Season of 2nd Kisses: Return of the Dating Sim

ava-2020Ich glaube ich habe ein Sucht-Problem. Hallo, mein Name ist Kaoru, und ich kann nicht aufhören virtuelle Stereotypen zu daten. Über meine Comfort Zone der immer gleichen Abläufe die Statuswerte meines wesentlich talentierteren, schlaueren, und schöneren falschen Alter Ego sich erhöhen zu sehen, sowie minderjährige High-School-Schüler in meine Honigfalle zu locken, ist einfach momentan unwiderstehlich.

Tokimeki Memorial Girl’s Side also erneut, diesmal im zweiten Spiel mit Untertitel 2nd Kiss für die PS2, aber von mir natürlich als 2nd Season auf dem von Fans übersetzten DS-Port bespielt. Geändert hat sich abgesehen vom Cast der Charaktere zum Vorgänger wenig bis gar nichts.

Bestes Club-Add ever

Bestes Club-Add ever

Die Statuswerte bleiben natürlich gleich: Das Können des Mädels, durch deren Augen wir die Anime-Welt sehen, ist in Intelligenz, Kunst, Fitness, Soziales, Style und Charme unterteilt. Je nachdem, was sie von Montags bis Samstag für eine Aktivität ausübt, welchen Teilzeitjob sie hat, welchem Schulclub sie beigetreten ist, und mit welchen von vier Freundinnen sie Zeit verbringt, steigen und fallen diese entsprechend. Ein paar Tage zu verschlafen mindert den sich dadurch angestauten Stress wieder, und ein Taschengeld zum Einkaufen gibt es natürlich auch erneut.

Sonntags und an Feiertagen werden die Jungs auf Dates eingeladen, besagte Verabredungen dann auch begangen, oder eben in der Einkaufspassage ein Outfit gekauft, welches auf dem nächsten Date angezogen werden kann. Die Jungs dorthin einladen, wo sie gern sind, ihnen die Antworten geben, die sie gern hören, und dabei ein Outfit anhaben, welches ihnen gefällt, und schon gewinnt die haargenau auf sie abgestimmte Scheinpersönlichkeit langsam aber sicher deren Herz. Vernachlässigte Jungs werden sauer und schicken Bombendrohungen, müssen über Friedensverhandlungen an einem Date wieder beruhigt werden. Findet sogar alles in der gleichen Stadt mit den weitestgehend gleichen Lokalitäten des Vorgängers statt, auch wenn die besuchte Schule diesmal eine andere ist, statt an der sagenumwobenen Kapelle wird sich also am legendären Leuchtturm am Ende getroffen, um sich tru wuv for evurz and evurz zu deklarieren.

Bester Nebencharakter, Nichte vom Style-Blogger aus 1st Love

Bester Nebencharakter, Nichte vom Style-Blogger aus 1st Love

Gehabt ist das Gewinnen von individuellen Jungs eigentlich ziemlich simpel und einfach, vor allem wenn man merkt das zusätzliche Komplikationsfaktoren wie das Fashion Blog oder Horoskop ignoriert werden können, und zwischen zwei Outfit hin und her zu wechseln auch schon reicht, damit man den Jungs nicht langweilig wird. Der zweite Teil schien mir sogar noch etwas einfacher zu sein, dank netter Kleinigkeiten. Beispielsweise gibt es ein Coupon-Heft, welches bei den Einkäufen Rabatte einräumt. Außerdem bekommt man nun Mails, wenn die Spezialkleidung (Kleid, Yukata, Furisode) zum Verkauf stehen (was welchem Stil angehört wird jedoch immer noch nicht vorher verraten).

