1313: Bermuda Triangle

Haha! Der Title Font von 1313: Bermuda Triangle ist anders als bei Bigfoot Island! Ich hätte es doch gewusst, wenn der schon immer so schrecklich gewesen wäre. Ansonsten beginnen wir allerdings wie gehabt: Die Musik sagt uns, dass was Spannendes zu erwarten ist, während die dazugehörigen Bilder für 5 Minuten Establishment Stock Footage von karibischen Küsten und Städten zeigt.

Wer meint dies würde bedeuten, dass auch Bermuda Triangle in einer Lokalität auch nur im Entferntesten nahe des Bermudadreiecks spielt, hat sich allerdings getäuscht, dieser Stock Footage soll nur den Anschein erwecken, David DeCoteaus kalifornisches Haus stünde in der Karibik, denn der Film ist mal wieder exklusiv hier aufgenommen worden.

Sobald der erste sexy Kerl ohne Shirt dann das Haus betritt und 3 Minuten die Gänge hoch und runter läuft, und beständig „Hallo?“ ruft, hab ich dann auch direkt eine pawlowsche Reaktion. Er geht die Treppe hoch und nach rechts? Der Gang mündet in ein Wohnzimmer und endet in einem Schlafzimmer, von ihm ab geht ein weiteres Schlafzimmer und das Bad mit der Dusche, unter dem sich mindestens ein Typ pro Film wiederfindet, und welche einen Durchgang zwischen beiden Räumen darstellt. Ich könnte glaube ich rein aus dem Gedächtnis einen Grundriss von DeCoteaus Haus zeichnen und läge nicht viel falsch.

Wie immer geschieht da oben natürlich nichts, sondern der Kerl, der schnell gar nicht mehr so sexy ist, weil er alles damit ruiniert, dass er Flipflops trägt, läuft nur gewohnt drei Mal die Gänge ab, und geht dann wieder die Treppe runter. Aber dann, als ich mich schon darauf eingestellt hatte, dass erneut nichts im Film geschehen wird… Bam! Der Typ wird von super schlechten Blitz-SFX angegriffen und nach einem schnellen Cut befindet er sich unerklärlich nur in Unterhose an ein Fitnessgerät gefesselt vor, während das Bild bläulich eingefärbt ist und die Kamera spastische Zoom-Anfälle hat. Was zur Hölle? Herrlich dämlich. Ist das die Auswirkung des Bermudadreiecks? Statt Schiffe und Flugzeuge verschwinden zu lassen, warpt es nun Menschen in ihren Häusern weg und zieht sie dabei gleich noch aus?

Allerdings hätte man dem Kerl ruhig mal den weißen Schlüpfer mit ner Socke oder so ausstopfen können, wenn schon wild drauf reingezoomt wird. Das Gezeigte ist nämlich ein wenig bemittleidenswert. Wobei ich nach 3 vollen Minuten des wilden Kamerazoomens eh etwas Seekrank zu werden drohe. Und ich will ja nicht Skinny Shaming betreiben, doch warum ist erneut einer der Kerle in der Riege aussehend, als wäre er ein unterernährter 12-Jähriger? Die Filme verkaufen sich doch über Beefcake.

Ab zum nächsten Kerl, der das Haus betritt. Und schon denke ich, dass dies einer jener Filme ist, bei dem ein austauschbarer Kerl nach dem anderen alleine das Haus betritt, sich für 3 Minuten die Gänge hoch und runter Hallo-t und dann „attackiert“ wird, unter 3 Minuten wildem Zoomen gegen seine Fesseln sich aufbäumt, und dann Cut und der nächste. Dem ist allerdings nicht so, ok ein wenig schon für die nächsten zwei Typen, allerdings gibt es zwischendrin immer mal wieder Cuts auf die eigentliche Handlung, wenn Muscle Bitch und Black Dude am Strand nach einem Schatz tauchen und Muscle Bitch den anderen Kerl dann umbringt. Mit der üblichen verwirrenden Szenenabfolge. In der einen meint Muscle Bitch, dass Black Dude sich seine Tauchausrüstung anziehen soll, kurzer Cut und die beiden sind immer noch am Strand, aber das Tauchen soll wohl schon gelaufen sein? Muscle Bitch erschlägt Black Dude, kurzer Cut und er steht neben der Leiche… aber nicht mehr am Strand sondern im Garten des Hauses?

Und dann beginnt nach einer halben Stunde plötzlich eh ein neuer Film, der sich einen Scheiß um die drei Randos kümmern wird, die bisher im Haus verschwunden sind. Stattdessen wohnt hier jetzt Muscle Bitch mit einer ganzen Horde an hübschen Jünglingen zusammen, die alle angebliche Experten sind was Artefakte, Archäologie und Ozeanographie angeht, auch wenn das wenig glaubwürdig ist. Denn Muscle Bitch braucht die, um den Schatz zu kommen, hinter dem er her ist. Warum genau, ist mir dabei bei allen Beteiligten nie so recht klar geworden. Geht es jetzt um den Reichtum, den Ruhm, oder doch einfach nur der Schatzsuche wegen? Egal, wer braucht Charaktermotivation, wenn er Sixpacks haben kann?

Die Arbeitsethik der Kerle ist nämlich potentiell fantastisch, wir werden keinen davon irgendwie seinen Job machen sehen, sondern sie reden nur darüber etwas vielleicht demnächst mal eventuell machen zu müssen, während sie ihre Sonnenbräune auffrischen, zusammen im Muckiraum schwitzen, oder gar nicht homoerotisches Partnerschwimmen im Pool zu Porn-Musik veranstalten. Eine Lotion-missende Duschszene gibt es selbstredend ebenfalls. Nicht, dass ich nicht gern dem Spiel der Muskeln unter der Haut zusehen würde. Michelle Bauer, David DeCoteaus langjährige Schauspieler-Freundin und Alibi-Weib des Filmes, hat zumindest sichtlich ihren Spaß die Henne im Korp zu sein. Und man muss es DeCoteau lassen, wenn der eine BGM oder Stock Footage kauft, dann milkt er die bis zum bitteren Ende, egal wie unpassend die plötzlichen Cuts auf Palmenstrände oder die unpassend eingespielte Musik letztendlich wirken.

Überhaupt habe ich zwei Highlights im Film. Neben den herrlich dämlichen Entführungsszenen in der ersten halben Stunde. Und neben den drei der hübschesten Kerle, die auch als einzige festes Schuhwerk tragen, statt sich über Flipflops unfuckable zu machen. Und zwar ist das tatsächlich wie viel Laune Michelle Bauer hat, und das zumindest einer der Kerle sich bewusst ist, in was für eine Art Film er ist, statt wie der Rest entweder gar nicht oder das alles ernst zu spielen. Von den beiden kommt auch der beste Austausch an Dialog, der sicherlich nicht so witzig gemeint ist, wie die beiden ihn präsentieren – Michelle: „I couldn’t help noticing all of Sean’s experts are a little young…“ Kerl (zynisch) „Yeah, and cheap too“.

Ach ja, worum geht es überhaupt? Tja der Kerl mit der Hackfresse und der Körperbehaarung, der so deplatziert unter den anderen glatten Schönlingen wirkt, und vielleicht im vorigen Film hätte Bigfoot spielen sollen, und der sich total fischig verhält? Der ist aus Atlantis. Der Schatz, den Muscle Bitch sucht, ist der Schatz von Atlantis. Atlantis ist gar nicht untergegangen, sondern auf Dimensionsreisen, und zwar via das Bermudadreieck. Was das damit zu tun hat, Randos aus DeCoteaus Haus zu entführen und in weißer Buchse an Möbel zu fesseln, will sich mir allerdings nicht ganz erschließen.

Was bin ich froh bei den Filmen an der Stange geblieben zu sein. 1313: Bermuda Triangle ist ganz genau die richtige Art von saublöd und inkompetent, und ich kann mich nicht erinnern während der Laufzeit irgendwann ernsthaft gelangweilt gewesen zu sein.

1313: Bigfoot Island

Wird aber auch endlich Zeit, dass wir zu meinem Guilty Pleasure die 1313-Filme zu schauen, zurückkehren. Immerhin hatten wir letztes Jahr bereits im September 8 Einträge, jetzt fehlen noch die letzten 6, um die… 14 voll zu machen.

1313: Bigfoot Island beginnt schon mal wenig glücklich mit einem absolut hässlichen und schwer leserlichen Title Font, dem ich mir nicht aus den vorigen Einträgen gewahr wäre, aber vielleicht habe ich das auch irgendwo einfach verdrängt gehabt. Gefolgt von soliden 5 Minuten an Establishment Shots von Waldlandschaften, die vielleicht oder vielleicht auch nicht Stock Footage sind. Sofern man diese Szenenfolgen wirklich Establishment Shots nennen kann statt einfach nur Zeitfüller, wofür sie nämlich wirklich in diesen Filmen dienen.

Dann kommt endlich der erste Kerl mit nacktem Oberkörper ins Bild, und ich würde sagen damit fühlen wir uns endlich wie in einem Film von David DeCoteau angekommen, aber die Zeitfüller-Landschaftsaufnahmen sind eigentlich auch schon typisch er, und merkwürdigerweise hat er keinen sinnigen oder unsinnigen Grund gefunden, die Kerle nur in Unterwäsche durch den Wald stapfen zu lassen, wie in Brotherhood VI: Initiation, von daher könnte der Film von jedem notgeilen Regisseur stammen und trägt gar nicht mal DeCoteaus Markenzeichen.

Ein weiteres Markenzeichen fehlt auch: DeCoteaus Haus. In dem waren bisher alle 1313-Filme gefilmt, egal wo sie eigentlich spielen sollten. Aber drei eingetopfte Bäume in seinen Garten zu stellen und die Kerle 75 Minuten um diese Möbiusschlaufen drehen zu lassen, war wohl selbst ihm zu doof, und somit hat sich die Crew tatsächlich zum Shoot des Filmes in einen Park begeben. Der wird sicherlich auch nur ein paar Kilometer von DeCoteaus Haus weg sein und er mindestens zwei Dutzend weiterer Filme über ein Wochenende hinweg abgefilmt haben, damit die Anreise es auch wert war, aber hey, neue Locations sind doch was. Darüber sollte man sich so lange freuen, wie man kann, denn bis zum Ende des Filmes wird man die immer gleichen Shots auf die Wälder und das die Kerle die immer gleichen Pfade entlanglaufen, bereits gehörig leid sein.

