Junji Ito: Tomie

Nach neun Tomie-Filmen, keiner davon per se wirklich gut, nun also auch der Ursprung des Übels, der Manga von Junji Ito. Das Werk, das ihn berühmt gemacht hat, seine bekannteste Reihe, die selbst nach acht schlechten Filmen noch einen weiteren garantieren konnte. Hab ich schon erwähnt, dass es ganze neun Filme gibt? Und das die nicht so pralle sind?

Die Sache besteht übrigens aus drei Bänden, zwei ursprüngliche Tomie-Bände, in denen seine älteren Kapitel über sie zusammengefasst wurden, und dann ein späteres Tomie Again. Überrascht war ich zunächst, dass die Filme sich doch, wenn auch keiner wirklich eine Geschichte aus ihnen nacherzählt, so doch thematisch nah dran hält. Es geht natürlich auch um ein komplett von sich selbst eingenommenes, ziemlich hohles, aber hübsche Mädel, deren bloße Anwesenheit Männer zuerst in bedingungslose Liebe (anders wäre so eine Schickse auch nicht dauerhaft zu ertragen) und dann in den Wahnsinn treibt, bis sie Tomie umbringen und aus den Stücken neue Tomies wachsen und das Ganze von vorn beginnt. Viele Dinge des Mangas kommen auch im einen oder anderen Film vor. Beispielsweise die Fotografien Tomies, die ihre monströse Seite aufdecken. Oder der Tomie-Kopf, der einer Patientin aus dem Bauch operiert wird und dann im Keller des Krankenhauses in einem Aquarium zu einer ganzen Succubus heranwächst. Oder die ganze Schulklasse, die in Gemeinschaftsarbeit Tomie zerstückeln, über ihre hervorragend gesunden Organe quatschen, und jeder ein anderes Stück mitnimmt, um es verstecken zu müssen.

Der Unterschied zwischen Manga und Film ist weitestgehend, dass der Manga viel kürzer ist. So ein Kapitel ist zwischen 30 und 60 Seiten, ein paar Geschichten gehen zwar schon mal über zwei oder drei Kapitel, doch viele sind Oneshots. Das ist, denke ich mal, auch einer der Gründe, warum der Manga besser ist. Die Langeweile kommt nicht so auf, eine simple Story um eine simple Prämisse funktioniert in 30, 60, von mir aus auch 100 Seiten (bezeichnenderweise mag ich allerdings die Oneshots mehr, als die längeren Geschichtchen), in 100 Minuten Film hingegen – dann noch neun Mal – müsste etwas mehr Butter bei die Fische, um das Interesse zu halten. Es passiert einfach nicht genug in den Filmen. Zudem ist der Manga natürlich erneut visuell wesentlich grotesker, als die Low Budget Filme. In den kurzen, weitestgehend unabhängigen Kapiteln, stört es dann auch nicht so sehr, dass die Charakterzeichnung etwas mau sein kann, Tomie ziemlich hohl und passiv ist, es keinerlei Erklärungen zum Phänomen und Wesen der Tomie gibt – das sich die Tomies untereinander hassen beispielsweise, tut Tomie selbst mit einem Schulterzucken ab und meint, es wäre halt so… macht aber irgendwo auch Sinn, dass ein so egomanes Drecksstück keine Doppelgänger von sich selbst duldet. Alles Dinge, die die Filme bereichert hätten, deren Fehlen in kurzen, auf den Horror fokussierten Manga-Kapiteln aber nicht so stark ins Gewicht fallen.

Dennoch konnte mich der Tomie-Manga auch nicht so ganz mitreißen (wobei ich den Again-Band ein Stück interessanter fand, als die beiden Vorgänger, da sie besser mit dem Konzept spielen, gerade das Finale). Ich denke mal, Tomie nach sowas wie Gyo zu lesen, ist, wie Tomie: Unlimited nach so was wie Tokyo Gore Police zu schauen. Was die grotesken Einlagen und den Einfallsreichtum angeht, liegen da einfach Welten zwischen. Tomie ist geradezu bieder im Vergleich zu dem, was es in Gyo zu sehen gab. Und ich bin immer noch der Ansicht, dass wohl der Mindfuck an sich, einen großen Teil der Faszination an Ito-Mangas ausmacht. Wobei ich da wohl auch schon zu viel anderes in diversen japanischen Medien gesehen habe, als das es jener Mann sonderlich leicht mit mir hätte.

Tomie: Unlimited

Im Oktober 2010 habe ich mich ja durch die ganze Tomie-Filmreihe geschaut gehabt. Und konnte es nicht ganz fassen, dass es sie auf 8 Filme schaffte, davon die ersten 5 in nur 4 Jahren auf den Markt geworfen, dann die Serie auf Eis gelegt, nur um drei Jahre später sie mit weiteren 3 Filmen in 3 Jahren aufleben und erneut enden zu lassen. Arbeitsscheu sind die Japaner ja nicht, wenn es darum geht, eine Reihe möglichst schnell auszuschlachten, solange sie zumindest noch halbwegs Geld macht. Warum Japaner allerdings auch auf stinklangweilige Horrorfilme ohne narrativen Sinn zu stehen scheinen, bleibt mir eher ein Rätsel.

