Unloved: The Forgotten Girls of the First Tokimeki Memorial

Valentinstag, die perfekte Ausrede mal wieder über romantische Spiele schreiben zu können. Tokimeki Memorial war ein besonderes Spiel als es 1994 herauskam. Technisch gesehen nicht das erste Dating Sim, hier wird häufig stattdessen das 1992er Doukyuusei von Elf benannt, ist es doch das Spiel, welches das Genre definiert hat. Im Westen macht man sich häufig gar keine Vorstellung davon, wie viele Spiele des Genres oder mit dem Genre hineingemixt besonders in den mittleren bis späten 90ern in Japan erschienen sind. Das war ein heißes Verkaufspflaster. Der starke Bezug vornehmlich auf individuelle Charaktere und die Interaktion mit ihnen hat nicht zuletzt ebenfalls dazu beigetragen, dies in anderen Spielen stark auszubauen.

Ein so erfolgreiches Spiel blieb natürlich nicht auf dem PC Engine stecken, sondern sollte die drei darauffolgenden Jahre auf PlayStation, Saturn und PC portiert, sowie leicht rundergeschraubt aufs SNES gehievt werden. Alle mit mehr oder minder dem gleichen Inhalt. Selbst weitere Mädchen, die man gewinnen kann, wurden nicht eingefügt. Den großen Unterschied macht hier dann das 1999 erschienene Tokimeki Memorial Pocket. Es waren fünf Jahre seit dem Erstrelease vergangen, eine Lawine ans Spinoffs und Merchandising war auf Japan herabgegangen, später das Jahr sollte endlich Tokimeki Memorial 2 erscheinen. Es ist davon auszugehen, dass die Öffentlichkeit und auch Konami den Erstling mittlerweile etwas leid war.

Natürlich ist die GameBoy-Version objektiv betrachtet audiovisuell das schlechteste Release von TokiMemo, welches man sich reinziehen kann. Dennoch werde ich nie nicht davon begeistert sein, was für eine Leistung hier vollbraucht wurde, um das komplette Spiel ohne Content-Abstriche einzufügen. Alle Events sind da. Selbst etwas Voice Acting gibt es. Das passte dann aber doch nicht auf ein GBC-Modul, weswegen Konami das Spiel auf zwei Editionen, Sport und Kultur, gesplittet in die Regale brachte.

Gesplittet sind hier hauptsächlich die Romantik-Kandidatinnen. Franchise-Aushängeschild Shiori und die beiden Geheimcharaktere sind natürlich in beiden. Exklusiv in Kultur sind hingegen Ayako, Yumi, Mio, Yuko, Mira und Yuina, während Sport Saki, Megumi, Yukari, und Nozomi aufwartet. Um wahrscheinlich dann doch ein Kaufargument so spät zur TokiMemo-Party zu haben, kann sich Pocket allerdings damit rühmen, als einziges Release Mädels hinzuzufügen, somit die einzige Version mit Exklusiv-Charakteren zu sein. Während die anderen Girls mehr als genug Zeit hatten, populärkulturelle Titanen im Multimediauniversum des ersten Tokimeki Memorials zu werden, sind diese drei diejenigen, die auf Grund ihrer späten Inklusion im Schatten des Nachfolgers kaum beachtet werden.

Starten wir doch mit der relativ jung aussehenden Kyoko, die der einzig neue Charakter in der Culture-Version von Tokimeki Memorial Pocket ist. Sie kann mit etwas physischem Training schnell angetroffen werden und es ist allgemein eine gute Idee, die Sportlichkeit und den Mut des Charakters für sie zu trainieren. Was eh beides über das gleiche Kommando funktioniert. Dadurch muss man netterweise auch nicht viele andere Mädels jonglieren, da natürlich alle am Sport-Statuswert hängenden in der anderen Edition des Spieles untergebracht sind.

Kyoko ist ein sehr geradliniger Charakter, der Ehrlichkeit mag und ein starkes Gerechtigkeitsgefühl hat. Das führt sogar zu einem richtigen kleinen Subplot mit Yuina. Da die verrückte Wissenschaftlerin die Weltherrschaft anstrebt, versucht Kyoko natürlich, dies zu verhindern. Das kulminiert nach einigen Auseinandersetzungen der beiden Mädels sogar in einen Kampf gegen einen Roboter von Yuina.

Interessant ist auch, dass Kyoko unter einem unglücklichen Stern geboren wurde, deswegen viel schiefgeht. In besagtem Kampf beispielsweise fällt sie vornüber um und hilft Null. Außerdem zieht sie beim Schreinbesuch zu Jahresbeginn immer eine schlechte Zukunfstsvoraussage. Dennoch ist sie immer optimistisch und gut drauf, und das ist definitiv ein Bonuspunkt für sie, auch wenn mir ihr Design persönlich etwas zu kindisch ist, was sich auch auf ihren Kleidungsstil auswirkt. Sie ist mehr so der Kleine-Schwester-Charakter denn das ideale Date.

Die Sports-Edition von Tokimeki Memorial Pocket hingegen hat gleich zwei neue Charaktere, um die Reihen zu füllen. Naomi ist dahingehend besonders, als das sie nicht auf die gleiche Schule geht. Da sie in einer Band ist, kommt sie nur hin und wieder bei Auftritten vorbei und ihr erstes Auftauchen wird durch den Kunst-Wert hervorgerunfen. Wer ganz schnell ist kann sogar noch ihren ersten Geburtstag mitnehmen, der drei Wochen nach Spielstart bereits ansteht.

Ich hatte ja echt Probleme damit, Naomi zu gewinnen. Da sie an eine andere Schule geht, bekommt sie beispielsweise all die kleinen Boosts nicht, wenn man gut in Tests oder bei den Schulfesten ist, weil sie davon ja nichts erfährt. Auch fragt sie selbstverständlich nicht, ob man gemeinsam nach Hause gehen will. Es liegt also alles daran, mit ihr möglichst erfolgreiche Dates zu bestreiten. Ihr Design mag dabei wie die typische ruhige Künstlerin wirken, und tatsächlich mag sie Ausstellungen beispielsweise gern besuchen. Aber man wollte ihr wohl etwas mehr Tiefe geben, als zu eindimensionale Klischees zu erfüllen. Von daher hat Naomi eine erstaunlich aktive Seite und geht auch gern zu Sportveranstaltungen, bei denen sie die Teams wild anfeuert.

Allgemein fand ich sie aber sehr schwer zu lesen. Ich war mir nie sicher, ob sie die Dates jetzt mochte, oder was ihr potentiell an ihnen missfallen hätte können. Es ist echt hart durch das Poker Face eines gebildeten Mädels schauen zu wollen. Ganz ehrlich gesagt habe ich sogar zwei komplette 3-Jahre-Durchläufe des Spieles, bei denen ich mich komplett auf sie versteifte, in den Sand gesetzt, weil ich ihre Zuneigung nicht aufs Maximum bekam. Erst der dritte Versuch sollte Erfolg bescheinen, nachdem ich Dates gespammt habe, so oft es ging. Macht Naomi zu dem Mädel in TokiMemo, welches für mich am schwersten zu bekommen war.

Der zweite Charakter exklusiv in Tokimeki Memorial Pocket Sports ist Patricia. Die Blondine wird automatisch eingeführt, wenn sie zu Beginn des zweiten Jahres aus dem Ausland kommend in die gleiche Klasse transferiert. Und sie ist tatsächlich eine Vollblut-Ausländerin, keine Halb-Japanische Abstammung, nichts mit wenige Jahre im Ausland aber mittlerweile voll integriert oder so. Tatsächlich ist das ein großer Punkt in ihrer Charakter-Arc. Sie kann einfach kein gutes Japanisch, weswegen ihre Kommunikationsschwierigkeiten dem Schließen von Freundschaften im Wege steht.

Deswegen braucht man gute Werte in Intelligenz und Networking, um mit ihr interagieren zu können. Und selbst dann bringen die ersten Dates mit ihr nichts, weil es zu Missverständnissen kommt. Erst nach einigen Treffen wird ihr Japanisch durch das gemeinsame Abhängen besser und besser, so dass man mehr mit ihr anfangen kann. Finde ich eine sehr schöne Idee, diese Probleme nicht einfach nur dem Spieler in Text zu sagen, sondern direkt im Gameplay zu verankern.

Interessanterweise ist sie auf der Liste der Testresultate ebenfalls immer recht weit oben, sie ist also schon sehr intelligent, die Sprachbarriere stand ihr nur zunächst im Weg. Allgemein ist sie nicht schwer zufriedenzustellen, wahrscheinlich auch, weil man ein Jahr weniger hat, um sie zu bearbeiten. Events mit ihr beinhalten beispielsweise, dass sie ihr Heimatland vermisst, oder einem ihre Familie vorstellt. Mit allen Klischees, die Japaner da so reinschreiben. Besonderen Bonuspunkt gibt es für mich natürlich, weil Patricia im Kimono zum Neujahres-Schreingang kommt (Naomi übrigens auch), zumindest, wenn man ihr das Jahr davor einen zum Geburtstag geschenkt hat.

The Silent Bells Keep Ringing On: 21 Years of Tokimeki Memorial 2

Tokimeki Memorial war der Breakout Hit in Konamis Bibliothek der ersten Hälfte der 90er und wurde zur Hauptinfluenz des knospenden Dating Sim Genres. Es mag nicht das erste Spiel des Genres gewesen sein (Doukyuusei gab es bereits 2 Jahre früher), aber war das, welches ihm seinen enormen Schub in der japanischen Spielelandschaft des Jahrzehnts gab und damit auch das Spiel, nach dem sich fast alle anderen richteten. Eben auch weil es so viel Geld einspielte. Über Ports, Spinoffs, Minispielesammlungen und Merchandising war Tokimeki Memorial zu einer goldenen Kuh Konamis geworden. Da musste das erst fünf Jahre später nachgelegte Tokimeki Memorial 2 natürlich ordentlich nachlegen, und zeigen, dass die Reihe trotz aller zwischenzeitlicher Nachahmer immer noch Anrecht auf den Thron hatte.

Auf den ersten Blick mag es allerdings ein ganz gewöhnliches Sequel sein, dass genau das gleiche Erlebnis wie sein Vorgänger darbietet, nur mit neuem Cast an Charakteren. Und halt von allem etwas mehr. Wobei auf den wirklich allerersten Blick einem eigentlich schon klar sein sollte, dass in Tokimeki Memorial 2 wesentlich mehr drin steckt. Das Spiel kommt nämlich auf 5 CDs und ist damit PS1-Spitzenreiter was deren Zahl angeht. Dabei gibt es optional noch 3 Bonus Discs zur Spielerweiterung…

Wöchentliches Entscheidungsmenü im eigenen Raum, dessen Dekor sich je nach Statusaufbesserung verändert

Jedoch hat sich tatsächlich am grundlegenden Spiel erst Mal wenig geändert. Wir schlüpfen in die Rolle eines virtuellen Teenager-Jungens, der gerade die japanische High School beginnt. Stecken für die nächsten 3 Jahre, die diese andauert, in dessen Schuhen. Treffen während Schul- und Freizeit auf potentiell bis zu ein Dutzend verschiedener Mädchen, die wir dazu bewegen können, sich in uns zu verlieben. In dem für Sonntage Dates ausgehandelt und während ihnen die richtigen Entscheidungen ausgewählt werden. Und in dem im Terminplan der Wochentage den Aktionen nachgegangen wird, welche die Statuswerte erhöhen, die sie bevorzugen. Nach drei Jahren kommt dann entweder die weibliche Liebeserklärung… oder halt nicht, und das Spiel endet. Alles ziemlich zuckrig süß und clean und natürlich wieder unter eine Legende der ewigen Liebe stehend.

Diesmal geht es darum, dass eine Liebesbekundung während des Leutens der Schulglocken bedeuet, dass das Paar ewiglich zusammen bleiben wird. Nur das die Schulglocken nie Leuten, da sie nicht funktionsfähig sind. Bis sie es dann nach 3 Jahren mysteriöserweise natürlich doch tun, genau dann, wenn die ausgesuchte Holde fragt, ob man Ja Nein Vielleicht mit ihr gehen will. Ist das etwas kitschig? Na klar ist es das. Bei Tokimeki Memorial geht es aber nicht darum, einen tatsächlich realistischen Alltag eines Schülers nachzuspielen. Es geht um ein verklärtes Idealbild dessen in einer sich häufig nicht so ernst nehmenden aber durchaus auch aufrichtigen Art einer spielbaren Anime-Romcom. Der eigene Charakter ist ein in alle Richtungen formbarer Teig, der zu einem Supermensch in jeglichem Bereich werden kann, in den die nötige Zeit investiert wird, statt durch angeborene Begabungen/Unfähigkeiten eingeschränkt zu werden. Der sich jedes süße Mädel schnappen kann, das dem Auge gefällig ist. Die selbstvesrtändlich auch in Anime-übliche Stereotypen fallen. Von der immer fröhlichen Kindheitsfreundin, zum überdrehten Rabauken, der idealen älteren Schwesterfigur, reichen Tsundere… mit der hohen Anzahl an weiblichen Figuren ist für jeden was dabei sozusagen. Wobei ihre Persönlichkeit schon etwas ausgefeilter als schlicht der Stereotyp an sich ist, es meist eine gewisse Backstory zu ihr auf der Route des jeweiligen Mädchens zu finden gibt.

Alle den Spielverlauf auflockernden Minispiele, wie die RPG-Kämpfe, sind jetzt in 3D! Wow!

Ich habe jetzt allerdings gelogen, als ich meinte, erstmal sähe das Gameplay zum Vorgänger gleich aus. Denn Tokimeki Memorial 2 beginnt gar nicht mit der High School. Es beginnt 6 Jahre früher. CD1 enthält einen Prolog, bei dem man als Kind seine letzte Woche in der Stadt durchspielt, bevor die Familie weg zieht. Um dann zur High School wieder hierher zu siedeln. Dieser Prolog ist interessant, weil er sich im Prinzip wie Doukyuusei spielt: Man darf sich frei durch die Stadt bewegen, statt im Visual Novel Style des Rests des Spieles zu sein. Die Zeit vergeht dabei beständig und je nachdem, mit welchem Ort zu welchem Tag zu welcher Zeit interagiert wird, kann es zu mehreren Szenen kommen. Hauptsächlich mit den jungen Versionen der später gewinnbaren Mädels. Das hat ein paar wenige Auswirkungen auf das Hauptspiel. Leicht veränderte Anfangsstatuswerte und ein paar der Mädchen haben zusätzliche Events, sollte man andere in ihrer Kindheit gesehen haben. Wirklich wichtige Auswirkungen hat der Prolog allerdings nicht und kann nach dem ersten Spielen auch immer übersprungen werden. Warum ist er also da? Um die nicht-reale Anime-Welt des Spieles dennoch etwas wirklicher wirken zu lassen. Um die Charaktere etwas dimensionaler erscheinen zu lassen. Weil es im Endeffekt in den TokiMemos darum geht, Beziehungen aufzubauen, und man damit hier schon in der Kindheit beginnt und nicht wie ein frisch gebackener Lebkuchenmann erst zur High School vom Himmel gefallen ist. Man hat eine Geschichte und Erinnerungen gelebt.

Tatsächlich geschehen aber viele von den Erweiterungen, die TokiMemo 2 mit sich bringt, hauptsächlich im Hintergrund und sind wenig bis gar nicht beim Spielen an sich zu merken. Sondern schlichtweg dazu da, um den Ablauf dynamischer zu gestalten. Wobei eine Sache schon stark merklich ist. Jene, die aus aus dem Spiel ein 8-Disc-Ding machen kann. Tokimeki Memorial 2 ist das erste Spiel, das Konamis patentiertes EVS-System hat, welches man in allen folgenden wiederfinden wird. Dies bedeutet, dass zu Beginn des Spieles der eigene Name phonetisch angegeben werden kann, woraufhin das Spiel dann für die gewinnbaren Mädchen während des komplett vertonten Dialogs auch die Aussprache des Spielernamens synthetisiert. Der eigene Charakter kann also direkt angesprochen werden. Zugegeben ist das im hiesigen Spiel allerdings noch etwas arg umständlich. Es nimmt nämlich so viel Speicher weg, dass das Hauptrelease an sich dies nur für die beiden Kindheitsfreundinnen Hikari und Kasumi hinbekommt. Wer auch von den anderen 11 angesprochen werden wollte, musste sich ein TokiMemo-Fanzine kaufen, dessen erste drei Ausgaben jeweils eine Disc mit den Daten für weitere bereithielt. Zusätzlich nehmen erstellte EVS-Daten eine komplette Memory Card ein. Es kann also eh immer nur das Sprachsampel von einer Lady auf einmal aktiv sein. Ich find es ehrlich gesagt hier noch mehr Arbeit als es das wert ist. Ein innovatives System ist es aber auf jeden Fall.

Kindheitserinnerungen schaffen via frei begehbarem Prolog

Neu ist zudem, dass die Charaktere nun eigene Vorlieben mitbringen. Also nicht nur Zielführend was die richtigen Antworten auf Dates oder die richtigen Statuswerte am potentiellen Traummann angeht. Nein das Spiel rollt im Hintergrund jetzt deren eigene Stautsverbesserungen, die sich monatlich anpassen. Sogar Beziehungen pflegen sie untereinandern, was zur Folge hat, dass einen Charakter vor den Kopf zu stoßen andere mehr oder weniger beeinflusst. Gewohnt entwickeln nämlich vernachlässigte oder bei einer Verabredung im Regen stehen gelassene Damen mit der Zeit eine Bombe, die bei weiterer Ignoranz explodiert und die Zuneigung aller Charaktere schadet. Hier sind die Auswirkungen aber wie gesagt dynamisch davon abhängig, wie gut deren Beziehung zueinander ist.

Die beiden männlichen Best Buds sind übrigens auch präsentere Charaktere als der beste Freund im ersten Spiel. Weiterhin kann natürlich angerufen werden, damit die Creeps einem aktuelle Infos über die Mädels geben. Aber man trifft sie jetzt in der Schule häufiger, unternimmt hin und wieder was miteinander. Und sie bringen eigene Vorlieben mit, was sogar dazu führt, dass sie versuchen, einige der Mitschülerinnen für sich zu gewinnen. Das kann sogar zu einem RPG-Battle um die Zuneigung der Holden am Ende des Spieles führen, sollte es die gleiche sein, mit der man selbst anbandelt! Aber sie sind eigentlich schon gute Bros, erzählen einem rechtzeigit, auf wen sie stehen, und es gibt sogar ein Forever Not-Alone Ende, wenn man selbst und die beiden niemanden für sich gewinnen können und eine gemeinsame Bromance Karaoke-Feier startet.

Ewig alleine zu Dritt

Wie gewohnt öffnen und schließen Dating-Spots über den Jahresverlauf immer mal wieder. Nun kommt es aber auch auf das Wetter an. Bei Regen geht es besser nicht zu einer Outdoor-Location. Wenn das Wetter nicht mitspielt oder ein Mädel, welches man einlädt, an dem vorgeschlagenen Tag schon was vor hat, machen die nun allerdings auch gern mal den Vorschlag eines Ausweichdates. Wird man gut gemocht, gibt es nach der Verabredung eventuell noch ein zusätzliches Essengehen. Sie fragen von sich aus eventuell nach der Schule, ob zusammen nach Hause gegangen wird. Initiiert man dies selbst, lässt einen das Spiel nun sogar verschiedene Namens-Suffixe wählen, die mehr oder weniger gut ankommen, ganz basierend auf der generellen Persönlichkeit und der aktuellen Zuneigung der Dame zu einem. Die Ending-Credits erzählen sogar zu jedem in diesem Durchgang angetroffenen Charakter, was er oder sie nach der Schule gemacht hat. So als kleinen Ausblick in deren Leben danach. Wodurch erneut die Welt belebter und die Charaktere dimensionaler wirken, statt das wie im ersten Teil es einem manchmal so vorkommt, als existierten Charaktere nur dann, wenn der Spielercharakter mit ihnen interagiert.

Im Endeffekt hat Tokimeki Memorial 2 also selbstverständlich das Rad nicht neu erfunden. Das wäre auch Unfug gewesen. Stattdessen hat es sich auf den Kernaspekt von Dating Sims berufen, nämlich Beziehung zu bilden und zu pflegen, und das in vielen Details ausgebaut und wesentlich dynamischer gemacht, damit es umso besser mit dem Spieler resoniert. Ich jedenfalls empfand keine Minute, die ich zum All Clear gebraucht habe, als Verschwendung. Zudem ist das Morgen vor genau 21 Jahren erschienene Spiel ein schönes finales Hurrah fürs Genre, das zusehends Relevanz ans Romance Visual Novel verlor. Happy Birthday TokiMemo 2!

Hikari ist das Poster Girl des zweiten Spieles. Dementsprechend auch wieder die Nachbarin und Kindheitsfreundin des Protagonisten. Im Kindheitsteil fragt sie jeden Morgen, ob man mit ihr spielen will und weint bittere Tränen am Tag des Abschieds. Schicksalsgebunden rennt man am ersten Tag der High School auch prompt in sie hinein. Sollte man sie gewinnen, überreicht man ihr übrigens ein Ring, der ein Callback zum Feuerwerksfest in der Kindheit ist, zu dem sie ihn gern gehabt hätte, für dieen das Ersparte aber nicht reichte. Niedlich.

Hikari ist echt einfach zu gewinnen, denn als Kindheitsfreundin mag sie den Protagonisten bereits, ihre Affinität ist einfach weiter zu steigern. Als Statuswerte sind nur 100 in den drei Wissenswerten und in der Sportlichkeit nötig. Hikari selbst ist im Leichtathletikclub. Außerdem gut befreundet mit der rüden Kotoko. Als Geschenke eignen sich vor allem die Glasfiguren. Ein besonderes Ereignis findet im letzten Winter statt, wenn sie einen Skiausflug zusammen bucht und man in der Hütte alleine miteinander eingeschneit wird. Alles schrecklich romantisch und so, besonders wenn man ihr vorher die Glasohrringe gekauft hat, die nun überreicht werden. Sonst gibt es nicht viel zu ihr zu sagen, sie ist ein wenig der freundliche und fast immer freudige Standardcharakter, dessen Route einem keine Probleme bereiten wird.

Ganz kann sich das Spiel allerdings die Kindheitsfreundin mit überhöhten Erwartungen nicht verkneifen. Es gibt nämlich mit Kasumi schlichtweg eine Zweite. Sie ist ein paar Jahre älter und passt ein wenig auf den Protagonisten und Hikari in der Kindheitsphase auf. Später erscheint sie dann halb durch die High-School-Phase zunächst als Lehramtspraktikantin und ist dann für das finale Jahr offiziell als Klassenlehrerin eingesetzt. Natürlich stehen alle auf die junge, attraktive Lehrerin, die neu an die Schule gekommen ist.

Kasumi macht recht viel Arbeit. So will sie theoretisch alle Statuswerte bei 150 haben, wobei wenn TokiMemo 2 teilweise auch weniger denn ideale Werte zulassen kann. Das ist gar nicht mal so sehr das Problem, immerhin hat man ja schon alleine die halbe Spielzeit, um sich auf deren Erhöhung zu konzentrieren, bis Kasumi überhaupt auftaucht. Das größere Problem ist ihre Affinität hochzupushen. Ich habe Dates gespammt und dennoch hat sie mich ein Jahr lang gehasst, bis die Zuneigung auf das letzte halbe dann plötzlich grundlos in die Höhe schnellte. Dates mit ihr beinhalten beispielsweise, dass sie einen mit nach Hause fährt, wodurch man auch heraufindet, dass sie eine unsichere Fahrerin ist. Ihre ansonst perfekte und adrette Erscheinung wird auch beim Clubausflug, wenn man in der Band ist, zerstört, da sie dort als ungekämmter Morgenmuffel auftaucht. Während des letzten Schulfestes muss man eventuell auch zusammen mit ihr für die Märchenvorstellung als Prinz und Prinzessin einspringen.

