Holidays

Ein weiterer Weihnachtshorrorfilm zu den Weihnachtsfeiertagen? Ja und Nein. Denn bei Holidays handelt es sich um eine Filmanthologie, die sich in ihren 95 Minuten von Jahresbeginn bis Jahresende durch gleich neun Feiertage hangeln wird, von denen Weihnachten (und das kommende Neujahr) nur je einer ist.

Die jeweils kurze Laufzeit geht natürlich dafür Garant, dass jeweils eine geradlinige Idee schnell und schnörkellos umgesetzt gehört, ohne die Dinge unnötig verkomplizieren oder gar je überhaupt zwangsläufig erklären zu können. Manchmal funktioniert Horror so viel besser, im kleinen Brocken eines schrägen Ereignisses. Tatsächlich sind viele der Segmente auch nicht super unheimlich, sondern mit dem Zeigen eines merkwürdigen Ereignisses voll und ganz beschrieben.

Wobei durch die unterschiedlichen Teams hinter den einzelnen Feiertagen auch sehr unterschiedliche Geschichten zustande kommen. Einige davon sind wesentlich gewöhnlicher. Valentinstag beispielsweise dreht sich um eine gehänselte Teenagerin, die in ihren Sportlehrer verknall ist, und ihre Peinigerin im Wahn ermordet, um dem angebeteten deren Herz zum Tag der Liebe zu überreichen. Ganz schwarzhumorig, weil der zum einen tatsächlich einen Fundraiser für Herztransplantate geplant hat, und weil wir einige Szenen durchs schräge Hirn der Protagonistin sehen.

Halloween beispielsweise dreht sich um einen Kerl, der sich Cam-Girls hält, nicht sonderlich nett zu ihnen ist, und deswegen von denen bestraft wird. Was nicht nur ähnlich Valentinstag eine relativ gewöhnliche Story ist, sondern auch ohne dessen Flair daherkommt, ja mehr in Richtung Torture Porn geschrieben zu sein scheint, aber im eigentlich ziemlich zahmen Film davon nicht mal was zeigen darf. Dass die Ereignisse zu Halloween stattfinden ist zudem auch absolut zufällig.

Damit haben es andere „Feiertage“ natürlich einfacher als andere. Muttertag und Vatertag sind beispielsweise auch beide vertreten, und solange eine Mutter bzw. ein Vater in die Handlung eingebunden ist, kann man natürlich machen, was man will. Nicht dass es so wahnsinnig schwer gewesen wäre, ausgerechnet Halloween auf Horror zu münzen.

Wesentlich einfallsreicher kommt beispielsweise St. Patricks Day daher. Die Story beginnt damit, dass eine Lehrerin ihrer Grundschulklasse ein Video über die Ursprünge des Tages zeigt, laut dem St. Patrick Schlangen von der irischen Insel vertrieb, was ein Sinnbild für Ketzer sein soll. Und das Segment endet dann damit, dass sie in einem heidnischen Ritual tatsächlich eine Schlange zur Welt bringt. Rosemary’s Snake nennt eine Ärztin diesen Vorfall sogar direkt fürs Publikum.

Auch in Ostern werden zwei Dinge miteinander verflochten. Ein kleines Mädchen bekommt es nämlich nicht so ganz auf die Kette, warum der Feiertag sowohl sich um einen Hasen, der Schokoeier bringt, dreht, als auch um die Wiederauferstehung Christus. Kinder fragen da natürlich gern viel nach, und die Mutter ist sichtlich irgendwann genervt, warum ihre Tochter nicht einfach die Lügen, die man Kindern schon seit Ewigkeiten erzählt, einfach so schluckt. Jedenfalls bekommt das Mädchen tatsächlich nächtlichen Besuch von… einem Monster welches beide Mythen miteinander verbindet, nämlich ein Mensch mit Jesus-Stigmata und Dornenkrone aber auch mit einem (komplett Fell-/Haarlosen) Hasenkopf.

Eine Konstante der Geschichten, die sich dann doch ergibt, ist definitiv der schwarzhumorige Einschlag. Ob die Pointe jetzt wirklich so wahnsinnig schmunzeln lässt, ist natürlich wieder je unterschiedlich, aber so einen gewissen Kick gibt es immer zum Ende der Geschichte hin. Vielleicht vom Mutter- und Vatertag mal abgesehen, obwohl ich eventuell auch eventuell den Witz bei jenen schlichtweg nicht verstanden habe.

