Avengers: Endgame

Angekommen. Sieben Jahre nach dem ersten Avengers, elf Jahre nach dem ersten Iron Man, 22 Filme in den MCU. Avengers: Endgame bringt das Großereignis zum Abschluss, so dass wir alle ab nun nie wieder einen Superhelden-Film schauen müssen. Natürlich alle Rekorde gebrochen, inklusive sich noch vor Titanic und Avatar als erfolgreichster Film aller Zeiten zu setzen.

Die Hälfte der Universumsbevölkerung ist also eingeäschert. Wer übrig ist, kommt darüber nicht hinweg. Genau genommen machen sich unsere verbliebenen Helden sogar direkt auf den Weg zu Thanos, um das Ruder noch mal rumreißen zu können. Kann man aber nicht, denn Thanos war schlau genug, die Power Stones zu zerstören, damit nie wieder jemand in Versuchung gerät. Thor macht ihn dann auch sang- und klanglos einen Kopf kürzer.

Fünf Jahre später: Alle sind immer noch schlecht drauf. Captain America geht zu Selbsthilfegruppen, denen er seinen Optimismus näherbringt, an den er eventuell selbst nicht mehr restlos glaubt. Black Widow leitet die Avengers weiter, obwohl die Welt sie eventuell gar nicht mehr braucht. Thor ist ein heruntergekommener Penner. Tony Stark hat es ganz gut getroffen, als Familienvater, und beweißt, dass es Reichen selbst in der Postapokalypse gut gehen wird. Und Ant-Man kommt plötzlich aus der Mikrodimension wieder heraus, wo für ihn nur wenige Stunden vergangen sind.

Und genau daraus erwächst ein neuer Plan. Was, wenn mit jener Technologie Zeitreisen möglich sind? Was, wenn man aus den verschiedenen Jahren, bevor Thanos sie sich aneigenete, die Steine holen kann? Was, wenn man einfach alle wieder ins Leben zurückschnippst?

Damit starten also drei Stunden Film, in denen alle ein trauriges Gesicht machen und keine echten Farben poppen. Es muss ja eine ausreichend deprimierende Stimmung verbreitet werden.

Der Film spaltet sich dann auch in ziemlich genau drei Teile, man sollte fast meinen, eine 3-Akte-Struktur hätte sich historisch in der Cinematographie durchgesetzt, Genaues weiß man aber nicht. Die erste Stunde behandelt die Basics, wie es denn jetzt allen so geht. Grundresumee: Nicht so geil, very sadface, all the time. Die zweite Stunde hat dann etwas mehr pepp und sogar ein wenig humorige Sprüche zu bieten, wenn die einzelnen Teams in der Zeit zurückgehen, um jeweils ihre Power Stones abzugreifen. Natürlich geht da bei jedem irgendwas schief. Nach zwei Stunden wird dann die finale Schlacht gegen Thanos eingeläutet, resultierend aus den Schiefgängen. Was zunächst nur wie er gegen die drei Poster Boys der Franchise, Iron Man, Captain America und Thor, aussieht, verwandelt sich dann doch in einen großen Everyone’s Here Brawl fast jedes jemals in der MCU aufgetretenen Charakters. Sogar das Girl Squad bekommt eine gemeinsame heroische Szene, nachdem die weiblichen Figuren traditionell in den MCU-Filmen etwas kurz kamen bisher. Nach einer halben Stunde Kampf ist die Geschichte soweit gegessen und die finale halbe Stunde kann sich dem ausschweifenden Epilog widmen, der natürlich nach 22 Filmen irgendwo mal angebracht ist.

Damit gehen dann die bisherigen Avengers in die Gutenacht, auf das die neuen Galionsfiguren kommen mögen. Natürlich hat sich das Publikum bereits ausreichend in Tom Holland und seinen Spider Man verliebt, so dass dessen frisches Poster-Boy-Gesicht auch ordentlich im Finale zu sehen ist, damit man nicht vergisst, nach Endgame weiterhin in Marvel-Superhelden-Filme zu gehen. Und auch Captain America gibt sein Schild weiter, auf das der nächste unter dem Titel die Nachfolge von Steve Rogers antreten möge.