Ein dritter Charakter, den man auf jeden Fall in jedem Durchgang antreffen wird, ist Kotoko. Denn sie ist die beste Freundin von Hikari und wird einem von ihr deswegen früh vorgestellt. Kotoko ist allerdings nicht gerade begeistert vom Hauptcharakter. Oder von den meisten Dingen im Leben, wirklich. Die unterkühlte Art bedeutet aber nicht, dass sie sich nicht auch kümmert. Gerade um Hikari. Wenn Kotoko eine Date-Einladung ablehnt, schlägt sie beispielsweise gern mal vor, dass man doch stattdessen Hikari einladen soll. Oder beschwert sich, wenn man beim Doppeldate im Vergnügungspark nur mit ihr statt Hikari abgehangen hat. Gibt dann sogar zwei Enden für Kotoko, je nachdem, ob man auch die End-Voraussetzungen für Hikari erfüllt oder nicht. Einfacher ist Kotoko natürlich zu gewinnen, wenn Hikari nicht auch in einen verliebt ist.

Kotoko ist sehr traditionell eingestellt und gehört dem Teezeremonie-Club an. Der gleichzeitig gut dafür herhält, dass sie nicht allzu viel Energie in Dinge stecken will. Zu Neujahr und Sommerfeuerwerk kommt sie natürlich entsprechend formell in Yukata oder Kimono daher und im Winter trägt sie sogar einen Dotera über ihrer Schuluniform und macht es sich unterm Kotatsu gemütlich. Date-Folow-Ups sind grundsätzlich zu traditionell asiatischem Essen. Zu Weihnachten kann man ihr sogar einen neuen Dotera schenken, den sie dann gegen Spielende auch statt ihren vorigen tragen wird. Es ist auf jeden Fall schon ein Ereignis, wenn sie nach ewig neutralem Gesichtsausdruck endlich errötend auf einen zu regieren beginnt.

Kommen wir zu Kaori, welche laut Beliebtheitswahl der zweitbeliebteste Charakter im Spiel nach Hikari und vor Kasumi ist. Man trifft das traurig dreinblickende und schüchtern antwortende Mädchen auf dem Schuldach an, wenn die sportliche Leistung stimmt beziehungsweise man dem Volleyball-Club beigetreten ist. In dem war sie früher auch, ist aber nach einem schicksalshaften Ereignis ausgetreten. Seitdem traut sie anderen nicht, ist depressiv und kapselt sich ab. Hat aber immerhin mit die besten Noten an der Schule vorzuweisen. Hat für den Spieler natürlich den Nachteil, dass Kaori häufiger Date-Einladungen ablehnt.

Bei Kaori spielt übrigens das Gameplay gut in den Narrativ ein. Egal wie sehr sie einen mag, ihr Gesichtsausdruck wird die ersten zwei Jahre lang immer traurig sein, was sie natürlich schwer zu lesen macht. Zu Beginn des dritten Jahres gibt es ein Event, bei dem sie sich einem emotional öffnet. Unterstützt man sie hier, ändert sich ihr Portrait endlich basierend auf ihrem Affinitätslevel. Sie nach zwei Jahren endlich lächeln und erröten zu sehen vermittelt wirklich sehr gut einen kolossalen Durchbruch in der Beziehung zu ihr. Wer das Event übrigens nicht triggert oder eine nachteilige Antwort gibt, kann Kaori nicht gewinnen, weil sie aus dem Spiel spurlos verschwindet. Im dritten Jahr gibt es dann auch Events, die zeigen, dass sie wieder offner wird. Beispielsweise bei der Teilnahme an einer Runde Beachvolleyball oder das sie zum Schulfest im Maid-Cafe aushilft.

Mei ist ein Charakter, auf den man auf jeden Fall stoßen wird. Zu Beginn des zweiten Schuljahres startet sie nämlich ihre Schulzeit an der gleichen Schule. Eingeflogen mit einem Helikopter und immer von einem Butler begleitet, der keine Skrupel davor hat, eine Pistole zu zücken. Mei ist die neueste Erbin des Ijuin-Haushaltes. Im Gegensatz zu Rei aus dem ersten Teil muss sie sich allerdings nicht als Junge verkleiden. Die Tradition hat die Familie wohl in den letzten fünf Jahren aufgegeben. Natürlich ist Mei ein ziemlich verwöhntes und arrogantes Balg, aber auch die Tsundere des Spieles, die auf Grund von Unsicherheiten aufbraust.

Wenn man im Wissenschaftsclub ist, darf man zudem zusehen, wie sie jenen sofort in einen Computerclub umkrempelt. Inklusive Cosplay ihrerseits. Allgemein sind ihre Date-Outfits oft ziemlich abenteuerlich. Interessant ist auch, dass sollte man im Club bleiben, ein Shmup programmiert wird. Statt wie im Erstling einfach Twinbee zu nutzen, scheint das hier tatsächlich eine Kration exklusiv für Tokimeki Memorial 2 zu sein. Mei ist zudem der Charakter, der einem beim Shopping-Center endlich den Trödelladen zugänglich macht. Auch mit ihr nach der Schule nach Hause zu gehen oder nach einem Date noch etwas zu essen geht erst, wenn sie es bewusst initiiert hat. Die traditionellen Weihnachtsfeste des Ijuin-Haushaltes gibt es auch, sobald sie aufgetaucht ist, eventuell sogar mit romantischer Erweiterung eines Einzeldates mit ihr.

Miho ist ganz gegenteilig ein sehr schüchterner Charakter. Mit dieser leicht affektierten Prinzessinen-Stimme, die wohlerzogene Mädels in Anime haben, und die mir nicht immer liegt. Außerdem scheint sie etwas kindisch zu sein, steht sie doch total auf das Maskottchen Kero-Chan, Wahrsagerei und Märchen. Wogegen es ja nichts einzuwenden gibt. Schon merkwürdiger ist, warum sie ihre Haare auf der Brust zusammenbindet… abenteuerlicher Style. Übrigens war sie das Mädchen, bei dem die Zuneigung für mich am schnellsten hochging. Mit ihr im Drama Club sein, den gespammt, und nach etwas über einem halben Jahr war sie schon auf Maximum. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Programmierer einem was Gutes wollen, da man unwissentlich eventuell nicht viele Dates mit Miho hat.

Auf diesen geht die Kunst-affine Miho natürlich immer gern ins Museum. Wirft auf einem Date sogar fast ein Kunstwerk um und ist echt ganz durch den Wind deswegen. Landet sie fürs letzte Schuljahr in der gleichen Klasse, bietet es sich zudem an, den Wahrsagerladen fürs Schulfest zu machen, damit sie sich dort voll und ganz ausleben kann. Dass sie als Geburtstagsgeschenk vor allem auf das Frosch-Plüschtier und die Tarot-Karten steht, versteht sich von selbst. Das Froschmaskottchen findet sich sogar in einigen ihrer Outfits wieder, wobei sie zwischenzeitlich allerdings scheinbar von ihrer modischeren Schwester beratend auch Outifts ohne wählt. Aus einem bestimmten Grund kann ihre Persönlichkeit bei Dates zudem leicht fluktuieren.

Das hat einen ganz bestimmten Grund. Erwähnen wir doch direkt mal einen der Geheimcharaktere des Spieles: Maho. Mihos Zwillingsschwester ist dabei eigentlich von der Persönlichkeit her das genaue Gegenteil. Sie ist eher aufbrausend und vorlaut, weiß genau was sie will, und hat ein Faible für Fashion. Das merkt man zunächst nur nicht unbedingt, weil sie sich wie Miho kleidet und zu verhalten versucht. Einfach nur, um sich einen Spaß mit einem zu erlauben. Vom Gameplay her hat das die Auswirkung, dass sie einfach hin und wieder statt Miho zu einem Date auftaucht. Wobei gewisse Spots es wahrscheinlich machen, dass es die eine oder andere ist: Miho taucht beispielsweise eher beim Museum auf, Maho eher beim Karaoke.

Tatäschlich funktioniert Maho grundsätzlich wie ein ganz reguläres Mädchen. Es müssen Statuswerte trainiert werden (Aussehen und generelles Wissen) und ihre Affinität steigen. Die wird nur nicht angezeigt. Und man muss halt Miho einladen, und hoffen Maho taucht auf, um ein Date mit ihr zu haben. Netterweise lässt sie die Scharade irgendwann fallen und es ist einfacher zu sehen, mit wem man es zu tun hat. Als weitere Komplikation muss Miho einem für das nötige Event am letzten Geburtstag der beiden auch mögen, aber nicht zu sehr, so dass ihr Ende nicht das von Maho überschreibt. Takumi darf Miho auch nicht daten, sonst ist sie für das Event nicht verfügbar. Ganz interessant ist übrigens, dass Maho an die Schule vom ersten Tokimeki Memorial geht. Deswegen ist ihr Liebesgeständnis auch unter dessen legendären Baum statt bei den Schulglocken.

Akane taucht auf, wenn man den Wissens- oder Naturwissenschaftswert erhöht, weil sie um Nachhilfe bittet. Denn sie hat nicht sonderlich viel Zeit sich auf die Schule zu konzentrieren. Akane gehört auch keinem Club an, sie geht nämlich stattdessen Teilzeitarbeit nach, um ihre umfangreiche Familie über Wasser zu halten, die alle wesentlich fauler als sie sind. Und Kampfsport betreiben. Weswegen neben moderat hohen Werten in den beiden Wissenswerten vor allem auch ein hoher Mut-Wert für ihr Ende verlangt wird.

Zu trainieren ist auch aus einem ganz anderen Grund wichtig: Auf Akanes Route kommt es zu mehreren Bosskämpfen. Raudis und ihre zwei Bosse können ja bei jedem Mädel zufällig dazwischenfunken. Bei Akane kommt es aber direkt zu Herausforderungen von insgesamt fünf Bossen. Wie sich herausstellt sind das nämlich alle ihre Geschwister, die Proben wollen, ob man Akane überhaupt wert ist. Es ist also wichtig selbst Statuswerte zu trainieren, auf die Akane eigentlich keinen Wert legt, die aber Einfluss auf die RPG-Kämpfe haben. Eine weitere kleine Schwierigkeit ist, dass durch ihren Teilzeitjob Akane häufiger Dates ablehnt, besonders wenn sie einen noch nicht so sehr mag. Das revidiert sich allerdings nach und nach.

Die im Baseball-Club angesiedelte Kaedeko kann man nur schwer nicht treffen. Zumindest solange man in irgendeinem Club ist. Denn ihr Auftreten, neben dem Beitreten zum Baseball-Club, ist ein hoher Mut-Wert, der durch fast alle Club-Teilnahmen trainiert wird. Ganz so lange nerven wird sie aber nicht, da man ab Mitte 2000 keine Dates mehr mit ihr eingehen kann. Denn sie transferiert an eine andere Schule. Daher ist es allerdings wichtig, zumindest wenn man sie gewinnen will, ihre Affinität möglichst schnell zu erhöhen. Denn sie kann nur gewonnen werden, wenn beim Sommerfeuerwerk 2000 ein Abschiedsevent mit ihr geschieht.

Ab da an ist man also in einer Distanzbeziehung, kann sie weiterhin für Unterhaltungen anrufen, aber nicht mehr auf Dates einladen. Die meisten Events drehen sich von daher darum, sie mehr oder weniger zufällig zu treffen. Geht der Schulausflug nach Hokkaido ist beispielsweise ihre Klasse auch gerade dort. Nimmt man an den Baseball-Meisterschaften bei, trift man sie dort an, weil sie an ihrer neuen Schule auch den Baseball-Club managed. Zum letzten Weihnachten versucht sie zur Ijuin-Feier zu kommen, schafft es aber erst danach, so dass sie fast sofort, nachdem sie einen gesehen hat, wieder die Rückfahrt antreten muss. Und ihre Liebe durch die Zugscheibe tonlos gesteht. Awww.

Eine der belebtesten und überdrehtesten Charaktere ist Miyuki. Sie ist im Tennis-Club angesidelt, kann aber auch durch einen hohen Aussehenswert angetroffen werden. In einer Szene, wo sich von einem Auto angefahren wird, was sich über den Spielverlauf zum Running Gag entwickelt. Denn ganz allgemein ist sie ein Unglücksrabe. Der Großteil ihrer Events wird also daraus bestehen, dass ihr irgendwas zustößt oder sie in ihrem Eifer etwas kaputtmacht. Beispielsweise bei der Weihnachtsfeier den Baum fast umzuwerfen. Das ganze ist wie gesagt allerdings humorig dargestellt, nicht wirklich gefährlich, und ihre Erkennungsmelodie entsprechend quirky.

Ich persönlich bin nicht der größte Fan von ihrem Design, um ehrlich zu sein. Denn sie ist sehr schrill und laut und sobald sie einen mag, reißt sie die Augen auf, als wäre sie die Overly Attached Girlfriend. Auch ihr Kleidungsstil ist auf ihre Persönlichkeit abgestimmt und radiiert die Inkarnation von Chaos. Tatsächlich kann man ihr auf der Weihnachtsfeier gegen Spielende als Geschenk erwachsenere Kleidung überreichen. Was nach einer ziemlich unhöflichen Aktion klingt, aber von ihr dankend angenommen und von da ab in der Freizeit getragen wird. Ihr Geburtstag ist übrigens am 1. Januar, fällt also genu auf den ersten Schreinbesuch zum Neujahr.

Die letzte im Bunde der Hauptattraktionen von Tokimeki Memorial 2 ist Homura, welche die Main Girls damit auf ingsesamt 10 bringt. Homura ist der Wildfang des Spieles. Und gleichzeitig die Vorsitzende des Schülerrats. Als sie nämlich direkt am ersten Tag an der Schule zu spät war, wurde sie vom Rektor dazu verdonnert, um ihr einen Disziplinsgedanken zu erwecken. Tatsächlich nimmt Homura ihre Rolle als solche ernst, ist außerhalb von ihr allerdings gern weiter am Faulenzen und bringt zu den Tests die schlechtesten Noten zustande. Hilft nicht, dass sie zwar gut mit dem Rektor befreundet ist, der aber auch gern einfach rumchillt und mit ihr Süßkartoffeln grillt oder ähnliches.

Mit Mei verbindet sie eine gewisse Rivalität, wobei das allerdings für mich nie in einem Stand-Off endete wie es bei zwei ähnlichen Charakteren in Tokimeki Memorial Pocket der Fall ist. Dates hat sie natürlich gern im eher aktiven und lauten Umfeld wie die Spielhalle oder dem Rummel. Später versucht sie sich sogar ein wenig Damenhafter zu verhalten, wobei wir ihr ziemlich schnell klarmachen, dass wenn wir das wollten, wir nicht mit ihr ausgegangen wären. Bekundete Zuneigung bringt sie schnell aus dem Tritt, inklusive ihre eigene gestammelte Liebesbekundung bei der Abschlussrede vor versammelter Aula der Schule.

Bleiben noch zwei Geheimcharaktere, von denen die erste Sumire ist. Sie ist eine Schaustellerin im Zirkus ihres Vaters, der durch das Land reist. Dadurch hat sie neben ihrem Äffchen so gut wie keine Freunde. Auch ist der Zirkus immer wieder in Geldnot. Sumire ist der Star, wegen dem überhaupt noch Zuschauer kommen. All das macht sie allerdings einsam, was ihr Vater auch weiß, weswegen er die Dates mit ihr unterstütz, damit sie zumindest kurzzeitig eine normale Jugend leben kann.

Um sie zu treffen muss zur richtigen Zeit im Februar 2000 ein Workout gestartet werden. Man rennt dann auf dem Weg in sie. Dann noch in 2000 und 2001 jeweils, wenn der Zirkus in der Stadt ist, dort mit einem Mädchen ein Date haben, und anschließend für Sumire sitzen lassen. Ist all dies geschafft fehlt noch ein erneutes Workout im Februar 2002, und sie wird ihre Liebe bekunden. Soweit keines der Hauptmädels auch gewonnen ist, da die wie gewohnt die Geheimcharaktere überschreiben.

Maeka bringt die Mädels-Riege dann auf die Unglückszahl 13. Bereits in der Kindheitsphase kann man sie antreffen. Wenn man versehentlich in den Fluss fällt, fischt Maeka einen heraus. Im Hauptspiel an sich kann sie nur angetroffen werden, in dem beim Teleshopping das aktuell angepriesene Angebot bestellt wird. Maeka bringt es dann vorbei, weil sie dort als Auslieferin arbeitet. Ansonsten wird sie allerdings mit einer gewissen Zufallschance auch während Dates mit anderer Mädels auftauchen, wenn sie am Strand im Sommer oder in der Shopping Mall zu Weihnachten Sachen verkauft.

Sie ist eine ziemlich lebenslustige Dame, die zudem ihren Sex-Appeal sehr wohl für ihre Verkaufsstrategie einzusetzen weiß. Gewonnen wird sie, in dem beim Teleshopping alle Angebote angenommen werden. Alle 3 Monate gibt es ein neues Magazin mit neuem Sale. Ihr Ende triggert dennoch nur mit 50% Wahrscheinlichkeit. Und sieht zunächst wie das Forever Alone Ende aus, wo man einsam die Nacht durchzockt. Nur das es plötzlich an der Türe klingelt und Maeka davorsteht, um ihre Liebe zu gestehen.

Einnert ihr euch noch daran, dass beim ersten Spiel, wenn der Sport und Fashion Stat hoch genug sind, der Ijuin-Butler einem einen Antrag zu machen versucht, allerdings unterbrochen wird und aufgibt? Dieses Fake Out wiederholt auch der zweite Teil mit Meis Angestellten Sakunoshin, der sogar mit einem Strauß Rosen antritt. Und nun in der stereotyp-affektierten Stimme redet, die schwule Witzfiguren in japanischen Medien immer draufhaben, obwohl er vorher nie so geredet hat.

Da Sequels aber immer eins draufgeben müssen, hat Tokimeki Memorial 2 sogar noch ein zweites Gay Fake Out. Takumi, der androgyne der beiden besten Freunde des Protagonists, kann ebenfalls am Ende auftauchen. In weiblicher Schuluniform und mit erröteten Wangen, um seine Liebe zu gestehen. Und dann wacht der Protagonist auf, es war nämlich nur ein Alptraum. Hashtag No Homo. Ich hab echt mittlerweile Respekt vor True Love, welches ansonsten ein ziemlich durchschnittliches Dating Sim ist, da es bei seiner ähnlichen Szene die Eier hat sie einen annehmen zu lassen und dann damit einverstanden ist statt es als großen Witz abzuhandeln.

26 Years of Being Forever With You: The First Tokimeki Memorial and its Girls

Am 27. Mai 1994, also vor 26 Jahren, veröffentliche Konami Tokimeki Memorial auf dem PC Engine in Japan. Und trat damit eine große Welle los. Das Spiel sollte zum Millionenseller für die Firma werden. Dating Sims waren aus der japanischen Spieleszene der 90er nicht mehr wegzudenken. Um mal ein wenig rudimentär zu vergleichen: Der PlayStation-Port, der im Oktober 1995 erschien, schaffte bessere japanische Verkaufszahlen als Castlevania: Symphony of the Night, Suikoden II, oder Silent Hill. Tokimeki Memorial war der Archetyp des Dating Sims mit dem größten popkulturellen Fußabdruck, und ist bis Heute in nostalgisch-rosiger Erinnerung verblieben.

Ich kannte mich hingegen bisher hauptsächlich mit den Girl’s Side Otome-Spinoffs aus und wagte einen kleinen Blick in die Pocket-Variante. Dieses Jahr habe ich mich allerdings daran getraut dem vollen Original meine Zeit zu spenden. In der PSP-Variante des PS1-Spieles. Und wir müssen mal drüber reden, was für tolle Bildschirmeinstellungen uns Konami hier bietet, die eigentlich auf der PSP bei Ports hätten Standard sein müssen, es aber nie waren. Meist wurde das 4:3 des Original einfach in den Widescreen des PSP-Bildes gezogen. Oder es blieb wie gewohnt und hatte Balken, teilweise nur als versteckte Button-Kombination freischaltbar. Tokimeki Memorial: Forever With You auf der PSP fragt einen hingegen ganz zum Start, welches von 4 Layouts man haben will. In Widescreen gestreckt, um den ganzen Bildschirm auszufüllen. Oder mit Balken Links und Rechts, aber immer noch auf die volle vertikale Bildschirmhöhe gezogen. Oder eben mit einem Rahmen um das komplette Bild, um die Grafik tatsächlich Pixel-perfekt und so scharf wie möglich zu präsentieren. Ist klar, welches ich genommen habe. In der vierten Option, die von der Aspect Ratio gleich ist, aber die Einblendungen von Tag und Ort während des Spielgeschehens jederzeit einsehbar auf den Rahmen legt.

Als die Großmutter des Genres ist Tokimeki Memorial selbstverständlich spielerisch ziemlicher Standard ohne große Schnörkel. Die High School wird für ihre vollen 3 Jahre besucht. Wochentags Statuswerte trainieren, am Sonntag darf ein Date festgelegt oder begangen werden. All das, um Special Events mit der ausgesuchten Holden zu sehen und am Ende hoffentlich sowohl die maximale Zuneigung sowie die richtigen Statuswerte zu haben, damit sie ganz nach Schullegende unterm Baum die ewige Liebe gesteht. Damit der Status-Grind und die Visual-Novel-Dates auf Dauer nicht zu langweilig werden, gibt es sogar ein paar Minispiele, um das aufzulockern. Beim Sportevent beispielsweise oder im Science Club auch einfach mal Twinbee zu zocken.

Das Hauptaugenmerk eines solchen Spieles ist und bleibt allerdings die Interaktion mit den Charakteren und der Beziehungsaufbau. Nicht umsonst hat jedes der Mädels eine eigene Persönlichkeit und Vorlieben, die wohlweislich in gewisse Archetypen fallen. Sie sind in der hiesigen Version mit kompletter Sprachausgabe versehen. Sie blinzeln in den Gesprächen, bewegen die Lippen beim Sprechen, und verändern den Gesichtsausdruck als Reaktion darauf, ob sie Antworten leiden können oder nicht, und auch wie sehr sie den Spieler bereits von sich aus leiden können. Sogar eine eigene Erkennungsmelodie hat jede geschenkt bekommen. Es ist also klar, dass die Mädchen die Hauptattraktion und den Schwerpunkt des Spieles ausmachen. Immerhin kann man so gesehen ein Dating Sim nicht verlieren, zumindest nicht im Sinne von der Nicht-Beendigung. Ein Ende mit Credits gibt es nach den 3 Jahren auf jeden Fall, nur wer keine Liebe gewinnen konnte, muss halt zusehen, wie der eigene Charakter sich darüber beschwert, dass seine Jugend verloren ist, weil er als Teenager keine Freundin abbekommen hat. Was schon fast etwas amüsant ist.

Was mir allerdings beim Spiel schon ins Auge gestochen ist, ist das Design der Mädchen. Das ist natürlich sehr unterschiedlich, aber auch irgendwie etwas… altmodisch. Und ich meine das nicht, weil TokiMemo ein Spiel ist, welches vor einem Viertel Jahrhundert herausgegeben wurde. Das Charakterdesign wirkt für ein Spiel, welches Mitter der 90er im Regal stand, schon irgendwie überraschend 80er-Anime. Zum Vergleich sieht das zwei Jahre früher erschienene Doukyuusei wesentlich moderner und Zeitgemäßer aus. Dies führte mich zur Überlegung wer überhaupt das Zielpublikum des Spieles seitens Konami war. Eventuell sind es gar keine Teenager gewesen, die selbst noch zur High Shool gehen, und ein perfektes alternatives Dasein in einer virtuellen Schule fristen wollen. Was ist, wenn die Zielgruppe bereits arbeitende Männer in ihren 20ern und 30ern waren? Die sich, gerade im sehr restriktiven japanischen Erwachsenendasein, nostalgisch an ihre Zeit in der Schule erinnern. Als ihnen noch alle Möglichkeiten offen standen, als man noch nicht so eingeengt war. Dahingehend bietet TokiMemo einen entsprechend idealisierten und romantifizierten Blick auf ein solches High-School-Dasein. Bei dem man sich zum perfekten Menschen ausbilden und mit einem Dutzend attraktiver Frauen auf Dates gehen kann, um die ewige Liebe zu finden. So würde es zumindest auch Sinn machen, warum das Charakterdesign etwas wirkt, als wäre es 5 Jahre zu spät dran, es würde nämlich das Design der Anime aus der Jugend der älteren Zielgruppe widerspiegeln statt jenes aus Anime für die aktuelle Jugend.