Ein kurzweiliges und spaßiges Unterfangen der mysteriösen Art haben wir also in Holidays zu verzeichnen, bei denen definitiv die Würze in der Kürze liegt. Solange man natürlich nicht absolut beinharten Horror gezeigt bekommen will, wird einem hier also ein nettes Kaleidoskop an Abwechslung geboten.

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Be My Valentine, Or Else…

ava-2132Es ist gar nicht so einfach, Horrofilme zu finden, die mit dem Valentinstag zu tun haben. Man sollte meinen der Tag wäre reif dafür, zynisch viele davon hervorzurufen, ganz ähnlich der Weihnachtszeit. Dann wiederum lässt sich natürlich an einem rein aus dem Kommerz geborenen Tag wesentlich besser vorbei leben, statt an einem historisch gewachsenen, dessen Stimmung schon ab Oktober verbreitet wird.

Im Falle von Be My Valentine, Or Else… sind die Alternativtitel wohl passender, er läuft nämlich auch unter Hospital Massacre, Ward 13 und X-Ray. Letzterer ist der geläufigste, der so oder so ähnlich auch zum Großteil im Ausland verwendet wurde. Deutschland kombiniert sie etwas, hier kennt man ihn als X-Ray: Der erste Mord geschah am Valentinstag.

Der Untertitel ist so auch stimmig, denn der Film beginnt direkt in einem Flashback mit drei absolut untalentierten Kinderschauspielern. Susan spielt mit einem Freund, und feuert ihn an die Spielzeuglock schneller und schneller fahren zu lassen, als wäre sie eine osteuropäische Prostituierte, die es möglichst schnell hinter sich haben will. Beobachtet werden die beiden arischen Nachwüsche von Harold, der Susan eine Valentinskarte vor die Türe legt. Die lacht aber nur mit dem anderen Jungen darüber und wirft sie weg. Also macht Harold das einzig logische, und bringt den anderen Jungen um.

Vielleicht leicht überreagiert, aber Konkurrenz muss man aus dem Weg schaffen. Und der Film erwähnt auch nie, dass daraus was geworden wäre. Susan hat kein Trauma vom Auffinden der Leiche, und Harold scheint nie irgendwelche Konsequenzen auferlegt worden zu sein, obwohl es klar war, dass er der Mörder ist. Immerhin hat Harold einen weißen Jungen umgebracht, keine Rassenminderheit, von daher sollte man meinen, es würde sich jemand drum scheren.

Jedenfalls springen wir plötzlich 19 Jahre in die Zukunft, und Susan und Harold haben jetzt ihre Haarfarben getauscht. Ach ja, sorry, Spoiler, aber Harold ist der blonde Arzt mit Namen Harry, der ohne umgebracht zu werden irgendwann gar nicht auffällig aus dem Film verschwindet, wenn die Sichtungen des maskierten Killers zu häufig werden, als das er nicht an zwei Orten gleichzeitig hätte sein müssen.

Viel besser ist das schauspielerische Talent der erwachsenen Susan auch nicht, aber dafür ist die gute Dame echt verdammt hübsch. Vielleicht verhält sich auch deswegen jeder im Krankenhaus wie ein absoluter Creep ihr gegenüber. Dann wiederum hat das Hospital so einige etwas schräge Szenen zu bieten, allen voran die drei alten Ladys – eine davon eindeutig ein Kerl mit Perücke.

Ach ja, Susan ist hier um die Ergebnisse der Standarduntersuchung zu bekommen, während ihr Ex auf die Tochter aufpasst. Sie ermahnt ihn sogar extra gut auf die Kleine aufzupassen, zugegeben in einem etwas zickigen Tonfall, woraufhin er mit einem sarkastischen „Sicher doch“ antwortet, als wollte er seiner Tochter etwas antun, nur um seine Ex zu nerven. Andererseits ist im Film wie gesagt jeder seltsam und unbegründet antagonistisch drauf. Abgesehen von Susans neuem Freund, der nur mal kurz im Auto warten soll, aber erst nach scheinbaren Stunden mal seine Torte suchen geht, nur um dann nutzlos ziemlich schnell abgemurkst zu werden.

Vielleicht sind aber auch alle so schlecht auf Susan zu sprechen, weil sie im Krankenhaus raucht, eine Sache, die in 1981 scheinbar Ok war, mittlerweile aber die schrägen Vibes unterstützt.