Bin erneut ein wenig in dem Gefühl hinterlassen, dass ich den Film schon sehr mochte, aber nicht so ganz weiß, wie sehr denn wirklich. Also die letzte halbe Stunde war schon geil, wenn dann alle da sind und sich alles ordentlich fetzt. Und auch die viele Emotionalität auf den langen Epilog gesehen, der doch mehr zog, als ich das von mir erwartet hätte. Die zwei Stunden davor sind auch gut, sind auch unterhaltsam, langweilen ebenfalls nie, aber ob sie wirklich so lang hätten sein müssen, sei dann mal wieder dahingestellt. Gerade in der allerersten wirkt der Film etwas leblos. Klar, ist ja auch nur noch die Hälfte davon übrig, aber irgendwie hätte ich mir etwas mehr Schwung oder zumindest eine verkürzte und stringentere Herangehensweise gewünscht. So richtig aufblühen tut der Film nämlich hier hauptsächlich dann, wenn einer der Charaktere Screentime bekommt, der selbst in jener Situation sich noch ein wenig seinen Humor bewahrte.

Thor: Ragnarok

Ganz wie der Captain America, bekam auch Thor in jeder der drei Phasen des Marvel Cinematic Universes einen Film in seiner eigenen Trilogie spendiert. Thor: Ragnarok unter neuen Screenwritern und Regisseur, die bisher nicht im MCU tätig waren.

Ist ja auch irgendwie kompliziert in der Herrscherfamilie Asgards. Nicht nur ist Göttervater Odin verlustig gegangen und Trickster Loki impersoniert ihn, sondern nachdem sie Odin in Norwegen aufspüren, gibt er seinen zwei meist eher suboptimal miteinander auskommenden Söhnen ein letztes Goodbye und stirbt. Hinterlässt also einen Thor, der den Thron nicht wirklich will, und einen Loki, der ihn besser nicht innehaben sollte. Passenderweise kommt prompt die nächste Familienkomplikation auf die Bühne: Hela. Odins Erstgeborene und Totengöttin, hatte ihm dabei geholfen die neun Reiche zu erobern und wurde von ihm verbannt und aus der Historie von Asgard gelöscht, nachdem er friedlich weitermachen wollte, sie allerdings nicht. Und die ist sehr wohl bereit, nun auf dem Thron zu sitzen.

Wahnsinnig herzig ist die Familienzusammenkunft mit der Schwester, von denen sie nie wussten, allerdings nicht. Hela zerstört erst Mal den Hammer Thors und Loki verhilft den beiden schnell zur Flucht, wobei Thor allerdings auf Sakaar, einem Müllplaneten am Rande des Universums, landet, wo der Alleinherrscher Grandmaster ihn in die Arena zur Volksbelustigung antreten lässt. Währenddessen übernimmt Hela Asgard.

Ich mag die MCU, ich habe auch bereits mehrmals geschrieben, dass ich die alle als sehenswert ansehe. Einen Abend bekommt man mit jedem der Filme gut rum, auch wenn nicht alle ganz so geil sind. Absolut schlecht finde ich keinen. Wobei ich glaube ich mit einigen aus Phase 1 und 2 mittlerweile etwas stärker gelangweilt wäre, weil sie nach dutzenden Filmen im Vergleich sehr generisch sind. Das ist glaube ich auch das Problem, welches ich mit Doctor Strange hatte, es scheint ein Film aus Phase 1 zu sein, der irgendwie in Phase 3 gerutscht ist. Es fehlt ihm das gewissen etwas und einfach nur als passabler Superheldenfilm aufzukreuzen reicht mittlerweile nicht mehr.

Das schreibe ich deswegen, und nerve euch dahingehend zum xten Mal mit, weil ich die vorigen zwei Thor-Filme an den unteren Rand der MCU-Hackordnung ansiedeln würde. Denn der erste ist absoluter Standard, während der zweite ziemlich uneben und in sich diffus ist. Umso größer war meine Überraschung, dass sich Thor: Raganrok sofort ziemlich an die Spitze katapultiert und einer der besten Filme der bis dato fast 20 geworden ist!

