Shazam!

Es war mal wieder Zeit fürs Kino, und irgendwie ist es dieses Jahr sowieso fast unmöglich, in einem Lichtspielsaal zu landen, in dem nicht gerade ein Superhelden-Film läuft. Diesmal wenden wir uns wieder dem DC-Universum zu, weil mittlerweile ja alles sein eigenes Extended Universe ist, welches nicht unbedingt die meisten Fürsprecher für sich verbuchen kann.

Wir beginnen zunächst mit einem ziemlich langen Rückblick, bei dem ein kleiner Junge, der von seinem Vater und älteren Bruder nicht gut behandelt wird, sich plötzlich in einer Höhle mit einem Magier und Statuen der sieben Todsünden wiederfindet. Und einer mächtigen Kugel, die ihn in Versuchung führt, weswegen er den Test ein Superheld zu werden vermasselt, schreiend wieder ins Auto zurückversetzt wird, weswegen seine Familie verunglückt.

Im Hier und Jetzt folgen wird dem Teenager Billie Batson, womit auch klar sein sollte, da jener der eigentliche Hauptcharakter ist, dass die Anfangsszene die Origin-Story des Bösewichts darstellen muss. Billie wurde von seiner Mutter als Kind verlassen, haut regelmäßig von seinen Ziehfamilien ab, um sie erfolglos zu suchen, und wird gerade von einem Paar aufgenommen, die selbst durch das Pflegesystem gegeben wurden, und fünf weitere Ziehkinder bei sich aufgenommen haben.

Doch auch Billie wird vom Zauberer in die Höhle gezappt, der in all den Jahren keinen Menschen reinen Herzens finden konnte, um ihm Mächte zu übertragen. Doch unser Bösewicht hat mittlerweile einen Weg hierher gefunden, den Machtlichtball entwendet, und die sieben Todsünden sind in ihn eingedrungen, weswegen der sterbende Magier keine Zeit mehr hat, wählerisch zu sein, und Billie die Macht überträgt sich in einen Superhelden zu verwandeln, wann immer er „Shazam“ ruft.

Jetzt gehen wir so ziemlich durch die zu erwartenden Ereignisse. Billie, ja eigentlich noch ein dummes Kind im Körper eines Erwachsenes, der zusätzlich Superkräfte hat, macht sich darauf eine ordentliche Gaudi. Und missbraucht die Kräfte auch ein wenig, aber auf meist ziemlich harmlose Weise, halt maßgeblich für Blödsinn, die in den Kopf eines 14-Jährigen kommen würden. Er enttäuscht seinen neuen Ziehbruder etwas, muss sich aber irgendwann eingestehen, jetzt doch einen Ort gefunden zu haben, den er Familie nennen kann, und am Ende besiegt die neugefundene Bande das Böse.

Ich hatte erwartet, dass mir mit Shazam so ein wenig DCs Ant-Man geboten wird. Ein etwas kleinerer und auf sich besonnener Film, der einfach durch seinen guten Humor und charismatische Charaktere zu punkten weiß. Und in die Kerbe versucht Shazam tatsächlich auch zu schlagen. Beispielsweise bekommt man nie das Gefühl, Dinge oder Referenzen nicht zu verstehen, wenn man die anderen DC-Filme nicht geschaut hat, da Shazam schon auf sich alleine steht. Und es ist ein nicht ganz so großes oder abgehobenes Erlebnis. Und hat viel Humor zu bieten.

All das jedoch irgendwie in einem abgeschwächten Rahmen. So richtig nahe gingen mir beispielsweise keine der Charaktere und auch das Schauspiel derer nicht. Lediglich Mark Strong macht sich richtig gut als erfuhrt gebietender Fiesling. Aber insgesamt gibt das Script niemandem wirklich genug, um so wirklich damit arbeiten zu können, und wenn dann wirkt es aufgesetzt. Es ist von Anfang an klar, dass Billie irgendwann zu seiner neuen Familie stehen wird, aber irgendwie macht er das gegen Ende dann einfach, ohne dass man wirklich groß ein Wachstum seines Charakters dahingehend miterlebt hätte. Zudem ist der Film tonal etwas merkwürdig, die todernsten Szenen wie der Start wollen nicht so wirklich zum leichtherzigen Rest passen.

Aber es ist durchaus nicht alles schlecht, was hier geboten wird. Auch wenn er manchmal vielleicht etwas zu blöd ist, so funktionieren doch erstaunlich viele der Witze. Zumal sich der Film meist eh nicht zu ernst nimmt, wie man das schon an den lächerlich aufgebauschten Muskeln des Heldenkostüms sehen kann, welches nicht den Hauch eines Vorwands gibt, sie idealisiert-realistisch wie in anderen Superheldenfilmen aussehen zu lassen. Und ich mochte auch wirklich, wenn damit gespielt wird, dass hier Kinder im Körper eines Erwachsenen stecken. Langweilig wird er nun auch nicht wirklich.

So eine richtige Empfehlung kann ich dennoch nicht aussprechen. Shazam ist nett und nicht mehr. Aber auch nicht weniger. An einem langweiligen Filmeabend kann man ihn sich antun, aber man muss dafür nicht extra ins Kino wandern. Mit „ist schon ganz Ok“ scheint er aber, und ich spreche hier lediglich von Hörensagen, sogar noch einer der bessern DC-Filme zu sein.