Doubles Match-Making: Tenni-Pri Girls Be Gracious

Tatü tata, ein Dating Sim ist da! Mein nicht so geheimes Gultiy Pleasure der letzten Jahre ist zurückgekehrt, da ich zufällig entdeckt habe, dass ich damals, vor Schlachmichtot, als ich wild nach in Englisch spielbaren Vertretern suchte, und auch fündig wurde, zwischen lauter „Dating Sims“, die eigentlich nur Visual Novels sind, doch noch ein weiteres runtergeladen und dann nie gespielt hatte.

Hierbei handelt es sich um Tennis no Oujisama: Doubles no Oujisama – Girls Be Gracious, einem nicht zu unterschätzend zeifaufwändig auszusprechenden Titel. Konami hatte sich die Rechte gesichert, basierend auf dem Hit-Manga und zeitweise populärstem Vertreter im Sportgenre Prince of Tennis von Takeshi Konomi, Lizensspiele auf den Markt zu bringen, und dies auch in mehreren dutzend Einträgen gemacht. Irgendwann fiel wohl jemandem auf, dass die Serie doch auch eine sehr umfangreiche weibliche Fanschaft hat, und die Tenni-Pri Charaktere in reichlich Spiele mit Dating Elementen gesteckt. Wir hatten ja beispielsweise bereits das Romance Visual Novel Gakuensai no Oujisama, bei dem man während der Vorbereitung eines Schulfestivals mit bis zu 30(!) der Tennisspieler rumflirten konnte. Anderweitig gibt es dann beispielsweise noch Gyutto! Doki Doki Survival, dessen Beschreibung danach klingt, als hätte man den Cast und Dating-Elemente in Konamis hauseigenes Survival Kids/Lost in Blue transferiert.

Welche Phrasen-Attacke wollen wir schreien, um die Pretty Boys zu beeindrucken?

Doch noch davor gab es Doubles no Oujisama, und das sogar in zwei Versionen, nämlich Boys Be Glorious und Girls Be Gracious. Nur letztere davon hat eine Fanübersetzung. Im hiesigen Spiel übernehmen wir die Rolle eines Mädels, welche mit ihrer Familie frisch in die Stadt der Tennisprinzen gezogen ist, und natürlich ebenfalls total auf diesen Sport abgeht. Wie der Zufall so will gewinnt sie ein einem Spontanmatch gegen zwei Raudis den Tennisplatz fürs Allgemeintraining zurück, und das hat ausgerechnet Seriencharakter Atobe gesehen, der in zwei Monaten ein eigens ausgerichtetes Wimbledon geplant hat. Allerdings mit der Restriktion, dass nur in Doubles gespielt wird. Netterweise sind ein dutzend Figuren aus der Serie dazu bereit, mit Frau Selbstbenannt zu trainieren, und bei angewachsener Zuneigung in besagtes Tournament einzusteigen. Abgesehen davon gibt es eh einen Anfangspartner für das Raudi-Match, welcher durch Blutgruppe und Sternzeichen der Hauptcharakterin ausgewürfelt wird, sukzessive aber auch für jemand anderen ignoriert werden kann.

In Boys Be Glorious spielt man hingegen den großen Bruder, der Rest bleibt gleich. Ich gehe allerdings mal davon aus, dass hier die Zuneigung mit dem Doppelpartner rein für die Tenniskämpfe nötig ist, und man am Ende keine Liebeszugeständnisse von ihnen bekommt. Auch wenn das cool gewesen wäre. Zumal Onii-chan ganz niedlich ist.

Manche Attacken kommen ja schon mit irrwitzigen Namen.

Wie wir das kennen unterteilt sich der Kalender des Spieles nach Tagen, dann aber nicht weiter. Stattdessen wählen wir als Spieler eine Aktion pro Tag aus. Es kann shoppen gegangen werden, um für die Tenniskämpfen hilfreiche Gegenstände kaufen zu können, bzw. Jungs in der Einkaufsmeile zu treffen, sollten welche vor Ort sein. Und es kann direkt einer derjenigen Charaktere, die man bereits getroffen hat, wobei das Spiel sicher geht, dass notgedrungen früher oder später in jeden davon hineingelaufen wird, zum Training oder einem Match eingeladen werden. Denn um sich für das Tunier am Ende zu qualifizieren, müssen 15 Medaillen vorgezeigt werden, wobei pro Match eine gewonnen respektive verloren wird. Training ist hingegen dazu da, um die Statuswerte der Charaktere zu erhöhen.

