Demon Beasts

Es gibt durchaus gute Hentais. Bible Black, Kite, Wet Summer Days oder Words Worth zum Beispiel. Angelium, Dragon Rider, Koihime und Beat Angel Escalayer sind auch ganz Ok. Ob es sich natürlich ähnlich wie bei den Anime von Bee-Train wirklich lohnt, durch die Unmengen an Müll zu waten, um hier und da mal was brauchbares zu finden, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt. Doch die Dinger von Toshio Maeda können ja ganz nett sein, mir haben Urotsukidoji, Lady Blue und Demon Warrior Koji gefallen. Die anderen La Blue Girls, späteren Urotsukidoji-Sequels und Adventure Kid hingegen waren eher nicht so toll. Mal schauen, auf welche Seite das ebenfalls auf einem Manga von ihm basierende Demon Beast Invasion fällt.

Die besagten Demon Beasts sind eigentlich Aliens, die sich die Erde Untertan machen wollen, obwohl sie in der hiesigen Atmosphäre nicht überleben können. Sie übernehmen dafür einfach die Körper von Sterblichen und versuchen Frauen zu schwängern, um einen angepassten Mischling zu zeugen, der die Invasion vorbereiten soll.

Unsere zwei Hauptcharaktere sind Kayo und Muneto. Kayo ist ein Mädel, welches es nach einigen Schwängerungs-Misserfolgen des Demon Beasts in Episode 1 schafft, in Episode 2 tatsächlich eines zur Welt zu bringen. Dessen Ziel ist es fortan über den Rest der Serie, sich mit Kayo, da sie so toll kompatibel ist oder was weiß ich, erneut zu vereinen. Muneto ist ein alter Schulfreund von ihr, Spross einer Tempelfamilie und Agent für die interplanetare Polizei. Außerdem werden er und Kayo ein Paar, sobald der vom Demon Beast eingenommene aktuelle Freund Kayos am Ende besiegt werden kann.

Die Handlung ist ziemlich episodisch, zwar bauen die Folgen irgendwie aufeinander auf, sind aber auch in sich jeweils geschlossen. Und laufen sehr stark nach der gleichen Formel ab. Das besiegte Demon Beast regeneriert wieder, vergewaltigt ein paar Mädels, während es ständig nach seiner „Mother“ schreit. Kayo und Muneto machen ein wenig rum, bis sie aufs Demon Beast stoßen. Das bringt den Polizei-Kollegen Munetos des Tages um und Muneto und Kayo schaffen es durch die Kraft ihrer Liebe das Viech erneut zu besiegen. Das ganze wird so sehr Alltagsgeschäft, dass es schnell langweilig wird, bei einer Serie, die sowieso nie so sonderlich spannend war. Dazu kommen noch viele Inkonsistenzen was Handlung und Charakterentwicklung (wenn man überhaupt von einer solchen reden kann) zwischen den Episoden angeht. So richtig entscheiden, ob sie ernst oder goofy sein will, kann die Serie wohl auch nie. Unsympathische Charaktere mit wenig nachvollziehbaren Handlungsweisen helfen da auch nicht gerade. Oder die ständige Riege an unterentwickeltem permanent wechselnden Support Cast.

Und logisch ist in der Serie sowieso nix. Wenn die Aliens hier nicht atmen können, was ändert es dann, einen Mischling zu haben? Denn am Ende von Episode 2 bereiten sie schon ihre Invasion vor, eben weil jener eine zur Welt gekommen ist. Und warum, wenn jener ja so unsterblich ist und immer wieder kommt, versuchen sie in den folgenden Episoden nie wieder eine? Was macht Kayo so besonders? Warum ist Muneto Teil einer spirituellen Familie, wenn er doch nie irgendwelche besonderen Kräfte zu nutzen scheint? Abgesehen vom Deus-Ex-Machine „Alles wird gut“-Fick mit Kayo am Ende jeder Episode. Und wenn etabliert ist, dass dies die einzige Möglichkeit ist, das Demon Beast zu stoppen und sie es schon mehrmals getan haben, schon länger ein Paar sind, warum kommt Kayo in der letzten Episode plötzlich mit einem „Nö, ich bin jetzt nicht in Stimmung“? Ernsthaft? Geht ja nur um die Weltrettung, Mädel. Warum sind das Demon Beast jede Episode anders aus? Warum Muneto und Kyo in den finalen zwei ebenfalls? Warum sind sie jedes Mal so geschockt über dessen Rückkehr, wenn doch schon früh etabliert wird, dass es ständig regeneriert? Auch in einer frühen Episode etabliert ist, dass das Demon Beast ungezügelt wächst, bis er vernichtet wird oder sich mit Kayo vereinigen kann – nur passiert das in späteren Episoden nicht mehr.