Was mich ja echt interessieren würde ist, wie der Casting Call zum Film war. „Suche junge Kerle mit heißem Oberkörper, die gewollt sind jene auch zu entblößen und keine Angst vor Zecken haben, während sie mit einem alternden schwulen Kerl in die Wälder fahren, um mit via Handkamera aufgenommenen voll legitimen Filmen ihr Schauspiel-Resümee aufstocken zu können. Garantiert kein Porn, keine Vergewaltigung, kein Ermorden, Ehrenwort.“

Ach ja, die Kerle werden natürlich letztendlich, nachdem die ewig die gleichen Pfade lang gewandert sind, von Bigfoot die gleichen Pfade wieder zurück gejagt. Bis er dann direkt vor sie teleportiert und über die gleiche POV-Szene umbringt. Wobei die Opfer und Bigfoot jeweils eindeutig an ganz anderen Stellen des Waldes aufgenommen sind. Meine Lieblingsszene ist hierbei gegen Ende, wenn zwei Kerle ein Wettrennen veranstalten, angeblich immer knapp auf miteinander sind, und Bigfoot die beiden ungesehen stalked, aber alle drei Schauspieler eindeutig in total unterschiedlichen Arealen getrennt voneinander aufgenommen wurden. Und wurden die Dialogaufnahmen alle nachträglich in eine Blechdose gemacht? Wenn mal jemand in diesem Plot-losen Film was redet, ist es total blechern, viel zu laut, und gleichzeitig versteht man doch nur die Hälfte.

Es sollte übrigens niemanden überraschend, dass Bigfoot einfach ein schmächtiger Kerl in einem schlechten und schlecht sitzenden Halloween-Kostüm ist. Hier wäre mehr Kreativität drin gewesen. Beispielsweise einfach einen heißen DILF-Holzfäller mit pelziger Brust hinter den glatten Jünglingen herlaufen lassen. Aber na ja, viel sieht man Bigfoot eh nicht, häufiger läuft möchtegern-unheimliche Musik während die Kamera wild auf Bäume zoomt.

20 Minuten in den Film findet DeCoteau übrigens eine Ausrede für eines seiner Markenzeichen: Eine Duschszene. Wobei ich echt nicht weiß, warum er die Idee hat ausgerechnet den Kerl, der den Körper eines halb verhungerten 12-Jährigen hat, darunter zu stellen, statt das halbe Dutzend an Beefcake, das durch die Wälder wandert. Aber mit Sexyness hat DeCoteau es eh mal wieder nicht. Man sollte meinen das Spiel aus Licht und Schatten durch die Baumkronen wäre ideal, um den Sixpacks richtig geile Definition zu geben, aber dann kann man so einen 75-Minuten-Film nicht innerhalb einer halben Stunde abfilmen, und von daher verlässt er sich wieder darauf, dass die Kerle so schon heiß genug sind.

Besagte Duschszene ist übrigens in einer Hütte, zu der sich eine Studentenbruderschaft ein Mal im Jahr für Alkohol-motivierte Feiern alleine in den abgeschiedenen Wäldern trifft. #NoHomo #JustHelpingAFriend #Orgy? Viel wichtiger ist, dass dort auch ein Auto geparkt steht. Weswegen ich sofort hinterfrage, warum sich die Kerle nicht alle am Dock treffen und gemeinsam zur Hütte fahren, statt das jeder einzeln vom immer gleichen Establishment Shot eines anlegenden Bootes eintrifft und dann alleine durch die Wälder wandert, um in einem Reaction Shot von Bigfoot erschlagen zu werden.

Jedenfalls, so schön doof auch dieser Film mal wieder geworden ist, so muss ich mal wieder feststellen, dass ich so ungefähr bei 45-50 Minuten langsam die Lust verliere und mich zu langweilen beginne. Was nicht überraschend ist bei einem Film, der zu 40% aus Stock Footage Waldaufnamen, 40% aus Kerlen die unmotiviert durch den Wald wandern, und zu 20% aus nichtssagenden Dialogen besteht.

Die Handlung ist nämlich letztendlich nur die, dass die Kerle im letzten Jahr betrunken auf einer Feier eines der ansässigen Mädels wüst beschimpft und fast vergewaltigt haben, bis 12-Jahre-Alt-Ausschauend eingegriffen hat. Jetzt beschwört jene Bigfoot, um die Kerle alle umzubringen, und 12-Jahre-Alt-Ausschauend dazu zu zwingen, sie zu heiraten. Happy End, roll Credits.

1313: Haunted Frat

ava-2060Wenn es eine personalisierte Hölle gibt, in die ich nach meinem Ableben komme, dann weiß ich mittlerweile auch, wie die sich gestalten würde. Es wäre eine nicht enden wollende von jenen Stalker-/Traum-Szenen in diesen Filmen anzusehen, in denen absolut und rein gar nichts geschieht, wir aber dennoch schier endlos jemanden mit oder ohne Messer in der Hand die gleichen drei Räume in David DeCoteaus Haus entlang gehen sehen.

In diesem Sinne hatte ich zu Beginn von 1313: Haunted Frat glatt die Befürchtung, dass ich ohne es zu merken gestorben bin. Normalerweise versuchen diese Filme ja zumindest, ungeschickt wie alles an ihnen ist aber der Versuch ist immerhin da, einen am Anfang ein wenig für sie anzuheizen, in dem ein relativ schneller First Kill den Film einläutet. Sogar Giant Killer Bees hatte zumindest den Prof in die Kamera sagend, dass die Welt am Arsch ist und jetzt flashbacken wir mal warum. Haunted Frat hat das nicht, zumindest nicht gefilmt. Genau genommen gab es da nämlich tatsächlich eine schnell eingeblendete Texttafel zum Filmbeginn. Etwas darüber, dass in einem Frat-Hause alle Kerle umgekommen sind, und keiner kann sich erklären warum, die Polizei investigiert immer noch, aber hier ist ein Teil der Kameraaufnahmen angefüllt mit dramatischer Nachstellung dessen, was in deren Aufnahmelücken geschehen sein könnte. Oh, Haunted Frat ist also ein Found Footage? Nö, der Film ist genau so bieder gedreht, wie alle anderen dieser Filme auch, löst also seine eigenen Prämisse nicht ein, und hat sozusagen von der ersten Sekunden an sein Publikum angelogen.

Auf jeden Fall ist die wirklich erste Szene dann eine solche Traumsequenz. Und erneut, wie passt das in die Prämisse? Ganz davon abgesehen, dass Überwachungskameraaufnahmen zu einem Fall, den die Polizei noch aktiv untersucht, eh nicht an die Öffentlichkeit gegeben werden würden, wie zur Hölle ist ein Traum von jemandem aufgenommen worden? Jene Szene dauert ungelogen 15 Minuten an, und ist nur der Kerl in Boxer-Briefs, der die gleichen Räume abwandert, und dann wacht er auf, ohne das was geschehen ist. Keine Vorahnung, kein Alptraum, kein Garnichts. Dafür fallen einem in der Monotonie absolute Unwichtigkeiten auf, die man anschließend gar nicht mehr nicht fokussieren kann, wie beispielsweise das der Kerl echt nen dicken Arsch hat. Trägt der Erwachsenenwindeln oder was? Gehört er zu den Kardashians? Wurde er im Schlaf von Killerbienen in den Hintern gestochen und hat eine allergische Reaktion? Und was macht man dann natürlich als erstes am Morgen nach dem Aufwachen? Der Kerl stellt sich für die nächsten 10 Minuten unter die Dusche. Und wenn ich nicht sicher in die Hölle kommen werde und genau das dann endlos weiter mir ansehen können müsste, war ich am Überlegen, ob ich meinem Leben nicht hier und jetzt ein Ende setze.

Anschließend trifft er dann endlich auf einen Mitbewohner, und wir bekommen ein wenig was erklärt. Es ist Spring Break, deswegen sind nur wenige Kerle im Haus. Außerdem muss er ein Essay schreiben, damit dem Frat nicht der Geldhahn zugedreht wird, aber keiner hilft ihm dabei. Und er hat rausgefunden, dass auf dem Grundstück früher mal eine Psychiatrie stand, die abgebrannt ist. Und wer denkt, dass der Film jetzt an fahrt gewinnt, immerhin haben wir schon 30 Minuten luftleeren Raum hinter uns, der irrt sich ganz gewaltig. Viel mehr wird bis Minute 75, wenn die Credits aus dem Nichts auftauchen, nicht mehr geschehen. Stattdessen trifft der Kerl jeden einzelnen Mitbewohner, und erklärt jedem erneut genau diese Dinge, in mehr oder weniger immer dem gleichen Wortlaut, weil Scripts zu schreiben ist hart. Dazwischen dann 10 Minuten, wie besagter Mitbewohner, der sich vorm Essay gedrückt hat, entweder am Pool faulenzt, oder duscht, oder wie der Kellan Lutz für Arme im Fitnessraum seine Anabolika-Muskeln spielen lässt, oder sonstwas macht, bei dem ein Shirt am Körper sich hinderlich gestaltet. Bis dann das #NoHomo-Alibi-Mädel hinter ihm auftaucht, ein wenig die Hände über ihn hält und Cut und weiter. Töten tut sie die Kerle scheinbar nicht, denn sie Fankensteinen später alle so durchs Haus, von daher sind sie nur besessen? Keine Ahnung, ne Auflösung gibt es sowieso nicht. Ein Ende allgemein nicht. Der Film hört irgendwann einfach auf, weil er bei seinen obligatorischen 75 Minuten angelangt ist.

Wenn ich nur 3 Bilder von Waschbrettbäuchen für den Film hier wählen würde, wäre das eine akkurate Wiedergabe dessen, was man zu sehen bekommt, und zwar ziemlich ausschließlich. Dann wiederum würde das eh keinem Auffallen, da ich zu keinem der 1313 andere Bilder außer halbnackter Kerle nutze, weil die so oder so den Groß der Filme ausmachen. Von daher dann halt als Erektionskiller noch eines von einem seltsamen Tiki-Gesicht, das im Garten wie ein Totempfahl rumsteht, und zu dem der Film immer mal wieder cuttet, als wäre das irgendwann mal wichtig. Wird aber nie was draus. Es stellt sich nie heraus, dass das Frat-Haus auf den Ruinen einer Psychiatrie steht, die wiederum auf einem Indianerfriedhof erbaut wurde. Heiße amerikanische Ureinwohner in Lendenschurz als Geist wären sicherlich interessanter anzusehen, als ein kaukasisches Weib im schwarzen Nachthemd.

Es ist schon deprimierend zu merken, wie schnell man dann doch davon gelangweilt sein kann, halbnackte Knackjungs anzuschauen, wenn die 70 Minuten nichts machen, nichts geschieht, sondern nur in Unterwäsche in der Gegend rum gelaufen, gelegen oder gestanden wird. Und hier dachte ich, dass ich von einem solchen Anblick freilich nie genug bekommen könnte. Aber nö, so nach 10 Minuten denk ich mir dann doch schon „zeig deinen Schwanz, bring einen um, oder zieh dich wieder an und geh heim, ich hab genug“.