Jedenfalls ändert Harry, der scheinbar 19 Jahre gewartet hat, um Susan endlich sein zu machen oder umzubringen, so ganz klar ist die Sache nicht, ein paar Unterlagen um, damit Susan im Gebäude festgehalten wird und er nach und nach den Kreis der Toten um sie zuziehen kann.

Ganz ehrlich gesagt habe ich fast eine Shining-esque Erklärung erwartet, warum alle Leute sich so merkwürdig verhalten. Zumal im Krankenhaus angeblich schon früher was vorgefallen ist. Vielleicht ist es ja auf einem indianischen Friedhof errichtet und alle die im Gebäude arbeiten werden langsam verrückt. Kommt aber nie, sondern bleibt ein relativ geradliniger Slasher. Nur halt einer, der mal eine merkwürdige Einlage hier und dann wieder eine fast komische dort aufbietet, als könnte er sich auf keinen Ton festlegen.

Diese tonalen Unstimmigkeiten sind es jedoch, die den Film davor retten zu langweilig zu werden. Denn obwohl die Kills durchaus nicht ausbleiben, sind sie mit wenigen Ausnahmen zum Ende hin nicht ganz so blutig oder brutal geraten. Herausragend ist der Film so oder so nicht, aber als Ok kann er schon noch durchgewunken werden.

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My Bloody Valentine (2009)

ava-1766Mon dieu, mon cher, da habe ich doch tatsächlich im letzten Jahr ganz vergessen zum Valentinstag einen thematisch passenden Horrorfilm zu bloggen. Und das, wo doch der Mainstream mittlerweile dem gleich tut, immerhin ist dieses Jahr pünktlich zum Valentinstag mit Fifty Shades of Grey ein Horror über eine dysfunktionale Beziehung zweier absoluter Psychopathen ins Kino gekommen.

Ok, in einer Minenarbeiterkleinstadt kommt es am Valentinstag zu einem Unfall, weswegen Harry Warden und seine fünf Kollegen in einem Schacht eingesperrt werden. Keine besonders glückliche Lage, Harry bringt die anderen um, damit sie ihm den Sauerstoff nicht weg atmen, liegt bei der Bergung später dennoch bereits im Koma. Ein Jahr darauf wacht er auf und crasht eine Party von im Minenschacht feiernder Jugendlicher.

So weit, so My Bloody Valentine mit kleinen Änderungen in den Details. Das hier waren allerdings nur die ersten knapp 20 Minuten des Filmes. Danach springen wir 10 Jahre in die Zukunft. Tom Hanniger ist zurück in der Stadt, er hat die Mine von seinem Vater geerbt, ist außerdem für den Unfall verantwortlich gewesen, und hat seine damalige Freundin zurückgelassen, die nun mit seinem damaligen Rivalen und jetzigen Sheriff verheiratet ist. Offiziell ist er hier um die Mine zu verkaufen, was die dortigen Arbeiter natürlich nicht gern sehen. Und Wunder oh Wunder, es fängt wieder jemand im Arbeiteroutfit an Leute mit einer Spitzhacke umzubringen, und deren Herzen in Valentinstags-Boxen zu legen.

Während der Beginn also quasi der rasante Schnelldurchlauf ähnlicher Ereignisse wie vom 1981er Original war, geht der Film anschließend eher in einen neuen Film, der lediglich von jenem inspiriert ist was das Setting und den Killer angeht. Und natürlich die Dreiecksbeziehung ist zurück, hier wird allerdings wesentlich mehr draus gemacht. Die Rolle von Tom übernimmt übrigens Jensen Ackles, der Supernatural-Co-Star von Jared Padalecki, welcher im selben Jahr ebenfalls in einem Slasher-Remake zu sehen war, Friday the 13th, welcher letztendlich auch mehr als nur ein Remake des ersten Eintrags jener Franchise darstellte.

My Bloody Valentine ist dabei ziemlich modern wie ziemlich altmodisch. Altmodisch hauptsächlich in der Optik, vielleicht vom 3D mal abgesehen, wobei das gab es ja auch bereits in den 80ern mal. Was ich meine ist, dass der Film doch ziemlich freizügig mit den Schauwerten umgeht, ganz besonders im furios-rasanten Beginn. Die Polizei findet das komplette Krankenhaus nach Harrys Erwachen dahingemeuchelt vor, die Spitzhacke wird im späteren Filmverlauf durch so einige Brustkörbe und Schädel gejagd, mal beim Auge, Kiefer oder Hinterkopf herauskommend. Alles mit vergleichsweise wenig CG-Arbeit und gutem Anteil an Prothesen und Kunstblut. Selbst die obligatorische Nackedei-Szene wird für alles gemolken, was sie hergibt, bietet die Schauspielerin in full frontal nudity für gut 5 Minuten oder mehr vor dem Killer fliehend.