Ehrlich gesagt fand ich die Serie einfach nur strunzdämlich und äußerst langweilig. Die je 40 Minuten schaffen es weder, gut gefüllt zu sein, noch sich was Großes entfalten zu lassen. Meist passiert die ersten 30 herzlich wenig um dann ein überstürztes Finale einzuleiten. Lediglich Episode 3 war brauchbar, auch von Zeichen- und Animationsqualität her, während die restlichen Episoden wie der letzte Rotz aussehen, mal mehr oder weniger stark, da wie so viele OVA-Serien die 6 Episoden über den Verlauf mehrerer Jahre (1990-94) erschienen. Das führt zu schon sehr krass unterschiedlichen optischen Aspekten, auch was Charakterdesign angeht.

Letztendlich war dann das sehr antiklimaktische „Final Chapter“ doch nicht so final, denn direkt im Anschluss wurden die vier Episoden von Demon Beast Resurrection gezeichnet. Und die sind sogar besser in allen Belangen. Schon alleine die Optik, erinnert das Charakterdesign nun wieder an die hübsche Episode 3 (und mich zudem irgendwie an die Pioneer-Anime der 90er) und die Animationsqualität ist auch viel höher als alles, was Invasion je auf den Tisch brachte.

Von der Handlung her ist es in 2 Geschichten unterteilt. Die ersten beiden Episoden holen die heißen Amazonen der galaktischen Polizei aus Episode 3 zurück (warum genau tauchten die überhaupt nie wieder in der ersten Serie auf?) und bekämpfen das erneut erwachte Demon Beast, das Kayo geboren hat. Die anderen beiden Episoden widmen sich Kayos Cousine aus Episode 4, die eine Sex-Sekte gegründet hat, um das Demon Beast zu beschwören – ein reinrassiges, nicht das Mischlingskind.

Beide Episoden sind auf jeden Fall wesentlich besser erzählt, da es nicht nur optisch sondern auch im Grundton, Atmosphäre und Handlung wesentlich geradliniger und kohärenter ist, als das heillose, unlogische Durcheinander der ersten Serie. Sicher, Kayo hat immer noch keine Persönlichkeit und Muneto ist immer noch erstaunlich unnütz, außer zum Deus-Ex-Machina-Ficken, aber im Gegensatz zur ersten Serie ist Resurrection regelrecht sehenswert.

Aber wie steht’s überhaupt um den zwei Bände umfassenden Manga von Toshio Maeda, auf dem das Alles basiert? Urotsukidoji hat mich ja in Zwanzigzehn gelehrt, dass es da doch frappierende Unterschiede geben kann. Das ist bei Demon Beast Invasion ziemlich genauso, so nutzen Original-Manga und Anime-Adaption die gleichen Charaktere und bauen auf die gleiche Prämisse auf (Alien-Monster wollen Menschenfrauen schwängern, um den Planeten zu übernehmen), damit hören die Gemeinsamkeiten dann aber erneut weitestgehend auf und beide erzählen unterschiedliche Ereignisse.

Im Manga kommt Muneto beispielsweise erst im zweiten Band vor, wenn Kayo nach der Schwangerschaft mit einem Demon Beast und das Anheimfallen ihrer Bekannten an jenen die Schule wechselt, um von vorn zu beginnen. Insgesamt ist der Manga besser, als die erste OVA-Serie, da erneut wesentlich besser zusammen hängend, statt das kurze episodische Format zu wählen – hier wird eine durchgehende Handlung erzählt. Allerdings nimmt es auch er mit interner Logik nicht immer ganz genau, hat nicht einen sympathischen Charakter zu bieten, die alle häufig wenig nachvollziehbar handeln (erstes Aufeinandertreffen von Muneto und Kayo beinhaltet beispielsweise, dass er sie vergewaltigt, während er darüber sinniert, er verliebe sich gerade in sie und sie ganz doll sich schämt, dass er sie „so“ zu sehen bekommt… because Japan).