Wenn man beim Fragebogen, den der Lehrer zu Beginn verteilt, und der die Anfangsstatuswerte bestimmt, auf die fragwürdig persönlichen letzten zwei Fragen nach dem Traumtypen entsprechend antwortet, kommt es zu einem versehentlichen Kuss mit einem der Jungs zu Spielbeginn, was deren Ending-Voraussetzungen um einige Dates herabsetzt. Ein paar Antworten sind immer noch sehr random, einem Kerl, der das Feuerwerk bewundert zu sagen, dass man es für zu laut gehalten hat, kann merkwürdigerweise die perfekte Erwiderung sein, allerdings sagt das Mädel anschließend eh noch direkter als schon im Vorgänger, ob das nun eben eine schlechte, ok-ige, oder gute Antwort war. Zudem ist Skinship einfacher, wo wahlloser unerwünschter Körperkontakt im Vorgänger auch gut Negativeffekte haben kann, ist im zweiten Teil den Kerlen die Finger in die Augen zu rammen so gut wie immer positiv, egal wie häufig man es macht oder wie sehr sie einen mögen.

Heavy Petting Minigame im Auto

Heavy Petting Minigame im Auto

Stichwort Skinship, hier gibt es eine Neuerung. Wenn man genug gemocht wird und einen der Kerl anschließend nach Hause begleitet, kann es zu einem neuen Minigame kommen, welches ich einfach mal Heavy Petting nenne. Wir sehen den Kerl jetzt im Profil neben uns her laufen, haben eine gewisse Anzahl an Zeit, um die herumfliegenden Herzen auf ihm zu betasten. Das lässt das Herz auf dem anderen Bildschirm immer schneller schlagen, sein Kopf-Ikon immer roter werden, bis er irgendwann aufgibt und man ihn für kurze Zeit wild unter Herausfliegen von Herzen begrapschen kann, während er ungehalten vor sich hin stöhnt und am Ende gibt es einen weißen Flash. Mehr als nur ein wenig unbehaglich ein Minispiel, und die anschließenden Kommentare der Typen verkleiden die Tatsache, dass man sie gerade mehr oder minder zum Orgasmus sexuell belästigt hat, auch nicht gerade viel. Aber das neue Spielchen führt dazu, dass sie einen hier noch schneller mögen.

Seltsamerweise ist allerdings das Tokimeki Panel, welches der Nachbarsjunge an freien Tagen zeigen kann, um zu sehen wer einen wie sehr oder eben nicht mag, weniger übersichtlich. Wo der Vorgänger noch in der Übersicht direkt die Bomben gezeigt hat, plus ein Gesichts-Ikon wo in der Affinität sie stehen, bekommt man dies hier nun erst gezeigt, wenn man den Charakter für die genaue Info anklickt. Eine Kleinigkeit, aber schon merklich, wenn Yuu mal wieder sagt, dass eine der Attention Whores bitchy geworden ist, und man sich erst durch alle Jungs durchklicken muss, um herauszufinden, wen man genau jetzt auf ein Mitleids-Date einladen muss.

Ich versuch dich nur aus dem Weg zu schieben, weil WALHAI <3

Ich versuch dich nur aus dem Weg zu schieben, weil WALHAI <3

Was ich ganz nett fand ist, dass das natürlich immer noch viel auf Statistiken von Statuswerten gemünzte Spiel etwas belebter wirkte, und Spielercharakter Ms Dre Ary 2.0 nicht mehr der Mittelpunkt des Universums der Charaktere zu sein schien. Jedenfalls habe ich hier wesentlich häufiger mal die anderen Charaktere dabei angetroffen, wie sie sich untereinander unterhalten haben. Häufiger mal eine nette Mail von den BFFs bekommen. Niedlich auch, dass jeder Charaktere eine andere Legende, die sich um den Leuchtturm ranken soll, zu kennen scheint. Und Charaktere aus dem ersten Spiel sieht man als kleines Schmankerl auch hier und dort mal in den Hintergründen der Dating-Spots. Oh, und im Aquarium gibt es eine Walhai-Ausstellung, somit hat 2nd Season eindeutig schon mal gegenüber 1st Love gewonnen. Zu schade das die Kerle sauer werden, wenn man sie mehrmals nacheinander zur gleichen Lokalität einlädt, sonst wäre es immer das Aquarium geworden.