1313h

1313: Giant Killer Bees!

ava-20581313: Giant Killer Bees! (Satzzeichen im Titel) verwirrt mich. Es startet also mit einem Wissenschaftler, der mehr oder weniger eingesteht, dass wegen ihm die Bienenapokalypse ausgebrochen ist, aber eigentlich ist sein Igor dran schuld, weil dem hat er zu sehr vertraut und alleine in die Karibik geschickt, wo seine Forschung umgesetzt wird, und zwar von einem Haufen Studenten, als die Deadline für Resultate nur noch eine Woche betrug.

Und das klingt so, als hätte jener ihn verraten, oder von sich aus eingegriffen und alles versaut. Aber den ganzen Film über macht Igor nur das, was ihm der Prof übers Telefon befiehlt, hat somit nicht wirklich eine Schuld an den Ereignissen. Und mal ehrlich, ein halbes Dutzend Kids in den 20ern, egal ob sie nun Wissenschaftsstudenten sind oder nicht, unbeaufsichtigt forschen zu lassen, schreit geradezu danach, dass sie es mit der Zeit nicht so genau nehmen. Vielleicht hätte da jemand schon etwas früher drüber schauen sollen, statt eine Woche vor Resultatsübergabe.

Aber was mich hier wirklich verwirrt ist, wo das hier sein soll. Der Prof meint seinen Assi in die Karibik geschickt zu haben. Der erzählt dann aber was davon, um die halbe Welt geflogen zu sein, und so weit ist die Karibik von den USA nicht wirklich weg. Und die Stock-Footage-Außenshots sind mal von einem kanadischen Nadelwald, dann von einer riesigen Anlage, die sehr wohl in der Karibik sein könnte, aber definitiv nicht wie ein Forschungsinstitut, sondern ein seit Jahrzehnten verlassenes Gefängnis aussieht… und dann jedes Mal, wenn ein Schauspieler im Bild ist, egal ob nun bei einem Innen-Shoot oder doch außen um die Anlagen drum herum, ist es wieder einfach nur David DeCoteaus Haus, das absolut nicht nach Labor aussieht, und ungefähr zehn mal in das Stock-Footage-Gefängnis passen würde. Wenn Igor am Ende des Filmes allerdings alles einpacken und evakuieren soll, rennt der plötzlich tatsächlich um jene Gefängnisanlage, es gab also On-Location-Shoots, warum also nicht für alle Außenszenen? Abgesehen davon, dass der Kerl plötzlich anfängt irgendwo in ner Altstadt und dann sogar am Strand rumzulaufen. Soll das alles noch das Labor und seine direkte Umgebung sein?

Ok, geforscht wird also an Bienen, um dem weltweiten Bienensterben entgegenzuwirken, und da dem Prof vor aller Rumhurerei erst eine Woche vor Deadline auffällt, dass es noch gar keine Ergebnisse zum Vorzeigen gibt, lässt er seinen Igor irgendein Mittel ins Bienenfutter mischen. Woraufhin die 2 Bienen, von denen uns das Script betätigt, dass es definitiv 4 sein sollen (waren schlechte CG-Bienen zu animieren zu teuer, warum dann nicht hierfür auch einfach Stock Footage nehmen?) sterben. Oder auch nicht, denn plötzlich tauchen sie als Riesen-Killerbienen wieder auf. Wobei „Riese“ etwas übertrieben ist, die Dinger sind jetzt nicht gerade ein Pferd, sondern mehr Faustgroß.

Einer der Forscherstudis hat sich derweil auf sein Zimmer zurückgezogen um… zu schlafen? Er zieht sich bis auf die Unterwäsche aus und schmeißt sich dann längs auf Doppelbett, wie der letzte Assi das ganze Ding einnehmend. Da musste David DeCoteau dann aber doch eingreifen und aus der Direktion „Zieh dich aus und leg dich aufs Bett“ etwas spezifischer machen „Nein, nein. Wenn sich in meinen Filmen ein Kerl aufs Bett legt, dann doch bitte auf den Rücken und mit gespreizten Beinen, und fang ruhig an deinen Oberkörper zu streicheln“. Wir sehen nun also jetzt die üblichen überstrapazierten 10 Minuten was David DeCoteau für Fanservice hält, aber eher wie beim Masturbieren für Dummies nicht aufgepasst wirkt. Und dann… in einigen Cuts hat der Kerl Strümpfe an, in anderen nicht! Was, bitte wie? Das Kontinuitätsproblem indiziert, dass solche Szenen doch tatsächlich in mehreren Takes gefilmt werden, und ich falle echt vom Glauben ab. Denn nichts in diesen Filmen schaut aus, als hätte man hier die beste von mehreren Aufnahmen genommen, sondern alles sofort so verwendet, wie es beim ersten Filmen ausgeschaut hat. Inklusive verwirrter Darsteller, die nicht wirklich wussten, was DeCoteau genau von ihnen wollte.

Während sich der Kerl für 10 Minuten die Titten gerieben hat, als wolle er sich ein D-Körbchen anrubbeln, hat ihn übrigens eine der Killerbienen beobachtet. Die ist mit dem sich einen runterholen fertig und geht endlich zum Angriff über. Und in der nächsten Szene ist die Biene tot, jetzt für wirklich echt, dafür läuft der Kerl durchs Haus wie Frankensteins Monster. Dieses Editing hat mich fast denken lassen, dass wir es hier mit Body Snatcher Bienen zu tun haben, die durch ihren Stich den Körper der Kerle übernehmen und zu Borg machen. Dabei sind es nur Zombie Bienen, denn nun geht der Kerl durchs Haus und beißt die anderen Kerle, die dadurch alle wie der Hulk durchs Anwesen schlurfen, wobei sich vorher auf die Unterwäsche zu entkleiden die höhere Prioritätsstufe hat.

Definitiv ist 1313: Giant Killer Bees! der Film der neuen Locations. Denn die zweite Duschszene, die mit dem wesentlich attraktiveren Kerl, ist tatsächlich nicht in der üblichen roten Duschkabine im Obergeschoss von DeCoteaus Haus, die normalerweise verwendet wird, und auch hier schon zu sehen war. Nein, um die 10-Minuten-ich-reib-mich-mit-Wasser-ein Szenen nicht langweilig werden zu lassen, geht es in eine zweite Duschzelle! Und ziemlich schnell wird mir klar, warum DeCoteau normalerweise nicht in jener filmt, denn die hat eine Glaswand im Weg, die zusehends mit Wasser zuspritzt, wodurch wir weniger und weniger gut den Oberkörper ausmachen können, also der Intention von Fanservice nicht wirklich gerecht wird. Irgendwie wie die 10-Minuten-Poolszenen in diesen Filmen, zu denen DeCoteau „das ist sexy“-Musik laufen lässt, die aber keinen Fanservice bringen, weil er wirklich lediglich 10 Minuten lang die Kerle beim im Pool schwimmend zeigt, und man den heißen Körper schlecht sieht, wenn jener unter und die Kamera überm Wasser bleibt.

Aber dass David DeCoteau einen Großteil seiner Filme nur zu drehen scheint, um eine Ausrede zu haben, ein Dutzend heißer Kerle in Boxer-Briefs für 70 Minuten durch sein Haus streunen zu lassen, während er sie filmt, darüber aber kein wirkliches Auge dafür zu haben scheint oder davor zurückschreckt wirklich dies auch sexuell aufgeheizt zu inszenieren, ist ja sicherlich nicht neu. Auch 1313: Giant Killer Bees! hat wieder so einen schizophrenen Moment, wo eine Szene scheinbar nur ins Script geschrieben wurde, um eindeutig schwulstig aufzuheizen, sobald sie gedreht wird dann aber absolut nix rausgeholt wird. Denn natürlich hat auch dieser Film seine #NoHomo-Alibi-Tusse, welche die Freundin eines der Forschers ist, aber sich von ihm vernachlässigt fühlt. Also wirft sie sich dem heißen Neuankömmling Igor an den Hals. Die beiden sitzen also auf der Bettkannte, er bereits in Unterwäsche und sie komplett angezogen, weil keiner schaut die Filme, um halbnackte Frauen zu sehen, und machen miteinander rum. Kommt ihr Freund, ebenfalls nur in Unterhose, herein und fragt, ob er mitmachen darf. Und schon wacht Igor auf, es war nur ein erotischer Traum. Irgendjemand hat eine Ausrede in den Film geschrieben, um einen erotischen Dreier-Traum zu haben, der dann aber nicht gefilmt worden ist… was?

So langsam entdecke ich allerdings ein gewisses Muster im Unterhaltungswert der 1313s. Denn die reinen Slasher-Filme sind meist ziemlich langweilig, weil sie einfach endlose beliebige Szenen aneinanderreihen, in denen Leute Kopf- aber auch Gefahrlos durch das Haus laufen, während die Filme mit übernatürlichem Einschlag oder sogar direkter Monster-Beteiligung wesentlich mehr schlecht-gute Unterhaltung bieten. Und darunter fällt natürlich dann auch Giant Killer Bees, egal wie wenig besagte moderat-große Killerbienen letztendlich wirklich im Film sind. Hey, auch schlechtes CG kostet immerhin Geld, mehr als einen halbnackten Schauspieler, der eh schon da ist, einen anderen halbnackten Schauspieler, der eh schon da ist, an den Hals springen zu lassen. Und schon haben wir einen Zombie-Film statt einen Killerbienen-Film.

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1313: Boy Crazies

ava-20561313: Boy Crazies, was ist das überhaupt für ein Titel? Ein Versuch sich bei den Horrorfilmen Crazies und dessen aktuellerem Remake The Crazies einzureihen? Weil wirklich catchy ist der Titel nicht, und klingt ganz ehrlich auch eher nach einem Porno denn Horrorfilm. Sind die Jungs verrückt? Ist jemand verrückt auf die Jungs? Beides hätte wenig mit dem Film zu tun.

Jener dreht sich um männliche Models, genau genommen um Trent, der nach seinem Durchbruch den Traum in LA in einer Model-Villa leben zu dürfen erfüllt bekommt. Dort wohnen bereits drei andere Models, oder zumindest will der Film uns die Jungs als solche verkaufen, aber abgesehen davon, dass natürlich alle Beteiligte ganz David DeCoteau den Körper eines Unterwäschemodels mitbringen, hat nur einer von ihnen auch wirklich ein Gesicht darüber sitzend, das sich zum Ablichten lohnt. Wenig überraschend, denn Michael Hudson ist nämlich auch ganz real gesehen ein Model, den es kurzzeitig in ein paar Filme verschlagen hat, alle so vergessenswert, dass sein IMDB-Profil nicht ein einziges Photo von ihm beinhaltet. Ach ja, und eine Queen Bee gibt es natürlich auch, die ihre Models managed.