Chris Hemsworth ist bespielsweise echt gut mit Comedy! Die vorigen Filme haben ihm hier oder dort mal einen One-Liner gegeben und etwas mit dem „Fish out of water“ auf der Erde gespielt. Aber das Script von Ragnarok gibt ihm jede Menge witzigen Dialog, Szenen, die heroisch anfangen, nur um ihm den Boden unter den Füßen zu entziehen und etwas trottelig wirken zu lassen, und sogar die Oberhand über Loki darf er hin und wieder haben. Und der Hemsworth spielt das richtig gut, man muss ihm halt nur die Möglichkeiten dafür schreiben.

Und der Rest ist genauso gut gespielt und geschrieben. Cate Blanchett als Hela ist beispielsweise sowieso die coolste Sau und saugt jeden Tropfen aus dem Script in ihre Performance. We stan a Queen like this, selbst wenn sie eine genozidale Todesgöttin ist. Tom Hiddleston kann in meinen Augen sowieso nix falsch machen, und der hat eh immer seinen Spaß damit, Loki zu portraitieren und was schon in den vorigen Filmen eines der wenigen Highlights. Jeff Goldblum als exzentrischer Grandmaster spielt ihm dennoch die Show. Hulk kommt auch vor, und ich glaube Thor: Ragnarok schafft es tatsächlich der erste Film zu sein, in dem ich mich was um ihn schere. Sein eigener Film hat es nicht hinbekommen, so gut anzusprechen, was es eigentlich bedeutet mal Banner und mal Hulk zu sein, zumindest aus der Sicht des Hulks an sich, der ja häufig nur als Mittel zum Zweck genutzt wird und dann wieder schnell verschwinden soll. Was bedeutet es eigentlich für den Hulk so ungeliebt zu sein? Ich fand es übrigens auch sehr interessant, dass der Film direkt anspricht, dass Odin gar nicht so ein liebenswerter Monarch ist, oder zumindest nicht immer war. Ruler of the Nine Realms klingt natürlich gut, wir denken aber nicht automatisch so weit, zu hinterfragen, wie er an diese neun Reiche überhaupt gekommen ist. Eben mit blutiger Eroberung, die man dann passenderweise, weil Geschichte nun mal von den Gewinnern geschrieben wird, einfach fürs eigene Image streichen lässt. Auch gerade mit dem Ende ist das Hinterfragen gegebener Machtstrukturen definitiv ein Thema.

Die Optik und Akustik ist übrigens auch sehr gefällig. Das Ding von Guardians of the Galaxy, gerade Vol.2, war ja bereits, hier etwas Retro-Nostalgie aber in modernem SFX-Gewand zu bieten, und Thor: Ragnarok geht voll auf die Schiene. Es erinnert halt stark an SciFi der 60er/70er, als noch nicht alles steril farblos war, sondern überraschend bunt. Stark gemixt mit den 80ern, weil die Farben zusätzlich gern neon gehalten werden und der Soudntrack voller Synth ist. Dass alles wie gesagt in der Technik der Moderne, aber vom Stil her stark daran angelehnt. Wer will, kann dies natürlich als billiges Anbiedern sehen. Aber wenn es wirklich so durch und durch den Style und die Vibes des Filmes ausmacht, find ich das schon geil, und auch wenn diese 80er-Ästhetik aktuell mehr und mehr im Kommen ist, wirkt es in Ragnarok soweit noch frisch und sich eben von der spröden Optik vieler voriger Superheldenfilme abhebend. Mir hat es echt gefallen.

Ganz ehrlich, ich fand den ganzen Film eine absolute Gaudi. Wenn man keine coole Action sieht, dann wird charmant rumgeblödelt, und das alles in einem absolut treffsicheren interessanten Stil gepackt. Den Film wird man sich gern wiederholt ansehen.