Zusätzlich sind die Bishounen diesmal attraktiver, nehme ich mal an, zumindest habe ich hier mehr in eine Liebesbeziehung zu Stalkerin Ms Dre Ary 2.0, die gern mal zu spät kommt, hinein ge-Stockholm-Syndrom-ed gehabt, als im vorigen Spiel. Sechs von acht Hauptcharakteren und zwei von drei (bzw. vier) Geheimcharakteren, um genau zu sein. Ganz oberflächlich wie ich nun Mal bin, hab ich einfach von jedem schnell mal den Namen gegoogelt gehabt, und dann eine Liste der schlicht optischen Attraktivität gemacht, mit 3 A-Rang-Kerlen, die zuerst gestalked wurden, 2 B-Rängen für anschließend, und 3 C-Rängen falls ich dann immer noch Bock hab. Wobei die Attraktivität der Charaktere in einem TokiMemo sowieso von Artwork zu Artwork fluktuieren kann, aber hat schon ungefähr hingehauen.

Im Butler-Kostüm ist er nicht so unbeliebt

Im Butler-Kostüm ist er nicht so unbeliebt

Shiba Katsumi war das erste Opfer in meinem Jagdrevier, da er einfach von allen Charakteren mit Abstand am besten aussieht. Kurioserweise stellte sich heraus, dass er der Sportler-Archetyp des Spieles ist, ich also erneut jenen zur ersten Wahl gemacht hatte. Er ist der dunkle, große und coole Typ. Hat allerdings einen netten trockenen Humor (voller nicht unbedingt sofort erkennbarer Doppeldeutigkeiten) und ist ein Magnet an Haustier-Zuneigung. Ein wenig stoisch, vielleicht sogar ein wenig unsozial, und sogar etwas bemüht mysteriös zu erscheinen, hält er einen zunächst auf Distanz, kann aber nicht anders als unbewusst sich ständig zu sorgen und zu helfen wenn Not am Mann ist. Kann einen ziemlich mörderischen Blick auflegen, ist dafür umso niedlicher wenn aus der Reserve gebracht.

Seine Schulnoten sind nicht gerade gut, kümmert sich dafür aber auch bei einem selbst nur um Fitness- und Sozial-Status. Hat einen kleinen Narkolepsie-Einschlag, die Hälfte der Begegnungen mit ihm scheint er müde zu sein oder wird irgendwo wegdämmernd entdeckt. Es ist eine gute Idee dem Baseball-Club beizutreten, denn dem schließt er sich später an, wenn er übers Trauma weggekommen ist, dass er als Kind bereits mal ein Team ruiniert hat. Sein Traum ist entsprechend mal Profispieler und anschließend Coach zu werden. Im Gegensatz zu Suzuka im ersten Spiel geht seine Affinität allerdings sehr flux hoch, lädt er einen häufiger von sich aus zu Dates ein, und er ist auch der einfachste Skinship-Partner, und derjenige, der eher mal „greif ruhig noch etwas beherzter zu“ meint. Mag allerdings das Feuerwerk-Festival wohl nicht sonderlich als Date-Spot, aber einen einzelnen Fehler sei jedem gegönnt.

Ich hatte nie so attraktive Lehrer

Ich hatte nie so attraktive Lehrer

Weiter ging es mit Wakaouji Takafumi, dem Klassenlehrer des hiesigen Spieles. Ich hab es halt eher mit den erwachseneren Typen im Cast, immerhin bin ich ja selbst kein Teenager mehr. Waka-Sensei ist so ziemlich das Gegenteil von Himuro im Erstling, denn er ist ein leicht verplanter Typ, der immer zu Scherzen aufgelegt ist. Ein Teil davon ist sicherlich nur Show, aber er nimmt das Leben schon leichtherziger, und ist auch schon Mal zu oberflächlichen Flirts mit seinen Schülern bereit. Die sind natürlich genauso offensichtlich distanziert wie die meisten seiner Geschichten frei erfunden sind. Das alles macht ihn natürlich ziemlich beliebt bei seiner Schülerschaft. Als Pluspunkt liebt er Kaffee, als Minuspunkt hält er sich mehrere Katzen. Seine Kombi aus grünem Sweater und braunem Blazer ist ziemlich dorky, auf Dates läuft er allerdings hingegen überraschend stylisch rum. Im Prinzenkostüm zur Schulaufführung ist er auch ganz schick. Außerdem redet er gern von sich selbst in der dritten Person als „Lehrer“, was im Japanischen sicherlich funktioniert, in einer Übersetzung allerdings immer komisch klingt, hingegen allerdings zu seiner Persönlichkeit passt.