Anyways, „Tomie never dies“, so der Slogan der Reihe, der sich auch auf die Filme beziehen kann. Denn wirklich wundern hätte es mich nicht sollen, aber in 2011 wurde die Serie erneut revitalisiert, ein halbes Jahr, nachdem ich mich durch die ersten acht Filme geschaut habe. Und wie das nun mal so ist, jetzt wo wir schon so weit gekommen sind, da können wir uns den neunten auch geben. Immerhin besteht zumindest diesmal ein klein wenig Hoffnung, saß doch Noboru Iguchi auf dem Regiestuhl, dem wir Filme wie The Machine Girl, Robo Geisha oder Zombie Ass: Toilet of the Dead zu verdanken haben. Sprich jemand, der sich mit Fun-Trash auskennt und das wäre doch mal ein Fortschritt für die Tomie-Serie, trashig ist die Grundidee ja schon immer gewesen, nur die Ausführung erschreckend langweilig, Ereignislos und bieder.

Tsukiko ist die Schwester von Tomie, was dahingehend nicht so pralle ist, als das Tomie viel hübscher, beliebter und allgemein toller ist. Da kann man schon ganz schön neidisch werden. Doch Gott ist auf der Seite von Tsukiko, lässt ein Stahlrohr von einer Baustelle fallen und Tomie aufspießen. Guilt Trip für Tsukiko ahoi!

Ungefähr ein Jahr später, zu ihrem 18 Geburtstag steht Tomie plötzlich wieder vor der Türe, macht die Eltern trotz extremen Zickenverhaltens von sich abhängig und lässt sie Tsukiko ordentlich bestrafen, klaut ihr sogar die heimliche Liebe. Bis es zum Eklat zwischen den Schwestern kommt, Tomie das Elternhaus verlassen will und weil er die Trennung nicht ertragen könnte, dafür vom Vater erstochen wird. Unglücklicher Ausgang. Doch so eine Familie hält zusammen und somit wird die Leiche in Gruppenarbeit zerstückelt und versteckt.

Am nächsten Tag bekommt Tsukiko eine neue Mitschülerin: Tomie. Und in ihrer Bento-Box schaut ihr auch eine entgegen. Und überhaupt ist sie überall, bringt Kerle dazu, wahnsinnig zu werden und sie anschließend zu töten, nur um erneut wieder aufzutauchen.

Eine nachvollziehbare Handlung, die wirklich Sinn ergeben kann, die kann man den Tomie-Filmen nicht attestieren und auch die neueste Ausgeburt macht hier nix besser. Trotz einem Enddialog zwischen Tomie und Tsukiko, dank dem man darauf schließen könnte, dass all dies nur symbolische Verlust- und Schuldbewältigung ist… nur dass die danach kommenden zwei Szenen das wieder ziemlich kaputt machen und auch Tomie: Unlimited zurück in den Nonsens schicken.

Aber, und das ist der große Unterschied zu den acht vorigen Inkarnationen Tomies, es ist wenigstens kein langweiliger Nonsens. Wenn die Handlung schon keinen Sinn ergibt, die Figur Tomies, die Dreh- und Angelpunkt allen ist nie erklärt wird, dann doch bitte wenigstens einen netten Fun-Splatter draus machen. Immerhin wird Tomie in den Filmen ja genug getötet. Unlimited lässt sich hier mit die kreativsten Dinge einfallen und vor allem zeigt sie einem auch. Extremer Gore, einen wirklich total abgedrehten Tripp, so weit geht Unlimited dann jedoch leider dennoch nicht, sondern bleibt häufig für einen japanischen Streifen der Marke Fun-Trash ziemlich handzahm. Etwas verschenktes Potential würde ich sagen. Das es ein Film, den man mit „na ja, wenigstens ist er nicht grottenlangweilig“ etwas halbherzig lobt, es schon weit vorn in der Tomie-Serie schafft was das Gefallen angeht, sagt wohl mehr darüber aus, wie schwach die Serie als Ganzes, nicht wie stark Tomie: Unlimited im Speziellen ist.

Tomie vs. Tomie

8 Filme! Die Tomie-Reihe hat es erstaunlich weit gebracht, wenn man mal bedenkt, dass sie von Anfang an nicht gut war und auch nie wesentlich besser wurde.

Kazuki scheint es wieder gut zu gehen: Die Therapie ob des Todes seiner Freundin konnte er endlich beenden und einen neuen Job in einer Mannequinfabrik hat er auch. Bis er eines Tages zu deren wahren Chefin geführt wird: Tomie. Die sieht genau aus, wie seine tote Freundin, weswegen er nicht sonderlich angezogen von ihr ist. Tomie, eigentlich gewöhnt dass sie jeder so sehr liebt, dass es ihn wahnsinnig macht, interessiert sich dadurch natürlich nur noch mehr für ihn.