So viel wollte ich zum Spiel an sich eigentlich gar nicht schreiben, sondern mehr um das, worum das Medienimperium TokiMemo wirklich aufgebaut war: Der ersten ditigalten Liebe Japans in Form von 13 jungen Damen, mit denen der Spieler ein Ende erlangen kann. Das ist natürlich eine stattliche Anzahl, durch die man wider sieht, wie früh TokiMemo im Genre unterwegs war. Später hat sich eher halb so viele Charaktere zu haben bei Dating Sims durchgesetzt. In einem Doukyuusei, was die Stadt bevölkern muss, machen viele Frauen mehr Sinn. Und ich denke da dachte sich Konami einfach, dies ist allgemein nötig, auch wenn Dating Sims mit der TokiMemo-Struktur auch von weniger leben können. Da bei geringerer Quantität die einzelnen Interaktionen viel häufiger sein können und einzelne Charaktere eben einen viel höheren Wert bekommen.

Shiori Fujisaki ist das Idol des ersten Tokimeki Memorials, Center Stage im Cast der Mädchen, die erste große virtuelle Liebe Japans, die mehrere eigene Spinoffs und unglaublich viel Merchandising und Cameos geschenkt bekommen hat. Shiori ist also speziell. Und im Spiel an sich die Kindheitsfreundin des Protagonisten, wodurch man sie von Anfang an kennt, auch wenn sie einen nicht zwangsläufig mehr mag als jeden anderen sonst auch. Als Over-Achiever ist sie in allem gut und erwartet das auch von ihrem zukünftigen Freund. Um sie zu gewinnen ist es nicht nur nötig, alle Statuswerte sehr hoch zu trainieren, sondern auch eine gewisse Anzahl an Dates gehabt zu haben, sowie es am Ende in die beste Universität des Landes zu schaffen. Das scheint dahingehend zunächst knifflig, weil alle Werte zu trainieren auch dazu führt, vielen anderen Mädels über den Weg zu laufen, die potentiell Bomben entwickeln, wenn man sich nicht um sie kümmert, welche bei Explosion die Zuneigung aller Mädchen senken. TokiMemo gibt einem aber genug Zeit, um die Werte zu erreichen, wer hier strategisch vorgeht, kann das Auftauchen Anderer lang hinauszögern oder gar ganz vermeiden.

Sie hat auch die meisten Events vom Spiel geschenkt bekommen, und zum ersten Tempelgang im Neujahr natürlich traditionell einen Kimono an. Es gibt die allgemein-romantischen Standardsachen wie sich einen Schirm beim Nachhausegehen zu teilen, wenn es regnet. Oder im Vergnügungspark im Riesenrad steckenzubleiben. Viele Kindheitsreminiszenz, als man noch besser befreundet war. Und nach der Weihnachtsfeier sieht man zusammen mit Shiori den ersten Schneefall. Immerhin ist Shiori ziemlich willig mit einem auf Dates zu gehen, was definitiv von Vorteil ist, besonders da sie auch viele Standard-Locations mag wie die Parks, den Zoo, das Planetarium etc.

Megumi ist die beste Freundin von Shiori und wird oft auch als Shiori Light bezeichnet. Das hat weniger mit ihrer Persönlichkeit zu tun, die nicht anders sein könnte. Stattdessen liegt es daran, dass auch Megumi einen populären Allrounder-Freund haben möchte, also auch für sie alle Statuswerte gut trainiert gehören, wenn auch nicht die gleichen Höhen wie für Shiori nötig sind, um Megumi zu gewinnen. Das führt natürlich erneut dazu, dass auf ihrer Route über die Hälfte des weiblichen Casts angetroffen wird, der zufrieden gehalten werden muss, damit keine Bomben explodieren. Treffen wird man das Mädchen mit der Helmfrisur übrigens auch durch Shiori, die einen entweder bereits bei der ersten Weihnachtsfeier, oder etwas später ins zweite Jahr hinein vorstellt.

Megumi ist ein sehr schüchternes Mädchen, dass immer in einem sehr unsicheren und leisen Ton mit einem redet. Auch einen wenig auffälligen Kleidungsstil frönt. Selbst bei der offizielen Weihnachtsfeier im Ijuin-Anwesen hat sie einen dicken Pulli statt wie die anderen Mädchen ein Kleid an. Besonders gern mag sie Tiere, hat sogar einen eigenen Hund, und sammelt Stofftiere. Weswegen der Zoo eine gute Date-Location ist. Aber auch das Planetarum oder die Shoppingmeile gehen immer. Events mit ihr beinhalten beispielsweise, mit ihr durch den Regen nach Hause zu gehen, nachdem sie ihren Schirm vergessen hat. Oder dass sie so eingenommen von den Zootieren ist, dass sie einen kaum beachtet. Beim speziellen Weihnachtsevent findet sie ein Katzenjunges in einer Box, welches die pflegen will. Etwas schwerer zu triggern ist mit ihr Schlittschuh zu laufen, bei dem sie einem versehentlich in die Arme fällt, da der Eisring nur kurzzeitig geöffnet ist und Megumi nicht unbedingt immer dorthin will.

Yuina ist die wissenschaftlich begeisterte Dame, die den Archetyp der durchgeknallten Forscherin erfüllt. Sprich sie experimentiert gern an Leuten, kann im Computer- und Wissenschafts-Club angetroffen werden. Eventuell hackt sie sich sogar in einen Satelliten ein, um einen Laser abzufeuern. Ihr Endplan ist die Weltherrschaft zu erlangen. Gern mit der Hilfe von selbstgebauten Mechs. Auf dem Schulausflug muss man sogar Aliens mit ihr besiegen, denn niemand nimmt Yuina den Planeten weg, den sie beherrschen will! Ihr Look ist dabei ziemlich rockig, mit cooler Lederjacke und allem.

Dass sie hauptsächlich Wert auf den Intellekt- und Wissenschafts-Statuswert legt, ist wahrscheinlich vorhersehbar. Was sehr gut ist, da die beiden Clubs, in denen man mit ihr abhängen kann, jene fördern. Sprich nebenbei wird auch die Zuneigung trainiert. Yuina ist dann auch eine der wenigen Mädels, die kein Problem damit hat, wenn man in der Einkaufsmeile zum Junk Shop will, sondern sogar richtig begeistert, weil der ganze Technikmüll ja im Mech verbaut werden kann. Den man am Ende sogar besiegen muss, um zu zeigen, dass die Liebe zueinander über der Weltherrschaft stehen kann. Weitere Events gibt es bei den technik-affinen Spots wie dem Game Center oder der Bowlingbahn, und auch im Zoo kann man sich ansehen, wie sie eine Auseinandersetzung mit einem Koala hat (das Maskottchen des ersten Tokimeki Memorials)

Yukari ist die Tennisspielerin im Spiel, die dann angetroffen wird, wenn man dem Club angehört oder die Sportlichkeit trainiert hat, und die einen dann versehentlich mit einem Ball trifft. Ihr Archetyp ist allerdings gar nicht die Sportlerin, sondern das der traditionellen japanischen Blume. Sie ist immer höflich, immer zuvorkommend, spricht sehr langsam und in einem affektierten Stil, und trägt zu Neujahr traditionell einen Kimono. Die ominöse Erkennungsmelodie von ihr, sowie das ihr Vater die Raudies, welche die Dates manchmal mit RPG-Kämpfen stören, einfach mit einem Messer angreift, impliziert, dass sie durchaus auch aus einem Yakuza-Haushalt kommen könnte. Persönlich bin ich ja nicht so sehr der Freund von ihrem langsamen Prinzessinnen Speech Pattern.

Angst hat sie ebenfalls vor nichts, wie man beispielsweise sieht, wenn sie beim Date im botanischen Garten ganz begeistert von den giftigen Pflanzen ist. Und allgemein scheint sie sich Situationen nicht immer so bewusst, denn auf dem Schulausflug sieht man sie beispielsweise frisch aus dem Onsen kommend und es stört sie wenig. Dass sie ein wenig hausmütterlich in ihrere Art ist, wird zudem dadurch ausgedrückt, dass man sie im Park dabei antreffen kann, wie sie einen Schal strickt, den sie einem später als Geschenk übergeben wird. Leider sind ihre Outfits häufig nicht ganz so top, aber das liegt wohl auch daran, dass sie extrem 90s und damit schlicht schlecht gealtert sind. Zum Release in 1994 sah sie sicherlich stylisch aus.

Saki ist ein weiterer der populärsten Charaktere im ersten Tokimeki Memorial. Immerhin ist sie der Star eines der Drama Series Spinoffs. Man mag meinen sie wäre an Sport gebunden, ist sie doch ein Fan von Baseball und Fußball und gehört dem letzteren Team an. Tatsächlich hängt ihr Auftauchen allerdings am Mut-Wert, der allerdings effektiv eh nur über sportliche Aktivitäten trainiert werden kann. Saki ist selbst allerdings gar keine Sportlerin, sondern der Captain des Teams, die der Mannschaft Mut zuredet und sich um ihre Bedürfnisse kümmert.

Das überträgt sich natürlich auch wenn man sie zu daten beginnt. Beispielsweise gibt es mehrere Events, in denen sie mit einer selbstgemachten Bento-Box auftaucht, damit man was Anständiges zu Essen bekommt. Auch muss sie mehrmals gerettet werden. Bei einem Besuch im Schwimmbad ertrinkt sie fasst und muss wiederbelebt werden und auf dem Schulausflug wird sie krank, so dass man sie gesund pflegen kann. Sie ist also eine Mischung aus dem Mädchen, welches sich aufopfernd um einen kümmert, aber dennoch den Schutz ihres Freundes benötigt. Somit also ein Stück weit ein japanisches Idealbild und es einfach zu verstehen, warum ihre Popularität unter Spielern hoch ist. Vom Outfit her mag ich das Cappy, bin mir bei den großen Reifenohrringen nicht so sicher, und ihr Sprite hat leider eine komische Eigenschaft nur mit einem Auge zu bilnzeln, wodurch es etwas erscheint als hätte Saki einen Tick.

Auch Ayako ist ein recht populäres Mädchen, gehört doch ihr ebenfalls eines der Drama Series Spinoffs. Sie ist im Kunst-Club, und das ist dann natürlich auch ihr präferierter Statuswert, der sie erscheinen lässt, wenn er hoch genug trainiert wurde. Als das stylische Mädel hat Ayako allerdings die Eigenart, ihre Sätze mit einem englischen Wort zu beginnen, was mir persönlich ehrlich gesagt ein wenig auf den Keks ging. Ich gehe mal davon aus, dass sie allgemein die Sprache sprechen können soll, denn beim Schulausflug hilft sie einem Ausländer den Weg zu weisen. Allerdings ist die Szene unfreiwillig komisch, da sie weiterhin nur mit einem englischen Wort beginnt und den Rest komplett beim Japanisch bleibt.

Ich bin mir auch nicht sicher, wer sich dazu entschieden hat, die an Kunst und Ästhetik gebundene Dame ausgerechnet mit einer Bienekorb-Frisur auszustatten und im Sommeroutfit noch eine Schirmcap draufzusetzen. Schon sehr mutig bei einem Mädel, dessen zweitwichtiger Statuswert das Aussehen ist. Neben künstlerischen Dating-Spots wie dem Museum und der Konzerthalle gehen aber auch extrovertierte wie die Karaoke-Bar, da Ayako gern singt. Wer die Events sehen will, die ihre Wasserphobie zeigen, muss allerdings etwas Geduld beweisen, da sie natürlich Dates beim Schwimmbad oder am Strand häufiger ablehnt.

Mio ist der Bücherwurm des Spieles, leicht schüchtern und immer mit gesenkter Stimme, die man entsprechend über das Trainieren des Wissens-Statuswertes trifft. Alternativ auch Clubs wie den Literaturclub, dem sie angehört, und der den Statuswert ebenso erhöht. Tatsächlich gehörte sie mit zu den Mädels, die ich in vielen Durchgängen angetroffen habe, bis mir klar wurde, wie ich das System manipulieren kann, um Werte zu erhöhen, ohne ein Auftauchen zu triggern. Eine Affinität zur geistigen Bildung kommt natürlich stereotyp bei ihr mit einer Schwäche in den sportlichen Aktivitäten daher.

Genau genommen ist eines der Events mit ihr sogar beim Sportfest der Schule, wenn sie zusammenklappt und man ihr dabei hilft zur Krankenstation zu kommen. Im Sommer am Strand faulenzt sie auch lieber unterm Sommenschirm statt schwimmen zu gehen. Desweiteren kann mit ihr die Bibliothek besucht werden, was ein präferierter Dating-Spot ist, bei dem sie dann aber so sehr in den Büchern aufgeht, dass sie einen ignoriert. Romantische Filme im Kino besucht sie ebenfalls gern. Es gibt wohl sogar zwei End-Variationen mit ihr, da je nach Antwort, ob man ihre Brille mag oder nicht, sie dort eventuell mit Kontaktlinsen auftaucht. Gegen den etwas ungünstigen Pony von ihr, der ihre Frisur den Hauch von Vokuhila gibt, kann man allerdings nichts machen.

Von Mio das genaue Gegenteil ist Yuko. Die ist sehr laut und extrovertiert, und wenig an schulischen Leistungen interessiert, bei den Tests ziemlich weit unten in der Liste zu finden. Notorisch zu spät zur Schule kommt sie auch. Tatsächlich rennt man drei Mal zufällig in sie auf dem Schulgang, wenn sie panisch auf den Weg in die Klasse ist und direkt wieder verschwindet. Wenn man den Sozial-Wert aufstuft, wird sie später dann vom besten Freund offiziell vorgestellt und taucht ab da auch in der Liste der gewinnbaren Mädchen auf. Sie ist dann auch hauptsächlich an diesen und dem Attraktivitäts-Wert interessiert, wenn man sie gewinnen will. Außerdem mag sie einen ziemlich schnell. Es ist eher schwer es sich mit Yuko zu verderben, wenn man es nicht darauf anlegt.

Gute Dating-Ziele sind dementsprechend die Konzerthalle, der Vergnügungspark oder auch die Game Arcade, während sie traditionell bei vielen Mädels beliebte Spots wie den Park eher nicht besuchen will. An jenen gibt es dann auch die Events mit ihr, wenn sie beispielsweise den UFO-Catcher leergeräumt bekommt, ein Konzert ihrer Lieblingsband besuchen will, oder Freude an der sommerlichen Nachtparade im Vergnügungspark hat. Bin mir ja nicht so sicher, ob das Madonna-esque BH-Outfit jetzt so Öffentlichkeitstauglich ist, aber das muss sie für sich entscheiden.

Yumi ist zusammen mit Shiori der einzige Charakter, den man auf jeden Fall in jedem Spielverlauf antreffen wird. Bereits im ersten Schuljahr kann es passieren, dass sie ans Telefon geht, wenn man den besten Freund anruft, um Infos über die Mädchen abzugreifen. Zu Beginn des zweiten Schuljahres stellt sie sich dann offiziell vor, weil sie ab nun an die gleiche Schule gehen wird, und von ihrem Bruder schon so viel über einen gehört hat. Deswegen startet sie auch bereits mit einem Affinitätsbonus zu einem, was praktisch ist, weil man ja ein Jahr weniger hat, um mit ihr auf Dates zu gehen. Nicht das es besonders schwer wäre dies aufzubessern, denn Yumi gehört zu einem der Mädels, deren Zuneigung mit am schnellsten steigt, dafür ist sie aber auch mit Shiori und Megumi am schnellsten darin, mit einer Bombe zu drohen, wenn man sie vernachlässigt.

Da sollte man meinen, dass sie auch keine hohen Ansprüche an die Statuswerte legt, sondern einem immer willig ist. Dem ist allerdings überraschenderweise nicht so, sondern sie will schon so ziemlich alle davon zumindest auf akzeptablen Höhen haben, um am Ende ihre Liebe zu gestehen. Mir persönlich ist sie ja etwas zu kindisch im Verhalten, so heult sie schnell rum, hat im Sommer ein Erdbeer-Shirt an und spricht gern von sich selbst in der dritten Person wie das kleine Kinder in Japan oft tun. Zu ihren Events gehört dann auch beispielsweise eine spontane Schneeballschlacht im Winter.

Von der kindlichsten Kandidatin geht es zu erwachsensten Errungenschaft. Oder zumindest derjenigen, die sehr erwachsen wirkt, denn Mira ist theoretisch im gleichen Jahrgang wie man selbst. Angetroffen wird sie wenn man den Attraktivitäts-Status trainiert, und das etwas ungünstig, in dem sie in einen hineinläuft und breitbeinig hinfällt. Was ein Fauxpas für einen Charakter, der die schlechtesten Noten einfährt, und sich hauptsächlich um das eigene gute Aussehen sowie das der potentiellen Boyfriends schert. Ich bin ja auch kein großer Fan davon, dass ihr Sprite bei Zustimmung gern die Augen zu lässt oder von ihrer arroganten Lache.

Scheinbar hat Mira, zumindest im Spiel, einen ganzen Fanclub. Zumindest ein Event besteht daraus, dass sie von denen umringt im Gang angetroffen wird. Das hilft ihrem Ego dann wohl wieder auf die Sprünge. Man sollte beispielsweise mit ihr Shoppen gehen, und auch am Strand ist sie gern, wo sie lasziv um das Eincremen mit Lotion bittet. Auf die Skipiste und in das Geisterhaus des Vergnügungsparks geht sie hingegen nicht gern. Ist auch das einzige Mädel, welches das Date komplett abbrechen wird, wenn man unbeliebte Orte vorschlägt. Bei beiden gibt es aber ein weiteres Event, es ist also einen Versuch wert, sobald sie einen sehr mag und eventuell dann doch annimmt. Bei der Liebesbekundung am Spielende lässt sie letztendlich die Maske fallen und gibt zu, dass das arrogante Gehabe nur ihre Unsicherheiten überdecken soll.

Nozomi ist die eigentliche Sportskanone des Spieles und eine Liebeskandidatin, die ich erst traf, als ich bewusst auf sie aus war. Denn das Geburtsdatum, das ich Shiori vorher immer zugeteilt hatte, führte dazu, dass deren zugeteilter Schulclub der Schwimmclub war. Die anderen Mädels haben alle einen Alternativclub, in dem sie sein können, sollte Shiori in ihrem Standard-Club landen, oder können außerhalb angetroffen werden. Aber das Schwimm-Ass Nozomi scheint komplett aus dem Spiel zu verschwinden, sollte Shiori ihren Platz im Schwimm-Club annehmen.

Ihr Training nimmt dabei die oberste Priorität ein. Wenn man sie nach der Schule trifft, grüßt sie einen zwar nett, es gibt aber keine Möglichkeit, sie nach einem gemeinsamen Nachhausegang zu fragen, weil sie direkt weiter joggt. Auch fand ich es bei ihr am schwersten sie zu Dates auszuführen, da sie überproportionell häufig ablehnt. Natürlich hat sie ganz ihrem Archetyp entsprechend eine sehr feminine Seite, die sie gern versteckt, aber gerade bei den Events hervorkommt. Wenn sie sich beispielsweise vor einem Gewitter fürchtet, oder im botanischen Garten fasziniert von den Blumen ist. Tatsächlich gibt es auch für Nozomi eine zweite Variation des Endes, wenn sie die Kurzhaarfrisur gegen einen längeren, femininen Haarschnitt wechselt.

Rei ist einer der Geheimcharaktere des Spieles, und zwar der geheimere der beiden, auch wenn man regelmäßige Interaktionen miteinander hat. Denn Rei übernimmt die Rolle des Rivalens, mehr oder weniger. Das sind immer die attraktiven, von den Schulleistungen guten, und bei den Mädchen der Schule populären Typen, die etwas arrogant von oben herab dem Spieler vorhalten, dass sie über einem stehen. Beispielsweise dadurch, einen darauf aufmerksam zu machen, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes mit einem ganzen LKW an Valentinsschokolade nach Hause fahren. Rei lädt zur Weihnachtsfeier in der Familienvilla ein, oder zu Ausflügen in Zweithäuser. So richtig Rivale kann aber doch nicht gesagt werden, denn Rei wird nie eines der Mädchen, die der Spieler gewinnen kann, daten wollen.

Das hat auch einen guten Grund, genau wie die Tatsache, dass ich Rei bisher noch nicht gegendert habe. Wer die Wochenenden und Feiertage damit zubringt, bei Rei anzurufen, statt Dates mit den Hauptmädels auszumachen, und sich am Ende des Spieles für kein Ende derer Routen qualifiziert, bekommt unter dem Baum der Legende eine Überraschung geboten: Rei in der Schuluniform der Mädchen. Ein solches ist Rei nämlich, ihre Familie hat nur eine merkwürdige Tradition, dass sie sich während der High School als Junge maskieren muss. Bevor sie nun ins Ausland geht, um dort als künftiges Oberhaut des Familienclans Business zu studieren, will sie einem noch schnell die Liebe gestehen. Macht natürlich eine relativ langweilige Route aus, weil Rei außerhalb des eigentlichen Gameplays steht und es mit ihr auch nur ein paar kurze humorige Events gibt. Selbst die Antworten, wenn man anruft, ändern sich nur zwei oder drei Mal und bleiben dann beim gleichen Thema stecken.

Miharu ist der andere Gemeincharakter, der aus dem normalen Rahmen der Hauptmädels fällt, auch wenn bei ihr wesentlich offensichtlicher ist, dass sie gewinnbar ist. Sofern man sie denn antrifft, was vom Spiel dem Zufall überlassen wird. Bei drei Jahren High School ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass man nie in Miharu hineinläuft. Wobei, je attraktiver man für je mehr andere Mädels ist, umso eher nehmen die natürlich jenen Sot ein, da nur eine gewisse Häufigkeit pro Woche diese Run-Ins im Schulflur getriggert werden können.

Jedenfalls gibt es eine gewisse Chance, dass sie „versehentlich“ in einen auf dem Flur läuft. Genauso wie, dass sie sich „versehentlich“ verwählt und einen abends anruft. Dies sind die einzigen Interaktionen, die man mit Miharu haben kann. Man kann sie nicht von sich aus aktiv anrufen, nicht auf Dates einladen, und ehrlich gesagt nichts Persönliches über den Charakter herausfinden. Qualifiziert man allerdings am Ende des Spieles für keinen anderen Charakter, und ist man mindestens einmalig mit Miharu zusammengestoßen, kann der kleine Stalker seinen ganzen Mut zusammennehmen, und ihre Liebe unterm legendären Baum gestehen. Deswegen wird sie gerne wenig nett als Trostpreis deklariert, da man nichts leisten muss, um sie zu gewinnen. Häufig klingt es so, als würde das Spiel sie einem automatisch vor die Füße werfen. Doch tatsächlich kann man auch in Tokimeki Memorial für immer alleine aus der Schulzeit gehen. Denn ob Miharu am Ende ihr Konfession macht oder nicht, ist erneut eine prozentuale Chance, die ledigilch höher ist, je mehr sie in einen hineingelaufen ist.

Dies waren alle 13 Mädels. Einen besonderen Charakter möchte ich aber noch Erwähnen, und zwar Yukinojou. Er ist ein Angestellter des Ijuin-Haushalts, weswegen wir ihn nur als Nebencharakter zu Rei erfahren. Hauptsächlich als der Türsteher der Weihnachtsfeier, der je nachdem, ob der Aussehens-Status des Charakters hoch genug ist, einen einlässt oder direkt wieder abweist, auf das eine Forever-Alone-Solofeier zu Hause stattfinden muss.