Natürlich hat er auch eine ernste Seite, als naturwissenschaftliches Genie das in Amerika studiert hat, dabei aber die spaßigen Seiten seiner Jugend verlor. Waka-Sensei leitet auch einen Klub, nämlich den der Leichtathletik, da er da ebenfalls ganz begabt drin ist. Etwas merkwürdig, denn die für ihn benötigten Statuswerte sind Intelligenz, Style und Sozial, Fitness ist nirgendwo zu finden. Netterweise nimmt er es einem aber auch nicht übel, wenn man seinem Klub bei allen Meisterschaften zum Verlust verhilft. Als Autoritätsperson ist es natürlich erneut so, dass man ihn nicht auf Dates einladen kann, sondern auf seine Einladungen warten muss.

Geht übrigens auf die Schule von 1st Love

Geht übrigens auf die Schule von 1st Love

Akagi Kazuyuki ist der letzte A-Rang-Typ gewesen. Nach einem normalen Mitschüler, einem nicht auf Dates ausführbaren Lehrer, nun auch das dritte Schema an Kerl: Der Geheimcharakter. Er stammt noch aus der PS2-Version und ist genauso einzufangen, wie Chiharu aus dem Vorgänger: Einkaufen gehen. Statt nur über Mails mit ihm zu kommunizieren, trifft man ihn allerdings regelmäßig beim Nachhauseweg zufällig an, was normalerweise in einem kleinen Streitgespräch und anschließendem gemeinsamen Gelächter endet, weil man sich halt doch sympathisch ist. Er ist beliebt, schlau, und sieht gut aus, und dadurch das man bei den Geheimcharakteren immer etwas wenig Interaktionen hat und die drei Jahre wenig gefüllt bekommt (da Hauptcharaktere sie überschreiben kann man nicht mal nebenher mit anderen ausgehen, sonst läuft man Gefahr, sich die Geheimcharaktere auszuschließen), ist er dennoch ein wenig langweilig. Gerade wo zwischen den ersten Begegnungen und dem Finale seiner Route gut ein Jahr ohne jegliche Treffen liegen können. Zumal ich das Ende nicht so sehr mag, weil es einen selbst schlecht aussehen lässt, da sich der Spielercharakter nach einem kleinen einfach auszuräumenden Missverständnis wie eine bipolare Wahnsinnige aufführt, und der eigentlich unschuldige Akagi das umständlich wieder glattbügeln muss. Ich hasse solch forciertes unlogisches Drama in Romanzen.

Manchmal wirkt er ja schon etwas jung

Manchmal wirkt er ja schon etwas jung

Mit Komori Taku kommen wir eigentlich zu einem Kerl, den ich bei C eingeordnet, aber dann doch schon hier erobert hatte. Hauptsächlich deswegen, weil er ein weiterer Geheimcharakter ist, und es natürlich sinnig war, beide in einem Durchgang zu erobern, erst gegen Ende eine der beiden Routen zu finalisieren, eben weil die drei Jahre sonst noch langweiliger gewesen wären. Der Name des DS-exklusiven Charakters ist dabei Programm, denn Taku ist ein Hikikomori. Ein paar Monate ins zweite Schuljahr hinein stellt Wakaouji den schüchternen Kerl der Klasse als neuen Mitschüler vor, anschließend kommt er nie wieder zur Schule, sondern verschanzt sich zu Hause. Mit dem richtigen Sozialwert und ihn täglich nach der Schule in seiner selbstgemachten Falle zu stalken, weicht er langsam auf. Der Kerl mit der schwammigen Persönlichkeit macht natürlich die ganze „Mimimi, ich will keine Last sein“-Ansprache und mag den Strand und Delphine, die Serienvergewaltiger der Meere, aber ist doch ganz niedlich. Zumindest sobald man ihn davon überzeugt hat, wieder zur Schule zu kommen. Er wiederholt dann das zweite Jahr, ist also nicht mehr mit einem in der Klasse, hat einen schickeren Haarschnitt (definitiv ein Upgrade zu Rang B) und ist sogar ganz beliebt bei den neuen Mitschülern. Dadurch das man ihn später trifft und etwas mehr zum Erlegen arbeiten muss, wirkt seine Route halt nicht ganz so leer wie die von Akagi.