Doch eine weitere Tomie ist unterwegs und versucht die Fabrik-Tomie zu töten, die allerdings die andere Tomie erledigt und mit Kazuki flüchtet. Beide werden dorthin gelockt, wo Kazukis Freundin gestorben ist, von einem von Tomies Verehrern, der allerdings zusammen mit ihr das Leben lässt. Kazuki erinnert sich nun: Er hat seine Freundin umgebracht, verbrannt und dann die wenigen nicht brennbaren Überreste gegessen, auf dass sie ewig zusammen sein werden. Da bricht die daraus in ihm angewachsene Tomie auch schon aus seiner Bauchdecke.

Mit Tomie vs. Tomie geht nun die langweiligste Horrorfilmserie aller Zeiten also zu Ende. Vorerst zumindest, ähnlich wie Ju-On scheinen die Japaner die Serie ja nach ein paar Ruhejahren immer wieder gern rauszuholen. So gesehen bezieht sich der Werbespruch „Tomie never dies“ nicht nur auf die Hauptfigur, sondern auch die Serie an sich. Auch der hiesige Film ist nicht besser. Wie immer billig gedreht, unnötig verkompliziert erzählt, obwohl eigentlich letztendlich kaum was passiert. Die vorigen Filme haben ja immer mal wieder angeschnitten, dass sich die Tomies untereinander abgrundtief hassen, aber nie weiter eine Erklärung dazu abgegeben. Hier ist das das Zentralthema. Scheitert aber daran, dass die Tomies wie immer meist passiv in der Gegend rum stehen und die Männer machen lassen, die aber eher wie verwirrte Hühner durch die Gegend spasten. Irgendwie haben die Tomies hier auch eine Krankheit, die sich langsam ausbreitet… vielleicht ist das der Grund des Kampfes, die letzte Überlebende ist geheilt oder so… aber irgendwie verliert der Film entweder nie eine Erklärung zur Krankheit oder sie ging irgendwo in den Babelfish-Untertiteln, in denen man ihn leider nur bekommen kann, unter. Auch interessant: Nachdem 7 Filme so klar gemacht haben, dass Tomie niemals sterben kann, sondern immer wieder kommt, sterben sie hier. Seltsam.

Der charmanteste Fehler in den Untertiteln ist übrigens, wenn sie Tomie nicht „I’m so bored“ sondern „I’m very boring“ sagen lassen. Schöne Selbsterkenntnis Tomie.

Tomie: Revenge

Kazue fährt nachts einen Waldpfad entlang und überfährt dabei ein nacktes Mädchen, das plötzlich vorm Auto auftaucht. Kazue will ihr helfen, immerhin ist sie Ärztin, allerdings rennt das Mädel in den Wald. Kazue folgt ihr also in ein verlassenes Haus, wo sie aber nur ein bewusstloses anderes Mädchen und einen verrückten Kerl findet.

Ein Jahr später, das bewusstlose Mädel heißt Yukiko und ist soweit wieder auf dem Damm, hat aber starke Gedächtnislücken. Wir finden heraus, dass das nackte Mädel, dass Kazue überfahren hat, verdächtig nach der (immer noch) verschollenen Tochter ihres Kollegen aussah. Nur mit dem Unterschied, dass diese eigentlich keinen Schönheitsfleck unterm Auge hatte.

Zwei nicht sonderlich vertrauenswürdige Kerle tauchen auf und befragen Kazue über den Vorfall. Sie erklären, dass es seit Jahrhunderten so genannte Tomie-Fälle gibt, in denen das Opfer immer ein Mädchen namens Tomie ist, dass aus Eifersucht von ihren Verehrern umgebracht wird, aber immer wieder aufersteht. Und per Blut oder Zellen auch in andere Menschen eindringen und sie zu einer weiteren Tomie machen können. Alle werden als hübsche Mädchen mit Schönheitsfleck unterm Auge beschrieben. Sprich, sie erzählen uns, was wir schon seit sechs Filmen wissen, für diejenigen, die jetzt erst einsteigen.

Der verrückte Kerl vom Anfang taucht wieder auf, entführt Yukiko, weil Tomie es ihm befohlen hat, und bringt sie zu Tomie in das verlassene Haus im Wald. Dort sind zwei Tomies. Der Kollege von Kazue taucht auf, erschießt eine, die plötzlich das Muttermal verliert und so im Tode wieder zu seiner Tochter wird. Ich dachte, Tomie kann man nicht umbringen, jetzt doch? Ehrlich gesagt ergibt das ganze Finale nicht das geringste bisschen Sinn. Yukiko kann gerettet werden, wird aber in der nächsten Szene, die scheinbar einige Zeit nach all den Ereignissen spielt, von Tomie gebissen und stirbt. Nur um als neue Tomie wieder aufzustehen. Ende.