Denn irgendwie ist irgendwo Doubles no Oujisama auch ein Tennis-RPG. Damit die Schlachten nicht zu lange dauern, beginnt ein Match meist bereits etwas hinein bei einem Stand 4 oder 5 zu nochwas, so dass nur noch 4 Punkte über ein bis zwei Runden erzielt werden müssen, um die Auseinandersetzung zu gewinnen. Dies läuft alles in mit reichlich Speedlines und Körperverrenkungen sowie wahnwitzige Attackennamen aus den Lautsprechern tönenden, Standbildern, nichts ist wirklich animiert. Auf jeden Aufschlag und auf jede Wiedergabe gibt einem das Spiel nun ein paar wenige bis zu mehreren Dutzend normale oder spezielle Ausrufe, deren Attacke darauf erwidert werden kann. Hat man nämlich die eines Gegners häufig genug gesehen, kann die selbst benutzt werden. Das bläht die Liste natürlich schnell auf. Außerdem muss auf die Statusbalken geschaut werden, ob die Stamina und Spezialsäfte noch hoch genug sind, um Dinge auch ausführen zu können. Besonders schwache Gegner gegen besonders gut trainierte Statuswerte, versemmeln so eine Annahme auch einfach mal. Das alles sieht, sobald die Liste ziemlich voll geworden ist, schrecklich unübersichtlich aus. Ich habe aber persönlich nie ganz verstanden, warum einem das Spiel überhaupt die ganzen Optionen gibt. Abgesehen von der Standardannahme habe ich bei den Normal-Fähigkeiten nie etwas gehabt, was funktioniert hätte. Und wenn ein Gegner einen Spezialaufschlag macht, kann das auch nur mit einem eigenen Special erfolgreich gekontert werden, ist aber erneut scheißegal welches man nimmt.

Und da es der DS ist, gibt’s natürlich auch Begrapsch-Mich-Minigames.

Dadurch bin ich die Matches ehrlich gesagt auch relativ zügig leid geworden, aber immerhin sind sie schön einfach, sobald sich die schlichte aber wirksame Routine eingestellt hat. Trotzdem hätte ich fast gerne eine Option gehabt, diese zumindest beim erneuten Durchspielen abzustellen, wenn eh nur noch ein neuer Kerl an die Angel springen soll, und es einem gar nicht mehr ums Tennisspielen geht.

Wobei das Spiel dann eh etwas arg kurz wäre. Es gibt einfach außerhalb der Matches wenig zu tun. Ein Tag, an dem Shoppen gegangen oder trainiert wird, ist schneller rum, als sich versehen ist. Und zwei Monate ingame sind ebenfalls alles andere als lang. Zumal sich schnell auch herauskristalisiert, dass hier halt Dating Elemente in ein Spiel integriert wurden, welches nicht rein als Dating Sim konzipiert war, denn es gibt erschreckend wenig Variation für die verschiedenen Typen, so ein Durchgang gestaltet sich fast identisch, egal wer am Ende in Japan mit gebrochenem Herz zurückbleibt.

Nette Übersicht, wie hoch im Kurs man mit welchem Husbando steht.

Im ersten Monat geschieht eh kaum was, er scheint hauptsächlich dazu da zu sein, dass einem nach und nach alle Charaktere vorgestellt werden, und damit man sich für einen Doubles-Partner entscheidet. Zu Beginn des zweiten gibt es dann die große Offenbarung, dass die Familie kurz nach dem Turnier schon wieder umziehen muss, diesmal geht es beruflich sogar in die USA. Darauf folgt viel Drama mit dem Typen der Wahl, es wird sich versöhnt, und plötzlich kann der einen viel mehr leiden, als im vorigen Monat. Ein anderes Turnier darf besucht werden, das Tanaba-Festival findet statt, es geht an den Strand und in den Vergnügungspark, ausßerdem schmeißt Atobe eine Party. All diese Ereignisse finden aber (fast) immer statt und die Kerle verhalten sich weitestgehend ähnlich mit leichten auf ihre Persönlichkeit eingehenden Textvariablen. Allgemein gibt es wenig Solo-Szenen mit einem Charakter, und noch weniger und häufig nicht sonderlich gut gezeichnete CGs mit jenem.