Superhero Sunday – Age of Ultron

ava-1940Ok, die Avengers haben also Lokis Zepter den Nazis bei Hydra abgeluchst, Tony Stark sich dabei aber eine Horrorvision von Scarlet Witch eingefangen. Das bestätigt ihn in seinem Plan eine KI zu schaffen, die die Welt schützt, da die Avengers alleine das nicht schaffen können. Tony Stark scheint nicht sonderlich viele SciFi-Geschichten zu kennen. Dann gibt er dem Ding auch noch den Namen Ultron.

Es kommt, wie es kommen muss, und die KI verselbstständigt sich und eruiert, dass die größte Gefahr für den Planeten die Menschheit an sich ist, und wir sozusagen vor uns selbst geschützt werden müssen, was sicherlich nicht unbedingt ein Trugschluss ist, aber mal so gar nicht mit unserem Willen der Persönlichkeitsentfaltung einher geht. Na ja, notfalls kann man das Leben auf dem Planeten wie damals bei den Dinos ja mit einer globalen Katastrophe resetten. Zumal Ultron doch ein wenig was von seinem Schöpfer abbekommen hat, und somit vielleicht doch nicht einfach nur objektiv-kühl kalkuliert, sondern einen gewissen herrischen Unterton mitbringt.

Das ist natürlich eine ganz bewusste Entscheidung, denn Joss Whedon ist ja nicht dumm und weiß, dass unterhaltsame Bösewichter besser sind, als blasse Fieslinge. Deswegen ist Hydra ja auch kein großes Ding, sondern im ersten Teil Scherzbold Loki, und so bekommt auch in Age of Ultron eben Namensgeber Ultron ein paar flapsige Stark-Sprüche drauf. Ganz mit seinem Vorgänger mag er da nicht mithalten können was den Unterhaltungswert angeht, aber einen Tom Hiddleston als Loki übertrumpft man auch nur schwerlich, dafür ist Ultron etwas bedrohlicher.

Dass Whedon allerdings eher in der TV-Landschaft zu Hause ist, merkt man dem Pacing seiner Filme immer etwas an. Im Falle von Age of Ultron hat sich das mittlerweile fast revidiert. Besonders die erste Stunde ist ein stringentes Feuerwerk aus Action und Charakterinteraktionen, und der beste Teil des Filmes. Dann jedoch kommt der Rückzug aufs Landhaus, ein sehr Whedon-esques Segment der Charaktermomente, aber doch ein Teil, in dem der Film schlichtweg mal eine halbe Stunde komplett zum Erliegen kommt. Das ist allerdings auch schon das einzige Pacing-Problem des Filmes, danach geht es fast eine Stunde lang ins Action-geladene Finale. Und gerade die Kampfsequenzen sind diesmal etwas besser umgesetzt und gerade auch besser, was das Charakterzusammenspiel angeht.

Gerade mehr im TV gemacht zu haben kommt Whedon bei den Avengers andererseits vielleicht auch wieder zugute, denn dadurch ist er doch recht gut darin, den ganzen Cast zu handhaben, statt das der Film unter der Anzahl an Persönlichkeiten zusammenbricht, zumal mit Quicksilver und Scarlet Witch ja nun noch zwei weitere Figuren hinzu kommen. Dabei ist Whedon überraschend gut darin, den Charakteren in Age of Ultron Szenen zuzuschustern, die normalerweise eigentlich als zweite Geigen eher so gut wie nichts zu tun bekommen würden. Wie häufig müssen wir denn auch die gleichen Charakteristiken von Thor, Iron Man und Captain America durchkauen, wenn die in deren eigenen Trilogien schon tot geredet sind? Stattdessen gibt es halt mal mehr zu Hawkeye und Black Widow, die selbst im ersten Avengers eigentlich nicht viel taten. Aber auch hier ist Whedon sich bewusst, dass die Normalos des Teams eben nicht mit den Halbgöttern mithalten können, und baut deren menschliche Seite aus. Selbst Cobie Smulders bekommt ein paar nette Szenen.