Wenn man neben einem guten Aussehen aber auch einen hohen Sport-Status bereithält, ist er hingegen sichtlich durcheinander und wird leicht Rot beim Einlass. Denn Yukinojou ist schwul und scheint ein Faible für muskulöse Modeltypen zu haben. Bleibt man über die drei Jahre hinweg mit hohen Statuswerten in den beiden bereichen, wird er sogar am letzten Schultag auftauchen und versuchen seine Liebe zu gestehen. Rei unterbricht ihn allerdings und er traut sich dann nicht mehr. Es gibt also leider kein alternatives Ende mit ihm. Tja, hätte er mal unter dem legendären Baum gewartet, dann wäre das nicht passiert!

GameBoy Obscurities: Tanbi Musō Meine Liebe

Storytime! Auch ich war einmal jung. Damals vor 15-20 Jahren der frühen 2000er. Und wie jeder gelangweilte Jugendlicher zu jener Zeit führte das zwangsläufig dazu, dass ich eine eigene private Hobby-Homepage eröffnete. Mit Besucherzähler und blinkenden Gifs und so. Das Internet damals hatte halt einfach mehr Persönlichkeit und war viel anstrengender zu browsen. Zur damaligen Zeit habe ich noch nicht so viele Spiele gezockt, sondern die mehr nebenher, mein Herz gehörte zehn Jahre Anime und Manga. Das auch dann Thema der Homepage, mit Schreinen zu Lieblingsserien/Zeichnern und Reviews zu allem anders konsumierten.

Das war auch die Zeit als Angel Sanctuary nach Deutschland kam. Und sofort einen Schrein bekam. Später gesellte sich dann Kaori Yuki allgemein zu den Zeichner-Portraits mit Kurzbeschreibung aller ihrer Werke. Besonderes Schmankerl war da natürlich immer das japanische Netz zu durchstöbern auf die Sachen, die weniger bekannt sind, weil sie nicht ins Ausland lizenziert waren. Damit hatte man was voraus. Es gab noch nicht zu jedem Furz einen Wiki-Artikel, bei dem man das komfortabler nachlesen konnte. So Infos mussten sich auf Fanpages zu Fanpages zusammengeklaubt und gehofft werden, dass der Schreiber auch halbwegs Ahnung hatte.

Ein solches Schmankerl in meinen Schrein zu Kaori Yuki war Tanbi Musō Meine Liebe: Ein Dating Sim für Mädchen, zu welchem sie Charakterdesigns beisteuerte. Das war noch bevor es einen Visual-Novel-Nachfolger auf PS2, Manga-Adaption und zwei TV-Anime bekam. In der kurzen Zeit, in dem es scheinbar in Japan halbwegs beliebt war. Von so einem GBA-Spiel war die ROM selbst im damaligen weniger transparenten Internet gefunden und trotz damaliger langsamer Leitungen heruntergeladen gewesen. Ich versuchte mich also daran. Für die Screenshots und um auch was drüber zu schreiben zu haben. Ich versagte hoffnungslos und bekam demotivierend das Forever Alone Ende.

Man könnte also sagen, ich hatte mit Meine Liebe noch eine alte Rechnung offen.

Im Dating-Sim-Month des Community Game Alongs zu Anfang des Jahres habe ich mich dann wieder an das Spiel erinnert. Kurz reingeschaut wurde mir schnell klar, dass es schlichtweg ein Otome Tokimeki Memorial ist, ein Jahr bevor das erste Tokimeki Memorial Girl’s Side auf den Markt kam. Ist ja auch von Konami, da macht es Sinn, dass beim „verkaufen sich Dating Sims überhaupt an Mädels?“-Versuch keine großen Sprünge gemacht werden, sondern bewährtes Gameplay einfach kopiert wird. Ich dachte mir also das jetzt meine Zeit gekommen war die Rechnung zu begleichen. Ich habe TokiMemos gespielt. Ich weiß, wie die funktionieren. Und in den alten, defunkten Tiefen von Livejournals fand ich sogar Charakterguides, die einem sagen, was genau die notwendigen Trigger für jeden von den fünf Jungs plus einem Geheimcharakter sind. Ich kam also vorbereitet und voll ausgerüstet ins Gefecht, so dass Meine Liebes Niederlage eigentlich vorprogrammiert war.

Ich hatte die hinterhältige Art von Meine Liebe in meinem selbstüberschätzenden Pomp absolut unterschätzt.

Zunächst schien mein Angriffsplan genau aufzugehen. Meine Liebe mag im fiktiven europäischen Land Kuchen der 1930er Jahre spielen, in dem das ganze faschistische Aufleben des Kontinents keine Rolle spielt. Aber letztendlich war alles doch absolut TokiMemo. Statt drei Jahre ging man hier nur zwei zur Schule. Aber jede Woche wurde festgelegt, welcher Aktion nachgegangen werden soll, um die Statuswerte zu erhöhen. Sonntags dürfen Leute auf Dates eingeladen oder jene Dates begangen werden. Wessen Aufmerksamkeit vernachlässigt wird, der droht eine Gerüchte-Bombe über einen zu streuen, was negativ für die Zuneigung aller ist. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort ein Date zu haben führt zu Event-CGs. Meine Liebe ist sogar so nett, via aufploppenden Herzen oder Schweißtropfen zu zeigen, wann eine Antwort auf einem Date besonders gut oder schlecht ankommt. Was für mich bei einem Spiel ohne Voice Acting die Sache echt erleichtert.

Eine Besonderheit hat Meine Liebe dann aber doch. Neben den fünf männlichen Charakteren, deren Liebe am Ende gewonnen werden kann, gibt es noch 3 weibliche Charaktere. Die bieten sich direkt zu Spielbeginn als beste neue Freundinnen an und fügen die Spielerin sofort in ihre Clique ein. Ich würde echt gerne wissen, ob die Designer hinter dem Spiel ganz wie bei Koeis Otome-Urgestein Angelique hauptsächlich weiblich waren oder nicht. Denn wer auch immer Meine Liebe entworfen hat, scheint nicht sonderlich viel von (anderen) Frauen zu halten. Scheinbar dachte man sich schon allein im Grundkonzept, dass es keinen Sinn macht, dass vernachlässigte Männer Gerüchte streuen. Aus genau jenem Grunde gibt es nämlich gleich drei beste Freundinnen, sie übernehmen die Bomben-Pflicht, wenn man nicht regelmäßig mit ihnen abhängt statt nur Männer zu daten. Während sie also beim Sommerpicknick oder Neujahresfest einen freudig anstrahlen, zerstören die miesen Schlangen einem gleichzeitig hinterm Rücken die Reputation. Das sind echt lächerliche Geschlechtervorurteile. Noch viel schlimmer ist, dass eine von den Dreien scheinbar immer versucht, den Kerl zu erobern, hinter dem man selbst her ist. Wer den also aus welchem Grund auch immer nicht bekommt, darf auch noch zusehen, wie er in den Armen von einem Bestie von einem landet.

Deswegen hatte ich mich für Naoji entschieden. Er kümmert sich nämlich so gut wie gar nicht um die anderen weiblichen Charaktere. Die Gesamtfreundschaft aller männlichen und weiblichen Charaktere muss für ihn im Gegensatz zu den anderen Kerlen nicht ausgeglichen sein. Und wenn eine Bombe platzt, dann kostet das ihn auch nur eine Stufe an Zuneigung statt gleich komplett in den Keller zu rutschen. Und die ist über ein paar Dates schnell zurückgewonnen. Ich habe die hinterfotzigen Weiber also ignoriert. Am Ende waren dann die Statuswerte meines Charakters alle auf Maximum. Naoji hatte die maximale Zuneigung. Sein Charakterportrait war am leuchten wie eine Diskokugel. Ich hatte fast alle Events von ihm gesehen und auf jden Fall das, was für sein Ende nötig war. Alles schien auf ein mit Leichtigkeit errungenes positives Ende hinzudeuten. Ich hatte eine Strategie ausgearbeitet, ich hatte sie ohne Fehler umgesetzt. Fehlte nur noch die überwältigende Niederlage von Meine Liebe zu genießen und anschließend den Boden zu salzen, auf dem es einmal lebte.

Ich kam. Ich sah. Ich verlor.

Naoji hätte mich nicht mehr mögen können. Ich hätte keinen besseren Fang darstellen können. Ich hatte alles erfüllt, was der Charakterguide zu ihm vorsah. Und darüber hinaus. Dennoch musste ich mitansehen, wie er auf dem Abschlussball mit einer meiner angeblich besten Freundinnen (zugegeben, zu dem Zeitpunkt waren wir von der Affinität her eher Todfeinde) tanzte. Mein Charakter ging am Boden zerschlagen alleine in die kalte Nacht. Was nützt es schon eine Intelligenzbestie mit künstlerischer Begabung, sportlichen Höchstleistungen und der Attraktivität eines Models geworden zu sein, wenn einem ein Mann dennoch die kalte Schulter gibt?

Halt, stop, wartet. So einfach geben wir uns nicht geschlagen. Kampf Ich vs Meine Liebe: Das Rematch!

Es gibt doch auch einen Geheimcharakter im Spiel. Isaac, ein älterer etwas ungepflegt wirkender Kerl, mit dem man einen Sommer verbringt, und der dann aus dem Spiel verschwindet. Wie man Geheimcharaktere in Dating Sims gewinnt ist oft obtus, wenn man die Methodik weiß jedoch absolut simpel, weil sie außerhalb des eigentlichen Gameplays laufen. So auch Isaac. Nachdem man ihn am Ende des ersten Jahres getroffen hat und zurück im Schulalltag ist, muss man ihm nur regelmäßig Sonntags einen Brief schreiben, seine Antworten lesen, eventuell ein Geschenk mitschicken. Sonst nichts. Er kennt ja die anderen drei Mädels nicht mal, was soll da schon schiefgehen. Also schnell durchs letzte Jahr mit fast-forward und nur Briefverkehr gespielt. Isaac benutzte irgendwann meinen Vor- statt Nachnahmen in seinen Antworten. Ein monumentaler Erfolg in japanischen Spielen und positives Zeichen.

Am Ende tanzte auch er mit einer meiner weiblichen Freundin-zu-Nemesis. Wie auch immer die herausgefunden hat, dass ich ihn mag, um ihn mir wegzuschnappen.

Und jetzt weiß ich auch nicht. Ich habe ganz ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer, was ich falsch gemacht habe. Weder beim Easy Road Isaac noch beim eigentlich vollwertigen Hauptspiel mit Naoji. Alle Voraussetzungen laut Guide waren erfüllt. Und dennoch schnappte sich eine Andere sie weg. Ich dachte ich wäre vorbereitet und wüsste, wie das Spiel besiegt werden kann. Doch scheinbar steckt doch etwas mehr, etwas fieseres, etwas durchtriebenes unter der scheinbar simplen „TokiMemo für Mädels“ Hülle. Und wofür die ganze Anstrengung? Es bleibt lediglich die Erinnerung an auf dem GBA-Screen nicht besonders hübsche, pixelige Event-Momentaufnahmen der Dates einer ultimativ erfolglosen Männerschau.

Approaching Love for the 3rd Time: The Final Girl’s Side

ava-2039Es ist soweit, obwohl ich nur aus Kuriosum Tokimeki Memorial Girl’s Side 1st Love Plus gespielt habe, nie erwartend, dass es mir wirklich liegen würde (keine Ahnung warum nicht, ich mag ähnliche Konzepte verbaut in Harvest Moon und Persona), sitze ich nun knappe 2 Monate später hier, und habe beide Sequels gespielt, plus noch ein oder zwei nicht TokiMemos, nicht zu vergessen die GBC-Version des Originals mal angeschaut.

Bei Tokimeki Memorial Girl’s Side 3rd Story handelt es sich übrigens um den letzten Eintrag in der ganzen Franchise. Nachdem die Girl’s Side Spiele portiert auf den DS scheinbar gut Absatzzahlen gebracht haben, immerhin dort 2007 (1st Love), 2008 (2nd Season) und 2009 (1st Love Plus) herausgekommen, ging Konami dazu über auch mal wieder neue Spiele zu entwickeln. Mit Tokimeki Memorial 4 auf der PSP sah die Hauptserie in 2009 das erste neue Release seit 8 Jahren, und 2010 folgte dann auf dem DS mit Girl’s Side 3rd Story nach 4 Jahren das erste komplett neue Spiel der Otome-Subserie. Und seither nix mehr, abgesehen von einem Port auf die PSP als Tokimeki Memorial Girl’s Side Premium 3rd Story.

2 Boys 1... Flashback

2 Boys 1… Flashback

Jenes ist auch das Release, welches ich gespielt habe, weil Fanübersetzt und am umfangreichsten. Der Sprung von DS auf PSP bringt natürlich ein paar kleinere Änderungen mit sich. Nicht unerheblich bei einem Dating Sim, bei dem man die niedlichen Jagdtrophäen toll finden soll, beispielsweise eine bessere Optik. Zum einen ist das Bild nun klarer und weniger pixelig, außerdem gibt es in den CGs jetzt nicht mehr diesen blöden Umbruch, wo (beim in Buchformat gehaltenen DS) die Doppelbildschirme ihre Trennung hatten. Wobei man es aus irgendeinem Grunde immer noch für nötig befand, auch bei der PSP das Ding hochkant stellen zu können, per Select kann jederzeit in jenen Modus gewechselt werden, ist aber ziemlich unsinnig, weil die Hintergründe aufpixeln und man nur noch die Hälfte des Geschehens in klaustrophobischer Nahaufnahme sieht. Ich glaube kaum, dass irgendwer so spielt, zumal schwerer an alle Knöpfe zu kommen ist.

Denn die PSP hat ja keinen Touchscreen, über den die DS-Versionen gespielt wurden. Was dazu führt, dass sich das Skinship-System geändert hat (und Mini-Games wie der Dreibeinlauf viel einfacher sind). Es kann halt nicht mehr wild auf den Kerlen bei den Dates rumgetatscht werden, um sie einen schneller lieben oder hassen zu lassen, je nachdem ob man ihren G-Punkt erwischt oder nicht. Premium 3rd Story schließt es allerdings nicht komplett aus, sondern macht daraus das Approach-System. Auf und nach Dates taucht immer mal wieder die jene indizierende Blüte am Bildschirmrand auf, jetzt mit dem Analogstick auf sie zugegangen, und man fängt halt an, ihnen auf die Pelle zu rücken. Je nachdem, ob man deren Personal Bubble noch respektiert, oder sich schnell an ihren Hüften festklammert, kann man verschiedene Dinge tun, von lächeln über anfassen bis hin zum necken oder klammern. Das bringt universell positive Effekte mit sich, allerdings muss man darauf achten, dass man den Kerlen nicht zu schnell zu nahe kommt, sonst blocken sie ab und man hat seine Chance vertan. Sobald sie einen genug mögen, gibt es weiterhin das Heavy Petting auf dem Weg nach Hause, wobei auch hier nun die 7 möglichen Aktionen in richtiger Reihenfolge gemacht werden müssen, um ihre Libido anzustacheln. Insgesamt ist Approaching komplexer als Touchscreening, aber sobald man sich reingefriemelt hat auch nicht so unsagbar schwer.

Das Gesicht der absoluten Liebe

Das Gesicht der absoluten Liebe

Und erneut auch nicht hundert Pro nötig darin gut zu sein, nur um das Herz eines der Schönlinge zu erobern, denn erneut ist das Spiel ein Stück einfacher gemacht worden. Wie üblich reicht es die Kerle circa ein Mal im Monat Gassi zu führen, um sie zu gewinnen, und sobald sie einen genug mögen, kommen sie eh von sich aus alle zwei oder drei Wochen angehechelt. Muss man also einen Sonntag weniger daran verschwenden, sie von sich aus auf ein Date einzuladen, sondern kann relaxen oder einkaufen, während weiterhin von Montag bis Samstag eine der diversen Aktionen ausgeführt wird, die zum Statusup- und dowgrades führt, je nachdem, was man macht, welche Teilzeitarbeit man hat, in welchem Club man ist, oder mit welcher Freundin abgehangen wird. Bomben gibt es jetzt gar nicht mehr. Oder nicht mehr genau wie früher. Etwas realistischer können sich diesmal nämlich nur Kerle vernachlässigt fühlen, an denen man auch schon mal irgendein Interesse gezeigt hat. Nur weil man den Trigger gelegt hat, durch den man einen der Kerle zufällig trifft, wird jener noch nicht eifersüchtig, wenn er anschließend von einer Fremden links liegen gelassen wird, man muss vorher schon auf Dates gewesen sein, damit sie einen bomben können. Außerdem gibt es den Rival-Mode nicht mehr, die beiden Freundinnen haben kein eigenes Love Interest, den sie einem wegschnappen können.

Dafür ist das 3P und PvP neu. Im Prinzip konnte man ja immer so viele Kerle nebenher daten, wie man wollte. Jedoch ging das Spiel immer davon aus, dass man demjenigen, den man letztendlich gewonnen hat, total treu und total in ihn verliebt ist. Lediglich ein Friendzone-Ende konnte in den DS-Versionen der beiden Vorgänger noch kommen, wenn einen wirklich zwei Kerle total geliebt haben, und man sich dann am Ende für den jeweils anderen entschieden hat. In 3rd Story hingegen kann man tatsächlich mit zwei Kerlen gleichzeitig ausgehen, die davon auch wissen, und letztendlich mit beiden zusammen romantisch enden, wobei es wichtig ist sie über den Spielverlauf gut ausbalanciert zu haben. Außerdem geht nicht jeder mit jedem, sondern die 6 Main Guys sind in 3 spezifische Doppel-Teams unterteilt. Beispielsweise natürlich die beiden Sakurai-Brüder, die in das übliche Kindheitsversprechen zu Beginn des Spieles einfließen, und bei denen man so oder so viele Doppelszenen zu sehen bekommt, weil die kaum was alleine machen, sprich ziemlich stark darauf ausgelegt sind, dass neue 3P-System zu versuchen. Und immerhin macht das Spiel bei ihnen diesmal keinen großen Deal darum, dass sie die beiden Jungs aus dem Flashback sind, sondern beim ersten erneuten Treffen in der High School sagen sie es einem direkt.

Angel Lvl.4, was auch immer das bringen mag

Angel Lvl.4, was auch immer das bringen mag

Was ist sonst noch neu? Die Kerle sind keinen Pappaufsteller mehr, sondern nun 3D-Modelle per Cel-Shading, was überraschend gut aussieht, man sich allerdings erst mal dran gewöhnen muss, dass sie in den Gesprächen nun leicht animiert sind, statt so starr, wie man das von Dating Sims und Visual Novels gewöhnt ist. Außerdem gibt es ein Angel-/Demon-System, je nachdem was man für Antworten gibt, kann man mehr in die eine oder andere Richtung geraten, was auch immer das wirklich macht, ich war irgendwie eh immer Angel.

Rose Queen ist auch neu. Auf dem Kulturfest im dritten Jahr wird das populärste Mädchen der Schule gewählt. Im Prinzip eine Auszeichnung für die Overachiever im Spiel, die sich mit allen Charakteren gut stellen, hohes Fashion Level erreichen, und universell alle Statuswerte sehr hoch trainiert haben. Ich hab mich nie um Rose Queen gekümmert. Auch das Fashion Level ist neu. Die Klamotten, die man anzieht, führen immer noch zu verschiedenen Outfit-Typen wie Sexy oder Pur oder Sporty etc, nur können sie jetzt mehreren davon zugehörig sein, und wenn man sie mischt neue Typen rauskommen. Die Jungs haben übrigens immer noch Präferenzen, wenn man allerdings immer den gleichen Typ anhat, mögen sie den irgendwann auch automatisch, man muss sich also nicht mehr komplett zu deren Vorlieben verbiegen.

Vivid und Natural machen Sporty

Vivid und Active machen Sporty

Sonst noch was? Eh, es ist ganz nett das einen die Kerle häufiger mal bei der Arbeit besuchen oder zu Hause anrufen, auch wenn sie nicht direkt ein Date wollen. Niedlich auch, dass man ein Foto des Freundes im Zimmer aufstellt (wobei bei mir glaub ich was geglitched ist, da ich jeden Durchlauf das von meiner ersten Eroberung drin stehen hatte, statt das es zum jeweils aktuellen Ziel wechselt). Oh ja, wir sind übrigens wieder an der Schule von 1st Love, Finale ist also wieder die Kapelle, und wir treffen Lehrer Himuro und den Schulleiter erneut (beide diesmal allerdings nicht gewinnbar, obwohl sie den alten Pedo-Schulleiter endlich mal etwas attraktiv umdesignt haben). Im Menü gibt es übrigens noch die Boy’s Life Option, die etwas wie Tomodahi Life für noch Ärmere 3D Chibis der Jungs in ihren Räumen zeigt, wie sie so ziemlich nichts wesentliches tun. Zumindest als ich mal reingeschaut habe, waren 2 am Lesen, die anderen 4 alle am Essen, keiner am masturbieren oder sich umziehen, von daher relativ nutzlos.

Diesmal gibt es wie erwähnt nur 6 Mains, die ganz normal über Dates und Statuswerte gewonnen werden können, dafür aber ganze 5 Geheimcharaktere, bei denen man die nötigen Event Trigger legen muss (und die wie gewohnt von den Mains sofort überschrieben werden, falls einer davon sich in die Liebe mit einem Stockholmed). Gewonnen habe ich diesmal sogar mal alle 6 Hauptcharaktere, wobei dem besonders hilfreich war, dass dort diesmal keine Shotas dabei sind, sondern jene unter den Geheimcharakteren versteckt wurden, von denen ich 2 erobert hatte:

Der Moment, wenn man heimlich einen Kuss stiehlt, ist gekommen

Der Moment, wenn man heimlich einen Kuss stiehlt, ist gekommen

Mein Erster, den das Spiel mir dann im Zimmer gerahmt für alle Ewigkeit präsentiert hatte, war Konno Tamao, der Intelligenz-Archetyp des Spieles. Er ist der bebrillte Schülerratsvorstand, und wird angetroffen, in dem der Int-Status hoch genug ist (Intelligenz/Social sind die beiden, die für sein Ende benötigt werden), oder besagtem Club beitritt. Aber genau genommen ist er mehr die Art Kerl, der zu perfekt ist, um nicht heimlich ein Serienmörder zu sein. Es ist einer der größeren Typen im Spiel, zieht sich immer gut an, ist gepflegt, wird bei einem Date sogar als Aushilfsmodel gecastet (mit strubbeligem Haar und ohne Brille ist er noch heißer). Er schreibt gute Noten, ist nicht schlecht in den sportlichen Aktivitäten. Trotz Schülerratsvorsitz und damit einhergehendem Achten auf die Regeln, ist er sehr sozial, versteht sich mit allen anderen, und versucht die Regeln immer möglichst zu biegen, um anderen das Leben einfacher zu machen.

Der Kerl hilft sogar einer alten Dame in einer Szene über die Straße, hilft beim Feuerwerksfest einem verlorengegangenem Kind, und verbringt sein Weihnachten damit, den Santa Clause für Kinder im Krankenhaus zu spielen. Teilzeitarbeit als populärer Aushilfslehrer, mag Hunde, vergrault aufdringliche Kerle vor den Dates… es gibt eigentlich keinen einzigen Fehler an Konno-Senpai. Das macht ihn tatsächlich zum perfekten Freund, den man sich im realen Leben nur wünschen könnte, aber doch manchmal etwas langweilig im Spiel. Lediglich eine kleine Substory gibt es, wenn er verspricht aber es dann doch nicht schafft, eine Band für Kulturfest einzuladen – nur damit sie dann beim Weihnachtsfest doch auftreten. Übrigens ist er ein Jahr über einem, sprich das dritte Jahr dann schon Uni-Student, wer also das Bühnenstück-CG mit ihm sehen will, muss daran schon im zweiten Jahr teilnehmen, und er ist natürlich nicht bei Klassen-spezifischen Events wie dem Klassenausflug dabei.

Jetzt sei nicht so prüde

Jetzt sei nicht so prüde

Auch Shitara Seiji ist ein Jahr älter, sprich nach dem zweiten Schuljahr geht er bereits ab, und ist ebenfalls nicht in Klassen-spezifischen Ereignissen involviert. Der blasse Schönling mit dem silberblauen Haar und rötlichen Augen, die an Evangelions Lieblingsalbino erinnern, sieht wie der Charakter aus, der an Style gebunden ist, allerdings ist der begabte Pianospieler der Kunst-Kerl. Als zweiten Status benötigt er noch Charme, denn etwas antisozial ist er schon und hat es nicht so mit Menschenmengen. Außerdem ist er der leicht arrogant-narzisstische Reiche mit eigenem Chauffeur. Entsprechend ist er etwas verwöhnt, und ziemlich einfach zu umschmeicheln, auch wenn er zunächst eher ablehnend wirkt, im Prinzip also der Tsundere des Spieles ist.