War richtiggehend fast etwas enttäuschend nach vier gewonnenen Charkateren gemerkt zu haben, wie wenig wirklich in deren jeweiligen Charakter gesteckt wurde. Sicherlich geht das Spiel wahrscheinlich davon aus, dass man die alle im Gegensatz zu mir zur Genüge aus Anime/Manga kennt. Ist bei einem Dating Sim halt dennoch leicht fragwürdig, aber das will das Spiel vorrangig scheinbar gar nicht sein. Nicht, dass ich das Tennis-RPG sonderlich aufregend gefunden hätte. Aber hey, immerhin ist es ein richtiges Dating Sim, denn das Gameplay hat Auswirkungen auf deren Zuneigung zu einem, nicht reines Multiple-Choice-Raten.

Wenn man bedenkt, dass ich mir noch mehr Kerle angeln werde, ist das nicht unwahr.

Mizuki ist im dritten Jahr an der St. Rudolph, und als ich ihn an einem der ersten Tage, wenn man sich ein wenig in der Stadt umsehen kann, am Dachterassen-Tennisfeld traf, habe ich ihn mir spontan herausgeschaut, weil er noch ganz niedlich aussah. Ich hatte total vergessen, dass ich ihn bereits im anderen Spiel erworben hatte. Hat kürzlich ein Tennis-Match verloren, und will dies auf keinen Fall wiederholen. Redet viel darüber, dass er Daten über die Gegenspieler und beste Spielweisen gesammelt hat, die nun anzuwenden sind, was aber nicht in irgendeiner Spielhilfe am Rande resultieren würde.

Zunächst hält er eine freundliche Distanz, lässt es eher so klingen, als wäre es seine Aufgabe einem beim Training zu helfen. Im zweiten Monat ist er dann aber plötzlich total aufgetaut und meint es war fast unerträglich während der Prüfungen nicht miteinander spielen zu können. Während des Besuchs im Freizeitparkt geht es Rosen besichtigen, da er sich mit jenen auskennt, und wenn er nach der Lieblingsfarbe fragt, sollte man vielleicht nicht unbedingt Gelb wählen. Während des Strandausflugs ist er weniger spaßig, denn um sich keinen Sonnenbrand auf der zarten Haut zu holen, will er sowieso die meiste Zeit unterm Sonnenschirm verbringen. Am Tag vorm Turnier hilft man ihm ein paar Lyrics zu schreiben und bei der großen Verabschiedung nach Amerika meint er, auf jeden Fall an seine Schule zu wechseln, wenn man vorm Abschluss wieder nach Japan zurückkehren sollte.

Immerhin eine neue Masche, um den Arm um einen legen zu dürfen.

Okay, ist doch eigentlich langweilig, sich bekannte Gesichter erneut anschauen zu müssen, also habe ich mich anschließend entschlossen, noch ein paar Kerle zu angeln, die ich nicht vorher schon hatte. Sengoku war der erste davon, denn ehrlich gesagt ist die Auswahl bei 12 Typen nicht so groß, und so viele sind in Doubles no Oujisama auch gar nicht so attraktiv. Im dritten Jahr an der Yamabuki trifft man ihn im Buchladen, wenn man übers Horoskop liest, und er jene Gelegenheit nutzt, sofort mit einem zu flirten.

Er ist allgemein der Typus, der geradeheraus ist, und verspielt immer leicht mit einem zu flirten scheint. Immer glücklich darüber, mit einem Tennis spielen zu können, redet er vor allem viel über gutes Karma und Glück zu haben. Ist auch mit der Verständnisvollste, nachdem man das Match verloren hat, welches man nicht gewinnen kann. Nicht so geil ist, dass er einen später ständig „Prinzessin“ nennt, sobald er einen so richtig toll findet. Nahm mich mit zu einem spaßigen Essen mit dem Rest seines Clubs und später konnte ich ihn dann auch offiziell mit seinem Vornamen anreden, was wie wir alle wissen super wichtig beim Beziehungsaufbau in Japan ist. Am Tag vor dem Turnier nimmt er einen zum Shoppen mit, damit man sich was aussuchen kann, was einen immer an ihn erinnern wird. Sagt auch tatsächlich bei der Verabschiedung geradeheraus, dass er einen liebt, was ihm als Casanova erst mal ein lapidares „Danke“ einfängt, auf das hin er erst klarstellen muss, dass er das schon echt ernst meinte.

