden gefangen. Wolverine macht sich derweil mit Rogue, ihrem Freund Iceman und Pyro auf nach Boston, um zu Jean und Storm zu stoßen. Praktischerweise lebt dort Icemans Familie, die Kids könnten also dort unterkommen. Dummerweise wissen die nichts davon, dass ihr Sohn ein Mutant ist und ob jener Offenbarung läuft es leider nicht so rund.

Xavier ist derweil von Stryker gefangen genommen worden, der seinen ebenfalls telekinetisch veranlagten Sohn dazu nutzt, Xaviers geistigen Wiederstand brechen zu wollen. Stryker hat ja eh noch eine Rechnung mit ihm offen, macht er doch Xavier dafür verantwortlich, dass er seinen Sohn nicht „heilen“ konnte und dies die Familie zerstört hat. Derweil ist Mystique mal wieder damit beschäftigt, an allen Fronten awesome zu sein, hier Leute zu infiltrieren, dort Geheimnisse zu stehlen und letztendlich sogar Magneto frei zu setzen. Die beiden schließen sich sogar Wolverine und Co. an, um Strykers Pläne zu vereiteln.

Xavier steht mittlerweile unter der Gedankenkontrolle und soll mit der Maschine alle Mutanten aufspüren, um sie dann mit einem geistigen Schlag zu vernichten. Natürlich kommen alle rechtzeitig, um dies zu verhindern. Als der Damm bricht, muss allerdings Jean zurück bleiben, um den anderen eine sichere Flucht zu ermöglichen. Pyro geht allerdings lieber mit Magneto.

Und dann tauchen alle vorm Präsidenten auf und meinen, Koexistenz wäre doch die viel bessere Wahl, als einen Krieg zwischen Menschen und Mutanten anzuzetteln, mach dir mal Gedanken drum und so. Dessen Reaktion darauf sehen wir nicht mehr.

X2 ist um einiges besser, als sein Vorgänger. Die Geschichte ist wesentlich gewichtiger und größer, dafür geht das Ding dann jetzt aber auch über 2 Stunden. Die Charaktere sind cooler in Szene gesetzt, an Action ist mehr vorhanden und stylischer. Und ganz allgemein ist alles größer, besser, mehr. Das macht ihn, trotz der längeren Laufzeit, auch kurzweiliger, als X-Men.

Dafür wird es jetzt auch ein wenig Plotholiger, aber alles total hinterfragen sollte man bei einem Superheldenfilm sowieso nicht. Es ist sowieso schwer genug, bei einem Film über eine Gruppe von Leuten, die alle ziemlich hilfreiche Mutantenfähigkeiten besitzen, überhaupt noch mit Gründen aufzuwarten, warum sie sich nicht mit Leichtigkeit aus jeder Situation hinaus friemeln können. Es gibt schon einen Grund warum das telekinetische Wunder Xavier, der anscheinend alles machen kann, was die Schreiber der Filme gerade benötigten, immer schnell aus dem ein oder anderen Grund ausgeschaltet werden muss, um den anderen eben nicht helfen zu können.

Einige Charaktere sind immer noch schrecklich underused, auch wenn Nightcrawler, Storm und Cyclops immerhin vom Action-Kuchen mehr Partizipations-Stücke abbekommen, so richtig Handlungsrelevant sind sie nicht. Ich nehm mal an das lässt sich nicht ändern bei einer Franchise, die so viele Charaktere hat. Da muss man zumindest ein paar der wichtigsten bieten, auch wenn die Filme wie für weniger geschrieben scheinen. Everybodies Darling Wolverine hat natürlich mal wieder am meisten Screentime, dadurch das Stryker jener ist, der ihm die Adamantium-Ummantlung verpasst hat. Soll mich nicht stören, er ist sowieso der einzige nicht eindimensionale Charaktere unter der Gutmenschen-Seite der Mutanten in X-Men und Hugh Jackman einer der wenigen Schauspieler, die in den Filmen wirklich eine Leistung bringen (wobei gesagt werden muss, dass der Schnitt in X2 bereits qualitativ höher liegt, als im Vorgänger).

Interessant ist auch noch eine Sache: Der Vorgänger hat die Mutanten vs. Menschen ja nur ganz generell den Randgruppen-Vergleich verpasst, X2 zieht wesentlich eindeutigere Parallelen zur Homosexualität. Besonders die Szene, in der Iceman es seinen Eltern beizubringen versucht, zeigt dies. Wie Ian McKellen den Magneto hier präsentiert auch, nicht zu vergessen, dass der mit Xavier sowieso eine Geschiedenes-Ehepaar-Routine drauf hat. Allgemein winkt der Film, auch wenn man ihm noch immer keine Subtilität vorwerfen kann, nicht ganz so stark mit Gartenzäunen um sich, wie der Vorgänger. Besonders nett fand ich die Szene, wo Nightcralwer  Mystique fragt, warum sie als Shapeshifter nicht einfach in der Gestalt eines „normalen“ Menschen bleibt, um unentdeckt ganz einfach vor sich hin leben zu können und sie lediglich mit einem „Weil das nicht nötig sein sollte“ antwortet. Sie sollte als das akzeptiert werden, was sie ist, nicht sich verstellen müssen.