Tomie: Revenge ist ein Sammelsurium an allem, was an der Tomie-Serie schief läuft. Mal Zehn. Es kommt keine Atmosphäre auf, die Dialoge sind schlecht geschrieben: Leute haben regelmäßig ganz normale Alltagsgespräche, bis plötzlich einer ganz random einen Plotpunkt anspricht, der überhaupt nicht in die aktuelle Konversation passt (Hallo Dr. > Guten Morgen > Schlechtes Wetter, was? > Ja, regnet schon den ganzen Tag > Und windig ist’s geworden > Meine Tochter ist vor über einem Jahr verschwunden und sie dachten sie damals im Wald gesehen zu haben, erinnern sie sich? > Yupp > Just checking > So… Kaffee mit Milch oder Zucker? > Schwarz bitte), der ganze Ablauf inklusive Finale macht nicht das geringste bisschen Sinn, die Produktion stinkt nach Low Budget, die Schauspieler können alle nicht schauspielern und das ganze Teil ist als Gesamtpaket dadurch einfach langweilig. Und die Tomie-Schauspielerin ist diesmal noch nicht mal sonderlich niedlich. Immerhin ist er hin und wieder erschreckend, aber auch nur auf die billigste Art, nämlich dank reichlich Jump Scares, was immerhin dennoch mehr ist, als die anderen Filme bringen, die Serie ist ja bekanntlich bestechend un-unheimlich :D

Tomie: Beginning

Lange blieb das Letzte Kapitel kein solches: Gerade mal 2 Jahre Pause legte die Serie ein, bis sie 2005 mit Beginning neu gestartet wurde. Schon erstaunlich, wie weit es eine Filmreihe schafft, die nie wirklich gut war. Japaner scheinen schlechte Sachen irgendwie zu mögen, was auch erklären würde, warum Idea Factory immer noch Spiele und Bee Train immer noch Anime produzieren dürfen.

Tomie kommt als neue Mitschülerin in die Klasse. Und die Dinge nehmen ihren üblichen Lauf: Die Jungs verlieben sich alle fanatisch in sie, während die Mädels sie aus Eifersucht mobben. Dummerweise sind sie so ziemlich die schlechtesten Tyrannen überhaupt, so hat doch irgendwie Tomie ständig die Oberhand und rächt sich bitterlich. Letztendlich hat sie die ganze Klasse unter Kontrolle und freundet sich mit Reiko an. Die Situation eskaliert aber wie üblich und Tomie wird umgebracht und anschließen von der ganzen Klasse auseinander genommen. Eine sehr surreale Szene, da sie nicht nur alle vor Freude strahlen, sondern auch Kommentare abgeben wie beispielsweise was Tomie gefrühstückt hat oder wie hübsch ihre Nichtraucherlunge ist. Wir wissen aber ja alle, dass Tomie nie lange tot bleibt und so steht sie ziemlich schnell wieder in der Klassentür, woraufhin die Mitschüler entweder komplett den Verstand verlieren oder Selbstmord begehen. Gerüchte verbreiten sich und die ganze Schule wird dicht gemacht.

Jahre später bei einem Klassentreffen tauchen nur Reiko und ein Mitschüler auf, der sie umbringt, um an das von ihr gehütete Herz Tomies zu kommen. Nur erwacht auch Reiko wieder, da sie Tomie ist. Um direkt vom verschollenen Klassenlehrer umgebracht zu werden. Aber nicht tot zu bleiben. Das Ende der Tomie-Filme hat nie viel Sinn ergeben oder die plötzlichen Plottwists erklärt, und so ist das auch hier, obwohl der Rest des Filmes eigentlich wesentlich kohärenter war, als viele der vorigen Filme.

Ich finde ja, Tomie funktioniert aus dem Blickpunkt eines Dramas wesentlich besser, als aus dem eines Horrorfilmes. Denn Tomie ist einfach kein besonders gutes Monster und ungefähr so unheimlich wie ein Gummibärchen. Beginning kommt ähnlich wie Forbidden Fruit auch wesentlich mehr wie ein Drama rüber und stützt sich komplett auf den Charakter Tomie. Auf Grund ihrer regenerativen Kräfte wird sie als Monster bezeichnet, aber für sie sind letztendlich die Menschen die wahren Monster, was man ihr kaum verübeln kann, bringt sie doch mit ihrer bloßen Anwesenheit das schlechteste im Mensch zum Vorschein. Dies wieder und wieder mit ansehen zu müssen und wieder und wieder letztendlich von ihnen umgebracht zu werden – und in diesem Film schüttelt sie eine Verletzung oder sogar den Tod nicht wie eine lästige Fliege ab, sondern spürt den Schmerz und das Sterben tatsächlich jedes Mal – hat sie über die Jahrhunderte wahnsinnig werden lassen. Ja, aus dem Stoff könnte man was machen. Beginning scheitert aber an der üblichen Tomie-Krankheit, dass weder Atmosphäre aufkommt, noch man sich wirklich für die Charaktere und was ihnen passiert, interessieren würde. Von daher geht die eigentlich gute Rechnung leider nicht wirklich auf.