Die Nicht-Haartollen-Seite ist definitiv die Schokoladenseite

Die Nicht-Haartollen-Seite ist definitiv die Schokoladenseite

Hikami Itaru erinnert optisch ein wenig an Himuro-Sensei aus dem ersten Teil, und ist wohl auch mit ihm verwandt. Wobei seine merkwürdige Haartolle je nachdem, aus welchem Blickwinkel sein Artwork gezeichnet ist, ihn mal wie einen A-Rang und mal wie einen C-Rang aussehen lässt, von daher ist er auf Rang B ganz gut aufgehoben. Er ist der Intelligenz-Charakter (Sozial ist der Nebenstatus, der für seine Route nötig wird), hat einen Sitz im Schülerrat und ist als übertrieben strickter Kerl, der sich immer haargenau an die Regeln hält, natürlich nicht unbedingt bei seinen Mitschülern beliebt. Das erste Treffen mit ihm ist natürlich dementsprechend nicht ganz so positiv, und das zweite durch seinen lächerlichen Fahrradhelm auch nicht attraktiv zu nennen (nie mit ihm auf ein Bade-Date gehen, er hat eine passend schreckliche Badekappe auf). Eigentlich will er natürlich für alle nur das Beste, und muss über die drei Jahre hinweg lernen, wie er umgänglicher wird, um auch bei den Leuten anzukommen.

Er ist ein wenig altmodisch und steif, hat dadurch aber mit die größte Bandbreite an Emotionen auf den Dates parat. Während einige seiner Outfits wie bereits erwähnt desaströs sind, sieht er dafür im Skianzug wiederum gigantisch aus und hat auch einen der besseren Weihnachtsanzüge zu bieten. Sein Traum ist übrigens einen Doktortitel in Astrophysik zu haben und den Nobelpreis zu gewissen, an Ambition fehlt es ihm also nicht. Zum Ausgleich hat er allerdings auch eine Faszination fürs schnelle Fahren. Überrascht war ich ja etwas damit, dass er einen, sobald die Affinität hoch genug ist, doch sehr häufig zu Dates einlädt, statt schüchtern zu bleiben. Dafür ist er allerdings auch derjenige, der einem am direktesten beim Skinship darauf anspricht, warum man ihn so unnötig anheizt, um dann doch nicht die Beine breit zu machen.

Eines der wenigen coolen CGs von Harry

Eines der wenigen coolen CGs von Harry

Das andere B macht Hariya Konoushin aus, der lieber Harry genannt werden will. Eigentlich ein ganz attraktiver Charakter, sieht er mir im Prinzip einfach noch ein wenig zu Grün aus. Er ist der moderne und modebewusste Charakter des Spieles, und dementsprechend ist ihm schulische Leistung ziemlich egal, überraschend ganauso sehr das soziale Verhalten, sondern Style und Charme müssen trainiert gehalten werden. Er ist halt schon ein oberflächlicher Narzisst, der gern herum posaunt, dass mit ihm gesehen zu werden doch ein enormes soziales Statusupgrade für einen darstellt. Außerdem ist das Fashion Victim in einer Band und auch ansonsten von seiner Art eher extrovertiert, weswegen Dates im Einkaufszentrum oder beim Karaoke angesagt sind.

Außerdem ist er einer der dümmsten Charaktere, jedoch sehr unbeeindruckt davon, wenn man selbst in den Klausuren schlecht abschneidet. Das hat ihn alles auch was seine Persönlichkeit anbelangt nicht unbedingt zu meinem Liebling gemacht. Als die Fashion Icon des Spieles, wie das in japanischen Medien für Teeny-Mädels gern üblich ist, ist die Wahl seines Kleiderschrankes allerdings manchmal mehr als zweifelhaft. Er mag einen von allen Charakteren mit am schnellsten, was es allerdings anstrengend machen kann, um seine niedrig-rangigen CGs zu bekommen. Natürlich findet man später heraus, dass seine Arroganz zumindest zum Teil gespielt ist, er eigentlich mit Lampenfieber kämpfen muss. Außerdem ist er einer der Charaktere, die hinter die Fassade von Main Saeki geschaut bekommt, und ihn auf dessen Bullshit anspricht. Macht ihn wieder ein wenig sympathischer. Er ist und bleibt, selbst wenn er einen mag, allerdings recht Tsundere-ish von seiner Wesensart.