Abschließend gefällt mir Age of Ultron besser als der erste Avengers – welcher ich ja auch bereits schon gut fand. Minus Loki, dafür mag ich die Charakterinteraktionen hier mehr, und die Action, und eigentlich auch die Handlung, also schon fast mehr oder minder alles. Mein Favorit aus dem Marvel Cinematic Universe ist er nicht ganz, Guardians of the Galaxy reihe ich drüber ein, und was nicht-Marvels seit der Jahrtausendwende angeht wohl auch noch The Dark Knight und X-Men: Days of Future Past, aber dann kommt doch schon Avengers: Age of Ultron sag ich jetzt einfach mal aus dem Bauch heraus.

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Superhero Sunday – Thor 2

ava-1896Thor war ja einer jener Filme, den ich als ganz nett aber etwas unaufregend befunden habe. Nach dem Motto das er in den späten 90ern, als Superhelden-Filme einen Tiefpunkt erreicht hatten, als ziemlich top befunden worden wäre, aber jetzt, wo wir an qualitativ brauchbaren solcher Filme nur so überschwemmt werden, eben ein wenig untergeht. Loki war der einzig wirklich unterhaltsame Charakter, und das wurde auch von der breiten Masse so empfunden, und ist dem Studio wohl mehr als bewusst gewesen, denn Thor: The Dark World ist schon ziemlich die Loki Show.

Tom Hiddleston hat natürlich auch Glück mit seinem Charakter gehabt, kann man aus der Rolle des Loki doch auch wirklich viel rausholen. Es ist ja nicht so das Anthony Hopkins, Natalie Portman oder Chris Hemsworth nicht gute Schauspieler mit Bühnenpräsenz wären, sondern einfach nur, dass die Charaktere von Göttervater Odin, Muskelprotz Thor, oder Love Interest Name-merkt-sich-eh-keiner bestechende Langweiler sind, mit denen man auch nicht viel machen kann. Da sind diverse Nebencharaktere, die kaum Screentime bekommen, sogar wesentlich launiger. Wie beispielsweise die kleine Entourage um Thor, wo die Schauspieler bei der Fluchthilfe aus Valhalla wirklich nochmal zeigen, dass sie echt Spaß in ihren wenigen Szenen haben, oder das Grüppchen um Plain Jane, oder die coole Göttermutter Frigga, oder natürlich auch der etwas mehr Zeit bekommende Sailor Pluto, der den Bifrost bewacht – alles trotz relativ kleiner Rollen interessantere Charaktere als der Namensgeber der Franchise oder seine Ische.

Ach und die arme Plain Jane bzw. Natalie Portman. Man muss schon eingestehen, dass weibliche Schauspieler es in den meisten Superhelden-Filmen nicht einfach haben. Meist gibt es nur eine, maximal zwei wichtige weibliche Rollen, und meist bekommen sie nicht wirklich viel zu tun. Jane in The Dark World wird zum wandelnden McGuffin, so dass man schon fast etwas aufstöhnen muss, denn bis kurz vor Ende gibt der Film ihr wirklich absolut nichts, außer als Träger von Unermesslicher Energie Die Jeder Will (TM) gejagt und beschützt zu werden. Immerhin lässt man sie im Finale dabei helfen die Welt zu retten, so als der Hirn-Ausgleich (sie ist offiziell ja Wissenschaftlerin, auch wenn man das schnell vergessen kann, weil sie in den Filmen nicht viel macht) zum brachial die Muskeln spielen lassenden Thor.

Ach ja, eine dürftige Alibi-Handlung gibt’s ja auch. Die Dunkelelfen, die älter als das Universum sind, wollen jenes mit der Unermesslichen Dunklen Energie (TM) zerstören, wurden aber zurückgeschlagen, aber jetzt wo die 9 Welten einander überschneiden hat Plain Jane jene Energie gefunden, in sich aufgenommen, und jetzt wird halt wieder drum gekämpft. Und Loki darf wieder mitmischen, weil eben Mutter Frigga als das Bindeglied der beiden Brüder von den Dunkelelfen erledigt wird, was man ungefähr nach den ersten 5 Minuten mit dem Charakter kommen riecht, ist es doch eine viel zu gute Ausrede, um allen anderen Charakteren eine wichtige Person zu nehmen und sie so wieder einen Pakt schließen zu lassen.