Modern ist das Ding hauptsächlich nach dem Einstieg, wenn der Film doch etwas an Schwung verliert, in die 10 Jahre später springt. Denn es ist dann eben doch kein einfacher, geradliniger Slasher, sondern ein „Wer ist hinter der Maske“ Ding, bei dem man raten soll, ob es nun wirklich Harry ist, oder vielleicht Tom, oder vielleicht doch der Sheriff. Es wird etwas damit gespielt, dass wir das Klischee des unbesiegbaren und immer wieder auferstehenden Killers gewohnt sind, sowie was wir gezeigt bekommen zu glauben, statt den unreliable Narrator zu verdächtigen. Dennoch war die Auflösung an sich ziemlich dämlich. Bis dahin ist aber eigentlich auch My Bloody Valentine (2009) eine recht nette Slasher-Gaudi. Kein Highlight, aber doch unterhaltend – wie der Gros des Genres also.

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Valentine

ava-1216Valentine ist ein Film mit einer turbulenten Entstehung. Teile des Originalcasts mussten ersetzt werden, Schauspieler hatten extrem limitierte Termine, um ihre Szenen zu filmen, die Todesszenen mussten nachträglich für eine annehmbarere Einstufung gekürzt werden. Regisseur Jamie Blanks (Urban Legend) hat sich sogar nachträglich für das Endprodukt entschuldigt. Na da haben wir ja wohl eine echte Perle erwischt, hmm?

Der Slasher beginnt dabei so generisch, wie möglich. Nerdiger Junge beim Schulball fordert mehrere Mädels zum Tanzen auf, die ihn alle ablehnen, und als er dann doch eine findet, endet das natürlich tragisch. Etwas Carrie-tragisch um genau zu sein – also für ihn, nicht so sehr mit dem ganzen Morden.

Nein, die kommen erst 13 Jahre später. Ironischerweise sind all die populären Mädels von damals immer noch Singles und auch ständig auf der Suche, jedoch finden sich unter Single-Männern anscheinend nur Nullnummern. Und dann werden sie nach und nach umgebracht.

Ich muss sagen, so wahnsinnig schlecht finde ich Valentine gar nicht mal. Er ist nur eben super generisch. Die Handlung ist super bekannt und auch wer das Final Girl sein wird, ist ziemlich schnell klar, weil nur zwei der Mädels entsprechende Szenen bekommen und eine davon die Nutte der Gruppe ist. Immerhin haben wir ein wenig Whodunnit, denn wir wissen zwar direkt vom Beginn her, wer der Mörder ist, doch nicht, wer er ist. Sprich es ist natürlich der gepeinigte Junge, doch nach 13 Jahren könnte der natürlich zu jedem Mann im Film herangereift sein. Wozu es natürlich hilft, dass alle männlichen Protagonisten irgendwie in einem schlechten Licht stehen. Leider schafft es der Film nicht so ganz, wirklich einem Bauplan, der Slasher etwas gibt, voll zu folgen. Wie gesagt ist es ein Whodunnit, jedoch kommen richtiges Rätselraten und Suspens nie so richtig auf. Die Morde sind auch kreativ in dem Sinne, als das sie die Ausrede widerspiegeln, mit der die Mädels seine Tanzaufforderung ablehnten, werden aber nie so richtig schön blutig. Was bleibt ist halt einfach etwas langweilig, wenn auch bei weitem eben nicht so schlecht, wie er häufig dargestellt wird.

Interessant vor allem ist, wie viel von Hollywoods B-Liste doch in diesem Film auftauchen. Da hätten wir TV-Star von David Boreanaz aus Angel/Bones; Katherine Heigl und Jessica Capshaw aus Grey’s Anatomy; Marley Shelton , deren Gesicht man sofort erkennt, aber nie den Finger drauf tun kann, woher; und nicht zu vergessen Denise Richards, die beinahe mal eine echte Filmkarriere gehabt hätte. Wenn man bedenkt, dass ursprünglich Tara Reid und Jennifer Love Hewitt für zwei jener Rollen vorgesehen waren, hätte man noch mehr „Ex Silver Screen“-Schauspielerinnen gehabt. Übrigens hat auch Hedy Burress hier eine Rolle, die einem als Schauspielerin nichts sagen muss, aber Final Fantasies Yuna ihre hölzerne Stimme leiht.

