GameBoy Obscurities: Survival Kids

ava-1255Mensch, jetzt geht’s aber echt Schlag auf Schlag, nich? Dem einen oder anderen sagt Konamis Lost in Blue sicher was, da es zur frühen Bibliothek des DSes gehört und schon allein deswegen eine gewisse Verbreitung fand, zwei Sequels und eine Wii-Version nach sich zog. In Japan schimpft sich das Ding allerdings Survival Kids: Lost in Blue, gibt es doch zwei Vorgänger auf dem GBC. Der erste Teil ist sogar in den Westen gekommen.

Das Konzept von Survial Kids bzw. Stranded Kids hier in Europa ist dabei simpel: Kind – man darf sich selbst aussuchen, ob man Junge oder Mädel spielt, im Gegensatz zu Lost in Blue ist man also hier noch nicht so misogyn zu denken, das weibliche Geschlecht ist zwangsläufig jenes, welches nutzlos in der Ecke sitzt und sich nicht mal selbst ernähren kann – ist mit Vater auf Bootstour. Schiff sinkt, Kind wird auf Insel angespült. Kind muss ums Überleben kämpfen und dabei einen Weg von der Insel finden. Wobei er oder sie sich mit einem Affen anfreundet und eventuell, wenn mans richtig anstellt, auch auf das andere Kind stößt. Denn Survival Kids hat 8 verschiedene Enden, je nachdem, ob und wie man es von der Insel schafft und obs in Begleitung ist.

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Das Geschehen ist dabei in Tage unterteilt und es muss eben doch stark aufgepasst werden, das Kind am Leben zu halten. Anfänglich, bis man in den Groove des Spieles kommt, kann man schon mal schnell einen der vier verschiedenen Statuswerte aus den Augen verlieren. Da hätten wir zunächst den Hunger. Es muss regelmäßig gegessen werden, wobei auf der Insel jede Menge essbarer Früchte und Beeren zu finden sein, in Notlage kann auch mal ein Pilz oder Gras gekostet werden, was aber ein Glücksspiel ist, ob da nicht ein Negativeffekt dran hängt (welche das Spiel allerdings katalogisiert, ist also nur beim ersten Versuch ein Crapshot). Auch Tiere können erlegt werden, sowohl Hasen oder Rehe, die davon laufen, wie auch Bären oder Schlangen, die von sich aus angreifen. Fleisch ist die beste Nahrungsquelle, solange es anständig gekocht ist. Statuswert Nummer 2 ist der Durst, eine Frischwasserquelle zum Trinken muss also ebenfalls regelmäßig aufgesucht werden, wobei ein Fluss grundsätzlich nie weit weg ist, es sei denn man begibt sich in den Sumpf oder die Wüste, für die man seine Wasserflasche vorher anständig füllen sollte. Das dritte Bedürfnis im Bunde ist die Stamina, den ganzen Tag auf den Beinen sein, aus Stöcken und Steinen Werkzeuge zu MacGyvern, oder Messerkämpfe mit Wölfen einzugehen, laugen eben schon aus, und somit muss man sich auch regelmäßig schlafen legen, was nicht in freier Wildbahn, sondern nur in vorgesehenen Unterschlüpfen passt. Die vierte Leiste sind die HP, die sich neigen, wenn einer der anderen drei Werte maximiert ist oder Mr. Bär einen mit der Pranke ein interessanteres Gesicht verpasst.

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Wie gesagt braucht es etwas, bis man sich darin eingelebt hat. Die Tage sind nämlich doch ziemlich kurz und die drei Werte in schneller Bewegung. Rechtzeitig vorm Dunkelwerden (verringerte Sicht, häufigere Tierangriffe) zurück zu einer Unterkunft zu finden, jeden Tag am Besten mit einem schnellen Trip zur nahesten Wasserquelle und Futterarsenal beginnen, dennoch dann anschließend die Zeit finden, die Insel weiter zu untersuchen um ein Mittel gegen das Gestrandet sein zu finden, rechtzeitig vor der Nacht aber erneut wieder einen Unterschlupf aufzusuchen… ja, zunächst kann das schon etwas nerven. Sobald man sich an den Ablauf gewöhnt hat und auf der doch gar nicht so großen Insel auszukennen beginnt, bekommt man das aber auch langsam geregelt. Zumal man 100 satte Tage Zeit hat, von der Insel zu entkommen, wenn man nicht auf ein schlechtes Ende eingelocked werden will.

War definitiv ein interessantes Spielerlebnis, auch wenn ein etwas vages, weil man selten wirklich ein Indiz hat, was genau zu tun ist. Aber da ist ja notfalls heutzutage eine Hilfestellung nur einen Klick weit entfernt.

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