Tomie: Forbidden Fruit

Ein neues Jahr, ein neuer Tomie-Film. Mit dem fünften Film in vier Jahren sollte es allerdings nun Schluss sein (der japanische Originaltitel fügt derweil auch ein „The Final Chapter“ an). Lange dran gehalten hat man sich eh nicht.

Tomie (nein, nicht DIE Tomie) ist ein ganz normales Teeniemädel: Langweilig, etwas introvertiert, wird von ein paar Schicksen gehänselt und schreibt schlechte Geschichtchen, in der Hoffnung später wolle dies tatsächlich mal jemand lesen und sie könne Schriftstellerin werden (hey, wenn Stephanie Meyer zur Bestseller-Autorin wird, kann’s ja nicht so schwer sein). Da bekommt sie plötzlich eine echte Freundin, Tomie (ja, DIE Tomie). Die beiden haben eine tolle Zeit mit leicht homoerotischen Untertönen, derweil verhält sich der Vater von nicht-DIE-Tomie seltsam. Denn er kennt DIE-Tomie von vor 25 Jahren und war unsterblich in sie verliebt. DIE-Tomie versucht dann auch, ihn dazu zu verführen, seine Tochter umzubringen, was er dann in letzter Minute doch nicht tut, sondern DIE-Tomie stattdessen umbringt. Nicht-DIE-Tomie ist findet es allerdings nicht so knorke, dass ihre einzige Freundin tot ist und sucht nach deren Überresten.

Wie üblich findet sie den bereits wieder lebendigen Kopf von DER-Tomie und pflegt jenen heimlich, bis der Egoismus von DER-Tomie nicht-DIE-Tomie einsehen lässt, dass DIE-Tomie gar nicht so toll ist, und sie umbringt. Das hat DIE-Tomie aber noch nie lang aufgehalten und nun bringt sie den Vater von nicht-DIE-Tomie dazu, mit ihr abzuhauen, während nicht-DIE-Tomie geradeso die Auseinandersetzung überlebt. Und der Film endet damit, dass nicht-DIE-Tomie sich aus einem Ohr von DER-Tomie diesmal eine gute Freundin heranzüchten will.

Forbidden Fruit erinnert mich ein wenig an Memento Mori, da auch dieser als Horrorfilm vermarktet war, aber letztendlich eher zu Dreiviertel ein Drama war und dies mit Einviertel übernatürlicher Ereignisse würzt. Fürs Horrorgenre war die Tomie-Serie sowieso schon immer bestechend langweilig, unblutig und unatmosphärisch. Forbidden Fruit kommt dann wie gesagt eigentlich schon gar nicht mehr wie ein Horrorfilm rüber, sondern wie ein Drama. Nur eines, das nicht so ganz weiß, worum es sich eigentlich drehen will. Wie immer wirkt der Film etwas unfokussiert und das Ende eher dürftig. Dabei ist der Film noch nicht mal total schlecht, sondern schlicht eine solcher, der irgendwie einfach da ist. Man schaut es, es fließt ohne einen zu berühren an einem vorbei und dann ist er nach 90 Minuten rum und gut is. Überraschenderweise ist diesmal Tomie sogar nicht ganz so schizo wie sonst, sondern scheint vergleichsweise relativ klare Ziele zu haben, die sie auch durchgängig verfolgt. Auch wenn sie immer noch schrecklich passiv ist und eher mit Leuten spielt, denn selbst aktiv einzugreifen.

Tomie: Rebirth

Diesmal stirbt Tomie schon nach 3 Minuten zum ersten Mal, von Takumis Freund#1 umgebracht. Takumi und Freund#2 helfen sie zu vergraben. Doch sie taucht wieder auf und treibt Freund#1 in den Selbstmord. Takumis Freundin Hitomi glaubt derweil, er würde sie mit Tomie betrügen. Zufällig gelangt sie auch an deren Lippenstift, trägt ihn auf und verwandelt sich nun langsam in eine Tomie. Die Echte hat sich derweil bei Freund#2 eingenistet, was dessen Mutter nicht so pralle findet und sie deswegen erwürgt. Zusammen mit ihrem folgsamen Sohn zerstückelt sie Tomie und liefert sie auf dem Müll ab. Schockierenderweise bleibt Tomie allerdings nicht tot und sorgt lieber dafür, dass die Mutter als nächste im Sarg landet.

Takumi glaubt nun jedenfalls die Lösung gefunden zu haben, nämlich im Bild, das Freund#1 von Tomie gemalt und nachdem er sie umgebracht, mit ihrem Blut nachbearbeitet hat. Aus dem entsteigt aber einfach nur eine weitere Tomie, die sich mit Hitomi-Tomie darum streitet, welche von ihnen das Monster ist. Takumi bringt Tomie um, springt anschließend mit Hitomi-Tomie einen Wasserfall runter und Ende.