Angeblich sind die auch alle super erfolgreich, oder zumindest sagt uns der Film das erneut, irrsinnigerweise indem der bitchigste der drei Schönlinge Trent direkt sagt, dass sie nicht einfach nur den ganzen Tag am Pool rumlungern, sondern super erfolgreiche Karrieren haben. Das ist dahingehend recht amüsant, weil dies ziemlich am Anfang des Filmes geschieht, wir die restlichen 70 Minuten über die drei Kerle allerdings bei nichts sehen, außer gelangweilt am Pool oder auf den Sofas rumzulungern. Abgesehen natürlich von zwei Szenen, wo sie einen Rando durchs Haus jagen und dann fressen.

Weil die sind gar keine Menschen mehr, sondern…? Keine Ahnung, zumindest lässt der Film einen lange im Dunkeln tappen, aber scheinbar aus keinem wirklich sinnigen Grund, sondern eher, weil jemand einfach vergessen hat, dies ins Script zu schreiben. Zumindest wird Trent bereits 10 Minuten in den Film hinein von den anderen drei Kerlen angegriffen, und Queen Bee sagt ihm anschließend, dass er nun einer von ihnen ist, aber dann erklärt nie jemand, was sie überhaupt sind. Sie sind unsterblich, so viel bekommen wir mit. Und sie haben eine übernatürliche Anziehungskraft anderen gegenüber, um Opfer anzulocken, weswegen der Model-Gig, dem keiner von ihnen wirklich nachzugehen scheint, das perfekte Cover ist. Kleiderordnung scheint auch „stylisch und schwarz“ zu sein, aber das ist sicherlich nur optional. Und wir bekommen den Eindruck, dass sie sich von Menschen ernähren. Aber da diese Filme immer nur schnelle und unblutige Reaktionsshots zeigen und dann schnell einen Cut zur nächsten Szene machen, sehen wir nie wirklich, wie sich das genau darstellt. Fressen sie die Kerle? Saugen sie ihnen das Blut aus? Zapfen sie per Handauflegen deren Energie ab? Keine Ahnung. Außerdem weigert sich Trent bis kurz vor Ende vehement dagegen, und das scheint ihn nie negativ zu beeinflussen, erneut erst viel zu spät gegen Ende wird dann doch fallengelassen, dass ihn das langsam schwächt, auch wenn der Film erneut alles erzählt und nie was zeigt.

Und was für ein gutes Cover das alles ist. Super clever die Fotografen zu sich ins Haus einzuladen, damit sie langweilige Bilder vom unmotivierten Rumstehen am Pool schießen können. Ganz ohne Crew oder sonstwas. Und sie dann direkt zu fressen. Populäre Fotografen, die zuletzt auf den Weg zu einem waren, und dann plötzlich spurlos verschwinden? Führt garantiert nicht zu einer Investigation der Villa. Und wie genau sollen die Fotos mehr Leute zum Fressen anlocken, wenn man den Fotografen frisst, bevor er die Fotos veröffentlichen kann? Cleverer kleiner Clan.

Sie sind Vampire. Das wird so nebenbei in einem Satz erneut gegen Ende gesagt, so dass man es fast überhören kann. Die 60 Minuten davor haben mich fast in den Wahnsinn getrieben, weil nicht klargestellt wurde, was sie nun sind. Sie kleiden sich und ihr Wording klingt häufig nach Vampiren. Aber dann sind sie ständig bei Tageslicht unterwegs. Und außerdem brüllen sie wie Tiger, wenn sie angreifen. Und wie gesagt, die Hälfte der Zeit sah es aus, als würden sie durch Handauflegen Lebensenergie absaugen. Ich war mir nie sicher, ob sie nun Vampire, Werpanther, oder schlichtweg Sailor-Moon-Bösewichte sein sollten. Schön das es am Ende endlich mal gesagt wird.

Und kann es allgemein sein, dass jemand versehentlich Bier über die Serviette gegossen hat, auf die jemand das Script gekritzelt hatte? Denn es wirkt mir so, als wären hier so einige Szenen verloren gegangen. Der Großteild er 70 Minuten gestaltet sich nämlich eher aus unwichtigen Überleitungsszenen zwischen Plot-relevantem, nur das die wichigen Szenen nie auftauchen. Wie erwähnt wird nie ausreichend erklärt, was sie nun sind, oder wie diese Form von Vampiren funktioniert. Warum Trent so wichtig ist ihnen beizutreten, warum er das nachdem sie ihn gebissen haben noch nicht komplett ist. Ihm wird nie gesagt was er ist und wie er nun damit zu leben hat, was von ihm erwartet wird. Wir haben Szenen, in denen die anderen drei total bitchy ihm gegenüber sind, gefolgt von Szenen, wo sie wie beste Kumpels am Pool oder im Fitnessraum abhängen, ohne jegliche wirkliche Charaktermomente, die je eine Veränderung in der Charakterdymanik auslösen würde, nur um anschließend eh wieder grundlos bitchy zueinander zu sein. Was wir allerdings definitiv haben, ist eine Szene, in der Trent bei Tag-für-Nacht in seiner Unterhose durch das Haus geistert, absolut nichts geschieht, und er sich wieder hin legt. Und genau diese gleiche Szene ungefähr zehn mal über den Film wiederholt.

David DeCoteau, niemand sagt, dass diese Filme 70 Minuten lang sein müssen, wenn du nichts mehr zu erzählen hast, dann mach halt nach 45 davon Schluss. Und Mensch, wenn er den Film mal nicht genau auf 70 Minuten gebracht hat. Das Ding ist nach 68 Minuten rum, da aber nur ungefähr drei Leute ernsthaft an diesen Filme je ihre Hand im Spiel hatten, sind die Credits nie wirklich mehr als 2 Minuten. Statt also einfach zu enden, lässt David DeCoteau noch mal einen der Kerle unter die Dusche springen, um unmotiviert nach einer halben Minute abzublenden und die Credits rollen zu lassen. Hahahaha… was?

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1313: Wicked Stepbrother

ava-20541313: Wicked Stepbrother ist ein Titel, der mich bei homoerotischem Horror gleich an beste Nicht-wirklich-Inzest-aber-nah-genug-dran Fetische denken lassen müsste, aber es mich dennoch nicht wirklich erwarten lässt, denn das hier ist ein David DeCoteau, und der Mann weiß nicht wirklich, wie man homoerotisch inszeniert, und Horror-Filme sind die Dinger sowieso nicht.

Die ersten 5 Minuten des Fijmes sind bereits Exposition Central. Jarrod morgens vor dem Spiegel hat folgenden Dialog an seine Reflektion „endlich 18“ Pause„endlich alt genug zum Wählen“ Pause „alt genug fürs Militär“ Pause „endlich 18“. Ok, dass war a) eine ziemlich unfeine Art und Weise zu etablieren, dass Jarrod nun 18 ist, und mindestens drei Sätze davon überflüssig, da alle 4 genau die gleiche Aussage haben: „Jarrod ist 18“. Umso überflüssiger, weil sein Stiefbruder Sebastian als nächstes ins Bild kommt, und die beiden genauso unfein darüber reden, dass Heute die Pool-Party zu Jarrods 18. Geburtstag ist, dass Jarrod eigentlich die meisten eingeladenen Freunde nicht wirklich gut kennt, dass die beiden sich nicht leiden können, dass Jarrods Vater verstorben ist, dass Stiefbruder Sebastian und Stiefmutter Minerva arm waren, bevor in die reiche Familie geheiratet wurde, und das mit seinem 18. Lebensjahr Jarrod nun das ganze Vermögen erbt. Na so sehr kann dessen Vater die neue Braut und deren Sohn ja nicht gemocht haben, wenn er denen absolut nichts hinterlässt, noch nicht mal ein Wohnrecht im Haus einräumt, denn tatsächlich wird alles an Jarrod übergehen.

Genau genommen war das aber nicht die erste Szene, denn diese Filme müssen immer mit einem schnellen Kill beginnen, in diesem Fall ist einer der Gäste frühzeitig aufgetaucht, geht für fünf Minuten im Pool schwimmen, wird dann abgestochen, und Sebastian hat dann in der nächsten, besagte „hier sind alle Infos darüber was los ist und wie wir zueinander stehen“ Exposition-Szene jenes Messer in der Hand. Und lasst mich mal sagen, ein kleiner und stumpfer aussehendes Brotmesser hätte man nicht finden können. Mensch, diese Filme sind in DeCoteaus Haus gedreht, und der Mörder kommt mit seinen Messern den Opfern eh nicht nahe, sondern wir sehen immer ein Cut auf das Messer, eines auf das erstaunte Opfer, und dann beginnt die nächste Szene, von daher wäre es total ungefährlich gewesen, den Kerlen einfach ein echtes und echt scharfes Messer aus der Küch in die Hand zu drücken. Mit dem Ding hier bekäme man keine Butter zweigeteilt. Und jener Anfangskill zeigt auch mal wieder, wie wenig DeCoteau wirklich aus dem Fanservice dieser Filme macht. Er filmt einen Kerl nur in Badehose bekleidet für 5 Minuten, während Musik läuft, die indiziert, dass dies hier sexy sein soll, da er ihn aber 5 Minuten beim Schwimmen im Pool filmt, sehen wir absolut nichts vom sexy Oberkörper, weil der eben unter Wasser ist, während die Kamera über Wasser bleibt.

Jedenfalls ist eine Pool-Party natürlich einen gute Ausrede, warum beliebige Kerle nach und nach auf der Türschwelle auftauchen, und bereits nichts außer einer Badehose anhaben. Wobei, erneut etwas genauer drüber nachgedacht, hätte es nicht Sex-Appeal, wenn wenigstens einige davon voll bekleidet auftauchen, und dann einen netten Striptease hinlegen, wenn sie sich fürs Planschen bereit machen? Inklusive sich mit Lotion einreiben etc.? Es gibt sogar später eine Szene, bei der sich ein Kerl von seinem #NoHomo-Kumpel eincremen lässt, aber da der wie ein toter Fisch auf der Liege liegt, und der andere erneut nur drei Mal unbeholfen auf dessen Rücken klopft, und dann schon wieder verschwindet, kann man das kaum sexy nennen. Ich habe echt keine Ahnung, warum DeCoteau diese Ausreden ins Script schreiben lässt, um homoerotische Szenen zu drehen, und dreht sie dann im wenigst erotischen Framing, dass einem einfallen könnte. Wenn der eine Kerl nur in Boxer-Briefs die Treppe hinauf geht, filmt DeCoteau das von einem low angle, aber wir sehen nix von den sexy Pobacken, weil DeCoteau ihm nicht die Treppe hinauf folgt, sondern unten stehen bleibt. Warum?

