The Archdjinni of the Rings & The Legend of Thunder

ava-2102Kommen wir mit The Archdjinni of the Rings: Hoopa also zum letzten Kinofilm. Oder besser gesagt zum vorletzten, nur dem letzten hier jetzt zu besprechenden, da die Japaner wie immer Jahres-pünktlich im Juli bereits die Nummer 19 in die Lichtspielhäuser gebracht haben.

Diesmal befinden wir uns in der arabisch angehauchten Region der Pokemon-Welt, in der nach Anime-Standards alle Turban tragen und in Lehmhäusern wohnen. Abgesehen von Möchtegern-Dubais Glasfassaden-Downtown natürlich, aber selbst da sind die Vororte lehmig.

Jedenfalls geriet die Bevölkerung von Nicht-Dubai an Hoopa, ein Legendary mit dem Intellekt eines Kleinkindes, welches etwas zu häufig auf den Kopf gefallen ist, der im Gegenzug zu bereitgestelltem Essen deren Wünsche-Erfüller wurde. Da die Bewohner per Pokemon-Welt-Standard auch nicht unbedingt mit viel IQ gesegnet sind und sich in einer reichen Stadt voll langweilig leben lies, änderten sich die Wünsche irgendwann von „im Wohlstand leben“ und „nicht hungern oder dursten müssen“ und „keinen Krieg zu fürchten haben“ in eher schaulustige „Hey zeig uns deine Legendary-Stärke, in dem du gegen andere Legendaries kämpfst“, was ob deren Brawl beinahe die Stadt wieder gepättet hätte, wenn nicht jemand die Macht von Hoopa in eine Flasche gesperrt hätte.

Bis jetzt dessen Enkel so dämlich sind, und Klein-Hoopa dessen Kraft zurückgeben wollen, weil sie so nett mit ihm als Spielgefährten aufgewachsen sind, und natürlich prompt alles schief läuft. Satoshi und Co. sind auch da, weil die Stadt das Zentrum der Donuts ist – hey das mag vielleicht nicht mit dem arabischen Thema einhergehen, aber man wollte halt das mit den Ringen auch nutzlos kulinarisch fortführen.

Meine Güte was nervt Hoopa, sowohl in seiner vollen wie in seiner kindlichen Gestalt ist das Vieh die absolute Nervensäge. Ich bin ja auch nicht so der Freund davon, dass die zahlreich vorkommenden anderen Legendaries hier zu reinen Bauern in einem Kampf der beiden verkommen. Warum sollten die für die kämpfen wollen? Umso mehr, nachdem sie unfreiwillig plötzlich hergewünscht sind. Deren Kämpfe sind nicht mal besonders interessant gestaltet. Aber man wollte halt alle in den aktuellen Editionen/Remakes vorkommenden Legendaries und ihre Mega-Evolutionen zeigen, nehme ich mal an.

Wer Team Rocket in den letzten Filmen vermisst hat, bekommt hier allerdings mal wieder, gerade in der ersten Filmhälfte, eine gute Anzahl an Szenen mit denen geboten. Wäre vielleicht eh nicht schlecht gewesen, die zweite Hälfte zu kürzen, essentiell ist der Film nach 65 Minuten bei einem guten Abschluss und verlängert sich dann noch mal künstlich auf 80.

Und so unbegeistert endet mein Durchschauen der Kinofilme. Die meisten davon sind das Ansehen nun ehrlich wirklich nicht wert, und auch die Nummer 18 kann getrost übersprungen werden, ohne dass man im Leben was missen würde.

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Aber hey, nur weil es keine Kinofilme mehr gibt (die mit englischen Untertiteln für mich schaubar vorliegen), bedeutet nicht, dass wir auch wirklich schon durch sind. Da gibt es ja noch ein paar Specials von mehr oder weniger Spielfilmlänge. Das zweite solche bereits aus 2001 aber dem Westen lang vorenthaltene wäre Pocket Monsters Crystal: Raikou – Legend of Thunder.

Der Fernsehfilm macht natürlich direkt mal starke Abstriche in der Animationsqualität, die ja häufig selbst bei den Kinofilmen gern mal schwächelt. Man muss sich also auf viele Speedlines und neutrale Hintergründe vorbereiten. Dafür gibt es im TV in 2001 allerdings noch kein kotzhässliches CG zu ertragen.

Eigentlich ist es ja sogar mal ganz schön nicht Satoshi folgen zu müssen. Wobei Kenta jetzt zwar grundsätzlich mir schon so vorkam, als hätte er etwas mehr Persönlichkeit zu bieten, allerdings kann das selbstverständlich auch daran liegen, dass hier keine tausende Folgen an TV-Serie vorausgesetzt werden, durch die man die Charaktere schon kennen würde. Wobei die Dynamik jetzt auch nicht viel anders ist in Crystal. Kenta ist der gutherzige Idiot, der so toll ist, dass selbst bei einer Typenschwäche seines Feuer-Starters gegen ein Wasser-Pokemon der Sieg winkt. Das gehört sich bei einem Pokemon-Protagonisten wohl so, Satoshi ist ein gutherziger Idiot, der Probleme damit aus dem Weg räumt, etwas über Freundschaft und Ehrgefühlt dem entgegen zu schreiben, und Kenta in Crystal sowie Red in Origin sind auch nicht sonderlich anders. Dazu kommt noch Marina, in die er ein wenig verschossen ist, und Junichi, der für Slapstick herhalten muss. Also im Prinzip das Original-Pokemon-Trio geklont aber mit dämlicheren Frisuren weil die in Pokemon Crystal bei allen Charakteren so ein wenig merkwürdig ausschauen.

Jedenfalls geht es um Raikou, dem legendären Elektro-Hund. Und zwar wollen Team Rocket den fangen. Team Rocket hier sind das Pärchen Basho (top) und Buson (power-bottom), die ihn mit irgendeinem Kristall-Gerät anlocken und fangen wollen. So schlau sind die beiden jedoch auch nicht, denn das Gerät ist zwar gegen jegliche Elektro-Attacke immun, dafür von jedem anderen Typus einfach zerstörbar. Somit haben Kenta und Co. jetzt auch nicht so viel Probleme Raikou da rauszuboxen. Zumindest sobald sie das Ding auch mal angreifen statt nur über Gutmenschentum rumzuschreien.

Und dann darf Raikou noch lernen Menschen wieder zu vertrauen, weil Kenta und Trupp so nett zu ihm waren, obwohl gleich zwei andere Menschen ihn ja fangen und quälen wollten, und rum sind die knapp 70 Minuten. Was bleibt ist ein TV-Film der sich halt auch sehr wie ein überlanges Special anfühlt, welches er auch ist, da eigentlich gar nicht so viel geschehen ist, dafür nur alles drei Mal.

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