Dafür hat das Teil einige der witzigsten (und ich glaub nicht freiwillig) Dialoge, die ich je zu lesen bekommen habe. Hier nur mal zwei Beispiele.

(Englischlehrerin zu Kayo) -If you learn English, you can even get a foreigner for a lover.
(Kayos Antwort darauf) -But… I’m scared of AIDS!!

(Kayos Freundin nachdem Kayo den Mischling zur Welt gebracht hat, der sich prompt an jener vergriffen hat) -It’s true!! My first time was with a demon you gave birth to!! L… Look! It’s so loose. It may never go back to normal…

Zu Schreien komisch. Wobei der Manga, trotz hier und da etwas schrulliger Momente, eben nur dann komisch ist, wenn er es gar nicht sein will.

The Urotsuki

Nach dem gescheiterten Final Chapter blieb es erst mal ruhig um die Serie. 6 Jahre später versuchte man allerdings erneut sein Glück, diesmal nicht mit einem finalen, sondern einem neuen Anfangskapitel. Eine neue Saga für ein neues Millennium, das sich zur Originaltrilogie ähnlich wie diese gegenüber dem Manga verhält und Charaktere und Storygrundzüge aufgreift, allerdings dann weitestgehend ihr eigenes Ding draus dreht.

Ursprünglich war die Welt in Chaos getaucht, bis der Chojin erschien und sie in die drei Welten der Menschen, Biester und Dämonen unterteilte. Doch gibt es eine Legende, dass er irgendwann erneut auftauchen und die Welten zu einem neuen Königreich vereinen wird. Amano ist vom König der Biester beauftragt worden, die Wiedergeburt des Chojin zu finden.

So weit, so weitestgehend gleich. Erneut ist zwar Nagumo der Chojin, allerdings geht es in der Geschichte überraschenderweise so gut wie gar nicht um ihn, sondern um seinen Kindheitsfreund Ozaki, der erneut Nagumos Blut abbekommt, wodurch ihn alle für den Chojin halten. Bis er auf die Probe gestellt wird und umkommt und mit Nagumo der wahre Chojin erwacht. Das war mit einigen Änderungen jetzt im Prinzip der Schnelldurchlauf der ersten OVA des ursprünglichen Dreiteilers. The New Saga braucht hierfür hingegen ganze drei Folgen. Und warum? Weil es ein wesentlich ambitionierteres Projekt ist. Das bedeutet mehr Charaktere, mehr Charakterisierung und mehr Story.

So dreht sich die erste Hälfte der ersten Folge alleinig darum, warum Amano überhaupt den Auftrag annimmt, nach dem Chojin zu suchen, etwas, wozu die frühere Serie im Prinzip nur gesagt hat „weil er halt neugierig ist“. Ozaki ist Boxer und will es zum Champion bringen, hat aber einen Hirntumor und karieregeile Eltern, die ihn nicht beachten. Seine beste Freundin ist heimlich in ihn verliebt, Nagumo ist sein einziger anderer Freund und die beste Freundin Nagumos ist dies, weil er sie mal vor einem Autounfall gerettet hat. Dann mischen sich wie gewöhnlich noch einige Dämonen in die Suche ein, inklusive ihrer Königin herself.

Das ganze hat mir wirklich gut gefallen. Ich mag zwar die Ursprungstrilogie auch sehr, allerdings ist es schön, dass der Reboot Dinge ändert, um frisch zu bleiben und vor allem die Geschichte und Charaktere so stark hinterfüttert. Dadurch war ich endlich mal wieder richtig in die Saga investiert. Dummerweise hat es aber dadurch den üblichen Nachteil: Es kommt zu keinem Ende. Wie gesagt erwacht Nagumo am Ende zum üblichen Monster und Schnitt und Credits und Arsch geleckt. Die drei Episoden wirken nur wie die Grundpfeiler zur eigentlichen Geschichte, letztendlich ist ja noch gar nix um Nagumo und damit dem Chojin, um den es ja eigentlich gehen soll, geschehen und einige Charaktere und angedeutete Plotentwicklungen sind noch nicht gefruchtet. Weitere Folgen wurden aber aufgrund des schlechten Absatzes nie produziert und so bleiben wir erneut lediglich auf dem tollen Anfang einer viel größeren Saga sitzen.