Die Handlung ist aber ehrlich gesagt mal wieder, wie im ersten Film aber auch vielen im Genre generell gesehen, ziemlich unbedeutend und unwichtig. Thor: The Dark World schafft es durch andere Dinge doch ziemlich unterhaltsame und kurzweilige 2 Stunden zu liefern: Eben wegen der coolen Setpieces und des gefälligen Space-Wikings „Mittelerde trifft Star Trek“ esquen Weltendesigns, eben weil Loki so präsent und so ein lustiges Kerlchen ist, eben wegen der coolen Action und tollem CG.

Die Art und Weise, wie Thor mit Mjölnir durch die Gegend fliegt, ist und bleibt aber super dämlich.

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The Avengers

ava-1166Nach einer ganzen Reihe an sehr samey gewordenen Superheldenfilmen, wurden Comicfans dieses Jahr gleich zwei Großereignisse beschert. Neben dem Ende von Nolans Batman-Trilogie kamen also endlich Marvels Comic-Helden aus Iron Man, Thor, Hulk und Captain America zusammen, zum größten Ereignis seit Watchmen. Unterstützt von zwei weiteren Helden, die bisher keine Origins-Filme beschert bekamen: Hawkeye, weil er langweiliger als Captain America und Superman zusammen ist, und Black Widow, weil sie eine Vagina hat und Superheldinnen-Filme historisch gesehen immer einen Reinfall bedeuten. Die Gute hat es wahrscheinlich eh alleinig zu verdanken, dass Feminist Joss Whedon die Regie übernahm, überhaupt im Film zu sein, sind weibliche Rollen in Superheldenfilmen seit Batman Begins doch anscheinend auf lediglich eine pro Streifen beschränkt: Nämlich die des Love Interests ohne nennenswerte Screentime.

Okidoke, darum geht’s: Der Tesseract-Wüfel aus Captain America: First Avenger ist also eine unerschöpfliche Energiequelle, was SHIELD ziemlich knorke findet, denn unbegrenzte Energie könnte der Menschheit echt weiterhelfen. Da kommt die Spaßbremse Loki vorbei und mopst den Würfel einfach, shopt gleich noch einen gehirngewaschenen Hawkeye mit. Also holt sich SHIELD den frischt aus seiner 70-jährigen Vereisung befreiten Captain America, Black Widow und Bruce Benner, um den Kerl aufzuspüren. Toni Stark lässt sich die Party natürlich auch nicht entgehen, obwohl er keine Einladung bekommen hat. Thor schaut auch vorbei, denn wenn jemand seinen Bruder eine Standpauke hält, dann doch gefälligst ein Familienmitglied.

Gefangen bekommen sie Loki sogar, zerstreiten sich dann aber sofort. Aus verschiedenen Gründen. Was beispielsweise mit Loki angestellt werden soll. Was SHIELD wirklich im Schilde führt. Ob es nicht spaßiger ist, den Hulk aus Benner rauszukitzeln. Und ganz allgemein, weil sie halt sehr verschiedene Persönlichkeiten sind.

Wer hätte es gedacht, über den Streit schafft es Loki doch tatsächlich, ihnen wieder zu entschlüpfen und mit dem Tesseract ein Portal zu öffnen, welches seine neuen Alien-Overlords auf die Erde los lässt. Avengers Assemble!