1313: Wicked Stepbrother verkommt sowieso zwischen Minute 10 und 60 zu einem weiteren Ju-On, wie das die Slasher-Filme von DeCoteau so an sich zu haben scheinen. Ein halbnackter Kerl taucht an der Türschwelle auf, geht für 5 Minuten durchs leere Haus, ruft dabei gefühlt hundert Mal „Hallo?“ und wird dann erstochen. Und schon taucht der nächste Schönling auf, über den wir nichts herausfinden werden, abgesehen von seinem Namen, und auch nur das vielleicht, um erneut fünf Minuten Hallo-rufend durch die gleichen Räume zu streichen und ermordet zu werden. IMDB sagt mir, dass der Cast neben den beiden Stiefgeschwistern 8 weitere Typen enthält, aber gegen Ende des Filmes fühlt es sich an, als hätten wir doppelt so viele Randos unmotivert dahinscheiden sehen. Und noch nicht mal wirklich das, weil Kills in diesen Filmen sind ja immer Off Screen und unblutige Reaktions-Shots.

Aber hey, gut für Michelle Bauer mit DeCoteau befreundet zu sein. So hat sie erneut eine Rolle bekommen, nämlich die der Stiefmutter, und diesmal darf sie sich sogar von zwei der knackigen Kerle betatschen und ein wenig knutschen lassen. Und für ihr Alter hat die gute Frau auch noch ein recht gutes Fahrgestell. Und ist bisher in jedem dieser Filme eine der bessern Schauspieler gewesen, bei der man zumindest das Gefühl bekommt, dass sie sich was anstrengt und Spaß an der Sache hat.

Natürlich ist von Anfang an klar, dass dieser Film wieder eine Wendung bereithalten wird, die wahrscheinlich erneut so viel Sinn ergibt, wie dass der Killer in 1313: Night of the Widow einen Komplizen hat, obwohl er seinen Tod vorgetäuscht hatte, und somit keiner ihn verdächtig hätte, nur weil er nie dann, wenn jemand umgebracht wurde, zu sehen war. Jedenfalls ist ziemlich von der ersten Szene ab klar, dass der Film uns glauben machen will, dass Sebastian der Böse ist. Immerhin ist er der Stiefbruder. Und er heißt auch noch Sebastian. Also hab ich natürlich direkt darauf getippt, dass herauskommen wird, dass Jarrod der Wicked Stepbrother ist, nicht Sebastian. War auch so, aber nicht ganz so wie gedacht. Stattdessen lässt zur Hälfte des Filmes ein Kindheitsfreund von Jarrod fallen, dass er gar nicht wusste, dass jener einen Stiefbruder hat. Was ich in der ersten Sekunde nur für eine weitere Unglaubwürdigkeit im schlechten Script hielt, bis ein paar Sekunden später dann der Groschen viel und mit klar war, dass 1313: Wicked Stepbrother einen auf Fight Club machen wird. Genau so war es dann 40 Minuten später auch. Nur macht das natürlich erneut wenig Sinn, weil die Stiefmutter mit Sebastian interagiert, selbst wenn Jarrod woanders im Raum ist. So was wie Fight Club oder The Sixth Sense ist aber eben nur dann clever, wenn man die vorigen Szenen Revue passieren lassen kann, und einem auffällt, dass tatsächlich keiner außer Jarrod je mit Sebastian interagiert hat, bzw. Sebastian in einigen Szenen schlichtweg Jarrod selbst war.

Clever ist allerdings absolut nicht das Wort, dass irgendjemandem beim Schauen eines 1313 einfallen würde. Leider im Falle von Wicked Stepbrother schon eher das Wort langweilig. Irgendwie sind die Slasher immer die weniger unfreiwillig komischen Filme, sondern die einfach halbherzig dahin geschluderten. Wie gesagt hilft es natürlich nicht, dass der Plot nur in den ersten und letzten 10 Minuten untergebracht ist, und der komplette Rest des Filmes einfach Mordopfer durch die Drehtür geschleust werden.

1313e

1313: Nightmare Mansion

ava-2052Ich habe gelogen. Weil IMDB mich angelogen hat. Es gibt gar nicht 13 Filme in der 1313-Reihe, sondern tatsächlich 14, weil alles andere würde ja Sinn machen, und die Franchise sträubt sich mit jeder Faser genau dagegen. Es ist nur so, dass der erste Film, 1313: Nightmare Mansion, in der IMDB-Übersicht mit seinem Alternativtitel A Dream Within A Dream geführt wird. Außerdem hatte er wohl den Working Title Son of a Witch. Da bereits der nächste 1313 schon immer als 1313: Wicked Stepbrother geführt wurde, nehmen ich mal an, wir haben es hier mit einem Film zu tun, der wegen seiner starken Gemeinsamkeiten zu einem 1313 umbenannt wurde. Ähnlich wie Heidi eigentlich noch vor der World Masterpiece Theater Reihe erschien, oder Nausicaä vor der Gründung vom Studio Ghibli produziert wurde, aber in den Canon integriert wurden.

Wobei 1313: Nightmare Mansion direkt mit einer Sache überrascht, die ich so noch in keinem Film von David DeCoteau zu Gesicht bekommen habe: Die Nachtszenen sind tatsächlich nachts gedreht! Dafür auch hier komplett alles in dessen Haus. Was etwas merkwürdig ist, wenn wir zu Beginn des Filmes angeblich an anderen Orten sein sollen. Denn unser Bösewicht lädt 6 Mitschüler zu einer Party bei sich ein, weil er eben jene Sünder für ein Ritual braucht, um seine Hexenmutter wiederbeleben zu können. Netterweise gibt er uns damit auch schon direkt ihre Archetypen an, bevor wir überhaupt einen Cut zur Einladungsszene haben, die uns den Charakter dann zeigt. Wir haben also den Religiösen, den Clown, den Bücherwurm, den Trinker, den Schwulen, und das Alibi-Weib. Und jene Einladungen übergibt er ihnen theoretisch in der Schule, aber ich habe bereits zu viele 1313-Filme gesehen, um all dies nicht als DeCoteaus Haus zu identifizieren. Im Wohnzimmer steht der Elefant und der Sesse in Autoform, im Flur hinter der Bar die Kuh mit der Krone, hinter der Treppe ins Obergeschoss der Baumstamm mit den Schlampenstiefeln. Ich kenne mich hier aus. Nicht, dass DeCoteau sonderlich versucht, dies hier wie eine Schule aussehen zu lassen, wenn Hexen-Kerl den Bücherwurm einlädt, dreht er die Szene mit der Hausbar eindeutig im Hintergrund ersichtlich.

Aber jetzt kommt überhaupt das Beste im ganzen Film. Es sollte mittlerweile klar sein, dass DeCoteau immer gern eine Ausrede findet, um die Schauspieler in Unterwäsche zu präsentieren. Bei Nightmare Mansion war „weil Magie“ scheinbar bereits Grund genug. Unsere 6 Charaktere tröpfeln also nach und nach einzeln oder als Duo beim Haus ein, und das noch mitten am Tag, obwohl die Einladung eigentlich spezifisch nach Sonnenuntergang sagte, aber über das Editing der Zeit sollte man sich eh nicht sonderlich den Kopf zerbrechen, später ist nämlich jede Außenszene eindeutig nachts gedreht, sobald die Charaktere dann das Haus wieder betreten aber strahlend helle Sonne durch die Fenster scheinend. Okay, jedenfalls sobald jemand das Haus betritt gibt es einen weißen Flash, und plötzlich wachen sie wo ganz anders auf, und das in nichts außer weißer Unterwäsche – abgesehen vom Alibi-Mädel, die bekommt ein pinkes Nachthemd oder so an, weil wer will die schon unbekleidet sehen. Und ich kann mir nur vorstellen, dass zuerst das Script geschrieben wurde, die zehn Minuten, die das wahrscheinlich überhaupt gedauert hat, und erst später jemand auf die Idee kam, dass „weil Magie“ genug Grund dafür ist, warum die plötzlich nackt ins Haus warpen. Denn niemand spricht es an. Alles andere schon. Wo bin ich? Was war das weiße Licht? Wo ist mein Freund, mit dem ich angekommen bin? Nur irgendwie nie: Warum bin ich fast nackt? Erst 40 Minuten und beim fünften Gast kommt es, dass jener mit den Worten „woah, wo sind meine Klamotten hin?“ aufwacht, sobald er dann aber Hexen-Kerl zur Rede stellt erneut komplett vergisst dies erneut  zu fragen.

Ist auch herrlich, wie Religiös-Kerl und Gutmensch-Mädel sofort zum Schluss kommen, dass hier was Übernatürliches am Werke sein muss, weil die Ereignisse so unerklärlich sind. Wirklich? Ihr werdet von einem Kerl, den ihr kaum kennt, zu einer Party bei sich eingeladen. Sobald ihr das Haus betretet habt ihr einen Black Out, wacht anschließend nur in Unterwäsche auf nem Bett oder Sofa auf. Also mein erster Gedanke wäre, dass mich jemand betäubt und ausgezogen hat, entweder wegen eines echt schlechten Streiches, oder zum Zwecke von Date Rape. So super unerklärlich ist das soweit nämlich noch nicht. Na ja, kurz darauf finden sie ja auch ein interessantes Buch, welches uns der Film nie zeigt, weil Requisiten kosten Geld und Zeit, stattdessen erzählen uns die beiden, was sie darin sehen. Und scheinbar ist auf der ersten Seite eine Liste aller Eingeladenen, dann kommt ein Stammbaum des Hexen-Kerls, dann ein Bild einer Hexenverbrennung, welches die beiden sofort schließen lässt, er muss eindeutig eine Hexe sein, und dann „Bilder aller menschlichen Katastrophen der letzten 300 Jahre“. Wow, das Buch ist mal beliebig.

Jedenfalls muss Hexen-Kerl alle 5 Kerle tot sehen und das Mädel dann zur Wiedergeburt seiner Mutter machen oder so, denn genau genommen ist das alles etwas random erneut. Ein paar von den Leuten tötet er direkt, wie den Alkoholiker und den Bücherwurm, andere hetzt er wiederum gegeneinander auf, um sich gegenseitig umzubringen, weil warum auch nicht. Und der Schwule fällt ganz aus dem Film. Also wie gesagt hat jeder eine heimliche Sünde, und 1313: Nightmare Mansion nimmt scheinbar an, dass ein Kerl um die 20 aus der weißen Oberschicht im Jahr 2011 in Beverly Hills ernsthaft ein Problem mit seiner Homosexualität hat. Also ist das sein großes Geheimnis, dass der Hexer für sich ausnutzen will. Und dann kommt die unerotichste homoerotisch gemeinte Szene in einem Film ever, wenn der Hexer den Schwulen verführen will. Wie immer haben die Kerle keine Chemie, und halten gute eine Erektionsweite Abstand voneinander. Jedoch fangen sie an, sich gegenseitig zu berühren, und das so Fingerspitzig und so weit nördlich des Bauchnabels, dass es aussieht, als würden sie in nem toten Tier rumstochern oder so. Und dann gibt es einen Cut und wir sehen den Kerl nie wieder. Wir können nur davon ausgehen, dass er ihn dann wohl umgebracht hat?