Seine Substory hat ein wenig damit zu tun, dass er zwar echt gut Klavier spielen kann, aber dies nicht gern vor anderen tut, früher mal auf einem Wettbewerb jemand besseren angetroffen hat, was aus irgendeinem Grund sofort sein Selbstbewusstsein zerstört hat, weswegen er nie wieder öffentlich zu spielen bereit war. Bis jetzt zumindest, versteht sich. Natürlich ist er auch einfach aus dem Konzept zu bringen, und dann entsprechend niedlich, wobei einige seiner Outfits irgendwie zu groß an ihm wirken, wie beispielsweise sein Weihnachtsanzug. Oh, und er hat Angst vor Löwenzahn. Fragt nicht.

Aizawa hat leider fast keine CGs zu biegen

Aizawa hat leider fast keine CGs zu bieten

Dritter im Bunde und erster Geheimcharakter war Schriftsteller Aizawa Shugo, heh unbewusst bin ich also zunächst allen älteren Charakteren hinterher gestiegen. Er ist ein wenig faul und lotterig, trinkt viel Kaffee, hat eine Schreibblockade, und ist deutlich älter als die anderen Charaktere, ich würde mal so um die 30 schätzen, aber das kann auch nur Wunschdenken sein, um ihn für mich noch passender zu machen. Angetroffen wird er nicht vor Oktober des 2. Jahres, wenn man sein Buch kaufen kann, und dann auf ihn Inkognito trifft. Später bei einem Autogrammtermin bekommt man dann mit, dass er er ist, und darf als Ausrede herhalten, warum er nicht am nächsten Buch arbeiten kann, da er sich um seine Nichte kümmern muss.

Ein paar Mal treffen, ein wenig bei ihm zu Hause aushelfen, und wenn er anfängt für eine Minderjährige zu Stockholmen, begeht er die moralisch richtige Entscheidung die Verbindung mit einem zu kappen. Wenn der Intelligenz-Status hoch genug ist, kann allerdings später ein Wiedertreffen angeleiert werden, und er ergibt sich seinem Schicksal. Wie sich herausstellt war seine Romantrilogie von Anfang an durchplant, basierend auf einer früheren Beziehung allerdings mit Bad End, und da die Bücher plötzlich bei Teenagern so beliebt wurden, konnte er das so nicht stehen lassen, aber kam auch auf kein besseres Ende. Erst durch seine neu erwachte Liebe zu einem hat er das Manuskript umschreiben können. Er nimmt einen übrigens in die gleiche Bar mit, in der Lehrer Himuro mit einem im ersten Spiel war, und wird dort genauso aufgezogen.

Treffen am Phallussymbol des zweiten Spieles

Treffen am Phallussymbol des zweiten Spieles

Der gleichzeitig angegangene Geheimcharakter Hasumi Tatsuya ist übrigens der neue Exklsuivcharakter für den PSP-Port. Ihn trifft man sogar noch etwas später erst an, denn im Januar des 2. Jahres (Schuljahr in Japan geht von März bis März, sprich im Spiel ist Oktober von Jahr 2 vor Januar Jahr 2). Und zwar in dem man ins Cafe Alucard geht und genug Charme aufweist, wird man von einem Kerl mit schrecklichen Haarschnitt, der quasi sein gesamtes Gesicht verdeckt, angestottert. Die Woche darauf trifft man auf einen wesentlich heißeren Kerl, der sich aber auch etwas schräg verhält, weniger creepy und mehr aufdringlich.

Wie sich herausstellt ist es natürlich ein und derselbe Kerl, nur dass er zwischenzeitlich als Model gecastet und entsprechen aufgebrezelt wurde. Er versucht zwar cool und aggressiv die Sache mit einem anzugehen, lässt sich aber dennoch leicht entmutigen, weswegen man selbst stark die Initiative ergreifen muss. Indem man im Prinzip zur richtigen Zeit zum Cafe Alucard geht und die richtigen Entscheidungen trifft, um ein späteres Missverständis aus dem Weg zu räumen (wie Aizawa macht auch er erst mal mit einem Schluss, bevor man ihn gewinnt, diesmal aus wesentlich dämlicheren Romcom-Gründen). Aber am Ende hat man sich dafür ein Model und Schauspieler geangelt, auf den jeder neidisch sein kann.

Schnell, schluck das Würstchen im Ganzen :D

Schnell, schluck das Würstchen im Ganzen :D

Fujiyama Arashi trägt seinen Namen nicht ganz zu unrecht, denn er ist der Muskelberg, der Sportcharakter des Spieles. Fitness und Sozial sind die Werte, die er an einem trainiert sehen möchte, was super einfach zu bekommen ist, besonders wenn man in einem vorherigen Durchlauf bereits Max-Fashion hatte und das Stirnband im Gepäck hat, mit dem die Fitness noch schneller hoch geht. Arashi gehört dem Judo-Club an, den er selbst gegründet hat, weswegen man jenen auch nicht auf Anhieb in der Liste auswählen kann, sondern erst nach dem Treffen mit Arashi die Option bekommt, ihm beizutreten. Zu treffen ist er zudem über den Teilzeitjob beim Schwimmbad, da er als Rettungsschwimmer/Bademeister dort arbeitet, was schon recht heiß ist (leider hält sich Girl’s Side 3 ein wenig mit dem Fanservice zurück, statt einen auf Free! zu machen und erst Mal heiße Kerle in Badehosen spalier stehen zu lassen).

Allem zum Trotz hatte ich zunächst die Befürchtung, dass er etwas langweilig sein könnte. Sein Design mit den braun-orangenen Haaren, der gebräunten Haut, den braun-grauen Augen popt nicht gerade, besonders wenn sein relativ zurückhaltender Kleidungsstil dann auch keine Farbe reinbringt, sondern er ein ebenfalls gedecktfarbiges Top trägt. Und er ist dann auch derjenige, der zwar im Sport gut ist, und ständig zur Energieauffrischung isst, jedoch schlechte Noten schreibt, sowie in den meisten Situationen sehr ernst bleibt. Doch ein wenig aufgelockert wird dies dadurch, dass er kein Problem damit hat, aus seiner Comfort Zone zu kommen. Er mag die Delfinshow im Aquarium, oder das Konzert in der Eventhalle, probiert gern Neues aus, hat einen Sinn für Kaligraphie. Seine Eltern waren wohl nicht so von seinem Judo-Sport begeistert, weswegen sie ihn spezifisch auf eine Schule ohne einen solchen Club geschickt haben, deswegen hat er vor ihnen verheimlicht selbst einen gegründet.

Yukata-CG beim Feuerwerk :3

Yukata-CG beim Feuerwerk :3

Kommen wir zu den Sakurai-Brüdern, den beiden Poster Children des Spieles, wobei Ruka noch ein wenig zentraler behandelt wird als Kouichi. Dennoch ähneln die Brüder sich in vieler Hinsicht sehr. Die beiden sind zu recht bekannten Raudis herangewachsen, mit denen man sich besser nicht anlegt, und denen bereits ein gewisser Ruf vorauseilt. Beide gehen einem Teilzeitjob nach, Ruka im Blumengeschäft, Kouichi an der Tankstelle. Beide teilen sich ein Motorrad und wohnen in einem verlassenen Diner, nachdem sie von zu Hause abgehauen sind. Wobei nie direkt gesagt wird, dass sie sich direkt nicht mit ihren Eltern verstehen würden, Kouichi überredet Ruka scheinbar auch zumindest zu Feiertagen vorbeizuschauen. Beide necken einander sehr gerne, können genauso gut austeilen wie einstecken, wobei Ruka definitiv der verspieltere Kerl ist, während Kouchi etwas ernster und schwarzhumoriger daher kommt.

Später finden wir dann heraus, dass sie nicht wirklich verwandt sind, weil Ruka adoptiert wurde. Wie gesagt, scheinbar sind die Eltern durchaus nette Leute, und dies sollte alles kein Problem sein, von daher weiß ich nicht ganz so genau, was dazu geführt hat, dass Ruka abgehauen ist. Kouichi ist ihm gefolgt, weil er als der ältere und stärkere Bruder ihn sowieso immer beschützt hat. Und schon dreht mein Boys Love Radar mit mir durch und ich will eine Story haben, in der die beiden eine heiße Nicht-wirklich-Inzest-Beziehung miteinander beginnen. Ich mein, so stark wie das Spiel die Brüder als 3P-Option pusht, seh ich zumindest einen Teufelsdreier in deren Zukunft. Aber noch Mal ein wenig zu den Unterschieden der beiden.

Bad Boy Hotness

Bad Boy Hotness

Ruka ist der Schönling der beiden, mit femininen Zügen, langen blonden Haaren, und Porzelanhaut. Macht ihn auch bei den Schulkameraden und besonders der weiblichen Schülerschaft beliebter, weil er eben auch der kumpeligere ist, der immer lächelt, und immer aufgedreht und zu Späßen bereit ist. Außerdem scheint er echt gut in Mathe zu sein, wie eine Cutscene mit Himuro einem zeigt, wobei er allerdings in den Examen ganz wie Kouichi eher im Mittelfeld auftaucht (jedoch in Mathe definitiv die besten Punkte hat). Lässt sich gern auf verrückte Mutproben ein, um an Geld und Essen zu kommen – immerhin leben die Brüder auf sich alleine und haben deswegen wenig Haushaltsgeld. Übrigens braucht es diesmal keine hohen Statuswerte in allen Bereichen, um das Idol des Spieles zu gewinnen, sondern da es in den Sakurai-Brüdern gleich zwei gibt, werden sie aufgeteilt, im Falle von Ruka sind Intelligenz, Fintess, Style und Sozial wichtig. Dann gibt es eine dramatische Szene, bei der er durch einen Unfall im Krankenhaus landet, und man besucht ihn, und anschließend kauft er ein kleines Häuschen für sich und einen selbst, das er renoviert, während er plant doch noch zur Uni zu gehen.

Kouichi hingegen ist das ehrfurchtgebietende Gegenstück zu Ruka, da körperlich beeindruckender, mit einem fast ständig grimmigen Gesichtsausdruck, und selbst einer Frisur, die ihn wie einen Yakuza erscheinen lässt. Darunter versteckt sich natürlich ein echt netter Kerl, mit trockenem Sinn für Humor, der sich ständig Sorgen um Ruka macht und ihm helfen will, da er immer der schwächere junge Bruder war, bis beide zu Raudis aufgewachsen sind. Und er ist tatsächlich derjenige, der die Primeln bei der Kapelle gießt, zu denen man als Kind das Versprechen in der Backstory gegeben hat. Die Dynamik zwischen den beiden Brüdern ist echt niedlich, und die Szene, wenn Kouichi den schlafenden Ruka mit Make-Up aufbrezelt herrlich. Übrigens ist Kouichi selbst nicht ganz unstylisch, bevorzugt den Vintage-American-Style für sich. Für ihn sind die Werte Kunst, Fitness, Sozial und Charme wichtig, die man ziemlich alle durch den Tennis-Club trainieren kann. Witzigerweise führt es dazu, dass man der totale Loser in den Examen ist, während die 4 Stats für Ruka inen zur Nr.1 gemacht haben. Er lässt sich dann in seiner Überfürsorge für Ruka verhaften, wird aber wieder freigelassen, und gesteht sich ganz selbsüchtig ein Monopol auf einen selbst ein. Da er davon träumt die Welt zu sehen, kauft er auch ein Auto statt wie Ruka eine Wohnung.

Eh, immerhin ist die Weihnachstbeleuchtung hübsch

Eh, immerhin ist die Weihnachstbeleuchtung hübsch

Niina Junpei ist der Charakter, den ich mir Artworks anschauend ganz unten in die Liste gesetzt hatte, nachdem ich ihn dann im noch weniger attraktiven Cel-Shading-Modell gesehen habe, ganz von der Liste gestrichen habe, um ihn dann, weil ich eh schon alle anderen Mains hatte und nur ihn übergangen hätte, doch wieder rauf gesetzt hatte. Von seinem Design bin ich immer noch nicht überzeugt, der ironischerweise an Intelligenz und Style gebundene Charakter ist definitiv der wenigst attraktive. Ich mag seine Frisur nicht, aber auch sein Farbschema ist wie bei Fujiyama etwas fragwürdig, da auch er Haare in Brauntönen hat, gebräunte Haut offeriert, plus auch gräuliche Augenfarbe hat. Seine Klamotten sind dafür bunter und ausgefallener, und wie das bei den Style-Charakteren so ist, die Hälfte davon scheußlich.

Junpei ist Junpei in Persona 3 nicht unähnlich. Auch er ist ein aufgedrehter und etwas kindischer Kerl, der allerdings um einen herum versucht etwas ernster und cooler zu wirken, bis er dann später irgendwann zu sich selbst findet und einen authentischeren Mittelweg einschlägt. Übrigens ist er ein Jahr jünger, man trifft ihn also erst zu Beginn des 2. Jahres, höchstens mit genug Style im Vorjahr schon mal bei einem Einkauf. Weiß natürlich viel über Oberflächlichkeiten wie Mode und Haarprodukte, sowie vergöttert das Idol des ersten Spieles, Model Hazuki Kei. Ist aber eigentlich schon recht niedlich und charmant, wenn man ihn genauer kennen lernt, sofern man seine abgedrehteren Anwandlungen ertragen kann, sowie dass er einen Onee-san nennt.

Hey hey hey, personal space!

Hey hey hey, personal space!

Der Rest:
Bleiben noch drei Geheimcharaktere, die ich nicht gewonnen habe. Zum einen ist das Oosaka Chikara, der Lehrer des Spieles. Er ist 24, sieht aber aus wie 12, und ich steh nicht auf die Shotas. Das ist dann auch schon sein Hauptimmick: Sein Aussehen wie ein Kleinkind reibt sich daran, dass er erwachsen ist, und zusätzlich spricht er Phrasen, die eh eher auf einen Lehrer 40+ statt jungen 24 passen würde. Gewonnen wird er durch die richtigen Event-Trigger, zu denen auch das Gewinnen der Rose Queen gehört. Von daher ist er wohl theoretisch gesehen wirklich der am Schwersten zu bekommende Charakter.

Taira Kenta ist ein ziemlich durchschnittlich aussehender Kerl, der sogar in die gleiche Klasse wie Dre Ary geht, aber dennoch zu langweilig und schüchtern ist, um ein Hauptcharakter zu werden. Ihn gewinnt man in der DS-Version, in dem man Wo ist Waldo mit ihm spielt. Sprich in einigen Event-Hintergründen wurde er untergebracht, und man musste ihn per Touchscreen berühren. Gibt es so in der PSP-Version nicht mehr, stattdessen wird an jenen Punkten der Quadrat-Knopf gedrückt, um sich umzusehen. Witzigerweise ziehen seine Kumpels ihn ständig damit auf, dass er einen anflirten würde, obwohl er genau deswegen gar nicht so weit kommt.

Bliebe noch Kasuga Taiyou übrig, der andere Shot des Spieles. Er ist zwei Jahre jünger, und eigentlich echt süß, aber wirklich nichts, womit ich eine Romanze anfangen will. Ihn bekommt man, indem man dem Baseball-Club beitritt. Im zweiten Jahr bekommt er ein Match von einem mit, und kommt dann ab dem dritten Jahr an die gleiche High School.

Wann genau fangen wir an, das Küssen aneinander zu üben?

Wann genau fangen wir an, das Küssen aneinander zu üben?

Und dann haben wir natürlich noch die Freundinnen, von denen es diesmal nur zwei im Spiel gibt, und die diesmal sogar Freundinnen bleiben, weil sie keinerlei Interesse an irgendeinem von den Kerlen zeigen, die man über den Spielverlauf gewinnen kann: Karen und Miyo.

Karen ist die erwachsener wirkende der beiden, aber obwohl das zutrifft dennoch auch relativ aufgedreht an ihren irren Tagen. Muss wohl in der Familie liegen, denn Karen ist die Hanatsubaki des Spieles, gehört also der Familie der Modeschöpfer an, die schon in den vorigen zwei Spielen die schrägen Nebencharaktere gegeben haben. Sie leitet den General Store, mimt den Prinz in Cinderella, wenn man beim Schauspiel keinen Freund hat (die beiden springen allgemein für alle Events ein, für die man noch keinen Kerl hat – Geburtstagsgeschenke gibt es sogar auch wenn man einen Freund dafür an Land ziehen konnte). Veräppelt gern den Schulleiter, gibt einem den Spitznamen Bambi, lässt sich nicht mal von den Sakurais einschüchtern, und hat leichte Probleme damit, dass sie von allen so übertrieben speziell behandelt wird. Außerdem ist sie es, die wenn man vom Einkaufen wiederkommt, das Outfit evaluiert, und einen entsprechend das Fashion Level steigern lässt. Sonntags/Feiertags angerufen, erfährt man über sie auch, welchen Kleidungsstil die Kerle bevorzugen.

Miyo hingegen angerufen übernimmt den üblichen Posten den ganzen Rest der Infos über die Charaktere bereitzuhalten, sowie das Tokimeki Panel zu haben, auf dem gezeigt wird, wie sehr oder wenig die Charaktere einen momentan leiden können. Ist klein und niedlich, hasst es als Kind verwechselt zu werden, wird aber durch ihre Fähigkeiten des Wahrsagens ebenfalls von den anderen auf der Schule vertraut. Sie arbeitet beim Bäcker, gehört zudem dem Kunstclub an, und hat einen eher trockenen Sinn für Humor im Vergleich zur aufgedrehten Karen. In Cinderella übernimmt sie die Rolle der Hexe.

Season of 2nd Kisses: Return of the Dating Sim

ava-2020Ich glaube ich habe ein Sucht-Problem. Hallo, mein Name ist Kaoru, und ich kann nicht aufhören virtuelle Stereotypen zu daten. Über meine Comfort Zone der immer gleichen Abläufe die Statuswerte meines wesentlich talentierteren, schlaueren, und schöneren falschen Alter Ego sich erhöhen zu sehen, sowie minderjährige High-School-Schüler in meine Honigfalle zu locken, ist einfach momentan unwiderstehlich.

Tokimeki Memorial Girl’s Side also erneut, diesmal im zweiten Spiel mit Untertitel 2nd Kiss für die PS2, aber von mir natürlich als 2nd Season auf dem von Fans übersetzten DS-Port bespielt. Geändert hat sich abgesehen vom Cast der Charaktere zum Vorgänger wenig bis gar nichts.

Bestes Club-Add ever

Bestes Club-Add ever

Die Statuswerte bleiben natürlich gleich: Das Können des Mädels, durch deren Augen wir die Anime-Welt sehen, ist in Intelligenz, Kunst, Fitness, Soziales, Style und Charme unterteilt. Je nachdem, was sie von Montags bis Samstag für eine Aktivität ausübt, welchen Teilzeitjob sie hat, welchem Schulclub sie beigetreten ist, und mit welchen von vier Freundinnen sie Zeit verbringt, steigen und fallen diese entsprechend. Ein paar Tage zu verschlafen mindert den sich dadurch angestauten Stress wieder, und ein Taschengeld zum Einkaufen gibt es natürlich auch erneut.

Sonntags und an Feiertagen werden die Jungs auf Dates eingeladen, besagte Verabredungen dann auch begangen, oder eben in der Einkaufspassage ein Outfit gekauft, welches auf dem nächsten Date angezogen werden kann. Die Jungs dorthin einladen, wo sie gern sind, ihnen die Antworten geben, die sie gern hören, und dabei ein Outfit anhaben, welches ihnen gefällt, und schon gewinnt die haargenau auf sie abgestimmte Scheinpersönlichkeit langsam aber sicher deren Herz. Vernachlässigte Jungs werden sauer und schicken Bombendrohungen, müssen über Friedensverhandlungen an einem Date wieder beruhigt werden. Findet sogar alles in der gleichen Stadt mit den weitestgehend gleichen Lokalitäten des Vorgängers statt, auch wenn die besuchte Schule diesmal eine andere ist, statt an der sagenumwobenen Kapelle wird sich also am legendären Leuchtturm am Ende getroffen, um sich tru wuv for evurz and evurz zu deklarieren.

Bester Nebencharakter, Nichte vom Style-Blogger aus 1st Love

Bester Nebencharakter, Nichte vom Style-Blogger aus 1st Love

Gehabt ist das Gewinnen von individuellen Jungs eigentlich ziemlich simpel und einfach, vor allem wenn man merkt das zusätzliche Komplikationsfaktoren wie das Fashion Blog oder Horoskop ignoriert werden können, und zwischen zwei Outfit hin und her zu wechseln auch schon reicht, damit man den Jungs nicht langweilig wird. Der zweite Teil schien mir sogar noch etwas einfacher zu sein, dank netter Kleinigkeiten. Beispielsweise gibt es ein Coupon-Heft, welches bei den Einkäufen Rabatte einräumt. Außerdem bekommt man nun Mails, wenn die Spezialkleidung (Kleid, Yukata, Furisode) zum Verkauf stehen (was welchem Stil angehört wird jedoch immer noch nicht vorher verraten).

Wenn man beim Fragebogen, den der Lehrer zu Beginn verteilt, und der die Anfangsstatuswerte bestimmt, auf die fragwürdig persönlichen letzten zwei Fragen nach dem Traumtypen entsprechend antwortet, kommt es zu einem versehentlichen Kuss mit einem der Jungs zu Spielbeginn, was deren Ending-Voraussetzungen um einige Dates herabsetzt. Ein paar Antworten sind immer noch sehr random, einem Kerl, der das Feuerwerk bewundert zu sagen, dass man es für zu laut gehalten hat, kann merkwürdigerweise die perfekte Erwiderung sein, allerdings sagt das Mädel anschließend eh noch direkter als schon im Vorgänger, ob das nun eben eine schlechte, ok-ige, oder gute Antwort war. Zudem ist Skinship einfacher, wo wahlloser unerwünschter Körperkontakt im Vorgänger auch gut Negativeffekte haben kann, ist im zweiten Teil den Kerlen die Finger in die Augen zu rammen so gut wie immer positiv, egal wie häufig man es macht oder wie sehr sie einen mögen.

Heavy Petting Minigame im Auto

Heavy Petting Minigame im Auto

Stichwort Skinship, hier gibt es eine Neuerung. Wenn man genug gemocht wird und einen der Kerl anschließend nach Hause begleitet, kann es zu einem neuen Minigame kommen, welches ich einfach mal Heavy Petting nenne. Wir sehen den Kerl jetzt im Profil neben uns her laufen, haben eine gewisse Anzahl an Zeit, um die herumfliegenden Herzen auf ihm zu betasten. Das lässt das Herz auf dem anderen Bildschirm immer schneller schlagen, sein Kopf-Ikon immer roter werden, bis er irgendwann aufgibt und man ihn für kurze Zeit wild unter Herausfliegen von Herzen begrapschen kann, während er ungehalten vor sich hin stöhnt und am Ende gibt es einen weißen Flash. Mehr als nur ein wenig unbehaglich ein Minispiel, und die anschließenden Kommentare der Typen verkleiden die Tatsache, dass man sie gerade mehr oder minder zum Orgasmus sexuell belästigt hat, auch nicht gerade viel. Aber das neue Spielchen führt dazu, dass sie einen hier noch schneller mögen.

Seltsamerweise ist allerdings das Tokimeki Panel, welches der Nachbarsjunge an freien Tagen zeigen kann, um zu sehen wer einen wie sehr oder eben nicht mag, weniger übersichtlich. Wo der Vorgänger noch in der Übersicht direkt die Bomben gezeigt hat, plus ein Gesichts-Ikon wo in der Affinität sie stehen, bekommt man dies hier nun erst gezeigt, wenn man den Charakter für die genaue Info anklickt. Eine Kleinigkeit, aber schon merklich, wenn Yuu mal wieder sagt, dass eine der Attention Whores bitchy geworden ist, und man sich erst durch alle Jungs durchklicken muss, um herauszufinden, wen man genau jetzt auf ein Mitleids-Date einladen muss.

