The Passion of Cleopatra

Die Vampirchronik und Speeping Beauty sind nicht die einzigen Reihen, die Anne Rice in aktuellerer Zeit erneut aufgegriffen hat. Auch The Mummy, or Ramses the Damned bekam in 2017 eine Fortsetzung mit Ramses the Damned: The Passion of Cleopatra, geschrieben in Zusammenarbeit mit ihrem Sohn Christopher Rice.

Dank eines Elixiers ist der ägyptische Pharao Ramses unsterblich, sobald sein mumifizierter Körper ins Sonnenlicht kam in der viktorianischen Ära Englands wiederbelebt. Dummerweise hat er allerdings auch den Fehler begangen seine ehemalige Geliebte Cleopatra mit dem Elixier auszustatten, allerdings deren Mumie nach ihrem Tod, was zu unerfreulichen Resultaten und letztendlich dem Feuertod der Furie führte. All dies geschehen im vorigen Buch.

Nun lebt er zufrieden mit seiner unsterblich gemachten Julie, aber dieser Fehler nagt weiterhin an seinem Gewissen. Tatsächlich ist es allerdings so, dass der unsterbliche Körper Cleopatras das Feuer überlebt hat. Und eigentlich ist sie mittlerweile über alles hinweg und würde lieber friedlich vor sich hinleben, ohne dass Ramses je von ihrer Weiterexistenz wissen müsste. Würde sie nicht nach und nach ihre Erinnerungen verlieren und zum Halter des Elixiers wollen, um sich Klarheiten zu holen.

In Amerika derweil lebt eine Autorin, die ihre Geld mit Fiktion übers alte Ägypten verdient, alle basierend auf ihren Träumen. Die jedoch kürzlich zahlreicher und bedrohlicher werden.

Des Weiteren geht eine viel ältere Unsterbliche um, die noch aus einem Reich vor unserer Geschichtsschreibung stammt, und die eigentlich das Elixier ursprünglich entdeckt hat. Nun wacht sie über die Formel, über das Erschaffen von Unsterblichen mit ihm, und hat vor allem auch ein Mittel gefunden, um selbst Unsterbliche doch einem endgültigen Ende anheimfallen lassen zu können. Ihr ehemaliger Hofberater derweil will seit Jahrtausenden eine eigene Armee mit dem Elixier schaffen, hat allerdings nur eine fehlerhafte Formel.

All das kommt natürlich auch irgendwann zusammen, dies allerdings sehr später im gar nicht mal so langen Buch. Ziemlich früh ist einem klar, was die Amerikanerin darin zu suchen hat, besonders nachdem auch noch die Frage aufgeworfen wird, ob Seelen von Toden nicht wiedergeboren werden, und der Fehler bei Cleopatras Erweckung eben darin bestand, eine Leiche mit dem Elixier auszustatten, nachdem dies schon geschehen ist, so dass eine Seelenlose Hülle nun auf der Erde wandelt. Eine Sache, die so übrigens nie komplett aufgelöst oder erklärt wird.

Stattdessen übernimmt der Kampf für die Uralte Königin und gegen ihren ehemaligen Berater das Finale, da dieser eine aktive Bedrohung für alle darzustellen beginnt, in seiner endlosen Suche nach der Formel für das richtige Elixier. Mit der Königin an sich geraten Ramses und Co nicht aneinander, weil mal wieder alle ganz höflich und freundlich und gutmütig miteinander sind. Und diesmal ist ja selbst Cleopatra weichgekocht und es kommt eher zu Missverständnissen der beiden Fraktionen, durch das vom vorigen Buch geschürte Misstrauen.

Man muss natürlich schon mit dem modernen Schreibstil von Anne Rice auskommen, um das Buch mögen zu können, denn der geht nach all der Zeit definitiv nicht weg. Sie ist jetzt mehr auf den Punkt und verliert sich weniger für Dutzende Seiten in pompöse Beschreibungen von Kleidung und Häusern. Die Dekadenz an sich ist dennoch da. Es geht wie immer um unmenschlich schöne Wesen, die keinerlei Mangel verspüren müssen, weder körperlich noch an weltlichen Gütern, und die zu den besten Dinnern die charmantesten Gespräche führen, um dann in prunkvoll ausgestatteten Schlafzimmern endlos-befriedigenden Sex miteinander zu haben. Reich & Schön & Unsterblich: Episode Passion of Cleopatra.

