Shark Week – The Meg

So richtig nach dem Jaws-Hype mit seinen vielen Nachahmern konnten die Killerhaifilme nie wieder Fuß fassen. Zumindest nicht was Blockbuster angeht, während deren Beliebtheit als trashige TV-Produktionen kaum bestreitbar sind. Dennoch versucht sich Hollywood immer mal wieder daran, und ich bin dem dankbar. Jeder Eintrag, der sich halbwegs ernst nimmt, statt beständig nervtötend mit den Augen zu zwinkern, man wisse ja, wie schrecklich doof das alles ist. Jeder mit einem Budget, mit Special Effects, mit nicht aus TV-Serien der 80er angewaschenen sondern noch aktuell bekannten Schauspielern. Ich habe nichts gegen Trash, aber ich brauch ihn immer mal wieder auch glamourös. Showgirls, fuck yeah!

Es ist auch keine wirkliche Offenbarung mehr, dass China zunehmend einer der wichtigsten Märkte für Hollywood-Blockbuster wird, machen die sich dort doch extrem gut an den Kinokassen. Was natürlich auch bedeutet, dass es Hollywood wichtiger und wichtiger wird, auf dortige Mentalitäten und vor allem auch staatliche Restriktionen zu achten. Werden wir wirklich irgendwann mal einen queeren Hauptcharakter in einem Blockbuster sehen, wenn nicht nur Hollywood meint, die sind schlecht an den Mainstream zu vermarkten, sondern Chinas Regierung deren Inklusion schlichtweg verbietet? Abgesehen davon gibt es in China eine Quote, wie viele ausländische Filme jährlich eine weitläufige Kinodistribution erhalten dürfen. Was macht man also am Besten, um sowohl mehr auf das Land einzugehen, als auch nicht als ausländischer Film zu gelten? Eine Co-Produktion mit Geldgebern aus dem Lande wie The Meg.

Aber wie gesagt, China mag die Hollywood-Blockbuster, von daher sollte man jetzt nicht erwarten, irgendwas jenseits dessen Standards vorgesetzt zu bekommen. Die chinesischen Co-Stars rücken ein wenig mehr ins Rampenlicht als sonst, abgesehen davon gibt es keine Besonderheiten. Aber wie gesagt, schon alleine das ein Killerhaifilm als typischer amerikanischer Blockbuster aufgezogen wird, ist heutzutage bereits die Besonderheit.

Und ich meine, wir schauen die Filme ja auch nicht, weil wir in fremde Kulturen eintauchen wollen. Weil uns Charaktere und Handlung noch Monate später beschäftigen sollen. Um über die künstlerische Expression der Macher zu philosophieren. Killerheifailme brauchen Unterhaltungs- und Schauwerte und das reicht doch bereits.

Der muskulöse Jason Statham und die hübsche Li Bingbing tragen den Film sogar sehr gut. Letztendlich geht es darum, dass auf einer international besetzten Forschungsstation beim Mariannengraben herausgefunden wird, dass was bisher für dessen Boden gehalten wird nur eine besonders kalte Sulfidschicht ist, die den oberen Meeresbereich zu einem noch weiteren Tiefseebereich abtrennt. Stimmt natürlich, und natürlich hat dort unten ein urzeitlicher Megalodon überlebt, der gleich mal das Forschungsschiff mit seiner Besatzung angreift. Statham ist ein Expterte der Tiefseerettung, der vom Ruhm gefallen ist, Bingbing ist die Tochter des Hauptforschers. Beide gehen sofort zur Rettung über. Der Meg folgt natürlich mit in die oberen Wassergefilde, greift die Forschungsstation an, rangelt mit den ihn zur Strecke bringen wollenden Forschern, und schwimmt anschließend zu Chinas Tourismus-Hotspotstrand der Sanya Bay. Es gibt eventuell ein niedliches Kind zu retten. Und einen Forschungsgeldgeber, der alle in Gefahr bringt, um als erster aus dem Meg Kapital schlagen zu können. Eine Romanze zwischen den beiden Hauptakteuren. Das Übliche halt.

Doch wie gesagt, weitestgehend tragen die Protagonisten den Film als Sympathiecharaktere ganz gut. Wir haben jede Menge Action zu sehen. Gerade das Ende, wenn der Meg tatsächlich anfängt an der Sanya Bay, wo man das Wasser vor Leuten kaum sieht, an den Leuten zu snacken, ist schön chaotisch. Alles da, was man an Unterhaltungswerten braucht. Mit guten Effekten, bekannten Gesichtern, brauchbarem Schauspiel. Keine unnötigen Winks, man wisse ja, dass das hier ein bisschen dämlich ist. Mir hat das gefallen.