Masters of Horror 204-206

Larry hat ein gutes Gehör. Eines Tages hört er eine Unstimmigkeit im Herzschlag seines Sohnes, stellt sich heraus, er ist unheilbar krank, hätte man die Sache früher gemerkt, hätte es vielleicht noch eine Chance gegeben, aber so nicht. Larry macht sich Schuldgefühle und daraufhin wird sein Gehör immer besser, bis er die alltägliche Kakophonie der selbst kleinsten Geräusche nicht mehr erträgt und durch dreht.

Sounds Like ist die erste Nicht-Horror Episode der zweiten Staffel. Es gibt ein übernatürliches Phänomen und eine Leiche am Ende, aber so wirklich Horror kann man das hier nicht nennen. Eine ganz gute Episode aber dann schon. Mir hat sie zumindest gefallen, vielleicht schon allein weil der Schauspieler von Larry eine recht gute Leistung vollbringt, mit ihm steht und fällt natürlich die ganze Folge. Sicher, den Twist am Ende, was das erneute laute Geräusch ist, das kann man sich schnell denken, aber wirklich einen großen Abbruch tut dies der Folge nicht.

Die geht übrigens aufs Konto von Brad Anderson, sowohl Regie wie Buch, der einige Folgen zur Serie Fringe beigetragen hat und auch das viel gelobte The Machinist auf die Leinwand brachte.

Einem Doktor einer Abtreibungsklinik läuft ein schwangerer Teenager vors Auto. Um zu sehen, ob alles mit ihr in Ordnung ist, nimmt er sie mit in die Klinik. Da taucht auch schon der lokale religiöse Fanatiker und Abtreibungsgegner vor den Toren auf, der sich der Klinik eigentlich nicht mehr nähern darf. Denn es handelt sich um seine Tochter. Während man in der Klinik dem Mädel noch nicht glauben kann, dass sie bei ihrem Schwangerschaftsfortschritt erst vor einer Woche geschwängert worden sein soll, ist jener draußen davon überzeugt, dass sie eine Abtreibung herbeiführen und beschließt sich seinen Weg eben zu erkämpfen.

Pro-Life fährt also die Rosemary’s Baby Schiene, nur dass es die Abtreibungsproblematik mit hinein bringt. Das ist in den USA grundsätzlich immer noch ein etwas heikles Thema, so ist Abtreibung dort zwar natürlich erlaubt, aber amerikanischen Präsidenten wird beispielsweise beim Stimmenfang für die Wahl immer noch geraten, es nicht zu sehr herauszukehren, wenn sie Pro-Abtreibung sind. Allzu viel herausholen tut die Folge aus dem Thema allerdings nicht unbedingt, die religiös-fanatische Seite kommt hier natürlich nicht gut weg, aber das  (etwas blöde) Ende mag auch Abtreibung an sich nicht ganz als A-OK dahin stellen, stattdessen dient es wohl eher als Zweck, um die Problematik der Folge zu hinterfüttern, damit die Stunde auch mit was gefüllt ist. Leider sieht der Monstervater nicht wirklich unheimlich aus und macht irgendwie auch nichts, wirkt irgendwie deplaziert.

John Carpenter, dem wir Halloween, The Fog und Cigarette Burns der ersten Staffel zu verdanken haben, weiß eigentlich, wie man Horror dreht. Auch bei Pro-Life gibt es technisch gesehen keine Mängel, ist eine solide Folge geworden, wenn sie mich auch nicht ganz so packen konnte, wie sein Beitrag der vorigen Staffel.

Meat Loaf ist ein schäbiger Pelzhändler, der ins Höschen einer Stripperin mit Modelambitionen will. Einer seiner Jäger ruft ihn an, weil er die tolligste Pelzlieferung ever hat. Nur als Meat Loaf dort auftaucht, ist jener tot. Tja, die Pelze sind wirklich toll und somit sogar noch umsonst. Ist doch super. Nur das jeder, der mit ihnen in Berührung kommt, zuerst von ihnen wie besessen ist und sich dann anschließend umbringt.

Mit Pelts liefert uns Dario Argento (Tenebrae, Opera und Jenifer der ersten Staffel) einen Horrorstreifen mit „Fur is murder“-Botschaft ab. Und auch den mit dem bisher höchsten Gore-Gehalt (neben Pro-Life die andere im deutschen Erstrelease geschnittene Folge, auch wenn die 3 Minuten doch etwas exzessiv wirken). Der Body Count ist hoch und die Selbstmordvarianten recht eklig. Denn jeder tut sich das an, was er im Pelzverarbeitungsprozess erledigt. Der Fänger der Waschbären wirft sich mit dem Gesicht in eine Falle, die Näherin näht sich selbst Augen und Mund zu, der Pelzhändler zieht sich selbst die Haut ab. Geboten bekommt man also einiges hier, was hilft den Einstünder trotz simplen Storykonstrukt nicht langweilig werden zu lassen. Bisher meine Lieblingsfolge der Staffel. Auch die hübscheste, was die Szenenkomposition angeht.