Aber diesmal gibt es zumindest Konflikte und einen Bösewicht. Das lässt dann auch eine gewisse Kleinigkeit mit Namen „Spannung“ aufkommen, was dem neuen Lestat beispielsweise mal so ganz abgegangen ist, und auch weniger schmerzlich im vierten Sleeping Beauty nicht anzutreffen war. Das Buch braucht etwas lang, um alle seine Charaktere endlich zusammenzubringen und in eine stringente Narration zu verweben, obwohl die Sache nicht wirklich komplex wird und schnell klar ist, wo das ungefähr hinzuführen gedenkt. Wobei hier vor allem der Blickwinkel der gefallenen Cleopatra interessant war. Vielleicht auch einfach deswegen, weil sie kein sorgenfreies Leben führt. Kein schlechtes Buch, aber doch ein durchschnittliches in der Rice-schen Bibliographie. Schnell und leicht runtergelesen, aber auch bald wieder vergessen.

Advertisements

Universal Monsters – The Mummy

ava-1730Nachdem die 30er Jahre für Universal direkt mit Dracula und Frankenstein gut losgingen, und die ersten beiden ikonischen Monster ihrer Universal Monsters Linie hervorbrachten, wurden 1932 direkt drei Filme rausgeschossen. Einer davon mit einem weiteren mittlerweile klassischen Monster: The Mummy.

Immerhin ist das alte Ägypten und vor allem sein Totenkult nicht nur an sich schon interessant, sondern zu Beginn des vorigen Jahrhunderts auch ordentlich geboomt, dank so einiger archäologischer Entdeckungen im Land des Nils. Eine solche wird zu Beginn des Filmes direkt gemacht, denn Forscher des britischen Museums, die eben noch eine Diskussion darüber hatten, ob man das des Ruhmes oder der Wissenschaft wegen macht, da sie außer ein paar Tontafeln nichts fanden, stoßen auf den Jackpot: Eine namenlose Mumie, und ein angeblich verfluchte Kiste. Kiste aufgemacht, Mumie erwacht, und direkt mal davon gewandert, springen wir 10 Jahre weiter.

Hier haben wir ein weiteres Duo an Archäologen, deren Expedition keine sonderlichen Resultate brachte, bis ein mysteriöser Ägypter – unsere nicht mehr bandagierte Mumie von Imhotep – sie auf das Grabmal einer Prinzessin aufmerksam machen. Der Fund schlechthin, geht aber vertraglich ans Museum in Kairo statt London, zu dumm. Warum Imhotep die Schätze seiner Zeit an Briten verhökert? Weil er seine ehemalige Geliebte widererwecken will, mit einem verbotenen Ritual, das erst dazu führte, dass er namenlos lebendig begraben wurde. Netterweise stolpert Imhotep in der Begleitung der beiden Archäologen auch noch auf deren momentane Reinkarnation Helen.

The Mummy ist die erste offizielle Regiearbeit von Karl Freund, der schon in einigen damals hoch brillierten Filmen als Kameramann tätig war, darunter auch Dracula (1931), bei dem er wohl bereits viel Arbeit dem eigentlichen Regisseur abnahm. Seine Herkunft merkt man glaub ich ein wenig an den dynamischeren Shots des Filmes, besonders der Kamerafahrt, wenn Imhotep für Helen im Flashback-Spiegel ihre Geschichte wiedergibt. Ansonsten ist die ägyptische Kulisse natürlich schön, und das Mumien-Make-up auch gut gemacht, aber der Film jetzt nicht besonders optisch vervorstechend.

Was mir hingegen schon etwas mehr aufgefallen war, ist das Schauspiel von Zita Johann als Helen, die doch ziemlich durch den Film zu schlafwandeln scheint. Das mag durchaus sogar eine bewusste Entscheidung sein, um rüberzubringen, dass sie als Reinkarnation der altägyptischen Prinzessin etwas von der Moderne losgelöst ist, zumal sie weite Teile des Filmes unter Gedankenkontrolle steht oder krank ist, doch so wirklich will ihr Ansatz für mich nicht wirken. Boris Karloff als Imhotep spielt beispielsweise auch etwas weltfremd/losgelöst understated, und das weite Teile des Filmes auch ohne (viel) Maske, funktioniert in seinem Ansatz aber wesentlich besser.

Zwei interessante Eigenarten bei so alten Filmen: Zum einen ist der finale Klimax mit fixen 3 Minuten ungefähr zehn Mal schneller gegessen, als in einem modernen Film; und dann natürlich die Sprache, die sich doch mit der Zeit wandelt, und wo so ein Film schon mal den Satz „Maybe he got too gay with the vestal virgins“ raus haut, ob des Sinnierens, warum Imhotep bestraft wurde.

Ansonsten, joa, guter Film. Mag natürlich mal wieder, dass das „Monster“ ein wenig einen Grund hat, warum es Übles tut, auch wenn ein 1932er Film sicherlich die tragische Liebe nicht so hoch spielt, wie das modern geschehen würde, was ich glaub ich auch mal ganz schön finde. Sicherlich ganz gute Unterhaltung durch und durch.

universal1932a