Immer besser, wenn nicht seine ganze Frisur im Bild ist

Immer besser, wenn nicht seine ganze Frisur im Bild ist

Masaki Motoharu leitet den C-Rang ein. Auch er ist ein leicht spezieller Charakter. Nein, er ist kein Geheimcharakter, sondern taucht schon ganz normal im Tokimeki Panel auf, und muss gewohnt über Dates und Statuswerte (Fitness und Sozial) gewonnen werden. Allerdings gehört er nicht zu den Mitschülern, sondern ist ein leicht älterer Student, der bereits von der Schule abgegangen ist und im Blumengeschäft arbeitet. Dort einen Teilzeitjob anzunehmen ist also sehr wichtig um ihn zu gewinnen. Als nettes Schmankerl ist dessen Boss die strickte Arisawa, eine der BFFs aus dem ersten Teil – diejenige die in Blumennarr Morimura verschossen war. Auch ihn kann man nicht auf Dates einladen, sondern muss auf ein Aktivwerden seinerseits warten, wobei seine Affinität allerdings auch Raketen-artig hoch geht.

Sein Haarschnitt lässt ihn schlechter aussehen, als er das eigentlich müsste, dafür ist er in seiner Lederjacke oder in seiner alten Schuluniform zum Anbeißen. Der eher leichtherzige Kerl, der es nur auf eine zweitrangige Uni geschafft hat, kann kochen, zieht einen gern auf, und hat eine Affinität für Horrorfilme (der Silent Hill OST ist ein gutes Geschenk für ihn) – alles Dinge, die ihn mir natürlich sympathisch machen. Witzig auch, dass er einen nicht zu Fuß nach Hause begleitet, sondern nach den Dates mit dem Auto fährt. Wobei man weiterhin im Skinship ihn hochgefährlich einen Handjob geben kann, was er auch entsprechend trocken kommentiert. Das er ständig davon redet, man habe sich einen silbernen Stern verdient, wenn man sich auf den Dates richtig verhält, ist allerdings schon etwas abturnend.

Rang C war schon etwas zu hart - zumindest optisch, nicht bei Persönlichkeit

Rang C war etwas zu hart – zumindest optisch, nicht in Persönlichkeit

Last und auch least haben wir dann noch Saeki Teru, den Main des hiesigen Spieles. Derjenige, der natürlich der Junge aus dem Flashback zu Spielbeginn ist, der sich mit Dre Ary die suizidale Legende um Meerjungfrau und ihren Geliebten angehört haben und sich ein Wiedersehen am Leuchtturm versprachen. Die ersten zwei oder so Bilder, die Google ausgeworfen hatte, waren vielleicht nicht die besten, denn eigentlich gehört er eher in Rang B statt auf Rang C. Aber egal. Als Poster Child benötigt er natürlich alle Statuswerte auf recht hohen Höhen, wobei alle anderen dadurch zwangsläufig angetroffenen Charaktere und ihre Bombendrohungen vom Hals zu halten die größerer Schwierigkeit ist, und ist dies dann irgendwo doch nicht ganz wert. Während das Verbrechen von Hazuki im vorigen Teil eigentlich lediglich war, dass er stinkend langweilig ist, hat Saeki mehr Persönlichkeit zu bieten.