Nachdem es mit Tomie: Replay etwas bergauf geht, fällt die Serie mit Rebirth sofort wieder auf die Nase. Die üblichen Probleme: Der Film ist nicht spannend. Keine Schockmomente, kein Aufbau von Atmosphäre, häufig noch nicht mal eine logische Handlung und real agierende Charaktere. Und Tomie ist so passiv und un-furchteinflößend wie eh und jeh. So wirklich umbringen tut sie ja niemanden, sie bettelt nur die in sie verliebten Jünglinge an, dies für sie zu tun. Und treibt sie passiv durch ihre Aura in den Wahnsinn. Und lässt sich selbst ständig umbringen. Sicher, für sie ist das kaum unangenehmer als ein Juckreiz an einer Stelle, an die man nicht ran kommt, aber trotzdem will ein „Monster“, dass sich ständig ohne Gegenwehr töten lässt, nicht so wirklich ziehen.

Abgesehen davon, kommt das auch dem Spannungsaufbau gegen Ende – selbst wenn da einer wäre – nicht zu Gute. Bei einem Horrorfilm fragt man sich immer, wer nun am Ende sterben wird: Triumphiert das Monster, oder können die Helden es umbringen und so los werden? Selbst bei unsterblichen Sachen wie z.B. aus dem Cthulhu-Mythos gibt es Möglichkeiten diese Äonen zu versiegeln und in Schlaf zu versetzen, um zu triumphieren. Tomie kann aber nicht besiegt werden. Man kann sie töten, aber ne halbe Stunde später steht sie dann doch wieder da (oder wie lange es der Plot gerade benötigt). Es stellt sich kein Gefühl von Endgültigkeit, vom Sieg, ein, wenn die Hauptcharaktere Tomie am Ende töten. Denn gestorben ist sie bis dahin gut ein dutzend Mal. Tomie gewinnt. Immer. Denn sie steht ja wieder von den Toten auf. Wenn sie die Aufmerksamkeitspanne hätte, einen Gedanken für mehr als 10 Sekunden zu halten, könnte sie die Hauptcharaktere ihr leben lang jagen. Und wenn sie es Ausnahmsweise dann doch mal, so wie hier, schafft, dass am Ende alle Hauptcharaktere tatsächlich tot sind, ist einem das auch egal, wenn die einen so wenig interessieren, wie in Rebirth.

Tomie: Replay

Weiter geht’s mit unsrem Monster-Mädel, das ums Verrecken einfach nicht sterben will. Diesmal startet der Film sogar gleich mit einer extrem coolen Szene. Ein 6-jähriges Mädel wird ins Krankenhaus eingeliefert, weil sie einen monströs geschwellten Bauch hat. Als dieser bei der Operation aufgeschnitten wird, stellt sich heraus, dass die Kleine einen lebendigen Tomie-Kopf in sich trägt. Die Ärzte nehmen diesen und werfen ihn in ein Aquarium, wo über die Zeit eine ganze Tomie aus ihm wächst, während im Krankenhaus an sich mehr und mehr Menschen verschwinden.

Darunter auch dessen Leiter und Vater von Yumi. Als die das meldet, macht der Polizist, nachdem er über die angespannten Familienverhältnisse heraus findet (Ihr Vater hat eine Affäre und lebt nun mit seiner Tochter getrennt von der Mutter), etwas sehr Japanisches: Er versichert der Schülerin, deren Vater vermisst wird, zwar, dass sie ihr bestes tun, aber hält ihr gleichzeitig auch eine Predigt, dass sie sich bemühen soll, das Familienverhältnis zu bessern, damit er überhaupt einen Grund hat, zurückkommen zu wollen.

Yumi sucht auf jeden Fall nun nach Tomie, weil ihr Vater in seinem Notizbuch verrückte Dinge über jene geschrieben hat und trifft dabei auf Fumihito, dessen Freund das erste „Opfer“ Tomies und dementsprechend verrückt wurde. Viel hin und her, letztendlich wird Yumis Vater tot aufgefunden und Fumihito von Tomie eingenommen, die Yumi ins Krankenhaus lockt, wo die beiden sie verbrennen.

Tomie: Replay ist endlich mal ein erträglicher Film. Um Weiten besser, als die beiden Vorgänger. Was aber auch nicht viel heißt, ein wirklich guter Film ist’s nämlich immer noch nicht, sondern ein mittelmäßiger. Würde er sich nur auf den ausgelutschten Tomie-Plot stützen, wäre es bei der dritten Wiederholung echt langweilig, und so flechtet er – nicht unbedingt immer ganz gut – den Punkt um die zerrütteten Familienverhältnisse und verlorenes Vertrauen ein. Wobei wir auch über Tomie ein paar neue Dinge erfahren, so nebenbei. Anscheinend ist sie nun nämlich ansteckend oder so, wer auf jeden Fall mit ihrem Blut in Berührung kommt, wird wie von einer Krankheit befallen. Letztendlich scheint das aber auch nur wie üblich zum Wahnsinn und dem Versuch, Tomie zu töten, zu gipfeln. Außerdem scheinen sich die verschiedenen Tomies, die aus den zerstückelten Körperteilen entstehen, gegenseitig zu hassen oder so.