Ich versuch dich nur aus dem Weg zu schieben, weil WALHAI <3

Ich versuch dich nur aus dem Weg zu schieben, weil WALHAI <3

Was ich ganz nett fand ist, dass das natürlich immer noch viel auf Statistiken von Statuswerten gemünzte Spiel etwas belebter wirkte, und Spielercharakter Ms Dre Ary 2.0 nicht mehr der Mittelpunkt des Universums der Charaktere zu sein schien. Jedenfalls habe ich hier wesentlich häufiger mal die anderen Charaktere dabei angetroffen, wie sie sich untereinander unterhalten haben. Häufiger mal eine nette Mail von den BFFs bekommen. Niedlich auch, dass jeder Charaktere eine andere Legende, die sich um den Leuchtturm ranken soll, zu kennen scheint. Und Charaktere aus dem ersten Spiel sieht man als kleines Schmankerl auch hier und dort mal in den Hintergründen der Dating-Spots. Oh, und im Aquarium gibt es eine Walhai-Ausstellung, somit hat 2nd Season eindeutig schon mal gegenüber 1st Love gewonnen. Zu schade das die Kerle sauer werden, wenn man sie mehrmals nacheinander zur gleichen Lokalität einlädt, sonst wäre es immer das Aquarium geworden.

Zusätzlich sind die Bishounen diesmal attraktiver, nehme ich mal an, zumindest habe ich hier mehr in eine Liebesbeziehung zu Stalkerin Ms Dre Ary 2.0, die gern mal zu spät kommt, hinein ge-Stockholm-Syndrom-ed gehabt, als im vorigen Spiel. Sechs von acht Hauptcharakteren und zwei von drei (bzw. vier) Geheimcharakteren, um genau zu sein. Ganz oberflächlich wie ich nun Mal bin, hab ich einfach von jedem schnell mal den Namen gegoogelt gehabt, und dann eine Liste der schlicht optischen Attraktivität gemacht, mit 3 A-Rang-Kerlen, die zuerst gestalked wurden, 2 B-Rängen für anschließend, und 3 C-Rängen falls ich dann immer noch Bock hab. Wobei die Attraktivität der Charaktere in einem TokiMemo sowieso von Artwork zu Artwork fluktuieren kann, aber hat schon ungefähr hingehauen.

Im Butler-Kostüm ist er nicht so unbeliebt

Im Butler-Kostüm ist er nicht so unbeliebt

Shiba Katsumi war das erste Opfer in meinem Jagdrevier, da er einfach von allen Charakteren mit Abstand am besten aussieht. Kurioserweise stellte sich heraus, dass er der Sportler-Archetyp des Spieles ist, ich also erneut jenen zur ersten Wahl gemacht hatte. Er ist der dunkle, große und coole Typ. Hat allerdings einen netten trockenen Humor (voller nicht unbedingt sofort erkennbarer Doppeldeutigkeiten) und ist ein Magnet an Haustier-Zuneigung. Ein wenig stoisch, vielleicht sogar ein wenig unsozial, und sogar etwas bemüht mysteriös zu erscheinen, hält er einen zunächst auf Distanz, kann aber nicht anders als unbewusst sich ständig zu sorgen und zu helfen wenn Not am Mann ist. Kann einen ziemlich mörderischen Blick auflegen, ist dafür umso niedlicher wenn aus der Reserve gebracht.

Seine Schulnoten sind nicht gerade gut, kümmert sich dafür aber auch bei einem selbst nur um Fitness- und Sozial-Status. Hat einen kleinen Narkolepsie-Einschlag, die Hälfte der Begegnungen mit ihm scheint er müde zu sein oder wird irgendwo wegdämmernd entdeckt. Es ist eine gute Idee dem Baseball-Club beizutreten, denn dem schließt er sich später an, wenn er übers Trauma weggekommen ist, dass er als Kind bereits mal ein Team ruiniert hat. Sein Traum ist entsprechend mal Profispieler und anschließend Coach zu werden. Im Gegensatz zu Suzuka im ersten Spiel geht seine Affinität allerdings sehr flux hoch, lädt er einen häufiger von sich aus zu Dates ein, und er ist auch der einfachste Skinship-Partner, und derjenige, der eher mal „greif ruhig noch etwas beherzter zu“ meint. Mag allerdings das Feuerwerk-Festival wohl nicht sonderlich als Date-Spot, aber einen einzelnen Fehler sei jedem gegönnt.

Ich hatte nie so attraktive Lehrer

Ich hatte nie so attraktive Lehrer

Weiter ging es mit Wakaouji Takafumi, dem Klassenlehrer des hiesigen Spieles. Ich hab es halt eher mit den erwachseneren Typen im Cast, immerhin bin ich ja selbst kein Teenager mehr. Waka-Sensei ist so ziemlich das Gegenteil von Himuro im Erstling, denn er ist ein leicht verplanter Typ, der immer zu Scherzen aufgelegt ist. Ein Teil davon ist sicherlich nur Show, aber er nimmt das Leben schon leichtherziger, und ist auch schon Mal zu oberflächlichen Flirts mit seinen Schülern bereit. Die sind natürlich genauso offensichtlich distanziert wie die meisten seiner Geschichten frei erfunden sind. Das alles macht ihn natürlich ziemlich beliebt bei seiner Schülerschaft. Als Pluspunkt liebt er Kaffee, als Minuspunkt hält er sich mehrere Katzen. Seine Kombi aus grünem Sweater und braunem Blazer ist ziemlich dorky, auf Dates läuft er allerdings hingegen überraschend stylisch rum. Im Prinzenkostüm zur Schulaufführung ist er auch ganz schick. Außerdem redet er gern von sich selbst in der dritten Person als „Lehrer“, was im Japanischen sicherlich funktioniert, in einer Übersetzung allerdings immer komisch klingt, hingegen allerdings zu seiner Persönlichkeit passt.

Natürlich hat er auch eine ernste Seite, als naturwissenschaftliches Genie das in Amerika studiert hat, dabei aber die spaßigen Seiten seiner Jugend verlor. Waka-Sensei leitet auch einen Klub, nämlich den der Leichtathletik, da er da ebenfalls ganz begabt drin ist. Etwas merkwürdig, denn die für ihn benötigten Statuswerte sind Intelligenz, Style und Sozial, Fitness ist nirgendwo zu finden. Netterweise nimmt er es einem aber auch nicht übel, wenn man seinem Klub bei allen Meisterschaften zum Verlust verhilft. Als Autoritätsperson ist es natürlich erneut so, dass man ihn nicht auf Dates einladen kann, sondern auf seine Einladungen warten muss.

Geht übrigens auf die Schule von 1st Love

Geht übrigens auf die Schule von 1st Love

Akagi Kazuyuki ist der letzte A-Rang-Typ gewesen. Nach einem normalen Mitschüler, einem nicht auf Dates ausführbaren Lehrer, nun auch das dritte Schema an Kerl: Der Geheimcharakter. Er stammt noch aus der PS2-Version und ist genauso einzufangen, wie Chiharu aus dem Vorgänger: Einkaufen gehen. Statt nur über Mails mit ihm zu kommunizieren, trifft man ihn allerdings regelmäßig beim Nachhauseweg zufällig an, was normalerweise in einem kleinen Streitgespräch und anschließendem gemeinsamen Gelächter endet, weil man sich halt doch sympathisch ist. Er ist beliebt, schlau, und sieht gut aus, und dadurch das man bei den Geheimcharakteren immer etwas wenig Interaktionen hat und die drei Jahre wenig gefüllt bekommt (da Hauptcharaktere sie überschreiben kann man nicht mal nebenher mit anderen ausgehen, sonst läuft man Gefahr, sich die Geheimcharaktere auszuschließen), ist er dennoch ein wenig langweilig. Gerade wo zwischen den ersten Begegnungen und dem Finale seiner Route gut ein Jahr ohne jegliche Treffen liegen können. Zumal ich das Ende nicht so sehr mag, weil es einen selbst schlecht aussehen lässt, da sich der Spielercharakter nach einem kleinen einfach auszuräumenden Missverständnis wie eine bipolare Wahnsinnige aufführt, und der eigentlich unschuldige Akagi das umständlich wieder glattbügeln muss. Ich hasse solch forciertes unlogisches Drama in Romanzen.

Manchmal wirkt er ja schon etwas jung

Manchmal wirkt er ja schon etwas jung

Mit Komori Taku kommen wir eigentlich zu einem Kerl, den ich bei C eingeordnet, aber dann doch schon hier erobert hatte. Hauptsächlich deswegen, weil er ein weiterer Geheimcharakter ist, und es natürlich sinnig war, beide in einem Durchgang zu erobern, erst gegen Ende eine der beiden Routen zu finalisieren, eben weil die drei Jahre sonst noch langweiliger gewesen wären. Der Name des DS-exklusiven Charakters ist dabei Programm, denn Taku ist ein Hikikomori. Ein paar Monate ins zweite Schuljahr hinein stellt Wakaouji den schüchternen Kerl der Klasse als neuen Mitschüler vor, anschließend kommt er nie wieder zur Schule, sondern verschanzt sich zu Hause. Mit dem richtigen Sozialwert und ihn täglich nach der Schule in seiner selbstgemachten Falle zu stalken, weicht er langsam auf. Der Kerl mit der schwammigen Persönlichkeit macht natürlich die ganze „Mimimi, ich will keine Last sein“-Ansprache und mag den Strand und Delphine, die Serienvergewaltiger der Meere, aber ist doch ganz niedlich. Zumindest sobald man ihn davon überzeugt hat, wieder zur Schule zu kommen. Er wiederholt dann das zweite Jahr, ist also nicht mehr mit einem in der Klasse, hat einen schickeren Haarschnitt (definitiv ein Upgrade zu Rang B) und ist sogar ganz beliebt bei den neuen Mitschülern. Dadurch das man ihn später trifft und etwas mehr zum Erlegen arbeiten muss, wirkt seine Route halt nicht ganz so leer wie die von Akagi.

Die Nicht-Haartollen-Seite ist definitiv die Schokoladenseite

Die Nicht-Haartollen-Seite ist definitiv die Schokoladenseite

Hikami Itaru erinnert optisch ein wenig an Himuro-Sensei aus dem ersten Teil, und ist wohl auch mit ihm verwandt. Wobei seine merkwürdige Haartolle je nachdem, aus welchem Blickwinkel sein Artwork gezeichnet ist, ihn mal wie einen A-Rang und mal wie einen C-Rang aussehen lässt, von daher ist er auf Rang B ganz gut aufgehoben. Er ist der Intelligenz-Charakter (Sozial ist der Nebenstatus, der für seine Route nötig wird), hat einen Sitz im Schülerrat und ist als übertrieben strickter Kerl, der sich immer haargenau an die Regeln hält, natürlich nicht unbedingt bei seinen Mitschülern beliebt. Das erste Treffen mit ihm ist natürlich dementsprechend nicht ganz so positiv, und das zweite durch seinen lächerlichen Fahrradhelm auch nicht attraktiv zu nennen (nie mit ihm auf ein Bade-Date gehen, er hat eine passend schreckliche Badekappe auf). Eigentlich will er natürlich für alle nur das Beste, und muss über die drei Jahre hinweg lernen, wie er umgänglicher wird, um auch bei den Leuten anzukommen.

Er ist ein wenig altmodisch und steif, hat dadurch aber mit die größte Bandbreite an Emotionen auf den Dates parat. Während einige seiner Outfits wie bereits erwähnt desaströs sind, sieht er dafür im Skianzug wiederum gigantisch aus und hat auch einen der besseren Weihnachtsanzüge zu bieten. Sein Traum ist übrigens einen Doktortitel in Astrophysik zu haben und den Nobelpreis zu gewissen, an Ambition fehlt es ihm also nicht. Zum Ausgleich hat er allerdings auch eine Faszination fürs schnelle Fahren. Überrascht war ich ja etwas damit, dass er einen, sobald die Affinität hoch genug ist, doch sehr häufig zu Dates einlädt, statt schüchtern zu bleiben. Dafür ist er allerdings auch derjenige, der einem am direktesten beim Skinship darauf anspricht, warum man ihn so unnötig anheizt, um dann doch nicht die Beine breit zu machen.

Eines der wenigen coolen CGs von Harry

Eines der wenigen coolen CGs von Harry

Das andere B macht Hariya Konoushin aus, der lieber Harry genannt werden will. Eigentlich ein ganz attraktiver Charakter, sieht er mir im Prinzip einfach noch ein wenig zu Grün aus. Er ist der moderne und modebewusste Charakter des Spieles, und dementsprechend ist ihm schulische Leistung ziemlich egal, überraschend ganauso sehr das soziale Verhalten, sondern Style und Charme müssen trainiert gehalten werden. Er ist halt schon ein oberflächlicher Narzisst, der gern herum posaunt, dass mit ihm gesehen zu werden doch ein enormes soziales Statusupgrade für einen darstellt. Außerdem ist das Fashion Victim in einer Band und auch ansonsten von seiner Art eher extrovertiert, weswegen Dates im Einkaufszentrum oder beim Karaoke angesagt sind.

Außerdem ist er einer der dümmsten Charaktere, jedoch sehr unbeeindruckt davon, wenn man selbst in den Klausuren schlecht abschneidet. Das hat ihn alles auch was seine Persönlichkeit anbelangt nicht unbedingt zu meinem Liebling gemacht. Als die Fashion Icon des Spieles, wie das in japanischen Medien für Teeny-Mädels gern üblich ist, ist die Wahl seines Kleiderschrankes allerdings manchmal mehr als zweifelhaft. Er mag einen von allen Charakteren mit am schnellsten, was es allerdings anstrengend machen kann, um seine niedrig-rangigen CGs zu bekommen. Natürlich findet man später heraus, dass seine Arroganz zumindest zum Teil gespielt ist, er eigentlich mit Lampenfieber kämpfen muss. Außerdem ist er einer der Charaktere, die hinter die Fassade von Main Saeki geschaut bekommt, und ihn auf dessen Bullshit anspricht. Macht ihn wieder ein wenig sympathischer. Er ist und bleibt, selbst wenn er einen mag, allerdings recht Tsundere-ish von seiner Wesensart.

Immer besser, wenn nicht seine ganze Frisur im Bild ist

Immer besser, wenn nicht seine ganze Frisur im Bild ist

Masaki Motoharu leitet den C-Rang ein. Auch er ist ein leicht spezieller Charakter. Nein, er ist kein Geheimcharakter, sondern taucht schon ganz normal im Tokimeki Panel auf, und muss gewohnt über Dates und Statuswerte (Fitness und Sozial) gewonnen werden. Allerdings gehört er nicht zu den Mitschülern, sondern ist ein leicht älterer Student, der bereits von der Schule abgegangen ist und im Blumengeschäft arbeitet. Dort einen Teilzeitjob anzunehmen ist also sehr wichtig um ihn zu gewinnen. Als nettes Schmankerl ist dessen Boss die strickte Arisawa, eine der BFFs aus dem ersten Teil – diejenige die in Blumennarr Morimura verschossen war. Auch ihn kann man nicht auf Dates einladen, sondern muss auf ein Aktivwerden seinerseits warten, wobei seine Affinität allerdings auch Raketen-artig hoch geht.

Sein Haarschnitt lässt ihn schlechter aussehen, als er das eigentlich müsste, dafür ist er in seiner Lederjacke oder in seiner alten Schuluniform zum Anbeißen. Der eher leichtherzige Kerl, der es nur auf eine zweitrangige Uni geschafft hat, kann kochen, zieht einen gern auf, und hat eine Affinität für Horrorfilme (der Silent Hill OST ist ein gutes Geschenk für ihn) – alles Dinge, die ihn mir natürlich sympathisch machen. Witzig auch, dass er einen nicht zu Fuß nach Hause begleitet, sondern nach den Dates mit dem Auto fährt. Wobei man weiterhin im Skinship ihn hochgefährlich einen Handjob geben kann, was er auch entsprechend trocken kommentiert. Das er ständig davon redet, man habe sich einen silbernen Stern verdient, wenn man sich auf den Dates richtig verhält, ist allerdings schon etwas abturnend.

Rang C war schon etwas zu hart - zumindest optisch, nicht bei Persönlichkeit

Rang C war etwas zu hart – zumindest optisch, nicht in Persönlichkeit

Last und auch least haben wir dann noch Saeki Teru, den Main des hiesigen Spieles. Derjenige, der natürlich der Junge aus dem Flashback zu Spielbeginn ist, der sich mit Dre Ary die suizidale Legende um Meerjungfrau und ihren Geliebten angehört haben und sich ein Wiedersehen am Leuchtturm versprachen. Die ersten zwei oder so Bilder, die Google ausgeworfen hatte, waren vielleicht nicht die besten, denn eigentlich gehört er eher in Rang B statt auf Rang C. Aber egal. Als Poster Child benötigt er natürlich alle Statuswerte auf recht hohen Höhen, wobei alle anderen dadurch zwangsläufig angetroffenen Charaktere und ihre Bombendrohungen vom Hals zu halten die größerer Schwierigkeit ist, und ist dies dann irgendwo doch nicht ganz wert. Während das Verbrechen von Hazuki im vorigen Teil eigentlich lediglich war, dass er stinkend langweilig ist, hat Saeki mehr Persönlichkeit zu bieten.

Zu dumm nur, dass er ein Arschloch ist. Zumindest zur Protagonistin, denn die hat zu Spielbeginn entdeckt, dass er im Cafe seines Großvaters, das an den Leuchtturm angeschlossen ist, als Kellner arbeitet. Und da anstatt sich auf die Schule zu konzentrieren nebenbei auch zu arbeiten eher ungern gesehen wird, findet er gar nicht gut, dass Dre Ary sein Geheimnis kennt. Macht wenig Sinn, denn das Cafe ist sehr beliebt, gerade bei jungen Mädels, von daher ist es merkwürdig, dass das Spiel einem weismachen will, kein einziger anderer seiner Mitschüler oder Lehrer habe ihn dort je kellnern sehen. Allen anderen Leuten gegenüber zeigt er natürlich ein anderes Gesicht, denn Saeki Teru ist Fake ohne Ende. Als Prinz der Schule legt er großen Wert auf sein Aussehen, um cool zu wirken würde er allerdings seine kalkuliert-bemühte Unbemühtheit nie eingestehen, rangiert bei den Klausuren immer im oberen Bereich der Schulergebnisse, und ist scheiße freundlich zu allen Mitschülern. Außer zu uns, denn wir kennen ja bereits das Geheimnis, dass dies alles nur perfekt einstudierte Fassade ist, also nimmt er sich bei Dre Ary die Freiheit, ein unfreundlicher Miesepeter zu sein. Wie in solchen Romanzen für Teeny-Mädels üblich sollen wir das natürlich gut finden, immerhin zeigt er nur uns sein wahres Gesicht, macht ihn halt aber nicht weniger zum Arschloch. Außerdem gibt er uns gern mal „spielerische kleine“ Knuffs, die in einem CG aber eher aussehen, als würde er Dre Ary eine ordentliche Backpfeife verpassen.

Natürlich finden wir heraus, dass er unter enormen Stress steht. Er liebt seinen Großvater und das Cafe, seine strickten Eltern lassen ihn aber nur dann dort arbeiten, wenn es seine anderen Leistungen nicht einschränkt. Deswegen versucht er immer perfekt zu sein, es wird halt von seinen Eltern so erwartet. Und immerhin, sobald man sich um ihn bemüht hat, bekommt man schnell selbst raus, wie man ihn mit seiner eigenen Art ordentlich aufzieht und aus der Reserve gelockt bekommt. Ändert halt nichts am ersten desaströsen Mr. Grey Eindruck, den er hinterlässt. Überraschend hat er allerdings eigentlich einen sehr bodenständigen Traum, nämlich das Cafe zu übernehmen und eine Familie zu gründen. Dauert allerdings am Längsten, ihn auf die höchste Affinitätsstufe zu bringen, und die rosa Herzen im Skinship sind auf dem Albino teils echt schwer zu sehen. Und erneut… einige der Outftits, brrr. Was hat Japan nur mit diesen Jacken, die aussehen, als wäre eine Spezies an Stofftieren für ausgerottet worden? Oder das Prinzenoutfit beim Schulfest, einfach scheußlich.

"Warum mag keiner mein wahres Ich?" - fragte das Arschloch

„Warum mag keiner mein wahres Ich?“ – fragte das Arschloch

Und der Rest:
Beginnen wir doch mit Amachi Shouta, dem Shotacon-Charakter des Spieles. Der Schönling ist ein Jahr jünger, sieht aus wie 12, und ist schon alleine deswegen direkt von mir aussortiert worden. Man trifft ihn ab dem 2. Jahr automatisch, er ist Teil vom Cheerleader-Klub (japanisches Ouendan-Cheerleading, nicht die amerikanische Art), mag Süßigkeiten, hat Shiba als Ikone, und ist recht beliebt. Allerdings ist seine nette Persönlichkeit genauso fake wie die von Saeki, ich habe zumindest einen kleinen Eindruck darin bekommen, dass er eigentlich ebenfalls ein asoziales Arschloch ist. Und dann heult er noch rum, dass keiner sein wahres Ich mag. Tja, wenn man das wahre Ich nicht zeigt, ist das schon klar. Wenn das wahre ich auch noch ein mieser Charakter ist, umso mehr.

Christopher Weatherfield ist der an den Kunst-Wert gebundene Charakter. Wie Shiki im ersten Teil ist mir der langhaarige Kerl zu weibisch, wenn er auch nicht so ein arroganter Narzisst ist. Außerdem ist seine Frisur mit dem ganzen Hippie-Kram drin schrecklich. Der dümmste Charakter, ist er doch immer das Schlusslicht der Klausuren, noch unter Harry. Obwohl alles auf einen Ausländer schließen lässt, hat er jedoch einen Kansai-Dialekt und ein CG mag fast schließen lassen, dass er zu den Yakuza gehört? Keine Ahnung, sein künstlerischer Vandalismus und seine Weltfremdheit sind auch nicht gerade sexy.

Yuu kleidet sich immerhin besser, als einige andere Charaktere

Yuu kleidet sich immerhin besser, als einige andere Charaktere

Haben wir noch zwei Geheimcharaktere parat. Ein weiterer für die DS-Version ist Majima Tarou, ein Schönling den ich erneut aussortiert habe, weil diese eine Haartolle, die er hat, ihn absolut dämlich aussehen lässt. Am Ende des ersten Schuljahres trifft man ihn, wenn der Charmewert eine gewisse (sehr niedrig angesetzte) Höhe erreicht. Er soll wohl eine Art gefühlskalter Eiskönig sein, der mit den Herzen der Mädels spielt, aber ehrlich gesagt bin ich ihm immer ziemlich sofort aus dem Weg gegangen. Sieht halt auch aus wie Saeki mit schlechterer Frisur.

Dann haben wir noch den Nachbarsjungen Otonari Yuu. Ähnlich wie der kleine Bruder im Vorgänger ist er derjenige, der die Telefonnummern/Geburtstage der Charaktere kennt, und bei dem man die Beliebtheit auf dem Tokimeki Panel nachschauen geht. Zudem hilft er dabei Valentinstagsschokolade zu machen, und springt an Feiertagen ein, wenn man noch keinen festen Freund hat. Halt ganz niedlich und unterstützend eigentlich. Eigentlich. Der kleine Creep beobachtet Dre Ary beim Save-Bildschirm beim Schlafen, ugh. Außerdem kann man wohl tatsächlich, wenn man keinen anderen Kerl gewinnt, und viel Zeit mit Yuu verbracht hat, ein romantische Ende mit den 10-Jährigen bekommen. Nein danke, Konami.

