Shining in the Darkness

Ja, meine Dungeoncrawler-Abstinenz nach Wizardry V hat nur ein paar Tage anhalten können, da steckte ich auch schon wieder mitten in einem anderen: Shining in the Darkness, dem ersten Teil in der Shining-Reihe, die ja eher durch ihre SRPG-Exkurse bekannt ist. Ich weiß nicht was einen bei Dungeoncrawlern so süchteln lässt, aber egal wie sehr man das Spiel oder Genre gerade leid ist, sich super drüber aufgeregt hat und fest vornimmt erst Mal mindestens eine einwöchige Pause einzulegen, drei Stunden später sitzt man dann doch wieder dran.

Ich muss sagen, ich mag die Dinger ja sowieso viel mehr, wenn ich ein Gefühl des ständigen Fortschritts habe. Deswegen mag ich wohl Strange Journey auch lieber, als Etrian Odyssey. Bei ersterem hab ich es immer geschafft, ein Stück weiter im Dungeon zu kommen, bevor ich den Rückzug erneut angehen musste oder ein neues Level erreicht oder beim Scheitern zumindest gewusst, wie ich meine Dämonen/Skillkombination zu verändern habe, um bessere Chancen zu haben (MegaTen halt, stupides Level grinden hilft einem da nur so weit, intelligenter Partyaufbau viel weiter – play it smarter, not harder). Und genau dieses Gefühl habe ich bei Shining in the Darknesss, da es für einen Dungeoncrawler echt angenehm und benutzerfreundlich, schön simpel und geradezu einfach ist.

Gerade zu Beginn, etwas leveln natürlich immer mit einbegriffen, macht man doch sehr schnell recht Problemlos seinen Fortschritt. Im Mittelteil – so zur letzten der vier Prüfungsdungeons und auf Floor 2 und 3 des Hauptdungeons, wird es dann etwas fieser, aber auch hier bekommt man totale Party Wipes eher selten zu sehen. Sobald man dann das Light Sword entdeckt und merkt, dass es statt auf den Fighter ausgerüstet doch viel besser vom schnellsten Charakter als Kampfgegenstand genutzt werden kann, um bis ins Finale 90% aller Gegner auszuschalten, bevor sie überhaupt agieren können, wird es wieder wesentlich leichter. Es gibt keine Gegner, die einen Level drainen können, diejenigen mit OHKO sind keine Häufigkeit, es gibt Warppunkte im Dungeon und die Stockwerke sind auch nicht zu übermäßig lang. Wie gesagt, eigentlich macht man immer Fortschritt, entdeckt einen neuen Gang, eine neue Schatztruhe, macht es endlich bis zum Floor-Ende und auch die Level ups trudeln schnell ein. Das hat mir wirklich gefallen. Zudem gibt es 3 vorgegebene Charaktere die automatisch leveln, von daher muss man sich nicht mit dem auswürfeln von Stati oder dem richtigen Balancing von Gruppenzusammenstellung oder Fähigkeitenverteilung ärgern… Shining in the Darkness ist sozusagen das Einsteigerspiel unter den Dungeoncrawlern, einfach weil es so angenehm simpel und schnell zu verstehen ist, man im Prinzip sich nichts versauen kann.

Nach knapp 15 Stunden war der Spuk dann zu Ende und ich hatte das niedliche, kleine Spielchen tatsächlich gern gewonnen. War übrigens auch ganz nett anzusehen, da jeder Dungeon-Floor ein eigenes Design hatte, die Gegner immer alle auf dem Bildschirm zu sehen sind und sie sowie die NPCs in der Stadt animiert sind („animiert“ im weiteren Sinne, denn genau genommen werden nur die Sprites hin und her gerüttelt). Ich kann es eigentlich wirklich weiter empfehlen, für diejenigen, die sich mal am Genre versuchen wollen, aber nicht gleich überfordert werden möchten durch zu viele Möglichkeiten. Sozusagen diejenigen, die Etrian Odyssey anfangen und direkt einen Koller kriegen, ob bei den vielen Berufen und Talenten zur Auswahl sie jetzt nicht ein total unbrauchbares Team mit schleppen und nach einigen Spielstunden neu zusammenstellen müssen.