The Avengers hat es einfacher und schwerer, als so manch anderer Superheldenfilm. Die Tatsache, dass es ein ganzes Team an Helden gibt, die zusätzlich auch noch aus unterschiedlichen Serien stammen, bedeutet, dass es echt keine Entschuldigung gibt, hier Langeweile aufkommen zu lassen. Es ist einfacher, was zusammenzuwerfen, was bei Stange hält, aber auch eine gewisse Leistung, die Balance und vor allem Übersicht zu behalten. Whedon schafft dies ganz gut. Natürlich gibt es eine unterschiedliche Heldengewichtung. Hawkeye, bis kurz vorm Finale auf gegnerischer Seite eingepfercht, hat weniger Screentime. Robert Downey Jr. als Iron Man bedeutet natürlich, dass er gern die Show stiehlt. Doch weitestgehend stimmt die Balance und Whedon schafft es sogar für Benner und Rogers was zu tun und sagen zu haben, was sie nicht zu steif und langweilig erscheinen lässt. Ja, Loki ist sogar ein echt unterhaltsamer Bösewicht hier, wesentlich witziger, als er das in Thor war.

Der Megafilm mag 2 Stunden 22 Minuten gehen, doch schafft es durch clevere Dialoge, viele Charaktere, viele Action-Setpieces doch kurzweiliger zu sein, als so mancher Origins-Film von einer halbe Stunde weniger. Gerade das Finale ist natürlich Adrenalin-erzeugend ohne Ende. Kurzum: The Avengers ist ein ziemlich cooler Film geworden. Ein phänomenales Ereignis wie ein Watchmen oder The Dark Knight… nein, daran schrammt der Film dann doch ein Stück vorbei für mich. Doch es ist seit einiger Zeit mal wieder eine Verfilmung, basierend auf einem Superheldencomic, der ein echter Reißer ist und das ist bei dem eben doch sehr dank Überbevölkerung ausgelutscht gewordenem Genre eben durchaus eine Leistung.

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Thor

Die Asgarder haben Krieg gegen die Frostgiganten geführt und gewonnen. Doch mittlerweile wird König Odin alt und so soll einer seiner beiden Söhne, Trickser Loki oder Krieger Thor seine Nachfolge antreten. Die Wahl fällt auf Thor, doch da dieser nur die Muskeln, nicht auch das Hirn seines Vaters geerbt hat, begeht der eine große Dummheit, die einen neuen Krieg gegen die Frostgiganten herauf beschwört und Odin dazu veranlasst, Thor auf die Erde zu verbannen.

Dort angekommen macht er… wenig von Interesse, während Loki zu Hause rausfindet, dass er nicht ein wahrer Sohn sondern ein adoptierter Frostgigant ist. Odin fällt ins Koma und Loki übernimmt Asgard. Die Freunde Thors finden das nicht so pralle und holen ihn zurück, damit er Lokis Pläne vereiteln kann.

Thor war Ok. Und wenig mehr. Der Film ist hauptsächlich in zwei Dingen gut: Wenn Action abgeht, ist diese echt launig anzusehen und wenn es tolle Setpieces und Szenerien zeigen soll, sind die auch super hübsch umgesetzt, gerade Asgard ist toll in Szene gesetzt.

Weniger gut ist der Film, wenn es in die ruhigeren Szenen und das Zwischenmenschliche geht, da die einfach nicht funktionieren. Gerade Thors Exkurs auf der Erde ist bestechend langweilig, während die Ränkeschmiede und Familienverhältnisse in Asgard noch ganz interessant sind. Hauptsächlich, weil Loki ein ganz guter Charater ist, genau genommen der einzige nicht langweilige. Er ist halt nicht einfach nur böse und will Asgard übernehmen, sondern will nur Gleichberechtigung, hat Minderwertigkeitskomplexe, will sich seinem Vater Odin gegenüber beweisen und hat so tatsächlich durch seine Trickserei am Ende ein paar Überraschungen auf Lager, die man nicht erwartet hätte, da man wesentlich banalere Sachen dachte. Der Rest vom Cast ist leider ziemlich uninteressant, allen voran Thor und die Ische, mit der er eine Romanze anfängt, und zwischen denen natürlich absolut keine Chemie herrscht. Leute wie Natalie Portman und Anthony Hopkins sind definitiv vergeudet.

Von daher, joa, brauchbar, nette Action, coole Szenerien, lahme Charakterzeichnung.