Witzigerweise gibt es sogar eine homoerotische Szene, die zumindest ein wenig heiß ist. Und zwar, wenn er die Sünde des Clowns aufdeckt. Scheinbar hat er versehentlich als Kind seinen Hund umgebracht. Sünde: Mord! Wie kann er sie wieder gut machen? In dem er einen seiner Freunde umbringt. Also ich weiß ja nicht. Als 9-Jähriger versehentlich für den Tod eines Hundes verantwortlich zu sein, oder als 19-Jähriger ganz bewusst einen anderen Menschen abstechen? Klingt das wie ein guter Handel? Jedenfalls, warum auch immer, aber Gott segne wer auch immer den Einfall hatte, fangen Clown und Hexer an, die Klinge des Messers zu lecken. Zungenkuss-Dreier via Klinge, herrlich.

Was war eigentlich die Sünde der beiden Mains? Sowohl das #NoHomo-Alibi-Mädel, sowie der Priester-Sohn scheinen nicht wirklich eine zu besitzen. Bei allen anderen sagt uns der Hexer, was sie verbrochen haben. Bei denen nicht. Stattdessen warpt er sie in den Whirlpool, und eine weitere absolut nicht-erotische Szene beginnt, die gut 10 Minuten andauert. Und zwar stehen die jetzt bis zu den Knien im Wasser, und fangen an sich genauso unmotiviert mit den Fingerspitzen zu berühren, hauptsächlich die Arme und Schultern dabei nicht verlassend. Und irgendwann macht dann der Hexer auch noch mit. Irgendwann ist die Szene dann plötzlich rum, Hexer und Priester-Sohn sind in einem ganz anderen Raum bei einer ganz anderen Konversation, und genauso ruckartig wird der Hexer auch schon besiegt. Da wir aber immer noch die 80 Minuten nicht voll haben, gibt es noch einen Sinnfreien Epilog von 15 Minuten, der komplett aus zwei Szenen besteht: Zuerst nimmt der Clown eine lange Dusche, weil was wäre ein 1313 ohne den wahren Star der Franchise, DeCoteaus Duschzelle; und dann den Priester-Sohn im Bett, der vom Nicht-wirklich-Dreier im Pool träumt und sich dabei unsittlich betatscht, und diesmal ist das sogar ein kleinwenig erotisch, oder wäre es zumindest, wenn DeCotau nicht gut 10 Minuten drauf halten würde. 80 Minuten gefüllt, roll Credits.

Ok, ich muss gestehen, in 1313: Nightmare Mansion habe ich mich fast ein kleinwenig verliebt. Ich finde es immer noch etwas schade, dass DeCoteau zwar reichlich lahme Ausreden findet, möglichst viel nacktes Männerfleisch aufzufahren, vom Framing her das aber immer noch oft so erotisch wie eine Metzgertheke gestaltet ist, wobei Nightmare Mansion zumindest in genannten zwei Szenen fast schafft, hierin Besserung zu präsentieren. Aber abgesehen davon ist das hier wirklich ein herrlich inkompetenter Film, mit dem man gut Laune haben kann, sowohl beim unsinnig Script, bei den idiotischen Dialogen, der schlechten Szenenabfolge, und der Kontinuitätsprobleme. Dumm, aber schön dumm ist 1313: Nightmare Mansion.

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1313: Actor Slash Model

ava-2050Mensch, während des Schauens dieser 1313-Filme kann man echt manchmal leicht verwirrt sein, in welchem man jetzt ist. Die sind alle komplett im gleichen Haus gedreht, und haben häufig sogar gleiche Schauspieler in den Rollen. 1313: Actor Slash Model beispielsweise als Alibi-Frau Michelle Bauer, die für DeCoteau bereits in den 90ern vor der Kamera stand, und in drei weiteren 1313s zu sehen war, beispielsweise als eine der Cougar in Cougar Cult. Auch in beiden Filmen wäre Carey James, der eigentlich Model ist, und bar jeglichen schauspielerischen Talents bleibt, was ich in Cougar Cult nur nicht mitbekam, weil er dort der Anfangskill war, der nach zwei Sätzen 5 Minuten unter der Dusche stand und dann das Zeitliche segnete.

Das ist tatsächlich auch schon das Thema von 1313: Actor Slash Model, ein Titel der wie Cougar Cult doppelte Bedeutung hat, und ein etwas merkwürdiges für einen Film von David DeCoteau: Ein Schauspieler bringt seine Konkurrenz um, die nur deswegen Rollen bekommt, weil sie so heiß aussehen, eigentlich nur Models sind, die nicht schauspielern können. Womit er bei den meisten auch recht hat, aber hey, ist ja nicht so, dass er jetzt um Meilen besser wäre. Es ist einfach ein wenig schizophren, wenn ein Film von David DeCoteau, der alle 10 Minuten einen neuen Kerl aus dem Nichts mit nacktem Oberkörper die Bühne betreten lässt, einen Moralischen bekommt, weil heutzutage nur noch hübsche Körper statt schauspielerisches Talent gecastet wird.

Woher kommt überhaupt der Gedanke, dass diese beiden Dinge automatisch einander ausschließen? Die Welt ist leider nicht so fair, dass einige Leute mit Intelligenz, andere mit gutem Aussehen, andere mit Charisma, und wieder andere mit Talent ausgestattet werden, nein, ganz unfair bekommen einige Leute alles und andere nichts davon in die Wiege gelegt. Nur weil ein Kerl so heiß ist, dass man Spiegeleier auf seinem Waschbrett braten könnte, bedeutet das nicht, dass er automatisch kein schauspielerisches Talent hat. Klar, die Kerle in den 1313 schon, aber die werden ja für diese Gigs nur damit bezahlt, eine kostenlose Pool Party in DeCoteaus Haus haben zu dürfen, während er sie filmt. Ganz davon abgesehen scheint das Script auch der Meinung zu sein, dass dies ein neues Phänomen ist. Attraktiven Leuten den Vorzug in einem Casting zu geben, es sei denn die Rolle ist spezifisch dagegen ausgelegt, gibt es so lange, wie es das Filmemachen gibt – das ist kein neues Phänomen.

Gutes Aussehen garantiert einem übrigens auch keine Rolle, so wie das dieser Film hier einen Glauben machen kann, oder zumindest keine Rolle außerhalb sowas wie einem an einem Nachmittag gedrehten Billig-Film der Marke 1313. Auch gutaussehende Schauspieler können es schwer haben sich einen Namen zu machen, sonst würden diese ganzen hübschen Kerle nicht in sowas wie Actor Slash Model auftreten müssen, um überhaupt mal in was ihren Fuß zu bekommen. Dann wiederum hat der Film eh kein großes Verständnis davon, wie die Branche funktioniert, immerhin ist ein Plotpunkt, dass einer der Kerle, der die Hauptrolle in einer extrem beliebten Fernsehserie spielt, überlegt, ob er in der nächsten Season dabei sein soll. Sorry, aber Serien machen keine Season by Season Verträge mit ihren Schauspielern, schon gar nicht mit den Hauptrollen. Man wird gleich für mehrere Staffeln verpflichtet, und natürlich läuft auch der mal irgendwann aus, aber wenn die Erfolgsserie definitiv weiterlaufen wird, dann erneuert man den Vertrag sicher nicht auf den letzten Drücker zwischen zwei Staffeln. DeCoteau hat seit 1985 über 100 Filme gedreht, sollte der sich nicht etwas besser auskennen?

Wird dem Film selbst irgendwie dann auch ziemlich schnell zu doof. Nach knapp einer halben Stunde gibt er bis kurz vor Ende nämlich jegliche Handlung und Struktur auf, nachdem unser Actor-not-Model jeden benannten Actor/Model des Filmes bereits zerslashert hat. Stattdessen wird aus dem Film ein Ju-On: Es geben sich einfach komplett zufällige Neuankömmlinge die Klinke in die Hand, tauchen auf der Türschwelle des Hauses auf, netterweise bereits schon nur in Shorts oder Badehose bekleidet, so muss man keine Ausrede finden, warum sie den Oberkörper frei machen, laufen ein wenig durch das Menschenleere Haus, bis sie abgestochen werden und der nächste Namenlose die Einfahrt hoch tigert, um die Sache zu wiederholen. Wer sind diese Leute und warum kommen sie zu Besuch? Eh, ich nehm mal an es geht um ein Casting bei der Tusse, der das Haus gehört, immerhin haben wir am Anfang schnell etabliert, dass sie hübsche Kerle für ihre Serien castet, und sie anschließend als Teil ihrer Film-Familie ansieht, sprich sie unangemeldet auftauchen können, um halbnackt bei ihr abzuhängen und sich ein wenig betatschen zu lassen. Wer diesen Wegwerfsatz am Anfang überhört hat, wird allerdings jeglichen Kontext missen, warum einfach ein hübsche Gesicht nach dem anderen zur Fleischbeschau auftaucht, nur um direkt abgemurkst zu werden, bevor sie dem Film was beizutragen hatten, oder zumindest mehr als ein wenig mehr Beefcake.

Ich war doch etwas enttäuscht von 1313: Actor Slash Model. Der Film hat einfach mal so überhaupt keinen Spaß mit sich selbst, noch haben das die darin Beteiligten. Klar, er bietet immerhin wieder mehr nackte Haut als Night of the Widow das tat, und Beefcake ist sicherlich die Hauptattraktion jener Filme, aber das Framing derer ist auch total lustlos. Wo die Körper in Cougar Cult von der Kamera umschmeichelt wurden, als wäre man in einem Softcore-Porno, fühlt man sich hier echt wie beim Metzger. Erinnerte mich etwas an Showgirls, um ehrlich zu sein, welches im Stipper-Business angesiedelt uns auch die nackten Frauenkörper so nüchtern-sachlich-geschäftlich darbot, dass man dies kaum anziehend nennen konnte. Nur war es dort sicherlich mit beabsichtigt, in Actor Slash Model eher nicht. Klar ist die Handlung hirnrissig, aber das eben auch nicht auf spaßige Art, und wird sich halb durch den Film sogar selbst leid, so wenig Ambition steckt dahinter. Dabei könnte dies eine Gaudi werden, ein DeCoteau-Film, bei dem der Mörder was gegen attraktive Schauspieler hat, obwohl der Stahlgehalt der Bauchmuskeln das einzige Auswahlkriterium bei DeCoteau-Filmen ist? Das als ichbewusste Komödie oder sogar Selbst-Satire aufgezogen, und hier könnte was dran sein. Aber das würde voraussetzen, dass sich hier jemand mehr als 10 Minuten lang Gedanken drüber gemacht hätte, bevor er die Kamera auf halbnackte Kerle gerichtet und es anschließend einen Film nannte.