Zudem ist natürlich nicht alles Gold, was glänzt. Auch die New Saga besticht wieder durch einige sehr fragwürdige Charakterverhaltensweisen, die hier durch ihre stärkere Charakterisierung natürlich wesentlich mehr auffallen. Zudem ist die düstere Atmosphäre nicht im Geringsten vertreten, durch den modernen, gelackten Animationsstil. Und insgesamt setzt die New Saga den Porn vor den Horror, während die Ursprungstrilogie dies immer anders rum gehandhabt hat. Das bedeutet leider auch keine der spektakulären Monsterkämpfe wie in jener. Während die New Saga also die besser ausgearbeitete Handlung und Charaktere hat, hat das Original die bessere Atmosphäre und Horror.

Urotsukidoji V

Wer hätte das gedacht. Nachdem das ursprünglich geplante Ende von Urotsukidoji IV zum alternativen degradiert wurde, um die Saga zumindest notdürftig beendet zu bekommen, entschied man sich plötzlich anscheinend doch wieder um, und produzierte Urotsukidoji V. Eben basierend auf jenem alternativen Ende. Das Problem dabei? 1996, fast 10 Jahre nach der allerersten Folge und dem qualitativen Verfall der Saga über die Jahre, interessierte sich einfach keine Sau mehr dafür. Letztendlich wurde die erste OVA von V auf den japanischen Markt geworfen und die geplanten folgenden Folgen nie produziert, sondern das Projekt eingestampft. Auch im Ausland hat sich nie jemand wirklich für die Rechte an einem Release geschert. Fast zumindest, die Folge ist nämlich als hidden Feature auf die deutsche DVD zu IV geklatscht – Menü oder Packaging verraten davon zwar nichts und die Sache ist auch in Japanisch ohne jegliche Untertitel, aber sie ist da.

Wie gesagt basiert das Ganze auf dem alternativen Ende von IV, nach dem alles in III und IV Geschehene absolut irrelevant ist, um diese vergessen und Quasi am Ende der ersten fünf OVAs neu beginnen zu können. Damals, als die Serie noch gut war. Löblich, wenn man einsieht, dass man danach ziemlichen Mist gebaut hat, aber retten tut das auch nicht mehr viel.

Der diesmal eventuell richtige Chojin wird nun also geboren und die Bewohner der postapokalyptischen Welt verfallen kurzzeitig in Raserei und töten sich im Blutdurst gegenseitig. Außerdem entsteigen des Chojins neuem Hauptquartier geschlechtslose Klone, die ordentlich beim Töten mitmischen. Letztendlich trifft Amano auf den Chojin(?), der diesmal ein androgyner Hermaphrodit ist und wird niedergestreckt. Kyo-Oh (der einzige Kurzauftritt eines Charakters aus III und IV) belebt ihn wieder und offenbart, dass der Chojin seine neue überragende Rasse die Welt bevölkern lassen will und deswegen erst mal die noch in ihr hausenden Überlebenden umbringen muss. Wird noch ein wenig gekämpft, sogar das Militär schreitet ein, Nagumo zerstört auch munter weiter und darf sogar seine Akemi endlich mal wieder sehen und nach 50 Minuten ist die erste Folge und damit auch vorzeitig die ganze Serie rum.

Zu behaupten, III und IV wären kompletter Mist (auch wenn es teilweise nicht unwahr ist) und müssten quasi gänzlich gestrichen werden, ist schon ein starkes Stück, wenn man dann anschließend eine Folge hinrotzt, die auch nicht wirklich viel besser ist. Vielleicht kann man das Trainwreck, zu dem die Urotsukidoji-Saga verkommen ist, aber auch einfach nicht mehr zurück auf einen grünen Zweig hieven. Dafür ist zuviel passiert und zuviel schief gegangen, selbst wenn man nach bester Möglichkeit alles ignoriert, was nach den ersten fünf Folgen passiert ist. V ist auf jeden Fall schrecklich beschäftigt damit, alle ursprünglichen Charaktere und Plotpoints aufzugreifen und die Scherben irgendwie in ein passendes Ganzes zu fügen, schafft es aber nicht wirklich.

Dennoch wäre es mir ganz lieb gewesen, wenn die Serie nicht vorzeitig eingestellt worden wäre. Und zwar einfach nur aus dem Grund, weil ich endlich ein zumindest halbwegs zufrieden stellendes Ende, doch gerne irgendwann mal zu sehen bekommen hätte. Vorausgesetzt Urotsukidoji V: The Final Chapter hätte ein solches geliefert, anstatt wie I oder IV zu enden. Wer am Ende gewonnen und wie die neue Welt ausgesehen hätte, würde mich doch interessieren.