Man muss sein Geld einfach lieben <3

Atobe, im dritten Jahr an der Hyoutei, ist der reiche Kerl, der einen zum von ihm ausgerichteten Tunier einlädt, und regelmäßig über die Regelveränderungen auf dem Laufenden hält. Natürlich hat er wenig Verständnis dafür, wenn man ihn warten lässt, oder ist sonderlich daran interessiert, dass irgendwas anders gehen könnte, als er das geplant hat. Von daher macht er zunächst nur den Eindruck, lediglich monetär ein guter Fang zu sein, während man sich nebenher einen emotional erreichbaren Lover halten müsste.

Selbstverständlich würde es ihm auch nie einfallen, irgendwo eine eigene Schwäche zuzugeben, selbst in der Schule versucht er in allen Fächern möglichst perfekt zu sein. Klingt anstrengend. Allerdings, sobald er dann mit einem warm geworden ist, fängt er auch an, nicht nur sich sondern auch die Leistung von einem zu loben. Und ist auch schön spaßig immer mal wieder aus dem Konzept zu bringen. Beispielsweise wenn man mit ihm den Strand besucht und er wieder gehen will, weil ihm zu viel los ist, man aber darauf besteht, eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Kurz vorm Turnier nimmt er einen noch mit auf einem Ausflug mit seiner Jacht, um zu zeigen, was für ein guter Fang er ist, und geht in einem teuren Restaurant mit einem essen. Bei der Verabschiedung erwähnt er, dass er das nächste von ihm ausgerichtete Turnier ja nach Amerika ausweiten kann, damit man wieder zusammen antreten könnte.

Na das Problem hat sich ja damit dann erledigt, da ich nach Amerika ziehe.

Aller guten Dinge sind Drei, und ich hatte zwar schon drei Kerle am Start, aber drei neue, die ich im anderen Spiel noch nicht hatte, sollten es nach Mizuki doch noch sein. Zuerst hatte ich mir Kamio rausgesucht, musste dann aber feststellen, dass nach drei gewonnenen Charakteren auch der Geheimcharakter Shishido freigeschaltet war, der zwar immer schon antreffbar war, und für den ganz eindeutig ein ominöses Stück in der Bachelor-Übersicht frei war, dem aber wie gesagt nicht von Anfang an nachgestiegen werden kann. Für einen nachträglich erst freigeschalteten Charakter, die eigentlich immer irgendwie speziell sind, ist Shishido leider etwas ereignislos.

Er ist der nette Kerl von nebenan, der sich hauptsächlich für den Sport seiner Wahl interessiert, immer freundlich zu einem ist, aber nie sonderlich stark auf einen einsteigt. Leider ist er auch nur mit dem Cappy auf ganz süß, ohne gefallen mir seine Haare mal gar nicht. Natürlich ist er etwas emotional, nachdem das nicht gewinnbare Match verloren wird, und bezichtigt einen egoistisch zu sein, wenn man ihm nicht sagt, was los ist. Aber das läuft ja so ähnlich mit jedem Kerl. Er ist spät fürs letzte Training vorm Turnier, weil er seinen Hund zum Tierarzt bringen musste, aber sonstig hatte ich echt keine besonderen Szenen oder CGs mit ihm gesehen, weswegen ich schon Panik hatte, ihn nicht gewinnen zu können. Zumal ich seine Zuneigung nicht so gut wie beim Rest der Belegschaft steigern konnte, da Shishido merkwürdigerweise die gesamte letzte Woche vorm Turnier nicht fürs Training oder Matches bereitsteht. Bei der Verabschiedung meint er man habe ihm endlich wieder beigebracht Spaß am Tennis zu haben, statt so verbissen zu sein, und das man ja vielleicht, sollte man sich je wiedersehen, irgendwann mal wieder ein Double zusammen spielen kann.