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1313: Night of the Widow

ava-2047Stopp, ich habe noch mehr DeCoteau zu bieten, denn 1313: Night of the Widow kommt auch noch dran. Und erinnert mich in der Anfangsszene gleich an ein Markenzeichen von DeCoteau, welches ich in Cougar Cult gar nicht zu sehen bekommen habe: Hello day for night, my old friend! Ernsthaft, DeCoteau könnte sich keine helleren, Sonnendurchfluteteren Tage aussuchen, um seine Nachtszenen zu drehen, und legt dann einen so halbherzigen Blaufilter drüber, ich brauch immer die halbe Szene, bis mir klar ist, dass es Nacht sein soll, und nicht irgendein ein zufälliger Artsy-Filter ist, wie die overexposed Shots, die in Cougar Cult mal und mal nicht für das Stalking der Cougar Ladys genutzt wurden. Hilft natürlich nicht, dass DeCotau die Szenen immer mit der Kamera dick und fett auf die leicht bläuliche Sonne beginnt, bevor er ins Haus umschaltet, und dort nicht mal die Vorhänge zuzieht, um das Ding zumindest etwas abzudunkeln. Aber keine Sorge, nach dem Opener gibt es in Night of the Widow nicht mehr eine einzelne „Nacht“-Szene.

Ich mein, die 1313s haben wahrscheinlich einen guten Grund dafür. So wie die Filme aussehen, war die komplette Drehzeit der Dinger jeweils nur ein einziger Tag von Drei bis Fünf nachmittags oder so. Würde auch erklären, warum es schon gern mal vorkommt, dass Charaktere übereinander reden, versehentlich einen Satz direkt wiederholen, den sie schon gesagt haben, oder man vom ganzen Schrittwiederhall beim Gang durch die Marmoraula kein Wort von dem versteht, was die Akteure sagen: Keine Zeit für Second Takes. Dennoch weiß man letztendlich immer, was gesagt wurde, da das Script die Schauspieler netterweise sich alles drei Mal in der gleichen Szene sagen lässt, jedes Mal reagierend, als wäre es das erste Mal, dass sie es hören.

Und kommen wir doch direkt gleich zum zweiten Markenzeichen von DeCoteau, denn der Film startet nicht nur nachts, sondern mit einem Adonis in Minihöschen, der gerade aufwacht. Und dann umgebracht wird. Das ist der Aufhänger, denn der attraktive Anwalt von ihm hat die 5 attraktiven besten Freunde von ihm zur Beerdigung eingeladen, plus ein No-Homo Alibi-Weib, die es in den Filmen immer gibt. Stellt sich heraus, dass der Kerl demjenigen sein ganze Vermögen vermacht, der zuerst in dessen Anwesen den Schlüssel zum Tresor findet.

Was folgt ist ein Film, der in seinen 75 Minuten viel Zeit damit streckt, dass die Witwe in ihrem schwarzen Traueroutfit und mit Messer bestückt die immer gleichen drei Räume und zwei Gänge des Hauses auf und abläuft, dabei seltsamerweise aber nie einem der auf der Schnitzeljagd befindlichen Charaktere über den Weg läuft. Umbringen tut sie tatsächlich mehrere, aber nie direkt nach einem jener Stalking-Szenen, sondern wenn dann mit einem Cut direkt zum zu Tode geweihten Charakter, hinter dem sie plötzlich auftaucht, ihr Messer erhebt, und Cut zur nächsten Szene. Wir können mal davon ausgehen, dass jeder jener Charaktere dies nicht überlebt hat, weil wir ihn nie wiedersehen werden, auch wenn wir weder den Mord sehen, noch Blut in irgendeinem der Räume, in dem jemand umgebracht wurde, zu sehen ist, ja sogar ihre Leichen spurlos aus dem Film verschwinden.

Abgesehen von einer zumindest. In einer weiteren Szenenabfolge, die so geschnitten irgendwie keinen wirklichen Sinn macht. Die Witwe ermordet einen Kerl im Obergeschoss im Schlafzimmer. Ein paar Szenen später einen anderen im Erdgeschoss in der Küche. Wieder ein paar Szenen später kommen zwei Leute in die Küche, und weil es kurz vor Ende ist, gibt es hier den Fake-Twist vor dem eigentlich Twist des Filmes, die man beide von weitem kommen sah, und von denen beide keinen Sinn machen. Aber egal, jedenfalls finden sie tatsächlich einen Kerl in seinen letzten Atemzügen in der Küche liegen, der den Witwen-Reveal macht, bevor er endgültig stirbt. Das ist aber nicht der Schauspieler vom Kerl, der kurz vorher in der Küche abgestochen wurde, sondern der Schauspieler, der wesentlich früher im Film im Schlafzimmer im Obergeschosse, ein halbes Haus entfernt, umgebracht wurde. Was? Hatte der Küchen-Schauspieler den Dreh schon verlassen, und dann ist erst aufgefallen, dass man zwar seine Erstechen-Szene dort gedreht hat, aber die Auffind-Szene noch ausseht, und einfach einen anderen Schauspieler, der noch abgehangen war, dort hingelegt?

Was wir allerdings sträflich vernachlässigt kaum über jene 75 Minuten zu Gesicht bekommen, ist stahlharte Waschbrettbäuche. DeCoteau hatte wohl nicht gerade sein kreatives Wochenende, als er Night of the Widow gedreht hat, und kam auf keine halbgaren Ausreden, warum die Kerle auf einer Beerdigung ständig keine Klamotten tragen. Wie wäre es mit einem falschen Feueralarm, der alle Anwesenden durchnässt, weswegen sie die Klamotten trocknen lassen müssen? Oder wir haben ja etabliert, dass der Verstorbene gerne blöde Streiche spielt, deswegen auch die testamentarische Schnitzeljagd um sein Vermögen. Warum ihn nicht aus Jux mit reinschreiben zu lassen, dass jene Schnitzeljagd nackt erfolgen muss? Bitteschön, Herr DeCoteau, ich bin gerade in einer Minute mit zwei dürftigen aber für einen solchen Film vollkommen ausreichenden Entschuldigungen gekommen, warum die Kerle in engen Boxer Briefs durch den Haus laufen würden. Stattdessen gibt und Night of the Widow gerade mal 3 Shirtless-Szenen, und die alle innerhalb der ersten halben Stunde. Wozu überhaupt 6 attraktive Jünglinge im Haus unterbringen, wenn uns dann eh nur 2 davon ihren Körper zeigen?

Und was hatte es eigentlich mit dem einen Kerl an sich, der scheinbar auf den Verstorbenen stand? Er ist derjenige, der von seinem Tod am meisten mitgenommen war, und hatte sogar einen Flashback, wo er sich mit jenem bei nacktem Oberkörper einen Football zuwarf und darüber sprach, ob sie nicht beide auf eine karibische Insel abhauen und dort als Barkeeper leben sollten. Ein anderer Charakter später im Film, Gossip-Boy, durch den wir bereits erfahren haben, dass sowohl der Verstorbene wie seine Jetzt-Witwe fremdgegangen sind, lässt sogar die Frage offen, ob die beiden Kerle nicht vielleicht auch was miteinander laufen hatten. Gäbe der Witwe sogar einen noch bessere Durchdreh-Entschuldigung, da ihr Mann ihr dann nämlich nicht nur mit anderen Frauen fremdgegangen wäre, sondern selbst bei Männern seinen Schwanz nicht in der Hose lassen konnte, und die beiden vielleicht wirklich planten, miteinander abzuhauen. Aber das führt nirgendwohin, da der Flashback-Kerl der zweite Kill des Filmes ist. Niemand erörtert, ob die wirklich was am Laufen hatten, ob dies nur Wunschdenken vom anderen war, oder sie doch die üblichen No-Homo beste Freunde waren, die DeCoteau nur wieder in einem ziemlichen Gay-Framing gefilmt hat.

Das Script von Day of the Widow ist voller solcher Wegwerfdialoge, die irgendwas andeuten, und in einem besseren Film dieser Sorte sicherlich auch was zur Handlung beitragen würden, in dem sie dem Mörder eine Motivation bieten, ein Hinweis auf dessen wahre Identität sind, oder zumindest eine falsche Fährte legen. In diesem Film hingegen werden Sachen angesprochen, die dann nie wieder aufkommen oder wichtig werden, stattdessen gibt es eine komplett neue Ausrede für den Killer am Ende, die allerdings überhaupt keinen Sinn macht und wenig erklärt ist, da eben nicht mit Infos hinterfüttert.

Aber für den Sinn an der Sache schaut man einen Film von David DeCoteau nicht, und schon gar nicht einen der 1313s, sondern wegen dem mehr oder weniger unfreiwilligen Unterhaltungswert. Das Problem bei Night of the Widow ist allerdings, dass es davon gar nicht mehr so viel gibt. Der Film ist häufig überraschend spröde, einfach so dahin gefilmt, um damit fertig zu werden. Natürlich sind die Dinger am Fließband produziert, aber Cougar Cult hat im Gegensatz schon etwas mehr den Eindruck hinterlassen, als hätten die beteiligten ein wenig Spaß am ganzen Blödsinn gehabt, was das Script auch blödsinnig aber nicht ganz so löchrig wie hier, und vor allem gab es lachhaft dämliche Special Effects und unfreiwillig komisch sowie freiwillig sexy Fleischbeschau der Akteure. Davon ist bei Night of the Widow leider nicht mehr viel übrig. Vielleicht wäre es besser wenn man das Ding auf 25-30 Minuten kondensiert hätte, statt auf 75 zu strecken, die 1313-Filme mehr eine Anthologie mehrerer Vignetten wären, statt jeden Drei-Sätze-Einfall ein Script zu nennen und als Feature Film zu drehen.