Urotsukidoji IV

Die Reihe hat sich mit Urotsukodji in die Lüfte erhoben, bei Urotsukidoji II kam sie kurz im Gegenwind zum Straucheln, fing sich für die erste Hälfte von Urotsukodji III wieder, nur um in dessen zweiter Hälfte gegen eine Fensterscheibe zu knallen und abzustürzen. Urotsukidoji IV diagnostiziert nun den Hirntot.

Wenn die zweite Hälfte von Urotsukidoji III sich im Kreis gedreht hat, markiert Urotsukidoji IV den absoluten Stillstand. Eigentlich recht ironisch, befindet man sich doch auf einer Reise. Denn Himi, Buju und die paar Charaktere aus III, die wichtig aussahen, letztendlich aber nie wurden und trotzdem irgendwie die ganze Sache überlebt haben, sind auf dem Weg nach Osaka, zum versprochenen Treffen zwischen Himi/Kyo-Oh und dem Chojin, durch welches  das Schicksal der Welt entschieden wird.

Nur landen sie erst mal für 2 Folgen in einer absoluten Nebengeschichte über eine Stadt voller Psi-begabter Kinder, die dadurch die Erwachsenen als ihre Sklaven und Brutmaschinen für den weiteren übernatürlich begabten Nachwuchs halten. In die Pubertät zu kommen ist sozusagen das Todesurteil in dieser Gesellschaft, verliert man doch seine Kräfte und verkommt, da man nun sexuell fruchtbar ist, zum weiteren Zuchtmaterial. Das alles soll zwar ein großes Experiment des Chojin zum Züchten einer neuen Rasse sein, aber letztendlich hat der ganze Exkurs absolut rein überhaupt gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun. Und auch als eigenständiger Anime, ohne Urotsukidoji-Bezug wäre es nicht so sonderlich spannend umgesetzt. Dabei könnte man aus der grundsätzlichen Idee einer Gesellschaft, die mit kindlicher Freude Grausamkeiten verteilt, weil ihnen eben niemand Einhalt und Erziehung gebieten kann, durchaus was machen.

Die dritte und finale Episode erinnert sich dann daran, worum es eigentlich geht und lässt die Gruppe schnell, inklusive ein paar Kämpfe gegen dem immer noch rumhängenden Münchhausen und seiner neuen Untergebenen, den Restweg nach Osaka zurück legen. Nebenbei bringt sie auch all die Charaktere um, die III eingeführt und dann genauso wie IV vergessen hat, je Relevanz angedeihen zu lassen. Lame. Und wie ist das Ende nun? Das große Zusammentreffen zwischen Kyo-Oh und Chojin, das das Schicksal der Welt bestimmen wird? Ungefähr 1 Minute lang und unglaublich lahm. Der Chojin nimmt das erste Menstruationsblut Himis in sich auf und die Welt wird geheilt. Cut. Credits. Ende. Ist die Welt jetzt wirklich wieder in Ordnung? War das nun das neue Reich Chojins? Ist alles wieder einfach zurückgesetzt in die Zeit, bevor die Welten zerbrachen? Keiner sagt’s einem. Selbst Amano steht so ziemlich nur mit einem „What the hell!?“ oder „Lulzwhat?“ da.

Urotsukidoji IV ist so ein Aufreger. Zuerst 2/3 an einen unwichtigen Subplot vergeuden und dann im finalen Drittel das lahmste Ende zusammen schmeißen, das man sich ausdenken konnte. Nachdem die Saga 12 Folgen von 45-60 Minuten überspannt hat, soll es also so einfach und unzufrieden nun gewesen sein. Es hilft dabei ebenfalls nicht, dass auch das ganze „Das soll es jetzt also gewesen sein? So?“-Stigma beiseite lassend, dies hier einfach keine gute Serie ist. In Urotsukidoji ging es mal um harte Monsterkämpfe, die sich öffnende Hölle und die Hoffnung auf die Erschaffung einer neuen Welt auf den Ruinen der zerbrochenen alten. Sicherlich wird in Urotsukidoji IV immer noch gekämpft und gefickt vor postapokalyptischen Hintergrund, aber das ist alles so langweilig umgesetzt, so Standard, hat sich so tot gelaufen, es wird abgespielt, weil die Macher denken, dies mache Urotsukidoji aus, obwohl sie den Kontext dazu, der dies zu was Besonderen gemacht hat, schon längst aus den Augen verloren haben.