30 Guys in 2 Weeks: Tenni-Pri School Festival

Tennis no Oujisama oder auch Prince of Tennis oder in kurz Tenni-Pri ist eine jener Sport-Manga, die sich außerordentlicher Beliebtheit erfreuen, und das hauptsächlich dadurch, dass sie nicht nur wie üblich bei jenen mit männlichen Hauptcharakteren hauptsächlich ein Shonen-Publikum ansprechen, sondern durch die attraktiven Charaktere und viel Drama auch so einige Mädels einzufangen wussten. Eine Gemeinsamkeit, die man bei den meisten überdurchschnittlich beliebten Manga des Genres vorfindet. Das sieht man besonders stark am Merchandising zur Franchise, bei dem es mehr zielgerichtet an ein weibliches Publikum gibt als ein männliches. Versoftungen in Spiele beispielsweise gibt es nicht wenige, und ein beachtlicher Anteil sind Dating Sims/Visual Novels, bei dem ein weiblicher Charakter die männlichen Tennisspieler der Serie abgreifen darf. Konami dachte sich wohl, wenn sie schon die Videospiel-Lizenzrechte der Serie haben, kann man die gleich auch auf Tokimeki Memorial Girl’s Sides  Engine anwenden.

Das Opening schmeißt einem dann auch gleich mal mehrere Dutzend Glamour-Shots von verschiedenen attraktiven Kerlen entgegen, die mir als Nicht-Kenner der Materie natürlich alle nichts sagen. Und hier ist der Coup an der Sache: Die kann frau alle gewinnen. Denn nachdem man sich am Anfang typisch benannt hat, wobei üblich Konami Dating Sim auch eingegeben werden kann, wie der Name ausgesprochen wird, damit die Typen die geneigte Spielerin direkt ansprechen, um ihr Höschen etwas schneller feucht zu machen, wird ausgesucht welcher Schule man angehört. Tatsächlich sind dort 7 verschiedene zur Auswahl, mit jeweils drei bis zehn Mitgliedern des dazugehörigen Tennis-Clubs, was dazu führt, dass über 30 (in Worten: Dreißig!) Jungs angegraben werden können.

Unpersonalisierte Fragerunde.

Die Story ist nämlich wie folgt: Es ist Sommer und wie üblich auf japanischen Schulen bedeutet dies, dass ein Schulfest ausgerichtet wird. Aber ganz unüblich kommt es nicht dazu, dass die einzelnen Klassen der Schule jeweils einen Stand machen müssen, sondern es sind alle 7 Schulen, die am Kanto-Tennis-Turnier teilgenommen haben diejenigen, die Dinge auszurichten haben. Und zwar einen Stand planen und eine Bühnenvorführung vorbereiten. Das Ganze ist sozusagen ein weiterer Wettbewerb, denn wer durch Abstimmung am Ende die beste Leistung erbracht hat, gewinnt eine Reise nach Wimbledon.

Die Vorbereitungen vom ersten Planungsanlauf bis zum Schulfest decken allerdings nur knapp 14 Tage ab, wobei da auch noch zwei fürs Fest an sich und zwei für Dates draufgehen, man also eigentlich nur 10 Tage hat, um sich in das Herz eines Kerls zu stalken. Das scheint natürlich etwas arg kurz zu sein, aber hormonelle Teenie-Jungs sind jetzt auch nicht dafür bekannt, lange zu brauchen, um auf weibliche Reize anzuspringen. So ein Durchgang dauert letztendlich dennoch ein paar Stunden, was gerade so genug ist, um nicht langweilig zu werden. Und vor allem gibt es dafür auch eine Quantität an Jungs, wer will kann wie gesagt über dreißig Mal das Herz von jemandem gewinnen.

Frei fliegende Herzen.

