Species – Part Deux

ava-1186Nach den beiden Kinofilmen gehen wir jetzt über in die Direct-to-DVD Schiene. Kein gutes Zeichen, vor allem, wenn die Franchise von Anfang an tatsächlich nicht so hohe Standards erfüllt hat. Die beiden sind übrigens jetzt auch Neuland für mich, bis vor wenigen Jahren wusste ich gar nicht, dass sie überhaupt existieren. Wobei das ja nicht ungewöhnlich ist, dutzende Horrorfilm-Franchises haben reichlich Direct-to-DVD Sequels, von denen man nie gehört hat.

Species III startet dort, wo Species II geendet hat: Eve liegt tot im Militärvehikel, in der Ecke sitzt einer von Benjamins Nachkommen und eine Katze. Doch dann erwacht Eve noch mal und gebärt das Kind, das sie mit Benjamin gezeugt hat, bevor dessen Nachkomme sie umbringt (warum auch immer). Doch der Fahrer nimmt sich ihres Babys an und zieht es als Sarah bei sich im Keller groß. Er ist übrigens Professor und weiht einen seiner Studenten in die Sache ein, weil er dessen Hilfe braucht. Warum nochmal, hab ich wieder vergessen. Die beiden wollen den perfekten, Krankheitsresistenten Aliennachwuchs aus den Eiern Sarahs schaffen. Weil sie denken, dafür bekämen sie einen Preis, statt unsere Spezies zum Tode zu verurteilen. Ach ja, die Halbaliens, die Benjamin im Vorgänger gezeugt hat, wandeln doch noch die Erde, statt sie alle erwischt zu haben, verrecken aber elendig an Krankheiten.

Interessant ist, dass Species III etwas aus dem Vorgänger aufgreift, was mir da komisch gelegen hat. Dort ist die Methode, um die Aliens umzubringen, nämlich sie mit Krankheitserregern zu besprühen, weil sie keine Abwehr gegen die haben. Da hab ich mich natürlich gleich gefragt, wie die überhaupt Lebensfähig sind, wo die doch überall in der Luft um uns rum sind. In Species III ist dem dann auch so, Sil/Eve/Benjamin/Sarah sind davon nur nicht betroffen gewesen, weil sie reineren Blutes waren oder so. Dafür kommt Species III auf die dämliche Idee, dass die Aliens nicht einfach nur schnelle Lerner sind, sondern tatsächlich durch das bloße Anfassen von Büchern, dessen kompletten Inhalt wissen. Wäre es wirklich so schwer gewesen, sie das Ding wenigstens schnell durchblättern zu lassen?

Egal, irgendwo hab ich ehrlich gesagt eh den Faden verloren, keine halbe Stunde im Film. So viele Charaktere, so viele verschiedene Agendas, so viele verschiedene Hintergründe, wie hier aufgetischt werden, war überraschend schwer nachzuvollziehen. Und nachdem ich ihn erst Mal verloren hatte und dem auch im weiteren Verlauf nicht besser wurde, war es gar nicht so einfach, überhaupt noch am Ball bleiben zu wollen und dem Geschehen Aufmerksamkeit zu schenken. Dafür, dass er Teil einer Franchise ist, in der es um heiße Alien-Mädels geht, die unbedingt flachgelegt werden wollen, geht Species III die Sache zumindest verdammt kompliziert an. Was nicht bedeuten soll, dass die Handlung hier in irgendeiner Art und Weise intelligenter wäre, als in den vorigen beiden Filmen, sie ist nur unnötig verkompliziert aufgezogen. Den vorigen Filmen kann man zumindest zu Gute halten, dass sie einfach zu folgen und kurzweilig zu schauen waren, was bei Species III nicht mehr zutrifft.

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Species: The Awakening löst sich dann von den vorigen drei Teilen ab und erzählt eine unabhängige Geschichte. Auch hier wurde die Alien-DNS an die Erde geschickt und Tom und sein Kollege haben daraus Hybriden gezüchtet. Tom fand das dann aber doch unmoralisch und ist ausgestiegen, hat Miranda als seine Nichte großgezogen. Doch nachdem sie einen kleinen Alien-Anfall hat, in dem sie Menschen umbringt, muss er ihr die Wahrheit sagen und nach Mexiko zu seinem ehemaligen Kollegen düsen, um ihn um Hilfe zu bitten. Stellt sich heraus das Miranda einfach am Ende ihrer Lebensspanne angekommen ist und höchsten die Infusion von Stammzellen diese verlängern könnte.

Species: The Awakening schafft es glaub ich wirklich der Film der Reihe zu sein, der die größten Logiklöcher aufweist. Species III mag in seinem enormen Verlangen, alles irgendwie durcherklären und alle merkwürdigen Sachen in den Vorgängern nacherklären zu wollen übers Ziel hinausgeschossen sein, in seinem Wust an dämlichen Erklärungsversuchen, doch bei Species: The Awakening steht dafür sofort das ganze Grundszenario auf einem großen „Häh, wie ist das möglich?“. Es wird auch nicht besser und irgendwie ist der ganze Film an sich einfach etwas arg unspektakulär und vergessenwürdig. Merkwürdig vor allem auch, dass The Awakening eine Lesbenszene teased, dann aber nicht bringt. Die Serie hat sich überhaupt nur durch die hübschen, halbnackten Mädels so lang halten können, da sollte man meinen, sie würden sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Eines muss man den Direct-to-DVD Sequels allerdings zu Gute halten: Man sieht zwar schon, dass sie sind, was sie sind, aber es könnte auch wesentlich schlimmer sein. Das Schauspiel ist durchgängig brauchbar, die Mädels sind weiterhin heiß anzusehen und die Effekte sind weitestgehend brauchbar, da meist nicht CGI.

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