The Vampire Lovers

ava-1397Die Hammer Studios waren in den 60ern und 70ern vor allem durch ihre Horrorfilme bekannt, allen voran natürlich die Vampirfilme mit Sir Christopher Lee. Auf der Suche nach einer weiteren Story wurde dann jemand auf Sheridan Le Fanus Carmilla aufmerksam und The Vampire Lovers ward geboren. Interessant ist, dass dies nicht nur die einzige Verfilmung ist, sondern in einer früheren, italienischen Produktion, tatsächlich Christopher Lee mitspielte.

Der Film folgt dem Buch derweil halbwegs getreu, bauscht die Angelegenheit natürlich etwas auf, um auf seine 90 Minuten zu kommen – Carmilla ist immerhin eine Kurzgeschichte. Der Film beginnt mit Graf Hartog, der seine Schwester an die Vampire der Karnstein-Familie verloren hat, und seine Rache an ihnen nimmt – eines der Gräber kann er allerdings nicht ausfindig machen.

Carmilla hat derweil ihren Modus Operandi gefunden: Ihre „Mutter/Tante“ o.Ä. taucht mit ihr bei befreundeten Grafen auf und muss dann ob einer großen Dringlichkeit verreisen, lässt ihre „Tochter/Nichte“ in der Obhut jener Familien, um deren Töchter Gesellschaft zu leisten. Jene werden nun nach und nach immer schwächer und von Alpträumen heimgesucht, bis sie letztendlich an der von Carmilla herbeigerufenen Blutarmut sterben.

Nur mit der aktuellen Familie scheint sie sich verrechnet zu haben, vielleicht auch einfach nur, weil sie zu nahe am vorigen Opfer ihr Unwesen treibt. So kommen sie Carmillas Natur mit der Zeit auf die Schliche und versuchen sie endlich unschädlich zu machen – während Carmilla die Schöne Emma diesmal nicht zum Tode verurteilen, sondern zur Ihren machen will.

Es ist fast etwas seltsam, wenn man daran denkt, dass die Hammer Horrorfilme mal als Exploitation gehandelt wurden. Das Plakat, mit einer Armee an männerfressenden Vampiressen und Werbeschriften a la „if you dare… taste the deadly passion of the BLOOD-NYMPHS“ und „CAUTION: Not for the mentally immature!“ verbergen nämlich einen Film, der gerade für heutige Standards ziemlich classy erscheint und kein Aufreger wert wäre. Was nicht bedeutet, dass der Film absolut keine Schauwerte hätte. Vampire müssen geköpft werden, um sie zu bezwingen; es fließt ein wenig Blut; und es gibt reichlich nackter Dekolletees und freilich auch lesbischer Küsse zu sehen.

Doch die Optik ist edel, das Schauspiel gut und der Film nicht um sonderlich viel Brutalität oder Blut bemüht, sondern mehr um die Tragik der Person Carmilla. Die Vampirin, die sich junge hübsche Mädchen zum Opfer sucht, sich aber auch in jene verliebt, obwohl sie deren Tod bedeutet. Das Thema des Todes allgemein ist eine der wenigen Dinge, die die kühle Verführerin aus der Fassung bringen können. Denn weichgespült ist Carmilla nicht, sie sucht sich nicht tierisches Ersatzblut oder Ähnliches, oder nimmt nur hier und dort bei ihren Opfern einen kurzen Schluck, sondern trinkt schon am Menschen, bis sie sterben. Kleiner fun fact übrigens: Vampire in The Vampire Lovers können übrigens ans Sonnenlicht.

Was mir am Film nicht gefallen hat, waren zwei Dinge: Die Darstellerin von Carmilla macht einen tollen Job von schauspielerische Sicht gesehen, ist mit ihren 33 Jahren aber doch etwas alt, um die ungefährliche Spielgefährtin dieser jungen Dinger zu mimen. Und dann dieser eine männliche Vampir auf dem Pferd, der immer am Rand des Geschehens zu warten scheint… er wird schlichtweg nie wichtig oder einem erklärt, was mit ihm los ist.

Ansonsten war es ein recht netter Film, hauptsächlich natürlich hochgehalten durch seine Hauptfigur, denn der Rest ist relativer Vampirfilm-Standard… zumindest was jener in den 70ern war.

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