Das Spiel ist dabei durchaus strukturiert wie ein Dating Sim. Sprich jeder Tag hat drei Zeit-Slots, zu denen entschieden wird, wo man sich hin bewegt. Die Karte zeigt netterweise direkt an, welcher Kerl wo ist, und auch hauptsächlich nur die aus dem eigenen Tennis-Club, um einen nicht ständig mit 30+ Namen zu überfordern. Manchmal kann über das Look-Kommando noch eine spezielle Auseinandersetzung angeschaut werden, die zu optionalen CGs und Gesprächs-Stichworten führt, die meiste Zeit wird allerdings direkt Talk mit dem Kerl ausgewählt. Wer keine der wenigen Spezial-Stichworte hat, bekommt bei jedem Kerl, je nachdem wie sehr der einen mag, so ein bis zwei Dutzend Standard-Themen wie über die Schule, Hausaufgaben, Tennis oder Freunde zu sprechen, die bei jedem Kerl gleich sind, aber nicht bei jedem Kerl an jedem Tag gleich gut ankommen. Natürlich kommt es auch immer mal wieder zu einer Spezialszene, in der der Kerl direkt eine Antwort abfragt. Gefällige Antworten geben Herzen, die langsam das Herz-Icon des Kerles auffüllen. Sogar Skinship gibt es, allerdings selten, wieder, denn manchmal trifft man den Typen auch zufällig vor oder nach der Schule auf dem Weg dorthin oder nach Hause. Wenn er einen begleitet, darf auch ruhig mal getatscht werden.

An zwei Tagen gegen Ende der beiden Wochen kommt es noch zu einem Date, zu dem die holde Männlichkeit einen einlädt, wenn er einen genug leiden kann, auf denen natürlich besonders viele Pluspunkte gesammelt werden können. Auf den letzten Tag geht es mit allen Schwimmen, Fanservice pur, in letzter Minute muss noch ein Problem mit dem Festival ausgeräumt werden, und dann findet jenes eben statt. Ist sein Herz am Ende des Spieles voll, wird sich die unsterbliche Liebe geschworen, die so hart über ganze zwei Wochen aufgebaut wurde. Credits, kurze Epilog-Szene und man darf sich einem anderen der drei Dutzend Kerle an den Hals werfen. Netterweise zeigt das Spiel übrigens in der Übersicht an, wenn am Anfang ausgesucht wird, welcher Schule die Treue geschworen wird, welche Kerle dort im Club sind und vor allem welche davon schon eingesackt sind, weil dies sicherlich auch schon mal vergessen werden kann, wenn man sich durch dreißig Kerle hurt.

Unnötige Mini-Spiele zum Collectathon Stofftier-Sammeln.

Ich habe dabei gesagt das dies hier wie ein Dating Sim strukturiert ist, denn letztendlich ist es strickt nach Tagen unterteilt, und es geht auch komplett nur darum am Ende einen Lebenspartner zu haben, eindeutig auf Tokimeki Memorial Girl’s Sides Engine im Book-Modus des DS läuft. Jedoch ist das Spiel eigentlich ein Romance Visual Novel, denn es gibt kein Gameplay. Mehr oder weniger zumindest. Einige Kerle warten schon immer mal wieder mit Tennis-bezogenen Minispielen auf einen, bei dem der Touchscreen des DS zum Einsatz kommt, jedoch sind die komplett optional und haben keine Auswirkung darauf ob oder wie schnell ein Typ eingetütet wird. Es werden keine Statuswerte oder sonst irgendwas erhöht, die sie präferieren. Nein, es geht komplett über die VN-Gespräche und die richtigen Multiple-Choice-Antworten auszuwählen.

Mit 30+ Kerlen und über 200 CGs bietet das Spiel also schon viel, besonders eben den Fans der Franchise. Da mir die Kerle natürlich absolut nichts gesagt haben, war es schon etwas schwerer, sich für sie zu interessieren. Ist nicht so, dass man nichts über sie herausfindet, aber in 10 Tagen kommt natürlich dennoch nicht ganz so viel bei rum und die Konversationen machen schon klar, dass Konami davon ausgeht, man kenne die Kerle und ihre Eigenheiten bereits aus dem Ursprungsmaterial. Ich bin dann mal wieder einfach hauptsächlich nach Optik gegangen, und habe mir einfach mal das willkürliche Ziel gesetzt dann Schluss zu machen, wenn ich von jeder Schule einen der Jungs erobert haben:

Hier hört dich keiner Schreien.