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My Bloody Valentine

Nö, es geht nicht um die Band. Mit Musik kenn ich mich nicht aus. Und im Gegensatz zu Videogames, Filmen und Büchern tu ich da auch nicht so, als würde ich es. Es geht um den Horrorfilm. Nein, nicht den 2009er, sondern dessen Original von 1981. Ist doch schön, dass nicht nur Weihnachten seine feierlich motivierten Slasher hat, sondern auch ein sogar noch mehr verkommerzialisierter herziger.

Das Setup ist das übliche: Die Stadt Valentines Bluff hat sich bei einem solchen Namen natürlich voll auf den Feiertag verlagert und startet alljährlich einen Valentinstags Tanz, um das dröge Leben in einer von der Minenarbeit dominierten Kleinstadt im Nirgendwo aufzulockern. Bis eines Tages eine Gruppe Minenarbeiter verschüttet geht, weil die Aufseher sie zwecks Tanz nicht beaufsichtigt haben. Alle sterben bis auf einer, der die Tage bis zu ihm durchgegraben wurde, überlebte, in dem er seine toten Mitarbeiter verfrühstückt hat. Anschließend ist er umgegangen und hat allen Verantwortlichen das Herz raus gerissen und sie in Valentinsgeschenkboxen verschickt.

Das ist 20 Jahre her und endlich soll wieder ein Tanz stattfinden, nachdem man dies die letzten zwei Jahrzehnte vermieden ha. Und natürlich geht das Morden direkt wieder los, der Tanz wird abgesagt, aber die jungen „Kids“ (jeder referiert sie als solche, die sind aber eindeutig schon in ihren späten 20ern und arbeiten zum Großteil in der Mine, sind also auch so keine End-20er-Schauspieler, die so tun als wären sie in der High School) sind natürlich nur an Par-teyh interessiert und schmeißen eine in der alten Mine. Super Idee und so, cleveres Völkchen.

Jepp, My Bloody Valentine ist also ein relativ geradliniger und einfacher Slasher: Kerl wird am Feiertag schlimm zugerichtet und nutzt ihn ab nun dazu, Leute um die Ecke zu bringen, statt Feiertagsfreude zu verbreiten. Dazu kommt noch ein kleiner Charaktersubplot über einen Kerl, der versucht hat sein Glück in der großen Stadt zu finden aber zurück gekrochen kommen musste, seine ehemalige Freundin bereits an einen andren verloren hat, sie aber zurück will und die Alte sich auch nicht so richtig zwischen den beiden Kerlen zu entscheiden zu können scheint. Aber das ist weitestgehend Beiwerk und weitestgehend führt zu nicht viel.

Solche einfachen Slasher waren halt besonders zu damaligen Zeit, in den 70ern und 80ern, in. Und bekamen bald einen Backlash ob ihrer Brutalität zu spüren und wurden notorisch zensiert. Für die jungen Kinderchen unter euch, bevor es Videospiele gab, machte man die Horrorfilme dafür verantwortlich, wenn jemand aus sozial schwachem Haushalt und ohne Zukunftsaussichten sich dafür entschied, durchzudrehen. My Bloody Valentine war ein solches Opfer, wurden doch einige Minuten raus geschnitten und erst 2009, bei einem Re-Release als Cash in zum Remake, restauriert. Sagenumwobene 9 Minuten sollten es sein, dass ist aber Bullshit gewesen, man erkennt an der wesentlich schlechteren Ton- und Bildqualität eindeutig, welche Szenen das sind und obwohl es wirklich viel ist, kommt es fast 10 Minuten nicht mal nahe.

Und der Film ist tatsächlich ziemlich fies was die Gore-Effekte angeht, das muss man ihm schon lassen. Auch an Kreativität fehlt es ihm nicht, was die Tötungsmethoden angeht. Leider ist er halt dennoch so ein wenig Standard-Slasher der damaligen Zeit, weder besser noch schlechter als der Gros, ist nicht ganz so humorig wie beispielsweise ein Silent Night, Deadly Night. Durchaus gut schaubar, besonders wenn man sich mal einen nostalgischen Abend mit anderen Horrorfans der damaligen Zeit macht.

In dem Sinne: Frohen Valentinstag miteinands.