Aber warte, es gibt ja noch ein alternatives Ende, das angeblich sogar das ursprünglich geplante war, aber dann verworfen wurde, um der Saga einen Abschluss zu geben. Ursprünglich hätte es hier nämlich nicht beendet sein, sondern eine weitere Serie produziert werden sollen, die dann aber verworfen wurde (nur um dann doch angefangen zu werden, aber dazu bald mehr). Und das Ende ist noch dämlicher. Himi trifft auf den Chojin, doch der stellt sich als Fake heraus. Anstatt das der Chojin zu Beginn von Urotsukidoji III also verfrüht geboren wurde, ist das nur ein Scam eines Dämons, um an Kyo-Oh zu kommen. Das ganze Ende (abgesehen davon, dass es eh keinerlei Sinn macht) ist also nur dazu da, um zu sagen „Ach ja, was in III und IV passiert war, ist unwichtig. Die 7 Folgen habt ihr umsonst geschaut, sorry“. Fuuuu!!!

Urotsukidoji III

Nachdem Urotsukidoji II nun Amano mit Münchhausen und dem Chojin mit Kyo-Oh einen Gegenspieler gegeben hat, kann es also endlich in der Timeline voran gehen. Und zwar 20 Jahre nachdem am Ende der Ursprungstrilogie die Welt von Nagumo zerstört wurde. In dieser postapokalyptischen Zukunft hat sich mit den Makemonos eine vierte Rasse gebildet und jemand Namens Cäsar auf den Ruinen Tokyos seine Herrschaft erbaut, die sich früher oder später die ganze Welt einverleiben soll (off course!), auch durch die Hilfe seines Untergebenen Faust, wie sich Münchhausen nun nennt, der versucht Kyo-Oh zu erwecken.

Das führt dazu, dass der Chojin frühzeitig geboren wird, um sich Kyo-Oh, auch das Böse des Ostens genannt, entgegenstellen zu können. Laufbursche Amano darf suchen gehen. Dummerweise wird allerdings auch Buju, eigentlich nur der Anführer einer raubenden und vergewaltigenden Makemono-Bande, als Böses des Ostens bezeichnet, was ihn ins Fadenkreuz Amanos und Cäsars bringt. Cäsar fängt Buju, dem aber von dessen geliebten Tochter Alector, die er wie einen Vogel im golden Käfig wegsperrt, zur Flucht verholfen wird im Austausch, dass er sie mit in die Außenwelt nimmt. Dort angekommen treibt Buju es mit ihr und sie beschließt, nun in ihn verliebt zu sein (Pfft, Jungfrauen). Außerdem finden sie das Baby Himi, niemand anderes als Kyo-Oh.

Cäsars Truppen finden sie, Münchhausen versucht Kyo-Oh sich Untertan zu machen, während Alector weg gesperrt und Buju getötet, jedoch von Kyo-Oh wiedererweckt wird, da sie ihn als ihren Beschützer auserkoren hat. Amano macht sich für eine weitere Auseinandersetzung mit Münchhausen bereit, Buju für seine mit Cäsar und die unterdrückten Makemono-Sklaven beginnen ihren Sturm auf Cäsars Palast. Ergo, an diesem Punkt scheinen alle Weichen für ein baldiges Finale gestellt zu sein. Allerdings ist gerade mal die zweite Episode zu Ende, also die Halbzeit der Serie erreicht.

Und was ebenfalls erreicht ist, ist der Wendepunkt der Reihe. Urotsukidoji ist gut. Urotsukidoji II zwar nicht, aber eben auch nicht schlecht, sondern der Serie lediglich nicht sonderlich treu und insgesamt recht mittelmäßig und wenig erinnerungswürdig, aber während des Schauens durchaus halbwegs Ok. Die erste Hälfte von Urotsukidoji III ist auch ganz gut, die zweite dafür umso weniger.