Tezuka aus Seigaku ist glaub ich einer der Hauptcharaktere der Franchise, immerhin wird die Schule als erste gelistet und hat am meisten gewinnbare Jungs, weswegen es sich wohl maßgeblich um sie drehen wird. Außerdem ist er der erwachsenen Captain des Clubs. Und insgesamt ziemlich der Nice Guy Typ. Zunächst etwas zu beschäftigt für Interaktionen, taut er schnell auf, ist immer nett und verständnisvoll, empfiehlt diverse Bücher und hilft bei den Sprachschwierigkeiten die aufkommen, da sie in ausländischen Sprachen geschrieben sind, und Übersetzungen in die Muttersprache scheinbar fürs gemeine Fußvolk sind oder so. Hat viele Bedenken man würde sich überarbeiten, und damit auch nicht ganz unrecht, denn irgendwann bricht man an einem Hitzekoller zusammen, wobei Tezuka einen natürlich auf die Krankenstation trägt. Entwickelt anschließend auch einen ziemlichen Beschützerinstinkt. Das Date mit ihm ist sich einen Film anzuschauen, und anschließend geht es zu einem Checkup für seine Schulter, was wohl Leuten, die das Ursprungsmaterial kennen, mehr bedeutet. In seinem Epilog geht es zusammen in die Berge wandern, damit keiner einen schreien hört, wenn der Serienmörder die gerade mal 2 Wochen kennende Sommerliebe umbringt.

Traditionelle Kleidung ftw.

Chitose ist bei Fudomine eingruppiert, gehört aber wohl nicht zu deren Tennis-Club. Denn jeder hat einen Kerl einer anderen Schule zum Austausch im Team, und bei Fudomine ist es eben Chitose. Leider hat mich der Small Talk mit ihm zu spät darauf aufmerksam gemacht, dass er grundsätzlich mit Sandalen durch die Gegend läuft (Stahlsandalen weil Shonen-Sport-Serien brauchen ihre quirky Trainingsmethoden), was schon ein enormer Abturner ist. Dafür kann er gut mit Muschis, kümmert sich nämlich um die ganzen streunenden Katzen der Gegend. Auch er hat eine Verletzung, nämlich einen blinden Fleck auf einem Auge, und auch er trägt einen zur Krankenstation, nachdem man von ein paar Kartons beinahe erschlagen wurde. Geht mit einem Shoppen und auf einen nächtlichen Rummel, wobei sein Casual Wear wesentlich attraktiver als sein Standard-Outfit ist. Und am Ende im Epilog geht es seine Eltern und kleine Schwester treffen.

Ein wenig arrogant schaut er ja schon aus.

Mizuki aus St. Rudolph ist einer der eifersüchtigen Typen. Das bedeutet es kommt bei ihm zu Affinitätsverlusten, wenn man einen anderen Kerl im gleichen Gebiet anspricht. Spielerisch etwas ätzend und als Charaktereigenschaft eh maßgeblich unsexy. Scheint ein guter Sänger zu sein, weswegen er ständig Halsbonbons lutscht, um seine Stimmbänder geölt zu halten, träumt außerdem davon mal ein Opernsänger zu werden. Sein Deal ist, dass er bald mit der Schule fertig ist und sich darum sorgt, ob er die Junior-Mitglieder bis dahin noch ausreichend auf Spur bekommt. Zudem übernimmt sich der Kontrollfreak gern was Arbeit angeht und man muss ihm beibringen, dass er ruhig etwas davon abgeben kann. Die Dates sind in einem französischen Restaurant und der Buchhandlung. Im Epilog hat er einem Tee gekocht, worüber er scheinbar auch sehr viel zu wissen scheint.

Übersetzung: Unkomfortable Wahrheiten.

