Universal Monsters – Old Dark House

ava-1759In den 30ern war der Universal Horror mehr als lebendig, The Old Dark House ist beispielsweise bereits der dritte Film, der alleine im Jahr1932 raus kam, nach The Mummy und Murders in the Rue Morgue. Und ein weiterer weniger bekannter Eintrag, da ein weiterer Punkt in der Universal-Monsters-Liste, bei dem es per se kein wirkliches Monster im klassischen Sinne gibt.

Woran mich The Old Dark House allerdings stark erinnerte, war das 1927er The Cat and the Canary. Teilweise auch einfach, weil es das gleiche Bühnenstück-Gefühl verbreitet. Bei The Cat and the Canary lag das sicherlich daran, weil es eben auf einem basierte, was bei The Old Dark House nicht der Fall ist, allerdings kommt Regisseur James Whale vom Theater, von daher ist es wohl ihm zu schulden.

Denn auch hier haben wir es mit einer Gruppe illustrer Menschen zu tun, die lediglich für den Zeitraum einer Nacht in einem Haus eingesperrt sind. Das ganze Ding findet also mit dem gleichen, beständigen Grüppchen an Charakteren, in den gleichen drei oder so Räumen statt, die mehr oder weniger viel Grund haben, sich ihre Lebensgeschichten zu erzählen, während sie darauf warten, dass der Sturm, der sie hier hat stranden lassen, vorüber zieht. Das ist tatsächlich sehr Stage-Play-esque aufgezogen.

Es hat auch ein wenig was von Poe, denn die beiden unfreiwilligen Gastgeber in diesem Haus sind zwei ältere Geschwister, die ziemlich fremdeln und offensichtlich-mysteriöse Andeutungen machen. Dazu noch ein stummer Hüne von Butler (Boris Karloff), der über 100 Jahre alte bettlägrige Vater, und eine verriegelte Dachkammer, und schon haben wir die Ingredienzen für ein gehütetes Familiengeheimnis, das die darin involvierten über die Jahre an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Unser hiesiges „Monster“, wenn man das denn so will, ist dann auch schlichtweg ein Verrückter.

Was ich an The Old Dark House gut fand, und was mich erneut erwähnend an The Cat and the Canary erinnerte, ist das sich das nicht alles so super ernst nimmt, sondern nur halb, während der Film unter seinem Geschehen immer so etwas trockenhumorig bleibt. Sowohl was die Dialoge der Charaktere angeht, als auch wie überspitzt er die ganzen Haunted House Klischees abgrast. Dennoch war mir das Ergebnis aber doch etwas zu spröde. Es dauert mir einfach viel zu lang, bis wirklich was im Film geschieht, während man die Charaktere ganz unprovoziert ihre tragische Lebensgeschichte Wildfremden erzählen, und die Szenenwechsel schon fast fragmentiert denn organisch wirken.

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