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David DeCoteau’s 1313: Cougar Cult

ava-2045Ich muss ja sagen, David DeCoteau fasziniert mich irgendwo. Angefangen hat er mit Porn, kam aber schnell auf mehr oder weniger solide Horrorfilme, beispielsweise sind ein paar Puppetmaster-Einträge von ihm (hochprofilierte Filme waren also nie sein Ding), dann stieg er darauf um, schnell produziertes Zeug auf den Markt zu werfen, häufig blutleere „Horror“-Filme mit viel nacktem Männerfleisch wie die Brotherhoods oder Public Domain Poe-Adaptionen a la House of Usher. Und mit zügig produziert meine ich zügig produziert. Die 1313-Filme, ebenfalls Supernatural/Slasher-Gedöns mit halbnackten Kerlen auf den Covern, von denen es passenderweise 13 Filme gibt, hat er alle in 2011/2012 rausgehauen. Allgemein war 2012 ein produktives Jahr mit mehr DeCoteau-Filmen, als es Monate gibt. Und neuerdings macht er Kinderfilme wie A Talking Cat !?!, A Talking Horse !?! und ziemlich spät am Twilight spoofen My Stepbrother is a Vampire!?! (Interpunktion so in den Titeln)

  • cougar: noun, plural cougars (especially collectively)
    1. Also called mountain lion, panther, puma. a large, tawny cat, Felis concolor, of North and South America
    2. Informal. an older woman who seeks sexual relationships with much younger men

Mit welcher der beiden Definitionen haben wir es in 1313: Cougar Cult zu tun? Mit beiden. Wir haben hier drei im übertragenen Sinne Männerfressende ältere Ladys, die sich durch Hexenkraft in echt Männerfressende Großkatzen verwandeln können. Ihr erstes Opfer ist der Pool Boy des Horror-Film-üblichen Anfangskills, der sich weigert bei den dreien als Haushaltshilfe einzuziehen, weil seine Freundin was dagegen hätte, woraufhin Cougar #2 erst mal herzhaft lachen muss, als ob der Kerl ernsthaft an Frauen interessiert wäre. Aber na ja, in Filmen von David DeCoteau sind die hübschen gepflegten Kerle ja immer offiziell total hetero – obwohl sie sich gern nur in Unterhöschen bekleidet Blicke zuwerfen, als wollten sie einander besteigen, halten sie immer den No-Homo-Abstend von mindestens einer Erektion zwischeneinander.

Ok, und jetzt wird schnell klar, dass der Film echt merkwürdig gefilmt und editiert ist. Pool Boy geht also ins obere Stockwerk, um sich noch mal schnell den Schweiß man Adoniskörper zu duschen. Die nächsten 5 Minuten schauen wir also zu, wie der Kerl sich über den eigenen nassen Körper reibt, während die Kamera freudig an seinem Torso auf- und abstreicht, als wäre sie eine leckende Zunge. Währenddessen allerdings gibt es immer wieder Cuts zu den 3 Cougar-Ladys, die wie Wildkatzen durch die Gegend streifen, dazu „gefährliche Situation“-Musik. Dabei ist das so aufgenommen, dass es total ungefährlich aussieht, weil es so wirkt, als wollten die drei das Haus verlassen, nicht als kämen sie dem Pool Boy näher. Ganz am Ende haben wir dann endlich eine Szene, die uns zeigt, dass das Trio die Treppen ins Obergeschoss nehmen. Cut zurück zum Pool Boy, der endlich fertig geduscht hat, seine Boxer Briefs wieder überstreift, und weil er ein seltsames Geräusch gehört hat, an dem der Sound Designer das Publikum nicht teilhaben lässt, streift er nun suchend durchs Haus und geht wieder ins Erdgeschoss. Was? Müsste er den gerade nach oben gekommenden Ladys nicht direkt in die Arme laufen? Wo sind die plötzlich hin verschwunden? Erst als er wieder im Erdgeschoss ist, tauchen die drei plötzlich aus dem Nichts auf, verwandeln sich in Cougar, und fressen ihn. Zumindest bekommen wir einen Außenshot vom Haus, und ein Blutsplatter-Stock-Sound, wenn wir wieder ins Haus gehen, liegt der Kerl auffällig unversehrt zwischen den drei Frauen.

Und lasst uns mal über die Spezialeffekte dieses Filmes reden. Ich dachte ja wirklich, billiger als die Brotherhood-Filme könnte es nicht mehr werden. Aber hier hatte definitiv keiner ein Budget zur Hand. Kein Wunder, dass DeCoteau drei Filme pro Monat schießen kann, wenn er im Prinzip nur eine Hand voll Möchtegern-Schauspieler, die alles tun würden, um zumindest in irgendwas gecastet zu werden, für einen Tag in Buchse durch sein Haus streifen lässt, er dabei eifrig Hintern und Torso filmt, alles dann zu 70 Minuten zusammenschneidet, und es einen Film nennt. Wenn ein Kerl dann unblutig Off Screen angeblich gestorben ist, es sogar einen Horrorfilm nennt. Statt die schlaue Entscheidung zu treffen, und weil er das Budget für eine Werform-Verwandlugn nicht hat, eben jene nie zu zeigen, sondern die Kerle Off Screen von einem Wildkatzen-Soundeffekt ermorden zu lassen, legt er einfach ein in Photoshop ausgeschnittenes Bild eines Pumakopfes über das Gesicht der Frauen. Ohne jegliche Animation, und genau das gleiche Bild bei jeder wiederholt. Herrlich, einfach herrlich. Als die erste Verwandlung geschehen ist, musste ich schnell erst mal den Film pausieren, weil spontan hysterische Gelächter meinen Körper erschütterte.

Mit dem Pool Boy tot, brauchen die Mädels natürlich neue Opfer, also geben sie eine super unheimliche Anzeige auf, dass drei attraktive junge Kerle, deren Familie sie nicht vermissen würde, gesucht werden, um über gute Cash-Bezahlung und mit gestelltem Raum bei drei attraktiven älteren Ladys im teuren Beach House wohnen dürfen, und dafür nur etwas für sie aufräumen und kochen müssen. Jeder, der auf diese Anzeige antwortet, bittet förmlich illegalem Organ- oder Menschenhandel zum Opfer zu fallen. Herein kommen Dumm, Dümmer und Strunzdumm, die drei attraktiven College-Boys, die alles tun würden, um nicht nach Idaho oder Idowa oder sonst irgendeinem US-Staat, in dem nix los ist, zurück zu müssen. Einer von denen soll wohl der Schlaue sein, weil er eine Brille trägt, und der einzige ist, der die Situation darauf hinterfragt, dass dies alles schon echt merkwürdig ist, aber letztendlich genauso dämlich wie die anderen beiden mit der Schulter zuckt und mitmacht. Er ist allerdings sozusagen unser Hauptcharakter, man mache sich also schon mal bereit am Ende des Filmes jede Pore seines Körper genau unter der Kameralupe gesehen zu haben. Nicht das dies eine schlechte Wahl ist, der blonde Vorzeige-Arier hat den bestgebautesten Körper in einem Film, bei dem die einzige Casting-Voraussetzung „macht es für wenig Geld und sieht aus wie ein Abercromie & Fitch Model“ ist, hübsches Gesicht, welches mit Brille noch mal um 100% attraktiver wird, und einen zum Küssen einladenden Mund. Warum sie den nicht mit aufs Cover gepappt haben, erschließt sich mir echt nicht.

Was folgt ist ein Film, der sich definitiv nicht zu Schade ist, eine einmal gefilmte Szene alle zehn Minuten zu wiederholen. Wie beispielsweise das streunen der drei Ladys durchs Haus auf der Suche nach ihrem Opfer aus dem Anfangskill, wann immer eine der drei einem der drei Haushaltshilfen nachstellt, auch wenn die anderen beiden Frauen eigentlich wo ganz anders beschäftigt sind. Oder die Alpträume der Kerle, von denen uns der Film versichert, dass sie Alpträume sind, auch wenn es mehr wie feuchte Träume aussieht, da die Kamera gewohnt 5 Minuten den nur in Boxer Briefs bekleideten „schlafenden“ Körper hoch und runter leckt, während sie sich hin und her wälzen und dabei mit den eigenen Händen den Torso hoch und runter fahren, ungefähr 5 Millimeter vor einer Masturbation zurückschreckend (einer der drei Schauspieler spreizt dabei sogar die Beine, als wollte er den BBC seines Lebens in Empfang nehmen). Der Film weiß, warum das Publikum gekommen ist, wie auch dadurch bewiesen, dass es innerhalb der ersten 30 Minuten nicht nur zu einer zweiten, sondern auch einer dritten Duschszenen kommt.

Und doch, irgendwo verschenkt der Film dann wieder super Gelegenheiten, um noch merkwürdig aufgesetzt homoerotisch witzig zu werden. Wenn schon ständig zwischen Nippel und Schritt der Kerle beim Schlafen hin und her geglitten wird, warum deren Gemächt nicht mit Socken ausstopfen? Oder die Szene, wenn einer der Kerle den Masseur geben soll, aber davon keine Ahnung hat. Also geht er ins Zimmer seines Kumpels, der gerade erst aufgewacht gewohnt nur in engen Boxer Briefs ist, und lässt sich zeigen, wie man ordentlich massiert. Und was passiert? Der Kerl tatscht ihm drei Mal halbherzig auf dem Rücken rum und das war es mit der Szene. Das hier war die absolute Gelegenheit, um den anderen Kerl sich auch aufs Höschen ausziehen und aufs Bett legen zu lassen, während der andere sich auf ihn setzt und ordentlich durchknetet. Wo ist plötzlich das ganze Gay Gaze Framing des Restfilmes hin? Oder das Hexenritual der drei Ladys, die bevor sie die Typen fressen erst mal ein wenig Glitter und Wasser über sie spritzen, während jene natürlich erneut nur ne Buchse anhaben, und dabei zu ihrer Göttin beten? Das Script lässt sie sagen, dies wäre heiliges Öl, obwohl sie eindeutig nur drei Tropfen Wasser über den Torso sprenkeln. Hallo? Ihr hab da die Ausrede reingeschrieben, um einen Grund zu haben, den nackten Oberkörper der Kerle so richtig mit Öl einzureiben, bis sie glänzen wie ein blank gewichster Lederschuh, und alles was passiert, ist ein wenig Wasser auf sie zu tropfen? DeCoteau kann mir nicht sagen, dass er nicht reichlich Body Oil in Reserve hat, welches er hätte nutzen können.

Und dadurch dehnt sich der Film dann doch langsam in die Länge. Denn irgendwie ist der ganze Irrsinn schon recht komisch. Die attraktiven Körper sind definitiv kein Negativpunkt, und die Obsession sie zu zeigen und dabei fast wie in einem Softporno zu präsentieren schon unfreiwillig witzig, dazu die dämlichen Dialoge, merkwürdige Szenenabfolge, die selten so wirklich ganz Sinn zueinander ergibt, und das Gefühl, dass die Beteiligten hier durchaus self aware waren und einfach ihren Spaß mit dem Mist hatten, macht ihn schon unterhaltsam. Ich würde ihn fast uneingeschränkt für betrunkene Kumpelabende vorschlagen, muss dann aber leider doch einschränken. Ein blöder Trash-Asylum-Monsterfilm ist dann vielleicht doch die bessere Wahl, weil eben mehr trashige Action und Billig-Monster geboten werden, während 1313 eher zu 90% halbnackte Männerkörper auffährt. Und mit 70 Minuten ist das Ding definitiv zu lang, dem Spaß geht so ungefähr bei 50 Minuten die Luft aus.

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