Da sich irgendwie alles in der zweiten Episode schon rasch auf ein Finale zu bewegt hat, allerdings noch zwei weitere Folgen gefüllt werden wollen, dreht sich die Serie einfach ein wenig im Kreis. Die zweite Hälfte ist voller Subplots und Erzählebenen, die zu nichts führen und der Gesamtsituation wenig beizutragen haben, dafür aber scheinbar ewig zur Beendigung brauchen und vor allem auch alle gleichzeitig passieren, wodurch wieder und wieder zwischen ihnen hin- und hergewechselt werden muss, was sie nur noch träger und länger erscheinen lässt. Der ganze Charakter des D-9 und sein Subplot sind ein Paradebeispiel dafür, da sie erst in der letzten Episode auftauchen, keinerlei Relevanz haben und scheinbar nur Spielzeit füllen sollen. Die Serie beginnt unter der Anzahl an unnötigem Material zu ersticken und wenn dann endlich das Finale kommt, ist’s auch nicht so prickelnd interessant. Von den cool inszenierten Monsterfights in den Vorgängern oder der Devilman-Reihe ist die hiesige Action zumindest weit entfernt.

Man mag fast den Anschein bekommen, das Team hinter der Serie wäre nach der 2. OVA komplett ausgewechselt worden und das neue habe keine Ahnung gehabt, wohin mit dem bisherig geschehenen. Und als wäre die Serie gleich auch noch auf 4 Folgen aufgestockt worden. Die beiden Hälften wollen einfach nicht so richtig zusammen passen.

Urotsukidoji II

Die Produzenten des Animes waren wohl etwas ob dessen durchschlagenden Erfolgs, gerade auch im Westen, überrascht. Was macht man also? Zwei weitere Folgen schnell hinterher schieben. Da man aber schon beim Ende des Mangas angelangt war und wohl noch Ideen, die aus Zeit- und Platzgründen nicht in die ersten drei Folgen passten, über hatte, beschloss man keinen direkten Nachfolger zu drehen, sondern die Leute lieber mit einer parallelen Storyline zu verwirren, bei der keiner so ganz genau weiß, wie sie da genau rein passt.

Wir starten im zweiten Weltkrieg, als Hitler einen Dämonen beschwören lies, was aber nicht so knorke lief und Münchhausen Junior (total der deutsche Name, absolut) als Waisen zurück lies. Der eignete sich eigene Magie an und versucht nun Kyo-Oh, den Gegenspieler Chojins, auferstehen zu lassen.

Nagumo erwartet derweil die Ankunft seines Cousins, mit dem er als Kind ganz dicke war, dessen Flugzeug allerdings während der Landung abstürzt und ihn als einzigen Überlebenden, dennoch schwer verletzt, zurück lässt. Nagumo spendet sofort Blut, was vielleicht keine so tolle Idee ist, wenn man bedenkt, dass der Kerl in der vorigen Serie, der sein Blut abbekommen hat, sich in ein Monster verwandelte und dann starb. Cousin Takeaki wird gerettet, Leute getötet und entführt, Megumi und Takeaki verlieben sich, Münchhausen ist ein bissl böse und letztendlich endet alles darin, dass Münchhausen Takeaki in einer großen Zeremonie, in der Megumi als Opfer herhalten soll, zum Kyo-Oh macht, auf das er gegen den Chojin Nagumo kämpft.

Der Zweiteiler ist dabei bestechend… harmloser als die Vorgänger-Trilogie. Vielleicht wollte man es ob des Erfolges im Westen etwas auf den dortigen Geschmack münzen, letztendlich lief Urotsukidoji dort zunächst als Movie-Zusammenschnitt, der einige der heftigeren Szenen entfernte. Urotsukodji II ist zumindest erstaunlich nett und wenig explizit in mehrerer Hinsicht. Ein kopfüber gekreuzigter Rektor hier und ein Dutzend auf eine Vergewaltigungsmaschine geschnallter Frauen dort, aber im Gesamtbild ist der Nachfolger wirklich überraschend Handzahm.

Und Liebe überall. Megumi lieb Takeaki und er auch sie, brüderliche Liebe zwischen Nagumo und Takeaki. Selbst der Dämon, der mit Münchhausen zusammenarbeitet, ist unsterblich in Megumi verknallt und opfert sich letztendlich sogar für sie (wodurch er als Dämon wirklich wie eine ganz schöne Pussy daher kommt – obwohl zugegebenermaßen seine letzten Sterbeworte, „Dabei hätte ich es vorher so gerne noch mal mit dir getrieben“, ihn schon wieder etwas sympathisch machen :D ). Zyniker Amano setzt die meiste Zeit der OVA lieber aus und vögelt sich durch die schrecklich Lichtdurchflutete Welt der Menschenbiester. Letztendlich mag Megumi ihre Liebe Takeaki töten müssen, doch bis dahin wird man so mit Hoffnung und Liebe zugeschüttet, dass man kaum glauben mag, gerade Urotsukidoji anzuschauen.