Ich mag die zufälligen Treffen der Charaktere

Ich mag die zufälligen Treffen der Charaktere

Natürlich gibt es auch wieder 4 Mädels, deren Bekanntschaft man machen kann, erneut eine direkt, je nach Raumwahl zu Beginn des Spieles bei der Charaktererstellung, und dann wenn man einen gewissen Wert auf eine gewisse Höhe gebracht hat – meist zusammen mit dem Kerl, in den sie heimlich verliebt sind. Sportskanone Toudou ist ziemlich maskulin, groß und mit tiefer Stimme, kann schroff wirken, hilft aber eigentlich gern aus. Also sozusagen die weibliche Version von Shiba, bei dem sie zur Nebenbuhlerin werden kann. Heimlich sehr mädchenhaft ist ihr Hobby allerdings Nägel lackieren. Die hübsche und erwachsene Mizu habe ich wenig getroffen, machte auch keinen ganz so netten Eindruck. Die Magersüchtige wollte nie Kaffe mit mir trinken, weil dazu gibt es ja Kuchen. Außerdem scheint sie ebenfalls eine perfekte Fake-Persönlichkeit aufrecht zu erhalten. Eventuell ist sie sogar Yakuza. Manipuliert gerade Onoda auch sehr gerne. Sie mag glaub ich Chris.

Nishi ist die immer aufgedrehte leicht schusselige Style-Tussi, die einen oder auch irgendwie alle idolisiert. Mädchenhaft und dumm wie Brot, passt sie gut zu ihrem Harry. Offeriert nette Streitgespräche mit Amachi über die perfekte Süßigkeit. Onoda ist die Intelligenzbestie, die zusammen mit ihrem Augapfel Hikami im Schülerrat ist. Allerdings scheint sie nur ihm Zuliebe auf die Regeln zu pochen. Sie ist der von der Statur kleinste Charakter, und eigentlich echt ziemlich niedlich, was sie so auch gut an sich findet, statt komplett streng und strickt zu sein.

GameBoy Obscurities: TokiMemo Pocket

ava-2017Tokimeki Memorial, der Großvater der japanischen Dating Sims, erschien 1994 auf dem für Shmups und seichte Anime-Games bekannten PC Engine – die perfekte Plattform für ein Spiel, bei dem man zu zwei Dritteln repetitiv seine Statuswerte erhöht, und zu einem Drittel süße Anime Babes anschaut und auf Dates geht. Zumal das CD-Medium dazu führt, dass die Pappaufsteller der Mädels leicht animiert und mit Sprachausgabe versehen werden konnten.

Das Spiel war ein sofortiger Hit, und wurde in den folgenden Jahren, bis 1999 der epische 5CDs einnehmende Nachfolger Tokimeki Memorial 2 erschien, auf so ziemlich alles geportet, was auch nur ein wenig Sinn macht: Natürlich die ebenfalls CD basierten Medien PC, PlayStation und Sega Saturn, aber auch runtergeportet auf das eigentlich schwächliche aber eben weit verbreitete SNES. Jedoch so richtig kurios war die Entscheidung des letzten Ablegers in jenem frühen TokiMemo-Rundumschlag: Der GameBoy Color.

Dass eines der dutzenden an Spinoffs für den schmächtigen Handheld erschienen wäre, hätte niemanden überrascht, vielleicht eine Sammlung an Minispielen mit den TokiMemo-Mädels injiziert. Aber doch das komplette komplexe Dating Sim, bei dem viel vom Charme eben durch Sprachausgabe und teilanimierte Charakterportraits kommt, auf einen 8bit-Handheld zu bringen… das ist eine merkwürdige Entscheidung. Aber Konami haben ihr Bestes gegeben, so viel muss man schon sagen. Die Grafiken sind für GBC-Verhältnisse recht detailliert, die Charakterportraits bewegen weiterhin Mund und Blinzeln, und Tokimeki Memorial Pocket holt alles aus dem metallischen Soundchip heraus: Das Opening hat einen überraschend guten instrumental Remix das Main Themes zu bieten, und die von wenig anderen Spielen genutzte Möglichkeit kratzige Sprachausgabe unterzubringen, damit die Mädels zumindest hier und dort mal eine Phrase von sich geben, ist auch mit von der Partie.

All das frisst natürlich viel Platz auf dem kleinen Handheld-Modul, und so ist Tokimeki Memorial Pocket den Pokemon-Weg gegangen, und wurde in zwei Versionen unterteilt: Sport und Kultur. Die beiden teilen sich die über 10 Mädchen untereinander auf, wobei natürlich das Main Idol und Poster Child Shiori Fujisaki in beiden untergebracht wurde, damit Spieler der „falschen“ Version nicht das Konami-Hauptquartier abfackeln kommen.

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Shiori ist dann auch diejenige, mit deren Kopf als Trophäe ich aus dem Spiel gehen wollte, da mir klar war, dass ich es wahrscheinlich eh nur zu einem Ende bringen werde, und sie halt die größte Eroberung, da schwerst zu bekommen ist. Denn wie die Poster Children aller TokiMemo-Spiele, benötigt Shiori alle Statuswerte auf ziemlich hohen Nummern – und muss einen selbstverständlich durch genug Dates entsprechend mögen.

Das Hauptspiel ist natürlich nicht wirklich wesentlich anders, als ich es von Girl’s Side gewohnt bin, und wohl auch nicht wirklich wesentlich gegenüber dem PC Engine Original verändert. Jeden Sonntag Abend wählen wir aus, was für eine Aktivität wir die nächste Woche über machen wollen, was sich positiv auf gewisse und negativ auf andere Statuswerte auswirkt. An Sonn- und Feiertagen dürfen Dates mit den Mädels ausgemacht oder begangen werden. Erneut, ein Anruf kostet den ganzen Tag. Wird ein Date ausgemacht, ist der also schon rum. Hier zusätzlich verkomplizierend ist, dass der Anruf beim besten Freund ebenfalls den Tag kostet, auch wenn man nur nachschaut, wie sehr die verschiedenen Mädels einen mögen, ob eine Bombendrohung vorliegt, oder auch nur um die Kontaktdaten eines der Opfer zu erfragen.

Clubs gibt es allerdings wesentlich weniger. Anstatt selbst irgendwann bei einem aufzutauchen, wird man in TokiMemo Pocket direkt zu Beginn gefragt, für welchen man sich entscheiden will. Aufgezeigt werden Baseball, Schwimmen, Kunst und Wissenschaft, wobei in der Sports Version nur die beiden Sportklubs, in der von mir gespielten Culture Version nur die anderen beiden wirklich genommen werden können. Wechseln scheint man allerdings jederzeit zu können. So genau weiß ich es zwar nicht, wie es geschehen ist, jedoch hatte ich zu Anfang den Kunstklub gewählt, dort auch notgedrungen mit Ayako abgehangen, jedoch kurze Zeit nachdem ich Yuina getroffen war, gehörte ich plötzlich ihrem Wissenschaftsklub an.

Jedenfalls ist das erste Tokimeki Memorial doch ein Stück weit schwerer, als ich das von Girl’s Side gewohnt war. Statuswerte gibt es ein wenig mehr, wirklich nur zwei. Im Prinzip ist der Wissensstatus nun in Buchwissen und Wissenschaft unterteilt, die anderen 5 bleiben relativ gleich (Kunst, Sport, Sozial, Style und hier Zielbewusstsein statt Charme der GS-Version), aber dann gibt es neben dem Stress-Status, der nicht zu hoch werden darf, auch noch einen zusätzlichen Stamina-Stat, der nicht zu niedrig werden sollte. Allgemein kam es mir einfach so vor, als wäre es hier schwerer, diese zu balancieren. An einigen Punkten im Spiel kam es mir zumindest so vor, als würde die alle sich bei einem gewissen Schwellenwert die Waage halten, ohne wirklich weiterzukommen. Was sich allerdings nach einiger Zeit wieder geregelt hatte, und letztendlich hab ich das Spiel mit je 15-20 Punkten in allen Werten über dem beendet, die für Shiori nötig waren.

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Was natürlich das Erhöhen aller Statuswerte erneut mit sich bringt ist, dass man einen Großteil des Casts früher oder später notgedrungen treffen wird. Gegen Spielende hatte ich glaub ich die Bekanntschaft mit 7 oder 8 Mädchen gemacht, die natürlich alle angefangen haben mich zerbomben zu wollen, wenn ich ihnen keine Aufmerksamkeit schenke. So auf das letzte halbe der drei Schuljahre hatte ich in der Übersicht tatsächlich immer wieder 2-3 Bomben gleichzeitig, die ich schnell entschärfen musste, bevor ich mich wieder Shiori zuwenden konnte. Hab ich zwar immer noch hinbekommen, aber letztendlich war es tatsächlich stressiger, Shioris Konkurrentz davon abzuhalten, Gerüchte über mich zu verbreiten, als die nötigen Statuswerte zu erreichen. Dafür hab ich aber auch ein paar nette CGs von ein paar anderen Jagdtrophäen erstanden.

Das ist schon ganz nett, dass neben ein wenig blecherner Sprachausgabe eben auch die Event-Bildchen der Mädels noch dort sind, plus wenn man auf sie trifft sich eben gewohnt ihr Gesichtsausdruck ändert, je nachdem wie sehr sie einen mögen, und wie gut die gegebene Antwort ist. Natürlich ist das alles auf kleinem, pixeligen und von den Farben eingeschränkten GBC-Bildschirm, aber sie sind und bleiben wichtig, um das Verkaufsargument des Spieles zu erhalten: Charme. Was dem natürlich etwas abträglich ist, ist wenn man den dazugehörigen Text nicht versteht. Und leider sind und bleiben alle Versionen des ersten Tokimeki Memorial bisher in Japanisch, da noch keine komplette Fantranslation zu einem der Spiele vorliegt – wer TokiMemo verstehen will, muss die Girl’s Sides spielen, die sind alle drei von Fans ins Englische übersetzt, die vier Galge Tokimeki Memorials in all ihren Versionen bleiben außen vor.

Jedenfalls war es echt gut, dass ich Girl’s Side vorher gespielt habe, weil in so ein Dating Sim und wie es funktioniert friemelt man sich besser wirklich mit einer Version rein, die man auch versteht, TokiMemo Pocket hätte mich glaub ich ohne Vorwissen etwas überfordert. Und wie gesagt, ich würde es nicht noch mal spielen, bevor es nicht in eine mir verständlichen Sprache übersetzt ist, weil die drei Schuljahre vom unbekannten Looser zum Frauenheld, der das beliebteste Mädel der Schule unterm Baum antrifft, ist es ein ziemlich langes, und setzt hauptsächlich darauf, dass man die Konversationen mit den Mädchen charmant findet.

1st Love Plus: The Dating Sim Experience

ava-2009Wisst ihr woher Dead or Alive Xtreme Beach Voyeurball eigentlich stammt? Von Dating Sims. Man nehme das Dating und Stat Raising raus, behalte nur die Minispiele und Mädels Geschenke machen, und man landet schon dort. Jedenfalls wollte ich mal ein richtiges Dating Sim spielen. Und da ist das Großväterchen des Genres, Konamis Tokimeki Memorial, welches 1994 auf dem PC Engine ein Überraschungshit war, der die folgenden Jahre auf so ziemlich jede Plattform portiert, ge-spinofft und ge-sequelt wurde, eigentlich der perfekte Einstieg.

Gibt’s aber alle nicht übersetzt, im Gegensatz zu Visual Novels sind Dating Sims durch die ganzen Variablen wesentlich anstrengender zu hacken und übersetzen, sowie das man einen Großteil des Spieles eben nicht auf hübsche Bilderchen von Anime Babes schaut, sondern auf Statuswerte und Statistiken, wie gut man sich hält, nicht ganz so anturnend. Und um beim Stichwort Turnon zu bleiben, ist Tokimeki Memorial zusätzlich auch noch eine absolut prüde Inkarnation, die ganze Arbeit das Spiel zu übersetzen und eines der Mädels dort zu gewinnen, und es gibt noch nicht mal eine Sexszene als Belohnung? Scheint wohl auf eher auf weniger Interesse hier zu stoßen. Wer jedoch schon wesentlich bereitwilliger durch all die Zirkusreifen springt, nur um eine reinweiße verklärte Romanze mit einem einzelnen Kuss ganz am Ende zu erspielen, sind dann wohl anscheinend die Spieler unter uns, die statt XY ein doppeltes X in ihren Chromosomen haben.

Das muss sich natürlich ändern, gell Lil' Bro?

Das muss sich natürlich ändern, gell Lil‘ Bro?

Jedenfalls ist es so, dass doch tatsächlich alle 3 Tokimeki Memorial Girl’s Side Spiele von Fans übersetzt wurden, jeweils in ihrem Erweiterten Port sogar, die das Galge-Original zu einem Otome machen, in dem ein einzelnes Mädchen sich in die Hosen von Bishōnen stalked. Den Anfang macht natürlich auch der Anfang, nämlich (mental Atem holen) Tokimeki Memorial Girl’s Side 1st Love Plus, das erweiterte DS-Rerelease des erweiterten DS-Portes des PS2-Originals. Hübsche Jungs über die Spielstunden ansehen zu dürfen ist sowieso viel besser.

Das Spiel ist dabei von Anfang an für jemanden, der komplett jungfräulich ins Genre abtaucht, am Rande des überforderns, sowie schnell klar machend, warum es keine gute Idee gewesen wäre, eines der Galge-Main-Games ohne Japantischkenntnisse zu spielen, statt zu einer Otome-Version mit englischer Übersetzung zu greifen. Denn sofort kann das eigene Mädel, welches man in diesen Wish-Fullfillment-Spielen natürlich nie zu sehen bekommt, damit man besser in die Fantasiewelt abrutschen kann, stark den eigenen Gefälligkeiten angepasst werden. Name und Vorname ist klar, jedoch darf man hier sogar noch dem primitiven Sprachchip des Spieles anschließend eintrichtern, wie er ausgesprochen wird, damit die Jungs einen später auch während der Dates in der Sprachausgabe entsprechend den Spieler, der sie in den verschwitzen Händen hält, ansprechen können. Zudem kommt noch Geburtstag und ganz japanische die Blutgruppe dazu, und eines von verschiedenen Zimmereinrichtungen darf ausgewählt werden. Von denen hängt auch ab, wie die Starter-Stats von Jane Doe sind und wer ihre beste Freundin ist.

Er kann auch anders, z.B. beim Machen von Valentinsschokolade helfen

Er kann auch anders, z.B. beim Machen von Valentinsschokolade helfen

Und letztendlich ist die Handhabung der einzelnen Statuswerte schon der halbe Weg zum Erfolg im Spiel, sowie das, worauf man gefühlt 80% der Spielzeit schauen wird, denn auf Dates mit den Kerlen zu gehen oder gar ein Spezial-Event-CG zu triggern, macht einen verschwinden geringen Teil eines Dating Sims aus. Unsere Werte sind dabei in 6 Gebiete unterteilt: Intelligenz, Kunst, Fitness, Sozialverhalten, Style und Charme. Das Spiel an sich ist in die drei Jahre der japanischen High School unterteilt, kennen wir ja von Persona 3 und 4 im Prinzip schon, also hat man jetzt einen Kalender abzuarbeiten, der jeweils von April bis April geht, im letzten Jahr etwas kürzer ist. Wobei die Schulwoche von Montag bis Samstag einen kompletten Slot ausmacht. Sprich am Montag wird ausgewählt, welche Aktivität angegangen werden soll, und dies führt das Spiel nun automatisch für die nächsten sechs Tage aus. Je nachdem, ob es beispielsweise in die Schulbücher zu schauen, Bilder malen, Sport treiben, Modemagazine lesen, oder vorm Spiegel posieren ist, werden einige der sechs Statuswerte erhöht, andere dagegen etwas verringert.

Sonntage und Feiertage sind hingegen besonders. Natürlich kann man auch hier eine der üblichen Aktivitäten machen, die dann besonders erfolgreich ist, aber das ist meist eine Verschwendung eines wichtigen Tages. Denn nur an Tagen, an denen keine Schule ist, haben die japanischen Borgs auch mal ein paar Krümel Freizeit. Es sind ausschließlich jene Tage, an denen man mit dem aktuell ausgesuchtem Opfer auf ein Date gehen kann. Und auch nur Sonntags kann man sie überhaupt anrufen, um abzuchecken, ob sie zu einem bereit sind – was seltsamerweise den ganzen Tag einnimmt, zu einem Date einladen und auch noch irgendwas anderes kann nicht am gleichen freien Tag geschehen. Auch nur Sonntags haben wir große Schwester Zeit für unseren kleienn Bruder. Der ist ein enorm wichtiger Charakter – und ganz nett zudem. Als kleiner Bruder ärgert er uns zwar gern mal mit ein paar schneidenden Kommentaren über unser noch nicht aus dem Winterschlaf erwachtes Liebesleben, aber natürlich unterstützt er seine große Schwester eigentlich, wo er nur kann, hilft bei vielen Vorbereitungen und wenn man an einem Feiertag noch keinen Kerl hat, der einen genug mag, um mit einem auszugehen, übernimmt er ganz tapfer die Rolle.

Beim nazisstischen Charme erhöhen schaut einem schon mal das ganze Elend entgegen

Beim narzisstischen Charme erhöhen schaut einem schon mal das ganze Elend entgegen

Lil‘ Bro ist aber auch der Super-Stalker, den es scheinbar immer in diesen High-School-Romanzen gibt. Er ist derjenige, bei dem man nachfragt, um die Statistik gezeigt zu bekommen, wie sehr welcher Charakter einen mag oder verabscheut. Er ist auch derjenige, der alles über jeden Charakter weiß (und wahrscheinlich heimlich auf dem Schulhof Photos von den Bishōnen vertickt). Das ist wichtig, wie ich schnell feststellen musste, denn bei meinem ersten Opfer Suzuka habe ich zunächst Wochen damit verschwendet, darauf zu warten, dass er sich mit mir genug anfreundet, damit ich ihn wie ein normaler Mensch einfach direkt nach seiner Telefonnummer fragen kann, um ihn einen vollen Sonntag lang zu einem Date überreden zu können. So geht das natürlich nicht, wir sind hier in Anime-Archetypen-Land, und dementsprechend weiß unser kleiner Bruder ganz genau die Nummer der Typen, und wir müssen ihn schlichtweg danach fragen, duh!

Es gibt übrigens noch viel mehr, welches das Spiel zunächst überraschend verkompliziert. Beispielsweise hat man noch einen weiteren Statuswert, Stress, der beständig bei allen Aktivitäten sich erhöht, nur dadurch verringert werden kann, dass man mal alle Viere lang macht, was jedoch auch im Umkehrschluss wieder alle anderen Statuswerte leicht verringert (am Besten an einem freien Tag ausruhen, weil es hier am erfolgreichsten ist, statt eine ganze Woche die Status-Downgrades zu haben). Es gibt Feiertage wie Valentinstag, White Day, Schulausflüge, Geburtstage, Sommerfeuerwerk, Sportfest, Weihnachten und Neujahr, zu denen man entweder besonders effektiv einen Kerl daten kann, ihnen ein Geschenk macht oder eines von ihnen bekommt, und deren Erfolg auch schon mal an kleine Touchscreen-Minispiele gekoppelt ist. Zudem ein Horoskop, welches einem sagt, welche Kategorie an Statuswerten (Lernen, Relaxen, Gesundheit, Liebe) gerade besonders hohe Wahrscheinlichkeit haben, sich gut zu erhöhen. E-Mails und Newsletter, in denen neue Dating-Spots freigeschaltet werden. Man kann zwei Tage die Woche einer Teilzeitarbeit und jeden dritten Sonntag einem Schulclub nachgehen, um wieder andere Konfigurationen an Statuswerten zu erhöhen und zu verringern, sowie etwas zusätzliches Taschengeld zu bekommen, oder an sie gekoppelt Jungs schneller zu treffen. Fun Fact: Game Tester ist der einzige Job, der alles verringert und die ganze Woche frisst – man wird also zum dauergestretten, sozialversagenden Idioten durch ihn. Mit den vier Mädels, deren Bekanntschaft ebenfalls gemacht werde kann, abhängen, was erneut eine andere Konfiguration an Statuswertänderungen mit sich bringt. Sonntags shoppen gehen, um fürs Taschengeld Outfits zu kaufen.

Examensergebnisse listen immer alle getroffenen Charaktere

Examensergebnisse listen immer alle getroffenen Charaktere

Ach ja, Outfits. Unterteilt werden die Anziehsachen in die Kategorien elegant, sexy, rein und sportlich. Wobei natürlich jeder Kerl eine besondere Präferenz hat, welche davon er gerne am Mädchen seiner Träume sieht. Und wie wir alle wissen geht es in Dating Sims nicht darum, man selbst zu sein, sondern zu der Person zu werden, die der Mann der Träume bevorzugt. Wichtig hierbei ist auch noch, nie zwei Dates hintereinander das gleiche zu tragen oder zu häufig den gleichen Treffpunkt auszumachen, sonst denkt der Kerl man gäbe sich keine Mühe. Außerdem sehen sie es ungern, wenn man sich im Sommer zu dick oder Winter zu dünn anzieht. Und besondere Bonuspunkte an gewissen Tagen gibt es, wenn man zum Feuerwerk einen Yukata, zu Weihnachen ein Kleid, und zu Neujahr einen Furisode-Kimono anhat. Dazu natürlich immer noch das richtige Accessoire, welches der Junge gern an einem sieht, evtl. auch eines, das er einem zu White Day oder dem Geburtstag selbst geschenkt hat. Es gibt übrigens auch noch ein Fashion-Blog, welches beständig festlegt, was für eine Kleidung oder Farbe aktuell total in ist, und die Jungs verschlingen das Blog mit Begeisterung – sprich eine weitere Variable, die bei der Outfit-Wahl berücksichtig werden kann. Virtuelle Jungs sind echt anspruchsvoll, im wahren Leben reicht es immer aus, gern Blowjobs zu verteilen, und sie sind schon glücklich.

Natürlich stehen regelmäßig Examen an, zwei pro Jahr, in denen je nach Statuswerten (Intelligenz, Kunst und Sozial sind glaub ich die einzig drei hier wichtigen) der Charakter besonders gut oder schlecht sein kann, was wieder die anderen Charaktere gut oder schlecht finden. Je nach Charakter übrigens, denn die beste Leistung zu erzielen ist nicht immer gut, einige der dümmeren Jungs sehen Mädels nicht gern gut abschneiden, weil sie Minderwertigkeitskomplexe haben. Dann müssen auf den Verabredungen natürlich noch die richtigen Antworten gegeben werden, um die Persönlichkeit vorzugaukeln, die er gut findet. Und neu in den DS-Versionen ist Skinship, man kann nämlich die Kerle auch noch ganz fies auf den Dates begrapschen. Je nachdem wann und wo und wie sehr sie einen mögen, muss zwischen nur wenig absichtlich-versehentliches antataschen bis hin zum beständigen Abtasten als wäre man ein aufdringlicher Blinder, gewählt werden, denn der direkte Hautkontakt kann nicht nur Bonuspunkte sonder auch Negativpunkte geben, wenn man einem Kerl, der noch gar nicht richtig mit einem warm geworden ist, direkt einen Handjob zu geben versucht.

Wenn sie einen genug mögen, kommen auch die errötenden Jünglinge von sich aus auf einen zu

Wenn sie einen genug mögen, kommen auch die errötenden Jünglinge von sich aus auf einen zu

Aber das ist noch längst nicht alles, denn dann gibt es noch den Punkt der Eifersucht. Wie bereits erwähnt können im Spiel bis zu vier Mädels getroffen werden, die wie die Jungs über einen Club, eine Arbeit, oder eine Schwellenwertüberschreitung eines Status getriggert werden. Die kann man ignorieren oder sie befreunden, wie gesagt mit ihnen abzuhängen hilft auch wider gewissen Werten. Aber Achtung, jede von ihnen findet auch einen Kerl gut, nämlich denjenigen, der an den gleichen Wert gebunden ist. Und wenn man sich jenen Jungen herauspickt und gleichzeitig mit dem Mädel befreundet ist, kommt es zur Konfrontation, in der sie proklamiert, dass sie nicht aufgeben wird. Sich erneut mit ihr zu befreunden um dies zu de-eskalieren ist nun enorm schwer, und wenn man den Kerl nicht schnell genug in der eigenen Tasche hat, schnappt die Rivalin ihn einem tatsächlich weg.