Zu dumm nur, dass er ein Arschloch ist. Zumindest zur Protagonistin, denn die hat zu Spielbeginn entdeckt, dass er im Cafe seines Großvaters, das an den Leuchtturm angeschlossen ist, als Kellner arbeitet. Und da anstatt sich auf die Schule zu konzentrieren nebenbei auch zu arbeiten eher ungern gesehen wird, findet er gar nicht gut, dass Dre Ary sein Geheimnis kennt. Macht wenig Sinn, denn das Cafe ist sehr beliebt, gerade bei jungen Mädels, von daher ist es merkwürdig, dass das Spiel einem weismachen will, kein einziger anderer seiner Mitschüler oder Lehrer habe ihn dort je kellnern sehen. Allen anderen Leuten gegenüber zeigt er natürlich ein anderes Gesicht, denn Saeki Teru ist Fake ohne Ende. Als Prinz der Schule legt er großen Wert auf sein Aussehen, um cool zu wirken würde er allerdings seine kalkuliert-bemühte Unbemühtheit nie eingestehen, rangiert bei den Klausuren immer im oberen Bereich der Schulergebnisse, und ist scheiße freundlich zu allen Mitschülern. Außer zu uns, denn wir kennen ja bereits das Geheimnis, dass dies alles nur perfekt einstudierte Fassade ist, also nimmt er sich bei Dre Ary die Freiheit, ein unfreundlicher Miesepeter zu sein. Wie in solchen Romanzen für Teeny-Mädels üblich sollen wir das natürlich gut finden, immerhin zeigt er nur uns sein wahres Gesicht, macht ihn halt aber nicht weniger zum Arschloch. Außerdem gibt er uns gern mal „spielerische kleine“ Knuffs, die in einem CG aber eher aussehen, als würde er Dre Ary eine ordentliche Backpfeife verpassen.

Natürlich finden wir heraus, dass er unter enormen Stress steht. Er liebt seinen Großvater und das Cafe, seine strickten Eltern lassen ihn aber nur dann dort arbeiten, wenn es seine anderen Leistungen nicht einschränkt. Deswegen versucht er immer perfekt zu sein, es wird halt von seinen Eltern so erwartet. Und immerhin, sobald man sich um ihn bemüht hat, bekommt man schnell selbst raus, wie man ihn mit seiner eigenen Art ordentlich aufzieht und aus der Reserve gelockt bekommt. Ändert halt nichts am ersten desaströsen Mr. Grey Eindruck, den er hinterlässt. Überraschend hat er allerdings eigentlich einen sehr bodenständigen Traum, nämlich das Cafe zu übernehmen und eine Familie zu gründen. Dauert allerdings am Längsten, ihn auf die höchste Affinitätsstufe zu bringen, und die rosa Herzen im Skinship sind auf dem Albino teils echt schwer zu sehen. Und erneut… einige der Outftits, brrr. Was hat Japan nur mit diesen Jacken, die aussehen, als wäre eine Spezies an Stofftieren für ausgerottet worden? Oder das Prinzenoutfit beim Schulfest, einfach scheußlich.

"Warum mag keiner mein wahres Ich?" - fragte das Arschloch

„Warum mag keiner mein wahres Ich?“ – fragte das Arschloch

Und der Rest:
Beginnen wir doch mit Amachi Shouta, dem Shotacon-Charakter des Spieles. Der Schönling ist ein Jahr jünger, sieht aus wie 12, und ist schon alleine deswegen direkt von mir aussortiert worden. Man trifft ihn ab dem 2. Jahr automatisch, er ist Teil vom Cheerleader-Klub (japanisches Ouendan-Cheerleading, nicht die amerikanische Art), mag Süßigkeiten, hat Shiba als Ikone, und ist recht beliebt. Allerdings ist seine nette Persönlichkeit genauso fake wie die von Saeki, ich habe zumindest einen kleinen Eindruck darin bekommen, dass er eigentlich ebenfalls ein asoziales Arschloch ist. Und dann heult er noch rum, dass keiner sein wahres Ich mag. Tja, wenn man das wahre Ich nicht zeigt, ist das schon klar. Wenn das wahre ich auch noch ein mieser Charakter ist, umso mehr.