Es ist teilweise alles etwas verwirrend, weil die Filme häufig etwas unaufgeräumt wirken und vor allem der Charakter von Tomie, was er ist, warum er ist, was sie überhaupt will, anscheinend keinen klaren Sinn zu verfolgen scheint. Tomie ist halt einfach nur ein unsterbliches Mädel, dass alle um sie herum verrückt werden lässt und gerade das tut, was ihr in den Sinn kommt. Nen bissl als hätte sie ADHS oder so. Zuerst schreibt sie Yumi, sie solle ins Krankenhaus kommen, wenn die dann dort auftaucht, fragt sie, was sie hier macht. Sie will Yumi umbringen, dann plötzlich ihre Freundin sein, dann sie wieder umbringen. Tomie ist einfach so unberechenbar und random. Das macht sie aber nicht unheimlich, sondern nur verwirrend. Letztendlich tut sie ja einfach nicht viel, weil sie alle paar Sekunden was anderes tun will. Eigentlich lässt sich ihr Charakter gut als „Von sich eingenommenes Teenie-Mädel, das ständig stark auf PMS ist“ beschreiben.

Aber: Diesmal gibt es tatsächlich einige spannende Szenen und einige sehr atmosphärische Momente, wodurch der Film eben nicht dauerhaft langweilig wird, wie seine Vorgänger. Und das rettet ihn dann noch aufs Mittelmaß.

Tomie: Another Face

Noch im gleichen Jahr, in dem Tomie erschien, wurde mit Tomie: Another Face eine Fernsehproduktion über den japanischen Äther gejagt. Dieser erzählt in seinen 70 Minuten gar keine durchgängige Handlung, sondern 3 kurze Episoden, was wahrscheinlich der Kapitelunterteilung des Mangas näher kommen wird.

Die erste Episode dreht sich um eine Dreiecksbeziehung. Miki war mit Tadashi zusammen, bis Tomie ihn ihr ausgespannt hat. Doch jetzt ist Tomie tot aufgefunden worden und Miki hofft, wieder mit ihm zusammen zu kommen. Doch dann steht Tomie plötzlich einfach wieder vorm Schultor, als wäre nix passiert. Miki findet raus, dass Tomie fremd geht und Tadashi derjenige ist, der sie aus Eifersucht umgebracht hat und bringt ihn letztendlich dazu, Tomie erneut zu töten und hilft ihm sogar, sie zu verscharren. Doch steht sie erneut auf.

In Episode Zwei kann ein Fotograf ein wunderhübsches Mädchen nicht vergessen, das er als Teenager gesehen hat. Auf seiner Suche trifft er auf Tomie, die dieser zum verwechseln ähnlich sieht. Doch auf allen Fotos von ihr ist eine seltsame Unstimmigkeit zu sehen. Letztendlich bringt er Tomie um und als er sie verscharren will, kommt sie wieder zum Leben und bringt ihn zusammen mit einer weiteren Tomie – dem Mädchen von vor zig Jahren – um.

Hauptcharakter von Episode Drei möchte Tomie heiraten. Doch ein Polizist warnt ihn vor ihr, hat er doch rund um Japan Mordfälle entdeckt, in denen das Opfer immer dieselbe Person ist: Tomie. Jedes mal von ihrem Liebhaber umgebracht und jedes Mal nicht nur von den Toten zurückgekehrt sonder wie die Hydra dabei immer dupliziert. Er hofft sie zu fangen und zu verbrennen, was letztendlich aber auch nicht funktioniert, da selbst noch aus der Asche neue Tomies entstehen können.

Als TV-Produktion schaut Another Face natürlich noch ein wenig billiger aus, als der Vorgänger, auch wenn man das kaum glauben mag. Zudem ist er wesentlich schlechter geschauspielert. Dafür ist der Schnitt hier besser und auch wenn immer noch nicht wirklich viel Interessantes passiert, durch die kürze der Folgen etwas weniger langweilig. Auch ist die hiesige Tomie-Schauspielerin immerhin sogar endlich mal recht niedlich. Ihre Kleinmädchenstimme, die sie macht, und von der seltsamerweise viele fehlgeleitete japanische Idols denken, sie würde sie süß und niedlich machen, nervt allerdings sogar noch mehr als die der vorigen Schauspielerin. Die zweite Folge hat ein wenig was von David Lynch und die erste zeigt ganz gut den ganzen Serien-Grundgedanken wie sich Lust in Besessenheit wandeln kann und was manche alles auf Grund Verliebtheit zu tun bereit sind. Und mehr Positives gibt es auch schon nicht, da auch dieser Film unterm Schnitt einfach nur schrecklich langweilig vor sich hin dümpelt.