X-Men Week – X-Men

Ich wollt schon ne Weile die X-Men-Filme schauen, zuerst in den Superhero Sundays, was dann aber nix mehr wurde und dann später noch mal, als First Class ins Kino kam, was ja jetzt auch wieder etwas her ist. Die ersten beiden habe ich sogar irgendwann mal im TV gesehen gehabt, aber wirklich an was erinnern kann ich mich nicht mehr.

Logan, a.k.a Wolverine, der von jemandem unkaputtbares Adamantium übers Skelett gezogen bekam und wegen seiner Mutanten-Regenerationsfähigkeiten die Schoße überlebt hat, trifft auf Ausreißerin Rogue, deren Körperkontakt tödlich sein kann. Beide werden angegriffen, aber von Dr. Xaviers X-Men gerettet und in dessen Schule gebracht, in der Mutanten lernen, mit ihren Fähigkeiten umzugenen.

Magneto hingegen kann sich nicht wirklich eine Koexistenz zwischen Menschen und deren neue Evolutionsstufe Mutant anfreunden und die aktuelle Kontroverse darum, dass sich alle Mutanten outen und registrieren lassen müssen, bestätigt ihn nur. Sein Plan ist, mit einem Maschinchen, das alle Menschen in einem gewissen Umkreis spontan mutieren lässt, alle an einer Konferenz teilnehmenden Staatsoberhäupter zu Mutanten zu machen. Da ihm das allerdings viel Kraft raubt, so dass er sogar daran sterben könnte, lässt er lieber Rogue kidnappen, deren Kräfte den Nebeneffekt haben, die von anderen Mutanten zu übernehmen. Sie soll also an seiner statt die Batterie für das Teil spielen.

X-Men zu schauen muss man sich wohl immer wieder etwas den Kontext in Erinnerung rufen. Unter anderem durch die beiden Tim Burton Batmans waren Superheldenfilme in den 90ern eine Zeit lang ziemlich in, aber fast alles, was nach besagten zwei Batmans kam, eher von minderer Qualität. X-Men und der zwei Jahre später erschiene Spiderman hingegen machten dann Anfang der 2000er auf sich aufmerksam, da sie tatsächlich… gut waren. Das hatte man schon lange im Genre nicht mehr gesehen und so sind sie maßgeblich daran beteiligt, dass Superhelden-Verfilmung wieder einen Aufschwung erhielten und bis jetzt ungebrochen beliebt sind.

Die Sache ist nur die, dass seither einiges heraus kam, was wesentlich besser ist und im Nachhinein auf X-Men zurück geschaut merkt man, dass jener damals einfach nur dadurch, dass er brauchbar war, etwas überschätzt wurde. Es ist kein schlechter Film, und schon deswegen war er damals herausragend, aber er ist eben auch nicht mehr als überdurchschnittlich.

Was ich mag ist, dass die Handlung relativ einfach und schnörkellos ist, vielleicht Stellenweise sogar etwas zu sehr, weil es ihr etwas an besonders herausragenden Wow-Momenten fehlt, aber immerhin wird man nicht mit zu viel verwirrenden Spezialwissen zugekleistert, was bei Comic-Verfilmungen ja schnell der Fall sein könnte. Den bunten Comic-Look in eine seriösere Optik zu setzen (auch wenn es nicht immer ganz klappt – Magnetos Helm oder Storms Cape lassen grüßen) ist auch weitestgehend geglückt. Er ergeht sich nicht in die üblichen 2 Stunden, sondern ist knackigere 30 Minuten kürzer (lange Credits abgeknapst). Ich mag die Beziehung zwischen Logan und Rogue, die ist echt niedlich.

Ich mag auch den Diskriminierungsvergleich insgesamt. Die X-Men waren bei Teens und Nerds immer recht beliebt, weil die Mutanten eben die sozialen Außenseiter waren. Die Filme schlagen hier wesentlich mehr in die Kerbe des Vergleichs mit Randgruppen. Auch wenn der Film damit nicht gerade subtil ist, sondern dick aufträgt und die Angelegenheit eigentlich vielschichtiger sein müsste, als sie dargestellt wird. Denn immerhin sind Mutanten sehr wohl auch eine Gefahr, durch die teilweise extremen Kräfte, die sie haben, eine gewisse Beunruhigung und Vorsicht ihnen gegenüber ist also durchaus nachvollziehbar und nicht einfach nur auf die „Furcht vorm Andersartigen“ zu ziehen. Jemand, der Gedanken manipulieren, Shapeshiften oder durch feste Materie dringen kann, ist halt doch nicht ganz das Gleiche, wie ein „normaler“ Mensch, der halt lediglich dunkler pigmentierte Haut hat oder mit dem gleichen Geschlecht in die Kiste hüpft.

Aber es fehlt dem Film auch an vielen Ecken an Feinschliff und Größe. Die Effekte sind nicht besonders gut, das Schauspiel ist Mittelklasse, die Action rar gesät und plump in Szene gesetzt, Charaktere wie Storm oder Cyclops ungebraucht, angedeutete Subplots verlaufen noch im Sand. Es gibt definitiv einige Dinge, auf die im Sequel aufgebaut, die aufgegriffen, die fortgeführt und vor allem die verbessert werden können.