Das macht die ganze Angelegenheit noch nicht zu einem wirklich schlechten Anime, allerdings einem zum Vorgänger sehr untreuen Nachfolger und durch fehlende Atmosphäre insgesamt schrecklich durchschnittlichen und zwischen anderen ähnlichen Animes der Zeit wie Wicked City, Doomed Megalopolis etc. untergehenden Sache.

Urotsukidoji, the Manga

Obwohl ich die Anime regelmäßig geschaut habe, kam es mir nie wirklich groß in den Sinn, mich mal nach dem Manga umzuschauen. Dies habe ich nun nachgeholt. Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass sich die Leutz hinter dem Anime einfach die grundlegende Chojin-Legende und meisten Hauptcharaktere geschnappt und dann mehr oder minder ihr eigenes Ding durchgezogen haben. Ein paar Ereignisse gibt es zwar in beiden, aber auch hier häufig mit mehr oder minder starken Änderungen.

Grundsätzlich ist der Manga dabei mit seinen 6 Bänden a 200 Seiten natürlich ausführlicher, als der Anime von ca. 2 1/2 Stunden. Während es mir im Anime immer so vorkam, dass die ganze Angelegenheit in wenigen Wochen erledigt ist, scheint der Zeitraum im Manga mehrere Monate, vielleicht sogar ein Jahr zu überspannen. Zudem ist der Slapstick, der vereinzelt in den ersten Folgen vorhanden war, hier etwas ausgeprägter. Wobei Monsterkämpfe, Gore und Sex dennoch nicht weniger sind. Ich muss aber sagen, dass mir die zügigere Vorangehensweise des kompakten Anime besser gefällt, als die episodische Struktur des Manga. Das die schnellen Ereignisse die Charaktere geradezu zu überrollen scheinen, lässt ihre häufig sehr seltsame Reaktionsweise auch weniger komisch dastehen, als im Manga, wo jeder erstaunlich blasé gegenüber der Tatsache ist, dass überall Monster erscheinen, nahe stehende Mitschüler und Familienangehörige wie die Fliegen wegsterben etc. Auch verschwinden hier einige Charaktere recht seltsam plötzlich aus der Geschichte oder tauchen später wieder auf. Megumi, Amanos Schwester, beispielsweise taucht auf, wird eifersüchtig auf Akemi, sorgt für ein wenig Verwirrung und ist plötzlich zwischen zwei Bänden spurlos aus der Geschichte verschwunden, bis sie genauso plötzlich für das Finale wieder auftaucht.

Leider ist gerade das von mir immer als eher unbefriedigend empfundene Ende der ganzen Schoße eines der wenigen Ereignisse, die im Manga und Anime weitestgehend gleich sind: Akemi und Nagumo haben zum ersten Mal vaginalen Verkehr, Akemi empfängt den Chojin, Nagumo (den bisher alle für die Wiedergeburt des Chojin hielten) verwandelt sich in ein riesiges Monster und lässt die Welt der Apokalypse anheim fallen, während der Chojin-Sproß aus Akemi heraus erklärt, dass dies die Vorbereitung auf seine Geburt in 300 Jahren ist, bei der er die Welt neu erschaffen wird. Ende. Dafür, dass es in der ganzen Geschichte darum geht, endlich die Wiedergeburt des Chojin zu finden, um zu sehen, was für eine neue Welt er erschaffen wird, ist das doch etwas abrupt und wirkt mehr wie das Prolog-Kapitel zur eigentlichen Geschichte.

Insgesamt ist der Manga auch nicht schlecht, aber ich hatte doch mehr von ihm erwartet – nicht nur was das Ende angeht – und finde der Anime erzählt die ganze Sache wesentlich interessanter. Was vor allem auffällt, wenn man sich die Cover- und Kapitelgalerien ansieht mit den cool gezeichneten Hauptcharakteren, die heroisch gegen Dämonen kämpfen oder auf Monstern reiten, ist dass dies letztendlich herzlich wenig mit dem zusammenhängt, was eigentlich in der Geschichte passiert und man sich wünschte, dem wäre nicht so.