Aber auch so ist es so das die Jungs sich nicht gerne ignoriert fühlen. Lässt man einen Kerl, dessen Bekanntschaft man gemacht hat, zu lange links liegen, verletzt dass die sensiblen Gefühle der unsicheren Teenager. Visualisiert durch eine Bombe im Tokimeki Panel, welches Lil‘ Bro uns Sonntags zeigen kann, um zu sehen, wie die Charaktere zu uns stehen. Ignoriert man ihn nun weiterhin, statt ihn auf ein Date einzuladen, explodiert die Bombe, und die kleinen Bitches verstreuen Gerüchte über einen in der Schule, was dazu führt das die Zuneigung aller Charaktere einen Negativschlag nimmt. Je mehr Aufmerksamkeit man dem Kerl bisher geschenkt hat/je mehr er einen mag, um so schneller fühlt er sich natürlich auch vernachlässigt und schickt eine Bombendrohung.

Das Outfit auf die Bedürfnisse des Typs, Wetters und Feiertages abgestimmt

Das Outfit auf die Bedürfnisse des Typs, Wetters und Feiertages abgestimmt

Es sollte also mittlerweile klar sein, warum mein Ersteindruck des Spieles etwas bescheiden war. Es wirkt einfach zunächst, wenn dies alles so nach und nach auf einen einprasselt, und man noch gar nicht weiß, wie das jetzt gespielt und unter einen Hut gebracht werden will, total überfordernd. Gleichzeitig sieht das Spiel halt auch so nüchtern aus, statt wie in einem VN ständig die hübschen Jungs vor Augen zu haben, und beständig Event-CGs zu entdecken, sieht man hier viel die gleichen Statistiken, beobachtet repetitiv sich die gleichen Statuswerte erhöhend, scheint sich einen Freund anzulachen einfach so viel mehr Arbeit zu sein, als es vielleicht wert ist, weil so viel im Auge behalten gehört, statt einfach nur durch Text zu klicken und mal hier und dort eine Multiple-Choice-Antwort zu wählen.

Aber nach einer Weile hat es einfach mit mir gelickt. Wenn einem klar wird, dass viel hiervon ziemlich optional ist. Ich habe beispielsweise nie auf das Fashion-Blog geachtet, war nicht wirklich abträglich. Das Horoskop für einen maximalen Statusaufwertungsplan ist auch nur dann nötig, wenn man wirklich alle Statuswerte gleichermaßen erhöhen will, was für die meisten Jungs nicht wichtig ist, da sie nur auf zwei oder drei Werte achten. Als ich merkte, dass Bomben lang zum Explodieren brauchen, und es wesentlich einfacher ist, wenn man eben nicht allen Jungs auf einmal wie so eine läufige Hünding hinterher hechelt, sondern sich auf einen oder wenige beschränkt, denn je weniger Charaktere man trifft und von den getroffenen je weniger Aufmerksamkeit sie von Anfang an bekommen, um so weniger Erwartungen muss man erfüllen, um so weniger Bomben müssen gefürchtet werden. An Kleidung reicht es vollkommen aus zwei Outfits des passenden Stils (und bei den meisten Kerlen ist Sport oder Rein das bevorzugte oder zweitbeste) ein Top mit Hose/Rock für den Sommer, zwei Jacken zum Überziehen im Winter, und zwei Accessoires zu kaufen, zwischen denen man auf den Dates hin und her wechselt. Dazu noch ein Bikini für Strand/Schwimmbad und gut ist. Yukata/Furisode/Kleid sind ganz nett, können aber bis Jahr 2 oder sogar 3 warten, wenn man das Geld dafür gespart hat, da sie nur zu einem Event im Jahr getragen werden können.

Nicht vergessen ihnen ein Mal übers gesicht zu lecken, um sie als Eigentum zu markieren

Nicht vergessen ihnen ein Mal übers Gesicht zu lecken, um sie als Eigentum zu markieren

Wirklich wichtig ist letztendlich nur zu wissen, was das männliche Spielziel mag, um die Persönlichkeit der Spielfigur entsprechend anzupassen. Dann die entsprechenden paar Statuswerte hochhalten, mindestens ein Mal pro Monat auf ein Date gehen (richtiges Outfit tragen, richtige Lokalität wählen, richtige Antworten geben, und an den korrekten Stellen sexuell belästigen) und bei Valentinstag/Geburtstag/Weihnachen Geschenke überreichen, und schon bekommt man den Kerl durch die eigene Omnipräsenz in eine romantische Beziehung mit einem ge-Stockholm-ed. Und natürlich Bomben entschärfen, aber die tauchten bei mir nur rar und erst auf das letzte Schuljahr ein wenig häufiger auf, haben mich jedoch nie in ernste Gefahr gebracht.

Und dann muss ich sagen hat das Spiel schon was. Ich hätte es selbst nicht erwartet, als erwachsener Kerl mit Hang zur Gefühlskälte und zynischen Ader habe ich von Tokimeki Memorial Girl’s Side eigentlich wenig bis gar nichts erwartet gehabt, bin auch gar nicht die Zielgruppe, kam letztendlich aber dennoch reformiert aus dem Spielerlebnis wieder raus. Das Ding spricht halt schon etwas in unseren urinstinktiven Reptilienhirnen an, repetitiv die gleichen Aktivitäten zu erledigen um den Erfolg in beständig erhöhenden Statuswerten zu sehen, den entsprechenden Typen einen mehr und mehr mögen zu sehen, bis er vom kühlen Mitschüler zum Stalker wird, den man kaum noch von der Arschbacke bekommt. Wenn das Spiel niedlicher wird, in dem sich deren Reaktionen zu den Antworten und dem Angrapschen verbessern, wenn sie anfangen einen nach den Dates nach Hause zu bringen, um noch etwas mehr Zeit mit einem verbringen zu können, wenn dann doch mal ein rares CG auftaucht, wenn sie anfangen Kosenamen zu verwenden. Wenn bei den Status-Aktivitäten in den niedlichen SD-Abläufen sie einem zu helfen beginnen. Irgendwie ist das Spiel halt doch schon ganz niedlich und sympathisch designt.

Am Ende bei Lil' Bro abchecken, wie man sich nun steht

Am Ende bei Lil‘ Bro abchecken, wie man sich nun steht

Und auch gut im Feedback, denn durch die Gedanken der eigenen Figur, den Kommentaren der Typen, und der Hilfestellung durch den kleinen Bruder, ist immer sofort klar, wenn man was gut oder schlecht gemacht hat, oder wenn eine Explosion droht etc. Sobald man den Groove des Spieles raus hat eines, dass sich ähnlich anderer repetitiver Genre, die ich ebenfalls mag, wie Dungeon Crawler oder Harvest Moon zu spielen, super nebenher mit halbem Hirn auf die Verbesserung von Status und Romane und halb einem Stream oder sonstigem aufteilend spielen kann. Eigentlich ist TokiMemo GS nämlich ziemlich simpel und relaxed zu spielen, solange man sich nicht zu viel abbeißt und erst spät merkt, dass man 8 Kerle doch nicht auf einmal schlucken kann.

Letztendlich ist es so, dass ich gut die Hälfte der Kerle gewonnen hatte. Ich war kein Gotta catch em all Komplettzionist, der wirklich jeden Kerl bekehren, jedes CG freischalten und jedes Ende sehen musste (pro Charakter gibt es neben dem best-romantischen, welches ich immer erspielt habe, noch eine abgeschwächte Variante und ein Best-Friend-Ende, wenn man die romantischen Gefühle ablehnt)… aber 4 von 8 Hauptcharakteren und 2 von 3 Geheimcharakteren zu erspielen war doch wesentlich mehr, als ich zunächst zu tun bereit zu sein gedacht hätte. Und ganz ehrlich, ich hätte auch noch Bock gehabt weiter zu spielen, wenn mich von den verbliebenen Eroberungen welche optisch angesprochen hätten. Die Reihenfolge meiner romantischen Errungenschaften bzw. die von Ms Dre Ary hat sich wie folgt gestaltet:

tokimemogs09

Suzuka zu Weihnachten

Suzuka Kazuma war mein Erster. Wie bereits erwähnt sind alle Kerle im Spiel absolute Anime-Stereotypen (aber durchaus charmant umgesetzt), und er ist der Jock-Charakter, also der Sportler. Am schnellsten getroffen wird er, in dem man dem Basketballteam beitritt, außer Sport und Sozial muss für ihn kein weiterer Status erhöht werden. Suzuka interessiert es einfach nicht, ob man so helle wie ein Bild-Redakteur oder so sexy wie ein Hobbitfuß ist, solange man weiß, wie man mit Bällen umzugehen hat. Ganz seinem Archetypen entsprechend hat Suzuka natürlich absolut kein Auge fürs andere Geschlecht, sondern nur wie er gut eingelocht bekommt, und man muss ihn ordentlich von den eigenen Vorzügen überzeugen. Sprich es dauert lange, bis er von :| auf :) im Tokimeki Panel rutscht, sobald man ihn allerdings auf :D oder gar :3 gebracht hat, ist er einem aber auch treu ergeben und fällt so schnell nicht bei Vernachlässigung wieder runter. Außerdem fragt er von sich aus eher selten nach Dates, sondern selbst ist die Frau im hiesigen Angehen. Suzuka ist eigentlich recht niedlich, mit seinem permanenten Pflaster, und weil er halt total schüchtern ist und ständig rot wird. Dafür ist seine Lieblingsmusik Hip Hop, aber wer ist schon perfekt. Sein Traum ist übrigens in Amerika Basketball zu spielen, beim romantischen Ende nimmt er einen also mit, egal ob man geplant hatte selbst zu arbeiten oder eine Uni zu besuchen.

Madoka beim gemeinsamen Kochen

Madoka beim gemeinsamen Kochen

Kijyou Madoka ist das genaue Gegenteil, der Easy Rider mit dem Motorrad, der sich seines guten Aussehens bewusst ist, gerne rumwitzelt und flirtet, überall relativ beliebt ist, aber seine Beiziehungen auch nie wirklich sonderlich ernst nimmt. Bis die eigene Liebe ihn natürlich stabilisiert und davon überzeugt, dass es sich lohnt, eine feste Exklusivbeziehung einzugehen. Überraschend mochte ich ihn eigentlich sehr, neben Suzuka gefällt mir sein Aussehen am Besten im Spiel, außerdem ist er der erwachsenste der Mitschüler, da er alleine lebt und für sich selbst aufkommen muss. Außerdem mag ich halt seine leichtherzige Art mit den vielen Jokes und dem halbherzigen Flirts. Mit Haaren zusammen ist er sowieso zum anbeißen, und er bekocht einen, was ein ganz großes Plus darstellt. Seiner Persönlichkeit entsprechend geht Kijyous Affinität natürlich im Vergleich zu Suzuka ziemlich schnell hoch, scheint aber auch schneller wieder fallen zu können. Außerdem kommt er von sich auch an, wenn er beim :D Status und darüber der Meinung ist, dass es mal wieder Zeit wird Quality Time miteinander zu verbringen. Seine wichigsten Werte waren glaub ich dann auch etwas oberflächlich Stil und Charme, und man trifft ihn schneller durch die Teilzeitarbeit an der Tanke, wo er auch arbeitet.

Himuro, der glänzende Einskönig

Reiichi, der glänzende Eiskönig

Himuro Reiichi ist der letzte der Hauptcharaktere, denen ich mich ursprünglich widmen wollte, weil der einzig verbliebene, den ich attraktiv fand. Was aber auch daran liegen kann, dass er der eigene Lehrer ist, und verbotene Früchte sind bekanntlich immer schmackhafter. Außerdem mag der sexy ältere Kerl mit dem Silberhaar und stählernem Blick hinter der Brille Horrorfilme, wie kann einer solchen Kombination noch widerstanden werden. Ach ja, Piano spielt er auch noch, um einen weiteren Haken auf der Sexyness-Skala unterbringen zu können. Da er eine Autoritätsperson ist, will er natürlich keine Beziehung zu einer Schülerin eingehen, weswegen er schon sehr Stockholm-Syndrom-en muss, bevor er dem Sündenfall doch nachgibt. Sprich man muss sich ihm allgegenwärtig machen: An der Schulband teilnehmen (er dirigiert sie), an jeder außerschulischen Lernaktivität teilnehmen, zu denen er die Klasse auffordert, immer die richtigen Antworten geben, und bei den Examen gut abschneiden. Ihm sind gleich drei Werte wichtig, ein gesunder Verstand im Sinne von Intelligenz, ein gesunder Körper im Sinne von Fittness, und ein guter Wert im Sozialverhalten. Dennoch dauert es bis in den Winter des zweiten Jahres, bevor er von :| auf :) rutscht, dafür kommen die höheren Affinitätsschritte natürlich entsprechend schnell nach. Reiichi kann man von sich aus dennoch nie auf Dates einladen, es ist also wichtig jede Einladung von ihm kommend anzunehmen, die man bekommen kann.

Als kleines Schmankerl geht Aoki auf die Schule der "Boys Side" TokiMemos

Als kleines Schmankerl geht Aoki auf die Schule der „Boy’s Side“ TokiMemos

Aoki Chiharu ist besonders, denn er ist einer von drei Geheimcharakteren. Geheimcharaktere tauchen nicht im Tokimeki Panel auf. Mit Geheimcharakteren kann man nicht auf Dates gehen. Statuswerte und Kleidung sind irrelevant. Jeder hat genau eine Art und Weise, wie man deren Events triggern kann, und wenn alle Events gesehen sind, ist deren Ende auf jeden Fall im Kasten. Sprich sie sind so ein wenig die Trostpreise für jene, die es nicht schaffen, einen der acht Hauptcharaktere zu bekommen, an denen zu feilschen tatsächlich ein wenig Arbeit hängt. Sobald ein Hauptcharakter einen mag, nimmt dessen Ende dann auch automatisch Vorrang und man kann die Geheimcharaktere nicht mehr bekommen, selbst wenn alle Events getriggert waren. Aoki ist jedenfalls der Geheimcharakter aus der PS2-Version, der fast nur über E-Mails mit einem kommuniziert. Um ihn zu gewinnen muss häufig genug alleine eingekauft und auf seine Mails geantwortet werden, wann immer eine kommt. Mit am wenigsten Screentime und Event-CGs ist Aoki ein wenig langweilig, vor allem wo ihm auch ein wenig selbst die eindimensionale Persönlichkeit der anderen Charaktere fehlt – aber ganz niedlich ist er. Als Ausländer war wohl sein einziges Gimmick in der japanischen Version, dass er beliebige englische Worte eingebaut hat sowie künstlich-formelles Japanisch sprach, was in der englischen Fanübersetzung natürlich zusätzlich noch verloren geht.

NJin Tendo an der schicksalshaften Kapelle

NJin Tendo an der schicksalshaften Kapelle

Tendou Jin ist der zweite der drei Geheimcharaktere, und eine Addition gezielt für die DS-Versionen. Sein Typ ist der blondierte Schulraudi, der ganz (nicht) überraschend eigentlich ein totaler Softi mit einem guten Köpfchen ist, an den jedoch nie jemand geglaubt hat, bis die Heldin um die Ecke kommt und ihn vom Gegenteil überzeugt. Im Prinzip also Kanji aus Persona 4, nur (potentiell) besser in der Schule, sogar mit der Wahl, ob einem das schlecht blondierte Haar besser gefällt, oder nachdem er das Rabauken-Leben hinter sich lässt und dem Ernst des (romantischen) Lebens ins Auge blickt, wieder auf japanisch-schwarz wechselt, also die Eroberung mal sich selbst für den Eroberer in einem Dating Sim ändern muss. Da er auf eine andere Schule geht, kann man ihn halt ebenfalls nicht regelmäßig treffen oder auf Ausflüge zum Riesenrad, Aquarium, Kino etc. einladen, sondern läuft ihm so immer mal wieder zufällig über den Weg (anfangs) bzw. taucht er gezielt nach einem suchend am Schultor auf (später), wenn man nur zu den richtigen Zeiten einen gewissen Schwellenwert an Intelligenz unter dem Pony hat. Ehrlich gesagt habe ich nach Aoki und Jin gemerkt, wie langweilig es doch ist, die Geheimcharaktere zu gewinnen, weil man eben die doch langen 3 Schuljahre mit nicht viel gefüllt bekommt.

Mit Hazuki im Yukata beim Sommerfeuerwerk

Mit Hazuki im Yukata beim Sommerfeuerwerk

Hazuki Kei habe ich mir deswegen auch noch angelacht, eigentlich nur weil ich das Spiel doch noch mal „richtig“ spielen wollte, und weil er nicht total scheiße aussieht. Kei ist der Hauptcharakter des Spieles, von denen die TokiMemos immer einen haben, der/die am meisten Artworks hat, am meisten Screentime in den Openings bekommt, und in den Promo-Shots aller Eroberungen immer den Fixpunkt darstellt. Meist ein perfektes, unerreichbares Idol oder wie bei Hazuki ein Dreamboat-Charakter, die sich dann als doch nicht so unerreichbar herausstellen. Zudem ist Hazuki derjenige, der im Flashback des dürftigen Storyrahmens von TokiMemo GS1 mitmacht. Denn am Anfang gibt es was über eine Legende von liebenden Prinzen und Prinzessinnen und ein Versprechen zwischen der kindlichen Heldin und einem kleinen Jungen an der Kapelle hinter der High School. Am Ende des Spieles trifft man genau in jener Kapelle, ganz wie beim Baum des ersten TokiMemo, dann die romantische Eroberung für die Endszene. Natürlich stellt sich bei Hazuki heraus, das er der Junge aus dem Flashback ist.

Als perfekter Hauptcharakter bringt Hazuki die höchsten Voraussetzungen mit, um ihn für sich zu gewinnen. Ich mein zu daten ist er genauso einfach wie alle anderen, auch wenn er am schnellsten zu Beginn von :| auf :( abzurutschen droht, dafür sobald er mindestens :D ist einen aber auch gut jede zweite Woche von sich aus nervt, ob man ihn nicht mal wieder spazieren führen will. Jedoch verlangt sein Ende danach, dass alle sechs Statuswerte recht gute Höhen erreichen, man muss sie diesmal also sogar relativ ausgewogen balancieren. Und da man dadurch früher oder später alle anderen Mains trifft, hat seine Route natürlich auch das meiste Bombenpotential. Seine Persönlichkeit mag ich immer noch nicht ganz so sehr. Er ist halt der perfekte Kerl, gut im Sport, in den Tests, und Teilzeit-Modell, alles Dinge, für die er sich nicht mal anstrengen muss, sondern die ihm einfach so zugeflogen sind. Entsprechend ist er alledem nicht wirklich bewusst, kümmert sich wenig, und weiß absolut nicht zu schätzen, was für ein Glückslos er doch im Leben gezogen hat, was ich persönlich immer ziemlich unattraktiv finde. Aber natürlich ist er relativ knuffig, wenn vielleicht auch etwas zu clingy, und sogar manchmal beißend-humorig wenn auch meist immer noch etwas langweilig, sobald man in ernsthaft zu daten beginnt.

Niemals nie nicht, Morimura

Niemals nie nicht, Morimura

Und der ganze Rest:
Von den anderen vier Mains hatte mich keiner wirklich interessiert, auch wenn natürlich zwangsläufig hier oder dort zumindest mal ein CG von ihnen abgefallen ist. Morimura Sakuya ist der Bücherwurm des Spieles, der schmächtig-feminine Kerl mit der bescheuerten Frisur und dem Look eines 12-Jährigen Mädchens tut gar nichts für mich, schon gar nicht wenn er ständig in Blumenbeeten rumsitzt, obwohl ich selbst als Kind ein Pflanzennarr war. Mihara Shiki habe ich am wenigsten getroffen. Der ebenfalls für meinen Geschmack zu feminine Kerl, der an den Kunst-Statuwert gebunden ist, ist außerdem so von sich selbst bis hin zur Arroganz überzeugt, dass ich ihn auch gar nicht kennenlernen möchte, um wahrscheinlich herauszufinden, dass dies nur Show ist. Hibiya Wataru hat keine wirkliche Persönlichkeit, sondern ist nach Suzuka die zweite Sportskanone, die zudem Hazuki und Kijyou hinterher hechelt, um sich deren Popularität abzuschauen. Außerdem sieht auch der Mimic wie 12 aus, meh. Der letzte im Bunde der Mains ist die etwas fragwürdige Inklusion von Amanohashi Ikkaku, einer weiteren Autoritätsperson in Form des Schulleiters. Im Gegensatz zum jung-sexy-kalten Lehrer Himuro taucht der an Charme gebundene Charakter allerdings aus dem Nichts auf, lädt die Heldin einfach so in sein Auto ein, oder übergibt ihr rote Rosen, und sein Schnäuzer hilft wirklich nicht, den dabei entstehenden Pedo-Alarm zu senken. Jedoch ist er nicht die fragwürdigste Eroberungsmöglichkeit, denn jene ist definitiv der finale Geheimcharakter Hanatsubaki Goro, der Joke-Charakter des Spieles, mit einem Gesicht das nicht mal eine Mutter lieben kann, stereotyp-tuntigem Verhalten, und einer Nabelfreien pink-violetten Monstrosität eines Outfits mit passend-schrecklichen Plateauschuhen. Er hat eine Boutique in der Stadt und ist der Schreiber des Fashion-Blogs btw. (ein weiterer Grund es zu ignorieren)

Arisawa ist ja schon irgendwo mein Liebling

Arisawa ist ja schon irgendwo mein Liebling

Zudem haben wir natürlich noch die vier Frenemies des Hauptcharakters. Konno leitet das Basketball-Team, ist also die Rivalin ums Herz von Suzuka, was sie bei mir jedoch nie wurde, da ich sie links liegen lies, und die Mädels nur in den Rivalenmodus gehen,wenn man sich sowohl mit ihnen wie dem Kerl anfreundet. In späteren Spielverläufen hab ich das kleine Schusselchen etwas kennenlernen können, und die Interaktionen mit den Mädels, wenn sie denn wirklich Freundin bleiben statt Feindin zu werden, sind doch ganz nett gemacht, muss ich sagen. Kann ich allerdings nicht zu Fujii sagen, denn sie hab ich versehentlich befreundet bekommen, während ich Kijyou gewinnen wollte, dabei brauchte ich doch nur einen Sozialwert, um den Job an der Tanke angeboten zu bekommen. Jedenfalls wurde die etwas vorlaute Tussi relativ schnell deswegen kratzbürstig und deklarierte Rivalen-Modus. Und in Spielen bin ich nachtragen, 300 never surrender never forgive nachtragend. Wenn in Spore beispielsweise eine andere Zivilisationen mich zu sehr mit Kriegsandrohungen nervt, dann können sie auch Krieg haben, und dann gehe ich voll Rom vs Karthago gegen sie vor, sprich ich terraforme (salze) ihre Planeten (den Boden, auf dem sie leben) zu unbewohnbaren T0-Höllen, bis auch das letzte Kind oder Großväterchen der Volkes ausgerottet ist. Egal, jedenfalls sobald Fujii zum Kampf bereit war, hatte ich ihre Niederlage schon längst so zementiert, dass ihre Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sicherlich nie regneriert sind, und sie anschließend als runtergekommenes Porn-Starlett verzweifelt nach Bestätigung suchen musste.

Mit Arisawa hingegen war ich BFF, denn die Intelligenzbestie mag natürlich das hässliche Weichei Morimura, somit komme ich ihr gar nicht in die Quere. Faszinierende Kontrast auch, denn sie ist leicht maskulin, was ihr natürlich auch zu schaffen macht. Ich bin jedenfalls immer gern mit ihr auf Doppel-Dates gegangen und hab sie und Morimura dann zusammen in die Attraktionen geschoben, während ich mich mit wen auch immer sie sonst eingeladen hat begnügt habe. Sudou… ist die Schnepfe des Spieles. Die an Kunst gebundene Tusse aus reichem Hause mit Butler und französischem Akzent ist so arrogant wie ihr Augapfel Mihara, und genau so viel Interesse konnte ich ihr entgegen bringen.