VirtualBoy Ventures: Waterworld & Virtual Lab

ava-1974Die heutigen zwei Spiele, die ich aus der Bibliothek des Virtual Boys präsentiere, haben so einige Gemeinsamkeiten, obwohl sie grundverschieden sind. Beispielsweise offerieren beide recht kurzweilige Arcade-Action. Beide sind Exklusivtitel, Virtual Lab erschien nur in Japan, Waterworld nur in Nordamerika. Beide haben den Ruf das schlechteste Spiel für die jeweilige Region auf dem VB zu sein. Und noch ein kurioser Zufall: Beide waren das jeweils drittletzte Release in ihrer Region.

Das vom passenden Ocean entwickelte Waterworld basiert natürlich auf Kevin Costners Film gleichen Namens, welches als einer der schlechtesten Filme und größten Flops Hollywoods gilt, mit einer mehr als holprigen Entstehungsgeschichte, und welches zusammen mit dem folgenden Postman den Ruf zementierte, dass sich Costner als Hauptakteur nichts einspielt. Da passt es doch wirklich gut, dass das Nintendo-Flop-System ein ebenfalls schlechtes Spiel davon spendiert bekam.

In Waterworld steuert man Costners extrem behäbig dahinpaddelndes Bötchen, in der Mitte des Ozeans sind ein Haufen Atoller in den Resten ihrer zerstörten Siedlung am ums Leben paddeln, während die feindlichen Smoker auf Jetskis aus allen Himmelsrichtungen angedüst kommen, um sie zu entführen. Man schießt nun wild um sich, um die hinderlichen Ruinen plus noch besser die feindlichen Smoker aus dem Weg zu räumen, bevor sie einem zu viele Hilfsbedürftige entführen können. Ist die aktuelle Welle an Smokern überstanden, gibt es einen Score darauf basierend, wie viele Atoller und ob Elona gerettet ist (letzteres sieht man glaub ich auch erst hier), und der nächste Wave startet, bis einem alle Leben ausgegangen sind, die man bei einer Kollision mit dem Feind verliert.

waterworld

Natürlich werden mehr und mehr Smoker, sowie die schnelleren Miniboote und der Atoller-fressende Hai auftauchen, je weiter man im Spiel voranschreitet. Dennoch spielt sich halt alles ziemlich gleich, es gibt keine anderen Modi, keine Schwierigkeitsgrade, immer das Gleiche auf dem Bildschirm zur gleichen meditativen Musik. Da sich das eigene Schiff auch noch mehr schlecht als recht steuern lässt, bleibt man besser stationär an einer Stelle und schießt von dort wild auf die Smoker um sich, bestenfalls mit der Priorität auf die, die einem am nächsten kommen. Alles gespielt des reinsten Scores wegen. Mit ein wenig mehr Abwechslund und einem besseren Handling Costners hätte das hier sogar ein relativ launig-kurzweiliges Arcade-Spielchen werden können. So wie es ist, ist es halt ziemlich langweilig und ermüdend, und hat was von einer schlechten Beschäftigungstherapie ohne wirkliches Ziel.

Vielleicht ist das Problem bei Waterwold auch schlichtweg, dass es erneut unfertig auf den Markt des von Nintendo aufgegebenen Virtual Boys geworfen wurde. Denn zumindest bei Virtual Lab ist angeblich genau das der Fall gewesen.

Hier haben wir es zunächst mit einem Puzzler zu tun, bei dem ähnlich Tetris abgeschlossene Reihen gelegt werden müssen, um sie verschwinden zu lassen. Sollte man also nicht viel falsch bei machen können, oder? Nun gut, ein wenig komplexer ist es dann schon, denn bei Virtual Lab fallen pulsierende Darmstücke vom oberen Bildschirmrand, die nur dann verschwinden, wenn ein kompletter Darmtrakt geschlossen gelegt wurde. Neben den Endstücken schließen auch die vier Spielfeldränder ab, jedoch nicht, wenn eine Darmöffnung an die Wand eines anderen Darms grenzt. Hat man alle Därme zur Explosion verholfen, schreit das Spiel „LEVEL UP“ und es geht ohne große Änderung an Schwierigkeit oder Geschwindigkeit weiter, nur diesmal mit einigen bereits zufällig platzierten Darmstücken auf dem Feld. Außerdem fällt nicht immer nur ein Stück auf einmal, sondern durchaus schon mal eine Dreierreihe.

vlab

Das Hauptproblem hierbei ist, dass es tatsächlich viel zu einfach ist zu viele unbrauchbare Darmstücke zu ziehen, so dass es schier unmöglich scheint, nicht lauter nicht endbare Darmtunnel rumliegen zu haben. Lässt man zehn oder mehr Stücke auf einmal verschwinden, taucht zwar eine Fee auf, die die unterste Reihe zerschlägt, aber auch das hilft selten weiter, und muss auch erst mal geschafft werden.

Dazu kommt noch ein extrem lethargischer Spielablauf des einzigen Modus, eine Präsentation wie auf einem PC aus den 80ern, inklusive schlecht designtem Manga-Mädel, welches unterm Score rumhüpft, und die ständig gleiche und ständig nervige Musik, und schon haben wir tatsächlich eines der schlechtesten VB-Spiele geboten, weil so ziemlich der gähnendste Langweiler auf dem System.