Christopher Weatherfield ist der an den Kunst-Wert gebundene Charakter. Wie Shiki im ersten Teil ist mir der langhaarige Kerl zu weibisch, wenn er auch nicht so ein arroganter Narzisst ist. Außerdem ist seine Frisur mit dem ganzen Hippie-Kram drin schrecklich. Der dümmste Charakter, ist er doch immer das Schlusslicht der Klausuren, noch unter Harry. Obwohl alles auf einen Ausländer schließen lässt, hat er jedoch einen Kansai-Dialekt und ein CG mag fast schließen lassen, dass er zu den Yakuza gehört? Keine Ahnung, sein künstlerischer Vandalismus und seine Weltfremdheit sind auch nicht gerade sexy.

Yuu kleidet sich immerhin besser, als einige andere Charaktere

Yuu kleidet sich immerhin besser, als einige andere Charaktere

Haben wir noch zwei Geheimcharaktere parat. Ein weiterer für die DS-Version ist Majima Tarou, ein Schönling den ich erneut aussortiert habe, weil diese eine Haartolle, die er hat, ihn absolut dämlich aussehen lässt. Am Ende des ersten Schuljahres trifft man ihn, wenn der Charmewert eine gewisse (sehr niedrig angesetzte) Höhe erreicht. Er soll wohl eine Art gefühlskalter Eiskönig sein, der mit den Herzen der Mädels spielt, aber ehrlich gesagt bin ich ihm immer ziemlich sofort aus dem Weg gegangen. Sieht halt auch aus wie Saeki mit schlechterer Frisur.

Dann haben wir noch den Nachbarsjungen Otonari Yuu. Ähnlich wie der kleine Bruder im Vorgänger ist er derjenige, der die Telefonnummern/Geburtstage der Charaktere kennt, und bei dem man die Beliebtheit auf dem Tokimeki Panel nachschauen geht. Zudem hilft er dabei Valentinstagsschokolade zu machen, und springt an Feiertagen ein, wenn man noch keinen festen Freund hat. Halt ganz niedlich und unterstützend eigentlich. Eigentlich. Der kleine Creep beobachtet Dre Ary beim Save-Bildschirm beim Schlafen, ugh. Außerdem kann man wohl tatsächlich, wenn man keinen anderen Kerl gewinnt, und viel Zeit mit Yuu verbracht hat, ein romantische Ende mit den 10-Jährigen bekommen. Nein danke, Konami.

Ich mag die zufälligen Treffen der Charaktere

Ich mag die zufälligen Treffen der Charaktere

Natürlich gibt es auch wieder 4 Mädels, deren Bekanntschaft man machen kann, erneut eine direkt, je nach Raumwahl zu Beginn des Spieles bei der Charaktererstellung, und dann wenn man einen gewissen Wert auf eine gewisse Höhe gebracht hat – meist zusammen mit dem Kerl, in den sie heimlich verliebt sind. Sportskanone Toudou ist ziemlich maskulin, groß und mit tiefer Stimme, kann schroff wirken, hilft aber eigentlich gern aus. Also sozusagen die weibliche Version von Shiba, bei dem sie zur Nebenbuhlerin werden kann. Heimlich sehr mädchenhaft ist ihr Hobby allerdings Nägel lackieren. Die hübsche und erwachsene Mizu habe ich wenig getroffen, machte auch keinen ganz so netten Eindruck. Die Magersüchtige wollte nie Kaffe mit mir trinken, weil dazu gibt es ja Kuchen. Außerdem scheint sie ebenfalls eine perfekte Fake-Persönlichkeit aufrecht zu erhalten. Eventuell ist sie sogar Yakuza. Manipuliert gerade Onoda auch sehr gerne. Sie mag glaub ich Chris.

Nishi ist die immer aufgedrehte leicht schusselige Style-Tussi, die einen oder auch irgendwie alle idolisiert. Mädchenhaft und dumm wie Brot, passt sie gut zu ihrem Harry. Offeriert nette Streitgespräche mit Amachi über die perfekte Süßigkeit. Onoda ist die Intelligenzbestie, die zusammen mit ihrem Augapfel Hikami im Schülerrat ist. Allerdings scheint sie nur ihm Zuliebe auf die Regeln zu pochen. Sie ist der von der Statur kleinste Charakter, und eigentlich echt ziemlich niedlich, was sie so auch gut an sich findet, statt komplett streng und strickt zu sein.