Tomie

Willkommen zum Monat des Horrors. Von Filmen über Spiele, zu Büchern und Animes, für jeden was thematisch passendes dabei ;P Den Anfang macht der erste Film der Tomie-Serie, basierend auf einem in Japan beliebten Manga. Und ein kleines Karrieresprungbrett für die Darstellerinnen der Hauptfigur, die in jedem Film wechselt.

Ein Mann trägt in einer Plastiktüte einen Kopf mit sich rum. Er zieht ins gleiche Haus wie Tsukiko, die wegen Schlaflosigkeit zur Therapie geht. Anscheinend hat ein tragisches Erlebnis von vor 3 Jahren mit diesen zu tun, an die sich Tsukiko allerdings nicht erinnern kann. Ein Mordfällen nachgehender Polizist versucht sich die Hilfe der Therapeutin zu verschaffen. Denn scheinbar hat Tomie etwas damit zu tun, die auf der High School die beste Freundin von Tsukiko war, bis sie deren festen Freund ausspannte und letztendlich von ihnen umgebracht wurde. Doch Tomie scheint kein normaler Mensch zu sein, so taucht sie schon seit Jahrhunderten immer wieder in Aufzeichnungen auf, immer als hübsches Teenygirl, dessen bloße Anwesenheit die Männer sich in sie verlieben lässt. Dummerweise treibt das die Männer langsam in den Wahnsinn, bringen sich hinter jedem anderen Mann einen Konkurrenten um Tomies Aufmerksamkeit witternd gegenseitig um, bis der letzte Überlebende es nicht mehr aushält, und Tomie selbst tötet (wohl per „Wenn ich dich nicht alleine haben kann, darf dich keiner haben“-Logik oder so). Doch Tomie kommt immer wieder ins Leben zurück.

Und der Kopf, den Tsukikos neuer Nachbar zu Beginn mit sich herumtrug ist natürlich der von Tomie, aus dem eine neuer Succubus wächst, ein paar Männer dazu bringt, sich umzubringen, bis sie erneut Tsukikos festen Freund zu ihrem Sklaven gemacht hat und die beiden Tsukiko entführen, die sich mittlerweile an die Ereignisse von vor 3 Jahren erinnern kann. Tomie ist dabei etwas seltsam drauf, zum einen scheint sie immer noch Tsukikos beste Freundin sein zu wollen, zum anderen ist sie aber auch stinksauer auf sie. Noch nicht mal wegen der ganzen „Ihr habt mich umgebracht“-Sache, sondern nur, weil Tsukiko ihre Freundschaft verraten hat, in dem sie Tomie ein Monster nannte. Irgendwie ist sie das zwar auch, aber was soll’s. Bevor sie ihr aber noch wirklich irgendwas tun kann, köpft Tsukikos Freund sie und haut dann ab. In der nächsten Szene, an einem ganz anderen Ort, stehen sich die beiden aber dennoch wieder gegenüber und Tomie offenbart Tsukiko die letzte Sache, die sie vergessen hat: Sie sind beide Tomie.

Moderner J-Horror nach dem Vorbild von The Ring und Co. ist immer dafür verschrien, dass letztendlich nicht wahnsinnig viel passiert, sondern nur eine Menge Atmosphäre aufgebaut wird, aus der sich dann aber wenig entwickelt. Wer also nicht durch Suspense-Horror und viel unheimliche Atmosphäre einen Adrenalinschub bekommt, findet diesen Zweig an Horrorfilmen eher langweilig. Dafür sind sie aber eben gerade was Atmosphäre angeht top, selbst nicht so überragende Filme wie Uzumaki oder Ju-On haben zumindest einige sehr atmosphärische Szenen. Tomie schlägt genau in diese Sparte, ohne aber Atmosphäre zu erzeugen. Ergo, im Prinzip passiert 90 Minuten lang überhaupt nix. Eine ereignislose Szene reiht sich an die nächste, häufig werden diese Momente auch viel zu lang gehalten, oder seltsam abrupt abgebrochen. Opfer Tomies gibt es letztendlich kaum und selbst dann zeigt einem der Film nie, wie sie umkommen, sondern erst, wenn die Polizei sie auffindet. Sprich die paar möglicherweise spannenden Momente geschehen komplett off camera. Zudem ist Tomie kein besonders spannendes „Monster“, denn im Prinzip tut sie ja auch den ganzen Film nix, außer passiv rum zustehen, ein wenig lustlos auf Cocktease zu machen und alle Minute ihre Stimmung zu ändern (also sich im Prinzip wie eine normale Frau zu verhalten *höhö*) und eben nur durch ihre reine Anwesenheit schon langsam die Leute verrückt zu machen, ohne selbst groß aktiv zu sein. Abgesehen davon ist die Schauspielerin, die Tomie hier verkörpert, noch nicht mal sonderlich hübsch. Und das Ende gibt obendrauf gleich gar keinen Sinn. Überhaupt ist der ganze Szenenaufbau schrecklich fragmentiert, häufig geradezu unzusammenhängend und lässt einen logischen Handlungsaufbau schwer missen.