Shiraishi ist bei Yamabuki einsortiert, allerdings eine weitere Aushilfskraft statt wirklich zum Tennis-Club der Schule zu gehören. Er ist ein harter Arbeiter, der einen selbst zielbewusst bevorzugt, und zudem sich wenig Gedanken darum macht, wie sehr er von Mädels umschwärmt wird. Umso überraschender ist es, wenn er plötzlich mit einem beim Bauen des Standes flirtet – sogar so überraschend, dass man sich prompt aus Unachtsamkeit verletzt. Hat eine Schwäche für Comedy und Okonomiyaki, was wohl beides gut zum Stereotyp des Kansai-Typus gehört. Zudem ist er erfrischend no-nonsens wenn es um sein Aussehen geht, es interessiert ihn nicht weiter, er ist sich aber voll bewusst, dass er attraktiv ist. Sein erstes Date ist strickt durchgeplant und geht natürlich prompt permanent micro-schief, beim zweiten geht es dann für den Liebhaber von giftigen Pflanzen passender in den botanischen Garten. Am Ende ist man in einer Fernbeziehung mit ihm, jedoch dürfen zu Weihnachten seine zwei Schwestern getroffen werden.

Galmour-Shot^10

Otori ist im Hyotei-Tennis-Club und ebenfalls der eifersüchtige Typ. Schade, denn von der Optik her ist er bisher der attraktivste Weizen im Spreu. Er ist sehr nett, beweist gute Manieren, und ist höflich und zuvorkommend, weswegen er auch prompt zur Bedienung im Cafe nominiert wird, welches sein Club für das Fest ausrichtet. Als 2. Fremdsprache hat er Deutsch gewählt, er spielt das Piano und deswegen in der Aufführung zum Festival Keyboard, und kennt sich mit der viktorianischen Ära aus, um das Cafe entsprechend aufzumotzen. Von daher ist er doch ziemlich der Classy-Archetyp. Und entsprechend bei den Mädels beliebt. Auch er hat einen heißeres Casual Outfit. Dass man sich physisch als Mädchen anstrengt, sieht er wie die meisten Nice Guys allerdings gar nicht gern, was schon etwas bevormundend ist. Die Dates sind auf einem Konzert, ein Besuch in einem Restaurant und im Freizeitpark. Und am Ende wird man sein Junior-Manager bzw. der seines Clubs.

Schaut ja schon etwas, als wollte er Pausengeld stehlen.

Amane aus Rokkaku ist ein weiterer Witzbold. Es gibt halt nur so viele Charakter-Archetypen für über dreißig Kerle. Wobei sein Humor mehr in schlechten Wortspielen liegt, über die keiner außer MC-chan lacht. Er selbst ist ziemlich überrascht darüber, dass sie ihn witzig findet, was schon ganz niedlich ist. Er sieht ziemlich durch den Wind aus, aber abgesehen davon, dass er sein Notizbuch verliert, in die er seine spontanen Witz-Erleuchtungen schreibt, ist er eigentlich ein recht netter und umgänglicher Typ, statt der Raudi, den sein Look zunächst suggeriert. Er bringt sogar Kindern das Tennis bei. Und ist Dates absolut nicht gewohnt, weswegen er sich etwas schräg benimmt, wenn es ins Aquarium geht. Was ihn schon zum Gewinner meines Herzens macht. Seine Club-Kollegen müssen ihn sogar etwas in die Romanzen-Richtung drängen, damit er sich seiner eigenen Gefühle bewusst wird. Beim Anschauen der Kirchblüten im Epilog sieht er sogar noch mehr wie ein Yakuza aus.

Auch hier ist ein freudiges Gesicht anders.

Sanada aus Rikkaidai ist auch eher der muffelig und aggressiv aussehende Typ. Hat aber nur Resting Bitch Face, und ist sich selbst nicht bewusst, was für einen Eindruck er macht. Oder das seine dazukommend strenge Art ihn eher einschüchternd wirken lässt. Allerdings ist er auch etwas arg dickköpfig und lehnt jede Hilfe bei der Arbeit ab, bis man von sich aus einfach so tut, als gäbe man in seinem Namen Ratschläge, damit die Sache schneller voran geht. Auch er muss eher in die Romanze getrieben werden, bevor er sich dessen bewusst ist – das erste Date mit ihm ist so gesehen beispielsweise gar keines, weil er den ganzen Club zum Strand mit einlädt. Im nächsten, diesmal nur zu zweit, beim Vergnügungspark macht es sein Gesicht wieder eher schwer zu erkennen, dass er sich freut. Am Ende wird man dann im Epilog schön brav seiner Familie vorgestellt, die wohl nicht häufig zu Hause ist.